Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
28.05.2025

Lawrow: Neue Gesprächsrunde zwischen Russland und Ukraine steht bevor

freedert.online, 28 Mai 2025 10:45 Uhr

Der Termin für eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland und der Ukraine wird in "sehr naher Zukunft" bekannt gegeben. Das teilte der russische Außenminiser Sergei Lawrow mit. Er fügte hinzu, dass Moskau weiterhin auf die Aufhebung der "diskriminierenden Gesetze" sowie auf den neutralen Status der Ukraine bestehen werde.


Lawrow: Neue Gesprächsrunde zwischen Russland und Ukraine steht bevor

Der Termin für die nächste Gesprächsrunde zwischen Russland und der Ukraine werde in "sehr naher Zukunft" bekannt gegeben, sagte Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen hoher Vertreter zu Sicherheitsfragen.

Er betonte, Moskau werde weiterhin auf der Abschaffung aller "diskriminierenden Gesetze" bestehen, so wie es bei den ersten direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine seit drei Jahren am 16. Mai in Istanbul der Fall war.

Außerdem sei die Bedingung der russischen Seite für die Beilegung des Konflikts die Rückkehr der Ukraine zu einem neutralen, bündnisfreien und atomwaffenfreien Status, fügte Lawrow hinzu.

Der Minister betonte, dass der "Auslöser" des Konflikts die Osterweiterung der NATO sei, auch auf Kosten einer möglichen Mitgliedschaft der Ukraine.

"Verhandlungen sind besser als Krieg, aber um Erfolg zu erzielen, und davon sind wir zutiefst überzeugt, ist es notwendig, die Ursachen des Konflikts zu beseitigen, wie der russische Präsident wiederholt betont hat", sagte Lawrow.

Mehr Details in Kürze...


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/europa/246189-lawrow-neue-gespraechsrunde-zwischen-russland-ukraine-steht-bevor/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.05.2025

Der tägliche Wahnsinn: Respekt von Heidi Reichinnek: Baerbock ist eine unfassbar intelligente Frau

freedert.online, 28 Mai 2025 09:28 Uhr

"Schöne neue Welt" oder einfach nur der normale Irrsinn? Täglich ist man als Medienkonsument mit Meldungen aus allen möglichen Themenbereichen konfrontiert, die man vor wenigen Jahren noch als Satire verbucht hätte. Wir präsentieren hier in loser Folge eine kleine Auswahl aktueller Fälle.


Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Partei Die Linke, als gutgelaunter Gast auf der Digitalmesse re:publica, Berlin, 28.05.25

Der tägliche Wahnsinn: Respekt von Heidi Reichinnek: Baerbock ist eine unfassbar intelligente FrauQuelle: Legion-media.ru ©



Eventpress


  • 28.05.2025 09:28 Uhr

09:28 Uhr

Respekt von Heidi Reichinnek: Baerbock ist eine unfassbar intelligente Frau

In Berlin fand erneut die re:publica-Konferenz statt, eine Veranstaltung von und für Blogger und Internetaktivisten, gegründet im Jahr 2007. Über die Jahre rückte und robbte man inhaltlich, bezogen auf die geladenen Panel-Gäste, immer mehr an das Regierungsviertel heran. Auf einer der diversen Bühnen waren daher auch dieses Jahr zwei Spitzenstars der neuen Politikergeneration geladen. Die Welt-Zeitung fasst sehr schön zusammen:

"Auf der Digitalkonferenz re:publica ist nichts zu spüren von einem Ende der 'Woke'-Kultur. Ricarda Lang und Heidi Reichinnek werden hier wie Superstars gefeiert. Die beiden träumen schon von Rot-Rot-Grün […] zwischen Messeständen von YouTube, Google, Bundesnetzagentur, ARD und ZDF wird eine Feel-Good-Atmosphäre geschaffen, die die 'Generation XYZ', so das diesjährige Konferenzmotto, durch die Vier-Tage-Woche trägt – mit Hängematten, einem Wunschbaum und einem Bällebad."

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Partei Die Linke, hatte also einen Wohlfühlauftritt, den sie auch mehr als genoss und für ihre gefürchteten Phrasen und Plattitüden schamlos ausnutzte. Ihre Strategie lautet: Sehr, sehr schnell reden. Sehr, sehr viel Inhalte in lange – zu Tode gegenderte – Sätze einbauen, sodass am Ende nur eins in Erinnerung blieb: Die Linkenpartei unter Führung von Reichinnek rettet uns (m, w, d), schützt vor der bösen AfD, also alten weißen Männern und auch noch vor dem Klimawandel und das alles mit einem strahlenden Lachen und anstrengender permanenter guter Laune. Zusammengefasst im größenwahnsinnigen Originalzitat:

"Wir provozieren, aber immer auf Basis der Wahrheit." 

Moderator Tobias Häusler gab dann folgende Einleitung zu Protokoll:

"Vor einem Jahr saß ich hier mit der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock und die hat hier eine flammende Rede für noch kräftigere Unterstützung, auch militärische Unterstützung, der Ukraine gesprochen und hat sich dafür Riesenapplaus abgeholt. Hätten sie [Reichinnek] mit geklatscht?"

Die Linken-Vorsitzende erklärte wörtlich:

"Wir haben ja eine klare Parteiposition […] wir sind gegen Waffenlieferungen, wir sind für diplomatische Lösungen. Dazu gehört Druck auf die Oligarchen hinter Putin, internationale Aktionen unterstützen, Deserteure aufnehmen und so weiter, so […] ich hätte da nicht geklatscht, aber ich muss an der Stelle sagen, bei aller Kritik, die auch wir an Annalena Baerbock haben … was diese Frau ausgehalten hat, diese dreieinhalb Jahre. An Angriffen, gerade auch an sexistischen, also das ist wirklich krass, wie sie da durchgehalten hat und das ist eine unfassbar intelligente Frau, also das muss man hier mal auch ganz klar sagen."

Es erfolgte Riesenapplaus seitens der Anwesenden. Erkenntnisreiche Randanekdote:

Reichinnek erzählte vor ihrer Baerbock-Hymne über Diskussionen im Wahlkampf, "gerade mit jungen Menschen". Diese hätten ihr erklärt, sie könnten die Partei Die Linke nicht wählen, aufgrund der Positionierung der Partei zur Ukraine. Das könne sie aber "verstehen, das ist in Ordnung, weil dafür gibt es ja die Grünen, wählt die, das sind Demokrat:innen".

Als kommendes Ziel für die Linkspartei gab Reichinnek final im Rausch der Wahrnehmung die 20-Prozent-Marke aus.

  • 26.05.2025 10:35 Uhr

    10:35 Uhr

    Die Einheitsfront steht – Volksverpetzer, Campact und FragDenStaat fordern AfD-Verbot

    Das jüngst veröffentlichte Faeser-Pamphlet aus dem Bundesinnenministerium, getarnt als vermeintliches AfD-Gutachten, kann nach Betrachtung rein als zusammengeschusterte Zitatensammlung gewertet werden, die alleinig darauf abzielt, die größte Oppositionspartei samt Wählerschaft und Sympathisanten willkürlich zu diskreditieren (RT DE berichtete hier und hier).

    Der amtierende Innenminister Alexander Dobrindt stellte vergangene Woche vor Journalisten daher nüchtern fest, dass das aktuelle Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz entgegen der Auffassung seiner Amtsvorgängerin keine ernst zu nehmende sachliche Grundlage für ein AfD-Verbotsverfahren darstellt.

    Das Kartell der selbst ernannten wahren Demokraten im Land, die Aufklärer-Einheitsfront und Hohepriester der Deutungshoheiten, bekam wenig überraschend nach der Dobrindt-Mitteilung Schnappatmung, um umgehend mitzuteilen: "Wir liefern, was für ein Verbot fehlt".

    Die Webseite FragDenStaat informiert daher seit wenigen Tagen:

    "Der Verfassungsschutz stuft die AfD in seinem Gutachten als gesichert rechtsextrem ein. Das reicht nicht für ein Parteiverbot, sagt Innenminister Alexander Dobrindt. Darum übernehmen wir nun den Job und sammeln weitere Belege für ein umfassendes, unabhängiges Gutachten für ein Verbotsverfahren.

    FragDenStaat baut eine zentrale Beleg-Datenbank auf, gefüllt mit gerichtsfesten Nachweisen verfassungsfeindlicher Aktivitäten der AfD. Diese Datenbank dient als Arbeitsgrundlage für ein juristisches und unabhängiges Gutachten aus der Zivilgesellschaft, das klärt: Ist ein Verbot der AfD möglich? Und: Wie wahrscheinlich ist es? Wir bringen in den nächsten Monaten Licht ins Dunkel."

    Weil – "es kann nicht sein, was nicht sein darf", so die Wahrnehmung der auf der Seite aufgelisteten Unterstützer der erneuten Präsentation eines fraglichen Demokratieverständnisses. Die Deutungshoheit lautet:

    "Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Veröffentlichungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Die AfD ist völkisch-nationalistisch, rassistisch und antidemokratisch. In mehreren Bundesländern gilt sie bereits als rechtsextremistischer Verdachtsfall oder sogar als "gesichert rechtsextremistisch (…) Gemeinsam mit anderen Organisationen schaffen wir [FragDenStaat-Redaktion] darum eine umfassende Grundlage, um ein Parteiverbot zu prüfen."

    Die beteiligten, untergehakten Protagonisten – seit den dunklen Jahren der "Corona-Krise" dabei soweit bekannt und gefürchtet – lauten: 

    • Die NGO Campact, Mitgründer und Hauptgesellschafter des gemeinnützigen Unternehmens HateAid, das seit 2020 allein aus dem Familienministerium fast 2,5 Millionen Euro erhalten hat.
    • Die prämierten und regierungstreuen Denunzierungsprofis vom Volksverpetzer
    • Die Petitionsseite Innn.it, die seit Oktober des Vorjahres vergeblich gegen die AfD trommelt 

    • zudem eher unbekannt, der "Postmigrantische Jurist*innenbund und das Portal "Bleibt Stabil - gegen Hetze und Zusammenhalt"

    Zu den "Partner:innen" von "FagDenStaat" gehören laut Eigenauskunft unter anderem die Organisationen "Sea-Watch, Pro Asyl, Mehr Demokratie, Gesellschaft für Freiheitsrechte" und die "Deutsche Gesellschaft für Informationsfreiheit". 

  • 24.05.2025 09:55 Uhr

    09:55 Uhr

    "How to wehrhaft & fit" – Verfassungsschutz Niedersachsen "verteidigt" das Grundgesetz

    Im Vorjahr feierten das politische Berlin sowie der Regierung wohlgesonnene Medien am 23. Mai mal wieder das Grundgesetz. Das offizielle Motto lautete zum Jubiläumstag:

    "75 Jahre Grundgesetz – Ein Fest für die Demokratie"

    War da nicht etwas in den Jahren 2020 bis 2023? Egal, weiter geht es mit der "GeGe"-Erfolgsgeschichte. Ein Jahr später möchte das Social-Media-Team des Verfassungsschutzes Niedersachsen, als Bundesbehörde, erneut an die nachweislich seitens der Politik mehr als beliebig ausgelegten und umgesetzten Inhalte des Grundgesetzes erinnern, um in einem Instagram-Beitrag voll lustig, zeitgemäß, "easy peasy" und mit Zwinkersmiley mitzuteilen:

    "Grundgesetz & Friends – Jubiläumsfolge: How to wehrhaft & fit bleiben. Polizei entfacht bei GG beeindruckende Moves in Sachen Selbstverteidigung. 76 Jahre, keine fette Party? GG geht in die kritische Analyse. Verfassungsschutz teilt beunruhigende Entdeckung."

    Die VS-Mitarbeiterin, selbstbewusst, natürlich tätowiert und social-media-affin das Grundgesetz darstellend, erklärt im Video den Zuschauern:

    "Als Grundgesetz ist es echt schon wichtig, fit zu sein. Man sagt ja auch nicht umsonst: 'Wehrhafte Demokratie'. Um wehrhaft zu bleiben, muss ich im Training sein und dafür habe ich sogar eine Personal-Trainerin."

    Nämlich den ebenfalls schauspielerisch dargestellten Verfassungsschutz. Gibt es zu benennende Gegner des Grundgesetzes, außer der Politik selbst? Ja, natürlich, und so heißt es wörtlich "lustig" und todernst:

    "Ich hatte schon ein paar Jahre, in denen ich mich zurücklehnen konnte, aber jetzt hat sich das Ganze ein bisschen geändert und ich habe so ein paar Feinde. Also es gibt Leute, die wollen mich loswerden. Denen bin ich bestenfalls egal, obwohl ich auch genau für die da bin."

    Die nächsten Totschlagargumente pro "GeGe" lauten im Video mehr als erwartbar:

    "Jeder kann seine Meinung sagen. Das ist doch mega! Du kannst lieben, wen du willst. Jeder kann glauben, an wen oder was er will. Oder auch nicht, auch das ist absolut in Ordnung [sic]."

    Das Problem für "GeGe" lautet voll enttäuschend:

    "Ich checke einfach nicht, dass es Leute geben kann, die mich nicht abfeiern."

    Der jüngeren VS-Schauspielerin scheinen die Bilder aus Berlin vom 18. November 2020 nicht vorzuliegen, als sehr viele "Leute", also besorgte Bürger, das Grundgesetz aufrichtig verteidigen wollten #Infektionsschutzgesetz versus Aushebelung von Grundgesetzrechten im Land. Papperlapapp, die Belehrung der drei jungen VS-Darsteller Nr. 3 voll lustig mit Schlapphut und Brille  im Video lautet final in Zeiten mehr als beliebiger Behördengutachten:

    "Der Verfassungsschutz hat schon Recht. Die Bedrohung ist schon wirklich real. Deswegen muss ich auch immer genau hinsehen und einen Blick für alles haben."

  • 22.05.2025 10:42 Uhr

    10:42 Uhr

    Behördenirrsinn: Bei der Geburtenregistrierung kann man jetzt als Geschlecht der Mutter "männlich" angeben

    Das Nachrichtenportal Nius berichtet über die Irritation eines Mitarbeiters, der bei dem notwendigen Ausfüllen des "Antrags auf Beurkundung einer Auslandsgeburt im Geburtenregister" auf sehr woke und diverse Antwortvorgaben seitens der Behörde stieß.

    Offenkundig wird die politisch gewollt propagierte "Diversity" nunmehr bis in die Tiefen des Behördendschungels implementiert. Der Mitarbeiter formuliert dazu in dem Artikel:

    "Im offiziellen Formular des deutschen Geburtenregisterantrags – dem 'Antrag auf Beurkundung einer Auslandsgeburt im Geburtenregister' – findet sich bei der Kategorie 'Angaben über die leibliche Mutter' ein Feld, das stutzig macht. Wörtlich heißt es dort: weiblich / männlich / divers / keine Angaben."

    So heißt es exemplarisch auf einer Bundeswebseite: "Bitte drucken Sie das Antragsformular aus und füllen es sorgfältig aus". Für die Nius-Redaktion ergibt sich angesichts dieser nachweislichen Realitäten die schlichte Erkenntnis:

    "Behörden beugen sich der Queer-Doktrin – und machen aus Müttern Männer." 

    Von linkem Irrsinn zu Behörden-Realität: Das Geschlecht der Mutter ist jetzt auch in deutschen Ämtern offiziell Ansichtssache.https://t.co/9oltYacfpXpic.twitter.com/9v6XjmPCDV

    — NIUS (@niusde_) May 21, 2025

    Die Nius-Redaktion sollte allerdings hinsichtlich ihrer Formulierungen sehr genau aufpassen. Im aktuellen "Verfassungsschutzbericht Berlin - 2024" feiert diesmal explizit ein "Sonderthema" seine Premiere. Dieses lautet, über fünf der 140 Seiten ausgeführt:

    "Homophobie, Trans- und Queerfeindlichkeit in verfassungsfeindlichen Bestrebungen Berlins"

    Wörtlich heißt es unter dem Punkt "Zentrale Aussagen" (Seite 16):

    "Sowohl im traditionellen Rechtsextremismus als auch in der verfassungsschutzrelevanten 'Neuen Rechten' gelten Angehörige der LGBTQIA+-Community als eine Gefahr für vermeintlich (sic!) tradierte [althergebrachte] Werte, wie etwa ein heterosexuelles Familienbild, aber auch als eine Gefahr für Kinder, die durch Homosexuelle, queere Menschen und Transpersonen in ihrer sexuellen Orientierung und Identität beeinflusst und 'frühsexualisiert' werden würden."

  • 17.05.2025 14:50 Uhr

    14:50 Uhr

    "#transjugend" – Familienministerium fördert neues Portal mit Chance auf Selbsttest

    Die Ampelregierung war nachweislich ein wesentlicher politischer Förderer des woken Trans-Kults, der medial-politisch seit geraumen Jahren mit nötigender Brachialgewalt der Gesellschaft als individuelle Normalität verkauft werden soll.

    Exemplarisch wurde seitens der Ex-Bundesregierung im Januar 2022 erstmals ein "Queer-Beauftragter" ernannt, der im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) angesiedelt wurde.

    Seit dem Jahr 2015 existiert bereits, seit Jahren gefördert durch das BMFSFJ, der "Bundesverband Trans* (BVT*)". Zehn Jahre später unterstützt nun die frisch nominierte SPD-Politikerin und Familienministerin Karin Prien das seitens des BVT*-Bundesverbands initiierte Portal #transjugend. Die Website informiert für je nach Blickwinkel irritierte, orientierungslose und/oder schlicht junge Menschen:

    "Bist du jung und trans*? Weißt du das vielleicht selber nicht so genau? Hast du Fragen zu Labels, Pronomen oder Transition? Denkst du über ein Coming Out nach aber weißt nicht so richtig, wie? Dann bist du hier genau richtig! Auf dem #transjugend Portal findest du Infos zu trans* und nicht-binären Themen. Außerdem gibt es Erfahrungsberichte von anderen trans* Leuten, praktische Tipps, bestärkende Übungen und eine Sammlung von Angeboten in deiner Nähe."

    Der "Nepper-Schlepper-Transfänger-Service" offeriert vollkommen neutral die Möglichkeit der "Checkliste – Bin ich trans*?", inklusive der Chance auf einen Selbsttest in 13 Teilen. So lauten alltagsrelevante Fragen unter anderem:



  • oder:


    Die Steuerzahler finanzierten den Bedarf des "Bundesverbands Trans*" im Jahr 2023 mit "Zuwendungen oder Zuschüssen der öffentlichen Hand" in Höhe von rund 600.000 Euro.

  • 09:10 Uhr

    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ordnet Beflaggung mit "Regenbogenfahne" an

    Wie bereits im Vorjahr möchte auch das CDU-besetzte Präsidium des Berliner Reichstags sich unmissverständlich solidarisch zeigen mit den homosexuellen Bürgern (m,w,d) im Land. So heißt es auf der Webseite des Bundestags im Rahmen einer Erklärung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU):

    "Am 17. Mai werde ich in diesem Jahr auch auf dem Reichstagsgebäude neben der Bundesflagge und der Europaflagge die Regenbogenfahne wehen lassen."

    Zudem erklärt Klöckner, als Zeichen der dezenten Abgrenzung rot-grüner "Total-Identifikation" vergangener Jahre:

    "Ich habe zudem entschieden, dass dies der einzige Anlass sein wird und eine entsprechende Beflaggung sich nicht auch auf den Christopher-Street-Day erstreckt, der als Tag der Versammlung, des Protests und der Feier von seiner kraftvollen Präsenz auf den Straßen lebt. An diesem Tag wird die Regenbogenflagge zurecht auf vielfältige Weise durch die Menschen selbst getragen und verbreitet, nicht durch die Institution Bundestag."

    Die Webseite queer.de formuliert zum Ereignis in voller Gänze niedergeschriebener Individualität:

    "Der Bundestag wird am Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) an diesem Samstag die Regenbogenflagge hissen – am Christopher Street Day (CSD) soll das Symbol der queeren Community dagegen dort nicht mehr zu sehen sein."

    Die eindeutige Kritik an der erweiterten Erklärung Klöckners lautet:

    "Klöckner gilt als Gegnerin von LGBTI-Rechten, die in der Vergangenheit auch populistisch gegen queere Menschen Stimmung machte. So bezeichnete sie 2022 einen Text über trans Menschen im "Regenbogenportal" der Bundesregierung als "irre"."

    Der Artikel erinnert melancholisch an zurückliegende Realitäten:

    "Im Juli 2022 wurde anlässlich des CSD in Berlin zum ersten Mal in der Geschichte die Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude gehisst (queer.de berichtete). Die damalige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hatte die Flaggenhissung angekündigt und erklärt, dass dies die Sichtbarkeit des Bekenntnisses zu Vielfalt und Diversität noch einmal deutlich erhöhen würde."

  • 16.05.2025 08:50 Uhr

    08:50 Uhr

    Steter Tropfen höhlt... – ARD-Tagesschau soll auf 30 Minuten Sendezeit verlängert werden

    Seit dem 26. Dezember 1952 informiert die Tagesschau interessierte Bürger über deutsche und die weltweiten Tagesneuigkeiten. Beginnend beim NWDR-Fernsehen, nun als sogenanntes Info-Flaggschiff der ARD oder wie es im Wikipedia-Eintrag formuliert wird:

    "Es werden bis zu 20 Ausgaben pro Tag erstellt und ausgestrahlt. Die Hauptausgabe um 20 Uhr sehen bis zu 16 Millionen Zuschauer."

    Die Sendedauer lautet seit jeher 15 Minuten. Dies könnte sich nun laut Medieninformationen ändern. Die Internetseite Meedia erklärt zu den demnach revolutionären Plänen bei der ARD:

    "Potenzielle Auswirkungen auf den gesamten TV-Werbemarkt – ARD überlegt offenbar, die 20-Uhr-"Tagesschau" auf 30 Minuten zu verlängern. Das wäre nicht nur eine simple Verlängerung einer Fernsehsendung von 15 auf 30 Minuten, sondern hätte Auswirkungen auf alle anderen TV-Sender."

    Zuerst berichteten die Kollegen von digitalfernsehen.de, um todernst zu erläutern:

    "'Tagesschau'-Revolution: Woran im Hintergrund gearbeitet wird. Wird 20:30 Uhr bald das neue 20:15 Uhr? Die ARD arbeitet hinter den Kulissen und mit ersten Off-Air-Tests an einem Umbau seiner Traditionsmarke 'Tagesschau'. Fix ist nix. Aber sollte man sich für die Revolution entscheiden, könnte das Folgen für alle Sender haben."

    Demnach würde innerhalb der ARD "seit Wochen und Monaten an einem Umbau seiner 20-Uhr-Tagesschau gearbeitet". Laut Insiderinformationen heißt es zu der vermeintlichen Notwendigkeit:

    "Die Argumentation bezieht sich dabei auf das veränderte Informationsbedürfnis – anders als noch vor Jahrzehnten wünschen sich Nutzerinnen und Nutzer heute mehr Erklärung, Einordnung und Vertiefung."

    Wie bestellt, passt die Wahrnehmung zum jüngsten Umfrageergebnis des WDR. Stolz durfte am 12. Mai seitens der Tagesschau berichtet werden:

    "Das Vertrauen in Medien ist in Deutschland wieder gewachsen. Eine repräsentative Studie zeigt jetzt auch: Junge Menschen schätzen soziale Medien überwiegend als nicht ausgewogen ein, wählen sie aber als Hauptinformationsquelle. Besonders gut schneiden dabei öffentlich-rechtliche Angebote und Tageszeitungen ab."

    Die Süddeutsche Zeitung kommentiert zu den Gerüchten (Bezahlschranke):

    "Die ARD experimentiert mit der Idee, die Nachrichtensendung auf 30 Minuten zu verlängern (…) Wäre mit einer 30-minütigen 'Tagesschau', die um halb neun enden würde, die Primetime 20.15 Uhr abgeschafft? Wie fänden das die anderen Sender wie das ZDF? Und gibt es für magazinigere, alltagsnähere Nachrichten im Ersten nicht eigentlich schon die 'Tagesthemen'?"

    Jörg Schönenborn, Programmdirektor beim WDR, erklärte laut SZ, dass das mit der Verlängerung "eine Idee sei, 'die unsere Nachrichtenprogramme für den Alltag stärker öffnet'." Denn es gebe Pflichtthemen, "wenn in der Ukraine etwas passiert, wenn in Berlin im Bundestag etwas passiert", doch zur Wirklichkeit des Alltags gehöre doch auch, "was ich in der Pflege erlebe, was ich in der Bahn erlebe (sic!)".

  • 14.05.2025 13:30 Uhr

    13:30 Uhr

    Alles wird gut – Vertrauen in ÖRR-Medien "wieder gewachsen"

    Die Causa Böhmermann zum Thema Doxxing, das mutwillige Veröffentlichen personenbezogener, privater Daten, startete mit mehr als kontroversen Diskussionen unmittelbar nach Ausstrahlung der ZDF-Produktion am 9. Mai. Eher unbemerkt jubiliert ein Artikel der ARD-Tagesschau-Redaktion genau drei Tage später:

    "Das Vertrauen in Medien ist in Deutschland wieder gewachsen. Eine repräsentative Studie zeigt jetzt auch: Junge Menschen schätzen soziale Medien überwiegend als nicht ausgewogen ein, wählen sie aber als Hauptinformationsquelle."

    Die steile These der seitens des WDR beauftragten und ermittelten – natürlich repräsentativen – Umfrageergebnisse lautet weiter beeindruckend:

    "83 Prozent der Deutschen bewerten die Qualität des Informationsangebots der Medien in Deutschland als gut oder sehr gut."

    Die ermittelte Wahrnehmung der Befragten würde zudem belegen, dass das Ergebnis "eine Steigerung um fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten Erhebung im Oktober und November 2023" darstellt. Der nächste Schenkelklopfer lautet:

    "Besonders gut schneiden dabei öffentlich-rechtliche Angebote und Tageszeitungen ab."

    Wörtlich feiert die ARD-Redaktion die vermeintliche Realität im Lande:

    "Für unverzichtbar halten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk 67 Prozent der Befragten (plus drei Prozentpunkte) – mit starken Mehrheiten über fast alle Parteilager hinweg."

    Dabei wichtig für die Stimmung im Land und ein weiteres Argument für die nächste Demo-Anmeldung "gegen rechts":

    "Einzig bei den Anhängern der AfD sind die Mehrheitsverhältnisse umgekehrt: Jeder Fünfte hält die Öffentlich-Rechtlichen für unverzichtbar, während 68 Prozent sagen, sie seien verzichtbar."

    WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn erklärt mit der verinnerlichten Gewissheit der demokratischen Vernunft:

    "Das Vertrauen in Medien in der Bundesrepublik ist beachtlich, gerade im internationalen Vergleich. Wichtige Säule des Vertrauens ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Wir haben damit ein großes gesellschaftliches Kapital, um das uns andere Länder beneiden. Wir müssen aber zugleich sehr ernst nehmen, dass Menschen, die radikale und extreme Parteien wählen, uns und unsere Arbeit seit einigen Jahren zunehmend kritisch sehen."

    Das Problem für den gut dotierten Programmdirektor lautet nämlich:

    "So vertraut nur jeder zehnte AfD-Anhänger dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bei den BSW-Anhängern ist es jeder sechste. Zum Vergleich: Bei Anhängern der Grünen sind es 92 Prozent, bei CDU/CSU 78, bei der SPD 76 und bei der Linken 68 Prozent."

    Wie man dieses Restproblem zur finalen 100-Prozent-Zustimmung noch lösen kann, wird über das jüngst veröffentlichte AfD-Guthaben allabendlich bei ARD und ZDF – natürlich "ausgewogen" – weiter erhitzt diskutiert. 

  • 13.05.2025 11:25 Uhr

    11:25 Uhr

    "Na herzlichen Dank": ARD-"Corona-Spalterin" wird neue Sprecherin von BMI-Chef Dobrindt

    Seit dem Jahr 2020 empfinden sehr viele Menschen den Status quo eines gesellschaftlichen Miteinanders im Alltag zumindest als herausfordernd, wenn nicht fortdauernd belastend. Dies federführend mitgeprägt durch das manipulative Agieren und die Unterstützung der Politik seitens der öffentlich-rechtlichen Medien.

    Rückblick: 19. November 2021, Sarah Frühauf, Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio, katapultiert sich mutwillig mit ihrem Tagesthemen-Kommentar in der Hochphase der sogenannten "Impfdiskussion" in der "Corona-Krise" in die digitalen Geschichtsbücher. Frühauf präsentiert sich als bewusste Gesellschaftsspalterin zur besten Sendezeit, um subjektiv und unwissenschaftlich festzustellen:

    "Na herzlichen Dank! An alle Ungeimpften. Dank euch droht der nächste Winter im Lockdown. Vielerorts wieder ohne Weihnachtsmärkte, vielleicht wieder ohne die Weihnachtsfeiertage im Familienkreis. Die angekündigten Maßnahmen in Sachsen und Bayern sind ein Schlag ins Gesicht für alle, die in den vergangenen Monaten solidarisch waren. Die sich haben impfen lassen. Die Einschränkungen sind notwendig, ohne Frage, wären aber nicht nötig gewesen, wenn mehr Menschen verantwortlich gehandelt hätten. 

    Alle Impfverweigerer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an der derzeitigen Situation mit schuld zu sein. Sie tragen Mitverantwortung dafür, dass die Gesellschaft wieder unter Druck gerät (…)"

    Was folgte ist soweit bekannt und dokumentiert. Frau Frühauf kam beruflich, wie so viele dokumentierte Gesellschaftsspalter, vollkommen unbeschadet aus der "Corona-Krise". Wie zu viele bekannte Protagonisten jener Zeit erfolgt sogar der berufliche Aufstieg. So informiert eine begeisterte Redakteurin des Portals Table Media zur verzögerten "Belohnung" eines ausgrenzenden Agierens:

    "Hui! Mit Sarah Frühauf verliert die ARD eine der profiliertesten Unions-Kennerinnen. Sie wechselt ab dem 19. Mai als Sprecherin und Leiterin des Pressereferats zu Alexander Dobrindt. Ein großer Gewinn für das BMI."

    Anfang Mai wurde bereits bekannt, dass Stefan Kornelius, langjähriger Ressortleiter der Süddeutschen Zeitung und ebenfalls vehementer Befürworter einer "COVID-Impfpflicht", neuer Sprecher der Bundesregierung wird (RT DE berichtete). Nutzer der sozialen Medien reagierten mehrheitlich kritisch auf die Information zur Personalie Frühauf.

    Das X-Profil 'Horizont' erinnerte an Frühaufs Definitionshoheit zum Begriff "Freiheit" mit einem Video-Zusammenschnitt ihrer Aussagen:

  • 12.05.2025 10:05 Uhr

    10:05 Uhr

    "Christen hart am Kotzen" – Linken-Chefin grooved zu "Vulgär-Rap"

    Die Linkspartei hat in Chemnitz ihren Bundesparteitag abgehalten. Die Linken haben bekannterweise ein sehr großes Herz für "Selbstdarsteller" aus gesellschaftlichen Randgruppen. Arbeiterkampf- und Friedenslieder war gestern – modern, woke und im Sinne des anbiedernden Zeitgeistes muss es heute in den Räumlichkeiten erklingen.

    Zur Unterhaltung zwischen den Diskussionen wurde den Genossen (m,w,d) gnadenlos also eine "queer-feministische Performance" präsentiert. Ein Medienartikel berichtet:

    "Linke-Parteitag: Vulgär-Auftritt spaltet die Gemüter […] Linken-Frontfrau Reichinnek ist während des Auftritts begeistert, lacht und wippt mit."

    Zwei Lieder durften, also mussten seitens der Parteitagsbesucher ertragen werden (hier der komplette erste "Kulturbeitrag"). Im zweiten Auftritt heißt es wörtlich zu Beginn des Pillepalle-Rap-Duos 'Der Nebenwiderspruch' und ihrem kontrovers wahrgenommenen Song: "Maria Magdalena":

    Christen hart am Kotzen, ham nur Hass für diesen Beat
    Doch schon Jesus war für Nächstenliebe, nennt mich Jesuit
    Seine Nächsten sind Johannes und Maria Magdalena
    Die drei brauch’n keine Ehe, sie ham Liebe, Sex und Keta

    Und weiter in Auszügen:

    Maria Magdalena feiert Orgien
    Ganze Völker kommen zu ihr geströmt
    Sie feiert in Nord- und Südgeorgien
    Mit Macarena werden Macker entwöhnt

    Selbst Old Jesus kann sie nicht besitzen
    Christentum Patriarchats Macker Shice
    Stattdessen wird sie ihm ins Gesicht spritzen
    Denn squirten findet sie richtig heiß

    Hook (2x):
    Kein Ehevertrag und auch keinen Ehebruch
    Keine bürgerlichen Normen und auch keinen Selbstbetruch
    Kein "Bis der Tod euch scheidet" und auch kein Besitzanspruch
    Maria Magdalena hat davon jetzt genuch

    Der Auftritt wurde während der Live-Übertragung des Die-Linke-Parteitags auch auf dem TV-Sender Phoenix gezeigt.

  • Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/gesellschaft/177846-taegliche-wahnsinn/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    "Russland entmachten": Neues EU-Strategiebuch ist Zeugnis von Wunschdenken und Realitätsverlust

    freedert.online, 28 Mai 2025 06:45 Uhr,Von Achim Detjen

    Die EU müsse in die Offensive gegen Russland gehen, um das Land zu "entmachten". Das fordert Brüssels außen- und sicherheitspolitische Denkfabrik EUISS in einem aktuellem Strategiepier, das zahlreiche Handlungsempfehlungen enthält. Vor allem geht es natürlich um den Ukraine-Krieg, den Russland angeblich "nicht gewinnt".


    © Screenshot


    "Die EU muss Russland entmachten. Sie muss über eine Schutzhaltung hinausgehen und eine selbstbewusstere Haltung gegenüber den subversiven Taktiken und bösartigen Einflussnahmen des Kremls einnehmen. Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit ist zwar nach wie vor unerlässlich (…), doch reicht dies allein nicht aus. Eine starke Abschreckung, auch durch die glaubwürdige Option asymmetrischer Reaktionen, ist von entscheidender Bedeutung, um Moskau von feindlichen Aktivitäten gegen die EU, einschließlich eines möglichen konventionellen Angriffs gegen einen Mitgliedstaat, abzuhalten."


    Merz, der Schamlose: "Taurus"-Freigabe mit Lügen garniert





    Meinung

    Merz, der Schamlose: "Taurus"-Freigabe mit Lügen garniert






    Mit diesen Worten leitet die außen- und sicherheitspolitische Denkfabrik der EU, das European Union Institute for Security Studies (EUISS), sein jüngst erschienenes "Strategiebuch" (https://www.iss.europa.eu/sites/default/files/2025-05/CP_186.pdf) ein, das sich als konkrete Handlungsanweisung versteht, mit der man "Russland entmachten" will, wie es schon im Titel des Papiers heißt.

    Doch neben der Stärkung von Widerstandsfähigkeit und Abschreckung müsse die EU "noch weiter gehen: Sie sollte aktive Schritte unternehmen, um Russlands Fähigkeit zu verringern, die europäische Einheit zu untergraben und seine Kerninteressen in Frage zu stellen."

    Denn in einer Welt, in der "der Status und Einfluss der USA rapide abnehmen", brauche Brüssel "ein neues strategisches Konzept", um in einer "voraussichtlich langwierigen Konfrontation" mit Moskau bestehen zu können. Eine Konfrontation, "die die Sicherheit und den Wohlstand der Europäer tiefgreifend beeinflussen wird."

    Und diese Strategie soll laut der Denkarbeit auf drei grundlegenden Säulen beruhen: Neben Widerstandsfähigkeit und einer "verbesserten Abschreckung" soll diese "eine konzertierte Aktion" beinhalten, "um Russlands Fähigkeit, Schaden anzurichten, aktiv zu unterbinden."

    Dabei sollte Russlands Macht "nicht überschätzt werden – andere zu bewegen, Russland durch ein Vergrößerungsglas zu sehen, ist ein Markenzeichen der Moskauer Informationskriegsführung", so die EU-Strategen.


