aus e-mail von Internationaler Versöhnungsbund, 3.3.2026 12:45 Uhr

März 2026

Der März ist ein stiller Brückenmonat. Zwischen Winter und Aufbruch, zwischen Erinnerung und neuem Vertrauen.
Vor 80 Jahren begann in Den Haag ein vorsichtiger, aber mutiger Schritt: Mit der Aufnahme der Arbeit des Internationalen Gerichtshofs setzte die Welt ein Zeichen. Konflikte sollten nicht mehr nur mit Waffen, sondern mit Recht beantwortet werden. Ein leises, aber kraftvolles Versprechen.
Vor 75 Jahren wurde mit dem Vertrag von Paris ein weiteres Fundament gelegt. Kohle und Stahl, einst Rohstoffe des Krieges, wurden zur Grundlage eines gemeinsamen europäischen Weges. Aus Gegnerschaft sollte Zusammenarbeit
wachsen.
Der 8. März erinnert uns daran, wie sehr Friedensarbeit mit dem Einsatz von Frauen weltweit verbunden ist. Ihr Engagement für Gerechtigkeit, Teilhabe und Gewaltfreiheit prägt Bewegungen bis heute.
Und am 24. März denken wir an Óscar Romero. Er blieb seiner Überzeugung treu, dass Gerechtigkeit und Frieden untrennbar zusammengehören. Sein Vertrauen darauf, dass Gewalt nicht das letzte Wort hat, wirkt weiter.
All diese Spuren erzählen von Menschen, die sich nicht vom Lärm der Welt bestimmen ließen. Sie haben beharrlich, oft im Kleinen, an etwas Größerem gearbeitet.
Auch wir stehen in dieser Tradition. Als Versöhnungsbund wissen wir, wie verletzlich Frieden sein kann. Und wie viel Kraft darin liegt,
ihn gemeinsam zu tragen. Vielleicht lädt uns dieser März ein, genau das neu zu spüren: dass wir verbunden sind in der Sehnsucht nach einer gerechten, friedlichen Welt.
Schön, dass ihr Teil dieser Gemeinschaft seid.
Bild: Ute Friesen by Pixabay
Verstärkung für die Rezeption unserer Jahrestagung gesucht 
Für unsere Jahrestagung in Duderstadt (14. – 17. Mai 2026) suchen wir eine engagierte Person, die gemeinsam mit Marion Fröhning aus der Geschäftsstelle die Rezeption betreut.
Die Rezeption ist die erste Anlaufstelle der Tagung:
Anmeldung, Zimmerschlüssel, Teilnahmebeiträge – und vor allem Orientierung für alle, die ankommen.
Wir suchen jemanden mit Organisationstalent, Freundlichkeit und Freude am Umgang mit Menschen.
Jemanden, der Ruhe ausstrahlt, wenn viele Fragen gleichzeitig auftauchen.
Es gibt einen Ehrenamtsvertrag und eine Aufwandsentschädigung.
Wer Lust hat, mitten im Geschehen Verantwortung zu übernehmen und die Tagung von Anfang an mitzugestalten, meldet sich bitte in der Geschäftsstelle
Bild: Dall.e
Ein Zeichen der Hoffnung: Humanitärer Schutz für belarussischen Kriegsdienstverweigerer
Gute Nachrichten aus unserem internationalen Netzwerk:
Der belarussische Kriegsdienstverweigerer Hleb hat in Litauen einen humanitären Aufenthaltstitel erhalten. Eine Abschiebung nach Belarus wird nicht erfolgen.
Die Information erreichte uns über die Internationale Fellowship of Reconciliation (IFOR)
Hleb hatte den Militärdienst aus Gewissensgründen verweigert und war zuvor als angebliche „Gefahr für die nationale
Sicherheit“ eingestuft worden. Sein erster Asylantrag war abgelehnt worden. Über Monate lebte er ohne gesicherten Status in Litauen und war von Abschiebung bedroht. In Belarus hätte ihm wegen seiner Verweigerung und seiner Beteiligung an den Protesten von 2020 Haft gedroht.
Ein erneuter Asylantrag wurde gestellt. Zwischenzeitlich wurde Hleb von den Migrationsbehörden festgesetzt und mehrere Tage in einem geschlossenen Zentrum festgehalten. Erst durch anwaltliche Unterstützung kam er wieder frei.
Entscheidend war schließlich die internationale Solidarität: Viele von euch folgten dem Aufruf und wandten sich mit Schreiben an die zuständigen litauischen Behörden und Institutionen. Diese Welle der Unterstützung führte
dazu, dass der Fall erneut geprüft wurde. Erstmals wurde auch eine offizielle Vulnerabilitätsprüfung durchgeführt, die seine gesundheitliche Situation und besondere Schutzbedürftigkeit bestätigte.
