Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
28.02.2024

Lebenshaus-Newsletter, 28. Februar 2024

aus e-mail von <newsletter@lebenshaus-alb.de>, 28. Februar 2024, 12:48 Uhr


-Mail im Browser anzeigen (https://mailchi.mp/33125c48f1c0/lebenshaus-newsletter-vom-28022024?e=51d2a34ef5)


Liebe Freundinnen und Freunde,


an den Beginn dieses Newsletters möchte ich einen Satz des unerschrockenen ukrainischen Friedensaktivisten Yurii Sheliazhenko stellen.


Anstatt aus Wut die letzten Bande

der Menschheit zu zerreißen,

müssen wir mehr denn je die Orte

der Kommunikation und Zusammenarbeit

zwischen allen Menschen auf der Erde

bewahren und stärken,

und jede einzelne Anstrengung dieser Art

hat einen Wert.


Yurii Sheliazhenko

Friedensaktivist der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung


Herzliche Grüße

Ihr / Euer

Michael Schmid


Die Texte und Informationen in unserem Newsletter und auf unseren Webseiten dienen der Information und sollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Sie entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorinnen und Autoren und geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


Wir freuen uns, wenn unsere Newsletter an andere Menschen weitergeleitet werden. Bitte vorher möglichst die Abmeldefunktion am Ende des Newsletters löschen, sonst kann es zu unbeabsichtigten Abmeldungen aus dem Newsletter-Verteiler kommen.



** Artikel

------------------------------------------------------------


** Im Nebel der Moral

------------------------------------------------------------


Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs veröffentlichte der spanische Philosoph Raúl Sánchez Cedillo mit Unterstützung medicos ein Buch über dessen Hintergründe und Folgen: "Dieser Krieg endet nicht in der Ukraine": Nicht nur mit dem Titel behielt er Recht. Er vertrat auch die These, dass die westlichen Gesellschaften einem Kriegsregime anheimfielen, das sich tief in Wirtschaft, Politik und Kultur einschreiben werde. Vor zwei Jahren hätte man das noch als zu düstere Prognose abweisen können. Heute ist die veröffentlichte Meinung geprägt von Bekenntniszwang und Gut-Böse-Weltbildern. Das Kriegsregime setzt auch die ökonomischen Prioritäten neu. Statt Klimaschutz gibt es jetzt Aufrüstung. Der militärisch-industrielle-Komplex feiert eine rasante Wiederauferstehung. Dass eine Kriegsökonomie zeitweilig gut funktionieren kann, zeigt das Putin-Regime: Während russische Soldaten aus der Provinz genauso verheizt werden wie ihre ukrainischen Gegenüber, führt man in Moskau ein normales Konsumleben. Der u

nbeschränkte Zugang zu Waren ist das, was für die Mehrheit zählt. Die Parallelität von Krieg und Konsumfrieden ist ein Kennzeichen unserer Zeit. Von Katja Maurer. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=15df02aa06&e=51d2a34ef5



** Steuert Ihr uns in den Dritten Weltkrieg?

------------------------------------------------------------


Mit Entsetzen hat der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) heute früh zur Kenntnis nehmen müssen, dass in der NATO anscheinend nicht einmal mehr der Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine gegen Russland ausgeschlossen wird. Auf einer gestrigen (Montag, 26.2.) Konferenz in Paris zur Ukraine, auf der 20 Staaten weitere Hilfen für die Ukraine verabredeten, erklärte lt. Pressemitteilungen der französische Präsident, dass auch der Einsatz von französischen Bodentruppen in der Ukraine gegen Russland nicht ausgeschlossen werden könne. "Ein direktes Eingreifen mit Truppen durch ein NATO-Mitglied ist ein Spiel mit der totalen Vernichtung", sagt Dr. Christine Schweitzer, die Geschäftsführerin des BSV. Wenn Russland befürchten muss, militärisch eine Niederlage zu erleiden, dann hat es, um das zu verhindern, noch das Mittel des Einsatzes seiner Atomwaffen. Das ist Teil der russischen Militärstrategie. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e8d40b1961&e=51d2a34ef5



** Jürgen Grässlin: "Stoppt das Töten in der Ukraine. Von der Unkultur des Krieges zu einer Kultur des Friedens"

------------------------------------------------------------


Redebeitrag von Jürgen Grässlin, Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und  RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.), bei der Kundgebung am Samstag, den 24. Februar 2024, auf dem Schlossplatz in Stuttgart. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=275a9e79a6&e=51d2a34ef5



** Bedrohter Diskurs

------------------------------------------------------------


In dem von Hermann Theisen und Helmut Donat herausgegebenen Buch "Bedrohter Diskurs. Deutsche Stimmen zum Ukrainekrieg" sind Beiträge von insgesamt 57 Autorinnen und Autoren versammelt, u.a. Peter Brandt, Eugen Drewermann, Margot Käßmann, Gabriele Krone-Schmalz, Heribert Prantl, Michael von der Schulenburg, Günter Verheugen, Sahra Wagenknecht, Wolfram Wette und Andreas Zumach. Fast alle Autorinnen und Autoren machen Positionen sichtbar, die bislang in einem öffentlichen Diskurs nicht genügend beachtet oder ganz unterdrückt wurden. Es werden eine Vielzahl von Vorschlägen zu einem Weg heraus aus dem Ukrainekrieg und aus anderen kriegerischen Auseinandersetzungen gemacht. Bestenfalls sollen solche Kriege in Zukunft unmöglich gemacht und Konflikte mit zivilen Mitteln bearbeitet werden. "Das Buch kommt zum richtigen Zeitpunkt und ist äußerst lesenswert! Das politische Ziel ‚Nie wieder Krieg!' darf nicht untergehen!", urteilt das Schweizer Online-Magazin GlobalBridge. Dem kann ich nur zustimmen.

Von Michael Schmid. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9bc220e5e6&e=51d2a34ef5



** Vortrag von General a. D. Harald Kujat in Berlin über Ukrainekrieg und den geopolitischen Wandel

------------------------------------------------------------


Kurz vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hielt der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Harald Kujat, einen sehr gut besuchten Vortrag zum Thema: "Der Ukrainekrieg, die Rivalität der großen Mächte und die Selbstbehauptung Europas". Eingeladen hatte die Denkfabrik "Eurasien Gesellschaft", die sich nach Selbstdarstellung für eine "friedliche Koexistenz und kooperative Beziehungen der Länder Eurasiens" einsetzt. Kujat widmet sich in seinem Vortrag, neben einer umfassenden Analyse der derzeitigen militärischen Situation im Ukrainekrieg, möglichen Lösungsansätzen, wirft einen Blick über den westlichen-transatlantischen Tellerrand und analysiert ebenso den derzeitigen Wandel hin zu einer multipolaren Weltordnung sowie die aktuelle Unfähigkeit europäischer Eliten, sich auf diesen Wandel einzustellen. Hier eine Videoaufzeichnung des Vortrags. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9617e9365b&e=51d2a34ef5



** Zwei Jahre Krieg sind zwei Jahre zu viel!

------------------------------------------------------------


Erklärung der bundesweiten Attac-AG Globalisierung & Krieg zum 2. Jahrestages des russischen Einmarschs in die Ukraine: Seit dem 24. Februar 2022 tobt der Krieg in der Ukraine. Die Anzahl der Toten unter Zivilisten und Soldaten wächst von Tag zu Tag. Das menschliche Leid wird immer unerträglicher. Das Gemetzel muss so schnell wie möglich beendet werden. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=41cfddc644&e=51d2a34ef5



** Nirit Sommerfeld: Israelis verstehen

------------------------------------------------------------


Sie essen Gras in Gaza. Wissen die Menschen das nicht in Tel Aviv? Sie, die überlebt haben, sind aus dem Norden geflohen, wenn sie noch gehen konnten. Sie sind weiter nach Süden gezogen, wenn sie noch Beine und Arme hatten, und haben diejenigen getragen, deren Gliedmaßen oft ohne Narkose und Schmerzmittel amputiert wurden. Ihnen wurde eine safe zone versprochen, aber in Wahrheit sind sie nirgendwo sicher. Ihnen wurden auch andere Versprechungen gemacht: dass kein Stein auf dem anderen bliebe, dass man sie ausmerzen würde, vernichten und vertreiben wie Tiere, ihnen Treibstoff für ihre Generatoren entziehen, ihnen den Zugang zu Lebensmittel und Wasser verweigern. Diese Versprechen werden gehalten. Von Nirit Sommerfeld. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=c856161b80&e=51d2a34ef5



** In Rafah bahnt sich eine Katastrophe an

------------------------------------------------------------


Rafah ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte, die durch den britischen Kolonialismus in zwei Hälften geteilt wurde und weiterhin geteilt ist. Die palästinensische Seite von Rafah wird von den israelischen Streitkräften belagert und  bombardiert. 1,4 Millionen Palästinenser, die meisten von ihnen Binnenflüchtlinge, sind von einer israelischen Invasion bedroht. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=eba356a66b&e=51d2a34ef5



** Die Hölle auf Erden

------------------------------------------------------------


Der folgende Artikel von Ilana Hammerman wurde in der israelischen Zeitung Haaretz am 8. Februar auf Hebräisch veröffentlicht. Ilana Hammerman studierte in Paris und Jerusalem, wo sie heute lebt. Sie promovierte in Bielefeld in Linguistik. Sie ist preisgekrönte Übersetzerin aus dem Französischen und Deutschen ins Hebräische und Autorin zahlreicher Bücher. Der Artikel wurde von Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) mit Unterstützung von Ilana Hammerman übersetzt. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=95e44b19b7&e=51d2a34ef5



** Ruchama Marton: Eine Stimme aus Israel gegen Hass und Rache

------------------------------------------------------------


Die Friedensaktivistin kritisiert vehement die israelische Besatzungspolitik. In ihrer Heimat wird sie deswegen angefeindet. Von Gabriela Neuhaus. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=880aa21c52&e=51d2a34ef5



** Völkerrecht achten! Leid vermeiden! Rüstungsexporte nach Israel aussetzen!

------------------------------------------------------------


"Wir verurteilen uneingeschränkt die brutalen Terroranschläge der Hamas und islamistischer Gruppen am 7. Oktober gegen Israel und fühlen mit den Opfern, Angehörigen und der Bevölkerung Israels, die unter den Folgen leiden. Wir verurteilen auch die militärischen Gegenmaßnahmen der israelischen Regierung in Gaza, wenn diese gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht verstoßen. Dazu gehören die gezielte Bombardierung von zivilen Zielen, wie Flüchtlingslagern, Schulen, Krankenhäusern und damit die bewusst in Kauf genommene Tötung von Zivilist:innen, darunter vor allem Kinder und Frauen. Wir fühlen mit den Opfern, Angehörigen und der Bevölkerung in Gaza, die unter diesen Handlungen leiden", erklärt Vincenzo Petracca, Sprecher der Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel! und Mitglied der AGDF. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=91347c4bd6&e=51d2a34ef5



** Julian Assange droht jetzt jeden Tag die Abschiebung! Bündnis fordert seine sofortige Freilassung.

------------------------------------------------------------


Ein Bündnis der Vereinigung für Friedensrecht IALANA und der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW fordert die sofortige Freilassung von Julian Assange. Die Bundesregierung müsse gegenüber der britischen Regierung und US-Präsident Biden Klartext reden. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=91a82ebae3&e=51d2a34ef5



** Wolfram Frommlet: "Free Julian Assange"

------------------------------------------------------------


Der Fall Julian Assange hat das Zeug zu einer schwarzen Komödie, zu absurdem Theater - der Autor und Journalist Charles Glass besuchte seinen Freund Julian Assange in Belmarsh Prison. Ein Hochsicherheitsgefängnis für Terroristen, Bombenleger, in Italien wäre dieser Bau für Schwerverbrecher der Comorra, der Mafia. Glass hat drei Bücher dabei. Eines, von ihm, mit Signatur. Wird konfisziert. Es könnte sich um einen Geheimcode handeln. Die anderen beiden? Auch kein Geschenk für Assange. Er habe das Limit an Büchern in seiner Zelle erreicht. Nachfrage von Glass, warum? Brandgefahr. Wenn Stella Assange ihn mit den kleinen Söhnen Max und Gabriel besucht, werden sie elektronisch durchleuchtet und von Spürhunden abgeschnüffelt. Rde von Wolfram Frommlet bei der Mahnwache am 21. Februar 2024 in Ravensburg. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=66119e9179&e=51d2a34ef5



