aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 12. Februar 2026, 7:15 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum ThemaMilitarisierung - auch heute mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
2. Der Spiegel: Russischer Angriffskrieg - USA drängen laut Selenskyj auf Kriegsende bis Juni
3. SWP: Krieg ohne Ende? Innen- und außenpolitische Herausforderungen für Russland und die Ukraine
4. Länderanalysen: Russland-Analysen Nr. 476
5. Bloomberg: Ukraine: EU prüft Zeitplan für Beitritt und Vorab-Mitgliedsrechte
6. FR: Wie der deutsche Weinhandel Israels Siedlungen mitfinanziert
7. DW: Trump lobt den Iran - und droht zugleich
8. SZ: Protest auf Theresienwiese - Kommen wirklich 100 000 Menschen zur Iran-Demo nach München?
9. n tv: Neues Rekordjahr - Bundesregierung genehmigt 2025 Rüstungsexporte im Wert von rund zwölf Milliarden Euro
10. taz: Norfolk und Neapel - USA übergeben Europäern zwei Nato-Kommandoposten
11. The Pioneer: Rüstung - Der Fall „Maus“
12. Lesejury: Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
13. Lebenshaus: Evangelische Kirche über Krieg und Frieden - Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden 14. Internationale Münchner Friedenskonferenz - 13.- 15. Februar 2026 - Gegen den Strom der Gewalt
——
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
https://www.n-tv.de/politik/17-15-Grafik-zeigt-Einbruch-der-US-Hilfen-an-Ukraine-article23143824.html
11.2.2026
(…)
07:29 Bericht: Selenskyj plant Referendum über mögliches Friedensabkommen
Die Ukraine beginnt einem Medienbericht zufolge mit den Planungen für
eine Präsidentschaftswahl und ein Referendum über ein mögliches
Friedensabkommen mit Russland.
Präsident Wolodymyr Selenskyj werde das Vorhaben am 24. Februar
vorstellen, meldet die "Financial Times" unter Berufung auf offizielle
Vertreter aus der Ukraine und Europa, die in die Planungen eingeweiht
sind. Als Termin ist früheren Medienberichten zufolge der Mai im
Gespräch.
——
2. Der Spiegel: Russischer Angriffskrieg - USA drängen laut Selenskyj auf Kriegsende bis Juni
https://www.spiegel.de/ausland/russischer-angriffskrieg-usa-draengen-laut-selenskyj-auf-kriegsende-bis-juni-a-77e272a2-8543-463d-9a2a-cfc22b57783d
Russischer Angriffskrieg - USA drängen laut Selenskyj auf Kriegsende bis Juni
Die USA haben dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zufolge eine neue
Gesprächsrunde zwischen der Ukraine und Russland vorgeschlagen. Das
Treffen soll demnach in einer Woche in Miami stattfinden.
07.02.2026, 12.01 Uhr
Die USA dringen dem ukrainischen Präsidenten
Wolodymyr Selenskyj zufolge auf eine Lösung zur Beendigung des Krieges
noch vor dem Sommer. Die Regierung in Washington habe nach Abschluss
der Ukraineverhandlungen in Abu Dhabi zu einer neuen Gesprächsrunde
eingeladen.
Dabei hätten die USA »erstmals vorgeschlagen«, dass sich sowohl die
ukrainische als auch die russische Delegation in den Vereinigten
Staaten treffen, teilte Selenskyj in einer am Samstag veröffentlichten
Erklärung mit.
Das Treffen solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami
abgehalten werden. Die Ukraine habe dem zugestimmt. Demnach wollen
die USA ein Ende des Krieges bis Juni.
Der ukrainische Präsident betonte erneut, dass Kyjiw keine
ausschließlich zwischen Moskau und Washington ausgehandelten
Vereinbarungen akzeptieren werde, die sein Land beträfen. Eine
Vereinbarung, die »über uns, ohne uns« getroffen worden sei, sei für
die Ukraine nicht annehmbar, erklärte er.
Nach den Gesprächen in Abu Dhabi am Mittwoch und Donnerstag hatten
alle Beteiligten von Fortschritten gesprochen. Die strittigen
Territorialfragen zwischen Kyjiw und Moskau konnten jedoch weiterhin
nicht geklärt werden.
Während Moskau den Abzug ukrainischer Truppen aus der gesamten Region
Donezk zur Vorbedingung für eine Einigung macht, lehnt Kyjiw einen
einseitigen Rückzug ab und fordert ein Einfrieren des Konflikts
entlang der aktuellen Frontlinie. (…)
——
3. SWP: Krieg ohne Ende? Innen- und außenpolitische Herausforderungen für Russland und die Ukraine https://www.swp-berlin.org/publikation/krieg-ohne-ende-innen-und-aussenpolitische-herausforderungen-fuer-russland-und-die-ukraine?mtm_source=newsletter&mtm_medium=email&mtm_campaign=SWP-Newsletter, 11.02.2026&mtm_kwd=Weiter
Krieg ohne Ende? Innen- und außenpolitische Herausforderungen für Russland und die Ukraine SWP-Podcast 2026/P 05,
10.02.2026
Forschungsgebiete
Vier Jahre Angriffskrieg gegen die Ukraine: Wie stabil ist die
Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch? Wie verkraften die
ukrainische und die russische Gesellschaft diesen Krieg? Was bedeuten
die gestörten Beziehungen zwischen Europa und den USA für den Kreml –
und was für Kyjiw?
(…)
Hinweis: Dieses Transkript wurde mithilfe von KI generiert. Es handelt
sich somit nicht um einen redaktionell erstellten und lektorierten Text.
(…)
Moderatorin: Als erstes, ich habe es schon angedeutet, würde ich mich
gerne ein bisschen mit der Durchhaltefähigkeit der Gesellschaft in der
Ukraine beschäftigen. Susan Stewart, wie schätzen Sie denn die Lage
ein in diesem fünften Kriegsjahr?
Susan Stewart: Also die Lage ist jetzt teilweise ziemlich
katastrophal. Sie haben es ja bereits angesprochen. Die Leute haben
teilweise keine Heizung, kein Strom, kein Wasser oder vielleicht alles
drei fehlen gleichzeitig.
