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25.10.2025

Warum Trump gegen Kanda schießt!

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neopresse.com, Von: NEOPresse 25. Oktober 2025, Themen:

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kanada stehen auf einem Tiefpunkt. Präsident Donald Trump erklärte in der Nacht zum Freitag das sofortige Ende aller Handelsgespräche mit dem nördlichen Nachbarn. Anlass ist eine umstrittene Propagandakampagne aus der kanadischen Provinz Ontario, die nach Ansicht Washingtons gezielt gegen die amerikanische Handelspolitik gerichtet war.

Eine millionenschwere Kampagne

Ontario investierte rund 75 Millionen Dollar in eine breit angelegte Medienoffensive, die auf großen US-Sendern wie Fox News, NBC, CBS, Bloomberg, Newsmax und ESPN ausgestrahlt wurde. Ziel der Kampagne war es offenbar, in den Vereinigten Staaten Stimmung gegen Trumps Zollpolitik zu erzeugen.

Im Mittelpunkt der Werbung stand die angebliche Warnung des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan vor Handelskriegen. In den Spots war zu hören:


„Hohe Zölle führen unweigerlich zu Vergeltungsmaßnahmen und Handelskonflikten, die Arbeitsplätze zerstören.“

Was zunächst wie ein authentisches Zitat klang, entpuppte sich als Manipulation. Die Tonaufnahmen stammten tatsächlich aus einer Radioansprache Reagans vom 25. April 1987, wurden jedoch aus dem Zusammenhang gerissen und neu zusammengeschnitten, um Trumps Politik zu diskreditieren.

Reagans Erben reagieren empört

Die Ronald Reagan Foundation reagierte umgehend mit einer deutlichen Erklärung. Die Stiftung stellte klar, dass keine Genehmigung für die Nutzung oder Bearbeitung der Aufnahmen erteilt worden sei. Zudem widerspreche der Sinn der verwendeten Ausschnitte Reagans eigentlicher Botschaft, die sich für „freien und fairen Handel“ ausgesprochen hatte.

Die US-Regierung wertet die Aktion als gezielte Einmischung in die amerikanische Innenpolitik. Trumps Entscheidung, die Verhandlungen zu stoppen, markiert damit einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen beider Länder.


Info: https://www.neopresse.com/politik/warum-trump-gegen-kanda-schiesst/?source=ENL


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Dabei stimmt, dass Freihandel und Zölle auch für gegeneinander laufende Interessen stehen.

25.10.2025

Wettbewerbsfähigkeit über alles

lostineu.eu, vom 24. Oktober 2025

Die EU schraubt ihre Ambitionen in der Umwelt- und Klimapolitik weiter herunter. Der Green Deal verkommt zur Makulatur, das Europaparlament wird zurechtgestutzt.

Beim EU-Gipfel in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs gefordert, das Klimaziel für 2040 industriefreundlich zu gestalten und auf Wettbewerbsfähigkeit zu trimmen.

Wichtige Maßnahmen wie der Emissionshandel und das Verbrenneraus wurden infrage gestellt. Kanzler Merz (CDU) startete sogar einen Frontalangriff auf das Lieferkettengesetz.

Das Europaparlament hatte es vor dem Gipfeltreffen abgelehnt, die Regeln für umwelt- und sozialverträgliche Lieferketten weiter auszuhöhlen. „Die gestrige Entscheidung des Europäischen Parlaments ist inakzeptabel“, polterte dagegen Merz in Brüssel.

Er pochte darauf, die Vorschriften für Unternehmen zu lockern. Die „fatale Fehlentscheidung“ der Abgeordneten müsse korrigiert werden. Darauf bestehe er, sagte Merz nach dem EU-Gipfel.

Die SPD hält dagegen – ein bißchen

Der Chef der deutschen SPD-Gruppe im Parlament, Repasi, hielt dagegen. „Es steht einem nationalen Regierungschef wie Kanzler Merz nicht an, das Europäische Parlament, das ihm gegenüber nicht rechenschaftspflichtig ist, für eine demokratische Mehrheitsentscheidung zu kritisieren“, sagte Repasi.

Das EU-Parlament sei kein „Abnickverein“. Doch die konservative Parlamentspräsidentin Metsola deutete Entgegenkommen an.

In der Straßburger Kammer gibt die konservative EVP den Ton an, die vom CSU-Politiker Weber geführt wird. Weber verfolgt dieselben Ziele wie Merz.

Er will den gesamten „Green Deal“ der EU aufweichen, um der Industrie entgegenzukommen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. 

Weiterlesen auf taz.de

P.S. Ich bin kein Freund des Begriffs “Wettbewerbsfähigkeit”. Er stammt aus der Hochzeit der neoliberalen Globalisierung und blendet viele Fragen aus, aktuell z.B. den Wirtschaftskrieg und den Protektionsmus. Aber bei Berichten über die EU kommt man nicht um das W-Wort herum, im Umgang mit Merz schon gar nicht :-).

4 Comments

  1. KK
    24. Oktober 2025 @ 19:21

    Bei dem Dreck, den das hochgerüstete Militär bereits jetzt und erst recht künftig in die Atmossphäre blasen wird, ist jeder noch so unambitionierte Versuch, die Erderwärmung wenigstens einzubremsen, ohnehin der Lächerlichkeit preisgegeben.

Antworten

  • Erneuerung
    24. Oktober 2025 @ 17:08

    Ich glaube nicht, dass dieses “Aufweichen” Europa retten wird. Ich glaube aber auch nicht, dass der Umweltdeal der Umwelt nutzt. In China gibt es wohl riesige Solarfelder und Windparks, in dünn besiedelten Wüstengebieten. In Europa werden diese Elemente dafür benutzt, noch funktionierende Biotope zu zerstören, in dicht besiedelten Gebieten, um damit auch noch nebenbei nicht nur Flora und Fauna, sondern der Spezies Mensch zu schaden. Die Förderung der “erneuerbaren” Industrien ist nur ein Verschiebebahnhof für diverse Hosentaschen. Mit der Elektromobilität verhält es sich meines Erachtens ähnlich. Es gab vor Jahren schon Verbrenner, die mit 3 l Spit pro 100 km auskamen, unser 10 Jahre alter Golf schafft es mit 5..6 l bei normaler Fahrweise über alle Wegstrecken, und das ist sozusagen ein altes Auto. Ich hätte gern mal eine Studie gesehen, die Fahrzeuge mit modernen Verbrennern mit den aktuellen Elektroautos in Bezug auf die Umwelt vergleicht, und zwar auch und insbesondere, wenn man, was ja gewünscht wird, nur eine geringe Kilometerleistung vorweisen kann. Der umwelttechnische Vorteil der Elektroautos gegenüber dem Verbrenner soll wohl nach 70000 km einsezten, habe ich mal gelesen. Da wurden aber sicher nicht die benzinsparenden Modelle auf Verbrennerseite einbezogen. Darüber ergebnisoffen zu forschen und das Verbrennerverbot zu kippen, halte ich ausnahmsweise mal, neben vielen unsinnigen, für eine richtige Entscheidung.

    Antworten

    • ebo
      24. Oktober 2025 @ 17:21

      Der “Green Deal” war mal als Wachstums- und Konjunkturprogramm verkauft worden. Jetzt gilt er als Wachstumsbremse. Beides ist in seiner Absolutheit falsch.
      Falsch ist es m.E. auch, Planziele zu setzen à la “2035 müssen alle Fahrzeuge CO2-neutral sein”. Man kann ja ein Verbrenneraus anstreben, aber nicht aus Brüssel dekretieren.
      Wenn man aber – wie es jetzt geschehen soll – mitten auf dem Weg die Ziele revidiert, nimmt man den Unternehmen auch noch die Planungssicherheit.
      Wenn man noch dazu – wie die EU – die entscheidenden Veränderungen ignoriert (Protektionismus, Zölle, Sanktionen und Wirtschaftskrieg) wird man zum Geisterfahrer…

      Antworten

  • Michael
    24. Oktober 2025 @ 16:53

    „Wettbewerb“ wird abgeschafft weil die EU bzw. der sog. Westen nicht wettbewerbsfähig ist! Gemäß westlichen Werten und Regeln nennt sich das dann freier Handel bzw. freie Marktwirtschaft!

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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    Merz verkündet Mercosur-Deal – den es noch gar nicht gibt


    lostineu.eu, vom 24. Oktober 2025

    Beim Milliardenkredit für die Ukraine hat Kanzler Merz den Mund zu voll genommen – er wurde beim EU-Gipfel vertagt. Doch das war nicht der einzige Patzer des CDU-Chefs. Merz verkündete nach dem Gipfeltreffen auch einen Mercosur-Deal, den es noch gar nicht gibt: “Es gibt aus den Mitgliedstaaten jetzt keine Vorbehalte mehr. Es ist erledigt. Es ist durch.“ Selbst auf Nachfrage hielt er an der vermeintlichen Erfolgsmeldung fest. Doch sie stimmt nicht. Frankreich und Österreich haben weiter Vorbehalte gegen das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten. Auch Gipfelchef Costa dementierte: “Wir haben darüber nicht diskutiert. Wir haben keine Entscheidungen getroffen.“ Merz hat offenbar etwas falsch verstanden – oder der Wunsch war Vater des Gedanken…

    4 Comments

    1. Michael
      24. Oktober 2025 @ 16:44

      Dieser lächerliche Merz nannte Scholz einen „Klempner der Macht … er kann’s nicht!“ und jetzt merken wir dieser Merz ist nicht einmal als Handlanger eines Klempners qualifiziert!

    Antworten

    • KK
      24. Oktober 2025 @ 19:24

      Was Handlanger Merz wohl seinem Klempner anreicht, wenn dieser nach einem Engländer verlangt? Boris Johnson?

      Antworten

  • KK
    24. Oktober 2025 @ 16:40

    Merz macht sich die Welt
    widdewiddewie sie ihm gefällt…

    Andere sind mit sowas in psychiatrischer Behandlung… oder im Knast!

    Antworten

  • Erneuerung
    24. Oktober 2025 @ 15:56

    Möglicherweise verhält es sich so wie das geplatzte Treffen von Wadephul mit China. Solche Chaoten, die sich ständig selbst ins Knie schießen und dazu noch die früher von der Welt abgekaufte Humanität über Bord werfen, werden einfach nicht mehr ernst genommen. Nichts ist mehr sicher, keine Verträge, kein Geld, keine Investition. Die Europäer springen wie das große orange Vorbild im Kreis Galopp. Die westeuropäischen Länder werden demnächst nur noch mit sich selbst Handel treiben können, mit Pferdekutschen.

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    EU stellt Blankoscheck für Kiew aus – und lässt Finanzierung offen


    lostineu.eu, vom 23. Oktober 2025

    Die EU hat der Ukraine versprochen, sie 2026 und 27 finanziell über Wasser zu halten. Doch Belgien hat die Finanzierung vorerst blockiert.

    Der belgische Premier De Wever hatte drei Bedingungen gestellt, um einen Zugriff auf das in Belgien “eingefrorene” russische Vermögen zu gewähren. Sie wurden beim EU-Gipfel in Brüssel offenbar nicht erfüllt.

    Daraufhin traf De Wever die einzig richtige Entscheidung: Er forderte, die Gipfel-Schlussfolgerungen zu entschärfen, um unwägbare juristische und finanzielle Risiken für sein Land und die EU abzuwenden.

    Das Ergebnis: Ratspräsident Costa hat zwar zugesagt, den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine für die Jahre 2026 und 2027 zu decken, Waffen und Munition eingeschlossen – doch die Finanzierung bleibt offen.

    Aufgeschoben bis Dezember

    Die EU-Kommission wird gebeten, einen tragfähigen Vorschlag für den nächsten Gipfel im Dezember auszuarbeiten. Darin soll sie auch andere Optionen als den umstrittenen Zugriff auf russisches Vermögen prüfen.

    Bis dahin weiß niemand, wie der Blankoscheck für Kiew bezahlt werden soll. Er ist nicht gedeckt – die Kassen der EU sind leer.

    Aber da es um die Ukraine geht, scheint dies kein Problem zu sein. Für jedes andere Land der Welt – EU-Mitglieder eingeschlossen – hätten Kanzler Merz & Co. harte und härteste Bedingungen gestellt.

    So war es jedenfalls in der Eurokrise; Griechenland kann ein Lied davon singen. Heute ist alles anders: Da kann Präsident Selenskyj die Bedingungen stellen, Tomahawks und Taurus anfordern – und sich bis 2027 zurücklehnen.

    Schließlich “verteidigt” er ja EUropa…!?

    Siehe dazu auch meinen Gastbeitrag in der “Berliner Zeitung”

    P. S. Kanzler Merz hat übrigens schon beim EU-Gipfel in Kopenhagen im September erklärt, er sei im Gespräch mit Belgien und sich sicher, eine Lösung für die “Russian assets” zu finden. Er hat wieder einmal den Mund zu voll genommen…

    5 Comments

    1. Der Skeptiker
      24. Oktober 2025 @ 13:14

      Wir sollten aufhören zu arbeiten. Nur wenn die Quellen versiegen hören die auf.

    Antworten

    • KK
      24. Oktober 2025 @ 16:41

      Das kommt von ganz allein, wenn die Wiortschaft weiter so gegen die Wand gefahren wird!

      Antworten

  • KK
    24. Oktober 2025 @ 11:43

    Und ich hab die EU tatsächlich mal für eine gute Sache gehalten. Wie verblendet muss ich da gewesen sein… es ist im Prinzip nur eine lange gut getarnte kriminelle Organisation, die über unser aller Leichen geht.

    Antworten

  • pittiplatsch
    24. Oktober 2025 @ 08:56

    Das Europäische Parlament sollte alle Verantwortungsträger verpflichten unter Eid zu versichern, dass sie / die Familie keine Rüstungsaktien besitzt oder nicht anderweitig von Aufrüstung profitiert.

    Antworten

  • Guido B.
    24. Oktober 2025 @ 08:21

    Alle politischen Schritte in EUropa dienen nur einem Ziel: Die Ukraine muss Russland militärisch besiegen! Das Konzept nennt sich “Frieden durch Stärke”.

    Wenn man gegen Russland und China gleichzeitig Krieg führt, wird ein Sieg extrem teuer. Doch EUropa bzw. seine verrückte Elite ist bereit, jeden Preis dafür zu zahlen.

    Jeder, der glaubt, dass der Krieg gegen Russland und China an finanziellen oder wirtschaftlichen Grenzen scheitern könnte, irrt sich. Er wird auch nicht an militärischen Grenzen scheitern. Die NATO führt Krieg gegen ihre stärksten Gegner. Und gleichzeitig auch einen gegen die eigene Bevölkerung, die verarmen wird. Das wird verheerend teuer. Aber die Mittel werden verfügbar sei, daran besteht nicht der geringste Zweifel. Hinter diesem Projekt stehen die reichsten Nationen der Welt.

    Antworten

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    Info: https://lostineu.eu/eu-verspricht-kiew-einen-blankoscheck-und-laesst-finanzierung-offen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Haben industriefreundlichen Fokus: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, r-l) und der französische Präsident Emmanuel Macron


    taz.de, vom 24.10.2025, 16:19 Uhr, Von Eric Bonse aus Brüssel

    Die EU schraubt ihre Ambitionen in der Umwelt- und Klimapolitik weiter herunter. Beim EU-Gipfel in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs gefordert, das Klimaziel für 2040 industriefreundlich zu gestalten und auf Wettbewerbsfähigkeit zu trimmen. Wichtige Maßnahmen wie der Emissionshandel und das Verbrenneraus wurden infrage gestellt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) startete sogar einen Frontalangriff auf das Lieferkettengesetz.

    Das Europaparlament hatte es vor dem Gipfeltreffen abgelehnt, die Regeln für umwelt- und sozialverträgliche Lieferketten weiter auszuhöhlen. „Die gestrige Entscheidung des Europäischen Parlaments ist inakzeptabel“, polterte dagegen Merz in Brüssel. Er pochte darauf, die Vorschriften für Unternehmen zu lockern. Die „fatale Fehlentscheidung“ der Abgeordneten müsse korrigiert werden. Darauf bestehe er, sagte Merz nach dem EU-Gipfel.

    Der Chef der deutschen SPD-Gruppe im Parlament, René Repasi, hielt dagegen. „Es steht einem nationalen Regierungschef wie Kanzler Merz nicht an, das Europäische Parlament, das ihm gegenüber nicht rechenschaftspflichtig ist, für eine demokratische Mehrheitsentscheidung zu kritisieren“, sagte Repasi. Das EU-Parlament sei kein „Abnickverein“. Doch die konservative Parlamentspräsidentin Roberta Metsola deutete Entgegenkommen an.

    In der Straßburger Kammer gibt die konservative EVP den Ton an, die vom CSU-Politiker Manfred Weber geführt wird. Weber verfolgt dieselben Ziele wie Merz. Er will den gesamten „Green Deal“ der EU aufweichen, um der Industrie entgegenzukommen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Weber hatte angekündigt, auch das für 2035 geplante Aus für Verbrennermotoren zu kippen. Der EU-Gipfel forderte die EU-Kommission auf, dazu einen Vorschlag vorzulegen.

    Zweite Stufe des Emissionshandels unter Beschuss

    Auch das ETS 2, die zweite Stufe des europäischen Emissionshandels, steht unter Beschuss. Die EU-Chefs sprachen sich für Änderungen am CO2-Preissystem für den Gebäude- und Verkehrssektor aus, das 2027 eingeführt wird. Viele Staaten fürchten, dass die Preise beim Heizen und Tanken durch die CO2-Bepreisung des ETS 2 zu stark steigen. Die EU-Kommission soll nun einen industriefreundlichen und sozialverträglichen Plan vorlegen.

    Unklar ist, wie die EU mit den nun geplanten Änderungen und Lockerungen noch das Klimaziel für 2040 erreichen will. Die EU-Kommission hat eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 vorgeschlagen. Der EU-Gipfel hat sich zwar in einem Nebensatz zu diesem Ziel bekannt, die EU-Kommission aber zugleich aufgefordert, die „nötigen Bedingungen“ zu schaffen. Damit schafft man eine Hintertür.

    Dies zeigt sich auch am neuen „Wording“ der Staats- und Regierungschefs. Statt wie bisher von der „grünen Transformation“ sprechen sie nun von einem „wettbewerbsfähigen grünen Übergang“. Alle Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen werden unter den Primat der Wettbewerbsfähigkeit gestellt. Kanzler Merz kündigte zudem einen Sondergipfel für Februar an. Er soll sich vollständig um die Rettung der Industrie und die Wettbewerbsfähigkeit drehen.

    Für den neuen, industriefreundlichen Fokus haben sich auch Frankreich, Polen und die Slowakei ausgesprochen. Beim EU-Gipfel kam es sogar zum Schulterschluss zwischen Merz und dem slowakischen Regierungschef Robert Fico. Sie forderten gemeinsam Maßnahmen zugunsten der Autoindustrie. In der Slowakei sitzen viele Zulieferer deutscher Unternehmen. Zuvor hatte Fico wochenlang das 19. Sanktionspaket gegen Russland blockiert.

    Die Reaktionen auf die Gipfelentscheidungen fallen gemischt aus. Der grüne Europaabgeordnete Michael Bloss sprach von einem „Kuhhandel“. Positiv sei, dass das Klimaziel für 2040 vorerst gerettet worden sei – allerdings um den Preis schmerzhafter Zugeständnisse. Zentrale Bausteine der europäischen Klimaarchitektur seien abgeschwächt worden. Die Industrie reagierte positiv. Allerdings müssten den Worten nun Taten folgen.


    Info: https://taz.de/EU-Gipfel/!6124079/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.10.2025

    Nachrichten von Pressenza: „In Deutschland wird niemand obdachlos“ – in welcher Realität lebt dieser Kanzler eigentlich?

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 25. Oktober 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 25.10.2025


    „In Deutschland wird niemand obdachlos“ – in welcher Realität lebt dieser Kanzler eigentlich?


    „In Deutschland wird niemand obdachlos“. Wieder so eine – von sozialer Kälte strotzende – realitätsferne Zweckbehauptung des deutschen Kanzlers, der mit einer Partei koaliert, die das Wörtchen „sozial“ in ihrem Namen trägt. In Deutschland wird niemand obdachlos? U. schreibt dazu:&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/in-deutschland-wird-niemand-obdachlos-in-welcher-realitaet-lebt-dieser-kanzler-eigentlich/


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    Internationales Forum: „Können Generationenbewegungen systemische Korruption beenden? Lehren aus Nepal, Indonesien und den Philippinen.“


    Von Genevieve B. Kupang und Javier Tolcachier Von der Generation Z angeführte Proteste breiten sich weltweit aus, stürzen Regierungen und verursachen große politische Umwälzungen. Im Zentrum dieser psychosozialen Welle steht das Erwachen einer Generation, die die korrupten Praktiken der politisch&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/internationales-forum-koennen-generationenbewegungen-systemische-korruption-beenden-lehren-aus-nepal-indonesien-und-den-philippinen/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    24.10.2025

    Marco Rubio – "Falke", der Trump zu neuen Sanktionen gegen Russland drängte

    rtnewsde.site, 25 Okt. 2025 10:56 Uhr

    Trump traf seine Entscheidung über die Sanktionen, nachdem er sich Rubios Einschätzung zur Position Moskaus angehört hatte, wie Bloomberg berichtet. Rubio selbst betonte nach der Verhängung der Restriktionen, dass die USA weiterhin an Verhandlungen mit Russland interessiert seien.


    Quelle: Gettyimages.ru © Anna Moneymaker


    Marco Rubio und Donald Trump


    Mehrere Monate lang widersetzte sich US-Präsident Donald Trump Forderungen nach neuen Sanktionen gegen Russland, da er glaubte, den Konflikt in der Ukraine durch ein persönliches Abkommen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beenden zu können. Letztendlich änderte der amerikanische Präsident jedoch seine Meinung, unter anderem aufgrund der Haltung von US-Außenminister Marco Rubio, wie Bloomberg berichtet.

    Nach Einschätzung Rubios – eines "langjährigen Falken in Bezug auf Russland" –, wonach Moskau seine Position nicht wesentlich geändert habe, war dies ein ausschlaggebender Faktor für Trumps Entscheidung, wie amerikanische und europäische Beamte, die mit dieser Frage vertraut sind, gegenüber Bloomberg mitteilten.

    Die Änderung von Trumps Position deutet auf einen wachsenden Einfluss von Rubio hin, der sowohl das Amt des Außenministers als auch das des vorübergehenden Beraters des Präsidenten für nationale Sicherheit innehat, schrieb die Nachrichtenagentur. Rubios Verhalten steht in starkem Kontrast zu der bisher von Trumps Sonderbeauftragtem Steve Witkoff verfolgten milderen Strategie gegenüber Russland, so die Zeitung weiter.


    "Trump hat Moskau getroffen – aber das Ziel verfehlt": Russische Analysten über die neuen Sanktionen





    "Trump hat Moskau getroffen – aber das Ziel verfehlt": Russische Analysten über die neuen Sanktionen





    Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass Witkoff, einer der vertrautesten Berater Trumps, seinen Einfluss in Bezug auf Russland oder insgesamt verloren hat, schrieb Bloomberg. Die Nachrichtenagentur erinnerte daran, dass der Sonderbeauftragte diese Woche durch den Nahen Osten gereist ist, um die Einhaltung des Waffenstillstands im Gazastreifen zu überwachen, den er mit Trump ausgehandelt hatte.

    Laut den Quellen von Bloomberg führten jedoch die Gespräche zwischen Witkoff und Putin sowie anderen hochrangigen Beamten im Vorfeld des Präsidentengipfels im August in Alaska zu Verwirrung und dem Eindruck, dass Moskau zu Zugeständnissen bereit sei. Letztendlich übernahm Rubio die Leitung der Vorbereitungen für das neue Treffen.

    Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, gab gegenüber Bloomberg an, dass Trump weiterhin die führende Rolle bei außenpolitischen Entscheidungen innehabe, während Witkoff und Rubio als ein Team zusammenarbeiten würden. Sie widerlegte die Informationen von Bloomberg über die von Witkoff verursachte Verwirrung und betonte, dass der Diplomat weiterhin mit Trump an einer Lösung arbeite.

    Dass Rubio direkten Einfluss auf die Änderung von Trumps Position gegenüber Russland hat, berichtete im Juli auch The Telegraph.


    Nach Sanktionsankündigungen gegen Russland: Ölpreis steigt um fünf Prozent an





    Nach Sanktionsankündigungen gegen Russland: Ölpreis steigt um fünf Prozent an






    In der Nacht zum 23. Oktober verhängten die USA Sanktionen gegen die größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil. US-Finanzminister Scott Bessent begründete diesen Schritt damit, dass Putin in den Verhandlungen über die Ukraine nicht "ehrlich und offen" gewesen sei. Das US-Finanzministerium habe die Beschränkungen eingeführt, weil Putin sich geweigert habe, den Konflikt zu beenden.

    Nach Informationen des Wall Street Journal hat der US-Präsident drei ihm vorgeschlagene Sanktionsoptionen gegen Russland geprüft und sich für einen Mittelweg entschieden. Seine Entscheidung wurde von Rubio und Pentagon-Chef Pete Hegseth unterstützt. Vor dem Hintergrund der Sanktionen gegen russische Ölkonzerne und der Absage des Treffens zwischen Trump und Putin in Budapest (der russische Präsident sprach von einer Verschiebung) behauptete der US-Außenminister, Washington sei weiterhin an Verhandlungen mit Moskau interessiert.

    Putin merkte an, dass sich selbst respektierende Staaten niemals unter Druck etwas tun. Moskau hält die westlichen Sanktionen für illegal und betont, dass es zu Verhandlungen mit Kiew bereit ist.


    Mehr zum Thema - Trump verschiebt Gipfel-Treffen mit Putin – USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland






    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

    Info: https://rtnewsde.site/international/259872-marco-rubio-falke-trump-zu/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Artikel zum Thema Militarisierung in Deutschland (I von II)

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 24. Oktober 2025, 12:50 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,


    nachfolgend sende ich einige Artikel zum

    Thema Militarisierung in Deutschland -

    auch heute mit dem Hinweis, dass ich

    nicht mit allen Artikeln übereinstimme,

    diese aber für relevant halte:


    1. Berliner Zeitung: „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard Mey: SWR nominiert Lied nicht mehr für Hitparade


    2. MSN/SZ: Manöver in Erding läuft schief: Polizei schießt auf Soldat: „Keiner wusste, was da los ist“


    3. Die Welt: JOSCHKA FISCHER - Deutsche als „strukturelle Pazifisten" - diese Entscheidung müsse „revidiert“ werden

    4. ND: Deutschland im Kriegsrausch - Mithu Sanyal über den Unsinn der Militarisierung in Deutschland


    5. SZ: Krieg und Frieden - Die Gewissensfrage


    6. IMI: IMI-Kongress 2025: „Militärrepublik? Verweigern!“


    7. Rolf Bader: Kriegstauglichkeit der Zivilgesellschaft?



    -----—



    1. Berliner Zeitung: „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard Mey: SWR nominiert Lied nicht mehr für Hitparade



    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/nein-meine-soehne-geb-ich-nicht-von-reinhard-mey-swr-nominiert-lied-nicht-mehr-fuer-hitparade-li.10002273



    Zeitenwende

    „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard Mey:


    SWR nominiert Lied nicht mehr für Hitparade



    23.10.2025 , 17:58 Uhr


    Das Anti-Kriegs-Lied von Reinhard Mey wurde nicht mehr für die SWR-1-

    Hitparade nominiert. In den sozialen Medien ist der Aufschrei groß.

    Was hat es damit auf sich?


    BLZ


    23.10.2025 , 17:58 Uhr


    Der SWR hat den Titel „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard

    Mey in diesem Jahr nicht in die Vorschlagsliste seiner beliebten

    SWR-1-Hitparade aufgenommen. Das berichtete die Stuttgarter Zeitung.


    Der Song, der in den vergangenen Jahren regelmäßig auf vorderen

    Plätzen landete – zuletzt auf Rang 13 –, musste diesmal von den Hörern

    selbst per Hand nachgetragen werden, wurde also nicht mehr in die

    Liste der Nominierten aufgenommen.


    Auf der Plattform X echauffieren sich viele Nutzer über die

    Entscheidung des SWR. „Wo sind wir gelandet?“, fragt der

    BSW-Europaabgeordnete Fabio De Masi. Andrej Hunko, ebenfalls BSW,

    bezeichnet die Entscheidung sogar als „Vorbote der Zensur von

    Anti-Kriegs-Liedern“.


    Der 1986 erschienene Song, in dem Mey als Vater erklärt, seine Söhne

    nicht „in Reih’ und Glied marschieren“ lassen zu wollen, gilt vielen derzeit

    als Kommentar zur wiederauflebenden Debatte um die Wehrpflicht.


    Besonders aufgrund des aktuellen Vorhabens der Bundesregierung, den

    Wehrdienst zu modernisieren, bekommt das Lied eine besondere Brisanz.