** Rüstung durch Sozialabbau

------------------------------------------------------------


Seit vielen Jahren singen rüstungs- und militärnahe Akteure vom selben Blatt: Eine chronische Unterfinanzierung habe zu einer völlig abgewirtschafteten Bundeswehr geführt, so die vermeintliche Binsenweisheit. Nützlich ist diese äußerst fragwürdige Behauptung vor allem deshalb, weil hierüber schon lange steigende Militärausgaben begründet werden. Auch im Bundeshaushalt 2024 mussten fast alle Etats schmerzhafte Kürzungen hinnehmen, während der Militärhaushalt erneut Zuwächse verzeichnen konnte. Mit dieser Aufrüstung geht ein gigantisches Umverteilungsprojekt einher. Von Jürgen Wagner. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=71b6cbfcbe&e=51d2a34ef5



** Unsichtbare Afghanen

------------------------------------------------------------


Die Enquete-Kommission zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan versucht eine ehrliche Einschätzung abzuliefern - lässt aber allzu vieles einfach weg. Von Emran Feroz. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=f4d218b82b&e=51d2a34ef5



** "Alle externen Akteure haben versagt!" - Armenien nach dem Sturm (I)

------------------------------------------------------------

Nahezu alle Armenier flüchteten im September letzten Jahres vor den vorrückenden aserbaidschanischen Soldaten aus der Region Berg-Karabach in die benachbarte Republik Armenien. Leo Ensel führte Interviews in Jerewan. In einer dreiteiligen Serie ordnen armenische Politologen die Ereignisse vom letzten Herbst und die aktuelle Situation in Armenien genauer ein. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=c8a0c4a4df&e=51d2a34ef5



** "Arzach wurde geopfert" - Armenien nach dem Sturm (II)

------------------------------------------------------------

>> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=26cc1cc0ee&e=51d2a34ef5



** Die ungewisse Zukunft - Armenien nach dem Sturm (III)

------------------------------------------------------------

>> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e815ee0fff&e=51d2a34ef5



** Europäische Atomwaffen? Eine brandgefährliche und fehlgeleitete Debatte!

------------------------------------------------------------


Erneut zeigt Donald Trump, dass ihm eigene Interessen über die Sicherheit der Menschheit gehen. In einem Interview hat der US-Präsidentschaftskandidat angedeutet, Russland zu Angriffen auf NATO-Mitglieder ermutigen zu wollen, die "nicht genug" in Verteidigung investierten. Nun debattiert die Politik in Europa hektisch über eigene Atomwaffen. Von Simon Bödecker. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=75ebdb0da1&e=51d2a34ef5



** "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus" gehören unteilbar zusammen

------------------------------------------------------------


Am 10. Januar 2024, wenige Tage vor der Auszeichnung von "Remigration" zum "Unwort des Jahres", hat die Medienplattform Correctiv darüber berichtet, dass sich im November einige AfD-Mitglieder mit Unternehmern, Ärzten, Juristen, CDU-Mitgliedern und bekannten Rechtsextremisten in Potsdam getroffen hätten. Laut Correctiv ein "Geheimtreffen", bei dem Pläne zur Vertreibung und "Remigration" von Migrantinnen und Migranten, auch solche mit deutschem Pass, vorgestellt und diskutiert worden seien. Kein anderer Artikel hat so eingeschlagen wie dieser. Seither gehen Millionen Menschen gegen die AfD und ihr Umfeld auf die Straße. Auf den ersten Blick ein ermutigendes Zeichen der Zivilgesellschaft. Doch bei genauerem Betrachten kommen zwiespältige Gefühle bei mir auf. Von Michael Schmid. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ddcb01b5b1&e=51d2a34ef5



** Leo Tolstoi: Bei den Armen

------------------------------------------------------------


Der neue Band des pazifistischen Editionsprojekts "Tolstoi-Friedensbibliothek" mit dem Titel "Bei den Armen", erarbeitet in Kooperation u.a. mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb, enthält u.a. die Erzählung "Der Morgen eines Grundbesitzers" (1852-1856); eine Skizze zur pädagogischen Arbeit des Dichters mit den Kindern der Armen ("Sollen die Bauernkinder bei uns schreiben lernen, oder wir bei ihnen?", 1862); Zeugnisse zur Organisation von Nahrungsmittelhilfe und Selbsthilfe 1891-1893 (Die Hungersnot in Russland, Bei den Hungernden, Forderungen der Liebe); den Aufsatz "Muss es denn so sein?" (1900) über ein verdrehtes Christentum im Dienste der Herrschenden als Hauptstütze ungerechter Verhältnisse; Texte aus den Überlieferungen aller Kulturen und Religionen wider die freche Anmaßung der Reichen (Lesezyklus für alle Tage, 1904-1906); drei Sozialprotokolle des Jahres 1909 ("Der Fremde und der Bauer", "Lieder im Dorf", "Drei Tage auf dem Lande"). - Die Sammlung schließt mit einem Essay von Rosa

Luxemburg über den russischen Aristokraten. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=df2695c607&e=51d2a34ef5



** Zwei Jahre nach Kriegsbeginn: Connection e.V. und PRO ASYL kritisieren Asyl-Ablehnungen russischer Verweiger*innen

------------------------------------------------------------


Zwei Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine lehnt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weiterhin russische Verweiger*innen des Krieges ab und verpflichtet sie, nach Russland zurückzukehren. Connection e.V. und PRO ASYL sind alarmiert über die ihnen vorliegende Begründung des BAMF, die das Risiko für die russischen Verweiger*innen, in einem völkerrechtswidrigen Krieg rekrutiert zu werden, ignoriert. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=3348dbfc36&e=51d2a34ef5



** Hinweise

------------------------------------------------------------



** Freiheit, Konstantin! Von Alexa Rodrian

------------------------------------------------------------


Sie geht nicht weg, die Verzweiflung über abgebrochene Beziehungen und Kommunikation. Nahezu jede Familie und jeder Freundeskreis leidet darunter. Corona, Krieg, Klima ... über das eine kann man vielleicht noch reden, beim anderen wurden aber dann die Gespräche einsilbig, verstummten, die Kontakte wurden reduziert oder abgebrochen. Die allermeisten leiden still, wähnen sich möglicherweise sogar alleine mit ihrem Schmerz. Aber das ist nicht wahr. Immer wieder mal bricht er sich Bahn und gelangt in die Öffentlichkeit. Was ist zum Beispiel mit Konstantin Wecker, der seine Weggefährten in Sachen Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ignoriert oder sogar ausbremst? Über fast vier Jahre quälte sich die Jazz-Sängerin Alexa Rodrian, warum ihr alter Musikerkollege, Freund und Mentor Konstantin sich auf keinen Diskurs mit ihr einlässt. Hören Sie hier ihren offenen Brief "Freiheit, Konstantin" an den Musiker. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1ca1369757&e=51d2a34ef5



** Lebenshaus-Rundbrief 120 (März 2024) erschienen

------------------------------------------------------------


In seinem Einleitungsartikel geht Michael Schmid auf die aktuellen Demos gegen die AfD ein, stellt fest, dass bei diesen offensichtlich allzu oft durchaus eine Unterstützung von Kriegsparteien möglich zu sein scheint und plädiert dafür, daran festzuhalten, dass "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus" auch heute unteilbar zusammengehören. Katrin Warnatzsch notiert "Schicksale, an denen wir Anteil nehmen". Es folgen eine Rezension des aktuellen Buches "Bedrohter Diskurs – Deutsche Stimmen zum Ukrainekrieg" sowie die beiden Beiträge daraus von Michael Schmid und Peter Bürger. "Israelis verstehen" lautet der Titel eines Beitrags der israelisch-deutschen Schauspielerin, Sängerin und Autorin Nirit Sommerfeld zum aktuellen Nahostkonflikt, in dem sie sich für eine umgehende Waffenruhe, die sofortige Freilassung aller noch lebenden Geiseln und Friedensverhandlungen einsetzt. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=609007569b&e=51d2a34ef5



** Erklärvideo: Wie kann man einen bewaffneten Konflikt mit einem Fokus auf Frieden analysieren?

------------------------------------------------------------


Das Erklärvideo der Servicestelle Friedensbildung präsentiert Lehrkräften und Schüler:innen ein Instrument, mit dem sie mithilfe eines von der Servicestelle Friedensbildung entwickelten Analyseschemas einen Krieg oder bewaffneten Konflikt eigenständig untersuchen können. Es bietet Einblicke von verschiedenen Ansätzen der Friedens- und Konfliktforschung bis hin zu diversen Friedenspotenzialen. Durch diese Konfliktanalyse wird das Verständnis für einen Konflikt vertieft. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1bed2fdf41&e=51d2a34ef5



** Sicherheitspolitik friedensfördernd gestalten

------------------------------------------------------------


In ihrer Februar Ausgabe präsentiert die Projektgruppe "Münchner Sicherheitskonferenz verändern" einen Artikel von Hanne-Margret Birckenbach über ihr Buch zur Friedenslogik sowie weitere interessante Beiträge.. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=aaa06ab981&e=51d2a34ef5

Veranstaltungstermine finden sich u.a.:

* Netzwerk Friedenskooperative (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=60d4989ca3&e=51d2a34ef5)

* Die AnStifter (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e00b5f93d4&e=51d2a34ef5)

* Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ab1c24d6cd&e=51d2a34ef5)

* Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=700624564d&e=51d2a34ef5)

* .ausgestrahlt Termine (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=b7871de967&e=51d2a34ef5)


============================================================

Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.

Bubenhofenstr. 3

D-72501 Gammertingen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.02.2024

Freispruch von Heinrich Bücker trotz Billigung des russischen Angriffs vom Landgericht Berlin bestätigt

aus e-mail von deutscher-friedensrat@web.de, 28. Februar 2024, 10:49 Uhr


Aus: ND vom 27.2.2024 Seite 11


Heinrich Bücker vom Anti-War-Café äußerte 2022 Verständnis für den russischen Angriff auf die Ukraine. Der Fall ist für ihn noch nicht erledigt, denn das Landgericht Berlin ließ Revision gegen den Freispruch zu.


ANDREAS FRITSCHE


Es geschah am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park: Am 22. Juni 2022 sprach Heinrich Bücker dort bei einer Veranstaltung der Friedenskoordination Berlin. Anlass war der 81. Jahrestag von Hitlers Überfall auf die Sowjetunion. In seiner Rede soll Bücker den vier Monate zuvor erfolgten russischen Angriff auf die Ukraine gebilligt und damit den öffentlichen Frieden gestört haben. Das warf die Staatsanwaltschaft dem heute 69-Jährigen vor – und nachdem das Amtsgericht Tiergarten den Angeklagten am 27. April 2023 freisprach, ging sie in Berufung.


Doch auch in der nächsten Instanz, vor dem Landgericht Berlin, erreichte sie nun am Montag keine Verurteilung. Denn das Gericht wies das Ansinnen zurück, Heinrich Bücker eine Geldstrafe von 2000 Euro aufzubrummen. Auch die Kosten des Verfahrens muss er nicht tragen. Die werden von der Staatskasse übernommen.


»Es ist ein Vernichtungskrieg gegen die Ukraine«, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Bückers Handlungsweise sei eine Ermutigung zu Angriffskriegen. Die Meinungsfreiheit habe Grenzen. Der Angeklagte hatte die Anschuldigung zurückgewiesen.


»Meine Einstellung gegen den Krieg ist eindeutig. Ich bin gegen alle Kriege«, betonte der Inhaber des Anti-WarCafés in Berlin-Mitte. In seiner Rede im Juni 2022 hatte er erinnert, dass im Zweiten Weltkrieg 27 Millionen Sowjetbürger umgekommen seien, darunter 1,5 Millionen ukrainische Juden. Ukrainische Nationalisten wie der heutzutage als Nationalheld verehrte Stepan Bandera haben mit den Nazis gemeinsame Sache gemacht und Juden, Polen und pro-sowjetische Ukrainer ermordet. Solche Kräfte haben nach Bückers Überzeugung aktuell wieder Einfluss in der Ukraine.


2014 sei ein rechtsradikales Regime durch einen Putsch an die Macht gekommen. Mit solchen Kreisen sollte Deutschland nach den bitteren Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs nicht erneut kooperieren, argumentierte Bücker. Im Prozess führte der 69-Jährige aus, dass er die Handlungsweise des russischen Präsidenten Wladimir Putin auch deshalb verstehen könne, weil die Nato anders als 1990 versprochen immer weiter an die russischen Grenzen herangerückt sei. Auf der Internetseite des Anti-WarCafés gibt es ein Video von Beckers Rede, das am Montag im Gerichtssaal 768 vorgeführt wurde.


Dort war auch zu hören, wie in der Abmoderation der Rede Laura von Wimmersperg, das Urgestein der Friedenskoordination bemerkte: »Wir sind gegen den Krieg, aber trotzdem haben wir Verständnis ...«


Bückers Verteidiger bekräftigte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant die Ursache des Krieges in der Ukraine verstehe. Dies bedeute aber nicht, dass er den russischen Angriff befürworte. Wenn Strafen drohen, weil jemand eine Meinung vertrete, die von der Mehrheit nicht geteilt werde, so werde es schwierig. Heinrich Bücker selbst pochte auf sein Recht der freien Meinungsäußerung.


