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08.05.2025

WHO mit neuem Pandemie-Abkommen – der inoffizielle Text ist auffindbar

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neopresse.com, 8. Mai 2025, NEOPresse, Themen:

Das sogenannte Pandemieabkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll auf einer Weltgesundheitsversammlung vom 17. Mai an angenommen werden und dann Staaten zur Verfügung gestellt werden, damit diese unterzeichnen. Der Vertrag tritt in Kraft, wenn 60 Staaten unterzeichnet haben. Im Internet existiert inzwischen eine inoffizielle Version davon (https://www.keionline.org/40717) – die offizielle ist nicht verfügbar.

Worum geht es?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nun einen Entwurfstext zu einem Pandemieabkommen formuliert. Die Öffentlichkeit wird über den Inhalt nicht informiert. Wann der Inhalt bekannt würde, ist nicht bekannt. Was im „Intergovernmental Negotiating Body“ (INB) steht, lässt sich anhand von „Floskeln“ nur erahnen. Die Regierungen werden wohl „souverän“ entscheiden, einen Teil ihrer Rechte dann an die WHO abzugeben.

Donald Trump möchte an sich gar nicht dabei sein. DArum ging es:

Angesichts des möglichen Austritts der von Donald Trump geführten WHO erinnern wir an die Kern-Vorhaben der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO möchte, wie mehrfach berichtet, mehr Macht haben. Sie will bei Pandemien oder im Fall des Klimawandels quasi den Gesundheitsnotstand ausrufen dürfen. Das wirft eine Frage auf: Wer hat den WHO-Generalsekretär, der all das wünscht, eigentlich in sein Amt gesetzt. Wir erinnern daran…

Das ganze WHO-Sonderdossier: Stand 08.05. – gratis herunterladen!

„Eine interessante Frage hat nun der Journalist Norbert Häring aufgeworfen. So stellte er die Frage – an Autoren eines Flyers über ww.mehr-wissen.info -, ob die Regierungen den Generalsekretär gewählt hätten. Diese haben die Frage verneint. Häring beschrieb vor einiger Zeit, der WHO-Generalsekretär würde tatsächlich in „geheimer Wahl von den Mitgliedsregierungen gewählt“. Das Verfahren der Wahl sei indes eine Farce.

Wahl zum WHO-Generalsekretär „eine Farce“?

Der Autor verweist darauf, dass einige Thesen auf der betreffenden Seite „etwas steil“ seien. Daher habe er über längere Zeit nicht auf die Seite verwiesen. Nun allerdings ist er in den „Austausch“ mit deren Autoren getreten. Demnach untersuchte er die Behauptung, wonach „weder wir Bürger noch unsere Regierungen den Generaldirektor der WHO wählen oder Einfluss auf die Projekte und Zielen nehmen“ könnten.

Er sei indes, so Häring, von Vertreter der Mitgliedsregierungen auf der Weltgesundheitsversammlung gewählt worden. Das Wahlverfahren erinnere ihn als die „Wahl des Führers eines kommunistischen Einparteienregimes durch die Delegierten eines Volkskongressens“.

Konkret wurde der aktuelle Generalsekretär Tedros Ghebreyesus im Mai 2022 gewählt – es ging in seine zweite Amtszeit. Die Legislatur dauert jeweils fünf Jahre. Er sei der einzige Kandidat gewesen. Zudem würde die WHO über das Abstimmungsergebnis nichts berichten. Vielmehr hieße es:

„Die heutige Abstimmung war der Höhepunkt eines Wahlprozesses, der im April 2021 begann, als die Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, Vorschläge für Kandidaten für das Amt des Generaldirektors einzureichen. Das Direktorium (Executive Board) der WHO, das im Januar 2022 tagte, nominierte Dr. Tedros für eine zweite Amtszeit.“

In der Tat sehr wenig. Der Kandidat selbst wird vom WHO-Direktorium ausgewählt, das sich aus den Vertretern zusammensetzt, die 34 Länder bestimmen. Die Auswahl der Länder hat nun die Weltgesundheitsversammlung. Das Verfahren verliere sich im „Ungefähren“ und sei intransparent. Ganz so wie früher in der Sowjetunion oder in anderen sozialistischen Regimen.


Info: https://www.neopresse.com/politik/who-mit-neuem-pandemie-abkommen-text-bleibt-unbekannt/?source=ENL


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.05.2025

WISSENSÖKOLOGIE  
DAS WISSENSÖKOSYSTEM BESUCHEN UND AUSBESSERN

Knowledge Ecology International
KNOLEDGE ECOLOGY INTERNATIONAL
ATTENDING AND MENDING THRE KNOWLEDGE ECOSYSTEM


keionline.org, vom Veröffentlicht am 16. April 2025 von Thiru (übersetzt aus dem englischen mit beta, unkorrigiert)

WHO-Pandemie-Vereinbarungstext vom Mittwoch, 16. April 2025 um 1:57 Uhr MESZ


Am Mittwochmorgen, 9:03 Uhr MESZ, verbreitete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Vorschlag für das WHO-Pandemieabkommen, ONSCREEN-Text, der die Fortschritte bis Mittwoch, den 16. April 2025 um 01:57 Uhr MESZ widerspiegelt, an nichtstaatliche Akteure in offiziellen Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO).


Hier ist der Text im Doc-Format:

Vorschlag für -WHO-Pandemic-Einsatz-E-Einsatz-E-On-Bildschirm 16 April 2025 bei 01 bis 57 Uhr MESZ https://www.keionline.org/wp-content/uploads/Proposal_for_WHO_Pandemic_Agreement_E-Onscreen-16-April-2025-at-01_57-CEST.docx


Hier ist der Text im PDF-Format:

Proposal-for-WHO-Pennsäure-Agrement-E-Eingangs-Eingang 16 April 2025 bei 01 bis 57 Uhr MESZ https://www.keionline.org/wp-content/uploads/



Hier englisches Original:


Knowledge Ecology International

Home»Blogs»WHO Pandemic agreement text as of Wednesday, 16 April 2025 at 1:57 CEST


Proposal_for_WHO_Pandemic_Agreement_E-Onscreen-16-April-2025-at-01_57-CEST.docx.pdf


WHO Pandemic agreement text as of Wednesday, 16 April 2025 at 1:57 CEST

Posted on April 16, 2025 by Thiru

On Wednesday morning, 9:03 CEST, the World Health Organization (WHO) circulated the Proposal for the WHO Pandemic Agreement, ONSCREEN text reflecting progress up to Wednesday, 16 April 2025 at 01:57 CEST, to non-State actors in official relations with the World Health Organization (WHO).

Here is the text in doc format:

Proposal_for_WHO_Pandemic_Agreement_E-Onscreen 16 April 2025 at 01_57 CEST

Here is the text in PDF format: Proposal_for_WHO_Pandemic_Agreement_E-Onscreen 16 April 2025 at 01_57 CEST


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Info: https://www.keionline.org/40717


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Weiteres:




Wissensökologie 

Das Wissensökosystem besuchen und ausbessern

 

keionline.org, vom veröffentlicht am 23. April 2025 von James Love  (übersetzt ausd den englischen mit beta, unkorrigiert)



Die Kosten für Studien zur Unterstützung der ersten FDA-Zulassung von Risdiplam (Evrysdi)


Kosten für erste Risdiplam-Studien Die Kosten für Studien zur Unterstützung der ersten FDA-Zulassung von Risdiplam (Evrysdi) KEI-Forschung Hinweis 2025:2 James Packard Love 23. April 2025

Veröffentlicht am 16. April 2025 von Thiru

Am Mittwochmorgen, 9:03 Uhr MESZ, verbreitete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Vorschlag für das WHO-Pandemieabkommen, ONSCREEN-Text, der die Fortschritte bis Mittwoch, den 16. April 2025 um 01:57 Uhr MESZ widerspiegelt, an nichtstaatliche Akteure in offiziellen Beziehungen mit der Welt... Continue Reading→

Veröffentlicht am 12. April 2025 von James Love

Das ist der Pandemie-Vereinbarungstext, der heute vorliegt. Die Verhandlungen werden am Dienstag wieder aufgenommen, aber das ist es, was die Menschen in der guten Vereinbarung erwarten. Green soll bedeuten, dass der Text endgültig ist. Die EU ist sich immer noch nicht einig... Continue Reading→

Veröffentlicht am 11. April 2025 von Thiru

Um 10:42 Uhr MESZ am Freitag, den 11. April 2025, verbreitete das WHO-Sekretariat den ONSCREEN-Text, der die Fortschritte bis Freitag, den 11. April 2025 um 00:03 Uhr MESZ für nichtstaatliche Akteure in Bezug auf die WHO widerspiegelt. Der Link zum neuesten... Continue Reading→

Veröffentlicht am 7. April 2025 von Thiru

Am Mittwoch, den 9. April 2025, werden Knowledge Ecology International (KEI) und Medicines Law & Policy (ML&P) ein hybrides Side Event in der Genfer Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 13:00 Uhr MESZ bis 14:30 Uhr MESZ... Continue Reading→

Veröffentlicht am 7. April 2025 von Thiru

Präsentation von KEI: kei-wipo-8april2025 Titel: Copyright und KI – Es geht nicht nur um die Kulturindustrie Datum: Dienstag, 8. April 2025 Zeit: 13:30 Uhr MESZ bis 15:00 Uhr Ort: Raum B, WIPO Registrierungslink: https://wipo-int.zoom.us/meeting/register/fy-TVEvTzW8 Continue Reading→

Veröffentlicht am 2. April 2025 von James Love

(UPDATE: Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist auf unserem YouTube-Kanal verfügbar: https://www.youtube.com/watch? Die KEI wird auf der WIPO SCCR 46 vom 7. April bis April einen informellen Runden Tisch im WIPO-Sendungsvertragstext veranstalten, der auf der WIPO SCCR 46-Sitzung diskutiert wird... Continue Reading→

Veröffentlicht am 27. März 2025 von Thiru

Um 20:23 Uhr MEZ am Mittwoch, 26. März 2025, verbreitete das WHO-Sekretariat den ONSCREEN-Text, der die Fortschritte bis Freitag, den 21. Februar 2025 um 16:50 Uhr MEZ widerspiegelt, und schlug dem Präsidium einen Text über noch ausstehende Bestimmungen zur Unterstützung der Verhandlungen für INB... Continue Reading→

Veröffentlicht am 26. März 2025 von Thiru

Am Mittwoch, 26. März 2025, setzte die 48. Sitzung des Ständigen Ausschusses für Markengesetzgebung, Industriedesigns und geografische Angaben (SCT) die Diskussionen über grafische Benutzeroberflächen (GUIs) fort. Die ausführlichen Kommentare von KEI finden Sie hier: SCT-48 2025,... Continue Reading→

Veröffentlicht am 26. März 2025 von Thiru

Wie in einem früheren Blog unter dem Thema Industriedesign erwähnt, erwägt die 48. Sitzung des Ständigen Ausschusses für Markengesetz, Industriedesigns und Geodienische Angaben (SCT) zwei Einreichungen. Die erste Einreichung ist... Continue Reading→


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08.05.2025

Trumps Zollpolitik
Geopolitische Gratwanderung mit unklarem Ausgang

https://makronom.de, vom 7. Mai 2025,  WERNER RAZA,  Weltwirtschaft

Die Zollpolitik Donald Trumps muss im größeren geopolitischen Kontext verstanden werden. Europa wird sich entscheiden müssen, auf welcher Seite es steht.


Bild: Jonas via Unsplash


Vielen Beobacher*innen erscheint die aktuelle Politik der Trump Regierung als irrational und verantwortungslos. Das ist nicht falsch, greift aber analytisch zu kurz. Sie ist das Ergebnis von vier Jahrzehnten neoliberaler Globalisierung in den USA, deren reale Verlierer*innen politisch revoltieren, und deren reale Gewinner*innen den Staat dafür einsetzen wollen, ihre ökonomische Vormachtstellung nach innen und außen abzusichern. Die dadurch hervorgerufenen weltpolitischen Verwerfungen werden nur zu meistern sein, wenn die Staatengemeinschaft einschließlich der EU sich nicht auseinanderdividieren lässt und auf Kooperation setzt.

Restrukturierung der globalen Handelsbeziehungen

Das vielleicht wichtigste Phänomen der wirtschaftlichen Globalisierung der letzten vier Jahrzehnte besteht weniger in der starken Zunahme des internationalen Handels per se, sondern in der Internationalisierung von Produktionsprozessen in Form von globalen Wertschöpfungsketten (WSK). Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu zwei Drittel des internationalen Handels heute im Rahmen solcher WSK stattfinden, vor allem durch den Handel von Zwischenprodukten.

Sogenannte Lead-Firmen – meist US-amerikanische und europäische Unternehmen – gestalten ihre Produktionsstruktur auf Basis von Kostenüberlegungen. Bei gleicher Produktivität (und Infrastrukturbedingungen) wird dort produziert, wo die Arbeits- und sonstige Produktionskosten am niedrigsten sind. Wenn nicht selbst produziert wird, sondern andere Firmen als Zulieferer dies übernehmen, sind auch hier die Kosten das ausschlaggebende Kriterium für die Auftragserteilung. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass somit jeder Teil eines Endprodukts in jenem Land produziert wird, wo dies am absolut günstigsten möglich ist.

Handel entsteht daher vor allem aufgrund der Notwendigkeit, ein Zwischenprodukt zum nächsten Verarbeitungsschritt in ein anderes Land zu bringen, bzw. dann das Endprodukt an die Kund*innen in der ganzen Welt zu verkaufen. Die Elemente mit der höchsten Wertschöpfung – wie z.B.  Marketing, Design, Forschung & Entwicklung – verbleiben dabei in der Regel unter direkter Kontrolle der Lead-Firma in den USA oder Europa. Durch die Kontrolle der geistigen Eigentumsrechte (Markenrechte, Patente etc.), der Preispolitik samt steueroptimierender Gestaltung der Geldflüsse zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften lukrieren die Lead-Firmen den Löwenanteil der Gewinne, während die Zulieferer vor allem im Globalen Süden in der Regel mit sehr kleinen Margen vorlieb nehmen müssen.

Die Vorteile im Modell des WSK-basierten internationalen Handels sind also an der Spitze der Wertschöpfungskette konzentriert. Davon profitieren auch jene hochqualifizierten Arbeitnehmer*innen in den Konzernzentralen, die über für den Betrieb wichtiges technisches und wirtschaftliches Know-how verfügen, wie z.B. in den US-amerikanischen High-Tech-Firmen. Niedriger qualifizierte Arbeitnehmer*innen, vor allem in den USA, aber zum Teil auch in Europa gehören hingegen zu den Verlierer*innen. Sie werden entweder ausgelagert oder verlieren ihren Arbeitsplatz, wenn Produktionen zugesperrt oder in andere Länder verlagert werden. Vor allem traditionelle Industrieregionen in den USA – der sog. Rust Belt im Mittleren Westen – litten stark unter dieser Entwicklung.

Lieferkettenhierarchien konnten Chinas Aufstieg nicht verhindern

Das exportbasierte Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer der letzten drei Jahrzehnte beruht zu einem großen Teil auf ihrer Teilnahme an diesen globalen Lieferketten als Billigfertiger und Zulieferer. Nachdem der dabei zu lukrierende ökonomische Ertrag aufgrund des hohen Kostendrucks mager ist, besteht grundsätzlich ein Anreiz, einen Aufstieg innerhalb der WSK hinzu wertschöpfungsintensiveren Produktionsschritten zu schaffen (upgrading).

Das setzt eine industriepolitische Strategie des jeweiligen Landes voraus, die neben Infrastrukturinvestitionen vor allem den Aufbau von technologischen Kompetenzen und qualifizierter Arbeitskräfte im Rahmen industrieller Ökosysteme vorantreibt. China war sehr erfolgreich darin, aus einfachen Zulieferern technologisch avancierte Unternehmen zu formen. Auch andere Schwellenländer wie Korea, Taiwan oder Malaysia gingen diesen Weg. Diese Unternehmen übernahmen im Auftrag westlicher Lead-Firmen immer mehr Fertigungsschritte und entwickelten gleichzeitig eigene technologische Kompetenzen, über die die westlichen Lead-Firmen selbst nicht mehr verfügten.

Diese Dynamik erstreckte sich mit der Zeit auch auf immer mehr Hochtechnologiebranchen, etwa in der Elektronik, Telekommunikationsausrüstung, E-Mobilität oder Halbleiterproduktion. Dadurch traten Unternehmen aus Schwellenländern zunehmend in direkte Konkurrenz zu den westlichen Lead-Firmen. Sie bedrohen heute deren marktbeherrschende Stellung und hohe Profitabilität.

Der globale Wettbewerb seitens dieser neuen Konzerne aus den Schwellenländern hat die bisherigen marktbeherrschenden US- und EU-Konzerne teilweise auf dem falschen Fuß erwischt, zeigt sich doch, dass die westlichen Konzerne zu lange auf ein sehr einträgliches Geschäftsmodell gesetzt und damit die Zeichen der Zeit, etwa in der Elektromobilität oder auch in der Halbleiterproduktion, verschlafen haben. Als Konsequenz des verschärften Wettbewerbs droht den westlichen Konzernen der Verlust ihrer Monopolprofite. Nachdem wie im chinesischen Fall die Firmen auf die aktive Unterstützung ihrer Regierung vertrauen können, wird die In-Dienstnahme des Staates zur Verteidigung ihrer Vormachtstellung auch für US-amerikanische Unternehmen zunehmend wichtig.

Die zweifelhafte Rolle von Big Tech und Big Oil

Diese beiden Elemente – die breite politische Frustration aufgrund des Niedergangs der US-amerikanischen Industrieregionen während der letzten 30 Jahre, sowie die zunehmende Bedrohung der Monopolprofite der US-Tech Giganten durch asiatische Konzerne – gehören zu den zentralen Gründen für den politischen Siegeszug Donald Trumps. Dazu kommt, dass die hochprofitable US-Erdöl- und Gasindustrie sich von ihrem Geschäftsmodell nicht verabschieden will und hartnäckig gegen die Klimawende lobbyiert. Der enorme Energiebedarf von Cloudcomputing und AI-Anwendungen tut das Seine dazu, dass auch Big-Tech-Firmen und in sie investierte Finanzfonds das Interesse an der Energiewende zunehmend verlieren.

Die massive finanzielle wie mediale Unterstützung seitens der einmal als politisch liberal geltenden Silicon Valley-Konzerne wie Alphabet, Apple, Amazon, Meta, aber auch von einflussreichen digitalen Sicherheitsdienstleistern wie Palantir und Tech-Investoren wie Peter Thiel und Elon Musk hat Trump in die Lage versetzt, die Stimmen der unzufriedenen Wähler*innen in den politisch umkämpften Swing States des Mittleren Westens zu gewinnen.

Seine Botschaft, dass China (und die illegalen Migrant*innen) den US-Amerikaner*innen die guten Jobs gestohlen hätte, die er mittels Zollpolitik wieder zurückholen werde, ist simple, aber effektive Wähler*innentäuschung. Sie verschweigt nicht nur, dass dafür die Geschäftspolitik der US-Konzerne selbst verantwortlich war, sondern auch, dass es gerade die Interessen dieser Konzerne und nicht die seiner Wähler*innen sind, die er einmal an der Macht dann umsetzt. Diese bestehen wenig überraschend in der Schleifung regulatorischer Standards, Einsparungen bei Behörden, Sozial- und sonstigen als unnötig erachteten Ausgaben (wie jenen der Entwicklungszusammenarbeit, Stichwort USAID), um damit im Gegenzug Unternehmenssteuern zu senken. Dazu kommt, dass gerade der Sicherheits- und militärische Bereich von diesen Konzernen als großer Wachstumsmarkt gesehen wird. Der Staat ist gerade hier der wesentliche Nachfrager nach neuen Technologien und Anwendungen.

Die nationalistische Rhetorik der Konstruktion äußerer Feindbilder in Verbindung mit der leider im gesamten US-Establishment geteilten Einschätzung Chinas als Bedrohung für die US-amerikanische Vorherrschaft dienen als Rechtfertigung für eine (spät-)imperiale Außenwirtschaftspolitik. Diese will internationale Einrichtungen durch den Austritt der USA schwächen (samt der damit verbundenen Einnahmenverluste) und über die Drohung willkürlich festgesetzter Zölle die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu Gunsten der USA verschieben.

Die Rechnung zahlen letztendlich die US Bürger*innen in Form schlechterer staatlicher Leistungen und höherer Verbraucherpreise. Die politische Reaktion seitens der US-Bevölkerung bleibt daher abzuwarten, aber die speed-kills-Politik von Elon Musk und Co. hat zumindest bislang zu einer weitgehenden Lähmung der Opposition und zur Einschüchterung potenzieller Widerstandzentren wie den Universitäten geführt. Die rasante Aushöhlung des US-Systems der Checks and Balances durch die systematische Missachtung (verfassungs-)rechtlicher Vorgaben, politischen Druck auf die Gerichte und die weitgehende Ausschaltung des US-Kongress rückt auch den Übergang zu einem autoritären politischen System in den Bereich des Möglichen.

Big Tech, Big Oil und die großen Sicherheits- und Rüstungsfirmen sind offenbar bereit, eine solche Politik grundsätzlich zu unterstützen, solange der US-Staat durch Ausbau des militärisch-industriellen Komplexes – 2026 mit einem angekündigten Rekordbudget für Verteidigung von rund einer Billion US-Dollar – für den guten Gang der Geschäfte sorgt, die Belastung aus Regulierungen und sonstigen Abgaben senkt und international für die ökonomischen Interessen der Konzerne gegenüber lästigen „Regulierungsfanatikern“ wie der EU eintritt. Falls eigene Geschäftsinteressen zu stark gefährdet sind, verhandelt man eben individuelle Ausnahmen, wie gerade bei den Zollausnahmen für Apple und für die US-Autokonzerne geschehen.

Der Rest der Welt wird zur Kasse gebeten

Wie schon in seiner ersten Amtszeit – und auch von der Biden-Administration – gefordert, will Trump die internationale Gemeinschaft für die von den USA zur Verfügung gestellten globalen öffentlichen Güter stärker zur Kasse bitten. Zu letzteren zählen für Trump vor allem der US-Dollar als Reservewährung und der militärische Schutzschirm der USA. Beides möchte er erklärtermaßen beibehalten. Leistungen der USA sollen von den aus US-Sicht davon profitierenden Ländern in Zukunft bezahlt werden, entweder durch Finanzbeiträge oder zum Beispiel durch Einräumung von Schürfrechten an wichtigen Rohstoffen für US-Konzerne (siehe dazu die Fälle Ukraine und Demokratische Republik Kongo). Vor allem die EU soll dazu gebracht werden, für den militärischen Schutz durch die USA Tribut zu bezahlen, etwa durch den Kauf von US-Militärgütern und High-Tech-Produkten.

Der von Trump veranstaltete Zollpolitik-Zirkus mit anscheinend in erratischer Manier verhängten, dann teilweise zurückgenommenen oder ausgesetzten Zöllen, die dann doch wieder erhöht werden, dient dabei vor allem der Verbesserung seiner Verhandlungsposition durch das Schüren allgemeiner Verunsicherung auf den (Finanz-)Märkten und Einschüchterung der betroffenen Länder. Mit Ausnahme der tatsächlich verhängten, exorbitanten Zölle auf Importe aus China, wurde im Wesentlichen eine Drohkulisse aufgebaut, die dauerhaft ein etwas höheres Zollniveau wahrscheinlich macht, deren eigentliches Ziel aber die politische wie wirtschaftliche Subordination der wesentlichen historischen Verbündeten, insbesondere der EU, sowie der nord- und südamerikanischen Nachbarschaft ist. Trump nutzt die Zollkeule schlicht und einfach immer dann, wenn er wieder mal etwas gegen andere Länder durchsetzen will.

Grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass Trump eine drastische Hochzollpolitik gegen zentrale Handelspartner wie China oder Europa auf Dauer nicht durchhalten kann. Die dadurch ausgelöste Inflation würde seine politische Popularität untergraben, höhere Zinsen die Belastungen des US-Staatshaushalts deutlich erhöhen, und auch weite Teile der auf importierte Vorleistungen angewiesenen Wirtschaft und damit seiner finanziellen Unterstützer empfindlich treffen. Auch dürfte die ökonomische Unsicherheit die Investitionstätigkeit in den USA beeinträchtigen und damit die wirtschaftliche Dynamik bremsen. Das alles würde das Vertrauen in den Finanzplatz USA untergraben und damit die globale Rolle des US-Dollars schwächen.

Last, but not least, würde eine solche dauerhafte Hochzollpolitik auch die von ihm gewünschte internationale Unterstützung für seine Anti-China-Politik unterlaufen. Nachdem China im Zollstreit gute Karten in der Hand hält und sich diesmal nicht so leicht unterkriegen lassen will, brauchen die USA für die geopolitische Auseinandersetzung mit China Verbündete, zumindest in längerfristiger Perspektive.

Fazit: Gezielte Spaltung oder neue Einigkeit?

Wie Trumps geopolitische Gratwanderung letztendlich ausgeht, wird vor allem von der Reaktion der Weltgemeinschaft abhängen. Gelingt es ihm, die Welt zu spalten und hinter sich und seiner Anti-China-Politik zu vereinen – oder reagiert die Weltgemeinschaft mit einer geschlossenen Haltung und der Entwicklung neuer Allianzen und Kooperationsmechanismen?

Vor allem die Positionierung der Europäischen Union wird dafür zentral sein. Bietet sie Trump die Stirn und sucht die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und dem Globalen Süden, stünden die USA am Ende des Tages weitgehend isoliert da. Unter EU-Entscheidungsträger*innen scheint derzeit Appeasement und das Warten bzw. Hoffen auf bessere Zeiten nach Trump wieder angesagt. Angesichts der rasanten und absehbar systemischen Veränderungen des politischen Systems in den USA ist das eine hochriskante Strategie. Auch wenn es Europa aus historischer Verbundenheit wie auch aus sicherheitspolitischer Verwundbarkeit offensichtlich schwerfällt: Die politische und wirtschaftliche Emanzipation Europas von den USA ist jetzt eine Notwendigkeit.

 

Zum Autor:

Werner Raza ist wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) in Wien, wo dieser Beitrag zuerst erschienen ist.


Info: https://makronom.de/trumps-zollpolitik-geopolitische-gratwanderung-mit-unklarem-ausgang-48822?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=trumps-zollpolitik-geopolitische-gratwanderung-mit-unklarem-ausgang


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08.05.2025

Macron führt Merz, VDL fürchtet Frieden – und Nordstream in US-Hand

lostineu.eu, 8. Mai 2025

Die Watchlist EUropa vom 08. Mai 2025 – Heute mit News und Analysen zum Antrittsbesuch des neuen Kanzlers in Paris, zur Ukraine-Politik und zur Zukunft der deutsch-russischen Gaspipeline.

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Wer bei mir Führung bestellt, der bekommt sie auch, sagte Altkanzler Scholz. Doch umgesetzt hat er dieses Versprechen nie. Ob das bei seinem Nachfolger Merz anders wird? Der erste Tag in Paris und Warschau weckt Zweifel.