    War die Entscheidung des SWR eine politische? Gegenüber der Stuttgarter

    Zeitung begründet eine SWR-Sprecherin die Entscheidung des Senders.


    Man nehme Titel aus der Liste der Nominierten, wenn man

    Manipulationsversuche feststelle - etwa durch Fanclubs oder „geballte

    Abstimmungen“. Das sei auch bei anderen Liedern der Fall gewesen, so

    die SWR-Sprecherin in der Stuttgarter Zeitung, und ebenfalls bei dem

    Anti-Kriegs-Lied von Reinhard Mey.


    Das Lied könne aber immer noch händisch eingegeben werden und

    „mit absoluter Sicherheit“ platziert werden. Bis Samstag läuft die Abstimmung.


    Dann stellt sich heraus, auf welchem Platz „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“

    dieses Jahr gelandet ist.



    ————


    2. MSN/SZ: Manöver in Erding läuft schief: Polizei schießt auf Soldat: „Keiner wusste, was da los ist“



    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/man%C3%B6ver-in-erding-l%C3%A4uft-schief-polizei-schie%C3%9Ft-auf-soldat-keiner-wusste-was-da-los-ist/ar-AA1P2VgL


    Süddeutsche Zeitung

    Manöver in Erding läuft schief:


    Polizei schießt auf Soldat: „Keiner wusste, was da los ist“


    Artikel von Von Regina Bluhme, Linus Freymark und Johann Osel


    23.10.2025


    In Altenerding bei München fällt Anwohnern ein bewaffneter Mann auf.

    Was sie nicht wissen: Es ist ein Bundeswehrsoldat, der an der

    Großübung „Marshal Power“ teilnimmt. Und offenbar weiß auch die

    Polizei nicht Bescheid – und schießt auf ihn.


    Polizei schießt auf Soldat: „Keiner wusste, was da los ist“


    Am Ende ist ein Soldat verletzt. Das bestätigten Polizei und

    Bundeswehr am späten Mittwochabend. Nach kurzer Behandlung kann der

    Mann den Angaben zufolge aber aus dem Krankenhaus entlassen werden.

    Doch auch, wenn der Vorfall für den Soldaten einigermaßen glimpflich

    ausgegangen ist, dürften die Ereignisse, die sich am Mittwochabend in

    Erding bei München zugetragen haben, ein größeres Nachspiel haben.

    Denn der Soldat wurde von der Polizei angeschossen. Auch das wurde von

    den Behörden bestätigt.


    Nach Angaben des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord

    meldeten Anwohner gegen 17 Uhr eine bewaffnete Person in der

    Hohenlindener Straße im Ortsteil Altenerding. Die Polizei rückte mit

    einem Großaufgebot aus, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Vor Ort

    trafen die Beamten dann tatsächlich auf einen Bewaffneten.


    Der stelle jedoch keine Gefahr für Bevölkerung oder Polizei dar, hieß

    es am Mittwochabend. Vielmehr handele es sich „bei dem mitgeteilten

    Waffenträger um einen Bundeswehrangehörigen“. Der Soldat sei wegen

    einer Übung vor Ort gewesen.


    Das Anrücken der Polizei haben er und seine Kameraden offenbar für

    einen Teil der Übung gehalten. Wer dann zuerst das Feuer eröffnet hat,

    darüber gibt es zunächst unterschiedliche Angaben. Fakt ist aber: Die

    Soldaten nutzten Manövermunition. Diese knallt, schießt aber keine

    Projektile ab. Die Polizisten dagegen gingen von einer realen

    Bedrohung aus und schossen ebenfalls – mit scharfer Munition. Eine

    Kugel traf laut Polizei dabei den Soldaten.


    Das geraniengeschmückte Haus von Tanja Kutschka liegt am Ortsrand von

    Altenerding und grenzt an das Maisfeld an, in dessen Bereich sich das

    Geschehen am Mittwoch abgespielt hat. Sie habe gerade im Garten

    gearbeitet, als sie mehrere Schüsse hörte, wie sie erzählt. Dann seien

    auf einmal Polizisten „im Laufschritt“ vorbeigekommen. Ihr wurde

    zugerufen: „Geht’s rein, geht’s rein!“ Da habe sie schnell ihre beiden

    Kinder, acht und zehn Jahre alt, ins Haus gebracht.


    „Die Kinder waren sehr aufgeregt“, sagt Kutschka. Sie waren nicht die

    Einzigen: Donnerstagfrüh habe sie eine Whatsapp-Nachricht erreicht mit

    der Information, dass das Geschehen in der Schule besprochen werden

    soll. „Es sind doch alle sehr erschreckt“, so Tanja Kutschka. Dass in

    Erding, und noch dazu so nah an ihrem Haus, eine Militärübung

    stattfinden werde, das habe sie nicht gewusst. „Niemand wusste, was

    los war“: Diesen Satz hört man im Gespräch vor Ort immer wieder.


    Nur ein paar Meter von Kutschkas Haus entfernt befinden sich die

    Semptsporthalle mit dem Fußballtrainingsplatz der Spielvereinigung

    Altenerding und das Jugendzentrum Altenerding. „Mein Sohn war im

    Jugendzentrum und hat die Schüsse gehört. Er ist sofort heimgeradelt“,

    erzählt Matthias Dasch von der Fußballabteilung des Sportvereins.


    „Wir wussten alle nicht, was da los war.“ Sicherheitshalber habe der Verein

    per Whatsapp die nächsten Trainingsstunden abgesagt. Wenig später sei

    ohnehin „ganz Altenerding abgesperrt gewesen“, so Dasch.


    Niemand kam rein, niemand heraus. Für mehrere Jugendliche und Kinder

    der Spielvereinigung bedeutete das: statt Training ausharren in der

    Halle. Da alle Zufahrten abgesperrt waren, konnten die Eltern auch

    ihre Kinder nicht abholen. „Es war ein Chaos“, so beschreibt es Günter

    Hirsch, der Wirt vom Vereinsheim der Spielvereinigung. Es sei viel

    gerätselt und telefoniert worden. Aber: „Keiner wusste, was da genau

    los ist.“


    Diesen Mittwoch wird auch eine junge Altenerdingerin nicht so schnell

    vergessen. Sie erzählt, wie sie nach der Arbeit zufällig am

    Rewe-Parkplatz vorgekommen sei, dort, wo sich die Polizei gesammelt

    hat. „Da standen sie: mit Westen, Langwaffen und Helmen.“ Sie sei

    schnell nach Hause weiterfahren. „Der Anblick war schon gruselig.“


    Im Nachgang sprechen Polizei und Bundeswehr von einer

    „Fehlinterpretation vor Ort“ – offenbar haben die Polizisten die

    Soldaten nicht als Angehörige der Bundeswehr identifizieren können.

    Die Gründe dafür blieben zunächst unklar – genau wie die Frage, ob die

    Polizisten von der vorher groß angekündigten Übung der Bundeswehr rund

    um Erding wussten.


    Nach Angaben der Polizei ist das nicht der Fall gewesen. „Wir wussten

    nicht, dass zu diesem Zeitpunkt dort geübt wird“, sagte ein Sprecher

    des Präsidiums in Ingolstadt. „Bei der Übung gestern war die Polizei

    in Erding auch nicht involviert.“ Über die groß angelegte Übung habe

    man zwar Bescheid gewusst. Allerdings sei nicht bekannt gewesen, dass

    deswegen am Mittwoch in Erding bewaffnete Kräfte unterwegs sein

    könnten.



    Jetzt werde „intensiv geprüft“, wo es zu einer „Kommunikationspanne“

    gekommen sein könnte. Die Bundeswehr hatte vor Beginn der Übung noch

    verlautbaren lassen: „Alle Übungsaktivitäten sind im Vorfeld mit den

    zuständigen Kommunen und Behörden abgestimmt.“ Inwieweit das erfolgt

    ist, ist noch weitgehend offen. Eine Pressesprecherin des Landratsamts

    Erding sagte auf Nachfrage, die Behörde sei in diesem Fall nicht für

    die Kommunikation zuständig gewesen.


    Die Bundeswehr hatte Informationen zu der Großübung zwar vorab im

    Internet veröffentlicht, der Landkreis Erding wurde darin aber nicht

    explizit als Übungsort genannt. Einzelne Anwohner in Erding

    berichteten Medien zufolge, dass sie von dem Training der Bundeswehr

    dort nichts gewusst hatten.


    Die Polizei stehe mit der Bundeswehr „in engem Austausch“, erklärte

    das zuständige Präsidium weiter. Dabei gehe es darum, die Hintergründe

    des Vorfalls „schnellstmöglich aufzuklären“. Die Kriminalpolizei

    Erding ermittelt gemeinsam mit Spezialisten des Bayerischen

    Landeskriminalamts. Die Polizei betont, dass zu keinem Zeitpunkt eine

    Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe.


    Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) meldete sich am Donnerstag

    per Pressemitteilung zu Wort: „Die missglückte Kommunikation zwischen

    Polizei und Bundeswehr ist in meinen Augen eine absolute Katastrophe

    und es muss sichergestellt werden, dass sich so etwas nie wiederholen

    wird“, so der Landrat. Der Landkreis Erding und die betroffenen

    Städte, Märkte und Gemeinden seien im Vorfeld der Übung im September

    2025 über das grundsätzliche Prozedere informiert worden, die genauen

    Abläufe wurden jedoch nicht mitgeteilt, heißt es weiter. Eines betont

    das Landratsamt im letzten Satz: „Die Kommunikationshoheit lag

    ausschließlich bei der Bundeswehr.“


    Die Bundeswehr übt mit rund 800 Soldaten und anderen Einsatzkräften


    Bei der Großübung „Marshal Power“ übt die Bundeswehr den Kampf hinter

    einer fiktiven Frontlinie im Verteidigungsfall – zusammen mit Polizei,

    Feuerwehr und Rettungskräften. Das Besondere: Die etwa 500 Soldaten

    der Feldjäger und die rund 300 zivilen Einsatzkräfte üben nicht auf

    abgezäunten Truppenübungsplätzen, sondern in der Öffentlichkeit.


    Die Einsatzkräfte sollen laut Bundeswehr zum Beispiel das Vorgehen

    gegen Drohnen, Sabotage oder sogenannte irreguläre Kräfte trainieren.

    Damit sind bewaffnete Kämpfer gemeint, die nicht einer staatlichen

    Armee zuzurechnen sind. Ob die bei dem Schusswechsel involvierten

    Soldaten solche irregulären Kräfte darstellen sollten, also ohne

    erkennbare Armeezugehörigkeit unterwegs waren, war zunächst nicht klar.



    Angenommen wird für die Übung ein Szenario, in dem ein

    Nato-Mitgliedsstaat angegriffen wird und das Bündnis verteidigt werden

    muss. Dabei sollen auch die Arbeit an Tatorten, die Lenkung des

    Verkehrs, das Aufspüren von Waffenlagern, die Bekämpfung von illegalem

    Waffenhandel und der Schutz von kritischer Infrastruktur trainiert

    werden, zum Beispiel am stillgelegten Atomkraftwerk Isar 2. Auch die

    Abwehr von gegnerischen und den Einsatz von eigenen Drohnen sollen die

    Soldaten üben.


    Der Tatort wurde abgesperrt, im Tagesverlauf werde die Spurensicherung

    fortgesetzt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Auch

    vonseiten der Bundeswehr hieß es, dass der Vorfall weiter untersucht

    werde. Die Feldjäger versuchten in Zusammenarbeit mit der Polizei

    aufzuklären, wie es zu dem Missverständnis gekommen sei, sagte ein

    Sprecher des Operativen Führungskommandos. Außerdem solle entschieden

    werden, ob die Militärübung in Bayern fortgesetzt werde oder nicht.


    Am Donnerstagnachmittag hieß es dann, die Übung werde fortgesetzt: Das

    teilte die Bundeswehr auf ihrer Internetseite zur Übung namens

    „Marshal Power“ mit.


    Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wollte sich am Donnerstag noch

    nicht zu dem Thema äußern. Sein Haus verwies auf Nachfrage auf die

    Informationen des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Die

    Aufklärung, wie der Vorfall zustande kam, werde zügig, aber mit der

    gebotenen Sorgfalt vonstattengehen, hieß es. Der stellvertretende

    Vorsitzende des Innenausschusses im Bayerischen Landtag, Florian

    Siekmann (Grüne), sagte: „Irgendwo ist in der Kommunikation gewaltig

    etwas schiefgelaufen.“


    Dazu will er in der kommenden Woche eine Plenar-Anfrage an die

    Staatsregierung stellen. Vor allem dazu, „wie feingliedrig“ der

    Austausch der Behörden untereinander erfolgt sei; vor der Übung und

    auch am Mittwochabend nach der ersten Alarmierung. Dem verletzten

    Soldaten wünscht Siekmann eine schnelle Genesung.


    Der Deutsche Bundeswehrverband teilte nach Medienberichten mit: Der

    Vorfall zeige auf, dass die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und

    Behörden in Ländern und Kommunen „öfter geübt werden muss und da sind

    wir gerade dabei“.


    Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern, Jürgen

    Köhnlein, sagte der SZ: Er sei froh, dass nichts Schlimmeres passiert

    sei außer einer Streifwunde. Es gebe kurz nach dem Vorfall, „noch zu

    wenig belastbare Informationen“ für eine konkrete Stellungnahme seiner

    Gewerkschaft. Abzuwarten sei die Aufklärung der Abläufe vom Mittwoch.


    Allerdings rücke damit die Kommunikation bei Übungen der Bundeswehr in

    den Fokus, zumal wenn sie im öffentlichen Raum stattfänden. Unabhängig

    von der offenbaren Panne sagte Köhnlein: Es habe sich gezeigt, dass

    die bayerische Polizei „schlagkräftig“ sei und in Alarmsituationen wie

    der Meldung von Langwaffen im öffentlichen Raum reagieren könne.


    ———



    3. Die Welt: JOSCHKA FISCHER - Deutsche als „strukturelle Pazifisten" - diese Entscheidung müsse „revidiert“ werden



    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus68f1f738ad34762cb4a738b2/joschka-fischer-deutsche-als-strukturelle-pazifisten-diese-entscheidung-muesse-revidiert-werden.html


    JOSCHKA FISCHER


    Deutsche als „strukturelle Pazifisten" - diese Entscheidung müsse „revidiert“ werden


    Von Kristian Frigelj

    Korrespondent


    Stand: 22.10.2025


    (…)



    Kommentare zu diesem Artikel:


    https://www.facebook.com/welt/posts/deutsche-als-strukturelle-pazifisten-diese-entscheidung-m%C3%BCsse-revidiert-werden-s/1361086732351166/


    ----


    Zitate aus dieser Veranstaltung mit Kommentierung finden sich hier:


    https://www.nachdenkseiten.de/?p=140966&pdf=140966


    „Wir müssen offensiv gehen“ – ehemaliger ranghöchster deutscher

    NATO-General bei diskretem Treffen in Düsseldorf |


    Veröffentlicht am: 23. Oktober 2025


    Von Marcus Klöckner


    (…)


    Noch drastischer formuliert es im Publikum Christian Badia, bis vor

    Kurzem ranghöchster deutscher NATO-General, wohin der Westen hinkommen

    müsse: „Die Nato ist kein defensives Verteidigungsbündnis und hat nur

    defensive Waffen. Wir müssen offensiv gehen.“


    Man müsse zu einer „Abschreckung unterhalb der Schwelle des Nuklearen“

    kommen. Darauf müsse man die Gesellschaft vorbereiten. Man müsse

    gegenüber Russland ein „Dilemma schaffen“. Russland dürfe gar nicht

    mehr auf die Idee kommen, zu überlegen, ob es angreifen wolle.


    Steht hier wirklich: „Die NATO ist kein Verteidigungsbündnis“? Ja, so

    steht es geschrieben. Genauso wie die Aussage: „Wir müssen offensiv

    gehen.“ (…)


    ----


    Marcus Klöckner studierte Soziologie, Medienwissenschaften und Amerikanistik

    an der Philipps-Universität in Marburg. Schwerpunkte seiner Arbeit als Journalist

    und Autor sind Herrschafts- und Medienkritik.



    ------------



    4. ND: Deutschland im Kriegsrausch - Mithu Sanyal über den Unsinn der Militarisierung in Deutschland


    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1193901.militarisierung-in-deutschland-deutschland-im-kriegsrausch.html



    (Hinweis von C. Ronnefeldt zur ersten Zeile: Ein „Mural“ ist eine spezielle Wandmalerei)



    Kommentare <https://www.nd-aktuell.de/rubrik/kommentare>

    Militarisierung in Deutschland



    Deutschland im Kriegsrausch


    Mithu Sanyal über den Unsinn der Militarisierung in Deutschland



    Mithu Melanie Sanyal <https://www.nd-aktuell.de/redaktion/autor/277>

    09.09.2025, 14:54 Uhr


    Auf der Herzogstraße in Düsseldorf hängt ein Mural. Und während ich

    noch denke, wie schön, merke ich, dass das kein Wandgemälde ist,

    sondern eine Werbung für die Bundeswehr: »Wie weit bist du bereit, für

    unsere Demokratie zu gehen?« Wie weit ... what the fuck?


    Auf Anhieb fällt mir nichts ein, was weniger demokratisch ist als

    Militär. Dort wird nicht darüber abgestimmt, gegen wen wir Krieg

    führen. Entschuldigung! Gegen wen wir uns verteidigen.


    Bad, very bad, Donald Trump hat sein Verteidigungsministerium gerade

    in Kriegsministerium umbenannt – wir würden so etwas nie machen.

    Wahrscheinlich, weil ein »Deutsches Kriegsministerium« unangenehme

    Erinnerungen weckt.


    Die deutsche Armee als stärkste Europas allerdings auch. Die hatte

    Friedrich Merz dennoch direkt in seiner ersten Regierungserklärung

    gefordert. Es ist ein Zeichen dafür, wie erschüttert wir alle über

    diese politische Wende sind, dass wir nicht den ganzen Tag lang

    schreien. Laut. Auf allen Kanälen.


    Und dann erklären mir wirklich geschätzte Kolleg*innen, dass das zwar

    bedauerlich, aber leider notwendig sei, weil morgen der Russe vor der

    Tür stünde. Bin ich durch ein Zeitloch gefallen?


    Den Auftakt machte Jens Spahn (CDU), als er diesen Oldie but Goldie im

    März völlig unironisch in die Debatte schob. Warum reden wir nicht

    lieber über seine Maskenaffäre, anstatt diese Parole zu wiederholen?


    Was mir aber vor allem nicht in den Kopf will, ist: Gesetzt den Fall,

    das wäre wirklich so, warum ist die Bundeswehr dann im Kosovo, im

    Mittelmeer, im Südsudan, im Irak, in Jordanien, im Libanon, in

    Litauen, um nur einige zu nennen, anstatt uns hier vor Putin zu

    beschützen?


    Randnotiz: Würden wir unsere Truppen zurückziehen, hätten wir nicht

    nur genug Soldat*innen, sondern auch Panzer und anderes Kriegsgerät,

    um uns im Ernstfall zu verteidigen. Aber unsere Demokratie wird eben

    auch am Hindukusch verteidigt.


    Und genau das ist der Grund, warum ich gegen die gerade so notgeil

    diskutierte Wiedereinführung der Wehrpflicht bin. Ich vertraue der von

    mir nicht gewählten Regierung schlicht nicht, dass sie Kriege führt,

    die ich nicht zutiefst unmoralisch finde.


    Ebensowenig wie ich ihr vertraue, dass sie keine Waffen an Staaten

    exportiert, die Völkermord begehen. Ach was, streicht »vertrauen«: Ich

    stehe nicht hinter den Kriegen, an denen Deutschland beteiligt ist,

    und ich fordere die Bundesregierung auf, keine Waffen mehr zu

    exportieren!


    Wunderbarerweise bin ich damit nicht alleine: Beratungsstellen melden

    einen sprunghaften Anstieg von Kriegsdienstverweigerern. Die Deutsche

    Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) hat

    gerade ihre Strategie geändert.


    Hieß es bisher: Keine schlafenden Hunde wecken – denn wer verweigert,

    muss sich mustern lassen, sonst ist die Verweigerung ungültig –, rät

    die DFG-VK nun allen ab 2010 Geborenen, zu verweigern. Schließlich hat

    der Bundesgerichtshof am 16. Januar beschlossen, dass

    Kriegsdienstverweigerung im Kriegsfall verboten ist.


    Wie weit bist du bereit, für unsere Demokratie zu gehen?



    Mithu Melanie Sanyal ist Schriftstellerin, Journalistin und

    Kulturwissenschaftlerin, Tochter eines indischen Ingenieurs und einer

    polnischstämmigen Sekretärin, aufgewachsen in Düsseldorf. In ihren

    Sachbüchern und Romanen – ihr erster: »Identitti« war ein

    Riesenerfolg, in ihrem zweiten: »Antichristie« geht es um den

    bewaffneten Kampf gegen das Empire –, in Hörspielen und Essays

    verhandelt sie Fragen von Feminismus, Rassismus und sexueller Gewalt.


    Was Mithu Sanyal veröffentlicht, löst Debatten aus, und zwar

    ergiebige. Sie wird für uns über alles zwischen Alltag, Politik und

    Literatur schreiben.





    5. SZ: Krieg und Frieden - Die Gewissensfrage



    https://www.sueddeutsche.de/politik/wehrdienst-kriegsdienstverweigerung-gewissensfrage-deutschland-li.3319259



    Krieg und Frieden


    Die Gewissensfrage



    21. Oktober 2025, 17:04 Uhr



    Die Rückkehr der Wehrpflicht steht zur Debatte. Doch seit Russlands

    Überfall auf die Ukraine steigt die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung.


    Ein Reservist erklärt, warum er heute keinen Dienst an der Waffe leisten will.



    Von Katharina Erschov, Berlin



    Nichts ist so, wie es mal war, seitdem Russland am 24. Februar 2022

    die Ukraine angegriffen hat. Auch in Deutschlandnicht. Seit Monaten

    ringen Politiker um eine Lösung, wie sie den Wehrdienst reformieren

    und für einen Personalaufwuchs bei der Bundeswehr sorgen könnten.


    Die Wehrpflicht ist ausgesetzt, doch wie lange das so bleibt, kann vorerst

    keiner sagen. Vergangene Woche erst lagen Union und SPD sich wegen

    eines Kompromisses für eine Wehrpflicht per Losverfahren in den

    Haaren. Ein hochdynamisches Thema.


    Für manche vielleicht zu dynamisch. So klingt es zumindest aus den

    Reihen der Friedensgesellschaften. „Diese Diskussionen und die

    Ungewissheit, was noch kommen kann, verunsichern viele Menschen“, sagt

    Martin Tontsch.


    Er ist Pfarrer in Nürnberg und Vorstandsmitglied bei der Evangelischen

    Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK).


    Der Beratungsbedarf in seiner Organisation habe sich im Vergleich zum

    Vorkriegszeitraum verdreifacht. Besorgte Eltern riefen an, aber auch

    junge wie mittelalte Leute. „Sie fragen sich, ob ihr früherer

    Kriegsdienstverweigerungsantrag (KDV-Antrag) noch gilt, oder was sie

    tun müssten, um nicht einberufen zu werden.“


    Mit Anfragen „geradezu geflutet“, werde auch die älteste der deutschen

    Friedensgesellschaften. Im September registrierte die Deutsche

    Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)

    rund 125 000 Aufrufe auf der eigenen Homepage. Im August seien es noch

    55 000 gewesen und im Mai etwa die Hälfte davon, sagt deren

    politischer Geschäftsführer Michael Schulze von Glaßer.


    Mehr als 3000 Menschen haben bis Ende August dieses Jahres bereits

    einen KDV-Antrag gestellt. Vor Ausbruch des Ukrainekrieges

    verzeichnete das Karrierecenter der Bundeswehr 200 solcher Anträge.


    Was bewegt Menschen, die den Dienst schon heute verweigern, obwohl die

    Wehrpflicht noch immer ausgesetzt und ein neues Gesetz nicht einmal

    erfolgreich durch den Bundestag gegangen ist?


    „Die Vorstellung, dass Deutschland in einen Krieg verwickelt werden

    könnte, ist nicht mehr undenkbar“, sagt ein 45 Jahre alter Vater

    zweier Kinder. Er soll hier Thomas Hall heißen, vor wenigen Wochen hat

    er seinen Dienst an der Waffe verweigert. Weil er den Erfolg seines

    Antrags nicht gefährden möchte, will er über seine Beweggründe am

    Telefon nur anonym mit der Süddeutschen Zeitung sprechen.


    In den vergangenen drei Jahren habe er sehr viel über Kriege

    nachgedacht und sei zu der Erkenntnis gelangt, dass er selbst weder

    eine Waffe bedienen noch einen Beitrag dazu leisten möchte, dass

    Menschen durch sein Handeln sterben.


    „Dass die Bundeswehr nicht der richtige Ort für mich ist, habe ich

    eigentlich in der Grundausbildung verstanden“, sagt der studierte

    Ökonom. Zum Wehrdienst kam er in den 2000er-Jahren, als dieser noch

    verpflichtend war. „Die Armee bringt einen dazu, auch ohne akute Not,

    ganz anders über Kriege und Menschen nachzudenken“, war seine

    Beobachtung.


    „Wer in Menschen nur noch Feinde sieht, verliert die Hemmung, Gewalt

    anzuwenden“, sagt er. Und weil er merkte, sich dieser Denkweise nur

    schwer entziehen zu können, suchte er schon damals den Standortpfarrer

    auf und ließ sich auf einen waffenfernen Dienstposten versetzen.


    „Niemand darf gezwungen werden“


    Solche Einschnitte in der Biografie sind auch für den KDV-Antrag

    bedeutsam. Denn Reservisten wie Thomas Hall müssten logischerweise

    einen höheren Aufwand betreiben, um ihre Entscheidung zu begründen,

    sagt Pfarrer Martin Tontsch. Schließlich hätten sie mit dem

    Grundwehrdienst gezeigt, dass sie das Militär nicht grundsätzlich

    ablehnen, sonst hätten sie eher Zivildienst geleistet.


    Ansonsten aber gelten die Hürden für eine Antragstellung als nicht

    besonders hoch. Die Verweigerung ist ein in Artikel 4 Absatz 3

    verankertes Grundrecht. Es bestimmt: „Niemand darf gegen sein Gewissen

    zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Genaueres ist im

    Kriegsdienstverweigerungsgesetz geregelt.


    Es muss glaubhaft und ausführlich begründet werden, warum der Dienst

    an der Waffe nicht mit dem eigenen Gewissen vereinbart werden kann.

    Entscheidend ist die Ernsthaftigkeit der Gewissensentscheidung –

    nicht, ob andere sie für richtig halten.


    Viel bedeutsamer gewichtet Thomas Hall allerdings nicht seine

    Erfahrungen vor 20 Jahren, sondern seine Beweggründe heute. Er

    erzählt, vor einiger Zeit habe er mit seiner Familie in Japan die

    Gedenkstätte von Hiroshima besucht.


    Im August 1945 warfen die USA zwei Atombomben auf Hiroshima und

    Nagasaki ab und beendeten damit den Pazifikkrieg. Auswertungen

    offizieller militärischer Dokumente legen nahe, dass die

    topografischen Gegebenheiten der Städte sowie die Wetterlage bei der

    Zielauswahl eine entscheidende Rolle gespielt hatten.


    Hiroshima lag so, dass sich die Druckwelle gleichmäßig über die ganze

    Stadt ausbreiten konnte, was für die anschließende Messung der

    Zerstörung von Bedeutung war, heißt es in den Dokumenten.


    „Die Banalität, mit der Hunderttausende Menschen der US-Luftwaffe zum

    Opfer fielen, hat mich einfach nur schockiert“, sagt Hall. Nichts

    liege ihm ferner, als Menschen für ein höheres Ziel, selbst wenn es so

    etwas wie die Beendigung des Zweiten Weltkrieges sei, zu opfern.


    Doch dieser Zweck-Nutzen-Gedanke hafte jedem Krieg an. „Wer

    garantiert, dass Hiroshima ein singuläres Ereignis bleibt?“, fragt er.


    Zur Beratung über seinen Antrag hat er sich an die EAK gewandt. In

    Deutschland gibt es ein Netz aus kirchlichen, lokalen Beratungsstellen

    und überregionalen Initiativen für die Kriegsdienstverweigerung.


    Während die DFG-VK und „Internationale der Kriegsdienstgegner*innen“

    (IDK) einen aktivistischen Pazifismus vertreten, der auf Abrüstung und

    zivilen Ungehorsam setzt, sieht die EAK ihren Schwerpunkt in der

    seelsorgerischen Beratung. Das eigene Selbstverständnis verändert die

    Art, wie die Organisationen arbeiten.


    In einer Pressemitteilung vergangene Woche machte die IDK der

    Bundesregierung eine Kampfansage:


    Sie werde alles in ihren Kräften Stehende tun, „damit die

    Wehrdienstreform an der Verweigerung der Betroffenen und an der

    weitverbreiteten Skepsis in der Bevölkerung scheitert“.