    Wegen Bedrohung für Weltfrieden durch Europa: Moskau ruft UN-Sicherheitsrat an





    Wegen Bedrohung für Weltfrieden durch Europa: Moskau ruft UN-Sicherheitsrat an






    Taschenspielertricks statt Tatsachen

    Als Beweis für die russische Schwäche greifen sie zu einem im Westen beliebten Taschenspielertrick, nämlich dem in US-Dollar berechnetem Bruttoinlandsprodukt:

    "Russlands BIP wird im Jahr 2024 bei 2,161 Billionen US-Dollar liegen. Dies entspricht etwa einem Zehntel des BIP der USA oder einem Siebtel des BIP von China oder der EU."

    Zieht man jedoch das wesentlich aussagekräftigere, weil kaufkraftbereinigte BIP heran, dann wächst Russlands Wert laut Statista auf 6,91 Billionen Dollar und beträgt damit nicht einmal mehr ein Fünftel des BIP der USA (29,18 Billionen) – und berücksichtigt man, dass ein Großteil des BIP in den USA auf Finanzwerten und nicht auf realer Produktion beruht, fällt der Unterschied zu den Vereinigten Staaten mit ihrer fast zweieinhalb Mal so großen Bevölkerung noch geringer aus.


    Screenshot_2025_05_28_at_10_21_03_6835a0a648fbef38077a8c21.JPG_JPEG_Grafik_731_453_Pixel_

    Kaufkraftbereinigtes (BIP im Jahr 2024 in Billionen US-DollarScreenshot Statista


    Ein Blick auf die Tabelle zeigt nicht nur, dass Russland die viertgrößte Volkswirtschaft ist – und Deutschland und Japan in den letzten Jahren überholt hat –, sondern offenbart auch ein strategisches Dilemma für diejenigen, die Russland entmachten wollen: Mit China an erster Stelle als sehr engem Partner und Indien an dritter Stelle, zu dem Moskau laut der Stiftung Wissenschaft und Politik eine "stabile" strategische Partnerschaft unterhält, und weiteren Playern wie Brasilien und Indonesien in den "Top Ten", die sich dem westlichen Versuch der Isolation Russlands widersetzen und sich nicht an den Sanktionen beteiligen, dürfte sich der Versuch der Entmachtung Russlands bereits als Luftschloss erweisen.  

    Ob es zielführend ist, die eigene Stärke zu überhöhen und die des Gegners kleinzureden, sei dahingestellt – doch dieser Ansatz zieht sich durch das ganze Strategiebuch. Etwa wenn Russlands militärischer Personalstärke von 1.134.000 Soldaten diejenige Europas entgegengesetzt und dabei unterschlagen wird, dass das ein hinkender Vergleich ist: Denn die angegebenen 1.972.000 europäischen Soldaten stehen nicht unter einem einheitlichen Kommando und dienen nicht in einer gemeinsamen Armee – und kennen im Gegensatz zu den russischen Soldaten Krieg zumeist nur aus dem Fernsehen.


    Bosshard: Taurus-Freigabe soll nur "europäische Schwäche kaschieren"



    Bosshard: Taurus-Freigabe soll nur "europäische Schwäche kaschieren"






    Ein weiterer Taschenspielertrick beruht etwa in der Aussage, dass Moskau trotz seiner Bemühungen, weltweit das "Informationsumfeld" mittels Propaganda und Desinformationen zu "manipulieren", "die Meinung über Russland weltweit weitgehend negativ" bleibe: "65 Prozent der Befragten in 35 Ländern, die vom Pew Research Center im Jahr 2024 befragt wurden, haben eine ungünstige Meinung über das Land."

    Man soll ja keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. In diesem Fall ist die Manipulation der Russland-Entmachter offenkundig: Von den besagten 35 Ländern zählt mit 17 fast die Hälfte zum "politischen Westen", – also gehört entweder der NATO an, beteiligt sich an den antirussischen Sanktionen (Japan, Südkorea) oder ist wie Israel ein enger Verbündeter – wo antirussische Propaganda häufig zum medialen Alltagsgeschäft gehört. 

    Im inzwischen bevölkerungsreichsten Land der Welt – Indien – haben drei Mal so viele Menschen eine positive Sicht auf Russland als eine negative. In China als zweiter Milliarden-Nation dürfte dieser Wert noch höher ausfallen, das Land ist aber gar, nicht aufgelistet. Auch Indonesien und Pakistan als viert- bzw. fünftbevölkerungsreichste Länder werden nicht aufgeführt. An sechster Stelle kommt Nigeria, wo die positive Sicht auf Russland leicht überwiegt. In Bangladesch (Platz 8) sehen 53 Prozent Russland positiv im Gegensatz zu 15 Prozent, die eine negative Sicht haben. 

    Hätte das Pew Research Center seine Statistik nach der Anzahl der Einwohner der jeweiligen Länder gewichtet und nicht wichtige Kandidaten wie China außen vor gelassen, so ergäbe sich ein ganz anderes Bild: Die große Mehrheit der Weltbevölkerung hat ein positives Bild von Russland! Eine schmerzliche Wahrheit für die EU-Strategen, die sie offenbar nicht verkraften können. 

    Direkt aus dem La La Land: Zentrale These ohne Belege

    Der Ukraine-Konflikt ist wenig überraschend das Thema des Strategiebuchs, auf das die Handlungsempfehlungen vor allem abzielen – denn die "Sicherheit der Ukraine ist nun untrennbar mit der des restlichen Kontinents verbunden", so die Denk-Genies, die nicht verstehen wollen, dass auch Russland en Teil dieses restlichen Kontinents ist und es zur Eskalation des Ukraine-Konflikts nur gekommen ist, weil man im NATO-Westen Moskaus Sicherheitsinteressen stets ignoriert hat.


    Mearsheimer: Es ist schwer vorstellbar, dass die Ukrainer bis zum Ende des Jahres durchhalten



    Mearsheimer: Es ist schwer vorstellbar, dass die Ukrainer bis zum Ende des Jahres durchhalten





    "Die Entmachtung Russlands sollte damit beginnen, die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und wenn möglich zu verstärken", heißt es in dem Strategiepapier. Dessen zentrale These lautet daher, dass Russland bestrebt sei, die Weltöffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es den Krieg gewinnt.

    "Das ist nicht der Fall. (...) Russland gewinnt den Krieg nicht, und es darf nicht zugelassen werden, dass es den Frieden gewinnt, indem es der Ukraine eine ungerechte Lösung aufzwingt." 

    Woher die Autoren die Weisheit nehmen, dass Russland den Krieg nicht gewinnt, verraten sie uns leider nicht. Es wird nicht einmal der Versuch unternommen, die wichtigste These des fast 90-seitigen Papiers auch nur mit einem Satz zu begründen oder wenigstens mit Verweis auf Mainstream-Artikel zu untermauern, von denen es doch noch immer einige gibt, die die Realität der sich anbahnenden Niederlage Kiews auf dem Schlachtfeld leugnen. 


    Screenshot_2025_05_28_at_10_16_23_6835b3df48fbef37d969a84e.jpg_JPEG_Grafik_1085_1080_Pixel_Skaliert_54_

    Propaganda aus dem La La Land: Putins Generäle "lügen ihn an", denn in Wirklichkeit "verliert Russland gegen die Ukraine"Screenshot Daily Express


    Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, wenn es an anderer Stelle heißt, dass die Bemühungen, russische Propaganda zu entlarven, durch die Dynamik des postfaktischen Zeitalters herausgefordert würden, "in der Informationen und Argumente oft auf der Grundlage bereits bestehender Überzeugungen, Neigungen und Emotionen, und nicht auf der Grundlage objektiver Beweise akzeptiert werden."


    Podoljaka: Ukrainer deutlich geschwächt – wir haben eine erdrückende Übermacht



    Analyse

    Podoljaka: Ukrainer deutlich geschwächt – wir haben eine erdrückende Übermacht





    Man kann sich nur verwundert die Augen reiben, haben die EU-Strategen doch damit genau ihre eigene Haltung zum Ukraine-Konflikt beschrieben, die allein auf Wunschdenken beruht. Allerdings ist ihnen das Vermögen zur Selbstreflexion abhanden gekommen – falls es jemals vorhanden war – und sie merken nicht, dass die wichtigste Prämisse ihres Strategiebuchs aus dem La La Land* stammt (*eine euphemistische Bezeichnung eines realitätsfernen Seelenzustandes).

    "Wie die EU diese Schwächen ausnutzen kann" 

    Um den Sieg im Ukraine-Krieg davonzutragen, beschreibt das Papier in acht Kapiteln, was Russlands vermeintliche Stärken und Schwächen sind "und wie die EU diese Schwächen ausnutzen kann." 

    Fünf Kapitel beziehen sich auf Regionen – China, der Indo-Pazifik, das südliche Mittelmeer, der Westbalkan sowie die Sub-Sahara –, während drei Kapitel einen thematischen Bezug haben. Zu Letzteren zählt das Kapitel über "Hybride Kriegsführung", bei dem Narrative von Russlands "imperialen Ambitionen" zusammengesponnen werden, die man Moskau im Informationskrieg entgegensetzen will. 

    Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Russlands "Handbuch der roten Linien" und beschreibt den angeblichen Versuch Moskaus, "die Ukraine durch die Androhung einer Konflikteskalation von der Unterstützung durch westliche Partner abzuhalten." Oftmals sei das Land damit gescheitert, auch wenn es gelungen sei, "die Bereitstellung einiger wichtiger [Waffen-]Systeme zu verzögern und so die Verteidigungsbemühungen Kiews zu behindern."


    Estland provoziert Konflikt zwischen Russland und NATO im Ostseeraum





    Analyse

    Estland provoziert Konflikt zwischen Russland und NATO im Ostseeraum





    Wenn die EU ihre Hilfe für die Ukraine aufstocken wolle, sei es "wichtig zu wissen, wie man Russlands Drohungen entgegnen kann, denn Moskau wird angesichts der eskalierenden Spannungen mit der EU wahrscheinlich weiterhin Drohungen mit roten Linien einsetzen." Die Handlungsempfehlung der EU-Strategen lautet also: Auf die (von Russland selbst nie so bezeichneten) "roten Linien" keinerlei Rücksicht nehmen und eskalieren, was das Zeug hält.   

    Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der "Schattenflotte". Allein wer dieses Wort in einem affirmativen Sinn in den Mund nimmt, hat sich schon als Kandidat für das Rennen um den größtmöglichen Realitätsverlust qualifiziert. Erst recht, wenn dazu noch behauptet wird, diese nicht-existente "Schattenflotte" würde "nebenbei" die "kritische Unterwasserinfrastruktur der EU angreifen." Nebenbei bemerkt, für diese Behauptung gibt es nicht mal den Hauch eines Beweises. Sagen zumindest westliche Ermittler. Aber wer im La La Land lebt, der interessiert sich nicht für Fakten.  

    In völliger Selbstüberschätzung: EU will China einen Preis zahlen lassen

    Dass das erste Kapitel des Strategiepapiers China gewidmet ist, begründen die Autoren damit, dass Peking "für Russlands Kriegsmaschinerie zu einer wichtigen Lebensader geworden ist" und ohne chinesische Hilfe ein "wirtschaftlicher Zusammenbruch und zunehmende politische Instabilität" in Russland die Folge wären.

    Immerhin weht ein Hauch von Realität durch den Kopf des deutschen Autors (Tim Rühling) des China-Kapitels, wenn er schreibt, dass es jedoch "praktisch unmöglich" sei, "einen Keil zwischen" Moskau und Peking zu treiben, "da sie in ihrem Widerstand gegen die US-Macht geeint sind." (Das hatte auch Chinas Außenminister Wang Yi jüngst betont: "Der Versuch, einen Keil zwischen China und Russland zu treiben, kann nur ein Wunschtraum sein.")


    In Sorge, aber selbstbewusst: China schickt der Welt ein wichtiges Signal





    Meinung

    In Sorge, aber selbstbewusst: China schickt der Welt ein wichtiges Signal





    "Anstatt zu versuchen, Russland und China auseinander zu treiben, sollte sich die EU bemühen, auf die VR China einzuwirken, damit sie ihre Unterstützung für Russland einstellt oder reduziert." 

    China reagiere auf Druck, glaubt Rühling, und das biete der EU "die Möglichkeit, den wirtschaftlichen und diplomatischen Preis, den die VR China für ihre Unterstützung Russlands zahlen muss, zu erhöhen" – und schon war der Hauch wieder verflogen.  

    In kolossaler Selbstüberschätzung werden Brüssel vier Handlungsdirektiven im Umgang mit Peking empfohlen, und zwar "unabhängig davon, ob ein Waffenstillstand zustande kommt oder nicht": 

    • "Militärisch könnte Europa China mit strengeren Kontrollen der Ausfuhr von Waffen und Gütern mit doppeltem Verwendungszweck drohen."
    • "In wirtschaftlicher Hinsicht könnte die EU China mit der Ausweitung von Investitionsbeschränkungen, einschließlich der Überprüfung von Auslandsinvestitionen, sowie mit der Einführung von mehr Exportkontrollen drohen."
    • "Diplomatisch könnte die EU eine Doppelstrategie verfolgen. Erstens sollte sie China in internationalen Foren an seine Verpflichtung erinnern, die territoriale Souveränität als Kern-Grundsatz internationaler Beziehungen zu betrachten. (...) Zweitens, in Anerkennung, dass China sich am meisten um seinen Ruf im Pluralistischen Süden sorgt, sollte die EU ihre Beziehungen zu diesen Ländern vertiefen."
    • "Im Bereich der Informationspolitik sollte die EU mehr in die Bekämpfung russischer Narrative investieren, insbesondere im Pluralen Süden. Je weniger Glaubwürdigkeit die russische Propaganda im Pluralen Süden hat, desto größer ist der Reputationsverlust für China, wenn es sich dafür entscheidet, solche Narrative zu befördern."

    Gerade als Deutscher hätte sich der Autor des China-Kapitels bewusst sein müssen, dass Deutschland als wichtigstes EU-Land im "Pluralen Süden" einen umfassenden Glaubwürdigkeitsverlust erlitten hat durch seine Unterstützung des israelischen Genozids an den Palästinensern. Stellvertretend für den globalen Süden hat Südafrika deshalb die Bundesrepublik auf die Anklagebank des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Beihilfe zum Völkermord gesetzt.


    Sicht aus China: Warum Moskau und Peking heute näher zusammenstehen als je zuvor




    Analyse

    Sicht aus China: Warum Moskau und Peking heute näher zusammenstehen als je zuvor






    Der globale Süden konnte sich im Angesicht des isrealisch-palästinensischen Konflikts von der Heuchelei des Wertewestens auch ganz ohne russische Propaganda selbst überzeugen. Derselbe Westen, der Krokodilstränen über das Leid der Ukrainer vergießt, das er mit immer weiteren Waffenlieferungen befeuert.

    Im Ukraine-Konflikt wurden seit dessen Eskalation im Februar 2022 laut einem UN-Bericht von vergangenem April 13.134 Zivilisten getötet, davon knapp ein Viertel in den von Russland kontrollierten Gebieten. Israel dürfte diese Zahl bereits im ersten Monat seiner Offensive auf den Gazastreifen locker übertroffen haben, wo praktisch jedes Haus in Grund und Boden gebombt wurde.

    Die vorgeschlagenen Maßnahmen gegen China zeugen – wie das gesamte EU-Strategiebuch – von der eigenen Hybris, von Heuchelei und Wunschdenken. 

    Die Think Tank-Traumtänzer wollen die Realität nicht wahrhaben: Chinas Präsident Xi Jinping hat sich jüngst mit seiner Aussage, dass Friedensverhandlungen die "Wurzeln" des Ukraine-Konflikts adressieren müssen, klar und deutlich auf der Seite Russlands positioniert und damit die scheinheiligen "Friedensbemühungen" der "Koalition der Willigen" mit ihrem Ruf nach einem "bedingungslosen Waffenstillstand", der eingestandenermaßen nur ein Vorwand für den Einmarsch von NATO-Truppen in die Ukraine darstellt, durchkreuzt. Damit sollte er die Kriegsbesoffenen in Brüssel, Berlin, Paris und London ernüchtert haben – aber die sind permanent zu hackevoll, als dass sie noch irgendwas von der Realität merken. 


    China verurteilt neue europäische Sanktionen gegen Russland




    China verurteilt neue europäische Sanktionen gegen Russland







    Allein gegen den Rest der Welt: Der Kutter kentert

    Ausdruck des Wahnsinns ist nicht nur, dass die EU-Strategen an den Sieg der Ukraine  glauben und daran, sie seien in der Position, Peking unter Druck zu setzen. Nein, sie werden es wohl auch noch gleichzeitig mit Washington aufnehmen müssen, denn "auch die Trump-Administration" arbeite wie China aktiv daran, "wenn auch in geringerem Maße", "Russland zu stärken", so das Strategiepapier.

    Wer so allein auf verlorenem Post steht, der sollte anderen Weltmächten gegenüber keine Drohungen aussprechen, sondern sich vielmehr um den eigenen Kutter  kümmern, mit dem man die Weltmeere befährt. Bevor der völlig absäuft. The Spectator machte jüngst auf diese Tatsache aufmerksam, als die Zeitschrift einige Zahlen bezüglich die EU-Wirtschaft nannte, die für sich sprechen:

    • Der Anteil der europäischen Industrie am Weltmarkt ist seit 2000 von 22,5 auf 14 Prozent gesunken.

    • Die Chemieproduktion brach seit 2020 um 15 Prozent ein.

    • Der weltweite Marktanteil der Stahlproduktion sank von bescheidenen 7 auf noch bescheidenere 4 Prozent.

    • Die Zahl der produzierten Autos sank in acht Jahren von 18,7 auf 14 Millionen.

    Die EU sei "schwach und ineffizient – und sollte nicht ernst genommen werden", fasst das britische Magazin zusammen und konstatiert:


    EU-Verbot von russischen Düngemitteln wird die europäische Wirtschaft ruinieren




    Analyse

    EU-Verbot von russischen Düngemitteln wird die europäische Wirtschaft ruinieren






    "Wer glaubt, die EU sei im Aufschwung, lebt in einer Traumwelt."

    Für den Niedergang macht The Spectator vor allem die Energiepreise verantwortlich, die in der Europäischen Union viermal höher sind als in Asien und fünfmal höher als in den USA. Eine Folge der Sanktionen gegen Russland. 

    Und nun will Brüssel den völligen Stopp sämtlicher Gaseinfuhren aus Russland durchpeitschen. Im Kreml schlottert man schon vor Angst angesichts dieser genialen Strategie, die "Entmachtung Russlands" durch wirtschaftlichen Selbstmord zu erreichen. Hic Rhodus, hic salta!


    Mehr zum Thema - EU droht Russland mit vollständigem Handelsembargo, anstatt die eigene Wirtschaft zu retten


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/246108-russland-entmachten-neues-eu-strategiebuch/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    Die “Wiederbewaffnung” beginnt – nicht gegen, sondern mit Trump

    lostineu.eu, 28. Mai 2025

    Die EU-Staaten haben beschlossen, bis zu 150 Mrd. Euro für die Beschaffung von Waffen bereitzustellen. Damit beginnt die “Wiederbewaffnung” Europasim Schlepptau der USA

    „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagte Kommissionspräsidentin von der Leyen nach dem EU-Beschluss, der am Dienstag in Brüssel gefallen ist.

    Sie hatte die Aufrüstung mit Russlands Krieg in der Ukraine, aber auch mit der unberechenbaren US-Außenpolitik begründet. Allerdings sucht die EU jetzt schon wieder die Nähe von US-Präsident Trump.

    Das neue, schuldenfinanzierte Programm mit dem Namen SAFE („Security Action for Europe“) ist für den Aufbau einer unabhängigen europäischen Rüstungsindustrie, aber auch für die Ukraine bestimmt.

    Einige EU-Staaten wollen neues Kriegsgerät direkt an Kiew weiterreichen. Sie können dafür günstige Kredite der EU in Anspruch nehmen. 

    Für Deutschland ist SAFE nicht interessant, da es sich Geld selbst zu günstigen Konditionen am Markt beschaffen kann. Kanzler Merz hat bereits eine massive Aufrüstung angekündigt.

    Er will die Verteidigungsausgaben auf bis zu fünf Prozent der Wirtschaftsleistung steigern – genau so, wie dies Trump fordert. Er setzt sich nicht von Trump ab, sondern folgt ihm!

    Damit fällt die offizielle Begründung für SAFE – wir müssen von den USA unabhängig werden – in sich zusammen. Ob es die erhoffte militärische Schubkraft entwickeln kann, ist ebenfalls offen.

    Denn die Konditionen sind selbst für EU-Verhältnisse überaus kompliziert. Deshalb dürfte SAFE auch erst gegen Jahresende starten – wenn alles gut geht…

    Mehr zur Aufrüstung der EU hier

    Das Trump-Argument zieht nicht mehr so recht, doch nun kommt EZB-Chefin Lagarde mit einem neuen: Militärische Macht sei eine Vorbedingung für den Aufstieg des Euro zu einer Weltwährung, erklärte sie. Na dann – sollten wir sofort noch mehr Panzer bei Rheinmetall bestellen  ????

    ‹ Merz verplappert sich: “Wir können Russland angreifen!”

    2 Comments

    1. Kleopatra
      28. Mai 2025 @ 08:23

      Diese Schwarz-Weiß-Argumentation, nach der man entweder entschieden gegen die USA (wegen Trump) oder den USA loyal sein kann, ist nichts für die Realität. Tatsächlich haben die europäischen Staaten allen Anlass, mittel- und langfristig nach Möglichkeit weitgehend unabhängig von der amerikanischen Verteidigung zu werden, sind aber vor der Hand erstmal auf die NATO und die USA angewiesen. Es ist insofern sinnvoll, einerseits selbst aufzurüsten und andererseits die Beziehung zu den USA so gut als möglich zu kultivieren; und einen anderen Präsidenten als Trump gibt es nun einmal derzeit nicht.

    Antworten

    • ebo
      28. Mai 2025 @ 08:50

      Richtig, das ist nicht Schwarz-Weiß.
      Wenn man aber, wie Merz, Trump nicht nur folgt, sondern auch noch seine Wünsche erfüllt und die EU auffordert, es gleichzutun, dann ist es – rabenschwarz? Oder einfach nur dumm?

      Antworten

    Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/safe-gruenes-licht-fuer-aufruestung-auf-pump-und-in-trumps-gefolge/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Merz verplappert sich: “Wir können Russland angreifen!”


    lostineu.eu, vom 27. Mai 2025

     

    Eigentlich hatte er gelobt, nicht mehr über Waffenlieferungen an die Ukraine zu sprechen und “strategische Ambiguität” walten zu lassen. Doch nun hat sich Kanzler Merz verplappert – und wie.

    Es gebe „keinerlei Reichweiten-Beschränkungen mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind, weder von den Briten noch von den Franzosen noch von uns, von den Amerikanern auch nicht“, sagte er beim WDR-Europaforum in Berlin.

    Das sorgte für großes Aufsehen – und für viele Fragen: Geht es nur um Waffen, die schon geliefert wurden – oder auch um neue, vielleicht sogar um den deutschen Taurus?

    Und wenn ja, wird Deutschland nun endgültig zur aktiven Kriegspartei?

    Merz wird sich bald erklären müssen, denn die Reaktionen aus Russland ist heftig. Dies seien „ziemlich gefährliche Entscheidungen, wenn es sie gegeben hat“, sagte Kremlsprecher Peskow.

    Gefährlich für Russland – oder auch für Deutschland? 

    Dieser Beitrag stand zuerst in unserem Newsletter. Siehe auch Deutsche Waffen gegen Russland: Klingbeil widerspricht Merz

    Heute ist Merz zurückgerudert:  “Ich habe gestern in Berlin etwas beschrieben, was schon seit Monaten geschieht.” Allerdings wurde die Begrenzung der Reichweite deutscher Waffen damals NICHT aufgehoben. Wenn Berlin nun den Taurus liefert, kann er Russland angreifen…

    ‹ Einen Tag nach Merz: Auch von der Leyen kritisiert Israel › Die “Wiederbewaffnung” beginnt – nicht gegen, sondern mit Trump

    12 Comments

    1. Guido B.
      28. Mai 2025 @ 06:15

      Ich glaube, hier liegt ein fundamentales Missverständnis vor. Es ist nicht die Absicht der europäischen Eliten, Frieden zu sichern und Schaden von ihren Ländern abzuwenden. Sonst hätten sie keinen Konflikt mit der Atommacht Russland gesucht. Ihre Absicht ist die strategische Niederlage Russlands, und die Ukraine ist der Vorwand, um Russland angreifen zu können. Alles, was Merz, Wadephul, Macron, Starmer, Kallas, vdL, Selenski usw. sagen, muss im Licht dieser Absicht interpretiert werden.
      Es gibt seit vielen Jahren keine Anzeichen von Deeskalation. Fakt ist: Die Diplomatie ist tot. Der Pazifismus ist tot. Europa befindet sich im Krieg, und unsere Eliten wollen siegen. Dieser Konflikt wird auf dem Schlachtfeld entschieden. Es gibt kein Zurück. Helm auf, Deutschland! Auf in die Schlacht!

    Antworten

    • Michael
      28. Mai 2025 @ 08:46

      Warum f3hlt Trump in Ihrer Auflistung?

      Antworten

  • umbhaki
    27. Mai 2025 @ 21:36

    In der »Tagesschau« von heute Abend klang das (wieder mal) alles etwas anders. Da wurde Merz eingeblendet mit einem der für ihn typischen schwammigen Rückzieher, anschließend bekräftigt von ARD-Moderator Matthias Theiß, der sich Mühe gab, Merz’ Gestammel einigermaßen schlüssig aussehen zu lassen.

    Im Kern: Es wäre doch überhaupt nichts Neues, der Herr Bundeskanzler hat doch nur ausgesprochen, was schon lange gilt. Vom Taurus kein Wort.

    Meine zwei Cent dazu, eben auch schon woanders gepostet: Außer seiner Ideologie hat dieser Merz absolut nichts zu bieten. Insbesondere hat er keinen Plan. Der weiß wirklich nicht, was er eigentlich will und schwätzt nur öffentlich herum, wovon er meint, dass er damit gut aussehen könnte (wobei er dann bedauerlicherweise auch noch dauernd falsch liegt).

    Antworten

    • ebo
      27. Mai 2025 @ 21:44

      Merz kann es nicht. Meine These von Anfang an. Wie auch – er hatte noch nie ein öffentliches Amt in Deutschland.

      Antworten

      • Arthur Dent
        27. Mai 2025 @ 22:51

        Merz ist da in guter Gesellschaft – die EU / der Westen hält an dem einmal eingeschlagenen Weg – und sei er noch so sehr Holzweg – fest. Man würde ja sonst einen Fehler eingestehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass 27 Länder plus GB mal von ihrem Holzweg abrücken und einen anderen Kurs einschlagen, liegt nahezu bei Null. Die sprudeln lieber vor Dummheit.

      • KK
        27. Mai 2025 @ 23:11

        M.W. auch nicht ausserhalb Deutschlands. Rechtsanwalt, das Warmsitzen von Aufsichtsratstühlen, irgendwas mit Blackrock und Fraktionsvorsitzender der Union sind alles keine öffentlichen Ämter.
        Und um sein jetziges zu bekommen, hätte er sicher seine Großmütter verkauft, würden sie noch leben… und wer weiß, wen noch alles.

  • KK
    27. Mai 2025 @ 19:57

    Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!
    Und die Blackrocker teilten unsern Nachlass und warfen das Los darum.

    …oder so ähnlich jedenfalls (Lukas 23, 34)

    Antworten

    • palman
      28. Mai 2025 @ 01:26

      @KK – “am popo” VATER – dem “Friedensarm Schmerzensreich” sein GroßVater war von 1917 bis 1937 “BürgerMeister” in BRILON – “Sauvigny” war sein Name – gibts es sogar auf Wiki etwas “Erhellendes” !?! ????

      Antworten

  • Reykjavik
    27. Mai 2025 @ 19:12

    Großartig – Hut ab vor Luthe! Mensvhen mit einem natürlichen Selbsterhaltungstrieb können ihm nur zustimmen; Menschen, die sich vom verblendeten, kriegsgeilen, russophoben Propaganda nicht vereinnahmen lassen, sowieso, aber ich wage gar nicht mehr zu hoffen, dass es in Deutschland nach 3 Jahren Gehirnwäsche noch viele Menschen dieser Sorte gibt. Danke für das Teilen, ich hatte Luthe bisher nicht so auf dem Schirm.

    Antworten

  • Arthur Dent
    27. Mai 2025 @ 18:28

    Hat der Kanzler dem Weltsicherheitsrat schon gemeldet, dass Deutschland die kollektive Selbstverteidigung in Anspruch nimmt? Man wäre dann aber Kriegspartei.
    Wenn Deutschland Russland angreift, wäre es eine deutsche Aggression. Deutschland wäre dann auch Kriegspartei.
    Es gab mal eine Sendung, die hieß: Erkennen Sie die Melodie? Heute muss man fragen:
    Erkennen Sie eine Strategie? Hat der deutsche Kanzler eine? Weiß er, wie Russland reagieren wird?
    Der Westen, die Nato – sie haben keine Strategie. Es sind alles nur Aktionen aus dem Stehgreif.
    Ich empfehle mal den Text des französischen Essayisten und Militäranalysten Aurelien:
    A strange defeat.

    Antworten

    • ebo
      27. Mai 2025 @ 18:32

      Marcel Luthe, den ich unter dem Blogpost verlinkt habe, argumentiert ziemlich überzeugend, Zitat:

      Man müsse “der Ukraine doch helfen”, erklären manche.

      Andere glauben, es gebe ein völkerrechtliches Nothilferecht aus Art. 51 der Charta der UN.

      Oder Art. 26 I GG gelte doch nicht, wenn man “nur dem Verteidiger hilft”.

      Aus den Trümmern zweier Weltkriege – der Zweite historisch notwendige Folge des Ersten – hatte die vom Krieg zerschundene Generation unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern gelernt, dass es darauf ankommen muss, wilde Flächenbrände zu vermeiden, wenn schon ein Krieg entstanden ist.

      Darum regelt Art. 51 der UN-Charta nur das SELBSTverteidigungsrecht des Angegriffenen und erlaubt gerade keine Kettenreaktionen wie sie durch wechselseitiges “Helfen” in die Leichenberge von Verdun geführt haben.

      Deshalb verbietet auch Art 26 I des Grundgesetzes alles, was nicht ein reiner Selbstverteidigungskrieg ist. Auch hier: Flächenbrände um jeden Preis verhindern, bevor sie unkontrollierbar werden.

      https://x.com/GGLuthe/status/1927069281302307029

      Antworten

  • Michael
    27. Mai 2025 @ 18:14

    War Deutschland nicht schon seit Baerbock im Krieg mit Russland? Kriegserklärung durch‘s Parlament hin oder her! Schließlich hatte Habeck auch schon erklärt Deutschland sein im Wirtschaftskrieg mit Russland und die Abgeordneten haben nicht widersprochen!

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/merz-verplappert-sich-wir-greifen-russland-an/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Einen Tag nach Merz: Auch von der Leyen kritisiert Israel


    lostineu.eu, vom 27. Mai 2025

    EU-Kommissionschefin von der Leyen präsentiert sich gern als beste Freundin Israels. Noch vor einer Woche, als die EU-Außenminister eine Überprüfung des Kooperationsabkommens forderten, schwieg sie. Doch nun, einen Tag nach dem Vorstoß von Kanzler Merz, hat auch sie das Leiden der Palästinenser in Gaza entdeckt. Die Eskalation und der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten im Gazastreifen seien unter humanitärem und internationalem Recht nicht zu rechtfertigen, ließ VdL per Pressemitteilung wissen – damit es auch ja alle Journalisten mitbekommen. Honni qui mal y pense! Von Sanktionen sprach von der Leyens allerdings nicht. Das Israel-Aabkommen bleibt weiter gültig – ganz so, wie es der deutsche Außenminister Wadephul will…

    ‹ Deutsche Waffen gegen Russland: Klingbeil widerspricht Merz › Merz verplappert sich: “Wir können Russland angreifen!”

    4 Comments

    1. KK
      27. Mai 2025 @ 19:48

      “Doch nun…hat auch sie [von der Leyen] das Leiden der Palästinenser in Gaza entdeckt.”

      Nanu? War auf den TV-Bildern ein totes Pony unter den Trümmern zu sehen?

    Antworten

  • Erneuerung
    27. Mai 2025 @ 17:19

    Ob das dem Ego vor dem Spiegel hilft, wenn es mit einem humaitärem Gewissen nicht allzu weit her zu sein scheint? Sicher war vdL die letzten 18 Monate so beschäftigt, dass sie das Elend in Gaza nur nicht sehen konnte, weil der Blick stramm nach Osten gerichtet war, und die Vermarktung dieser Erkenntnisvorgaben macht ja schließlich auch viel Arbeit, DSA und so.

    Antworten

  • Michael
    27. Mai 2025 @ 17:12

    Wie der Herr, so‘s Gescherr!

    Antworten

  • Guido B.
    27. Mai 2025 @ 16:14

    Ein palästinensisches Kriegsopfer zählt halt viel weniger als ein ukrainisches. Da reicht auch eine Pressemitteilung als Sanktionspaket.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/einen-tag-nach-merz-auch-von-der-leyen-kritisiert-israel/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    Diversity-Tag   Wie sich Vielfalt verteidigen lässt

    makronom.de, vom 27. Mai 2025, Tâmara Andrade, Tatjana Reiber & Anna Schwachula Gesellschaft

    Bemühungen für Vielfalt und gegen Antidiskriminierung stehen weltweit unter Druck. Jetzt braucht es eine entschlossene Verteidigung demokratischer Werte, eine institutionelle Verankerung von Diversity und Führungskräfte, die Inklusion vorleben.


    Bild: Claudio Schwarz via Unsplash


    Weltweit wächst aktuell der politische und gesellschaftliche Widerstand gegen Diversity- und Antidiskriminierungsmaßnahmen in Bezug auf Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Klasse, Religion und andere intersektionale Identitäten. Angeführt wird dieser Feldzug von der Trump-Administration, die Programme zur Förderung von Vielfalt unter dem Vorwand verbietet, sie seien „illegal und unmoralisch“. Diese Entwicklung ist besorgniserregend. In demokratischen Gesellschaften gilt Chancengleichheit als zentraler Wert; Vielfalt, Inklusion und Gerechtigkeit werden hochgehalten. Ohne die Perspektiven diverser Gruppen besteht die Gefahr, die Bedürfnisse der Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zu vernachlässigen. Daher ist Engagement für Vielfalt und Antidiskriminierung unerlässlich, um eine lebendige Demokratie in nachhaltigen, inklusiven Gesellschaften zu sichern.

    Antidiskriminierungsmaßnahmen werden vor allem von der extremen Rechten als woke, elitäre und linke Ideologie diskreditiert, verbunden mit der Behauptung, sie verschärfen gesellschaftliche Ungerechtigkeit, da Identität mehr zähle als Kompetenz. Diese Skandalisierung von Diversity und Antidiskriminierung verstärkt gesellschaftliche Polarisierung und Ausgrenzung.

    Zunehmendem Druck ausgesetzt, setzen Universitäten, öffentliche Einrichtungen und private Unternehmen in den USA und anderswo inklusive Maßnahmen wie Diversity-Quoten oder Antidiskriminierungsschulungen aus. Auch in Deutschland gibt es polarisierende Debatten über Frauenquoten oder geschlechtersensible Sprache.

    Zur Verteidigung der Diversitätsansätze schlagen wir drei Schritte vor: Erstens ist es wichtig, falschen Narrativen entgegenzuwirken, da sie öffentliche Meinung und politische Entscheidungen prägen. Zweitens müssen Vielfalt und Antidiskriminierung institutionell verankert werden, um die Resilienz zu erhöhen. Drittens sollten Vielfalt und Antidiskriminierung Teil von Schulungen für Führungskräfte sein, um entsprechende strukturelle Veränderungen zu fördern.