Den Anschluss der Krim an Russland hält er entgegen der in Deutschland fast einhelligen Ansicht nicht für völkerrechtswidrig. Es habe ja ein Referendum dazu gegeben. Bücker forderte, die Bundesrepublik solle der Ukraine keine Waffen liefern, ihre Soldaten nicht ausbilden und aufhören, Putin zu dämonisieren. Der Krieg, der nun schon zwei Jahre lang tobt, hätte im Übrigen nach zwei Monaten beendet sein können. Denn Russland sei bereit gewesen, seine Truppen zurückzuziehen, wenn die Ukraine darauf verzichtet hätte, der Nato beizutreten. So weit sei man in Verhandlungen in Istanbul schon gewesen.


Der in Oldenburg geborene Heinrich Bücker gehörte bei seinem Auftritt im Juni 2022 noch der Linken an. Ende 2023 ist er ausgetreten, aber nach eigenen Angaben weiterhin Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) stärkte ihm in den bisherigen juristischen Auseinandersetzungen den Rücken.


Es kamen am Montag mehr Unterstützer zum Prozess, als es Plätze für Zuschauer im Saal gab. Nach Einschätzung des Landgerichts hat Bücker in einer Passage seiner Rede am sowjetischen Ehrenmal tatsächlich den russischen Angriff vom Februar 2022 gutgeheißen. Eine Verurteilung nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuchs wegen Billigung einer Straftat komme aber nur infrage, wenn man sicher feststellen würde, dass Bückers Äußerung wirklich dazu führe, das Klima zu vergiften. Da dies nicht festzustellen sei, handele es sich um eine straffreie Meinungsäußerung.


Zur Verdeutlichung erklärte der Vorsitzende Richter, wozu es den Paragrafen 140 eigentlich gebe. Das solle beispielsweise verhindern, dass jemand einen Amoklauf gutheißt und so zur Nachahmung aufhetzt. Als weiteres Beispiel nannte der Richter zustimmende Äußerungen zur Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback durch die Rote Armee Fraktion (RAF) im Jahr 1977.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.02.2024

Germany, Europe: Wake up! US policy is threatening you! – Deutschland, Europa: Aufwachen! Die US-Politik bedroht Euch!

wipokuli.wordpress.com, vom Veröffentlicht: Februar 24, 2024 in Politik





Deutsche Version unten

Germany, Europe: Wake up! US policy is threatening you!

Wake up! US policy is destroying the_surroundings_of_Europe and leading to refugee flows with their problems. US policy has single-mindedly conjured up a bloody armed_conflict_in_Ukraine. The US policy with its fight against Russia and China is leading to severe economic crises and thus to social fears, xenophobia and right-wing extremism! Your governments are constantly assisting the US power elite in this work of destruction and enabling the threat of world war and conflicts within society. Wake up at last and take to the streets en masse to force politicians to change course!

Werbung

Datenschutz-Einstellungen

Actual Addition

In Munich from February 16 to 18, the so-called Security Conference, at which the politicians of the European vassal states of the USA called for the further sacrifice of their economies and and social equilibrium in favor of US geopolitics. The wife of a certain Mr. Navalny was also invited. And in London, the Australian journalist journalist Assange is fighting against his torture-like imprisonment and the threat of extradition to the USA, where he could face a prison sentence of over 100 years for spreading the truth about US war crimes.

And, what a strange coincidence, just then Mr. Navalny, who was serving time for various crimes, dies. The cries of „Putin, Putin“ are now rife in politics and the media in the West. The agitation against Russia and the readiness for war in the West has gained additional momentum. And if you are prepared to look closely, you can only wonder how logic is being turned on its head. Can any reasonable person believe that the Russian leadership would be so stupid as to fuel anti-Russian politics in the West by killing this figure? Anyone who takes the question „who benefits?“ seriously cannot even believe in Navalny’s accidental death. The embarrassing point, however, is that the Anglo-Saxon secret service networks apparently reach as far as Siberia. However, this was already extensively worked on during the Yeltsin era.

Take the situation seriously! Important compromises had already_been_worked_out between Russia and Ukraine. These have probably been turned into waste paper by Boris Johnson on behalf of the US, as reliable sources prove. US-led Western policy is putting us, our children and our grandchildren in ever greater danger. Massive resistance is vital!


Andreas Schlüter


„The US Power Elite: they are doing it again!“: https://wipokuli.wordpress.com/2022/04/09/the-us-power-elite-they-are-doing-it-again-die-us-machtelite-sie-tun-es-wieder/

„The World According to the US Power Elite“: https://wipokuli.wordpress.com/2022/03/27/the-world-according-to-the-us-power-elite-die-welt-in-den-augen-der-us-machtelite/

2020: https://wipokuli.wordpress.com/2020/09/09/navalny-the-age-of-fairy-tales-and-the-destruction-of-logic-navalny-das-maerchenzeitalter-und-die-zerstoerung-der-logik/

and: https://wipokuli.files.wordpress.com/2020/09/navalny-and-the-political-battleground-germany-navalny-und-das-politische-schlachtfeld-deutschland.pdf


deutsche Version


Deutschland, Europa: Aufwachen! Die US-Politik bedroht Euch!

Aufwachen! Die US-Politik zerstört die Umgebung_Europas und führt zu Flüchtlingsströmen mit ihren Problemen. Die US-Politik hat zielstrebig den blutigen kriegerischen Konflikt_in_der_Ukraine herauf beschworen. Die US-Politik mit ihrem Kampf gegen Russland und China führt zu schweren wirtschaftlichen Krisen und führt damit zu gesellschaftlichen Ängsten, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus! Eure Regierungen gehen der US-Machtelite bei diesem Zerstörungswerk pausenlos zur Hand und ermöglichen Weltkriegsgefahr und innergesellschaftliche Konflikte. Wacht endlich auf und geht massenhaft auf die Straße, um die Politik zum Umsteuern zu zwingen!


Aktueller Nachtrag

In München fand vom 16. bis 18. Februar die sogenannte Sicherheitskonferenz statt, auf der die Politiker der europäischen Vasallenstaaten der USA auf die weitere Opferung ihrer Wirtschaft und des gesellschaftlichen Gleichgewichts zugunsten der US-Geopolitik eingeschworen werden sollten. Auch die Frau eines gewissen Herrn Navalny war schon eingeladen. Und in London kämpft der australische Journalist Assange gegen seine folterartige Inhaftierung und die drohende Auslieferung in die USA, wo er für die Verbreitung der Wahrheit zu US-Kriegsverbrechen eine Gefängnistrafe von über 100 Jahre zu fürchten hätte.


Und, welch sonderbarer Zufall, just da stirbt dieser Herr Navalny, der wegen diverser Verbrechen einsaß. Groß ist im Westen nun in Politik und Medien das „Putin, Putin“ Geschrei. Die Russland-Hetze und die Kriegsbereitschaft im Westen hat zusätzlich Schub erreicht. Und man kann, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen, sich nur wundern, wie die Logik auf den Kopf gestellt wird. Kann ein vernümftiger Mensch glauben, die russische Führung wäre so dämlich, die anti-russische Politik im Westen durch die Tötung dieser Figur zu befeuern?! Wer die Frage ernst nimmt, „wem nützt es?“, kann da noch nicht einmal an einen zufälligen Tod Navalnys glauben. Der peinliche Punkt ist allerdings, dass offenbar die angelsächsischen Geheimdienst-Netzwerke bis nach Sibirien reichen. Dafür ist allerdings schon in der Jelzin-Era ausgiebig gearbeitet worden.

Man nehme die Lage ernst! Es waren schon zwischen Russland und der Ukraine wichtige Kompromisse erarbeitet worden. Diese sind vom Westen durch_Boris_Johnson wohl im US-Auftrag zu Makulatur gemacht worden, wie verlässliche Quellen belegen. Die US-geführte westliche Politik bringt uns, unsere Kinder und unsere Enkel in immer größere Gefahr. Massiver Widerstand ist lebensnotwendig!


Andreas Schlüter


„Die US-Machtelite: sie tun es wieder!“: https://wipokuli.wordpress.com/2022/04/09/the-us-power-elite-they-are-doing-it-again-die-us-machtelite-sie-tun-es-wieder/

„Die Welt in den Augen der US-Machtelite“: https://wipokuli.wordpress.com/2022/03/27/the-world-according-to-the-us-power-elite-die-welt-in-den-augen-der-us-machtelite/

2020: https://wipokuli.wordpress.com/2020/09/09/navalny-the-age-of-fairy-tales-and-the-destruction-of-logic-navalny-das-maerchenzeitalter-und-die-zerstoerung-der-logik/

und: https://wipokuli.files.wordpress.com/2020/09/navalny-and-the-political-battleground-germany-navalny-und-das-politische-schlachtfeld-deutschland.pdf


Ähnliche Beiträge Europe: There Will be no Peace and no Social Progress Without a Revolution Against US Dominance! – Deutschland, Europa: es wird keinen Frieden und keinen sozialen Fortschritt ohne eine Revolution gegen die US-Dominanz geben!April 26, 2018In "Politik"

US Sanctions: Will Europe Finally Wake up?! – US-Sanktionen: wird Europa endlich aufwachen?!Juli 26, 2017In "Politik"

Two Years Ago, Still Actual! End of WW II in Europe 75 Years ago – And a Grim Future?! – Vor zwei Jahren, immer noch aktuell! 75 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa – und eine finstere Zukunft?!Mai 9, 2020In "Politik"


Schlagwörter:, , , , , , 3


Kommentare

  1. Charlotte Hennings sagt:

    Februar 28, 2024 um 5:22 pm

    Ich empfinde Deinen Artikel zynisch .
    Wir sehen, was die russische Regierung
    und das Militär betrifft, viele Parallelen zu Hitlerdeutschland. Die Typen im Kreml
    sagen, was sie nicht meinen und meinen, was nicht sagen. Sie schließen Verträge
    und halten sich nicht daran, Budapest
    1994 und vieles mehr!

    Antworten

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.02.2024

USA und Nato wollen keine Truppen schicken – jedenfalls nicht offiziell

lostineu.eu, 28. Februar 2024

Die USA und die Nato behaupten, sie wollten keine Bodentruppen in die Ukraine schicken. Wohl gemerkt, es geht nur um „offizielle“ Truppen.

Die US-Regierung schließt aus, Soldaten in die Ukraine zu entsenden. „Präsident (Joe) Biden hat deutlich gemacht, dass die USA keine Truppen zum Kampf in die Ukraine schicken werden“, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, A. Watson.

Ähnlich äußerte sich Nato-Generalsekretär Stoltenberg. „Die Nato-Verbündeten unterstützen die Ukraine in noch nie dagewesener Weise“, sagte er der Nachrichtenagentur AP. „Aber es gibt keine Pläne für Nato-Kampftruppen vor Ort in der Ukraine.“

Auf den ersten Blick widersprechen die USA und die Nato damit Frankreichs Staatschef Macron, der von westlichen Bodentruppen gesprochen hatte. Doch nur auf den ersten Blick. Denn Macron sprach von einer „offiziellen“ Entsendung.

Jamie Shea, a former senior Nato official, also said: „Without doubt, there have been Western special forces in Ukraine since the beginning of the war and these can provide training for Ukrainian special forces and help to plan sabotage and commando operations“.

EU Observer

Inoffiziell sind natürlich längst westliche Truppen vor Ort. Frankreich und Großbritannien haben Experten geschickt, um Marschflugkörper zu steuern (was Deutschland bislang ablehnt). Die USA haben laut „New York Times“ sogar die CIA geschickt.

Und die Nato? Sie will die Kontrolle über die Waffenlieferungen übernehmen. Derweil berät der Oberkommandierende für Europa, US-General G. Cavoli, die ukrainische Armee – wenn auch bisher mit mäßigem Erfolg…

10 Comments

  1. Arthur Dent
    28. Februar 2024 @ 15:21

    Biden vs. Trump – es geht nur immer um Personen. Hat man noch nicht gemerkt, dass die Menschen völlig entpolitisiert wurden? Zukunft wird durch Investitionsentscheidungen gestaltet, zumindest versucht, nicht durch dummes oder unanständiges Geschwätz. Da Politiker eh nicht wissen, was sie machen sollen, wird es ihnen gesagt beim WEF, im Silicon Valley, durch den Militärisch-Industriellen-Komplex. Mal sehen, ob die Leute mal wach werden.