Merz hat sich von Frankreichs Staatschef Macron führen lassen, streckenweise wurde er sogar vorgeführt. So betonte Macron, dass Frankreich in der Ukraine-Politik das Kommando übernommen hat – gemeinsam mit dem UK, in der “Koalition der Willigen” für die Ukraine. Merz druckste herum.

Macron überraschte zudem mit der Ankündigung, einen deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrat einrichten zu wollen. Den gibt es zwar schon seit 1988. Doch bisher hat Deutschland keinen eigenen nationalen Sicherheitsrat – den will Merz nun noch schnell gründen.

Gleich in der Defensive

Überfahren wurde Merz auch bei der Frage, wie die Aufrüstung finanziert werden soll. “Ich bin überzeugt, dass wir mehr öffentliche europäische Investitionen brauchen”, sagte Macron. “Es wurden ja bereits flexible Lösungen gefunden”, sagte er mit Blick auf die deutsche Schuldenbremse.

Merz war in der Defensive. Die neue Bundesregierung sei für eine Lösung auf EU-Ebene. Aber er werde dabei bleiben, “dass es richtig ist, dass jenseits der Verteidigungsausgaben diese Fiskalregeln in der EU gelten”, betonte er. Diese schafften finanzpolitische Stabilität, so der CDU-Chef.

Deutschland darf Schulden machen, die EU nicht: Diesen Konflikt haben wir wiederholt beschrieben, nun trat er gleich am ersten Tag des deutsch-französischen “Neustart” zutage. Wenn Merz bei seiner harten Haltung bleibt, wird er die EU nicht “führen” können – ebenso wenig wie Scholz.

Französische Rhetorik

Deutsche Führung heißt nämlich immer auch deutsches Geld – das muß der Neue wohl erst noch lernen. Immerhin beherrscht Merz schon ein wenig französische Rhetorik. Begriffe wie “europäische Unabhängigkeit” und “Souveränität” gehen ihm, dem alten Transatlantiker, locker über die Zunge.

Das freut Macron – schließlich hat er sie selbst geprägt. Auch hier kann er Merz ein Stück weit (vor-)führen. Aber eben nur ein Stück weit. Denn ohne die USA, das machte der Kanzler bei seinem Antrittsbesuch in Paris klar, könne er sich EUropas Sicherheit nicht vorstellen – auch nicht in der Ukraine.  

“Wir wollen, dass die Amerikaner an Bord bleiben”, so Merz. Das hätte Scholz genauso sagen können. Wer in Deutschland “Führung” bestellt, wird immer deutsche Politik bekommen…

Siehe auch meinen Bericht zu EU-Reaktionen auf Merz in der taz: “Und dann passiert – nichts”

P. S. Nach Merz hat Macron übrigens den lange als islamistischen Terroristen gesuchten syrischen Interim-Präsidenten Al-Scharaa empfangen. Auch da ging es um einen “Reset”, mir fehlen die Worte…

News & Updates

  • Von der Leyen fürchtet Frieden in der Ukraine. Die EU-Präsidentin hat vor einem Friedensschluss zu russischen Bedingungen gewarnt. “A bad deal could encourage Putin to come back for more”, sagte sie in einer Rede im Europaparlament zum 80. Jahrestag des Kriegsendes. Nach einem Diktatfrieden könne Russland auch andere Länder in der EU angreifen, warnt die Kommisssionschefin. – Belege für diese vor allem in Osteuropa populäre Behauptung legte VDL nicht vor. Alternativen auch nicht. Einen besseren, europäischen Friedensplan als den amerikanisch-russischen Deal sucht man bis heute vergebens…
  • Polen warnt Merz vor Grenzkontrollen. Polens Ministerpräsident Tusk hat den Kanzler bei dessen Besuch in Warschau aufgefordert, keine einseitigen Schritte vorzunehmen. “Ich verstehe das Bedürfnis nach verstärkten Grenzkontrollen. Aber das sollte vor allem für die Außengrenzen gelten.”Dennoch will Innenminister Dobrindt die Grenzen dicht machen und sogar Asylsuchende zurückweisen – ein klarer Verstoß gegen EU-Recht…
  • Slowakei gegen Verbot von Russen-Gas. Der slowakische Regierungschef Fico stellt sich wie erwartet gegen Pläne der EU-Kommission für einen Einfuhrstopp für russisches Erdgas. Das Vorhaben sei für sein Land „absolut inakzeptabel“, weil es zu einem Anstieg der Gaspreise führen werde, sagte Fico. – Mehr im Blog

Das Letzte

Fällt Nord Stream an die USA? Davor warnt der Europaabgeordnete F. De Masi (BSW, früher Linke). Am Freitag läuft die Frist aus, um sich Zugriff auf Nord Stream 2 zu sichern, schreibt der kritische Ökonom auf “X”. “Danach fällt NS2 in die Hände der USA. Die Bundesregierung sollte endlich handeln, um unsere Interessen an sicherer Energie zu wahren.” – Doch die neue Bundesregierung macht nicht die geringsten Anstalten. Sie unterstützt EU-Chefin von der Leyen, die alle Gasgeschäfte mit Russland verbieten will, die deutsch-russische Ostsee-Pipeline eingeschlossen…

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‹ Gas aus Russland: Fico lehnt Verbot strikt ab › Die Watchlist EUropa vom 08. Mai 2025

1 Comment

  1. Kleopatra
    8. Mai 2025 @ 08:11

    Nachdem Russland sich als aggressive kriegsgeneigte Macht gezeigt hat und übrigens kleinere EDU-Mitgliedstaaten als Deutschland bereits ihre Erfahrungen mit politische motivierten Zurückhaltungen von russischen Gaslieferungen gemacht haben, sollte es klar sein, dass (auch wegen der Solidarität mit anderen EU-Staaten und mit dem Kandidatenland Ukraine) mit Russland keine Versorgungsbeziehungen über fest installierte Pipelines mehr eingegangen werden sollten. Solche Pipelines führen zu Abhängigkeiten, die gegenüber diesem „Partner“ bedenklich sind. Schon vor 2022 war Nord Stream in der EU höchst umstritten, danach ist nicht einmal eine Nutzung durch Deutschland mehr politisch denkbar. Und weshalb sollte Deutschland einen Konkurs verhindern wollen, wenn es doch jahrelang offizielle deutsche Position war, dass Nord Stream ein rein wirtschaftliches Projekt ohne politische Hintergedanken sei?


Info: https://lostineu.eu/macron-fuehrt-merz-vdl-fuerchtet-frieden-und-nordstream-bald-in-us-hand/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Gas aus Russland: Fico lehnt Verbot strikt ab


lostineu.eu, vom 7. Mai 2025

Der slowakische Regierungschef Fico stellt sich wie erwartet gegen Pläne der EU-Kommission für ein Einfuhrstopp für russisches Erdgas. Das Vorhaben sei für sein Land „absolut inakzeptabel“, weil es zu einem Anstieg der Gaspreise führen werde, sagte Fico. Die Slowakei sei bereit, ihr Veto dagegen einzulegen und werde Schadenersatz fordern, falls der Plan dennoch umgesetzt werde. Entschiedener Widerstand wird auch aus Ungarn erwartet. Weil beide Länder die Pläne von Kommissionschefin von der Leyen ablehnen und EU-Sanktionen blockieren können (dafür ist Einstimmigkeit nötig), hat die Kommission ein Gesetz vorgesehen, bei dem eine qualifizierte Mehrheit für die Annahme reicht.. Es ginge also auch ohne bzw. gegen Fico… Mehr hier

‹ Streit um AfD: Merz warnt Trump › Macron führt Merz, VDL fürchtet Frieden – und Nordstream in US-Hand?

2 Comments

  1. KK
    7. Mai 2025 @ 17:18

    Dann sollte Fico verdammt aufpassen, dass sein Flugzeug auf dem Rückweg von Moskau nicht „versehentlich“ abgeschossen wird…

Antworten

  • Michael
    7. Mai 2025 @ 16:59

    So war es und so ist es: Gesetze werden nach Bedarf gemacht! Und dann behält man sich die Deutungs- und Geltungs-hoheit vor, und man merkt nicht dass genau darauf Doppelmoral und doppelte Standards beruhen, „nur“ um den Preis jedweden Vertrauens und jedweder Glaubwürdigkeit!



  • Info: https://lostineu.eu/gas-aus-russland-fico-lehnt-verbot-strikt-ab/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Die Watchlist EUropa vom 08. Mai 2025


    lostineu.eu, 8. Mai 2025

    Heute mit News und Analysen zum Antrittsbesuch des neuen Kanzlers in Paris, zur Ukraine-Politik und zur Zukunft der deutsch-russischen Gaspipeline.

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    Macron führt Merz, VDL fürchtet Frieden – und Nordstream bald in US-Hand? 8. Mai 2025

    Letzte Hoffnung Merz, ein Lockruf von Macron – und Metsolas neuer Orden 6. Mai 2025

    Hochrüstung in EUropa, Blackout in Spanien & “Tyrannei” in Deutschland? 3. Mai 2025

    Sonderausgabe: 100 Tage Trump – EUropa klammert sich an die USA 1. Mai 2025

    Die Sanktionen wackeln, das Stromnetz wankt – und Steinmeier würdigt die Nato 29. April 2025

    Friedensplan auf der Kippe, Trauer um Papst Franziskus & milde DMA-Strafen 26. April 2025

    Meloni soll es richten, Trump will nicht mehr – und (un)sichere Herkunftsländer 19. April 2025

    Ruinöse Rüstung, Russland-Sanktionen – und Orban verbietet den Regenbogen 15. April 2025

    EU kriegt die Trump-Krise, Waffenschau ohne USA – und Merz ohne Hurra 12. April 2025

    Der heimliche Handelskrieg in der EU, Merz kommt – und KI aus der Fabrik? 10. April 2025

    Freihandel oder Digital-Steuer, Streit um NGOs – und Faeser plant für Krieg 8. April 2025

    Rubio widerlegt Merz, neue Front im Wirtschaftskrieg – und Angriff auf ICC 5. April 2025

    Nato not dead, Pflüge zu Schwertern – und Angst vor dem Trump-Crash 3. April 2025

    EUropas “Demokratieschild”, der Fall Le Pen – und Golf-Diplomatie mit Trump 1. April 2025

    Macrons neue Allianz, Melonis neue Opposition – und die neue Heimatfront 29. März 2025

    Das sind EUropas “Friedenspläne”, Rutte droht Putin & Brüssel im Bunker 27. März 2025

    Kein Frieden mit dieser EU, mehr Geld für EU-Beamte & zu wenig Schießpulver 25. März 2025

    Aufrüstung spaltet die EU, Mißtrauen gegen Merz – und Freibrief für Israel 22. März 2025

    Von der Leyen wird kriegstüchtig, Erdogan wird hofiert & Kallas ist isoliert 20. März 2025

    “Deutschland ist zurück”, EUropa ist ganz klein – und Ungarn ist nicht allein 18. März 2025


    Info: https://lostineu.eu/die-watchlist-europa-vom-08-mai-2025/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    08.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Mosab Abu Toha: Ein Dichter aus Gaza erhält den Pulitzerpreis – und schweigt nicht

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 8. Mai 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 08.05.2025


    Mosab Abu Toha: Ein Dichter aus Gaza erhält den Pulitzerpreis – und schweigt nicht


    Gestern Morgen poppte eine unerwartete Meldung auf meinem Facebook-Account auf: Der Pulitzer Preisträger 2025 in der Sparte „Commentary“ heisst Mosab Abu Toha! Für einmal konnte der Poet aus Gaza, der vor eineinhalb Jahren mit seiner Familie in die USA geflüchtet&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/mosab-abu-toha-ein-dichter-aus-gaza-erhaelt-den-pulitzerpreis-und-schweigt-nicht/


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    Das Wettern der Woche: Halt die Presse, Alter!


    Gesichert demokratiemüde, wohin du guckst! Und eben schlägt noch der Polit-Gauner George Simion in Bukarest dem Fass den Boden aus: Die braune Brühe könnt&#8216; morgen schon die mageren Mehrheiten Rumäniens wegspülen wie das Hochwasser der Donau gestern die Gärten der&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/das-wettern-der-woche-halt-die-presse-alter/


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    Am 1. Mai sah man in Deutschland: Rüstungskonversion war gestern


    Auf den DGB-Demos konnte man &#8222;sich mit einer langen Liste von »Werten des DGB« identifizieren. Darunter: die »uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine – wir erkennen W. Putin als alleinigen Aggressor an«, »Bekenntnis zu Europa und zu NATO-Mitgliedschaft«, »Solidarität mit Israel&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/am-1-mai-sah-man-in-deutschland-ruestungskonversion-war-gestern/


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    Syrien steht auf der Kippe


    Die Kurden fordern einen föderalen Staat Syrien, im Drusengebiet bricht konfessionelle Gewalt aus – das Land ist fragiler denn je. Amalia van Gent für die Online-Zeitung INFOsperber Kürzlich feierten die Kurden eine Konferenz im Nordosten Syriens als seltenen Lichtblick im&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/syrien-steht-auf-der-kippe/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.05.2025

    Befreiung ohne Befreier  Bundestag schließt Repräsentanten Russlands und Belarus‘ von Weltkriegsgedenken aus. Führende Tageszeitung behauptet Kontinuität eines „großrussischen Imperialismus“ – „vor Hitler“, in den 1940er Jahren, im Ukrainekrieg.

    german-foreign-policy.com, 8. Mai 2025

    BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) – Der Deutsche Bundestag sperrt von der heutigen Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes alle Repräsentanten Russlands und Belarus‘, deren Vorgängerstaat weite Teile Deutschlands befreit hatte – auch Berlin –, aus. Bereits am Sonntag hatte der russische Botschafter in der Bundesrepublik an den Gedenkveranstaltungen in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück nicht teilnehmen dürfen. Beide Konzentrationslager waren Ende April 1945 von der Roten Armee befreit worden. Durch deutschen Terror kamen 27 Millionen Bürger der Sowjetunion und rund ein Viertel der Bevölkerung der belarussischen Sowjetrepublik zu Tode. Vertreter ihrer Nachfolgestaaten sind beim deutschen Gedenken nicht mehr erwünscht. Zur Begründung heißt es, Russland führe einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Botschafter gleich mehrerer Staaten, die in den vergangenen Jahren fremde Staaten überfallen haben, werden heute im Bundestag erwartet, der seinerseits im Jahr 1999 einen Angriffskrieg beschlossen hat. Grund für die klare Ungleichbehandlung ist, dass Berlin Moskau im Ukrainekrieg niederzuringen sucht. Außenminister Johann Wadephul erklärt, Russland sei „für immer ein Feind“.


    Zitat: „Vom Hausrecht Gebrauch machen“

    Die explizite Ausladung der Botschafter sowie anderer offizieller Repräsentanten Russlands und Belarus‘ von den Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag des Kriegsendes hatte bereits Anfang April hohe Wellen geschlagen. Damals war eine als streng vertraulich klassifizierte Handreichung des Auswärtigen Amts bekannt geworden, die sich an die Bundesländer, Kreise und Kommunen wandte. In dem Papier hieß es, es dürfe „keine Einladung an russische und belarussische Vertreter zu Gedenken von Bund, Ländern und Kommunen“ geben.[1] Zur Begründung warnte das deutsche Außenministerium vor „Propaganda, Desinformation und geschichtsrevisionistischer Verfälschung“. Beispiele dafür, dass sich Repräsentanten auch nur eines der beschuldigten Staaten bei Gedenkfeiern solcher Provokationen schuldig gemacht hätten, konnte ein Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz freilich nicht nennen.[2] In der Handreichung des Auswärtigen Amts hieß es weiter, sollten Repräsentanten der zwei Staaten „unangekündigt erscheinen“, könnten die Veranstalter des jeweiligen Gedenkens „von ihrem Hausrecht Gebrauch machen“. Damit stellte das Ministerium den Hinauswurf von Vertretern von Ländern frei, denen der deutsche Vernichtungskrieg eine beispiellose Zahl an Todesopfern abverlangt hatte – mutmaßlich 27 Millionen im Fall der Sowjetunion, deren Nachfolgestaat Russland ist; ein Viertel der Bevölkerung von Belarus.


    Ausdrücklich ausgeladen

    In der Praxis wurde die Berliner Direktive, die noch von der vormaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) verantwortet wurde, nur teilweise umgesetzt. So konnte der russische Botschafter Sergej Netschajew am 16. April am offiziellen Gedenken an die Schlacht um die Seelower Höhen teilnehmen. Die Schlacht eröffnete die letzte große Offensive der Roten Armee zur Befreiung Berlins; in ihr wurden mehr als 33.000 sowjetische Soldaten getötet. Teilnehmen konnte Netschajew auch an den Erinnerungsfeiern in Torgau, wo sich am 25. April 1945 sowjetische und US-amerikanische Soldaten im Verlauf der Befreiung Deutschlands erstmals die Hand reichten.[3] Allerdings politisierte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer das Gedenken, indem er Russland Kriegsschuld vorwarf – am Ukrainekrieg. Nicht teilnehmen durften Netschajew sowie sein belarussischer Amtskollege an den offiziellen Gedenkveranstaltungen in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück am 4. Mai. Die Konzentrationslager waren Ende April 1945 von der Roten Armee befreit worden. Man habe den russischen Botschafter ausdrücklich ausgeladen, teilte der Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, mit; falls er dennoch komme, „werden wir unser Hausrecht durchsetzen – in enger Abstimmung mit den Sicherheitskräften“.[4]


    Der Club der Angriffskrieger

    Auch an der Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag am heutigen Donnerstag dürfen die Botschafter Russlands und Belarus‘ nicht teilnehmen. Eingeladen sind nach Angaben aus dem Parlament aber die Botschafter aller anderen in Berlin vertretenen Staaten.[5] Dazu gehören Repräsentanten der anderen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, denen Berlin die Befreiung vom NS-Regime ebenso zu verdanken hat wie der Sowjetunion respektive ihrem Nachfolgestaat. Der Teilnahme des US-Botschafters steht die Tatsache nicht entgegen, dass die Vereinigten Staaten – unter anderem – den Irak im Jahr 2003 mit einem Angriffskrieg überzogen. Die Botschafter Frankreichs und Großbritanniens werden nicht mit Hinweis auf den Angriffskrieg ausgesperrt, den ihre Staaten im Jahr 2011 gegen Libyen führten. Auch die Tatsache, dass der Veranstalter des Gedenkens, der Deutsche Bundestag, im Jahr 1999 dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien mehrheitlich zustimmte, hat heute für das Gedenken keinerlei Folgen. Mit Blick auf eingeladene Ukrainer heißt es, man könne es ihnen nicht zumuten, gemeinsam mit Vertretern Russlands des Kriegsendes zu gedenken. Wie möglicherweise anwesende Repräsentanten des Iraks, Libyens und Serbiens es empfinden, gemeinsam mit Repräsentanten der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands die Berliner Gedenkveranstaltung zu begleiten, wurde noch nie gefragt.


    Kein Anspruch auf Respekt

    Lediglich der ehemalige Bundestagspräsident und heutige Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Norbert Lammert (CDU) lässt Kritik an der Ausgrenzung Russlands erkennen. Er sei sich „nicht sicher“, ob staatliche Vorgaben wie die erwähnte Handreichung des Auswärtigen Amts angemessen seien, äußerte Lammert im ZDF; jedenfalls könne es „keinen vernünftigen Zweifel daran geben, dass unabhängig von aktuellen Entwicklungen, so schmerzlich, so bedrückend, so brutal sie auch sein mögen, Opfer von Kriegen“ – Lammert bezog das auf die sowjetischen Opfer im Weltkrieg – „Anspruch auf Respekt haben“.[6] Das Auswärtige Amt und der Deutsche Bundestag sehen dies im Falle Russlands und Belarus‘ anders.


    „Die Brutalität der Roten Armee“

    Die Ausgrenzung Russlands und Belarus‘ vom Berliner Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs geht mit Bestrebungen einher, das Vorgehen der Sowjetunion im Krieg sowie nach der Befreiung Deutschlands von der NS-Herrschaft neu zu interpretieren. So haben in den vergangenen Tagen Leitmedien begonnen, den 8. Mai nicht mehr als Tag des Kriegsendes, sondern als Beginn des darauf folgenden Geschehens zu betrachten – dies vor allem mit Blick auf die Umsiedlung der deutschsprachigen Bevölkerungsteile Osteuropas, besonders Polens und der Tschechoslowakei. Dabei war nicht nur von einer speziellen „Brutalität der Roten Armee“ die Rede, „auch wenn sie letztlich an der Befreiung Deutschlands vom NS-Terror entscheidend mitgewirkt hat“, wie etwa der NDR noch einräumte.[7]


    „Der russisch-imperiale Komplex“

    Mit Blick auf die Umsiedlung selbst hieß es in der vergangenen Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei ihr seien „machtpolitische“ Pläne der Sowjetunion „in der langen Linie des großrussischen Imperialismus“ von großer Bedeutung gewesen. So hätten „als reine Kompensation“ für die mit der staatlichen Neuordnung Osteuropas „verloren gehenden polnischen Ostgebiete“ eigentlich „Ostpreußen oder Oberschlesien vollauf genügt“, hieß es in dem Blatt weiter. Dass noch mehr Ostgebiete des Deutschen Reichs Polen übergeben worden seien, sei „allein deshalb“ geschehen, „weil Stalin mit List und Tücke darauf hinarbeitete“.[8] „Die Vertreibung vieler Millionen Menschen in ein Rest-Deutschland“ habe dem „Kreml die Chance“ geboten, „einen überbevölkerten Krisenherd im Kern Mitteleuropas zu schaffen“, behauptet der Historiker Manfred Kittel, der an der Universität Regensburg lehrt; dabei hätten die „Ostvertriebenen“ nach den russischen Plänen „ein Ferment der Unruhe und der sozialen Dekomposition bilden“ sollen. „Der russisch-imperiale Kontext“ sei „in der konkreten diplomatischen Anbahnungs- und später auch in der praktischen Durchführungsphase der Vertreibungen zentral“ gewesen. Den „großrussischen Imperialismus“, fährt Kittel fort, habe es „bereits lange vor Hitler“ gegeben – und es gebe ihn „auch ohne Hitler bis heute“, zum Beispiel „in Form des anhaltenden Vernichtungskrieges“ gegen die Ukraine.


    „Für immer ein Feind“

    In Kittels Perspektive eines epochenübergreifenden russisch-sowjetischen „Imperialismus‘“ kann es eine Kooperation mit Russland bloß in Phasen relativer russischer Schwäche geben – so etwa in den 1990er und den 2000er Jahren, als die Bundesrepublik durch eine gewisse Zusammenarbeit mit Moskau Zugriff auf die immensen russischen Erdgasvorkommen erhielt. Sobald Russland erstarkt, wäre ein Konflikt mit ihm demnach unvermeidlich. Dazu passt, was der neue deutsche Außenminister Johann Wadephul Anfang Februar im Telefongespräch mit zwei russischen Satirikern zum Ukrainekrieg äußerte: „Wie auch immer der Krieg mit Russland endet – Russland bleibt für uns für immer ein Feind.“[9]

     

    [1] Nicolas Butylin: Geheime Handreichung: Baerbock will keine Russen bei Kriegs-Gedenken. berliner-zeitung.de 04.04.2025.

    [2] Florian Warweg: Die fragwürdige Begründung des Auswärtigen Amts für Ausladung russischer Diplomaten vom Gedenken an den 8. Mai. nachdenkseiten.de 09.04.2025.

    [3] Kretschmer erinnert russischen Botschafter an Kriegsschuld. spiegel.de 25.04.2025.

    [4] Michael Sauerbier: Brandenburg droht Putins Botschafter mit Rauswurf. bild.de 22.04.2025.

    [5], [6] Andreas Kynast: 8. Mai: Russen müssen draußen bleiben. zdf.de 03.05.2025.

    [7] Henning Strüber: Ende April 1945 dringt die Rote Armee in den Nordosten vor. ndr.de 28.04.2025.

    [8] Manfred Kittel: Der russische Imperialismus und die Vertreibung der Deutschen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 30.04.2025. Zu Kittel s. auch Vertreibung aus dem Leben.

    [9] Streich mit Johann Wadephul. rutube.ru.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9964


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Israelischer TV-Mann will "Kinder, Frauen, Mädchen" in Gaza mit Nazimethoden "ausrotten"

    freedert.online, 7 Mai 2025 20:46 Uhr,Von Susan Bonath

    Der Netanjahu-nahe israelische TV-Produzent Elad Barashi forderte öffentlich einen "Holocaust mit Gaskammern" im Gazastreifen. Im israelischen Fernsehen wird derweil heftig debattiert, ob es legitim sei, palästinensische Babys zu töten. Deutsche Politiker und Leitmedien schweigen dazu.


    Screenshot_2025_05_08_at_11_17_02_Israelischer_TV_Mann_will_Kinder_Frauen_M_dchen_in_Gaza_mit_Nazimethoden_ausrotten_RT_DEQuelle: www.globallookpress.com © Moaz Abu Taha / apaimages / IMAGO


    Palästinensische Kinder warten auf Essenszuteilung, Khan Yunis, 11. April 2025 (Screeshot)


    Das Ausmaß der Opfer im Gazastreifen lässt sich nicht mehr beziffern. Fortgesetzt tötet das israelische Militär ungestraft Zivilisten durch Bomben und Hungerblockade. Die alte Bundesregierung sah weg und lieferte Waffen, die neue unter Kanzler Friedrich Merz will Israel noch stärker dabei unterstützen. Und die deutschen Leitmedien verschließen selbst dann die Augen, wenn israelische TV-Macher öffentlich zur Massentötung aller Gaza-Bewohner aufrufen – mehr noch: zu ihrer industriellen Vernichtung mit Nazimethoden.


    Israel plant vollständige Kontrolle über den Gazastreifen





    Israel plant vollständige Kontrolle über den Gazastreifen







    TV-Produzent wirbt für "Holocaust in Gaza"

    Ja, richtig gelesen: Bereits im Februar rief der in Israel bekannte TV-Produzent des der regierenden Likud-Partei nahestehenden Fernsehsenders Channel14, Elad Barashi, öffentlich auf X dazu auf, alle vertriebenen, ausgebombten und hungernden Einwohner des Gazastreifens, die das israelische Massaker bisher überlebt haben, mit Nazimethoden industriell zu vernichten. Und keinem der vielen Nahost-Korrespondenten großer westlicher Leitmedien in Tel Aviv ist das offenbar aufgefallen.

    Sein Posting vom 27. Februar dieses Jahres hat Barashi inzwischen zwar gelöscht, aber ein Screenshot davon kursiert weiter auf der Plattform. Nachdem am 4. Mai das Investigativ-Portal Drop Site News den genozidalen Aufruf thematisiert hatte, kam offenbar ein kleiner Stein ins Rollen. Auch der linke deutsche Journalist Jakob Reimann machte darauf aufmerksam

    Am 6. Mai schließlich rechtfertigte Barashi seine Vernichtungsfantasien. Er erklärte etwas weichgespülter, er wünsche den Gaza-Bewohnern noch immer "einen Holocaust" und werde sich nicht dafür entschuldigen. So gelangte die Story schließlich doch noch in ein deutsches Medium – die taz (https://taz.de/Rechte-Medien-in-Israel/!6083367/) berichtete offenbar als einzige größere Zeitung in der Bundesrepublik darüber.

