2. Dem Hegemon ist nicht (mehr) zu trauen.
Angriff auf die die Stromversorgung in Berlin Lichterfelde > zeigt die
Verwundbarkeit von KRITIS.
FOLGERUNG: Wir brauchen eine umfassende Wehr- u n d
Zivildienstpflicht, die vor allem militärische Heimatschützer u n d
zivile Verteidiger generiert. Die Ostflanke sollte und kann getrost
man unseren Profis überlassen.
Das Verhalten in Sachen Ukraine und jetzt MADURO > Deutschland und
Europa können ihre Existenz nicht mehr verlässlich auf die USA und
ihren Atomschirm bauen.
FOLGERUNG: Deutschland braucht eigene Atomwaffen. Und zwar in erster
Linie (mobile) TAKTISCHE ATOMWAFFEN!! Waffen, die sich der finalen
Bedrohung durch Russland entgegenstellen (können).
Also raus aus den Federn und ran ans Arbeiten. Am Ende gilt, was immer
galt: Wenn es ernst wird, dann steht man alleine da.
—
jochen cornelius-bundschuh <https://de.linkedin.com/in/jochen-cornelius-bundschuh-371840bb?trk=public_post_comment_actor-name>
1 Tag
Sehr geehrter Herr Pieper,
vielen Dank, das Sie ansprechen, was viele überlegen.
Drei Punkte möchte ich anmerken:
1. Es war bisher Grundüberzeugung, dass der Einsatz von Atomwaffen
ethisch nicht zu rechtfertigen ist; sie sprengen alle Kriterien des
sog. gerechten Krieges. Katholische wie evangelische Kirche haben
darum gerungen, ob es dennoch gerechtfertigt sein kann, solche Waffen
vorzuhalten, wenn es der Abschreckung dient. Sie scheinen nicht nur
die Drohung, sondern auch den Einsatz wieder für ethisch begründbar zu
halten. Das überzeugt mich nicht!
2. Sie fordern taktische Atomwaffen, die auf dem "Schlachtfeld"
einsetzbar sind. Sie sprechen nicht davon, was gleichzeitig
diplomatisch oder durch Rüstungsverhandlungen getan werden muss, um
ein solches Schlachtfeld zu verhindern. Das fehlt mir!
3. Um Ihre Position stark zu machen, verengen Sie bewusst den Blick:
"wenn es ernst wird, steht man allein da ...." Was sollen andere
Länder wie z.B. Südkorea dazu sagen? Sie schreiben damit das Recht des
Stärkeren und die Macht der Waffen als Zukunftsperspektive fest und
geben die Hoffnung auf eine Friedensordnung auf, in der auch kleinere
Länder in ihrer Souveränität zu ihrem Recht kommen. Sicherheit kann es
nur für alle geben.
——
10. RND: Mehr Tempo bei der Beschaffung: Die Truppe als Testballon
https://www.rnd.de/wirtschaft/beschleunigte-auftragsvergabe-bundeswehr-als-vorreiter-fuer-mehr-tempo-in-der-wirtschaft-JOB5D2GQTRDKJAS5B64Y75AX5E.html
„Technologisch und industriell stärker werden“
Mehr Tempo bei der Beschaffung: Die Truppe als Testballon
Deutschlands Wirtschaft soll wachsen – dafür braucht es auch mehr
Geschwindigkeit in der Vergabe von Aufträgen.
Die Bundeswehr marschiert voran.
Von Stefan Lange <https://www.rnd.de/autoren/stefan-lange>
15.01.2026, 17:26 Uhr
(…)
Kritik der Linken
Ob das neue Gesetz mit dem Bandwurmnamen der Truppe tatsächlich zu
einer beschleunigten Beschaffung verhilft, muss sich noch erweisen.
Linken-Fraktionsvize Janine Wissler sieht hier vor allem „ein großes
Geschenk an die Rüstungsindustrie“. Anstatt die richtigen Konsequenzen
aus den Ankäufen von Coronamasken zu ziehen, werde „Korruption Tür und
Tor geöffnet“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion
dem RND.
Wissler begründete ihre Einschätzung unter anderem mit der geplanten
Erhöhung der Schwellenwerte, unterhalb derer öffentliche Auftraggeber
ohne ein förmliches Vergabeverfahren Aufträge erteilen dürften – die
sogenannten Direktaufträge. Sie sollen für die Beschaffungen der
Bundeswehr von 1000 Euro (allgemein) und 3000 Euro (bei Bauleistungen)
auf 100.000 Euro beziehungsweise 500.000 Euro steigen.