Reply

  • KK
    28. Februar 2024 @ 16:44

    „Zukunft wird durch Investitionsentscheidungen gestaltet…“

    Aber nicht in Zeiten der Zukunfts… äh… Schuldenbremse.
    Da wird nichts mehr gestaltet, da wird sich ins Elend und den Verfall gespart. Das dann notwendige Herumdoktern an den Folgen (wie zB bei den maroden Brücken) kostet unsere Volkswirtschaft dann ein Vielfaches von dem, was rechtzeitige Investitionen gekostet hätten. Und als ob die Mängel in Infrastruktur, Wohnungs-, Bildungs- oder Gesundheitswesen (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) nicht für sich genommen schlimm genug wären, fliesst der Grossteil des Geldes ins Militär (bzw. die dahinter stehenden Investoren) und versickert – wie das Blut Abertausender – völlig sinnlos in der Ukraine.

    Reply

    • Arthur Dent
      29. Februar 2024 @ 00:06

      @KK
      Bei der Schuldenbremse gehts immer nur um Staatsschulden. Bei den „Investitionsentscheidungen“ geht es darum, wo die „Masters of Universe“ gerne ihre Moneten anlegen sollen. Das wird dann der Politik bspw. auf dem WEF mitgeteilt. Waffen gehen immer für unsere Sicherheit und Freiheit, aber auch viel Klimaschutz mit ganz viel KI, Digitalisierung, gesunde Ernährung usw. Die Politik hat dann den Weg zu bereiten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen: Lobbyarbeit, Gesetzgebung, Steuererleichterung – dem Volk muss doch mitgeteilt werden, was es sich zu wünschen hat ????

    • KK
      29. Februar 2024 @ 12:28

      Die legen das Geld dort an, wo die höchsten Renditen zu erwarten sind – und die fliessen da, wo der Staat kräftig pampert (direkt mit Subventionen, überhöhte Preise durch Oligopole oder anderer Einschränkungen der Marktgesetze wie zB bei der Rüstung, oder indirekt mit gesetzlichen Eingriffen in die Nachfrage oder Gewinnmargen wie zB bei Umwelttechnologie oder Energie).

  • Stef
    28. Februar 2024 @ 13:45

    Unsere Bundesregierung hat eine ganze Reihe gravierender politischer Fehler begangen.

    Sie hat sich zum Ausschluss jedweder Gespräche mit Russland unter Putin hinreißen lassen, solange Territorien der Ukraine besetzt sind. Sag niemals nie. Jedem Blinden ist langsam klar, dass keine Militärmacht der Welt jetzt noch in der Lage wäre, die Russen von ihrem Hinterhof zu vertreiben. Damit ist die Regierung gefangen zwischen Baum und Borke.

    Von daher sind sowohl die Äußerungen von Macron als auch diejenigen von Scholz nichts anderes als Ausdruck größter Verzweiflung und Panik. Macron spitzt die Lippen, ohne wirklich pfeifen zu können. Das fanzösische und mit ihm das europäische Militär ist erkennbar außer Stande in der Ukraine eine Bedrohung für Russland aufzubauen. Scholz kann auf der anderen Seite auch keine bessere Lösung anbieten. Temporär die Lieferung einer trednigen Waffengattung zu verzögern ist kein Ersatz für einen tragfähigen politischen Handlungsansatz. Gemeinsam demonstrieren sie die heillose Desorientierung und Uneinigkeit in der EU.

    Aus den USA ist bis nach den Präsidentschaftswahlen im November auch keine Klärung zu erwarten. Der rosa Elefant im Raum, über den derzeit keiner spricht, ist doch: Wenn vor November in der Ukraine die Staatsführung oder das Militär kollabiert, könnte die ukrainische Niederlage komplett und es für jedwede Verhandlungen schlicht zu spät sein. Dann wäre ein drohender Einmarsch Russlands in EU und Nato-Gebiet (ich halte das für kompletten Blödsinn, für den es kein ernstzunehmenden Hinweis gibt) noch nicht einmal das schlimmste Szenario. Die gesamte Politelite der westlichen Welt hätte sich so sehr verspekuliert, dass sie entweder in die politische Insolvenz geht oder in einen teuren und wirkungslosen erratischen Aktivismus verfallen wird, nur um Stärke zu simulieren.

    Der gesamte Westen ist aktuell politisch und militärisch handlungsunfähig. Ein hoch auf die Demokratie. Kein außenpolitisches Problem kann so bedrohlich sein, wie diese Paralyse an der Spitze unserer eigenen Reihen.

    Es ist keinesfalls gesagt, dass sich das nach der US-Präsidentschaftswahl wieder einrenkt, denn Turbulenzen im Westen sind im Fall des zu erwartenden Wahlsieges von Trump wahrscheinlich. US-intern, wenn der Wahlsieg angefochten wird und sich der Deep-State gegen Trump mit allen Mitteln wehrt. Ferner im EU-Verhältnis zu den USA, womit wir beim zweiten Kardinalfehler unserer Regierung wären: Sie hat sich, ebenso wie fast alle wichtigen europäischen Politakteure, ohne Not auf einen Wahlsieg Bidens festgelegt und Trump dämonisiert.

    Die deutsche Politik hat sich das Dämonisieren der Russen derart zur Kultur gemacht, dass sie jede Handlungsoption eingebüßt hat. Oder ist es doch anders herum, dass die fehlenden Handlungsmöglichkeiten des Vasallen die Dämonisierung eines Sündenbocks attraktiv machen?

    Reply

  • KK
    28. Februar 2024 @ 12:28

    „Frankreich und Großbritannien haben Experten geschickt, um Marschflugkörper zu steuern (was Deutschland bislang ablehnt).“

    Wenn ich Scholz richtig verstanden habe, dann lehnt er ein entsprechendes Handeln Deutschlands explizit ab, weil es darüber einen – verfassungsrechtlich zwingend notwendigen – Bundestagsbeschluß geben müsste, der im Amtsblatt abgedruckt werden müsste und damit ganz offiziell Deutschlands Kriegseintritt in die Welt posaunte.
    Die Einsätze der Briten, Franzosen und Amerikaner werden nicht derart kommuniziert und bleiben daher ein zwar offenes, aber immerhin kein offizielles Geheimnis – und sind daher nicht auch nicht als offizielle „Kriegserklärung“ einzustufen, wie es eine Beteiligung deutscher Soldaten wäre (eine „flapsige“ Bemerkung der Aussenministerin hat dazu ja dem Himmel sei dank gerade noch nicht ausgereicht, ein BT-Beschluß hingegen schon).

    Reply

  • Arthur Dent
    28. Februar 2024 @ 11:15

    Wenn die Nato-Länder nicht die erforderliche Munition für die Ukraine zusammenbringen, wo nehmen sie dann die Munition her, um selbst „mitzumischen“?
    Zwanzig Jahre haben sich Nato-Länder vergeblich in Afghanistan gegen eine mit Kalaschnikovs ausgerüstete Freizeit-Armee abgemüht.

    Reply

    • Helmut Höft
      28. Februar 2024 @ 12:31

      Sehr gut gefolgert, Kompliment Arthur dent. Also das klassische „jeder Schuss ein …“ fällt weg; bleibt noch die Bedienung der Gulaschkanonen für die NATO.

      Reply

    • KK
      28. Februar 2024 @ 12:34

      Ein paar tausend Atomsprengköpfe in Verbindung mit der Erstschlagsdoktrin sollten zur Not reichen [Sarkasmus off]

      Genau wegen dieser beiden Punkte hatte Russland ja diese roten Linien, die die NAhTOd wissent- und willentlich bei der Osterweiterung überschritten hatte!

      Reply

    • Skyjumper
      28. Februar 2024 @ 16:59

      „Getreue Hoffnung – schöner Schein“

      Auch wenn ich es ausgesprochen ungern sage: Dass die NATO/EU-Staaten offenbar nicht die erforderliche Munition für die Ukraine zusammenbringen – heißt leider nicht zwangsweise, dass sie nicht selbst mitmischen könnten. Für einige Munitionsarten, z.B. klassische Artillerie, dürfte das zutreffen, für andere Waffensysteme jedoch nicht.

      Jeder der die Situation seit 2022 ein klein wenig intensiver mitverfolgt hat dürfte auch mitbekommen haben, dass die Ukraine-Unterstützerstaaten sich zunächst vom „Schrott“ trennten, und dann zu eher konventionellen Waffensystemen übergingen die geliefert wurden oder geliefert werden sollen. Selbst eine F-16 ist nun nicht (mehr) das modernste Kampfflugzeug. Das gilt auch für die französischen Mirage2000, die Leopard2 A4 und/oder A5, einen Gepard-Flugabwehrpanzer, div. (ältere) Patriotsysteme usw. usf.

      Das bedeutet aber nicht, dass die Unterstützerstaaten in ihren Arsenalen nicht noch modernere Varianten und Systeme haben. Für die sie dann wiederum auch noch Munition (in dem Fall dann eher Lenkflugkörper) haben.

      Und ob nun Afghanistan, Libyen oder Syrien, es reicht vielleicht nicht für einen Sieg. Aber für das Erschaffen eines failed state reicht es all


  • Info: https://lostineu.eu/usa-und-nato-wollen-keine-truppen-schicken-jedenfaoffiziell


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Neues – und Suspektes – zum Tod von Nawalny


    lostineu.eu, vom 27. Februar 2024

    Wenige Tage nach dem mysteriösen Tod des prominenten Kremlkritikers sind neue Details bekannt geworden, die Zweifel an der Darstellung der EU und der Bundesregierung wecken.

    Die Europäer hatten Präsident Putin persönlich für Nawalnys Tod verantwortlich gemacht und dies sogar offiziell verkündet, ohne eine unabhängige Untersuchung abzuwarten.

    Nun kommt heraus, dass offenbar ein Gefangenenaustausch geplant war, bei dem Nawalny freikommen sollte. Putin sei ein entsprechendes Angebot gemacht worden, sagte die Nawalny-Unterstützerin Maria Pewtschich in Moskau.

    Im Gegenzug hätte der in Deutschland inhaftierte „Tiergarten-Mörder“ Wadim Krasikow nach Russland zurückkehren sollen. Putin hatte im Interview mit T. Carlson angedeutet, dass er zu einem solchen Austausch bereit sei.

    Die deutsche Regierung hatte dies als abwegig zurückgewiesen. Doch wenn die Angaben stimmen, hat Berlin wohl noch kurz vor dem Tod Nawalnys mit Moskau verhandelt.

    Es kommt aber noch verrückter: Folgt man dem Chef des ukrainischen Geheimdienstes Kyrylo Budanov, so ist Nawlany eines natürlichen Todes gestorben – an einem Blutgerinnsel, wie vom Kreml behauptet.

    Allerdings wirkt der Todeszeitpunkt – kurz vor seiner geplanten Befreiung aus dem russischen Straflager – doch sehr merkwürdig, um nicht zu sagen suspekt…

    Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Newsletter „Watchlist Europa“. Mehr Newsletter und Abonnement per Mail hier

    P.S. Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja wird am Mittwoch als Gast im Europaparlament erwartet . Sie will in Straßburg vor den Abgeordneten eine Rede halten. Die 47-Jährige macht Putin persönlich für den Tod ihres Mannes verantwortlich. Sie will Nawalnys Arbeit fortführen.

    5 Comments

    1. Thomas Damrau
      28. Februar 2024 @ 09:57

      Ich kann nur immer den Rat des alten Ockham empfehlen, nicht um zu viele Ecken zu denken ( https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser ).

      Soll heißen: Die plausibelste Erklärung für den Tod Navalnys ist für mich immer noch, dass Nalwany an den Folgen der Lagerhaft (Eingesperrt-Sein bei mäßiger medizinischer Versorgung) gestorben ist. Dazu braucht es keines Mordbefehls von Seiten Putins.

      Man kann natürlich immer darüber spekulieren, ob Nawalny auf Grund einer Grunderkrankung auch in Freiheit in nächster Zeit gestorben wäre – aber wir haben nun mal kein Parallel-Universum, in dem man diesen Gang der Ereignisse durchspielen könnte. Deshalb würde ich solche Gedankenspiele auch nicht empfehlen.

      Wenn man es unbedingt strafrechtlich bewerten möchte: kein Mord – aber Körperverletzung mit Todesfolge.

      Die Gefangenen-Austauschpläne „beweisen“ nicht, dass Dritte ihre Finger im Spiel hatten, sondern sind nur ein Hinweis darauf, dass der Kreml vermutlich kein Interesse am Tod Nalwanys gehabt hat.

    Reply

  • Vernunftbegabt
    28. Februar 2024 @ 09:13

    Bei all dem Timing mit der Münchener SK und dem Fall von Avdeevka, der Parallele zur Skripal-Vergiftungs-Affaire (jeweils kurz vor den Präsidentenwahlen in Russland) und der besonders engen Zusammenarbeit des englischen Geheimdienste mit jenem der Ukraine scheint mir doch die These des in Brüssel ansässigen Harvard-Absolventen Gilbert Doctorow am wahrscheinlichsten – nämlich dass es die Briten waren. (siehe gilbertdoctorow.com). In seinem Interview mit „Redacted“ am 25.02. zeigt er auch auf, wie das hätte geschehen können.

