Der internationale Dialog werde, so der russische Präsident, durch eine Haltung von "Macht macht Recht" und rücksichtslose einseitige Handlungen ersetzt. Frieden sei etwas, um das man sich bemühen und für das man sich entscheiden müsse.
Die internationale Lage habe sich "zunehmend verschlechtert", warnte der russische Präsident Wladimir Putin und berief sich dabei auf das Wiederaufflammen alter Konflikte und neue, entstehende Brennpunkte.
Der Präsident sagte dies am Donnerstag bei einer Zeremonie zur Übergabe der Beglaubigungsschreiben der Botschafter von mehr als 30 Nationen, darunter zahlreicher Länder, die Russland als "unfreundlich" einordnet. Putin sprach über Herausforderungen für die globale Sicherheit und stellte fest, internationale Zusammenarbeit bleibe einer der entscheidenden Faktoren für eine nachhaltige Entwicklung und den Wohlstand der Menschheit.
"Frieden kommt nicht von alleine, er wird erbaut, und jeden Tag. Frieden erfordert Anstrengung, Verantwortlichkeit und eine bewusste Entscheidung. Gerade jetzt ist offensichtlich, wie wichtig das ist, da sich die Lage auf der internationalen Bühne zunehmend verschlechtert ‒ ich glaube, niemand würde das abstreiten ‒, alte Konflikte sich intensivieren und neue, ernste Brennpunkte entstehen", bemerkte der Präsident.
In der modernen Welt würden Diplomatie und die Suche nach einem Konsens "ersetzt durch einseitige und ziemlich gefährliche Handlungen", fügte Putin hinzu. Viele Länder stünden dem Diktat jener gegenüber, die einer Herangehensweise des "Macht macht Recht" folgen, sagte er.
"Dutzende Länder rund um die Welt leiden unter Verletzungen ihrer souveränen Rechte, unter Chaos und Gesetzlosigkeit und haben nicht die Stärke und die Ressourcen, um für sich selbst einzustehen", erklärte der Präsident.
Der russische Staatschef rief alle Mitglieder der Weltgemeinschaft auf, sich an das Völkerrecht zu halten, und drängte sie, die "heraufziehende, gerechtere multipolare Weltordnung" zu unterstützen. Der Präsident befasste sich in seiner Rede auch mit dem Ukraine-Konflikt und nannte ihn eines der Beispiele für einen Bruch des Prinzips der "Unteilbarkeit von Sicherheit", das besagt, die Sicherheit einer Nation könne nicht auf Kosten einer anderen erreicht werden.
"Das zeigte sich deutlich in der Ukraine-Krise, die eine direkte Konsequenz dessen war, dass Russlands legitime Interessen jahrelang ignoriert wurden, und eines absichtlichen Kurses, unsere Sicherheit zu bedrohen und die NATO an die russischen Grenzen vorzutreiben ‒ im Gegensatz zu den uns öffentlich gegebenen Zusagen", sagte er und bekräftigte Moskaus Entschlossenheit, in der Ukraine einen dauerhaften, nachhaltigen Frieden zu erreichen.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
15.01.2026
Venezuela oder Grönland: Die EU wird jeden US-Landraub bejubeln, selbst zum eigenen Schaden
freedert.online, 15 Jan. 2026 20:00 Uhr
Westeuropa hat längst seine Unabhängigkeit gegen US-Vasallentum eingetauscht, und erntet jetzt die Ergebnisse. Die Unfähigkeit, das US-Handeln in Venezuela korrekt zu benennen, fällt ihm dabei in Rekordgeschwindigkeit auf die eigenen Füße.
Es gibt drei bedeutende außenpolitische Fragen auf dem Radar der EU, und sie sind miteinander verbunden: Ukraine, Venezuela und Grönland. Bei allen dreien tut Washington, was es will, größtenteils zum Nachteil der EU.
Und nein, das hat nicht mit Trump angefangen. Er hat nur die weißen Handschuhe abgestreift und Washingtons blanke Knöchel in all ihrer Glorie enthüllt. Bei allen drei Fällen geht es auch darum, dass die EU zumindest vorgibt, auf Washingtons Seite zu sein – selbst, wenn Widerstand klar im eigenen Interesse Europas wäre. Die USA sehen die EU schon lange als wirtschaftlichen Konkurrenten und haben sich wiederholt auf "nationale Sicherheit" berufen, um sie dazu zu bringen, sich ins eigene Fleisch zu schneiden.
Die EU war nur zu glücklich, mitzuspielen, sobald ihr anfänglicher Widerstand gegen die US-Sanktionen gegen die billigen russischen Gaslieferungen via Nord Stream zusammenbrach, die ihre Wirtschaft am Laufen hielten. Er löste sich endgültig in Luft auf, als Russland endlich genug davon hatte, dass die von den USA geführte NATO die ukrainische Seite seiner Grenze als militarisierte Absteige nutzte – einschließlich in den Gästezimmern hausender Neonazis.
Bei Trumps jüngstem Angriff auf Venezuela folgte die EU demselben Drehbuch: rituelles Nicken für die nationale Souveränität, enthusiastisches Lob für das Ergebnis und eine entschiedene Weigerung, den Täter zu nennen oder gar zu beschämen.
Sie benötigten ein paar Stunden, um ihre Stichworte abzustimmen. Kinder, wie Anhänger einer Sekte, alle in identische rhetorische Gewänder gehüllt, für Daddy Trump. Viel Gerede über "Illegitimität". Nicht zum Putsch selbst. Nicht zu all den Vorwürfen von "Drogenhandel", auch wenn in der Anklage nicht einmal das Wort "Fentanyl" auftaucht und das Justizministerium bereits stillschweigend die Idee aufgegeben hat, es gäbe so etwas wie ein "Kartell der Sonnen", das Maduro nach Behauptungen der USA geleitet haben sollte. Und sicherlich nicht zur Illegitimität einer Entführung eines amtierenden Staatschefs aus seinem eigenen Land, um ihn in einem anderen Land für Verbrechen vor Gericht zu stellen – ohne ein Auslieferungsabkommen. Stattdessen nennen sie weiter Maduro selbst "illegitim", sogar auch dann noch, wenn er, von einem Land, in dem das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen, in der Verfassung steht, wegen Waffenbesitzes angeklagt wird – in Venezuela.
Insbesondere beim britischen Premier Keir Starmer ist schwer zu begreifen, wie er es entschuldigt, bei dieser Scharade Trumps mitzuspielen. Angeblich soll er ein Weltklasseanwalt für Völkerrecht und Menschenrechte sein. Und doch steht er da, nicht bereit, einen Staatsstreich und einen Enthauptungsangriff gegen den international anerkannten Staatschef eines souveränen Landes zu verurteilen. Unter Druck gesetzt, verfällt er in das ewig gleiche Mantra: Er habe nicht alle Fakten, und Großbritannien sei nicht beteiligt. Übersetzung: Wenn ich lange genug stillhalte, sagt Trump vielleicht etwas weniger offen imperialistisches, und ich kann es vermeiden, Daddy zu kritisieren und ihn aufzuregen.
Ein britischer Ministerpräsident versucht es, mit Selbstverteidigung zu argumentieren. Für Trump. Weil es offenkundig Selbstverteidigung ist, wenn man von jemandem besessen ist, der für einen keine wirkliche Bedrohung darstellt, wenn man in dessen Haus marschiert, ihn herauszerrt und entführt.
Vielleicht fühlt sich Trump jetzt, weil Europa chronisch stumpf reagiert, ermutigt, es direkt ins Visier zu nehmen – angefangen mit Grönland. Ist es jetzt an der Zeit, sich ein Rückgrat wachsen zu lassen? Offenkundig immer noch nicht.
Die Erklärung ist einfach. Jedes Zugeständnis, das die EU auf Kosten ihrer eigenen Souveränität Washington gegenüber gemacht hat, hinterließ sie gänzlich abhängig davon, bei Trump weiterhin wohlgelitten zu sein – wie eine traditionelle Ehefrau, die ihre Karriere aufgab und nun ganz von ihrem Partner abhängt und seinen Stimmungen und Launen ausgeliefert ist. Was passiert, wenn man aufwacht und feststellt, mit einem Trottel verheiratet zu sein, aber die eigene Unabhängigkeit schon lange verschleudert hat?
Die EU will Washington als eine Art Türsteher in der Ukraine. Russland hat klargestellt, dass es dort keine NATO will, auch nicht bei einem Waffenstillstand. Also stellt sich Europa mit Macrons und Starmers "Koalition der Willigen" auf, um in naher Zukunft einen russischen Tritt in den Hintern zu erhalten, wenn seine Friedensbemühungen scheitern (wofür die Wahrscheinlichkeit über null liegt) – außer, Washington ist da, hält seine Hand und murmelt: "Es ist okay."
Deshalb ist das ein besonders schlechter Augenblick dafür, dass die EU anfängt, Washington zu erklären, was es tun soll, weil es genau zu dem Zeitpunkt verzweifelt die Absicherung durch die USA will, an dem die Trump-Regierung offen ihre Begierde nach Grönland zeigt – ein dänisches Gebiet, und Dänemark ist Mitglied der EU.
Statt geschlossen aufzumarschieren und Trump deutlich zu verstehen zu geben, was das Kollektiv denkt, macht die EU, was sie immer so macht mit Daddy Trump. Sie veröffentlicht eine gemeinsame Erklärung und umgeht dabei tapfer den Elefanten im Raum: amerikanische Kriegslüsternheit, die nun durch den frischen Überfall auf Venezuela auf Turbo läuft. Und das war alles fürs Öl, wie Trump gerade erst 90 Minuten lang im Fernsehen als Tonschleife wiederholte, nur falls jemand verwirrt war oder auf stumm geschaltet hatte. Das schloss wohl seinen eigenen, passend so benannten "Kriegsminister" Pete Hegseth mit ein, der weiter darauf bestand, dass es um Drogen gegangen sei, ebenso wie seinen Spitzendiplomaten Marco Rubio, der zumindest vorgab, es ginge um Demokratie.
Die europäischen "Führer" betonen weiterhin, Dänemark und Grönland sollten Grönlands Zukunft entscheiden – als wäre irgendjemand verwirrt, was das angeht, und es wäre nicht vielmehr der Teil mit dem US-Einmarsch, den zu erwähnen sie zu vermeiden suchten. Mit den Stichworten in der Hand, tun sie, was sie am besten können – sie wiederholen sich. Als würde das Argument "mein Körper, meine Wahl" bei einem Kerl funktionieren, der damit prahlt, wie er Länder bei den Rohstoffen begrapscht.
Trumps Politikberater Stephen Miller ging noch etwas weiter und stellte infrage, mit welchem Recht Dänemark einen stärkeren Anspruch auf Grönland habe als die USA – als spräche man von Hotelbedarf, der einander ergänzen soll. Er ignoriert die Tatsache, dass die USA 1916 die dänischen westindischen Inseln – jetzt die Virgin Islands der USA – in einem Vertrag erwarben, in dem sie die Rechte Dänemarks an Grönland anerkannten. Aber klar, das war vor über einem Jahrhundert. Zeiten ändern sich. Trump will Grönland für die nationale Sicherheit. So, wie er Venezuela für die nationale Sicherheit wollte, gegen Drogen, bis er hatte, was er wollte, und den Vorwand gänzlich fallen ließ.
Die neuesten Erklärungen der EU brummen etwas davon, wie wichtig arktische Sicherheit für die gesamte NATO sei, die EU eingeschlossen. Währenddessen besteht die Truppe von Trump darauf, dass die USA die NATO sind, und die NATO ohne die USA nichts ist. Man würde denken, dass die EU das besser kontern könne, als lyrisch von den USA als "essenziellem Partner" in Grönland zu schwurbeln, und arktische Sicherheit "kollektiv erreicht" werden müsse, indem "die Prinzipien der UN-Charta, einschließlich Souveränität, territorialer Integrität und der Unverletztlichkeit von Grenzen" hochgehalten würden. Anders gesagt: All das, was die USA gerade in Venezuela dreist verletzt haben – und worauf klar hinzuweisen der EU das Rückgrat fehlte.
Gleichzeitig versichern sich die Europäer gegenseitig, dass Washington niemals Gebiet eines NATO-Landes annektieren werde, denn das wäre undenkbar. Es sei denn, dass Trump wiederholt laut darüber nachdenkt und darauf besteht, dass der Erwerb Grönlands nicht verhandelbar sei. Rubio erklärte, dass Trump es kaufen wolle. Also wollte er damit andeuten, dass sie nicht unmittelbar zur Invasion übergehen würden. Erst, wenn die Verhandlungen scheitern, vermutlich.
Und womit rechnen die USA? Dass die EU blinzelt. Stephen Miller sagte blank heraus, es werde keine militärische Konfrontation mit der NATO über Grönland geben. Warum? "Niemand wird militärisch mit den USA um die Zukunft Grönlands kämpfen", sagte er.
Sie klingen schon fast wie der Besoffene an der Bar, der kein "Nein" als Antwort akzeptiert. Und Trump verhält sich weiter so, weil keiner dieser sogenannten europäischen Staatschefs die Nerven hat, ihm die Meinung zu geigen – selbst, wenn es klar in ihrem eigenen Interesse ist.
Glückwünsche, ihr Eurodeppen. Die Strategie der Selbstsabotage, die ihr über Jahre hinweg perfektioniert habt – auf Kosten eurer eigenen Bevölkerungen fröhlich auf Washingtons Superautobahn des Regimewechsels den Beifahrer gebend –, ist jetzt, wie ein Boomerang, spektakulär direkt in die Windschutzscheibe eures eigenen Clownswagens gedonnert.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
15.01.2026
Der nächste regime change Die Bundesregierung verlangt den Sturz der Regierung Irans. Außenminister Wadephul stuft die aktuellen Proteste als Folge der westlichen Sanktionen ein. Bisherige regime changes in Nah- und Mittelost endeten mit Hunderttausenden Toten.
german-foreign-policy.com, 15. Januar 2026
TEHERAN/WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Vor dem Hintergrund der US-Vorbereitungen für einen militärischen Überfall auf Iran verlangt die Bundesregierung den Sturz der Regierung in Teheran. Man versuche „alle Maßnahmen zu ergreifen, die irgend möglich sind, um diesem Regime das Handwerk zu legen“, teilt Außenminister Johann Wadephul mit Blick auf die mörderische Niederschlagung der Proteste in Iran mit, der laut Berichten von Aktivisten mehr als 3.400 Menschen zum Opfer gefallen sind, womöglich erheblich mehr. Bundeskanzler Friedrich Merz will kommende Woche den syrischen Präsidenten Ahmed al Sharaa in Berlin empfangen, dessen Regierung im vergangenen Jahr für Massaker an rund 2.000 Menschen verantwortlich war – ein Hinweis darauf, dass Massaker der Bundesregierung nicht als Grund, sondern bei Bedarf als Legitimation ihres Handelns dienen. Wadephul stuft die Proteste als Resultat westlicher Sanktionen ein, deren Ziel es somit war, die Bevölkerung zum regime change zu treiben. Israel hat Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 gestürzten Schah, mit einer verdeckten social media-Kampagne zur Galionsfigur der Proteste zu machen versucht. Bisherige regime changes in Nah- und Mittelost endeten mit Hunderttausenden Toten.
Zitat: „Sanktionen wirken“
Ausgelöst wurden die aktuellen Proteste in Iran durch eine schwere Wirtschaftskrise. Diese ist Experten zufolge zwar auch auf Fehler in der Regierungspolitik sowie auf Korruption zurückzuführen, vor allem aber auf die westlichen Sanktionen und den Angriffskrieg Israels und der USA im vergangenen Jahr. Laut einem Bericht der Financial Times wuchs Irans Wirtschaft in den Jahren von 2000 bis 2012 um durchschnittlich 4,4 Prozent pro Jahr; dann eskalierten die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen, was dazu führte, dass Irans Wachstum seitdem nur einen jährlichen Durchschnitt von 1,9 Prozent erreicht.[1] Ließ der Nukleardeal im Jahr 2015 Hoffnungen aufblühen, so setzte der Bruch des Abkommens durch die Trump-Administration im Jahr 2018 dem kurzzeitig aufgeflackerten Wachstum ein Ende. Die iranische Währung stürzte ab; die Inflation schnellte in die Höhe. „Pessimismus“ habe sich breitgemacht und zu „politischer Frustration“ geführt, urteilt Djavad Salehi-Isfahani von der Universität Virginia Tech. Der Krieg vom Juni 2025 habe die Lage weiter verschärft.[2] So stufen es auch westliche Politiker ein. „Das, was wir jetzt an Protesten sehen, ist eine Folge von Sanktionen“, urteilte Außenminister Johann Wadephul am Wochenende: „Das heißt, Sanktionen wirken. Und auf diesem Weg sollten wir weiter vorangehen.[3]
Der Sohn des Schah
Hat der Westen demnach mit einer Strategie der gezielten Verelendung durch Sanktionen auf die Proteste hingearbeitet, so hat er diese nun auch politisch gekapert, indem er Reza Pahlavi, den Sohn des im Jahr 1979 gestürzten Schah Mohammad Reza Pahlavi, zur Galionsfigur der Opposition stilisiert.Pahlavi, der seit 1978 dauerhaft in den Vereinigten Staaten lebt, ist in Iran selbst sehr unpopulär – zum einen wegen der diktatorischen Terrorherrschaft seines Vaters, zum anderen, weil er in den knapp fünf Jahrzehnten im Exil den Bezug zur iranischen Lebenswirklichkeit verloren hat.Bloß iranische Exilmonarchisten unterstützen ihn. Pahlavi wird seit den iranischen Protesten des Jahres 2022 von den westlichen Staaten stark gefördert. Im Februar 2023 wurde er zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen. Im April 2023 besuchte er auf Einladung der damaligen Geheimdienstministerin Gila Gamliel Israel und traf dort auch mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen.[4] Die aktuellen Proteste in Iran hat Pahlavi aktiv mit Hilfe der sozialen Medien begleitet und befeuert; US-Präsident Donald Trump hat er „Anführer der freien Welt“ genannt und ihn aufgefordert, schnell in Iran zu intervenieren.[5] Trump hatte zuvor mit einem erneuten Militärüberfall auf Iran gedroht und die Demonstranten ebenfalls befeuert.
Social media-Kampagne aus Israel
Wie eine umfangreiche, im Herbst 2025 publizierte Recherche der israelischen Tageszeitung Haaretz belegt, hat vor allem die Regierung Israels beträchtliche Anstrengungen mit dem Ziel unternommen, Pahlavi auch in Iran selbst populär zu machen. Demnach hat sie ein privates Unternehmen dafür bezahlt, auf den sozialen Medien für ihn zu werben und dabei auch Rufe nach einer Wiedereinführung der Monarchie zu unterstützen. Dabei sollen zahllose Fake-Accounts genutzt worden sein, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Bilder, Videos und Wortbeiträge in persischer Sprache verbreiteten.[6] Ziel ist es offenkundig, den Sohn des Schah, der bis zu seinem Sturz 1979 eng mit den USA und Israel kooperierte, in Teheran zum neuen, gleichfalls eng mit Washington und Tel Aviv kollaborierenden Herrscher zu machen. Das zum großen Teil aus Bots bestehende israelische social media-Netzwerk wurde laut dem Haaretz-Bericht während des israelischen Angriffskrieges gegen Iran im vergangenen Jahr auch genutzt, um mit Falschnachrichten die iranische Bevölkerung zur offenen Revolte gegen die Regierung anzustacheln. Ob es zu Beginn der derzeitigen Proteste gleichfalls eingesetzt wurde, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich – jedenfalls bis zu der Zeit, zu der Irans Repressionsapparate das Internet abschalten ließen.