    Die EAK sieht sich hingegen in einer vermittelnden Rolle. „Aus einem

    Beratungsgespräch könnte genauso folgen, dass man zur Bundeswehr

    geht“, sagt Pfarrer Martin Tontsch.


    Etwas, das für Thomas Hall nicht mehr infrage kommt. Inzwischen ist

    der Familienvater davon überzeugt, dass es im Krieg unmöglich ist,

    humanitäre Mindeststandards einzuhalten.


    Selbst Regeln, auf die man sich mit „großer Mühe“ einst verständigt

    habe, wie keine Landminen zu verwenden, würden nun über Bord geworfen,

    weil mehrere Länder mit einer Grenze zu Russland ihren Austritt aus

    der Ottawa-Konvention zum Landminen-Verbot angekündigt haben.


    Die meisten Beratungsstellen raten, wer 2008 geboren und fest

    entschlossen sei, einen KDV-Antrag zu stellen, solle dies besser

    vorsorglich schon jetzt tun.


    Sollte das Wehrdienstmodernisierungsgesetz verabschiedet werden, wie

    von Verteidigungsminister Boris Pistorius vorgeschlagen, würden

    wehrbereite Männer des Jahrgangs 2008 übernächstes Jahr gemustert

    werden. Zur Musterung geladen wird auch, wer den KDV-Antrag stellt.


    Denn verweigern können nur jene, die grundsätzlich überhaupt für den

    Wehrdienst geeignet wären. Ob das so ist, stellt die Bundeswehr fest,

    und das Bundesfamilienministerium entscheidet über die KDV-Anträge der

    Wehrfähigen.


    Im Spannungs- und Verteidigungsfall hat der Antrag keine aufschiebende Wirkung


    Ob die Musterung also schon jetzt oder erst 2027 erfolge, wie nach

    Pistorius’ Gesetzentwurf vorgesehen, dürfte für die Betroffenen keine

    besondere Rolle spielen, argumentiert der politische

    DFG-VK-Geschäftsführer Michael Schulze von Glaßer.


    Für eine frühzeitige Antragstellung spreche aus seiner Sicht die

    bislang hohe Anerkennungsquote und dass der Andrang sicherlich größer

    werde, wenn ein neues Gesetz in Kraft trete. Zudem dürfe eine Person

    nicht zum Wehrdienst eingezogen werden, solange über ihren KDV-Antrag

    noch nicht entschieden wurde.


    Das gilt aber nur in friedlichen Zeiten. Denn im Spannungs- und

    Verteidigungsfall hat der KDV-Antrag keine aufschiebende Wirkung.


    Eine grundsätzliche Frage zur Verweigerung des Dienstes an der Waffe

    bleibt aber noch offen. Was sagt Thomas Hall dazu, dass im Ernstfall

    andere Menschen sein Haus, seine Frau und Kinder verteidigen würden?

    „Ich will kein Trittbrettfahrer sein“, sagt er. „Ich bitte niemanden,

    zum Militär zu gehen.“


    So sei es nun mal in einer Gesellschaft, dass es Teilnehmende und

    Verweigernde gebe – der KDV-Antrag sei eine höchstpersönliche

    Gewissensentscheidung. Er habe für sich entschieden, dass er seinen

    Kindern nicht die Verteidigung der Heimat schulde, sondern einen

    Beitrag für Frieden und Gewaltfreiheit.



    ——



    6. IMI: IMI-Kongress 2025: „Militärrepublik? Verweigern!“



    https://www.imi-online.de/2025/09/26/imi-kongress-2025-militaerrepublik-verweigern/


    IMI-Kongress 2025: „Militärrepublik? Verweigern!“

    15./16. November 2025 in Tübingen (Mensa Uhlandstrasse, Uhlandstrasse 30)


    von: 26. September 2025


    „Mach was wirklich zählt!“: Für keinen anderen Beruf wirbt die

    Bundesregierung so intensiv und offensiv, wie für das Soldatentum.


    Mit der Grundgesetzänderung vom März haben die Kriegsvorbereitungen

    eine herausragende Stellung in der Verfassung der Bundesrepublik

    eingenommen – kein anderer Bereich wird unbegrenzt von der

    Schuldenbremse ausgenommen.


    Während künftig fast die Hälfte des Bundeshaushaltes für die

    Aufrüstung ausgegeben werden soll, wird endgültig die Axt am

    Sozialstaat angelegt, der ebenso wie Umwelt- und Klimaschutz

    nicht mehr finanzierbar sei.


    Auch im veröffentlichten Diskurs nimmt die Kriegstüchtigkeit eine

    zentrale Position ein – alles andere scheint ihr untergeordnet.


    Wo Kritik geäußert wird, hört für viele offenbar auch die Meinungs- und

    Versammlungsfreiheit auf – Repression wird zum Mittel, mit dem der

    Kurs der Aufrüstung und ihre Begleiterscheinungen „verteidigt“ werden.


    Dem Umbau Deutschlands zur Militärrepublik muss aber begegnet werden:

    Wir wollen Wege ausloten, diesen Prozess aufzuhalten, uns der

    Aufrüstung und Rekrutierung für den Krieg zu verweigern.

    Programm:


    https://www.imi-online.de/download/Kongressflyer2025.pdf



    ——

    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Artikel zum Thema Militarisierung in Deutschland (II von II)


    7. Rolf Bader: Kriegstauglichkeit der Zivilgesellschaft?


    Autor: Rolf Bader,

    geb. 1950, Diplom-Pädagoge,

    ehem. Offizier der Bundeswehr,

    ehem. Geschäftsführer der Deutschen Sektion der

    Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des

    Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)


    (Hinweis: Dieser Artikel hat noch keinen Internet-Link)



                   Kriegstauglichkeit der Zivilgesellschaft?
                                                     von
                                               Rolf Bader
    Die Bundeswehr müsse wieder befähigt werden, ihren eigentlichen
    Auftrag der Landesverteidigung wieder erfüllen zu können. Deshalb seien
    Ausrüstungsdefizite zu beheben und umfangreiche Beschaffungen
    notwendig, um Heer, Luftwaffe und Marine in die Lage zu versetzen, die
    Bundesrepublik Deutschland verteidigen zu können.


    Die heutige Sicherheitspolitik mit ihrem Fokus auf Landesverteidigung
    kann sich nicht nur auf die Position der Kriegsverhinderung durch
    Abschreckung zurückziehen. Vielmehr muss sie auch die Frage nach dem
    Überleben einer Gesellschaft im „Verteidigungsfall“ überzeugend
    beantworten können.


    Tritt der Verteidigungsfall ein, bedeutet Landesverteidigung Krieg! Das
    wird tunlichst verschwiegen, um der Bevölkerung nicht die damit
    verbundenen Konsequenzen offenlegen zu müssen.
    Sich militärisch gegen
    einen möglichen – russischen – Angriff verteidigen zu können, klingt
    plausibel. Dafür haben wir die Bundeswehr, die diesen Auftrag
    sicherstellen muss.


    Was aber bedeutet ein Verteidigungskrieg für die Menschen in
    Deutschland und in Europa?
    Aufklärung wäre notwendig, um die Folgen
    eines konventionellen Krieges den Menschen in Deutschland sachlich und
    exemplarisch darzustellen. Landesverteidigung ist semantisch positiv
    besetzt, verharmlost aber das, was es ist: Krieg!


    Was aber bedeutet ein Verteidigungskrieg konkret für die Menschen in
    Deutschland und in Europa? Waffenarsenale aller Art – konventionell wie
    atomar – könnten bei einem Versagen der Abschreckung im
    Verteidigungsfall in Europa eingesetzt werden. Die NATO und Russland
    besitzen annähernd jeweils 6.000 Atomwaffen. Käme nur ein begrenzter
    Teil der Atomwaffen zum Einsatz, hätte das schwerwiegende Folgen für
    die Menschen in Europa.
    Die Schäden, die durch den Einsatz dieser
    Massenvernichtungswaffen hervorgerufen würden, wären existenziell.


    Verwundbarkeit moderner Industriestaaten


    Hochindustrialisiert und extrem verwundbar, so lauten die
    kennzeichnenden Attribute der heutigen Zivilisation in Europa. Dichte
    Ballungszentren mit großer Industriekonzentration prägen im Besonderen
    die Situation in Mitteleuropa. Es hat sich eine Lebens- und Arbeitswelt
    entwickelt, die durch Komplexität, Vernetzung, Arbeitsteilung, Mobilität,
    Automation und Information gekennzeichnet ist.
    Die Interoperabilität fast
    aller Arbeitsbereiche durch verschiedenste Kommunikations- und
    automatisierte Informationssysteme trägt zwar zur Produktions- und
    Effizienzsteigerung bei, erhöht aber gleichzeitig die Störanfälligkeit und
    Verwundbarkeit des Gesamtsystems. Die Gefahren durch Cyberangriffe
    auf lebenswichtige Versorgungseinrichtungen einer Gesellschaft wie
    Strom, Wasser und Logistik sind allgegenwärtig. Hacker-Angriffe auf die
    EDV-Systeme des Deutschen Bundestages, Stadtverwaltungen, Banken
    und Industrieunternehmen waren erfolgreich.


    Die Leistungsfähigkeit und Stärke der hoch entwickelten Industriestaaten
    hängen ab vom Funktionieren einer zivilen Infrastruktur, die hochgradig
    verletzlich ist und bereits mit nichtatomarer Munition und „intelligenten“
    Waffenträgern – niedrig fliegende, gelenkte Drohnen, Raketensysteme –
    ausgeschaltet werden kann. Ohne diese Infrastruktur sind Industriestaaten
    handlungsunfähig. Allein ein längerer Stromausfall würde die gesamte
    Infrastruktur lahmlegen und alle wichtigen Lebens- und Arbeitsbereiche
    einer Gesellschaft empfindlich beeinträchtigen. Um aber die wichtigsten
    und großen Elektrizitätswerke und die Schaltzentralen zu zerstören, bedarf
    es keiner Atomwaffen. 


    Es reichen „chirurgische“ Einsätze mit zielgenauen konventionellen
    Waffen. Nicht nur den wichtigen Industrieanlagen, auch den
    lebenswichtigen Bereichen der Trinkwasser-, Fernwärme- und
    Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung droht der Kollaps. Eine
    Zivilisation ohne Strom bedeutet Chaos und Desorganisation des
    gesellschaftlichen Lebens.


    Die Analyse ließe sich mit etwa gleichen Resultaten auf alle wichtigen
    Lebensbereiche ausdehnen. Denn auch in der Versorgungs- und
    Wasserwirtschaft, im Transport-, Kommunikations- und
    Informationsbereich, im Gesundheitswesen, im Kultur-, Bildungs- und
    Sozialbereich einer Gesellschaft sind bei einem konventionellen Krieg
    schwere Störungen zu erwarten.


    Sind die Störanfälligkeit und Verwundbarkeit hochindustrialisierter
    Staaten grundsätzlich revidierbar? Gibt es realistische Szenarien und
    Maßnahmen, diesen Zustand durch eine Reduzierung der
    Gefahrenpotenziale, durch technische Maßnahmen oder durch einen
    verstärkten, verbesserten Zivilschutz aufzuheben?


    Inzwischen sind die Heimatschutzkommandos der Bundeswehr und zivile
    technische Einrichtungen ( Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes
    Kreuz, u.a.) im Planungs- und auch Trainingsmodus, um den Kriegsfall zu
    üben.


    Das gesamte Gesundheitswesen soll darauf ausgerichtet werden, um
    (schwerst-)verletze Menschen versorgen zu können.


    Ehemalige Zivilschutzeinrichtungen sollen wieder aktiviert werden, um
    rechtzeitig Menschen in Sicherheit zu bringen. Selbst wenn das gelingen
    sollte, stehen nach derzeitigen Schätzungen nur Schutzräume für ca. 0,2 %
    der Bevölkerung zur Verfügung.1) Der überwiegende Teil müsste in den
    Kellerräumen der Familien- und Hochhäuser Schutz suchen.


    Die in die Planungen eingebundenen Zivilschutzstellen sind um Resilienz
    bemüht, um über Redundanz den möglichen Stromausfall zu verhindern
    und die dringend notwendige Wasserversorgung weitgehend gewährleisten
    zu können.
    Diese Planungen sind natürlich nicht öffentlich und der
    Allgemeinheit nicht zugänglich.


    Dieser kleine Ausschnitt soll verdeutlichen, was es bedeutet, unsere
    moderne Industriegesellschaft und die Menschen in Deutschland
    „kriegstauglich“ machen zu wollen. 2)


    Wie sollen das Ruhrgebiet, größere Ballungs- und Industrieregionen,
    Städte wie München, Hamburg, Berlin, Stuttgart gegen Drohnenschwärme,
    anfliegende Marschflugkörper, Raketen und Bomber geschützt werden.
    Wie viele Luftverteidigungssysteme wären notwendig, um allein die
    Schutzaufgabe annähernd sichern zu können? Wie lange würde es dauern,
    bis die deutsche und internationale Rüstungsindustrie die Produktion allein
    der notwendigen Luftverteidigungssysteme sicherstellen zu können?
    Welche zusätzlichen Kosten in Milliardenhöhe entstünden für den Bund
    dadurch?


    Fazit:
    Es ist davon auszugehen, dass im Kriegsfall ein flächendeckender
    Schutz der Zivilbevölkerung nicht möglich und die Funktionsfähigkeit
    unserer modernen Industriegesellschaft nur schwerlich aufrechtzuerhalten
    wären. Darüber müsste die Zivilbevölkerung in Deutschland aufgeklärt
    werden. 3) Sinnvoll und notwendig wäre es, über Wege aus der Krise
    nachzudenken und auch der Friedenstauglichkeit eine Chance zu geben.


    Quellen:
    1) Nach Angaben des Bundesinnenministeriums stünden knapp 600
    Schutzräume für ca. 500000 Menschen zur Verfügung. Ein
    flächendeckender Bunkerbau sei unrealistisch
    www.ntv.de/so-viele-plaetze-in-bunkern-gibt-es-noch-in-deutschland-
    article25388353.html


    2) Was ein „Verteidigungskrieg“ für Deutschland konkret bedeuten würde
    Rolf Bader und Prof. Klaus Moegling
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/bundeswehr-was-ein-
    verteidigungskrieg-fuer-deutschland-konkret-bedeuten-wuerde


    3) Vgl. Rolf Bader, Strukturelle Nichtverteidigbarkeit, "Wissenschaft und
    Frieden", 3/2023, S.42-45


    Autor:
    Rolf Bader,
    geb. 1950, Diplom-Pädagoge,
    ehem. Offizier der Bundeswehr,
    ehem. Geschäftsführer der Deutschen Sektion der
    Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des
    Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)



    ——



    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    „Abgaben auf Reichtümer“ Interview mit Claude Serfati 

    german-foreign-policy.com, 22. Oktober 2025


    PARIS – german-foreign-policy.com sprach mit Claude Serfati über die Wiederaufrüstung in der Europäischen Union, den „Militärkeynesianismus“ und seine Folgen. Für Serfati sind Militärausgaben für ein Land nicht „im Sinne der Vermögensbildung“ produktiv, sondern eher „eine Belastung“. Die Vorstellung, Militärtechnologien würden zivile Technologien ankurbeln, sei nur eine „Indizien“-Idee. Die Hoffnung, Frankreich könne „seinen komparativen Vorteil in der Verteidigung nutzen, um seine industrielle Schwäche gegenüber Deutschland auszugleichen“, habe sich zerschlagen. Heute seien „die Radikalisierung des bonapartistischen Staates und die Schwächung des französischen Kapitalismus“ „eine Quelle der Radikalisierung nach rechts“. Serfati ist Ökonom, assoziierter Forscher am Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung (IRES) in Paris und Mitglied des wissenschaftlichen Rates von ATTAC-Frankreich. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter „Das Militär. Eine französische Geschichte“ (Paris 2017) und „Der radikalisierte Staat“. Frankreich im Zeitalter der bewaffneten Globalisierung (Paris 2022) und Eine Welt im Krieg (Paris 2024). 


    german-foreign-policy.com: Befürworter des „Militärkeynesianismus“ behaupten, dass europäische Länder von einem sehr hohen Militärhaushalt profitieren würden, weil Militärausgaben das Wachstum ankurbeln. Stimmt das? 


    Claude Serfati: Ökonometrische Studien zur Rolle von Militärausgaben für das Wirtschaftswachstum sind völlig widersprüchlich. Mehr als hundert Studien wurden von makroökonomischen Ökonomen durchgeführt, und sie stimmen nicht überein. Selbst die Synthesen dieser makroökonomischen Studien über die Auswirkungen von Militärausgaben auf das Wachstum stimmen nicht überein! Viele Mathematiker geben zu, dass die festgestellten Zusammenhänge oft rudimentär sind. Tatsächlich können selbst Ökonomen ohne Mathematikkenntnisse erklären, warum die Schlussfolgerungen nicht einheitlich sein können: Weil es offensichtlich ist, dass die Wirtschaft nicht wie eine Maschine funktioniert, wie ein Geldautomat, bei dem man Geld an einem Ende einwirft und es am anderen Ende wieder herauskommt. Es ist offensichtlich, dass wir in einem sozialen System leben; die Wirtschaft ist natürlich auch ein soziales System. Daher ist die Vielzahl der Faktoren, die das Verhältnis zwischen Input, Militärausgaben und Output, dem Ergebnis, beeinflussen, extrem hoch. 


    Für mich tragen Militärausgaben nicht zum Wohlstandswachstum bei. Sie sind eine Ausgabe, die unerlässlich ist, um die Herrschaft eines gesellschaftlichen Regimes aufrechtzuerhalten – um im Inneren Ordnung zu schaffen oder sich nach außen zu verteidigen. Gleichzeitig sind sie im Sinne der Wohlstandsbildung nicht produktiv. Ich denke, dass Makroökonomen, die Militärausgaben lediglich mit dem BIP korrelieren, den Zusammenhang nicht ausreichend analysieren. Diese Korrelation ist zu schwach, denn entscheidend ist der Inhalt der Militärausgaben. Ganz einfach: Ein Panzer, eine Rakete oder ein Kampfjet gehen nicht in den makroökonomischen Reproduktionsprozess ein wie beispielsweise ein Kapitalgut, eine Maschine, die zur Produktion anderer Güter eingesetzt wird, oder wie Löhne, die zum Konsumieren oder zur Reproduktion dessen verwendet werden, was Marx als Arbeitskraft bezeichnete. Daher sind Militärausgaben für mich eine Belastung und kein Beitrag zur Wohlstandsbildung. 


    Noch einmal: Sie ist für alle Gesellschaftsordnungen notwendig, und erst recht für die kapitalistische Ordnung, die ich heute als imperialistisch bezeichne. Aber sie ist eine unproduktive Ausgabe. Forschungen in der kritischen Umweltökonomie haben gezeigt, dass Umweltverschmutzung zwar das BIP steigern, aber Wohlstand mindern und zerstören kann. Ich denke, diese Vorstellung macht die Tatsache, dass Militärausgaben Wohlstand abschöpfen, leichter verständlich. 


    german-foreign-policy.com: Aber es heißt, Militärausgaben fördern Innovationen. Wir wissen beispielsweise, dass das Pentagon die Entwicklung des Internets und des Silicon Valley finanziert hat, zumindest anfangs.


    Claude Serfati: Natürlich. Die Militärausgaben für Innovationen sind erheblich. Im kapitalistischen System hat Technologie zwei Funktionen. Sie hat eine politische Funktion, wie schon immer in Gesellschaften vor dem Kapitalismus: Sie ermöglicht militärische Überlegenheit. Gesellschaften haben schon immer versucht, die modernsten Waffen zu entwickeln, um ihre Nachbarn letztendlich zu besiegen. Dies gilt offensichtlich auch für das kapitalistische System. Technologie ist also eine Waffe der Macht. Dies ist die erste Dimension der Rolle von Technologie. In diesem Sinne ist Technologie notwendig für Macht. Aber sie ist auch eine Waffe der Wettbewerbsfähigkeit: Sie ermöglicht Unternehmen und Ländern, produktiver und damit wettbewerbsfähiger zu sein als ihre Konkurrenten. 


    Diese beiden Dimensionen der Technologie sind beide autonom und getrennt, und gleichzeitig – dies ist eines der Hauptmerkmale des Kapitalismus seit der Etablierung des militärisch-industriellen Systems am Ende des Zweiten Weltkriegs – sind sie verschmolzen und haben dem militärisch-industriellen System, vor allem dem amerikanischen, seinen Charakter verliehen. Dieses militärisch-industrielle System verkörpert in gewisser Weise die Verbindung zwischen Technologie als Machtwaffe und Technologie als Waffe des wirtschaftlichen Wettbewerbs. Ich habe stets versucht, die Geschichte der zivil-militärischen Beziehungen in der Technologie zu kontextualisieren. Der Zweite Weltkrieg markierte einen qualitativen Wendepunkt im Verhältnis zwischen Militär- und Ziviltechnologie. Ein weiteres wesentliches Merkmal des militärisch-industriellen Systems ist, dass es eine Enklave innerhalb des Kapitalismus darstellt, da es sich an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik befindet. Dies verleiht ihm seine ganze Macht, erleichtert seine Intransparenz usw. 


    Während der ersten Phase des amerikanischen militärisch-industriellen Systems bis in die 1970er Jahre verfolgten die Vereinigten Staaten außerhalb des Pentagons keine Industriepolitik. Militärische Mittel, die den Großteil der öffentlichen Ausgaben ausmachten, förderten daher Militärtechnologien. Dies war jedoch eine vorübergehende historische Konstellation. Ab den 1970er Jahren erkannten die Amerikaner, dass ihr Fokus auf Militärtechnologie Deutschland, Japan, Italien und anderen Ländern ermöglicht hatte, industriell wettbewerbsfähig zu werden. Die Vorstellung, Militärtechnologien würden zivile Technologien fördern, ist daher eher umständlich. So wurde beispielsweise der Aufstieg der KI maßgeblich vom zivilen Sektor vorangetrieben und wird nun vom Militär vereinnahmt, was zu einer für die Menschheit äußerst gefährlichen militärisch-zivilen Konvergenz führt. 


    Nehmen wir das Beispiel des Internets: Mitte der 1960er Jahre – wir befanden uns am Ende der triumphalen Nachkriegszeit der Vereinigten Staaten, sahen uns aber noch keiner starken Konkurrenz durch Japan, Deutschland und später China ausgesetzt. Das Pentagon beschloss aus bestimmten Gründen, ein kleines, absolut geschlossenes und sicheres Programm zu starten, das der Außenwelt nicht zugänglich war, um die Kommunikation zwischen militärischen Kommandos zu ermöglichen. Doch schon bald explodierten die Versuche, ein geschlossenes, hermetisches Netzwerk aufzubauen. Ende der 1960er Jahre beteiligten sich amerikanische Universitäten, britische Colleges und Universitäten und andere, und nach und nach lösten zivile Netzwerke aus naheliegenden Gründen die militärischen ab. In weniger als zwanzig Jahren – Anfang der 1980er Jahre – übernahm beispielsweise die National Science Foundation (NSF) die Finanzierungsgeschäfte, die dem Internet sein heutiges Erscheinungsbild verliehen. 


    Es ist daher sehr reduktionistisch, ja sogar unklug zu behaupten, das Internet würde ohne das Militär nicht existieren. Es stimmt: Das Militär investierte zunächst Geld. Doch sehr schnell ergriff der zivile Sektor die Initiative. Diese Phrase über die entscheidende Rolle der Militärtechnologie, die die komplexen Interaktionen mit der Zivilbevölkerung ignoriert, ist Propaganda. Sie ignoriert den Fortschritt von Innovationen. 


    german-foreign-policy.com: Sprechen wir über Frankreich. Frankreich hat begonnen, sich wieder aufzurüsten, oder besser: sich massiv zu militarisieren. Wohin wird diese Entwicklung das Land führen?


    Claude Serfati: 2022 schrieb ich ein Buch mit dem Titel „Der radikalisierte Staat – Frankreich im Zeitalter der bewaffneten Globalisierung“. Ich wollte sozusagen die weit verbreitete Formel des „muslimischen Radikalismus“ umkehren. Der radikalisierte Staat findet im Rahmen dessen statt, was ich in Frankreich als bonapartistische Institutionen bezeichne. Das erste Kapitel meines Buches widmete ich der Erklärung, warum Frankreich ein bonapartistisches Regime ist. Im zweiten Kapitel zeigte ich die wesentliche Rolle der Militärinstitutionen in Frankreich auf; der Bonapartismus ist offensichtlich ein militarisiertes Regime. Ich denke, wir haben in diesem Zusammenhang die fortschreitende Radikalisierung des französischen Staates erlebt – eine Verhärtung der internen Repression und auch der militärischen Repression auf externer Ebene. Ich denke an die 2000er und 2010er Jahre, als Frankreich unter Sarkozy und dann Hollande Dutzende von Kriegen führte – zum Beispiel in Libyen, in der Zentralafrikanischen Republik und in Mali. 


    Wohin führt uns diese lange Entwicklung, die bis in die Ära de Gaulle zurückreicht, sich aber seit Ende der 2000er Jahre beschleunigt und radikalisiert hat? Sie führt zu einer Verhärtung der Position des Regimes im Inland und zu militärischen Abenteuern im Ausland. Das Problem ist jedoch, dass man nicht dauerhaft eine Militärmacht sein kann, wie Frankreich sie in der Welt oder zumindest in Europa anstrebt, wenn man nicht über die entsprechende Industriemacht verfügt. Die Priorität, die de Gaulle und seine Nachfolger dem Militärtechnologieprogramm einräumten, hat jedoch die französische Zivilindustrie allmählich ihrer Substanz beraubt. Stahl, Metallurgie, Maschinenbau, IT: Man kann sagen, dass fast alle Industriezweige – anders als in Deutschland, obwohl ich die Probleme der deutschen Industrie keineswegs unterschätze – zerstört wurden. Diese Verhärtung, diese militärische Radikalisierung, die Priorisierung der Industrie gegenüber dem Militär hat zu einem industriellen Niedergang und dann zu einem immer größer werdenden Haushaltsdefizit geführt. 


    Und dies hat unweigerlich auch zu einer Verschlechterung der internationalen Position Frankreichs geführt. Wir haben den Zusammenbruch in Mali erlebt. Wir haben auch die Handlungsunfähigkeit Emmanuel Macrons während des Völkermords in Israel erlebt. Frankreichs arabische Politik ist seit de Gaulle bekannt, ja sogar berühmt; heute ist sie nicht mehr existent. Doch auch in Europa schwächt sich Frankreich ab. Das ist ein sehr wichtiges Thema, denn seit de Gaulle gilt Europa als Frankreichs politischer und wirtschaftlicher Horizont. Die französische Industrie ist in China und Asien kaum vertreten; in den USA ist sie nicht weniger präsent als in Deutschland, Irland und Italien, aber in Europa ist sie präsent. Die Hoffnung war, dass Frankreich seinen komparativen Vorteil in der Verteidigung – wo es, mit Ausnahme Großbritanniens, in Europa der stärkste war – nutzen könnte, um seine industrielle Schwäche gegenüber Deutschland auszugleichen. Das hat nicht funktioniert, denn allein mit militärischen Mitteln kann man keine nachhaltige Großmacht sein. 


    Ich bin daher sehr besorgt über die Entwicklung Frankreichs – insbesondere, da die allmähliche und kontinuierliche Schwächung Frankreichs auf internationaler Ebene, aber auch in Europa, offensichtlich eine Quelle nationalistischer und sogar fremdenfeindlicher Kräfte ist. Es scheint eine autoritäre Lösung der Probleme zu geben. Und was mich noch mehr beunruhigt: Die Radikalisierung des bonapartistischen Staates und die Schwächung des französischen Kapitalismus führen zu einer Radikalisierung nach rechts.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10164


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     « Des ponctions sur les richesses »  Entretien avec Claude Serfati


    german-foreign-policy.com, 22. Oktober 2025

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10164


    PARIS – german-foreign-policy.com s’est entretenu avec Claude Serfati au sujet du réarmement dans l’Union européenne, du « keynésianisme militaire » et de ses conséquences. Pour Serfati, les dépenses militaires ne sont pas productives « dans le sens de création de richesse » d’un pays ; elles sont plutôt « une ponction ». L’idée que les technologies militaires stimuleraient les technologies civiles est une idée seulement « circonstancielle ». L’espoir que la France « pourrait utiliser son avantage comparatif dans la défense pour compenser sa faiblesse industrielle face à l’Allemagne » a été déçu. Aujourd’hui, « la radicalisation de l’état bonapartiste et l’affaiblissement du capitalisme français » sont « une source de la radicalisation vers l’extrême droite». Serfati est économiste, chercheur associé à l'Institut de recherches économiques et sociales (IRES) à Paris et membre du conseil scientifique d'ATTAC-France. Il est l’auteur de nombreux ouvrages, dont Le militaire. Une histoire française (Paris 2017), L’État radicalisé. La France à l’ère de la mondialisation armée (Paris 2022) et Un monde en guerres (Paris 2024).



    german-foreign-policy.com : Les partisans d’un « keynésianisme militaire » disent que les pays européens vont profiter d’un budget militaire très élevé parce que les dépenses militaires vont stimuler la croissance. C’est vrai?