    Plädoyer fürs "Ausrotten mit Gaskammern"

    Barashis Posting sollte einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Zunächst prügelt er verbal auf alle ein, die nicht wollten, "dass Gaza vom israelischen Feuer niedergebrannt und versengt wird" und die "behaupten, es gäbe Unschuldige in Gaza." Man dürfe auch keinen einzigen Einwohner der 365 Quadratkilometer kleinen Enklave "ungehindert in arabische Länder oder nach Europa fliehen lassen." "Gaza verdient den Tod", schrieb er. Man muss das Weitere im Wortlaut lesen, um es zu begreifen:

    "Die 2,6 Millionen Terroristen in Gaza verdienen den Tod. Sie verdienen den Tod! (...) Männer, Frauen und Kinder – wir müssen sie mit allen Mitteln auslöschen – ja, lies das noch mal – HOLOCAUST! Für mich Gaskammern, Eisenbahnwaggons und andere grausame Todesarten für die Nazis. Ohne Angst, ohne Zögern einfach zerquetschen, ausrotten, abschlachten, dem Erdboden gleichmachen, zerlegen, zertrümmern, zerschmettern. Ohne Gewissen und Gnade – Kinder und Eltern, Frauen und Mädchen – sie alle verdienen einen grausamen und harten Tod."

    Der israelische TV-Mann rief nach einem "mutigen Mann der sich für einen totalen Holocaust in Gaza entscheidet." Er wolle sehen, wie "Ströme von Blut fließen, sodass verwesende Leichen aus Gaza zu Bergen aufgetürmt und verbrannt werden" – bis "an jedem Fenster in Gaza eine israelische Flagge weht."


    "Gehäckselt, püriert, zerhackstückelt": Israelisches Restaurant in Berlin verhöhnt Völkermordopfer




    Meinung

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    Fernsehdebatten über Massenmord an Kindern

    Obgleich in ihrer Deutlichkeit nicht zu überbieten, sind Barashis genozidale Aufrufe in der israelischen Öffentlichkeit beileibe kein Einzelfall. Der britische Journalist Owen Jones zeigte kürzlich – nicht zum ersten Mal – Ausschnitte aus israelischen TV-Sendungen, in denen Protagonisten ganz öffentlich zum Massenmord aufrufen. Diesmal bezog er sich auf eine Debatte auf Channel 13, einem der größten israelischen Sender, wo eine Debatte darüber stattfand, ob man ausnahmslos alle Babys, Kinder und Frauen in Gaza ausrotten solle. 

    In diesem "Streitgespräch" forderte der israelische Politiker und ehemalige Stabschef der israelischen Armee, Moshe Yaalon, den Gazastreifen "vollständig auszulöschen". Er sagte, anstatt Kindern Süßigkeiten zu geben (worauf er sich dabei bezieht, ist unklar), müsse die Armee sie ausnahmslos töten. Eine Moderatorin hielt dagegen, dass dies den Ruf Israels in der Welt schädigen würde. Yaalon antwortete, dass ungezügelte "Rache" das Gebot sei. Der Gazastreifen müsse "von Arabern gereinigt" werden. In einer ähnlichen TV-Sendung erklärte ein Gast, laut Jones ein israelischer Offizier, wörtlich:

    "Babys sind unsere Feinde, Erstklässler sind unsere Feinde, Frauen sind unsere Feinde. (...) Wir sollten sie alle töten."

    Lange Liste israelischer Verbrechen

    Diese Vernichtungsaufrufe reihen sich ein in eine lange Liste ähnlich genozidaler Absichtserklärungen hochrangiger israelischer Politiker. Bereits im Januar 2024 konstatierte der Internationale Gerichtshof (IGH), dass eine Klage von Südafrika wegen des Verdachts des Völkermordes gegen Israel gerechtfertigt sei und es Anhaltspunkte für diesen Vorwurf gebe. Explizit ging der IGH dabei auf das Aushungern der Bevölkerung ein und forderte Israel mehrfach auf, die Blockade von Hilfsgütern und die Bombardierungen ziviler Infrastruktur zu unterlassen – bisher ohne Erfolg.

    Südafrika hatte schon damals eine lange Liste von Beweisen für Vernichtungsabsichten vorgelegt, darunter neben entsprechenden Aussagen führender Staatsfunktionäre auch zahlreiche Videos, die schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zeigen und teils von israelischen Soldaten selbst stolz ins Internet gestellt wurden. Die Organisation Amnesty International vervollständigte diese Liste bis Ende vergangenen Jahres mit einem akribischen, 296-seitigen Bericht (https://www.amnesty.de/pressemitteilung/israel-gaza-genozid-voelkermord-palaestinenser-innen-amnesty-bericht /

    https://www.amnesty.de/sites/default/files/2024-12/Amnesty-Bericht-Gaza-Genozid-Voelkermord-Palaestinenser-innen-Israel-Dezember-2024.pdf) und sprach von einem Völkermord.


    Südafrika präsentiert weitere Klage gegen Israel vor Internationalem Gerichtshof in Den Haag




    Südafrika präsentiert weitere Klage gegen Israel vor Internationalem Gerichtshof in Den Haag






    Ignoranz bei deutschen Medien

    Übersehen kann man all die genozidalen Vernichtungsaufrufe nicht: Immer wieder laufen solche Debatten bei israelischen Fernsehsendern und soziale Medien quellen geradezu über von Videos, in denen israelische Soldaten schwerste Verbrechen an den Palästinensern begehen – und sich dort dafür feiern lassen. Laufend äußern sich israelische Politiker entsprechend. Und selbst Barashis Aufruf zu einem Holocaust an allen Gaza-Bewohnern wird in der angeblich "einzigen Demokratie im Nahen Osten" nicht juristisch verfolgt.

    An den deutschen Medien, die sich gerne und ausgiebig moralisch aufblasen gegen vermeintliche Antisemiten, Querdenker, Putinversteher, Rechtsextremisten und so weiter, geht all das weitgehend vorbei. Man fragt sich, was all die Nahost-Korrespondenten in Tel Aviv den ganzen Tag lang tun. Sie schweigen dazu lieber, sehen offenbar absichtlich weg – und prügeln stattdessen verbal auf Demonstranten in Deutschland ein, die sich für Frieden und gegen den Massenmord an Palästinensern einsetzen.

    Politisch verfolgte Kritiker

    Dieses Deutschland, das im Jahr 2025 einen Demonstranten wegen "Holocaustverharmlosung" verurteilt, weil er auf einer Palästina-Demonstration ein Transparent mit der Aufschrift "Haben wir aus dem Holocaust nichts gelernt?" trug, und reihenweise Kritiker wegen des Slogans "From the River to the Sea – Palestine will be free" vor den Kadi zerrt, sollte sich schämen, den Aufruf "Nie wieder Auschwitz" mit stolz geschwellter Brust vor sich herzutragen. Die Heuchelei dahinter könnte kaum klarer sichtbar sein.


    Mehr zum Thema - "Halleluja" - Bundesregierung ignoriert weiterhin israelische Kriegsverbrechen

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    Video https://rumble.com/v6t2pt1-jemen-israel-bombardiert-flughafen-von-sanaa.html Dauer 1:22 min


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://freedert.online/meinung/244350-israelischer-tv-mann-will-kinder/


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    Weiteres:




    Rechte Medien in IsraelTV-Produzent will „Holocaust“ an Palästinensern

    taz.de, vom 6.5.2025 17:58 Uhr, Von Pauline Jäckels

    Elad Barashi arbeitet für den Netanjahu-nahen israelischen Sender Channel 14. Auf X forderte er die Vernichtung der Menschen in Gaza mit Nazimethoden.


    Blick auf ein völlig zerstörtes Gaza, 6. Mai  (Bild)


    Man könnte meinen, wer in Israel öffentlich zu einem Holocaust aufruft, wäre danach sofort seinen Job los. Oder würde wenigstens unter Druck gesetzt, sich für die Aussage zu entschuldigen. Das wäre ein Irrtum, wie der bekannte israelische TV-Produzent Elad Barashi zeigt.

    In einem mittlerweile gelöschten Post auf X vom 27. Februar, der nun wieder von Nut­zer*in­nen ausgegraben wurde, schrieb Barashi über die Menschen in Gaza: „Sie verdienen den Tod! Männer, Frauen und Kinder – egal wie, wir müssen einfach einen Holocaust an ihnen ausüben.“ Durchgesetzt werden soll dieser nach Wunsch Barashis mit den Methoden Nazideutschlands: „Gaskammern. Zugwaggons und andere grausame Formen des Todes für diese Nazis.“ Kinder und Eltern, Frauen und Mädchen, sie alle verdienten nach Ansicht des TV-Produzenten einen grausamen und harten Tod.

    Israelische und palästinensische Menschenrechtsorganisationen prangern Barashis Aussagen – zurecht – als genozidal an. Die Forderungen, ihn von seiner Position als Produzent für den Netanjahu-nahen Sender Channel 14 zu entfernen, werden immer lauter. Passiert ist allerdings bisher nichts. Und nicht nur das: Statt sich für die menschenverachtenden Aussagen zu entschuldigen, machte er in einem neuen Post am Dienstag auf X deutlich, dass er weiter hinter seinen Worten steht. „Ich entschuldige mich nicht, ich wünsche den Terroristen […] immer noch dasselbe,“ schrieb er. Aber jetzt bezieht er sich nur noch auf „Terroristen“.


    Nahost-Konflikt Nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 startete das israelische Militär eine Offensive in Gaza, 2024 folgte der Vorstoß gegen die Hisbollah im Libanon. Der Konflikt um die Region Palästina begann Anfang des 20. Jahrhunderts.


    ➝ Mehr zum Thema Nahost-Konflikt


    Barashis Aussagen mögen in ihrer klaren Bezugnahme zu den Methoden der deutschen Nationalsozialisten schockieren. Wer aber den öffentlichen Diskurs in Israel verfolgt, dürfte eigentlich nicht überrascht sein, dass öffentliche Aufrufe zum Genozid gegen die Menschen in Gaza folgenlos bleiben. Barashis Holocaustfantasien reihen sich ein in zahllose Aufrufe israelischer Spitzenpolitiker seit der Hamas-Terrorattacke vom 7. Oktober.

    Die palästinensische Organisation Law for Palestine dokumentierte schon bis Januar 2024 500 Aussagen israelischer Politiker und Entscheidungsträger, in denen gefordert wird, in Gaza einen Völkermord zu begehen oder dazu angestachelt wird. Einer der ersten Einträge ist ein Statement von Benjamin Netanjahu vom 7. Oktober 2023: „Gaza ist die Stadt des Bösen, wir werden alle Orte, an denen sich die Hamas aufhält und versteckt, in Trümmer verwandeln. Ich sage den Menschen in Gaza: Raus da, sofort. Wir werden überall und mit voller Kraft handeln.“


    Info: https://taz.de/Rechte-Medien-in-Israel/!6083367/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Von der Leyen fordert, EU-Beitritt der Ukraine zu beschleunigen

    freedert.online, 7 Mai 2025 20:02 Uhr

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert, die Beitrittsgespräche der Ukraine bereits im Jahr 2025 zu starten. Sie behauptet, dies würde die Verhandlungsposition Kiews gegenüber Moskau verbessern und für mehr Investitionen in die Militärindustrie des Landes sorgen.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Andreas Stroh


    Ursula von der Leyen (Archivbild)


    Die EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine sollten bereits im Jahr 2025 beginnen, forderte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, am Mittwoch. Sie argumentierte, dass ein solcher Schritt die Verhandlungsposition Kiews gegenüber Moskau verbessern und gleichzeitig die Tür für mehr Investitionen in die Militärindustrie des Landes öffnen würde.


    Studie: EU-Beitritt der Ukraine würde Staatenverbund wirtschaftlich ruinieren





    Studie: EU-Beitritt der Ukraine würde Staatenverbund wirtschaftlich ruinieren






    Kiew hat wiederholt seinen Wunsch geäußert, der EU beizutreten. Ein "sofortiger" Beitritt der Ukraine wurde jedoch von mehreren Mitgliedstaaten konsequent abgelehnt. Ungarn hatte beispielsweise Bedenken hinsichtlich der Korruption, der Behandlung ethnischer Minderheiten und des wirtschaftlichen Wettbewerbs, insbesondere in der Landwirtschaft, geäußert.

    Andere EU-Länder, darunter die Slowakei, Frankreich und Deutschland, haben ebenfalls Vorbehalte geäußert und betont, dass Kiew die bestehenden Reformvorgaben erfüllen muss, bevor die Gespräche fortgesetzt werden.

    Auf einer Veranstaltung zum Europatag am 7. Mai sagte von der Leyen, die derzeitige Aufgabe der EU sei es, "der Ukraine zu helfen, stark zu sein und Putins Einschüchterungen zu widerstehen".

    "Heute möchte ich mich darauf konzentrieren, wie wir dies tun können, und drei Prioritäten für unser Handeln nennen. Erstens: Unterstützung der Verteidigung der Ukraine. Zweitens: Vollendung des Ausstiegs aus den russischen fossilen Brennstoffen. Und drittens: Beschleunigung des Beitritts der Ukraine zu unserer Union."

    Sie fügte hinzu, dass Brüssel "fest mit der Ukraine zusammenarbeitet, um das erste Cluster der Beitrittsgespräche zu eröffnen und alle Cluster im Jahr 2025 zu eröffnen".

    Während Russland einen NATO-Beitritt der Ukraine stets abgelehnt hat, ist Moskaus Position zum EU-Beitritt zurückhaltender. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, das Land habe das "souveräne Recht", dem Block beizutreten, vorausgesetzt, es bleibe bei der wirtschaftlichen Integration und nicht bei der militärischen Ausrichtung.


    EU erpresst Serbiens Präsident Vučić: Bei Moskau-Besuch zum 9. Mai kein Beitritt





    EU erpresst Serbiens Präsident Vučić: Bei Moskau-Besuch zum 9. Mai kein Beitritt






    Gleichzeitig haben russische Regierungsvertreter zunehmend davor gewarnt, dass die EU ihren rein zivilen Charakter verliert. Peskow beschuldigte den Block, aktiv an der Verlängerung des Ukraine-Konflikts mitzuwirken, indem er wiederholt seine Absicht bekundete, Kiew in seinem Wunsch, "den Krieg fortzusetzen", zu unterstützen. Er kritisierte Brüssel auch dafür, die Friedensbemühungen Moskaus zu untergraben, indem es Russland immer wieder als den Hauptgegner des Blocks darstellt.

    Außenminister Sergei Lawrow hatte zuvor erklärt, dass die EU "in einem Rekordtempo militarisiert" werde, und eingewendet, dass es zurzeit nur einen "sehr geringen Unterschied" zwischen der EU und der NATO gebe.


    Mehr zum Thema - "Es wird kein Geld mehr geben, das man nach Hause holt" – Orbán warnt vor EU-Beitritt der Ukraine


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    Video https://rumble.com/v6siacv-es-wird-kein-geld-mehr-geben-das-man-nach-hause-holt-orbn-warnt-vor-eu-beit.html Dauer 1:34 min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/244403-von-leyen-fordert-eu-beitritt/


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    07.05.2025

    Merz, Taurus und die Feindstaatklausel

    freedert.online, vom 14 Apr. 2025 19:15 Uhr,Von Dagmar Henn

    Gibt es eine Art europäischen Grand Prix der Kriegstreiberei, und Merz will endlich mal zwölf Punkte für Deutschland holen? Oder ist das Überkompensation, weil es keinen roten Knopf gibt? Auf jeden Fall sind die Taurus-Fantasien des kommenden Kanzlers brandgefährlich.


    © KI-generiert


    Symbolbild


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    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/s3ymhbqgp5zpsm64/Merz_Taurus_und_die_Feindstaatklausel_b42rf.mp3 Dauer 9:56 min


    Da ist der Mann noch nicht einmal Kanzler, da ruft er gleich allen in Erinnerung, wie teuer sie das zu stehen kommen könnte. Nein, nicht nur, weil die Erhöhung des Mindestlohns von ihm infrage gestellt wurde, oder die Unternehmensbesteuerung sicher, die Lohnsteuer aber nur sehr vielleicht gesenkt wird, und er lautstark verkündet, er wolle Heizöl und Erdgas so teuer machen, dass die Deutschen ihre Heizung tauschen müssen. Nein, er geht gleich in die Vollen, und bringt die Taurus wieder ins Spiel.

    Als Grund dienen ihm russische Raketen auf Sumy ‒ genau, jene Raketen, die zwischen den ukrainischen Provinzpolitikern einen Streit darüber ausgelöst haben, wer denn nun der Vollhonk war, der eine große Menge Soldaten zu einer Ordensverleihung zusammengetrommelt und das dann auch noch in der Stadt plakatiert hat.

    Das ist nicht das erste Mal, dass derartige Veranstaltungen des ukrainischen Militärs einen sehr hohen Preis fordern, weil das natürlich ein so einfaches wie lohnendes militärisches Ziel ist. Aber diesmal ist es, gerade wegen dieses im Internet weithin sichtbaren ukrainischen Hauens und Stechens, auf jeden Fall eine besondere Leistung, in den deutschen Leitmedien die Schotten dichtzuhalten und kein Tröpfchen Wahrheit hindurchsickern zu lassen...


    Medwedew antwortet Merz: Wer Krieg mit Russland haben will, kann ihn bekommen





    Medwedew antwortet Merz: Wer Krieg mit Russland haben will, kann ihn bekommen






    Merz jedenfalls ließ sich bei Caren Miosga über dieses "eindeutige Kriegsverbrechen" aus, was die selbst nicht friedselige Moderatorin dann mit einem Schnipsel Merz aus dem Bundestag ergänzte, in dem er letztes Jahr schon von Taurus-Lieferungen fantasierte, und dann legte der Kanzler in spe noch eins drauf, indem er schon mal erklärte, man solle doch "die wichtigste Landverbindung zwischen Russland und der Krim" zerstören.

    Da würden sich selbst die Taurus etwas schwer tun, die verläuft nämlich zwischen Cherson und der Krim, ist durchaus solide und etwa sechs Kilometer breit, aber, geografisch gut geübt wie Bundespräsident Steinmeier, der einst bei Mariupol eine Landbrücke zur Krim verortete, meint er eher die Brücke von Kertsch, ohne das Wort Land davor. Da sitzt ihm der gleiche Stachel im Fleisch wie den Kiewer Herrschaften, wenn auch eher, weil diese Brücke von 18 Kilometern Länge boshafterweise tatsächlich in drei Jahren gebaut wurde, was in Deutschland völlig undenkbar wäre. Ist ja auch eine Unverfrorenheit von diesen Russen, so etwas da hinzustellen, während sich die Deutschen mit Vorzeigeprojekten wie Stuttgart 21 durch die Jahrzehnte quälen müssen.

    Wirklich erstaunlich ist jedoch, dass man immer die gleichen Informationen vorbeten muss, ohne dass sie bei der Berliner Meute je ankommen. Merz scheint tatsächlich zu meinen, dass die Zustimmung der übrigen westeuropäischen Kriegstreiber zu einer Lieferung von Taurus irgendetwas zu bedeuten hätte:

    "Ich habe immer gesagt, dass ich das auch nur in Abstimmung mit den europäischen Partnern tun würde, die europäischen Partner liefern bereits Marschflugkörper, die Briten tun das, die Franzosen tun das, die Amerikaner tun es ohnehin. Das muss abgestimmt werden, und wenn es abgestimmt wird, dann sollte Deutschland sich daran beteiligen."


    Bundeswehr-Leak: Wer hat wirklich gelauscht?





    Meinung

    Bundeswehr-Leak: Wer hat wirklich gelauscht?






    Man braucht sich nicht zu wundern, dass die estnische Dorfbürgermeisterin Kaja Kallas derartige Aussagen sofort jubelnd begrüßt. Und es gibt sicher noch weitere Kandidaten, die alle kein Problem damit haben, wenn sich die Deutschen bereitwillig ins Messer stürzen. Glaubt Merz wirklich, das hätte etwas zu besagen, oder tut er nur so? Inzwischen hat ja selbst die New York Times ausführlich darüber berichtet, wie weit die Beteiligung der USA beim Einsatz US-amerikanischer Waffen geht, das kann man also inzwischen als bekannt voraussetzen, und das wäre bei der deutschen Taurus nicht anders.

    Es ist gerade mal ein Jahr her, da beherrschte das Geplauder einiger deutscher Militärs über einen Angriff auf die Krim-Brücke mithilfe der Taurus die Schlagzeilen. Merz scheint nun überzeugt, die Pläne nur aus der Schublade ziehen zu müssen.

    Nur, und das sollte Merz vielleicht vorsichtshalber vor Antritt der Kanzlerschaft noch einmal nachlernen, ist es doch ein klein wenig etwas Anderes, wenn die Briten oder die Franzosen den Ukrainern ihre Marschflugkörper programmieren, als wenn das die Deutschen tun. Stichwort Feindstaatklausel. Wiederholungen sind ja begrenzt spaßig, aber in diesem Fall lässt es sich nicht vermeiden, das alles noch einmal aufzuzählen... vielleicht hat Merz ja jemanden, der ihm das dann in seinem Privatflugzeug von hinten ins Ohr flüstert, damit er etwas weniger gefährlichen Unfug treibt.

    Also die Feindstaatklausel. Die ist immer noch Bestandteil der UN-Charta, in den Artikeln 53 und 107. Nachdem deutsche Lenkraketen nur mit deutschem Bedienpersonal treffen, wäre ein Einsatz dieser Raketen gegen russisches Gebiet, also auch gegen die von Merz erwähnte Brücke von Kertsch, eine Kriegshandlung Deutschlands gegen Russland. Weil es eben besagte Feindstaatklausel gibt, wäre eine unmittelbare russische Reaktion gegen Deutschland völlig völkerrechtskonform, ohne Einbeziehung des UN-Sicherheitsrats.

    Es nutzt da auch nichts, auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag zu verweisen, der ja die Stelle eines Friedensvertrags einnehmen sollte. Der ist ohnehin schon spätestens durch die Einrichtung des NATO-Ostseekommandos in Rostock gebrochen, von jenem Deutschland, von dessen Boden "nur Frieden ausgehen" sollte. Was, sobald Russland den Schluss zieht, diesem Zustand Taten folgen lassen zu müssen, das Verhältnis zu Deutschland auf den Stand zurückbefördert, auf dem es vor besagtem Vertrag jahrzehntelang war: dem einer Waffenruhe in einem Krieg, der nie durch einen Friedensvertrag förmlich beendet wurde. Wenn deutsche Raketen mit deutscher Mitwirkung Russland treffen, dann geht aus rechtlicher Sicht einfach der Zweite Weltkrieg weiter.


    Taurus und (k)ein Ende





    Meinung

    Taurus und (k)ein Ende







    Ein kleines Problem, das bekanntlich weder die Briten noch die Franzosen haben, weshalb es kein Jota an den deutschen Schwierigkeiten ändert, wenn sie beide es guthießen, besagte Taurus abzufeuern. Dass die Taurus womöglich sogar ohne US-Zieldaten funktionieren könnten, weil es da diese Geodaten über Russland gibt, die sich die Bundeswehr vor einigen Jahren erstellen ließ, macht das Ganze nur schlimmer.

    Allerdings ist die völkerrechtliche Altlast nicht die einzige Erschwernis. Geht Merz wirklich davon aus, die gegenwärtige US-Regierung würde es freudig begrüßen, wenn ihr eine neue Bundesregierung ihre Verhandlungen mit Russland im Wortsinne zerschießt? Was also, wenn aus Washington auf einen derartigen Angriff nicht mit Lob und Unterstützung, sondern mit Empörung reagiert wird? Da hilft auch heftigstes Anfeuern aus London oder Paris nicht wirklich (schon gar nicht das von den baltischen Zwergen).

    Nur, da gibt es noch den Drachen im Raum, der gern vor lauter Starren auf den Bären vergessen wird. Ein deutscher Angriff auf Russland? Die Rechtslage ist derart überdeutlich, dass die chinesische Reaktion weit schärfer ausfallen könnte, als man es bisher gewohnt ist. Ein klein wenig Beistand aus dem Fernen Osten für das angegriffene Russland? Wie gesagt, es hat eine völlig andere Qualität, wenn solche Angriffe durch Deutsche erfolgen, als wenn Briten und Franzosen... es ist schon geradezu peinlich, das überhaupt ausbuchstabieren zu müssen.

    Wobei man sich gut vorstellen kann, was im Kopf des Herrn Merz so herumspukt. Dass er sich vermutlich, in der Tradition einer Besessenheit von historischen Daten, die schon bei den letzten Ostlandrittern so üblich war, bereits überlegt, ob er, vom möglichen Amtsantritt am 6. Mai gerechnet, es noch hinbekommen könnte, die Taurus zum Tag des Sieges einschlagen zu lassen. Als Mitbringsel für seinen zu diesem Datum geplanten Ukraine-Besuch. Was dann allerdings in Russland gar nicht anders gelesen werden könnte denn als Identifikation mit den Angreifern, die 1945 so vernichtend geschlagen wurden, was dann eine Aktivierung der Feindstaatklausel geradezu erzwingt.

    Offenkundig ist völlige Verantwortungslosigkeit inzwischen das entscheidende Qualifikationsmerkmal für die deutsche Kanzlerschaft. Und Olaf Scholz hat mit seinem Grinsen zu Nord Stream 2 gewaltig vorgelegt, das will erst mal übertroffen werden für den Eintrag in den Geschichtsbüchern. Nachdem alle weiteren das Land ruinierenden Handlungen im Kern nur ein "Weiter so" sind, eine Fortsetzung von Übeln, die Merkel und danach die Ampel bereits geschaffen haben, ist so etwas wie ein Einsatz der Taurus eine der wenigen Möglichkeiten, wie Merz sich schnell und gründlich von seinen Vorläufern abheben kann. Vielleicht spekuliert er dabei auch auf einen weiteren Anstieg der Rheinmetall-Aktien, mit einer kleinen Wette darauf und freundlichen Grüßen an seinen alten Arbeitgeber BlackRock.


    ZDF bestätigt Echtheit des abgehörten Gesprächs von Bundeswehroffizieren





    ZDF bestätigt Echtheit des abgehörten Gesprächs von Bundeswehroffizieren






    N 52° 31'12.205340 E 13° 22' 9.2568 sind jedenfalls die Koordinaten des Bundeskanzleramts, unter denen der Herr zu finden sein könnte, wenn er aus Kiew wieder zurück ist. Man kann schließlich nur hoffen, dass Russland, sollte Merz sich nicht zurückhalten können, die Erwiderung auf die persönlich Verantwortlichen beschränkt.

    Eines jedenfalls ist klar ‒ eine Kanzlerschaft, die mit derartigen Entgleisungen zu beginnen droht, sollte so kurz wie möglich bleiben. Das, was da vor Fernsehkameras hingeplaudert wurde, hätte in vernünftigeren Jahrzehnten noch für eine dringende Einweisung genügt: wegen Selbst- und Fremdgefährdung.