„Der Westen muss zusammenstehen”
Irans Repressionsapparate haben die Proteste in den vergangenen Tagen mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt; iranische Aktivisten gehen von mehr als 3.400 aus, womöglich sogar erheblich mehr. Die Opfer werden nun von den westlichen Staaten zum Anlass genommen, den Sturz der Regierung zu fordern. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Dienstag erklärt, wenn sich „ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten“ könne, sei es „faktisch am Ende“. Er gehe davon aus, „dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“.[7] Schon zuvor hatte Außenminister Wadephul erklärt, die „Unterdrückung des Volkes“ in Iran sei „inakzeptabel“: „Der Westen muss jetzt zusammenstehen“.[8] US-Präsident Trump hat seine Drohungen gegen die iranische Regierung wiederholt und die Demonstranten aufgefordert, ihre Proteste fortzusetzen. Zugleich haben die USA begonnen, denjenigen Teil ihrer Truppen auf ihrem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Qatar, deren Präsenz dort nicht zwingend erforderlich ist, abzuziehen – ein Schritt, der als mögliche Vorbereitung eines militärischen Angriffs betrachtet wird: Die Basis Al Udeid gilt als etwaiges Ziel des Vergeltungsschlags, den die iranische Führung angekündigt hat.
Instrumentalisierte Opfer
Dabei degradiert der Westen die zahllosen Opfer der mörderischen Niederschlagung der Proteste zum bloßen Anlass für einen möglichen Sturz der Regierung. In Syrien kamen im vergangenen Jahr bei Massakern, für die die Regierung unter dem Ex-Jihadisten Ahmed al Sharaa Verantwortung trägt, an die 2.000 Menschen zu Tode, überwiegend Angehörige von Minderheiten wie den Alawiten und den Drusen (german-foreign-policy.com berichtete [9]). Al Sharaa wird von den USA und von Israel unterstützt; er wird kommende Woche in Berlin erwartet, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Syrien zu intensivieren. Ginge es der Bundesregierung darum, Opfern von Massakern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, würde sie weder Al Sharaa einladen noch mit Israel kooperieren, das im Gazastreifen mindestens 71.400, vermutlich sogar weit mehr Menschen umgebracht hat, der Großteil von ihnen Zivilisten.
Hunderttausende Tote
Ginge es Berlin darum, Massaker zu verhindern, dann würde es außerdem nicht auf einen regime change in Teheran orientieren. Im Irak kamen in den 15 Jahren nach dem US-Überfall von 2003 und dem darauf folgenden Sturz der Regierung laut Recherchen des Costs of War Project an der Brown University in Providence (Rhode Island) mindestens 300.000 Menschen gewaltsam ums Leben, mindestens 200.000 davon Zivilisten. Indirekt kriegsbedingte Opfer etwa von Krankheiten oder sonstigen vermeidbaren Todesursachen – wohl Hunderttausende –kommen hinzu. Ähnlich verhält es sich in Libyen und in Syrien, wo der Versuch des Westens, einen regime change herbeizuführen, in Bürgerkriege und den Zerfall des Staates mündete. Die Annahme, in Iran werde ein von außen herbeigeführter regime change günstiger verlaufen, ist durch nichts begründet.
[1], [2] Andrew England: How Iran’s economic pain sparked explosion of unrest. ft.com 13.01.2026.
[3] Stefanie Reulmann: Wadephul lässt militärisches Vorgehen offen. zdfheute.de 11.01.2026.
[4] Son of Iran’s last shah arrives in Israel to push for ‘peaceful, prosperous future’. timesofisrael.com 17.04.2023. Son of Iran’s last shah pays condolence call to Dee family, visits Western Wall. timesofisrael.com 18.04.2023.
[5] Shoshana Baker: Iranian Crown Prince calls for more days of protests in Iran, to prepare for a ‘revolutionary victory’. jpost.com 10.01.2026.
[6] Gur Megiddo, Omer Benjakob: The Israeli Influence Operation Aiming to Install Reza Pahlavi as Shah of Iran. haaretz.com 03.10.2025.
[7] Merz sieht Irans Führung am Ende. tagesschau.de 13.01.2026.
[8] Stefanie Reulmann: Wadephul lässt militärisches Vorgehen offen. zdfheute.de 11.01.2026.
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unser weiterer Kommentar: Völkerrechtsnihilismus ausnahmslos und weitere finale weil tödliche Bankrotterklärung herkömmlicher Machtpolitiken.
14.01.2026
US-Abgeordnete wollen Trump an der Übernahme Grönlands hindern
freedert.online, 14 Jan. 2026 21:30 Uhr
Republikanische und demokratische Abgeordnete reichten Gesetzentwürfe ein, die die Verwendung von Bundesmitteln für einen Angriff auf NATO-Mitglieder verhindern sollen. Die Vorstellung, Grönland den USA einzuverleiben, stößt nur begrenzt auf Unterstützung.
Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Abgeordneten hat Gesetzentwürfe eingereicht, um einen möglichen US-Militäreinsatz gegen Grönland zu verhindern und Präsident Donald Trumps Drohung, die Insel zu annektieren, herauszufordern.
Die beiden Entwürfe mit den Titeln "Keine Haushaltsmittel für NATO-Invasionen" und "Gesetz zum Schutz der Einheit der NATO" wurden in dieser Woche im Repräsentantenhaus und im Senat eingereicht. Im Repräsentantenhaus schloss sich der Republikaner Don Bacon demokratischen Abgeordneten an, um ein Gesetz vorzuschlagen, das es verbietet, Bundesmittel zu nutzen, um irgendein NATO-Mitgliedsland "zu blockieren, zu besetzen, zu annektieren oder Militäreinsätze gegen es vorzunehmen". Das Gesetz will außerdem US-Beamten oder Angestellten untersagen, "irgendeine Handlung für die Durchführung" eines solchen Einmarsches vorzunehmen.
Der Gesetzentwurf im Senat wurde von der Demokratin Jeanne Shaheen und der Republikanerin Lisa Murkowski vorgelegt, die erklärten, "schon die Andeutung, dass Amerika unsere großen Ressourcen gegen unsere Verbündeten nützen könnte, ist verstörend".
Diese Schritte sind Teil eines zunehmenden Widerstands im US-Kongress gegen Trump, der erklärt hat, die USA würden Grönland "auf die eine oder andere Weise" erwerben, und dabei den Einsatz militärischer Gewalt nicht ausschloss. Westliche Medien haben berichtet, der Präsident habe die Militärführung bereits angewiesen, einen Plan für einen künftigen Einmarsch zu entwerfen.
Einige führende Republikaner haben diese Vorstellung verworfen. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, betonte, es gebe "keine Kriegserklärung, die über Grönland schwebt", während Senator Rand Paul seine Zweifel bekundete, ob es angesichts des parteiübergreifenden Widerstands jemals zu einem Einmarsch käme.
Einige Republikaner haben jedoch die Sicht des Präsidenten aufgegriffen, und am Montag hatte der Abgeordnete Randy Fine einen unterstützenden Gesetzentwurf eingereicht, das "Gesetz zur Annektion und Staatlichkeit von Grönland", der es erleichtern soll, es zum 51. US-Bundesstaat zu machen.
Trump begründete seine Absicht damit, die USA müssten handeln, ehe Russland oder China Grönland "übernehmen" – eine Behauptung, die von führenden Politikern in Kopenhagen, Peking und Moskau zurückgewiesen wurde.
Das chinesische Außenministerium warf dem US-Präsidenten vor, China und Russland als "Vorwände" für seinen Griff nach der Arktis zu nutzen, während Russland betonte, es lehne eine Militarisierung der Region ab, und wünsche dort eine Zone der friedlichen Kooperation.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
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14.01.2026
Puff – Trumps venezolanischer Öl-Traum ist zerplatzt
freedert.online, 14 Jan. 2026 21:00 Uhr, Von Rainer Rupp
Big US-Oil werde in Venezuela investieren und alles zum Besten wenden, prahlte Donald Trump in den "sozialen" Medien vor seinem Treffen mit rund 20 Top-Managern der US-Energiewirtschaft am vergangenen Wochenende. Doch die schütteten einen Eimer kalten Wassers für seinen Fiebertraum von einer Öl-Bonanza.
Die US-Regierungsspitze trifft sich mit den führenden Köpfen der Öl- und Energieindustrie der USA, Washington, 12.01.26
Wir haben uns inzwischen an Donald Trumps Gigantismus gewöhnt. Alles, wirklich alles, was er macht – selbst sein Toilettengang –, ist entweder gigantisch, einmalig auf der Welt oder "super duper". Mit diesen Attributen prahlt er auch über seinen jüngsten verbrecherischen Überfall auf ein anderes Land. Mit dem "einzigartig toll" ausgeführten US-Raubmord in Venezuela – immerhin wurden an die 100 Menschen, darunter viele Zivilisten bei dem US-Überfall auf Caracas getötet – wollte Trump die größten Ölvorkommen der Welt in den Besitz der USA überführen und sich zugleich als Chefverwalter dieses märchenhaften Reichtums einsetzen.
Zur Verwirklichung seiner megalomanen Fantasie mussten aber erst wieder die venezolanischen Ölquellen zum Sprudeln gebracht werden. Für Trump kein Problem: Dank seines unglaublich schlauen Kopfs entwarf er im Handumdrehen ein Hundert-Milliarden-Dollar-Investitionsprogramm, das er letzten Montag erwartungsfroh den Chefs der US-Ölindustrie vorstellte, die er im Weißen Haus zusammengetrommelt hatte. Das war der Moment, in dem das Trugbild seiner größenwahnsinnigen Fantasie mit der Realität zusammenstieß.
Denn die Big-Oil-Bosse machten Trump klar, dass Venezuelas Reserven in geografisch unzugänglichen Dschungelgebieten liegen und das teerartige Öl chemisch verdünnt und aufwendig transportiert werden muss. Personalmangel, Lebensgefahr durch Anti-US-Milizen und Entführungsbanden sowie fehlende juristische Investitionssicherheit machen daher eine umfassende Ausbeutung unrealistisch. Dazu mehr Details weiter unten im Text.
Nur wenige Tage nach der brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen militärischen US-Intervention in Venezuela hatte Präsident Trump seine grandiose Vision auf die Bildschirme der US-Fernseher gemalt. Seine kühne Verheißung: Mindestens 100 Milliarden Dollar frisches US-Kapital werden die weltgrößten nachgewiesenen Ölvorkommen im Orinoco-Gürtel zum Sprudeln bringen; natürlich unter seiner Oberaufsicht zum Wohl der US-amerikanischen und der venezolanischen Bevölkerung. Das muss man Trump glauben, schließlich hatte er als New Yorker Baulöwe, als er seine ersten Dollar-Milliarden gemacht hatte, mit seinen Billigwohnungen immer das Wohl der ärmeren Teile der Bevölkerung im Sinn gehabt. Zumindest glaubt er selbst daran.
Im Übrigen unterstrich er in seinen öffentlichen Reden die absolute Notwendigkeit seiner Militärintervention, denn nur so habe er Venezuela vor China und Russland retten können, die sich sonst die fette Beute selbst geschnappt hätten. Aber nun sei das Baby in trocken Tüchern, und Big US-Oil werde mit 100 Milliarden Dollar Investitionen alles zum Besten wenden.
Doch die Realität hat die unangenehme Angewohnheit, Luftschlösser zum Einsturz zu bringen. Beim von der Öffentlichkeit abgeschirmten Treffen am vergangenen Wochenende schütteten die rund 20 eingeladenen Top-Manager der größten US-Energieunternehmen einen ernüchternden Eimer kalten Wassers auf Trumps Fiebertraum. Statt sofort Schecks zu unterschreiben, zeigten die Ölbarone höflich, aber bestimmt starke Skepsis gegenüber Trumps Plänen. Ihre Einwände summierten sich zu einer langen Liste von Problemen und Risiken, darunter Zeitpläne über Jahrzehnte und die schiere Unrentabilität von Investitionen bei aktuellen Ölpreisen von etwa 56 bis 60 Dollar pro Barrel.
Am Ende der Sitzung trat Trump dennoch vor die Presse und verkündete – wie könnte es auch anders sein – den Sieg seiner Pläne: "Wir haben so etwas wie einen Deal geschlossen." Doch die Details dieses angeblichen Deals, die inzwischen ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, erzählen eine andere Geschichte: Nur Chevron, das schon seit einigen Jahren im Einverständnis mit der Maduro-Regierung wieder in Venezuela produziert hat, legte ein bescheidenes Versprechen vor, mehr zu investieren, während Giganten wie ExxonMobil Investitionen in Venezuela rundheraus ablehnten. Da halfen auch Trumps Zusicherungen an die Manager nichts, wenn er sagte: "Ihr habt totale Sicherheit, totale Sicherheit … Ihr verhandelt direkt mit uns (der US-Regierung) – nicht mit Venezuela."
Die Big-Oil-Manager kauften ihm seine billigen Verkaufsreden jedoch nicht ab. ExxonMobil-Chef Darren Woods wird in US-Medien zitiert: "Wenn man sich die derzeitigen rechtlichen und kommerziellen Strukturen und Rahmenbedingungen in Venezuela anschaut, ist es uninvestierbar. … Wie finanziell belastbar sind die Schutzmaßnahmen? Wie sehen die Renditen aus?" Exxon-Boss Woods erinnerte auch an frühere Enteignungen in Venezuela: "Exxons Vermögenswerte dort wurden bereits zweimal beschlagnahmt." Trump habe darauf sichtbar erbost geantwortet, dass man das grandiose Venezuela-Projekt auch ohne Exxon durchführen werde.
Der Gründer von Continental-Resources, Harold Hamm, gab zu bedenken, dass "sich alle darüber einig sind, dass in Venezuela eine riesige Investition getätigt werden müsste, was definitiv viel Zeit bräuchte, um das umzusetzen", bevor man überhaupt an Gewinne denken könnte. ConocoPhillips-Chef Ryan Lance erinnerte an die Verluste seines Unternehmens von zwölf Milliarden Dollar in Venezuela, die allerdings "bereits abgeschrieben" seien, worauf Trump paternalistisch erwiderte: "Gute Abschreibung."
Nur einige wenige Teilnehmer zeigten die notwendige Begeisterung für Trumps Plan; so etwa der Repsol-Chef, der sich bereit zeigte, "mehr zu investieren", oder Bill Armstrong von Armstrong Oil & Gas, der aus schlecht nachvollziehbaren Gründen von "erstklassigem Gelände" in Venezuela sprach. Doch das waren zwei Ausreißer in einem Raum voller Misstrauen und Vorsicht.
Selbst wenn man von den anstehenden juristischen Klagen in den USA gegen Trumps Vorgehen und seine weiteren Pläne absieht und ebenso den völkerrechtlichen Sumpf der US-Militärintervention und deren juristischen Folgen für US-Exporte von in Venezuela geraubtem Öl an Drittländer ignoriert, wo es womöglich beschlagnahmt werden kann, dann zeichnen sich weitere, zumeist unüberwindbare Probleme ab. Die sind meist technischer, geografischer und ökonomischer Art. Andere beziehen sich auf die bereits oben angedeuteten Personalprobleme und potenziellen Gefahren für Leib und Leben der Mitarbeiter.
Die nachfolgende Liste der Hindernisse zeigt, warum Trumps Plan ein Luftschloss bleiben wird:
1.Fehlendes erfahrenes US-Personal und logistische Bereitschaft
Neue Akteure wie Exxon oder ConocoPhillips haben nach Jahren der Abwesenheit – die Enteignungen fanden in den 2000er-Jahren statt – keine Vor-Ort-Kontakte, kein ausgebildetes Personal oder Lieferketten mehr. Nur Chevron ist noch vor Ort aktiv. Den neuen Marktteilnehmern würden die notwendigen Beziehungen, Mitarbeiter und Logistik fehlen, um kurzfristig loszulegen. US-Analysten sprechen von Jahren, bis die Ölproduktion in Venezuela nennenswert steigen würde. Es bedürfte eines jahrzehntelangen Kraftakts, zu dem die eher kurzfristig auf den Profit bedachte US-Unternehmen kaum imstande sind, falls überhaupt.
2. Sicherheitsrisiken: Schwer bewaffnete Milizen, Banden und Chaos
Die in Lateinamerika erfahrene Journalistin Lulu Garcia-Navarro warnte jüngst vor schwer bewaffneten paramilitärischen Kräften, die Yankees hassen, aber auch vor kriminellen Kartellen mit schier unbegrenzten Finanzmitteln und Zugang zu Waffen aller Art und Motiven, für Chaos zu sorgen, von dem sie profitieren. Nach einer US-Invasion mit Bodentruppen würden Entführungen, Sabotage oder direkte Angriffe auf Anlagen drohen. Kein Wunder, dass Exxon-Boss Woods "ordnungsgemäße Sicherheitsgarantien" forderte, bevor er überhaupt ein Beobachterteam hinschicken würde.
Frühere Beschlagnahmungen und Verluste in Milliardenhöhe schweben wie ein Damoklesschwert über jeder Diskussion von US-Managern über Neuinvestitionen in Venezuela. Sie haben gute Gründe, an der "Haltbarkeit" und "Belastbarkeit" Trumps versprochener Schutzmaßnahmen zu zweifeln. Denn was passiert bei politischen Wechseln in Washington oder Caracas? Vor wenigen Tagen hat der US-Kongress bereits Trumps Handlungsfreiheit in Venezuela beschnitten. Im kapitalintensiven Energiesektor brauchen kapitalistische Unternehmen Gewissheit für langfristige Gewinne und Verträge, die Jahrzehnte überdauern, was angesichts der politischen Unsicherheiten in den USA und Venezuela nicht gegeben ist.
4. Geologische und technische Herausforderungen: Der teerartige Albtraum des Orinoco-Schweröls
Das venezolanische Öl ist größtenteils extraschweres Bitumen, das nicht leicht fließt. Es braucht teure Verdünnung mit Naphtha oder leichteren Ölen für den Pipeline-Transport sowie energieintensive Aufbereitung. Das Gelände – entlegener Regenwald, Flüsse, hohe Temperaturen – erschwert Förderung und Transport. Die Produktionskosten sind hoch, Emissionen intensiv, und bei den aktuellen Preisen (56 bis 60 Dollar pro Barrel) sind viele Projekte unrentabel. Der "Break Even"-Preis, die Grenze zwischen Gewinn und Verlust, liegt oft bei über 80 Dollar pro Fass.
