Georgien: Streit um EU-Beitritt spitzt sich dramatisch zu
lostineu.eu, 29. November 2024
Noch ist Georgien offiziell Beitrittskandidat. Doch nun droht der Bruch – die Regierung in Tiflis will die Annäherung auf Eis legen. Die Lage spitzt sich dramatisch zu.
Georgiens Regierung will in den kommenden vier Jahren nicht mit Brüssel über einen EU-Beitritt verhandeln. Dies teilte Ministerpräsident Irakli Kobachidse mit. Sein Land reagiere damit auf „Erpressung und Manipulation“, erklärte er.
Gemeint sind offenbar Versuche, die Parlamentswahl im Oktober infrage zu stellen und Sanktionen zu verhängen. Am Donnerstag hat das Europaparlament sogar gefordert, die Wahlen unter internationaler Aufsicht zu wiederholen.
Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich sieht sich die Straßburger Kammer selbst dem Vorwurf ausgesetzt, die “Wahl” der neuen EU-Kommission vermasselt zu haben.
Nur einen Tag nach der Kungelei mit Kommissionspräsidentin von der Leyen wollen dieselben EU-Abgeordneten, die sich auf Last-Minute-Deals eingelassen haben, anderen Ländern erklären, wie man “richtig” wählt?
Doch das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. Der eigentliche Kampf spielt sich längst auf der Straße ab. Gestern Abend kam es in Tiflis erneut zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der EU und der Staatsmacht.
Die Bilder erinnern an die Maidan-Proteste – mit dem Unterschied, dass es in der Ukraine damals nur um ein Assoziierungsabkommen ging, in Georgien hingegen um den Beitritt. Und das noch dazu zu Kriegszeiten.
Der Einsatz ist diesmal also wesentlich höher. Zugleich zeigt der Streit auf der Straße und die Blockade im Parlament (die Opposition boykottierte Kobachides Wiederwahl), dass Georgien in keiner Weise beitrittsreif ist.
Ohne inneren Frieden und stabile Institutionen kann es keinen Beitritt geben – zumindest das sollte die EU doch gelernt haben…
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, vom 28. November 2024
Kurz nach dem Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Trump am 20. Januar will die EU einen Sondergipfel zur Verteidigung und zum Ukrainekrieg einberufen. Das informelle Treffen der Staats- und Regierungschefs soll am 3. Februar stattfinden. Der neue EU-Ratspräsident Costa wolle dazu auch den britischen Premierminister Starmer und Nato-Generalsekretär Rutte einladen, hieß es in Brüssel. Trump will den Krieg beenden, die Ukraine will ihn bis zum Sieg fortführen, die EU hängt mittendrin und wird in die Zange genommen. Sie soll sowohl für die USA einspringen als auch für die Ukraine. – Mehr hier (Newsletter)
P.S. Warum so spät, warum so defensiv? Viel sinnvoller und vermutlich auch wesentlich günstiger wäre es, einen Gipfel vor Trump einzuberufen – und einen eigenen Plan für eine Lösung des Konflikts auszuarbeiten (statt für die Fortführung)….
‹ Autokrise: VDL will’s richten – ausgerechnet › Georgien: Streit um EU-Beitritt spitzt sich dramatisch zu
5 Comments
Michael
28. November 2024 @ 19:59“Warum so spät, warum so defensiv?”
Weil man selbst in Brüssel – erstaunlich! – realisiert dass unter der Spanne Moskau-Washington die Ukraine nur das Bauernopfer ist, und die EU Mitgliedstaaten eine disponible Masse!
Arthur Dent
28. November 2024 @ 18:31
Was will man denn jetzt schon wieder mit den Briten? Ob Starmer am 3. Februar noch im Amt ist? Die Briten sind mit ihrer Regierung nach ein paar Monaten noch unzufriedener als wir mit der Ampel.
Außer “Schollen-Filet” scheint nicht viel auf der Tagesordnung zu stehen beim informellen Treffen am 3. Februar. Mir scheint die EU ratlos zu sein, wenn ihnen keiner sagt, was sie machen soll. Da lässt man sich erstmal Zeit.
ebo
28. November 2024 @ 18:46Kein Krieg ohne die Briten, stupid!
Arthur Dent
28. November 2024 @ 19:46Und “NIE WIEDER KRIEG” (ohne uns).
Wann wurde Deutschland das letzte Mal von Russland angegriffen?
1945? Nicht unser Ernst.