„Zusammen mit dem Vergabebeschleunigungsgesetz, das in der Koalition
noch verhandelt wird und auch auf weitgehende Deregulierungen bei der
öffentlichen Vergabe zielt, tritt an die Stelle der bisherigen Rotstiftpolitik bei
öffentlichen Ausgaben nun eine Blanko-Scheck-Mentalität“, erklärte Wissler.
Es sei höchst fraglich, ob die Beschaffungsstellen der öffentlichen Verwaltung
dem gewachsen seien.
Befürworter weisen hingegen auch auf die Sicherheitsinteressen des
Landes hin. Gerade im Rüstungsbereich müsse es möglich sein,
Informationen geheim zu halten oder ausnahmsweise Aufträge auch ohne
Ausschreibung direkt in Deutschland vergeben zu können.
Nach RND-Informationen ging die Arbeit an dem Gesetzentwurf nicht ohne
Reibereien zwischen Union und SPD vonstatten. Die Bedenken bezogen
sich demnach zu großen Teilen auf die Beschaffung. Von einer „langen
Liste“ an Zweifeln ist die Rede. Neben der Opposition dürften also
auch die Regierungsparteien genau beobachten, ob sich die neuen
Regelungen bewähren. (…)
——
11. F.A.Z.: Im Kriegsfall : „Im äußersten Fall ist eine Umstellung der Wirtschaft auf Planwirtschaft möglich“
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-der-kriegsfall-unternehmen-treffen-kann-accg-200437257.html
Im Kriegsfall :
„Im äußersten Fall ist eine Umstellung der Wirtschaft auf Planwirtschaft möglich“
Von Markus Frühauf, München <https://www.faz.net/redaktion/markus-fruehauf-200003815.html>
15.01.2026, 13:12
Die private Wirtschaft muss im Ernstfall mit dem Abzug von Arbeitskräften bis zur Enteignung rechnen.
Für Unternehmen könnten sich die Bedingungen komplett verändern.
(…)
———
12. Tagesspiegel: Landesverteidigung: Pistorius: „Aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht“
https://www.tagesspiegel.de/politik/landesverteidigung-pistorius-aktive-truppe-so-gross-wie-seit-12-jahren-nicht-15158523.html
Landesverteidigung: Pistorius: „Aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht“
Die Bundeswehr zählt erstmals seit Jahren wieder merklich mehr Soldaten.
Bis zum Ziel von 260.000 Männern und Frauen in der stehenden Truppe
ist allerdings noch ein Kraftakt.
Stand: 20.01.2026, 13:19 Uhr
Die Bundeswehr ist erstmals seit Jahren deutlich gewachsen und hat nun
184.200 Männer und Frauen in der aktiven Truppe. „Wir haben das beste
Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. Außerdem ist die
aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht mehr“, sagte
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Deutschen
Presse-Agentur weiter. Die Zahl bedeutet einen Anstieg um rund 3.000
Soldatinnen und Soldaten zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden stieg im vergangenen Jahr
nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf 12.200 - nach 10.300
Männern und Frauen im Jahr 2024. Dies ist ein Plus von mehr als 18
Prozent. Selbstgestecktes Ziel waren allerdings 15.000 freiwillig
Wehrdienstleistende. Die Zahl soll in diesem Jahr auf 20.000 junge
Männer und Frauen steigen. (…)
Mehr Einstellungen, aber eine weiterhin hohe Abbruchquote
Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Soldaten
eingestellt. Das Verteidigungsministerium spricht von einem Plus von
23 Prozent und dem besten Einstellungsergebnis als Freiwilligenarmee
seit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011.
Die Abbruchquote liegt weiter bei knapp 25 Prozent. „Hier werden wir
weiterhin große Anstrengungen darauf richten, die einmal gewonnenen
Soldatinnen und Soldaten von einem Verbleib in der Bundeswehr zu
überzeugen“, erklärte die Sprecherin. (…)
Trotzdem: Die Zahl der Soldaten auf Zeit (SaZ) - die sich für einen
bestimmten Zeitraum verpflichten und keine Berufssoldaten sind - sank
im vergangenen Jahr erneut auf nun 112.600. Jahresberichte der
Wehrbeauftragten hatten in den vergangenen Jahren auf die Gefahr einer
Überalterung der Streitkräfte hingewiesen, wenn zu sehr auf einer
Verlängerung bestehender Dienstverhältnisse gesetzt werde.