    Claude Serfati : Les études économétriques concernant le rôle des dépenses militaires sur la croissance économique sont tout à fait contradictoires. Plus d’une centaine d’études sont été faites par les économistes macro, et ils ne sont pas d’accord. Même les synthèses de ces études macroéconomiques sur l’impact des dépenses militaires sur la croissance ne sont pas d’accord non plus ! De l’aveu de beaucoup de mathématiciens, les corrélations qui sont faites sont souvent rudimentaires. En fait, les économistes même sans mathématique peuvent expliquer pourquoi les conclusions ne peuvent être uniformes : Parce qu’il est évident que l’économie ne fonctionne pas comme une machine, comme une cash machine où vous mettez de l’argent d’un côté, et puis, l’argent ressort à l’autre extrémité. Il est évident que nous vivons dans un système social ; l’économie est un système social aussi, bien entendu. Donc, la multiplicité des facteurs qui vont influer entre l’input, les dépenses militaires, et l’output, le résultat, est extrêmement élevée.


    Pour moi, les dépenses militaires ne contribuent pas à l’accroissement de richesse. Elles sont des dépenses qui sont indispensables pour maintenir la domination d’un régime social – pour mettre de l’ordre à l’intérieur ou pour conquérir ou se défendre à l’extérieur. En même temps, elles ne sont pas productives dans le sens de création de richesse. Je pense que les macroéconomistes qui se contentent simplement de corréler des dépenses militaires à un PIB analysent de manière insuffisante : Cette corrélation est trop pauvre parce que ce qui compte, c’est le contenu des dépenses militaires. C’est assez simple : un char, un missile, un avion de combat ne rentrent pas dans le processus de reproduction macroéconomique comme le font, par exemple, un bien d’équipement, une machine qui va être utilisé pour produire d’autres biens, ou comme le font les salaires qui sont utilisés pour consommer ou pour permettre aux salariés de reproduire ce que Marx appelle la force de travail. Donc, les dépenses militaires sont pour moi une ponction et pas une contribution à la création de richesse.


    Encore une fois : Ils sont nécessaires pour tous régimes sociaux et encore plus pour le régime capitaliste que je caractérise aujourd’hui comme impérialiste, mais ce sont des dépenses improductives. Les travaux qui ont été menés en économie de l’environnement critique ont montré que faire de la pollution, ça peut augmenter le PIB mais ça réduit, ça détruit les richesses. Je pense que cette idée rend le fait que les dépenses militaires sont des ponctions sur les richesses plus facilement accessible.


    german-foreign-policy.com : Mais on dit que les dépenses militaires soutiennent l’innovation. On sait que, par exemple, le Pentagone a financé le développement de l’internet et du Silicon Valley, au moins au début.


    Claude Serfati : Bien sûr : Les dépenses militaires consacrées à l’innovation sont importantes. Dans le régime du capital, la technologie a deux fonctions. Elle a une fonction politique comme elle l’a toujours eu dans les sociétés antérieures au capitalisme : Elle permet la suprématie militaire. Les sociétés ont toujours essayé de développer les armes les plus sophistiqués pour pouvoir éventuellement vaincre leur voisins. C’est évidemment vrai encore du système capitaliste. Ainsi, la technologie, c’est une arme de pouvoir. Voilà la première dimension du rôle de la technologie. En ce sens, la technologie est une chose nécessaire pour le pouvoir. Mais elle est aussi une arme de compétitivité : Elle permet aux entreprises et au pays d’être plus productives et donc d’être plus compétitives que leurs concurrents.


    Ces deux dimensions de la technologie sont à la fois autonomes, séparées, et en même temps – c’est une des grandes caractéristiques du capitalisme depuis la mise en place du système militaro-industriel au sortir de la Seconde Guerre mondiale – ces deux dimensions de la technologie ont fusionné et donné sa physionomie au système militaro-industriel, au premier chef étatsunien : Ce système militaro-industriel est en quelque sorte l’incarnation d’une conjonction entre la technologie comme arme de pouvoir et la technologie comme arme de compétition économique. J’ai toujours essayé de contextualiser l’histoire des relations entre le civil et le militaire dans la technologie. La Seconde Guerre mondiale a marqué un tournant qualitatif dans les relations entre technologie militaire et civile. Une autre caractéristique majeure du système militaro-industriel est qu’il constitue une enclave dans le capitalisme parce qu’il est à l’intersection de l’économie et de la politique. C’est ce qui lui donne toute sa puissance, facilite son opacité, etc.


    Pendant la première période du système militaro-industriel américain jusqu’aux années 1970, les États-Unis n’ont pas eu de politique industrielle hors du Pentagone. Les crédits militaires qui représentaient l’essentiel des crédits publics, ont dont alimenté les technologies militaires. Mais ce fut une configuration historique momentanée. À partir des années 1970, les Américains se sont aperçus que le fait qu’ils se concentraient sur la technologie militaire avait permis à l’Allemagne, au Japon, à l’Italie et d’autres pays de devenir competitifs sur le plan industriel. Donc, cette idée que les technologies militaires stimuleraient les technologies civiles, c’est une idée qui est circonstancielle. Par exemple, l’essor de l’IA a été essentiellement impulsé par le secteur civil et il est aujourd’hui récupéré par les militaires, créant une convergence militaro-civile très dangereuse pour l’humanité.


    Si on regarde l’exemple de l’internet : Au milieu des années 1960 – on était à la fin de l’ère triomphante des États-Unis de l’après-guerre, mais on n’était pas encore dans la concurrence forte du Japon, de l’Allemagne et, encore plus tard, de la Chine. Le Pentagone, pour des raisons particulières, a décidé de lancer un petit programme absolument fermé, sécurisé, surtout pas ouvert sur l’extérieur, pour pouvoir faire communiquer les états-majors entre eux. Mais ce qui s’est passé très rapidement, c’est que les tentatives de constituer un réseau fermé, hermétique ont explosé. À la fin des années 1960, les universités américaines, les grandes écoles et universités britanniques et ailleurs se sont engagées, et peu à peu, pour des raisons évidentes, les réseaux civils ont pris le dessus sur les réseaux militaires. En moins de vingt ans – au début des années 1980 –, par exemple la NSF, la National Science Foundation prend la direction des opérations de financement qui ont donné sa physionomie actuelle à internet.


    C’est donc très réductionniste, même pauvre d’affirmer que l’internet n’existerait pas sans les militaires. C’est vrai : Les militaires ont initialement mis de l’argent. Mais très rapidement, le domaine civil a pris l’initiative. Cette phrase du rôle décisif de la technologie militaire, qui ignore les complexes interactions avec le civil, est une phrase de propagande. C’est une phrase qui ignore comment l’innovation progresse.


    german-foreign-policy.com : Parlons de la France. La France a commencé à se réarmer, ou mieux : à se militariser fortement. Où est-ce que ce développement va conduire le pays?


    Claude Serfati : J’ai écrit en 2022 un ouvrage qui s’appelle « L’État radicalisé – La France à l’ère de la mondialisation armée ». J’ai voulu, si vous voulez, inverser la formule qu’on a beaucoup utilisé, la formule du « radicalisme des musulmans ». L’État radicalisé se produit dans le cadre de ce que j’appelle des institutions bonapartistes en France. J’ai consacré le premier chapitre de mon ouvrage à expliquer pourquoi la France est un régime bonapartiste. Dans le deuxième chapitre, j’ai montré le rôle essentiel de l’institution militaire en France ; le bonapartisme, c’est évidemment un régime militarisé. Je pense que dans ce cadre-là, on a assisté à la progressive radicalisation de l’État français – un durcissement sur le plan de la répression intérieure et aussi militaire sur le plan extérieur. Je pense aux années 2000 et 2010 où la France de Sarkozy, puis de Hollande a mené de dizaines de guerres – en Libye, par exemple, en République centrafricaine, au Mali.


    Où est-ce que ça nous mène, cette longue trajectoire qui date de l’ère de de Gaulle mais qui a accéléré, s’est radicalisé à partir de la fin des années 2000 ? Ça nous mène à un durcissement intérieur du régime et à des aventures militaires à l’extérieur. Mais le problème, c’est que vous ne pouvez pas durablement être une puissance militaire comme la France l’aspire à l’être dans le monde ou au moins en Europe, si vous n’avez pas la puissance industrielle derrière. Cependant, la priorité donnée au programme de technologie militaire par de Gaulle et ses successeurs a progressivement vidé l’industrie civile française de sa substance. La sidérurgie, la métallurgie, la construction mécanique, l’informatique : On peut dire que la quasi-totalité des secteurs industriels – contrairement à l’Allemagne, bien que je ne sous-estime pas les problèmes de l’industrie allemande, pas du tout – a été dévastée. Ce durcissement, cette radicalisation militaire, la priorité industrielle sur le militaire, ça s’est traduit par un déclin industriel, puis par un déficit budgétaire de plus en plus élevé.


    Et inévitablement, ça c’est traduit aussi par un déclin de la position de la France sur le plan international. On a vu l’effondrement au Mali. On a également vu l’absence de toute possibilité d’action d’Emmanuel Macron pendant la guerre génocidaire en Israël. La politique arabe de la France était connue, même fameuse, depuis de Gaulle ; aujourd’hui, elle est devenue inexistante. Mais il y a aussi un affaiblissement de la France en Europe. C’est une question très importante parce que l’Europe a été considérée depuis de Gaulle comme l’horizon politique et économique de la France. L’industrie française est peu présente en Chine, en Asie, elle n’est moins présente aux États-Unis que l’Allemagne, l’Irlande et l’Italie, mais elle est par contre présente en Europe. C’était l’espoir que la France pourrait utiliser son avantage comparatif dans la défense – où elle était la plus forte en Europe, à l’exception du Royaume Uni – pour compenser sa faiblesse industrielle face à l’Allemagne. Ça n’est pas passé parce que vous ne pouvez pas durablement être une grande puissance uniquement par le militaire.


    Donc, je suis très inquiet de l’évolution de la France – d’autant plus qu’il est clair que cet affaiblissement progressif et continu de la France sur le terrain international mais aussi sur le terrain européen est une source d’un renforcement nationaliste et même xénophobe. Il semble y avoir une solution autoritaire des problèmes. C’est ça ce qui m’inquiête encore plus : La radicalisation de l’état bonapartiste et l’affaiblissement du capitalisme français sont une source de la radicalisation vers l’extrême droite.


    (https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10164)


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    "Zentrum für Politische Schönheit" Streit um Protestbus: Hat Sachsens Polizei die Justiz übergangen?

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    mdr.de, vom 23. Oktober 2025, 17:53 Uhr

    Die Beschlagnahmung eines Protestbusses der Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit" durch die sächsische Polizei Ende September hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wirft der Vorgang nach MDR-Recherchen auch Fragen zur Rechtsstaatlichkeit auf. Denn eine zentrale Frage ist unklar: Durfte die Polizei den Bus überhaupt beschlagnahmen?

    von Marcus Engert und Edgar Lopez, MDR Investigativ

    Er dürfte mittlerweile der prominenteste Bus Deutschlands sein: Der "Adenauer SRP+", ein umgebauter Reisebus, den das Künstlerkollektiv "Zentrum für Politische Schönheit" für Demonstrationen und Kundgebungen umgebaut hatte. Der Bus war dieses Jahr schon einmal berühmt geworden: Als mit den Lautsprechern auf seinem Dach das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel gestört wurde.

    Nun ist der Bus wieder in den Schlagzeilen. Denn die Polizei Sachsen hatte ihn vorübergehend stillgelegt und beschlagnahmt. Videos der Maßnahme gingen durch die Sozialen Netzwerke, sorgten bundesweit für Empörung. Der Bus sei möglicherweise nicht verkehrssicher, fand die Polizei. Man habe fünf Aktenordner mit Abnahmen, Gutachten und offiziellen Bescheinigungen, die das Gegenteil beweisen, entgegnete die Künstlergruppe. 


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    Video "Es gibt keine einzige Ordnungswidrigkeit gegen das Fahrzeug"


    MDR FERNSEHEN Do 23.10.2025 16:05Uhr 06:07 min

    Doch das half nichts: Der Bus wurde zur Beweissicherung beschlagnahmt – "mit richterlicher Bestätigung", wie die Polizei einige Tage später erklärte. Doch genau daran bestehen nach MDR-Recherchen nun Zweifel. Und damit an der Rechtmäßigkeit der gesamten Maßnahme. 

    Anwalt: Ermittlungsrichterin soll Beschlagnahmung abgelehnt haben 

    Der Anwalt des Künstlerkollektivs erinnert sich im Gespräch mit dem MDR so: Er habe direkt am 20. September mit den Polizeibeamten vor Ort telefoniert, und dabei "auf den Richtervorbehalt hingewiesen und gefragt, ob ein richterlicher Beschluss vorliegt." Dieser Frage seien die Beamten erst ausgewichen. Später hieß es dann, man habe die Bereitschaftsrichterin erreicht, diese hätte die Beschlagnahme mündlich bewilligt.

    So steht es in einem Aktenvermerk der Polizei von jenem Wochenende. Und genau so schreibt es der zuständige Verkehrspolizist am Montag nach der Beschlagnahmung: Diesmal per Antrag an das zuständige Amtsgericht. Die Eilrichterin vom Wochenende habe die Beschlagnahme bestätigt, heißt es dort. Das Amtsgericht Döbeln bestätigt daraufhin die Maßnahme nachträglich.

    Richterin sagt Nein – beschlagnahmt wird trotzdem 

    Mittlerweile liegt der Vorgang beim Landgericht Chemnitz. Dort muss die Beschwerdekammer die Beschwerde des Anwalts gegen die Entscheidung des Amtsgerichts Döbeln entscheiden. Doch als die zuständige Richterin die Akte prüfen will fällt ihr auf: Die Zustimmung der Eilrichterin vom Wochenende ist dort gar nicht hinterlegt. Sie mailt ihrer Kollegin und bittet darum, das Ganze noch nachzureichen – und erhält eine Antwort, die zum Problem für die Polizei Sachsen werden könnte.

    Sie habe "bestimmt 4-5 mal mit dem Polizeirevier Döbeln telefoniert", schreibt die Richterin. Und sie "habe in dem letzten Gespräch konkret die Beschlagnahme des Busses verneint". Das sei geschehen, weil ihr die zur Verfügung stehenden Informationen nicht ausgereicht hätten, um eine Entscheidung zu treffen. 

    Die Polizei Chemnitz hingegen bleibt auch auf mehrfache Nachfrage bei ihrer Version: "Wie bereits mitgeteilt, wurde am Kontrolltag die polizeiliche Beschlagnahme nach Rücksprache mit der Eildienstrichterin bestätigt", antwortet eine Sprecherin auf MDR-Anfrage. 

    Ein Fall für das Gericht

    Kann beides gleichzeitig stimmen? Oder haben sich Beamte der Polizei Sachsen über ein Gericht hinweggesetzt? Fragen, über die - zumindest indirekt - nun auch das Landgericht Chemnitz entscheiden muss, denn es steht nicht weniger als die Frage im Raum, ob Sächsische Polizeibeamte Grundsätze des Rechtsstaats übergangen haben.  

    Zumindest in einem Punkt lautet die Antwort schon jetzt: Ja. Denn eigentlich wäre für die Bearbeitung eine ganz andere Behörde zuständig gewesen. Ordnungswidrigkeiten bearbeiten nicht Polizei und Gericht. Sondern: das Landratsamt. Das wurde in der Sache jedoch gar nicht hinzugezogen - ein Verstoß, den wenige Tage nach der Beschlagnahmung auch die Polizei selbst in einem Schreiben an das Landgericht einräumt und bedauert. Man habe am Wochenende dort niemanden erreichen können und konkreten Handlungsdruck in einer aufgeheizten Situation gehabt. 

    Jurist: Polizei hätte Entscheidung der Richterin nicht übergehen dürfen

    Für Dieter Müller, bis 2024 Professor für Verkehrsrecht mit Verkehrsstrafrecht an der Hochschule der Sächsischen Polizei, ist klar: Sollte die Richterin die Beschlagnahme tatsächlich abgelehnt haben, hätte der Bus nie beschlagnahmt werden dürfen. 

    Bei Maßnahmen, die sowohl der Gefahrenabwehr dienen – so argumentiert die Polizei, die die Verkehrstüchtigkeit des Busses bezweifelt – und gleichzeitig im Ordnungswidrigkeitenrecht liegen, müsse der Polizeibeamte vor Ort entscheiden, in welchem Bereich der Schwerpunkt seiner Maßnahme liegt. "In der Gefahrenabwehr kann er selbst entscheiden und aus dem Polizeirecht heraus handeln. Soll jedoch im Ordnungswidrigkeitenverfahren ein Beweismittel sichergestellt werden, gilt grundsätzlich der Richtervorbehalt." Der dürfe nur bei Gefahr im Verzug durch eine Entscheidung des Polizeibeamten ersetzt werden darf, und selbst das nur, wenn kein richterlicher Bereitschaftsdienst vorhanden ist, erklärt Müller auf MDR-Anfrage.  


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    Der Adenauer Bus des ZPS vor dem Brandenburger Tor. Bildrechte: IMAGO / PIC ONE


    Mit anderen Worten: Hat sich die Polizei einmal für den Bereich Ordnungswidrigkeit entschieden, hat ein Richter das letzte Wort: "Ein Wechsel des Schwerpunktes, nachdem ein ablehnender Beschluss eines Richters ergangen ist, um die Beschlagnahmung danach dennoch durchzuführen, ist nur dann möglich, wenn eine neue Gefahr aufgetaucht ist, die vorher nicht sichtbar war", so Verkehrsrechtler Müller. 

    Verkehrspolizist: Zweifel an Gutachten

    Dass der Bus überhaupt beschlagnahmt wurde, hängt mit Zweifeln des vor Ort zuständigen Verkehrspolizisten zusammen. Das "Zentrum für Politische Schönheit" hat den Bus umfangreich umgebaut: Lautsprecher, LED-Leinwände, Folien an den Scheiben, sogar aus einem Panzer ausgebaute Flakscheinwerfer und eine Nebelanlage sollen dabei sein – alles in Abstimmung mit der zuständigen Berliner Zulassungsstelle durch die DEKRA Berlin geprüft und "für zulässig sowie mangelfrei erachtet", erklärt das Kollektiv. 

    Die Polizei vor Ort und das Amtsgericht Döbeln überzeugte das nicht. Auch wenn die Anlagen und Dachaufbauten bei der Kontrolle nicht betriebsbereit waren – man könne nicht ausschließen, dass Menschen an Bord waren, die sie auch während der Fahrt in Betrieb hätten nehmen können. Das hätte nicht nur die Abmessungen des Busses verändert, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

    Die hinzugezogenen Chemnitzer DEKRA-Gutachter kamen später zu dem Ergebnis, dass Änderungen an dem Bus nicht durch die Betriebserlaubnis gedeckt seien. Möglicherweise sei zudem der Dachaufbau zu schwer gewesen und darum womöglich eine Scheibe am Bus gebrochen. Das sei gar kein Aufbau auf dem Dach, sondern Ladung, und Ladung müsse man nicht von einer Prüfstelle abnehmen lassen, entgegnet das Kollektiv. Inzwischen ist der Bus wieder in Berlin, nach umfangreicher Begutachtung der dort zuständigen Zulassungsbehörde heißt es: Alles in Ordnung. Ende der Woche soll der "Adenauer SRP+" wohl wieder fahren.

    Ausgang offen, könnte für den Staat aber teuer werden 

    Zwischenzeitlich erheben die Aktionskünstler des "Zentrums für Politische Schönheit" weitere Vorwürfe. Sie werfen der Polizei Sachsen vor, dass interne Erkenntnisse aus der Begutachtung der Chemnitzer Dekra-Stelle am 9. Oktober im Video eines mutmaßlich rechten Youtubers gelandet sind, noch bevor sie selbst am 14. Oktober das erste Mal mündlich durch die KfZ-Zulassungsstelle Berlin darüber informiert worden seien.

    Die Polizei weist das zurück. Man habe keine Informationen darüber, woher der YouTuber seine Informationen habe. Zu all den sonst noch strittigen Punkten rund um den Bus wollte die Polizei Chemnitz auf MDR-Nachfrage "aufgrund des laufenden Verfahrens" keine Aussage treffen, "da dies Gegenstand der gutachterlichen Überprüfung ist".

    Nun warten alle Beteiligten, wie das Landgericht Chemnitz wohl entscheiden wird. Sollte die Beschlagnahme rechtswidrig sein, könnte es teuer werden für den Freistaat Sachsen: Auf 40.000 - 50.000 Euro schätzt das Künstlerkollektiv die Kosten für den Vorgang insgesamt. Die DEKRA kann auf MDR-Nachfrage nicht bestätigen, dass sie für den Schaden am Bus verantwortlich sein soll.

    Inzwischen fährt der Bus wieder: Berliner Gutachter und die Berliner Zulassungsstelle haben ihn am Donnerstag wieder freigegeben. 

    Wissen Sie mehr zum Thema? Wir recherchieren weiter. Wissen Sie mehr zum Thema? Dann melden Sie sich bei uns: investigativ@mdr.de.

    Dieses Thema im Programm: MDR+ | MDR.DE | 23. Oktober 2025 | 17:06 Uhr


    Info: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/zentrum-fuer-politische-schoenheit-bus-beschlagnahmung-rechtswidrig-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Wie gut wer Redefreiheit selber auslegt, stört und weiß, wo der Faschismus diesmal herkommt, um zu vermeiden selbst Faschistenclown zu sein.

    24.10.2025

    Der Kampf um Nexperia  Die Niederlande unterstellen den in chinesischem Besitz befindlichen Halbleiterhersteller Nexperia auf Druck aus den USA ihrer Kontrolle. China protestiert heftig. Unklar ist, welche Rolle deutsche Manager bei der Maßnahme spielen.

    german-foreign-policy.com, vom 16. Oktober 2025

    NIJMEGEN/HAMBURG (Eigener Bericht) – Die Zwangsunterstellung eines chinesischen Halbleiterherstellers unter die Kontrolle der niederländischen Regierung droht ernste Folgen für Deutschland zu haben. Auf massiven Druck aus den Vereinigten Staaten hat Den Haag den Vorsitzenden des Chipproduzenten Nexperia, Zhang Xuezheng, entmachtet und bei dem Unternehmen einen Treuhänder eingesetzt. Zhang ist Gründer des chinesischen Konzerns Wingtech Technologies, dem Nexperia seit 2019 gehört. Die Maßnahme dient offiziell dazu, zu verhindern, dass Nexperia auf die US-entity list gesetzt wird, eine Sanktionsliste. Das Unternehmen wäre dann kaum noch arbeitsfähig. Es wären 1.600 Arbeitsplätze in Hamburg bedroht; zudem würde ein bedeutender Chiplieferant der deutschen Kfz-Industrie ausfallen. Juristische Grundlage der Entmachtung von Zhang bzw. Wingtech ist ein Gesetz aus dem Jahr 1952, das noch nie angewandt wurde und die Versorgung der Niederlande nicht zuletzt in Kriegszeiten sicherstellen soll. Beijing setzt sich gegen die beispiellose Maßnahme zur Wehr. Bei der Vorbereitung hatte die niederländische Regierung mit europäischen Nexperia-Managern konspiriert. Jetzt führt ein deutscher Manager das Unternehmen.


    Zitat: Sanktionen für alle

    Die Auseinandersetzungen um Nexperia gehen formal auf die Entscheidung der Trump-Administration vom 29. September zurück, die US-entity list, eine Liste ausländischer, mit Sanktionen belegter Unternehmen, ohne Einzelprüfung um deren Tochterfirmen zu erweitern. Umfasste die entity list nach Schätzung von Insidern bereits zuvor gut 3.000 Unternehmen, so kamen mit ihrer Erweiterung um deren Tochterfirmen Tausende weitere hinzu, womöglich sogar eine fünfstellige Anzahl.[1] Washington begründete dies mit der Aussage, einige Unternehmen versuchten die Sanktionen zu umgehen, indem sie Teile ihres Geschäfts über ihre Tochterfirmen abwickelten. Nachweise für diese Behauptung sind freilich für einen Eintrag auf der entity list nicht nötig. Ein Experte der Datenanalysefirma Exiger erklärt über die Maßnahme, es handle sich um eine „signifikante Verhärtung“ der US-Politik; betroffen seien vermutlich Geschäfte „im Wert von Milliarden Dollar“.[2] Chinas Handelsministerium verurteilte den Schritt scharf und kündigte an, man werde alle „notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die Rechte und die Interessen der chinesischen Wirtschaft zu verteidigen. Lediglich zehn Tage später gab Beijing eine deutliche Ausweitung seiner Exportkontrollen auf Seltene Erden bekannt (german-foreign-policy.com berichtete [3]).


    Konspirative Aktivitäten

    Eines der betroffenen Unternehmen ist Nexperia, ein Chiphersteller mit Hauptsitz im niederländischen Nijmegen, der sich seit 2019 im Besitz des chinesischen Tech-Konzerns Wingtech befindet. Wingtech wiederum wurde Ende 2024 von der Biden-Administration auf die entity list gesetzt. Washington begann bereits im Juni, Druck auf Nexperia zu machen. Wie Gerichtsunterlagen bestätigen, äußerten US-Regierungsarbeiter damals auf einem Treffen mit Repräsentanten des Außenministeriums der Niederlande, es sei „problematisch“, dass Nexperia immer noch von seinem „chinesischen Besitzer“ geführt werde.[4] Solle das Unternehmen vor seiner Listung auf der entity list bewahrt werden, dann müsse „der CEO ersetzt werden“.[5] Recherchen des Wall Street Journal zufolge hatten Regierungsstellen in Den Haag sogar schon kurz nach der Listung des Nexperia-Mutterkonzerns Wingtech begonnen, mit führenden europäischen Mitarbeitern des Unternehmens Optionen zu suchen, dem Wingtech-Chef die Kontrolle über die Tochterfirma zu entreißen. Trifft dies zu, dann müssen Besitzer auswärtiger Konzerne künftig offenbar damit rechnen, dass Regierungen in Europa mit europäischem Firmenpersonal gegen sie konspirieren, und das bis hin zu ihrer Entmachtung.


    Ein Notstandsgesetz

    Die konspirativen Aktivitäten niederländischer Stellen – dem Wall Street Journal zufolge in Kooperation mit europäischen Nexperia-Führungskräften – waren erfolgreich. Nur einen Tag nach der Erweiterung der entity list um die Tochterfirmen gelisteter Unternehmen, darunter Nexperia, brachte das niederländische Wirtschaftsministerium den Chiphersteller unter seine Kontrolle.[6] Wiederum einen Tag später, am 1. Oktober, stimmte ein niederländisches Gericht der Absetzung von Nexperia-Chef Zhang Xuezheng – dem Gründer von Wingtech – zu und übertrug die Verwaltung sämtlicher Unternehmensaktien bis auf eine vorläufig einem Treuhänder.[7] Am 7. Oktober bestätigte das Gericht dies in einem formellen Beschluss. Einwände der Wingtech-Anwälte, man sei in einem Blitzverfahren, das eines Rechtsstaates unwürdig sei, überrollt worden, ließen die Richter nicht gelten. Rechtsgrundlage ist ein Gesetz aus dem Jahr 1952, das es der Regierung erlaubt, unmittelbar in Firmenaktivitäten zu intervenieren, wenn die Sicherheit des Landes in Gefahr ist – sprich: im Kriegsfall. Das Gesetz ist bislang noch nie angewandt worden. Offiziell steht Wingtech der Rechtsweg offen. Das bisherige Verhalten der niederländischen Justiz nährt das Vertrauen in die Gerichte des Landes allerdings nicht.


    Chinas Rechte

    China hat rasch auf die Entmachtung des Unternehmenschefs durch die Niederlande reagiert, hat angeordnet, dass Wingtech keine Produkte mehr exportieren darf und Notfallmaßnahmen ergreifen muss, um sein Eigentum zu sichern. Am Montag bestätigte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, die Volksrepublik sei „fest entschlossen“, ihre „Rechte und Interessen zu verteidigen“.[8] Die weitere Entwicklung des Konflikts ist kaum abzusehen.