Fazit: Die große Illusion zerplatzt
Trumps glorreicher 100-Milliarden-Ölrausch – gestartet mit Bomben, Großspurigkeit und offener Missachtung des Völkerrechts – prallt frontal gegen die Mauer der Realität. Die Ölbosse, die er im Weißen Haus unter Druck zu setzen versuchte, rannten nicht mit offenen Scheckbüchern herbei. Stattdessen erklärten sie höflich, warum sie ihr Geld nicht in Venezuelas bodenlosem Risikosumpf versenken wollen. Doch Trump verspricht "totale Sicherheit"; und das für ein Land, dessen Hauptstadt frisch von US-Militär verwüstet wurde, dessen Bevölkerung von Washington erniedrigt wird, ein Land, in dem es von schwer bewaffneten Anti-US-Milizen wimmelt, die stolz auf ihre Tradition sind, koloniales ausländisches Eigentum zu verstaatlichen. Was kann da für neue US-Investitionen schon schiefgehen?
Letztlich ist Trumps "Geniestreich" in Venezuela nichts anderes als eine milliardenschwere außenpolitische Farce, getarnt als Energiedominanz. Die Big-Oil-Bosse gingen mit höflichem Lächeln, aber null Zusagen nach Hause und überließen Trump die Prahlerei von "einem Deal", der nur in seiner Fantasie existiert. Wie absolut vorhersehbar, war das wieder ein triumphaler Trump-Erfolg, der absolut nichts liefert außer riesigen Schlagzeilen, einer saftigen Rechnung für die US-Steuerzahler und einer endgültigen Verabschiedung Washingtons vom Völkerrecht.
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Er könnte der nächste US-Präsident werden. Wer seine Freunde und Mentoren trifft, versteht seine Verwandlung vom ehrgeizigen Arbeiterkind zum rechtsnationalen Ideologen.
Auszug:
Doch dann sitzt er 2011 im Vortrag eines sehr erfolgreichen und sehr reichen Mannes, von dem die meisten Studenten damals noch nie etwas gehört haben. Dieser Mann sagt ihnen: Vergesst die Universität! Er spricht in Yale über den sinnlosen Leistungskampf der jungen Begabten, die ihre ganze Kraft in einen Wettbewerb um Auszeichnungen steckten – nur um hinterher einen Job zu bekommen, der die Welt nicht voranbringt. Vance wird diesen Tag später als einen der wichtigsten in seinem Leben beschreiben. Der Mann, der ihn so fesselt, heißt Peter Thiel. Er hat an einer anderen Spitzenuni Jura studiert, dann jedoch dem Establishment den Rücken gekehrt. Jetzt ist er einer der erfolgreichsten Investoren im Silicon Valley. Und er will eine neue Elite für Amerika.
Für Thiel kann der moderne Liberalismus den Amerikanischen Traum von Wohlstand und Fortschritt nicht mehr einlösen. Schuld daran, glaubt er, sind die Universitäten, die Medien und die Kulturindustrie. Thiel nennt sie Konformitätsmaschinen, weil sie abweichende Ideen unterdrückten. Im Jahr 2023 wird eine Umfrage an der Harvard-Universität zeigen, dass nur drei Prozent der Professoren in den Geistes- und Sozialwissenschaften konservativ sind.
Vance bleibt nach dem Vortrag mit Thiel in Kontakt. In dem Moment, in dem er es in die liberale Elite geschafft hat, beginnt er sich von ihr zu distanzieren. Zumindest politisch, privat eher nicht: Er lernt in Yale eine junge Frau kennen, sie studiert Jura wie er. Usha Chilukuri ist die Tochter indischer Einwanderer, er Flugzeugingenieur, sie Molekularbiologin. Usha wuchs im liberalen San Diego auf, Kalifornien, Küste, eine Welt entfernt von Middletown. Hyperdiszipliniert, Vegetarierin, Hindu. Mit ihr erfüllt sich Vance seinen Traum: Familie. Heute sind die beiden verheiratet und haben drei Kinder.
JD Vance, das Arbeiterkind, überlegt damals, ein Buch über Amerikas Arbeiter zu schreiben. Im Februar 2013 lädt er im Internetforum der Fakultät zu einer Lesegruppe ein: "social decline in white America", der soziale Abstieg der weißen Arbeiterklasse. Vance hat das gerade erschienene Buch Coming Apart von Charles Murray gelesen. Darin geht es um das Auseinanderdriften der weißen Bevölkerung in eine Ober- und eine Unterschicht. Die Oberschicht lebt demnach in stabilen Familien, arbeitet in angesehenen Berufen und bleibt in einer kulturellen Blase unter sich. Die Unterschicht dagegen verlernt alles, was zu einem erfolgreichen Leben gehört: Sie heiratet seltener, die Arbeitsmoral sinkt, die Kriminalität steigt, die Bindung an die Kirche nimmt ab.
Der Politikwissenschaftler Charles Murray und der Silicon-Valley-Investor Peter Thiel haben nicht viel gemeinsam, dies aber doch: Beide liefern die Geschichte eines Niedergangs. In Murrays Erzählung kann JD Vance vieles aus seiner eigenen Kindheit wiedererkennen. Er legt das Buch, das er nun zu schreiben beginnt, zunächst eher theoretisch an. Sein Verleger und eine Professorin ermutigen ihn jedoch, die Geschichte seines Lebens zu schreiben: Hillbilly Elegy.
Ohio
Jeri Lewis sitzt im Separee eines Steakhauses, sie ist 47 Jahre alt, trägt einen schwarzen Blazer und auffälligen Schmuck. Sie kommt gerade aus der Kirche und bestellt erst mal einen Chocolate Martini. In der Zeit, in der JD Vance seine Arbeiterkind-Vergangenheit aus der Ferne in einen Weltbestseller verwandelte, zog sie nach Middletown. Und begann, sich ganz konkret um die Zurückgelassenen zu kümmern. Die Opioid-Krise hatte ihren Höhepunkt erreicht, vielen Leuten in der Stadt ging es nicht gut. "Mir ging es selbst nicht gut", sagt Lewis. "Irgendwie habe ich mich den Leuten ganz unten verbunden gefühlt." Sie hatte mit den drei Kindern ihren gewalttätigen Mann verlassen und war hier gelandet, weil die Häuser so billig waren.
Sie zog einen Catering-Service auf, stellte einige der Abgehängten ein, brachte andere von den Drogen weg. Damals lernte sie Vance’ Mutter Beverly kennen, die versuchte, ihre Sucht hinter sich zu lassen, was ihr schließlich auch gelang. Außerdem seine Halbschwester Lindsey – und später auch JD selbst.
Wie ist er denn so, der JD Vance?
"Er ist sehr selbstbewusst." Seine Halbschwester habe ihr allerdings erzählt, dass er als Schüler gehänselt wurde.
Warum?
"Na ja, er trug Scheißklamotten und war ein bisschen dick."
Sein Lehrer hat allerdings berichtet, Vance sei am Ende der Schule sehr beliebt gewesen.
"Ich kann sie ja mal fragen." Lewis textet Vance’ Halbschwester ein Hallo. Es dauert nicht lange, dann kommt die Antwort. "Oh", sagt Lewis, als sie auf das Handy schaut, "kein guter Moment. Sie ist gerade im Krankenhaus." Lewis erzählt, was los ist, bittet aber, es nicht zu schreiben.
Jeri Lewis sagt, sie sei konservativ. Fährt man mit ihr durch Middletown, klingt sie jedoch wie eine linke Streetworkerin. Sie zeigt auf eine alte Ausgabestelle, an der sich Süchtige saubere Nadeln besorgen konnten. "Eine Schande, dass es die nicht mehr gibt." Ein junger Mann auf dem Fahrrad: "Ehemaliger Footballspieler, ist verrückt geworden." Psychische Probleme, wie bei so vielen, sagt sie. Es gebe nicht genug Geld, um sich um alle zu kümmern. Dem Footballspieler bringe sie regelmäßig Essen, für 2028 hoffe sie auf "Präsident Vance". Vielleicht werde er die Mittel bereitstellen, die es braucht.
Sie fährt am früheren Opernhaus vorbei. Eine Bürgerinitiative hat es wieder hergerichtet. Zwar werden dort keine Opern mehr aufgeführt, aber nächste Woche spielt ein Jazz-Ensemble. Um die Ecke wurde das alte Kaufhaus in ein Ateliergebäude für Künstler umgewandelt. Die Einwohnerzahl sinkt nicht mehr, es gibt neue Geschäfte, eine Destillerie, einen Skatershop, eine Bäckerei. Die Armutsrate ist immer noch hoch, doch sie sinkt langsam. Auch dank Menschen wie Jeri Lewis.
JD Vance zieht es bald nach seinem Studium ins Silicon Valley.
Er fängt 2016 bei Peter Thiels Investmentfirma Mithril Capital an. Thiel umgibt sich mit einem Zirkel radikaler reaktionärer Denker. Da ist der Tech-Philosoph Curtis Yarvin, aber auch ein in Yale promovierter rumänisch-amerikanischer Philosoph mit dem Namen Costin Alamariu ("Das Leben ist ein Kampf um die Herrschaft über den Raum") und der Brite Nick Land ("Die Demokratie ist so nah an der Verneinung der Zivilisation, wie es nur geht"). Ihnen allen ist gemein, dass sie wie Peter Thiel im liberalen Westen ein gescheitertes Projekt sehen. Amerika wird in ihrer Welt nicht von Streetworkern wie Jeri Lewis gerettet, sondern von Unternehmer-Monarchen und der künstlichen Intelligenz. Sie sind die gedanklichen Kinder von Ernst Jünger, Oswald Spengler und Carl Schmitt: Kritiker der Moderne, vitalistisch, national, elitär.
Für einen nach einer Haltung zur Welt suchenden Menschen wie JD Vance müssen all diese hochabstrakten Ideen aufregend gewesen sein. Sie bieten einen Überbau für etwas, das er bisher nur erahnt hat. Im Silicon Valley wird er zu einem Intellektuellen.
Noch ist seine Ideologie nicht gefestigt. Noch fragt er sich, wie weit er seine Kritik am Liberalismus treiben will. Und in welche Art von Politik man sie übersetzen sollte. Als Donald Trump mit den Stimmen vieler frustrierter weißer Arbeiter seine erste Wahl gewinnt, ist Vance nicht von ihm überzeugt: "moralische Katastrophe", "Amerikas Hitler", "Gott, steh uns bei". Vance bleibt Republikaner, das schon. Aber wie soll sie ausgerichtet sein, eine Republikanische Partei, die Wahlen gewinnen kann, menschlich sauberer als mit Trump?
Im Januar 2017, eine Woche nach Trumps Amtseinführung, lädt Vance einige Politstrategen und gemäßigt konservative Denker ein, um zu beraten, wie es weitergehen soll, auch für ihn persönlich. Hillbilly Elegy hat ihn wohlhabend und berühmt gemacht. Die besten Voraussetzungen für den Beginn einer politischen Karriere.
Für einen nach einer Haltung zur Welt suchenden Menschen wie JD Vance müssen all diese hochabstrakten Ideen aufregend gewesen sein. Sie bieten einen Überbau für etwas, das er bisher nur erahnt hat. Im Silicon Valley wird er zu einem Intellektuellen.
Noch ist seine Ideologie nicht gefestigt. Noch fragt er sich, wie weit er seine Kritik am Liberalismus treiben will. Und in welche Art von Politik man sie übersetzen sollte. Als Donald Trump mit den Stimmen vieler frustrierter weißer Arbeiter seine erste Wahl gewinnt, ist Vance nicht von ihm überzeugt: "moralische Katastrophe", "Amerikas Hitler", "Gott, steh uns bei". Vance bleibt Republikaner, das schon. Aber wie soll sie ausgerichtet sein, eine Republikanische Partei, die Wahlen gewinnen kann, menschlich sauberer als mit Trump?
Im Januar 2017, eine Woche nach Trumps Amtseinführung, lädt Vance einige Politstrategen und gemäßigt konservative Denker ein, um zu beraten, wie es weitergehen soll, auch für ihn persönlich. Hillbilly Elegy hat ihn wohlhabend und berühmt gemacht. Die besten Voraussetzungen für den Beginn einer politischen Karriere.
Für Thiel kann der moderne Liberalismus den Amerikanischen Traum von Wohlstand und Fortschritt nicht mehr einlösen. Schuld daran, glaubt er, sind die Universitäten, die Medien und die Kulturindustrie. Thiel nennt sie Konformitätsmaschinen, weil sie abweichende Ideen unterdrückten. Im Jahr 2023 wird eine Umfrage an der Harvard-Universität zeigen, dass nur drei Prozent der Professoren in den Geistes- und Sozialwissenschaften konservativ sind.
Vance bleibt nach dem Vortrag mit Thiel in Kontakt. In dem Moment, in dem er es in die liberale Elite geschafft hat, beginnt er sich von ihr zu distanzieren. Zumindest politisch, privat eher nicht: Er lernt in Yale eine junge Frau kennen, sie studiert Jura wie er. Usha Chilukuri ist die Tochter indischer Einwanderer, er Flugzeugingenieur, sie Molekularbiologin. Usha wuchs im liberalen San Diego auf, Kalifornien, Küste, eine Welt entfernt von Middletown. Hyperdiszipliniert, Vegetarierin, Hindu. Mit ihr erfüllt sich Vance seinen Traum: Familie. Heute sind die beiden verheiratet und haben drei Kinder.
JD Vance, das Arbeiterkind, überlegt damals, ein Buch über Amerikas Arbeiter zu schreiben. Im Februar 2013 lädt er im Internetforum der Fakultät zu einer Lesegruppe ein: "social decline in white America", der soziale Abstieg der weißen Arbeiterklasse. Vance hat das gerade erschienene Buch Coming Apart von Charles Murray gelesen. Darin geht es um das Auseinanderdriften der weißen Bevölkerung in eine Ober- und eine Unterschicht. Die Oberschicht lebt demnach in stabilen Familien, arbeitet in angesehenen Berufen und bleibt in einer kulturellen Blase unter sich. Die Unterschicht dagegen verlernt alles, was zu einem erfolgreichen Leben gehört: Sie heiratet seltener, die Arbeitsmoral sinkt, die Kriminalität steigt, die Bindung an die Kirche nimmt ab.
Der Politikwissenschaftler Charles Murray und der Silicon-Valley-Investor Peter Thiel haben nicht viel gemeinsam, dies aber doch: Beide liefern die Geschichte eines Niedergangs. In Murrays Erzählung kann JD Vance vieles aus seiner eigenen Kindheit wiedererkennen. Er legt das Buch, das er nun zu schreiben beginnt, zunächst eher theoretisch an. Sein Verleger und eine Professorin ermutigen ihn jedoch, die Geschichte seines Lebens zu schreiben: Hillbilly Elegy.
Ohio
Jeri Lewis sitzt im Separee eines Steakhauses, sie ist 47 Jahre alt, trägt einen schwarzen Blazer und auffälligen Schmuck. Sie kommt gerade aus der Kirche und bestellt erst mal einen Chocolate Martini. In der Zeit, in der JD Vance seine Arbeiterkind-Vergangenheit aus der Ferne in einen Weltbestseller verwandelte, zog sie nach Middletown. Und begann, sich ganz konkret um die Zurückgelassenen zu kümmern. Die Opioid-Krise hatte ihren Höhepunkt erreicht, vielen Leuten in der Stadt ging es nicht gut. "Mir ging es selbst nicht gut", sagt Lewis. "Irgendwie habe ich mich den Leuten ganz unten verbunden gefühlt." Sie hatte mit den drei Kindern ihren gewalttätigen Mann verlassen und war hier gelandet, weil die Häuser so billig waren.
Sie zog einen Catering-Service auf, stellte einige der Abgehängten ein, brachte andere von den Drogen weg. Damals lernte sie Vance’ Mutter Beverly kennen, die versuchte, ihre Sucht hinter sich zu lassen, was ihr schließlich auch gelang. Außerdem seine Halbschwester Lindsey – und später auch JD selbst.
Wie ist er denn so, der JD Vance?
"Er ist sehr selbstbewusst." Seine Halbschwester habe ihr allerdings erzählt, dass er als Schüler gehänselt wurde.
Warum?
"Na ja, er trug Scheißklamotten und war ein bisschen dick."
Sein Lehrer hat allerdings berichtet, Vance sei am Ende der Schule sehr beliebt gewesen.
"Ich kann sie ja mal fragen." Lewis textet Vance’ Halbschwester ein Hallo. Es dauert nicht lange, dann kommt die Antwort. "Oh", sagt Lewis, als sie auf das Handy schaut, "kein guter Moment. Sie ist gerade im Krankenhaus." Lewis erzählt, was los ist, bittet aber, es nicht zu schreiben.
Jeri Lewis sagt, sie sei konservativ. Fährt man mit ihr durch Middletown, klingt sie jedoch wie eine linke Streetworkerin. Sie zeigt auf eine alte Ausgabestelle, an der sich Süchtige saubere Nadeln besorgen konnten. "Eine Schande, dass es die nicht mehr gibt." Ein junger Mann auf dem Fahrrad: "Ehemaliger Footballspieler, ist verrückt geworden." Psychische Probleme, wie bei so vielen, sagt sie. Es gebe nicht genug Geld, um sich um alle zu kümmern. Dem Footballspieler bringe sie regelmäßig Essen, für 2028 hoffe sie auf "Präsident Vance". Vielleicht werde er die Mittel bereitstellen, die es braucht.
Sie fährt am früheren Opernhaus vorbei. Eine Bürgerinitiative hat es wieder hergerichtet. Zwar werden dort keine Opern mehr aufgeführt, aber nächste Woche spielt ein Jazz-Ensemble. Um die Ecke wurde das alte Kaufhaus in ein Ateliergebäude für Künstler umgewandelt. Die Einwohnerzahl sinkt nicht mehr, es gibt neue Geschäfte, eine Destillerie, einen Skatershop, eine Bäckerei. Die Armutsrate ist immer noch hoch, doch sie sinkt langsam. Auch dank Menschen wie Jeri Lewis.
JD Vance zieht es bald nach seinem Studium ins Silicon Valley.
Er fängt 2016 bei Peter Thiels Investmentfirma Mithril Capital an. Thiel umgibt sich mit einem Zirkel radikaler reaktionärer Denker. Da ist der Tech-Philosoph Curtis Yarvin, aber auch ein in Yale promovierter rumänisch-amerikanischer Philosoph mit dem Namen Costin Alamariu ("Das Leben ist ein Kampf um die Herrschaft über den Raum") und der Brite Nick Land ("Die Demokratie ist so nah an der Verneinung der Zivilisation, wie es nur geht"). Ihnen allen ist gemein, dass sie wie Peter Thiel im liberalen Westen ein gescheitertes Projekt sehen. Amerika wird in ihrer Welt nicht von Streetworkern wie Jeri Lewis gerettet, sondern von Unternehmer-Monarchen und der künstlichen Intelligenz. Sie sind die gedanklichen Kinder von Ernst Jünger, Oswald Spengler und Carl Schmitt: Kritiker der Moderne, vitalistisch, national, elitär.
Für einen nach einer Haltung zur Welt suchenden Menschen wie JD Vance müssen all diese hochabstrakten Ideen aufregend gewesen sein. Sie bieten einen Überbau für etwas, das er bisher nur erahnt hat. Im Silicon Valley wird er zu einem Intellektuellen.