    Reply

    • Karl
      28. Februar 2024 @ 11:19

      @ „am wahrscheinlichsten – nämlich dass es die Briten waren“.

      Um vom gleichzeitig in London stattgefundenem Prozesstermin gegen Julian Assange abzulenken. Einer der High Court Richter soll selber Agent des Geheimdienstes M16 sein und entscheidet über die „Spionage“ des Journalistes, für den sein Schwesterdienst CIA die Ermordung fordert.

      Reply

      • KK
        28. Februar 2024 @ 12:20

        Wikileaks hatte wohl auch Verfehlungen des MI6 auch in der Zeit, als dieser Arbeitgeber eines der beiden Richter war, die nun über Assanges Schicksal entscheiden, aufgedeckt.
        Meint Ihr nicht, man könnte auf die Idee der Befangenheit kommen… man könnte, aber…

  • KK
    28. Februar 2024 @ 00:59

    „Allerdings wirkt der Todeszeitpunkt – kurz vor seiner geplanten Befreiung aus dem russischen Straflager – doch sehr merkwürdig, um nicht zu sagen suspekt…“
    Vor allem, wenn man den nahezu gleichzeitig angesetzten Prozess um die Auslieferunmg von Julian Assange noch mit in die Überlegungen einbezieht.
    Cui bono, ist man geneigt zu fragen.
    Übrigens, unsere Politiker sind offenbar die eifrigsten Verbreiter von Fake-News (vor allem, wenn es um Russland, China oder sonstige missliebige Staaten geht), die sie selbst ja so vehement mit fragwürdigsten Gesetzen bekämpfen wollen. Der Fisch stinkt immer vom Kopf!


  • Info: https://lostineu.eu/neues-und-suspektes-zum-tod-von-nawalny


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Was Macrons Kriegspläne verraten


    lostineu.eu, vom 27. Februar 2024

    Bei einer Kriegskonferenz in Paris hat Präsident Macron erklärt, die Entsendung von westlichen Bodentruppen in die Ukraine sei nicht (mehr) ausgeschlossen. Seine Gedankenspiele sind gefährlich – und verräterisch.

    Auf die Frage einer Journalistin betonte Macron zwar: „Es gibt heute keinen Konsens darüber, offiziell Bodentruppen zu entsenden.“ Er fügte allerdings hinzu: „Aber in der Dynamik darf nichts ausgeschlossen werden. Wir werden alles tun, was nötig ist, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann.“ 

    Das ist brandgefährlich, denn damit rückt ein Krieg zwischen dem Westen bzw. der Nato und Russland in den Bereich des möglichen. Der Kreml hat denn auch sofort scharf zurückgeschossen.

    Eine Entsendung von Truppen mache einen Konflikt zwischen Russland und der Nato nicht nur wahrscheinlich, sondern unvermeidlich, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Dies sei nicht im Interesse des Westens und seiner Bürger.

    Nun muß man Macrons Bemerkungen nicht unbedingt für bare Münze nehmen. Der französische Sonnenkönig setzt auf „strategische Ambiguität“ – er will Russland im Unklaren lassen und sich alle Optionen offenhalten.

    Dennoch sind seine Äußerungen verräterisch. Sie offenbaren, dass Macron nicht mehr an einen Sieg der Ukraine glaubt – und dass er selbst in der Defensive ist. Sonst müsste er sich nicht so weit aus dem Fenster hängen.

    Sie zeigen aber auch, dass das Problem nicht nur fehlende französische und westliche Waffenlieferungen sind – sondern auch und zunehmend die fehlenden Bodentruppen. Die ukrainischen Soldaten schaffen es nicht mehr.

    Drittens gibt es immer noch keine gemeinsame Strategie. Polen und mehrere andere Länder haben sich von Macrons Äußerungen distanziert. Polen plane nicht die Entsendung eigener Einheiten, sagte Ministerpräsident Donald Tusk.

    Last but bot least zeigt sich einmal mehr, dass der „deutsch-französische Motor“ am Ende ist. Nach den deutschen Alleingängen bei den Waffenlieferungen und der Finanzierung (deutsche Blockade in Brüssel) spielt nun auch Macron solo.

    Nun bin ich gespannt, ob und wie sich Kanzler Scholz zu den französischen Kriegsplänen positioniert…

    Siehe auch „Wo Scholz Recht hat“

    P.S. Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Überlegungen eine klare Absage erteilt. Auch für die Zukunft gelte, „dass es keine Bodentruppen, keine Soldaten auf ukrainischem Boden gibt, die von europäischen Staaten oder Nato-Staaten dorthin geschickt werden“, stellte Scholz klar. – Das ist auch gut so!

    18 Comments

    1. Art Vanderley
      28. Februar 2024 @ 20:53

      Der Artikel bleibt cool, gute Art der Reaktion.
      „und dass er selbst in der Defensive ist. “
      Und daß Macron relativ skrupellos ist, wenn auch nicht vollständig. Für die Machterhaltung macht er so einiges, was Wunder, der Mann lebt weitgehend von seinem Status als Anti-LePen. Noch.
      Macron wurde immer überschätzt als klarer Europäer, das Gefühl hat er eigentlich nie wirklich vermittelt. Seinen Partnern so an den Karren zu fahren ist nicht o.k., deswegen eine Spaltung zu riskieren, wegen eines ungezogenen Elitenzöglings, sollte aber auch nicht die Reaktion sein. Cool bleiben.

    Reply

  • Josef Berchtold
    28. Februar 2024 @ 09:35

    Die Ukraine, die leider ihre Atomraketen aufgegeben hat, gegen eine territoriale Garantie von Russland, sollte sich heimlich wieder Atomraketen beschaffen. Vielleicht könnte man auch das super giftige Plutonium aus den Kernkraftwerken in eine einfachere Rakete packen und nach Russland verschießen. In der Ukraine weiß man, was es bedeutet, von Russen unterjocht zu werden. Dem Wohlfühlwesten ist dies anscheinend in seinen grausamen täglichen Auswirkungen nicht bewusst. Die Laschheit im Westen wird man teuer bezahlen, wenn Putin die Ukraine unterjocht haben wird und dann gegen den Westen einsetzen kann.

    Reply

    • ebo
      28. Februar 2024 @ 09:54

      Sorry, aber dieser Blog ist kein Forum für Atomkriegs-Phantasien. Weitere Kommentare dieser Art werden gelöscht.

      Reply

    • Stef
      28. Februar 2024 @ 13:14

      Dir Russen haben ja seinerzeit auch uns Deutschland schon mal im Rahmen der Opration Barbarossa angegriffen, den ist immer alles zuzutrauen…

      Reply

  • JHiggins
    28. Februar 2024 @ 09:23

    Frankreich liegt von den europäischen Kriegslautsprechern am weitesten weg von Russland. Es verfügt über 9000 Fremdenlegionäre, Wagner french.

    Reply

  • Helmut Specht
    28. Februar 2024 @ 08:18

    Moin,
    seit 2021 kaufen ukrainische Oligarchen, amerikanische Konzerne und Finanzinstitutionen aus anderen Ländern ukrainisches Land auf (siehe Oakland Institute). Wenn Rußland auf der Siegerstraße bleibt, werden die Landaufkäufer die Nato auffordern, ihren Besitz zu schützen. Macron hat m. E. nur das ausgesprochen, was in Kürze Thema sein wird.

    Reply

  • KK
    28. Februar 2024 @ 01:05

    „Das ist brandgefährlich, denn damit rückt ein Krieg zwischen dem Westen bzw. der Nato und Russland in den Bereich des möglichen.“
    Sollten einzelne NAhTOd-Staaten tatsächlich Bodentruppen in die Ukraine entsenden, dann wäre es laut Kujat (Dienstag im DLF) kein Bündnisfall nach Artikel 5. Also insbesondere die USA würden sich wohl geflissentlich heraushalten. Damit wäre der Krieg auf EUropa begrenzt – und genau das, was die USA wohl von vornherein genau so gewollt haben. Weder mitkämpfen noch selbst bedroht sein, aber bestens dran verdienen!
    Macron scheint voll in die Falle getappt!

    Reply

    • Monika
      28. Februar 2024 @ 18:42

      …kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, DIE SIE FÜR ERFORDERLICH ERACHTET um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten…
      Originalzitat aus dem Art.5 des NATO -Vertrags. (Dessen Schutzwirkungsmechanismus unter Umständen von den Europäern gnadenlos überschätzt wird) Die USA könnten also bei einem „Angriff Russlands“ auf europäische Mitglieder durchaus nur eine nicht atomare Unterstützung der europäischen Streitkräfte mit Waffen und Material, ähnlich der „Unterstützung für die Ukraine“, für erforderlich halten, die „Sicherheit in Europa“ wieder herzustellen. (How long it takes natürlich und im lend-lease-Verfahren). Das hätte den Charme auch in Kerneuropa industrielle Filetstücke und Ländereien sehr günstig langfristig zu „erwerben“…
      Mich würde schon interessieren, wie weit der Schutz dieses Art.5 wirklich reicht.
      Im einzigen Ernstfall bislang hatten sich schließlich auch nicht alle NATO-Mitglieder sich dem Kampf mit Truppenkontingenten angeschlossen, oder?

      Reply

      • Erklärbär
        28. Februar 2024 @ 20:37

        Laut enWiki seien es 51 Staaten bei ISAF zwischen 01-14 gewesen, während wir Idioten natürlich schon bei der Invasion dabei waren weil auch Schröder und Fischer nicht bereit waren Deutschen Interessen zu dienen und wahrscheinlich weil die Tatvorbereitung maßgenlich in HH stattfand.

        Jedenfalls hat augenscheinlich Niemand mit Macht in diesem Staat aus dieser Idiotie wirklich und rechtzeitig gelernt, es war ja der Wahnsinn und wird wahrscheinlich ähnlich dem 1.WK als Urkatastrophe des 20., als die des 21. in der Geschichte betrachtet werden.
        Die Amis nennen es ja mittlerweile selbstverständlich „Great War on Terror“ oder GWOT for short, als ob daran irgendetwas great gewesen wäre im Sinne „George W. Bush oder Barracke Obama The Great“
        Der Spitzname ist denn übrigens nicht rassistisch sondern drückt meine profunde und zerstörte Hoffnung in diesen sogenannten Friedensnobelpreisträger aus. 08/09 sogar noch Nächte um die Ohren geschlagen um die Debatten zu gucken, what a waste.

        Jedenfalls:
        „4.5-4.6 million+ people killed[a]
        (937,000+ direct deaths, 3.6-3.7 million indirect deaths)[b]
        At least 38 million people displaced[c]“

        Und keiner der Verantwortlichen musste sich oder wird sich Jemals vor Gericht dafür verantworten müssen, geschweige denn dafür wegen diesem scheiß Blowback falscher, aggressiver Ami Außenpolitik des 20., das Versprechen des 21. Jahrhunderts versaut zu haben, bevor es überhaupt eine Chance hatte richtig zu beginnen.

        Diese Verantwortungslosigkeit von Staaten bzw. deren Lenkern einfach Fehler einzugestehen und nicht wegen Fehlern der Vergangenheit, wie dem Versprechen vom NATO Gipfel 08 die Ukraine und Georgien aufzunehmen und dann selbst nach der direkt darauf folgenden Reaktion der Russen diesmal (bei NATO Erweiterung 99 und 04 haben sie ja auch schon protestiert, ebenso beim Kosovokrieg, aber nix militärisch unternommen), dann endlich aufzuhören mit der Expansion weil die Russen es wenig überraschend als feindseelig ansahen von der gegnersichen Allianz mit der man bald 40 Jahre lang im Konflikt war, umgeben zu sein oder auch nur ins militärische Hintertreffen zu geraten (Stichwort Iran Raketenschild in Polen anno 05/06 ca), ist letztlich was uns hierzulande unsere Wirtschaftsmacht kostet und weil diese nicht ordentlich verteilt wurde in der Gesellschaft über entsprechende Löhne und Gehälter sondern nach oben umverteilt, fehlt es jetzt auch an der entsprechenden Binnennachfrage, welche wenigstens ein kleiner Ausgleich hätte sein können.

      • Skyjumper
        28. Februar 2024 @ 20:38

        @Monika

        Den wenigsten wird es wohl (wegen fehlender Auswirkungen) bewußt sein: Aber der bisher einzige Bündnisfall (Sie meinen doch den aus 2001?), besteht nach wie vor. Zumindest ist mir keine Aufhebung bekannt. Alle entsprechenden Initiativen im Bundestag wurden bisher abgelehnt.

        Aktuell müßte da also gar nichts ausgerufen werden.