Also was man sieht, ist, dass das dazu führt, dass Netzwerke aktiviert
werden, die bereits da sind. Aber die werden intensiviert von
Verwandten, von Freunden und Freundinnen, von Kollegen und
Kolleginnen. Also man tauscht sich aus. Wer hat gerade Gas? Wo kann
ich eine warme Mahlzeit kochen oder bekommen? Wo kann ich vielleicht
schlafen, wo es ein bisschen wärmer ist für die Kinder? Kann ich mich
auf der Arbeit zum Beispiel duschen? Also das alles funktioniert
erstaunlich gut. Das führt aber dazu, dass die Leute hauptsächlich mit
diesen Fragen beschäftigt sind.
Das heißt also Zeit für eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie
läuft es gerade in Abu Dhabi mit den Gesprächen zwischen der Ukraine,
Russland und den USA ist wenig. Oder zu überlegen, was halte ich von
den letzten Aussagen Trumps zum Beispiel. Die Leute sind wirklich mit
dem Überleben beschäftigt. (…)
Moderatorin: Also ein wirklicher Überlebenskampf, so wie Sie das jetzt
sehr, sehr eindrücklich schildern. Margarete Klein, ist es in Russland
ganz anders in dieser Gesellschaft?
Margarete Klein: Wie nimmt die diesen Krieg wahr? Also der Krieg wird
in weiten Teilen als etwas Fairness wahrgenommen. Wir sehen, dass die
Unterstützung für Putin und für den Krieg nach wie vor sehr hoch ist
in Russland. Wir sehen das bei den Umfragen von Lewada, wo Putin
Zustimmungsraten im Januar hat von 84 Prozent, wo ungefähr zwei
Drittel sagen, das Land geht in die richtige Richtung. Drei Viertel
finden die sogenannte Spezialoperation eigentlich ganz wunderbar.
Und auch wenn mehr Leute für die Verhandlungslösung sind, sieht man,
dass die Zahl derjenigen, die für die Fortsetzung des Krieges sind,
gewachsen ist. Und das zeigt, dass es einen wachsenden Glauben gibt,
dass man mit militärischen Mitteln die politischen Ziele auch umsetzen
kann. Zugleich aber auch schwindet das Vertrauen, dass der Krieg
schnell endet.
Und das spiegelt so ein bisschen wieder, dass man diese Hoffnung zu
Beginn des Jahres 2025, dass mit Trump und Putin der Krieg schnell
endet, dass sich das Umsatz eigentlich weg ist. Jetzt muss man
natürlich sagen, dass diese Zahlen immer auch unterschiedlich gelesen
werden müssen.
Die Unterstützung für Putin und für den Krieg ist am höchsten bei
Männern, bei Leuten über 55 Jahren, bei Menschen mit höherer Bildung
und aus den großen Städten. Während für Frauen, für junge Menschen bis
24 und für Leute aus eher den ärmeren Regionen der Krieg negativer
gesehen wird. (…)
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4. Länderanalysen: Russland-Analysen Nr. 476
https://laender-analysen.de/russland-analysen/476/russlandanalysen476.pdf?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Russland-Analysen+476&newsletter=Russland-Analysen+476
Russland-Analysen Nr. 476,
11.02.20268
■ ANALYSE
Das Schweigen nach der Ausreise: Warum die neuen russischen Migranten
sich nicht mobilisieren 2
Liudmila Listrovaya (Weiser Center for Europe and Eurasia (WCEE), Universität
Michigan)
■ DOKUMENTATION
Transnationale Repression durch Russland 6
■ DOKUMENTATION
Die russisch-ukrainischen Verhandlungen in Abu Dhabi im Februar 2026 8
■ CHRONIK
Hinweis auf die Online-Chronik
—
Seite 8:
Russland-Analysen Nr. 476, 11.02.20268
DOKUMENTATION
Die russisch-ukrainischen Verhandlungen in Abu Dhabi im Februar 2026
In Abu Dhabi begann am 04.02.2026 eine weitere Runde direkter
Verhandlungen zwischen einer russischen und ukrainischen Delegation
unter Vermittlung US-amerikanischer Vertreter.
Gegenstand der Gespräche waren ein mögliches Ende des russischen
Angriffskriegs gegen die Ukraine, territoriale Fragen als auch
humanitäre Maßnahmen.
Im Ergebnis wurde eine Einigung auf einen Gefangenenaustausch erzielt,
der am 05.02.2026 im direkten Anschluss an das Verhandlungsende
umgesetzt wurde.
Im Folgenden sind Reaktionen auf die Ereignisse um die Verhandlungen
in Form von Zitaten nachgezeichnet sowie eine Vorstellung der
beteiligten Personen und ihrer Verhandlungsführung. (…)
——
5. Bloomberg: Ukraine: EU prüft Zeitplan für Beitritt und Vorab-Mitgliedsrechte
https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-10/ukraine-eu-pruft-zeitplan-fur-beitritt-und-vorab-mitgliedsrechte
Ukraine: EU prüft Zeitplan für Beitritt und Vorab-MitgliedsrechteVon Alberto Nardelli und Andrea Palasciano
February 10, 2026 at 6:42 AM GMT+1
Die Europäische Union bereitet dem Vernehmen nach mehrere Optionen
vor, um eine künftige EU-Mitgliedschaft der Ukraine in einem möglichen
Friedensabkommen zu verankern.
Wie darüber informierte Kreise Bloomberg berichteten, prüft die EU
unter anderem, Kiew bereits im Vorfeld den Schutz zu gewähren, der mit
einem Beitritt zur EU verbunden ist, und der Ukraine sofortigen Zugang
zu bestimmten Mitgliedsrechten zu ermöglichen.
Gleichzeitig würde die EU Kiew einen klaren Zeitplan vorgeben, in dem
festgelegt ist, welche Schritte die Ukraine für das weitere
Aufnahmeverfahren zu erfüllen hat.
Weitere diskutierte Varianten sehen Insidern zufolge entweder vor, den
bisherigen Beitrittsprozess fortzuführen oder eine Übergangsphase mit
einer schrittweisen Aufnahme zu schaffen.