Noch ist seine Ideologie nicht gefestigt. Noch fragt er sich, wie weit er seine Kritik am Liberalismus treiben will. Und in welche Art von Politik man sie übersetzen sollte. Als Donald Trump mit den Stimmen vieler frustrierter weißer Arbeiter seine erste Wahl gewinnt, ist Vance nicht von ihm überzeugt: "moralische Katastrophe", "Amerikas Hitler", "Gott, steh uns bei". Vance bleibt Republikaner, das schon. Aber wie soll sie ausgerichtet sein, eine Republikanische Partei, die Wahlen gewinnen kann, menschlich sauberer als mit Trump?
Im Januar 2017, eine Woche nach Trumps Amtseinführung, lädt Vance einige Politstrategen und gemäßigt konservative Denker ein, um zu beraten, wie es weitergehen soll, auch für ihn persönlich. Hillbilly Elegy hat ihn wohlhabend und berühmt gemacht. Die besten Voraussetzungen für den Beginn einer politischen Karriere.
Einer von denen, die dabei sind, ist David Frum, ehemaliger Redenschreiber von George W. Bush. Während seines Studiums hat Vance für Frums Website geschrieben. Frum und seine Mitstreiter wollen die Republikaner reformieren, wollen das politische Links-rechts-Koordinatensystem verändern, das in den Ländern des Westens von jeher gilt. Sie fragen: Warum muss man eigentlich als Rechter, der gesellschaftspolitisch konservativ denkt, in der Wirtschaftspolitik automatisch für Steuersenkungen und Deregulierung sein? Die Reformer wollen kulturell konservativ bleiben, klassische Republikaner, ökonomisch sind sie aber ein wenig nach links gerückt. Sie haben zum Beispiel Lohnzuschüsse für Geringverdiener mit Kindern und eine solidarische Krankenversicherung konzipiert. Während Peter Thiel einen völlig neuen Bauplan für das konservative Getriebe fordert, will David Frum ein paar Schrauben neu einstellen.
Was geht JD Vance in jener Zeit durch den Kopf? Überlegt er, ob die Reformer um Frum genug Hunger haben? Ob sie radikal genug sind? Später wird Frum im Magazin The Atlantic schreiben: "Wir waren damals Zeugen des Beginns einer Vance for President-Kampagne."
In den Monaten vor der Präsidentschaftswahl haben die etablierten Medien voller Mitgefühl auf die schwierige Lage der weißen Arbeiter geblickt. Doch jetzt, als die Abgehängten Trump tatsächlich an die Macht gebracht haben, sieht Vance zu, wie sie auf einmal als Rassisten abgestempelt werden. So zumindest wird er es rückblickend in einem Podcast beschreiben. Spätestens als der Spielfilm zu Hillbilly Elegy herauskommt, ist ein vorurteilsfreies Betrachten nicht mehr möglich. Die Kritiker verreißen den Film, online gibt es Hass und Verachtung. Die liberale Gesellschaft, so muss es Vance vorkommen, hat ihr Mitgefühl nur vorgetäuscht.
2018 liest er ein Buch mit dem Titel Warum der Liberalismus gescheitert ist. Ein bislang unbekannter Professor der katholischen University of Notre Dame hat es geschrieben, Patrick Deneen. Darin argumentiert Deneen, das größte Problem des Liberalismus sei dessen Menschenbild: Er zerstöre soziale Bindungen, die Familie, die Gemeinschaft. Auch Barack Obama liest das Buch. Obama teilt die Kritik, aber nicht Deneens Schlussfolgerungen. Denn Deneen fordert einen Regimewechsel. Eine komplett neue Gesellschaft.
Deneen denkt also ähnlich radikal wie Peter Thiel. Die Gesellschaft, wie er sie sich vorstellt, soll jedoch nicht techno-utopisch sein. Dafür persönlicher, sozialer, katholischer. Mehr Vergangenheit als Zukunft. Mehr echte Familie als künstliche Intelligenz. Damit ist Patrick Deneen womöglich den Sehnsüchten eines Mannes, dessen Eltern in seiner Kindheit nicht für ihn da waren, ein Stück weit näher als Peter Thiel.
2019 tritt Vance zum Katholizismus über. In einem Artikel für das katholische Magazin The Lamp begründet er seine Entscheidung mit seinen Erfahrungen. "Ich wusste, wie Gebildete über Religion dachten: Im besten Fall fanden sie sie provinziell und dumm, im schlimmsten Fall böse. (...) Ich begann mich zu fragen: Machen all die weltlichen Zeichen des Erfolgs mich tatsächlich zu einem besseren Menschen? Ich hatte die Tugend gegen den Erfolg eingetauscht – und Letzteren als unzureichend empfunden."
Dieses zerknirschte Bekenntnis sei nicht gespielt, sagt ein Bekannter von JD Vance. Er will nicht öffentlich reden, er ist kein Republikaner, kennt den Vizepräsidenten aber gut. Sie hätten sich zu jener Zeit häufig über Bücher ausgetauscht und über die Lage der Arbeiter diskutiert. "Das hat ihn wirklich umgetrieben." Der Bekannte erzählt davon, wie Vance durch ihn vom Schicksal einer schwarzen Mutter mit drei Kindern hörte: Sie musste ihre Wohnung verlassen, nachdem der Vermieter unfair hohe Nachzahlungen verlangt und sie dann verklagt hatte. JD Vance habe der Familie daraufhin unaufgefordert und anonym eine nicht unerhebliche Summe Geld zukommen lassen. Kann man sich das bei Donald Trump vorstellen? Eine Wohltat – von der obendrein niemand etwas erfährt?
Washington, D. C.
Patrick Deneen steht in der Lobby eines Hotels. Er trägt eine blau gerahmte Brille, Leinenblazer und Strohhut, was ein wenig so wirkt, als sei er einem Bild von Claude Monet entsprungen. "Als mein Buch erschien, hat mich JD angerufen, und wir haben lange geredet", sagt Deneen. "Damals vollzog er gerade den Wandel vom traditionellen Konservativen zum Nationalkonservativen."
Nationalkonservativ – das ist das politische Label, unter dem sich die meisten Postliberalen versammeln. Sie wollen den ökonomischen Populismus, der so viele Arbeiter anspricht, mit dem technologischen Futurismus eines Peter Thiel verschmelzen. Revolution statt Reform, an allen Fronten. JD Vance ist jetzt also einer der Ihren. Das gemäßigte Denken eines David Frum sieht er nur noch im Rückspiegel.
2019 ist auch das Jahr, in dem Vance zum ersten Mal auf einer der Konferenzen spricht, zu denen sich die Nationalkonservativen von nun an regelmäßig versammeln. Er erzählt in seiner Rede die Geschichte eines Kindes aus seinem Heimatstaat Ohio, das früh schmerzmittelsüchtig wurde, und kritisiert die fehlende Regulierung des Pharmamarktes, die es Unternehmen möglich macht, ungehindert Opioide zu bewerben und verkaufen. Er äußert Globalisierungskritik, erklärt die Krise der weißen Arbeiter damit, dass Amerikas Industrie nach China abwandern konnte. Vance will, dass aus einem Land der Konsumenten wieder ein Land wird, das Dinge selber produziert. "Die politische Macht, die wir haben, nicht zu nutzen, das ist unsere Entscheidung. Aber sie hat zunehmend verheerende Auswirkungen." Da klingt er fast wie Bernie Sanders. Wie ein Linker.
Wobei Vance darauf achtet, dass es sich nicht zu sehr nach Grundsatzkritik am Kapitalismus anhört. Das Silicon Valley und Peter Thiel will er nicht vergessen. Im Gegenteil, mit Geld von Thiel und dem Chef von Google gründet Vance damals seinen eigenen Investmentfonds. Die Gelder fließen unter anderem in die Firma Anduril, die Drohnen und KI-gestützte Verteidigungssysteme herstellt. Das Investment zahlt sich aus, Anduril ist mittlerweile 30,5 Milliarden Dollar wert. In Ohio soll 2026 eine Produktionsanlage, eine Milliarde Dollar teuer, in Betrieb gehen. Mehr als 4.000 Jobs sollen dadurch in der Heimat von JD Vance entstehen.
Im Juli 2021 bewirbt sich Vance für das Amt des Senators von Ohio. Als Erstes entschuldigt er sich für seine frühere Kritik an Trump. In einem Interview mit der New York Times begründet er seinen Wandel: Er sei mittlerweile überzeugt, niemand außer Donald Trump könne den liberalen Konsens wirklich herausfordern. Peter Thiel hilft der Wahlkampagne finanziell, aber Vance weiß, ohne Trumps öffentliche Fürsprache schafft er es nicht. Er liegt zunächst abgeschlagen hinten. Als Trump sich für ihn ausspricht, holt er auf. Am Ende gewinnt er.
Vielleicht ist es das, was ein Ideologe braucht, der an die Macht will, mehr als alles andere: Er darf sich nicht zu schade sein für Opportunismus. Was Vance auszeichnet, ist, freundlich formuliert, das Talent, zur richtigen Zeit das zu sagen, was die Leute hören wollen. So wie zuvor in seinem Yale-Professor Paul Kahn und in Peter Thiel findet er in Donald Trump wieder einmal jemanden, der wichtiger oder reicher oder mächtiger ist – und ihn unterstützt. Trump lässt ständig Leute fallen. Aber die Beziehung zwischen diesen beiden Männern hält von nun an, bis heute.
Ohio In Springfield, nur eine knappe Autostunde von Middletown entfernt, sitzt der Leiter der Stadtverwaltung in seinem Büro und seufzt. "Nein", sagt Bryan Heck, "JD Vance war nie in Springfield." Im Präsidentschaftswahlkampf hat Vance die Lüge verbreitet, in der Stadt würden Migranten aus Haiti Katzen und Hunde essen.
Wie Middletown litt auch die Heimatstadt von Bryan Heck lange unter dem Verlust von Industriejobs. Sie hat jedoch erfolgreich neue Unternehmen angeworben, aus der Lebensmittelverarbeitung, der Logistik, der Chip-Industrie. So erfolgreich, dass irgendwann die Arbeiter fehlten. "Wir hatten jeden Tag 40 bis 50 neue Jobs. Gut bezahlt, 20 Dollar und mehr die Stunde. Trotzdem konnten wir niemanden finden", erzählt Heck. Von den Jüngeren hatte, wer konnte, die Gegend verlassen und war aufs College gegangen. So wie JD Vance. Und die, die zurückblieben? Mehr als 20 Prozent der Bewohner von Springfield leben unterhalb der Armutsgrenze, es gibt viele Obdachlose. Einige sieht man an diesem Morgen gegenüber dem Rathaus sitzen.
Damit die Unternehmen nicht wieder abwanderten, griff die Stadt auf Zuwanderer aus der Karibik zurück. Sie hatten temporäre Visa. Mittlerweile stammt knapp ein Viertel der Bewohner Springfields aus Haiti.
Konfrontiert mit seiner Lüge, sagte JD Vance damals im Wahlkampf in einem Interview mit CNN: "Wenn ich Geschichten erfinden muss, damit die amerikanischen Medien endlich auf das Leiden der Amerikaner aufmerksam werden, dann mache ich das." Da fragt man sich natürlich: Wann hat er damit begonnen? Gehört die Geschichte über seinen herablassenden Professor in Hillbilly Elegy auch schon dazu? Was kann man JD Vance noch glauben? Wie viel Zynismus ist okay für jemanden, der Menschen aus Haiti Katzen und Hunde essen lässt?
Das Leiden, auf das er aufmerksam machen wollte, war der Anstieg der Preise in Springfield durch den enormen Zuzug der Haitianer, die Wohnungsknappheit, die Überlastung der Schulen und Ärzte. Gibt es alles. Hätte es allerdings auch gegeben, wenn Amerikaner in die Stadt gekommen wären, um die Jobs zu erledigen. Schaut man sich die Interviews mit JD Vance aus dem Wahlkampf an, das mit CNN und andere, dann staunt man darüber, wie ruhig er bleibt, wenn er mit seiner Hetze konfrontiert wird. Er ist ganz bei sich. Immer wieder lenkt er das Gespräch auf den einen Punkt zurück: Weiße amerikanische Arbeiter leiden unter den Folgen der Einwanderung. So etwas tut wohl nur ein notorischer Lügner. Oder ein Ideologe, der seine Lügen einem größeren Ziel unterordnet – den Leuten zu helfen, für die er in die Politik gegangen ist. Aber hilft er ihnen wirklich?
Anfang Februar werden die Visa der Haitianer auslaufen. Die Trump-Vance-Regierung will es so. Von nun an sollen Amerikaner die Jobs erledigen. "Das wird nicht einfach für uns werden", sagt Heck. Seine Stadtverwaltung versucht schon länger, junge US-Bürger für Industriearbeit zu begeistern. "So etwas dauert eben."
Hat er Angst, dass Firmen abwandern werden, wenn die Menschen aus Haiti weg sind? "Ich hoffe nicht", sagt Bryan Heck.
Washington, D. C. Steve Bannon öffnet gut gelaunt die Tür zu seinem Townhouse. Die Haare hat er zu einer großen Welle zurückgelegt, an seinem Hemd klemmen drei identische Kugelschreiber, auf den ersten Blick sehen sie aus wie drei Patronen. Gerade hat er die 4.757. Folge seines Podcasts Bannon’s War Room aufgezeichnet. Steve Bannon ist ein früherer Berater von Trump, sein Podcast ist einer der meistgehörten der USA, er hat großen Einfluss darauf, was die Maga-Bewegung denkt. Was hält Bannon von Vance und den Nationalkonservativen?
"Dann lassen Sie uns gleich zur Sache kommen: Nationalkonservative, die sind nicht die Maga-Bewegung. Die haben keine Power, keine Energie. Das ist ein rein intellektuelles Konstrukt." Bannon setzt zu einem Rundumschlag an, am Ende kommt er auf das Silicon Valley zu sprechen. Auf Leute wie Peter Thiel. "Das sind die Schlimmsten. Die bringen keine einzige Wählerstimme. Amerikaner hassen sie. Wir trauen Big Tech nicht."
Trauen Sie JD Vance?
"Wem?"
JD Vance.
"Mir ist völlig egal, was JD Vance denkt."
Nun, er könnte der nächste Präsident werden.
"Das ist sehr unwahrscheinlich. Er ist eng mit Big Tech. Ich gebe keine zwei Fucks darauf, was die Leute sagen. Trump wird der Kandidat 2028 sein!"
Dass Trump nach dem Gesetz nicht noch einmal antreten darf, ist Bannon egal. Ebenso, dass sich die einflussreiche Witwe des ermordeten Aktivisten Charlie Kirk für Vance als Kandidat ausgesprochen hat. Und dass auf der letzten Konferenz der Nationalkonservativen in jeder Rede mitschwang, man wünsche sich Vance als Präsident.
Ende vergangenen Jahres stellte Bannon in seinem Podcast Vance fast schon ein Ultimatum: Vergiss deine Freunde aus dem Silicon Valley, oder du verlierst die Unterstützung durch die Maga-Bewegung. Steve Bannon macht sich bereit zum Kampf.
JD Vance will so etwas wie der Kopf einer Revolution werden, deren Bauch der instinktgetriebene Donald Trump ist. Allerdings hat der Bauch gegenüber dem Kopf einen Vorteil: Er kann die verschiedensten Dinge verdauen. Peter Thiels selbst ernannte neue Tech-Elite und die Abgehängten aus Orten wie Middletown. Gegner der Einwanderung und Latinos. Traditionell eingestellte Unternehmer und Kritiker der Globalisierung. Trump hat sie alle gekriegt. Ihre Unzufriedenheit genügte.
Der Kopf funktioniert komplizierter. Er muss erst einmal sortieren. Das ist die Herausforderung, vor der JD Vance jetzt steht: ein Wertesystem zu schaffen, eine Hierarchie, die einigen Unzufriedenen mehr Gewicht gibt als anderen. Ohne dass ihm jemand verloren geht.
Die Thiel-Fraktion zum Beispiel sieht in der KI die Zukunft – der katholische Denker Patrick Deneen lehnt die KI ab, weil sie den Menschen seelenlos mache, Steve Bannon hasst sie, weil sie den Arbeiter überflüssig mache. Oder, anderes Beispiel: Soll jemand wie der junge Holocaust-Leugner Nick Fuentes einen Platz in der Maga-Bewegung haben? Fuentes ist ein Neonazi, aber einer, der eine große und wachsende Online-Fanbase hinter sich versammelt.
Vance hat einmal in einem Podcast gesagt: "Es wird gefährlich, wenn man Amerikanischsein mit Weißsein verbindet." Öffentlich verurteilt hat er bislang niemanden. Auch dann nicht, als Fuentes ihn einen "Verräter seiner Rasse" nannte, weil er eine indischstämmige Frau mit dunkler Haut geheiratet hat, und sich über den Namen seines Sohnes lustig machte: Vivek. Der Mann, dessen großes Ziel im Leben es war, eine glückliche Familie zu haben, ist plötzlich sehr still, wenn es darum geht, diese Familie zu beschützen.
Er mag kalkulieren: Warum meine Chance aufs Oval Office gefährden? Vance ist offenbar bereit, alles zu tun, um die Bewegung zusammenzuhalten. Trump geht es immer auch um persönliche Bestätigung, er will gemocht werden, manchmal lässt er mit sich reden. Der opportunistische Ideologe JD Vance denkt in dieser Hinsicht kühler.
Sein Rivale im Kampf um die Kandidatur ist Anfang 2026 Marco Rubio, der Außenminister. Es war Rubio, der Trump dazu brachte, Soldaten nach Caracas zu schicken und den venezolanischen Diktator in einer Überraschungsaktion festnehmen zu lassen. Mit dem Außenminister kehrt der alte Interventionismus der Republikaner zurück, von dem Vance sich längst verabschiedet hatte. Rubio war in den Tagen nach dem Überfall überall zu sehen und zu hören. Vance nicht.
SMS an Steve Bannon: "Glauben Sie, das mit Venezuela hat eher Rubio oder Vance geholfen? Und ist für Sie Trump immer noch der einzige Kandidat 2028?"
Bannon will mit seiner Antwort nicht zitiert werden. Zusammenfassen kann man sie vielleicht am besten so: Fuck jeden außer Trump.
Erst nach fast einer Woche kommt JD Vance aus der Deckung, er stellt sich im Weißen Haus den Fragen der Journalisten. Es geht um ein Thema, mit dem er wieder Aufmerksamkeit gewinnen kann. In der Stadt Minneapolis hat ein Beamter der Grenzschutzbehörde eine Frau erschossen, die gegen Razzien und Abschiebungen protestierte. Vance nimmt den Beamten im Namen der Vereinigten Staaten in Schutz und attackiert die "radikale Linke" und die Medien. "Dies war ein Angriff auf das amerikanische Volk", sagt er und meint nicht den tödlichen Schuss, sondern die Frau, die getötet wurde.
Er wirkt dabei entspannt. Als genieße er es, wieder da zu sein. Als habe er sich daran gewöhnt, auf dem Weg zur Macht die Grausamkeit zu akzeptieren.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
14.01.2026
Iran hat Öl – da ist Trump nicht weit
freedert.online, 14 Jan. 2026 18:34 Uhr, Von Uli Gellermann
Offensichtlich geht es nicht mehr um das "Ob", sondern nur noch um das "Wann". Dabei scheint die US-gesteuerte Regimewechsel-Operation gegen Iran in ihre nächste Stufe eingetreten zu sein. Die Frage ist lediglich, ob US-Präsident Donald Trump zu einer Militärintervention oder einem Coup à la Venezuela greifen wird.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman, Satellitenaufnahme vom 9. April 2025
Auf Platz fünf der Länder mit den größten Ölvorkommen liegt Iran: Mit ungefähr 155 Milliarden Barrel verfügt Iran über beträchtliche Reserven. Die innenpolitischen Verhältnisse in Iran sind zurzeit von erheblichen Protesten gegen das Regime geprägt. In dieser Lage bietet US-Präsident Donald Trump "Hilfe" an. Am Sonntagabend verschärfte er seine Drohungen noch einmal. Die Amerikaner erwägen "sehr starke Optionen" für ein Eingreifen. "Das Militär prüft das."