——
13. RND: Sexismus in der Bundeswehr - Niemand will zu so einer Truppe
https://www.rnd.de/politik/politik-extern/enthuellungen-in-zweibruecken-wie-ein-sexismus-skandal-die-bundeswehr-erschuettert-ergebnis-kopieren-OCWGZKPWFJBLDC2IO3XYMZZVLQ.html
Sexismus in der Bundeswehr
Niemand will zu so einer Truppe
Der jüngste Skandal bei den Fallschirmjägern in Zweibrücken zeigt ein
bekanntes Muster: Die Truppe ist bei Weitem nicht so modern, wie es
scheint. Das ist auch für Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gefährlich.
Ein Kommentar von Markus Decker
16.01.2026, 17:03 Uhr
Berlin. Das Aufsehen bei der Sitzung des
Bundestagsverteidigungsausschusses am Mittwoch war groß, die
Zerknirschung bei den Verantwortlichen kaum geringer. Sie sollten sich
zum Skandal beim Fallschirmjägerregiment 26 der Bundeswehr in
Zweibrücken äußern, der seit Monaten vor sich hin wabert, aber erst am
Jahresende mit einem abstoßenden Gebräu aus Sexismus, Rechtsextremismus
und Drogenmissbrauch die angemessene Aufmerksamkeit erfuhr.
Die ebenso empörenden wie beschämenden Ereignisse haben sich am
westlichen Rand der Republik abgespielt – doch sie sind alles andere
als eine Randnotiz und bewegen sich auch nicht im Grenz- oder
Graubereich. Wenn männliche Soldaten in Duschen oder Toiletten, die
von Kameradinnen genutzt werden, vordringen und dort aggressiv
sexuelle Wünsche äußern, dann geht es um Gewalt oder deren Androhung.
Und um nichts anderes.
Ein Fall für Gerichte
Und es kann nicht die Rede von einem „lüsternen“ Einzeltäter sein,
sondern um systematischen Machtmissbrauch von Menschen, die glaubten,
sie dürften das. Die Zahlen sprechen für sich: Gegen 55 Beschuldigte
wird ermittelt. 23 sollen entlassen werden – oder sind es schon.
Manche dürften vor Gericht landen und verurteilt werden. Mit Recht.
Die ganze Situation ist für den allgemein tatkräftigen, aber derzeit
zurückhaltenden Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) doppelt
gefährlich. Zunächst reiht sich der Fall Zweibrücken ein in eine lange
Kette ähnlicher Ereignisse. Eine unverändert zu große Minderheit der
Truppe ist sexistisch, rechtsextremistisch oder beides. Und der
jährliche Bericht der Wehrbeauftragten offenbart wohl lediglich die
Spitze des Eisbergs. Dass die vom Ministerium angekündigte
Dunkelfelduntersuchung zum Thema Sexismus bisher noch nicht wirklich
in Angriff genommen wurde, ist kein Zufall. Es wirkt wie ein Symptom
jener Angst, die die Bundeswehr vor den Resultaten haben muss.
Hinzu kommt, dass der Zweibrücken-Skandal die Truppe in einer
empfindlichen Phase trifft. Sie muss schließlich wachsen, und zwar um
integres Personal. Das wird allein gelingen, wenn die Bundeswehr ist,
was sie vorgibt zu sein: auch in Fragen der Umgangsformen von Männern
und Frauen miteinander auf der Höhe der Zeit. Die dort ohnehin
deutlich unterrepräsentierten Frauen werden sich nicht in Verhältnisse
begeben wollen, in denen sie Freiwild sind. Moderne Männer übrigens
ebenso wenig.
Zuletzt schien es, als habe die militärische und politische Führung
des Verteidigungsministeriums angesichts der Zustände resigniert.
Pistorius war jedenfalls nicht im Ausschuss und wirkt in Bezug auf
Zweibrücken defensiver als bei anderen Themen. Doch Resignation ist
erst recht riskant. Sie gefährdet die Betroffenen. Und sie gefährdet
die Zukunft der Bundeswehr, die gute Leute dringend braucht – Skandale
wie in Zweibrücken hingegen ganz und gar nicht.
————
14. RND: „Sexualisiertes Fehlverhalten“: Bundeswehr will Dunkelfeldstudie durchführen
https://www.rnd.de/politik/dunkelfeldstudie-der-bundeswehr-zu-sexueller-belaestigung-startet-2026-VAFKFYM7RFDVNNJ3FCBJR7PKPQ.html
RND exklusiv
„Sexualisiertes Fehlverhalten“: Bundeswehr will Dunkelfeldstudie durchführen
Beim Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) ist
es zu massiver sexueller Belästigung und wohl auch zu Gewalt gekommen.