Ein Entwurf des 20-Punkte-Friedensplans, an dem die Ukraine vor allem
gemeinsam mit den USA arbeitet, sieht einen EU-Beitritt für das Jahr
2027 vor. In der Zwischenzeit soll Kiew bereits einige Vorteile der
Mitgliedschaft erhalten. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt,
die Mitgliedschaft sei ein zentrales Sicherheitsversprechen für sein
Land und Kiew strebe einen Beitritt bis 2027 an.
Der künftige EU-Beitritt der Ukraine ist fester Bestandteil der
Friedensgespräche, wie ein Sprecher der EU-Kommission auf eine Anfrage
von Bloomberg bestätigt hat. Die Europäische Union nutzt demnach
bereits jetzt enge Beziehungen zu Kandidatenländern und baut diese
gezielt vor einem Beitritt aus. Im Fall der Ukraine komme
beispielsweise das umfassende Freihandelsabkommen zum Tragen, so der
Sprecher weiter.
Kiew hat 2022 nach Beginn des russischen Großangriffs den Status eines
EU-Beitrittskandidaten erhalten. Am Ende des Jahres 2023 wurde der
Start der Beitrittsverhandlungen genehmigt. Die offiziellen Gespräche
haben 2024 begonnen, werden aber derzeit von Ungarn blockiert, das die
Öffnung wichtiger Verhandlungskapitel verhindert.
Ein EU-Beitritt dauert üblicherweise mehrere Jahre und erfordert die
Zustimmung aller Mitgliedstaaten.
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6. FR: Wie der deutsche Weinhandel Israels Siedlungen mitfinanzierthttps://www.fr.de/politik/rewe-wein-israel-besatzung-supermarkt-etikett-94154496.htmlWie der deutsche Weinhandel Israels Siedlungen mitfinanziertStand: 04.02.2026, 17:26 Uhr
Von: Hanno Hauenstein
Weine aus israelischen Siedlungen werden in deutschen Supermärkten,
Online-Shops und auf Fachmessen als „israelisch“ vermarktet – und
normalisieren so die illegale Besatzung der palästinensischen Gebiete.
Eine investigative Recherche von Hanno Hauenstein.
Die Luft im Norden Israels riecht an diesem Nachmittag nach feuchter
Erde. Auf dem Gelände der Tishbi-Winzerei rollen Gabelstapler über
einen Vorhof. Im Hintergrund schnauft ein Kompressor. Ich sitze
Yonatan Tishbi gegenüber, auf einer Holzbank vor seinem Büro. Der
Außenbereich ist mit Weinreben bepflanzt. Tishbi ist Gründer des
Unternehmens. Hier hat er sein Lebenswerk aufgebaut.
Im Gespräch erzählt Tishbi von der Geschichte des Betriebs. Das
Unternehmen, das bis nach Deutschland exportiert, ist über die Jahre
zur sechstgrößten Winzerei Israels gewachsen. Dann fällt ein Satz, den
ich in der Offenheit nicht erwarte: „Circa zwanzig Prozent unserer
Trauben kommen aus Gush Etzion“, sagt Tishbi. „Zwanzig Prozent?“, hake
ich nach. „Zwischen 15 und 20 Prozent – wir bauen seit vielen Jahren
dort an.“
Gush Etzion ist ein Siedlungsblock im besetzten Westjordanland. Anbau
und Export von Wein in israelischen Siedlungen sind
völkerrechtswidrig. Sie verstetigen Israels Besatzungs- und
Siedlungspolitik. Beides ist laut Internationalem Gerichtshof (IGH)
illegal und verstößt gegen eine UN-Konvention, die Apartheid verbietet.
In Tishbis Erzählung taucht Gush Etzion dennoch wie selbstverständlich
auf. Dass er so offen darüber spricht, deutet auf etwas, das
Wissenschaftler wie Ariel Handel und Daniel Monterescu immer wieder
betonen: Israels Weinindustrie ist historisch wie ideologisch eng mit
Israels Siedlungen verflochten.
Nach Angaben der Recherche-Gruppe Who Profits werden mindestens zwei
Weinsorten der Tishbi-Winzerei mit Weintrauben produziert, die aus
Migdal Oz stammen, einer Siedlung im besagten Gush-Etzion-Block.
Tishbi hält demnach zudem einen Marktanteil von knapp acht Prozent an
der Gush Etzion Winery in der Siedlung Efrat. Laut Who Profits verfügt
die Winzerei außerdem über mehr als 110 000 Quadratmeter Anbauflächen
auf den Golanhöhen.
In Israel ist Tishbi kein Einzelfall – und kein Skandal. Das
israelische Landwirtschaftsministerium gibt an, mehr als ein Viertel
aller israelischen Weingüter (26 Prozent) seien in den besetzten
Gebieten angesiedelt. „14 Prozent befinden sich in Judäa und Samaria,
weitere zwölf Prozent auf den Golanhöhen“, erklärte ein Sprecher der
FR. „Judäa und Samaria“, das ist die Bezeichnung der israelischen
Rechten für das Westjordanland.
Strategien sollen laut Expert:innen Ursprung der Weintrauben verschleiern
Itay (Name geändert), der in der israelischen Weinbranche arbeitet,
sagt: Rechnet man Firmen im Kernland Israel hinzu, die Rohstoffe aus
Winzereien in Siedlungen beziehen, liege der Anteil weit höher, bei
circa 45 Prozent. In Israel sind offiziell über 300 Weingüter
registriert, die jährlich etwa 45 Millionen Flaschen produzieren;
Siedlungswinzereien sind fester Bestandteil der Weinindustrie.
Israels Regierung betrachtet das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die
Golanhöhen – ungeachtet internationalen Rechts – als Teil Israels.
Eine Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums vom Dezember
2025 bekräftigt dies: Sie kündigt an, sieben offizielle israelische
Weinregionen auszuweisen, um Weinwirtschaft, -Tourismus und die
internationale Rolle israelischer Weine zu stärken. Drei
dieserRegionen umfassen das Westjordanland und Ost-Jerusalem, eine
weitere umfasst die Golanhöhen.