    Für Deutschland wichtig

    Deutschland bzw. deutsche Nexperia-Führungskräfte sind in mehrfacher Weise von der Entwicklung betroffen bzw. in sie involviert. Nexperia fertigt eher einfache Halbleiter, etwa solche für die Kfz-Industrie, die ansonsten vor allem aus China importiert werden, diese aber in großer Zahl; so liefert das Unternehmen Berichten zufolge 63 Milliarden Bauteile pro Jahr an Unternehmen der Autobranche. Es sei, so heißt es, „ein wichtiger Zulieferer für viele Kunden in Deutschland“.[9] Sein bedeutendster Produktionsstandort ist Hamburg; dort sind rund 1.600 Personen beschäftigt. Die Fabrik wird gegenwärtig für etwa 175 Millionen Euro modernisiert.[10] In Hamburg haben zudem die bisherigen Spitzenmanager Achim Kempe (Chief Operations Officer) und Stefan Tilger (Chief Financial Officer) ihren Sitz. Die Bundesregierung hat Nexperia allerdings aufgrund der Tatsache, dass das Unternehmen sich in chinesischem Besitz befindet, Steine in den Weg gelegt; so wurde es von dem wichtigen EU-Förderprogramm IPCEI ausgeschlossen. Aufgrund des Konflikts zwischen dem Westen und China habe Kempe eigentlich geplant, für Kunden in Europa und in China jeweils getrennte Lieferketten aufzubauen, wird berichtet; dies habe das Unternehmen sanktionssicher machen sollen.[11]


    US-Forderungen vollstrecken

    Unklar ist zudem, welche Rolle deutsche Mitglieder der Unternehmensführung bei den Vorgängen spielten und ob sie diejenigen waren, mit denen die niederländische Regierung seit Monaten konspirierte, um Wingtech die Kontrolle über die Tochterfirma zu entreißen. Klar ist, dass Finanzvorstand Tilger zum Übergangsvorsitzenden ernannt worden ist und dafür sorgen soll, dass Nexperia nicht auf die US-entity list gesetzt wird.[12] Das läuft offensichtlich darauf hinaus, dass er als Vollstrecker von US-Forderungen operieren muss. Sollten die USA Sanktionen gegen Nexperia verhängen, wäre die Produktion mutmaßlich nicht lange aufrechtzuerhalten: Wichtige Materialien werden von US-Firmen geliefert; Maschinen werden von US-Unternehmen gewartet. Fällt Nexperia aus, droht drastischer Halbleitermangel in der Kfz-Industrie. Allerdings ist ebenso ungewiss, welche Folgen die chinesische Gegenwehr gegen die Entmachtung von Wingtech hat und welche Schritte Beijing gegen die eskalierenden Angriffe auf chinesische Konzerne und Interessen unternimmt.

     

    [1], [2] Ana Swanson: Trump Expands Global Technology Net With Rules Covering Subsidiaries. nytimes.com 29.09.2025.

    [3] S. dazu Chinas neue Exportkontrollen.

    [4] Sam Schechner, Raffaele Huang: How U.S. Pressured Netherlands to Oust CEO of Chinese-Owned Chip Maker. wsj.com 14.10.2025.

    [5] Joachim Hofer, Timm Seckel: Nexperia bekommt deutschen Chef – und Druck aus den USA. handelsblatt.com 14.10.2025.

    [6] Sam Schechner, Raffaele Huang: How U.S. Pressured Netherlands to Oust CEO of Chinese-Owned Chip Maker. wsj.com 14.10.2025.

    [7] Joachim Hofer, Timm Seckel: Nexperia bekommt deutschen Chef – und Druck aus den USA. handelsblatt.com 14.10.2025.

    [8] Sam Schechner, Raffaele Huang: How U.S. Pressured Netherlands to Oust CEO of Chinese-Owned Chip Maker. wsj.com 14.10.2025.

    [9] Joachim Hofer, Thomas Jahn, Timm Seckel, Martin Benninghoff: Niederlande übernehmen Kontrolle von Nexperia. handelsblatt.com 15.10.2025.

    [10], [11] Joachim Hofer: Chipfertigung in Hamburg – „Unsere Werke sind voll ausgelastet“. handelsblatt.com 12.06.2025.

    [12] Joachim Hofer, Timm Seckel: Nexperia bekommt deutschen Chef – und Druck aus den USA. handelsblatt.com 14.10.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10157


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Chinas neue Exportkontrollen   Berlin und Brüssel fürchten wegen Beijings neuer Exportkontrollen auf Seltene Erden ernste Probleme ihre Industrie. Laut einer Analyse hängen in Deutschland an Seltenen Erden direkt oder indirekt vier Millionen Arbeitsplätze.

    german-foreign-policy.com, vom 14. Oktober 2025

    BERLIN/BRÜSSEL/BEIJING (Eigener Bericht) – Chinas neue Exportkontrollen auf Seltene Erden rufen in Deutschland und der EU die ernste Befürchtung hervor, bedeutende Segmente ihrer Industrie könnten in eine dramatische Krise stürzen. Beijing hat, in Reaktion auf neue ökonomische Repressalien Washingtons, am vergangenen Donnerstag angekündigt, es werde in Zukunft nicht nur für den Export Seltener Erden selbst, sondern auch für denjenigen von Waren, an denen der Anteil Seltener Erden bei mehr als 0,1 Prozent liegt, eine offizielle Genehmigung verpflichtend machen. Derartige Exportkontrollen haben bislang vor allem die Vereinigten Staaten verhängt; die Volksrepublik zieht nun gleich. Die deutsche Wirtschaft kämpft schon jetzt mit den Folgen der Exportkontrollen, die Beijing bereits im Frühjahr eingeführt hat. Chinas neue Maßnahmen könnten die Probleme weiter verschärfen und, falls die Vereinigten Staaten ihre Drohung wahr machen und den Konflikt mit Gegenmaßnahmen eskalieren, zu ernstem Mangel an Seltenen Erden führen. An diesen hängen in Deutschland laut einer Analyse des Beratungsunternehmens McKinsey direkt oder indirekt rund vier Millionen Arbeitsplätze mit einer Wertschöpfung von 220 Milliarden Euro.


    Zitat: Regeln à la USA

    Die neuen Exportkontrollen, die China am vergangenen Donnerstag verhängt hat, sind zunächst eine Reaktion darauf, dass die Vereinigten Staaten nach der jüngsten bilateralen Verhandlungsrunde im Zollkonflikt weiter neue einseitige Restriktionen gegen chinesische Unternehmen eingeführt haben. Chinas Kontrollen spiegeln dabei oft bloß Schritte, die die USA ihrerseits zuvor oktroyiert haben. So wird in Zukunft nicht nur die Ausfuhr Seltener Erden kontrolliert, sondern auch die Ausfuhr von Produkten, die einen Anteil von über 0,1 Prozent an Seltenen Erden aufweisen. Dies gilt nach aktuellem Kenntnisstand auch für Waren, die im Ausland unter Nutzung chinesischer Seltener Erden hergestellt wurden.[1] Betroffen ist insbesondere die westliche Rüstungsindustrie, die nach chinesischen Angaben überhaupt nicht mehr beliefert wird. Zudem zielen die neuen Regeln auf die westliche Halbleiterindustrie, darunter insbesondere die KI-Chip-Produktion. Auch der Export von Technologien zu Förderung, Aufbereitung und Recycling Seltener Erden muss jetzt explizit erlaubt werden. Indem Beijing ganz besonders die Rüstungs- sowie die KI-Branche aus den USA ins Visier nimmt, zielt es auf ebenjene Sektoren, die Washington in China schädigen will.


    Neue Hürden

    Schon die im Frühjahr in China initiierten Exportkontrollen hatten nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland sowie in der EU ernste Schwierigkeiten ausgelöst. So mussten einige europäische Unternehmen aus Mangel an Seltenen Erden zeitweise ihre Produktion einstellen. Zwar lehnt Beijing offenkundig kaum Anträge auf Exportgenehmigungen ab. Doch lassen sich die chinesischen Behörden mit der Bearbeitung der eingereichten Anträge, soweit ersichtlich, viel Zeit. Eine Mitte September veröffentlichte – nicht repräsentative – Umfrage der Europäischen Handelskammer in China unter ihren Mitgliedsfirmen ergab, es sei zwar nur einer von 141 Lieferanträgen abgelehnt worden. Allerdings seien auch lediglich 19 schon formal genehmigt worden. Die Bewilligung – oder Ablehnung – von 121 Anträgen stehe noch aus.[2] Im Hinblick auf Chinas neue Exportkontrollen heißt es jetzt aus der EU-Botschaft in Beijing, man sei noch dabei, sie im Detail zu analysieren. Klar sei allerdings, dass sie nicht bloß die Beschaffung von Seltenen Erden und die Ausfuhr von Produkten, die Seltene Erden enthalten, weiter erschwerten. Sie stellten darüber hinaus mit der Kontrolle jeglicher Ausfuhr chinesischer Technologien den derzeitigen Bestrebungen in Europa, selbst in die Aufbereitung der unverzichtbaren Rohstoffe einzusteigen, Hürden in den Weg.[3]


    „Die EU ins Boot hineinziehen“

    Schwer wiegt aus deutscher Sicht außerdem, dass die USA ihren Druck auf die EU deutlich erhöhen. Zwar hoffe man, in Verhandlungen mit China Ausnahmen von den Exportkontrollen für Unternehmen aus der EU erreichen zu können, heißt es in Brüssel; Beijing ziele mit den Maßnahmen ja schließlich vor allem auf Washington, das es zur Rücknahme seiner Zölle und weiterer Repressalien, vor allem Sanktionen, bewegen wolle. Allerdings fordert die Trump-Administration, wie es heißt, die EU solle an Vergeltungsschritten gegen Beijing teilnehmen. Präsident Trump hat unter anderem angekündigt, Exportkontrollen gegen China verhängen zu wollen; Berichten zufolge geht es dabei um sogenannte kritische Software, die nicht mehr ohne eine explizite Genehmigung nach China geliefert werden soll. „Die USA wollen uns ins Boot hineinziehen“, berichtet der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD): „Da wird Schritt für Schritt Druck aufgebaut“.[4] In Brüssel heißt es, man wolle sich nicht an etwaigen US-Maßnahmen gegen Beijing beteiligen, um nicht ebenso schmerzlichen chinesischen Reaktionen ausgesetzt zu sein. Dass die Trump-Administration sich damit zufriedengibt, darf man allerdings bezweifeln.


    Vier Millionen Menschen

    Die Folgen eines eskalierenden Rohstoffkonflikts zwischen dem Westen und China hat in einer aktuellen Analyse die Unternehmensberatung McKinsey berechnet. Demnach arbeiten in der Bundesrepublik rund eine Million Menschen in Branchen, die ohne Seltene Erden nicht auskommen.[5] Ihr Beitrag zur Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik belaufe sich auf 150 Milliarden Euro. Falle dieser Betrag aufgrund unzureichender Versorgung mit Seltenen Erden aus, dann wären davon rund drei Millionen weitere Menschen betroffen, die zu einem guten Teil von Angestellten der erwähnten, auf die Seltenen Erden angewiesenen Branchen ihr Geld erhielten, heißt es weiter. Diese drei Millionen erarbeiteten eine Wirtschaftsleistung von gut 220 Milliarden Euro. Insgesamt „wären damit allein in Deutschland“ gut „vier Millionen Arbeitsplätze und rund 370 Milliarden an Wertschöpfung bedroht“, also „etwa neun Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts“, hält die McKinsey-Analyse fest.


    In weiter Ferne

    Deutschland und die EU dringen deshalb darauf, den Konflikt mit China nicht weiter zu eskalieren, sondern stattdessen selbst im großen Stil in die Förderung, die Aufbereitung und die Verarbeitung Seltener Erden einzusteigen. Dies könne im Rahmen der G7 geschehen, heißt es. Bereits im Juli hatten die EU und das G7-Mitglied Japan angekündigt, in Zukunft bei Seltenen Erden intensiver kooperieren zu wollen.[6] Eine mögliche G7-Initiative zur Sicherung des Zugriffs auf Seltene Erden soll am Freitag in Washington besprochen werden, wenn Repräsentanten der G7 dort am Rande der diesjährigen Jahrestagung von IWF und Weltbank zusammenkommen. Im Gespräch sei, „einen Mindestpreis für kritische Rohstoffe und daraus gefertigte Magneten“ festzusetzen, heißt es; das solle „Investitionen in eigene Minen und Raffinerien ... ermöglichen“.[7] Zur Zeit machen die niedrigen Preise für Seltene Erden aus China die Entwicklung von Alternativen unrentabel; Unabhängigkeit von der Volksrepublik ist damit schwer zu erreichen. Die neuen Exportkontrollen rücken die Unabhängigkeit Deutschlands und der EU in noch weitere Ferne.

     

    [1] Sven Astheimer, Gustav Theile: Der nächste Schock aus China für die Industrie. Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.10.2025.

    [2] Chinas Exportkontrollen bringen EU-Firmen in Bedrängnis. spiegel.de 19.09.2025.

    [3], [4] Jakob Hanke Vela: EU fürchtet Zusammenbruch globaler Lieferketten wegen Zollstreit. handelsblatt.com 12.10.2025.

    [5] Klaus Stratmann, Julian Olk: In Deutschland hängen eine Million Jobs von seltenen Erden ab. handelsblatt.com 13.10.2025.

    [6] S. dazu Die neue Allianzstrategie.

    [7] Jakob Hanke Vela: EU fürchtet Zusammenbruch globaler Lieferketten wegen Zollstreit. handelsblatt.com 12.10.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10153


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Zwei Tage, die die Welt erschüttern können

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    Quelle: Pinterest


    FORUM GEOPOLITIKA

    Independend Commentary in a Fractured World


    forumgeopolitica.com, Fr 24 Okt 2025, René Zittlau

    Am 16. Oktober 2025, als Selenskyj nach Washington flog, um neue Waffen und Beruhigung zu suchen, rief Wladimir Putin Donald Trump an. Der Schritt stellte die diplomatischen Erwartungen auf den Kopf, stellte Europa ins Abseits und gestaltete den Verlauf des ukrainischen Krieges um.


    Einführung

    Als der ukrainische Führer Selenskyj am 16. Oktober 2025 in Polen an Bord seines Flugzeugs ging, um zu einem weiteren Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington zu fliegen, war seine Sicht auf die Welt und die seiner treuen europäischen Sponsoren immer noch in der gewünschten Reihenfolge. Ein Flug nach Washington, ein Treffen mit Präsident Trump, Finalisierung der Tomahawk-Lieferungen. Dann eine Rückkehr nach Europa, mit dem üblichen Zwischenstopp in London, um die Ergebnisse zu feiern und weitere Schritte gegen das ukrainische Volk zu bestimmen, gegen einen frühen Frieden und damit für eine Fortsetzung des Krieges.

    Die Dinge sind anders geworden.

    Präsident Putin greift ein

    Während Selenskyj über den Atlantik flog, ergriff der russische Präsident Putin die Initiative und rief sein Amtskollege in den USA an. Das bestätigte Juri Uschakow, der Berater des russischen Präsidenten. Das Timing war gut gewählt. Der amtierende Präsident der Ukraine wurde von seinen europäischen Beratern abgeschnitten und damit auf eigene Faust gelassen. Er war nicht auf dieses Szenario vorbereitet.

    Während des zweistündigen Telefonats einigten sich die Präsidenten Putin und Trump auf ein Programm für die nächsten zwei Wochen oder so, das den Lauf der Geschichte erheblich beeinflussen könnte. Sie beschlossen, sich in Budapest zu treffen. Sie taten dies in Absprache mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban.

    Dort wollen sie nichts weniger erreichen, als die Grundlage für die Beendigung des Konflikts in der Ukraine zu diskutieren und zu schaffen. Es sind keine konkreten Details bekannt. Angesichts des Zeitpunkts und des Fehlens des üblichen Hintergrundgeräuschs – insbesondere aus dem politischen Europa und der NATO – ist es jedoch durchaus möglich, dass beide Seiten bereit sind, sich auf eine Vorgehensweise zu einigen, die tatsächlich einen Durchbruch bringen könnte.

    Die telefonisch erzielten Vereinbarungen trafen bei den europäischen Staats- und Regierungschefs – vor allem Starmer, Macron, Merz und von der Leyen – und der NATO einen Nerv.

    Die Präsidenten Putin und Trump einigten sich auf die ungarische Hauptstadt Budapest als Ort des Treffens. Sie werden sich daher mit den schwarzen Schafen der EU und der NATO treffen, dem ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban, einem bewährten Kritiker der Ukraine und Befürworter einer rationalen Annäherung an Russland. Die NATO, Europa und vor allem der ukrainische Staatschef Selenskyj haben Orban in den letzten Wochen immer offener angegriffen, begleitet von Drohungen für seine Politik. In Ungarn gibt es nun ernsthafte Hinweise darauf, dass der ukrainische Geheimdienst SBU die rechte ungarische Partei Jobbik infiltriert, um einen Wandel in Politik und Macht in Ungarn zu erzwingen.

    Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, der in der EU und der NATO als fast auf der gleichen Ebene wie Victor Orban gilt, erklärte bei Bedarf sofort seine volle Unterstützung für den Gipfel.

    Die Entscheidung, Budapest zu wählen, stärkt die internationale Rolle Ungarns und noch mehr die seines Premierministers. Auf der anderen Seite läuft die Wahl von Budapest ohne Rücksprache mit den europäischen und NATO-Führern darauf hinaus, sie zu demütigen.

    Aber das ist noch nicht alles: Ungarn ist ein EU-Binnenland. Mit Ausnahme von Serbien ist es ausschließlich von NATO- und EU-Ländern umgeben. Serbien seinerseits ist vollständig von der NATO und den EU-Ländern umgeben. Das bedeutet, dass der russische Präsident Putin auf dem Weg zum Gipfel definitiv über die NATO und die EU-Länder fliegen muss, d.h. Gebiete, die seit Februar 2022 für alle russischen Flugzeuge geschlossen sind.

    Die NATO und die EU erlauben keine Ausnahmen für Diplomaten. In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass die NATO-Länder dem russischen Außenminister Lawrow keine Überfluggenehmigung für einen geplanten Besuch in Serbien erteilt haben.

    Darüber hinaus sind mit Ausnahme Ungarns alle EU- und NATO-Länder, die für einen Überflug in Frage kommen, Mitgliedstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), der wiederum einen Haftbefehl nach Artikel 58 des Römischen Statuts für den russischen Präsidenten erlassen hat, der angeblich ukrainische Kinder aus der Ukraine entführt hat.

    Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs erklärt in Bezug auf das Verhaftungsverfahren Folgendes:

    „1. Ein Vertragsstaat, der ein Ersuchen um vorläufige Festnahme oder Verhaftung und Übergabe erhalten hat, unternimmt unverzüglich Maßnahmen, um die betreffende Person nach ihren Gesetzen und den Bestimmungen des Teils 9 zu verhaften.
    Artikel 59 des römischen Statuten

    Da sich die Präsidenten Trump und Putin jedoch ohne Rücksprache mit der EU und der NATO über den Ort des Treffens entschieden haben, sind sie eindeutig sehr zuversichtlich, dass weder die NATO noch die EU es wagen werden, Maßnahmen zu ergreifen, um den russischen Präsidenten zu verhaften. Das ist eine weitere Demütigung für die NATO, die EU und ihre Institutionen.

    Auftritt von Wolodymyr Selenskyj

    Am 16. Oktober 2025 landete Wolodymyr Selenskyj auf der Andrews Air Force Base in der Nähe von Washington. Nur seine eigenen Leute warteten auf ihn, als er aus dem Flugzeug stieg.

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    16. Oktober 2025 – Willkommen in Wolodymyr Selenskyj in Washington


    Neben dem Präsidentenberater Yermak, der bereits in den USA war, wurde er am Fuße der Gangway, aus Mangel an Alternativen, von den Piloten begrüßt, die ihn gerade in die USA geflogen hatten. Dies ist wahrscheinlich ein einzigartiges Ereignis.

    Kein offizieller US-Vertreter hielt es für notwendig, ihn in Washington zu begrüßen, geschweige denn ihn willkommen zu heißen. Ein Affront ähnlich dem von EU-Präsident von der Leyen in China vor ein paar Wochen. Was damals für von der Leyen folgte, hatte nichts mit einem Meinungsaustausch oder gar einem Treffen zu gleichen Bedingungen zu tun. Die Chinesen machten ihre Position in einem einseitigen Vortrag klar, der an das diplomatisch Inakzeptable grenzte und sie ohne einen staatsmännischen Abschied auf einen kommerziellen Flug schickte.

    Das ist in Washington nicht gekommen. Aber Selenskyj könnte gewarnt werden.

    Donald Trumps Auftritt

    Für das Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem ukrainischen Staatschef Selenskyj war folgendes Programm geplant:

    1. Pressekonferenz mit beiden Präsidenten vor den Verhandlungen

    2. Verhandlungen bei einem gemeinsamen Mittagessen

    3. Abschied

    Eine gemeinsame Pressekonferenz nach den Verhandlungen war nicht geplant und fand nicht statt.

    Die Bilder der Pressekonferenz sind öffentlich zugänglich. Sie zeigen einem US-Präsidenten, der dem ukrainischen Staatschef schon vor den Verhandlungen klar macht, wer das Sagen hat, und dass er unter keinen Umständen eine Wiederholung des skandalösen Treffens mit Selenskyj am 28. Februar 2025 zulassen würde.

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    Noch immer Bild von der Pressekonferenz am 17. Oktober 2025 im Weißen Haus


    Die Pressekonferenz fand im selben Raum statt, in dem die beiden Delegationen anschließend speisten. Die Delegationen saßen sich am Verhandlungstisch gegenüber, wie es bei solchen Gelegenheiten üblich ist. Die amerikanischen Gastgeber organisierten die Frage-und-Antwort-Sitzung so, dass die Journalisten hinter der ukrainischen Delegation drängten, so dass nur die US-Vertreter bequem gegenüber denen saßen, die die Fragen stellten. Wolodymyr Selenskyj musste sich immer wieder unbequem nach hinten drehen, um sogar die zu sehen, die die Fragen stellten, und sie dann in der gleichen unbequemen Position zu beantworten.

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    Standbild von der Pressekonferenz


    Wenn er sich nicht umdrehte, war er gezwungen, sich bei der Beantwortung von Fragen direkt auf Donald Trump und die anderen Mitglieder der amerikanischen Delegation zu schauen.

    Ob diese Vereinbarung beabsichtigt war oder nicht, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hatte es sicherlich eine Wirkung. Selenskyj fehlte seine übliche freie Interaktion mit seinem Publikum.

    US-Präsident Donald Trump sprach sich auch aus, als sich die Frage an Wolodymyr Selenskyj richtete, aber Donald Trump hatte das Gefühl, dass er den Ton angeben musste. Dies war zum Beispiel bei einer Frage zu den Kindern, die angeblich von Russland entführt wurden. Donald Trump machte deutlich, dass es eine Angelegenheit war, die der amerikanischen First Lady am Herzen lag, in dieser Frage aktiv zu sein. Das verlangsamte Wolodymyr Selenskyj.

    Nach den Verhandlungen

    Die Verhandlungen selbst wirkten sich auch auf den ukrainischen Präsidenten aus. Im Boxen ist ein K.-o.-Schlag, wenn eine Kombination von Schlägen den Ausgang eines Kampfes deutlich beeinflusst und vorgibt. Wolodymyr Selenskyjs Auftritt vor der Presse nach den Verhandlungen deutete darauf hin, dass dies der Fall war.

    Er verschob es zunächst, um seine europäischen Sponsoren per Videokonferenz über die Ergebnisse zu informieren, die er für unbefriedigend hielt, und – wie sein Presseauftritt nahelegte – Fuß zu fassen. In seinen Antworten wirkte er unberechenbar, unkonzentriert, erschüttert, mit seinem Verstand anderswo und alles andere als selbstbewusst.

    Schlussfolgerung

    Am 16. Oktober 2025 bestieg der ukrainische Präsident sein Flugzeug zuversichtlich in die USA. Er glaubte so, dass er zusammen mit seinen europäischen Sponsoren endlich einen Hebel gefunden hatte, um die USA und damit die NATO direkt in den Krieg in der Ukraine einzubeziehen, indem er Tomahawk-Marschflugkörper bekam, um Russland endlich in die Knie zu zwingen. Als er nur wenige Stunden später in Washington von Bord ging, war für die ganze Welt offensichtlich, dass seine einzige Sorge war, während seiner zwei Tage in den USA das Gesicht zu wahren.

    In den Tagen vor Selenskyjs Reise wurde im Westen viel darüber gesprochen, wie der russische Präsident zu unentschlossen handelte und die russische Armee zu vorsichtig, um ihre Ziele zu erreichen. Ein sehr gut abgestimmtes Telefonat mit dem amerikanischen Präsidenten, kombiniert mit scheinbar sehr substantiellen Vorschlägen, reichte aus, um die gesamte europäische politische Elite tagelang sprachlos zu machen und möglicherweise einen Knoten zu brechen, der zuvor unmöglich zu lösen war.

    Sowohl der Ort des geplanten Gipfels als auch der Zeitpunkt der Ankündigung an die Welt enthüllen den gesamten kriegerischen Westen. Die Feinheit der russischen Diplomatie, die daran beteiligt ist, macht denjenigen klar, die sehen wollen, dass es Verhandlungen sind, nicht immer mehr Waffen, die Kriege beenden.

    Wenn es Russland gelingt, die Provokationen, die sicherlich von den Kriegstreibern im Vorfeld von Budapest kommen werden, zu verhindern oder zumindest zu minimieren, und wenn in Budapest tatsächlich ein Durchbruch erzielt wird, dürften die Auswirkungen auf die politische Landschaft in Westeuropa beträchtlich sein.

    Analyse Putin, Wladimir Trump, Donald Russische Föderation US-Amerikan

    3 Kommentare zu
    «Zwei Tage, die die Welt erschüttern könnten»


    Paolo Martinoni Fr 24 Okt 2025, 9:40 Uhr

    Der US-Kriegsminister Hegseth soll eine Krawatte mit den Farben der - Lagger habe in Anwesenheit von Zelensky, im finden Web man Bilder Bilder. Ob sie echt sind, weiß nicht ich.

    Frage an den Autor: Wie-Verfassungsgebiet Russland-Reahren auf eine Verhaftung Präsidenten von Putin? Be heißt das Risiko, ist es er words?

    Antworte auf diesen Kommentar

    Werner Fr 24 Okt 2025, 9:53

    Das Gipfeltreffen ist ja nun abgesagt , Trump aber verhempt (in bekannten fedenhaft art) neu gegen Russland, wird aber tomahawks liefern.
    Irgendwann wird Putin der Geduldsfaden reissen. Klar ist ist, das Krieg für die Ukraine ist verloren und sich Russland nicht weiß, "mit eiserner Faust" (Atlantik-Schlagsbrücke, SPD Siegmar Gabriel) niederingen.

    Antworte auf diesen Kommentar

    kranich05 Fr 24 Okt 2025, 10:13

    Merkwürdig, ists der Artikel am 24.10.25 nacht wird veröffentlicht.


    Info: https://forumgeopolitica.com/article/two-days-that-may-shake-the-world


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Gesetz dem Fall, das  Budapester Treffen findet statt, was zu diesem Zeitpunkt meines Wissens bereits als ausgesetzt bzw. als verschoben galt.

    24.10.2025

    Das weltweite finanzielle und geopolitische Rahmenwerk in Zeiten drohender Unruhen

    https://seniora.org, vom 23.10.2025 - übernommen von conflictsforum.substack.com

    24. Oktober 2025, von Alastair Crooke


    Screenshot_2025_10_24_at_10_06_22_Seniora.org_Das_weltweite_finanzielle_und_geopolitische_Rahmenwerk_in_Zeiten_drohender_Unruhen

    Historische Banknote von 1910 (Bild: Wikimedia Commons)


    (Red.) Alastair Crooke bringt es auf den Punkt: Die „Dark Money”-Interessen haben Donald Trump gesagt, dass ein echter Friedensprozess mit Russland nicht erlaubt sei. Offenbar haben die Finanzoligarchen in der Londoner City noch so viel Macht, dass sie die amerikanische Aussenpolitik steuern. Gleichzeitig bahnt sich aber für sie ein veritables Erdbeben an: China, Japan und Südkorea bauen einen gemeinsamen Währungsraum auf. Der vorgeschlagene trilaterale Swap würde es den drei Ländern ermöglichen, Handel abzuwickeln, Liquidität zu erweitern und Krisen mit ihren eigenen Währungen zu bewältigen   – völlig unabhängig vom Westen. Die europäischen Wirtschaftsführer sollten sich an ihren japanischen Kollegen ein Beispiel nehmen! (am)

    Trumps Versuch, ein „Budapest-Szenario“ zu entwickeln (d.h. ein Putin-Trump-Gipfeltreffen auf Grundlage des früheren „Alaska-Abkommens“), wurde (von den USA) unter bitteren Umständen einseitig abgesagt. Putin hatte das zweieinhalbstündige Telefonat am Montag initiiert. Berichten zufolge äußerte sich Putin darin kritisch über die mangelnde Vorbereitung der USA auf einen politischen Rahmen   – sowohl in Bezug auf die Ukraine als auch, was entscheidend ist, in Bezug auf die umfassenderen Sicherheitsbedürfnisse Russlands.

    Als es jedoch von amerikanischer Seite bekannt gegeben wurde, war Trumps Vorschlag (wieder einmal) zur Doktrin von Keith Kellogg (dem US-Sonderbeauftragten für die Ukraine) zurückgekehrt, die einen „eingefrorenen Konflikt” an der bestehenden Kontaktlinie vor jeglichen Friedensverhandlungen vorsieht   – nicht umgekehrt.