Das Ergebnis:
Litauen erkannte an, dass eine Rückkehr nach Belarus nicht sicher wäre, und erteilte einen humanitären Aufenthaltstitel.
Damit lebt Hleb nun rechtlich abgesichert in Litauen, mit Zugang zu Arbeit, Studium, Gesundheitsversorgung und sozialen Leistungen. Sein Status ist verlängerbar, solange die Gefährdungslage anhält.
Noch ist dies kein politisches Asyl. Doch es ist ein wichtiges Signal – und ein Präzedenzfall. Ein belarussischer Kriegsdienstverweigerer, der zuvor als Sicherheitsrisiko galt, erhält
Schutz.
Diese Entscheidung zeigt: Internationale Solidarität wirkt. Briefe, Öffentlichkeit und beharrliche Unterstützung können Leben verändern.
Frauen als Friedensgestalterinnen im Zentrum 
Frauen leisten weltweit unverzichtbare Friedensarbeit – in Mediation, Dialogprozessen, Versöhnungsinitiativen und der Prävention von Gewalt. Zugleich geschieht dieses Engagement oft unter hohem persönlichen Druck. Anfeindungen, gesellschaftliche Widerstände und psychosoziale Belastungen gehören in vielen Kontexten zur Realität. Auch für uns im Versöhnungsbund ist die Frage zentral, wie Friedensarbeit so gestaltet werden kann, dass sie die Engagierten stärkt und schützt.
Die Berghof Foundation greift dieses Thema anlässlich des Internationalen Frauentags auf. In der Online-Veranstaltung „Women peacebuilders at the centre“ geht es
darum, wie eine psychosoziale „Do No Harm“-Perspektive Friedensarbeit sicherer, nachhaltiger und wirksamer machen kann. Expertinnen und Experten aus Kamerun, Kolumbien, Irland und Myanmar teilen Erfahrungen aus der Praxis und zeigen auf, wie Belastungen frühzeitig erkannt und Schutzmechanismen im gesamten Projektzyklus verankert werden können.
Nach einer Begrüßung durch Chris Coulter diskutieren Agnes Mary (Myanmar), Erika Ramirez (Kolumbien), Esther Omam (Kamerun) und Sara Cook internationale Perspektiven aus Praxis und Beratung. Die Moderation übernimmt Stefanie Gaumert.
Die Veranstaltung findet am 3. März 2026 von 13:30 bis 14:30 Uhr (MEZ) online via Zoom statt und wird in englischer Sprache durchgeführt.
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Gerade für unsere eigene Friedensarbeit bietet dieser Austausch wertvolle Impulse, wie Engagement verantwortungsvoll, achtsam und langfristig tragfähig gestaltet werden kann.
Bild von Dall.e
17. Fastenaktion bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland
– 2026 Atomwaffen bedrohen das Leben von Menschen und Mitwelt in existenzieller Weise. Seit 2010 findet deshalb die Fastenaktion bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland statt – als geistliche Praxis und öffentliches Zeichen für Abrüstung und Frieden.
Auch 2026 wird die Fastenaktion fortgeführt. Sie verbindet individuelles Fasten mit öffentlicher Mahnwache und erinnert an die Zerstörung Hiroshimas und Nagasakis ebenso wie an die bis heute bestehende atomare Bedrohung.
Wie ist die Fastenaktion organisiert?
Gefastet wird in der Regel am 6. eines Monats
(im April am Karfreitag).
Diese
Fastentage werden individuell zu Hause begangen – im jeweils eigenen Rahmen und in der persönlich gewählten Form.
Am 9. eines jeden Monats findet unabhängig vom Wochentag eine öffentliche Mahnwache / Schweigezeit in Köln statt.
Sie erinnert an den Nagasaki-Gedenktag und macht das Anliegen der Fastenaktion im öffentlichen Raum sichtbar.
Eine Beteiligung ist auch punktuell oder zeitweise möglich – beim Fasten, bei der Mahnwache oder bei beidem.
Die nächsten Termine
Freitag, den 6. März 2026 – 5. Fastentag
Montag, den 9. März 2026 – 6.
Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der Schildergasse, Köln
Karfreitag, den 3. April 2026 – 7. Fastentag
Donnerstag, den 9. April 2026 – 8. Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der Schildergasse, Köln
Mittwoch, den 6. Mail 2026 – 9. Fastentag
Samstag, den 9. Mai 2026 – 10. Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der Schildergasse, Köln
Weitere Termine finden sich auf der Website.
Wilde FriedensKirche - Frieden feiern unter freiem Himmel 
Auch im März lädt die Wilde FriedensKirche wieder zu ihren offenen Gottesdiensten ein.
Menschen kommen unter freiem Himmel zusammen, um innezuhalten, zu beten, zu singen, zu schweigen – und die Gegenwart des Friedens zu spüren.