Die neun größten Winzereien des Landes vereinen rund 80 Prozent des
Marktanteils. Die drittgrößte, die Golan Heights Winery, produziert
fast ausschließlich auf den Golanhöhen. Nach Einschätzung mehrerer
Expert:innen beziehen nahezu alle größeren israelischen Winzereien
Weintrauben aus Siedlungsgebieten.
Um internationale Märkte nicht aufzuscheuchen, würden Strategien
genutzt, die den Ursprung der Trauben verschleiern – etwa durch
irreführende regionale Zuordnungen. Ein Who-Profits-Bericht
dokumentiert außerdem umfangreiche staatliche Anreize für Weinanbau in
den besetzten Gebieten – darunter subventionierte Wasserquoten,
Steuervergünstigungen sowie Unterstützung für Infrastruktur und Land.
Ben Levavi, ein Sommelier aus Tel Aviv, der heute in Berlin lebt,
bestätigt die staatliche Unterstützung für Siedlungswinzereien.
Entscheidend aus seiner Sicht: Die Subventionierung geht zulasten
palästinensischer Produzenten, denen im Westjordanland der Zugang zu
Frischwasser aus Grundwasserleitungen verwehrt wird.
Sie sind auf improvisierte Wassertanks angewiesen, die regelmäßig von
der israelischen Armee und Siedlern beschlagnahmt oder zerstört
werden. Das Muster, sagt Levavi, sei eindeutig: Weinanbau fungiere als
Instrument territorialer Expansion. Und als Mittel zur Auslöschung
palästinensischer Weinkultur.
Auf palästinensischem Privateigentum gegründet
Insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 tritt laut Levavi offen zutage,
wie eng selbst linksliberale Teile der israelischen Weinszene mit
Siedlungswinzereien verflochten sind. Große Weinmessen und Restaurants
in Tel Aviv präsentieren Siedlungsweine selbstverständlich.
Die Auswertung diverser Quellen durch die FR bestätigt das. Im Zuge
dieser Recherche habe ich mit mehreren israelischen Sommeliers
gesprochen und diverse Siedlungswinzereien im besetzten Westjordanland
besucht – darunter etwa Psagot, Gvaot und Shiloh.
Die Psagot Winery gilt als größte Winzerei im Westjordanland: Sie
produziert rund 750 000 Flaschen pro Jahr, deklariert als „Made in
Israel“. Gegründet wurde das Weingut 2003 von Yaakov Berg in der
Siedlung Psagot – auf palästinensischem Privateigentum der
angrenzenden Stadt Al-Bireh.
Am Eingang des Psagot-Besucherzentrums reihen sich Auszeichnungen
internationaler Weinmessen. Wenige Kilometer entfernt, im Weingut
Gvaot, werden frisch geerntete Trauben mit Hilfe deutscher
Gabelstapler in glänzende Pressen verladen. In der Ästhetik und
Inszenierung sind diese Orte von Weingütern im israelischen Kernland
wie Tishbi kaum zu unterscheiden.
In Jerusalem treffe ich Dror Etkes, einen der profiliertesten Experten
israelischer Siedlungsexpansion. 2012 gründete er die NGO Kerem Navot,
die die fortschreitende Enteignung palästinensischen Landes
dokumentiert. Seit Jahren hält Etkes dies in Form von Karten und
Berichten fest und rekonstruiert so zentimeterweise die administrativen
Mechanismen, durch die der Siedlungsbau täglich voranschreitet.
Er deutet auf Karten, die zeigen, wie palästinensische Agrarflächen
weiter enteignet und Siedlerweingüter systematisch ausgeweitet werden.
Für Psagot hat der Unternehmer Yaakov Berg laut Etkes mehr als 80 000
Quadratmeter Land enteignet; Psagots Rebflächen profitieren von
vergünstigtem Wasser des israelischen Wasserversorgers Mekorot. Eine
Anfrage der FR ließ Psagot unbeantwortet.
Siedler-Agrarflächen werden im Westjordanland laut Etkes in der Regel
auf Landflächen angelegt, die zuvor von Palästinenser:innen
bewirtschaftet wurden. „Sie nehmen das Land, damit Palästinenser es
nicht mehr nutzen können“, sagt Etkes – oft mit Unterstützung der
Armee und gewalttätiger Siedler. Siedlergewalt ist im Westjordanland
in den vergangenen Jahren extrem angestiegen. „Es ist Annexion durch
Landwirtschaft“, so Etkes. Auch sogenannte Outposts – Siedlungen, die
selbst nach israelischem Recht illegal sind – entstehen oft im Zuge
von Weinanbau.
Siedlerweine gab es vor FR-Recherche in mehreren deutschen Supermärkten
Später treffe ich Munif Treish im Gemeindehaus von Al-Bireh – jener
palästinensischen Stadt, deren Land durch Psagot-Gründer Berg
enteignet wurde. Treish ist Vertreter im örtlichen Stadtrat. Für ihn
ist Psagot ein Lehrbeispiel eines Unrechtssystems.
„Warum darf Berg unser Land bewirtschaften, während wir es nicht
einmal betreten dürfen?“, fragt Treish. Agrarflächen, die zuvor für
Getreide oder Oliven genutzt wurden, seien von Israels Militär zu
sogenannten Sicherheitszonen erklärt worden; die Eigentümer:innen
verloren so schrittweise ihr Land. Für Treish: Ausdruck einer
Architektur der Entrechtung zugunsten der Siedler.
In der EU müssen Lebensmittel aus israelischen Siedlungen
gekennzeichnet werden. Verbraucher:innen haben das Recht, die Herkunft
eines Produkts – und den damit verbundenen Völkerrechtsverstoß – zu
erkennen. So entschied das der Europäische Gerichtshof im Jahr 2019.
In der Praxis wird die Kennzeichnungspflicht aber selten umgesetzt –
oft auch gezielt umgangen.
Siedlerwein ist in Deutschland über Online-Plattformen wie IsraelWein,
Edelrausch, Vivino, vineshop24 oder Hawesko leicht erhältlich.