1914? Hmh
1871? Meine Geschichtskenntnisse verschwimmen im Nebel. ????Arthur Dent
28. November 2024 @ 23:33@ebo
Kann es sein, dass man in Brüssel noch gar nicht wirklich registriert hat, was alles so in einer „Haselnuss“ steckt?
Ich sag mal so:
Hokuspokus Haselnuss
puff
Flugzeugträger verschwindibus.
Russland ist ein großes Land,
Je nachdem von wo aus sie gestartet wird, kann man ganz viele Punkte auf der Welt mit einer „Haselnuss“ erreichen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, vom 28. November 2024
In der neuen EU-Kommission dreht sich alles um Frau von der Leyen. Erste Bestätigung: Die deutsche CDU-Politikerin zieht das Management der Autokrise an sich. Das hat ein Geschmäckle.
Kaum war ihr neues Team vom Parlament bestätigt , da verkündete von der Leyen, dass sie fortan einen „ständigen Dialog“ mit den Autoherstellern führen werde. Persönlich – ohne ihren neuen Vizepräsidenten Fitto, der eigentlich zuständig sein sollte.
Das hat einen unangenehmen Beigeschmack. Erstens ändert man die Zuständigkeiten nicht mal so eben – fünf Minuten, nachdem das Portfolio vom Parlament bestätigt worden war. Auch nicht, wenn dies der EVP-Politiker Weber wünscht. Das gehört sich nicht.
Zweitens hat VDL die Autokrise bisher total verschlafen. Ob Audi in Brüssel, VW in Wolfsburg, Ford in Köln – nichts konnte sie aus ihrem industriepolitischen Tiefschlaf wecken und ihre Regulierungswut bremsen. Der “Green Deal” war wichtiger.
Auch die “geopolitischen” Strafzölle gegen E-Autos aus China waren wichtiger. Damit hat sich VDL gegen den erklärten Willen der deutschen Autobranche gestellt. Wer soll ihr jetzt noch glauben, dass sie plötzlich auf Manager und Arbeiter hört?
Last but not least hat es ein Geschmäckle, dass sich nun ausgerechnet eine deutsche CDU-Politikerin um die Krise der deutschen Autoindustrie kümmern will. Wer garantiert denn, dass da nicht nationale Interessen – auch Parteiinteressen – bedient werden?
So oder so: Hier macht sich der Bock bzw. die Ricke zum GärtnerIn ????
P.S. In einem gemeinsamen Papier warnen sieben Staaten vor den Folgen der von der EU-Kommission angesetzten Klimastrafen für die Autoindustrie. Deutschland ist nicht dabei – will Habeck das jetzt “auf dem kleinen Dienstweg” mit VDL klären?
‹ Die Watchlist EUropa vom 28. November 2024 › Update Ukraine: EU plant Kriegsgipfel nach Trump-Start
6 Comments
Helmut Höft
29. November 2024 @ 08:07„Ob Audi in Brüssel, VW in Volkswagen, Ford in Köln“ *lol* wo ist den Volkswagen? SCNR
Arthur Dent
28. November 2024 @ 17:50
(“Die EVP ist der Deep State in der EU” – M. Sonneborn).
Heute kann mittlerweile jeder alles in der EU, zur Hölle mit allen Regeln, wenn sie im Weg sind. Sobald die Auto-Chefs Uschis Handy-Nr. haben, ist die Sache geritzt. Milliarden auf Knopfdruck.
Die EU ist so ein Selbstbedienungssaftladen geworden… und jetzt zum Wetter, mal was wichtiges. Gibt’s vor acht und nach acht und zwischendurch
european
28. November 2024 @ 15:06
Ich will ja nicht unken, aber bisher haben die Dinge, die Ursula von der Leyen selbst in die Hand genommen hat, nicht funktioniert. ????
Michael
28. November 2024 @ 14:51
Toller Witz: VDL will die Autokrise richten! Besser noch ist nur dieser Witz: Dieter Bohlen als deutscher Elon Musk wird Merz Berater !
KK
28. November 2024 @ 13:19
„So oder so: Hier macht sich der Bock bzw. die Ricke zum GärtnerIn “
Wohl zur Kindergärtnerin – denn die Kommissare werden von ihr offenbar wie Kinder behandelt.
Monika
28. November 2024 @ 15:42Wer seine Kinder derartig “behandelt” bräuchte sich über gar nichts wundern! da wäre es ein Wunder, wenn die Kinder einigermaßen schadlos dem Elternhaus entwachsen könnten!
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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