    Trump muss schon lange bevor die Budapester Gespräche angeregt wurden gewusst haben, dass diese Kellogg-Doktrin von Moskau immer wieder abgelehnt worden war. Warum hat er diese Forderung dann erneut aufgestellt? Auf jeden Fall musste das Budapester Gipfeltreffen abgesagt werden, nachdem das vorab vereinbarte „Vorbereitungsgespräch” zwischen Außenminister Sergej Lawrow und Außenminister Marco Rubio an eine Mauer geprallt war. Lawrow bestand erneut darauf, dass ein Waffenstillstand nach Kellogg-Art nicht funktionieren würde.

    Es scheint, dass die US-Regierung davon ausging, dass ihre Drohungen, die Ukraine mit Tomahawk-Raketen zu beliefern, in Verbindung mit der verschärften Rhetorik der USA über Schläge tief in Russland, ausreichend Druck ausüben würden, um Putin zu einer Einigung auf ein Einfrieren des Status quo zu bewegen, wobei alle Diskussionen über Details und eine umfassendere Lösung auf unbestimmte Zeit verschoben würden.

    Russische Militäranalysten sollen Putin gesagt haben, dass Trumps Drohungen nur Bluff seien   – selbst wenn die Tomahawk-Lieferungen tatsächlich erfolgen würden, wäre die Menge begrenzt und würde Russland weder taktisch noch strategisch schaden.

    Der Verlauf der Ereignisse lässt vermuten, dass Trump diese russische „Realität” nicht verstanden hat   – obwohl seit zwei Jahren immer wieder betont wurde, dass Russland bei einem „sofortigen Einfrieren” nicht nachgeben würde. Oder aber, dass die „Dark Money”-Interessen Trump hart angegangen sind und ihm gesagt haben, dass ein echter Friedensprozess mit Russland nicht erlaubt sei. Also hat Trump das ganze Szenario abgesagt und gegenüber den Medien gemurmelt, dass ein Treffen in Budapest „Zeitverschwendung” gewesen wäre   – und es seiner Regierung (US-Finanzminister Bessent) überlassen, neue Sanktionen gegen Russlands größte Ölkonzerne anzukündigen, begleitet von einem Aufruf an die Verbündeten, sich diesen anzuschließen.

    Erinnern wir uns: Die „russische“ Realität sieht so aus, dass Putin den Fehler von 1918 nicht wiederholen möchte, als Russland unter dem Druck Deutschlands den demütigenden Frieden von Brest-Litowsk unterzeichnete. Putin wiederholt oft, dass es genau dieser Druck, 1918 „einfach aufzuhören“, war, der Russland seinen Status als Großmacht kostete und ganze Generationen von Russen verlor. Die kolossalen Anstrengungen von Millionen von Menschen wurden gegen den demütigenden Frieden von Brest-Litowsk eingetauscht. Es folgten Chaos und Zusammenbruch.

    Putin konzentriert sich weiterhin auf die Schaffung einer neuen europaweiten Sicherheitsarchitektur, obwohl Trumps Launenhaftigkeit und unsichtbare Zwänge neue Aufrufe Putins oder Treffen in Frage stellen müssen. Putin ist wütend   – viele russische „rote Linien“ wurden überschritten; eine Eskalation steht bevor   – vielleicht in einem noch nie dagewesenen Ausmaß.

    Die Europäer, unbeeindruckt von der Absage des Treffens in Belgrad, propagieren einen „neuen/alten“ Zwölf-Punkte-Plan, der territoriale Zugeständnisse ausschließt und einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinien vorschreibt. Die westlichen herrschenden Schichten machen deutlich: Russland muss besiegt werden. Die Eskalation hat bereits begonnen: Neue EU-Sanktionen gegen russische Gasimporte in die EU wurden angekündigt, und über Nacht wurden Angriffe auf Ölraffinerien in Ungarn und Rumänien (letzteres ist ein NATO-Staat) gestartet. Auch hier ist die Botschaft an die EU-Staaten klar: kein Zurückweichen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk unterstrich auf X diesen Punkt: „Alle russischen Ziele in der EU sind legitim.” Die EU ist offensichtlich bereit, alles zu tun, um auf eigene Faust Krieg zu führen, um ihren Willen durchzusetzen.

    Angesichts der Tatsache, dass es für Kiew unmöglich ist, auch nur einen Teil seines Territoriums aufzugeben   – während Russland weiterhin die Überlegenheit der harten Gewalt behält   –, ist es schwer vorstellbar, wie derzeit überhaupt Verhandlungen möglich sein sollen. Wahrscheinlich wird das Ukraine-Problem durch eine Machtprobe entschieden werden. Die Dringlichkeit, mit der die EU versucht, Trump auf ihre Seite zu ziehen, spiegelt wahrscheinlich ihre Angst vor den sich beschleunigenden und häufenden militärischen Siegen Russlands wider.

    All diese Turbulenzen in Russland finden statt, während Bessent nach Kuala Lumpur reist, um Chinas Reaktion auf die plötzliche Ausweitung der Exportkontrollen für von China importierte Technologieprodukte durch die USA (nach vielversprechenden Handelsgesprächen) anzufechten. China reagierte mit der Verhängung von Kontrollen für Seltene Erden als Vergeltungsmaßnahme.

    Ein wütender Trump explodierte und drohte China mit 100 %igen Zöllen. Der US-Aktienmarkt brach zunächst nach einem altbekannten Muster ein, aber Trump veröffentlichte rechtzeitig zur Eröffnung des „Terminmarktes” eine optimistische Ankündigung, woraufhin die Käufer in Scharen kamen und die Aktien Rekordhöhen erreichten. Für die Amerikaner war alles in Ordnung.

    Am vergangenen Montag jedoch stieg Trumps lobende, positive Sprache gegenüber China unerwartet auf Stufe „11”: „Ich denke, wenn wir unsere Treffen in Südkorea [mit Xi] beendet haben, werden China und ich ein wirklich faires und wirklich großartiges Handelsabkommen miteinander haben”, sagte Trump. Er äußerte die Hoffnung, dass China den Kauf von amerikanischen Sojabohnen wieder aufnehmen werde, nachdem die Importe Pekings aufgrund des Zollstreits eingebrochen waren. Er forderte China außerdem auf, „mit dem Fentanyl aufzuhören”, und warf den chinesischen Behörden vor, die Ausfuhr des synthetischen Opioids und seiner chemischen Vorläufer nicht einzudämmen.

    Und um sicherzustellen, dass der Aktienmarkt auf ein neues Rekordhoch schoss, fügte Trump hinzu, dass er nicht glaube, dass „China Taiwan angreifen will“.

    Nun, da Moskau dem US-amerikanischen „Budapest“-Szenario effektiv einen Riegel vorgeschoben hat, stellt sich die Frage: Wird auch Präsident Xi zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht lohnt, Trumps Launen weiter zu dulden (das Treffen in Südkorea ist derzeit noch unbestätigt)? Und die Ängste dürften weiter zunehmen.

    Vielleicht spiegelt Trumps Umschwung zu einer überaus positiven Sprache gegenüber China jedoch etwas anderes wider: Eine schockierende Entwicklung für Trump und die USA?

    Von der neu ins Amt eingeführten japanischen Premierministerin Sanae Takaishi wurde allgemein erwartet, dass sie nach ihrem Amtsantritt eine starke anti-chinesische Rhetorik an den Tag legen, das Bündnis mit den USA stärken, Japans Militärmacht ausbauen und Peking in Schach halten würde.

    Doch das Gegenteil war der Fall.

    In ihrer ersten Ansprache an die Nation erklärte Takaishi, dass sie den Handelskrieg der USA gegen China nicht unterstützen und sich nicht zum Instrument des wirtschaftlichen Drucks der USA machen werde. Sie kritisierte offen Trumps Zollpolitik und bezeichnete sie als „den gefährlichsten Fehler des 21. Jahrhunderts“.

    Reuters kommentierte, dass ihre Haltung in Washington völlig unerwartet kam. Ein großer Schock. Es stellte sich heraus, dass die neue Premierministerin seit ihrem Amtsantritt eine Reihe von Treffen mit den größten japanischen Unternehmen abgehalten hatte, die ihr eine einheitliche und dringende Botschaft übermittelt hatten: Einfach gesagt   – die japanische Wirtschaft würde einen weiteren Handelskrieg nicht überleben.

    Dann, eine Woche nach ihrem Amtsantritt, bekundete sie offen ihre Unterstützung für China und vollzog damit die größte außenpolitische Kehrtwende seit dem Zweiten Weltkrieg. China war nicht mehr der „Feind”.

    Eine neue Ära in Asien ist angebrochen. Trump ist schockiert: Er warf Takaishi vor, die Prinzipien des Freihandels zu verraten. CNN bezeichnete dies als „Dolchstoß in den Rücken“ durch einen engen Verbündeten.

    Aber es kam noch schlimmer: Umfragen ergaben, dass die Premierministerin für ihre Haltung zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Japans 60 % Unterstützung genoss   – und mehr als 50 % unterstützten auch ihre Position zu China!

    Bloomberg ließ eine weitere Bombe platzen: Takaishi hat   – gemeinsam mit China und Südkorea   – eine strategische Neukalibrierung der asiatischen Währungsarchitektur eingeleitet, als Reaktion auf Washingtons zunehmenden Einsatz wirtschaftlicher Macht als Druckmittel. China, Japan und Südkorea bauen einen gemeinsamen Währungsraum auf. Der vorgeschlagene trilaterale Swap würde es den drei Ländern ermöglichen, Handel abzuwickeln, Liquidität zu erweitern und Krisen mit ihren eigenen Währungen zu bewältigen   – völlig unabhängig vom Westen.

    Sollten diese Projekte reifen, würde dies die Vorherrschaft des US-Dollars untergraben, indem 15 % des globalen Handels aus dem Dollar-Raum entfernt würden, und wahrscheinlich würde das gesamte bestehende (pro-westliche) Machtgleichgewicht in Asien zusammenbrechen.

    Es geht noch weiter: Takaishis Vision würde sich mit der Einführung des digitalen Clearingsystems der SCO/BRICS in ganz Zentralasien verbinden. Trump will jedoch die BRICS zusammen mit allen anderen Bedrohungen für die Vorherrschaft des US-Dollars zerschlagen. Es ist mit einer Eskalation zu rechnen   – mit weiteren Drohungen von Zöllen.

    Sollte China nicht ausreichend enthusiastisch auf Trumps Charmeoffensive reagieren, dann werden sich die Dinge wahrscheinlich parallel zu den Eskalationen gegenüber Russland (Venezuela und möglicherweise Iran) zuspitzen. Trump hat Japan bereits mit Sanktionen gedroht, obwohl dies Japan wahrscheinlich nur näher an China heranrücken wird, wo derzeit der Schwerpunkt der japanischen Handelsinteressen liegt.

    Es steht eine volatile Phase bevor, die wahrscheinlich von heftigen Schwankungen an den Finanzmärkten geprägt sein wird.

    Russland und China sind in geopolitischen Fragen weiterhin eng aufeinander abgestimmt   – und beide könnten andere Gründe haben, mit Trump im Gespräch zu bleiben (und sei es nur, um nicht versehentlich eine Finanzkrise im Westen auszulösen, für die sie dann verantwortlich gemacht würden) oder um militärische Konflikte zu vermeiden. Aber es scheint, dass Trumps Drucktaktik nicht nur für diese Staaten nach hinten losgeht   – während die Schulden- und Kreditkrise in den USA immer akuter wird.

    Jede dieser geopolitischen Spannungen könnte sich zu einem Flächenbrand entwickeln. Die Konflikte Ukraine-Russland, Venezuela, Iran, Syrien, Libanon, Pakistan-Indien und natürlich Gaza und das Westjordanland sind nur einige der Brennpunkte. Die Lage ist brisant; Trump existiert jenseits strategischer Analysen, und den Europäern fehlt es an echter Führungsstärke, während sie intern in eine Kriegspsychose verfallen sind.

    Wie ein altes Wiener Sprichwort sagt: „In Wien ist die Lage verzweifelt   – aber nicht ernst“ (d.h. man kann nicht erwarten, dass irgendjemand im Westen mit auch nur einem Funken Ernsthaftigkeit darauf reagieren wird).

    Quelle: Conflicts Forum

    https://conflictsforum.substack.com/p/the-world-financial-and-geo-political?utm_source=post-email-title&publication_id=3393451&post_id=176927827&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=false&r=1y536l&triedRedirect=true&utm_medium=email

    Mit freundlicher Genehmigung übernommen

    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=306&userid=3998&mailid=2876


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Heizungsgesetz: Das Merz-Desaster

    Screenshot_2025_10_24_at_09_56_04_Heizungsgesetz_Das_Merz_Desasterneopresse.com, Von: NEOPresse 24. Oktober 2025, 

    Die deutsche Klimapolitik steht erneut im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), einst als Kernstück der Energiewende konzipiert, sorgt weiterhin für Unmut – sowohl bei Hausbesitzern als auch in der Wirtschaft. Anstelle einer grundlegenden Neuausrichtung setzt die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz auf kleinere Anpassungen, die die Kritik jedoch kaum besänftigen.


    Im Koalitionsvertrag der CDU/SPD-Regierung war ursprünglich die Aufhebung des sogenannten Heizungsgesetzes angekündigt worden. In der Praxis bleiben die zentralen Bestimmungen aber weitgehend bestehen. Lediglich Fristen wurden verlängert und einzelne Vorgaben präzisiert. Damit setzt sich ein Kurs fort, der in der Bevölkerung auf Skepsis stößt. Viele Bürger hatten nach der Wahl auf eine deutliche Entlastung und eine einfachere Regulierung gehofft.

    Das wird teuer

    In der Immobilien- und Handwerksbranche spricht man inzwischen von einer „flexiblen Auslegung“ des Gesetzes. Gemeint ist der Umgang mit Vorschriften, die vielerorts als schwer umsetzbar gelten. So werden neue Gasheizungen weiterhin in großer Zahl eingebaut, obwohl das GEG einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie bei neuen Heizsystemen vorsieht. Eine konsequente Kontrolle der Einhaltung dieser Regelung findet kaum statt.


    Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt die Kostenfrage. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale liegt der Preis für eine Wärmepumpe inklusive Installation mittlerweile bei über 35.000 Euro. Förderprogramme sollen diese Belastung abfedern, doch die Antragstellung gilt als kompliziert, und Auszahlungen verzögern sich häufig. Besonders Eigenheimbesitzer der Mittelschicht sehen sich dadurch überfordert.

    Zudem wird die soziale Dimension zunehmend diskutiert: Wer die hohen Investitionskosten nicht tragen kann, bleibt bei konventionellen Heizsystemen – trotz steigender Energiekosten und gesetzlicher Auflagen. Damit wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit weiter.

    Das Gebäudeenergiegesetz steht beispielhaft für die Herausforderungen einer Klimapolitik, die ehrgeizige Ziele verfolgt, aber in der Umsetzung auf erhebliche praktische und finanzielle Grenzen stößt.


    Info: https://www.neopresse.com/politik/heizungsgesetz-das-merz-desaster/?source=ENL


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Wegen eines Werbespots: Trump bricht Handelsgespräche mit Kanada ab

    rtnewsde.site, 24 Okt. 2025 09:27 Uhr

    US-Präsident hat alle Handelsgespräche mit Kanada wegen eines Werbespots abgebrochen, in dem der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan Zölle kritisiert. Kanadas Premierminister Carney zeigte sich unbeeindruckt und warnte Trump.


    Quelle: AP © Evan Vucci


    Präsident Trump begrüßt den kanadischen Premierminister Mark Carney während eines Gipfeltreffens zur Unterstützung der Waffenruhe im Gazastreifen, am Montag, dem 13. Oktober 2025, in Sharm El Sheikh, Ägypten.


    US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag alle Handelsgespräche mit Kanada für beendet erklärt. Als Grund nannte er einen aus seiner Sicht irreführenden Werbespot, in dem der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan mit einer kritischen Bemerkung über Zölle zu hören ist. "Aufgrund ihres ungeheuerlichen Verhaltens werden hiermit alle Handelsverhandlungen mit Kanada beendet", schrieb Trump auf Social-Media-Plattform Truth Social.


    "Wirtschaftskrieg" in Gange: Hoffnungen auf einen Durchbruch beim Xi-Trump-Gipfel eher gedämpft





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    Hintergrund für die neue Handelseskalation war ein von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario veröffentlichtes Video, in dem die Stimme des ehemaligen US-Präsidenten Reagan zu hören ist. Darin äußert dieser sich zu den Nachteilen von Zöllen.

    Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte als erste Reaktion gegenüber Reportern, sein Land werde den USA keinen Marktzugang zu unfairen Bedingungen gewähren, sollten die Verhandlungen über verschiedene Handelsabkommen scheitern.

    Trumps unberechenbares Verhalten ist genau das, was einige Ökonomen als zentrales Risiko der Trump-2.0-Ära ansehen: endlose Handelskriege, fragile Verhandlungen, die Trump jederzeit platzen lassen könnte, sowie die damit einhergehende wirtschaftliche Unsicherheit. Die Spannungen mit wichtigen Handelspartnern der USA – zuerst China und jetzt Kanada – haben sich nach einer ruhigeren Phase wieder verschärft.

    Kanada gehört zu den Ländern, denen im August höhere Zölle auf ihre Exporte in die USA auferlegt wurden, da die Regierung und die Trump-Administration keine Einigung über ein Handelsabkommen erzielen konnten.

    Carney, ein ehemaliger Banker, der sich um ein gutes Verhältnis zu Trump bemüht hat, besuchte diesen Monat das Weiße Haus. Dieser Besuch deutet darauf hin, dass sich die Spannungen zwischen den nordamerikanischen Verbündeten möglicherweise auflösen könnten.

    In dem umstrittenen Werbespot kritisiert der Republikaner Ronald Reagan Zölle auf ausländische Waren und warnt davor, dass diese zu Arbeitsplatzverlusten und Handelskriegen führen könnten.

    Die US-Organisation "The Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute" hatte allerdings bereits beklagt, dass die Aufnahmen einer Radioansprache Reagans aus dem Jahr 1987 ohne Genehmigung für den Werbeclip verwendet worden seien und die Macher des Videos die "selektiv genutzten" Aussagen des im Jahr 2004 verstorbenen Republikaners irreführend in das Video eingebettet hätten. 


    Mehr zum Thema - Die Zombie-Phase des "American Way of Life" öffnet dem Fentanyl die Türen


    Screenshot_2025_10_24_at_09_45_08_Wegen_eines_Werbespots_Trump_bricht_Handelsgespr_che_mit_Kanada_ab_RT_DE

    Video  https://rumble.com/v70ozd4-trump-verschiebt-gipfel-treffen-mit-putin-usa-verhngen-neue-sanktionen-gege.html Dauer 11:40 Min.


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    24.10.2025

    EU-Aufruf zum Waffenstillstand ‒ Durchsichtiges Manöver ohne ernsthaften Friedenswillen

    rtnewsde.site, 24 Okt. 2025 08:47 Uhr, Von Rainer Rupp

    Der EU-Appell zum Waffenstillstand wirkt wie ein verzweifelter Versuch, den vom Zusammenbruch bedrohten ukrainischen Streitkräften eine Atempause zu verschaffen – ein schwacher Schachzug von Verlierern, die keinen Ausweg sehen, aber nicht aufgeben wollen. Lawrow lehnt ab und verweist auf die "betrügerische Minsk-II-Masche".


    Quelle: Gettyimages.ru © Suzanne Plunkett - WPA Pool/Getty Images


    Gemeinsamer Nenner – eine scharf antirussische bis aggressiv russlandfeindliche Haltung: "Familienfoto" mit Wladimir Selenskij während des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft am 2. Oktober 2025 in Kopenhagen.


    Alle langjährigen Beobachter geopolitischer Konflikte, die nicht in den Taschen westlicher Kriegspropagandisten stecken, wie zum Beispiel der hoch dekorierte Ex-US-Oberst Douglas Macgregor oder der ehemalige hochrangige CIA-Mitarbeiter Larry Johnson, sind sich einig, dass die Ukraine den Krieg schon längst verloren hat und der unvermeidliche Untergang immer näher rückt.


    Tomahawks: Nicht Kampf-, sondern Druckmittel





    Analyse

    Tomahawks: Nicht Kampf-, sondern Druckmittel






    Während russische Truppen an den Frontlinien weiterhin unverändert die Oberhand behalten, ist die Stimmung des Selenskij-Regimes in Kiew und in den Machtzentralen der westlichen Unterstützer zunehmend von ratloser Verzweiflung gezeichnet. Davon zeugt auch die gemeinsame Erklärung, die Selenskij gemeinsam mit einer ausgewählten Gruppe europäischer Kriegstreiber-Staatschefs am 21. Oktober veröffentlichte. Diese bestand aus einer devoten Verbeugung vor "NATO-Daddy" Trump. Die meisten Leser erinnern sich sicherlich, dass mit diesem Ausdruck Mark Rutte, der Witz von einem NATO-Generalsekretär, vor wenigen Monaten in einem Schreiben an Trump versucht hatte, sich beim US-Präsidenten einzuschleimen. Damit hatte er bei dem Narzissten Trump offensichtlich sogar Erfolg.

    In der jüngsten Erklärung vom 21. Oktober versucht diese Koalition europäischer Kriegshetzer, dem rechthaberischen Trump erneut zu gefallen, indem sie den weisen Aufruf des friedliebenden US-Präsidenten Donald Trump zu einem "unmittelbaren" Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinien als den einzig richtigen Weg zum Frieden begrüßten. Der britische Premierminister Starmer, Kanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Macron und die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen waren bei dieser Erklärung tonangebend ‒ Vertreter aus Italien, Polen, Portugal, Norwegen, Finnland, Dänemark und Spanien schlossen sich an. Die Erklärung betont, dass ein solcher Waffenstillstand "die Grundlage für nachhaltige Friedensgespräche" schaffen solle, und fordert Russland auf, diesen Schritt zu unterstützen.

    Dieses durchsichtige Manöver hat mit ernsthaftem Friedenswillen nichts zu tun. Es ist vielmehr der verzweifelte Versuch, den vom Zusammenbruch bedrohten ukrainischen Streitkräften eine Atempause zu verschaffen, während der Druck an der Front ins Unermessliche steigt. Selbst westlich eingenordete Analysten bestätigen zunehmend, was an der Front bei bestem Willen nicht mehr übersehen werden kann: Der Kollaps der ukrainischen Streitkräfte ist keine ferne Möglichkeit mehr. Es ist längst nicht mehr eine Frage des "Ob", sondern nur noch des "Wann".


    Medwedew: Ab jetzt ist der Ukraine-Konflikt Trumps Konflikt





    Medwedew: Ab jetzt ist der Ukraine-Konflikt Trumps Konflikt






    Zudem hat der Kreml ‒ von Putin über seine Minister bis zu seinen Verhandlungsführern mit den Amerikanern ‒ durchgängig und ohne Änderungen stets betont, dass jede Diskussion über einen Waffenstillstand sinnlos ist, solange die eigentlichen Ursachen des Konflikts nicht angegangen und Lösungen gefunden werden. Wie schon bei derartigen Versuchen zuvor hat auch diesmal der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärt, dass ein Waffenstillstand derzeit nur Kiew und seinen westlichen Unterstützern nützen würde. Er verwies auf die russischen Erfahrungen mit dem betrügerischen Minsk-II-Abkommen von 2014/2015, das von den NATO-Unterstützern ausgenutzt wurde, um für die Ukraine mehrere Jahre Zeit zu gewinnen und diese mit NATO-Waffen und -Ausbildung neu aufzurüsten. Darauf wird Russland nicht erneut hereinfallen.

    Wer vertrauenswürdige Militärnachrichtenkanäle über den Krieg in der Ukraine verfolgt, egal ob von ukrainischen oder russischen Bloggern, weiß bereits, dass sich die Schlacht um Pokrowsk (Krasnoarmeisk) ihrem finalen Stadium nähert. Diese Entwicklung wird bald russische Einheiten freisetzen, um auf den Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk vorzurücken, die letzte von den Ukrainern gehaltene große Befestigungsanlage auf dem Gebiet der Volksrepublik Donezk im Donbass.

    Diese Agglomeration ist von symbolischer und strategischer Bedeutung. Slawjansk war 2014 ein Brennpunkt der prorussischen Aufstände gegen die ukrainischen Nazi-Kampftruppen, und Kramatorsk dient als regionales Kommandozentrum. Ein russischer Vormarsch hier würde den Donbass weitgehend sichern und Kiews Kontrolle über den Osten endgültig brechen. Das neokonservative "Institute for the Study of War" in Washington hat in seinem Bericht vom 21. Oktober vor genau diesem Szenario gewarnt.


    Neue Russland-Sanktionen: Trump rettet die US-Frackingindustrie vor niedrigem Ölpreis




    Meinung

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    Selbst Experten des streng proukrainischen "Center for European Policy Analysis (CEPA)" warnen, dass die öffentliche Debatte im Westen zunehmend von der Idee dominiert wird, die Ukraine verliere den Krieg und müsse nun auf Frieden hinarbeiten. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf", trifft hier offensichtlich zu.

    Ein Bericht des "International Institute for Strategic Studies" (IISS) vom Oktober 2025 beschreibt die Lage als "neue Phase" des Konflikts: Verschlechterte Bedingungen für Kiew, wachsende Unruhe unter den Truppen und eine unvermeidliche Eskalation, falls es keine Kompromisse vonseiten Kiews gibt. Selbst der optimistische Ton in manchen westlichen Medien – etwa in der Zeitschrift Foreign Affairs, die betonte, die Ukraine könne "doch noch gewinnen" – klingt hohl angesichts der Fakten.

    Erfahrene Geostrategen und ehemalige Nachrichtendienstler sehen in diesen Entwicklungen die logische Konsequenz jahrelanger Fehleinschätzungen im Westen: Die Ukraine hat nie eine reale Chance auf einen militärischen Sieg gegen Russland gehabt, und nun zahlt sie den Preis für die Illusionen ihrer westlichen Unterstützer, Russland in einem Stellvertreterkrieg besiegen zu können.

    Russische Verbände kontrollieren derzeit nahezu das gesamte Gebiet Lugansk und rund 75 Prozent der benachbarten Region Donezk, die zusammen den Donbass bilden. Selbst westliche Analysen von Think-Tanks wie CSIS haben in den letzten Monaten zunehmend von ausgezehrten ukrainischen Streitkräften gesprochen, denen es an allem fehlt: an Essen, Wasser, Verbandszeug, Munition aller Art und vor allem an Kanonenfutter. Letzteres könnte selbst mit noch mehr westlichen Hilfen nicht ausgeglichen werden. Die Dynamik an der Front sei "nicht mehr umzukehren". Selbst ein Bericht des einst optimistischen "Atlantic Council" räumt inzwischen ein, dass der Mythos einer "unvermeidlichen russischen Niederlage" endgültig zerplatzt ist.


    Russische Diplomatin: EU sabotiert Friedensgespräche, um Rüstungsboom anzuheizen





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    Vor diesem Hintergrund hat diesmal sogar Selenskij, der bislang jeden Kompromiss als Verrat an der ukrainischen Souveränität abgelehnt hatte, ohne zu zögern Trumps Aufruf zum Waffenstillstand zugestimmt – ein klares Zeichen für die Erschöpfung in Kiew. Doch hinter dieser Fassade aus Diplomatie verbirgt sich Panik und Angst, auch vor den Drohungen und der Vergeltung durch die unkontrollierbaren ukrainischen Nazi-Spezialtruppen, die Selenskij vor jeglicher Gebietsabtretung an die Russen gewarnt haben. Daher beeilte sich Selenskij sofort nach seiner Rückkehr, in Kiew öffentlich zu versichern, dass es sich nur um einen Waffenstillstand handelt und territoriale Abtretungen des Donbass oder der Krim für ihn nicht in Frage kommen. Da fragt man sich, warum Moskau auf ein solches Waffenstillstandsangebot überhaupt eingehen soll.

    Sogar westliche Medien wie BBC und Politico berichten, dass die EU-/NATO-Alliierten keine ausgearbeitete Vorlage haben, wie ein Frieden in der Ukraine zu erreichen sei. Wahrscheinlich hoffen sie, dass die Russen irgendwie ihren EU-Forderungen nachkommen und sich zurückziehen, die Krim der Ukraine mit einer großen Entschuldigung auf dem Silbertablett überreichen und der Ukraine Reparationen für die angerichteten Schäden bezahlen.

    Inzwischen hat Moskau Trumps Vorschlag abgelehnt und das Gipfeltreffen in Budapest ist auf Eis gelegt. Dies unterstreicht die russische Strategie: Nicht nachlassen, bis die ukrainische Kampfkraft gebrochen ist. Auf dem Schlachtfeld wird diese Logik greifbar.


    US-Analyst: Russland wird bald von "Sonderoperation" zu "Krieg" übergehen und die Ukraine zerstören




    US-Analyst: Russland wird bald von "Sonderoperation" zu "Krieg" übergehen und die Ukraine zerstören






    Der Waffenstillstand könnte kommen, aber zu Moskaus Bedingungen: nämlich die Anerkennung der Realitäten auf dem Boden, die Neutralität der Ukraine und Garantien gegen den NATO-Beitritt. In diesem Kontext ist der EU-Aufruf vom 21. Oktober kein Sieg der Diplomatie, sondern ein Requiem für eine Illusion.