    Mehr zum Thema ‒ Merz legt sich fest: Kertsch-Brücke mit Taurus zerstören und Russland ausbluten lassen


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    Video https://rumble.com/v606x28-farle-merz-kann-es-kaum-erwarten-als-kanzler-an-die-taurus-raketen-zu-komme.html Dauer 2:21 min


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://freedert.online/meinung/242423-merz-taurus-und-feindstaatklausel/


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    07.05.2025

    Er ist eine Gefahr für Deutschland: Merz will Taurus liefern

    freedert.online, 7 Mai 2025 17:58 Uhr, Von Dagmar Henn

    So, jetzt haben wir den Salat. Merz ist Kanzler und sorgt sofort für große Kopfschmerzen. Zumindest bei jenen, die den Kontakt zur Wirklichkeit, was die Frage von Krieg und Frieden angeht, noch nicht völlig verloren haben. Taurus für Kiew.


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    Friedrich Merz im Interview (Screenshot)

    Video https://rumble.com/v6t2y9t-merz-zu-taurus-lieferungen-selenskij-wei-dass-er-sich-auf-mich-verlassen-ka.html Dauer 1:00 min


    Eines muss man ihm lassen, dem Friedrich Merz – er hat keine Zeit verloren. Kaum hielt er die Ernennungsurkunde zum Bundeskanzler in den Händen, bestätigte er auch schon im ZDF seine Entschlossenheit, die größte Dummheit zu begehen, die ein deutscher Kanzler derzeit überhaupt begehen kann.

    "Bettina Schausten: Präsident Selenskij hat Ihnen auch schon gratuliert. Kann er damit rechnen, dass ein Bundeskanzler Merz ihm Taurus-Marschflugkörper liefern wird?

    Friedrich Merz: Präsident Selenskij weiß, dass er sich auf mich und die Bundesrepublik Deutschland verlassen kann."

    Er begann schon bei der Frage zustimmend zu nicken. Diese drei Sätze fielen völlig beiläufig, als ginge es darum, ob ihm der Schreibtisch im Kanzleramt gefalle, und nicht um eine Frage, die für die Zukunft des Landes eine größere Bedeutung haben kann als jede andere. Denn inzwischen kann auch Merz längst nicht mehr so tun, als wisse er nicht, wie ein Einsatz dieses deutschen Marschflugkörpers gegen Russland dort gesehen wird.


    Wahl-Eklat: Friedrich Merz als Symptom der politischen Krise





    Meinung

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    In den deutschen Medien sieht es so aus, als hätte er nichts gesagt. Die Tagesschau liefert einen Bericht der Kiewer Korrespondentin, der sich kurz mit "freu, freu" zusammenfassen lässt und keinen kritischen Ton zu dieser Entscheidung enthält. "Die Ukraine hofft jetzt auf den Marschflugkörper 'Taurus'." Und dann, in einem Kasten, eine technische Beschreibung:

    "Der Marschflugkörper vom Typ 'Taurus' ist rund fünf Meter lang und wiegt fast 1.400 Kilogramm. Er ist mit einem eigenen Triebwerk und mehreren Navigationssystemen ausgestattet, die einen autonomen Tiefflug durch gegnerisches Gebiet ermöglichen. Das bedeutet, die Marschflugkörper können im Krieg aus sicherer Entfernung von Kampfflugzeugen abgefeuert werden und Ziele in bis zu 500 Kilometern Entfernung treffen und zerstören."

    Nicht eine Sekunde des Nachdenkens. Dabei ist eines völlig klar: das, was die Taurus für Kiew so interessant macht, ist die Reichweite; im Gegensatz zu den anderen, schon vorhandenen Marschflugkörpern Scalp und Storm Shadow ist sie mit 500 Kilometern groß genug, um Moskau zu erreichen. Und da ist noch dieser andere Punkt, der in den Leitmedien nie erwähnt wird – dass es da diese Geodaten zu Russland gibt, die die Bundeswehr schon 2021 in Auftrag gab, die gewissermaßen die programmierbare Version einer topografischen Karte darstellen, durch Vektorform im Datenvolumen maximal verkleinert; Daten, die es, ohne US-amerikanische Informationen, ermöglichen, diesen Marschflugkörper auf Ziele zu programmieren, deren Standort bereits bekannt ist. Wie die Brücke von Kertsch. Oder den Roten Platz in Moskau.

    Merz macht in den nächsten Tagen eine kleine Tour zu den großen Kriegstreibern in Europa, nach Paris und London. Das ist das eine, was ein unheimliches Gefühl hinterlässt. Das andere ist, dass sie alle drei ursprünglich am 9. Mai in Kiew sein wollten, und alle drei diese Reise abgesagt haben. Hätte Merz die Frage nach der Taurus anders beantwortet, hätte man annehmen können, sie seien zur Vernunft gekommen. Dass er sie bejaht – das schafft ganz neue Sorgen.


    Wie bitte? Pistorius bezeichnet militärisches Preplanning als "theoretisches Gespräch" für jedermann




    Analyse

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    Und man muss sich an eines erinnern: Bei fast keiner der an Kiew gelieferten Waffen war es so, dass die Lieferung erst stattfand, nachdem ihr Einsatz freigegeben wurde. Die Storm Shadow und die Scalp waren bereits in der Ukraine, als die Freigabe erfolgte. Es gibt keinen Grund, diesmal von einer größere Zeitspanne auszugehen; im Gegenteil, die erforderlichen Umrüstungen, damit die Taurus mit in der Ukraine vorhandenen Flugzeugen eingesetzt werden kann, haben höchstwahrscheinlich bereits stattgefunden. Das ist auch nicht besonders kompliziert, schließlich verwendet Südkorea ebendiese Taurus mit den F-16.

    Dass in der Bundeswehr entsprechende Planungen stattfanden, ist seit dem geleakten Telefonat im vergangenen Frühjahr längst bestätigt. Man darf auch keinesfalls davon ausgehen, dass diese Planungen je unterbrochen wurden, weil Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz die Lieferung der Taurus ablehnte; nachdem die Haltung seines Parteifreunds und Verteidigungsministers Boris Pistorius an diesem Punkt anders war, aber eben Pistorius die Kontrolle darüber hatte (und hat), was in der Bundeswehr so getrieben wird, muss man davon ausgehen, dass all diese Vorarbeiten längst abgeschlossen sind.

    Wären die drei, Merz, Macron und Starmer, größenwahnsinnig genug, um dem Herrscher in Kiew seine terroristischen Fantasien verwirklichen zu helfen? Jeder für sich womöglich nicht. Aber alle miteinander? Im Takt mit dem Brüsseler Trupp mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der baltischen Göre Kaja Kallas?


    Schoigu: Vorbereitung auf direkten Konflikt mit Russland im Gange





    Schoigu: Vorbereitung auf direkten Konflikt mit Russland im Gange






    Wenn es Ansätze von Begreifen gäbe, müsste man sich diese Gedanken nicht machen. Aber im gesamten Verlauf rund um das Thema Taurus ist die Debatte in der deutschen Politik sträflich nachlässig. Da wird so getan, als hätte es eine Bedeutung, wenn man deutsche Experten auffährt, die beteuern, aus ihrer Sicht sei es keine deutsche Kriegsbeteiligung, wenn Taurus geliefert und eingesetzt würde. Nur dass selbst eine völlige Einigkeit mehr oder weniger begnadeter deutscher Experten an einer grundlegenden Tatsache nichts ändert – dass es die Bewertung durch das Ziel eines derartigen Angriffs, in diesem Falle Russland und seine Regierung, ist, die entscheidet, weil davon die Reaktion abhängt. Und wenn die russische Regierung – und in diesem Fall mit großer Sicherheit in völliger Übereinstimmung mit der russischen Bevölkerung – es als einen deutschen Angriff sieht, dann können all diese deutschen Experten am Ergebnis nichts ändern.

    Die gleiche Herangehensweise findet sich wieder in Bezug auf die Feindstaatenregelung in der UN-Charta, auf die ich bereits mehrfach hingewiesen habe. Das Argument, sie sei nie angewandt worden und sie sei ja eigentlich überlebt, ist unerheblich, und die deutsche Regierung sollte sich eher fragen, warum es in bald 35 Jahren dennoch nicht gelungen ist, sie zu streichen. Denn das, was in einem Gesetz steht, bleibt geltendes Recht; das ist im Völkerrecht nicht anders als in Deutschland auch. Wenn es dennoch nicht angewandt wird, ist das gewissermaßen ein Akt der Gnade; es sind aber durchaus Umstände denkbar, in denen diese Gnade nicht erwartet werden kann.

    Was, wenn das oben erwähnte Trio Merz, Macron und Starmer die Reisen nach Kiew abgesagt hat, weil ihnen die Umgebung an diesem Tag etwas zu gefährlich schien? Weil sie davon ausgehen, es könnte einen Grund geben, dass es dort etwas ungemütlicher wird, als ihnen lieb ist?


    Taurus und (k)ein Ende





    Meinung

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    Oder noch einmal andersherum, wäre es nicht ein Gebot der Vernunft, jeden derartigen Eindruck vermeiden zu wollen? Was, beispielsweise, liest ein Friedrich Merz daraus, wenn US-Vizepräsident J. D. Vance erklärt, das deutsche Establishment baue gerade die Berliner Mauer wieder auf? Unterstützt ihn das in der Erwartung, die Vereinigten Staaten stünden an der Seite Berlins, wenn er, Merz, eine große Provokation inszeniert? Dass sie dann auch einen russischen Verweis auf die erwähnte Klausel und eventuell auch auf den Bruch des Zwei-plus-vier-Vertrags vehement zurückweisen und sich schützend vor ihn werfen würden?

    Es ist die Leichtfertigkeit, mit der diese Zusicherung mal eben über Merzens Lippen kam, die dabei die größte Angst machen sollte. Als wäre das ganz normal, eine Alltagshandlung wie das Zähneputzen, nichts, worüber man länger nachdenken sollte. Das ist der Punkt, an dem sich zeigt, wie tief dieses Land inzwischen gesunken ist. Wie weit die Skalen verschoben sind. Da wird, um die Zeitplanung der neuen Regierung nicht zu gefährden, im Bundestag lautstark die Verantwortung beschworen, die die Abgeordneten der Zukunft des Landes gegenüber hätten, und eine Entscheidung, die Deutschland tatsächlich binnen Minuten unmittelbar in einen Krieg mit Russland stürzen kann – ja, begreift es endlich, Deutschland alleine – wird großenteils noch nicht einmal wahrgenommen oder erwähnt.

    Diesem Herrn Merz, in dessen Gedanken Cash Flow und Shareholder Value mit Sicherheit einen größeren Raum einnehmen als das Wohl seiner Mitbürger, wurde gestern eine Entscheidungsgewalt ausgehändigt, die für die meisten trotz der bisherigen Debatte zum Thema Taurus eher virtuell scheint. Aber sie ist real. Die Frage, die sich jeder vor der Wahl hätte stellen müssen, die sich vermutlich noch eine Zeit lang bei jeder Wahl stellen dürfte, lautet nämlich nicht: Finde ich das, was dieser Politiker macht, mehr oder weniger gut? Sie lautet: Würde ich diesem Menschen mein Leben anvertrauen?

    Gedenken ohne Symbole: Berlin verbietet sowjetische Fahnen zum Tag des Sieges





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    Das ist eine Frage, die in keiner der Dutzenden Umfragen, die durchgeführt werden, gestellt wird. Weil den Deutschen ein Krieg verkauft wird, als ginge es um eine neue Fernsehserie; weil dieses Ding kein Gesicht hat, keine Gestalt, keinen Klang, keinen Geruch. So gerät dann das ganze Land in eine Lage, in der eben all dies weit schneller nahe rücken kann, als den Meisten bewusst ist. Und jemand, dem man nie derartiges Vertrauen schenken wollen würde, einen roten Knopf in der Hand hält, dessen Folgen zwar nicht ganz so katastrophal sein dürften wie eine Aktivierung von Atomraketen, aber unter Umständen relativ nahe herankommt.

    Was wäre, wenn Merz dazu beitrüge, die Kiewer Drohungen wahrzumachen, und Taurus liefert, um am 9. Mai den Roten Platz anzugreifen? Würde es ihm nützen, in den Berliner Regierungsbunker zu laufen, weil selbst eine Oreschnik noch eine Viertelstunde braucht, von Russland bis Berlin? Oder weiß er, dass dieser Bunker gar nicht tief genug liegen kann? Womöglich achtet er ja darauf, an diesem Tag gar nicht in Berlin zu sein.

    Sicher, das wäre der größte denkbare Unfug. Nein, eigentlich das größte denkbare Verbrechen, das Friedrich Merz mit seiner neuen Macht begehen könnte. Vielleicht macht er es ja einer Nummer kleiner, und der ukrainische Terrorismus, den er mit der Taurus füttert, beschränkt sich auf die Krim-Brücke oder eine Feier in einer anderen Stadt. Vielleicht freut er sich darauf, als auf den Höhepunkt seines politischen Lebens, die Exekutivgewalt des Kanzlers gleich bis zur Neige auszuschöpfen. Ja, vielleicht ist er sogar vernünftig und es passiert gar nichts.

    Aber niemand, der auch nur einen Ansatz von Verantwortungsgefühl hat, würde so etwas so beiläufig aussprechen, wie Merz das in dieser kurzen Szene getan hat. Das lässt nichts Gutes erwarten.


    Mehr zum ThemaMerz, Taurus und die Feindstaatklausel


    Screenshot_2025_05_08_at_08_10_05_Er_ist_eine_Gefahr_f_r_Deutschland_Merz_will_Taurus_liefern_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6s7udf-sacharowa-taurus-einsatz-bedeutet-deutsche-kriegsbeteiligung.html Dauer 0:50 min


    Hier Screenshots daraus

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - 80 Jahre Ende des 2. Weltkrieges (I von II)

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 7. Mai. 2025, 18:44 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,


    beiliegend sende ich einige Artikel zu den Kriegen

    in der Ukraine und in Westasien - auch heute wieder

    mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen

    übereinstimme, die Artikel aber für relevant halte.



    1. t-online: "Wissen nicht, was Russland tun wird“


       Selenskyj warnt vor Besuch von Putins Parade – Moskau reagiert



    2. Länderanalysen: Der Umgang mit Kriegsverbrechen und Kollaboration in der Ukraine:


       Historisches Erbe und aktuelle Herausforderungen



    3. RND: Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa – und das heutige Unbehagen


    4. RND: Bundestag schließt Russland von Weltkriegs-Gedenken aus



    5. n tv: Auch Vertreibung der Einwohner


       Israelischer Minister nennt "totale Zerstörung Gazas" als Ziel


    6. Berl. Z: Israels Finanzminister:


       Gazastreifen wird vollständig zerstört – Palästinenser wandern in Drittländer ab


    7. taz: Hunger in Gaza


        In Gaza gehen die letzten Lebensmittelvorräte aus


    8. Medico International: medico-Partner:innen leisten unter unmöglichen Bedingungen Nothilfe



    9. Die Zeit: Nahostkonflikt: Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an


    10. Bundestag: Antwort der Bundesregierung - Deutsche Kriegswaffenexporte nach Israel



    11. Aufschrei: Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson - Rüstungsexporte nach Israel stoppen!


          Die Stärke des Rechts muss uneingeschränkt gelten!


    12. Berl. Z.: Abschiebung von EU-Bürgern wegen Pro-Palästina-Protesten? Berliner Gericht hält dagegen


    13. IPPNW: Faschismus, Rechtsextremismus und Militarismus sind untrennbar verbunden


          Tag der Befreiung



    ———



    1. t-online: "Wissen nicht, was Russland tun wird“


       Selenskyj warnt vor Besuch von Putins Parade – Moskau reagiert



    https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100704402/russland-selenskyj-warnt-staatschefs-vor-besuch-von-putins-militaerparade.html


    "Wissen nicht, was Russland tun wird“


    Selenskyj warnt vor Besuch von Putins Parade – Moskau reagiert



    Von afp


    Aktualisiert am 03.05.2025


    Am 9. Mai will Russland eine große Feier zum "Tag des Sieges"

    abhalten. Im Vorfeld spricht der ukrainische Präsident eine kryptische

    Warnung aus. Der Kreml reagiert prompt.


    Wolodymyr Selenskyj hat Staats- und Regierungschefs davor gewarnt, an

    der Siegesparade in Moskau zum 80. Jahrestag der deutschen

    Kapitulation im Zweiten Weltkrieg teilzunehmen. "Wir wissen nicht, was

    Russland an diesem Tag tun wird.


    Es könnte verschiedene Maßnahmen ergreifen, wie Brände, Explosionen,

    und uns dann die Schuld zuzuschieben", sagte der ukrainische Präsident

    in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit Journalisten unter

    anderem der Nachrichtenagentur AFP.


    Kiew könne daher nicht für die Sicherheit der Besucher der

    Veranstaltung in der russischen Hauptstadt garantieren, sagte

    Selenskyj weiter. Das Gespräch mit ihm fand am Freitag statt, der

    Inhalt konnte aber erst am Samstag verbreitet werden.


    Moskau reagierte prompt auf Selenskyjs Warnungen. Der Vize-Vorsitzende

    des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, drohte der Ukraine

    für den Fall eines Angriffs auf Moskau während der Feiern zum Sieg im

    Zweiten Weltkrieg.


    Niemand könne dann garantieren, dass die ukrainische Hauptstadt Kiew

    den 10. Mai erleben werde, teilte der Ex-Präsident und ehemalige

    Ministerpräsident am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.


    Internationale Gäste in Moskau erwartet


    An den Feierlichkeiten in Moskau sollen internationale Gäste wie der

    chinesische Präsident Xi Jinping und sein brasilianischer Amtskollege

    Luiz Inácio Lula da Silva sowie die Staatschefs unter anderem von

    Kasachstan, Belarus, Kuba und Venezuela teilnehmen.


    Zu den Aussichten auf eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und

    Russland sagte Selenskyj, er wolle keine "Spielchen" mit den kurzen

    Waffenruhen spielen, die der russische Präsident Wladimir Putin

    vorgeschlagen habe. Putin hatte für die Zeit rund um das

    Weltkriegsgedenken eine Waffenruhe zwischen 8. und 10. Mai

    angekündigt. (…)


    ——


    2. Länderanalysen: Der Umgang mit Kriegsverbrechen und Kollaboration in der Ukraine:


       Historisches Erbe und aktuelle Herausforderungen



    https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/314/kriegsverbrechen-und-kollaboration-in-der-geschichte-der-ukraine-historisches-erbe-aktuelle-herausforderungen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Ukraine-Analysen+314&newsletter=Ukraine-Analysen+314



    Analyse

    Der Umgang mit Kriegsverbrechen und Kollaboration in der Ukraine:


    Historisches Erbe und aktuelle Herausforderungen



    Von Tanja Penter (Universität Heidelberg)


    (…)


    Einleitung


    Am 8. Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa

    zum 80. Mal. Zugleich erschüttert seit drei Jahren ein neuer Krieg

    Europa: Russlands brutaler Angriff auf die Ukraine, in dem die

    ukrainische Zivilbevölkerung erneut großes Leid erfährt.


    Im Zweiten Weltkrieg stand die gesamte Ukraine unter brutaler

    deutscher Besatzung, geprägt von Ausbeutung, Terror und systematischer

    Gewalt. 1,5 Millionen Jüd:innen wurden in der Ukraine ermordet, ebenso

    Zehntausende Romnja und Roma sowie kranke und behinderte Menschen.


    2,2 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer wurden zur Zwangsarbeit nach

    Deutschland verschleppt. Mehr als 600 ukrainische Ortschaften wurden

    unter deutscher Besatzung vollständig zerstört, viele samt ihrer

    Einwohnerinnen und Einwohner ausgelöscht.


    Ungefähr 8 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer wurden für die

    sowjetische Armee mobilisiert und stellten ein Viertel der

    sowjetischen Streitkräfte – eine Tatsache, die in der postsowjetischen

    ukrainischen Erinnerungskultur an den Krieg zunehmend in Vergessenheit gerät.


    Die Bevölkerungsverluste der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs

    werden insgesamt auf 8–10 Millionen Menschen (Zivilist:innen und

    Militärangehörige) geschätzt. Diese Millionen ukrainischer Kriegsopfer

    stehen bis heute im Schatten der Geschichte und werden in der

    deutschen Erinnerungskultur immer noch zu wenig gewürdigt.


    Lange galt in Teilen von Politik und Öffentlichkeit fälschlich, die

    Kriegsopfer der Sowjetunion seien vor allem Russen gewesen – und

    Deutschlands historische Verantwortung bestehe daher primär gegenüber

    Russland. Putin instrumentalisiert die Erinnerung an den »Großen

    Vaterländischen Krieg«, um den Angriff auf die Ukraine zu

    rechtfertigen und innenpolitisch Rückhalt zu gewinnen.


    Der Sieg im Zweiten Weltkrieg wird so ideologisch für den heutigen

    Krieg missbraucht, wie die Deutsch-Ukrainische Historische Kommission

    in ihrem Appell an den Deutschen Bundestag anlässlich des 80.

    Jahrestags des Kriegsendes anmerkt.[1]


    Das Füllen dieser Erinnerungslücken an die oft übersehenen Orte

    deutscher Massenverbrechen im Osten stellt eine dringende Aufgabe dar.

    In einem gemeinsamen Projekt der Universität Heidelberg mit der

    Internet-Plattform DEKODER wird am Beispiel von zehn Kriegsbiographien

    Angehöriger verschiedener Opfergruppen das Leid der Zivilbevölkerung

    im deutschen Vernichtungskrieg erzählt.[2]



    (…)


    Nach sowjetischen Angaben waren etwa 32.000 Sowjetfunktionär:innen und

    über sieben Millionen Sowjetbürger:innen an der Sammlung von Beweisen

    zur Aufklärung der deutschen Verbrechen beteiligt. Insgesamt trug die

    ASK über 300.000 Aussagen von Zeug:innen und Befragungsprotokolle

    sowie etwa vier Millionen Dokumente über von den Deutschen verursachte

    Schäden zusammen.


    Eindrücklich beschrieb der Schriftsteller Nikolaj Atarov diesen

    Prozess in den gerade befreiten Gebieten:


    »In diesen Tagen inmitten des Alltagsgeschehens – beim Graben durch

    die Asche riesiger Brandruinen, auf der Suche nach einem Platz für die

    Nacht oder nach einem vorbeifahrenden Wagen – überall wurden die

    Menschen von dem spontanen Bedürfnis erfasst zu schreiben, zu

    bezeugen. Stapel für Stapel von Zeugenaussagen gingen bei den

    politischen Abteilungen der Regimenter und Divisionen ein. Sie waren

    auf Fetzen von Gestapo-Formularen, auf der Rückseite von idiotischen

    Goebbels-Postern oder, am häufigsten, in Schulheften niedergeschrieben

    worden.«[5]


    Die regionalen »Hilfskommissionen« der ASK bestanden meist aus Partei-

    und NKWD-Funktionär:innen, angeführt von einer Trojka aus den

    Vorsitzenden von Partei, Sowjets und NKWD (NKWD war die Geheimpolizei).


    (…)


    Die Staatskommission gehörte auch zu den ersten Institutionen, die

    aktiv zur Formung stalinistischer Kriegsmythen beitrugen. Ihre

    Mitteilungen legten früh die Linien der »offiziellen Version« fest:

    das Verschweigen der tatsächlichen Opferzahlen, das Ausblenden der

    jüdischen Erinnerung an den Holocaust, die Tabuisierung der

    Zerstörungen und Verbrechen durch die Rote Armee und das Schweigen

    über sowjetische Kollaboration.


    Als Stalin im März 1946 in der Prawda sieben Millionen Kriegstote

    verkündete, verschwand der ASK-Abschlussbericht, der diese Zahl als

    deutlich zu niedrig entlarvt hätte, im Archiv unter Verschluss.[6]


    Ein bekanntes Beispiel sowjetischer Geschichtsfälschung ist der

    Bericht der sog. Burdenko-Kommission zu Katyn, der das vom NKWD 1940

    verübte Massaker an tausenden polnischen Offizieren fälschlich den

    Deutschen zuschrieb.


    Die Sowjetunion führte diese Darstellung sogar bei den Nürnberger

    Prozessen an und hielt sie bis 1990 aufrecht. Erst kurz vor dem Ende

    der UdSSR räumte Michail Gorbatschow die Verantwortung der

    sowjetischen Führung für das Verbrechen ein.[7]


    Die Arbeit der Kommission hinterließ in der Ukraine ein ambivalentes

    Erbe: Mit breiter Beteiligung der Bevölkerung wurden umfangreiche

    Daten, Beweise und Aussagen von Zeug:innen zu Besatzungsverbrechen in

    lokalen Kontexten gesammelt – meist als ungefiltertes Rohmaterial, das

    trotz aller Probleme bis heute eine wertvolle Quelle darstellt.


    Die Perspektiven und Anliegen der Opfer fanden dabei zumeist wenig

    Berücksichtigung. In der Folge wurden einige deutsche Täter und

    deutlich mehr einheimische Kollaborateur:innen angeklagt.


    Die Sowjetunion verurteilte mindestens 26.000 Deutsche, meist

    Kriegsgefangene, für Kriegs- und Besatzungsverbrechen, davon 1.167 zum

    Tode. In den übrigen Fällen wurden häufig 25 Jahre Lagerhaft verhängt,

    die von den Verurteilten infolge der frühzeitigen Repatriierungen nach

    Stalins Tod 1953 jedoch in der Regel nicht vollständig verbüßt wurden.


    Die Verfahren fanden überwiegend in nicht-öffentlichen

    Schnellprozessen ohne Verteidigung und Staatsanwaltschaft statt; nur

    wenige wurden als öffentliche Schauprozesse inszeniert.[8]


    Mit unerbittlicher Härte ging die Sowjetunion gegen ihre eigenen

    Bürger:innen vor, die im Verdacht standen, mit dem Feind kollaboriert

    zu haben: Allein in der Sowjetukraine wurden zwischen 1943 und 1953

    mindestens 93.590 Menschen als »Vaterlandsverräter« verhaftet – nahezu

    so viele wie in ganz Europa Deutsche und Österreicher:innen wegen

    Kriegsverbrechen verurteilt wurden.[9]


    Insgesamt nahm der NKWD bis 1953 über 320.000 Sowjetbürger:innen wegen

    mutmaßlicher Kollaboration fest. In dieser Zahl sind Millionen

    sowjetischer Militärangehöriger, die zwischen 1941 und 1945 als

    »Vaterlandsverräter« von sowjetischen Militärtribunalen – zumeist nur

    weil sie kurze Zeit gefangen genommen oder eingekesselt waren –

    verurteilt wurden, noch nicht enthalten.[10]


    Die besonders blutige Abrechnung mit Kollaborateur:innen war jedoch

    keine Besonderheit in der Sowjetunion, sondern zeigte sich nach

    Kriegsende auch in anderen von den Deutschen besetzten europäischen

    Ländern.[11]


    Die Strafverfolgung war in Teilen politisch gelenkt, besonders in der

    Westukraine, wo sie der Sowjetisierung und Zerschlagung der

    Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) diente. Die Angehörigen

    der OUN, die im Krieg zeitweise mit den Nazis kollaboriert und sich an

    Verbrechen gegen Jüd:innen und Pol:innen beteiligt hatten, kämpften im

    Untergrund weiter für einen unabhängigen ukrainischen Nationalstaat.