Mehrheitlich werden diese Produkte als „israelisch“ gekennzeichnet,
sprich: der Siedlungskontext wird verschleiert.
Die Weine der Golan Heights Winery werden vom Bonner Großhändler Wein
Wolf Gruppe importiert. Für alle 18 dort gelisteten Weine gibt die
Wein Wolf Gruppe den Ursprung „Israel“ an. Wein der Golan Heights
Winery findet sich aber etwa auch im Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe
sowie in den Online-Shops Deutschlands größter Lebensmittelhändler.
So bot Rewe bis zum Zeitpunkt einer FR-Anfrage einen Rot- und einen
Weißwein der Linie Hermon sowie einen Yarden-Weißwein an. Die
Herkunftsangabe: „Israel“. Auf Anfrage verwies Rewe auf „heterogene
Einkaufsstrukturen“. Infolge der Anfrage habe man veranlasst, die
genannten Weine aus dem Online-Shop zu entfernen. „Die Umsetzung
erfolgt in Kürze“, so Rewe. Tatsächlich sind die genannten Weine dort
inzwischen nicht mehr gelistet.
Ähnlich bei Kaufland. Dort wurden Weine wie Yarden Pinot Noir, Gamla
Chardonnay und Gamla Merlot aus dem Golan Heights Winery Sortiment bis
zur FR-Anfrage als Weine „aus Israel“ oder mit dem Zusatz „Golanhöhen,
Israel“ geführt. Kaufland teilte auf Anfrage mit, Händler seien für
ihre Produktbeschreibungen selbst verantwortlich; man nehme den
Hinweis „sehr ernst“.
Der Gamla Chardonnay wurde online jetzt mit „israelische Siedlung“
ergänzt. Der Yarden Pinot Noir wird in der Produktbeschreibung
weiterhin mit „Golan Heights in Israel“ verkauft. Sowohl Rewe als auch
Kaufland erklärten der FR, genannte Weine seien im stationären
Einzelhandel nicht erhältlich.
Die Fälle zeigen dennoch, wie leicht Produkte aus besetzten Gebieten
auf deutsche Märkte gelangen. Brisant ist dies auch mit Blick auf das
deutsche Lieferkettengesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet,
menschenrechtliche Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren.
Bleiben entsprechende Prüfungen aus, drohen hohe Bußgelder durch das
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Im KaDeWe waren zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung drei Weine der Golan Heights Winery
(Hermon, Yarden und Gamla) im Sortiment. Alle drei trugen die
Herkunftsangabe „Israel“ – und lediglich auf einer der drei Flaschen
fand sich auf der Rückseite ein kleiner englischsprachiger Hinweis,
der den Wein als Siedlungsprodukt kennzeichnet.
Glaubt man dem EU-Rechtsexperten und Mitgründer der palästinensischen
NGO Al-Haq, Charles Shamas, reicht das rechtliche Problem weit über
Fragen der Kennzeichnung hinaus. Im Gespräch mit der FR sagt er:
Weinimporte in die EU benötigen ein sogenanntes VI-1-Zertifikat.
Dieses darf jedoch ausschließlich von einer Behörde im Ursprungsland
ausgestellt werden, die von der Europäischen Kommission entsprechend
notifiziert ist.
Für Weine aus israelischen Siedlungen existiert eine solche anerkannte
Zertifizierungsstelle schlicht nicht. Da die EU Israels Souveränität
über die seit 1967 besetzten Gebiete nicht anerkennt, können
VI-1-Zertifikate für Siedlungsweine, die von israelischen Behörden
ausgestellt wurden, nach Shamas’ Auffassung von EU-Mitgliedstaaten
nicht anerkannt werden. Kurz: Für die Einfuhr von Siedlungsweinen in
die EU fehlt jede rechtliche Grundlage.
Mangels klarer Leitlinien der Europäischen Kommission akzeptieren
Zollbehörden in EU-Mitgliedstaaten dennoch VI-1-Zertifikate für
Siedlungsweine, in denen „Israel“ als Ursprungsland angegeben ist –
häufig, ohne die tatsächliche Herkunft näher zu überprüfen. So tragen
europäische Märkte Shamas zufolge faktisch zur wirtschaftlichen
Stabilisierung illegaler Siedlungen bei. Eine Anfrage der FR an die
deutschen Zollbehörden zur Kennzeichnung und zollrechtlichen
Behandlung von Weinimporten aus Siedlungsgebieten blieb bislang
unbeantwortet.
Der völkerrechtswidrige Kontext ist der Messe bekannt
Auf eine Anfrage von Shamas vom September 2023 antwortete Pierre
Bascou, Direktor für Nachhaltigkeit in der Generaldirektion
Landwirtschaft der Europäischen Kommission, in einem offiziellen
Schreiben, das der FR vorliegt: das VI-1-Dokument für Weinimporte
bescheinige lediglich produktspezifische Merkmale wie Jahrgang,
Rebsorten oder geschützte Herkunftsangaben, treffe jedoch keine
zollrechtlichen Aussagen. Weine aus israelischen Siedlungen seien auch
explizit nicht im Rahmen des EU-Israel-Assoziierungsabkommens begünstigt.
Auch die Fachmesse ProWein in Düsseldorf bewirbt die Golan Heights
Winery als Winzerei aus „Israel“. Im Frühjahr 2026 ist das Unternehmen
dort erneut mit einem entsprechenden Stand vertreten. In ihrer
Compliance-Erklärung verpflichtet sich die Messe Düsseldorf
ausdrücklich zur Einhaltung einschlägiger nationaler und
EU-rechtlicher Vorschriften.
„Ich habe in Deutschland noch keinen einzigen Wein gesehen, der als
Siedlungsprodukt gekennzeichnet war.“ Ben Levavi, Sommelier
Auf Anfrage der FR hierzu erklärte ProWein, Aussteller würden „auf
Grundlage der Angaben des jeweiligen Ausstellers“ Ländern zugeordnet.