Was Trump unter "Hilfe" versteht, kennt man aus Venezuela und Grönland. Trumps "Hilfe" gilt mit Sicherheit dem Öl. Und wenn er an das iranische Regime gewandt hinzufügt: "Sie werden einen hohen Preis zahlen", dann darf man sicher sein, dass er den aktuellen Ölpreis im Hinterkopf hat. Trump will die Gunst der Stunde nutzen und sich unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe in die inneren Angelegenheiten Irans einmischen.
22. Juni 2025: Angriff auf Iran
Zwar verweigert die UN-Charta im Artikel 2 eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Völker, aber mit Sicherheit lässt sich medial eine Situation herstellen, in der diese Einmischung plausibel erscheint. In der Nacht auf den 22. Juni 2025 griffen US-Flugzeuge ohne Kriegserklärung und ohne jede Rechtfertigung Iran an. Den aggressiven USA ist jeder Vorwand recht, Iran zu schaden und einen wichtigen Konkurrenten auf dem Ölmarkt auszuschalten.
Schah Junior
In diesen Tagen geistert "Schah Junior" durch die Medien. Es ist Reza Pahlavi (II.), der älteste Sohn des im Jahr 1979 gestürzten Schah Mohammad Reza Pahlavi; er lebt im US-Exil und tritt als Symbolfigur der Opposition auf und fordert einen Regimewechsel. Dass Iran in der Zeit von Schah Mohammad Reza Pahlavi bekannt für Folterungen und die blutige Niederschlagung der Opposition war, wird aktuell gern "vergessen". Dass der damalige Schah zudem eine Marionette der USA war, macht seinen Erben als "Hoffnungsträger" zu einem Treppenwitz der Geschichte.
Man darf ohne jede Sympathie für das Mullah-Regime feststellen, dass Trump und der Schah-Abkömmling den Iranern keine Zukunft zu bieten haben. Was Trump zu bieten hat, kennt man aus Venezuela. Was man von der Wiederauflage des Schah-Regimes erwarten darf, ist aus der Geschichte bekannt: das berüchtigte Evin-Folter-Gefängnis und andere Haftanstalten des Geheimdienstes SAVAK. Die Opposition kann nur auf sich selbst zählen.
Deutschland neutral
Kanzler Merz meint in diesen Tagen zu Iran: "Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen." Wenn hinter diesen hellseherischen Fähigkeiten die Kumpanei mit den USA lauert, dann muss an Jugoslawien erinnert werden: Die Einmischung Deutschlands in den Krieg hat nur Leben gekostet. Die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo dauern an. Deutschland wäre gut beraten, wenn es neutral bliebe.
Der Beitrag wurde zuerst am 14. Januar 2026 auf der Website www.rationalgalerie.de veröffentlicht.
Uli Gellermann ist Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern begründen seine Medienkritik. Er ist Betreiber der Internetseite Rationalgalerie.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
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14.01.2026
Iranischer Botschafter: USA können "Trump-Route" für ihre Sicherheitspolitik instrumentalisieren
freedert.online,14 Jan. 2026 18:15 Uhr
Bei der sogenannten "Trump Route for International Peace and Prosperity" handelt es sich um ein logistisches Projekt im Südkaukasus, das Iran und Russland umgeht. Der iranische Botschafter in Armenien meint, Washington könne das Vorhaben politisch missbrauchen.
Archivbild: Eine Bergstraße in der armenischen Region Sjunik
Der Westen entwickelt heute logistische Pläne im Südkaukasus, die Russland und Iran umgehen. Dazu gehört auch die sogenannte "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein Infrastrukturprojekt in Armeniens Region Sjunik, das Bahntrassen, Pipelines und Glasfasernetze umfasst.
Am Mittwoch kündigte das US-Außenministerium an, Washington und Jerewan würden ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung von Transportrouten in Armenien gründen. Wie es heißt, halten die USA bei der sogenannten TRIPP Development Company 74 Prozent der Anteile für einen Zeitraum von 49 Jahren und Armenien 26 Prozent.
Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, soll das Abkommen anschließend um weitere 50 Jahre verlängert und zusätzliche Aktien ausgegeben werden. Armeniens Anteil an dem Unternehmen solle dadurch auf 49 Prozent steigen.
Der iranische Botschafter in Armenien, Chalil Schirgholami, äußerte sich besorgt darüber, dass Washington das Projekt namens "Trump Route" für seine sicherheitspolitischen Interessen missbrauchen könnte. Teherans Position bezüglich des Vorhabens sei klar, meinte der Diplomat.
In dem Zusammenhang zitiert RIA Nowosti den Botschafter wie folgt:
"Wir haben unseren armenischen Partnern versichert, dass wir ihnen vertrauen. Wir haben es jedoch mit den USA zu tun, die Maßnahmen gegen Iran ergriffen haben. Wir vertrauen den USA nicht und befürchten, dass sie dieses Projekt im Rahmen ihrer eigenen Sicherheitspolitik instrumentalisieren könnten."
Laut Schirgholami übermittelte Teheran seine Besorgnis an die armenische Regierung. Jerewan habe versichert, dass Armenien niemals zu einer Bedrohung für Iran werden würde. Beide Seiten sollen vereinbart haben, fortlaufend und regelmäßig Gespräche zu dem Thema zu führen.
Es sei für Teheran wichtig, eine klare Vorstellung über das Ausmaß des Vorhabens zu haben, so der iranische Botschafter. "Der einzige Weg ist, die Details dieses Projekts und andere Fragen ständig miteinander zu besprechen", meinte Schirgholami.
Die "Trump Route" soll durch den Süden Armeniens entlang der iranischen Grenze verlaufen und Aserbaidschan eine direkte Verbindung zu seiner Exklave Nachitschewan und damit zur Türkei ermöglichen.
Wie der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan am Mittwoch erklärte, sei es wichtig, dass "wir eine Formel haben, die Armenien, natürlich die USA und meiner Meinung nach auch Aserbaidschan vollumfänglich zufriedenstellt".
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14.01.2026
Faeser scheitert an der Meinungsfreiheit – Memes-Berufungsprozess endet mit Freispruch
freedert.online, 14 Jan. 2026 15:49 Uhr
Der Chefredakteur des "Deutschland-Kurier" wurde von Ex-Innenministerin Nancy Faeser (SPD) wegen einer Meme-Bildmontage mit ihrem Konterfei zum Thema "Meinungsfreiheit" angezeigt und verurteilt. Im Berufungsprozess erfolgte nun der Freispruch für den Journalisten David Bendels.
Das Amtsgericht Bamberg verurteilte im April des Vorjahres den Journalisten David Bendels wegen vermeintlicher Verleumdung der damaligen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) zu sieben Monaten Gefängnis auf Bewährung. Er hatte ein Foto von Faeser als sogenanntes Meme publiziert. Der Chefredakteur des Deutschland-Kurier wurde heute im Berufungsprozess vom Vorwurf der bewussten Diffamierung freigesprochen.
Der Chefredakteur und Journalist David Bendels war im Vorjahr laut Faeser-Anzeige vorgeworfen worden, im Februar 2023 über den X-Kanal des Deutschland-Kuriers ein bearbeitetes, vermeintlich eindeutig diffamierendes Foto von Faeser veröffentlicht zu haben. Darauf war die Ex-Bundesinnenministerin mit einem Schild in der Hand abgebildet, auf dem der Satz stand: "Ich hasse die Meinungsfreiheit!".
Auf dem echten Bild hatte sie ein Schild mit der Aufschrift "We remember" (Wir erinnern) in die Kamera gehalten. Anlass war der damalige internationale Holocaust-Gedenktag.
Es erfolgte ein Verfahren samt Verurteilung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe. Zur Anwendung kam dabei der sogenannte "Majestätsbeleidigungsparagraf" 188 des deutschen Strafgesetzbuches.
In einer damaligen Stellungnahme gegenüber RT DEerklärte der betroffene Journalist, er könne in dem Urteil nur erkennen, dass das Strafrecht in Deutschland "gezielt zur Einschüchterung von Regierungskritikern und alternativen Medien eingesetzt wird". Es sei für ihn vollkommen absurd, aus einer satirischen Meinungsäußerung eine strafwürdige "Verleumdung" zu konstruieren.
Das zuständige Landgericht Bamberg hat in seinem heutigen Urteil nun die bis dato geltende Entscheidung des Amtsgerichts Bamberg aufgehoben.
Der Vorsitzende Richter am Landgericht erklärte den Anwesenden im Saal, der X-Post sei mit Blick auf den Gesamtkontext eindeutig durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft argumentierte ebenfalls, dass in der Beurteilung die Meinungsfreiheit zu berücksichtigen sei. Die drei Verteidiger des Angeklagten plädierten final erfolgreich auf Freispruch und Aufhebung des Amtsgerichtsurteils.
"Das ist ein wichtiges Grundsatzurteil, das nicht nur die Person David Bendels betrifft", so der freigesprochene Publizist zuvor in seiner Erklärung in der Verhandlung.
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14.01.2026
Liveticker Ukraine-Krieg – Lawrow: Russland bleibt offen für Verhandlungen
freedert.online, 14 Jan. 2026 13:34 Uhr
Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Ukrainisches Militär verlegt Truppen vom Frontabschnitt Donezk nach Saporoschje und Charkow
Die ukrainische Armee versucht, verlorenes Gelände in den Gebieten Saporoschje und Charkow zurückzugewinnen, indem sie Truppen vom Frontabschnitt Donezk in diese Gebiete verlegt, berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Die Agentur zitiert dazu eine Quelle bei den russischen Militärstrukturen:
"Das ukrainische Militär versucht eine Gegenoffensive bei Saporoschje und im Gebiet Charkow. Das Ziel besteht in der Wiederherstellung der Autorität des Kiewer Regimes und der ukrainischen Armeeführung vor dem Hintergrund von Niederlagen an der Front. Damit sollen vorher verlorene Gebiete wieder unter Kontrolle gebracht werden. Die ukrainische Armeeführung stockt gegenwärtig aktiv Sturmverbände auf und verlegt Kräfte vom Donezker Frontabschnitt."
Die Quelle gab weiter bekannt, dass diese Truppenverlegungen den russischen Einheiten bekannt sind und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen würden:
"Schon jetzt werden gegnerische Logistikrouten und Versammlungsorte angegriffen. Ukrainische Gegenangriffsversuche werden nur zu weiteren Personal- und Technikverlusten von ihrer Seite führen."
17:18 Uhr
EU-Kommissar: USA werden am IWF-Programm für Ukraine nicht teilnehmen
Die Vereinigten Staaten werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an einem Programm des Internationalen Währungsfonds teilnehmen, in dessen Rahmen der Ukraine Garantien in Höhe von 8,1 Milliarden US-Dollar gewährt werden sollen. Dies meldet der EU-Kommissar für Wirtschaftlichkeit und Produktivität, Valdis Dombrovskis. Während einer Pressekonferenz führte er dazu aus:
"Gegenwärtig bereitet der IWF eine weitere Etappe des Programms für die Ukraine im Umfang von etwa 8,1 Dollar vor. Was Garantien angeht, existieren im Grunde zwei Typen von Garantien, die der IWF benötigt.
Erstens ist dies die Deckung des Finanzierungsfehlbetrags der Ukraine, und diese Arbeit läuft nach Plan. Zweitens ist dies die Frage von Garantien der Zahlungsfähigkeit nach dem eigentlichen IWF-Programm, und dabei besteht die Frage nach der Teilnahme der USA an der Gewährung von Rückzahlungsgarantien. Gegenwärtig sind die Signale so, dass es unwahrscheinlich ist, auch wenn die endgültige Entscheidung der USA noch aussteht und zum Monatsende gefällt wird."
Dombrovskis fügte weiter hinzu, dass andere offizielle Kreditgeber innerhalb und außerhalb der EU bereit seien, eine eventuelle Nichtteilnahme der USA zu kompensieren.
16:44 Uhr
Tallinn schlägt EU-Einreiseverbot für Teilnehmer der militärischen Sonderoperation vor
Estland plane, auf dem nächsten Treffen der EU-Außenminister Ende Januar ein Verbot der Erteilung von Schengen-Visa und Aufenthaltsgenehmigungen für alle Militärangehörigen, die an der militärischen Sonderoperation in der Ukraine beteiligt sind, zu erörtern. Dies berichtet ERR unter Berufung auf Estlands Außenminister Margus Tsahkna. Am Montag erklärte der Politiker, Tallinn habe die Einreise für 260 russische Militärangehörige verboten, die an der militärischen Sonderoperation beteiligt sind.
16:18 Uhr
Gebiet Cherson: Mann bei ukrainischem Drohnenangriff verwundet
Ein Traktorfahrer der kommunalen Dienste ist im Gebiet Cherson verwundet worden, nachdem lokale Schneeräumfahrzeuge von ukrainischen Drohnen angegriffen wurden. Wladimir Saldo, Gouverneur der Region, teilt auf seinem Telegram-Kanal Bilder vom Vorfall und berichtet:
"Drei Drohnen haben Traktoren des 'Kommunaldienstes von Kachowka' beim Schneeräumen angegriffen. Eine der Drohnen rammte eine Maschine und verwundete den Fahrer. Gegenwärtig befindet sich der Mann im Krankenhaus."
Saldo gab weiter bekannt, dass dies bereits der fünfte Angriff gegen lokale Kommunalarbeiter in jüngster Vergangenheit sei, und betonte:
"Ukrainische Militärs machen eine regelrechte Jagd auf jene, die sich nicht wehren können. So handeln nur Feiglinge."
15:42 Uhr
"Keine gute Idee" – Föderationsrat kommentiert mögliche Wahl von Stubb zum Verhandlungsführer mit Moskau
Die mögliche Wahl des finnischen Präsidenten Alexander Stubb als einen EU-Sondergesandten für die Verhandlungen mit Russland sei wegen seiner russlandfeindlichen Äußerungen "keine gute Idee". Diese Meinung vertritt der russische Senator Wladimir Dschabarow. Auf Telegram schrieb er:
"Die Europäer denken, dass Finnland unser nächster Nachbar ist. Aber dieses Land ist nicht nur EU-Mitglied, sondern auch NATO-Mitglied."
Dschabarow zufolge seien Stubbs’ gute Beziehungen zu Trump, mit dem er Golf spielt, einer der Vorteile.
"Allerdings hat der finnische Staatschef in der letzten Zeit eine Reihe offen russophober Äußerungen gemacht. Seitdem wird er in Russland als ein Feind betrachtet. Wenn wir einem Dialog zustimmen, dann wäre es besser, dass die Europäer einen geeigneteren Kandidaten finden würden."
15:07 Uhr
Rada unterstützt Ernennung von Schmygal zum Energieminister
Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, hat beim zweiten Anlauf die Ernennung von Denis Schmygal zum Energieminister und ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine unterstützt.
Am Vortag hatte das Parlament die Rücktritte von Schmygal als Verteidigungsminister der Ukraine und Michail Fedorow als Minister für digitale Transformation unterstützt. Darüber hinaus unterstützte die Werchowna Rada den Rücktritt von Wassili Maljuk als Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU.
14:35 Uhr
Nach ukrainischem Angriff in Gebiet Brjansk: mehrere Zehntausend von Stromausfällen betroffen
Nach Angaben von Alexander Bogomas, dem Gouverneur des Gebiets Brjansk, seien mehr als 70.000 Nutzer von Stromausfällen nach einem Raketenangriff der ukrainischen Streitkräfte betroffen. Zwei Energieanlagen seien dabei beschädigt worden.
"Die ukrainischen Terroristen haben gezielt Objekte der Kommunal- und Energieinfrastruktur auf dem Territorium des Gebiets Brjansk angegriffen. Infolge eines Raketenangriffs wurden das Wärmekraftwerk Klinzowskaja und das Umspannwerk Najtopowitschskaja beschädigt. Von Stromausfällen sind mehr als 70.000 Menschen in zwei Bezirken betroffen."
Die Wiederherstellungsarbeiten werden durchgeführt.
14:24 Uhr
Experte: Ukrainische Streitkräfte verringern Zahl der einsatzfähigen Einheiten bei Guljaipole
Das Kommando der ukrainischen Streitkräfte hat die Zahl der kampffähigen Einheiten bei Guljaipole in der Region Saporoschje verringert und die freigewordenen Kräfte nach Dimitrow, Krasnoarmeisk in der Donezker Volksrepublik sowie nach Kupjansk in der Region Charkow verlegt. Dies meldet der Militärexperte Witali Kisseljow. Er fügt hinzu, dass Kiew derzeit in den Kämpfen bei Guljaipole auf FPV-Drohnenpiloten setze.
14:12 Uhr
Gebiet Belgorod: Gouverneur meldet Opfer und Schäden nach ukrainischen Angriffen
Nach Angaben von Wjatscheslaw Gladkow, dem Gouverneur des Gebiets Belgorod, habe das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden 37 Orte in sieben Bezirken angegriffen. Bei den Attacken wurden mindestens 22 Geschosse abgefeuert und 69 unbemannte Luftfahrzeuge eingesetzt, von denen 35 abgefangen wurden.
Gladkow meldet drei Opfer unter der Zivilbevölkerung: Zwei Zivilisten kamen ums Leben, ein weiterer erlitt Verletzungen.
Infolge der Angriffe wurden 13 Privathäuser, zwei Infrastrukturobjekte und sechs Fahrzeuge beschädigt.
14:03 Uhr
Luftabwehr schießt weitere ukrainische Drohnen ab
Die russischen diensthabenden Luftabwehrkräfte haben zwischen 9:00 Uhr und 13:00 Uhr Moskauer Zeit 33 ukrainische Starrflüglerdrohnen zerstört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Nach Angaben der Behörde lauten die Zahlen der abgefangenen Drohnen wie folgt:
Gewässer des Asowschen Meeres – 25,
Republik Krim – drei,
Region Krasnodar – zwei.
13:56 Uhr
Moskau bestätigt Angriff ukrainischer Streitkräfte auf Tanker im Schwarzen Meer
Der Öltanker Matilda, der unter maltesischer Flagge fuhr, wurde am Dienstag etwa 100 Kilometer vor der Stadt Anapa in der Region Krasnodar von zwei ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen, teilt das russische Verteidigungsministerium mit.
Nach Angaben der Behörde wurde am 13. Januar um 10:15 Uhr Ortszeit im Schwarzen Meer ein Notruf des Tankers über den internationalen Sicherheitskanal empfangen.