    Mitgestaltung des öffentlichen Diskurses

    Irreführenden Narrativen zum Thema Vielfalt entgegenzuwirken, ist eine kollektive Aufgabe. Expert*innen sollten sich in Medien, Reden und Debatten öffentlich einbringen und die Vorteile von Diversity erklären. Auch Institutionen aus unterschiedlichsten Bereichen können durch Veröffentlichung von Erfahrungen beitragen. Diese Sichtbarkeit kann dabei helfen, Vielfalt nicht als spaltende Ideologie, sondern als gemeinsames Engagement für Gerechtigkeit, persönliche Freiheit, Inklusion und gesellschaftliche Resilienz zu verstehen.

    Bei aller Entschlossenheit, Vielfalt zu verteidigen, ist es wichtig, kritische Stimmen nicht abzutun. Gemeinsame Sichtweisen, Werte und Normen entstehen durch konstruktive Spannungen. Ein gesunder öffentlicher Diskurs hängt von Vielen ab. Im Medienbereich ist ein konstruktiver Journalismus wegweisend, der Lösungen und Gemeinsamkeiten betont. Die Bundesregierung sollte Vielfalt und Antidiskriminierung gegen Angriffe von allen Seiten verteidigen. Dazu gehört auch die Aufnahme eines konstruktiven und faktenbasierten Dialogs über Diversity-Bemühungen.


    Verankerung von Diversity in institutionellen Strukturen

    Der jüngste Backlash zeigt, dass die Bemühungen um Vielfalt und Antidiskriminierung anfällig für politischen und gesellschaftlichen Druck sind. Der Aufbau resilienter institutioneller Strukturen beginnt sektorübergreifend mit dem Bewusstsein, dass Vielfalt ein zentraler Aspekt der Identität einer Institution ist. Das erfordert eine starke Führung, die diesen Prozess vorantreibt, Richtlinien und Finanzierung aufeinander abstimmt und eine Kultur der Reflexion, Teilhabe und gemeinsamen Verantwortung fördert. Beispiele wie die Harvard University und Transport for London zeigen, dass Organisationen, die sich Vielfalt als zentralem Wert verschrieben haben, diese auch schützen.


    Führungskraftentwicklung und individuelles Handeln

    Führungsqualitäten sind für langfristigen Wandel unerlässlich. Führungskräfte sind Vorbilder und Entscheidungsträger*innen. Sie setzen den Ton und beeinflussen die institutionelle Kultur. Sie haben die Macht, strukturelle Veränderungen zu fördern (oder zu blockieren).

    Daher gehören Vielfalt und Antidiskriminierung als Inhalte in die Führungskraftentwicklung. Auf diese Weise können sie das Bewusstsein schärfen, Fehleinschätzungen ausräumen, Empathie schaffen und Diversity-Kompetenz fördern. Das IDOS bietet drei Ausbildungsformate für die nächste Generation von Führungskräften an. Indem die Akademien Menschen verschiedener Nationalitäten und Hintergründe zusammenbringen, ermöglichen sie Erfahrungen mit Vielfalt und stärken Kompetenzen im Bereich Dialog und inklusive Führung. Teilnehmende lernen, wie sie Vielfalt fördern können, angefangen bei einer Haltung, die (Meinungs-)Differenzen begrüßt bis hin zu Moderationsfähigkeiten für inklusive Prozesse.


    Zielgerichtete Maßnahmen

    Die aktuelle Situation mag erdrückend wirken, doch gerade jetzt ist verstärktes Engagement gefragt. Öffentlicher Diskurs, institutionelle Strukturen und individuelles Handeln sind wesentliche Kräfte zur Verteidigung demokratischer Prinzipien und zur Förderung der Vielfalt. Am heutigen 27. Mai ist Deutscher Diversity-Tag. Öffentliche Unterstützung zu zeigen, ist wichtig. Statt jedoch nur Flagge zu zeigen, sollten wir insbesondere jene Strukturen und Praktiken stärken, die Vielfalt fördern und Diskriminierung durch langfristiges Engagement verhindern.

     

    Zu den Autorinnen:

    Tâmara Andrade ist Gast-Wissenschaftlerin in der Abteilung Wissenskooperation und Ausbildung des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).

    Tatjana Reiber leitet die MGG Academy am IDOS.

    Anna Schwachula ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Wissenskooperation und Ausbildung am IDOS.


    Info: https://makronom.de/deutscher-diversity-tag-wie-sich-vielfalt-verteidigen-laesst-49008?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=deutscher-diversity-tag-wie-sich-vielfalt-verteidigen-laesst


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Wettern der Woche: Staatsstreich an Himmelfahrt

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 28. Mai 2025, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 28.05.2025


    Wettern der Woche: Staatsstreich an Himmelfahrt


    Man müsse die Demokratie wetterfest machen, fordert das Recherchenetzwerk Correctiv. „Nu jaja, nu nee nee“, tät das meine Omi Glimbzsch aus Zittau rauf nach Berlin rufen: „Dazu braucht&#8216; aber wedderfeste Demokratn“. Ganz unter uns linken Klosterbrüdern: Viele ducken sich ja&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/wettern-der-woche-staatsstreich-an-himmelfahrt/


     -----------------------


    Fractures – Internationalistische Teach-ins – Teil 4: Warum ist die extreme Rechte auf dem Vormarsch?


    In diesem 4. Teil der Teach-In Reihe &#8222;Fractures versuchten Joe Mulhall, der undercover ging, um rechtsextreme Gruppen weltweit zu infiltrieren und ein Buch darüber geschrieben hat, „Drums In The Distance: Journeys Into The Global Far Right“; Ailynn Torres Santana, eine&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/fractures-internationalistische-teach-ins-teil-4-warum-ist-die-extreme-rechte-auf-dem-vormarsch/


     -----------------------


    Das Ganze verstehen: Ein neuer Blick auf die Welt und die Politik


    Was wir heute brauchen, ist nicht mehr Kontrolle über einzelne Bereiche, sondern mehr Verständnis für das große Ganze. Wir brauchen eine Politik der Fürsorge statt der Herrschaft. Wir brauchen eine Lebensweise, die nicht trennt, sondern verbindet. Denn letztendlich sind wir&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/das-ganze-verstehen-ein-neuer-blick-auf-die-welt-und-die-politik/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    „Das Zeitalter der Patrioten“  Großevent CPAC Hungary – Beginn: Donnerstag – soll für Europas extreme Rechte „Übergang zu Aktivismus“ markieren. Vorbild: Trump. Erwartet werden Politiker aus aller Welt, aus Europa etwa von RN und FPÖ. Ziel: „Eroberung von Brüssel“.

    german-foreign-policy.com, 28. Mai 2025

    BUDAPEST/BERLIN (Eigener Bericht) – Das am morgigen Donnerstag beginnende Großevent CPAC Hungary soll für Europas extreme Rechte einen „Übergang zu Aktivismus und Proaktivität“ markieren. Dies kündigt der Direktor des ungarischen CPAC-Veranstalters „Zentrum für Grundrechte“ an. Als Redner auf der Veranstaltung, die 2022 als Ableger der US-amerikanischen Conservative Political Action Conference (CPAC) gegründet wurde, sind unter anderem führende Politiker des extrem rechten Zusammenschlusses Patrioten für Europa (PfE) angekündigt, der im Europaparlament inzwischen die drittgrößte Fraktion stellt; ihm gehören unter anderem der französische RN, die FPÖ, die italienische Lega sowie der ungarische Fidesz, die Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, an. Darüber hinaus werden rechte Politiker aus Nord- und Südamerika, aus Australien und aus Israel erwartet; globale Vernetzung wird angestrebt. Die diesjährige CPAC werde „größer, lauter und schlagkräftiger“ als die drei vorherigen sein; sie orientiere auf das anbrechende „Zeitalter der Patrioten“, heißt es. In den USA habe „das Gesellschaftskonzept, an das auch wir glauben“, das Weiße Haus erobert; Ziel sei nun „die Eroberung von Brüssel“.


    Zitat: CPAC Hungary

    Die CPAC (Conservative Political Action Conference) wird von den Republikanern in den USA seit 1974 abgehalten. Zunächst als Vernetzungstreffen mit beschränkter Teilnehmerzahl konzipiert, hat sie sich seit den 2000er Jahren zu einer Großveranstaltung mit Tausenden Gästen entwickelt. Seit gut einem Jahrzehnt bewegt sie sich auf der Linie der Trump’schen Rechten, deren Aktivisten und Anhängern sie die Chance zu Zusammenkunft, Austausch und Beziehungspflege bietet. Seit 2017, dem ersten Jahr der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, arbeiten die Organisatoren des Events daran, ihre Strukturen weltweit auszudehnen. Schon seit 2017 gibt es eine CPAC in Japan, seit 2019 jeweils eine CPAC in Südkorea, Australien und Brasilien, seit 2022 jeweils eine CPAC in Mexiko und Israel sowie seit 2024 eine CPAC in Argentinien. 2019 streckten die Organisatoren der ursprünglichen US-CPAC die Fühler nach Budapest aus, um mit ihrer Struktur auch in Europa Fuß zu fassen. Im Jahr 2022 fand dann schließlich die erste CPAC Hungary statt. Die Veranstaltung, die jeweils vom Zentrum für Grundrechte (Alapogokért Központ) in Budapest abgehalten wird, findet jedes Jahr statt. Das Zentrum für Grundrechte, 2013 gegründet, arbeitet explizit auf der Basis von „nationaler Identität, Souveränität und christlichen Traditionen“; es steht Viktor Orbán nahe.[1]


    „Die Eroberung von Brüssel“

    Geht es auch bei der CPAC Hungary vor allem darum, rechte Aktivisten, Publizisten und Politiker aus aller Welt zu vernetzen, so zeichnet sich inzwischen eine gewisse Entwicklung ab. Zielten die Veranstaltungen der Jahre 2022 und 2023 vorrangig darauf ab, die eigenen Strukturen zu stärken und zu verknüpfen (Motto 2023: „Gemeinsam sind wir stark“), so ging die CPAC 2024 bereits vorsichtig in die Offensive. Unter dem Motto „Wokebusters – lasst uns den Sumpf trockenlegen“ sei man „schon etwas kämpferischer“ geworden, erläutert Miklós Szánthó, Direktor des CPAC-Veranstalters Zentrum für Grundrechte; man habe auf einen „Übergang zu Aktivismus und Proaktivität“ orientiert: „Wir müssen vorangehen ... . Wir müssen die Pläne der Liberalen durchkreuzen.“[2] Zur diesjährigen CPAC (Motto: „Das Zeitalter der Patrioten“) sagt Szánthó: „Wir müssen das Zeitalter der Patrioten herbeiführen, und das können wir nur gemeinsam.“ „Auf der einen Seite“ des Atlantiks habe es „das Gesellschaftskonzept, an das auch wir glauben, bis ins Weiße Haus geschafft“. In Europa gebe es mittlerweile auch „eine sehr spürbare rechte Bewegung“, die nicht mehr auf „Klein- oder gar Splitterparteien“ beschränkt sei. In Italien regiere sie bereits; eine starke Rechte verzeichne man aber auch „in Spanien, Frankreich oder Deutschland“. Ziel sei „die Eroberung von Brüssel“.[3]

    Patrioten für Europa

    Unter den rechten Kräften innerhalb der EU steht die CPAC Hungary parteipolitisch den Patriots for Europe (PfE) besonders nahe; dem Zusammenschluss, der im Europaparlament mit 84 Abgeordneten die drittgrößte Fraktion stellt, gehört unter anderem der Fidesz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán an. Als Redner auf der CPAC Hungary sind Politiker diverser PfE-Mitgliedsparteien angekündigt – so etwa Ex-Frontex-Chef Fabrice Leggeri vom französischen Rassemblement National (RN), die Vorsitzenden der FPÖ, Herbert Kickl, der spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, sowie der griechischen Foní Logikís, Afrodíti Latinopoúlou. Ehemalige Ministerpräsidenten werden mit Mateusz Morawiecki (PiS) aus Polen und mit Andrej Babiš (ANO) aus Tschechien erwartet. Zudem soll der Vizemarschall des Sejm, Krzysztof Bosak von der polnischen Partei Konfederacja, auftreten. Ungarn ist mit mehreren Regierungsmitgliedern, darunter Außenminister Péter Szijjártó, präsent. Aus den Vereinigten Staaten reisen zudem eine Reihe Politiker der Republikanischen Partei an.

    Faschist als „Held“

    Auch israelische Politiker sind als Redner auf der CPAC Hungary angekündigt. Das liegt nahe, denn der Likud, die Partei des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, hat im Februar offiziell Beobachterstatus bei den PfE erhalten. Laut CPAC-Angaben wird Diasporaminister Amichai Chikli (Likud) nach Budapest reisen. Chikli hatte bereits im Juli 2024 Proteste in Europa ausgelöst, als er sich im Umfeld der französischen Parlamentswahl für Marine Le Pen und ihre Partei Rassemblement National (RN) aussprach.[4] Anfang Dezember rief er massiven Unmut hervor, als er nach der ersten Runde der Präsidentenwahl in Rumänien Sympathie für den extrem rechten Kandidaten Călin Georgescu erkennen ließ, der erklärte hatte, im Fall eines Sieges die Botschaft seines Landes nach Jerusalem verlegen zu wollen. Georgescu hatte einst den historischen Führer der rumänischen Faschisten, Corneliu Zelea Codreanu, als „Held“ gepriesen; Codreanus Legionärsbewegung beging eine Vielzahl von Morden bis hin zu Massakern an den rumänischen Juden.[5] Als Redner sind zudem Jair Netanjahu, der Sohn des Ministerpräsidenten, und der Likud-Abgeordnete Ariel Kallner angekündigt. Kallner hatte nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 eine „Gaza-Nakba“ gefordert, die „die Nakba von 48 in den Schatten stellen“ solle.[6]

    Weltweit vernetzt

    Dass die CPAC Hungary der extremen Rechten Europas tatsächlich die Chance bietet, sich global zu vernetzen, zeigt nicht nur der geplante Auftritt von Tony Abbott, einem ehemaligen konservativen Ministerpräsidenten Australiens. Angekündigt ist auch ein Beitrag von José António Kast vom extrem rechten Partido Republicano de Chile. Kast gilt als politisches Gegenstück zu dem Brasilianer Jair Bolsonaro und zu dem Argentinier Javier Milei; er hat in der Vergangenheit Sympathie für Ex-Diktator Augusto Pinochet erkennen lassen und in der zweiten Runde der Präsidentenwahl in Chile im Jahr 2021 mehr als 44 Prozent erzielt. In der nächsten Präsidentenwahl Ende dieses Jahres kandidiert er erneut. In Budapest präsent sein wollen zudem Raúl Latorre, Präsident des Abgeordnetenhauses von Paraguay und Mitglied des konservativen Partido Colorado, sowie der extrem rechte argentinische Publizist Agustín Laje, der Milei nahesteht.[7]

    „Der Trump-Tsunami“

    „Die diesjährige CPAC Hungary“, erklärt Organisator Szánthó mit Blick auf das Erstarken der Rechten in Europa sowie in weiteren westlichen Ländern, finde „in einer neuen Situation statt“: „Der bisherige Status quo zerbricht“. Das liege „offensichtlich am Trump-Tsunami“; „unsere Freunde aus Amerika sind jetzt an der Spitze der Veränderung des Status quo.“[8] Es sei allerdings „wichtig, dass auch die Amerikaner verstehen“, dass es „in ihrem ureigensten Interesse“ sei, „dass die europäischen Rechten im Bündnis mit ihnen stärker werden“: „Ein Erolg der europäischen Rechten“ sichere nämlich „auch den Erfolg der amerikanischen Rechten ab.“

     

    [1] About us. alapogokert.hu.

    [2], [3] Jan Mainka: Größer, lauter und schlagkräftiger. budapester.hu 02.05.2025.

    [4] Amir Tibon: ‘A Diplomatic Bomb‘: Israel’s Diaspora Minister Rallied Behind Le Pen, And Israeli Diplomats Are Livid. haaretz.com 08.07.2024. Zu Chikli s. auch Zu Gast in Israel.

    [5] Lazar Berman: Romania ‘shocked’ by Israeli minister’s call with candidate who praised WWII antisemites. timesofisrael.com 02.12.2024.

    [6] Israel’s recent call for mass evacuation echoes catastrophic 1948 Palestinian exodus. pbs.org 13.10.2023.

    [7] Quién es Agustín Laje, el intelectual ligado a Milei que el gobierno eligió para su spot por el Día de la Memoria. lanacion.com.ar 24.03.2025.

    [8] Jan Mainka: Größer, lauter und schlagkräftiger. budapester.hu 02.05.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9992


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Wer weiß, ob wir uns um die Kriegstreiber der alten bzw. der neuen Bundesregierung oder um die, was "da" auf uns zukommt, mehr Sorge machen müssen!

    Vom bloßen Kenntnisnehmen allein wird das nicht mehr besser.

    28.05.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - heute mit Schwerpunkt Israel und Palästina - und zwei Artikeln zu Militarisierung und US-Wirtschaft.  (I von II)

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 28. Mai 2025, 13:45 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,


    beiliegend sende ich Artikel zu den

    Kriegen in der Ukraine und in Westasien -

    heute mit Schwerpunkt Israel und Palästina -

    und zwei Artikeln zu Militarisierung und US-Wirtschaft.


    1. Ukraine-Krieg im Liveticker


    2. Sicherheitsbulletin: Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul -

    ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?


    3. FAZ: „Gideons Streitwagen“ :  Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig


    4. Tagesspiegel: „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“:


        Erstmals wieder Hilfslieferungen im Gazastreifen angekommen


    5. Socialeurope: J. Borell: Gazas Abstieg in die Katastrophe testet Europas Gewissen


    6. IPG: Muriel Asseburg: Riviera der Ruinen


    7. DLF: Israel - SPD-Politiker Mützenich für Stopp von Waffenlieferungen


    8. ND: Interview mit Andreas Zumach: Wo bleiben die Anti-Kriegs-Proteste?


    9. Openpetition: Für einen gerechten Frieden in Gaza. Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!


    10. Openpetition:  Den Staat Palästina anerkennen!


    11. taz:  Rape Culture im Militär -  Der arme Soldat, der vergewaltigen muss


    12. Capital: Schwindendes Vertrauen


          Das wahre Drama von Trumps Politik spielt sich am Anleihemarkt ab




    https://www.n-tv.de/politik/12-57-Russen-halten-Zahl-naechtlicher-Attacken-weiterhin-hoch--article23143824.html


    28.05.2025

    Ukraine-Krieg im Liveticker



    12:32 Lawrow stellt weitere Verhandlungen in Aussicht - knüpft sie aber an Bedingungen


    Der russische Außenminister Sergej Lawrow kündigt weitere

    Verhandlungen mit der Ukraine an. Eine nächste direkte Gesprächsrunde

    werde in Kürze angesetzt, sagt Lawrow auf einer internationalen

    Sicherheitskonferenz.


    Eine zentrale Forderung Russlands in Friedensverhandlungen bleibe,

    dass die Ukraine den Status eines nicht nuklearen und neutralen Landes

    einnehme, betont er. Tatsächlich verfügt die Ukraine über keinerlei

    Atomwaffen.



    (…)


    11:23 Bericht: Putin fordert Stopp von Nato-Osterweiterung für Waffenstillstand


    Zu den Bedingungen von Präsident Wladimir Putin für die Beendigung des

    Krieges in der Ukraine gehört die Forderung, dass sich die westlichen

    Staats- und Regierungschefs schriftlich verpflichten, die

    NATO-Osterweiterung zu stoppen und einen Teil der Sanktionen gegen

    Russland aufzuheben, sagen drei russische Quellen, die mit den

    Verhandlungen vertraut sind, gegenüber Reuters.


    US-Präsident Donald Trump hat wiederholt erklärt, er wolle den

    tödlichsten europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg beenden,

    und hat in den letzten Tagen seine Frustration über Putin verstärkt.

    Am Dienstag warnte er, der russische Staatschef spiele "mit dem

    Feuer", indem er sich weigerte, Waffenstillstandsgespräche mit Kiew

    aufzunehmen, während seine Streitkräfte auf dem Schlachtfeld Gewinne

    erzielten.


    Nach einem mehr als zweistündigen Gespräch mit Trump in der

    vergangenen Woche erklärte Putin, dass er sich bereit erklärt habe,

    mit der Ukraine an einem Memorandum zu arbeiten, das die Konturen

    eines Friedensabkommens, einschließlich des Zeitplans für einen

    Waffenstillstand, festlegen würde.


    Russland würde derzeit seine Version des Memorandums ausarbeiten,

    könne aber nicht abschätzen, wie lange dies dauern wird. Kiew und die

    europäischen Regierungen haben Moskau vorgeworfen, die Verhandlungen

    zu verzögern, während seine Truppen in der Ostukraine vorrücken.


    (…)



    10:53 Selenskyj schlägt Dreier-Gespräch vor: "Trump, Putin, ich“


    Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, er sei zu einem Dreiertreffen mit

    US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir

    Putin bereit, berichtet Suspilne.


    "Wir sind bereit, uns auf der Ebene der Staatsoberhäupter zu treffen.

    Die amerikanische Seite weiß das, und die russische Seite weiß das.

    Wir sind bereit für das Format 'Trump, Putin und ich', und wir sind

    bereit für das Format Trump-Putin, Trump-Selenskyj und dann wir drei",

    so Selenskyj.



    07:33 Offiziell: Selenskyj heute in Berlin - Gespräch mit Merz über Waffenruhe


    Die Bundesregierung bestätigt den heute anstehenden Besuch des

    ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin offiziell.

    Bundeskanzler Friedrich Merz werde Selenskyj mit militärischen Ehren

    im Kanzleramt empfangen, teilt Regierungssprecher Stefan Kornelius

    mit. "Bei dem Besuch wird es um die deutsche Unterstützung der Ukraine

    und die Bemühungen um einen Waffenstillstand gehen. (…)



    07:22 Militärexperten: Russische Großoffensive im Donbass ist schon gestartet


    Ukrainische Militärs und Verteidigungsexperten warnen davor, dass

    Russland in diesem Sommer eine Großoffensive in der ostukrainischen

    Region Donezk vorbereitet. Einige von der "Washington Post" befragte

    Analysten sind der Meinung, dass die Offensive bereits begonnen hat

    und mit den Bemühungen um einen Waffenstillstand unter Vermittlung der

    USA zusammenfällt.


    Russland zeigt sich dabei kaum verhandlungsbereit. Nach Ansicht von

    US-Experten ist Präsident Wladimir Putin nach wie vor davon überzeugt,

    dass ein militärischer Sieg möglich ist, obwohl die anhaltenden

    Sanktionen und die Verluste auf dem Schlachtfeld Russlands Fähigkeiten

    strapaziert haben.


    Putin legt seit langem großen Wert auf die Kontrolle über die gesamte

    Region Donezk, insbesondere nachdem es ihm nicht gelungen war, Kiew zu

    Beginn des Krieges einzunehmen. Der Donbass ist das industrielle

    Zentrum der Ukraine.


    Analysten zufolge wird sich die Hauptoffensive auf Donezk

    konzentrieren - insbesondere auf die Städte Pokrowsk und

    Kostiantyniwka -, während Russland auch kleinere Operationen in den

    nordöstlichen Regionen Sumy und Charkiw vorbereitet.



    ——



    2. Sicherheitsbulletin: Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul -

    ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?



    https://sicherheitsbulletin.wordpress.com/2025/04/23/die-3-irrtumer-des-johann-wadephul-ist-das-die-strategie-der-zukunftigen-bundesregierung-im-ukrainekrieg/


    Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul -

    ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?


    Erstellt am 23. April 2025 von Jürgen Hübschen


    Am 18. April 2025 wurde in der FAZ ein Interview mit MdB Johann

    Wadephul abgedruckt, der als möglicher Außenminister der neuen

    Bundesregierung gehandelt wird. Im nachfolgenden Beitrag wird zu drei

    wesentlichen Aussagen Stellung genommen, weil diese die zukünftige

    Strategie der neuen Bundesregierung im Ukrainekrieg darstellen

    könnten.


    Wird Deutschlands Freiheit heute im Donbass verteidigt?


    Diese Frage beantwortet Wadephul wie folgt: „Definitiv. Es geht um uns

    alle. Es geht nicht um einige Quadratkilometer in der Ukraine, sondern

    es geht um die prinzipielle Frage, ob wir einen klassischen

    Eroberungskrieg in Europa zulassen. Und wenn wir ihn zulassen, dann

    ist das Vertrauen darauf, dass wir bereit sind, unsere Freiheit zu

    verteidigen in Frage gestellt. Dann steht auch in Frage, ob wir

    überhaupt bereit sind, in der NATO zusammenzustehen.“


    Wadephul liegt mit seiner Antwort völlig falsch, weil in der Ukraine

    die Freiheit Deutschlands nicht verteidigt wird. Wenn das so wäre,

    müssten wir eigene Soldaten in die Ukraine schicken, weil die

    Bundeswehr nach Artikel 87a GG dafür zuständig und auch verantwortlich

    ist, unsere Freiheit zu verteidigen.


    Wenn Wadephul Recht hätte, dann würden wir seit dem 24.Februar 2022

    unsere Freiheit von ukrainischen Soldaten verteidigen lassen, denen

    wir dazu nicht genügend Waffen und militärisches Gerät zur Verfügung

    stellen können oder wollen. Allerding hat die Bundesregierung dafür

    fälschlicherweise den politischen Grundsatz, keine Waffen in Kriegs-

    und Krisengebiete zu liefern, aufgegeben.


    (…)


    Sollte die Ukraine Mitglied der NATO werden?


    Obwohl neben den USA und Ungarn auch die bisherige Bundesregierung

    einen Beitritt der Ukraine zur NATO abgelehnt hat, erklärt Wadepfuhl

    zu dieser Frage: „Wir sollten dazu stehen, dass die Ukraine auf einem

    unumkehrbaren Weg in Richtung NATO ist.“  Wen Wadepfuhl mit „wir“

    meint, sagt er nicht expressis Verbis, meint aber wohl die zukünftige

    Bundesregierung.


    Die Ukraine wird aus drei Gründen richtigerweise kein Mitglied der

    NATO werden.


    Es steht zwar jedem Land frei, sich um eine Mitgliedschaft in der NATO

    zu bewerben, aber im Fall der Ukraine schließt der Artikel 10 des NATO

    Vertrages eine Mitgliedschaft aus. Dort heißt es im Wortlaut: „Die

    Parteien können durch einstimmigen Beschluss jeden anderen

    europäischen Staat, der in der Lage ist, die Grundsätze dieses

    Vertrags zu fördern und zur Sicherheit des nordatlantischen Gebiets

    beizutragen, zum Beitritt einladen.“


    Durch einen Beitritt der Ukraine würde die Sicherheit des nordatlantischen

    Gebietes nicht gefördert, sondern ganz erheblich beeinträchtigt werden.


    Die USA lehnen einen Beitritt der Ukraine ab, und gegen den Willen

    Washingtons geschieht in der NATO nichts, schon gar nicht die Aufnahme

    eines neuen Mitglieds.


    Für Russland ist ein NATO-Beitritt der Ukraine ein „no go“ und würde

    einen Friedensvertrag ausschließen. Russland hat zwar kein

    „Veto-Recht“, aber müsste einem Friedensvertrag natürlich zustimmen.


    In der Realität ist schon ein Waffenstillstand nicht zu erreichen,

    wenn nicht vorab eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine verbindlich

    ausgeschlossen würde. (…)



    Sollte Deutschland an die Ukraine alles liefern, was militärisch benötigt wird?


    Die Frage wird im Interview lediglich in Bezug auf mögliche

    Flugzeuglieferungen präzisiert. Warum, bleibt unklar und warum über

    „Taurus“ nicht geredet wird, ist ebenfalls offen. Wadepfuhl sagt

    lediglich: „Ich möchte dazu als Politiker nur sagen, dass wir liefern

    sollten, was benötigt wird und dass Militärs entscheiden sollten, was

    das genau ist.“


    Diese Aussage ist nicht nur inhaltlich gefährlich, sondern stellt

    letztlich auch den Primat der Politik in Frage. Jede Art der

    Unterstützung für die Ukraine basiert auf einer politischen

    Entscheidung. Militärs und Verantwortliche in anderen Bereichen der

    Gesellschaft sind ausführende Organe der politischen Führung.


    Wadepfuhl sagt zwar expressis verbis nichts zur Lieferung von „Taurus

    –Marschflugkörpern schließt aber ihre Lieferung nicht aus. Friedrich

    Merz hat bereits als Oppositionspolitiker die Lieferung von Taurus an

    die Ukraine gefordert und sich als zukünftiger Bundeskanzler bereit

    erklärt, den Marschflugkörper der Ukraine zur Verfügung zu stellen.


    (…)


    Es wird ganz konkret am künftigen Bundeskanzler Merz liegen, die

    Russland- und Ukrainepolitik der Bundesregierung neu zu justieren und

    diplomatischen Lösungen den Vorrang vor militärischen Aktivitäten

    einzuräumen. Das muss auch einem möglichen Außenminister Wadepfuhl

    klargemacht werden.



     Greven, 23. April 2025


    J.Hübschen



    ——



    3. FAZ: „Gideons Streitwagen“ :  Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig



    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-befehl-zur-operation-gideons-streitwagen-110491038.html


    „Gideons Streitwagen“ :


    Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig


    Gastbeitrag


    Von  Michael Sfard


    21.05.2025, 19:00


    Die Bevölkerung von Gaza soll konzentriert und verdrängt werden:


    Israels jüngste Operation im Gazastreifen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


    (…)



    ——


    4. Tagesspiegel: „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“:


    Erstmals wieder Hilfslieferungen im Gazastreifen angekommen



    https://www.tagesspiegel.de/internationales/ein-tropfen-auf-den-heissen-stein-erstmals-wieder-hilfslieferungen-im-gazastreifen-angekommen-13717882.html


    „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“:


    Erstmals wieder Hilfslieferungen im Gazastreifen angekommen


    Zwei Millionen Menschen hungern in Gaza, seit Anfang März blockiert

    Israel Hilfe. Jetzt erlaubt Regierungschef Netanjahu wieder

    Lebensmittellieferungen – aus strategischer Notwendigkeit.


    Von Maxi Beigang


    19.05.2025, 18:38 Uhr


    Die Menschen im Gazastreifen hungern und viele sind in Gefahr, zu

    verhungern. Seit mehr als zwei Monaten blockiert Israel jegliche

    Hilfslieferungen in den abgeriegelten Küstenstreifen, Anfang Mai

    verteilten die Vereinten Nationen gemeinsam mit internationalen

    Hilfsorganisationen die letzten Lebensmittel in der Enklave.


    Seitdem sind mehr als zwei Millionen Frauen, Männer und Kinder auf

    sich allein gestellt – jeder Einzelne von ihnen ist laut dem jüngsten

    Bericht der Integrierten Klassifikation zur Ernährungssicherheit (IPC)

    „akut von einer Hungersnot bedroht“. Knapp eine halbe Million Menschen

    lebt bereits unter „Hungersnot-ähnlichen Zuständen“, ihnen fehlt

    jeglicher Zugang zu Lebensmitteln. (…)



    Am Montagabend erreichten schließlich erste Lastwagen mit Hilfsgütern

    das Küstengebiet, teilte die für Palästinenserangelegenheiten

    zuständige israelische Behörde Cogat mit. Nach Angaben der Vereinten

    Nationen habe es sich um neun Fahrzeuge gehandelt.


    Die Genehmigung einer Wiederaufnahme von „begrenzten“ Hilfen durch

    Israel sei eine „willkommene Entwicklung, die weiter gelten muss“,

    aber „das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte

    UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. (…)


    „Das ist eine menschengemachte humanitäre Katastrophe, und wir dürfen

    ihr keinen Tag länger zusehen“, sagte Florian Westphal,

    Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, bereits in der

    vergangenen Woche. „An den Grenzen verrottet das Essen auf Lastwagen,

    während die Menschen wenige Kilometer weiter an Unterernährung sterben.“



    --------


    5. Socialeurope: J. Borell: Gazas Abstieg in die Katastrophe testet Europas Gewissen



    https://www.socialeurope.eu/gazas-descent-into-catastrophe-tests-europes-conscience


    Gazas Abstieg in die Katastrophe testet Europas Gewissen


    Josep Borell <https://www.socialeurope.eu/author/joseph-borell



    25 April 2025 <https://www.socialeurope.eu/gazas-descent-into-catastrophe-tests-europes-conscience#respond>

    Da Gaza beispiellosen Horror erleidet, kann Europa nicht länger inaktiv bleiben


    (…)


    Für einige europäische Länder hat sich die historische Schuld über den

    Holocaust wohl in einen „Staatsgrund“ verwandelt, der eine

    bedingungslose Unterstützung Israels rechtfertigt und riskiert, die EU

    in die Komplizenschaft mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzubinden.


    Ein Horror kann einen anderen nicht rechtfertigen. Wenn die Werte, die

    die EU behauptet, nicht alle Glaubwürdigkeit verlieren, kann der Block

    nicht weiterhin passiv den sich entfaltenden Horror in Gaza und die

    „Gazaisierung“ des Westjordanlandes beobachten.


    Entgegen der gängigen Wahrnehmung und trotz des offensichtlichen

    Mangels an Empathie, der von einigen ihrer Führer gezeigt wird, hat

    die EU einen erheblichen Einfluss auf die israelische Regierung. Es

    ist Israels führender Partner in Bezug auf Handel, Investitionen und

    People-to-People-Börsen.


    Die EU liefert mindestens ein Drittel der israelischen Waffenimporte

    und hat ihr umfassendstes Assoziierungsabkommen mit dem Land

    geschlossen, das wie alle derartigen Abkommen von der Einhaltung des

    Völkerrechts, insbesondere des humanitären Rechts, abhängig ist.


    Wenn der politische Wille vorhanden ist, besitzt die EU die Mittel zum

    Handeln. Und die Zeit für EU-Maßnahmen ist längst überfällig. Viele

    Israelis, die sich bewusst sind, dass Benjamin Netanjahus derzeitiger

    Kurs letztlich Israels eigene Sicherheit und Überleben bedroht, würden

    eine solche Aktion wahrscheinlich begrüßen.



    Josep Borrell ist ehemaliger spanischer Minister, ehemaliger Präsident

    des Europäischen Parlaments und ehemaliger Hoher Vertreter der

    Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsident

    der Europäischen Kommission.



    -------


    6. IPG: Muriel Asseburg: Riviera der Ruinen



    https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/riviera-der-ruinen-8307/?utm_campaign=de_40_20250526&utm_medium=email&utm_source=newsletter


    Naher Osten/Nordafrika 26.05.2025


     Muriel Asseburg <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/muriel-asseburg/>

    Riviera der Ruinen


    Israels neue Offensive in Gaza führt zu einer Hungerkatastrophe und der

    Vertreibung der Bevölkerung. Deutschland darf nicht länger tatenlos zusehen.



    Dr. Muriel Asseburg ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe Afrika

    und Mittlerer Osten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.



    Seit 18. Mai läuft die aktuelle israelische Offensive im Gazastreifen.

    Mit „Gideons Streitwagen“ soll die Armee die Hamas endlich besiegen,

    die Geiseln befreien und dafür sorgen, dass vom Gazastreifen keine

    Gefahr mehr für Israel ausgeht.


    Dazu möchte Premier Benjamin Netanjahu das Küstengebiet langfristig

    wieder besetzen und unter die Sicherheitskontrolle Israels stellen,

    die Hamas entwaffnen, ihre Führung verbannen und den Plan von

    US-PräsidentDonald Trump umsetzen: die zwangsweise Umsiedlung der

    Palästinenser.


    Die einheimische Bevölkerung soll zunächst im Süden des Küstengebiets

    in einer „sterilen Zone“ auf rund zehn Prozent der Fläche

    zusammengepfercht werden – letztendlich mit dem Ziel einer

    „freiwilligen“ Emigration. Von Freiwilligkeit kann angesichts der

    Zerstörung der Lebensgrundlagen allerdings nicht die Rede sein.


    Trump hatte das Kriegsverbrechen der Vertreibung salonfähig gemacht,

    als er Anfang Februar 2025 seine Vision für den Gazastreifen

    präsentierte.


    Das Küstengebiet solle zu einer „Riviera des Nahen Ostens“ entwickelt

    werden, die lokale Bevölkerung permanent in Länder wie Ägypten und

    Jordanien umgesiedelt werden – zwischenzeitlich waren auch Sudan,

    Somaliland, Somalia und Libyen im Gespräch.