    In der Westukraine kam es – gemessen an der Bevölkerungszahl – zu

    deutlich mehr Verhaftungen als in anderen Landesteilen, vor allem

    unter Personen mit Verbindungen zur OUN und ihrem militärischen Arm,

    der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA).[12]


    Neben einigen schwer belasteten Kollaborateur:innen (z. B. Angehörige

    der Polizei) hatten auch angeklagte Sowjetbürger:innen, die gar nicht

    oder nur sehr entfernt an Verbrechen beteiligt gewesen waren, von der

    sowjetischen Justiz harte Strafen (15 bis 25 Jahre Zwangsarbeit oder

    sogar die Todesstrafe) zu erwarten.


    Viele eigentliche deutsche Täter:innen kamen in der Bundesrepublik

    hingegen mit geringen Haftstrafen oder sogar mit Freispruch davon;

    nicht wenige blieben in der Bundesrepublik für ihre grausamen

    Verbrechen ungestraft, wodurch den Opfern ein wiederholtes Unrecht

    widerfuhr.


    Die mangelhafte juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen im Osten

    ist ein düsteres Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte und trägt

    bis heute zu den Leerstellen in der deutschen Erinnerungskultur bei.


    (…)


    Lehren für die Aufarbeitung der Verbrechen des russischen Angriffskriegs


    Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022

    steht die Ukraine erneut vor der Herausforderung, russische

    Kriegsverbrechen – etwa in Butscha – juristisch aufzuarbeiten und den

    Umgang mit Bürger:innen zu klären, die unter Besatzung lebten und mit

    den russischen Besatzungsbehörden kooperierten.


    Schon seit 2014 spielen Menschenrechtsorganisationen und

    zivilgesellschaftliche Gruppen in der Ukraine dabei eine zentrale

    Rolle, indem sie systematisch Menschenrechtsverletzungen und

    Kriegsverbrechen dokumentieren und Berichte beim Internationalen

    Strafgerichtshof einreichen. (…)


    Bereits im März 2022 verabschiedete die ukrainische Regierung zudem

    ein Gesetz zur strafrechtlichen Verfolgung von Kollaboration, das sich

    vor allem gegen Personen richtet, die in zeitweise russisch besetzten

    Gebieten mit der Besatzungsmacht zusammenarbeiteten.


    Das Gesetz, das unter großem Zeitdruck verabschiedet wurde, diente der

    Prävention von Straftaten dieser Art und erfüllte ein Bedürfnis von

    Politik und Gesellschaft nach schneller und möglichst strenger

    Verfolgung.[16] Seitdem wurden laut SBU-Angaben über 9.000 Verfahren

    wegen Kollaboration[17] eingeleitet.


    Diese Praxis sorgt bei vielen, die unter Besatzung lebten, für Ängste.

    Die öffentliche Kommunikation in der Ukraine schürt teilweise eine

    »Sprache des Hasses« wenn es um Menschen geht, die verdächtigt werden,

    mit Russland zusammenzuarbeiten. Personen, gegen die die Behörden

    ermitteln, werden manchmal auf Telegram-Kanälen bereits vor ihrer

    rechtskräftigen Verurteilung öffentlich an den Pranger gestellt[18].


    Das verletzt das Prinzip der grundsätzlichen Unschuldsvermutung und

    befördert in der Gesellschaft ein Klima der Feindseligkeit.


    Menschenrechtsorganisationen, internationale Justizexpert:innen und

    einige ukrainische Politiker:innen kritisieren das Gesetz als zu hart

    und undifferenziert. Unter anderem rief Danielle Bell, Leiterin der

    UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine, die ukrainische

    Regierung dazu auf, ihre Haltung zur Kollaboration zu überdenken und

    das Gesetz internationalen Standards anzupassen.


    Die Mission warnte[19] vor langfristigen negativen Folgen für

    Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt, vor

    Stigmatisierung der Bevölkerung unter russischer Besatzung und

    möglicher Schwächung der internationalen Position der Ukraine.


    Das Gesetz unterscheidet kaum zwischen schweren und geringfügigen

    Vergehen und lässt wenig Raum für die Berücksichtigung der oft

    extremen Lebensbedingungen der Menschen unter der Besatzung. Wer etwa

    einen russischen Pass annimmt – oft unter Zwang, angesichts der

    Verweigerung von medizinischer Versorgung oder Renten – gerät schnell

    unter Verdacht.[20]


    Selbst kleinere Handlungen können mit Berufsverboten oder langen

    Haftstrafen geahndet werden, Meinungsäußerungen in sozialen Medien

    reichen manchmal bereits aus.


    Fazit


    Die Ukraine kann bei der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und dem

    Umgang mit Kollaboration aus ihren historischen Erfahrungen mit der

    Aufarbeitung deutscher Besatzungsverbrechen lernen. Anders als die

    sowjetische Nachkriegsjustiz könnte sie bei der Verfolgung von

    Kriegsverbrechen heute stärker auf die Perspektiven und Anliegen der

    Opfer eingehen.


    Im Umgang mit Kollaboration bietet sich die Chance, alte Fehler zu

    vermeiden, das Vertrauen in den Staat zu stärken und gesellschaftliche

    Gräben zu überbrücken. Die Strafverfolgung könnte auf Handlungen mit

    tatsächlichen, schweren Folgen für Staat und Gesellschaft beschränkt

    bleiben.


    Der Gesetzgeber könnte klarer zwischen überlebensnotwendigem Verhalten

    und schwerwiegenden sicherheitsgefährdenden Taten unterscheiden – so

    dass Menschen nicht für das bloße Leben und Arbeiten unter Besatzung

    bestraft werden.


    Nach Kriegsende hätte die Ukraine – anders als 1945 – die Möglichkeit,

    eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den traumatischen

    Kriegserfahrungen verschiedener Bevölkerungsgruppen und der

    Problematik der Kollaboration zu fördern, etwa durch das Instrument

    einer Wahrheits- und Versöhnungskommission.


    Insbesondere die Reintegration der vom Krieg seit 2014 gezeichneten

    und erschütterten Menschen aus dem Donbas könnte die Ukraine dann vor

    große Herausforderungen stellen.[21]


    Fußnoten siehe:


    https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/314/kriegsverbrechen-und-kollaboration-in-der-geschichte-der-ukraine-historisches-erbe-aktuelle-herausforderungen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Ukraine-Analysen+314&newsletter=Ukraine-Analysen+314


    --


    Prof. Dr. Tanja Penter lehrt Osteuropäische Geschichte an der

    Universität Heidelberg und ist Sprecherin des DFGGraduiertenkollegs

    2840 »Ambivalent Enmity«. Zudem ist sie Mitglied der

    Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission und forscht zu den

    zivilen Opfern deutscher Besatzungsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in

    der Ukraine sowie deren juristischer Aufarbeitung.


    ——



    siehe dazu auch:



    https://www.duhk.org/aktuelles/appell-kommission-an-bundestag


    Appell der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission an den Deutschen Bundestag


    10. February 2025

    Appell der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission an den Deutschen Bundestag


    (…)



    ——



    3. RND: Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa – und das heutige Unbehagen


    https://www.rnd.de/politik/die-letzte-grosse-schlacht-des-zweiten-weltkriegs-in-europa-und-das-heutige-unbehagen-Q3EXJVHN5VB43J4V5UTCGKF2X4.html


    „Der Krieg ist noch hier“

    Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa – und das heutige Unbehagen



    An den Seelower Höhen und im Oderbruch tobte die letzte große Schlacht

    des Zweiten Weltkriegs in Europa. Die Politiker der Region pflegen

    traditionell ein gutes Verhältnis zu russischen Stellen. Dieses Jahr

    könnte das zum Problem werden.



    Eine Reportage aus Seelow von Jan Sternberg


    16.04.2025, 04:00 Uhr


    (…)


    Die Gebeine von 7000 Sowjetsoldaten liegen hier. 66 von ihnen haben

    gleich nach Kriegsende eigene Grabsteine bekommen, mit Geburts- und

    Todesdaten. Die meisten von ihnen starben mit Anfang 20, um einen

    Krieg zu beenden, den Adolf Hitler und die Deutschen begonnen hatten.


    (…)


    Wie kann man in diesen Tagen an das Kriegsende 1945 erinnern, an

    diesem Ort, wo der von Deutschland in den Osten getragene Krieg mit

    seiner ganzen zerstörerischen Wut zurückkam? Indem man die

    Vergangenheit nicht mit der Gegenwart vermengt, sagt McNally: „Die,

    die hier gefallen sind, wussten nicht, was noch kommt. Wir müssen

    ihrer mit Respekt gedenken, nicht mit dem Blick von heute.“ (…)


    Die Schlacht um Berlin war die letzte und zugleich die blutigste des

    Zweiten Weltkriegs. 2,5 Millionen Sowjetsoldaten, 6250 Panzer, 41.000

    Geschütze und 7500 Kampfflugzeuge griffen auf einer Linie von 300

    Kilometern Breite an.


    Im Süden an der Neiße stand Marschall Iwan Konews 1. Ukrainische

    Front, in der Mitte, auf dem kürzesten Weg nach Berlin, Marschall

    Georgi Shukows 1. Weißrussische Front, weiter nördlich Marschall

    Konstantin Rokossowskis 2. Weißrussische Front.


    Shukow bot an den Seelower Höhen eine knappe Million Sowjetsoldaten

    auf, denen 130.000 Deutsche gegenüberstanden. (…) Shukow opferte

    allein zwischen dem 16. und 19. April 1945 rund 33.000 Männer, um den

    deutschen Widerstand auf den Seelower Höhen zu brechen und als Erster

    nach Berlin vorzustoßen. Die Opferzahlen in den letzten Kriegswochen

    insgesamt gehen in die Hunderttausende. (…)


    „Der Krieg ist noch hier“, sagt Nitz. „In unseren Äckern liegen die

    Toten der Schlacht um die Seelower Höhen. Wir leben tagtäglich damit,

    und wir tragen die Verantwortung.“ Auch er selbst, mit seinen 36

    Jahren? Natürlich, meint der Bürgermeister. „Ich nehme diese

    Verantwortung an. Denn ich kenne die Mentalität hier.“ (…) „In unserer

    Region war es die Sowjetunion, die uns vom Hitlerfaschismus befreit

    hat. Das vergessen wir hier nicht.“


    Doch schon mit diesem Satz stellt sich Nitz gegen das offizielle

    Gedenken, wie es sich das Auswärtige Amt in Berlin für dieses Jahr

    vorstellt. Das Ministerium von Annalena Baerbock (Grüne) hat eine

    Handreichung herausgegeben, die das Brandenburger Innenministerium

    auch an Nitz und den Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Gernot

    Schmidt (SPD), verteilt hat. Die „Berliner Zeitung“ zitiert aus dem

    Dokument:


    „Im Inland grundsätzlich keine Teilnahme offizieller Stellen an

    Veranstaltungen auf Einladung von Russland/Belarus und keine Einladung

    an russische und belarussische Vertreter zu Gedenken von Bund, Ländern

    und Kommunen.“ Und weiter: „Sollten Vertreter von Russland oder

    Belarus bei Veranstaltungen im Inland unangekündigt erscheinen, können

    Einrichtungen in eigenem Ermessen und mit Augenmaß von ihrem Hausrecht

    Gebrauch machen.“


    (…)


    Vom „Hausrecht Gebrauch machen“ hieße im Falle Seelows, dem russischen

    Botschafter den Zugang zu einer Anlage zu verwehren, auf der 7000

    sowjetische Soldaten bestattet sind. Für Bürgermeister und Landrat ist

    das unvorstellbar. „Wir wollen über den Gräbern der Toten des Zweiten

    Weltkriegs keine Tagespolitik betreiben“, sagt Landrat Schmidt dem

    RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und klingt damit ein Stück wie

    der Seelow-Besucher McNally zuvor am Denkmal.


    (…)


    „Wir haben die russische Botschaft nicht offiziell zu unserer

    Gedenkveranstaltung eingeladen. Wir haben eine Pressemitteilung

    versendet. Und wenn Botschafter Netschajew kommt, dann werden wir ihn

    auch begrüßen, wie es sich gehört.“


    Denn eines habe er als Seelower gelernt: „Die Geschichte ändern wir

    nicht“, sagt Nitz. „Die russische Seite hat das Recht, die Anlage zu

    betreten, schließlich ist es ihr Soldatenfriedhof. Und wir gedenken

    auch der deutschen Opfer auf dem Soldatenfriedhof auf unserem

    städtischen Friedhof.“


    Vor drei Jahren wurde Seelow bundesweit bekannt, wenn auch nicht

    schmeichelhaft – wegen eines Briefes an Putin. Im Februar 2022, nur

    Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, schrieb Landrat

    Schmidt an den russischen Präsidenten und lud ihn nach Seelow ein.

    Unterzeichnet war das Schreiben auch von Nitz‘ Vorgänger als

    Bürgermeister sowie den Vorsitzenden von Kreistag und

    Stadtverordneten. Sie baten um ein „friedliches und freundschaftliches

    Miteinander“ und kritisierten das „Vorrücken der Nato nach Osten“.


    Landrat schrieb einen Brief an Putin, ist aber nicht einseitig


    „Unkritisch“ war noch eins der milderen Urteile über den Versuch der

    Brandenburger, Weltpolitik zu machen, als der Truppenaufmarsch der

    russischen Armee an der Grenze zur Ukraine bereits in vollem Gange

    war. Schmidt verteidigt den Brief noch heute:


    „Unsere Einladung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin war

    damals der Versuch, der absehbaren Eskalation des Konflikts etwas

    entgegenzusetzen. Das war ehrenwert“, sagt Schmidt dem RND. „Aber

    danach ist das Schlimmste eingetreten: Wir haben Krieg in Europa. Der

    80. Jahrestag ist daher stärker als je zuvor von Ängsten begleitet.“


    Schmidt ist kein einseitiger Putinversteher. Die Annäherung von Trump

    und Putin auf dem Rücken der Ukraine und der Europäer löst bei ihm

    neue Sorgen aus. Er warnt jetzt vor „einem Separatfrieden, der den

    Keim eines neuen Krieges in sich trägt“.


    Seine Sicht auf die Kriege – den vor 80 Jahren und den heutigen – ist

    differenziert. Und auch seine Sicht ist vor allem anderen von dem

    Nachwirken der Hölle aus den letzten Kriegstagen geprägt. „Die

    Menschen wohnen im Kampfgebiet“, sagt er über seinen Landkreis. „Der

    Osten Brandenburgs hat unter dem Zweiten Weltkrieg besonders gelitten.

    Krieg und Nachkriegszeit prägen die Orte und Menschen in der Region

    bis heute.“


    Schmidts Sorge ist, dass rechtsextreme Kräfte und die AfD dieses

    „letzte grausame Kapitel des Zweiten Weltkriegs in Europa“, wie er es

    nennt, aus dem Zusammenhang reißen. Dass es nicht mehr darum geht, was

    vorher war. „Dieses Kapitel hat eine Vorgeschichte“, sagt Schmidt,

    „den Vernichtungskrieg der Deutschen und deren Verbrechen im Osten.

    Man muss sich gegen jede Tendenz wehren, das voneinander zu trennen.“



    -----


    4. RND: Bundestag schließt Russland von Weltkriegs-Gedenken aus


    https://www.rnd.de/politik/bundestag-schliesst-russland-von-weltkriegs-gedenken-aus-SNEP7IK5HRPGLMQVUTL4X7NEPE.html



    Er ist unerwünscht

    Bundestag schließt Russland von Weltkriegs-Gedenken aus


    Die Teilnahme des russischen Botschafters am Weltkriegs-Gedenken auf den


    Seelower Höhen hat für Aufsehen gesorgt.


    Bei der zentralen Gedenkfeier zum Kriegsende im Bundestag ist er unerwünscht.


    17.04.2025, 03:13 Uhr


    Berlin. Der Bundestag schließt die Botschafter von Russland und

    Belarus von der zentralen Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Endes des

    Zweiten Weltkriegs am 8. Mai aus. Dabei beruft sich die

    Parlamentsverwaltung auf eine Empfehlung des Auswärtigen Amts, in der

    von einer Einladung von Vertretern dieser beiden Länder zu solchen

    Gedenkveranstaltungen abgeraten wird.


    Zwar sei das Diplomatische Corps, dem alle in Berlin akkreditierten

    Botschafter angehören, eingeladen worden, teilte die Pressestelle des

    Bundestags der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Man habe

    dabei aber wie üblich „die Einschätzung der Bundesregierung zur

    Einladung von Repräsentanten“ berücksichtigt. „Diese Einschätzung

    führte dazu, dass u.a. die Botschafter der Russischen Föderation und

    von Belarus nicht eingeladen wurden.“


    Auswärtiges Amt befürchtet Instrumentalisierung des Gedenkens


    Das Auswärtige Amt hatte zuvor in einer Handreichung an Länder,

    Kommunen und Gedenkstätten des Bundes davon abgeraten, die Teilnahme

    von Vertretern von Russland und Belarus bei Gedenkveranstaltungen zum

    Ende des Zweiten Weltkriegs zuzulassen. Begründet wurde das mit der

    Befürchtung, dass Russland diese Veranstaltungen „instrumentalisieren

    und mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine missbräuchlich in

    Verbindung bringen“ könnte.


    Russischer Botschafter bei Gedenken auf Seelower Höhen


    Der russische Botschafter Sergej Netschajew hatte am Mittwoch an einer

    Gedenkveranstaltung auf den Seelower Höhen östlich von Berlin

    teilgenommen. Dort fielen bei der größten Schlacht des Zweiten

    Weltkriegs auf deutschem Boden rund 33.000 Soldaten der Roten Armee

    sowie 16.000 deutsche und 2000 polnische Soldaten. Netschajew wurde

    zwar nicht aktiv von den Veranstaltern eingeladen, aber auch nicht an

    der Teilnahme gehindert, sondern freundlich begrüßt.


    Ukrainischer Botschafter sieht „Verhöhnung“ von Kriegsopfern“


    Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev kritisierte dieses

    Vorgehen scharf und stieß sich vor allem daran, dass Netschajew dabei

    das Sankt-Georgs-Band trug, ein russisches Militärabzeichen. Dies sei

    „eine klare Verhöhnung der Opfer – der Opfer von vor 80 Jahren und der

    Opfer von heute“, sagte er der dpa.


    Der Botschafter verwies darauf, dass bei den russischen Angriffen in

    Krywyj Rih und Sumy zuletzt 55 Zivilisten, darunter 11 Kinder, getötet

    worden seien. „Der Mann mit der Georgsschleife steht für den Staat,

    der die alleinige Verantwortung für diese Kriegsverbrechen trägt“,

    sagte Makeiev.


    Das Sankt-Georgs-Band hat sich ab 2005 in Russland zum wichtigsten

    Symbol für den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten

    Weltkrieg entwickelt. Zunehmend bedeutet das orange-schwarze Band aber

    auch Unterstützung für den Kurs von Präsident Wladimir Putin. Deswegen

    ist das Symbol in der Ukraine verboten, andere Staaten der früheren

    Sowjetunion schränken die Verwendung ein.


    Steinmeier hält die Gedenkrede


    Der Bundestag hatte die Gedenkveranstaltung am Dienstag offiziell

    angekündigt. „Der 2. Weltkrieg war der brutalste und blutigste Krieg

    der Geschichte. Wir erinnern und wir vergessen nicht“, erklärte die

    neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.


    Die CDU-Politikerin will den Angaben zufolge in einer Ansprache

    besonders auf die Auswirkung des Krieges auf Frauen und auf die Lehren

    für heute eingehen. Die eigentliche Gedenkrede wird Bundespräsident

    Frank-Walter Steinmeier halten.


    An der Gedenkstunde teilnehmen werden auch die Vertreter der drei

    anderen Verfassungsorgane, also der dann nach heutiger Planung frisch

    gewählte Bundeskanzler Friedrich Merz (SPD), Bundesratspräsidentin

    Anke Rehlinger (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts,

    Stephan Harbarth.


    RND/dpa



    ----------------


    5. n tv: Auch Vertreibung der Einwohner


       Israelischer Minister nennt "totale Zerstörung Gazas" als Ziel



    https://www.n-tv.de/politik/Israelischer-Minister-nennt-totale-Zerstoerung-Gazas-als-Ziel-article25749645.html


    Auch Vertreibung der Einwohner


    Israelischer Minister nennt "totale Zerstörung Gazas" als Ziel


    06.05.2025, 17:04 Uhr


    Der rechtsextreme israelische Politiker Bezalel Smotrich spricht von

    der Vertreibung der Einwohner Gazas in Drittländer. Binnen eines

    halben Jahres werde es in Gaza keine Hamas mehr geben, behauptet er.

    Der Küstenstreifen, in dem mehr als zwei Millionen Menschen leben,

    soll komplett zerstört werden.


    Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat eine

    vollständige Zerstörung des Gazastreifens und Vertreibung der

    Einwohner in Aussicht gestellt. Smotrich sprach auf einer

    Siedlerkonferenz im Westjordanland und antwortete auf die Frage, wie

    für ihn ein Sieg im Gaza-Krieg aussehe: "Gaza total zerstört."


    Die Einwohner sollten ganz im Süden des Küstenstreifens, südlich der

    ehemaligen israelischen Siedlung Morag, in einer "humanitären Zone"

    konzentriert werden, sagte Smotrich weiter. Von dort aus sollten die

    Einwohner dann in großer Zahl den Gazastreifen verlassen und in

    Drittländer gehen. Innerhalb eines halben Jahres werde es im

    Gazastreifen keine Hamas mehr geben, meinte der Minister.


    Israel will Gazastreifen dauerhaft besetzen


    Die israelische Armee soll nach dem Willen der Regierung den

    Gazastreifen erobern und auf Dauer besetzt halten. Für die

    großangelegte Offensive werden Zehntausende Reservisten mobilisiert.

    Der Plan sieht nach Angaben aus Regierungskreisen auch vor, die

    palästinensische Bevölkerung vom Norden in den Süden zu bewegen.


    Ziel ist es laut Regierung, die islamistische Terrororganisation Hamas

    zu besiegen und die Freilassung der von islamistischen Extremisten

    festgehaltenen Geiseln zu erreichen. Rechtsextreme Politiker wie

    Smotrich streben aber auch eine Wiederbesiedlung des Gazastreifens an,

    aus dem Israel sich vor 20 Jahren zurückgezogen hatte.


    Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker, das

    Terroristen der Hamas und anderer islamistischer Gruppen im Süden

    Israels verübten. Sie töteten rund 1200 Menschen, nahmen 251 weitere

    als Geiseln und verschleppten sie in den Gazastreifen.


    Im folgenden Krieg wurden nach palästinensischen Angaben bislang mehr

    als 52.600 Palästinenser von israelischen Angriffen getötet. Die Zahl

    unterscheidet nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten. Im Gazastreifen

    werden unterdessen noch 24 Geiseln und die Leichen von 35 aus Israel

    Verschleppten festgehalten.


    Quelle: ntv.de, toh/dpa

    ———

    07.05.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - 80 Jahre Ende des 2. Weltkrieges (II von II)

    6. Berl. Z: Israels Finanzminister:


       Gazastreifen wird vollständig zerstört – Palästinenser wandern in Drittländer ab



    https://www.berliner-zeitung.de/news/israels-finanzminister-gazastreifen-wird-vollstaendig-zerstoert-li.2322636


    Israels Finanzminister:


    Gazastreifen wird vollständig zerstört – Palästinenser wandern in Drittländer ab


    Bezalel Smotrich schürt Befürchtungen vor ethnischen Säuberungen im

    Gazastreifen. Seine Aussagen begründet er damit, dass der gesamte

    Küstenstreifen aus einer Terrorinfrastruktur bestehe.



    Alexander Schmalz


    06.05.2025 22:52 Uhr



    Israels Finanzminister Bezalel Smotrich hat angekündigt, dass der

    Gazastreifen infolge eines israelischen Militärsieges „vollständig

    zerstört“ werde.


    Die palästinensische Bevölkerung werde dann „in großer Zahl in

    Drittländer abwandern“, fügte Smotrich während einer Siedlerkonferenz

    im Westjordanland hinzu. Er beschrieb den Küstenstreifen als „eine

    einzige große Terrorinfrastruktur, über und unter der Erde“.


    Seine Äußerungen schüren die Befürchtungen vor ethnischen Säuberungen

    in den besetzten Gebieten.


    Die israelische Armee soll nach dem Willen der Regierung den

    Gazastreifen erobern und auf Dauer besetzt halten. Für die

    großangelegte Offensive werden Zehntausende Reservisten mobilisiert.



    Israels Finanzminister: „Wir werden endlich den Gazastreifen besetzen“


    Die Erklärung von Smotrich erfolgte einen Tag, nachdem das israelische

    Sicherheitskabinett einen Plan für die Operation „Gideons Streitwagen“

    genehmigt hatte. Ein israelischer Beamter sagte gegenüber der

    britischen Zeitung The Guardian, der Plan würde „die Eroberung des

    Gazastreifens und die Besetzung der Gebiete“ beinhalten.


    Ähnlich äußerte sich am Montag auch Smotrich dazu: „Wir werden endlich

    den Gazastreifen besetzen. Wir werden keine Angst mehr vor dem Wort

    ‚Besatzung‘ haben“, sagte der Finanzminister dem israelischen

    Channel-12.


    „Wir übernehmen endlich die Kontrolle über die gesamte humanitäre

    Hilfe, damit sie nicht zur Versorgung der Hamas wird. Wir trennen die

    Hamas von der Bevölkerung, säubern den Gazastreifen, bringen die

    Geiseln zurück – und besiegen die Hamas“, sagte er und fügte hinzu,

    sobald die neue Offensive in Gaza beginne, werde es „keinen Rückzug

    aus den eroberten Gebieten geben, nicht einmal im Austausch gegen

    Geiseln“.



    Beihaltet Israels Plan eine ethnische Säuberung?


    Die israelischen Drohungen, die Kontrolle über das Gebiet dauerhaft zu

    übernehmen, lösten weltweit Empörung aus. Die Ausweitung des

    israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen sieht nach Armeeangaben

    die Umsiedlung „der meisten“ Bewohner des Küstenstreifens vor. Damit

    sollten sie in einem sicheren Gebiet fernab von der islamistischen

    Hamas „geschützt“ werden, hieß es.


    Der Plan des Sicherheitskabinetts sehe laut Kritikern angeblich eine

    ethnische Säuberung vor. In der Mitteilung des Kabinetts hieß es, dass

    die Bevölkerung vom Norden des abgeriegelten Küstenstreifens in den

    Süden bewegt werden soll.


    Offiziell heißt es, dass nur so die radikalislamische Hamas besiegt

    und die Freilassung der Geiseln erreicht werden könne. Erst kürzlich

    hatte die Hamas eingewilligt, die Geiseln im Austausch für eine

    fünfjährige Waffenruhe freizulassen. IsraelsRegierungschef Benjamin

    Netanjahu hatte das aber abgelehnt.



    ———



    7. taz: Hunger in Gaza


        In Gaza gehen die letzten Lebensmittelvorräte aus



     <https://www.berliner-zeitung.de/news/gaza-krieg-israel-will-die-meisten-bewohner-des-gazastreifens-umsiedeln-li.2322262>

    https://taz.de/Hunger-in-Gaza/!6082392/


    Hunger in Gaza


    In Gaza gehen die letzten Lebensmittelvorräte aus



    Seit zwei Monaten lässt Israel keinerlei Hilfslieferungen mehr in den


    Gazastreifen. Die USA stellen sich aber weiter hinter Israel.