13:32 Uhr
Lawrow: Russland bleibt offen für Verhandlungen
Russland ist offen für Verhandlungen über die Ukraine, sofern diese ernsthaft geführt werden, erklärt der russische Außenminister Sergei Lawrow in einem Kommentar zu Berichten über einen möglichen Besuch des Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Steve Witkoff und des Schwiegersohns des US-Präsidenten Jared Kushner in Moskau im Januar. Der russische Chefdiplomat betont:
"Präsident Putin hat wiederholt, darunter auch in den letzten Wochen bei verschiedenen Veranstaltungen, unsere Position bekräftigt, dass wir für Verhandlungen über die Ukraine offen sind, wenn diese Verhandlungen ernsthaft sind und wenn die an solchen Verhandlungen interessierten Personen wirklich dazu bereit sind und etwas zu sagen haben."
13:25 Uhr
Medienbericht: Timoschenko drohen bis zu zehn Jahre Haft
Julia Timoschenko, der Vorsitzenden der Partei Batkiwschtschina, drohen wegen eines Korruptionsverfahrens bis zu zehn Jahre Haft, schreibt das Portal Strana.ua.
"Der Artikel, nach dem sie angeklagt ist (Teil 4 des Artikels 369 des Strafgesetzbuches der Ukraine – Angebot, Versprechen oder Gewährung einer unrechtmäßigen Vergünstigung an einen Amtsträger), sieht bis zu zehn Jahre Haft vor."
Wie die Zeitung berichtet, würde Timoschenko im Falle einer Festnahme gegen Kaution freigelassen werden, falls sie überhaupt in Gewahrsam genommen würde.
12:44 Uhr
Frontbericht: Weitere Ortschaft befreit
Im Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch heißt es, dass die Einheiten des Truppenverbands Nord die Ortschaft Komarowka im Gebiet Sumy befreit haben.
Durch entschlossene Aktionen der Einheiten der Truppenverbände Nord, Süd, Ost, West, Mitte und Dnjepr verlor die Ukraine im Laufe des Tages etwa 1.310 Soldaten.
Darüber hinaus wurden zerstört oder getroffen:
zwei Panzer,
26 gepanzerte Kampffahrzeuge, darunter eines vom Typ Puma aus italienischer Produktion, zwei vom Typ М113 aus US-Produktion, sechs vom Typ Kasak,
95 Autos,
ein Mehrfachraketenwerfer vom Typ Vampire aus tschechischer Produktion,
neun Haubitzen, davon zwei aus westlicher Produktion, darunter eine vom Typ Bogdana,
zwei Artillerieaufklärungsradare, einer vom Typ AN/TPQ-50 aus US-Produktion,
fünf Stationen für elektronische Kampfführung,
elf Lager für Munition, Brennstoff und Material.
Kampfflugzeuge, Drohnen, Raketentruppen und Artillerie der russischen Streitkräfte haben Drohnenlagerhallen, Ausbildungsorte für Langstreckendrohnen, Brennstofflager sowie Energieanlagen angegriffen, die den Betrieb des Militär-Industriekomplexes der Ukraine gewährleisteten. Außerdem wurden vorübergehende Stationierungsorte der bewaffneten Formationen der ukrainischen Streitkräfte und ausländischer Söldner in 145 Bezirken getroffen.
Russische Luftabwehrkräfte haben sieben gelenkte Bomben, sechs HIMARS-Raketen aus US-Produktion und 260 Starrflüglerdrohnen abgeschossen.
Seit Beginn der militärischen Sonderoperation wurden insgesamt 670 gegnerische Flugzeuge, 283 Hubschrauber, 108.925 unbemannte Luftfahrzeuge, 645 Flugabwehrraketensysteme, 27.115 Panzer und gepanzerte Kampffahrzeuge, 1.641 Mehrfachraketenwerfer, 32.567 Feldartillerie- und Mörsergeschütze sowie 51.746 militärische Spezialfahrzeuge zerstört.
12:11 Uhr
Bloomberg: Witkoff und Kushner planen Besuch in Moskau im Januar
Der US-Sonderbeauftragte, Steve Witkoff, und der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, wollen laut Bloomberg im Januar Verhandlungen in Russland führen. Nach Angaben der Agentur will die US-Delegation Sicherheitsgarantien für die Ukraine diskutieren und Entwürfe für Friedenspläne vorlegen.
12:06 Uhr
Gebiet Kursk: Mehr als 40 ukrainische Drohnen binnen 24 Stunden abgeschossen
Nach Angaben von Alexander Chinstein, dem Gouverneur des Grenzgebiets Kursk, seien im Laufe des Tages mehr als 40 ukrainische Drohnen über der Region abgeschossen worden.
"In der Zeitspanne von 9:00 Uhr am 13. Januar bis 7:00 Uhr am 14. Januar wurden insgesamt 44 Drohnen von unterschiedlichen Typen abgeschossen. Der Gegner hat 49 Mal Artillerie gegen abgesiedelte Bezirke eingesetzt. Fünfmal haben die Drohnen unser Gebiet durch den Abwurf von Sprengsätzen angegriffen."
Chinstein meldet keine Opfer unter der Zivilbevölkerung. Bei den Drohnenangriffen wurden zwei Privathäuser beschädigt.
11:53 Uhr
LVR: Tausende Haushalte ohne Strom nach ukrainischen Drohnenangriffen
Mehr als 85.000 Nutzer in acht Ortschaften der Volksrepublik Lugansk bleiben ohne Stromversorgung nach ukrainischen Drohnenangriffen in der Nacht zum 14. Januar, berichtet die Energiebehörde der Region auf Telegram.
"Infolge der nächtlichen gegnerischen Drohnenangriffe auf die Energieanlagen bleiben acht Ortschaften ohne Strom: 85.000 Nutzer, sechs medizinische Einrichtungen, fünf Schulen und drei Pumpstationen."
Nach Angaben der Behörde werden die Reparaturarbeiten durch die anhaltende Bedrohung durch wiederholte feindliche Drohnenangriffe erschwert.
11:27 Uhr
Terroranschlag auf einen Mitarbeiter der Rüstungsindustrie in St. Petersburg verhindert
Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat einen von den ukrainischen Geheimdiensten vorbereiteten Terroranschlag auf einen Mitarbeiter des russischen Verteidigungsindustriekomplexes in St. Petersburg vereitelt, wie der Pressedienst der russischen Behörde am Mittwoch mitteilt. Eine russische Staatsbürgerin, Jahrgang 1966, wurde festgenommen.
Wie es heißt, sei die Frau während ihres Aufenthalts in der Ukraine von dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) rekrutiert und in Sabotage und Terroranschlägen ausgebildet worden.
Nach ihrer Einreise in Russland über Drittländer habe sie versucht, Waffen und einen improvisierten Sprengsatz aus einem Versteck im Gebiet Smolensk zu holen, mit denen sie einen Mitarbeiter eines Rüstungsunternehmens töten sollte.
Der FSB stellte bei der Frau eine Makarow-Pistole, einen mit ausländischen Komponenten gefüllten improvisierten Sprengsatz sowie Kommunikationsmittel sicher, die Kommunikation mit Kontaktmännern in der Ukraine enthielten.
11:02 Uhr
Mehr als 7.000 Donbass-Einwohner seit 2014 durch Kiews Aggression ums Leben gekommen
Nach Angaben von Alexander Bastrykin, dem Vorsitzenden des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation, seien seit 2014 mehr als 7.000 zivile Einwohner des Donbass ums Leben gekommen. In einem Interview mit TASSsagt Bastrykin:
"Infolge der Aggression des Kiewer Regimes wurden 7.184 Zivilisten getötet und 21.000 erlitten Verletzungen."
Als Geschädigte seien mehr als 132.000 Menschen anerkannt worden. Seit 2014 seien 8.800 Ermittlungen gegen 2.240 Personen eingeleitet worden, so Bastrykin weiter.
"Das sind Vertreter der militärisch-politischen Führung der Ukraine, der ukrainischen Sicherheitsdienste und ausländische Söldner."
10:38 Uhr
Zivilist stirbt bei ukrainischem Drohnenangriff auf Rostow am Don
Bei einem Drohnenangriff der ukrainischen Streitkräfte auf Rostow am Don wurde ein Mann getötet. Dies teilt Gouverneur Juri Sljusar mit. Er schreibt auf seinem Telegram-Kanal:
"In einer der nach dem Angriff der Drohnen in Brand geratenen Wohnungen eines Rostower Hochhauses fanden Rettungskräfte bei der Beseitigung der Trümmer einen toten Mann."
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus. Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland. Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
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14.01.2026
Peking und Moskau verurteilen westliche Drohungen gegen Teheran
freedert.online, 14 Jan. 2026 13:30 Uhr
Während die Zahl der Toten bei den massenhaften Protesten in Iran immer weiter steigt, verschärft der Westen seine Drohungen an die Führung in Teheran. China und Russland sehen darin eine Verletzung der Souveränität des Nahostlandes und hoffen auf eine Beilegung der Krise.
Symbolbild: Ein Smartphone mit einem Aufruf von US-Präsident Donald Trump an die "iranischen Patrioten", weiterhin zu protestieren.
China hat am Mittwoch seine Unterstützung für Iran bekräftigt. Nachdem US-Präsident Donald Trump wegen der massenhaften Antiregierungsproteste dem Nahostland mit einer militärischen Intervention gedroht hatte, verurteilte das Außenministerium in Peking solche Drohungen. Die Behördensprecherin Mao Ning betonte auf einem Pressebriefing:
"China stellt sich gegen jegliche Einmischung von Außenkräften in die Angelegenheiten eines anderen Staates und unterstützt keine Drohungen der Gewaltanwendung in den internationalen Beziehungen."
Ferner erklärte die Diplomatin, dass Peking die Regierung in Teheran unterstütze und erwarte, dass die iranische Führung und das iranische Volk die jetzigen Schwierigkeiten bald hinter sich lassen und die Stabilität im Land retten würden.
Ähnlich äußerte sich auch die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Die Diplomatin verurteilte im Gespräch mit dem Radiosender Sputnik insbesondere die Haltung der EU, indem sie Brüssel vorwarf, die Antiregierungsproteste und die Umsturzversuche in Iran öffentlich zu unterstützen. Mit Blick auf die EU-Staaten sagte Sacharowa:
"Sie setzen Sanktionen ein. Es ist aber kein Druck, sondern eine Erstickungstaktik."
In diesem Zusammenhang warf Sacharowa der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas Doppelmoral vor. Die Worte der hochrangigen EU-Vertreterin, wonach Brüssel keinen baldigen Sturz der iranischen Führung durch die Proteste erwarte, aber daran arbeite, indem es die örtliche Zivilgesellschaft unterstütze, hätten mit dem EU-Recht nichts gemeinsam. Sie stünden auch in einem krassen Widerspruch zum Völkerrecht.
"Wir sprechen von einem absolut illegalen und unrechtmäßigen Druck seitens des Westens, wenn wir uns auf die Situation in Iran beziehen. Dieser Druck umfasst sowohl Politik als auch Praktik, das heißt Sanktionen."
Ferner behauptete die Diplomatin, dass die EU so viel Aufmerksamkeit den Ereignissen in Iran widme, weil sie der viel wichtigeren Frage nach der Zukunft von Grönland ausweiche.
Die massenhaften Proteste in Iran waren Ende Dezember ausgebrochen, nachdem die Nationalwährung Rial stark an Wert verloren hatte. In der Hauptstadt Teheran schlossen zahlreiche Händler ihre Geschäfte und gingen auf die Straße. Seitdem kamen bei den Zusammenstößen mit der Polizei Hunderte von Menschen ums Leben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuletzt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten iranischen Beamten über ungefähr 2.000 Tote.
US-Präsident Trump drohte Iran inzwischen mit einem militärischen Durchgreifen, sollte die Führung in Teheran die Demonstrationen weiterhin gewaltsam unterdrücken. Zugleich rief er die örtlichen "Patrioten" auf, die Staatsinstitutionen einzunehmen, und behauptete, dass die Hilfe bereits "unterwegs" sei.
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14.01.2026
Medien: Reisen Witkoff und Kushner noch im Januar nach Moskau zu erneuten Konsultationen?
freedert.online,14. Jan. 2026 13:20 Uhr
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet laut ungenannten Quellen, dass die US-Sonderbeauftragten Steve Whitcoff und US-Präsidentensohn Jared Kushner noch im Januar zu erneuten Verhandlungen nach Russland reisen. Weder Washington, noch Moskau, haben bis dato das Gerücht bestätigt.
Die rundreisenden US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, hier nach Ukraine-Konsultationen im Rahmen der "Koalition der "Willigen", Paris, 06.01.26
Der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten, planen laut einem Artikel der Nachrichtenagentur Bloomberg einen bevorstehenden Besuch in Moskau, um sich dort erneut mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Kreml-Gesandten zu treffen. Das mögliche Treffen sei demnach vorläufig für Januar geplant, doch die ungenannten Beamten betonen, dass die Pläne noch in Arbeit sind und aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Iran verschoben werden könnten.
Der Bloomberg-Artikel erklärt einleitend zu den Gesprächsgerüchten:
"Steve Witkoff und Jared Kushner wollen in naher Zukunft nach Moskau reisen, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen, während Donald Trumps Gesandte daran arbeiten, ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine voranzutreiben, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten."
Laut Bloomberg-Informationen sei geplant, dass die beiden Gesandten Washingtons die neuesten Entwürfe für Pläne zur Lösung des Ukraine-Konflikts vorstellen, darunter auch Sicherheitsgarantien, die die USA und Europa Kiew gewähren wollen. Die mutmaßende Spekulation lautet im Artikel:
"Es bleibt unklar, wie sehr Putin an diesem zweiten Treffen mit dem Duo interessiert ist, und das scheint ein Haupthindernis für die Festlegung eines Termins zu sein, sagte eine Person."
Die Bloomberg-Quellen gaben weiter zu Protokoll, dass das mögliche Treffen "vorläufig für Januar geplant ist", wobei die Beamten demnach betonten, dass die Pläne aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Iran "noch in Arbeit sind und verschoben werden könnten".
US-Präsident Trump erklärte zu Jahresbeginn vor Journalisten, er sei aktuell "nicht begeistert" von dem russischen Präsidenten, daher sei es unklar, so der Bloomberg-Artikel spekulativ, "ob er trotz erneuter Frustration dazu neigt, den Druck auf Moskau zu erhöhen".
Der russische Präsident Wladimir Putin empfing Witkoff und Kushner zuletzt am 2. Dezember des Vorjahres im Kreml. Die beiden Parteien diskutierten den Kern der Initiative der Vereinigten Staaten, konnten jedoch final keinen Kompromiss finden. Wie Präsident Putin im Anschluss erklärte, teilte Washington vor Anreise die 27 Punkte des ursprünglichen Plans in vier Pakete auf und schlug vor, diese separat zu betrachten.
Das mit Spannung erwartete Treffen, das einer Lösung des Ukraine-Konflikts gewidmet war, dauerte rund fünf Stunden.
Wenige Tage nach dem Kreml-Treffen fand in Berlin ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und der Ukraine statt. Danach wurde beschlossen, dass sich die westlichen Länder im Rahmen der "Koalition der Willigen" mit Kiew darauf geeinigt hatten, Sicherheitsgarantien gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags zu gewähren.
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14.01.2026
Politische Kultur der USA treibt Annexion Grönlands voran
freedert.online, 14 Jan. 2026 13:15 Uhr, Von Timofei Bordatschow
Ein Verzicht, Europas und Dänemarks nichtige Lage auszunutzen, würde den Grundlagen der außenpolitischen Kultur der USA widersprechen. Das heißt, dass eine Annexion Grönlands, ob friedlich oder militärisch, unvermeidlich ist.
Die Vereinigten Staaten haben sich als Großmacht formiert, indem sie Territorien von jenen Nachbarn, die hilflos genug erschienen, annektiert haben. Und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich diese Verhaltensweise in deramerikanischencher politischen Kultur ändern kann.
Der einzige Weg, Respekt vor eigenen Grenzen zu sichern, besteht in der Fähigkeit, sich wirklich zu wehren. Die Geschichte lehrt, dass die USA niemals jene angreifen, die Widerstand leisten können. Und die gegenwärtige Weltpolitik zeigt, dass Europa zu solchen Akteuren längst nicht mehr gehört.
Daher lautet die Frage in Bezug auf einen Anschluss Grönlands durch die USA nicht "ob", sondern "wann". Gerade deswegen, weil Europa und das kleine Dänemark im Hinblick auf potenziellen Widerstand die hilflosesten Aggressionsobjekte sind. Und es spielt überhaupt keine Rolle, welche formalen Beziehungen Europa und die USA heute verbinden. Viel wichtiger ist, dass ein Verzicht auf die Ausnutzung dieser Lage den Grundlagen der US-amerikanischen außenpolitischen Kultur widersprechen würde. Das heißt, dass eine Annexion Grönlands, ob friedlich oder militärisch, unvermeidlich ist.
In den jüngsten Tagen waren wir Zeugen von einer regelrechten Flut an geistreichen Äußerungen und Initiativen von diversen US-Vertretern: von banalen Sticheleien im Internet bis zu Aussagen von Amtsträgern und Gesetzentwürfen im US-Parlament. Insgesamt besteht ihr Sinn darin, Europa und der ganzen Welt den Eindruck zu vermitteln, dass ein Übergang der Insel unter die direkte Kontrolle der USA unvermeidbar sei.
Die unverhohlene Absicht der USA, sich Grönland unter die Nägel zu reißen, versetzt europäische Politiker in regelrechte Panik und Hetze. Absurd erscheint Deutschlands Initiative, eine gemeinsame NATO-Mission unter dem Namen "Arctic Sentry" zu gründen. Diese entstand als Versuch einer Antwort auf die Behauptungen des US-Präsidenten, wonach Grönland angeblich durch russische und chinesische Militärpräsenz bedroht und gänzlich unzureichend bewacht sei. Buchstäblich in den kommenden Tagen stehen direkte Konsultationen zwischen US-amerikanischen und deutschen Spitzendiplomaten zu dieser Angelegenheit bevor. Doch es gibt wenig Zweifel darüber, dass der Vorschlag der Bundesrepublik auf keine große Resonanz in Washington stoßen wird. Es geht in diesem Fall nicht um die Abwehr einer mythischen russischen Bedrohung, sondern um die Absicht der USA selbst.
Die deutsche Idee kopiert jene NATO-Mission, die der Block seit mehreren Jahren im Baltikum durchführt, "Baltic Sentry". Das Baltikum hat jedoch keinerlei Verbindungen zu militärischen und wirtschaftlichen Interessen der USA, was hoffentlich selbst der begriffsstutzigste finnische Parlamentarier versteht. Deswegen können sich dort die NATO und europäische "Verbündete" der USA nach Herzenslust austoben. Doch in Grönlands Fall werden sämtliche Versuche, die NATO zu spielen, zu dem, was sie eigentlich sind – zu einem absurden Theater, dessen gesamter Sinn in der Imitation einer Bedrohung und der entsprechenden Außenpolitik besteht. Europa ist es gewohnt, solche Imitationen zu betreiben, und denkt, dass es das auch dieses Mal versuchen könnte. Gelingen wird es kaum.
Dabei sind die Streitereien innerhalb des sogenannten "Kollektiven Westens" dem Rest der Menschheit im Grunde gänzlich gleichgültig. Russland, China, Indien und sonstige Länder der Weltmehrheit betrachten sie als einen weiteren Beleg dafür, wie die Beziehungen zwischen den USA und ihren Satelliten aufgebaut sind.