Diese Gottesdienste finden an Orten statt, die mitten im Leben stehen: auf Plätzen, an Kirchen, an Orten, an denen Gewalt, Not oder Hoffnung sichtbar werden.
Wer teilnimmt, erlebt einen Raum der Stille und des Miteinanders, in dem sich Gebet, Musik, Text und Gespräch auf einfache Weise verbinden.
Im Anschluss wird geteilt, was zum Essen und Trinken mitgebracht wurde – ein Zeichen lebendiger Gemeinschaft.
Alle, die sich für Gewaltfreiheit, Mitgefühl und Frieden öffnen möchten, sind herzlich willkommen – unabhängig von kirchlicher Bindung oder Glaubensrichtung.
Mehr
Infos hier: https://versoehnungsbund.de/2025-wilde-friedenskirche-einladung
Ein letzter wundervoller Termin:
08.03.2026 – Köln, vor dem Domforum
Kontakt:
Dr. Gudula Frieling, Dortmund
gudula.frieling@posteo.de
Pfarrer Dr. Matthias Engelke, Köln
distelwenk@gmail.com
Ostern heißt: den Frieden nicht den anderen überlassen 
Ostern ist für viele von uns seit Jahrzehnten mit den Ostermärschen verbunden. Auch in diesem Jahr ruft die Kooperation für den Frieden dazu auf, sich an den Aktionen zu beteiligen.
Die
gesellschaftliche Stimmung hat sich verändert. Es wird aufgerüstet, Milliarden fließen in Militär und sogenannte „Kriegstüchtigkeit“. Gleichzeitig erleben viele Menschen Kürzungen im Sozialen, Unsicherheiten im Bildungsbereich, wachsende Belastungen im Gesundheitswesen. Junge Menschen blicken auf Schuldenberge, Wehrpflichtdebatten und eine Klimapolitik, die hinter den Notwendigkeiten zurückbleibt.
All das geschieht nicht abstrakt. Es betrifft unseren Alltag.
Als Friedensbewegung halten wir dagegen – nicht mit einfachen Antworten, sondern mit einer klaren Haltung: Sicherheit entsteht nicht durch immer mehr Waffen, sondern durch Diplomatie, durch Verständigung, durch den Schutz des Völkerrechts und der
Menschenrechte.
Wir wünschen uns ein Land, das Konflikte mit zivilen Mitteln bearbeitet.
Ein Land, das Menschen Schutz bietet, die vor Krieg und Gewalt fliehen.
Ein Land, das internationale Verantwortung ernst nimmt – auch durch diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriege in der Ukraine, in Westasien, im Sudan und anderswo.
Die Gefahr einer weiteren Eskalation, auch atomarer, ist real. Gerade deshalb braucht es öffentliche Zeichen.
Die Ostermärsche sind ein solches Zeichen.
Still, vielfältig, manchmal widersprüchlich – aber getragen von der Überzeugung, dass Frieden möglich ist.
Vielleicht sehen wir uns dort.
Informationen und Termine: Hier
Internationaler Bodensee-Friedensweg 2026 Friedensraum Bodensee: wir ent-rüsten uns 
Die Vorbereitungen für den nächsten Internationalen Bodensee-Friedensweg laufen. Am Ostermontag, den 6. April 2026, wird der Friedensweg in Konstanz beginnen und über die Grenze nach Kreuzlingen führen. Unter dem Motto
„Friedensraum Bodensee: wir ent-rüsten uns – Lasst uns Friedenskultur leben!“
setzt der Friedensweg erneut ein klares, grenzüberschreitendes Zeichen gegen Aufrüstung und für ein friedliches Miteinander.
Angesichts zahlreicher Kriege, weltweiter militärischer Aufrüstung und der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen ist es dringender denn je,
Friedenskultur sichtbar zu machen und zu leben. Der Bodensee-Friedensweg möchte Mut machen, sich einzumischen, Verantwortung zu übernehmen und mit den eigenen Möglichkeiten zum Frieden beizutragen.
Wir freuen uns besonders über die Zusage von Jürgen Grässlin, einem der profiliertesten Friedensaktivisten Deutschlands, der sich seit Jahrzehnten für Abrüstung und Gewaltfreiheit engagiert. Ebenfalls wird Helena Nyberg, Präsidentin der Schweizer Sektion der Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF), als Referentin dabei sein.
Ein begleitender „Markt der Möglichkeiten“ lädt dazu ein, Initiativen, Projekte und konkrete Handlungsansätze kennenzulernen,
die Hoffnung geben – gegen Resignation und gegen die Verhärtung „in dieser harten Zeit“.
Weitere Informationen folgen.
Save the Date: Ostermontag, 6. April 2026.
Kirchlicher Diskurs unter Spannung: Frieden, Abschreckung, Verantwortung
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.