      • KK
        28. Februar 2024 @ 23:58

        @ Monika:
        Immer schön von Anfang an zitieren:
        „Die Parteien vereinbaren, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika…“
        Die Ukraine ist eben nicht „eine oder mehrere von ihnen“; tritt jetzt ein NAhTOd-Mitglied mit der Entsendung von Soldaten aktiv in den Ukraine-Krieg ein, sei eine Reaktion Russlands dann eben kein „Angriff“, der den Artikel 5 auslösen könnte.

        @ Skyjumper:
        Dieser Bündnisfall von 2001 richtet sich allerdings NICHT gegen Russland.

  • Arthur Dent
    28. Februar 2024 @ 00:19

    Die Amerikaner haben kaum Kampftruppen in Europa, Gerät auch nicht.
    Man möge mir eine einzige Armee in Europa zeigen, die über genügend Bodentruppen samt Material verfügt – ich kenne nicht eine einzige – auch die ehemals bestens ausgebildeten Briten sind nur noch ein Schatten ihrer selbst (was einen großen Bodenkrieg anbelangt).
    Nur so zum Vergleich: Unternehmen Barbarossa startete mit 3,5 Millionen Soldaten.

    Reply

  • Skyjumper
    27. Februar 2024 @ 18:20

    Auch wenn ich für die weitere Entwicklung in Europa, und hier besonders für Deutschland, eine mittlerweile ausgesprochen negative Erwartungshaltung habe, lasse ich mir doch selten von „der Politik“ die Laune verderben.
    Die gestrigen Nachrichten aus und über Paris haben das allerdings locker geschafft.

    Den Polen traue ich hinsichtlich ihrer Aussagen nicht über den Weg. Tusk mag da deutlich anders eingestellt sein als sein Vorgänger, aber die Wähler der PiS und ihre Einstellung haben sich nach der Wahl ja nicht in Luft aufgelöst. Und nun noch Frankreich. Die heutigen Relativierungen durch den Aussenminister machen es nicht besser. Das undenkbare wird gedacht. Und wenn das erst einmal passiert ist, kommt es schnell zu von @Philipp bereits thematisierten „Unkontrollierten“.

    Und alleine diese immer feiner (haarspalterisch) werdenden Differenzierungen. „unterhalb der Schwelle zur kriegsführenden Macht“ (Stéphane Séjourné heute). Ah ja. Wer sagt eigentlich, dass Russland das GANZ genau so definiert wie Frankreich? Bereits innerdeutsch ist man da ja durchaus nicht auf einer Linie (Thema Taurus) Mir fehlt die Fachkenntnis zum Völkerrecht – aber selbst mir ist bekannt, dass das Völkerrecht auch eine Menge ungeschriebenes, und damit auslegbares, beinhaltet.

    Das Scholz hier „nein“ sagt, ist zu begrüssen. Aber als logistische Drehscheibe wird sich Deutschland, und auch Scholz, kaum verweigern können. Falls es wirklich soweit kommen sollte.

    Persönlich glaube ich derzeit eher, dass wir hier Ablenkungsmanöver sehen. Weder die EU, noch die NATO, und ganz speziell Frankreich, können noch in den Umfang Munition und Gerät liefern wie versprochen. Natürlich bekommt die Ukraine mittlerweile auch Probleme beim Nachschub des Kanonenfutters. Aber das alte, und aktuelle, Hauptproblem ist der Nachschub an Material und Gerät. Davon soll abgelenkt werden. Dass das Gesamtrisiko damit steigt scheint mal wieder egal zu sein.

    Reply

    • ebo
      27. Februar 2024 @ 18:26

      Nein, das Hauptproblem ist der Mangel an Soldaten. Die Ukrainer können nicht mehr, und sie wollen nicht mehr. Das Nachschubproblem war schon ein entscheidender Grund bei der Säuberung der Armeeführung.
      Davon soll abgelenkt werden – mit der unseligen und unendlichen Waffendebatte: Leopard, Taurus & Co. Dabei taugen die besten und weitreichendsten Waffen nichts, wenn die Truppen fehlen, die nach vorne rücken.

      Reply

      • Skyjumper
        27. Februar 2024 @ 19:22

        Nun zerstören Sie doch nicht mutwillig meine mühsame Selbstberuhigung ????

    • Ukraine ist weder Landes noch Bündnisverteidigung!
      28. Februar 2024 @ 00:27

      Auf der Suche nach der ersten Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes, traf ich auf eine Zweite:
      https://www.bundestag.de/resource/blob/957632/44633615ad0618f5cd38c35ad0a30fe4/WD-2-023-23-pdf-data.pdf#%5B%7B%22num%22%3A837%2C%22gen%22%3A0%7D%2C%7B%22name%22%3A%22XYZ%22%7D%2C68.0401%2C592.8676%2C0%5D
      Man beachte Punkt 6.5.2 wonach wir also schon als Konfliktpartei angesehen werden könnten wenn die Russen es so wollten, das erschrickt mich auch gerade und wenn die BReg jetzt noch zielgerichteter etc. unterstützen will, wird es noch schlimmer:
      „Eine direkte Beziehung zwischen der Unterstützungsleistung und dem Kampfgeschehen lässt sich
      dadurch herstellen, dass die militärische Hilfe sowohl mit Blick auf die konkreten Bedürfnisse
      der unterstützten Konfliktpartei als auch mit Blick auf die Schwächen und Verwundbarkeiten
      des gemeinsamen Gegners zielgerichtet abgestimmt und passgenau geliefert wird.96 Der Unterstüt-
      zerstaat muss dabei die mit seiner Hilfeleistung verbundenen Konsequenzen für den weiteren Fort-
      gang der Kampfhandlungen einkalkulieren. “
      Die erste aus 22 ist übrigens hier zu finden:
      https://www.bundestag.de/resource/blob/892384/d9b4c174ae0e0af275b8f42b143b2308/WD-2-019-22-pdf-data.pdf

      Reply

    • Art Vanderley
      28. Februar 2024 @ 20:46

      „von „der Politik“ die Laune verderben.“
      Interessanter Punkt. Ich habe immer öfter das Gefühl daß genau das das Ziel vieler Politiker ist.

      Reply

  • Philipp
    27. Februar 2024 @ 15:17

    NATOSOLDATEN IN DER UKRAINE XXX Man kann es nicht für möglich halten, dass ein gestandener Staatsmann solche Erwägungen äußert. Ist es Dummheit, ist es Verzweiflung, ist es Herausstechen zu wollen, was ist es? Selbst die Feststellung, gebe niemals den Dummen die Macht, denn sie missbrauchen diese, da fehlt mir die Vorstellung. Damit dürfte auch der atomare Schutz von Frankreich für Europa nicht mehr eine erwägende Gültigkeit haben!!! Trotzdem das ganz normale Kriegs 1×1 zeigt, wenn die Kriegswalze rollt, ist diese nicht mehr aufzuhalten, Unkontrolliertes tritt ein, das sollten besonders die westlichen Kriegstreiber wissen.
    Friedfertiger/27.02.2024


  • Info: https://lostineu.eu/was-macrons-kriegsplaene-verraten


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.02.2024

    Nachrichten von Pressenza: Wie Milliardäre ihren Reichtum in mediale Macht umwandeln

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 28. Februar 2024, 7:17 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 28.02.2024


    Wie Milliardäre ihren Reichtum in mediale Macht umwandeln


    Manche Milliardäre kaufen Medienkonzerne auf. Aber auch ohne eigene Medien haben sie eine Redefreiheit, von der andere träumen. Redaktion INFOsperber upg. Der milliardenschwere Hedgefondsmanager Bill Ackman ist ein Beispiel dafür, wie Superreiche via Medien ihre Macht ausspielen. Kürzlich trug Ackman dazu bei,&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/wie-milliardaere-ihren-reichtum-in-mediale-macht-umwandeln/


     -----------------------


    Südkorea – militärisch -industrieller Komplex bedroht soziale und demokratische Errungenschaften und den Frieden!


    Am 18.2. fand in Berlin am Brandenburger Tor eine Protestkundgebung gegen die Politik des südkoreanischen Präsidenten Yoon statt. Seine Politik zerstört systematisch die sozialen und demokratischen Errungenschaften der Vorgängerregierung sowie die von ihr eingeleitete Entspannungspolitik mit Nordkorea. von Peter Vlatten&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/suedkorea-militaerisch-industrieller-komplex-bedroht-soziale-und-demokratische-errungenschaften-und-den-frieden/


     -----------------------


    Ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare


    Zurück ins Jahr 2008. Wie wir ein paar Stunden später erfahren sollten und was in der späteren Dokumentation von Panagiotis Evaggelidis ausführlich dargestellt wird, vollzieht der inzwischen verstorbene Bürgermeister der winzigen Insel Tilos, Tasos Aliferis, im Rathaus eine zivile Eheschließung&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/ein-wichtiger-schritt-zur-gleichstellung-gleichgeschlechtlicher-paare/


     -----------------------


    Notruf Erde – ein Aufruf für Versöhnung und Widerstand


    Aus ihrer Erfahrung in Gemeinschaftsaufbau, Versöhnungskultur und Kooperation auf allen Ebenen lädt die Gründerin von Tamera und Friedensbotschafterin Sabine Lichtenfels am 22. März – dem Weltwassertag – zu weltweiten Aktionen ein: Für Frieden im Nahen Osten. Von  SABINE LICHTENFELS An&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/notruf-erde-ein-aufruf-fuer-versoehnung-und-widerstand/


     -----------------------


    ‚FAIRmarkt‘-Messe in Wien: Inspirierende Ideen – Nachhaltige Lösungen


    Über 30 Aussteller:innen beteiligen sich am 1./2. März an der Premiere von FAIRmarkt – die Messe für faire Beschaffung im ÖGB-Haus in Wien (U2 Donaumarina). Bei freiem Eintritt sind alle Menschen eingeladen, denen das Thema Nachhaltigkeit sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz am Herzen liegt. Immer mehr Konsumentinnen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/fairmarkt-messe-in-wien-inspirierende-ideen-nachhaltige-loesungen/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.02.2024

    Fremde Federn
    Anarchokapitalismus, Altersarmut, Russland-Sanktionen

    makronom.de, vom 27. Februar 2024, Makrothek

    In den „Fremden Federn“ stellen wir einmal pro Woche in Kooperation mit dem Kuratorendienst piqd eine Auswahl von lesenswerten journalistischen Fundstücken mit wirtschaftspolitischem Bezug zusammen. piqd versteht sich als eine „Programmzeitung für guten Journalismus“ – was relevant ist, bestimmen keine reichweitenoptimierten Algorithmen, sondern ausschließlich ausgewählte Fachjournalisten, Wissenschaftler und andere Experten.



    Wie wirksam sind verhängte Sanktionen gegen Russland?


    piqer: te.ma

    Als die EU Anfang März 2022 russische Banken aus dem SWIFT-Zahlungsverkehr ausschloss, galt dies als schärfstes verhangenes Strafmaß. Der Historiker Nicholas Mulder und der Ökonom Janis Kluge sind sich jedoch sicher: Die Auswirkungen der Sanktionen sind zu kurz gedacht.

    Die meisten Sanktionen, die nicht schnell wirken, wirken am Ende entweder gar nicht oder brauchen sehr lange, um Wirkung zu entfalten.

    Zwar stellen die Sanktionen eine Bürde für den russischen Haushalt dar. Doch die westliche Weltgemeinschaft misst den Maßnahmen mehr Bedeutung bei, als diese tatsächlich für die russische Wirtschaft haben.

    Grund dafür ist die enge Verzahnung der Weltwirtschaft: Die Abhängigkeit vom russischen Öl sorgte dafür, dass der Weltmarkt weiterhin auf dessen Verfügbarkeit angewiesen war und damit die Auswirkungen der Sanktionen dämpfte. Mulder und Kluge zufolge kamen die Sanktionen viel zu spät: Bereits 2014, als Reaktion auf die Annexion der Krim, hätte die Weltgemeinschaft stärkere Signale senden müssen.

    Dass damals die Krim nicht zu härteren Folgen geführt hat, war ein massiver Fehler. Russland hat daraus nicht nur den Schluss gezogen, dass Annexionen im 21. Jahrhundert in Europa relativ problemlos möglich sind. […] Die gewaltsame Veränderung international anerkannter Grenzen ist für Russland zur Routine geworden.

    Die Sanktionspolitik bleibt jedoch nicht völlig wirkungslos. Sie strukturiert die russische Wirtschaft nachhaltig um – und damit auch die Weltwirtschaft. Und auch die politische Symbolkraft von Sanktionen sollte nicht unterschätzt werden:

    Sanktionen sind aber auch ein Instrument der Kommunikation gegenüber dem Rest der Welt und der eigenen Bevölkerung.