Zwar sei bekannt, dass die Golan Heights Winery ihren Sitz auf den
Golanhöhen habe; die Länderzuordnung „Israel“ sei aus Sicht der Messe
jedoch „nachvollziehbar“, da sich das 1983 gegründete Unternehmen
selbst so vermarkte. Anlass, dies zu ändern, sehe man nicht. Die
Einstufung stelle laut ProWein weder eine völkerrechtliche Bewertung
noch eine Herkunftsangabe im Sinne des EU-Rechts dar.
Mit anderen Worten: die Messe weiß um den völkerrechtswidrigen
Kontext. Sie überlässt die Verantwortung für die Kennzeichnung jedoch
dem Aussteller, der vom Rechtsbruch profitiert.
Ben Levavi überrascht das alles nicht. „Ich habe in Deutschland noch
keinen einzigen Wein gesehen, der als Siedlungsprodukt gekennzeichnet
war“, sagt er. In Berlin würden ausgewählte Restaurants gezielt von
großen Siedlerwinzereien wie der Golan Heights Winery angesprochen –
teils mit lukrativen Anreizen, deren Weine auszuschenken. Auf eine
Anfrage der FR reagierte die Golan Heights Winery nicht.
Dass israelische Winzereien Trauben aus besetzten Gebieten beziehen,
ist Levavi zufolge „extrem weit verbreitet“ – seit Oktober 2023 habe
sich diese Praxis nochmals deutlich intensiviert. Eine trennscharfe
Unterscheidung zwischen Winzereien in Siedlungen und solchen im
israelischen Kernland ist so kaum aufrechtzuerhalten. „Rechtlich muss
man nicht angeben, woher die Trauben stammen“, sagt Le
vavi. Weingüter mit Rebflächen im Westjordanland oder auf den
Golanhöhen würden oft schlicht in Israel registriert. „In Deutschland
merkt das sowieso niemand.“
Dass Weintrauben aus besetzten Gebieten qualitativ hochwertig sind,
bestreitet Levavi nicht. Es gehe jedoch weniger um Qualität als um
Landnahme: Weinanbau schaffe eine symbolische Verbindung zwischen dem
Land und seiner Bewirtschaftung – und trage so zur Normalisierung der
illegalen Besatzung bei. Und zur fortgesetzten Entrechtung der
palästinensischen Bevölkerung.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde durch eine Förderung des
Investigative Journalism for Europe (IJ4EU)-Fonds 2025 unterstützt und
parallel zu einer breiten Recherche von Marta Vidal und Meriem Laribi
entwickelt.
——
7. DW: Trump lobt den Iran - und droht zugleich
https://www.dw.com/de/usa-iran-atomverhandlungen-oman-us-praesident-donald-trump-sehr-erfolgreich-drohung-nach-teheran/a-75853042
Politik
Vereinigte Staaten von Amerika
Trump lobt den Iran - und droht zugleich 07.02.2026Teheran scheine sehr an einem Abkommen interessiert zu sein,
konstatiert der US-Präsident. Doch für den Fall, dass es nicht dazu
kommt, weist Donald Trump noch einmal auf den Werkzeugkasten.
US-Präsident Donald Trump hat für Anfang kommender Woche weitere
indirekte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran
angekündigt. Die Verhandlungen mit der Delegation aus Teheran am
Freitag seien "sehr gut" gelaufen, sagte Trump an Bord des
Regierungsflugzeugs Air Force One.
Die Islamische Republik scheine sehr an einem Abkommen interessiert zu
sein. Für den Fall, dass es nicht dazu kommen sollte, kündigte Trump
erneut Konsequenzen an. Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben, betonte
er.
Die Vereinigten Staaten hatten bis zu Trumps Äußerungen keine
offizielle Stellungnahme zum Verlauf des Treffens abgegeben. Per
Dekret drohte der republikanische Präsident im Anschluss aber mit
Strafzöllen gegen Drittstaaten.
Laut einem Dekret können zusätzliche Abgaben auf Importe in die USA
erhoben werden, welche aus Ländern stammen, die ihrerseits Waren oder
Dienstleistungen aus dem Iran beziehen. Konkrete Staaten nannte Trump
nicht. Als Beispiel für die Höhe der Zölle gab er 25 Prozent an.
Unterstützung islamistischer Milizen ausgeklammert?
Unter Vermittlung des Golfstaats Oman hatten die USA am Freitag
indirekt mit iranischen Vertretern verhandelt. Der Außenminister der
Islamischen Republik, Abbas Araghtschi, bezeichnete das Klima als
"sehr positiv".
Nach seiner Darstellung konzentrierten sich die Gespräche
ausschließlich auf die Atomfrage. Washington hatte zuvor darauf
gedrungen, dass auch die Unterstützung des Irans für Milizen im Nahen
und Mittleren Osten auf die Tagesordnung kommen müsse - ebenso wie
Teherans Raketenprogramm. (..)
Hochrangiger Militärkommandeur sitzt mit am Tisch
Während Araghtschi für den Iran verhandelte, wurde die US-Delegation
vom Sondergesandten Steve Witkoff angeführt. Auch Trumps Schwiegersohn
Jared Kushner gehörte zum Verhandlungsteam.
Dass der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen
US-Zentralkommandos (CENTCOM), Brad Cooper, mit am Tisch saß, wurde
von Beobachtern als Signal dafür gewertet, dass weiterhin ein
US-Militäreinsatz gegen den Iran möglich sei.
———
8. SZ: Protest auf Theresienwiese - Kommen wirklich 100 000 Menschen zur Iran-Demo nach München?
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-proteste-iran-grossdemonstration-theresienwiese-sicherheitskonferenz-li.3382910
Protest auf TheresienwieseKommen wirklich 100 000 Menschen zur Iran-Demo nach München?10. Februar 2026, 17:42 Uhr
(…)
Wie realistisch seine Prognose von mindestens 100 000 Teilnehmenden
ist, bleibt abzuwarten. Bei einer Kundgebung gegen das iranische
Mullah-Regime am vergangenen Wochenende in Berlin jedenfalls zählte
die Polizei etwa 10 000 Menschen. Und anders als dort ist die
Demonstration, die Munich Circle angemeldet hat und federführend
organisiert, Teil des weltweiten Aktionstags „Global Day of Action“.