    2.5.2025 11:41 Uhr


    Von Felix Wellisch  


    Jerusalem taz



    Im Gazastreifen spitzt sich die humanitäre Lage aufgrund der seit zwei

    Monaten andauernden Totalblockade durch Israel zu, es droht eine

    Hungerkata­strophe. Währenddessen verhandelt der Internationale

    Gerichtshof (IGH) in Den Haag über ­Israels Pflicht, humanitäre Hilfe

    für die gut zwei Millionen Bewohner des Küstenstreifens zuzulassen.


    In dieser Woche finden die Anhörungen dazu statt, denen Israel

    fernbleibt. Mehr als 40 Staaten haben Stellungnahmen angekündigt. Als

    wichtigster Verbündeter stellen sich die USA hinter Israel, das nicht

    mehr mit dem UN-Palästinahilfswerk Unrwa in Gaza zusammenarbeiten

    will. Viele andere Staaten üben harsche Kritik an der Abriegelung des

    Küstenstreifens.


    Welche Fragen verhandelt das Gericht in Den Haag?


    Nachdem Israel im vergangenen Oktober die Aktivitäten des

    Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen, Unrwa, auf

    israelischem Gebiet verboten hatte, bat der UN-Sicherheitsrat den IGH,

    sich zu Israels rechtlichen Verpflichtungen zu äußern.


    Das Hilfswerk ist mit seinen rund 13.000 Mitarbeitern eine der

    wichtigsten Stützen der humanitären Hilfe im Gazastreifen. Die

    israelische Regierung wirft der Organisation vor, von der Hamas

    unterwandert zu sein, hat dafür aber bis heute kaum Beweise vorgelegt.


    Seitdem hat sich die Situation im Gazastreifen deutlich verschärft.

    Mitte März kündigte Israel die Waffenruhe mit der

    radikal­islamistischen Hamas auf, seit Anfang März lässt es keine

    Hilfslieferungen mehr für die mehr als zwei Millionen Bewohner in den

    Gazastreifen.


    Verteidigungsminister Israel Katz hat die Blockade mehrfach als „eines

    der wichtigsten Druckmittel gegen die Hamas“ bezeichnet. Laut

    humanitärem Völkerrecht darf eine Kriegspartei aber nicht eine gesamte

    Zivilbevölkerung bestrafen, um ihre Kriegsziele zu erreichen.


    Welche Folgen haben die Anhörungen vor dem IGH?


    Akut wird das Verfahren den Menschen in Gaza kaum helfen: Angesichts

    der israelischen Blockade droht den mehr als zwei Millionen Bewohnern

    laut der UN die schlimmste humanitäre Katastrophe seit Kriegsbeginn.

    Die Notküchen und Bäckereien im Küstenstreifen schließen, die

    Lebensmittellager von Hilfsorganisationen sind leer. Ein Sack Mehl

    kostet mittlerweile zwischen 150 und 200 Dollar.


    Die täglichen Angriffe Israels gehen derweil weiter: Am Mittwoch

    wurden bei Luftangriffen mindestens 35 Menschen getötet, darunter laut

    Krankenhauspersonal auch Kinder. Die von den USA, Katar und Ägypten

    vermittelten Verhandlungen stecken in einer Sackgasse. Das israelische

    Außenministerium behauptet hingegen, es gebe keinen Mangel an

    Hilfsgütern. Diese kämen vor allem der Hamas zugute.


    Israel dürfte die Entscheidung des obersten UN-Gerichts ignorieren,

    wie es das bereits in der Vergangenheit getan hat. Dennoch würde ein

    Gutachten den internationalen Druck erhöhen, glaubt Stefanie Bock,

    Professorin für internationales Strafrecht an der Universität Marburg.

    „Auch wenn das Gutachten selbst nicht rechtlich bindend ist, das

    zugrunde liegende Völkerrecht ist es sehr wohl.“ Es wäre dann Aufgabe

    der internationalen Staatengemeinschaft, darauf hinzuwirken, dass es

    eingehalten wird.


    Weshalb nimmt Israel nicht an den Anhörungen teil?


    Israel wirft der UN seit Langem, und besonders seit dem Überfall der

    Hamas am 7. Oktober 2023, vor, gegen das Land voreingenommen zu sein.

    Israel ist jüngst aus dem UN-Menschenrechtsrat ausgetreten und hat

    UN-Generalsekretär António Guterres zur Persona non grata erklärt.


    Andererseits zeigen die Tatsache, dass Israel seine Position

    schriftlich vorgelegt hat, sowie die heftige Kritik von Außenminister

    Gideon Sa’ar, dass die Vorgänge in Den Haag der Regierung in Jerusalem

    keineswegs völlig egal sind.


    Welche weiteren Vorwürfe stehen im Raum?


    Israel muss sich bereits in anderen Fällen gegen Vorwürfe verteidigen,

    gegen das Völkerrecht zu verstoßen. So hat der Internationale

    Strafgerichtshof (IStGH) bereits im November 2024 neben mittlerweile

    getöteten Hamas-Anführern auch gegen Ministerpräsident Benjamin

    Netanjahu und Ex-Verteidigungsminister Joav Gallant Haftbefehle

    erlassen, unter anderen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und

    das Aushungern von Zivilisten.


    Seit die israelische Armee im März ihre Angriffe wieder aufgenommen

    hat, geht sie noch härter vor als in der Vergangenheit. Sie genießt

    dabei die uneingeschränkte Unterstützung der US-Regierung unter

    Präsident Donald Trump.


    Mehr als 70 Prozent des Gebietes hat das Militär inzwischen entweder

    zu „Evakuierungszonen“ oder zu „Sperrgebieten“ erklärt. Führende

    israelische Politiker, darunter auch Premierminister Benjamin

    Netanjahu, bringen immer wieder den Trump-Plan ins Spiel, die

    palästinensische Bevölkerung in andere Länder „umzusiedeln“.


    Verteidigungsminister Katz zufolge will Israels Armee entlang der

    Grenze zu Israel dauerhaft eine rund zwei Kilometer breite

    „Sicherheitszone“ einrichten und dort bleiben.


    Nach Aussagen von Soldaten, die die Menschenrechtsorganisation

    Breaking the Silence gesammelt hat, werden dort systematisch Häuser,

    Agrarflächen und Infrastruktur zerstört. In dem „Perimeter“ genannten

    Bericht werden mehrere Soldaten zitiert, die die Pufferzone als

    Todesstreifen beschreiben, in der Palästinenser ohne Vorwarnung

    erschossen würden.


    Welches Urteil ist absehbar?


    Die Völkerrechtlerin Bock hält es für wahrscheinlich, dass das Gericht

    Israels Verpflichtung zu Hilfsaktionen zugunsten der palästinensischen

    Bevölkerung feststellen wird. Selbst wenn sich bestätigen sollte, dass

    Unrwa-Mitarbeiter am Hamas-Überfall mit rund 1.200 Toten beteiligt

    waren, könne dies kaum zum Ausschluss aller UN-Hilfsorganisationen

    führen. Humanitäre Hilfe bleibe eine völkerrechtliche Pflicht.


    Zudem könnten die Anhörungen Einfluss auf weitere Verfahren haben. So

    steht eine Entscheidung des IGH im Verfahren Südafrika gegen Israel

    aus. Darin wird der Vorwurf des Völkermords behandelt. „Der IGH hat

    Israel im Rahmen einer vorläufigen Anordnung verpflichtet, humanitäre

    Hilfe zu ermöglichen, und darauf hingewiesen, dass Völkermord auch

    durch die Verhinderung humanitärer Hilfe begangen werden kann“, sagt Bock.


    Darüber hinaus liege der Terrorüberfall der Hamas mehr als eineinhalb

    Jahre zurück. Dadurch verliere die Rechtfertigung durch das

    Selbstverteidigungsrecht an Kraft – „zumal, wenn eine solche Blockade

    zuallererst die Zivilbevölkerung trifft“.



    ——



    8. Medico International: medico-Partner:innen leisten unter unmöglichen Bedingungen Nothilfe



    https://www.medico.de/kampagnen/nothilfe-gaza


    Zehntausende Tote, Millionen Vertriebene.


    Der Gazastreifen ist in weiten Teilen unbewohnbar.


    medico-Partner:innen leisten unter unmöglichen Bedingungen Nothilfe.



    Wir bitten um Spenden unter dem


    Spendenstichwort: Nothilfe Gaza



    Spendenkonto



    medico international e.V.

    IBAN: DE69 4306 0967 1018 8350 02

    BIC: GENODEM1GLS

    GLS Bank


    Spendenstichwort: Nothilfe Gaz <a">https://www.medico.de/jetzt-spenden?tw_target=Nothilfe%20Gaza>a




    9. Die Zeit: Nahostkonflikt: Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an



    https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-05/damaskus-luftangriff-israel-syrien-drusen-sunniten


    Nahostkonflikt: Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an



    Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Umgebung des

    syrischen Präsidentenpalastes beschossen. Israel spricht von einer

    Reaktion auf Angriffe gegen Drusen.


    2. Mai 2025, 5:04 Uhr


    Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, dpa, spr


    Israel hat nach eigenen Angaben Ziele nahe des Präsidentenpalastes in

    Syriens Hauptstadt Damaskus angegriffen. Kampfflugzeuge hätten "die

    Umgebung des Palastes getroffen", teilte die israelische Armee im

    Onlinedienst Telegram mit.


    "Dies ist eine klare Botschaft an das syrische Regime. Wir werden

    nicht zulassen, dass Truppen südlich von Damaskus geschickt werden

    oder die drusische Gemeinschaft bedroht wird", zitierten israelische

    Zeitungen aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Ministerpräsident

    Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz.


    Zuvor hatte Katz die Führung in Syrien gewarnt. Israel werde mit Härte

    reagieren, wenn die neue syrische Regierung von Übergangspräsident

    Ahmed al-Scharaa die drusische Minderheit in Syrien nicht schütze,

    sagte er.


    Kämpfe dauern seit Tagen an


    In der Nacht zu Dienstag hatten in einem Vorort der syrischen

    Hauptstadt Kämpfe zwischen regierungsnahen Truppen und drusischen

    Kämpfern begonnen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für

    Menschenrechte wurden binnen zwei Tagen mehr als hundert Menschen

    getötet.


    Der religiöse Anführer der syrischen Drusen sprach am Donnerstag von

    einer "Völkermordkampagne". Diese sei "durch nichts zu rechtfertigen",

    sagte Scheich Hikamt al-Hidschri. Er rief "internationale Kräfte" zum

    Eingreifen auf, um "den Frieden aufrechtzuerhalten und den Fortgang

    dieser Verbrechen zu verhindern".


    Bericht über Sicherheitsabkommen


    Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Kreise der

    religiösen Minderheit berichtet, hatten die Drusen kürzlich

    zugestimmt, ihre schweren Waffen abzugeben. Im Gegenzug sollte demnach

    in der Provinz Suwaida eine neue Militäreinheit aus Drusen unter

    Aufsicht des Verteidigungsministeriums aufgebaut werden. Die Einheit

    solle die Sicherheit in der Region gewährleisten, hieß es. Auch in

    Dscharamana nahe Damaskus sei ein Sicherheitsabkommen zwischen der

    Regierung und örtlichen Milizen geschlossen worden.


    (…)


    Sorge um Minderheiten in Syrien


    In Syrien leben etwa 700.000 Drusen. Die aus dem Islam hervorgegangene

    religiöse Minderheit macht etwa drei Prozent der syrischen Bevölkerung

    aus. Die Glaubensgemeinschaft ist auch in Jordanien und im Libanon

    vertreten. In Israel dienen viele Drusen freiwillig in der Armee, der

    jüdische Staat sieht sie als Verbündete.


    Die neue syrische Führung hat wiederholt versichert, die Minderheiten

    im Land schützen zu wollen. Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa gibt

    sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im

    Dezember durch seine islamistische HTS-Miliz betont gemäßigt. Im März

    kam es jedoch in vorwiegend von Angehörigen der religiösen Minderheit

    der Alawiten bewohnten Regionen zu Massakern an Zivilisten.


    -----


    siehe auch:


    https://taz.de/-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6085542/


    Israel fliegt Luftangriffe auf Damaskus


    Erneut hat die israelische Luftwaffe Ziele in Damaskus angegriffen.


    Im Gaza-Streifen droht laut Rotem Kreuz die Versorgung zusammenzubrechen.


    2.5.2025 14:52 Uhr



    ——



    10. Bundestag: Antwort der Bundesregierung - Deutsche Kriegswaffenexporte nach Israel


    https://dserver.bundestag.de/btd/20/109/2010994.pdf


    Deutscher Bundestag Drucksache 20/10994


    20. Wahlperiode


    10.04.2024


    Antwort der Bundesregierung


    auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Dr. Sahra

    Wagenknecht, Ali Al-Dailami, weiterer Abgeordneter und der Gruppe BSW


    – Drucksache 20/10539 –


    Deutsche Kriegswaffenexporte nach Israel


    (…)


    Die Frage, ob deutsche Waffenlieferungen an Israel fortgesetzt werden kön-

    nen, stellt sich auch für die deutsche Bundesregierung, seitdem der Internatio-

    nale Gerichtshof Ende Januar 2024 im Eilverfahren im Gaza-Streifen die Ge-

    fahr eines Völkermords bejahte (https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/det

    ail/niederlaendisches-gericht-stoppt-ruestungsexport-nach-israel).


    Einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) zufolge

    stammt die überwiegende Mehrheit der Rüstungsimporte Israels zwischen

    2018 und 2022 aus den USA (79 Prozent). Der Anteil Deutschlands liege bei

    20 Prozent (https://www.sipri.org/sites/default/files/2023-03/2303_at_fact_she

    et_2022_v2.pdf, S. 6).


    Auch sollen u. a. mehr als 1 000 Panzermotoren nach

    Israel geliefert worden sein, die in Merkava-4-Panzern und Namer-Schützen-

    panzern (APC) eingebaut wurden. Auch im in Israel produzierten Panzer kä-

    men in Deutschland hergestellte Dieselmotoren zum Einsatz (https://de.eurone

    ws.com/2023/11/03/deutsche-motoren-in-israelischen-panzern-wie-europa-isr

    aels-offensive-im-gazastreifen-unte).


    Seit 2009, also als Benjamin Netanjahu erstmals Ministerpräsident Israels

    wurde, haben die Bundesregierungen bis einschließlich 2021 Rüstungsexport-

    genehmigungen im Wert von ca. 3 Mrd. Euro erteilt (Antwort auf die Mündli-

    che Frage 21 auf Plenarprotokoll 20/133).


    Im Jahr 2023 genehmigte die Bundesregierung bis einschließlich 2. November

    2023 Rüstungsexporte nach Israel im Wert von insgesamt rund 326,5 Mio. Euro.

    Das ist zehnmal mehr als im Jahr 2022 (32,3 Mio. Euro).


    Darunter waren Kriegswaffen wie 3 000 tragbare Panzerabwehrwaffen,

    500 000 Schuss Munition für Maschinengewehre, Maschinenpistolen oder

    andere voll- oder halbautomatische Schusswaffen im Wert von 20,1 Mio. Euro

    (Antwort auf die Schiftliche Frage 2 auf Bundestagsdrucksache 20/10022). (…)



    ——


    11. Aufschrei: Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson - Rüstungsexporte nach Israel stoppen!


          Die Stärke des Rechts muss uneingeschränkt gelten!



    https://aufschrei-waffenhandel.de/service/2024/20122024-verheerende-bilanz-der-ruestungsexportpolitik-der-ampel-regierung-1



    Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson - Rüstungsexporte nach Israel stoppen!


    Die Stärke des Rechts muss uneingeschränkt gelten!


    27. März 2025


    „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ kritisiert massiv die


    Rüstungsexporte im Wert von rund 24,5 Mio. Euro nach Israel, die die

    Bundesregierung in den letzten drei Monaten genehmigt hat. Seit Anfang

    März hat die israelische Regierung die humanitären Hilfslieferungen in

    den Gaza-Streifen gestoppt und die im Januar verhandelte Waffenruhe

    gebrochen.


    Syrien wird seit Monaten völkerrechtswidrig angegriffen und im Libanon

    wurden die Angriffe der israelischen Armee trotz Waffenstillstand

    ebenfalls fortgesetzt. (…)


    „Der Krieg im Gaza-Streifen, aber auch im Libanon und die Angriffe auf

    Syrien sowie die Aufrechterhaltung der illegalen Besatzung, u.a. im

    Westjordanland haben gezeigt, dass Israel militärische Waffengewalt zu

    anderen als den legitimen Zwecken der Selbstverteidigung missbraucht.


    Entsprechend müssen die jüngst erteilten Rüstungsexportgenehmigungen

    widerrufen werden. Und auch die neue Bundesregierung darf keine

    Rüstungsexporte nach Israel genehmigen, solange die Gefahr besteht,

    dass Deutschland damit gegen seine rechtlichen Pflichten verstößt.


    Vielmehr muss sie alles in ihrer Macht Stehende tun, damit wieder

    humanitäre Hilfe in den Gaza-Streifen gelangt und die Kampfhandlungen

    sofort gestoppt werden“, so Susanne Weipert, Koordinatorin der „Aktion

    Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“.  


    ——



    12. Berl. Z.: Abschiebung von EU-Bürgern wegen Pro-Palästina-Protesten? Berliner Gericht hält dagegen



    https://www.berliner-zeitung.de/news/abschiebung-von-eu-buergern-wegen-pro-palaestina-protesten-berliner-verwaltungsgericht-urteilt-li.2322805


    Abschiebung von EU-Bürgern wegen Pro-Palästina-Protesten? Berliner Gericht hält dagegen


    Wegen propalästinensischer Proteste sollen vier Menschen das Land

    verlassen. Doch das Verwaltungsgericht macht dem Land Berlin einen

    Strich durch die Rechnung.


    dpa


    Eva Maria Braungart


    07.05.2025 13:20 Uhr


    Im Streit um die Ausreise dreier EU-Bürger und eines US-Bürgers nach

    der Teilnahme an propalästinensischen Protesten hat das Berliner

    Verwaltungsgericht zum zweiten Mal zugunsten der Betroffenen

    entschieden. Das teilte das Gericht mit. Das Land Berlin hatte ihnen

    die Abschiebung angedroht.


    Schon am 10. April hatte das Gericht im ersten Eilverfahren der

    Beschwerde eines irischen EU-Bürgers recht gegeben. Am Dienstag hatte

    auch der zweite Eilantrag Erfolg.


    Berlin: Personen sind Gefahr für öffentliche Sicherheit


    Das bedeutet, dass auch die ebenfalls aus Irland stammende

    Antragstellerin nicht abgeschoben werden darf, bis über ihre Klage in

    der Hauptsache entschieden ist (Az.: VG 21 L 157/25). Wann damit zu

    rechnen ist, sei derzeit nicht abzusehen. In beiden Fällen gilt der

    Bescheid des Berliner Landesamts für Einwanderung (LEA) vorerst nicht.


    Die Ausländerbehörde hatte den beiden EU-Bürgern aus Irland sowie

    einer Polin im März die EU-Freizügigkeitsrechte entzogen. Im Fall der

    amerikanischen Person geht es um eine Ausweisung. Begründet wurde die

    Entscheidung mit deren Teilnahme an propalästinensischen Protesten,

    bei denen es zu Straftaten gekommen war. (…)



    ——


    13. IPPNW: Faschismus, Rechtsextremismus und Militarismus sind untrennbar verbunden


          Tag der Befreiung

    https://www.ippnw.de/presse/artikel/de/faschismus-rechtsextremismus-und-mi.html



    IPPNW-Pressemitteilung vom 30. April 2025

    Faschismus, Rechtsextremismus und Militarismus sind untrennbar verbunden


    Tag der Befreiung



    Die Friedensnobelpreisorganisation IPPNW gedenkt anlässlich des 80.

    Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkrieges der Millionen Opfer des

    Nationalsozialismus. Für die Friedensorganisation sind das Engagement

    gegen Faschismus, Rechtsextremismus und gegen Krieg (Schwur von

    Buchenwald: „Nie wieder Faschismus, Nie wieder Krieg“) untrennbar

    miteinander verbunden. Die IPPNW kritisiert die zunehmende

    Militarisierung der Gesellschaft und fordert eine Rückkehr zu Dialog,

    Verhandlungen, Abrüstung und internationalen Sicherheits- und

    Rechtsstrukturen.


    „Der Ruf nach 'Kriegstüchtigkeit' in Deutschland macht Kriege als

    Mittel der Politik wieder salonfähig und stellt sie als alternativlos

    dar. Die Militarisierung der Gesellschaft gefährdet den sozialen

    Zusammenhalt und fördert faschistische und rechtsextreme Tendenzen,

    denn die massive Aufrüstung geht mit Einsparungen bei Arbeit und

    Sozialem, Klima, Entwicklungszusammenarbeit und Bildung einher.


    Sie geht auf Kosten der dringend benötigten sozial-ökologischen

    Transformation und schürt soziale Konflikte um knappe Ressourcen.

    Während die Aufhebung der Schuldenbremse dauerhaft gilt und nach oben

    unbegrenzt ist, sind die Mittel für Infrastruktur irgendwann

    aufgebraucht“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.


    Die sogenannte „Zeitenwende“ ist Teil eines erstarkenden weltweiten

    Kriegsregimes. Statt die globalen Krisen durch kooperative Systeme und

    echten Multilateralismus anzugehen, droht die Kriegslogik Wirtschaft,

    Politik und Kultur noch mehr zu durchdringen und Freund-Feind-Schemata

    zu verschärfen. Feindbilder gefährden den inneren Frieden, indem sie

    „Schuldige“ für die sozialen Probleme ausmachen. Und sie gefährden den

    äußeren Frieden, indem sie dazu dienen, eine Gesellschaft

    „kriegstüchtig“ zu machen.


    Die Militarisierung steht im eklatanten Widerspruch zum Friedensgebot

    des deutschen Grundgesetzes, das mit der Präambel und dem Artikel 1,

    Abs. 2 und weiteren Regelungen fest verankert ist. Nur wenn Frieden

    herrscht, kann sich Politik um die Zukunftsaufgaben der Gesellschaft

    kümmern. Faschismus und Militarismus hängen historisch eng zusammen

    und sind zwei Seiten derselben Medaille. Antifaschismus und Frieden

    müssen daher zusammengedacht und gemeinsam angegangen werden.


    Der Kerndes gesellschaftlichen Zusammenhalts ist eine Kultur des Friedens, die

    auf der Wahrung von Menschen- und Grundrechten, auf Dialog und auf dem

    Engagement für Abrüstung und Entspannung fußt und auf eine zivile

    statt eine militärische Sicherheitspolitik fokussiert.



    Mit freundlichen Grüßen

    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Gedenken ohne Symbole: Berlin verbietet sowjetische Fahnen zum Tag des Sieges

    freedert.online, 7 Mai 2025 15:37 Uhr

    Berlin verbietet auch in diesem Jahr russische und sowjetische Symbole an den Gedenkstätten zum 8. und 9. Mai. Moskau reagiert empört und wirft Deutschland Russophobie und Geschichtsvergessenheit vor.


    Quelle: Gettyimages.ru © Emmanuele Contini/NurPhoto via Getty Images


    Besucher des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Berlin am 9. Mai 2024. Menschen tragen trotz Verbotes die Fahne der Sowjetunion und Georgsbänder.


    Seit drei Jahren ist es in Berlin verboten, am 8. und 9. Mai russische oder sowjetische Fahnen an sowjetischen Denkmälern zu zeigen. Auch in diesem Jahr hat die Berliner Polizei dieses Verbot ausgesprochen. Es gilt von 6:00 Uhr morgens am 8. Mai bis 22:00 Uhr am 9. Mai – rund um die sowjetischen Ehrenmale in Treptow, Mitte und Pankow. Dies berichtet die Berliner Morgenpost unter Berufung auf einen Polizeisprecher.


    80. Jahrestag der Befreiung – Berlin: Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal




    80. Jahrestag der Befreiung – Berlin: Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal





    Zur Begründung heißt es, das Verbot solle ein würdiges Gedenken ermöglichen und den öffentlichen Frieden wahren. Verboten ist auch das Abspielen von Marsch- und Kriegsliedern sowie das Zeigen bestimmter Symbole wie zum Beispiel Z- und V-Zeichen, Georgsbänder und Flaggen von Weißrussland und Tschetschenien.

    In der vergangenen Woche hatte ein Verein beim Verwaltungsgericht per Eilantrag die Aufhebung des Verbots beantragt. Man wollte bei einer Gedenkveranstaltung am 8. Mai am Treptower Ehrenmal sowjetische Fahnen zeigen und sah durch das Verbot die Versammlungsfreiheit verletzt. Das Gericht lehnte den Antrag am Mittwoch jedoch ab.

    Flaggen der UdSSR, so die Begründung, seien unter anderem geeignet, "Gewaltbereitschaft zu vermitteln" und könnten als Sympathie für die russische Kriegsführung verstanden werden.

    Scharfe Kritik kam aus Moskau. Sergei Netschajew, der russische Botschafter in Deutschland, nannte das Verbot eine Maßnahme, die den Initiatoren nicht zur Ehre gereiche. Besonders empört zeigte er sich über die Empfehlung des Auswärtigen Amtes, zu den offiziellen Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland keine russischen oder weißrussischen Vertreter einzuladen. Diese Empfehlung sei eine "bittere Enttäuschung" und gefährde die Versöhnungsbemühungen zwischen Deutschland und Russland.

    #

    Teilnahmeverbot an Gedenkveranstaltungen: "Mehr Spaltung statt Handreichung"



    Teilnahmeverbot an Gedenkveranstaltungen: "Mehr Spaltung statt Handreichung"






    Laut Bild-Zeitung erwägen die Behörden in Brandenburg sogar, Netschajew von der Gedenkveranstaltung auszuschließen. Gleichzeitig wurde der russischen Botschaft aber erlaubt, am 28. April eine eigene Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen abzuhalten.

    Scharfe Kritik kam auch aus dem russischen Außenministerium. Sprecherin Maria Sacharowa warf der Bundesregierung vor, sich mit ihrem Verhalten selbst zu entlarven. Berlins Haltung zeige "die Hässlichkeit der Russophobie" und "Anzeichen von Neonazismus".

    Mehr zum Thema Nach dem 9. Mai 1945: Über Nachkriegs-Berlin, Russisch-Lernen und Freundschaften in der UdSSR


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/244363-gedenken-ohne-symbole-berlin-verbietet-sowjetische-fahnen-zum-tag-des-sieges/


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    07.05.2025

    Abschiebung von EU-Bürgern wegen Pro-Palästina-Protesten: Berliner Verwaltungsgericht urteiltAbschiebung von EU-Bürgern wegen Pro-Palästina-Protesten? Berliner Gericht hält dagegen

    berliner-zeitung.de, 07.05.2025 13:20 Uhr, / Eva Maria Braungart

    Wegen propalästinensischer Proteste sollen vier Menschen das Land verlassen. Doch das Verwaltungsgericht macht dem Land Berlin einen Strich durch die Rechnung.

    dpa


    Menschen demonstrierten gegen die mögliche Abschiebung vierer Menschen in Berlin.