Nun wächst der Druck, dem Problem in der Truppe generell auf den Grund
zu gehen. Zuletzt hatte sich das Verteidigungsministerium viel Zeit gelassen.
Von Markus Decker
20.01.2026, 00:00 Uhr
Berlin. Die Bundeswehr will Anfang dieses Jahres mit einer
Dunkelfeldstudie zu sexueller Belästigung und Gewalt unter Soldatinnen
und Soldaten beginnen. Mit Ergebnissen ist allerdings nicht sehr bald
zu rechnen.
„Der Start der Umsetzungsphase des Projekts ist für Anfang 2026
geplant“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums dem
RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Zum jetzigen Zeitpunkt kann
daher noch keine valide Aussage getroffen werden, wann erste
belastbare Ergebnisse vorliegen.“
Wehrbeauftragter drängt
Die damalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), hatte
die Studie im Jahr 2024 angeregt. Daraufhin wurde das Zentrum für
Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr vom
Verteidigungsministerium damit beauftragt.
Der gegenwärtig amtierende Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) drängt
allerdings auf mehr Tempo. Es gebe „eine gestiegene Zahl gemeldeter
Vorgänge gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, sagte er dem RND.
„Daher fordere ich, dass die Dunkelfeldstudie, die bereits vor mehr
als einem Jahr von meiner Vorgängerin im Amt empfohlen und
anschließend vom Ministerium angekündigt wurde, jetzt auch zeitnah vom
Ministerium umgesetzt und vorgelegt wird.“
Thematik von „größter Wichtigkeit“
Die Sprecherin des Verteidigungsministeriums betonte, die
wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik sei für die Bundeswehr
„von größter Wichtigkeit“. „Sexuelle Übergriffe stehen im absoluten
Widerspruch zu unseren Werten und werden nicht akzeptiert.“ Allerdings
sei das Themenfeld „insgesamt als äußerst sensibel und komplex
einzustufen“, fügte sie hinzu.
„Ein valides, inklusives und wissenschaftlich fundiertes Studiendesign
ist daher von essenzieller Bedeutung für die Qualität und
Verwertbarkeit der Ergebnisse.“ In der Vorbereitungsphase habe man
zunächst umfassende Recherchen zu bereits veröffentlichten sowie
aktuell laufenden Studien durchgeführt.
Die aktuelle Debatte geht auf Fälle massiver sexueller Belästigung und
wohl auch Gewalt beim Fallschirmjägerregiment 26 im
rheinland-pfälzischen Zweibrücken zurück. Dort sollen 23 Soldaten
entlassen werden oder wurden es bereits.
——
15. Berl. Z.: Bundeswehr-Rückzug aus Grönland: „Deutschlands Vorgehen ist peinlich und unglaubwürdig“
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/groenland-bundeswehr-abzug-deutschland-kniefall-trump-aussenpolitik-li.1001479
Interview
Bundeswehr-Rückzug aus Grönland:
„Deutschlands Vorgehen ist peinlich und unglaubwürdig“
Deutschland wollte eine Führungsrolle übernehmen, agiert unter Trump jedoch zunehmend unterwürfig.
Der Bundeswehr-Abzug aus Grönland ist die Spitze des Eisbergs. Ein Interview.
Lukas Moser
9.01.2026, 21:28 Uhr
Deutschland zieht nach nur zwei Tagen seine 15 Bundeswehrsoldaten aus
Grönland ab – kurz nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle für Staaten
verhängt hat, die sich gegen seinen Kurs in Bezug auf Grönland stellen.
Es ist der nächste Kniefall nach den Aussagen von
Bundeskanzler Friedrich Merz zur völkerrechtswidrigen Aktion der USA
in Venezuela. Und auch in der Ukraine spiegelt sich dasselbe Bild
wider. Wir sprachen mit Gerhard Mangott, einem Experten für
internationale Beziehungen.
(…)
———
Das Interview findet sich im Wortlaut unter:
https://www.msn.com/de-de/politik/behörde/bundeswehr-rückzug-aus-grönland-deutschlands-vorgehen-ist-peinlich-und-unglaubwürdig/ar-AA1UuIq1 <https://www.msn.com/de-de/politik/beh%C3%B6rde/bundeswehr-r%C3%BCckzug-aus-gr%C3%B6nland-deutschlands-vorgehen-ist-peinlich-und-unglaubw%C3%BCrdig/ar-AA1UuIq1>
Herr Mangott, zuerst entsendet die Bundeswehr nach Trumps Kauf- oder
Annexionsplänen 15 Soldaten nach Grönland. Dann ziehen sie sich nun –
zumindest für die Öffentlichkeit – überstürzt nach zwei Tagen wieder
zurück. Eine sehr spezielle Aktion.