Wir werden hier nichts grundsätzlich Neues sehen. Daran, dass die USA bereit sind, jegliche internationalen Normen zu brechen, zweifelte ohnehin niemand in der Welt. Aus Russlands Sicht erscheint die Situation nicht als potenziell bedrohlich für die Interessen des Landes. Die USA können ihre Waffen im äußersten Norden der weltgrößten Insel ohnehin stationieren, und die Schifffahrt entlang der Nordostpassage wird ihre Präsenz in Grönland keineswegs bedrohen. Bisher haben die USA keine Eisbrecherflotte und es ist nicht einmal bekannt, wann sie auch nur theoretisch erscheinen könnte.
China ist ein Übergang Grönlands in die Hände der USA ebenfalls im Wesentlichen gleichgültig. Erstens, weil er nicht die Nordostpassage, die für China im Hinblick auf Handel interessant ist, bedroht, und zweitens hängt die Militärpräsenz der USA auf der Insel keineswegs mit chinesischen Sicherheitsinteressen zusammen. Und im Kontext seiner Interessen an Taiwan beobachtet Peking sogar mit Neugier, wie die USA die Grundlagen des eigenen Imperiums und den Anschein des Völkerrechts zerstören. Es wird immer möglich sein, zu Regeln und Normen zurückzukehren oder neue zu verfassen, nachdem das Kräfteverhältnis klar wird.
Im Falle Europas jedoch scheint Washingtons ohrenbetäubender Wirbel um Grönland bereits das Ende der theoretischen Bedeutung der Europäer in der Weltpolitik zu besiegeln. In den vergangenen Jahrzehnten gewöhnten sich europäische Politiker daran, sich für etwas Besonderes im Vergleich zum Rest der Welt zu halten. Sie griffen mit Leichtigkeit zur Verletzung der territorialen Souveränität und Rechte von diversen Ländern der Welt, hielten aber ein solches Verhalten in Bezug auf sich selbst für undenkbar.
Gerade in dieser Exklusivität der US-Satelliten liegt in Wirklichkeit der ganze Sinn dessen, was sie lautstark als "transatlantische Solidarität" oder "westliche Wertegemeinschaft" verkünden. Heute versetzen die USA selbst der besonderen Stellung der Europäer den Todesstoß. Auch wenn Grönlands Annexion aus unvorhersehbaren Gründen aufgeschoben werden sollte, ist allein eine ernsthafte Diskussion zu diesem Thema schon eine Katastrophe für europäische Politiker. Sie zerstört die letzten Reste ihrer Legitimität in den Augen der eigenen Bürger und der restlichen Welt.
Jeder Staat benötigt eine Rechtfertigung für sein Dasein. Für Russland ist es die Fähigkeit, äußere Bedrohungen abzuwehren und eine eigenständige Außenpolitik zu führen. Für China ist es die Fähigkeit, das Leben seiner Bürger zu organisieren und ihren Wohlstand zu sichern. In Indien wird die Legitimität durch die Fähigkeit gewährleistet, Frieden in einer Gesellschaft aus mehreren Rassen und Zivilisationen aufrechtzuerhalten. In jedem Fall ist die Daseinsberechtigung eines Staats seine Fähigkeit, etwas äußerst Wichtiges im Leben der Menschen zu tun und sich dabei auf eigene innere Ressourcen und Möglichkeiten zu verlassen.
Für moderne europäische Staaten dient als Rechtfertigung dafür, dass sie ihre Bürger regieren, ihr exklusiver Status, der ihnen ermöglicht, auf andere Länder und Zivilisationen von oben herabzusehen. Und wenn die USA Europa um einen Teil seiner Gebiete bringen werden, werden sie sie auf die gleiche Ebene der Rechtlosigkeit stellen, wie die Bewohner Venezuelas, Iraks und zahlreicher anderer Staaten, die die USA straflos überfallen.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass europäische Politiker das Wichtigste nicht verstehen – die USA brauchen Grönland nur, um eine direkte physische Kontrolle über ein für sich selbst wichtiges Territorium in der Arktis herzustellen. Selbstverständlich hat das schon an sich eine Bedeutung: In der heutigen Welt ist direkte Kontrolle über ein Territorium viel vorteilhafter, als dessen mittelbare Nutzung durch Verbündete. Doch das Wichtigste, was die USA in dieser Situation benötigen, ist die Fähigkeit, so zu agieren, wie sie es selbst für richtig halten, denn die Missachtung jeglicher Normen außer der eigenen inneren Regeln ist die Legitimationsquelle des US-Staates in den Augen seiner Bürger.
Die Fähigkeit, einem schwachen Nachbarn etwas einfach wegzunehmen, ist ein wichtiger Beleg dafür, dass ein Land wie die USA tatsächlich für seine Bewohner notwendig ist. Eigentlich wurde Donald Trump gerade deswegen gewählt, weil er versprach, die US-amerikanische Staatlichkeit in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Und auf Grönland allein wird sich die Sache wohl kaum beschränken.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung Wsgljad am 13. Januar.
Timofei W. Bordatschow, geboren 1973, ist ein russischer Politikwissenschaftler und Experte für internationale Beziehungen, Direktor des Zentrums für komplexe europäische und internationale Studien an der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik der Wirtschaftshochschule Moskau. Unter anderem ist er Programmdirektor des Internationalen Diskussionsklubs Waldai.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
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14.01.2026
Im Falle eines Angriffs: Teheran warnt Golfstaaten vor Schlägen auf US-Basen in der Region
freedert.online, 14 Jan. 2026 12:54 Uhr
Teheran warnt die Nachbarländer vor Angriffen auf US-Basen in der Region, sollte Iran von den USA angegriffen werden. Nach Einschätzung Israels hat US-Präsident Donald Trump zwar beschlossen, zu intervenieren, der Umfang und der Zeitpunkt dieser Maßnahme bleiben jedoch unklar.
Symbolbild: in Iran gebaute Rakete "Khaibar-Buster"
Ein hochrangiger iranischer Beamter teilte am Mittwoch gegenüber Reuters mit, dass Teheran die Verbündeten der USA im Nahen Osten gewarnt habe. Sollte Washington das Land angreifen, werde Iran Schläge gegen US-Stützpunkte auf deren Territorium durchführen. Dies erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump mit einer Intervention zur Unterstützung der Demonstranten und Unruhestifter im Land gedroht hatte.
Nach Einschätzung Israels hat Trump zwar beschlossen, zu intervenieren, der Umfang und der Zeitpunkt dieser Maßnahme sind jedoch unklar, so ein israelischer Beamter. Ein iranischer Beamter, der anonym bleiben wollte, sagte, Teheran habe die Verbündeten der USA in der Region gebeten, "Washington daran zu hindern, Iran anzugreifen".
"Teheran hat den Ländern der Region – von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zur Türkei – mitgeteilt, dass die US-Stützpunkte in diesen Ländern angegriffen werden", sollte die USA Iran angreifen. Er fügte hinzu, dass die direkten Kontakte zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff ausgesetzt worden seien, was die zunehmenden Spannungen widerspiegele.
Inzwischen berichtete auch Reuters, dass einigen Mitarbeitern geraten wurde, den US-Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in Katar bis Mittwochabend zu verlassen. Dies teilten drei Diplomaten mit.
Eine zweite israelische Quelle, ein Regierungsbeamter, sagte, das Sicherheitskabinett von Premierminister Benjamin Netanjahu sei am späten Dienstag über die Möglichkeiten eines "Regimesturzes" oder einer US-Intervention in Iran informiert worden – einem Erzfeind, mit dem Israel im vergangenen Jahr einen zwölftägigen Krieg geführt hatte.
Laut iranischen Staatsmedien hat der Leiter des obersten iranischen Sicherheitsgremiums, Ali Laridschani, mit dem katarischen Außenminister gesprochen. Araghtschi hat demnach mit seinen Amtskollegen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei gesprochen. All diese Länder sind Verbündete der USA.
Den Berichten der Staatsmedien nach sagte Araghtschi dem Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Zayid, dass "Ruhe eingekehrt sei" und die Iraner entschlossen seien, ihre Souveränität und Sicherheit gegen jede ausländische Einmischung zu verteidigen.
Auf die Frage, was er mit "Hilfe ist unterwegs" meine, antwortete Trump am Dienstag gegenüber Reportern, sie müssten das selbst herausfinden. Trump hat erklärt, dass militärische Maßnahmen zu den Optionen gehören, die er in Betracht zieht, um Iran für sein "hartes Vorgehen" zu bestrafen. Am Montag kündigte er Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent auf Produkte aus allen Ländern an, die mit Iran – einem wichtigen Ölexporteur – Handel treiben.
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14.01.2026
Regime-Change: Gesandter Trumps traf sich insgeheim mit früheren Kronprinzen Irans
freedert.online, 14 Jan. 2026 12:41 Uhr
Steve Witkoff soll sich insgeheim mit dem im Exil lebenden ehemaligen iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi getroffen haben. Schon seit Oktober läuft laut Informationen von "Haaretz" eine Kampagne Israels zur Unterstützung Pahlavis.
US-Sondergesandter für den Nahen Osten, Steve Witkoff
Wie ein hochrangiger US-Beamter mitteilte, traf sich der Gesandte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, am Wochenende insgeheim mit dem im Exil lebenden ehemaligen Kronprinzen Irans, Reza Pahlavi, um über die Proteste in Iran zu sprechen. Es handelte sich um das erste hochrangige Treffen zwischen der iranischen Opposition und der Trump-Regierung seit Beginn der Unruhen vor 15 Tagen. Pahlavi versucht sich als "Übergangsführer" zu positionieren, für den Fall, dass die Islamische Republik stürzt.
Pahlavi ist der Sohn des Schahs, der während der Islamischen Revolution im Jahr 1979 gestürzt wurde. Er führt eine Oppositionsfraktion aus dem Exil in den USA an. In den letzten zwei Wochen trat Pahlavi in US-Fernsehsendern auf und forderte die Trump-Regierung auf, sich zur Unterstützung der Proteste einzuschalten und Iran anzugreifen.
Das nationale Sicherheitsteam des Weißen Hauses kam am Dienstagmorgen zu einer Sitzung zusammen, um über mögliche Reaktionen auf die Proteste zu beraten. US-Präsident Donald Trump nahm allerdings nicht daran teil.
Ein hochrangiger US-Beamter erklärte gegenüber Axios, dass sich die Beratungen innerhalb der Regierung noch in einem relativ frühen Stadium befänden. "Wir befinden uns derzeit noch nicht in einer Entscheidungsphase hinsichtlich einer militärischen Aktion", sagte der Beamte und fügte hinzu, dass es jedoch schwer vorherzusagen sei, wie Trump sich entscheiden werde.
Außenminister Marco Rubio sagte in den letzten Tagen in geschlossenen Sitzungen, dass die Regierung derzeit nach Möglichkeiten suche, den Demonstranten auf "nicht kinetische Weise" zu helfen, wie eine Quelle mit direktem Wissen berichtete.
Trump hat zuletzt die Iraner zu einer Revolte gegen den Staat aufgerufen und sie aufgefordert, die Regierungsinstitutionen zu übernehmen. Er fügte hinzu: "Hilfe ist unterwegs."
Als er am selben Tag von Reportern gefragt wurde, was er damit meine, antwortete Trump: "Das müssen Sie selbst herausfinden." Zu Beginn der Proteste stufte die Trump-Regierung Pahlavi nicht als bedeutenden politischen Akteur ein.
In einem Interview in der "Hugh Hewitt Show" letzte Woche lehnte Trump es ab, ihn zu unterstützen. "Pahlavi hat an Bedeutung gewonnen. Bei Demonstrationen in vielen Städten skandieren sie seinen Namen, und das scheint ganz natürlich zu geschehen", sagte der US-Beamte gegenüber Axios. Bereits seit Oktober laufe laut Informationen von Haaretz eine Kampagne Israels zur Unterstützung Pahlavis, um iranische Oppositionelle auf eine gemeinsame Linie zu bringen.
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14.01.2026
Krieg in der Ukraine Hitlergrüße und Korruption: Ex-Soldat erhebt schwere Vorwürfe gegen ukrainische Armee
berliner-zeitung.de, 13.01.2026 , 20:35 Uhr, Nicolas Butylin
Ein niederländischer Freiwilliger berichtet von Korruption, ausbleibendem Geld, Gewalt und rechtsextremer Symbolik in ukrainischen Einheiten. Den Donbass hat er verlassen.
Besonders scharf kritisiert der Niederländer die 3. Separate Angriffsbrigade, eine kampferprobte Einheit der ukrainischen Armee, die 2022 aus Freiwilligen des Asow-Bataillons hervorging.Diego Herrera Carcedo/imago
Ein niederländischer Freiwilliger, der mehrere Jahre aufseiten der Ukraine gekämpft hat, erhebt in einem Interview mit der Zeitung De Telegraaf schwere Vorwürfe gegen Zustände innerhalb der ukrainischen Streitkräfte. Die Aussagen des Mannes, der unter dem Pseudonym „Hendrik“ auftritt, werden inzwischen auch von renommierten ukrainischen Medien wie dem Dzerkalo Tyzhnia aufgegriffen.
Der 40-Jährige war nach eigenen Angaben rund dreieinhalb Jahre an verschiedenen Frontabschnitten im Donbass im Einsatz. Zuvor diente er in der niederländischen Luftwaffe. Im De Telegraaf berichtet er, ausländische Freiwillige würden systematisch schlecht behandelt. Er habe sich wie „Dreck“ behandelt gefühlt, sagt er der auflagenstärksten niederländischen Tageszeitung.
„Ich wollte mit diesem ganzen Zeug nichts mehr zu tun haben“
Für den Freiwilligen kam es irgendwann in der Ukraine Schlag auf Schlag. Nach einer schweren Verwundung durch einen Mörsereinschlag habe Hendrik seine medizinische Versorgung selbst organisieren und bezahlen müssen. Staatliche Hilfe habe es nicht gegeben. „Sie lassen einen buchstäblich zugrunde gehen, und wenn man dann wieder fit ist, nehmen sie einen plötzlich wieder auf“, sagt er laut De Telegraaf. Außerdem sei ihm nicht einmal das zugesagte Gehalt ausgezahlt worden.
Auch Familien anderer ausländischer Kämpfer in der Ukraine, die im Einsatz gegen russische Soldaten gefallen sind, gingen häufig leer aus. „Die Angehörigen bekommen das versprochene Geld oft überhaupt nicht“, so Hendrik in dem Interview.
Besonders scharfe Kritik äußert der Niederländer an der 3. Separaten Angriffsbrigade, einer kampferprobten Einheit der ukrainischen Armee, die 2022 aus Freiwilligen des Asow-Bataillons hervorging und in die regulären Truppen integriert wurde. Die berüchtigte Einheit ist für ihre offensiv-taktischen Operationen und den Einsatz bei Häuserkämpfen bekannt. Bei seiner Aufnahme habe man ihm versichert, „dass dies nicht mehr das Asow von früher sei – reformiert, gesäubert und neu aufgebaut“, berichtet er De Telegraaf.
Hendrik ist nicht der richtige Name des 40-jährigen Niederländers, der in dreieinhalb Jahren viele Ecken der ukrainischen Front gesehen hat. Er benutzt einen anderen Namen, weil er sich laut eigenen Angaben vor russischen Geheimdiensten fürchtet.Privat
Vor Ort habe Hendrik jedoch eine andere Realität erlebt. In Büros der Einheit habe er schwarz-rote Fahnen der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), Darstellungen von Stepan Bandera sowie Hakenkreuze gesehen. „Ich wollte mit diesem ganzen Zeug nichts mehr zu tun haben“, zitiert ihn die niederländische Zeitung. Andere ausländische Kämpfer hätten ihm berichtet, dass es Einheiten gebe, „in denen jeden Morgen der Hitlergruß gezeigt wird“.
Ukraine: Korruption auch in der Armee
Ein weiteres zentrales Thema seiner Aussagen sind lateinamerikanische Söldner, insbesondere aus Kolumbien. Diese hätten innerhalb der ukrainischen Armee eine Art „Staat im Staat“ gebildet. „Man erlebte regelrecht eine kolumbianische Invasion in der Ukraine“, so der Niederländer. „Sie hielten sich nur untereinander auf. An anderen Ausländern hatten sie kein Interesse.“ Unter den Südamerikanern seien auch Männer mit Verbindungen zu Drogenkartellen gewesen. Hendrik habe von schweren Verbrechen gehört, darunter Folter und Verstümmelungen. Sie sollen ihm Fotos von Enthauptungen gezeigt haben, berichtet er.
Ein Konflikt mit dieser Gruppe, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist, war dann für den Niederländer ein Wendepunkt. Nachdem er die Kolumbianer gebeten hatte, laute Musik vor dem morgendlichen Appell abzustellen, sei er mit einem Messer bedroht worden. „Sie sagten, sie würden mir im Schlaf ein ,warmes kolumbianisches Willkommen‘ bereiten. Ein Dolchstoß ins Herz“, zitiert ihn De Telegraaf. Ein Mann sei mit gezogenem Messer auf ihn zugegangen und habe ihn angeschrien, er solle „die Klappe halten“.
Trotz der Drohungen sei letztlich er selbst bestraft worden. Man ließ ihn 35 Liegestütze im strömenden Regen machen, sagt Hendrik. Als er den verantwortlichen Unteroffizier darauf angesprochen habe, sei dieser wütend geworden. Kurz darauf habe er seine Unterlagen abgeholt und die Einheit endgültig verlassen.
Inzwischen lebt Hendrik wieder in den Niederlanden und versucht laut dem De Telegraaf, sich ein neues Leben aufzubauen. Eine Rückkehr in den Krieg schließt er derzeit aus. Seine Kritik richte sich dabei nicht gegen die ukrainische Bevölkerung, betont er, sondern gegen militärische und politische Strukturen im Land. Er wolle nicht der Regierung in Kiew helfen, sondern den „Bürgern“. „Wir helfen nicht wegen der Regierung, sondern wegen der einfachen Leute“, sagt er. Doch „an der Spitze“, so Hendrik, „herrscht eine korrupte Bande“. „Die normalen Bürger können an diesen Missständen nichts ändern“, resümiert er. Eine offizielle Stellungnahme der ukrainischen Behörden zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor, schreiben ukrainische Medien übereinstimmend.
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14.01.2026
Kallas und Pistorius für Fortführung des Krieges
aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Januar 2026, 14:55 Uhr
äußerte sich Kallas eher zurückhaltend. Sie betonte, dass man noch nicht
sagen könne, wie sich die Lage entwickeln werde. „Wir diskutieren die
Verhängung weiterer Sanktionen“, so Kallas
Pistorius ergänzte, dass er wenig dazu hinzufügen könne. „Wenn meine
Informationen korrekt sind, wollen die Iraner keinen Regimewechsel, der
von externen Mächten gepusht wird“, sagte er. Jeder wisse, dass dies der
Grund für nachfolgende Probleme sein könnte. „Aber der Ball liegt nicht
bei uns“, so Pistorius.