    Damit unterminierte er die weitere Umsetzung des Abkommens über eine

    Waffenruhe sowie einen Austausch von Geiseln und Gefangenen, für das

    er selbst noch vor Amtsantritt sein politisches Kapital in die

    Waagschale geworfen hatte.


    Dieses hätte den Einstieg in einen dauerhaften Waffenstillstand und

    die Rückkehr zur Diplomatie bieten können. Selbst wenn Trumps

    Vorschlag lediglich dazu dienen sollte, die arabischen Staaten unter

    Druck zu setzen und mehr Verantwortung zu übernehmen: Er legitimierte

    den Nullsummenansatz der israelischen Regierung und belebte alte

    Positionen der zionistischen Rechten, nun neu verpackt als

    vermeintlich unkonventionelles Denken.


    Ohnehin hatten seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 die Forderungen

    nach einer neuen Nakba (gemeint ist die Flucht und Vertreibung der

    palästinensischen Bevölkerung aus dem Staatsgebiet Israels 1948) und

    nach einer israelischen Wiederbesiedlung des Küstengebiets im

    nationalreligiösen Spektrum des Landes Auftrieb erhalten.


    Trumps Vorstoß verstärkte die Unnachgiebigkeit Netanjahus, der aus

    innenpolitischen Gründen kein Interesse an einem Einstieg in Phase 2

    des Waffenstillstandsabkommens hatte und Trumps Vision fortan als die

    „einzig gangbare Option“ bezeichnete. Ende März wurde im israelischen

    Verteidigungsministerium eine Migrationsabteilung eingerichtet, welche

    die „freiwillige“ Auswanderung der palästinensischen Bevölkerung des

    Gazastreifens organisieren soll.


    Auch das Aushungern der Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.


    Schon Anfang März verhängte Israel eine vollständige Abriegelung über

    den kriegszerstörten Gazastreifen und ließ keine Hilfs-, Wasser- oder

    Stromlieferungen mehr zu, um die Hamas unter Druck zu setzen. Seitdem

    hat sich dort die humanitäre Situation dramatisch zugespitzt.


    Die während des Waffenstillstands erzielten Fortschritte bei der

    Versorgung der Bevölkerung wurden zunichtegemacht. Die Bevölkerung

    leidet unter massiver Unterversorgung. Es droht eine

    Hungerkatastrophe. Auch das Aushungern der Zivilbevölkerung ist ein

    Kriegsverbrechen.


    In den kommenden Tagen will Israel das System der humanitären Hilfe im

    Gazastreifen neu umbauen. Die Regierung begründet den Schritt mit dem

    Vorwurf, die Hamas habe bisher Hilfslieferungen abgefangen und sich

    daraus finanziert – stichhaltige Belege dafür wurden bislang nicht

    vorgelegt. Auch die Vereinten Nationen und andere Hilfsorganisationen

    bestätigen diese Darstellung nicht.


    Künftig sollen Lebensmittel und unentbehrliche Versorgungsgüter an

    wenigen Ausgabestellen – vorerst sind vier Zentren geplant – im Süden

    Gazas direkt an die Bevölkerung verteilt werden. Die Ausgabe soll

    durch spezialisierte NGOs erfolgen, von privaten

    Sicherheitsdienstleistern begleitet. Für den Schutz der Zonen ist die

    israelische Armee zuständig.


    Die Menge der Hilfsgüter bleibt jedoch auf das absolute Minimum zum

    Überleben beschränkt, die vorgesehene Kalorienzahl pro Person liegt

    dabei deutlich unter dem humanitären Mindeststandard. Die Bevölkerung

    im Norden hätte keine Möglichkeit, die Ausgabestellen zu erreichen.


    Und auch im Süden wären Hilfsempfänger großen Gefahren ausgesetzt, um

    zu den Verteilzentren zu gelangen. Zudem würde künftig nicht nur, wie

    bislang, die Einfuhr der Hilfslieferungen nach Gaza, sondern auch der

    Zugang der Bevölkerung zur humanitären Hilfe durch die israelische

    Armee kontrolliert.


    Weder die Finanzierung des Vorhabens noch zentrale logistische Fragen

    sind bislang geklärt – etwa, wie ein Familienoberhaupt Essensrationen

    für zwei Wochen von einer Ausgabestelle in die eigene Unterkunft

    transportieren soll. Wer versorgt zudem Kriegswaisen, Alte und

    Verwundete?


    Nicht zuletzt verfügt die für diesen Zweck gegründete Gaza

    Humanitarian Foundation (GHF) im Gegensatz zu den UN-Organisationen

    und versierten NGOs weder über Erfahrung vor Ort noch über Beziehungen

    zur lokalen Bevölkerung. Eine adäquate und bedarfsgerechte Versorgung

    wird unter diesen Bedingungen kaum möglich sein.


    Stattdessen droht humanitäre Hilfe zum Instrument israelischer

    Kriegsziele zu werden.


    Stattdessen droht humanitäre Hilfe zum Instrument israelischer

    Kriegsziele zu werden. Damit steht der neue Ansatz im Widerspruch zu

    den humanitären Grundprinzipien der Unparteilichkeit, Neutralität und

    Unabhängigkeit. Die Vereinten Nationen und die bisher beteiligten

    Hilfsorganisationen lehnen ihn daher entschieden ab. Die GHF scheint

    bereits vor dem Scheitern zu stehen.


    Die Bundesregierung sollte sich jetzt dringend und mit Nachdruck für

    einen bedingungslosen humanitären Zugang zum Gazastreifen einsetzen –

    um das Blutvergießen zu beenden, weitere Zerstörung von Lebensgrundlagen

    zu verhindern und eine Vertreibung der Bevölkerung zu unterbinden.


    Dazu gehört, Israel unmissverständlich klarzumachen, dass Deutschland

    die von Premierminister Netanjahu formulierten Kriegsziele – eine

    langfristige Wiederbesetzung und die Vertreibung der Bevölkerung –

    ebenso ablehnt wie die angewandten Methoden der Kriegsführung,

    insbesondere das Aushungern und unterschiedslose Angriffe auf Zivilisten.


    Ein sofortiger Lieferstopp von Waffen, die im Gazastreifen oder im

    Westjordanland eingesetzt werden können, sowie die Unterstützung einer

    Überprüfung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens würden ein klares

    politisches Signal senden. Gemeinsam mit europäischen und nahöstlichen

    Partnern sollte sich die Bundesregierung zudem aktiv für eine

    dauerhafte Konfliktregelung im Einklang mit dem Völkerrecht im Nahen

    Osten einsetzen.


    Die von Frankreich und Saudi-Arabien für Juni geplante Konferenz zur

    Unterstützung einer Zweistaatenlösung bietet die Chance, einen

    konkreten Fahrplan aus der Gewaltspirale zu entwickeln. Dabei wird es

    auch darauf ankommen, den arabischen Wiederaufbauplan für Gaza nicht

    nur rhetorisch zu unterstützen, sondern konkret auszuarbeiten, wie

    seine politische Umsetzung gelingen kann. Nicht zuletzt deshalb sollte

    Deutschland sich dort konstruktiv einbringen.



    Dieser Beitrag ist eine aktualisierte Fassung des Artikels

    „Ein Kriegsverbrechen vor den Augen der Welt“ <https://www.focusplus.de/politik/kriegsverbrechen-vor-augen-welt-1425>,


    der bei Focus+ erschienen ist.


    -------


    siehe auch:


    https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zum-verhaeltnis-der-eu-zu-israel-aussenpolitisch-schwach-im-nahen-osten-100.html


    Kommentar zum Verhältnis der EU zu Israel:


    Außenpolitisch schwach im Nahen Osten



    Remme, Klaus | 24. Mai 2025, 13:12 Uhr



    ----------



    7. DLF: Israel - SPD-Politiker Mützenich für Stopp von Waffenlieferungen



    https://www.deutschlandfunk.de/israel-kritik-wegen-gaza-waechst-interview-rolf-muetzenich-spd-aussenpolitiker-100.html


    Israel


    SPD-Politiker Mützenich für Stopp von Waffenlieferungen


    Mit Blick auf das Vorgehen Israels in Gaza hat sich SPD-Politiker Rolf

    Mützenich dafür ausgesprochen, Waffenlieferungen einzustellen. Dies

    wäre ein klares Zeichen an Israel. Ein Friedensprozess sei mit der

    Regierung Netanjahu offenbar nicht möglich.


    May, Philipp


    27. Mai 2025, 07:15 Uhr



    -------





    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.05.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - heute mit Schwerpunkt Israel und Palästina - und zwei Artikeln zu Militarisierung und US-Wirtschaft.  (II von II)


    8. ND: Interview mit Andreas Zumach: Wo bleiben die Anti-Kriegs-Proteste?



    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1191419.friedensbewegung-wo-bleiben-die-anti-kriegs-proteste.html



    Politik    Friedensbewegung


    Wo bleiben die Anti-Kriegs-Proteste?


    Trotz Militarisierung und steigender Rüstungsexporte fehlt in

    Deutschland eine Friedensbewegung.


    Der Publizist Andreas Zumach erörtert die Gründe



    Interview: Raul Zelik 22.05.2025, 13:16 Uhr



    Andreas Zumach, 1954 in Köln geboren, ist Publizist und arbeitete als

    Korrespondent mehr als drei Jahrzehnte lang bei den Vereinten Nationen

    in Genf. Er ist Experte in der Friedens- und Sicherheitspolitik und

    engagiert sich seit den 70er Jahren in anti­milita­ris­ti­schen Projekten.



    Gegen Israels Krieg in Gaza haben in Großbritannien am Wochenende laut

    Veranstaltern eine halbe Million Menschen demonstriert, in den

    Niederlanden 100 000. Deutschland ist zweitgrößter Rüstungslieferant

    Israels. Müsste sich nicht endlich auch hier eine Anti-Kriegs-Bewegung

    formieren?


    Allerdings, das ist seit Langem überfällig – und zwar nicht nur wegen

    der Rüstungslieferungen, sondern auch wegen der besonderen

    Verantwortung Deutschlands für eine sichere Existenz des Staates

    Israel. Die jetzige Politik der israelischen Regierung stellt eine

    große Gefahr auch für das Land selbst dar.



    US-Linke haben schon vor eineinhalb Jahren behauptet, Gaza sei das

    Vietnam der Gegenwart – ein Konflikt, an dem sich eine globale

    Anti-Kriegs-Bewegung formieren könnte. Wie halten Sie von der These?


    Ich bin bei derartigen Vergleichen grundsätzlich skeptisch. Bei allen

    Parallelen, die sich zwischen Kriegen ziehen lassen, gibt es immer

    auch große Besonderheiten. Wir sollten bei der Bewertung von

    Konflikten die universalistischen völkerrechtlichen Normen

    heranziehen.


    Auf deren Grundlage können wir festhalten, dass die USA in Südostasien

    einen völkermörderischen Krieg mit drei Millionen vietnamesischen

    Opfern geführt haben. Und wir können jetzt konstatieren, dass das

    Vorgehen der israelischen Streitkräfte und Regierung den Tatbestand

    des Völkermords erfüllt, wie er in der Genozid-Konvention von 1948

    definiert ist.


    Das sagen auch renommierte jüdisch-israelische Genozid-Forscher wie

    etwa Omer Bartov, der das in den ersten Monaten des Krieges noch sehr

    viel vorsichtiger bewertet hatte. Bartov ist übrigens zu seinem Urteil

    gekommen, bevor die Regierung Netanjahu im März die Blockade

    lebenswichtiger Güter über Gaza verhängte. Diese Maßnahme ist ein

    weiteres wichtiges Kriterium der Genozid-Definition.



    Wenn wir aus der Perspektive einer Friedensbewegung denken: Wie

    könnten universalistische Positionen aussehen, die sich zu den Kriegen

    in Gaza, dem Sudan und der Ukraine gleichermaßen vertreten lassen und

    die über den symbolischen Appell hinausgehen, die Waffen schweigen zu

    lassen?


    Wie gesagt: In der UN-Charta von 1945, in der Erklärung der

    Menschenrechte von 1948 und in den Genfer Konventionen sind

    universalistische Prinzipien festgelegt, an denen wir Regierungen und

    Staaten messen können. Bei einigen derjenigen, die sich zur

    Friedensbewegung zählen, gilt dieser universalistische Maßstab

    allerdings nicht mehr.


    Sie werfen der Nato und dem Westen zurecht vor, nach doppelten

    Standards vorzugehen, blenden dabei aber selbst jede Kritik an der

    Politik Putins aus. Es stimmt, dass das Gorbatschow 1990 gegebene

    Versprechen, die Nato nicht nach Osten zu erweitern, gebrochen wurde

    und dass die USA seit 2003 aus wichtigen Rüstungskontroll- und

    Abrüstungsverträgen ausgestiegen sind.


    Aber der Hinweis darauf darf nicht zur Rechtfertigung oder

    Verharmlosung des russischen Angriffskriegs vom Februar 2022 verwendet

    werden, wie es beispielsweise die Organisator*innen der Berliner

    Friedensdemonstration von Oktober 2024 getan haben. Die Einseitigkeit

    dieses Demoaufrufs war der Grund, warum sich viele

    Friedensorganisationen nicht an der Demonstration beteiligt haben. Das

    scheint mir ein grundlegendes Problem der Friedensbewegung heute zu

    sein: Weder bei der Ukraine noch bei Gaza gelingt ein Konsens über

    universalistische Positionen.


    Alle Waffenlieferungen an Israel müssten gestoppt werden. Außerdem

    müsste sich die Bundesregierung Großbritannien und Frankreich

    anschließen, die diese Woche mit Sanktionen gedroht haben, falls

    Israel seine Blockade in Gaza nicht aufhebt.



    Auf Russland möchte ich gleich zurückkommen, aber vielleicht könnten

    wir noch kurz bei Gaza bleiben: Wie könnte eine Position zu diesem

    Krieg in Deutschland aussehen? Und wie ließe sich eine Brandmauer

    gegen Antisemitismus ziehen?


    Das sind wir mitten in der Diskussion, welche Definition von

    Antisemitismus wir verwenden. Beim letzten Parteitag der Linken wurde

    darum gestritten, ob man sich auf die Arbeitsdefinition der

    International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) oder die

    Definition der Jerusalemer Erklärung (JDA) beziehen soll.


    Leider haben der von mir sehr geschätzte Jan van Aken und

    Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow so getan, als sei das ein reiner

    Wissenschaftsstreit. Dabei könnten beide wissen, dass die

    IHRA-Definition, wie sie sich die Bundesregierung und viele Landtage

    seit 2019 zu eigen gemacht haben, eine einzige Manipulation ist.


    Die aufgeführten elf Beispiele für israelbezogenen Antisemitismus sind

    auf der Sitzung der 31 Verbände der IHRA im Mai 2018 in Bukarest nie

    so beschlossen worden, sondern wurden später, übrigens unter massiver

    Einflussnahme des deutschen Außenministeriums, hinzugefügt.


    Das wird bis heute verschleiert. Und man hat das natürlich in dieser

    Form gemacht, um jede Kritik an der israelischen Regierung als

    antisemitisch diffamieren zu können. Meiner Ansicht nach ist die JDA

    zur Bekämpfung von Antisemitismus völlig ausreichend. Sie sagt ganz

    eindeutig, dass jedwedes Vorgehen gegen Menschen, das erfolgt, weil

    diese Juden sind, antisemitisch ist.



    Und was wären die richtigen Forderungen einer Friedensbewegung zum

    Gaza-Krieg?


    Erstens müssten alle Waffenlieferungen an Israel gestoppt werden.

    Zweitens müsste sich die Bundesregierung Großbritannien, Frankreich

    und Kanada anschließen, die diese Woche mit Sanktionen gedroht haben,

    falls Israel seine Blockade in Gaza nicht aufhebt.



    Wenn es so einfach ist, richtige Forderungen zu formulieren, warum

    gibt es dann in Deutschland keine Bewegung, die sie auf die Straße

    trägt?


    Die Angst und der vorauseilende Gehorsam sind bei uns enorm groß. Als

    die IHRA-Definition 2019 im Bundestag beschlossen wurde, sagte der

    Grüne Jürgen Trittin in einem Interview, es hätten nur deshalb so

    viele Politiker*innen aus allen Parteien für die IHRA gestimmt, weil

    sie Angst hatten, ansonsten als Antisemit*innen diffamiert zu werden.


    Diese Befangenheit ist die eine Seite des Problems. Die andere, die

    ich für deutlich kleiner halte, aber die wir ebenfalls im Blick haben

    müssen, ist, dass es an den Rändern der Bewegung Gruppen gibt, die die

    Verbrechen der Hamas vom 7. Oktober 2023 relativieren. Auch da

    bräuchten wir eine klare Abgrenzung, um universalistische Positionen

    verteidigen zu können.



    Und wie es ist bei Russland und der Ukraine? Wie könnte hierzu eine

    universalistische Position aussehen?


    Jeder Aufruf müsste zunächst festhalten, dass Russland einen

    völkerrechtswidrigen Krieg begonnen hat, und Putin auffordern, diesen

    Krieg zu beenden. Ausgehend hiervon kann man berechtigte Kritik an den

    Positionen westlicher Regierungen äußern. Beispielsweise an der

    falschen Bedrohungsbehauptung, Russland werde im Fall einer

    ukrainischen Niederlage als nächste das Baltikum, Polen oder

    Deutschland angreifen – eine Behauptung, mit der die Hochrüstung bei

    uns gerechtfertigt wird.


    Neben der Forderung nach einem Waffenstillstand und Verhandlungen

    sollte die Friedensbewegung meiner Ansicht nach auch Vorschläge in der

    Sache machen. Zum Beispiel für von der Uno und/oder der OSZE

    durchgeführte Volksabstimmungen auf der Krim und in den umstrittenen

    Donbass-Gebieten. Mit der Wahloption, dass Gebiete mit

    russischstämmiger Bevölkerungsmehrheit weitreichende Autonomie

    innerhalb der Ukraine erhalten.


    Russisch sollte erste Amtssprache sein, und die Gebiete sollten – ganz

    wichtig – eigene Steuern erheben können. In Jugoslawien war das

    Abschöpfen der kroatischen Tourismuseinnahmen durch den serbisch

    dominierten Zentralstaat ein entscheidender Treiber beim Ausbruch des

    Bürgerkriegs der 90er Jahre.



    Sie argumentieren viel mit diplomatischen Lösungen, die innerhalb der

    Nationalstaatslogik verbleiben und von Regierungen getragen werden

    müssen. Wir, die wir uns in Bewegungen engagieren, haben da natürlich

    nur sehr begrenzt Einfluss darauf. Was könnten Antimiliarist*innen

    tun, um Kriege schwerer führbar zu machen? Deserteure aufnehmen?


    Ich würde Ihrer These erst mal widersprechen wollen. Die Geschichte

    zeigt, dass Regierungen anders handeln, wenn es innenpolitischen Druck

    gibt. Wenn wir mit 200 000 Menschen auf die Straße gingen, würden wir

    das nicht als Beschäftigungstherapie tun, sondern Druck ausüben

    wollen.


    Auch die Aufnahme von Deserteuren hat im Übrigen mit Regierungspolitik

    zu tun. Wir müssten in der EU durchsetzen, dass russische, aber auch

    ukrainische und belarussische Kriegsdienstverweigerer, die ja durchaus

    kommen, anstandslos Asyl erhalten. Im Augenblick wird das russischen

    Deserteuren verweigert. Und auch ukrainischen Männern wird es schwerer

    gemacht, hier zu bleiben.


    Es gibt das Urteil eines deutschen Gerichts, wonach ein Staat in einer

    Notsituation das Recht auf Kriegsdienstverweigerung suspendieren kann.

    Das wird auch in Deutschland selbst enorme Folgen haben, wenn – wie

    absehbar – die militärische Zwangspflicht wiedereingeführt ist. Denn

    mit diesem Argument kann das grundgesetzlich garantierte Recht auf

    Kriegsdienstverweigerung außer Kraft gesetzt werden …


    Aber natürlich können wir als Bewegung auch selbst aktiv werden und

    russische oder ukrainische Männer aufnehmen und vor Behörden

    verstecken. Oder Organisationen finanziell unterstützen, die sich für

    diese Männer einsetzen – Connection e. V. in Offenbach zum Beispiel.



    Wie bewerten sie die Normalisierung von Aufrüstung und Militär, wie

    wir sie in Deutschland gerade erleben?


    Ich halte das für das extrem beunruhigend. Es ist ein Ausmaß an

    Militarisierung, wie ich sie in meinem Leben nicht erinnern kann.

    Selbst während des Blockkonflikts der 70er und 80er Jahre war

    Deutschland weniger militarisiert.


    Damit meine ich nicht nur die Rüstungsausgaben, sondern die

    militärische Durchdringung der Gesellschaft: der Zugang von

    Bundeswehrmitgliedern zu Schulen, der panzergerechte Ausbau von

    Brücken und Straßen oder die Rekrutierung von Minderjährigen durch die

    Bundeswehr – was eine eklatante Verletzung der UN-Kinderrechts-Charta

    darstellt.


    Seit 1945 gab es keine vergleichbare Militarisierung der Gesellschaft.

    Am schlimmsten daran finde ich allerdings, dass die Entwicklung kaum

    Widerspruch provoziert.



    Forciert wird dieser Prozess von den Grünen. Der langjährige Leiter

    der Heinrich-Böll-Stiftung Ralf Fücks oder der ehemalige

    Grünen-»Linke« Anton Hofreiter werben kaum verhohlen für einen

    deutschen Kriegseintritt. Wie erklären Sie sich das?


    Die Vorstellung, dass alle Grünen früher Pazifisten oder auch nur

    Militärkritiker waren, ist natürlich falsch. Ralf Fücks und andere

    führende Grünen kamen aus stalinistischen K-Gruppen, die große

    Sympathien für autoritäre Gewalt-Regime hegten.


    Vor diesem Hintergrund bin ich nicht ganz so verwundert über ihre

    Entwicklung. Als Gesamtpartei haben sich die Grünen ihr

    friedenspolitisches Rückgrat 1999 mit dem völkerrechtswidrigen

    Luftkrieg der Nato gegen Serbien-Montenegro gebrochen.


    Durchgesetzt wurde das damals von Außenminister Josef Fischer – mit

    der den Holocaust verharmlosenden Bemerkung »Nie wieder Krieg, nie

    wieder Auschwitz.« Damit stellte er die Menschenrechtsverletzungen der

    serbischen Armee im Kosovo auf eine Stufe mit den

    Völkermord-Verbrechen der Nationalsozialisten in Auschwitz.


    Das war ein fürchterlicher Vergleich, der bei den Grünen allerdings

    gewirkt hat. Dieses Einknicken ist von der Partei niemals

    aufgearbeitet worden. Auch deshalb sind heute jene Grünen, die noch

    eine militärkritische oder gar pazifistische Überzeugung vertreten,

    innerparteilich marginalisiert.



    —————


    Zum Mitmachen und Unterzeichnen:


    9. Openpetition: Für einen gerechten Frieden in Gaza. Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!



    https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-einen-gerechten-frieden-in-gaza-waffenexporte-stoppen-hilfsblockade-beenden


    Außenpolitik <https://www.openpetition.de/?category=1#petitionen>

    Für einen gerechten Frieden in Gaza. Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!



    CARE, IPPNW, medico international, NRC Flüchtlingshilfe, Oxfam, pax christi, Weltfriedensdienst <https://www.openpetition.de/organisation/care-ippnw-medico-international-nrc-fluechtlingshilfe-oxfam-pax-christi-weltfriedensdienst>



    ——



    siehe auch:


    https://marchtogaza.net/


    ————



    10. Openpetition:  Den Staat Palästina anerkennen!


    https://www.openpetition.de/petition/online/den-staat-palaestina-anerkennen


    Außenpolitik <https://www.openpetition.de/?category=1#petitionen>

    Den Staat Palästina anerkennen!


    pax christi - Deutsche Sektion und Deutsch-Palästinensische Gesellschaft <https://www.openpetition.de/organisation/pax-christi-deutsche-sektion-und-deutsch-palaestinensische-gesellschaft>



    ———



    11. taz:  Rape Culture im Militär -  Der arme Soldat, der vergewaltigen muss



    https://taz.de/Rape-Culture-im-Militaer/!6087678/


    Rape Culture im Militär


    Der arme Soldat, der vergewaltigen muss



    Kolumne  Starke Gefühle


    von Waltraud Schwab


    Ein deutscher Generalmajor sagt: „Wenn eine Vergewaltigung unvermeidbar ist,

    entspannen Sie und genießen.“​ Unsere Autorin erklärt, was das bedeutet.


    25.5.2025 11:14 Uhr


    Ein deutscher Generalmajor namens Hartmut Harro Renk, ein

    Zwei-Sterne-General mit Bilderbuchkarriere bei Bundeswehr und Nato,

    gab seinen Kameraden bei einem international besetzten Meeting im

    Februar diesen Rat: „If rape is inevitable, relax and enjoy.“ – „Wenn

    eine Vergewaltigung unvermeidbar ist, entspannen Sie und genießen.“


    Diese Aussage des Generals ist ungeheuerlich. Da sie von jemandem vom

    Militär gesagt wurde, liegt nahe, dass der Kontext etwas mit

    militärischen Konflikten zu tun hat. (…)


    Situationen, in denen der Soldat vergewaltigen muss


    „Vergewaltigung unvermeidbar“, was für ein Wording. Es bedeutet, dass

    es eine militärische Logik in bewaffneten Konflikten gibt, die

    zwangsläufig zu Vergewaltigungen führen kann. Der vergewaltigende

    Soldat ist dabei Opfer der Logik.


    Also das eigentliche Opfer und nicht die vergewaltigte Person. Man

    nennt so was Täter-Opfer-Umkehr.


    (…)


    Hartmut Harro Renk – der von Verteidigungsminister Pistorius wohl bald

    in den Ruhestand versetzt wird, immerhin das – hat seinen Satz im

    Nachhinein a) zugegeben, meint aber b) er habe nur einen bekannten

    Spruch benutzt, den er c) ironisch verstanden wissen wollte.


    Das ist die ABC-Waffe jedes Ignoranten in Sachen sexualisierter

    Gewalt. Zugeben, wenn leugnen nichts bringt, nivellieren, sich

    verbrüdern. Funktioniert doch. Ja, wenn nicht auch Frauen bei besagtem

    Meeting gewesen wären. Eine britische Soldatin meldete den Vorfall –

    sie wüsste, auf welcher Seite sie stünde.


    Neuerdings sind Sachen wieder sagbar, die in einer aufgeklärten

    Gesellschaft, in der Menschenrechte geachtet werden, überwunden

    schienen. Nichts da. Es ist so bitter.



    -------


    12. Capital: Schwindendes Vertrauen


          Das wahre Drama von Trumps Politik spielt sich am Anleihemarkt ab



    https://www.capital.de/geld-versicherungen/das-wahre-drama-von-trumps-politik-spielt-sich-am-anleihemarkt-ab-35752056.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


    Schwindendes Vertrauen


    Das wahre Drama von Trumps Politik spielt sich am Anleihemarkt ab


    von Timo Pache


    23.05.2025, 19:00


    Während die Aktienkurse aufmerksam verfolgt werden, sind die

    Ausschläge am Anleihemarkt weit weniger präsent. Dabei zeigt sich hier

    ganz deutlich: US-Präsident Trump steht kurz davor, den Ruf der USA zu ruinieren


    (…)


    Der globale Markt für Anleihen von Staaten und Unternehmen ist beinahe

    150 Billionen Dollar groß, damit weit größer als alle Aktienmärkte

    zusammen – und die USA sind darin mit einem Anteil von fast 40 Prozent

    der größte Brocken.


    Auf fast 31 Billionen US-Dollar summieren sich inzwischen allein die

    amerikanischen Staatsschulden. Und wenn es nach Donald Trump und

    seinen Republikanern geht, kommen dazu demnächst noch einige Billionen dazu.


    In diesem Markt, und nicht an den Aktienmärkten, spielt sich seit mehr

    als sechs Wochen das eigentliche Drama um die Stellung der USA in der

    Weltwirtschaft ab.


    In dieser Woche übersprang die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen

    die Grenze von 5 Prozent, zehnjährige Staatsanleihen erreichten die

    Schwelle von 4,6 Prozent. Ende März hatte die Rendite der zehnjährigen

    Anleihen noch unter 4 Prozent betragen. (…)



    Über den Tag, an dem das Vertrauen kippte, können sich

    Wirtschaftshistoriker noch lange streiten, doch spätestens seit Anfang

    April ist an den Finanzmärkten etwas ins Rutschen gekommen.


    Über mehrere Wochen sind in diesem Frühjahr die Kurse von US-Aktien,

    -Anleihen und vom Dollar parallel gefallen. Das ist deshalb

    ungewöhnlich, weil normalerweise die Wertentwicklung von Aktien und

    Anleihen gegenläufig ist – steigen die einen, fallen die anderen.


    Und normalerweise sollte wenigstens der Dollar an Wert gewinnen, wenn

    die Renditen auf US-Anleihen steigen, auch das war diesmal nicht der Fall.


    Alles gleichzeitig im Abwärtsmodus, das deutet auf eine echte

    Kapitalflucht aus den USA hin. Ein größeres Misstrauensvotum gibt es

    in der Finanzwelt nicht. (…)


    Die USA als sicherer Hafen für Investitionen, diese Kombination aus

    der stärksten und dynamischsten Volkswirtschaft der Welt, der globalen

    Reservewährung und einer Notenbank, die zur Not mit unbegrenzten

    Mitteln einschreiten kann, diese heilige Trias der Weltwirtschaft ist

    mindestens mal in großer Gefahr – wahrscheinlich sogar schon

    nachhaltig beschädigt. (…)


    Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Amtsantritt von Trump ist der

    S&P 500 in Dollar gerechnet bestenfalls auf der Stelle getreten,

    bereinigt um den Wechselkurs hat er sogar sechs Prozent an Wert verloren.


    Der deutsche Leitindex Dax hat im selben Zeitraum gut 20 Prozent an

    Wert gewonnen, der Euro Stoxx 50 etwa 14 Prozent. Gegenüber dem Euro

    hat der Dollar etwa zehn Prozent an Wert verloren.


    (…)


    Die wachsende Entfremdung zwischen den USA und dem Rest der Welt ist

    für niemanden gut. Aber im Moment ist das die Entwicklung, die diese

    Welt unter Trump nimmt. In Deutschland und Europa können wir uns nur

    darauf einstellen und neu einrichten – genau diese Neusortierung hat

    begonnen.



    ------—



    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Stimmungswandel bei Trump: "Ich ziehe Sanktionen gegen Russland absolut in Betracht"

    freedert.online, 27 Mai 2025 21:01 Uhr

    Donald Trump hat diese Woche Sanktionen gegen Moskau erwogen. Mehrere Quellen bestätigten den Stimmungswandel bei dem US-Präsidenten. Er reagierte emotional auf die russischen Drohnenangriffe, drohte Putin und beschwerte sich über das langsame Tempo beim Deeskalierungsprozess.


    Stimmungswandel bei Trump: "Ich ziehe Sanktionen gegen Russland absolut in Betracht"Quelle: Legion-media.ru


    US-Präsident Donald Trump während des Wahlkampfes im vorigen Jahr (Symbolbild)


    Nur knapp eine Woche nach dem langen und freundschaftlich geführten Telefonat mit Wladimir Putin äußerte Donald Trump öffentlich Unbehagen über seinen russischen Kollegen. Am Sonntag kritisierte er Putin für die anhaltenden Drohnenangriffe auf militärisch relevante Infrastruktur der Ukraine. Er äußerte Unverständnis über Putins Tun und sagte, dass Putin verrückt geworden sei. RT DE berichtete.


    Trump erklärt: Putin ist "völlig grundlos verrückt geworden"





    Trump erklärt: Putin ist "völlig grundlos verrückt geworden"







    Am Dienstag legte Trump auf Social Truth nach. Er schrieb: "Was Wladimir Putin nicht begreift, ist, dass ohne mich schon viel Schlimmes mit Russland passiert wäre, und ich meine WIRKLICH SCHLIMMES. Er spielt mit dem Feuer!" Moskau teilte in der Zwischenzeit mit, dass das Memorandum zu einem Friedensprozess von russischer Seite aus kurz vor Fertigstellung stehe. Kreml-Sprecher Peskow erklärte die am Sonntag getätigten Aussagen Trumps mit emotionaler Überlastung. 

    Am Montag schrieb das Wall Street Journal (WSJ) mit Verweis auf Quellen aus Trumps Umfeld, dass er Friedensverhandlungen überdrüssig ist und erwäge, sie ganz abzubrechen, wenn ein letzter Vorstoß nicht funktioniere. Am Sonntag sagte Trump zu möglichen neuen Sanktionen gegen Russland, dass er sie "absolut" in Betracht ziehe. Das WSJ stellte bemerkenswerte Veränderungen bei dem Staatschef fest, der an seinem ersten Tag im Amt damit geworben hat, dass er den Konflikt beenden könne.. 

    Die Restriktionen würden wahrscheinlich keine neuen Bankensanktionen beinhalten, sagte einer der befragten Personen, aber andere Optionen seien im Gespräch, um den russischen Staatschef zu Zugeständnissen am Verhandlungstisch zu zwingen, einschließlich eines 30-tägigen Waffenstillstands, der von der Ukraine unterstützt wird. Trump könnte allerdings auch beschließen, keine neuen Sanktionen zu verhängen.

    Laut der Zeitung sei es unklar, was passieren würde, wenn sich die USA aus dem Friedensprozess zurückziehen und ob Trump der Ukraine weiterhin militärische Unterstützung gewähren würde. Trump habe geglaubt, dass er Putin kenne und der russische Staatschef ihm zuliebe den Krieg als persönlichen Gefallen beenden würde. "Putins mangelnde Bereitschaft, sich zu bewegen, hat Trumps Meinung über seinen Amtskollegen getrübt, insbesondere nach einem Telefonat in der vergangenen Woche, bei dem Putin sich weigerte, einen Waffenstillstand zu unterzeichnen", so das WSJ.


    Moskau: Friedensmemorandum kurz vor Fertigstellung – Kiew soll nachziehen





    Moskau: Friedensmemorandum kurz vor Fertigstellung – Kiew soll nachziehen






    Inzwischen erhöht auch der US-Senat den Druck auf Russland. Der republikanische Kriegsfalke Lindsey Graham hat zusammen mit Senator Richard Blumenthal eine Maßnahme zur Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland und hoher Zölle für Länder, die russisches Öl, Gas und Uran kaufen, eingebracht, die von mehr als 80 ihrer Kollegen unterstützt wird.

    Laut WSJ markieren die Entwicklungen eine neue Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Russland, die in den vergangenen Monaten bereits durch mehrere Höhen und Tiefen gekennzeichnet waren.

    Das Weiße Haus lehnte es allerdings ab, sich zu den möglichen Einschränkungen gegen Russland zu äußern. In den ersten Monaten seiner Amtszeit hat Trumps Haltung gegenüber Putin häufig gewechselt. Er hat neue Sanktionen erwogen und harte Worte für den russischen Staatschef gefunden, aber auch über den Abbau von Handelsschranken mit Russland und die Öffnung des Landes für US-Investitionen und Geschäfte gesprochen. 

    Noch signalisiert das Weiße Haus keine Umkehr Trumps von der Politik der letzten vier Monate. Präsident Trump habe deutlich gemacht, dass er ein Friedensabkommen auf dem Verhandlungswege anstrebt, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, in einer Erklärung. "Präsident Trump hat auch klugerweise alle Optionen auf dem Tisch gehalten."