Wenn die Angaben der Bundeswehr stimmen sollten – dass die Rückkehr
ohnehin für Sonntag geplant gewesen wäre –, muss man sich fragen, ob
die Bundeswehr am Freitag einen Wandertag gehabt hat. Das ist völlig
unglaubwürdig. Es war vorgegeben, eine Erkundungsmission
durchzuführen. Und da kann man doch nicht ernsthaft davon ausgehen,
dass wir glauben sollen, dass es sich um eine abgeschlossene Mission
handelt – es sieht sehr nach einer abgebrochenen Mission aus.
Welche Folgen hat das für die ohnehin extrem angekratzte
Außendarstellung Deutschlands?
Die Folgen sind fatal. Der Abzug kommt ja nicht rein zufällig, nachdem
Trump die Zoll-Ankündigung gemacht hat. Es ist eine Absage
Deutschlands an eine unabhängige Außenpolitik. Denn nur Deutschland
ist sehr weich, Frankreich und Großbritannien sind da sehr viel härter
in ihrem Auftreten.
Natürlich kann Deutschland keine Zölle für seine ohnehin
krisengeplagte Wirtschaft brauchen, aber Tatsache ist: Die Europäer
haben nahezu gar keine Handhabe gegen eine imperialistische,
regelbrechende USA. Sie sind in ihrer Sicherheit völlig abhängig von
den Vereinigten Staaten, auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg, und sie
sind im Energiesektor immer stärker abhängig. Es fehlt ein wirkliches
Fundament, auf dem sich noch ein selbstständiges Europa aufbauen
ließe. Die Europäer machen Jahre der Demütigung durch.
Sie haben es angesprochen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron blieb
hart, auch Großbritanniens Keir Starmer und sogar der aktuell in
Umfragen weit vorn liegende Nigel Farage – ein bekennender
Trump-Intimus – zeigten sich überraschend kritisch. Wie können Sie
sich auf Basis dessen das Vorgehen Deutschlands erklären?
Das Stück wirtschaftlichen Aufschwungs, das man in Deutschland nun
identifiziert hat, ist ein zartes Pflänzchen. Zusätzliche Zölle
könnten da fatal sein. Aber das ist sicher nicht der einzige Punkt.
Die jetzige Regierung hat ganz klar die Haltung eingenommen, dass ein
Konflikt mit den USA nicht im deutschen Interesse ist – das war, mit
Ausnahme der Schröder-Haltung zum Irak-Krieg, auch mehr oder weniger
immer so der Fall.
Man signalisiert: Wenn die Amerikaner den Mund aufmachen, dann
gehorchen wir und kommen zum Rapport. Das zeigt, dass diese Reden von
der Führungsrolle, die Deutschland in Europa einnehmen soll, einfach
hohl sind. Aber ich frage mich ohnehin: Wer wünscht sich denn
überhaupt eine deutsche Führungsrolle in Europa!?
Aber ist es nicht die falsche Taktik gegenüber Trump, der gerne mit
starken Charakteren spricht und verhandelt?
Die Strategie, sich vor Trump in den Staub zu werfen, hat jedenfalls
nichts gebracht. Ein Politiker steht dafür exemplarisch, nämlich der
Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Trump macht ganz im Gegenteil stetig
mehr, er eskaliert weiter, weil er keinen Widerstand verspürt. Weil
diejenigen, die keinen Widerstand leisten, sich ihm auch noch
unterwerfen, kann er das gleich doppelt machen. Es gibt für ihn
überhaupt keine Restriktionen außerhalb der Vereinigten Staaten – dort
muss die Hoffnung groß sein, dass die Gerichte und der Kongress dafür
sorgen, dass diese Art des Regierens keine Zukunft hat.
Aber in EU und Nato sehe ich keinen Akteur, der sich Trump vehement
dagegenstellen würde. Das gilt letztlich auch für Starmer und Macron.
Sie machen es aber wenigstens nicht so auffällig peinlich wie die
Deutschen.
Gehen wir chronologisch einen Schritt zurück zum Venezuela-Konflikt.
