Julian Assange. Bild: Kacy Bao/CC BY-SA-4.0


overton-magazin.de, 18. Dezember 2025, Eckart Leiser, 90 Kommentare

Die Stiftung habe den Friedensnobelpreis zu einem „Kriegsinstrument“ gemacht hat, indem sie ihn an María Corina Machado verliehen hat.


Die „Aufstachelung“ der venezolanischen Oppositionsführerin zur größten militärischen Intervention der Vereinigten Staaten seit dem Irakkrieg macht sie laut dem Aktivisten „kategorisch nicht wählbar“ für die Auszeichnung (Frieden hat keine Bedeutung, wenn Rechte wie Maria Corina Machado den Nobelpreis gewinnen, Frieden hat keine Bedeutung, wenn Rechte wie Maria Corina Machado den Nobelpreis gewinnen).

Der Gründer von WikiLeaks reichte deshalb am Mittwoch in Stockholm eine Strafanzeige gegen die Nobelstiftung ein, weil sie nach seiner Bewertung Kriegsverbrechen begünstigt habe, indem sie der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado den Friedensnobelpreis verliehen hat.

Laut einer Erklärung der von Assange geleiteten Organisation haben 30 Personen, die mit der Stiftung in Verbindung stehen, konkret Straftaten wie Veruntreuung von Geldern, Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie die Finanzierung eines Verbrechens der Aggression begangen.

Mit der Auszeichnung von Machado habe die Nobelstiftung, darunter die Vorsitzende Astrid Söderbergh Widding und die Geschäftsführerin Hanna Stjärne, „ein Instrument des Friedens in ein Instrument des Krieges verwandelt”, stellt die Organisation fest. Dies stehe im Widerspruch zu den verbindlichen Bestimmungen im Testament von Alfred Nobel, der den Preis an diejenigen vergeben wollte, die sich am stärksten für die Brüderlichkeit zwischen den Nationen eingesetzt haben.

Ganz im Gegenteil dazu macht die „Anstiftung“ Machados zu dem größten Militäreinsatz der USA seit dem Irakkrieg sie „kategorisch ungeeignet“ für den Friedensnobelpreis, argumentiert Assange.

„Machado hat die Trump-Regierung immer wieder dazu gedrängt, ihren Weg der Eskalation fortzusetzen“, versicherte der Gründer von WikiLeaks.

„Mit ihrer herausragenden Position als Friedensnobelpreisträgerin hat Machado möglicherweise die Waage zugunsten des Krieges verschoben, was von den genannten Denunzierten begünstigt wurde“, fügte er hinzu, womit er sich auf die Mitglieder der Nobel-Stiftung bezog.

Die Anzeige enthält als Beweismittel Aussagen, in denen Machado laut Assange Washington zu einer militärischen Intervention in Venezuela ermutigt und die US-Angriffe auf zivile Schiffe vor der Küste Venezuelas gerechtfertigt hat.

In diesem Zusammenhang stellt Assange fest, dass die Verleihung des Preises an die venezolanische Oppositionelle, einschließlich der ausstehenden Auszahlung von 11 Millionen schwedischen Kronen – etwa eine Million Euro – ein schweres Veruntreuungsdelikt darstellt.

Darüber hinaus bestehe ein „reales Risiko“ einer Umleitung des Geldes derart, dass es indirekt zur Finanzierung von Kriegsverbrechen durch die USA beiträgt und damit gegen die staatlichen Verpflichtungen Schwedens gemäß dem Römischen Statut, Basis des Internationalen Strafgerichtshof verstößt, heißt es in der Anzeige.

Aus all diesen Gründen fordert Assange die schwedischen Behörden auf, die Überweisung des Preisgeldes an Machado einzufrieren und die Rückgabe der Medaille zu verlangen sowie die Stiftung wegen der oben genannten Verbrechen zu untersuchen.

Aus spanischen Quellen zusammengestellt und ins Deutsche übersetzt von Eckart Leiser.


Eckart LeiserEckart Leiser, Prof. Dr., ist Privatdozent an der Freien Universität Berlin und arbeitet als Psychotherapeut in eigener Praxis in Saragossa (Spanien). Seine Arbeitsschwerpunkte sind die epistemologischen Grundlagen der Psychologie sowie strukturale Anthropologie und Psychoanalyse. Lehrtätigkeit in Frankfurt, Berlin, Mexiko-Stadt, Wien, Madrid, Saragossa und Buenos Aires.
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