    Mehr zum ThemaEuropa verlangte Sanktionen von Trump – und bekam sie


    Screenshot_2025_05_28_at_11_03_26_Stimmungswandel_bei_Trump_Ich_ziehe_Sanktionen_gegen_Russland_absolut_in_Betracht_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6tw0cz-trump-russland-hat-die-hyperschallraketen-von-uns-gestohlen.html Dauer  min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/246152-stimmungswandel-bei-trump-ich-ziehe-sanktionen-gegen-russland-absolut-in-betracht/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Kanzler Merz macht Druck auf EU, Nord Stream 1 zu sanktionieren. (Teil I)

    freedert.online, 27 Mai 2025 19:26 Uhr,Von Rainer Rupp

    Damit will Merz nicht nur politische Herausforderungen in seiner eigenen Partei unterdrücken, sondern den Deutschen in Zukunft die Wahl verweigern, über Nord Stream-1 wieder preiswertes russisches Gas zu importieren, um die Zerstörung der deutschen Industrie zu stoppen.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Jürgen Heinrich


    Archivbild: Friedrich Merz


    Da Merz den zukünftigen deutschen Regierungen nicht traut, die bisherige Sanktionspolitik zum "Ruinieren Russlands" durch den Selbstmord der deutschen Industrie fortzusetzen, will er zukünftigen deutschen Richtungsänderungen zu vernunftbasierter Politik mit Hilfe der EU ein für alle Mal einen Riegel vorschieben. Das ideologische Ziel der EU/NATO-Eliten, Russland in die Knie zu zwingen, scheint für Kanzler Merz wichtiger als die wirtschaftliche Gesundheit Deutschlands oder die Lebensbedingungen der deutschen Bevölkerung oder die materiellen Bedingungen der Menschen in Europa!

    Am 23. Mai berichtet die Financial Times über einen neuen Skandal mit und um Kanzler Friedrich Merz unter dem Titel: "Merz backs Nord Stream ban to prevent US and Russia restarting gas link", zu Deutsch: "Merz will EU-Sanktionen gegen Nord Stream, um zu verhindern, dass die USA und Russland die Gas-Pipeline (nach Deutschland) wieder starten". Demnach lobbyiert Merz aktiv bei der Europäischen Kommission, damit die EU Sanktionen gegen die in der Schweiz inkorporierte Nord Stream AG verhängt, damit er in Deutschland in Zukunft weniger innenpolitischem Druck ausgesetzt wird, um die Pipeline wieder zu öffnen und russisches Gas zu beziehen. Denn wenn die EU erst einmal Sanktionen gegen Nord Stream 1 ausgesprochen hat, kann weder die Bundesregierung noch der Bundestag etwas daran ändern.


    Merz unterstützt ein Nord Stream-Verbot: Wiederinbetriebnahme der Pipeline durch USA verhindern





    Merz unterstützt ein Nord Stream-Verbot: Wiederinbetriebnahme der Pipeline durch USA verhindern





    Zunächst ein kurzer Überblick über den Hintergrund. Die Nord Stream AG ist die Betreibergesellschaft der Nord Stream 1. Sie wurde am 30. November 2005 in Zug, Schweiz, gegründet. Die Eigentümerstruktur von Nord Stream 1 setzt sich wie folgt zusammen: Gazprom (Russland): 51 Prozent der Anteile; ENGIE (Frankreich): neun Prozent der Anteile; Wintershall Dea AG (Deutschland): 15,5 Prozent der Anteile, PEG Infrastruktur AG (E.ON, Deutschland): 15,5 Prozent der Anteile; N.V. Nederlandse Gasunie (Niederlande): neun Prozent der Anteile. Nord Stream 1 ist noch vollkommen intakt und könnte jederzeit bei grünem Licht von Deutschland wieder in Betrieb genommen werden.

    Es ist Nord Stream 2, die laut Mearsheimer – der wahrscheinlich weltweit erfolgreichste und bekannteste und investigative US-Journalist – von US-Spezialeinheiten im US-Regierungsauftrag am Boden der Ostsee vor der schwedischen Küste im Herbst 2022 gesprengt wurde.

    Wohl bemerkt, es ist die intakte Nord Stream 1, die Bundeskanzler Merz mit Hilfe einer EU-Sanktionierung dauerhaft aus dem Verkehr ziehen und damit der deutschen Industrie und privaten Verbrauchern auf unabsehbare Zeit den Zugang zu billigem und hochwertigem russischem Pipelinegas verwehren will. Dabei hat Kanzler Merz bei seiner Amtseinführung vor wenigen Wochen hoch und heilig geschworen, Unheil vom deutschen Volk abzuwenden. Seine Amtseinführung war jedoch eher eine neu-feudale Inthronisierung, denn der neue Kanzler entscheidet noch ungehemmter als sein Vorgänger über den Willen der deutschen Bevölkerung hinweg, nachdem er sie bereits vor der Wahl mit allerlei Versprechungen nach Strich und Faden belogen hatte.

    Aber warum will er partout, dass die EU die Nord Stream 1 sanktioniert? Schließlich ist diese Pipeline Teil der kritischen Energieinfrastruktur Deutschlands! Und nun fordert niemand Geringeres als der Bundeskanzler Deutschlands von der Europäischen Union, Sanktionen gegen einen Teil der eigenen Energieinfrastruktur zu verhängen, an der sogar deutsche Unternehmen maßgeblich beteiligt sind. Zudem wird Nord Stream 1 auch weitgehend durch deutsches Recht reguliert und Merz als Kanzler könnte jederzeit selbst entscheiden, dass Deutschland kein Gas über die Nord Stream 1 bezieht.


    EU droht Russland mit vollständigem Handelsembargo, anstatt die eigene Wirtschaft zu retten




    Analyse

    EU droht Russland mit vollständigem Handelsembargo, anstatt die eigene Wirtschaft zu retten





    Ferner steht das Verhalten von Merz in Bezug auf Nord Stream 1 im diametralen Widerspruch zu dem seit drei Jahren gehegten und gepflegten Narrativ der regierenden Berliner "Eliten", dass es die Russen waren, die uns den Gashahn zugedreht haben. Tatsächlich scheint sich in einem großen Teil der deutschen Bevölkerung diese Verdrehung der Geschichte inzwischen gefestigt zu haben. Aber wenn das tatsächlich stimmen würde, dass die Russen uns ihre Gaslieferungen verweigerten, warum drängt dann Merz die EU dazu, Nord Stream 1 zu sanktionieren, um damit zu verhindern, dass auch in Zukunft kein Pipeline-Gas aus Russland mehr nach Deutschland kommt?

    Wenn die EU erst einmal Sanktionen ausgesprochen hat, kann in Zukunft auf nationaler Ebene in Deutschland niemand mehr eine politische Entscheidung treffen, um wieder günstiges und hochenergetisches Pipeline-Gas aus Russland zu importieren. Weder der Bundestag noch die Bundesregierung können in Außenhandelsfragen nach geltendem EU-Recht die demokratisch nicht gewählten EU-Bürokraten überstimmen. Nur die EU selbst kann ihre beschlossenen Sanktionen wieder aufheben. Denn in Außenhandelsfragen haben der Bundestag und die Bundesregierung die eigene Souveränität an die EU abgetreten.

    Übrigens ist die AfD die einzige Partei in Deutschland, die diesen elendigen Zustand beenden und die Souveränitätsübertragung an die EU wieder rückabwickeln will. Die Entscheidungen über schicksalsschwere Fragen wie Sanktionen, die unter die Rubrik Außenhandel fallen, müssen wieder in das deutsche Parlament zurückgeholt werden, wo sie auch hingehören.

    In diesem Zusammenhang stellt sich zunehmend die Frage, wie lange die Deutschen den gegenwärtigen Zustand noch hinnehmen wollen, bei dem demokratisch nicht legitimierte Bürokraten in Brüssel, wie die von allerlei Skandalen verfolgte Frau von der Leyen, über ihre Energiesicherheit, also über Schicksalsfragen für die Zukunft des ganzen Volkes entscheiden. Allerdings sind die politischen Führungskräfte aller deutschen Parteien, mit Ausnahme der AfD, mit den Eurokraten eng vernetzt. Abgehoben vom Willen der europäischen Völker und deren nationalen Parlamenten verfolgen sie ihre eigene Agenda, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Versprechen der EU zu tun.


    Ex-Kanzler Schröders Bankkonto "wegen russischer Gelder" gesperrt





    Ex-Kanzler Schröders Bankkonto "wegen russischer Gelder" gesperrt






    Ihren Völkern erzählen die Polit-Eliten, dass sie sich selbstlos für die allseits verehrte und unantastbare Europäische Gemeinschaft einsetzen und sie verlangen von uns allen, das ebenso zu tun. Denn die EU steht ja bekanntlich für Frieden und Wohlstand und überhaupt für das Gute und Schöne in der Welt, in der die EU-Eliten – eigenen Bekenntnissen zufolge – neben USA und China gleichberechtigte Führungsmacht werden wollen.

    Aber für solch hehre Ziele müssen auch Opfer gebracht werden, die die Eliten jedoch nicht selbst erbringen, sondern ihren Völkern, besonders den unteren Schichten, aufbürden. Deshalb ist auch von dem EU-Versprechen von Frieden und Wohlstand für alle EU-Europäer nichts mehr übrig geblieben. Heute steht die EU – wie jeder leicht erkennen kann – für Krieg nach außen und für verstärkte Ausbeutung und Armut nach innen, wobei der Faktor preiswerte Energie aus Russland eine wichtige Rolle spielt. So zeigen z. B. die jüngst in der Berliner Zeitung veröffentlichten EUROSTAT Daten, dass aus den USA importiertes Flüssiggas für die EU-Länder jetzt doppelt so teuer ist wie russisches Gas.

    Und deshalb kommen wir jetzt auf die Frage zurück, warum zum Teufel will Friedrich Merz die Europäische Union dazu bringen, die verbliebene intakte Nord Stream 1-Pipeline dauerhaft stillzulegen? Damit stellt sich Merz im krassen Gegensatz zu den Interessen des eigenen Volkes und vieler anderer EU-Länder, die ebenfalls in der Vergangenheit von Nord Stream 1 profitiert haben.

    Nord Stream: Kretschmer fordert Reaktivierung – BSW-Chefin Wagenknecht ist dafür





    Nord Stream: Kretschmer fordert Reaktivierung – BSW-Chefin Wagenknecht ist dafür






    Laut Financial Times tut Merz das, weil er befürchtet, dass die Russen und die Amerikaner beschließen könnten, die Nord-Stream-Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen. Ein US-Konzern verhandelt bereits in Moskau. Ein solches amerikanisch-russisches Konsortium, das unter Führung eines US-Konzerns Gas von den Russen kauft, um es dann formal als amerikanisches Gas durch Nord Stream 1 nach Deutschland und in andere EU-Länder zu liefern. Die "Russland muss ruiniert werden"-Krieger in der EU würden dann vor einem Dilemma stehen, denn wenn sie den neuen US-Besitzer von Nord Stream 1 mit Sanktionen belegen würden, müssten sie mit empfindlichen Reaktionen aus Washington rechnen.

    In dem morgen erscheinenden Teil 2 wird dargelegt, wie Merz weiter versucht, Deutschland dauerhaft von russischem Gas abzuschneiden, auf Kosten von Deutschlands Zukunft.


    Mehr zum ThemaMerz-Regierung will Sanktionen gegen Nord Stream und hofft dabei auf US-Unterstützung


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/246038-kanzler-merz-macht-druck-auf/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Tories-Chefin Badenoch: Israel und die Ukraine führen "Stellvertreterkriege" für den Westen

    freedert.online, 27 Mai 2025 20:18 Uhr

    Kemi Badenoch, Parteichefin der konservativen Tories in Großbritannien, erklärte in einem Fernsehinterview, Kiew kämpfe im Namen Westeuropas gegen Russland. Israels Krieg gegen die Hamas diene zudem den Interessen des Vereinigten Königreichs.


    Quelle: www.globallookpress.com © Martyn Wheatley / i-Images


    Kemi Badenoch, seit November 2024 Vorsitzende der Conservative-Partei der britischen Opposition, kurz Tories


    In einem Interview für den britischen Sender Sky News am vergangenen Sonntag erklärte Kemi Badenoch, die Parteichefin der oppositionellen Conservative (kurz Tories), dass Israels fortdauernder Krieg im Gazastreifen in ihren Augen dem nationalen Interesse Großbritanniens entspreche. Die Politikerin verglich zudem die Ereignisse in Nahost mit dem "Kampf der Ukraine im Namen Westeuropas gegen Russland".

    Israels unerbittlicher Krieg gegen die Hamas und die Zivilbevölkerung in Gaza stelle laut Äußerungen in dem Interview mit Sky News für die konservative Politikerin einen "Stellvertreterkrieg (proxy war)" dar. Badenoch äußerte sich am Sonntag zu den jüngsten Äußerungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, wonach das Vereinigte Königreich, Frankreich und Kanada "auf der falschen Seite der Menschheit" stünden, weil sie versuchten, politischen Druck auf sein Land auszuüben, damit es seinen Feldzug in der palästinensischen Enklave beende.


    "Laden zu weiteren Gräueltaten ein" - Netanjahu kritisiert London, Paris und Ottawa





    "Laden zu weiteren Gräueltaten ein" - Netanjahu kritisiert London, Paris und Ottawa






    Badenoch wies in dem Gespräch den Vorwurf zurück, Israels Vorgehen in Gaza komme einem Völkermord gleich. Der Kampf gegen die Hamas sei gerechtfertigt, so die Politikerin das brutale Agieren verteidigend. Der "Konflikt diene auch den Interessen Großbritanniens." So erklärte sie:

    "Wer finanziert die Hamas? Der Iran – ein Feind dieses Landes. Israel führt einen Stellvertreterkrieg im Namen des Vereinigten Königreichs."

    Ihre Darlegungen erfolgten kurz nach einer gemeinsamen Erklärung des britischen Premierministers Keir Starmer, des kanadischen Premierministers Mark Carney und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die Israel Anfang der letzten Woche eindeutig ermahnten, das "unerträgliche menschliche Leid" zu beenden oder "weitere konkrete Maßnahmen" zu ergreifen.

    Die Tories-Chefin führte in dem Sky-Interview weiter aus, dass der Ukraine-Krieg für sie ebenfalls einen Stellvertreterkrieg darstelle, der im Namen Westeuropas geführt werde, in diesem Falle gegen Russland. Die russische Botschaft in London veröffentlichte auf Facebook einen Ausschnitt aus dem Interview und erklärte dazu, die Vorsitzende der Konservativen habe "endlich die Dinge beim Namen genannt." So heißt es in dem Beitrag:

    "Die Ukraine führt tatsächlich einen Stellvertreterkrieg gegen Russland im Namen westlicher Interessen. Das vom Westen geschaffene, finanzierte und bewaffnete illegitime Kiewer Regime ist seit 2014 dabei. Erinnern Sie sich, Kemi Badenoch stammt von derselben konservativen Partei, deren ehemaliger Führer und Premierminister Boris Johnson, als der Frieden nah war, nach Kiew ging und den Ukrainern sagte, sie sollen 'einfach kämpfen'."


    Reuters: Russland zieht Nahostländer für Ukraine-Gespräche vor





    Reuters: Russland zieht Nahostländer für Ukraine-Gespräche vor






    Weiter heißt es in dem Facebook-Beitrag der russischen Vertretung in London:

    "Das Ergebnis ist eine komplette Katastrophe für die Ukraine und ihre Bevölkerung sowie eine beispiellose Sicherheitskrise in Europa."

    Im März gab US-Außenminister Marco Rubio ein ähnliches Eingeständnis ab, als er vor Journalisten erklärte, der Ukraine-Konflikt sei in Wirklichkeit ein "Stellvertreterkrieg zwischen Atommächten – den Vereinigten Staaten, die der Ukraine helfen – und Russland". Während des gesamten Konflikts und dem Verlauf der Ereignisse seit 2022 hat Moskau die Gesamtsituation wiederholt als einen vom Westen geführten Stellvertreterkrieg gegen Russland bezeichnet, in dem die Ukrainer "als Kanonenfutter" missbraucht werden.

    Russische Beamte haben dabei regelmäßig argumentiert, dass die USA und andere beteiligte westliche Mächte die Spannungen in der Region absichtlich eskalieren ließen, indem sie die nationalen Sicherheitsbedenken Russlands hinsichtlich der NATO-Erweiterung in Osteuropa und der möglichen Aufnahme der Ukraine in den Militärblock missachteten.

    Anfang des Monats erklärte Präsident Wladimir Putin, Russland stehe derzeit allein gegen den kollektiven Westen und befinde sich in einem "existenziellen Krieg".


    Mehr zum Thema - Großbritannien erwägt Sanktionen gegen israelische Spitzenbeamte


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/246072-tories-chefin-badenoch-israel-und/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    „Nie wieder Krieg!“ – Hat die alte Parole noch eine Zukunft?  (I von II)Screenshot_2025_05_27_at_18_13_54_Nie_wieder_Krieg_Hat_die_alte_Parole_noch_eine_Zukunft

    nachdenkseiten.de, vom 26. Mai 2025 um 9:00 Ein Artikel von Wolfram Wette

    Prof. i.R. Dr. Wolfram Wette[*], Waldkirch, hatte am 7. Mai 2025 im Saal des Kulturzentrums Reutlingen einen auch für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser interessanten Vortrag gehalten. Die Veranstaltung war von der Reutlinger Initiative für Frieden und Abrüstung (RIFA) und Kooperationspartnern getragen worden. Wir veröffentlichen den Text des Vortrags. Der Text enthält viele wichtigen Fakten und durchaus auch kritisch zu betrachtende Passagen. Das ist bei diesem Thema nicht auszuschließen. Albrecht Müller.

    „Nie wieder Krieg!“ – Hat die alte Parole noch eine Zukunft?
    Prof. i.R. Dr. Wolfram Wette

    1. Der 8. Mai 1945 – ein Tag der Besinnung auf die Vision einer Welt ohne Krieg

      80 Jahre ist es her, dass die deutsche Wehrmacht kapitulierte und das nationalsozialistische Terrorregime zusammenbrach. Stärker noch als in der deutschen Revolution von 1918/19 hat das Kriegsende 1945 den Ruf nach einer Welt ohne Krieg laut werden lassen. Angesichts des Krieges in der Ukraine müssen wir uns der Frage stellen: Ist die Zeit soeben zuende gegangen, in der uns die alte antimilitaristische Parole „Nie wieder Krieg!“ eine zuverlässige politische gute Orientierung bot? Oder gibt es Indizien für die Hoffnung, dass sie auch eine Zukunft haben könnte?

      Wenn wir die Kapitulation vom Mai 1945 in einer längeren Perspektive betrachten, können wir erkennen, dass sie das Ende des ersten deutschen Nationalstaats markierte. Dieser wurde 1871 nach mehreren erfolgreichen sogenannten Einigungskriegen gegründet. Die militärischen Siege begünstigten in der Folgezeit die wachsende Dominanz des preußisch-deutschen Militarismus. Der deutsche Machtstaat brachte schließlich zwei Weltkriege hervor.

      In der Endphase des Zweiten Weltkrieges folgten die Deutschen der denkbar radikalsten Nazi-Durchhalte-Parole „Sieg oder Untergang“. Im Inneren praktizierte das Regime einen mörderischen Endsiegterror, obwohl längst klar war, wie der Krieg ausgehen würde. Man denke an die Todesmärsche und die Erschießung von Wehrmacht-Deserteuren. Was immer noch nicht hinreichend bekannt ist: Im letzten Halbjahr dieses Krieges kamen mehr Deutsche ums Leben als in den fünf Kriegsjahren zuvor insgesamt. Der propagierte „Untergang“ wurde also für viele Deutsche zur grausamen Wirklichkeit.

      Wir sehen: „Kriege standen am Anfang und am Ende der knapp 75-jährigen Geschichte dieses Nationalstaates.“[1] Im Krieg entstand er und im Krieg ging er unter. Die große Mehrheit der Deutschen, die bis zum Schluss an Hitler glaubte, erlebte den 8. Mai 1945 als Niederlage, als Zusammenbruch, als Katastrophe. Nur für die Verfolgten, die Widerständigen und die Verweigerer brachte dieser Tag die lange ersehnte Befreiung.

      In der Nachkriegszeit bahnte sich in der zuvor militaristisch geprägten Mentalität der Deutschen ein großer Wandlungsprozess an. Ein Anstoß kam unter anderem von Verfolgten des Nazi-Regimes im befreiten Konzentrationslager Buchenwald. Dort formulierten die politischen Häftlinge eine Zukunftsvision. Sie lautete: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“[2] An diese Botschaft sollte die in den 1950er-Jahren wiederbelebte „Nie wieder Krieg!“– bzw. „Ohne mich!“-Bewegung anknüpfen, die sich der Remilitarisierung Westdeutschlands verweigerte.

      Allerdings sollte es noch etliche Jahrzehnte dauern, bis auch die vormaligen Träger und Anhänger des Nazi-Systems bereit waren, den – aus ihrer Sicht herausfordernden – Gedankenweg mitzugehen, dass der Zusammenbruch des NS-Staates als ein Akt der „Befreiung“ von einem verbrecherischen Regime und von einem militaristischen Irrweg der deutschen Geschichte gewürdigt werden sollte.[3]

    2. Die Antikriegsbewegung in der Weimarer Republik

      Doch zunächst ein kurzer Rückblick! Die erste deutsche Antikriegsbewegung entstand unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. „Frieden, Freiheit, Brot!“ hatte die seit 1917 anwachsende Protestbewegung gegen den Krieg gefordert, an erster Stelle also den Frieden. Nach dem Waffenstillstand vom November 1918 dominierte in der erschöpften deutschen Gesellschaft eine tief empfundene Friedenssehnsucht. Hunderttausende brachten sie auf den großen „Nie wieder Krieg“-Demonstrationen jener Zeit zum Ausdruck. Getragen wurde diese Bewegung von pazifistischen Organisationen, von den sozialdemokratischen Parteien USPD und SPD, von den Linksliberalen, dem Zentrum sowie den Gewerkschaften und kirchlichen Friedensgruppen.[4]

      Es kann durchaus sein, dass diese Friedensbewegung eine Zeitlang die vorherrschende Gefühlslage einer Mehrheit der deutschen Gesellschaft zum Ausdruck brachte. Darauf konnten jene Parteien aufbauen, die in den 1920er-Jahren nicht auf eine Revanche in einem neuerlichen kriegerischen Konfliktaustrag setzten, sondern auf eine Politik der Verständigung mit den Siegermächten des Ersten Weltkrieges.

      In der Endphase der Weimarer Republik erhielten die nationalistischen, rechtsradikalen politischen Parteien und Verbände stärker als zuvor den Zuspruch der deutschen Wählerinnen und Wähler. Im Gegenzug gerieten die Anhänger der Demokratie und der Verständigungspolitik ins Hintertreffen. Einige erkannten die Gefahr und warnten nach 1930 auf ihren Plakaten mit der Parole „Hitler bedeutet Krieg!“ oder, wie die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) seit 1929 mit ihrer Losung „Hakenkreuz und Stahlhelm sind Deutschlands Untergang!“ vor dem, was sie kommen sahen. Im Gegenzug setzten die Militärs und Nationalisten ihre innenpolitischen Kontrahenten auf die Abschussliste. Viele Pazifisten erkannten die Gefahr für ihr eigenes Leben und flohen ins Ausland, unter anderem Albert Einstein und Kurt Tucholsky.[5]

    3. Hitler-Deutschlands Krieg gegen die Sowjetunion 1941-44

      Mit der Machtübertragung auf Hitler im Januar 1933 forcierte die Nazi-Regierung sogleich die weitere geheime Aufrüstung der Reichswehr, seit 1935 Wehrmacht genannt. Begleitet wurde die Aufrüstung von einer mehrjährigen NS-Friedenspropaganda. Was damals nicht für jedermann erkennbar war: Sie stellte nichts anderes als eine systematische Irreführung der nationalen und internationalen Öffentlichkeit dar. Ihr ausschließliches Ziel bestand darin, die Kriegsvorbereitungen der NS-Regierung zu verschleiern. Mit dem erneut eingeschlagenen Kriegskurs wurde die militaristische und kriegerische Traditionslinie der preußisch-deutschen Politik wieder aufgenommen und zugleich in neue geopolitische und rassenideologische Dimensionen ausgeweitet.

      Vordergründig propagierte die Nazi-Regierung in den 1930er-Jahren die Revision des Versailler Friedensvertrages. Tatsächlich verfolgten Hitler und seine Gefolgschaft jedoch viel weitergehende Ziele, nämlich erstens: Die Eroberung von Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung, und zweitens die Vernichtung des europäischen Judentums im Zuge des großen Lebensraum-Krieges.

      Im Kontext dieser Ziele geriet die Sowjetunion ins Zentrum der deutschen Kriegspolitik. Diese folgte einem rassenideologischen Leitmotiv, das von vorneherein alle völkerrechtlichen Grenzen sprengte, nämlich dem Gedanken der Vernichtung. Es hat lange gedauert, bis das Wissen über den besonderen Charakter des – in Deutschland so genannten – „Russland-Krieges“ in der deutschen Nachkriegsbevölkerung ankam. Einen maßgeblichen Beitrag zur historischen Aufklärung leisteten die Ausstellungen „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945“, die im Hamburger Institut für Sozialforschung erarbeitet und in den Jahren 1995-2005 gezeigt wurde. Erst jetzt erfuhren Millionen von Menschen in Deutschland von den erschreckenden, aber bislang verschwiegenen Wahrheiten über den deutschen Krieg gegen die Sowjetunion.

      Ich rekapituliere in aller Kürze die wichtigsten Erkenntnisse über den sogenannten Russlandkrieg: Es handelte sich um einen von langer Hand geplanten, deutschen Überfall, also einen eindeutigen Aggressionskrieg. Es folgte ein mehrjähriger Krieg auf dem Territorium der Sowjetunion. Völlig zu Recht ist dieser Gewaltkonflikt als ein „Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg“ charakterisiert worden.[6] Seiner Intensität nach bildete er das eigentliche Zentrum des Zweiten Weltkrieges. Schon aus diesem Grund ist es gerechtfertigt, ihn anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes 1945 ins Zentrum unserer Betrachtungen zu stellen.

      Die Propagandisten des NS-Staates versuchten, den deutschen Überfall mit einer altbekannten Kriegslüge zu verschleiern. Sie behaupteten, mit dem deutschen Angriff sei man einem geplanten Krieg Sowjetrusslands gegen Deutschland lediglich zuvorgekommen. Das war die sogenannte Präventivkriegs-Lüge. Sie verfolgte primär das Ziel, den Krieg oder besser den Überfall vor der Bevölkerung es eigenen Landes zu legitimieren. Obwohl von der historischen Forschung längst widerlegt, geisterte die Präventivkriegslüge in der Zeit des Kalten Krieges noch immer in manchen unbelehrbaren Köpfen herum. In einigen tut sie es womöglich bis heute.

      In Anspielung auf den Hitler-Stalin-Pakt von 1939, der im In- wie im Ausland zu so vielen Irritationen geführt hatte, zeigte sich der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am Tage der Kriegserklärung an die Sowjetunion zufrieden: „Es bereitet jedem alten Nazi eine tiefe Genugtuung“, notierte er, „dass wir das noch erleben. Das Zusammengehen mit Russland war eigentlich ein Flecken auf unserem Ehrenschild. Der wird nun abgewaschen. Wogegen wir unser ganzes Leben gekämpft haben, das vernichten wir nun auch.“[7] Also: Man wollte Russland nicht nur bekämpfen, sondern „vernichten“. Hinter den Wolken der Propaganda blitzte die mörderische Wahrheit auf.

      Die Bilanz dieses Krieges ist furchtbar. Wahrscheinlich wird sie gerade deswegen bis heute vielfach verdrängt. Auf der deutschen Seite forderte der Krieg mehr als 3 Millionen Menschenleben – nämlich die von Soldaten der Wehrmacht. Auf der sowjetischen Seite wurden gar 27 Millionen Menschen getötet. Ihr Leben verloren etwa 9 Millionen Soldaten der Roten Armee, darunter etwa 3,5 Millionen russische Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam, sowie etwa 12 Millionen Zivilisten, unter diesen etwa 3 Millionen Juden (in den Sowjetrepubliken Weißrussland, der Ukraine und Russland), mehr als 2 Millionen in Deutschland eingesetzte Zwangsarbeiter und mehr als eine Million Hungertote infolge der Belagerung von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht). Die genannten Zahlen sind, bedingt durch die Quellenlage, ungenau und umstritten. Sie werden aber gleichwohl von den meisten Historikern inner- und außerhalb Russlands akzeptiert.[8]

      Man muss versuchen, sich Folgendes klar zu machen: In der Sowjetunion gab es kaum eine Familie, die keinen Toten zu beklagen hatte. Anders als bei uns, wo dieser Krieg weithin verdrängt und vergessen ist, erinnert sich in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion noch heute jede Familie an diesen Krieg. Die Sowjetunion führte einen Verteidigungskrieg, von Stalin zum „Großen Vaterländischen Krieg“ erklärt. Die Rote Armee eroberte schließlich Berlin. Wer die Chronologie beachtet, kommt an der ernüchternden Erkenntnis nicht vorbei: Es war Deutschland, das durch den Überfall auf die Sowjetunion die Rote Armee an die Elbe gebracht hat!

      An dieser Stelle muss ich eine aktuelle Anmerkung einflechten: Vor kurzem wollte das deutsche Auswärtige Amt wegen der neuerlichen Verfeindung durch den Ukraine-Krieg verhindern, dass Vertreter Russlands an den deutschen Gedenkfeiern zum 8. Mai 1945 teilnehmen.[9] Ich halte das für problematisch. Darf man so grundlegende historische Fakten wie den deutsch-sowjetischen Krieg beiseiteschieben? Sollen wir etwa vergessen, wer Auschwitz befreit hat?

    4. „Jüdischer Bolschewismus – das rassenideologische Russland-Feindbild

      Seit dem Beginn des Russlandkrieges hämmerte die Nazi-Propaganda den Deutschen und ihren europäischen Verbündeten das Feindbild „jüdischer Bolschewismus“ ein. Was hatte es mit diesem Feindbild auf sich? Es wurde behauptet, der unterschiedliche Entwicklungsgrad Deutschlands und Russlands lasse sich rassenbiologisch erklären: Die höherwertige germanische Rasse, hieß es, stehe der minderwertigen slawischen gegenüber. Hitler selbst glaubte, Slawen seien generell zur Staatsbildung unfähig und würden daher von anderen beherrscht. So habe der „jüdische Bolschewismus“ in der Revolution von 1917 in Russland seine Fremdherrschaft errichtet.[10] Hitler behauptete, die Träger des bolschewistischen Systems der Sowjetunion seien großenteils Juden, woraus sich für ihn ergab, dass sich der deutsche Vernichtungskrieg gegen Juden und Bolschewisten zugleich richten müsste.

      Diese Vorstellungen sollten dann auch Eingang in die Befehle an die deutschen Waffenträger finden. Aufschlussreich ist es, zur Kenntnis zu nehmen, mit welcher Diktion die Strategie und Propaganda des Vernichtungskrieges damals den einfachen Wehrmachtsoldaten nahegebracht wurde. In einem Mitteilungsblatt der Wehrmachtpropaganda vom Juni 1941 stehen die folgenden ungeheuerlichen Sätze. Ich zitiere: „Es geht darum, das rote Untermenschentum, welches in den Moskauer Machthabern verkörpert ist, auszulöschen. Das deutsche Volk steht vor der größten Aufgabe seiner Geschichte. Die Welt wird erleben, dass diese Aufgabe restlos gelöst wird.“[11] Diese extrem menschenfeindliche Botschaft wurde befehlsgemäß allen „Soldaten der Ostfront“ verlesen.

      Wir Deutschen von heute sollten uns der Mühe unterziehen, uns in die Mentalität und das Erfahrungswissen der Menschen im postsowjetischen Russland unserer Tage hineinzudenken und zu versuchen, ihre Sicherheitsbedürfnisse zu verstehen. Dabei kann es hilfreich sein, an den Russlandfeldzug Napoleons von 1812 zu erinnern, an den Krimkrieg, der in den 1850er-Jahren auf der russischen Halbinsel ausgefochten wurde, an den Ersten Weltkrieg, der zumeist ebenfalls auf russischem Territorium stattfand, und der – was Russland angeht – mit dem brutalen, von den Deutschen erzwungenen Diktatfrieden von Brest-Litowsk vom März 1918 sein Ende fand – und natürlich, wie geschehen, an den deutsch-sowjetischen Krieg von 1941-1945.

    5. „Die Russen kommen!“ – Ein deutsches Nachkriegstrauma

      Das Feindbild „jüdischer Bolschewismus“ verschwand mit dem Kriegsende 1945 nicht einfach aus der Vorstellungswelt der Deutschen. Vielmehr konnte es in neuem Gewande alsbald wieder auferstehen. Der von den Nazis rassistisch definierte Begriff „jüdisch“ entfiel, und statt vom „Bolschewismus“ redete man jetzt von „Kommunismus“. Der Feind blieb der gleiche: Die Sowjetunion und ihre angeblichen Handlanger im Inneren, die man als „Fünfte Kolonne Moskaus“ denunzierte. Im Hinblick auf die Verwendung des traditionsbelasteten Feindbildes gab es also keine „Stunde Null“, sondern vielmehr eine wirkmächtige Kontinuität.

      Das alte antibolschewistische bzw. antikommunistische Zerrbild[12] führte zu einer neuerlichen Vergiftung der internationalen Beziehungen. Feinddenken versperrte einmal mehr den analytischen Blick auf das nationale Interesse und das Sicherheitsbedürfnis der Sowjetunion. Tatsächlich wollte das Land sich nicht erneuten deutschen oder westlichen Angriffen ausgesetzt sehen. Die Politik Moskaus konnte durchaus als defensiv verstanden werden.[13] Allerdings zeigte die sowjetische Führung immer wieder, dass sie ihren Herrschaftsbereich auch gewaltsam zu sichern gedachte. Ich erinnere an die Gewaltaktionen in der DDR, in Ungarn und in der Tschechoslowakei. Damit nährte die russische Seite die Glaubwürdigkeit der westlichen Propaganda.

      In Westdeutschland wurden in den 1950er-Jahren Bedrohungsängste geschürt. Die antikommunistische Propaganda jener Zeit stellte die propagandistische Begleitmusik zum Kalten Krieg dar.[14] Aber es steckte mehr dahinter, nämlich die Furcht, die angeblich auf Rache sinnenden Russen hätten womöglich die Absicht, den Deutschen das anzutun, was die Soldaten der Wehrmacht und der SS in den Kriegsjahren 1941-1944 den Russen tatsächlich angetan hatten. Also: Sie könnten Gleiches mit Gleichem vergelten. Wir haben es mit dem klassischen Fall einer politischen Projektion zu tun, also einer Übertragung des Wissens um die eigenen Untaten auf die vermuteten Absichten des vormaligen Feindes. Diese Erkenntnis hat in der historisch-politischen Literatur bislang noch nicht die nötige Aufmerksamkeit gefunden.

      Die propagandistisch erzeugte Russenfurcht diente insoweit auch der Schuldabwehr. So gelang es den Anhängern der Politik der Wiederbewaffnung, in die Rolle des – potentiellen – Opfers einer möglichen sowjetischen Aggression zu schlüpfen. Wir erkennen das tradierte Muster: Die Bösen, das sind die Russen, und wir sind die Bedrohten, die Guten. So hatte es schon die NS-Propaganda von 1941 behauptet.

    6. Opposition gegen die „Remilitarisierung“ Westdeutschlands in den 1950er-Jahren

      In machtpolitischer Hinsicht setzten nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht die alliierten Siegermächte die Fakten.[15] Im Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 beschrieben sie ihre zentralen politischen Ziele. Ich zitiere: Der deutsche Militarismus und Nazismus werden ausgerottet, und die Alliierten treffen […] Maßnahmen, die notwendig sind, damit Deutschland niemals mehr seine Nachbarn oder die Erhaltung des Friedens in der ganzen Welt bedrohen kann.“[16] Anders als in Versailles 1919 sollte es diesmal an die Wurzeln des Problems gehen.

      Parallel zur alliierten Entmilitarisierungspolitik breitete sich in Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren eine eigenständige Antikriegsstimmung aus. Sie ging über die traditionsreiche „Nie wieder Krieg!“-Forderung hinaus und richtete sich radikaler gegen alles Militärische.[17] In der Öffentlichkeit wurde die Parole „Nie wieder deutsche Soldaten!“ verbreitet und fand beträchtliches Gehör. Der frankophile sozialdemokratische Politiker Carlo Schmid (SPD) rief 1946 aus: „Wir wollen unsere Söhne nie mehr in die Kasernen schicken!“ Und der CSU-Politiker und spätere Bundesminister für Verteidigung, Franz-Joseph Strauß, machte 1947 mit dem markigen Spruch auf sich aufmerksam: „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfallen!“[18]

      1949 verabschiedete der Parlamentarische Rat eine vorläufige Verfassung, in der Friedensbewahrung und Friedensgestaltung als zentrale Staatsziele festgeschrieben wurden. Das Grundgesetz stellte das Antiprogramm zu dem extrem gewalttätigen Zeitalter der Weltkriege dar, für das Deutschland eine wesentliche Mitverantwortung trug. In der Kontinuität der „Nie wieder Krieg!“-Bewegung der frühen Weimarer Republik opponierte nun in der Bundesrepublik eine starke Opposition aktiv gegen die Wiederbewaffnung, die in ihren Augen eine „Remilitarisierung“ darstellte.