Im Anschluss traf sich Kallas mit Bundesentwicklungsministerin
Alabali-Radovan und später mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen
Ausschusses, Armin Laschet. Doch während in Berlin für Kallas der rote
Teppich ausgerollt wird, hat die EU-Außenbeauftragte zunehmend relevante
Partner verloren. So weigerte sich der US-Außenminister Marco Rubio
bereits mehrfach, bilaterale Gespräche mit ihr zu führen.
Im Dezember veröffentlichten die USA ihre neue Sicherheitsstrategie, in
der sie die Rolle der EU scharf kritisierten. Darin bekräftigten die USA
ihre Priorität, den Ukraine-Krieg so schnell wie möglich zu beenden –
doch Europa würde dies erschweren. „Die Trump-Regierung sieht sich im
Widerspruch zu europäischen Regierungsvertretern, die in instabilen
Minderheitsregierungen mit unrealistischen Erwartungen an den Krieg
agieren und dabei häufig grundlegende demokratische Prinzipien
missachten, um Opposition zu unterdrücken. Eine große Mehrheit der
Europäer wünscht sich Frieden, doch dieser Wunsch spiegelt sich nicht in
der Politik wider“, heißt es.
*Slowakei fordert Rücktritt von Kaja Kallas
*Frankreich und Italien öffneten sich hingegen für direkte Gespräche mit
Russland. Unter anderem sagte die italienische Ministerpräsidentin
Giorgia Meloni vergangene Woche: „Ich denke, Macron hat recht. Es ist an
der Zeit, dass auch Europa mit Russland spricht, weil es vielleicht
nicht zu Ergebnissen führt, nur mit einer der beiden Seiten zu sprechen.“
In Europa wird nun sogar der Rücktritt von Kallas gefordert. Der
slowakische Ministerpräsident Robert Fico erklärte in einem Interview am
Samstag mit dem Fernsehsender TA-3, dass die EU-Außenbeauftragte
zurücktreten sollte. „Wir müssen Frau Kallas ersetzen“, betonte er und
übte scharfe Kritik an ihrer Außenpolitik. Seiner Ansicht nach habe ihre
Führung die Fähigkeit der EU erheblich beeinträchtigt, effektiv auf
aktuelle Herausforderungen zu reagieren und eine kohärente Haltung zu
internationalen Fragen zu entwickeln. „Die EU steht nun vor einer
beispiellosen Krise“, so Fico.
In diesem Szenario treten „Boris“ und „Kaja“ souverän und entschlossen
auf, doch wie viel Einigkeit außerhalb des Bendlerblocks tatsächlich
herrscht, bleibt höchst fraglich.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
14.01.2026
Iran kritisiert Deutschlands Merz wegen Unruhen und Bemerkungen, sagt Berlin "am schlechtesten platziert", um über Rechte zu referieren
Irans Außenminister Abbas Araghchi
presstv.co.uk, vom Dienstag, 13. Januar 2026 15:14 [ Letzte Aktualisierung: Dienstag, 13. Januar 2026 15:14 ] (Übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)
Der iranische Außenminister hat Deutschland für seine Doppelmoral und Heuchelei über die Menschenrechte kritisiert, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz das Land der Tötung von Demonstranten beschuldigt hatte.
Abbas Araghchi sagte am Dienstag, Deutschland sei "vielleicht die am schlechtesten gestellte" Regierung, die andere über Menschenrechte belehre und argumentierte, dass Berlins Glaubwürdigkeit durch seine totale Unterstützung für den amerikanisch-israelischen Völkermord in Gaza "ausgelöscht" worden sei.
"Wenn der Iran Terroristen besiegt, die Zivilisten und Polizisten töten, beeilt sich die deutsche Kanzlerin zu erklären, dass ‚Gewalt ein Ausdruck von Schwäche‘ ist“, schrieb Araghchi auf X.
"Was hat Herr Merz dann über seine uneingeschränkte Unterstützung für den Massenmord an 70.000 Palästinensern in Gaza zu sagen?" Er fragte.
Seine Kommentare folgten auf Merz’ Bemerkungen, die die Legitimität der iranischen Regierung in Frage stellten und darauf hindeuten, dass sie sich dem Zusammenbruch nach den jüngsten Unruhen im ganzen Land nähern.
„Ich glaube, wir sehen jetzt die letzten Tage und Wochen dieses Regimes. Auf jeden Fall hat sie keine Legitimität durch Wahlen in der Bevölkerung. Die Bevölkerung erhebt sich jetzt gegen dieses Regime“, sagte Merz.
Er legte keine Beweise vor, um seine Behauptung über Wahlen im Iran zu untermauern, die von einer islamischen Demokratie regiert wird, in der alle Beamten durch direkte oder indirekte Stimmen des Volkes ins Amt gewählt werden.
Araghchi sagte auch, dass Merz auch die US-israelische Aggression gegen den Iran im Juni 2025 unterstützt habe und sagte, das zionistische Regime verrichte die "schmutzige Arbeit", die sie tun wollten, um die iranischen Atomstandorte zu beschädigen.
„Die Iraner erinnern sich auch an Herrn. Merz' widerwärtige Bejubelung Israels, als es im vergangenen Sommer Häuser und Geschäfte in unserem Land bombardierte ", sagte er. "Diese unprovozierte und rechtswidrige Gewalt, so die deutsche Bundeskanzlerin, war, dass Israel Europa einen Gefallen tut, indem es seine 'schmutzige Arbeit' ausführte."
Der iranische Minister zitierte dann das Schweigen Deutschlands über die jüngste Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicholas Maduro durch die USA, die sogar von einigen der US-Verbündeten, einschließlich Frankreichs, verurteilt wurde.
„Tut uns allen einen Gefallen: habt etwas Scham. Besser noch, Deutschland sollte seine rechtswidrige Einmischung in unsere Region beenden, einschließlich seiner Unterstützung für Völkermord und Terrorismus.“
Iran will Verbot des Europäischen Parlaments erwidern
Unabhängig davon kritisierte Araghchi am Montag den Schritt des Europäischen Parlaments, iranische Diplomaten von den Räumlichkeiten des Gremiums zu verbannen, als Reaktion auf das, was es als "Durchgreifen gegen Demonstranten" bezeichnete.
In einem Posten auf X beklagte der Minister die Doppelmoral des Gremiums und stellte fest, dass über zwei Jahre des Völkermords in Gaza das Europäische Parlament nicht dazu veranlasst hatte, „echte Maßnahmen“ gegen das israelische Regime zu ergreifen.
„Auch wenn Netanjahu vom IStGH wegen Kriegsverbrechen gesucht wird, fliegt er frei über den europäischen Luftraum. Im Gegensatz dazu dauert es nur wenige Tage gewaltsamer Unruhen im Iran, bis das Europäische Parlament unsere Diplomaten physisch verbietet. Die Leute sind nicht dumm. Sie sehen, was sich mit ihren eigenen Augen entfaltet“, sagte er.
Der iranische Spitzendiplomat betonte, dass das Land keine „Feindschaft mit der EU“ anstrebe, sondern jede Einschränkung erwidere.
Der Iran war in den letzten Tagen ein Schauplatz hoch gewalttätiger Unruhen, die die Besorgnis über steigende Lebenshaltungskosten ausnutzten.
Die Behörden haben die Legitimität wirtschaftlicher Missstände anerkannt und versprochen, sie anzugehen, die direkt mit einseitigen US-Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und die Ölexporte zusammenhängen.
Aber sie haben geschworen, entschlossen damit umzugehen, dass von den USA und Israel unterstützte Randalierer im ganzen Land Chaos anrichten.
Am Montag erlebte der Iran landesweite Kundgebungen, die die Unruhen verurteilten. Demonstranten trugen Plakate, die ausländische Einmischung anprangerten und ihre Unterstützung für die Islamische Republik zum Ausdruck brachten.
Die Website von Press TV kann auch unter den folgenden alternativen Adressen aufgerufen werden:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
14.01.2026
UNICEF: Israelische Armee tötete trotz Waffenruhe in Gaza mehr als 100 Kinder
https://freedert.online, 14 Jan. 2026 10:57 Uhr
Eine offizielle UNICEF-Erklärung teilt mit, dass die Netanjahu-Administration weiterhin für den Tod von Kindern im Gazastreifen verantwortlich ist. So sind trotz der vereinbarten Waffenruhe mindestens 100 Minderjährige getötet worden, und zwar durch multiple IDF-Attacken. Weitere Kinder starben durch Hunger und Kälte.
Alltagsrealität im Gazastreifen: Eine Familie trauert um ihr getötetes Kind. Gaza-Stadt, 09. Januar 2026
UNICEF-Sprecher James Elder hat am 13. Januar in Genf die jüngste Zusammenfassung aktueller Zahlen zu mutmaßlichen Tötungen von Kindern und Jugendlichen durch die israelische Armee in Gaza präsentiert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen sind dabei in den letzten Monaten mindestens 100 Minderjährige gewaltsam ums Leben gekommen. Dies ist auf IDF-Attacken sowie die inhumanen Lebensbedingungen vor Ort zurückzuführen. Die ernüchternde Bilanz der UNICEF lautet, dass diese Zahl "etwa einem getöteten Mädchen oder Jungen pro Tag entspricht", und das trotz eines vereinbarten Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas.
Ein erstes Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas wurde im Januar des Vorjahres ausgehandelt. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt die jüngste Waffenruhe offiziell. Der UNICEF-Sprecher erklärt dazu die andauernden brutalen Lebensrealitäten im Gazastreifen:
"Seit dem Waffenstillstand hat UNICEF Berichte über mindestens 60 getötete Jungen und 40 getötete Mädchen im Gazastreifen registriert. Die Zahl von 100 spiegelt nur Vorfälle wider, zu denen ausreichende Details vorliegen, sodass die tatsächliche Zahl der getöteten palästinensischen Kinder voraussichtlich höher ist. Hunderte Kinder wurden verletzt."
Das Leben in Gaza bleibe "erdrückend", so Elder weiter. "Das Überleben ist weiterhin ungewiss." Die Bombardierungen und Schießereien seitens der IDF-Armee haben zwar während der Waffenruhe bedingt nachgelassen, "aber sie haben nicht aufgehört", berichtet er.
Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen unter der Leitung der Hamas bestätigt die Zahlen und dient als Hauptquelle für die UNICEF-Angaben. Die UN-Organisationen haben die Angaben des Ministeriums stets als verlässlich bezeichnet.
Angesichts der zusätzlichen Belastungen, die sich aus der Jahreszeit ergeben, sagt der UNICEF-Sprecher:
"Um die Hygiene und sanitären Einrichtungen zu verbessern, setzt UNICEF alles ein, von Eseln bis hin zu Bulldozern, und entfernt jeden Monat tausend Tonnen Müll. In Gaza hat es in letzter Zeit geregnet und es war bitterkalt, aber dank der Vorbereitungen, die UNICEF für den Winter getroffen hat, konnten wir fast eine Million Thermodecken und Hunderttausende Winterkleidungssets für Kinder bereitstellen."
Nichtsdestotrotz würden Kinder und Jugendliche, ausgehend von den Alltagsrealitäten in Verbindung mit Mangelernährung, zu Tode kommen. Hierzu lägen jedoch nur Schätzungen und keine genauen Zahlen vor. So seien in diesem Winter "bereits sechs Kinder an Unterkühlung gestorben", erklärt Elder. Tausende Menschen müssen wegen der weitreichenden Zerstörung und andauernden Drohnenangriffe bei eisiger Kälte und Regen unter mehr als inhumanen Lebensbedingungen in Zelten ausharren.
Rund 1,9 Millionen Binnenvertriebene – nahezu die gesamte Bevölkerung – leben dabei größtenteils in provisorischen Zeltlagern. Sturmböen reißen Unterkünfte nieder und sintflutartige Regenfälle verwandeln zuletzt die Lager in Schlammwüsten.
Zudem berichtet der UNICEF-Sprecher über die Verletzungsgefahr für Kinder und Jugendliche durch einstürzende Gebäudeteile bei der Suche nach Feuerholz und über die Gefahren, denen sie bei plötzlichen IDF-Angriffen ausgesetzt sind.
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14.01.2026
Seit dem 1. Dezember haben US-Frachtflugzeuge den Persischen Golf überflutet.
seniora.org, 14. Januar 2026, 13.01.2026 Von Larry Johnson - übernommen von substack.com/@larrycjohnson">Larry C Johnson
Im Dezember 2025 und Januar 2026 (bis Anfang/Mitte Januar) deuten Open-Source-Intelligence-Daten (OSINT) und Flugverfolgungsdaten auf einen signifikanten Anstieg der US-Militärtransportflugzeuge (vorwiegend Schwerlastflugzeuge wie die C-17 Globemaster III und die C-5M Galaxy) hin, die zu oder in Richtung US-Stützpunkte im Persischen Golf fliegen, wie beispielsweise den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar. In Berichten wird übereinstimmend von „Dutzenden“ solcher Bewegungen gesprochen.
Der Luftwaffenstützpunkt Al Udeid (auch bekannt als Flughafen Abu Nakhlah) ist der größte US-Militärstützpunkt im Nahen Osten und liegt in der Wüste, etwa 20 –35 km südwestlich von Doha, Katar. Er dient als strategisch wichtiger Knotenpunkt für US-amerikanische und verbündete Operationen in der Region. Al Udeid ist Hauptquartier des vorgeschobenen Elements des US Central Command (CENTCOM), des US Air Forces Central Command (AFCENT) und des Combined Air Operations Center (CAOC), das die Luftstreitkräfte in einem Gebiet mit 21 Nationen von Nordostafrika bis Zentralasien befehligt und steuert. Zudem sind hier Teile des US Special Operations Command Central und verbündete Einheiten wie die No. 83 Expeditionary Air Group der Royal Air Force (RAF) stationiert.
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Al Udeid ist nur die Spitze des Eisbergs, was die US-Präsenz im Persischen Golf betrifft. Hier sind die anderen Stützpunkte:
Marineunterstützungsaktivität Bahrain (Bahrain, in Manama):
Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine (NAVCENT), zuständig für maritime Operationen im Persischen Golf, Roten Meer, Arabischen Meer und Teilen des Indischen Ozeans.
Bietet Platz für ca. 9.000 Personen (Militärangehörige und Zivilisten).
Entscheidend für die Marinepräsenz, einschließlich Schiffe, Patrouillenboote und Unterstützung der regionalen Sicherheit.
Camp Arifjan (Kuwait, in der Nähe von Kuwait-Stadt)
Vorgeschobenes Hauptquartier der US Army Central (ARCENT).
Hauptlogistik-, Versorgungs- und Kommandozentrale für Bodentruppen und vorpositioniertes Material.
Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem (Kuwait, ca. 40 km von der irakischen Grenze entfernt)
Bekannt als „The Rock“; unterstützt Lufttransport, Betankung, Transport und Expeditionsluftoperationen (Heimat des 386. Luftwaffengeschwaders).
Camp Buehring (Kuwait, nahe der irakischen Grenze)
Bereitstellungsraum für Armeeeinheiten, die in den Irak/Syrien verlegt werden, sowie Unterstützung bei Ausbildung und Operationen.
Luftwaffenstützpunkt Al Dhafra (Vereinigte Arabische Emirate, südlich von Abu Dhabi)
Gemeinsam genutzt mit der Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate; wichtiger Stützpunkt der US-Luftwaffe für Aufklärung, Nachrichtendienst, Kampfeinsätze (z. B. F-22 Raptors) und Missionen gegen Bedrohungen wie den IS.
Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan (Saudi-Arabien) — Beherbergt US-Kampfjets und Luftverteidigung; reaktiviert zur regionalen Abschreckung.
Mehrere Berichte von OSINT-Quellen, Flugverfolgungsdiensten (z. B. FlightRadar24) und Medien (darunter israelische, europäische und internationale Quellen) beschreiben Dutzende von schweren Transportflugzeugen (C-17 und C-5), die von US-Basen, Großbritannien (z. B. RAF Mildenhall) und Deutschland in Richtung Osten zu Drehkreuzen am Persischen Golf starten. Diese Aktivitäten nahmen Anfang Januar 2026 deutlich zu, mit fortlaufenden Berichten über C-17, C-5 und zugehörige Unterstützungsflugzeuge (darunter Tankflugzeuge wie KC-135 und KC-46) auf dem Weg.
Bei den Bewegungen handelt es sich höchstwahrscheinlich um Vorbereitungen für einen Angriff auf den Iran (z. B. Proteste, Verstärkung der Luftverteidigung), und Analysten stellen Ähnlichkeiten zu früheren Truppenaufstockungen fest. Das Pentagon bestätigt keine genauen Tages- oder Gesamtzahlen, aber das Ausmaß wird als „ umfangreiche Truppenverlegung “ oder „ starker Lufttransport “ beschrieben, oft im Bereich von Dutzenden (20 –50+ einzelne Flugzeugbewegungen, wobei es sich teilweise um Hin- und Rückflüge oder Rotationen handeln kann).
In meinem letzten Artikel habe ich die Stationierung eines US-Flugzeugträgerverbandes als mögliches Indiz für einen bevorstehenden US-Militärangriff auf den Iran angeführt. Ich könnte mich irren. Die Zunahme der US-Militärtransportflugzeuge in den letzten 40 Tagen deutet darauf hin, dass die USA möglicherweise eine Luftkampagne in Erwägung ziehen und zur Vorbereitung eines solchen Angriffs Luftverteidigungssysteme auf allen oben genannten Stützpunkten stationieren. Ich glaube, dass die US-Planer davon überzeugt sind, iranische Raketenstellungen ausschalten und mit einer Vielzahl von Patriot- und THAAD-Luftverteidigungssystemen jegliche iranische Vergeltung abwehren zu können.
Alle oben genannten Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (OSINT). Wenn ich sie lesen kann, können es auch die Iraner, die Russen und die Chinesen. Wären Sie überrascht zu erfahren, dass die Russen und Chinesen ebenfalls Satellitensysteme betreiben, die Informationen über diese Stützpunkte sammeln und diese an den Iran weiterleiten? Der Iran kennt die Standorte der US-Luftverteidigungssysteme.
Angesichts der iranischen Reaktion auf den Überraschungsangriff vom 13. Juni erwarte ich, dass der Iran die US-Stützpunkte zunächst mit Drohnen und älteren Raketen überfluten wird, um die US-Raketenabwehrsysteme zu überlasten. Die USA verfügen nicht über unbegrenzte Mengen an Patriot-Raketen. Sollte der Iran seinen Stolz überwunden und eine umfassende Lieferung russischer und chinesischer Luftverteidigungssysteme akzeptiert haben, so stehen seine Überlebenschancen bei einem US-Angriff, der die iranische Fähigkeit zum Abschuss ballistischer Raketen – welche in zahlreichen unterirdischen Bunkern gelagert sind – neutralisieren soll, deutlich besser.
verstreut über den Iran.
Ich gehe weiterhin davon aus, dass die USA zunächst einen Cyberangriff auf das iranische Militärführungssystem starten werden. Allerdings verfügt auch der Iran über starke Cyberfähigkeiten und würde auf einen solchen Angriff wahrscheinlich mit ähnlichen Maßnahmen reagieren. Trump wird heute (Dienstag) vom Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth umfassend unterrichtet , und im Anschluss daran dürfte eine Entscheidung über das weitere Vorgehen der USA fallen.
Ich habe diese Themen heute mit Richter Napolitano und Danny Davis besprochen. Wir haben auch den Krieg in der Ukraine analysiert.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.