Dort haben die USA mit dem Angriff auf das Land und der Entführung von
Staatspräsident Nicolás Maduro Völkerrecht gebrochen. Kanzler Merz
sprach lediglich davon, dass dies „komplex“ sei.
Das ist die gleiche Feigheit, nicht auszusprechen, was jeder
Erstsemestrige eines Völkerrechtsstudiums weiß – nämlich, dass es eine
Verletzung des Gewaltverbotes nach Artikel 2 Absatz 4 der Charta der
Vereinten Nationen war. Es ist überhaupt nicht komplex, es ist
eindeutig, dass es ein Völkerrechtsbruch war. Wenn sich ein Kanzler
hinter solchen Ausdrücken versteckt, signalisiert er Schwäche.
Deutschland und die meisten anderen europäischen Staaten haben ihre
Glaubwürdigkeit in Bezug auf das Völkerrecht ohnehin schon im
Gaza-Krieg verloren. Das schwächt nicht nur die Reputation
Deutschlands und ganz Europas bei den Amerikanern, die geringschätzig
auf uns herunterschauen. Das beschädigt auch die Reputation und
Glaubwürdigkeit in anderen Regionen der Welt, besonders im Globalen
Süden.
Die Schwäche der Deutschen und der Europäer im Gesamten spiegelt sich
ja auch in der Ukraine im Moment wider. Die Meinung und Haltung
Europas interessiert ja weder Russland noch die USA.
Richtig. Dieser 20-Punkte-Plan, von dem wir Beobachter nicht wissen,
was genau drinsteht, ist ohne die Unterstützung der USA zum Scheitern
verurteilt. Die Stationierung von Truppen aus der sogenannten
Koalition der Willigen ist ohne US-Rückendeckung überhaupt nicht
möglich. Wenn die USA sich weigern, die vielleicht in Kampfhandlungen
mit der russischen Armee kommenden Europäer zu schützen und zu
verteidigen, ist das gleichbedeutend mit einem Einknicken der
Koalition der Willigen – ohne Amerikaner ist die Mission viel zu riskant.
Abgesehen davon fehlen den Europäern gewisse Fähigkeiten, eine solche
Aktion überhaupt durchzuführen, geschweige denn durchzuhalten. Da
zeigt sich, warum die Europäer Trump nicht verärgern wollen und sie
ihn brauchen. Das hat sich bei Grönland gezeigt, bei Venezuela, und
das wäre beim Iran nicht anders.
Europa bezieht mittlerweile 27 Prozent seiner Gasimporte aus den USA.
Auch hier entsteht eine Abhängigkeit und es wird nirgends darüber
nachgedacht, wie man mittelfristig da ein Stück weit herauskommen
kann. Die USA unter Trump sind bereit, europäische Abhängigkeiten als
Hebel für die US-Außenpolitik zu nutzen.
Da stellt sich die Frage: Wer soll Europa überhaupt noch aus diesem
Dilemma führen?
Deutschland hat wohl mit diesem Tag den Anspruch auf eine
Führungsrolle in Europa ein Stück weit verspielt. So kann Führung
nicht aussehen. Ob andere Staaten führungsfähig sind? Die beiden
Nuklearstaaten Großbritannien und Frankreich zweifellos, aber sie sind
politisch aufgrund der massiven inneren Probleme in ihrer
Handlungsfreiheit beschränkt.
So entsteht ein Vakuum in Europa, denn niemand ist aktuell in der
Lage, die Fahne hochzuhalten und einen mutigeren Kurs der Europäer
anzuführen. Auch das vermeintlich harte Vorgehen Großbritanniens und
Frankreichs in den vergangenen Stunden wird wohl nicht von Dauer sein.
Wenn wir auf Frankreich und Großbritannien blicken: In beiden Ländern
könnten nach den nächsten Wahlen rechtsnationale Kräfte an die Macht
kommen, mit denen Trump eigentlich relativ gut kann. Stichwort Nigel
Farage und Marine Le Pen oder Jordan Bardella.
Das stimmt. Aber Marine Le Pen hat in der Venezuela-Frage eigentlich
einen Standpunkt vertreten, den man so von ihr nicht erwartet hätte.
Aber im Großen und Ganzen sind Le Pen und Farage auf Trump-Linie.
Eine Übernahme des französischen Staates durch Le Pen wäre für das
europäische Integrationsprojekt, das ohnehin an allen Ecken und Enden
kriselt, fatal. Sie will ein Europa der Vaterländer und die
Europäische Union zurückbauen. Und je weniger glaubwürdig die
europäischen Institutionen sind – in vielen Fragen, aber insbesondere
in diesen außenpolitisch-militärischen –, desto weniger wird dem
Integrationsgedanken in vielen Staaten nachgeweint.