    Im Gespräch mit te.ma-Kurator Sebastian Hoppe sprechen der Historiker Nicholas Mulder und der Ökonom Janis Kluge über Erfolg und Misserfolg des westlichen Sanktionsregimes gegen Russland, über die Rolle von Sanktionen für die Wiederherstellung der ukrainischen territorialen Integrität, verpasste Reaktionen auf die Krim-Annexion, den überraschend engen Zusammenhalt der USA und der EU und die abweichenden Reaktionen der Staaten des Globalen Südens.

    te.ma„Gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit ist viel beständiger, als wir dachten.“Autoren: Nicholas Mulder & Janis Kluge




    Armut und Wohlstand im Alter: Differenziertere Zahlen


    piqer: Antje Schrupp

    Häufig ist in sozialpolitischen Diskussionen von Altersarmut die Rede, und dabei wird meist auf niedrige Rentenbezüge, vor allem bei Frauen verwiesen: Mehr als ein Drittel der Rentnerinnen bekommen demnach weniger als 1.000 Euro im Monat.

    Solche Zahlen sind aber teilweise irreführend da die wenigsten alten Menschen ausschließlich von der gesetzlichen Rente leben. So haben viele der über 65-Jährigen noch eine klassische Ehe geführt, mit einem Vollzeit arbeitenden Mann und einer Teilzeit oder geringfügig erwerbsarbeitenden Frau. Das Renteneinkommen des Ehemannes bestimmt hier auch den Lebensstandard der Ehefrau, nicht nur ihre eigene Rente.

    Hinzu kommt, dass viele der heute Älteren zusätzlich zur gesetzlichen Rente über Betriebsrenten oder private Zusatzrenten verfügen oder sich Wohneigentum erworben haben. In den wirtschaftsboomenden 1960er und 1970er Jahren war das auch für Menschen aus ökonomisch ärmeren Milieus durchaus möglich – anders als heute.

    Es ist daher wichtig, das Phänomen Altersarmut differenziert zu diskutieren. Dafür liefert dieser Artikel Zahlen und kommt zu dem Schluss: „Die heutige Rentnergeneration ist zumindest im Durchschnitt deutlich besser gestellt als oft wahrgenommen.“ Nur drei Prozent in dieser Generation sind auf Grundsicherung angewiesen.

    Für die Jüngeren hingegen ist es heute deutlich schwieriger, sich eine Altersvorsorge aufzubauen, und zwar insbesondere für Frauen. Altersarmut wird in Zukunft noch zum einem großen Problem werden.

    n-tvSo viel Geld haben Rentner wirklichAutorin: Christina Lohner




    Entmythologisierung des EU-Lieferkettengesetzes


    piqer:  Jürgen Klute

    Nach langen und mühsamen Verhandlungsrunden hatten sich die Ko-Gesetzgeber der Europäischen Union – das Europäische Parlament und der Rat der EU unter Beteiligung der EU-Kommission – auf einen Kompromiss zur so genannten Lieferketten-Richtlinie geeinigt. Buchstäblich in letzter Sekunde hat dann die FDP durch ein Veto die beiden anderen Koalitionspartner der Bundesregierung, SPD und Grüne, dazu gezwungen, bei der angesetzten abschließenden Abstimmung im Rat der EU der Richtlinie nicht zuzustimmen, sondern sich statt dessen der Stimme zu enthalten. Um zu vermeiden, dass weitere Staaten dem Beispiel Deutschlands folgen und damit die Richtlinie zu Fall bringen, wurde die Abstimmung verschoben.

    Die FDP, die zuvor ja dem ausgehandelten Kompromiss schon zugestimmt hatte, brachte als Argument für ihr überraschendes Umkippen in letzter Sekunde vor, die Richtlinie sei für viele Betriebe eine unzumutbare bürokratische Belastung.

    Die taz-Wirtschaftsredakteurin Leila van Rinsum hat sich daraufhin die Richtlinie noch einmal genau angeschaut und kommt zu dem Schluss, dass die Argumentation der FDP sachlich nicht nachvollziehbar sei, was sie in ihrem Betrag für die taz detailliert darlegt. Unterstützt wird Rinsums Schlussfolgerung z.B. von Lebensmittelkonzernen, die einen Abschluss des EU-Lieferkettengesetzes fordern, wie Jonathan Packroff in einem Euractiv-Artikel berichtet.

    Der FDP scheint es aber andererseits gar nicht so sehr um die konkreten Regelungen der Lieferketten-Richtlinie zu gehen, sondern darum, Menschenrechten aus ideologischen Gründen insgesamt eine Absage zu erteilen. Denn wie Christoph Schult in einem Spiegel-Artikel (leider hinter der Paywall) berichtet, stoppte FDP-Justizminister Marco Buschmann kürzlich einen Antrag der Regierungsparteien im Bundestag zu Menschenrechten, weil in diesem Antrag die Lieferketten-Richtlinie erwähnt wurde, die im Kern ja gerade Unternehmen auf die Einhaltung von Menschenrechten (und Umweltstandards) verpflichten will.

    tazKette voller MythenAutorin: Leila van Rinsum




    Die Rätsel der westlichen Ukrainepolitik


    piqer:  Thomas Wahl

    Es kam sehr viel zusammen während der Münchner Sicherheitskonferenz. Vom Tod Alexej Nawalnys, über die Einnahme der Stadt Awdijiwka in der Ostukraine durch russische Truppen bis hin zum zunehmenden Munitionsmangel der Ukrainer, der andauernden Weigerung Deutschlands Taurus zu liefern und der Blockade der amerikanischen Hilfsgelder durch die Republikaner. Dann kündigt Trump auch noch an, Beitragszahlern der NATO, die das 2%-Ziel nicht einhalten, den amerikanischen Schutz zu entziehen. Die Sanktionen gegen Rußland wirken immer noch nur sehr moderat. Auch wenn das so nicht von ihm geplant war – „Wladimir Putin muss diesen Moment genossen haben„, so die Schlußfolgerung von Nicholas Vinocur in POLITICO, der in dem empfohlenen Artikel versucht, Geschichte und Wurzeln der westlichen Ukrainestrategie herauszuarbeiten.

    Er zeigt eine Strategie des Versagens, der falschen Einschätzungen, des Verpassens von Gelegenheiten und Momenten, eine Strategie der Zurückhaltung und Ängste. Garniert immer wieder von großen Worten und einer Hilfe, die zum Sterben zu viel und zum Siegen zu wenig ist. Die, so die WELT in ihrem Nachdruck (auf Deutsch hinter dem Paywall), zentral von US-Präsident Biden und Bundeskanzler Scholz geformt wurde.

    Es mag zu früh sein, um zu sagen, dass der Westen den Krieg in der Ukraine verlieren wird – aber es wird immer deutlicher, dass er verlieren könnte. Während Kiew und seine Verbündeten für das aktuelle Jahr ein grausiges Menü von Möglichkeiten durchspielen – einschließlich eines Vorstoßes von Russlands Verbündeten, dem Iran und China, an allen Fronten, um den Dritten Weltkrieg zu provozieren – lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und zu fragen: Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte der Westen mit seinen Flugzeugträgern und einer gemeinsamen Wirtschaftspower von fast 60 Billionen Euro (weit mehr als China, Iran und Russland zusammen) die Initiative an ein schrumpfendes postsowjetisches Land mit dem Bruttoinlandsprodukt Spaniens abtreten und in die Defensive geraten, um beim nächsten Angriff Putins zurückzuweichen? Und wenn die Abwehr von Putins Invasion nicht das eigentliche Ziel des Westens ist – was dann?

    Einen Grund für die zögerliche und widersprüchliche Haltung des Westens sieht Politico, nach vielen Gesprächen mit Diplomaten, Sicherheitsbeamten und Experten auf beiden Seiten des Atlantiks, in der Angst vor den nuklearen Drohungen Putins. Was dazu führte, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu limitieren und zu verzögern. Vor jeder Runde für eine qualitativ erweiterte Ausrüstung mit schwereren Waffen gab es lange Diskussionen. So kann man keinen ernsthaft agierenden Eindringling schlagen. Ein Vorgehen, das in Kriegszeiten zu vermehrten Opfern führen muss.

    „In Bidens Regierung und in Scholz‘ Umfeld herrschte Angst vor einer möglichen nuklearen Konfrontation“, so der Diplomat weiter. „Diese Angst war anfangs sehr groß. Sie prägte die Reaktion der Welt.“ Laut Techau und Edward Hunter Christie, Sicherheitsexperte vom Finnish Institute of International Affairs, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der russische Staatschef zu Beginn des Konflikts eine Art nukleare Drohung direkt an Biden und Scholz gerichtet hat, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen. „Wir wissen, dass Putin Boris Johnson gesagt hat, er könne sein Land innerhalb von fünf Minuten angreifen“, sagt Hunter Christie. „Wenn er das bei Johnson getan hat, ist es durchaus möglich, dass er das Gleiche bei Biden getan hat.“ Techau fügt hinzu: „Es gab ziemlich gut informierte Spekulationen über eine direkte [nukleare] Drohung an Scholz, in der er gewarnt wurde, dass ein solcher Schlag passieren könnte.“

    Die Angst vor einem russischen Atomschlag ist zwar nach den ersten Monaten des Krieges etwas abgeebbt. Es dominiert nun das Argument, Putin werde von einem Erstschlag wenig profitieren bzw. sogar einen direkten militärischen Gegenschlag des Westens provozieren. Aber die Angst vor der Eskalation lauert wohl im Hintergrund und begrenzt so die militärischen Optionen der Ukrainer.

    „Es gibt hier ein offensichtliches Muster“, sagt Hunter Christie. „Wir haben es bei den Panzern gesehen. Wir haben es bei den Flugzeugen gesehen. Wir haben es bei den Vorbehalten gesehen, wie das Raketenartilleriesystem Himars eingesetzt werden kann. Man achtet wie besessen auf Details, auf Vorbehalte, wie diese Waffen eingesetzt werden können, auch wenn einige der Überlegungen militärisch absurd sind. Hinter dieser Besessenheit verbirgt sich die Angst, eine eskalierende Reaktion auszulösen. Das ist verständlich – niemand will einen Atomkrieg –, aber so ist es nun einmal.“

    Ein weiterer Grund für das Lavieren des Westen seien die Persönlichkeiten der wichtigen politischen Spitzenakteure. Gerade die Charaktere von Biden und Scholz prägen die „Strategie“ der langsamen Steigerung und die Konzentration auf das Management der Eskalation – was die Fokussierung auf strategische Ergebnisse immer wieder behinderte. Beide Politiker sind, trotz des Altersunterschieds von 16 Jahren,

    während des Kalten Krieges und der damals weit verbreiteten Furcht vor einem nuklearen Armageddon politisch erwachsen geworden. Beide sind der von den USA geführten internationalen Ordnung und dem NATO-Schutz für Europa zutiefst verbunden. Beide sind Männer der Linken, die bewaffneten Interventionen instinktiv misstrauisch gegenüberstehen und, vom Temperament her gesehen, risikoscheu sind und sich mit geopolitischen Spielereien nicht anfreunden können, so die Meinung von Experten und Diplomaten.

    Demnach war Biden ideologisch schon immer gegen Interventionen und Kriege, wie auch sein chaotischer Rückzug aus Afghanistan zeige. Bei Scholz, als ehemaligem Aktivisten der extremen Linken, der in seiner Jugend nach Moskau reiste, vermutet man eine tiefere Sympathie für die Sowjetunion und unbewußt auch für deren „Nachfolger“ Rußland. Sein Aufstieg in der deutschen Sozialdemokratie, die für ihre historische Sympathie für Russland bekannt ist, hat Scholz sicher nicht direkt zu einem Russland-Falken werden lassen. Das entwickelt sich offensichtlich sehr langsam. Rätselhaft langsam. Insgesamt diagnostizieren Experten bei beiden Politkern eine fehlende Ambiguitätstoleranz.

    Meines Erachtens gilt diese gewachsene Unsicherheitstoleranz auch für die westlichen Gesellschaften als Ganzes. Und so scheint auch keine stringente gemeinsame europäische Strategie in Sicht. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat zwar vor kurzem ein Verteidigungsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet, Langstreckenraketen vom Typ SCALP in die Ukraine geschickt und sein Beharren auf einen Dialog mit Putin aufgegeben. Besorgnis hingegen erregt sein derzeitiges Beharren auf „Buy European“ bei dringend benötigten Waffen und Munition. Das verschwendet wertvolle Zeit und

    hat ihm den Vorwurf eingebracht, eine „zynische“ Politik zu betreiben, die sich mehr auf den Wiederaufbau der europäischen Rüstungsindustrie als auf die Unterstützung der Ukraine auf dem Schlachtfeld konzentriert.