    7. Frieden mit der Sowjetunion – eine unerledigte Aufgabe (1989)

      Die seit 1969 von einer sozial-liberalen Bundesregierung getragene Friedens- und Entspannungspolitik wurde in der Folgezeit von einer Bevölkerungsmehrheit des westdeutschen Teilstaates getragen. Aber eine starke Minderheit blieb skeptisch bis ablehnend. Viele verweigerten sich noch immer der Anstrengung, sich in die Vorstellungswelt der Menschen in der Sowjetunion zu versetzen, deren Land vor nicht allzu langer Zeit von einem deutschen Aggressions- und Vernichtungskrieg überzogen worden war. Noch Jahrzehnte später hielten Teile der deutschen Bevölkerung an ihren alten antirussischen Feindbildern fest.

      In Russland selbst wurde diese Haltung stets mit großem Befremden wahrgenommen. Das teilte uns damals – 1989 – der russische Deutschland-Kenner und hochrangige sowjetische Politiker Nikolai Portugalow (1928-2008) mit. Die Deutschen, sagte er, hätten eine große, „nicht-anerkannte und unbereute Schuld“ auf sich geladen. Und weiter: „Die Ungeheuerlichkeit des Vorgangs, dass gerade die Deutschen unermessliches Leid über unser Land gebracht hatten, ist nicht nur an dem materiellen Schaden zu messen, auch nicht nur an den Toten, den Verkrüppelten, an der Verwüstung, der verbrannten Erde und dergleichen mehr. Der Vorgang, schon der Wille, die Sowjetunion zu vernichten, ist ungeheuerlich. Das hätten wir in unserer Geschichte wohl vielleicht von Tartaren erwartet, im frühen Mittelalter, aber doch nicht von den Deutschen!“[19]

      Nikolai Portugalow war als Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU und als Berater von Parteichef Michail Gorbatschow auf sowjetischer Seite führend an der Wiedervereinigung Deutschlands beteiligt.[20] Er gehörte zu jenen Russen, die trotz des Zweiten Weltkrieges auf eine deutsch-russische Symbiose hofften, und leistete dazu unter anderem mit der Übersetzung von Werken von Bertolt Brecht und Heinrich Böll in die russische Sprache einen eigenen Beitrag. Hat dieser Brückenbau wirklich zur Aussöhnung beigetragen? Noch in den späten 1980er-Jahren gab es hierzulande Warnungen – etwa von dem damaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn –, Russland sei eine Bedrohung für den Frieden.[21] In den Köpfen der Gegner der Befriedung des deutsch-russischen Verhältnisses lebten die alten Feindbilder fort.

      Als sich das Ende des Kalten Krieges ankündigte, war die Idee eines „Friedens mit der Sowjetunion“ dann jedoch mehr als eine idealisierende Zukunftsmusik. Wie eingangs erwähnt, beeilte sich damals in der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST) eine Gruppe von Politikern und Historikern – unter ihnen Erhard Eppler –, die jüngere deutsch-russische Geschichte aufzuarbeiten. Wir bezeichneten den Frieden mit der Sowjetunion seinerzeit als eine „unerledigte Aufgabe“.[22] In dieser Formulierung schwang die hoffnungsvolle Erwartung mit, diese friedenspolitische Aufgabe könne alsbald erledigt werden. Die Chancen, im Prozess der Entfeindung voranzukommen, waren seinerzeit insbesondere mit dem Namen des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow verknüpft.[23]

    8. Geeintes Deutschland nach 1989 – eine pazifizierte Gesellschaft

      Die Friedens- und Entspannungspolitik der 1970er-Jahre verbesserte nicht nur die deutsch-polnischen und die deutsch-sowjetischen Beziehungen. Sie wirkte auch positiv in die deutsche Gesellschaft hinein. Unter der stets präsenten Drohung eines möglichen Nuklearkrieges entwickelte sich in Deutschland schrittweise eine Friedenskultur. Sie korrespondierte auf der politischen Ebene mit dem Regelsystem der Europäischen Union, nämlich der Verpflichtung der Staaten auf gewaltfreien Konfliktaustrag im Innenverhältnis der EU.

      Eine solche Umkehr vollzog sich, wenngleich in unterschiedlicher Weise, in beiden deutschen Staaten. Zug um Zug bildeten sich pazifizierte Gesellschaften heraus. Die Menschen lernten, dass sich Frieden lohnt, dass er die Voraussetzung für Wohlstand darstellt und diesen zu sichern vermag. Kurz: Dass ein gutes Leben auch ohne die „Kornkammer Ukraine“ möglich ist, dass sich selbst auf engerem Raum ohne Krieg gut leben lässt. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1969[24] und während des Prozesses der Gestaltung einer Politik der Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE-Prozess) erschien die Vorstellung, die deutsche Gesellschaft müsse „kriegstüchtig“ sein, als abwegig und völlig aus der Zeit gefallen.

      Das sah man nicht nur in Deutschland so. Anerkennend schrieb beispielsweise der amerikanische Historiker und Deutschlandkenner James Sheehan im Jahre 2008 in seinem Buch über „Europas langen Weg zum Frieden“: Auf diesem Kontinent, besonders in Deutschland, habe sich nach 1945 der „Aufstieg des zivilen Staates“ vollzogen.[25] Die militaristischen Tendenzen seien immer mehr zurückgedrängt worden zugunsten der wachsenden Mentalität der Friedfertigkeit.[26] Dies ist eine Sicht, die auch von Analysen der deutschen Historischen Friedensforschung gestützt wird.[27] Wir Älteren können also sagen: Zu unseren Lebzeiten konnten mehrere Generationen von Deutschen und Europäern ein Leben ohne Krieg führen. [28] Frieden auf dem Kontinent – verstanden als Abwesenheit von Krieg – wurde als Selbstverständlichkeit erlebt.

    9. Auslandseinsätze

      Veränderungen kündigten sich ausgerechnet nach dem Ende des Kalten Krieges und der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten an, die in erster Linie dem russischen Staatspräsidenten Michail Sergejewitsch Gorbatschow (1931-2022) zu verdanken war.[29] Seit den frühen 1990er-Jahren wurden die Deutschen von ihrer Regierung sowie von der militärischen Führung der Bundeswehr mit dem camouflierenden Propaganda-Schlagwort „Neue Normalität“ überschwemmt. Was war damit gemeint? Mit „Normalität“ umschrieb man den Abschied von einer Außenpolitik der Zurückhaltung und die Gewöhnung an weltweite Militäreinsätze der Bundeswehr. Man wollte „normal“ agieren können wie die Sieger von 1945, nämlich als eine staatliche Macht, die sich souverän des kriegerischen Konfliktaustrags als Mittel der Politik bedienen konnte. Verfassungsrechtlich stellte das durchaus ein Problem dar. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr spricht unumwunden von einem „Verfassungsbruch“.[30]

      Ausgerechnet die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer schickte im Jahre 1999 die Bundeswehr in den ersten Krieg seit ihrem Bestehen. Gemeint ist der sogenannte Kosovo-Krieg gegen Rest-Jugoslawien. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte damals im Deutschen Bundestag, er habe nicht nur „Nie wieder Krieg!“ gelernt, sondern auch „Nie wieder Auschwitz!“ Die Bundes-Luftwaffe beteiligte sich an den Luftangriffen der NATO-Verbündeten auf die Bundesrepublik Jugoslawien.[31] Und das Völkerrecht? Deutschland war jedenfalls nicht durch ein Mandat der Vereinten Nationen zu diesem Kriegseinsatz legitimiert. Damit beteiligte sich Deutschland an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.[32]

      Für die prinzipiell kriegsgegnerisch eingestellten Teile der deutschen Bevölkerung stellte die deutsche Beteiligung am sogenannten Kosovo-Krieg eine existenzielle Enttäuschung dar. Sie löste tiefe Depressionen und Orientierungslosigkeit aus. Hatten doch die führenden sozialdemokratischen und grünen Politiker die grundlegende Orientierung „Nie wieder Krieg!“ preisgegeben und das Land nach Jahrzehnten der Zurückhaltung wieder in die kriegerische Weltordnung eingereiht. Allerdings: Zeitgenössische Meinungsumfragen lassen erkennen, dass eine Mehrheit der Deutschen auch jetzt ihre Friedensmentalität nicht preisgab und die Auslandseinsätze der Bundeswehr höchst umstritten blieben.[33]

    10. Die russische Aggression vom Februar 2022 und die deutsche Öffentlichkeit

      Von solcher Friedensmentalität war die Befindlichkeit der Deutschen zur Zeit des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 geprägt. Das erklärt den Schock, der in Deutschland besonders heftig gewesen sein dürfte. Lange hatte man hierzulande nämlich verdrängt, dass es sich bei der Parole „Nie wieder Krieg!“ um eine spezifisch deutsche Parole handelte, deren Reichweite insoweit begrenzt war. Die Siegermächte der beiden Weltkriege hatten 1945 keinen vergleichbaren Schwur abgelegt. Sie hielten den kriegerischen Konfliktaustrag weiterhin für einen normalen Bestandteil ihrer Machtpolitik. Putins Krieg brachte uns die ungebrochene Tradition der kriegerischen Politik nicht nur Russlands, sondern auch der anderen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges ins Bewusstsein zurück.

      Kaum jemand hatte die Fernsehbilder, die an der Grenze zur Ukraine zusammengezogene russische Truppen zeigten, als konkrete militärische Kriegsvorbereitung gedeutet. Man beschwichtigte sich mit der Annahme, es handle sich um eine Drohkulisse zur Unterstützung weiterer diplomatischer Aktivitäten, die zur Reduzierung vorhandener Spannungen führen sollten. Mehr konnte und wollte man sich hierzulande nicht vorstellen. Als sich die Hoffnung auf eine Deeskalation der Krise nicht bewahrheitete, breitete sich in der deutschen Gesellschaft ein diffuses Gefühl der Angst aus.

      Getrieben von dieser Angst, kam es nach der „Zeitenwende“-Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz[34] in Teilen der deutschen Bevölkerung zur Reaktivierung kriegerischer Reflexe. Sie führten zu dem Ruf nach Unterstützung der Ukraine nicht nur durch humanitäre Hilfeleistungen, sondern auch durch Lieferung von Waffen. Allenthalben fragte man sich, ob gerade eine friedliche Welt zusammengebrochen war. Man fragte auch, warum unsere Regierung und unsere Geheimdienste die russische Aggressivität – aber auch die fehlende Verhandlungsbereitschaft von USA und NATO – nicht früher erkannt beziehungsweise falsch eingeschätzt hatten.

      Mit dem Schock korrespondierte im Westen eine eindeutige Schuldzuweisung. Die Russen, hieß es entsprechend den Vorgaben der US-Propaganda, hätten im Februar 2022 einen „unprovozierten Angriffskrieg“ begonnen. Es dauerte einige Zeit, bis sich einzelne Experten getrauten, die Frage zu stellen, ob man nicht den Blick weiter in die Vergangenheit richten sollte, um mögliche mittel- und längerfristige Ursachen dieses Krieges in den Blick zu bekommen. Dabei geriet u.a. der Befund ins Blickfeld, dass der sowjetische Präsident Gorbatschow nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes die mündliche Zusicherung hochrangiger westlicher Politiker erhalten hatte, die NATO werde sich nicht nach Osten hin ausdehnen. Eine kritische Minderheit in Deutschland thematisierte nun die Geschichte der NATO-Osterweiterung und damit die Nicht-Beachtung russischer Sicherheitsinteressen durch die USA und die NATO-Führung seit den 1990er-Jahren. Die Bewertung des politischen Gewichts dieser Vorgeschichte fällt bislang unterschiedlich aus.

      Mein eigenes Fazit zur Vorgeschichte dieses Krieges lautet: Im politischen Kampf um die Ukraine prallten die unterschiedlichen geostrategischen Machtinteressen der Atommächte USA und Russland aufeinander. Sie korrespondierten mit der innerukrainischen Konfliktkonstellation: In der Westukraine unterstützten die USA die prowestliche Aufstandsbewegung des Maidan. Die Bekämpfung der Autonomiebestrebungen der russischsprachigen Ostukraine durch die Kiewer Regierung führte seit 2014 – also bereits acht Jahre vor Beginn des eigentlichen Ukraine-Krieges – zu einem innerukrainischen Bürgerkrieg, in den sowohl der Westen als auch Russland involviert waren. So betrachtet, lässt sich der Ukraine-Krieg als Zusammenprall konträrer geopolitischer Interessen der Großmächte Russland und USA deuten.

      Die Version der „unprovozierten“ russischen Aggression[35] prägt die öffentliche Meinung in Deutschland bis heute. Sie kanalisiert die Meinungsbildung und erschwert die Erforschung der tieferliegenden Ursachen dieses Krieges. Einer zuverlässigen Meinungsumfrage zufolge unterstützen inzwischen – Stand Februar 2025 – fast zwei Drittel der Deutschen den Kurs ihrer Regierung, also weitere Waffenlieferungen zur Fortsetzung des Krieges.[36]

      Die genaue Analyse der längerfristigen Ursachen dieses Krieges könnte helfen, in die Realität zurückzufinden. „Kopfklärungen“ bieten beispielsweise die Autoren Patrick Baab, Jacques Baud, Gabriele Krone-Schmalz, Harald Kujat, Erich Vad, Michael von der Schulenburg, Jeffrey Sachs, John J. Mearsheimer, Emmanuel Todd und Günter Verheugen, um nur einige aus dem Lager der Minderheit zu nennen, die es wagte, sich gegen den Mainstream zu stellen.[37]

      Seit Beginn des Ukraine-Krieges steht das Kulturgut „deutsche Zivilgesellschaft“ unter massivem Druck. Mit „Zeitenwende“ und „Kriegstüchtigkeit“ meinen die Protagonisten nicht nur das deutsche Militär, die Bundeswehr. Ihr Ziel lautet vielmehr, die gesamte Gesellschaft für „den Krieg“ zu ertüchtigen.[38] Begründet wird dieser Kurs mit der – spekulativen, aber politisch natürlich höchst brisanten – Behauptung, Putin-Russland habe womöglich die Absicht, sich in einigen Jahren nach der Ukraine auch das Baltikum und andere europäische Länder einzuverleiben. Da ist meines Erachtens genuines Feindbilddenken am Werk. Es speist sich aus einer Dämonisierung des Kremlchefs als Verkörperung des Bösen, nämlich angenommener immanenter russischer Aggressivität.

      Tatsächlich hat Putin eine Entwicklung durchgemacht. In den ersten Jahren seiner Präsidentschaft war er durchaus offen für die Vision der „Gemeinsamen Sicherheit“ in Europa, wie seine Reden von 2001 und 2007 in Deutschland belegen. Gleichzeitig nahm er die Politik des Westens – speziell die der USA und der NATO – als konfrontativ und bedrohlich wahr. Putin hat mehrfach öffentlich ausgesprochen, dass für ihn der Zerfall der Sowjetunion „die größte politische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ gewesen sei.[39] Er sagte allerdings auch, was hierzulande weniger oft zitiert wird: „Wer die Sowjetunion nicht vermisst, hat kein Herz. Wer sie zurückhaben will, hat kein Hirn.“[40]

      Einen generellen Verzicht auf militärische Gewalt als Mittel der Politik hat es in Russland auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts nicht gegeben. Wer Putins Politik begreifen will, sollte dessen Handeln im zweiten Tschetschenienkrieg (1999-2009)[41] – mit der fast völligen Zerstörung der Großstadt Grosny[42] –, im Georgienkrieg (2008) und im Syrienkrieg (seit 2015)[43] studieren. Wir erkennen jeweils einen bedenkenlosen, gleichsam selbstverständlichen Gewalteinsatz. Mit der militärischen Machtpolitik nach außen korrespondiert eine repressive russische Innenpolitik. In ausdrücklicher Abgrenzung und Gegnerschaft zum westlichen Demokratiemodell formte Putin etwa seit 2010 ein autoritäres Herrschaftssystem. Damit knüpfte er an die autoritäre, machtstaatliche Tradition an, die für das Land bereits seit dem Mittelalter charakteristisch war.[44]

      Im Westen wird vermutet, die russische Kriegspolitik gegen die Ukraine stelle auch eine exemplarische Kampfansage gegen westliche, demokratische Ordnungsvorstellungen dar.[45] Diese würden, heißt es, eine Magnetwirkung für russische Oppositionelle entfalten und könnten das Land destabilisieren. Welches Gewicht diese Facette der Systemkonkurrenz im Vergleich mit anderen kriegsverursachenden Faktoren hat, ist schwer einzuschätzen. Erhellende Meinungsumfragen dazu gibt es nicht.

      Kritiker der deutschen Ukrainepolitik monieren seit Jahren, dass unsere Regierung keine eigenen Friedensinitiativen entwickelt und lediglich im Schlepptau der US-amerikanischen Regierung agiert hat. Tatsächlich hat die Bundesregierung es widerspruchslos hingenommen, dass die führende Macht des Westens bereits im April 2022 erfolgversprechende Friedensverhandlungen (siehe das Istanbuler Kommuniqué vom April 2022) zwischen Russland und der Ukraine zurückpfiff. So stellt sich erneut die Frage: Wird diese Politik dem Auftrag unseres Grundgesetzes hinreichend gerecht, „in einem vereinigten Europa dem Frieden der Welt zu dienen“?[46]

    11. Zukunftsvisionen: Dauerhafte Verfeindung oder gemeinsame Sicherheit?

      Der Versuch eines Blickes in die Zukunft ist durch den Regierungswechsel in den USA nicht eben erleichtert geworden. Ich möchte gleichwohl nicht auf eine Zukunftsvision verzichten. Die mir vorschwebende Alternative vor Augen kann ich an dieser Stelle nur in groben Zügen skizzieren:

      Erstens die negative Version: Sie ist angesichts der aktuellen Entwicklungen des Jahres 2025 die wahrscheinlichste. Sie lautet: Rückzug der USA aus Europa, ungebremste Aufrüstung in Europa, auch in Deutschland, unter der Losung „Kriegstüchtigkeit“, weitere Eskalation des Ukraine-Krieges. Sollte es unter dem neuen Druck der USA gelingen, den heißen Krieg zu Lasten der Ukraine zu beenden, bekommen wir wahrscheinlich einen neuen Kalten Krieg. Es entsteht ein neuer Eiserner Vorhang, der die Feindkonstellation zementiert. Militär, Aufrüstung und Feinddenken beherrschen weiterhin die Politik, die Volkswirtschaften und das Denken der Menschen. Sie produzieren eine stete Kriegsgefahr.

      Zweitens gibt es eine positive Zukunftsvision: Sie muss nicht neu erfunden werden. Vielmehr kann sie an ältere Erfahrungen anknüpfen, nämlich an die Friedens- und Entspannungspolitik seit den 1970er-Jahren. Der Kern dieses Politikmodells besteht in der Erkenntnis, dass Frieden und Sicherheit in Europa nicht in einem militärischen Gegeneinander gewonnen werden können, sondern nur in einem Miteinander, zumindest im Sinne einer friedlichen Koexistenz.[47] So schwer das heute auch vorstellbar ist: Das Miteinander muss Russland auch zukünftig einschließen. Aus der Einsicht in die absolute Priorität der Friedensgewinnung und Friedensbewahrung kann längerfristig neues Vertrauen wachsen. Das ist die grundlegende Voraussetzung für eine positive Entwicklung. Die Ideen der „Gemeinsamen Sicherheit“ und des „Gemeinsamen Hauses Europa“ geben die politische Orientierung vor. Die Charta von Paris von 1990 kann das völkerrechtliche Modell für künftige gesamteuropäische Vereinbarungen sein. Es bündelt die wohlverstandenen Interessen aller europäischen Länder.[48]

      Wir lernen gerade, dass die politischen Interessen der europäischen Länder keineswegs mit denen der USA identisch sein müssen. Vielleicht reift nun auch die Erkenntnis, dass die Politik, die zum KSZE-Prozess geführt hat, also zu Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, kein Fehler war, für den sich die deutsche Politik heute entschuldigen müsste. Vielmehr war sie im Kern richtig, wurde aber nicht konsequent genug betrieben. So betrachtet, hat sich die Parole „Nie wieder Krieg!“, die uns viele Jahrzehnte lang eine Orientierung geboten hat, eben nicht erledigt. In unserem Lande gibt es nach wie vor viele Menschen, die sich eine kriegskritische Haltung bewahrt haben.[49]

      Dan Smith, der Direktor des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI, stellte dieser Tage (2.4.2025) fest, dass das Niveau der Militärausgaben in Europa derzeit „höher als je zuvor“ sei, und er knüpfte daran die Warnung: Die vielen Hundert Milliarden Euro für Militär und Rüstung seien nicht das, „was notwendig ist, um Europa zu einem sicheren Ort zu machen“. Vielmehr seien sie „ein deutliches Warnsignal für ein ungesundes und gefährliches System, in dem wir leben“. Der Friedenswissenschaftler zeigte sich „ziemlich besorgt über die Tendenz, dass Politiker in einer Welt mit vielen Problemen nur an eine Sache denken: die eigene Aufrüstung“.[50]

      Von dem Friedensnobelpreisträger Willy Brandt können wir lernen, dass der politische Wille zum Frieden von zentraler Bedeutung ist.[51] An diesem unbedingten Willen zum Frieden hat es in der Vorgeschichte des Ukraine-Krieges sowohl im Westen als auch in Russland gefehlt. Immer mehr Menschen, die sich mit den Ursachen dieses Krieges auseinandersetzen, beginnen zu begreifen, welche politische Dimension die Erkenntnis hat: Auch dieser Krieg hätte vermieden werden können. Klaus von Dohnanyi hat hierzu das Entscheidende gesagt: „Putin ist der Aggressor, aber die Möglichkeit, den Krieg zu verhindern, lag beim Westen.“[52] Was fehlte, war der Wille zum Frieden. Stattdessen dominierten Machtinteressen geopolitischer und geoökonomischer Natur.

    12. „Ernstfall Frieden“ bleibt die zentrale Lehre aus der deutschen Geschichte

      Damit komme ich zum Schluss: Die Parole „Nie wieder Krieg!“ kann uns auch künftig die Richtung vorgeben für die Zeit nach der Beendigung des Ukraine-Krieges, in der die Arbeit an der Vision einer lebenswerten europäischen Zukunft wieder aufgenommen werden muss. In der „Charta von Paris für ein neues Europa“ aus dem Jahre 1990 ist alles vorgedacht, was wir brauchen.

      Auf dem Wege zur Wiederbelebung der KSZE können wir eigene Beiträge leisten: Feindbilder abbauen, die Akteure der anderen Seite entdämonisieren, über die längerfristigen Ursachen des Ukraine-Krieges aufklären, unsere Politikerinnen und Politiker dazu drängen, endlich selbst Friedensinitiativen zu ergreifen und dies nicht den Großmächten USA und Russland zu überlassen. Um einem sich ausbreitenden Fatalismus entgegenzutreten, können wir für unsere grundlegenden Einsichten werben: Frieden ist möglich und machbar! Kriegsverhütung muss das erste Ziel staatlicher Politik bleiben! Verhandeln ist immer besser als Schießen! Diplomatie verlangt nicht Sympathie, sondern Empathie, also die Fähigkeit, sich in die andere Seite hineinzuversetzen!

      Lassen wir uns also nicht einreden, es gäbe allein und nur die derzeitige Konfrontationspolitik. Wir können wählen! Vielleicht erleben wir sogar eine neue Bewegung „von unten“, einen Aufstand der derzeit noch schweigenden Mehrheit in der Bevölkerung – einen Aufstand für eine kooperative Zukunft. Wir müssen heraus aus der Sackgasse des Fatalismus und der lähmenden Angst! Noch einmal müssen wir uns gegen alle Widerstände für die Vision eines friedfertigen „Gemeinsamen Hauses Europa“ begeistern und uns mit einem langen Atem für sie einsetzen. Die Vision „Ernstfall Frieden“ ist nicht passé. „Nie wieder Krieg!“ bleibt die zentrale Lehre aus unserer Geschichte.


    Titelbild: Käthe Kollwitz – Nie wieder Krieg, gemeinfrei


    [«*] Prof. i.R. Dr. phil. Wolfram Wette, Historiker und Friedensforscher, Publikation zum Thema: Ernstfall Frieden. Lehren aus der deutschen Geschichte seit 1914. Bremen: Donat-Verlag 2017.

    [«1] Wilhelm Deist, Manfred Messerschmidt, Hans-Erich Volkmann, Wolfram Wette: Schlussbetrachtung. In: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik. Stuttgart 1979 (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 1), S. 705-716, hier: S. 705

    [«2] Original-Dokument des Schwurs von Buchenwald in: de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_im_KZ_Buchenwald#/media/Datei:Schwurvonbuchenwald.gif

    [«3] Im Gefolge der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985

    [«4] Reinhold Lütgemeier-Davin: Basismobilisierung gegen den Krieg: Die Nie-wieder-Krieg-Bewegung in der Weimarer Republik. In: Karl Holl, Wolfram Wette (Hrsg.), Pazifismus in der Weimarer Republik. Paderborn 1981, S. 47-76

    [«5] Andere tauchten unter und mieden die Öffentlichkeit. Carl von Ossietzky blieb im Lande, wurde verhaftet und ins Konzentrationslager verschleppt. Der profundeste Kritiker des preußisch-deutschen Militarismus, Friedrich Wilhelm Foerster, hatte Deutschland bereits 1922 Hals über Kopf verlassen, weil ihm das Schicksal Erzbergers und Rathenaus drohte. Die Reichsminister Matthias Erzberger und Walther Rathenau wurden von rechtsextremistischen Freikorps-Offizieren ermordet.

    [«6] Zuerst von dem Historiker Ernst Nolte

    [«7] Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Sämtliche Fragmente. Hrsg. von Elke Fröhlich, Bd. 4, München, New York 1987, Eintrag vom 16.6.1941, S. 650

    [«8] Siehe den Wikipedia-Eintrag: Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg

    [«9] Nicolas Butylin: Geheime Handreichung: Baerbock will keine Russen bei Kriegs-Gedenken. In: Berliner Zeitung vom 4.4.2025. Im Internet: berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/80-jahre-kriegsende-auswaertiges-amt-will-keine-vertreter-aus-russland-bei-gedenkfeier-li.2313544

    [«10] Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt/M. 2002, S. 26.

    [«11] Mitteilungen für die Truppe, hrsg. vom Oberkommando der Wehrmacht/WFSt/WPr (IIe), Nr. 112, Juni 1941. Bibliothek des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Freiburg, heute: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften, Potsdam.

    [«12] Bernd Stöver: Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947-1991, München 2007, S. 68 f.

    [«13] So auch das Memorandum „Frieden mit der Sowjetunion“ (wie Anm. 23)

    [«14] Reiner Albert/Gottfried Niedhart: Vom System- zum Machtkonflikt: Die Sowjetunion in der westdeutschen Bedrohungswahrnehmung. In. Arnold Sywottek (Hrsg.), Der Kalte Krieg – Vorspiel zum Frieden? Münster u.a. 1994, S. 69-101

    [«15] Siehe Wolfram Wette: Militarismus in Deutschland. Geschichte einer kriegerischen Kultur. Frankfurt/M. (Fischer-TB) 2011, Kap. Nachkriegsdebatten 1945-1955, S. 21-22

    [«16] Vgl. das „Abkommen von Potsdam“ vom 2. August 1945, unterzeichnet von Stalin, Truman und Attlee. Text in: Deuerlein, Potsdam 1945 (1963), S. 353

    [«17] Vgl. Wette, Militärpolitik (1996), S. 11; siehe auch Bald, Wehrmacht (1983), S. 387

    [«18] Beide Zitate nach Gebhardt, Militär und Krieg (1990), S. 82

    [«19] Nikolai Portugalow: Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion. In: Frieden mit der Sowjetunion (wie Anm. 23), S. 402-418, hier: S. 405 u. 411

    [«20] de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Sergejewitsch_Portugalow

    [«21] Beispielweise durch den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn. Siehe die dpa-Meldung: Generalinspekteur der Bundeswehr hält Russland für große Bedrohung. In: nzz.ch/international/generalinspekteur-haelt-russland-fuer-grosse-bedrohung-ld.1476552

    [«22] Frieden mit der Sowjetunion. Eine unerledigte Aufgabe. Hrsg. v. Dietrich Goldschmidt, Sophinette Becker, Erhard Eppler, Wolfgang Huber, Horst Krautter, Hartmut Lenhard, Wolfgang Raupach, Klaus von Schubert und Wolfram Wette. Gütersloh 1989 (= Gütersloher Taschenbücher/Siebenstern 582) 1989; siehe auch das in diesem Band einleitend abgedruckte Memorandum der Herausgeber, S. 11-20.

    [«23] Memorandum „Frieden mit der Sowjetunion“ (1989) (wie Anm. 15). Aufschlussreich der Interviewband von Franz Alt: Ein Appell von Michael Gorbatschow an die Welt. Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg! Salzburg, München 4. Aufl. 2017

    [«24] Aus der Sicht von Anhängern der Entspannungspolitik endete der Kalte Krieg bereits 1969, nicht erst 1991, wie die übliche Datierung es sehen will.

    [«25] James Sheehan: Kontinent der Gewalt – Europas langer Weg zum Frieden. München 2008, S.266 u. 220

    [«26] Wolfram Wette: Ernstfall Frieden. Lehren aus der deutschen Geschichte seit 1914. Bremen 2017, S. 416 f.

    [«27] Siehe den Sammelband von Thomas Kühne (Hrsg.): Von der Kriegskultur zur Friedenskultur? Zum Mentalitätswandel in Deutschland seit 1945. Münster/Hamburg/London 2000 (= Jahrbuch für Historische Friedensforschung, Bd. 9)

    [«28] Eine Ausnahme bildeten die jugoslawischen Zerfallskriege in den 1990er-Jahren. Zusammenfassend: bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/31042/der-zerfall-jugoslawiens-und-dessen-folgen/

    [«29] Gorbatschow amtierte 1985-1991 als Generalsekretär der KPdSU und 1990-1991 als Präsident der Sowjetunion

    [«30] So Harald Kujat unter Verweis auf den Grundgesetzartikel 87a, in dem es heißt: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Siehe: Bing-Video. General Harald Kujat – Frieden in der Ukraine wäre möglich. Vortrag in Malchow am 28.3.2025 YouTube Johannes Holmer. Damit wendet er sich zugleich gegen die Rechtmäßigkeit des Diktums von Bundesverteidigungsministers Struck vom Februar 2002, Deutschlands Sicherheit werde „auch am Hindukusch“ verteidigt – und damit letztlich überall auf der Welt. Siehe: spiegel.de/politik/deutschland/peter-struck-die-praegnantesten-zitate-a-873892.html

    [«31] Diese bestand 1992-2006 aus den Republiken Serbien und Montenegro. Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Serbien_und_Montenegro

    [«32] Anders sieht es die Bundesregierung. Sie argumentierte in einer Regierungspressekonferenz vom 19. März 2025, der damalige Einsatz habe dem „Schutz des Kosovo“ gedient und sei nicht völkerrechtswidrig gewesen. Siehe dazu den Faktencheck von Florian Warweg in den NachDenkSeiten vom 24.3.2025: nachdenkseiten.de/?p=130632

    [«33] Eine kritische Auseinandersetzung mit der sogenannten „Neuen Normalität“ bietet der Band von Dieter S. Lutz (Hrsg.), Deutsche Soldaten weltweit? Blauhelme, Eingreiftruppen, „out of area“ – Der Streit um unsere sicherheitspolitische Zukunft. Reinbek bei Hamburg 1993

    [«34] Die Zeitenwende-Rede des Bundeskanzlers am 27.2.2022 in: bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-am-27-februar-2022-2008356

    [«35] Es wird von Russland bestritten. So vor kurzem noch einmal der russische Botschafter Sergej J. Netschajew in der ARD-Doku von Anne Will und Julia Friedrichs „Angst vor Krieg – Die Deutschen in der Zeitenwende; 7.5.2025, 20.15-21 Uhr. Netschajew sagte: „Wir haben diesen Krieg nicht angefangen.“ Im Internet nachzulesen unter: Anne Will trifft in ARD russischen Botschafter: Beunruhigende Antwort | Express

    [«36] Siehe die vom ZDF-„Politbarometer“ veröffentlichte Umfrage vom 23.2 2024: Umfrage: Zustimmung zu Waffenlieferungen an Ukraine deutlich gestiegen. Danach sprachen sich 62 Prozent der Befragten für verstärkte Waffenlieferungen aus.

    [«37] Eine Sammlung der Argumente von deutschen Kritikern des Regierungskurses bietet der Band von Hermann Theisen/Helmut Donat (Hrsg.): Bedrohter Diskurs. Deutsche Stimmen zum Ukraine Krieg. Bremen; Donat-Verlag 2024 (= Geschichte und Frieden, Bd. 52)

    [«38] Zum historischen Kontext siehe Wolfram Wette: Militarismus in Deutschland. Geschichte einer kriegerischen Kultur. Frankfurt/M. /Fischer-TB) 2008

    [«39] So auch in seinen Gesprächen mit der vormaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Siehe das Interview mit Merkel am 8. Juni 2022 und den Bericht von Nico Fried u. Boris Herrmann: Kuck mal, wer da spricht. In: Süddeutsche Zeitung, 9.6.2022, S. 3

    27.05.2025

    „Nie wieder Krieg!“ – Hat die alte Parole noch eine Zukunft?  (II von II)

    [«40] Dies ist kein Bluff“: Putins Rede zur Teilmobilmachung (22.9.2022) im Wortlaut

    [«41] de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Tschetschenienkrieg . Zitat aus dem Eintrag: Russisch-Tschetschenischer Konflikt – Wikipedia: „Anfang 2000 wurde die Stadt Grosny durch die Kampfhandlungen fast völlig zerstört und Tschetschenien unter russische Kontrolle gebracht.“

    [«42] Siehe: Kaukasuskrieg 2008 – Wikipedia

    [«43] Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Russischer_Militäreinsatz_in_Syrien

    [«44] Hans-Heinrich Nolte: Geschichte Russlands. Stuttgart (Reclam) 4. Aufl. 2024, mit einem neuen Kapitel über den Ukraine-Krieg

    [«45] Exemplarisch Gustav Seibt, Autor der Süddeutschen Zeitung

    [«46] Siehe die Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland

    [«47] Friedliche Koexistenz meint: unter Ausschluss eines kriegerischen Konflikts

    [«48] Die Charta wurde am 21. November 1990 als Schlussdokument der KSZE-Sondergipfelkonferenz von 32 europäischen Ländern (einschließlich der Sowjetunion) sowie den USA und Kanada unterschrieben. Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Charta_von_Paris

    [«49] Anhaltspunkte für diese Aussage bieten die Umfragen des Markt- und Meinungsforschungsinstituts IPSOS sowie die Russland-Analyse Nr. 437 der Bundeszentrale für politische Bildung vom 26.5.2023 zum Thema: Umfragen: Die Haltung der deutschen Bevölkerung zum Krieg gegen die Ukraine: Waffen, Sanktionen, Diplomatie. | Russland-Analysen | bpb.de

    [«50] Sven Christian Schulz (Brüssel/Stockholm): Diplomatie als „erste Verteidigungslinie“. Interview mit Dan Smith, dem Chef des Friedensforschungsinstituts SIPRI. In: Badische Zeitung, 2.4.2025, S. 7

    [«51] Siehe das Buch von Willy Brandt: Der Wille zum Frieden. Perspektiven der Politik. Mit einem Vorwort von Golo Mann. Frankfurt/M. 1973

    [«52] So Dohnanyi im Polit-Talk mit Mavbritt Illner im ZDF am 10.3.2022.