Interview: Lukas Moser
——
16. IMI: Quadriga 2026: Deutschland probt die Kriegslogistik
https://www.imi-online.de/2026/01/20/quadriga-2026-deutschland-probt-die-kriegslogistik/
Quadriga 2026: Deutschland probt die Kriegslogistik
von: Jürgen Wagner
Veröffentlicht am: 20. Januar 2026
Unter Militärs gilt seit Jahr und Tag der Spruch, dass mit Logistik
keine Kriege gewonnen, aber verloren werden. Dementsprechend kommt
auch der Logistik für die schnelle Verlegung von Truppen und Gütern an
die NATO-Ostgrenze sowie der Fähigkeit zum Rücktransport von
Verwundeten in dem Maße wachsende Bedeutung zu, wie die
Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass der Ernst- also Kriegsfall mit
Russland auch tatsächlich eintreten könnte.
Hierfür wurden bereits vor einiger Zeit mehrere Musterkorridore
ausgelobt, durch die das Gros an Material und Personal geschleust
werden soll. Eingeübt wird das Ganze mittlerweile unter anderem durch
das in Kürze erneut anstehende Quadriga-Manöver, wobei in diesem Jahr
auch erstmals „so nah wie möglich am Ernstfall geübt“ werden soll,
weshalb auch Verwundetentransporte auf dem Übungsplan stehen.
Musterkorridore an die russischen Grenzen
Ein erster Musterkorridor wurde Anfang 2024 über Polen ins Baltikum
(„Grand Central“)eingerichtet, anlässlich dessen erklärt wurde:
„Military Mobility ist ein Leuchtturmprojekt der NATO-EU-Kooperation.
Die Einrichtung des Musterkorridors von den Niederlanden über
Deutschland nach Polen zeigt, wie gut die Zusammenarbeit von NATO und
EU funktioniert.
Auf der Grundlage des Musterkorridors könnten weitere Korridore für
Bewegungen der NATO-Truppen entwickelt werden, zum Beispiel im Norden
und Süden. Denn schnelle Truppenverlegungen der NATO sind ein Beitrag
zur Abschreckung und zum Schutz des NATO-Territoriums.“
(Bundesministerium der Verteidigung, 31.1.2024)
Seither kamen drei weitere Musterkorridore hinzu: Ein weiterer führt
ebenfalls ins Baltikum, allerdings über die Ostsee („Grand Quadriga“),
ein dritter geht schnurstracks nach Norden („Grand North“) und der
vierte nach Südosten ans Schwarze Meer („Grand South“).
Entlang dieser Korridore ist es aber erforderlich, die Infrastruktur
entsprechend zu „ertüchtigen“: „Die Infrastruktur im Schengen-Raum ist
meist auf zivile Fahrzeuge ausgelegt. Militärische Transporte hingegen
können einen beträchtlichen Anteil der Tunnel, Brücken und Straßen
wegen ihres Übermaßes und enormen Gewichtes nicht passieren.“
(Jonathan Jokisch, IMI-Studie 2025/5)
(…)
In der Regel dockt die Bundeswehr-Übung noch an ein größeres
NATO-Manöver an, bei der bislang größten derartigen Kombination im
Jahr 2024 nahmen 12.000 Soldat*innen der Bundeswehr im Rahmen von
Quadriga und insgesamt rund 100.000 NATO-Soldat*innen beim Manöver
Steadfast Defender teil. Damals wurden Verlegungen über alle vier
Korridore geprobt (siehe Telepolis, 19.1.2024)
Geheimer Operationsplan
Deutschland kommt bei all diesen Logistikfragen eine entscheidende
Bedeutung zu: „Im Herzen Europas gelegen, ist die Bundesrepublik die
logistische Drehscheibe für Marschbewegungen der Partnerstreitkräfte.
Die Bundeswehr unterstützt dann die Verbündeten bei ihren
Truppenbewegungen nach und durch Deutschland.“ (Bundesministerium der
Verteidigung, 31.1.2024)
Um Truppen und Material möglichst reibungslos durch Deutschland
schleusen zu können, setzt der „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN)
auf eine enge Zusammenarbeit mit zivilen Akteuren. Dabei handelt es
sich um ein streng geheimes 1.000 Seiten langes Dokument, das laufend
aktualisiert wird und erstmals Anfang 2024 vorlag.