Aufgerufen hierzu hat Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten
Schahs in Iran. Er ist für zahlreiche Oppositionelle in dem Land ein
Hoffnungsträger, wird aber vielfach auch kritisch beäugt.
So lehnen insbesondere linke und republikanische Kräfte eine
Wiedereinführung der Monarchie ab und werfen dem Kronprinzen das Erbe
seines Vaters vor, dessen Herrschaft durch Menschenrechtsverletzungen
geprägt war. Bei der jüngsten Kundgebung in Berlin etwa richtete sich
der Protest auch gegen eine Rückkehr der Schah-Familie.
Auf der Theresienwiese hingegen dürfte Reza Pahlavi gefeiert werden.
Inwiefern der in den USA im Exil lebende 65-Jährige dort auftreten und
eine Rede halten wird, sei noch offen, sagt Farhid Habibi. Die Chancen
stehen aber nicht schlecht, schließlich wird Reza Pahlavi am
Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz erwartet.
Seine Teilnahme an dem Treffen von Spitzenpolitikerinnen und
Sicherheitsexperten im Hotel Bayerischer Hof habe man in Abstimmung
mit dem Büro des Schah-Sohns zum Anlass für die Großkundgebung
genommen, sagt Farhid Habibi.
Nun folgt am Samstag um 13 Uhr also eine Kundgebung auf dem südlichen
Teil der Theresienwiese, wo laut Habibi eine große Bühne samt
Bildschirmen aufgebaut werden soll.
Wer dort die Reden halten wird, will der Vereinsvorsitzende nicht
preisgeben – „aus Sicherheitsgründen“, wie er sagt. In jedem Fall
werde es mehrere Ansprachen sowie Auftritte iranischer Musiker geben.
Zudem würden Videos abgespielt, die zeigten, was in Iran gerade passiere.
Genau darauf solle die Kundgebung aufmerksam machen, hofft Farhid
Habibi. „Wir wollen unsere Solidarität zeigen mit den Opfern des
brutalen Mullah-Regimes.“
Überdies werde man konkrete Forderungen an die Politik richten. Unter
anderem geht es dabei um die Einstufung der Revolutionsgarden als
Terrororganisation, einen Stopp der Atomverhandlungen mit Iran und
eine Schließung der Botschaften hierzulande. „Wir fordern einen Wandel
in der Iran-Politik Deutschlands und Europas“, sagt Farhid Habibi.
„Mit Despoten, die die eigene Bevölkerung abschlachten, darf man keine
Verhandlungen führen.“ (…)
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9. n tv: Neues Rekordjahr - Bundesregierung genehmigt 2025 Rüstungsexporte im Wert von rund zwölf Milliarden Euro
https://www.n-tv.de/ticker/Bundesregierung-genehmigt-2025-Ruestungsexporte-im-Wert-von-rund-zwoelf-Milliarden-Euro-id30332980.html
Neues Rekordjahr Bundesregierung genehmigt 2025 Rüstungsexporte im Wert von rund zwölf Milliarden Euro06.02.2026, 12:50 Uhr
Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr Rüstungsexporte im Wert
von rund zwölf Milliarden Euro genehmigt.
Das Hauptempfängerland sei erneut die Ukraine gewesen, teilte das
CDU-geführte Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Rund 90
Prozent seien an EU-Länder, Nato-Partner sowie enge Verbündete etwa in
Asien gegangen. Zum Vergleich: 2024 waren insgesamt noch Lieferungen
im Wert von 12,83 Milliarden Euro genehmigt worden.
Die Ukraine erhielt im vergangenen Jahr Rüstungsexporte aus
Deutschland im Umfang von gut zwei Milliarden Euro. Norwegen kam auf
1,38 Milliarden Euro, Schweden auf gut eine Milliarde. Danach folgen
die Türkei, Singapur, das Vereinigte Königreich, die USA, Rumänien,
Dänemark und Italien.
———
10. taz: Norfolk und Neapel - USA übergeben Europäern zwei Nato-Kommandoposten
https://taz.de/Norfolk-und-Neapel/!6153282/
Norfolk und NeapelUSA übergeben Europäern zwei Nato-KommandopostenDie USA setzen ihre lang geäußerte Forderung in die Tat um.
Zwei wichtige Nato-Kommandostellen werden an europäische Offiziere abgegeben.
10.2.2026
10:14 Uhr
rtr/taz | Die USA werden Insidern zufolge die Führung zweier
wichtiger Nato-Kommandostellen an europäische Offiziere abgeben. Dabei
handele es sich um die Posten im italienischen Neapel und in Norfolk
im US-Bundesstaat Virginia, sagte eine mit dem Vorgang vertraute
Person aus dem Militär am Montag.
Der Schritt entspricht der Forderung von US-Präsident Donald Trump,
dass die europäischen Staaten mehr Verantwortung für ihre eigene
Sicherheit übernehmen sollen.
Seine Regierung hatte gefordert, das lange von den USA dominierte
Militärbündnis müsse zu einer „europäisch geführten Nato“ werden. Auch
in den europäischen Staaten wurde seit langem diskutiert, wie diese
Forderung umgesetzt werden könnte. Jetzt wurden die Weichen gestellt.
Im Rahmen der Umstrukturierung sollen Europäer das Allied Joint Force
Command in Neapel und das Joint Force Command in Norfolk übernehmen,
die derzeit von US-Admirälen geführt werden.
Im Gegenzug würden die USA die Leitung dreier operativer Kommandos
übernehmen, sagten der Militärinsider und eine weitere mit der
Angelegenheit vertraute Person. Diese seien zwar in der Hierarchie
etwas niedriger angesiedelt, trügen aber erhebliche Verantwortung für
militärische Einsätze. Dabei handele es sich um Kommandos der
Luftwaffe, der Marine und des Heeres.
Ein Nato-Vertreter bestätigte auf Anfrage, die Verbündeten hätten
sich auf eine neue Aufgabenverteilung geeinigt. Europäische Partner,
einschließlich der neuesten Mitglieder, würden künftig eine wichtigere
Rolle in der militärischen Führung spielen.