    Der langsame, aber sichere Untergang der ukrainischen Streitkräfte, und damit auch des Staates "Ukraine", ist nicht nur eine Niederlage Kiews. Vom Rest der Welt wird dies auch als Niederlage der als allmächtig präsentierten NATO und ihrer US-Schutzmacht gesehen werden. Denn trotz jahrelanger massiver militärischer und finanzieller Unterstützung durch EU- und NATO-Staaten in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar ist es weder der USA noch dem gesamten Kollektiven Westen gelungen, der Ukraine zum Sieg zu verhelfen. Stattdessen wurde sie vom Westen in den Untergang geführt!

    Diese Tragödie wird in ihrer Tragweite noch unabsehbare, aber definitiv negative Konsequenzen für das US-Prestige und für die Glaubhaftigkeit der US-Militärmacht und ihrer "Sicherheitsgarantien" für Vasallen haben. Schon jetzt steht fest, dass die weltweite politische Durchsetzungsfähigkeit Washingtons, die nicht zuletzt bereits wegen des angeschlagenen Status des US-Dollars gelitten hat, in großen Teilen der Welt zunehmend angezweifelt wird.


    Mehr zum ThemaTrumps Forderung nach Aufteilung des Donbass für Russland inakzeptabel


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    US-Analyst: Russland wird bald von "Sonderoperation" zu "Krieg" übergehen und die Ukraine zerstören


    rtnewsde.site, vom 23 Okt. 2025 15:19 Uhr


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    Im Gespräch mit Andrew Napolitano äußert sich der unabhängige Geostratege Dr. Gilbert Doctorow zum letzten Telefongespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin.

    Quelle: RT

    Video  https://rumble.com/v70ocq8-us-analyst-russland-wird-bald-von-sonderoperation-zu-krieg-bergehen-und-die.html Dauer 2:22 Min.


    Dabei spricht der Analyst das Szenario einer neuen Vorgehensweise Russlands in der Ukraine an, nämlich den Wechsel von einer "militärischen Sonderoperation" zu einem "Krieg".

    Laut Doctorow hätte dies die Zerstörung der Ukraine zur Folge, wenn Selenskij nicht "realistischer" werde, wie Putin Trump gegenüber offenbar geäußert habe.


    Mehr zum ThemaZuckerbrot und Peitsche? – Trump sagt Putin-Treffen ab und verhängt neue Sanktionen


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    Video  https://rumble.com/v70jphu-merz-gegen-russland-wir-werden-uns-wieder-verteidigen-mssen-wieder.html Dauer  Min.


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    24.10.2025

    Neues vom Wirtschaftskrieg (282): Jetzt trifft es die halbe Welt

    lostineu.eu, 24. Oktober 2025

    Die neuen US-Sanktionen zielen auf das “Herz der russischen Wirtschaft”. Ob sie wirken, hängt entscheidend von Indien ab. Derweil treffen die neuen EU-Sanktionen die halbe Welt – China protestiert und droht mit Vergeltung.

    • EU-Sanktionen gegen Russland treffen die halbe Welt. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland sind nach der überraschenden Einigung vom Mittwochabend bereits in Kraft getreten. Das 19. Sanktionspaket sieht unter anderem vor, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Dazu gilt ein vollständiges Importverbot von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland schon 2027 – und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Zudem gelten weitere Strafmaßnahmen im Finanzsektor und im Handelsbereich sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit russischer Diplomaten innerhalb der EU. Sie treffen nicht nur Russland, sondern die halbe Welt. – Mehr hier (Liveblog vom EU-Gipfel) China hat bereits protestiert und mit Vergeltung gedroht, Indien scheint zu reagieren und russische Ölimporte einzuschränken. Unklar ist, ob auch die Türkei betroffen ist.
    • US-Sanktionen zielen auf “Herz der russischen Wirtschaft”. The sanctions, which take aim at the heart of the Russian economy, dealt one of the biggest blows so far this year to Mr. Putin’s effort to cajole Mr. Trump into forcing Ukraine to capitulate to Russia’s main demands, including the concession of territory Ukraine still holds. Still, analysts who study Mr. Putin said the new sanctions were unlikely to change the Russian president’s war goals. Russian companies have long been preparing for the possibility of increased sanctions, said Tatiana Stanovaya, the founder of the political analysis firm R.Politik. Mr. Putin remains willing to bear enormous losses to accomplish his aims, she said, and Mr. Trump may well change his mind again. (New York Times)Das Blatt notiert, dass Russland gut vorbereitet ist – und dass es ähnliche Sanktionen schon unter Ex-Präsident Biden gab – ohne erkennbaren Erfolg.
    • Ölpreis steigt – was macht Indien? Oil prices surged around 5% to a two-week high on Thursday after the U.S. imposed sanctions on major Russian suppliers Rosneft and Lukoil over Russia’s war in Ukraine. Sanctions against Russia could reduce the supply of oil available to global markets as Russia was the world’s second-biggest crude producer in 2024 after the U.S., according to U.S. energy data. (…) The impact of sanctions on oil markets will depend on how India reacts and if Russia finds alternative buyers, said UBS analyst Giovanni Staunovo. (Reuters) Wenn Russland seine Ölförderung drosselt und der Preis weiter steigt, dürfte dies negative Auswirkungen auf die deutschen und europäische Wirtschaft haben. Sie leidet jetzt schon unter hohen Energiepreisen – während die USA über große eigene Vorräte verfügen und ein weiteres Mal profitieren dürften…

    Mehr zum Thema hier

    1 Comment

    1. european
      24. Oktober 2025 @ 08:06

      Russland ist Teil der BRICS und damit eines Marktes der 54,6 % der Weltbevölkerung und 42.2% des weltweiten GDP. Was immer Europa veranstaltet, sie sehen nicht einmal mehr hin. Die Zukunft liegt in der neuen, multipolaren Welt.

      https://geopoliticaleconomy.com/2025/01/19/brics-expands-population-nigeria-africa/

      Es wird keinen Frieden ohne Russlands Bedingungen geben. Die Russen sagen seit den 90ern immer das Gleiche. Es hat sich nie geändert.

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    EU verspricht Kiew einen Blankoscheck – und lässt die Finanzierung offen


    lostineu.eu, 23. Oktober 2025

    Die EU hat der Ukraine versprochen, sie 2026 und 27 finanziell über Wasser zu halten. Doch Belgien hat die Finanzierung vorerst blockiert.

    Der belgische Premier De Wever hatte drei Bedingungen gestellt, um einen Zugriff auf das in Belgien “eingefrorene” russische Vermögen zu gewähren. Sie wurden beim EU-Gipfel in Brüssel offenbar nicht erfüllt.

    Daraufhin traf De Wever die einzig richtige Entscheidung: Er forderte, die Gipfel-Schlussfolgerungen zu entschärfen, um unwägbare juristische und finanzielle Risiken für sein Land und die EU abzuwenden.

    Das Ergebnis: Ratspräsident Costa hat zwar zugesagt, den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine für die Jahre 2026 und 2027 zu decken, Waffen und Munition eingeschlossen – doch die Finanzierung bleibt offen.

    Aufgeschoben bis Dezember

    Die EU-Kommission wird gebeten, einen tragfähigen Vorschlag für den nächsten Gipfel im Dezember auszuarbeiten. Darin soll sie auch andere Optionen als den umstrittenen Zugriff auf russisches Vermögen prüfen.

    Bis dahin weiß niemand, wie der Blankoscheck für Kiew bezahlt werden soll. Er ist nicht gedeckt – die Kassen der EU sind leer.

    Aber da es um die Ukraine geht, scheint dies kein Problem zu sein. Für jedes andere Land der Welt – EU-Mitglieder eingeschlossen – hätten Kanzler Merz & Co. harte und härteste Bedingungen gestellt.

    So war es jedenfalls in der Eurokrise; Griechenland kann ein Lied davon singen. Heute ist alles anders: Da kann Präsident Selenskyj die Bedingungen stellen, Tomahawks und Taurus anfordern – und sich bis 2027 zurücklehnen.

    Schließlich “verteidigt” er ja EUropa…!?

    P. S. Kanzler Merz hat übrigens schon beim EU-Gipfel in Kopenhagen im September erklärt, er sei im Gespräch mit Belgien und sich sicher, eine Lösung für die “Russian assets” zu finden. Er hat wieder einmal den Mund zu voll genommen…

    1 Comment

    1. Guido B.
      24. Oktober 2025 @ 08:21

      Alle politischen Schritte in EUropa dienen nur einem Ziel: Die Ukraine muss Russland militärisch besiegen! Das Konzept nennt sich “Frieden durch Stärke”.

      Wenn man gegen Russland und China gleichzeitig Krieg führt, wird ein Sieg extrem teuer. Doch EUropa bzw. seine verrückte Elite ist bereit, jeden Preis dafür zu zahlen.

      Jeder, der glaubt, dass der Krieg gegen Russland und China an finanziellen oder wirtschaftlichen Grenzen scheitern könnte, irrt sich. Er wird auch nicht an militärischen Grenzen scheitern. Die NATO führt Krieg gegen ihre stärksten Gegner. Und gleichzeitig auch einen gegen die eigene Bevölkerung, die verarmen wird. Das wird verheerend teuer. Aber die Mittel werden verfügbar sei, daran besteht nicht der geringste Zweifel. Hinter diesem Projekt stehen die reichsten Nationen der Welt.

    Antworten

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    Selenskyj träumt wieder von Sieg


    lostineu.eu, vom 23. Oktober 2025

    Beim EU-Gipfel in Brüssel verspüren die Falken wieder Oberwasser. Nachdem US-Präsident Trump eine neue Kehrtwende hingelegt und Sanktionen gegen Russland verhängt hat, träumen sie davon, den Feind wirtschaftlich und/oder militärisch niederzuringen.

    Das zeigt sich auch bei der Pressekonferenz mit dem Ukrainer Selenskyj. Er spricht wieder von einem “Sieg” über Russland und sagt, er habe die Hoffnung auf Tomahawks noch nicht aufgegeben. Damit wolle er Kremlchef Putin an den Verhandlungstisch bomben.

    Die Abtretung von russisch besetzen Gebieten oder einen Gebietstausch lehnt Selenskyj ab. Die Krim und der Donbass seien weiter Teil der Ukraine und würden es auf ewig bleiben. Damit fällt er noch hinter die letzten Vermittlungsangebote von Trump zurück.

    Außerdem legt er sich mit China an. “China helps Russia. It doesn’t help Ukraine and is not interested in our victory and Russia losing,” sagte Selenskyj. Eine große Dummheit – denn ohne oder gar gegen China wird die Ukraine sicher keinen Frieden finden.

    Von den Journalisten muß er indes keinen Widerspruch fürchten. Die meisten EU-Korrespondenten stellen Fragen, die Selenskyj in seinen Überzeugungen bestärken – oder versuchen, noch mehr kämpferische bzw. kriegerische Ansagen herauszukitzeln!

    Neu ist das nicht. Das Brüsseler “Pressecorps” hat sich von Anfang an der ukrainischen Sache verschrieben. Allerdings scheint manch einer vergessen zu haben, daß Selenskyj schon 2024 einen “Siegesplan” vorgelegt hat – und was daraus geworden ist…

    Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

    3 Comments

    1. KK
      24. Oktober 2025 @ 01:16

      Selenskyj bekommt offensichtlich so lange die Nase vom Krieg nicht voll, solange er genug anderes Zeug hineinstopfen kann!

    Antworten

  • Anastasiya
    23. Oktober 2025 @ 19:48

    Der drogenabhängige Clown hat neuen Schwung bekommen. Seine Sicherheitskräfte (britische Spezialeinheiten) müssen ihm eine weitere Dosis verabreicht haben. Selenskyj tut alles, was die Briten befohlen haben. Er vernichtet die Bevölkerung der Ukraine. Selenskyj verkauft die Ukraine buchstäblich Stück für Stück. Die ukrainische Bevölkerung wird in diesem Land nicht gebraucht.
    „Diese Entscheidung schadet der Schwarzerde in diesen Gebieten. Sie wird den Boden nicht nur für den Ackerbau und die Weizenproduktion ungeeignet machen, sondern auch dem Ökosystem dieser Gebiete irreparablen Schaden zufügen“, schrieb der ukrainische Beamte in einem Appell an den Journalisten.
    Der französische Journalist Vincent zeigte sich empört über die geheime Vereinbarung zwischen Selenskyjs Büro und Soros, die verheerende Folgen für Umwelt und Menschen haben werde. Er wies darauf hin, dass die Mülldeponie neben Schäden an Natur und Landwirtschaft auch das Krebsrisiko und das Risiko hormoneller Störungen in der Bevölkerung dieser Regionen erhöhen werde.

    „Die Verseuchung des ukrainischen Bodens könnte dazu führen, dass kontaminiertes Getreide in vielen Ländern weltweit, auch in Europa, in den Regalen der Geschäfte landet“, fügte der Journalist hinzu.

    Jules Vincent behauptet außerdem, dass die Zerstörung der Schwarzerdereserven möglicherweise von westlichen Eliten absichtlich herbeigeführt wurde und nichts anderes.

    Zuvor hatte 5-tv.ru berichtet, der Westen habe eine neue Strategie entwickelt, um die Ukraine loszuwerden.

    Antworten

  • Guido B.
    23. Oktober 2025 @ 19:43

    „Eine große Dummheit – denn ohne oder gar gegen China wird die Ukraine sicher keinen Frieden finden.“

    Trumps Versuche, Russland zu Konzessionen zu bewegen, sind alle gescheitert. Es gibt seit vielen Jahren keine Diplomatie mehr, die diesen Namen verdient. Selenski ist der Wortführer der Eliten, die sich an der unipolaren Weltordnung festklammern (Neocons, Neoliberale, Neokolonialisten, Neofaschisten). Selenski sagt nur, was die westlichen Eliten denken und planen. Als Schauspieler kann er die Globalisten-Sprechblasen mühelos auswendig lernen und auf der Weltbühne makellos performen.

    Der Krieg zwischen dem Westen und Russland/China wird auf dem Schlachtfeld entschieden. Er tritt nun in eine neue Phase. Er wird in das Kernland von Russland getragen, denn Russland muss kapitulieren oder sterben. Als Nächstes werden Langstreckenraketen auf Russland abgefeuert. Eine weitere rote Linie wird vom Westen überschritten. Es wird nicht die letzte sein.

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    Info: https://lostineu.eu/selenskyj-traeumt-wieder-von-sieg/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.10.2025

    Brandgefährliche Pläne - Estland provoziert mit "Internationalem Transitkorridor"

    rtnewsde.site, 24 Okt. 2025 06:30 Uhr, Von Rainer Rupp

    Mit seinen ständigen Versuchen, aus dem nach UN-Seerecht etablierten "Internationalen Transitkorridor" eine von der NATO kontrollierte Zone zu machen, um Russland im Osten der Ostsee einzuschließen, will Estland Moskau zu einer militärischen Reaktion provozieren.


    Quelle: www.globallookpress.com © Stefan Sauer / dpa



    USS Kriegsschiff USS Mount Whitney in der Ostsee beim BALTOPS Manöver, Baltic Operations Military Exercize, Rostock-Warnemünde, 5. Juni 2025


    Estland erinnert an ein Chihuahua-Hündchen, das für seine NATO-Herrchen Moskau hysterisch anbellt und sich stark genug fühlt, unter EU/NATO-Schutz im "Internationalen Transitkorridor" den Russen ständig ans Bein zu pinkeln. Zum besseren Verständnis, was dort passiert, wird dieser Artikel kurz darauf eingehen, wann und warum der Internationale Transitkorridor geschaffen wurde und auf welche Weise Estland nun versucht, ohne Rechtsgrundlage den internationalen Korridor unter seine Jurisdiktion zu bringen.

    Nach UN-Seerechtskonvention (UNCLOS) erstreckt sich auch Estlands Exklusive Wirtschaftszone (EEZ) in einer Breite von 200 Meilen (etwa 322 Kilometer) entlang der territorialen Grenzen des Landes. Angestachelt von EU/NATO will Estland jetzt jedoch seine EZZ-Handlungs- und Durchsetzungsbefugnisse auf den Korridor ausdehnen.


    Das Inselchen Vaindloo - oder eine angebliche russische Verletzung des NATO-Luftraums im Baltikum




    Meinung

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    Das würde Estland – mit Unterstützung von NATO-Schiffen – erlauben, Patrouillen im Korridor durchzuführen, das heißt, die Inspektion von Schiffen durchzusetzen, die der sogenannten russischen "Schattenflotte" aus Öltankern zugerechnet werden. Diese würden mit Gewalt aufgebracht und in estnische oder EU-Häfen geleitet, wo sie festgesetzt werden würden. Auf diese Weise sollen die völkerrechtswidrigen EU-Sanktionen gegen Russland, die die Tanker mit ihrer Durchfahrt durch den Korridor umgehen, doch noch durchgesetzt werden.

    Wenn die Esten ihren Plan durchsetzen würden, dann säßen die Russen im östlichen Teil der Finnischen Bucht in der Falle. Sie wären eingeschlossen und hätten keinen freien Zugang mehr zur gesamten Ostsee, nicht mehr nach Kaliningrad oder darüber hinaus in den Atlantik. Russland stuft diese estnischen Versuche als sehr ernste, provokative Einkreisung ein, die es auf keinen Fall hinnehmen wird. Estland dagegen pocht unter allerlei Vorwänden auf seinen angeblich "legitimen Rechten", um die illegalen EU-Sanktionen auch im internationalen Korridor durchzusetzen. Das ist ein explosives Skript für den Einstieg in einen großen Krieg.

    Der Internationale Transitkorridor zwischen den EEZs von Finnland und Estland

    Dieser Korridor gewährleistet die Freiheit der Schifffahrt und des Überflugs für alle Schiffe und Flugzeuge, einschließlich russischer, die ihn als lebenswichtige Verbindung nutzen, um ihre Basen der Ostsee-Flotte in Sankt Petersburg und Kaliningrad mit der offenen Ostsee und darüber hinaus zu verknüpfen. Wegen der engen Geografie der Finnischen Bucht bestünde dieser Teil der Ostsee ausschließlich aus den Hoheitsgewässern und den angeschlossenen Ausschließlichen Wirtschaftszonen (EEZs) Estlands und Finnlands.


    "Beschädigte Ostseekabel": Finnisches Gericht spricht Crew der "Eagle S" frei





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    Der Korridor wurde durch ein bilaterales Abkommen etabliert, das am 18. Mai 1994 zwischen Estland und Finnland unterzeichnet wurde und den Titel "Abkommen zwischen der Republik Estland und der Republik Finnland über die Abgrenzung der Seegrenze und die Einrichtung eines Korridors in der Finnischen Bucht" trägt. Dieses Abkommen schuf einen sechs Seemeilen breiten Korridor dort, wo sich die 200 Meilen breiten EEZs beider Länder überlappen.

    Er verläuft ungefähr parallel zur territorialen Seegrenze der beiden Länder. Er wurde entwickelt, um den Vorschriften der UN-Seerechtskonvention (UNCLOS) zu entsprechen, insbesondere den Artikeln 87 (Freiheit der Schifffahrt) und 58 (Rechte in der EEZ). Gleichzeitig soll damit verhindert werden, dass die Finnische Bucht vollständig von nationalen Hoheitsbereichen umschlossen wird und die international garantierte Freiheit der Schifffahrt nicht mehr möglich ist.

    Nach der postsowjetischen Unabhängigkeit Anfang der 1990er-Jahre strebten Estland und Finnland die Abgrenzung ihrer Seegrenzen an, inmitten zunehmender kommerzieller und militärischer Verkehrsströme in der Finnischen Bucht. Russland (als Nachfolger der UdSSR) besaß historische Schifffahrtsrechte, doch die neuen Staaten wollten ihre Souveränität geltend machen, ohne das Völkerrecht zu verletzen.

    Der Korridor war ein Kompromiss: Er bewahrte einen "neutralen" Transitweg. Zugleich ermöglichte er beiden Ländern, außerhalb des Korridors ihre EEZ-Rechte auszuüben (wie zum Beispiel die Verwaltung und Ausbeutung von Ressourcen). Das Abkommen trat unmittelbar nach der Unterzeichnung in Kraft und gilt seither unverändert. Die jüngsten, von Estland ausgehenden und von EU/NATO unterstützten Spannungen zielen jedoch darauf ab, diesen Status zum Nachteil Russlands zu verändern.

    Für Russland ist die geltende Regelung von entscheidender Bedeutung, da die Finnische Bucht an ihrer breitesten Stelle nur etwa 400 Kilometer misst. Wäre dieser Teil der Ostsee komplett von den EEZs Finnlands und Estlands abgedeckt, hätte Russland keinen Zugang mehr zu den offenen Gewässern. Nur die UNCLOS-Regelung mit dem Korridor verhindert, dass Russlands Schiffe im östlichen Teil der Ostsee "eingesperrt" sind.


    Estnischer Abgeordneter: Wir können die gesamte russische Ostsee-Flotte im Alleingang versenken




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    Estlands Pläne zur Erweiterung seiner EEZ, um russische Schiffe "einzufangen"

    Estland trat im Jahr 2004 der NATO bei. Bis zum Februar 2022, dem Beginn der Militärischen Sonderoperation (MSO) Russlands in der Ukraine, gab es nur sehr selten Vorfälle, in denen durch Versehen ein russisches Schiff in die estnische EEZ geriet, was in der Regel gütlich und ohne aggressives Medien-Tamtam abgewickelt wurde. Das änderte sich mit der MSO in der Ukraine. Seither gab es zunehmend estnische Versuche, seine EEZ und den angrenzenden Transitkorridor zu nutzen, um russische Bewegungen zu Wasser und in der Luft einzuschränken beziehungsweise zu stoppen und zu kontrollieren.

    Bei diesen estnischen Aktivitäten ging es um mehr als eine "Erweiterung der Größe" der EEZ in den Transitkorridor, sondern es sollte eine sogenannte "kontiguierliche Zone" geschaffen werden. Damit sollte das bis dahin herrschende und von UNCLOS festgelegte Regime und Prozedere im Korridor dahin gehend geändert werden, dass es Estland – und damit der NATO – unter allerlei Vorwänden erlauben würde, den Korridor zu patrouillieren, russische oder andere Schiffe zu inspizieren oder sogar festzusetzen, zum Beispiel bei angeblichen Umweltverstößen, bei Beanstandung der Versicherung et cetera – Gründe kann man immer finden.

    Erste Ankündigung einer "kontiguierlichen Zone" 

    Im Januar 2023 kündigte Estland Pläne an, eine "kontiguierliche" Zone in der Finnischen Bucht auszurufen, die es seiner Küstenwache und Sondereinheiten ermöglichen würde, Schiffe auf Zoll-, Einwanderungs- oder Sanktionsverstöße hin zu durchsuchen, zu inspizieren und festzusetzen. Diese Zone würde große Teile des Internationalen Transitkorridors zwischen den EEZs Finnlands und Estlands abdecken und Estland de facto erlauben, ihn für nicht konforme russische Schiffe zu "schließen", indem illegale Öltransporte im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg überprüft werden. Russische Vertreter warnten, dies verletze das Abkommen aus dem Jahr 1994 und stelle eine "Blockade" dar, die ihre Flotte im östlichen Teil der Ostsee isolieren und Kaliningrad abtrennen würde. Der Plan wurde vorerst aufgrund diplomatischer Gegenwehr pausiert, legte aber den Grundstein für spätere Maßnahmen.

    Eskalation im Jahr 2024 

    Anfang des Jahres 2024, inmitten zunehmender Aktivitäten der russischen Tankerflotte, verstärkte Estland Patrouillen und Festnahmen bei Abweichung von Schiffen in seine EEZ. Im April 2024 tauchten Berichte auf, wonach Estland mit NATO-Verbündeten zusammenarbeitete, um "hochrisikoreiche" Zonen für russische Schiffe zu kartieren, einschließlich Vorschlägen, EEZ-Grenzen mit Finnland zu synchronisieren, um eine engere Kontrolle zu ermöglichen.

    Dies baute auf der Idee aus dem Jahr 2023 auf und zielte darauf ab, eine "virtuelle Falle" zu schaffen, indem die "kontiguierliche" Zone zur Durchsetzung von EU-Sanktionen genutzt würde, das heißt, aus Russland kommende Tanker müssten umdrehen oder das Risiko der Beschlagnahme eingehen. Eine formale EEZ-Erweiterung fand nicht statt, doch die Durchsetzung wurde intensiviert – etwa mit der ersten Festnahme eines sogenannten Schattenflotten-Tankers im April 2025.


    Von der Leyen sucht im baltischen Luftraum nach Kriegsauslöser gegen Russland





    Analyse

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    Der Witz dabei ist, dass die Festnahme des Tankers mit der Verletzung des estnischen Hoheitsgebiets gerechtfertigt wurde. Zugleich soll der auch in deutschen Medien stets manipulativ gebrauchte Begriff "Schattenflotte" der Bevölkerung den Eindruck vermitteln, dass es sich hier um etwas Böses handelt, das das Tageslicht scheut, und robuste Aktionen der Guten – NATO und Esten – mehr als gerechtfertigt sind. Im selben Atemzug wird auch stets von den illegalen Aktivitäten der angeblichen Schattentanker gesprochen, wenn sie die EU-Sanktionen umgehen.

    Zur Klarstellung: Einseitige Wirtschaftssanktionen gegen ein anderes Land sind laut UN-Charter völkerrechtswidrig. Nur auf Beschluss des UN-Sicherheitsrates sind Sanktionen völkerrechtskonform und legal. Aber unsere Politiker und Medien sind inzwischen Meister der Manipulation, wobei Krieg gleich Frieden und illegale Sanktionen für legal erklärt werden. Alles ist erlaubt, solange es die bösen Russen trifft.

    September 2024 – Pläne zur Schließung des Korridors

    Estland und Finnland entwickelten gemeinsam detaillierte und formelle Pläne, um die Finnische Bucht bei einer "Bedrohungslage" physisch für russische Schiffe zu schließen, einschließlich Minenlegen, Blockaden oder Seesperren mit anderen Verbündeten. Dies wurde öffentlich vom Kommandeur der estnischen Streitkräfte bestätigt, der die technische Machbarkeit durch die Geografie des bestehenden Korridors betonte. Russland reagierte, indem es dies als "Verletzung des Seerechts" und als Vorspiel zu einem Krieg brandmarkte und ankündigte, jede Blockade als Akt der Aggression zu behandeln. Die Frage, die sich auch jeder Deutsche stellen sollte, lautet: Wer erklärt die "Bedrohungslage", die bei einer Umsetzung der estnischen Giftzwerg-Pläne der Auslöser für den großen Krieg wäre?


    Mehr zum ThemaDer "Große Sumpf" nähert sich den Grenzen Russlands


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    Video  https://rumble.com/v70jxto-jeffrey-sachs-wir-mssen-zwischen-einflusssphre-und-sicherheitssphre-untersc.html Dauer 3:51 Min.


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    24.10.2025

    Seeblockade gegen die Russische Föderation: Kommt Russlands Pearl-Harbor-Moment?

    rtnewsde.site, 24 Okt. 2025 06:00 Uhr, Von Astrid Sigena und Wladislaw Sankin

    Der russlandfeindliche Westen versucht, das Land immer mehr in die Enge zu drängen. Gelingt das, könnte der Moment eintreten, in dem Russland nur noch die Möglichkeit eines Befreiungsschlages sieht. Dieses Szenario wurde jüngst vom NATO-Generalsekretär Mark Rutte aufgezeigt.


    Quelle: www.globallookpress.com


    Collage: Zerbombte US-Marine-Basis Pearl Harbor kurz nach dem japanischen Angriff (rechts) und deutsche Marine-Basis in Wilhelmshafen (Symbolbilder).


    Man schreckt unwillkürlich zurück, das imperialistische Japan der 30er- und 40er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der heutigen Russischen Föderation zu vergleichen. Zu unterschiedlich sind beide Staaten in Bezug auf Motivation und Durchführung der Kriegsführung. Das Massaker von Nanking mit Hunderttausenden Toten und andere japanische Kriegsverbrechen wie die grauenhaften Menschenversuche bei der Entwicklung eines eigenen Biowaffenprogramms für das Kaiserreich sind schließlich weltweit bekannt. Und Russland hat auch kein Meer überquert, um auf dem asiatischen Kontinent ein fremdes Volk zu unterjochen, sondern wurde in einen vom Westen angezettelten Bürgerkrieg innerhalb der postsowjetischen Welt verstrickt.