    Menschen demonstrierten gegen die mögliche Abschiebung vierer Menschen in Berlin.Nikos Kanistras/imago


    Im Streit um die Ausreise dreier EU-Bürger und eines US-Bürgers nach der Teilnahme an propalästinensischen Protesten hat das Berliner Verwaltungsgericht zum zweiten Mal zugunsten der Betroffenen entschieden. Das teilte das Gericht mit. Das Land Berlin hatte ihnen die Abschiebung angedroht.

    Schon am 10. April hatte das Gericht im ersten Eilverfahren der Beschwerde eines irischen EU-Bürgers recht gegeben. Am Dienstag hatte auch der zweite Eilantrag Erfolg.

    Berlin: Personen sind Gefahr für öffentliche Sicherheit

    Das bedeutet, dass auch die ebenfalls aus Irland stammende Antragstellerin nicht abgeschoben werden darf, bis über ihre Klage in der Hauptsache entschieden ist (Az.: VG 21 L 157/25). Wann damit zu rechnen ist, sei derzeit nicht abzusehen. In beiden Fällen gilt der Bescheid des Berliner Landesamts für Einwanderung (LEA) vorerst nicht.

    Die Ausländerbehörde hatte den beiden EU-Bürgern aus Irland sowie einer Polin im März die EU-Freizügigkeitsrechte entzogen. Im Fall der amerikanischen Person geht es um eine Ausweisung. Begründet wurde die Entscheidung mit deren Teilnahme an propalästinensischen Protesten, bei denen es zu Straftaten gekommen war.

    Besetzung der FU: So verteidigt der Berliner Senat die Ausweisung von Palästina-Aktivisten

    Besetzung der FU: So verteidigt der Berliner Senat die Ausweisung von Palästina-Aktivisten

    SPD

    07.04.2025


    Gewalttätige Palästina-Proteste an FU Berlin: Ein Pole und zwei Iren sollen abgeschoben werden

    Abschiebung droht: Drei EU-Bürger sollen raus aus Berlin

    Polizei

    04.04.2025


    Die Innenverwaltung argumentierte, von den Personen gehe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland aus. Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) wies in dem Zusammenhang vor allem auf gewaltsame Vorfälle an der Freien Universität Berlin (FU) Mitte Oktober 2024 hin, bei der Vermummte in ein Gebäude eingedrungen waren und Beschäftigte bedroht hatten. Den Betroffenen wird nach eigenen Angaben unter anderem Antisemitismus vorgeworfen sowie Sympathie mit Terrororganisationen wie der Hamas. Die Personen sollen an der gewaltsamen, versuchten Besetzung des Präsidiums der Freien Universität (FU) im Oktober beteiligt gewesen seien.

    Zu ihrer Entscheidung im ersten Eilverfahren argumentierte das Verwaltungsgericht, das LEA sei bei der Entscheidung über den Entzug der EU-Freiheitsrechte „seiner Amtsaufklärungspflicht nicht in ausreichendem Maße“ nachgekommen. Die Ausländerbehörde habe versäumt, die Ermittlungsakten bei der Staatsanwaltschaft anzufordern. Auch die anderen Betroffenen klagen vor dem Verwaltungsgericht und wehren sich nach Gerichtsangaben ebenfalls im Eilverfahren gegen die Entscheidung. Über die Fälle entscheiden unterschiedliche Richter. Die Zuständigkeit der Kammern richtet sich nach den Nachnamen der Kläger.


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    Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/abschiebung-von-eu-buergern-wegen-pro-palaestina-protesten-berliner-verwaltungsgericht-urteilt-li.2322805


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Screenshot_2025_05_07_at_22_56_56_Jenseits_der_Grenzen_des_Sagbaren_Das_Verhungern_der_Kinder_in_Gaza

    nachdenkseiten.de, 07. Mai 2025 um 9:00 Ein Artikel von Detlef Koch

    Wenn staatlich organisierte Strukturen das physische und seelische Überleben einer Zivilgesellschaft zerstören, ist die Frage nicht mehr, ob es sich um einen Krieg handelt – sondern ob die Weltgemeinschaft bereit ist, ihren moralischen Grundkonsens zu verteidigen.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Im Gazastreifen herrscht Hunger. Doch nicht in dem Sinne, wie man es aus Dürregebieten oder aus Armutsregionen kennt. Der Hunger, den Kinder in Gaza erleben, ist nicht meteorologisch bedingt. Er ist organisiert, verwaltet, vollstreckt – durch Blockaden, durch gezielte Angriffe auf Infrastruktur, durch die systematische Verhinderung humanitärer Hilfe.

    Mehr als 18.000 Kinder sollen laut UN-Daten seit Oktober 2023 durch Kampfhandlungen ums Leben gekommen sein. Doch jene, die langsam und schmerzhaft sterben – in improvisierten Zelten, ohne Milchpulver, ohne Antibiotika, ohne Anästhetika, ohne Rettung – sind weithin sichtbar. Ihr Tod ist in Gaza allgegenwärtig und er ist beabsichtigt.


    Der Hunger als Teil einer Strategie

    Internationale Organisationen wie OCHA und die WHO warnen seit Monaten vor einem „künstlich erzeugten humanitären Kollaps“. Die systematische Blockade der Versorgung mit Wasser, Medikamenten und Nahrungsmitteln, insbesondere im Norden Gazas, widerspricht nicht nur dem humanitären Völkerrecht. Sie unterläuft auch die moralische Prämisse, die westliche Demokratien nach dem Zweiten Weltkrieg in die Präambeln ihrer Verfassungen schrieben: die unantastbare Würde des Menschen.

    Die Vereinten Nationen stufen das absichtliche Aushungern von Zivilbevölkerungen – insbesondere von Kindern – explizit als Kriegsverbrechen ein. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den Tatbestand in Artikel 8 des Römischen Statuts verankert. Auch der Internationale Gerichtshof prüft derzeit, ob Israels Vorgehen im Gazastreifen gegen das Besatzungsrecht und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit verstößt. Dass Palästina die Jurisdiktion des Gerichts anerkannt hat, ermöglicht zumindest ein rechtsförmliches Verfahren – wenn auch (noch) ohne praktische Folgen.


    Die Sprache der Entlastung

    In der westlichen Öffentlichkeit, insbesondere in Deutschland, dominiert eine Rhetorik der Verlegenheit. Die Rede ist von „Versorgungsengpässen“, von „Sicherheitsdilemmata“ oder gar von „Kollateralschäden“. Dabei ist die semantische Entlastung nur ein weiteres Element der strukturellen Verleugnung. Wer einem Volk die Lebensmittelzufuhr abschneidet, Bäckereien bombardiert und die medizinische Versorgung unterbindet, handelt nicht im Nebel des Krieges, sondern entlang klarer strategischer Linien. Es ist eine Politik, die das Töten von Kindern militärstrategisch einsetzt und damit ihr Sterben legitimiert[1].


    Die psychische Architektur der Vernichtung

    Parallel zum körperlichen Verfall der Kinder zerbricht auch die psychische Welt der Eltern. Zahlreiche Berichte dokumentieren, wie Mütter und Väter in Gaza ihre Kinder beim Verhungern beobachten müssen – ohne Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung oder Schutz. Diese extreme Ohnmacht führt zu tiefgreifenden psychischen Belastungen.

    Dr. Michael Ryan, Direktor des WHO-Notfallprogramms, warnte im Mai 2025:

    „Wir brechen die Körper und den Geist der Kinder in Gaza[2].“

    Die WHO berichtet, dass die Kombination aus Hunger und Krankheit die Sterblichkeitsrate bei Kindern und Müttern drastisch erhöht[3].

    UNICEF meldet, dass über 9.000 Kinder in Gaza wegen akuter Mangelernährung behandelt wurden, mit einem Anstieg der Fälle um 80 Prozent allein im März 2025[4].

    Diese Situation führt zu einem psychischen Zustand, den Experten als „moral injury“ bezeichnen – eine tiefe Verletzung des moralischen Empfindens durch das Erleben oder Beobachten von Handlungen, die gegen eigene ethische Überzeugungen verstoßen. Eltern, die ihre Kinder nicht schützen können, erleben einen Zerfall ihrer elterlichen Identität.

    Was hier geschieht, ist mehr als humanitäres Versagen. Es ist eine Verletzung zivilisatorischer Grundverträge.


    Die Frage nach dem Begriff

    Ob das, was in Gaza geschieht, als „Genozid“ zu klassifizieren ist, wie es unter anderem der israelische Historiker Amos Goldberg nahelegt, ist nicht nur eine juristische Debatte. Es ist auch eine Frage der moralischen Wahrnehmungsschwelle. Wann beginnt die Auslöschung eines Volkes? Mit Massendeportationen? Mit Bombardierungen? Oder bereits dann, wenn ein System errichtet wird, in dem Babys sterben, weil keine Babynahrung durchgelassen wird?

    Die Frage ist berechtigt – und gefährlich zugleich. Denn wer sie stellt, rührt am Selbstverständnis des ethischen Bewusstseins unserer Spezies.


    Was auf dem Spiel steht

    Es geht nicht nur um Gaza. Es geht um die universelle Geltung des Rechts auf Leben, um das Recht auf Nahrung, auf Wasser, auf medizinische Versorgung – unabhängig von Nationalität, Religion oder politischer Zugehörigkeit. Wenn diese Rechte selektiv ausgehebelt werden dürfen, ohne Konsequenz, ohne Sanktion, ohne Empörung, dann verlieren sie ihren normativen Charakter.


    Schluss

    Das Verhungern der Kinder in Gaza ist kein logistisches Versagen. Es ist eine politische Entscheidung. Und die Frage, wie die Welt darauf reagiert – oder eben nicht reagiert –, ist eine Messlatte für den moralischen Zustand unserer Zeit.

    Die Kinder sterben. Die Welt sieht zu. Und die Würde des Menschen bleibt nur ein Konjunktiv für eine bessere Welt – eine Welt, die in Palästina gerade ausgelöscht wird.


    Weitere Infos zu „Moral Injury“ finden sich unter diesem Link.


    Titelbild: Anas-Mohammed / Shutterstock


    [«1] In an interview, Halevi claimed, “In the Al-Shifa Hospital, they caught 150 terrorists and killed them. At the same time, 300 terrorists were born in the maternity ward,” implying that children born in Al-Shifa would inevitably become terrorists. In the same interview, he defended that “There is nothing called Palestinian people, never was, and will never be.” and that “From the river to the sea, the national rights are only for one people, the nation of Israel”.

    [«2] reuters.com/world/middle-east/we-are-breaking-bodies-minds-children-gaza-says-who-executive-director-2025-05-01/

    [«3] who.int/news/item/21-12-2023-lethal-combination-of-hunger-and-disease-to-lead-to-more-deaths-in-gaza

    [«4] apnews.com/article/gaza-israel-palestinians-malnutrition-children-f94af55885aadaee7e95b2492fc432e9


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=132547


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    07.05.2025

    Israels Finanzminister: Gazastreifen wird vollständig zerstört – Palästinenser wandern in Drittländer ab

    berliner-zeitung.de, 06.05.2025 22:52 Uhr,

    Bezalel Smotrich schürt Befürchtungen vor ethnischen Säuberungen im Gazastreifen. Seine Aussagen begründet er damit, dass der gesamte Küstenstreifen aus einer Terrorinfrastruktur bestehe.


    Israels Finanzminister Bezalel SmotrichZuma Press Wire/imago


    Israels Finanzminister Bezalel Smotrich hat angekündigt, dass der Gazastreifen infolge eines israelischen Militärsieges „vollständig zerstört“ werde. Die palästinensische Bevölkerung werde dann „in großer Zahl in Drittländer abwandern“, fügte Smotrich während einer Siedlerkonferenz im Westjordanland hinzu. Er beschrieb den Küstenstreifen als „eine einzige große Terrorinfrastruktur, über und unter der Erde“. Seine Äußerungen schüren die Befürchtungen vor ethnischen Säuberungen in den besetzten Gebieten. 

    Die israelische Armee soll nach dem Willen der Regierung den Gazastreifen erobern und auf Dauer besetzt halten. Für die großangelegte Offensive werden Zehntausende Reservisten mobilisiert.

    Israels Finanzminister: „Wir werden endlich den Gazastreifen besetzen“

    Die Erklärung von Smotrich erfolgte einen Tag, nachdem das israelische Sicherheitskabinett einen Plan für die Operation „Gideons Streitwagen“ genehmigt hatte. Ein israelischer Beamter sagte gegenüber der britischen Zeitung The Guardian, der Plan würde „die Eroberung des Gazastreifens und die Besetzung der Gebiete“ beinhalten. Ähnlich äußerte sich am Montag auch Smotrich dazu: „Wir werden endlich den Gazastreifen besetzen. Wir werden keine Angst mehr vor dem Wort ‚Besatzung‘ haben“, sagte der Finanzminister dem israelischen Channel-12.

    „Wir übernehmen endlich die Kontrolle über die gesamte humanitäre Hilfe, damit sie nicht zur Versorgung der Hamas wird. Wir trennen die Hamas von der Bevölkerung, säubern den Gazastreifen, bringen die Geiseln zurück – und besiegen die Hamas“, sagte er und fügte hinzu, sobald die neue Offensive in Gaza beginne, werde es „keinen Rückzug aus den eroberten Gebieten geben, nicht einmal im Austausch gegen Geiseln“.

    Beihaltet Israels Plan eine ethnische Säuberung?

    Die israelischen Drohungen, die Kontrolle über das Gebiet dauerhaft zu übernehmen, lösten weltweit Empörung aus. Die Ausweitung des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen sieht nach Armeeangaben die Umsiedlung „der meisten“ Bewohner des Küstenstreifens vor. Damit sollten sie in einem sicheren Gebiet fernab von der islamistischen Hamas „geschützt“ werden, hieß es.

    Der Plan des Sicherheitskabinetts sehe laut Kritikern angeblich eine ethnische Säuberung vor. In der Mitteilung des Kabinetts hieß es, dass die Bevölkerung vom Norden des abgeriegelten Küstenstreifens in den Süden bewegt werden soll. Offiziell heißt es, dass nur so die radikalislamische Hamas besiegt und die Freilassung der Geiseln erreicht werden könne. Erst kürzlich hatte die Hamas eingewilligt, die Geiseln im Austausch für eine fünfjährige Waffenruhe freizulassen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte das aber abgelehnt.


    Gaza-Krieg: Israel kündigt Besatzung an und plant Umsiedlung der meisten Bewohner

    Israel kündigt Besatzung des Gazastreifens an und plant Umsiedlung der meisten Bewohner

    Das israelische Militär plant eine großangelegte Umsiedlung im Gazastreifen. Nach Angaben von Israels Finanzminister Bezalel Smotrich werde sich die Armee nicht mehr zurückziehen.

    Von Alexander Schmalz

    News

    05.05.2025

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    NewsInternationalesIsraelIsrael im KriegGazastreifenGazaWestjordanlandGuardian Media GroupBefürchtung


    Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/israels-finanzminister-gazastreifen-wird-vollstaendig-zerstoert-li.2322636


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    07.05.2025

    Illegale Migration: Innenminister Dobrindt kündigt Grenzkontrollen und Aufnahmestopp an

    freedert.online, 7 Mai 2025 14:00 Uhr

    Innenminister Dobrindt macht eine Anweisung aus dem Jahr 2015 rückgängig, die eine Einreise in das Gebiet der Bundesrepublik ohne gültige Ausweispapiere möglich gemacht hat. Auch Menschen, die um Asyl nachsuchen, soll die Einreise verwehrt werden. Grenzkontrollen sollen verstärkt werden.


    Quelle: www.globallookpress.com © Patrick Pleul


    Ab heute sollen keine Einreisen ohne gültige Ausweisdokumente in das Bundesgebiet mehr möglich sein. Eine Anweisung aus dem Jahr 2015, die eine Einreise auch ohne gültige Papiere erlaubte, wurde heute von Innenminister Dorindt (CSU) rückgängig gemacht.


    CSU zieht AfD-Karte: Dobrindt fordert sofortige Schritte gegen illegale Migration





    CSU zieht AfD-Karte: Dobrindt fordert sofortige Schritte gegen illegale Migration






    Laut einem Bericht der BILD-Zeitung erließ er eine mündliche Anweisung an die Bundespolizei, die Grenzkontrollen zu verstärken. Zurückweisungen sollen durchgesetzt werden. Die Zahl der Grenzbeamten wird von 11.000 auf 13.000 oder 14.000 aufgestockt. 

    Dobrindt machte eine Anweisung von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) aus dem Jahr 2015 rückgängig. Im Rahmen der Flüchtlingskrise hat Maizière damals angewiesen:

    "Drittstaatsangehörigen ohne aufenthaltslegitimierende Dokumente und mit Vorbringen eines Asylbegehrens ist die Einreise zu gestatten."

    Diese Anordnung, die auf den Wunsch der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zurückging, wurde nun zehn Jahre später durch Dobrindt aufgehoben.

    Die Union hatte im Wahlkampf mit Grenzkontrollen und Zurückweisungen um Stimmen geworben. Sie hat sich in diesem Punkt der AfD angenähert. Bisher galten Zurückweisungen als tabu – nicht zuletzt deshalb, weil mit Protest der deutschen Nachbarländer zu rechnen ist.


    Mehr zum Thema – Signal an neue Bundesregierung: Wohlfahrtsverbände lehnen strengere Regulierung der Migration ab


    Screenshot_2025_05_07_at_15_12_58_Illegale_Migration_Innenminister_Dobrindt_k_ndigt_Grenzkontrollen_und_Aufnahmestopp_an_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6t2p2l-wie-einst-das-dritte-reich-sacharowa-wirft-eu-kriegsvorbereitung-vor.html Dauer 1:17 min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/244373-illegale-migration-innenminister-dobrindt-kuendigt/


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    07.05.2025

    Supermacht-Luftüberlegenheit? Huthi-Miliz entzaubert US-Militär

    telepolis.de, vom 06. Mai 2025



    Test der Terminal High Altitude Area Defense (THAAD). Archiv-Bild (September 2013): US-Army


    US-Abwehrsystem THAAD-System blamiert sich bei Huthi-Angriff auf Israels Flughafen. Wie kann eine Rebellengruppe die Supermacht so vorführen? Analyse.

    Die Rakete schlug am Sonntagmorgen unvermittelt auf dem Gelände von Israels wichtigstem und größtem Flughafen Ben Gurion ein. Wie CNN berichtete, konnte der Einschlag trotz mehrerer Abfangversuche des israelischen Militärs und modernster Luftverteidigungssysteme, darunter der Arrow-Abfangrakete und dem amerikanischen THAAD-System, nicht verhindert werden.

    Nach Informationen der indischen Nachrichtenseite AP7AM reklamierte die jemenitische Huthi-Miliz den Angriff umgehend für sich.

    Der Sprecher der Gruppe, Yahya Saree, verkündete im Anschluss eine "umfassende Luftblockade" gegen Israel.

    Mehrere internationale Fluggesellschaften, darunter Lufthansa, Swiss und Brussels Airlines, strichen daraufhin ihre Flüge nach Israel, wie CNN berichtet.

    Ein grundsätzliches Problem

    Der Vorfall offenbart ein grundsätzliches Problem, mit dem die USA und ihre Verbündeten seit Monaten konfrontiert sind: Trotz intensiver Luftangriffe, dem Einsatz modernster Waffentechnologie und nach Angaben von CNN Kosten von fast einer Milliarde US-Dollar allein in den ersten drei Wochen der aktuellen Militäroperation, gelingt es den USA nicht, die Luftüberlegenheit über dem Jemen zu erlangen.

    Die Huthi behalten die Fähigkeit, Ziele in großer Entfernung anzugreifen – sei es Schifffahrt im Roten Meer oder nun auch zivile Infrastruktur in Israel. Sie behaupten zudem, für den Angriff auf den Flughafen Ben Gurion eine Hyperschallrakete eingesetzt zu haben.

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    Die Kampagne der Huthi und die Luftangriffe der USA

    Die Kampagne der Huthi im Roten Meer hat erhebliche Auswirkungen auf die globale Schifffahrt. Seit Oktober 2023 haben die jemenitischen Kämpfer nach Angaben von CNN mehr als 170 Angriffe auf US-Kriegsschiffe im Roten Meer durchgeführt.

    Allein in den letzten sechs Wochen starteten die Huthi demnach 77 Kamikazedrohnen, 30 Marschflugkörper, 24 ballistische Mittelstreckenraketen und 23 Boden-Luft-Raketen – entweder gegen US-Streitkräfte, gegen Seeziele im Roten Meer oder gegen Israel.

    Die USA haben seit dem 15. März über 900 Luftangriffe im nördlichen und zentralen Jemen durchgeführt, so die türkische Nachrichtenagentur Ilkha. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden dabei über 700 Ziele angegriffen.

    Laut dem US-Zentralkommando Centcom ist die Zahl der Starts ballistischer Raketen durch die Huthi um 87 Prozent und die Angriffe mit Einweg-Drohnen um 65 Prozent zurückgegangen, seit diese Operationen begonnen haben.

    Dem gegenüber berichtet CNN, dass nach Einschätzung von US-Geheimdiensten die wochenlangen Bombardierungen wenig an der Fähigkeit der Huthi geändert haben, weiterhin Raketen auf US-amerikanische und kommerzielle Schiffe im Roten Meer und auf Israel abzufeuern. Ebenso sei die Kommando- und Kontrollstruktur der Miliz weitgehend intakt geblieben.

    Das Waffenarsenal der Huthi

    Das Waffenarsenal der Huthi ist deutlich leistungsfähiger, als es westliche Militärstrategen lange angenommen haben. Wie das Wilson Center berichtet, hat der Iran seit mindestens 2009 zunehmend komplexere Waffen an die Huthi geliefert.

    Ab 2015 begann die Quds-Einheit, der Auslandsarm der Iranischen Revolutionsgarden, Raketenkomponenten zur lokalen Montage zu schicken. Sie nutzen dabei auch eine Kombination aus Komponenten aus dem Iran und kommerziell verfügbaren Teilen, um die Drohnen vor Ort herzustellen.

    Diese Waffen – zusammen mit Training und militärischen Beratern – halfen dabei, die einstige Stammesmiliz in eine gut bewaffnete und disziplinierte Kampftruppe zu verwandeln.

    Die Huthi-Miliz verfügt mittlerweile über Raketen mit behaupteten Reichweiten von bis zu 2.000 Kilometern und Drohnen mit angeblichen Reichweiten von bis zu 2.500 Kilometern, wie das Wilson Center dokumentiert.

    Besonders bemerkenswert ist die Luftabwehrfähigkeit der Huthi. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ABNA verfügt die Bewegung über fortschrittliche einheimische Raketen wie Thaqeb, Barq, Fatir und Hatem mit mittlerer Reichweite, die in der Lage sind, Ziele in großen Höhen zu zerstören.

    Außerdem haben sie laut ABNA elektronische Ortungsgeräte hergestellt, die es ihnen ermöglichen, Ziele ohne aktive Radargeräte zu identifizieren und zu verfolgen.

    Luftabwehrraketen

    Wie das Fachmagazin The War Zone (TWZ) berichtet, haben die Huthi mehrere Arten von Luftabwehrraketen in ihrem Arsenal. Dazu gehören die Barq-1 und Barq-2, die im September 2023 öffentlich vorgestellt wurden.

    Nach Angaben der Huthi haben diese Raketen maximale Reichweiten von etwa 50 beziehungsweise 70 Kilometern und können Ziele in Höhen von bis zu 15 beziehungsweise 20 Kilometern bekämpfen.

    Eine besondere Bedrohung stellt das als "358" oder "SA-67" oder "Saqr" bekannte und von einem kleinen Strahltriebwerk angetriebene Luftabwehrsystem dar. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Hybriden aus Drohne ("Loitering Munition"), Marschflugkörper und Abfangrakete – ein völlig neues Flugabwehr-Design.

    Verluste der USA

    Besonders problematisch sind die Verluste an Drohnen vom Typ MQ-9 Reaper. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Ilkha haben die Huthi allein in weniger als sechs Wochen sieben dieser hoch entwickelten Drohnen abgeschossen – Kostenpunkt pro Stück: etwa 30 Millionen Dollar.

    Die iranische Nachrichtenagentur ABNA berichtet sogar, dass die Huthi seit Dezember 2023 insgesamt 21 Reaper abgeschossen haben sollen.

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    Diese Verluste beeinträchtigen die amerikanische Strategie erheblich. Laut CNN wollten die USA innerhalb von 30 Tagen die Luftüberlegenheit über den Jemen erlangen und die Luftabwehrsysteme der Huthi so weit schwächen, dass sie in eine neue Phase eintreten könnten.

    Diese sollte sich auf die verstärkte Aufklärung und Überwachung hochrangiger Huthi-Führer konzentrieren, um diese gezielt zu töten. Doch die Plattformen, die für diese Aufgabe am besten geeignet sind – die MQ-9 Reaper-Drohnen –, funktionieren im Jemen nicht.

    USA: Hohes strategisches Risiko

    Die Reaktion der USA besteht unter anderem im Einsatz hochmoderner Kampfflugzeuge. Wie Bulgarian Military berichtet, setzen die USA F-35C Jets von Bord des Flugzeugträgers Carl Vinson ein. Diese führen Angriffe mit 2.000-Pfund-GBU-31-Präzisionsbomben und AGM-154 Joint Standoff-Waffen gegen von Iran unterstützte Huthi-Ziele im westlichen Jemen durch.

    Mit dem Einsatz bemannter Jets gehen die USA zugleich ein hohes strategisches Risiko ein: Der Abschuss eines F-35-Kampfflugzeugs durch eine Rebellengruppe wäre nicht nur ein erheblicher militärischer Verlust, sondern auch ein symbolischer Rückschlag – die Glaubwürdigkeit westlicher Luftüberlegenheit würde auf dem Spiel stehen.

    Technologie am Limit – Wie eine Rebellenmiliz die US-Luftmacht entzaubert

    Der konstante Verlust hochmoderner Drohnen offenbart schon jetzt eine strategische Niederlage für die USA, die weit über den Jemen hinausreicht. Das Unvermögen der weltgrößten Militärmacht, eine Rebellengruppe effektiv zu bekämpfen, kann ihre militärische Glaubwürdigkeit stark in Frage stellen.

    Denn trotz des Einsatzes modernster Militärtechnologie, einschließlich Tarnkappenbomber und Kampfjets der fünften Generation, haben die USA es nicht geschafft, die Luftüberlegenheit über den Jemen zu erlangen.

    Auch der Vorfall am Ben-Gurion-Flughafen und das Versagen des amerikanischen THAAD-Systems (Terminal High Altitude Area Defense) ist militärisch brisant. Dieses hochmoderne Raketenabwehrsystem, das speziell für die Abwehr ballistischer Raketen entwickelt wurde und über eine Milliarde Dollar pro Batterie kostet, konnte die Huthi-Rakete nicht abfangen.

    THAAD gilt als eine der fortschrittlichsten Komponenten der US-Raketenabwehr und wird auch in Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien eingesetzt. Dass dieses Prestigesystem gegen eine Rakete einer Rebellengruppe versagte, ist ein weiteres Alarmsignal für die Grenzen technologischer Überlegenheit in modernen Konflikten.