    Rubriken: Fremdenfeindlichkeit, Rassismus Friedenspolitik Innen- und Gesellschaftspolitik Militäreinsätze/Kriege Strategien der Meinungsmache


    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133522


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Riviera der Ruinen     Israels neue Offensive in Gaza führt zu einer Hungerkatastrophe und der Vertreibung der Bevölkerung. Deutschland darf nicht länger tatenlos zusehen.

    Screenshot_2025_05_27_at_17_57_33_Naher_Osten_Nordafrika_Riviera_der_Ruinen_Hungerskatastrophe_und_Vertreibung_in_Gaza_IPG_Journal
    picture alliance/Middle East Images/Youssef Alzanoun

    Klarer Fall von Kriegsverbrechen: Trumps Idee der „Riviera des Nahen Ostens“ machte die Vertreibung der Palästinenser aus Gaza salonfähig.

    Читать статью по-русскиЧитати українською


    ipg-journal.de, von 26.05.2025, Naher Osten/Nordafrika, Muriel Asseburg

    Seit 18. Mai läuft die aktuelle israelische Offensive im Gazastreifen. Mit „Gideons Streitwagen“ soll die Armee die Hamas endlich besiegen, die Geiseln befreien und dafür sorgen, dass vom Gazastreifen keine Gefahr mehr für Israel ausgeht. Dazu möchte Premier Benjamin Netanjahu das Küstengebiet langfristig wieder besetzen und unter die Sicherheitskontrolle Israels stellen, die Hamas entwaffnen, ihre Führung verbannen und den Plan von US-Präsident Donald Trump umsetzen: die zwangsweise Umsiedlung der Palästinenser. Die einheimische Bevölkerung soll zunächst im Süden des Küstengebiets in einer „sterilen Zone“ auf rund zehn Prozent der Fläche zusammengepfercht werden – letztendlich mit dem Ziel einer „freiwilligen“ Emigration. Von Freiwilligkeit kann angesichts der Zerstörung der Lebensgrundlagen allerdings nicht die Rede sein.

    Trump hatte das Kriegsverbrechen der Vertreibung salonfähig gemacht, als er Anfang Februar 2025 seine Vision für den Gazastreifen präsentierte. Das Küstengebiet solle zu einer „Riviera des Nahen Ostens“ entwickelt werden, die lokale Bevölkerung permanent in Länder wie Ägypten und Jordanien umgesiedelt werden – zwischenzeitlich waren auch Sudan, Somaliland, Somalia und Libyen im Gespräch. Damit unterminierte er die weitere Umsetzung des Abkommens über eine Waffenruhe sowie einen Austausch von Geiseln und Gefangenen, für das er selbst noch vor Amtsantritt sein politisches Kapital in die Waagschale geworfen hatte. Dieses hätte den Einstieg in einen dauerhaften Waffenstillstand und die Rückkehr zur Diplomatie bieten können. Selbst wenn Trumps Vorschlag lediglich dazu dienen sollte, die arabischen Staaten unter Druck zu setzen und mehr Verantwortung zu übernehmen: Er legitimierte den Nullsummenansatz der israelischen Regierung und belebte alte Positionen der zionistischen Rechten, nun neu verpackt als vermeintlich unkonventionelles Denken.

    Ohnehin hatten seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 die Forderungen nach einer neuen Nakba (gemeint ist die Flucht und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Staatsgebiet Israels 1948) und nach einer israelischen Wiederbesiedlung des Küstengebiets im nationalreligiösen Spektrum des Landes Auftrieb erhalten. Trumps Vorstoß verstärkte die Unnachgiebigkeit Netanjahus, der aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einem Einstieg in Phase 2 des Waffenstillstandsabkommens hatte und Trumps Vision fortan als die „einzig gangbare Option“ bezeichnete. Ende März wurde im israelischen Verteidigungsministerium eine Migrationsabteilung eingerichtet, welche die „freiwillige“ Auswanderung der palästinensischen Bevölkerung des Gazastreifens organisieren soll.

    Auch das Aushungern der Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.

    Schon Anfang März verhängte Israel eine vollständige Abriegelung über den kriegszerstörten Gazastreifen und ließ keine Hilfs-, Wasser- oder Stromlieferungen mehr zu, um die Hamas unter Druck zu setzen. Seitdem hat sich dort die humanitäre Situation dramatisch zugespitzt. Die während des Waffenstillstands erzielten Fortschritte bei der Versorgung der Bevölkerung wurden zunichtegemacht. Die Bevölkerung leidet unter massiver Unterversorgung. Es droht eine Hungerkatastrophe. Auch das Aushungern der Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.

    In den kommenden Tagen will Israel das System der humanitären Hilfe im Gazastreifen neu umbauen. Die Regierung begründet den Schritt mit dem Vorwurf, die Hamas habe bisher Hilfslieferungen abgefangen und sich daraus finanziert – stichhaltige Belege dafür wurden bislang nicht vorgelegt. Auch die Vereinten Nationen und andere Hilfsorganisationen bestätigen diese Darstellung nicht. Künftig sollen Lebensmittel und unentbehrliche Versorgungsgüter an wenigen Ausgabestellen – vorerst sind vier Zentren geplant – im Süden Gazas direkt an die Bevölkerung verteilt werden. Die Ausgabe soll durch spezialisierte NGOs erfolgen, von privaten Sicherheitsdienstleistern begleitet. Für den Schutz der Zonen ist die israelische Armee zuständig.

    Die Menge der Hilfsgüter bleibt jedoch auf das absolute Minimum zum Überleben beschränkt, die vorgesehene Kalorienzahl pro Person liegt dabei deutlich unter dem humanitären Mindeststandard. Die Bevölkerung im Norden hätte keine Möglichkeit, die Ausgabestellen zu erreichen. Und auch im Süden wären Hilfsempfänger großen Gefahren ausgesetzt, um zu den Verteilzentren zu gelangen. Zudem würde künftig nicht nur, wie bislang, die Einfuhr der Hilfslieferungen nach Gaza, sondern auch der Zugang der Bevölkerung zur humanitären Hilfe durch die israelische Armee kontrolliert.

    Weder die Finanzierung des Vorhabens noch zentrale logistische Fragen sind bislang geklärt – etwa, wie ein Familienoberhaupt Essensrationen für zwei Wochen von einer Ausgabestelle in die eigene Unterkunft transportieren soll. Wer versorgt zudem Kriegswaisen, Alte und Verwundete? Nicht zuletzt verfügt die für diesen Zweck gegründete Gaza Humanitarian Foundation (GHF) im Gegensatz zu den UN-Organisationen und versierten NGOs weder über Erfahrung vor Ort noch über Beziehungen zur lokalen Bevölkerung. Eine adäquate und bedarfsgerechte Versorgung wird unter diesen Bedingungen kaum möglich sein.

    Stattdessen droht humanitäre Hilfe zum Instrument israelischer Kriegsziele zu werden.

    Stattdessen droht humanitäre Hilfe zum Instrument israelischer Kriegsziele zu werden. Damit steht der neue Ansatz im Widerspruch zu den humanitären Grundprinzipien der Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit. Die Vereinten Nationen und die bisher beteiligten Hilfsorganisationen lehnen ihn daher entschieden ab. Die GHF scheint bereits vor dem Scheitern zu stehen.

    Die Bundesregierung sollte sich jetzt dringend und mit Nachdruck für einen bedingungslosen humanitären Zugang zum Gazastreifen einsetzen – um das Blutvergießen zu beenden, weitere Zerstörung von Lebensgrundlagen zu verhindern und eine Vertreibung der Bevölkerung zu unterbinden. Dazu gehört, Israel unmissverständlich klarzumachen, dass Deutschland die von Premierminister Netanjahu formulierten Kriegsziele – eine langfristige Wiederbesetzung und die Vertreibung der Bevölkerung – ebenso ablehnt wie die angewandten Methoden der Kriegsführung, insbesondere das Aushungern und unterschiedslose Angriffe auf Zivilisten.

    Ein sofortiger Lieferstopp von Waffen, die im Gazastreifen oder im Westjordanland eingesetzt werden können, sowie die Unterstützung einer Überprüfung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens würden ein klares politisches Signal senden. Gemeinsam mit europäischen und nahöstlichen Partnern sollte sich die Bundesregierung zudem aktiv für eine dauerhafte Konfliktregelung im Einklang mit dem Völkerrecht im Nahen Osten einsetzen. Die von Frankreich und Saudi-Arabien für Juni geplante Konferenz zur Unterstützung einer Zweistaatenlösung bietet die Chance, einen konkreten Fahrplan aus der Gewaltspirale zu entwickeln. Dabei wird es auch darauf ankommen, den arabischen Wiederaufbauplan für Gaza nicht nur rhetorisch zu unterstützen, sondern konkret auszuarbeiten, wie seine politische Umsetzung gelingen kann. Nicht zuletzt deshalb sollte Deutschland sich dort konstruktiv einbringen.

    Dieser Beitrag ist eine aktualisierte Fassung des Artikels „Ein Kriegsverbrechen vor den Augen der Welt“,der bei Focus+ erschienen ist.


    Info: https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/riviera-der-ruinen-8307/?utm_campaign=de_40_20250526&utm_medium=email&utm_source=newsletter


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Wichtiger Artikel von Muriel Asseburg


    aus e-mail von Martin Breidert, 27. Mai 2025, 16:39 Uhr


    -------- Weitergeleitete Nachricht --------


    Betreff: Wichtiger Artikel von Muriel Asseburg

    Datum: Tue, 27 May 2025 08:54:31 +0200

    Von: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>

    An: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>



    *Wichtiger**Artikel von Muriel Asseburg*


    Dabei ist zu bedenken, dass sie bei der *Stiftung Wissenschaft und

    Politik* arbeitet,  deren Aufgabe es ist, die Bundesregierung zu

    beraten. Sie wird  zu mehr als 90 Prozent von der Bundesregierung

    finanziert.


    *https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/riviera-der-ruinen-8307/?utm_campaign=de_40_20250526&utm_medium=email&utm_source=newsletter

    *

    /Martin Breidert


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Keine Reichweitenbeschränkung für deutsche Waffen der Ukraine? „Eine reine Katastrophe“

    berliner-zeitung.de, 27.05.2025 13:54 Uhr,

    Hebt Friedrich Merz Reichweitenbeschränkung für deutsche Waffen in der Ukraine auf? „Eine reine Katastrophe“

    Mit seinen Aussagen über die Ukrainehilfe sorgt der Bundeskanzler für Verwirrung. Was meint Friedrich Merz genau? Die Opposition ist außer sich.


    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)Bernd Weißbrod/dpa


    Was gilt denn nun: Hat die Bundesregierung unter Friedrich Merz die Reichweitenbeschränkung für Waffen an die Ukraine plötzlich aufgehoben, damit das Land auch Ziele auf russischem Territorium angreifen darf? Oder geschah das schon vor einer Weile – und die Aufregung ist unbegründet?

    Kanzler Merz hat jedenfalls für Verwirrung gesorgt. Innerhalb von 24 Stunden äußerte er sich zweimal zur Unterstützung der Ukraine, dummerweise weichen seine Aussagen aber voneinander ab. Damit zog Merz nicht nur Kritik aus der Opposition auf sich, die seine Worte dankbar aufnahm, immerhin gilt er einigen als außenpolitischer Scharfmacher. Er sorgte auch für Unruhe in der eigenen Koalition.

    Merz’ Aussagen seien „eine reine Katastrophe“, sagt der Linke-Fraktionsvorsitzende Sören Pellmann der Berliner Zeitung. „Einerseits will er mehr Waffen liefern und Reichweitenbeschränkungen aufheben, andererseits sagt er, dass er mit einer längeren Dauer des Krieges rechnet, da dieser angeblich nur durch militärische Erschöpfung einer oder beider Seiten enden würde.“ Pellmann fragt: „Was meint er denn, welches Land zuerst erschöpft sein wird – Russland mit seinen 144 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern oder die Ukraine mit 39 Millionen Menschen?“


    Erster Stresstest für Baerbock-Nachfolger: Wadephul auf dem Weg nach Washington

    Wadephul in Washington: Erster Stresstest für Baerbock-Nachfolger

    Von Nicolas Butylin

    Politik

    vor 3 Std.


    Die Merz’sche Volte nahm am Montag ihren Anfang. Da war der Kanzler zu Gast auf der Republica in Berlin, einer Konferenz für Digitales. Merz wurde dort auch zur Außenpolitik befragt – es ging um die deutsche Haltung zum Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen, die Hilfe für die Ukraine. „Es gibt keinerlei Reichweitenbeschränkungen mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind, weder von den Briten noch von den Franzosen noch von uns. Von den Amerikanern auch nicht“, sagte er. „Das heißt also, die Ukraine kann sich jetzt auch verteidigen, indem sie zum Beispiel militärische Stellungen in Russland angreift. Das konnte sie bis vor einiger Zeit nicht.“

    Merz sprach also von „jetzt“, da dies endlich möglich sei, und von „vor einiger Zeit“, als die Situation demnach eine andere war. Wie man es auch dreht und wendet: Das klang nach Veränderung, einem Kurswechsel.

    Man spreche von „Long-Range Fires“, sagte der Kanzler auf der Republica. Davon, die Ukraine „auch mit Waffen“ auszustatten, „die militärische Ziele im Hinterland angreifen“.


    Friedrich Merz im Gespräch mit Markus Preiss auf der RepublicaOdd Anderson/AFP


    Waffen für Ukraine: In Finnland klingt Merz plötzlich anders

    Am Dienstag dann, auf einer Pressekonferenz mit Finnlands Regierungschef Petteri Orpo, wollte Merz die Wogen offenbar glätten. Immerhin hatte sich mittlerweile sein Koalitionspartner SPD zu Wort gemeldet. Es schien, als seien die Sozialdemokraten erstaunt über die forschen Töne des Kanzlers. Der Außenpolitiker Ralf Stegner bezeichnete den Schritt als „nicht hilfreich“, forderte mehr Diplomatie. Und der Vizekanzler Lars Klingbeil betonte, es gebe „keine neue Verabredung“ für die Reichweite von Waffen.

    Im finnischen Turku sagte Merz, er habe am Vortag in Berlin „etwas beschrieben, was schon seit Monaten geschieht, dass die Ukraine nämlich das Recht hat, die Waffen, die sie geliefert bekommt, auch einzusetzen, auch jenseits der eigenen Landesgrenzen einzusetzen gegen militärische Ziele auf russischem Staatsgebiet“. Das sei notwendig, so Merz. Nur auf eigenem Territorium könne man sich nicht genug verteidigen. „Insofern wird die Ukraine damit seit langer Zeit richtigerweise in die Lage versetzt, sich wirklich gegen die russische Aggression zu verteidigen.“


    Selenskyj-Besuch in Berlin: Diese Straßen sind gesperrt – Züge und Autos müssen am Mittwoch stehen bleiben

    Von Andreas Kopietz

    News

    •vor 2 Std.


    Fakt ist, dass Merz’ Vorgänger im Amt, Olaf Scholz, im vergangenen Jahr zwar den Einsatz bestimmter Waffen gegen Stellungen auf russischem Territorium für die Region um die ukrainische Großstadt Charkiw erlaubt hatte. Anders als Großbritannien oder Frankreich wandte sich die damalige Ampelkoalition jedoch gegen weitergehende Aufhebungen der Einsatzbeschränkungen. Russlands Präsident Putin, so Scholz’ Ansatz, sollte nicht provoziert werden. Von einem Gleichschritt mit anderen europäischen Unterstützern der Ukraine, wie er Merz vorschwebt, konnte unter Scholz in dieser Frage keine Rede sein.

    Allerdings hat Deutschland bislang auch kaum Waffen geliefert, mit denen die Ukraine russische Stellungen oder Nachschublinien weit hinter der Frontlinie treffen könnte. Der Raketenwerfer Mars II mit einer Reichweite von etwa 85 Kilometern und die Panzerhaubitze 2000 mit einer Reichweite von etwa 35 Kilometern sind die einzigen beiden Waffensysteme, auf die das zutrifft.

    Womöglich sprach Merz am Montag also von diesen beiden Systemen. Das jedenfalls vermutete der Militärexperte und Politikberater Nico Lange im Gespräch mit dem Nachrichtenportal T-Online. Mit Blick auf den Munitionsmangel der ukrainischen Armee sagte er: „Merz’ Ankündigung ändert faktisch nur dann etwas, wenn Deutschland der Ukraine auch die entsprechende Munition mit hoher Reichweite liefert.“ Nach Recherchen von T-Online könnte auch ein Langstreckenwaffenprogramm der Ukraine finanziert werden oder ein Ringtausch mit verbündeten Staaten wie Frankreich anstehen – um der Ukraine aus einem anderen Land reichweitenstarke Waffen zu liefern.


    Linke-Politiker Pellmann fordert diplomatische Initiativen

    Wer wollte, konnte Merz auf der Republica aber auch so interpretieren, dass er die Lieferung von Taurus vorbereitet. Es wäre ein kommunikativer Umweg. Schließlich hatte der Kanzler seiner Regierung selbst verordnet, nicht mehr öffentlich über die Lieferung von Waffensystemen an die Ukraine zu diskutieren. Russland solle im Unklaren bleiben. Wer den Kanzler beim Wort nimmt, kann jedoch kaum anders, als an den reichweitenstarken Marschflugkörper zu denken. Da hilft auch sein Zurückrudern am Folgetag in Finnland nicht.

    Den Marschflugkörper Taurus mit einer Reichweite von 500 Kilometern, mit dem selbst Moskau erreicht werden könnte, hat Berlin bisher nicht geliefert. Die USA, Frankreich und Großbritannien haben den ukrainischen Streitkräften dagegen Raketen mit einer Reichweite von teilweise mehr als 250 Kilometern zur Verfügung gestellt, die Medienberichten zufolge schon gegen russisches Territorium eingesetzt worden sein sollen.


    Merz: Deutschland hebt Waffen-Beschränkungen für die Ukraine auf - Russland reagiert

    Merz hebt Limit für Ukraine-Waffen auf: Kreml reagiert auf Deutschlands Reichweiten-Wende

    Von Sophie Barkey

    News

    •gestern


    Was genau er meinte, als Merz am Montag einen Kurswechsel in der deutschen Ukraine-Politik ankündigte, weiß womöglich nur der Kanzler selbst. Klarheit könnte der kommende Besuch des ukrainischen Präsidenten in Berlin bringen, Wolodymyr Selenskyj wird laut einem Bericht des Spiegels am Mittwoch erwartet.

    Derweil erinnert die Linke den Kanzler an seine eigene Ansage, wonach öffentliche Diskussionen über Taurus und Co. der Vergangenheit angehören sollten. „Anstatt ständig nur über Waffenlieferungen zu sprechen“, sollte Merz aufzeigen, wie ein Weg zum Ende des Krieges durch Diplomatie gelingen könne, welche vertrauensbildenden Maßnahmen Deutschland zu ergreifen bereit sei, wie Nachfolgeverträge für den KSE-Vertrag, den INF-Vertrag und eine Wiederbelebung des Open-Skies-Vertrag aussehen könnten „und welche diplomatischen Initiativen die Bundesregierung wieder aufzugreifen bereit ist“, sagt der Fraktionsvorsitzende Sören Pellmann. (mit dpa)


    Lesen Sie mehr zum Thema

    PolitikBundespolitikRusslandUkraineFrankreichFriedrich MerzBundesregierungIsrael im KriegGazastreifenGroßbritannien


    Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/hebt-friedrich-merz-reichweitenbeschraenkung-fuer-deutsche-waffen-in-der-ukraine-auf-eine-reine-katastrophe-li.2328487


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Screenshot_2025_05_27_at_17_39_12_Feuer_frei_auf_Russland_Bundeskanzler_Merz_setzt_Deutschland_Kriegsgefahr_aus

    nachdenkseiten.de, 27. Mai 2025 um 12:00 Ein Artikel von Marcus Klöckner

    Wo politische Vernunft und Anstand enden, beginnt die deutsche Russlandpolitik. Gestern gab Friedrich Merz bekannt, dass es keine Reichweitenbeschränkung mehr für von Deutschland an die Ukraine gelieferte Waffen gibt. Damit kann die Ukraine nun Ziele tief in Russland treffen. Merz machte die Entscheidung auf einem Podium sitzend bei einer Veranstaltung öffentlich – und nicht etwa im Parlament, wo etwas so Weitreichendes hingehört. Merz‘ Auftreten folgt einem Kalkül. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Friedrich Merz besuchte am Montag das Internationale WDR Europaforum in Berlin. Dort setzte er sich zum Gespräch mit einem Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein Podium und sagte: „Es gibt keinerlei Reichweitenbeschränkungen mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind.“ Mimik und Gestik wirken – Merz typisch – so, als spräche hier einer eine banale Selbstverständlichkeit aus. Doch in Wirklichkeit hat Merz eine politische Bombe platzen lassen.

    Denn die Aussage von Merz bedeutet zweierlei. Erstens gestattet die Bundesrepublik Deutschland nun der Ukraine, Ziele tief im Innern Russlands mit deutschen Waffen zu treffen. Zweitens liegt es nahe, dass Deutschland der Ukraine auch Taurus-Raketen liefern wird – oder haben Politiker hinter den Kulissen bereits Taurus freigegeben? Die Frage drängt sich zumindest auf, wenn man berücksichtigt, dass erst vor kurzem bekanntgegeben wurde, man wolle aus strategischen Gründen nicht mehr öffentlich kommunizieren, welche Waffen der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.

    Ob mit oder ohne Taurus: Diese Entscheidung trifft Russland. Und das auf eine dumme Weise, die Diplomatie, Vernunft und auch dem politischen Anstand trotzt. Dumm deshalb, weil diese Entscheidung Russland ohnehin nicht so weit schwächen kann, dass das Land den Krieg zu den Bedingungen der NATO akzeptieren würde. Und dumm deshalb, weil auf diese Weise eine noch weitere Eskalation zu erwarten ist. Wobei hier rasch einzuschränken ist: Von „Dummheit“ zu sprechen, wäre gefällig. Denn: So dumm kann die Regierung samt ihrer klugen Zuträger gar nicht sein, um diese einfachen Einsichten zu verkennen. Anders gesagt: Die Entscheidung verbreitet förmlich jenen Geruch, der seit langem die Beziehungen zwischen westlicher und russischer Politik umgibt. Es ist der Geruch eines Feuers, das immer weiter angefacht wird. Echte Diplomatie scheint nicht gewollt.

    Dass bei diesem politischen Grundtakt eine anstandslose Politik herauskommt, ist erwartbar. In Anbetracht von Millionen durch die Wehrmacht getöteter russischer Soldaten und Zivilisten im 2. Weltkrieg ist die aktuelle Entscheidung ein weiterer Akzent einer Politik von historischer Asozialität. Deutsche Panzer im Kampf gegen Russen? Längst Realität. Deutsche Waffen im Kampf gegen russische Soldaten? Längst Realität. Deutsche, weitreichende Waffensysteme, die Ziele tief in Russland treffen? Das wird nun zur Realität.

    Der deutschen Politik darf man eines nicht unterstellen: Ahnungslosigkeit. Das wird auch noch mal durch den Auftritt von Merz deutlich. Politik, das wissen wir alle, ist auch Inszenierung. Politik ist Kalkül. Merz‘ Auftritt auf dem Europaforum zeigt beides deutlich. Nach außen wirkt der Auftritt von Merz so, als ginge es bei der Entscheidung, die begrenzte Reichweite der Waffen aufzuheben, um eine Petitesse. Das ist sie aber keinesfalls. Im Gegenteil: Im schlimmsten Fall könnte die Entscheidung Deutschland in einen Krieg mit Russland ziehen. Mit anderen Worten: Viel weitreichender als das, was Merz gesagt hat, geht es kaum. Und genau deshalb verkündet Merz die Nachricht an einem Ort und in einem Präsentationsmodus, der die Ungeheuerlichkeit der Aussagen abdämpft und letztlich zu verschleiern versucht.

    Eine Entscheidung, die unterm Strich das Leben von über 80 Millionen Bundesbürgern betrifft, gehört in das Parlament. Unfreiwillig unterstreicht Merz hier etwas, was ohnehin vielen längst klar ist: Die deutsche Russlandpolitik, die Politik der Kriegstüchtigkeit und die Politik der Waffenlieferungen geht an den Interessen Deutschlands vorbei. So gesehen ist es nur konsequent, dass die Bekanntgabe der Entscheidung außerhalb des Bundestages erfolgt.


    Titelbild: Ryan Nash Photography / Shutterstock


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege


    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133615


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Hat Deutschland Palästina vergessen? – Der Einfluss zionistischer Mythen auf Europa

    Screenshot_2025_05_27_at_17_15_01_Hat_Deutschland_Pal_stina_vergessen_Der_Einfluss_zionistischer_Mythen_auf_Europa_Forum_Gewerkschaftliche_Linke_Berlin


    gewerkschaftliche-linke-berlin.de, vom 3. Mai 2025 ,

    Has Germany Forgotten Palestine? – The Influence of Zionist Myths on Europe Vortrag & Diskussion mit Ilan Pappe

    28. Mai 2025 | 19:00 – 21:00 Uhr

    bUm, PAUL-LINCKE-UFER 21,10999 BERLIN

    Englisch mit deutscher Übersetzung


    Die Veranstaltung ist ausverkauft. Onlinezuschaltung über Youtube Kanal des GazaKomitees

    Ebenso werden wir ggfs. einen Videomitschnitt hier publizieren!

    Online link

    https://www.youtube.com/@GazaKomitee-Media


    Zum Inhalt der Veranstaltung

    Ilan Pappe hat sehr viel dazu publiziert, wie sich der zionistische nationalistische Mythos und seine Kriegsideologie verbreitet haben. Nicht zuletzt Deutschland hat sich diesem Mythos mit Haut und Haaren verschrieben. Auf der Veranstaltung wird Pappe vor allem auch aus seinem Buch „Die Idee Israel – Mythen des Zionismus“ referieren. Hier eine Kurzbeschreibung des Buches in der Heidelberger Rundschau:

    Der Zionismus erlebte seinen größten Triumph mit der Gründung des Staates Israel 1948. Die zionistische Ideologie und die aus ihr sich ableitende praktische Politik sind Gegenstand harter theoretischer Kontroversen, nicht zuletzt in Israel selbst. In seinem neuesten Werk untersucht Ilan Pappe die Rolle dieser Ideologie, insbesondere ihren Einfluss auf das Erziehungssystem, die Medien sowie die israelische Film- und Fernsehproduktion. Ebenfalls setzt sich Ilan Pappe mit der Instrumentalisierung der Opferrolle durch die zionistische Ideologie auseinander. Generationen israelischer Historiker haben die Kämpfe des Jahres 1948, die mit der Staatsgründung endeten, zum Mythos von Befreiung und Heimkehr gemacht. Pappe analysiert diesen Mythos und zeigt, welche Tragödie sich hinter dem Gründungsmythos bis heute verbirgt.

    LAIKAtheorie
    Band 56:
    Ilan Pappe: Die Idee Israel – Mythen des Zionismus
    ISBN:  978-3-944233-40-6
    Juli 2015
    Preis:  21,00 €
    376 Seiten

    Zu Ilan Pappe

    Ilan Pappe, geboren 1954 in Haifa als Sohn deutscher Juden, die aus Deutschland geflüchtet waren, studierte in Jerusalem und promovierte in Oxford. Er ist einer der Protagonisten der »Neuen israelischen Historiker«, die für eine Revision der offiziellen Geschichtsschreibung des Zionismus und des Staates Israel und für einen kritischen Ausgleich mit den Palästinensern plädieren«. Er war Leiter des Friedensforschungsinstitut Givat Haviva, lehrte bis 2007 politische Wissenschaften an der Universität Haifa und ist derzeit Professor für Geschichte an der Universität Exeter.

    Es gibt Essen, Getränke, Musik und Spendensammlung

    Veranstalter ist Gaza Komitee

    Kategorien -0.5 Naost, 0. Aktuell, 0.1. Termine, 4. 0. Krieg &Frieden, 4. 1. Krieg & Frieden - Militarismus, 4. 2. Krieg & Frieden - Friedensbewegung, 4. 4. Krieg & frieden - Konfliktherde Welt, 5. 0. Gesellschaft, 5. 1. Gesellschaft - Demokratie, 5. 2. Gesellschaft - Staatsgewalt, 5. 3. Gesellschaft - Faschismus, 5. 5. Gesellschaft - Befreiung International, 9.9.2. Brennpunkt Kriegsgefahr, Kriegseskalation, 9.9.3.2 Brennpunkt Kampf gegen Rechts, Uncategorized



    Info: https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/hat-deutschland-palaestina-vergessen-der-einfluss-zionistischer-mythen-auf-europa/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    publicsolidarity.de, 23. Mai 2025, 19 - 22:30 Uhr


    0psvEOX08SpRETwA


    Info: Video hier zu finden http://publicsolidarity.de/zeit-zu-reden-erinnerungskultur-2-was-bedeutet-nie-wieder-ist-jetzt/ Dauer 2:43:42 h


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    HandelskriegWarum Mainstream-Ökonomen Trumps Lose-Lose-Politik nicht verstehen

    makronom.de, vom 26. Mai 2025, BRANCO MILANOVIC, Weltwirtschaft, Ökonomenscene

    Viele Ökonomen versuchen derzeit, mit VWL-Grundkursen Trumps Zollpolitik zu erklären und zu kritisieren. Dabei sind sie allerdings nicht in der Lage zu erkennen, dass die US-Regierung ein ganz anderes Ziel verfolgt. Ein Beitrag von Branko Milanovic.


    In seinem ausgezeichneten Artikel „War and International Politics“ hat John Mearsheimer unlängst eine prägnante Version der realistischen Theorie der internationalen Beziehungen vorgestellt, die er auf die gegenwärtige multipolare Welt anwendet. Er konzentriert sich auf die unvermeidliche Existenz von Kriegen aufgrund der Art und Weise, wie das internationale System strukturiert ist: Es ist eine Anarchie, in der kein einzelnes Land ein Machtmonopol genießt, wie es der Staat in der Innenpolitik hat, und in der daher niemand die Regeln durchsetzen kann.

    Mearsheimer wirft den liberalen Denkern ihre Naivität vor, mit der sie (in den 1990er Jahren) glaubten, dass Kriege aufhören und die Politik der Großmächte obsolet werden würde. Eine ähnlich naive Sichtweise wurde auch von Karl Polanyi in The Great Transformation ins Lächerliche gezogen. Mearsheimer erklärt dies zum Teil damit, dass viele liberale Denker in der Zeit der Unipolarität intellektuell erwachsen wurden, als solche Träume, die kaum etwas mit den historischen Realitäten zu tun hatten, noch möglich waren.

    Am Rande macht Mearsheimer eine Beobachtung, die für Ökonomen äußerst wichtig ist. Er schreibt:

    Mainstream-Ökonomen können sich auf die Erleichterung des ökonomischen Wettbewerbs innerhalb eines grundsätzlich kooperativen globalen Systems konzentrieren, weil sie kaum darauf achten, wie Staaten über das Überleben in internationaler Anarchie denken, in der Krieg immer eine Möglichkeit ist. Daher haben Konzepte wie Sicherheitswettbewerb und Gleichgewicht der Kräfte (Balance of Power), die für die Untersuchung der internationalen Politik von grundlegender Bedeutung sind, in der konventionellen Wirtschaftswissenschaft keinen Platz… Darüber hinaus neigen Ökonomen dazu, die absoluten Gewinne eines Staates zu privilegieren, nicht seine relativen Gewinne, was bedeutet, dass sie das Gleichgewicht der Kräfte weitgehend ignorieren.

    Die Unfähigkeit von Ökonomen, die aktuellen internationalen Wirtschaftsbeziehungen sinnvoll zu erörtern, wird schmerzlich deutlich in ihren zuweilen erbärmlichen Versuchen, der US-Führung Lektionen im Fach Wirtschaft zu erteilen – ohne dabei zu erkennen, dass die US-Führung sowohl unter Trump I und II als auch unter Biden keine Politik verfolgte, um die Situation der US-Verbraucher oder Arbeitnehmer zu verbessern, sondern um den Aufstieg Chinas zu bremsen und die globale Hegemonialstellung der USA zu erhalten.

    Wenn Macht wichtiger ist als Wohlstand

    Diese Unfähigkeit, sich auf die Realität einzulassen, entspringt einer extrem reduktionistischen methodischen Position, bei der das eigene Wohlergehen nur von dem eigenen absoluten Einkommen abhängt. Mit einer solchen Annahme wird es völlig unverständlich, warum sich jemand (in diesem Fall ein Land: die USA) auf einen Zollkrieg einlässt und andere politische Maßnahmen ergreift, die das Wohlergehen der eigenen Bürger verschlechtern (während sie gleichzeitig auch das Wohlergehen in China und im Rest der Welt verschlechtern). Eine Politik, die nicht nur ein Negativsummenspiel impliziert, sondern so konzipiert ist, dass sie ein Lose-Lose-Ergebnis herbeiführt, dass also sowohl der Verursacher als auch das Opfer wirtschaftlich schlechter gestellt sind, macht für solche Ökonomen absolut keinen Sinn.

    Aber in der realen Welt macht es durchaus Sinn. Simplizistische Ökonomen können das nicht nachvollziehen, weil ihr methodisches Instrumentarium fehlerhaft und veraltet ist: Es berücksichtigt nicht die Relativitäten, d. h. die Bedeutung, das Vergnügen oder den Nutzen, den wir als Individuen und noch mehr die Länder und ihre herrschenden Eliten daraus ziehen, reicher oder mächtiger als andere zu sein. Würden sie ein weiteres Argument in ihre Nutzenfunktionen aufnehmen, nämlich eben diese Relativität, sei es des eigenen Einkommens zum Einkommen einer anderen Person oder des eigenen Landes gegenüber einem anderen Land, hätten sie etwas Sinnvolles zu sagen. Stattdessen beschränken sie sich auf die endlose Wiederholung von Trivialitäten. Macht bedeutet nicht nur, dass mein Wohlstand groß ist; Macht bedeutet, dass mein Wohlstand größer ist als der eines anderen. Mein absolutes Einkommen mag niedriger sein als in einem alternativen Zustand – aber wenn der Abstand zwischen unseren beiden Einkommen zu meinem Vorteil größer wird, ziehe ich diesen Zustand vielleicht der Alternative vor.

    Die US-Regierung verfolgt eine solche Lose-Lose-Wirtschaftspolitik. Die nationale Sicherheit erfordert aus Sicht der politischen Elite der USA, dass die China auferlegten Kosten (in Form einer langsameren Wachstumsrate, einer verzögerten technologischen Entwicklung usw.) höher sind als die entsprechenden Kosten für die Vereinigten Staaten. In einem kürzlich erschienenen Artikel in Foreign Affairs zitieren Stephen G. Brooks und Ben A. Vagle eine Reihe von Szenarien des Zentrums für strategische und internationale Studien in Washington, die in fast allen Fällen zu dem Ergebnis kommen, dass diese Lose-Lose-Politik China mehr schadet als den USA. Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung gelangte auch ein Pekinger Thinktank. Der BIP-Verlust wäre für China demnach dreimal so groß wie für die USA.

    Ob die Politik tatsächlich zu einem solchen Ergebnis führen wird, darf angezweifelt werden. Die legitime Diskussion unter Ökonomen und Politikwissenschaftlern sollte sich daher darauf konzentrieren, ob die Lose-Lose-Politik die relative Position der USA verbessern oder verschlechtern würde. Letzteres ließe sich beispielsweise mit der Feststellung begründen, dass der Versuch der USA, die Kanäle für die Übertragung von Hochtechnologie nach China zu beschneiden, China dazu veranlasst hat, die heimischen Quellen für die Entwicklung von Hochtechnologie zu verdoppeln und damit den chinesischen Aufholprozess nicht verlangsamt, sondern beschleunigt – was das Gegenteil dessen wäre, was die USA bezwecken.

    Man könnte auch argumentieren, dass China aufgrund des Drucks seine Bezugsquellen diversifizieren und langfristig widerstandsfähiger gegen Schocks werden könnte; oder dass es ernsthaftere Anstrengungen unternehmen könnte, den Binnenkonsum zu steigern. Dies sind legitime und sinnvolle Diskussionsthemen. Aber der Ausgangspunkt für diese Diskussion sollte die Lose-Lose-Politik sein.