In öffentlich zugänglichen Quellen heißt es dazu: „Eine zentrale
Einflussgröße im OPLAN DEU ist die Bündnisverpflichtung Deutschlands,
die sich aus seiner geostrategischen Lage als Drehscheibe der NATO in
der Mitte Europas ergibt. Im Ernstfall müssen bis zu 800.000 alliierte
Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Fahrzeuge innerhalb von sechs
Monaten durch Deutschland verlegt und im Host Nation Support versorgt
werden.
Dies umfasst Unterstützungsleistungen bei Schutz und Sicherung,
Verkehrsleitung, Transport und Umschlag auf Straße, Schiene sowie in
See- und Flughäfen, Unterbringung und Verpflegung, Betankung und
Instandhaltung, medizinischer Versorgung bis hin zur Rechtsberatung.
Diese Aufgabe ist – ohne langen Vorlauf und über lange Zeit – nur mit
den Leistungen zivil-gewerblicher Partner sicherzustellen.“
(Operationsplan Deutschland, bundeswehr.de)
Verletzte: Hintere Transportlücke
Die „besten“ Einblicke in den OPLAN liefert das „Grünbuch
Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) 4.0“, das vom„Zukunftsforum
öffentliche Sicherheit“ (Zoes) herausgegeben wurde. In dem explizit am
OPLAN angelehnten Dokument, an dem auch mehrere Bundestagsabgeordnete
mitgewirkt hatten, wird ein Szenario im Jahr 2030 durchgespielt, in
dem sich die Konflikte mit Russland weiter verschärfen und die NATO
auf ein russisches Manöver mit der Verlegung von 60.000 Soldat*innen
(u.a. 10. Panzerdivision) an die Ostflanke reagiert.
Auffällig ist, dass auch dem Verwundetentransport im Ernstfall darin
große Aufmerksamkeit gewidmet wird: „Die im Falle einer militärischen
Eskalation in Form von Kampfhandlungen darüber hinaus entstehenden
Bedarfe der Bundeswehr sind der Zeitschrift Wehrmedizin und
Wehrpharmazie (2/2023), Kohl. M. et. al.. S. 38. ff.) zu entnehmen.
Danach ist mit bis zu 1.000 Patientinnen und Patienten pro Tag zu
rechnen, von denen 33,6 Prozent intensivpflichtig, 22. Prozent
vermehrt pflegebedürftig und 44,4 Prozent leichter verletzt sind. Die
Autoren attestieren eine gravierende ‚hintere Transportlücke‘ für den
strategischen Patiententransport. (StratMedEvac) und kommen unter
anderem zu dem Fazit, dass es in der konkreten operativen Planung ein
Zusammenwirken von militärischen und zivilen Kräften erforderlich
sei.“ (Grünbuch Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) 4.0, 2.
Auflage, März.2025)
(…)
2026 findet Quadriga im Kernübungszeitraum Februar bis März in
Deutschland statt. […] Ein besonderer Schwerpunkt von Quadriga 2026
ist die Übung Medic Quadriga des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr
im März 2026. […] Rund 200 der insgesamt über 1.000 teilnehmenden
Soldatinnen und Soldaten werden als Verletztendarsteller dabei sein
und mit simulierten Verwundungen wie aus einem Kampfeinsatz
präpariert.“ (Quadriga 2026, bundeswehr.de) Steadfast Dart: Größtes
Manöver 2026
Dieses Jahr ist das Quadriga-Manöver mit der NATO-Übung Steadfast Dart
verknüpft, die am 15. Januar 2026 mit der Ankunft von Soldat*innen in
Emden begann, wobei der Hauptteil der Übung im Februar stattfinden
soll. Die Bundeswehr ist dabei für Unterkünfte und Verpflegung, aber
auch logistische Unterstützung, wie die Betankung von Fahr- und
Flugzeugen und der Transport von Fahrzeugen und Containern zuständig –
gerechnet wird allein mit 1.500 Fahrzeugen.
(…)
Beklemmende Rhetorik
Die Ernstfall-Rhetorik mit der die Manöver daherkommen, hinterlässt
ein überaus beklemmendes Gefühl. Es beschleicht einen dabei der
Verdacht, dass ein solcher Ernstfall mit derlei Manövern eher näher
als ferner rückt. Jedenfalls wäre es beruhigend, wenn dieselben
Anstrengungen in Bemühungen investiert würden, die dazu taugen, einen
solchen Ernstfall zu verhindern. Doch an dieser Front herrscht leider
buchstäblich Grabesstille.
————