Die Entscheidung beziehe sich auf die „Planung künftiger Rotationen“.
Über die Pläne hatten zuvor der französische Dienst La Lettre und das
Magazin Politico berichtet.
——
11. The Pioneer: Rüstung - Der Fall „Maus“
https://www.thepioneer.de/originals/others/articles/der-fall-maus?utm_campaign=20260208&utm_content=textlink&utm_medium=newsletter&utm_source=thepioneer-briefing-economy-edition&utm_term=1620-7006_2&cid=6535125&kid=Ati1pSBZnm9gjSh2&mid=95705#accesscontrol
Rüstung
Der Fall „Maus“Verteidigungsminister Pistorius verspricht Kriegstüchtigkeit, doch
sein Apparat bestellt am Bedarf der Truppe vorbei. Der Fall „Maus“
offenbart die problematische Rolle des Beschaffungsamts in Koblenz.
Und noch weitere Rüstungsprojekte wecken die Zweifel der Haushälter.
Claudia Scholz
8.2.2026
Bis zuletzt kämpfte die CSU darum, die Koalitionspartner umzustimmen
und für das geheime Rüstungsprojekt „Maus“ zu werben. Die Münchner
Firma Rohde & Schwarz müsse das Projekt unbedingt bekommen, die Truppe
brauche die Ausrüstung.
Bis nach ganz oben in den Parteien von Markus Söder, Jens Spahn und
Matthias Miersch wurde das in den vergangenen Wochen eskaliert,
berichten Haushälter und Mitarbeiter im Verteidigungsministerium
gegenüber The Pioneer. Die CSU versuchte Druck auszuüben, damit die
Kritiker des Projektes von ihren Parteien zurückgerufen werden.
Gleichzeitig standen Verteidigungsminister Boris Pistorius und die
Präsidentin des Bundeswehr-Beschaffungsamtes, Annette Lehnigk-Emden,
hinter dem 1,5 Milliarden Euro teuren Rüstungsprojekt, das der Armee
neue Militärfahrzeuge zum Aufklären gegnerischer Kommunikation und
Signale beschaffen sollte. Die niedliche Abkürzung „Maus“ steht für
Mobiles Aufklärungsunterstützungssystem.
Doch der Haushaltsausschuss blieb stur und verweigerte dem Projekt vor
einer Woche seine Zustimmung. Ein SPD-Haushälter sagt:
Wir haben ein Problem damit, am Ende für 1,5 Milliarden Euro etwas zu
beschaffen, was man an der Front gar nicht einsetzen kann.
Die „Maus“ soll sehr nah an der Kampfzone fahren, ist aber nur leicht
geschützt. „Das ist das Todesurteil für Besatzung und Fahrzeug“, sagt
der Haushälter. Und Kritiker in der Bundeswehr warnten bereits seit
Jahren, die Maus könne Soldaten gefährden und sei in Kriegsszenarien
wie der Ukraine ungeeignet.
Der Fall „Maus“ steht für ein größeres Problem der Zeitenwende im
Bendlerblock. Seit die Schuldenbremse für Rüstungsprojekte faktisch
ausgesetzt wurde, scheint die Disziplin verdampft zu sein. „Pistorius
folgt der Logik seines Hauses, und diese Logik besagt: Geld spielt
keine Rolle mehr“, kritisiert der Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer.
Die Gefahr dabei: Das Sondervermögen könnte zum Selbstbedienungsladen
der Rüstungsindustrie werden – ohne den versprochenen Mehrwert für die Truppe.
„Meine Sorge ist, dass wir am Ende einen Haufen Geld ausgegeben haben,
aber unsere Bundeswehr nicht so ausgestattet haben, wie es notwendig
wäre“, sagt Schäfer.
Bei „Maus“ wäre das beinahe passiert, und auch wenn das Projekt
gestoppt wurde, stellt sich die Frage: Warum hielten
Verteidigungsministerium und Beschaffungsamt überhaupt daran fest?
Nach Recherchen von The Pioneer – gestützt auf mehrere als geheim
eingestufte Unterlagen aus Ministerium und Beschaffungsamt sowie
Gespräche mit hochrangigen Bundeswehrangehörigen, Ministerialbeamten,
Ex-Beschäftigten des Bundeswehr-Beschaffungsamtes und Politikern –
wurden kritische Stimmen ignoriert und das Projekt „Maus“ immer weiter
vorangetrieben, ohne Wettbewerb zuzulassen.
Das Beschaffungsamt und die Fachaufsicht im Ministerium haben sich für
die „Maus“ entschieden trotz Warnungen aus der Bundeswehr.
—
12. Lesejury: Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
https://www.lesejury.de/cora-biess/buecher/let-s-talk-about-frieden-und-kriege-dein-eintragebuch/9783473481125
Cora BießLet's talk about - Frieden und Kriege. Dein EintragebuchKristina Nowothnig (Illustrator)
12,99 € inkl. MwSt
- Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
- Genre: Kinder & Jugend / Sachbilderbücher
- Seitenzahl: 128
- Ersterscheinung: 01.02.2026
- ISBN: 9783473481125
—
Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin
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begleiten durch das Buch und verdeutlichen das Gelesene. Ein
Eintragebuch für alle, die mitreden und etwas bewegen möchten.
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13. Lebenshaus: Evangelische Kirche über Krieg und Frieden - Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden.
https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html
Evangelische Kirche über Krieg und Frieden
Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse als Sammlung erschienen
Solidarische Kirche im Rheinland / Ökumenisches Institut für Friedenstheologie
Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat Anfang November 2025 der
Öffentlichkeit eine Denkschrift über Krieg und Frieden präsentiert.
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Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis.
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siehe auch:
https://shop.dfg-vk.de/?product=warnwesten-friedensfaehig-statt-kriegstuechtig
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14. Internationale Münchner Friedenskonferenz - 13.- 15. Februar 2026 - Gegen den Strom der Gewalt
https://friedenskonferenz.info/
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https://friedenskonferenz.info/wp-content/uploads/2026/01/20260118_Programm-Internationale-Muenchner-Friedenskonferenz-2026.pdf
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Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.