    Parallelen zur Ungleichheits-Debatte

    Biden und Trump betreiben eine Politik, die von außen betrachtet und nach den Begriffen, mit denen sie der Öffentlichkeit präsentiert wird – „die Situation der amerikanischen Arbeitnehmer verbessern“, „Arbeitsplätze in die USA zurückholen“ – wahrscheinlich nicht die erwarteten Ergebnisse bringen wird. Sie verteidigen die Politik mit der Behauptung, dass sie von den wirtschaftlichen Interessen einiger Teile der US-Bevölkerung angetrieben wird. Denn weder Biden noch Trump können offen sagen, dass sie den Interessen der US-Arbeiter und -Verbraucher völlig gleichgültig gegenüberstehen, ja sogar bereit sind, sie zu opfern – und in erster Linie durch den Wunsch motiviert sind, China mehr zu schaden als den USA.

    Viele Kommentatoren kritisieren also etwas, das irrelevant ist, das nicht das eigentliche Ziel der Politik ist, und machen sich so lächerlich. Sie glauben, dass sie durch die Erteilung von Einführungskursen in die Volkswirtschaftslehre zeigen, wie falsch die regierenden Eliten denken, während sie in Wahrheit nur die Unzulänglichkeit ihres eigenen methodischen Apparats offenbaren.

    Dieser extrem reduktionistische Ansatz der neoklassischen und später neoliberalen Wirtschaftswissenschaft zeigt nicht nur in diesem Fall seine Unzulänglichkeit. Der Grund, warum die von Mearsheimer aufgezeigte Unzulänglichkeit meine Aufmerksamkeit erregt hat, liegt darin, dass sie eine Parallele zu der Unzulänglichkeit darstellt, die Mainstream-Ökonomen in Bezug auf das Verständnis und die Analyse von Ungleichheit zeigen. Das Problem ist dasselbe: Wenn man davon ausgeht, dass das einzige Argument in der Nutzenfunktion eines Menschen sein Einkommensniveau ist und dass Relationen (d. h. die Position gegenüber anderen) keine Rolle spielen, dann wird die Ungleichheit, bei der es definitionsgemäß um Relationen geht, von jeder ernsthaften Untersuchung durch Ökonomen ausgeschlossen oder wird, wie in vielen berühmten Lehrbüchern, in Fußnoten und Anhänge abgeschoben. Wenn die Wirtschaftswissenschaft darüber hinaus annimmt, dass es keine sozialen Klassen gibt, wird die Ungleichheit doppelt ignoriert.

    Diese vorsätzliche Ignoranz war, wie ich in Kapitel VII meines Buches Visions of Inequality dargelegt habe, keine Anomalie in der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft. Sie ist tief in der Methodik verwurzelt, und solange die Mainstream-Ökonomie nicht aus ihrer reduktionistischen Sicht der menschlichen Natur und der Klassenvergessenheit herausgebracht wird, wird sie so gut wie nichts Sinnvolles über Ungleichheiten innerhalb von Gesellschaften zu sagen haben – und auch nichts über die internationale Wirtschaft, wenn Großmächte wirtschaftliche Instrumente einsetzen, um sich gegenseitig zu schwächen.

     

    Zum Autor:

    Branko Milanovic ist Professor an der City University of New York und gilt als einer der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Einkommensverteilung. Milanovic war lange Zeit leitender Ökonom in der Forschungsabteilung der Weltbank. Er ist Autor zahlreicher Bücher und von mehr als 40 Studien zum Thema Ungleichheit und Armut. Außerdem betreibt er den Substack Global Inequality and More 3.0, wo dieser Beitrag zuerst in englischer Sprache erschienen ist.


    Info: https://makronom.de/warum-oekonomen-trumps-lose-lose-politik-nicht-verstehen-48996?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=warum-oekonomen-trumps-lose-lose-politik-nicht-verstehen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.05.2025

    Kein guter Trump-Deal in Sicht, Macron rechtfertigt sich & Merz verplappert sich

    lostineu.eu, 27. Mai 2025

    Die Watchlist EUropa vom 27. Mai 2025 – Heute mit News und Updates zum US-Handelskrieg gegen die EU, zu einem viralen Video aus Vietnam und zu Waffenlieferungen an die Ukraine.

    Dieser Newsletter wird von seinen Lesern finanziert. Bitte unterstützen Sie uns – werden Sie Mitglied bei STEADYund lesen Sie auch hinter der Paywall weiter

    Aufatmen in Brüssel: Die befürchtete Eskalation im Zollstreit mit den USA ist vorerst abgewendet. In einem Telefongespräch mit US-Präsident Trump hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen eine neue Schonfrist bis zum 9. Juli vereinbart. Das zunächst angedrohte Ultimatum zum 1. Juni ist damit vom Tisch. 

    Trumps Drohung mit einem Strafzoll von 50 Prozent auf alle EU-Exporte steht zwar weiter im Raum – doch immerhin gibt es nun wieder Zeit für Verhandlungen. Worüber die USA und die EU verhandeln, will die EU-Kommission jedoch nicht verraten.

    Von der Leyen hat bereits die beiderseitige Abschaffung aller Zölle auf Industriegüter vorgeschlagen und eingewilligt, mehr Flüssiggas aus den USA abzunehmen. 

    EU-Handelskommissar Sefcovic soll zudem angeboten haben, über zusätzliche Käufe von Hochleistungs-Chips für die sog. Künstliche Intelligenz zu sprechen und gemeinsam mit den USA gegen angebliche chinesische Überkapazitäten im Handel vorzugehen. Auch Waffenkäufe sind ein Thema.

    Trump will auch übers Internet reden

    Trump reicht dies jedoch nicht. Der US-Präsident will nicht nur über den Handel, sondern auch über sachfremde Themen sprechen – etwa über die EU-Internetgesetze DSA und DMA, die X-Chef Elon Musk und anderen Trump-Buddys ein Dorn im Auge sind.

    Das lehnt von der Leyen ab – jedenfalls bisher. EU-Gesetze ließen sich nicht einfach wegverhandeln, heißt es in Brüssel. Allerdings hat die EU-Kommission bereits mehrere Prüfverfahren nach dem Digitale-Dienste-Gesetz DSA auf die lange Bank geschoben – offenbar aus Rücksicht auf Trump und Musk.

    Zu welchen Zugeständnissen die EU am Ende bereit sein wird, lässt sich schwer abschätzen. Von der Leyen braucht Trump nicht nur für einen Deal im Handel, sondern auch in der Ukraine. Die EU will die USA zu Sanktionen gegen Russland überreden – auch dies spielt im Hintergrund eine wichtige Rolle.

    Es ist eine explosive Gemengelage, über die sich Trump und von der Leyen verständigen müssen. Ein guter Deal ist dabei nicht in Sicht. Die EU-Chefin hat sich schon sehr weit über den Tisch ziehen lassen. Daß es ihr noch gelingen wird, die US-Zollbarrieren vollständig abzuräumen, glaubt in Brüssel keiner mehr…

    News & Updates

    • Macron rechtfertigt sich wegen Vietnam-Video. Hat sich Frankreichs Staatschef mit seiner Ehefrau Brigitte gestritten, hat sie ihm gar einen Schlag ins Gesicht versetzt? Das legt ein Video von der Landung des Paars in Vietnam nahe; es ist nach der Veröffentlichung auf YouTube viral gegangen. Macron ließ zunächst erklären, dass die Bilder verfälscht und von Russland in böswilliger Absicht verbreitet worden seien. Doch das waren “Fake News”, denn es handelt sich um offizielle Aufnahmen und echte Bilder. – Macron blieb am Ende nichts anderes übrig, als sich zu rechtfertigen – man habe sich ein wenig gerauft und einen “Moment de complicité” geteilt. Peinlich…
    • Brunner outet sich als Deutschland-Versteher. Der neue EU-Innenkommissar Brunner hat nicht die Absicht, Deutschland wegen der neuen Grenzkontrollen zu rügen. In den EU-Regeln gebe es Möglichkeiten, “wenn die öffentliche Sicherheit unter Druck, die öffentliche Ordnung unter Druck stehen”, gewisse Maßnahmen umzusetzen, sagte Brunner im WDR. “Und diese Möglichkeiten nimmt Deutschland jetzt wahr.”Allerdings ist umstritten, ob in Deutschland eine Notlage besteht – und ob die Grenzkontrollen mit EU-Recht vereinbar sind. Mehrere Nachbarländer haben sich bereits beschwert – doch Brunner will offenbar nicht einschreiten…
    • Nordische Staaten warnen Merz vor Russland. Regierungschefs aus Nordeuropa haben bei einem Nord-Gipfel vor den Gefahren gewarnt, die angeblich von Russland ausgehen. Finnlands Ministerpräsident Orpo sagte, Russland stelle eine „langfristige Gefahr für uns und für ganz Europa“ dar. Nicht nur militärisch, sondern etwa auch durch Cyberattacken und Vorfälle in der Ostsee, wo mehrfach Unterseekabel beschädigt worden waren. – Ihre Sorgen wollten die Nordlichter auch Kanzler Merz mitteilen – der kam für einen Kurzbesuch nach Finnland…

    Das Letzte

    Merz verplappert sich. Eigentlich hatte er gelobt, nicht mehr öffentlich über Waffenlieferungen an die Ukraine zu sprechen und “strategische Ambiguität” walten zu lassen. Doch nun hat sich Kanzler Merz verplappert – und wie: Es gebe „keinerlei Reichweiten-Beschränkungen mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind, weder von den Briten noch von den Franzosen noch von uns, von den Amerikanern auch nicht“, sagte er beim WDR-Europaforum in Berlin. Das sorgte für großes Aufsehen – und für viele Fragen: Geht es nur um Waffen, die schon geliefert wurden – oder auch um neue, vielleicht sogar um den deutschen Taurus? Und wenn ja, wird Deutschland endgültig zur aktiven Kriegspartei? – Merz wird sich bald erklären müssen, denn die Reaktionen aus Russland ist heftig. Dies seien „ziemlich gefährliche Entscheidungen, wenn es sie gegeben hat“, sagte Kremlsprecher Peskow. Gefährlich für Russland – oder auch für Deutschland? 

    Mehr Newsletter hierMehr News & Updates hier

    ‹ Gaza: Merz kritisiert Israel, Wadephul deckt Israel › Deutsche Waffen gegen Russland: Klingbeil widerspricht Merz

    3 Comments

    1. Monika
      27. Mai 2025 @ 10:26

      1 Merz verplappert sich…
      Politik auf KIGA-Niveau: er muss sich ja quasi “verplappern”, sonst weiss ja niemand, WIE großartig mERz ist!
      Vielleicht sollte man doch für eine psychologische Eingangsprüfung von Anwärtern auf höchste politische Ämter plädieren… Einen Selfisten wie Merz jedenfalls haben die Deutschen nicht verdient!
      2 Der komische Vogel aus Finnland sollte investigativ-journalistisch mal näher beleuchtet werden, welche Ausbildungkurse er bei CIA&CO durchlaufen hat, um dann als “finnischer” Ministerpräsident gepusht zu werden.
      3 Und zu Macron: seine Herzdame sollte den kleinen Napoleon ruhig öfters mal handfest “erden”, und ja, öffentlich muss es sein sonst wirkt es ja nicht (siehe Punkt 1)
      sollte – könnte – müsste … fromme Wünsche halt, denn die Welt ist und bleibt ein Affenfelsen.

    Antworten

  • Thomas Damrau
    27. Mai 2025 @ 10:08

    Nicht nur Merz verplappert sich: Alle Parteien der Radikalen Mitte schicken ständig irgendwelche PolitikerInnen mit dem Auftrag an die Mikrophone, mal wieder ein starkes Signal auszusenden. Heute früh im DLF ging es um die eingefrorenen russischen Vermögen und das 7312. Sanktionspaket.

    Damit soll bei den WählerInnen mal wieder der Eindruck erweckt werden, jetzt habe man die magische Formel entdeckt, um Putin endlich zu Was-Auch-Immer zu zwingen.

    Da darf natürlich der Boss von’s Ganze nicht zurückstehen: Ran ans nächste Mikrophone und irgendwas Markiges von sich geben.

    Drei Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang:
    — Hat man nun (nach drei Jahren) die magische Formel gefunden?
    — Wie lange kann man das deutsche Publikum mit einer solchen Nummern-Revue beeindrucken?
    — Kann man Putin mit alledem beeindrucken?

    Antworten

    • Guido B.
      27. Mai 2025 @ 10:52

      “Hat man nun (nach drei Jahren) die magische Formel gefunden?”
      Nö.
      “Wie lange kann man das deutsche Publikum mit einer solchen Nummern-Revue beeindrucken?”
      Ewig.
      ” Kann man Putin mit alledem beeindrucken?”
      Nö.

      Hier ein paar ergänzende Gedanken zum politischen Rahmen des Konflikts. Sie belegen, dass der Westen seit 2014 den Hauptbeitrag zur Eskalation leistet. Wenn ein großer Krieg in Europa ausbricht, dann ist er im Wesentlichen der völkerrechtswidrigen Politik des Westens zu verdanken.

      Der Westen hat dreifach versagt, im Einklang mit dem Völkerrecht zu handeln – und sorry für den überlangen Text:

      1)
      Die Konfliktvermeidung nimmt im Völkerrecht (UN-Charte) einen zentralen Stellenwert ein. Friedenspolitik bedeutet in erster Linie, zwischenstaatliche Provokationen, Konfrontationen und Konflikte zu vermeiden. Es gibt keine Verlautbarungen Russlands, dass die einvernehmliche politische und wirtschaftliche Integration von ehemaligen Staaten der Sowjetunion in die Europäische Union für die Russische Föderation eine Bedrohung darstellt. Dagegen hat Russland wiederholt klar gemacht, dass die Osterweiterung der NATO, des grössten westlichen und traditionell antirussischen Militärbündnisses, die Sicherheit Russlands negativ tangiert. Ein antirussisches Militärbündnis ist auch dann eine Bedrohung für Russland, wenn es sich als „Verteidigungsbündnis“ ausgibt, denn Verteidigung kann zum einen auch aggressiv-imperialistisch verstanden werden (Stichwort Pax Americana), anderseits können defensive Waffensysteme wie Raktenbasen auch offensiv eingesetzt werden. Es ist daher eine plausibles Argument, dass die militärische Bedrohung mit dem Heranrücken der NATO an die russischen Grenzen für Russland zunahm. Kurz: Die NATO-Staaten gewannen mehr Sicherheit auf Kosten Russlands. Das war offenkundig und unbestritten auch der Zweck der Osterweiterung.
      Schlussfolgerung: Mit ihrem Vorgehen verstiessen die NATO-Staaten gegen Artikel 1 der UN-Charta, der folgende Ziele nennt: Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen sowie Förderung der internationalen Zusammenarbeit zur Lösung internationaler Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller oder humanitärer Art. Die NATO-Osterweiterung mit seiner eindeutig antirussischen Stossrichtung hat offenkundig einen Konflikt provoziert und widerspricht daher einer Friedenspolitik im Sinne des Völkerrechts.

      2)
      Von Seiten des Westens bestand zu keinem Zeitpunkt ein ernsthaftes Interesse, die Sicherheitsbedenken Russlands zu berücksichtigen und eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Im Gegenteil: Je mehr sich Russland über die Pläne des Westens, die Ukraine aufzurüsten und in die NATO zu integrieren, beklagte, desto aggressiver wurde die Ukraine aufgerüstet und als künftiges NATO-Mitglied gefeiert. Die Unterstützung des Westens für die Ukraine in Form von Geld, Waffenlieferungen und NATO-Integration wurde nie an Bedingungen geknüpft. Schlimmer noch: Je antirussischer sich die ukrainische Regierung gebärdete, desto mehr Applaus und Unterstützung wurde ihr von westlichen Regierungen und Medien zuteil.
      Dieses offen feindselige Auftreten des Westens gegenüber Russland manifestierte sich seit dem Euromaidan 2013/14 und radikalisierte sich nach dem Beginn der Special Military Operation im Februar 2022. Statt den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu deeskalieren, goss der Westen endlos Öl ins Feuer, indem er sich vorbehaltlos auf die Seite der ukrainischen Regierung stellte, alle diplomatischen Bemühungen einstellte und die Ukraine mit Waffen vollpumpte, auf dass sie Russland auf dem Schlachtfeld besiegen möge.
      Zwar betonte der Westen stets, dass die Ukraine selber über ihre Zukunft zu entscheiden habe, doch er sorgte auch immer dafür, dass die Ukraine gegen Russland weiterkämpfen kann und muss. Er behauptete, dass in der Ukraine die Freiheit des Westens verteidigt werde und ein Sieg über Russland alternativlos sei, denn sonst würde Russland seinen „imperialen Krieg“ auf ganz Europa ausweiten. Damit schloss der Westen auch aus, sich auf Kompromisse mit Russland einzulassen. Obwohl er im Mai 2025 ultimativ einen bedingungslosen Waffenstillstand forderte, liess der Westen keinen Zweifel daran, dass es faktisch nichts zu verhandeln gibt. Er unterstützte stets die Maximalforderungen der ukrainischen Regierung, die eine vollständige Kapitulation Russlands bedeuten würden.
      Schussfolgerung: Die Verweigerung jeder Diplomatie und das Bestehen auf der bedingungslosen Kapitulation Russlands lässt keinen Raum für echte Friedensverhandlungen und setzt einzig auf einen Sieg auf dem Schlachfeld, während harte Sanktionen und weitere Waffenlieferungen Russland in die Knie zwingen sollen. Dieses Verhalten widerspricht dem völkerrechtlichen Prinzip der friedlichen Streitbeilegung.

      3)
      Der Westen beurteilt die Aggression Russlands als Völkerrechtsbruch und verlangt, dass Russland dafür bezahlen und hart bestraft werden müsse. Bei den Aggressionen anderer Nationen ist der Westen kulanter, was vor allem in der Konfliktregion Naher Osten sichtbar wird. Sanktionen gegen die Türkei wegen Aggressionen in Syrien? Null. Sanktionen gegen Israel wegen Aggressionen im Gazastreifen, Libanon und in Syrien? Null. Sanktionen gegen die USA oder UK wegen Aggressionen überall auf der Welt, zuletzt in Afghanistan? Null. Es ist offensichtlich, dass der Westen ein Problem mit seiner Glaubwürdigkeit hat. Er teilt die Welt in „Gute“ und „Böse“ und bedient sich dabei einer Doppelmoral, die keine Scham kennt. Während er bei den Kriegsverbrechen seiner Freunde wegschaut (Bush, Obama, Selenski, Netanjahu), prangert er dieselben Verbrechen bei seinen Feinden an. Whistleblower wie Snowden und Assange werden verfolgt.
      Schlussfolgerung: Der Westen definiert sich als edle „Wertegemeinschaft“ und zählt sich zu den „Guten“. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, ohne UN-Mandat militärisch aggressiv vorzugehen (Serbien, Irak, Libyen, Afghanistan, Syrien usw.) – mit entsprechenden Opferzahlen und Verwüstungen. Gleichzeitig sanktioniert er Nationen, die ihre nationalen Interessen auf ähnliche Weise vertreten, aber nicht zum Westen gehören. Der Westen macht also einen Unterschied zwischen befreundeten Aggressoren und feindlichen Aggressoren. Diesen Unterschied macht das Völkerrecht nicht. Darum kann die westliche „Wertegemeinschaft“ kein Teil der Friedenspolitik gemäss Völkerrecht sein.

      Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/kein-guter-deal-in-sicht-brunner-outet-sich-und-merz-verplappert-sich/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres:




    Gaza: Merz kritisiert Israel, Wadephul deckt Israel


    lostineu.eu, vom 26. Mai 2025

    Schwenkt die Bundesregierung in Sachen Gaza auf den neuen, Israel-kritischeren EU-Kurs? Das legt die scharfe Kritik von Kanzler Merz nahe. Das Vorgehen der israelischen Armee “verstehe ich offen gestanden nicht mehr”, sagte Merz in Berlin. Dass die palästinensische Zivilbevölkerung derart in Mitleidenschaft gezogen werde, “lässt sich nicht mehr mit einem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas begründen”. Von Sanktionen sprach Merz allerdings nicht, von einer Überprüfung des EU-Partnerschaftsabkommens mit Israel auch nicht. Da ist wohl sein Außenminister Wadephul vor. Das Abkommen sei richtig und müsse bewahrt werden, sagt Wadephul in Madrid. Er lehnt auch einen Stopp von deutschen Waffenexporten nach Israel ab. Die Rhetorik ändert sich – die Politik bleibt dieselbe…

    ‹ Trump greift Putin an – und schweigt zu Netanjahu › Kein guter Trump-Deal in Sicht, Macron rechtfertigt sich & Merz verplappert sich

    10 Comments

    1. Helmut Höft
      27. Mai 2025 @ 09:50

      “die scharfe Kritik von Kanzler Merz nahe. Das Vorgehen der israelischen Armee “verstehe ich offen gestanden nicht mehr”” Hui, das ist aber kritisch, sehr kritisch, sozusagen überkritisch, Joachim-Friedrich Martin Josef stellt fest: “verstehe ich offen gestanden nicht mehr”! Mehr geht halt nicht, so staatsräsonmäßig!

      Was der dlf heute gegen 09:15 h berichtete (“Dubiose Genfer Stiftung soll humanitäre Hilfe organisieren” [USA, Schweiz, geheimnisvolle Stiftung, z. Z. keine Adresse … alles was man braucht für’s Völkerrecht ist an Bord] – da soll wohl ein “Deal” durhgezogen werden, die Stiftung verteilt angeblich nur an einer Stelle, im Süden Gazas )-: ) gibt der Kritik an der Politik Israels – äh … sry, das muss wohl heißen: dem Antisemetismus – neuen Raum jedoch nicht für D, nicht für die €U, ist ja alles nur Verteidigung. m(

      Wenn ich nicht irre hat “Mutti” Merkel das mit der Staatsräson erfunden. Jetzt, wo sie doch im Ruhestand ist und eine erfolgreiche Autorin, könnte sie vllt. mal zwischen zwei Buchdeckeln ausführlich erklären was sie da genau im Schilde geführt hat.

    Antworten

  • Erneuerung
    26. Mai 2025 @ 20:18

    Die Äußerungen sind nur Krokodilstränen, um das eigene Gewissen, sofern vorhanden, zu streicheln. Das vergangene Jahr hat gezeigt, wo die Reise hingeht. Nach anfänglicher Mitteilung, man habe die Waffenlieferungen an Israel stark reduziert (Tagesschau im August) kam dann im September die Tagesschaumeldung, dass die Waffenlieferungen um 40% gegenüber 2023 erhöht wurden. Dazwischen gab es mehrere Konsultationen unser Außendame mit Netanjahu, bei denen er mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verstehen gab, dass Deutschland Waffen zu liefern hätte. Was andere wollen, spielt keine Rolle. Die westliche Welt wird von den 2 Protagonisten Netanjahu und Selenskyj, incl. Hintermänner/deep state, regiert. Selbst Trump sind die Hände gebunden. Das alles geschieht in dem verkalkten Glauben, dass man die Welt noch nach eigenen Gelüsten regieren kann, Menschenleben spielen überhaupt keine Rolle. Nur scheint es so zu sein, dass dieser Glauben, von welchen Substanzen er auch herrührt, allmählich in einen Irrglauben übergeht.

    Antworten

  • KK
    26. Mai 2025 @ 18:22

    Wer Waffen zum Töten liefert in dem Wissen, dass damit Zivilisten getötet und so Kriegsverbrechen begangen werden, darf sich nicht darüber beklagen, wenn der Belieferte damit weiter Zivilisten tötet. Er muss zu allererst die Lieferungen einstellen!

    Wohl in Abwandlung des Rats eines deutschen Generals an seine Kameraden: Wenn ein Völkermord unvermeidlich ist, entspannen und geniessen Sie!
    [Quelle: https://taz.de/Rape-Culture-im-Militaer/!6087678/

    Antworten

    • Michael
      26. Mai 2025 @ 21:02

      Geht es um „unvermeidlichen Völkermord“ oder um “unvermeidliche Vergewaltigungen“!? Egal: beides ist unzivilisatorisch!

      Antworten

      • KK
        26. Mai 2025 @ 21:56

        Gehört beides irgendwie zum Krieg und somit zur geforderten “Kriegstüchtigkeit”…

    • european
      27. Mai 2025 @ 09:49

      Interessanter Text der TAZ, der wie ueblich sich nur auf die Vergewaltigungen von Frauen bezieht.

      Die BPB hat bereits im Jahr 2011 ueber Sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten geschrieben und dabei folgendes festgestellt:

      “Kriegsvergewaltigungen und der Einsatz von Vergewaltigung als Waffe sind kein neues Phänomen. Im 2. Weltkrieg wurden z.B. von allen kriegführenden Parteien sowohl Zivilbevölkerung als auch Mitglieder der gegnerischen Armee oder bewaffneten Gruppe vergewaltigt. Frauen wie Männer wurden und werden im Krieg vergewaltigt, obwohl über die Vergewaltigung von Frauen mehr in den Medien oder der Literatur berichtet wird.”

      https://sicherheitspolitik.bpb.de/de/m1/articles/sexual-violence-in-armed-conflict

      Weiter unten geht der Artikel auch auf die Taeter ein und dass es keine Loesung dieses Dilemmas geben wird, wenn man nicht auch die Psychologie der Taeter untersucht. Sind es alle potenzielle Vergewaltiger oder macht der Krieg etwas mit ihnen, was sie selber im normalen Leben nicht verstehen wuerden. Fakt ist, dass Krieg die dunkelsten Seiten in Menschen hervorbringt und alle zu Verlierern werden laesst. Es gibt keine Gewinner bei solchen Abgruenden.

      Antworten

  • Michael
    26. Mai 2025 @ 17:28

    Merz will über Waffen nicht mehr reden, Wadephul nurmehr Geheimdiplomatie betreiben, jedenfalls will man keine Öffentlichkeit, mal in Bezug auf die Ukraine und mal auf Israel! Und was sagt der Bundestag dazu? Wehe den Zeiten da Berlin nicht kontrolliert wird! Gefährliche Zeiten dämmern – schon wieder – herauf!

    Antworten

    • ebo
      26. Mai 2025 @ 17:51

      Stimmt, das ist ein bedenklicher Trend. Zumal Merz wohl auch erklärt hat, es gebe ab sofort keine Reichweiten-Begrenzung mehr für westliche Waffen in der Ukraine.
      Vom Bundestag ist allerdings ebenso wenig Kontrolle zu erwarten wie vom EU-Parlament, denn beide Häuser fordern noch mehr Kriegs-Einsatz!

      Antworten

      • Michael
        26. Mai 2025 @ 18:30

        Das sehe ich genauso. Allerdings kommt es auch auf die Semantik an: keine Reichweitenbegrenzung für Waffen in der Ukraine, oder für Waffen die geliefert werden sollen, läßt – noch? – nicht die Schlussfolgerung zu dass z. B. der Taurus geliefert werden soll!?

      • KK
        26. Mai 2025 @ 22:00

        Merz hat auch gesagt, er wolle nicht mehr öffentlich darüber reden, ob und welche Waffen an die Ukraine geliefert werden. Und das gehöert sich nicht in einer Demokratie, da muss selbstverständlich öffentlich drüber geredet werden. Schliesslich hängt davon ab, ob sich Deutschland in einen Krieg mit einer Atommacht hineinziehen lässt.

        Da verwechselt Merz offenbar Deutschland mit Blackrock, wo solch weitreichende Entscheidungen in der Vorstandsetage hinter verschlossenen Türen getroffen werden!


  • Info: https://lostineu.eu/gaza-merz-kritisiert-israel-wadephul-schickt-waffen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres:





    Trump greift Putin an – und schweigt zu Netanjahu


    lostineu.eu, 26. Mai 2025

    Russland und Israel lehnen eine Waffenruhe ab und weiten ihre Angriffe in der Ukraine und in Gaza aus. Kritik kommt aber nur an Kremlchef Putin – nun sogar aus dem Weißen Haus.

    US-Präsident Trump kritisierte Kremlchef Putin mit Blick auf die jüngsten russischen Angriffe als „absolut verrückt“.

    Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob er auch neue Sanktionen gegen Russland in Erwägung ziehe, sagte Trump: „Absolut, er tötet viele Menschen, ich weiß nicht, was mit ihm nicht in Ordnung ist.“

    Dies weckte bei der EU in Brüssel prompt die Hoffnung, dass es doch noch zu gemeinsamen Russland-Sanktionen kommen könnte. In der letzten Woche hatte das nicht geklappt, Trump scherte aus.

    Das Verhalten des US-Präsidenten ist unberechenbar – und sehr einseitig. Denn während er Russland für die Bombardements kritisiert, schweigt Trump beharrlich zu den Angriffen Israels auf Gaza.

    Allein in der letzten Nacht kamen dabei nach Medienberichten mindestens 36 Menschen ums Leben, darunter viele Frauen und Minderjährige. Israel hatte eine ehemalige Schule bombardiert.

    Was ist mit Premier Netanjahu nicht in Ordnung? Auf diese Frage dürfen wir bei Trump wohl noch lange warten, genau wie bei der EU-Spitze. Auch das ist “absolut verrückt”…

    ‹ Handelskrieg: Trump gewährt von der Leyen eine letzte Schonfrist › Gaza: Merz kritisiert Israel, Wadephul deckt Israel

    11 Comments

    1. Dr. Rolf Lindner
      26. Mai 2025 @ 17:53

      Vielleicht lässt sich Lost In Europe einmal dazu herab, die täglichen Angriffe der Ukraine mit Drohnen und Granaten auf die Zivilbevölkerung in den DVR zu thematisieren. Noch immer sterben dort Zivilisten oder werden schwer verletzt, auf die die Ukraine als ihre Bevölkerung anspruch erhebt. Dass das Thema von den Staatspropagandamedien nicht berührt wird, ist fast eine Selbstverständlichkeit. Umso mehr wäre es eine Aufgabe alternativer Medien.

    Antworten

    • ebo
      26. Mai 2025 @ 17:59

      Mit Herablassung oder Ignoranz hat das nichts zu tun, sondern mit der schlechten Nachrichtenlage. Als Journalist lege ich nunmal größten Wert auf Nachrichten, Fakten und gute Quellen!

      Antworten

      • Michael Conrad
        27. Mai 2025 @ 10:37

        Oder hat es vielleicht auch damit zu tun, dass die EU jetzt Medien und Journalisten sanktioniert und die Ukraine gerne russische Kriegsreporter liquidiert ?

  • Stef
    26. Mai 2025 @ 14:31

    Das Verhalten von Trump ist so unberechenbar, dass es berechenbar ist. Trump mag es, möglichst alle Parteien einer Verhandlung in Unsicherheit zu wiegen, wohin sich sein Daumen neigt. Diejenige Partei, die keine strategische Linie hat, ist damit einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, so hier die EU-Staatschefs. Wer aber eine klare Linie hat, kann damit gelassener umgehen.

    Die Spunghaftigkeit hat damit System und basiert auf Berechnung.

    Am Ende wird sich Trump dafür entscheiden, die Lasten des Konflikts den Europäern aufzubürden ohne Russland direkt zum Sieg verholfen zu haben. Das geostrategische Ziel der Spaltung Kerneuropas von Russland ist auf Jahrzehnte erreicht. Die eruopäische Elite sichert den Vasallenstatus Europas trotz der damit verbundenen Zumutungen. Wozu sollte ein US-Präsident etwas anderes wollen? Geschäfte mit Russland kann er auch danach noch machen.

    Antworten

    • Aoftd
      26. Mai 2025 @ 18:51

      Letztlich ist es dazu gekommen wovor Herfried Münkler (und sicher auch Andere) immer gewarnt haben, die Peripherisierung Europas.
      Russland hat sich wohl positioniert als Brücke zwischen China und den USA, neutrale Supermacht sozusagen die nur Geschäfte machen will mit allen Seiten und vermitteln kann, eine Horrorvorstellung an Verlust gerade für Deutschland, war es doch letztlich seine Position im letzten kalten Krieg von der es enorm profitiert hat aufgrund des Russenhasses der USA & ihrer Eliten den Trump jetzt gedenkt ein für alle Mal zu überwinden.

      Antworten

      • Karl
        27. Mai 2025 @ 09:04

        Aoftd: Herfried Münkler (bei dem ich vor 40 Jahren in Frankfurt studierte) hat sich gewandelt von einem linken Juso und kritischen Sozialwissenschaftler zum militarisierenden Transatlantiker und Merkel-Berater (Beitrittsaufforderung durch die Nato und dann Putsch in der Ukraine). Zufolge seiner Vorschläge würde die Peripherisierung Europas sogar noch atomisiert durch Atomwaffen in den Händen jeder EU-Regierung: Abenteuerlich!
        Aber eine ’strategische Autonomie zwischen den Weltmächten‘ USA und China, die Russland nun anstrebt und die ebenfalls für Europa sinnvoll wäre, ist für verbohrte Transatlantiker (wie z. B. Münkler) der Teufelgottseibeiuns.

      • Helmut Höft
        27. Mai 2025 @ 10:01

        @Karl
        Danke für die Karlstellung bzgl. der Argumente die da von “Ächzperten” dargeboten und dann nachgeplappert werden.
        @Aftod
        Ist nicht gegen Dich gemeint. PAX!

    • Helmut Höft
      27. Mai 2025 @ 10:38

      @Stef
      “… so unberechenbar, dass es berechenbar ist.” FACK!
      Deshalb mein cc den Flatulenzen von Donald John keine Beachtung zu schenken, man muss sowieso mit deren Folgen umgehen, das ist alles und darauf muss man sich allein konzentrieren!

      Antworten

  • KK
    26. Mai 2025 @ 13:46

    “Russland und Israel lehnen eine Waffenruhe ab…”

    Warum Russland eine Waffenruhe ablehnt, wissen wir: Russland fürchtet eine neuerliche Finte des Westens wie bei den Minsk-Vereinbarungen.
    Und offenbar soll der belgische Verteidigungsminister eingeräumt haben, dass die “Koalition der Willigen” nur auf eine solche Waffenruhe warte, um in diesem Zeitfenster NAhTOd-Truppen in der Ukraine stationieren zu können.
    [Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133536 – Ziffer 1]
    Da diese Information dort von RT DE übernommen wurde, mal die Frage an ebo, ob er dies von Brüssel aus bestätigen kann.

    Antworten

    • ebo
      26. Mai 2025 @ 13:51

      Ja, Francken hat sich in diese Richtung geäußert. Und das schon im April:
      “Si un accord sur l’Ukraine devait être conclu cette semaine, les garanties de sécurité seront discutées immédiatement. La France et l’Allemagne prendront l’initiative, avec un déploiement rapide de troupes, dont la Belgique fera très probablement partie”, a souligné M. Francken au cours d’un débat d’actualité en commission de la Chambre. https://www.rtl.be/actu/belgique/politique/des-soldats-belges-bientot-deployes-en-ukraine-theo-francken-sa-petite-idee-sur/2025-04-23/article/747291

      Antworten

    • Kleopatra
      27. Mai 2025 @ 10:36

      @ebo: Solche Überlegungen wie die von Ihnen zitierte gehen aber von der Prämisse aus, dass ein Waffenstillstand durch europäische Truppen gesichert werden müsse (der vorhergehende Satz spricht schließlich von den “garanties de sécurité”, über die zu sprechen wäre); und eine Stationierung solcher Truppen wäre dann Teil der Waffenstillstandsvereinbarung. Also handelt es sich nicht um Versuche, “hinter Russlands Rücken” Truppen zu dislozieren, sondern um die angedeutete Bereitschaft, sich an einer internationalen Truppe zur Sicherung des Waffenstillstands zu beteiligen.

      Antworten

  • Was sagen Sie dazu?



    Info: https://lostineu.eu/trump-greift-putin-an-und-schweigt-zu-netanjahu/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 279 von 1116

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 250 .. 260 .. 270 .. 276 277 278 279 280 281 282 .. 290 .. 300 .. 310 .. 400 .. 500 .. 600 ... 800 .. 900 .. 1000 .. 1090 .. 1100 .. 1110 .. 1113 1114 1115 1116 >