    Die Schwierigkeiten, denen die USA im Jemen begegnen, finden eine überraschende Parallele im Ukraine-Konflikt: Auch Russland mit seinem umfangreichen Arsenal an Kampfflugzeugen und Präzisionswaffen kann keine vollständige Luftüberlegenheit über die gesamte Ukraine erreichen.

    Doch anders als die Huthi-Rebellen im Jemen verfügt die Ukraine über die kampfstärkste Luftabwehr Europas mit einer Kombination aus sowjetischen und modernsten westlichen Systemen. Während Russland also gegen ein staatliches Militär mit großer westlicher Unterstützung kämpft, scheitern die USA an einer regional begrenzten Rebellengruppe.

    Dass die Huthi der US-Luftwaffe ähnlich zusetzen können wie ein reguläres Militär, zeigt, wie sehr sich die Kriegsführung verändert hat. Die Fähigkeit, hochmoderne Kampfflugzeuge und Drohnen abzuwehren, ist nicht mehr allein großen Militärmächten vorbehalten. Dies stellt etablierte Militärdoktrinen, die auf der Annahme der Luftüberlegenheit basieren, grundsätzlich infrage.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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    Ukraine-Krieg: Ukrainische Seedrohnen – Die neuen Seewölfe des 21. Jahrhunderts

    telepolis.de, vom 05. Mai 2025


    Ukrainische Seedrohnen verändern den Seekrieg: Sie zerstören russische Jets und kontrollieren das Schwarze Meer. Wie geht der Kampf weiter? Analyse.

    Eine kleine unbemannte Seedrohne, ein russischer Kampfjet, ein gezielter Raketenschuss – und die Regeln des modernen Seekriegs werden neu geschrieben.

    Wie die ukrainische Militäraufklärung (HUR) berichtet, schoss eine unbemannte Überwasserdrohne vom Typ Magura V5 einen russischen Kampfjet vom Typ Su-30SM ab – etwa 50 Kilometer westlich des russischen Marinestützpunkts Noworossijsk.

    Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sei dies der erste dokumentierte Fall in der Militärgeschichte, bei dem ein Kampfflugzeug durch eine Seedrohne zerstört wurde.

    Der Marinekampfjet Su-30SM war von der Militärbasis Saki im Westen der Krim gestartet.

    Der Abschuss

    Das Kampfflugzeug wurde laut Eurasian Times offenbar mit einer angepassten Luft-Luft-Rakete vom Typ R-73 getroffen. Ein von der ukrainischen Militäraufklärung veröffentlichtes Video zeigt den Raketeneinschlag und die anschließende Zerstörung des Flugzeugs, wobei große Trümmerteile ins Meer stürzen.

    In einer exklusiven Mitteilung an The War Zone behauptete der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Generalleutnant Kyrylo Budanov, dass tatsächlich zwei Su-30-Kampfjets abgeschossen wurden.

    Diese unterschiedlichen Darstellungen konnten bisher nicht unabhängig verifiziert werden. "Die Quellenlage dazu ist noch nicht eindeutig", kommentiert auch das deutsche Militärblog Augen geradeaus! den bemerkenswerten Vorgang.

    Die neuen maritimen Plattformen der Ukraine

    Die Ukraine hat im Verlauf des Konflikts mit Russland eine beeindruckende Flotte unbemannter maritimer Plattformen entwickelt, die zu einem zentralen Element ihrer Seekriegsstrategie geworden sind. Diese Seedrohnen lassen sich in drei funktionale Kategorien einteilen: Kamikaze-Seedrohnen, Luftabwehr-Seedrohnen und Träger-Seedrohnen.

    Kamikaze-Seedrohnen wie die Magura-5 stellen die ursprüngliche und weitverbreitetste Variante dar. Diese etwa 5,5 Meter langen und 1,5 Meter breiten Plattformen sind mit Kohlefaser-Rümpfen ausgestattet, die sie radarunauffällig machen.

    Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 77 km/h und einer beachtlichen Reichweite von rund 800 Kilometern können sie bis zu 270 Kilogramm Sprengstoff transportieren. Ihr primärer Einsatzzweck ist der direkte Angriff auf Schiffe und Hafeninfrastrukturen, wobei sie nach dem Einschlag explodieren.

    Luftabwehr-Seedrohnen repräsentieren eine innovative Weiterentwicklung des Konzepts. Die Magura-7 wurde speziell für diese Aufgabe konzipiert und stellt laut dem ukrainischen Geheimdienstchef Budanov eine Spezialisierung der ursprünglichen Plattform dar.

    Gegenüber The War Zone erklärte er, dass diese Variante seit Januar 2025 mit verschiedenen Luftabwehrraketen, darunter die amerikanische AIM-9 Sidewinder und die russische R-73 (Nato-Code AA-11 Archer), ausgerüstet wurde. Diese Raketen mussten für den Einsatz von maritimen Plattformen erheblich modifiziert werden. Naval News berichtet, dass Großbritannien bei der Anpassung geholfen hat.

    Träger-Seedrohnen wie die Katran X1 haben eine völlig andere Funktion. Sie dienen als mobile Plattformen für den Transport und die Koordination kleinerer Drohnen, insbesondere FPV-Drohnen.

    Laut einem Bericht von Defense Express vom März 2025 kann die Katran X1 mehrere FPV-Drohnen transportieren und als Relaisstation fungieren, wodurch die Reichweite dieser kleinen Drohnen drastisch erhöht wird.

    Dies ermöglicht Präzisionsangriffe tief im russisch kontrollierten Gebiet und schafft Synergien zwischen verschiedenen unbemannten Systemen.

    Alle diese Systeme werden durch Satellitenverbindungen wie Starlink für Navigation und Kontrolle gesteuert.

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    Ukrainische Taktik: Koordinierte Einsätze von Seedrohnengruppen

    Die Ukraine hat bei ihren Seedrohnen-Operationen eine ausgeklügelte Taktik entwickelt. Nach Angaben von Eurasian Times setzen ukrainische Streitkräfte typischerweise Formationen von 20 bis 30 Seedrohnen ein, jede mit speziellen Aufgaben betraut.

    Diese maritimen Drohnenverbände bestehen aus verschiedenen Elementen: mit Luftabwehrraketen ausgestattete Einheiten, Aufklärungsdrohnen und bewaffnete Kamikaze-Drohnen. Laut Eurasian Times positionieren sich diese Drohnen oft unauffällig nahe der russischen Küste und lauern dort auf potenzielle Ziele. Ihre Fähigkeit, unentdeckt in russischen Gewässern zu operieren, deutet auf hochwertige Aufklärungsunterstützung hin.

    Bei der Operation gegen den russischen Su-30 Kampfjet am 2. Mai 2025 nutzten die ukrainischen Kräfte vermutlich eine bewährte Strategie: Einige Drohnen dienten als Köder, um russische Luftabwehrreaktionen zu provozieren.

    Als der Kampfjet zur Verfolgung ansetzte, flog er in einen vorbereiteten Hinterhalt, wo Drohnen mit R-73-Raketen bereitstanden. Diese Methode ähnelt der Taktik, die bereits beim Abschuss eines Mi-8-Hubschraubers Ende 2024 zum Einsatz kam.

    Neben Angriffen auf Luftziele hat die Ukraine auch russische Boden-Luftabwehrsysteme ins Visier genommen. Laut Bulgarian Military veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst am 1. Mai 2025 Aufnahmen von FPV-Drohnenangriffen auf S-300V-Luftabwehrsysteme und Radaranlagen auf der Krim.

    Unter den Zielen befanden sich ein S-300V-Startgerät sowie Obzor-3-, Kasta-2E2-, ST-68- und Imbir-Radaranlagen – wichtige und teure Komponenten des russischen Luftabwehrnetzwerks.

    Mögliche internationale Unterstützung

    Die Entwicklung der ukrainischen Seedrohnen profitiert offenbar von internationaler Hilfe. Wie Naval News berichtet, war Großbritannien an der Entwicklung der "Sea Dragon"-Raketen beteiligt, während die landgestützte Variante unter dem Namen "Gravehawk" bekannt ist.

    Die Anpassung amerikanischer AIM-9 Sidewinder-Raketen für den Einsatz auf Seedrohnen deutet zudem auf US-Unterstützung hin.

    Am Tag des Su-30-Abschusses berichtete der russische Telegram-Kanal ZHIVOV Z von einem amerikanischen P-8A-Poseidon-Aufklärungsflugzeug im rumänischen Luftraum, das möglicherweise Echtzeit-Informationen über russische Bewegungen lieferte.

    Russische Gegenmaßnahmen

    Russland hat auf die ukrainischen Seedrohnenangriffe mit einem mehrschichtigen Verteidigungssystem reagiert. Nach Angaben des ukrainischen Marinekommandeurs Vizeadmiral Oleksiy Neizhpapa, zitiert von Bulgarian Military, hat Russland ein gestaffeltes Abwehrsystem entwickelt, das Seedrohnen zunehmend daran hindert, wichtige Gebiete wie die Bucht von Sewastopol zu infiltrieren.

    Diese Abwehr beruht auf einem dreistufigen Ansatz: Fernaufklärung zur frühzeitigen Erkennung, Mittelstreckenüberwachung zur Verfolgung und Nahbereichswaffen zur Bekämpfung. Russland setzt verschiedene technische Mittel ein, darunter Küstenradar, Aufklärungsdrohnen wie die Orlan-10 und Hubschrauberpatrouillen mit Wärmebildkameras.

    Eine weitere Entwicklung ist der Einsatz russischer FPV-Drohnen gegen ukrainische Seedrohnen. Laut dem X-Kanal AMK Mapping haben russische Spezialkräfte erfolgreich FPV-Drohnen eingesetzt, um ukrainische Seedrohnen westlich der Krim zu versenken. Dabei lieferten Aufklärungsdrohnen zunächst Zieldaten, bevor die FPV-Drohnen zum Angriff übergingen.

    Paradigmenwechsel in der maritimen Kriegsführung und internationale Reaktionen

    Die Entwicklungen im Schwarzen Meer signalisieren einen fundamentalen Wandel in der modernen Seekriegsführung. Seedrohnen stellen eine asymmetrische Bedrohung für konventionelle Seestreitkräfte dar.

    Denn die wirtschaftliche Diskrepanz ist frappierend: Ein russisches Kriegsschiff oder Luftabwehrsystem kostet mehrere zehn Millionen Dollar, während eine Seedrohne, die erheblichen Schaden anrichten kann, für einen Bruchteil dieses Betrags gebaut werden kann. Diese Asymmetrie ermöglicht es kleineren Marinestreitkräften, unverhältnismäßig großen Schaden anzurichten.

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    Historisch betrachtet gibt es Parallelen zu anderen Wendepunkten in der Seekriegsführung. Während des Ersten Weltkriegs erschütterten U-Boote die Dominanz von Schlachtschiffen. Ende des 19. Jahrhunderts stellten Torpedoboote – schnelle, leichte Fahrzeuge mit selbstgesteuerten Torpedos – die damaligen Seemächte vor ähnliche Herausforderungen.

    Dennoch setzen die großen Seemächte weiterhin auf schwer bewaffnete Großschiffe. Nach Angaben der Asia Times entwickeln die USA, Japan und China in einem Wettlauf ähnlich dem britisch-deutschen Flottenaufbau vor dem Ersten Weltkrieg große, schwer bewaffnete Raketenkriegsschiffe für eine potenzielle entscheidende Konfrontation auf See.

    Japan plant ein Programm für neue Lenkwaffenzerstörer, während die US-Navy das DDG(X)-Programm als Ersatz für ihre alternden Kreuzer entwickelt. Mit Kosten von bis zu 4,4 Milliarden Dollar pro Schiff plant die US-Marine den Bau von insgesamt 28 dieser Schiffe, wobei die Produktion frühestens 2034 beginnen dürfte.

    China hat derweil bereits acht Schiffe des Typs 055 Kreuzer in Dienst gestellt und eine zweite Produktionscharge gestartet. Mit Kosten von jeweils etwa 827,4 Millionen Dollar sind diese Schiffe deutlich kostengünstiger als ihre amerikanischen Pendants.

    Fazit: Zukunft der maritimen Drohnentechnologie

    Die ukrainischen Innovationen im Bereich der Seedrohnen könnten die Zukunft der Seekriegsführung grundsätzlich verändern. Der Abschuss des russischen Kampfjets durch eine Drohne markiert einen Wendepunkt, vergleichbar mit dem Aufkommen von U-Booten oder Torpedos in früheren Epochen.

    Die Entwicklung spezialisierter maritimer Drohnenplattformen – von Kamikaze-Seedrohnen über Luftabwehr-Seedrohnen bis hin zu Träger-Seedrohnen – zeigt, wie schnell dieses neue Waffensystem diversifiziert wurde.

    Bemerkenswert ist nicht nur die technische Innovation, sondern auch die taktische Anpassungsfähigkeit, mit der die Ukraine diese Systeme koordiniert einsetzt.

    Die Lehren aus dem Ukraine-Konflikt stellen die traditionelle Marinestrategie großer Seemächte grundsätzlich infrage. Während China, die USA und Japan Milliardensummen in immer größere und schwerere Kriegsschiffe investieren, demonstrieren die Ereignisse im Schwarzen Meer die potenziell spielverändernde Wirkung kostengünstiger Drohnentechnologie.

    Diese Entwicklung stellt die Dominanz traditioneller Militärmächte infrage, die massiv in große, teure Plattformen investiert haben. So kann die russische Schwarzmeerflotte im Moment als neutralisiert gelten. Doch auch den USA gelingt es im Kampf gegen die Huthi im Roten Meer nicht, der asymmetrischen maritimen Bedrohung wirksam zu begegnen.

    Info: https://www.telepolis.de/features/Ukraine-Krieg-Ukrainische-Seedrohnen-Die-neuen-Seewoelfe-des-21-Jahrhunderts-10371056.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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    aus e-mail von Willi Rester, 7. Mai 2025, 13:30 Uhr


    Servus,


    ein wesentlicher Grund für den 2%-Beschluß der NATO war die Finanzierung

    der zukünftigen Kampfstrategie FCAS, eine vorrangig luftgestütze

    Feindbekämpfung. Die dafür logische Voraussetzung: fast völlige

    Luftüberlegenheit.


    Diese Strategie baute u.a. auf den Erfahrungen  mit der Überwachungs-

    und Kampfdrohne Reaper auf. Unter Präsident Obama begann damals die

    weltweite Ermordung von Terroristen und anderen durch aus der USA

    ausgelösten Raketenabschuß, dafür notwendig die Relaisstation in

    Ramstein. Wir hatten dazu mal das Plakat "Obama wanded for murder"

    entwickelt.


    Nun haben die Huthi-Milizen in Jemen in den letzten 6 Wochen alleine 7

    Reaper-Drohnen abgeschossen, Stückpreis 30 Mio Dollar (Angaben der

    türkischen Nachrichtenagentur Ilkha), laut der iranischen

    Nachrichtenagentur ABNA sollen es seit Dez. 23 scon 21 Stück gewesen sein.


    Außerdem haben die Huthi-Milizen am Sonntag den israelischen Flughafen

    Ben-Gurion angegriffen, nach eigenen Angaben mit einer

    Hyperschall-Rakete. Wichtig ist: trotz der modernsten Luftabwehr konnte

    die (erkannte) Rakete nicht abgefangen werden. Zur Abwehr war u.a. eine

    aus USA stammende THAAD-Batterie, die modernste Luftabwehr derzeit.

    Stückpreis: 1 Mrd US-Dollars


    Die Huthi haben von Iran etliches Militärgerät bezogen, aber auch

    Eigenentwicklungen. U.a. das als "358" oder "SA-67" oder "Saqr" bekannte

    und von einem kleinen Strahltriebwerk angetriebene Luftabwehrsystem.

    Wahrscheinlich handelt es sich um einen Hybriden aus Drohne ("Loitering

    Munition"), Marschflugkörper und Abfangrakete – ein völlig neues

    Flugabwehr-Design.


    Die USA verfolgen bei ihren Angriffen gegen die Huthi-Milizen die

    gleiche Strategie wie gegen den IS im Irak oder gegen Sadam Husseins

    Irak selbst - was wiederum die Grundlage für die Festlegung auf FCAS

    war. Nach dreisig Tagen sollte die Luftüberlegenheit über Jemen

    hergestellt sein, damit die einheimischen Bodentruppen den Rest in

    Angriff hätten nehmen können. Von einer Luftüberlegenheit ist das

    US-Militär weit entfernt. 900 Luftangriffe seit März 2025 hat die

    US-Luftwaffe geflogen und noch keinen entscheidenden Fortschritt

    gemacht. Die Kosten für Munition und Flüge lassen sich nur schwer

    schätzen, aber eine Milliarde US-Dollar reichen nicht mehr.



    Wenn eine einstmals erfolgreiche Militärstrategie nun so zum

    militärischen Rohrkrepierer wird, werden sich die Strategen eben auch

    fragen, ob eine darauf basierende Neuausrichtung und -ausstattung der

    gesamten NATO sinnhaftig ist.


    Nachdem im Ukraine-Krieg bereits die bisherigen Großgeräte Kampfpanzer

    und Schlachtschiffe in ihrer Wirkung fast gegen Null gekommen sind,

    zeigen die Huthi-Milizen nun der hochgerüsteten Luftwaffe ihre Grenzen auf.



    (Future Combat Air System  https://de.wikipedia.org/wiki/Future_Combat_Air_System)

    07.05.2025

    Lawrow: Fast ganz Europa vereint im Krieg gegen Russland

    freedert.online, vom 6 Mai 2025 18:00 Uhr

    So wie einst im Zweiten Weltkrieg ist heutzutage fast ganz Europa vereint, um unter dem Nazi-Banner den Krieg gegen Russland zu führen, meint Außenminister Sergei Lawrow. Europa unterstützt das "rassistische und antirussische Regime" in der Ukraine.


    Lawrow: Fast ganz Europa vereint im Krieg gegen RusslandQuelle: TASS © Sergei Fadejit

    schew


    Der russische Außenminister Sergei Lawrow am 6. Mai 2025 in Moskau


    Fast alle europäischen Länder haben sich im Krieg gegen Russland zusammengeschlossen. Dies hat der russische Außenminister Sergei Lawrow während einer Gedenkveranstaltung im Vorfeld des 80. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg erklärt. Im Hauptgebäude des Außenministeriums in Moskau fand am Dienstag die Kranzniederlegung an den Gedenktafeln für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen diplomatischen Mitarbeiter statt.


    Peskow: Russland konnte US-Lend-Lease nur unter Putin zurückzahlen





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    In seiner Rede bei der Veranstaltung erinnerte Lawrow an die Politik der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs, als Moskau Koalitionen auf Basis seiner Interessen und ohne Naivität aufgebaut hatte. Diese Lehren der Vergangenheit seien auch heutzutage von Bedeutung, wenn fast ganz Europa zu den Waffen greife und unter dem Nazi-Banner den Krieg gegen Russland noch einmal begonnen habe.

    Lawrow verwies hierbei auf die europäische Unterstützung für das "offensichtlich rassistische und antirussische Regime" des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij, das Fackelzüge durchführe und Soldaten mit Emblemen der Nazi-Divisionen in die Metzelei schicke.

    Darüber hinaus zeigte sich der Minister sicher, dass sein Ministerium die russische Außenpolitik, wie sie von Präsident Wladimir Putin ausgelegt worden war, umsetzen würde. Als grundlegende Prinzipien des außenpolitischen Kurses sehe Moskau die Beachtung seiner legitimen und lebenswichtigen Interessen auf der internationalen Bühne sowie die Kooperation mit denjenigen Ländern, die für eine gerechte und gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit bereit seien, erinnerte Lawrow.

    Im April hatte der Außenminister die Verhandlungen zwischen Russland und den USA als Rückkehr zur Normalität bezeichnet. Moskau spreche sich dabei für einen gleichberechtigten Dialog mit Washington aus. Die Beziehung mit den USA würde Russland transparent und nicht zum Nachteil anderer Verbindungen zu strategischen Partnern und Gleichgesinnten entwickeln.


    Mehr zum Thema – Medwedew: "Echte Entnazifizierung müsste ganz Europa umfassen"


    Screenshot_2025_05_07_at_12_36_36_Lawrow_Fast_ganz_Europa_vereint_im_Krieg_gegen_Russland_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6sq97v-europa-will-seinen-eigenen-weg-gehen-gegen-russland.html

    Dauer 7:45 min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/244277-lawrow-fast-ganz-europa-vereint/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.05.2025

    Kaschmir-Konflikt eskaliert weiter – Tote und Verletzte nach militärischem Schlagabtausch

    freedert.online, 7 Mai 2025 11:55 Uhr

    Mit der Operation Sindoor will Indiens Militär gegen Terroristen im benachbarten Pakistan vorgegangen sein. Islamabad reagierte mit einem Raketenangriff. Behörden beider Länder berichten von Dutzenden Opfern infolge des militärischen Schlagabtauschs.


    © AP Photo/Manish Swarup


    Der indische Außenminister Vikram Misri, unten rechts, spricht auf einer Pressekonferenz, nachdem Indien im Rahmen der Operation Sindoor mehrere Standorte in pakistanisch kontrolliertem Gebiet mit Raketen angegriffen hat. Neu-Delhi, 7. Mai 2025.


    Die Lage zwischen Indien und Pakistan spitzt sich weiter zu. In der Nacht zum 7. Mai hat die indische Armee die Operation Sindoor durchgeführt, die sich "gegen die terroristische Infrastruktur in Pakistan" gerichtet haben soll. Das indische Verteidigungsministerium erklärte, dass terroristische Angriffe auf Indien "von Pakistan aus geplant und gesteuert" würden.

    Laut den indischen Streitkräften sei die Operation eine Vergeltungsmaßnahme für den Terroranschlag vom 22. April im Baisaran-Tal in der Nähe von Pahalgam im indischen Unionsgebiet Jammu und Kaschmir gewesen. Bei der Attacke wurden 25 Inder und ein nepalesischer Staatsbürger getötet.

    In einem Beitrag auf X, in dem es den Beginn der Operation ankündigte, schrieb das indische Militär: "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan."

    Das indische Verteidigungsministerium teilte offiziell mit, dass insgesamt neun Einrichtungen "in Pakistan und dem von Pakistan besetzten Jammu und Kaschmir" mit Raketen angegriffen wurden.

    Neu-Delhi betonte, dass es sich bei den Zielen nicht um Anlagen der pakistanischen Armee handelte: "Es wurden keine pakistanischen Militäreinrichtungen angegriffen. Indien hat bei der Auswahl der Ziele und der Art der Ausführung erhebliche Zurückhaltung geübt."


    Medien: Pakistan fehlt Munition - wegen Lieferungen an die Ukraine





    Medien: Pakistan fehlt Munition - wegen Lieferungen an die Ukraine






    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ani seien die Ziele der indischen Angriffe die Anführer der islamistischen Terrorgruppen Jaish-e Mohammed und Lashkar-e Toiba gewesen. Wie es heißt, seien alle Angriffe vom indischen Staatsgebiet aus unter Einsatz von Präzisionswaffen durchgeführt worden.

    Informationen, wonach die Angriffe vom indischen Territorium aus durchgeführt worden seien, wurden vom pakistanischen Außenministerium bestätigt, das Neu-Delhi in einer Erklärung beschuldigte, die Souveränität Pakistans verletzt zu haben.

    Behörden in Pakistan erklärten, die Armee des Landes habe fünf indische Kampfjets abgeschossen, darunter zwei Rafale-Jets.

    Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hat die Attacke seitens der indischen Armee als einen Akt der Aggression bezeichnet. "Der heimtückische Feind hat einen feigen Angriff auf fünf Orte in Pakistan verübt. Dieser abscheuliche Akt der Aggression wird nicht ungestraft bleiben. Pakistan hat jedes Recht, auf diesen unprovozierten Angriff Indiens entschlossen zu reagieren – eine entschlossene Reaktion ist bereits im Gange", schrieb Sharif auf X.

    Unterdessen hat Pakistan seinen Luftraum für 48 Stunden geschlossen und damit alle inländischen und internationalen Flüge ausgesetzt. Die Armee des Landes hat als Vergeltung Indiens Grenzgebiete in Kaschmir angegriffen. Die pakistanische Armee schlug zurück, indem sie den Standort einer Brigade der indischen Streitkräfte zerstörte, so eine Quelle gegenüber dem Fernsehsender Samaa TV. Wie es heißt, hätten die Angriffe mehreren Zielen "in feindlichen Stellungen" gegolten.

    In einer offiziellen Stellungnahme vom Mittwoch erklärte das pakistanische Außenministerium, Indiens "rücksichtslose Aktionen" hätten die atomar bewaffneten Staaten näher an einen größeren Konflikt gebracht. Staatschef Sharif berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsausschusses ein. Über die Provinz Punjab wurde der Ausnahmezustand verhängt.

    Die indische Polizei meldete zehn Tote und 48 Verletzte bei Angriffen der pakistanischen Streitkräfte auf Kaschmir. Pakistan meldete 26 Tote und 46 Verletzte nach Angriffen der indischen Armee. Neu-Delhi betonte, dass die Angriffe nicht pakistanischen Armeeeinrichtungen gegolten hätten. Wie die Zeitung The Economic Times of India mitteilt, seien die Ziele der nächtlichen Attacken neun "Terroristenlager und Trainingszentren" in Pakistan und im von Islamabad kontrollierten Kaschmir gewesen.

    Pakistan erklärte, es halte sich an die Kriegsgesetze und schlage ausschließlich gegen militärische Ziele zu. Verteidigungsminister Khawaja Asif sagte am Mittwochmorgen, sein Land hege keine Feindseligkeit gegenüber Indien und werde die Spannungen beenden, wenn Indien nachgebe. Wenn Pakistan angegriffen werde, werde es Vergeltung üben, so Asif.

    Moskau zeigte sich sehr besorgt über die Verschärfung der militärischen Konfrontation. Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte:

    "Wir appellieren an die beteiligten Parteien, Zurückhaltung zu üben, um eine weitere Verschlechterung der Lage in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die Unstimmigkeiten zwischen Neu-Delhi und Islamabad mit friedlichen, politischen und diplomatischen Mitteln beigelegt werden."


    Mehr zum Thema – Kaschmir-Konflikt eskaliert: Indien feuert Raketen auf "terroristische Ziele" in Pakistan ab


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    Video https://rumble.com/v6t1ddd-un-chef-an-indien-und-pakistan-es-gibt-keine-militrische-lsung.html Dauer 1:26 min


    UN-Generalsekretär António Guterres hat sich am Montag zu den Spannungen zwischen Indien und Pakistan geäußert. Er rief zur Zurückhaltung auf, nachdem die Spannungen nach einem tödlichen Anschlag in Pahalgam gefährliche Ausmaße angenommen haben.

    Der UN-Generalsekretär warnte, dass die atomar bewaffneten Nachbarn eine Konfrontation riskieren, die leicht außer Kontrolle geraten könnte, und betonte, dass eine militärische Lösung keine Lösung sei. Guterres bot eine Vermittlung durch die Vereinten Nationen an, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

    Mehr dazu auf unserer Webseite: https://rtde.expert/international/244146-medienbericht-pakistan-fehlt-munition-wegen/


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/asien/244339-kaschmir-konflikt-tote-und-verletzte/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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