    Nein, die Vergleichsebene liegt vielmehr im Vorgehen des Westens gegenüber Ländern, die entweder Systemkonkurrenten darstellen oder sich der Eingliederung in seinen Herrschaftsbereich verweigern. Wie das antike Rom nimmt auch der Wertewesten für sich in Anspruch, nur Verteidigungskriege zu führen. In seiner Selbstwahrnehmung agiert der Westen niemals aggressiv, sondern verteidigt sich nur oder schützt humanitäre Werte. Notfalls wird dem zu bekämpfenden Staat beispielsweise der Besitz von Chemiewaffen unterstellt. Oder man rechtfertigt sein Eingreifen mit der Bekämpfung des Drogenhandels. Aus westlicher Sicht ist es natürlich ideal, wenn man durch eine Einkreisungspolitik, die die Handlungsmöglichkeiten immer weiter einschränkt, den Gegner dazu bringen kann, in einer Verzweiflungstat als Erster zuzuschlagen. Die empörte Öffentlichkeit sieht dann – auch dank strenger Medienzensur im Westen – nur noch den Angriff, nicht die Vorgeschichte des Konflikts.


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    Meinung

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    Im Jahr 1941 verhängten die USA und ihre Verbündeten ein Öl-Embargo gegen Japan, das zuvor Flugplätze im besetzten Französisch-Indochina besetzt hatte. Auch die japanischen Vermögenswerte wurden eingefroren. Das schädigte Japans Außenhandel stark. Da das rohstoffarme Land damals wie heute extrem auf den Import fossiler Brennstoffe angewiesen ist, blieb der japanischen Führung nur noch ein Zeitraum von wenigen Monaten, bis die Ölreserven aufgebraucht waren. Japan begann mit den Kriegsvorbereitungen und zugleich mit Verhandlungen mit den USA, den größten Öllieferanten des Inselreiches. Im Angebot war ein teilweiser Rückzug der Japaner aus China. Letztendlich scheiterten die Verhandlungen.

    Die Amerikaner hatten von den japanischen Angriffsplänen Wind bekommen und durch das Knacken des Verschlüsselungscodes des japanischen Außenministeriums zugleich das Ausmaß der japanischen Verhandlungsbereitschaft aufgedeckt. Die Folge war die sogenannte Hull-Note, deren weitgehende Forderungen der japanische Premierminister Hideki Tojo als Ultimatum zur Unterwerfung Japans auffasste. Wichtig in diesem Zusammenhang ist nicht, ob die US-amerikanischen Forderungen akzeptabel waren oder nicht, sondern dass die Führung in Tokio Ende November 1941 keine andere Handlungsoption mehr sah, als den US-amerikanischen Pazifikhafen Pearl Harbor anzugreifen.

    Nun ist Russland im Gegensatz zu Japan kein rohstoffarmes, sondern vielmehr ein rohstoffreiches Land. Und dennoch ist Russland genauso von Rohstoffen abhängig wie damals die Japaner. Und zwar durch seine Öl- und Gas-Exporte, die einen beträchtlichen Teil des russischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen und fast 60 Prozent der Exporteinnahmen stellen (Angaben aus dem Jahr 2023). Gelänge es dem Wertewesten, diese Exporte ganz zu stoppen oder zumindest stark einzuschränken, hätte das erhebliche Auswirkungen auf den russischen Staatshaushalt, trotz aller Versuche, sich unabhängiger von den Rohstoffeinnahmen zu machen oder sich neue Exportmärkte zu erschließen. Das ist der wahre Hintergrund des westlichen Vorgehens gegen die sogenannte russische Schattenflotte, nicht Umweltbedenken oder die Angst vor Sabotage an Unterseekabeln. Russland soll es unmöglich gemacht werden, die mittels der Deckelung des Rohölpreises verhängten Sanktionen zu umgehen.


    Estnischer Abgeordneter: Wir können gesamte russische Ostsee-Flotte im Alleingang versenken




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    Diese Einkesselungsstrategie hat natürlich auch eine militärische Komponente. Die Ostsee gilt immer mehr als reines NATO-Meer, in dem russische Schiffe (oder Schiffe, die russische Güter tragen) nichts verloren haben. Im Mai dieses Jahres versuchten estnische Marinesoldaten mit der Unterstützung polnischer Kampfjets, den Tanker "Jaguar" zu kapern, der auf dem Weg nach Russland war. Dieser Akt der Piraterie scheiterte nur, weil ein russischer Kampfjet der bedrängten Mannschaft des Tankers zu Hilfe kam. (RT DE berichtete). Und Anfang Oktober 2025 zwang dann die französische Marine den Öltanker "Pushpa", der russisches Öl transportiert haben soll, zu einer Kursänderung – der Übergriff erfolgte ebenfalls in internationalen Gewässern und war diesmal von Erfolg gekrönt. Je öfter sich solche Vorfälle häufen, desto schwieriger wird es für Russland, seine fossilen Brennstoffe in die Empfängerländer zu transportieren. Nicht immer gelingt es ihm, die Schiffe der "Schattenflotte" militärisch zu schützen.

    Oder wie es NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung des Militärbündnisses bezüglich der "Schattenflotte" formulierte: "Natürlich haben wir das Völkerrecht, das Seerecht und UNCLOS und so weiter, aber es gibt viel, was wir tun können, um es ihnen schwer zu machen. Und diese ganze Baltic Sentry an sich verursacht Russland bereits Kosten, weil sie diese Schiffe der Schattenflotte stärker schützen müssen als in der Vergangenheit. Sie müssen darüber nachdenken. Es kommt eine logistische Ebene hinzu, die sie nicht wirklich beherrschen, was ihnen sehr wehtut." Rutte nahm dabei Bezug auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den er mit den Worten zitierte: "Dies sollte eine neue Priorität für uns in Europa und in der NATO sein, gemeinsam alles in unserer Macht Stehende zu tun, um den Russen diese entscheidende Geldquelle abzuschneiden."

    Rutte forderte, nun die nächsten Schritte bezüglich der "Schattenflotte" einzuleiten. Mit seiner Äußerung nahm der NATO-Generalsekretär offensichtlich eine Steigerung der Konfrontation in Kauf, denn das Vorgehen des Militärbündnisses gegen Russlands Handel ist im weitesten Sinne illegal. Der Zweck rechtfertigt die Mittel. Und der Zweck ist ganz klar die Vollsperrung Russlands in der Ostsee, die für Russland inakzeptabel ist. Mit allen damit implizierten Gefahren einer Eskalation.

    Diese Gefahr nimmt die NATO offenbar gerne in Kauf. Mehr noch, es gibt Anzeichen dafür, dass dies gewollt ist. Eine weitere Äußerung, die Rutte bei der eben zitierten Pressekonferenz tätigte, lässt jedenfalls tief blicken:

    "Wir vergessen nicht, dass ein Krieg, sollte es jemals dazu kommen – hoffen wir, dass es nie dazu kommt –, aber wenn die Russen so idiotisch wären, uns anzugreifen, und es zu einem vollständigen Krieg zwischen Russland und der NATO käme, dann wird das anders als der derzeitige Krieg zwischen Russland und der Ukraine sein. Er wird aus vielen Gründen anders sein, auf die ich jetzt nicht näher eingehen kann, weil wir (die Russen) nicht schlauer machen wollen."


    Deutschland übernimmt unter Ostsee-Anrainern militärische Führung gegen Russland





    Deutschland übernimmt unter Ostsee-Anrainern militärische Führung gegen Russland






    Bemerkenswerterweise wechselte Rutte innerhalb eines Satzes über die Perspektiven eines NATO-Russland-Krieges im englischen Original von Konjunktiv (would) ins Indikativ (will). Hat der Generalsekretär uns hier schon das angestrebte Szenario einer Nötigung Russlands zum Krieg skizziert?

    Einer Seeblockade kommt in diesem Szenario eine Schlüsselrolle zu. Denn auch das Schwarze Meer ist für Russland so gut wie gesperrt. Die zivile Schifffahrt leidet ohnehin unter den Kampfhandlungen, und solange der Ukraine-Krieg dauert, dürfen russische Kriegsschiffe die türkischen Meerengen gemäß dem Vertrag von Montreux nicht mehr durchfahren. Damit bleibt noch die Arktisroute. Sie ist durch den Klimawandel zunehmend länger befahrbar. Erst kürzlich transportierte ein chinesisches Schiff zum ersten Mal Fracht durch die Nordostpassage in Richtung Europa. Die Region ist für Russland auch militärisch wichtig. In Murmansk, einer Küstenstadt am Nordpolarmeer, liegt ein wichtiger Stützpunkt der russischen Nordflotte. Bereits im Zweiten Weltkrieg war die Gegend um Murmansk hart umkämpft, denn dort verlief die zeitweise einzige Schifffahrtsroute, auf der die Alliierten die Sowjetunion mit Waffen versorgen konnten. Die deutsche Kriegsmarine unternahm deshalb auch im Sommer 1942 das Unternehmen Rösselsprung, um einen alliierten Konvoi abzufangen.

    Auch dieser nördliche Zugang Russlands zum Atlantik ist wieder in Gefahr. Konstatiert hatte dies bereits Anfang des Jahres Rudolf Hermann in einem Artikel für die NZZ (hinter Bezahlschranke). Für ihn war bereits damals die Barentssee zu einem militärstrategischen Hotspot geworden. Denn nicht nur die berühmte GIUK-Lücke aus dem Kalten Krieg, ein strategischer Engpass, der von der dänischen Insel Grönland über Island bis nach Großbritannien reicht, bietet eine Möglichkeit, den Zugang zum Atlantik zu kontrollieren oder zumindest Durchbrüche zu überwachen und die feindlichen Schiffe zu verfolgen. Weniger bekannt, aber militärstrategisch womöglich noch bedeutender ist die sogenannte Bären-Lücke, platziert zwischen Spitzbergen, der Bäreninsel und dem Nordkap. Dieses Seegebiet müssen sowohl Frachter als auch die russische Marine durchfahren, um auf den Atlantik zu gelangen.

    Bemerkenswert ist, wie sehr sich die Bundesrepublik Deutschland neuerdings für die Arktis interessiert, ein Land, das eigentlich nicht als Arktis-Anrainer bekannt ist. Nicht mehr nur der Indopazifik, sondern auch die Arktis und der Nordatlantik gelten dem Ministerium der Verteidigung als eine für Deutschland strategisch wichtige Region. Bei einem Besuch auf Grönland erklärte im Sommer der Parlamentarische Staatssekretär Nils Schmid (SPD) ganz unumwunden: Man dürfe einzelne Regionen nicht isoliert betrachten, sondern müsse sie als zusammenhängenden Konfliktraum vom Schwarzen Meer bis zum Nordatlantik erkennen. Vorgeblich kümmert sich Deutschland natürlich um die Arktis, um sie vor Russlands Herrschaftsanspruch zu schützen und die Seehandelswege freizuhalten (!). Einer Erläuterung, wessen Handelswege Russland in der Arktis denn bedroht, blieb Schmid schuldig. In seinem eigenen Herrschaftsanspruch auf Seegeltung ist Deutschland im Oktober derweil weiter vorangeschritten.


    "Russische Bedrohung" – Pistorius kündigt strategischen Bundeswehr-Stützpunkt in Island an




    "Russische Bedrohung" – Pistorius kündigt strategischen Bundeswehr-Stützpunkt in Island an






    Vergangenen Sonntag war Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der Atlantikinsel Island. Er vereinbarte dort mit der isländischen Außenministerin (Island hat kein eigenes Militär), dass Island künftig als Anlaufpunkt für deutsche Kriegsschiffe, U-Boote und Versorgungsschiffe dienen werde (RT DE berichtete). Deutsche Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon (konzipiert für die U-Boot-Jagd) sollen ebenfalls auf der Vulkaninsel stationiert werden. Diese Militarisierung soll angeblich auch dem Schutz Islands vor hybriden Angriffen dienen. Schon im vergangenen Jahr wurden auf der Insel Befürchtungen laut, russische Sabotageakte an Unterseekabeln könnten die Isländer vom Rest der Welt abschneiden. Auch die deutsche Rüstungskooperation mit dem Arktisanlieger Kanada will Pistorius vorantreiben. Das deutsche Verteidigungsministerium postete denn auch prompt eine Karte der GIUK-Lücke auf seiner Homepage mit möglichen beiderseitigen Angriffsrichtungen.

    Auffälligerweise sind es nicht die USA, die trotz aller zuweilen erratischer Äußerungen aus dem Munde Präsident Donald Trumps und mancher Sanktionsforderung seiner Administration den Konflikt mit Blockade-Plänen gegen Russland weiter anschüren. Trump bemüht sich nicht nur um einen Friedensgipfel mit dem russischen Präsidenten in Budapest, mittlerweile werden auch Pläne bekannt, die Beringstraße, also die Meerenge zwischen Russland und den USA, mit einem Tunnel zu überbrücken. Zumindest zeigt sich Trump gegenüber dem Vorschlag des russischen Staatsfonds-Chefs Kirill Dmitrijew nicht völlig abgeneigt. Ein vielversprechendes Projekt, das auf eine friedliche gemeinsame Erschließung der Schätze der Arktis statt auf das Isolieren Russlands setzt, auch wenn Skeptiker wie der geostrategische Analyst Juri Podoljaka auf die damit verbundenen mannigfachen Schwierigkeiten und Risiken hinweisen. Aber ganz offensichtlich ist dies nicht der Weg, den NATO-Europa und seine außereuropäischen Verbündeten (darunter insbesondere Kanada) gehen wollen. Sie hoffen immer noch, sich die russischen Bodenschätze ohne Kooperation mit dem ihnen verhassten Land aneignen zu können. Ihre Blockade-Pläne gegenüber Russland sind – selbst falls sie technisch machbar sind (was auch nicht ganz sicher ist) – völlig aus der Zeit gefallen. Mit Kooperationsdenken in einer globalisierten Welt haben sie nichts mehr zu tun, sondern erinnern an die Zeiten der beiden Weltkriege mit Dutzenden Millionen Toten.

    Der Plan einer Vollsperrung Russlands grenzt damit ganz klar an verbrecherisches Hasardieren. Russland agiert derzeit noch sehr defensiv, es will offensichtlich eine Ausweitung des Konflikts vermeiden. Sollte das Land jedoch zu sehr in die Enge getrieben werden, könnte es sich zu einem verzweifelten Befreiungsschlag getrieben sehen. Verantwortliche im Wertewesten, die noch einen Funken Restvernunft besitzen, sollten ein solches Szenario unbedingt zu verhindern suchen. Im Gegensatz zu Japan ist die Russische Föderation eine Atommacht.


    Mehr zum Thema – EU bereitet 19. Sanktionspaket vor – USA und Russland wollen wirtschaftlich kooperieren


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    Video https://rumble.com/v70aaoi-rutte-china-knnte-putin-dazu-zwingen-die-nato-anzugreifen.html Dauer 1:16 Min.


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    24.10.2025

    Nachrichten von Pressenza: Frauenfriedenscamp für Gaza in Brüssel

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. Oktober 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.10.2025


    Frauenfriedenscamp für Gaza in Brüssel


    Unter dem Slogan „Salir de Casa per Gaza/ Leaving Home for Gaza trafen sich vom 10.-19. an die 100 Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern auf Initiative der Frauen in Schwarz und der WILPF-Gruppe in Spanien zu einem Camp in Brüssel&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/frauenfriedenscamp-fuer-gaza-in-bruessel/


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    Wahlmarathon 2026 &#8211; unvollendeten Gedanken zu Pluspunkten einer sozialistischen Ordnung


    Um den Überblick zu bewahren und evolutionäre von revolutionären Elementen zu unterscheiden, sind Vorbemerkungen angebracht. Das sozialistische System verwendet nach formellen Anpassungen, seit 1917 eine Fülle von sinnvollen Elementen, aus vorangegangenen Gesellschaftsordnungen der Frühzeit, des Feudalismus und des Kapitalismus. Beispielsweise&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/wahlmarathon-2026-unvollendeten-gedanken-zu-pluspunkten-einer-sozialistischen-ordnung/


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    Werden die USA Venezuela angreifen?


    Spoiler-Alarm: Es ist bereits geschehen. Dies ist keine leichtfertige Antwort, sondern ein Kommentar zum Wesen des Konflikts. Die US-Mission, die Bolivarische Revolution Venezuelas an den Wurzeln zu packen, kann auf ein Vierteljahrhundert Geschichte zurückblicken. Lesen Sie den Artikel bis zum&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/werden-die-usa-venezuela-angreifen/


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    Deutschlands Abschiebepartnerschaft mit den Taliban


    Die Bundesregierung intensiviert ihre Kooperation mit den Taliban, um ihre Pläne zur Abschiebung von Afghanen voranzutreiben. Das Bundesaufnahmeprogramm für bedrohte Afghanen hingegen soll „soweit wie möglich“ abgeschafft werden. Eine Einigung der Bundesregierung mit den Taliban auf die Abschiebung von Afghanen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/10/deutschlands-abschiebepartnerschaft-mit-den-taliban/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    24.10.2025

    Kassandra

    Das Gedicht „Kassandra“ stammt aus der Feder von Friedrich Schiller.


    Freude war in Trojas Hallen,
    Eh die hohe Feste fiel;
    Jubelhymnen hört man schallen
    In der Saiten goldnes Spiel;
    Alle Hände ruhen müde
    Von dem tränenvollen Streit,
    Weil der herrliche Pelide
    Priams schöne Tochter freit.


    Und geschmückt mit Lorberreisern,
    Festlich wallet Schar auf Schar
    Nach der Götter heil'gen Häusern,
    Zu des Thymbriers Altar.
    Dumpf erbrausend durch die Gassen
    Wälzt sich die bacchant'sche Lust,
    Und in ihrem Schmerz verlassen
    War nur eine traur'ge Brust.


    Freudlos in der Freude Fülle,
    Ungesellig und allein,
    Wandelte Kassandra stille
    In Apollos Lorbeerhain.
    In des Waldes tiefste Gründe
    Flüchtete die Seherin,
    Und sie warf die Priesterbinde
    Zu der Erde zürnend hin:



    »Alles ist der Freude offen,
    Alle Herzen sind beglückt,
    Und die alten Eltern hoffen,
    Und die Schwester steht geschmückt.
    Ich allein muß einsam trauern,
    Denn mich flieht der süße Wahn,
    Und geflügelt diesen Mauern
    Seh' ich das Verderben an.


    Eine Fackel seh' ich glühen,
    Aber nicht in Hymens Hand;
    Nach den Wolken seh' ich ziehen,
    Aber nicht wie Opferbrand.
    Feste seh' ich froh bereiten,
    Doch im ahnungsvollen Geist
    Hör' ich schon des Gottes Schreiten,
    Der sie jammervoll zerreißt.


    Und sie schelten meine Klagen,
    Und sie höhnen meinen Schmerz.
    Einsam in die Wüste tragen
    Muß ich mein gequältes Herz,
    Von den Glücklichen gemieden
    Und den Fröhlichen ein Spott!
    Schweres hast du mir beschieden,
    Pythischer, du arger Gott!


    Dein Orakel zu verkünden,
    Warum warfest du mich hin
    In die Stadt der ewig Blinden
    Mit dem aufgeschloßnen Sinn?
    Warum gabst du mir zu sehen,
    Was ich doch nicht wenden kann?
    Das Verhängte muß geschehen,
    Das Gefürchtete muß nahn.


    Frommt's, den Schleier aufzuheben,
    Wo das nahe Schrecknis droht?
    Nur der Irrtum ist das Leben,
    Und das Wissen ist der Tod.
    Nimm, o nimm die traur'ge Klarheit,
    Mir vom Aug den blut'gen Schein!
    Schrecklich ist es, deiner Wahrheit
    Sterbliches Gefäß zu sein.


    Meine Blindheit gib mir wieder
    Und den fröhlich dunklen Sinn!
    Nimmer sang ich freud'ge Lieder,
    Seit ich deine Stimme bin.
    Zukunft hast du mir gegeben,
    Doch du nahmst den Augenblick,
    Nahmst der Stunde fröhlich Leben -
    Nimm dein falsch Geschenk zurück!


    Nimmer mit dem Schmuck der Bräute,
    Kränzt' ich mir das duft'ge Haar,
    Seit ich deinem Dienst mich weihte
    An dem traurigen Altar.
    Meine Jugend war nur Weinen,
    Und ich kannte nur den Schmerz,
    Jede herbe Not der Meinen
    Schlug an mein empfindend Herz.


    Fröhlich seh' ich die Gespielen,
    Alles um mich lebt und liebt
    In der Jugend Lustgefühlen,
    Mir nur ist das Herz getrübt.
    Mir erscheint der Lenz vergebens,
    Der die Erde festlich schmückt;
    Wer erfreute sich des Lebens,
    Der in seine Tiefen blickt!


    Selig preis' ich Polyxenen
    In des Herzens trunknem Wahn,
    Denn den Besten der Hellenen
    Hofft sie bräutlich zu umfahn.
    Stolz ist ihre Brust gehoben,
    Ihre Wonne faßt sie kaum,
    Nicht euch, Himmlische dort oben,
    Neidet sie in ihrem Traum.


    Und auch ich hab' ihn gesehen,
    Den das Herz verlangend wählt!
    Seine schönen Blicke flehen,
    Von der Liebe Glut beseelt.
    Gerne möcht' ich mit dem Gatten
    In die heim'sche Wohnung ziehn;
    Doch es tritt ein styg'scher Schatten
    Nächtlich zwischen mich und ihn.


    Ihre bleichen Larven alle
    Sendet mir Proserpina;
    Wo ich wandre, wo ich walle,
    Stehen mir die Geister da.
    In der Jugend frohe Spiele
    Drängen sie sich grausend ein,
    Ein entsetzliches Gewühle!
    Nimmer kann ich fröhlich sein.


    Und den Mordstahl seh' ich blinken
    Und das Mörderauge glühn;
    Nicht zur Rechten, nicht zur Linken
    Kann ich vor dem Schrecknis fliehn;
    Nicht die Blicke darf ich wenden,
    Wissend, schauend, unverwandt
    Muß ich mein Geschick vollenden
    Fallend in dem fremden Land« -



    Und noch hallen ihre Worte -
    Horch! da dringt verworrner Ton
    Fernher aus des Tempels Pforte,
    Tot lag Thetis' großer Sohn!
    Eris schüttelt ihre Schlangen,
    Alle Götter fliehn davon,
    Und des Donners Wolken hangen
    Schwer herab auf Ilion.


    Analyse

    Die Ballade "Kassandra" (1803; Epoche der Weimarer Klassik) besteht aus 16 Strophen mit je 8 Versen. Das Reimschema ist "unreiner" Kreuzreim (häufig reimen sich i, ie und ü), allerdings brechen manche Verse mit dem Kreuzreimschema. Schiller schien die verständliche Darstellung des Inhaltes einer Formvollendung vorzuziehen - oder er war in Eile ;-). Das Metrum ist ein vierhebiger Trochäus mit regelmäßig alternierender weiblicher und männlicher Kadenz.

    Inhalt / Zusammenfassung

    Der Text beruht auf der mythologischen Gestalt (aus der Ilias von Homer) der Seherin Kassandra sowie dem "Fest" der Trojaner, nach zehnjähriger Belagerung durch die Griechen, und bevor sich der wahre Zweck des Trojanischen Pferdes enthüllte.

    • Troja (auch Ilion genannt) war eine Stadt im Altertum an der Meerenge der türkischen Dardanellen. Die Ausgrabungsstätte (1871 von Heinrich Schliemann und Frank Calvert lokalisiert) liegt auf dem Hügel Hisarlik in der Provinz Çanakkale im Nordwesten der Türkei am Hellespont.
    • Priamos ist der Sohn des Laomedon und der Strymo (Plakia, Tochter des Otreus). Er war in der griechischen Mythologie der sechste und letzte König von Troja (Ilios) während des von Homer geschilderten trojanischen Krieges.
    • Kassandra (auch: „schöne Tochter“) ist die Tochter von Priamos und der Hekabe, damit Schwester von Hektor, Polyxena, Paris und Troilos sowie Zwillingsschwester von Helenos.
    • Der Gott Apollon gab Kassandra wegen ihrer Schönheit die Gabe der Weissagung. Als sie jedoch seine Verführungsversuche zurückwies, verfluchte er sie, auf dass niemand ihren Weissagungen Glauben schenken werde. Derart ungehörte Warnungen werden als Kassandrarufe (bzw. Kassandra-Syndrom) bezeichnet.
    • Thymbra ist ein Ort nahe (ca. 7km) Troja. Hier liegt ein Tempel von Apollo, dem Gott des Gott des Lichts, des Frühlings, der sittlichen Reinheit & Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste (insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs).
    • Bacchus, poetisch auch Iacchus, ist die lateinische Form von Bakchos, einem Beinamen des Dionysos, Gott des Weines, des Rausches, des Wahnsinns und der Ekstase.
    • Pythia war die Bezeichnung für die amtierende weissagende Priesterin im Orakel von Delphi (Heiligtum von Apollon), die in veränderten Bewusstseinszuständen ihre Prophezeiungen verkündete.
    • Lenz ist ein poetischer Ausdruck für den Frühling. So war den Foxtrott "Veronika, der Lenz ist da" ein beliebter Schlager der 1920er Jahre. Siehe auch das Gedicht Lenzfahrt.
    • Die trojanische Prinzessin Polyxena war die Schwester von Kassandra. Ihre Liebe galt dem griechischen Kriegers Achilles, der ihr zugeneigt war. Allerdings vergebens, da sie eine Priesterin Athenas war und daher Jungfrau bleiben musste.
    • Hymen ist in der hellenistischen Religion ein Gott der Hochzeitszeremonien, der Feste und Gesang inspiriert. Der Hymenaios, der mit dem Namen des Gottes zusammenhängt, ist eine Gattung der griechischen Lyrik, die während der Prozession der Braut zum Haus des Bräutigams gesungen wurde und in der der Gott angesprochen wird, im Gegensatz zum Epithalamium, das an der Schwelle zur Hochzeit gesungen wird.
    • Styx (deutsch ‚Wasser des Grauens‘) ist in der griechischen Mythologie neben Acheron, Lethe, Kokytos, Phlegethon und Eridanus ein Fluss der Unterwelt und eine Flussgöttin.
    • Proserpina ist eine römische Gottheit. Sie ist die Tochter des Jupiter und der Ceres und Gattin des Pluto, der sie in die Unterwelt entführte und zu seiner Gemahlin machte. Sie ist die Herrscherin über die Toten und Königin der Unterwelt. Sie entspricht der Persephone in der griechischen Mythologie.
    • Achilleus ist ein beinahe unverwundbarer Heros der Griechen (Achäer) vor Troja und der Hauptheld der Ilias des Homer. Er ist der Sohn des Peleus, des Königs von Phthia in Thessalien, und der Meernymphe Thetis. Seine Mutter tauchte ihn in den Unterweltsfluss Styx, was ihn unverwundbar machte. Seine Ferse aber, an welcher ihn Thetis dabei festhielt, wurde nicht benetzt und blieb daher verwundbar.
      Oftmals wird er mit den Attributen „Pelide“ oder „Peleiade“ (Sohn des Peleus) bezeichnet oder „Aiakide“ (Abkömmling des Aiakos), die an seine Vorfahren erinnern.
      Im zehnten Kriegsjahr eskalierte ein Streit mit dem Anführer der griechischen Streitmacht, Agamemnon, sodass Achilleus der Schlacht fernblieb („Zorn des Achilleus“) Der Tod seines besten Freundes Patroklos trieb ihn dazu, wieder zu den Waffen zu greifen, um ihn an Hektor, dem größten Helden der Troer, zu rächen. Kurz nachdem Achilleus Hektor getötet hatte, fand er den Tod, als er an seiner verwundbaren Ferse von einem Pfeil des Paris, den der Gott Apollon dorthin lenkte, getroffen wurde.
    • Eris (deutsch ‚Streit, Zank‘) ist die Göttin der Zwietracht und des Streites. Sie ist Tochter der Nyx, gilt auch als Schwester des Kriegsgottes Ares.

    Hintergrund

    Der Auslöser des Trojanischen Krieges (13. oder 12. Jahrhundert v. Chr.) war die Entführung der Helena, der Ehefrau des Menelaos, durch den trojanischen Prinzen Paris. Daraufhin zogen die vereinten Griechen gegen Troja, um sich zu rächen. Trotz zehnjähriger Belagerung gelang es jedoch nicht, die stark befestigte Stadt zu erobern.

    Auf Rat des Odysseus bauten die Griechen schließlich ein großes hölzernes Pferd, in dem sich die tapfersten Krieger versteckten, und täuschten die Abfahrt ihrer Schiffe vor. Die Trojaner holten entgegen den Warnungen der Kassandra und des Priesters Laokoon das Pferd in die Stadt. In der Nacht kletterten die Griechen aus ihrem Versteck, öffneten die Tore und konnten so die Trojaner überwältigen.

    Aus dieser Begebenheit heraus entstand der bis heute gängige Begriff des Trojanischen Pferdes.

    "Kassandra" (1983) ist zudem eine Erzählung der ostdeutschen Schriftstellerin Christa Wolf (1929 - 2011), die den Trojanischen Krieg aus der Perspektive der Titelfigur beschreibt.

    Weitere gute Gedichte des Autors Friedrich Schiller.

     

    Weitere "mythologische" Gedichte von Schiller:

     

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    Info: https://www.gedichte7.de/kassandra.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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