    Und gerade hört man aus Deutschland endlich eine konkrete (aber fadenscheinige) Information  zur Taurus-Frage:

    Der deutsche Regierungschef Olaf Scholz hat der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt eine klare Absage erteilt. Er begründete dies mit dem Risiko einer Verwicklung Deutschlands in den Krieg. Der Taurus sei eine weitreichende Waffe, es drohe ein Eskalation.

    Das macht einen fassungslos. Mehr Hoffnung geben vielleicht andere westliche Staatsoberhäupter:

    Ukrainische Quellen bezeichnen das Vereinigte Königreich, sowohl unter dem ehemaligen Premierminister Boris Johnson als auch unter dem derzeitigen Premierminister Rishi Sunak, als verlässlichen Verbündeten, der dazu beigetragen hat, die westliche Zurückhaltung bei der Lieferung bestimmter Waffen zu überwinden. Sie schreiben dem amtierenden niederländischen Premierminister Mark Rutte zu, ein Tabu bei der Lieferung westlicher Kampfjets gebrochen zu haben, da die Niederlande nach Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums derzeit die Lieferung von 24 F-16 an die Ukraine zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr vorbereiten. Die nordischen, baltischen, mittel- und osteuropäischen Staaten, insbesondere Polen, werden von ukrainischen Beamten für ihr großes Engagement für den Sieg der Ukraine gelobt – ein Beispiel dafür ist die jüngste Entscheidung Dänemarks, seine gesamte Artillerie nach Kiew zu schicken.

    Könnte es trotzdem sein, dass der Westen seine Kriegsziele in der Ukraine leise umdefiniert? Wenn der Bundeskanzler jetzt sagt, man dürfe Putin nicht erlauben, die Bedingungen für einen Frieden in der Ukraine zu diktieren, ist das etwas anderes, weicheres, als früher „Die Ukraine darf nicht verlieren“.

    Der Westen hat die Ukraine nicht aufgegeben. Aber seine vorrangige Konzentration auf das Risikomanagement verrät den Wunsch, den Konflikt zu beenden und sich mit Putin zu einigen, möglichst früher als später. Die große Frage, die sich aufdrängt, ist allerdings, ob der Ansatz die Katastrophe abwenden wird – oder Schlimmeres heraufbeschwören.

    Putin ist nicht dumm, kein durchgeknallter Verrückter. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass er die Lage öfter so dramatisch falsch einschätzt wie in den ersten Tagen des Krieges. Auch wenn er als jahrzehntelanger Alleinherrscher vielleicht zunehmend den Kontakt zur Realität verlieren könnte. Der Westen muss handeln – schnell und entschlossen. Mit oder ohne Amerika.

    politicoWhy the West is losing UkraineAutor: Nicholas Vinocur




    Quinn Slobodian über die Vordenker des Anarchokapitalismus


    piqer: Dirk Liesemer

    Seit einigen Wochen regiert in Argentinien ein Präsident, der im Wahlkampf provokativ und progammatisch mit einer Kettensäge auftrat: Javier Milei, ein Rechtspopulist, Sozialstaatsgegner und Anarchokapitalist – ein was, bitte schön?

    Ja, genau darum geht es in diesem Text des kanadischen Historikers Quinn Slobodian: um Anarchokapitalismus, einer besonders entfesselten Form der Finanzwirtschaft, einen Kapitalismus, der sich der staatlichen und gesellschaftlichen Kontrolle entledigen will – also das Gegenteil von linken Anarchismustheorien, die in der Schule eines Michail Alexandrowitsch Bakunin gründen. Bei dem Text handelt sich um einen Auszug aus seinem neuen Buch Kapitalismus ohne Demokratie.

    Slobodian stellt uns einige Namen vor, die man sich wohl wird merken müssen, allen voran Murray Rothbard, einem (verstorbenen) konservativen US-Philosophen, der dem Paläolibertarismus zugerechnet wird. Rothbard prägte die in den 1920er entstandene Theorie des Anarchokapitalismus maßgeblich.

    Zwar werden im Text keine deutschen Namen genannt (auch der Argentinier Milei kommt nicht vor), aber beim Lesen musste ich doch mehrmals an die hiesigen Crash-Propheten denken, die sich offenbar direkt aus der anarchokapitalistischen Ideenkiste bedienen.

    blätterStaat ohne MachtAutor: Quinn Slobodian




    Über den skrupellosen Opiumhandel in Asien


    piqer: Natalie Mayroth

    Dabei waren sich die Händler der katastrophalen Folgen ihres Tuns sehr wohl bewusst. «Alle sagen, dass England mit Opium handelt, weil es Chinas Ruin will», schrieb der chinesische Prinz Gong, der 1869 den internationalen Protest gegen das Geschäft mit dem Rauschgift anführte. Für den amerikanischen Historiker und Sinologen John Fairbank war der Opiumhandel «das am längsten währende und systematischste internationale Verbrechen der Neuzeit». Über die Jahrzehnte führte der Opiumhandel zu einer verheerenden Drogen-Epidemie, die das wirtschaftliche Gleichgewicht und den sozialen Zusammenhalt in China bedrohte.

    Ein Grund für den Boom von Opium in Ostasien war indirekt das wachsende Handelsbilanzdefizit der Briten mit China: Die East India Company schmuggelte den verbotenen Schlafmohnextrakt aus Britisch-Indien ins Reich der Mitte, um ihre Kassen zu füllen. Ganze Landstriche, in denen angebaut wurde, verarmten. Dass die Bevölkerung Indien und China an den Folgen von Anbau, Verarbeitung und Konsum litt und gar in eine Epidemie führte, wurde in Kauf genommen, denn sie profitierten gut davon. Mit Opium wurden koloniale Kriege finanziert. Ein moralisches Problem war das für Europäer lange nicht, wie die Geschichte zeigt.

    nzzWie eine britische Handelsfirma die erste Opium-Epidemie in Asien auslöste und damit ein Vermögen verdienteAutor: Ulrich von Schwerin




    Können wir uns Journalismus noch leisten?

    piqer: Michaela Haas

    Fast jeden Tag kommt wieder eine neue Nachricht, dass ein amerikanisches Medienimperium Journalisten entlässt: Vice, die Los Angeles Times, Time, das Wall Street Journal, Vox, NBC News, Business Insider, Spotify, Condé Nast, Sports Illustrated – sie alle haben Hunderte von Journalisten entlassen. BuzzFeed News hat ganz dicht gemacht. Selbst die Washington Post, im Besitz von Gazillionär Jeff Bezos, will 240 Journalisten loswerden, weil sie im letzten Jahr mehr als hundert Millionen Dollar verloren hat.

    Das betrifft letztlich auch uns Leser in Deutschland, denn gerade in diesem Wahljahr wären fundiert recherchierte Berichte aus Amerika umso dringender nötig. Diese New Yorker Reportage fragt gar, ob die Medien vom Aussterben bedroht sind. Sie zeigt aber auch einige potentielle Lösungen auf:

    The Washington Post’s new publisher and C.E.O., Will Lewis, was more clearly bearish on subscriptions. “That subscription-based model is now waning and then will enter a more significant period of decline,” he said. “There’s very positive evidence of how news can be accessed and paid for in more innovative ways. There are day passes that are successful, there’s week passes, there are models like the Guardian where you can make donations. So there’s a whole new generation of paying user concepts. I’m pretty excited about it. I think it’s newsroom 3.0.”

    new yorkerIs the Media Prepared for an Extinction-Level Event?Autorin: Clare Malone


    Info: https://makronom.de/anarchokapitalismus-altersarmut-russland-sanktionen-45981?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=anarchokapitalismus-altersarmut-russland-sanktionen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    killing-oneself-to-try-to-stop-a-war/ by Ann Wright /CN

    aus e-mail von Irene eckert, 27. Februar 2024, 21:02 Uhr


    Two very thoughtful articls

    https://consortiumnews.com/2024/02/26/killing-oneself-to-try-to-stop-a-war/?eType=EmailBlastContent&eId=61aa601e-0bc0-43d1-b6e3-1ce9a9f5eea8

    *We each have own our personal response to Israel’s incineration of Gaza.

    This was Aaron Bushnell’s. *

    *See CN article by Catlin Johnstone*


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    New York Times: Warum gesteht die CIA ihre Beteiligung in der Ukraine?

    meinungsfreiheit.rtde.life, 27 Feb. 2024 16:02 Uhr,Von Dagmar Henn

    Die New York Times ist für ihre engen Verbindungen zur CIA bekannt. Aber das Detail, das jüngst über die CIA in der Ukraine veröffentlicht wurde, ist rätselhaft. Es bestätigt vieles, was zuvor bereits als wahr angenommen wurde – aber warum gerade jetzt?


    © Carol M. Highsmith, Public domain, via Wikimedia Commons


    Luftaufnahme der CIA-Zentrale in Langley, Virginia, USA, irgendwann vor dem Jahr 2006


    Es ist fast eine romantische Erzählung, die die New York Times über die Entwicklung der Beziehungen zwischen der CIA und den ukrainischen Geheimdiensten lieferte. Und es ist trotz des öffentlichen Eingeständnisses, wie tief die Zusammenarbeit geht, ein typisches NYT-Stück, eine dichte Mischung aus Lüge und Wahrheit.


    WSJ-Bericht: USA wollen Spionagenetzwerk in China wiederherstellen





    WSJ-Bericht: USA wollen Spionagenetzwerk in China wiederherstellen






    Beginnen wir mit den Dingen, die höchstwahrscheinlich stimmen. Die CIA ist an der Finanzierung von Kommandozentralen der ukrainischen Armee beteiligt. Die Beschreibung dessen klingt selbstverständlich romantisch:


    "Nicht weit entfernt führt ein diskreter Gang zu einem unterirdischen Bunker, in dem Trupps ukrainischer Soldaten russischen Spionagesatelliten folgen und Gesprächen zwischen russischen Kommandeuren lauschen. Auf einem der Bildschirme folgt ein roter Strich der Flugbahn einer sprengstoffbeladenen Drohne, die sich von einem Ausgangspunkt in der zentralen Ukraine durch russische Luftverteidigung schlängelt, um ein Ziel in der russischen Stadt Rostow anzusteuern.


    Der unterirdische Bunker, der gebaut wurde, um den in den Monaten nach dem russischen Einmarsch zerstörten Kommandoposten zu ersetzen, ist ein geheimer Nervenknoten des ukrainischen Militärs. Und es gibt ein weiteres Geheimnis: der Stützpunkt wird von der CIA beinahe vollständig finanziert und zum Teil ausgestattet."


    Schon dieser Absatz wirft eine Frage auf – an wen richtet sich und was will dieser Artikel? Die NYT ist geradezu das klassische Sprachrohr, wenn die CIA irgendetwas mitteilen will. Es erstaunt erst einmal, dass eine Beteiligung in diesem Ausmaß eingestanden wird, da üblicherweise doch immer betont wird, man habe mit diesem Krieg nur in Gestalt von Geldgeschenken und Waffenlieferungen zu tun.


    "Die nachrichtendienstliche Partnerschaft zwischen Washington und Kiew ist ein Dreh- und Angelpunkt der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit, in einem Krieg, der hunderttausende Leben gekostet hat und jetzt ins dritte Jahr geht. Die CIA und andere amerikanische Dienste liefern die Aufklärung für gezielte Raketenschläge, verfolgen russische Truppenbewegungen und helfen dabei, Spionagenetzwerke zu unterstützen."


    Spionage: Wie die USA und ihre "Freunde" einander ihre Geheimnisse stehlen





    Meinung

    Spionage: Wie die USA und ihre "Freunde" einander ihre Geheimnisse stehlen





    Mit anderen Worten, die militärischen Handlungen der Armee Kiews wären ohne diese Daten unmöglich. Das überrascht wirklich nur das Publikum im Westen. Einige Stunden auf Flightradar24 oder einem anderen Tracking-Portal genügen, um zu zeigen, wie rege die Überwachung von westlicher Seite allein aus der Luft ist. Und da Kiew weder über AWACS noch über Satelliten verfügt und die Sicht von Drohnen begrenzt ist und daher eben nicht bis Rostow, Sewastopol oder gar Moskau reicht, war die ganze Zeit über klar, dass die Ukraine letztlich nur ausführendes Organ westlicher Angriffe ist. Die Zielbestimmung ist aus dem Westen, die Waffen sind aus dem Westen und sogar das kommandierende Personal dürfte von dort sein. Ukrainisch sind nur noch die Fußtruppen drum herum. Aber man hat das im Westen eben bisher nicht eingestanden.

    Vor zehn Jahren, behauptet die NYT, habe diese Zusammenarbeit begonnen, also erst nach dem Maidan-Putsch. Eine Teilwahrheit, die damit begründet wird, der erste Anlauf wäre gescheitert. Unter der Regierung Juschtschenko, nach der ersten Farbrevolution in Kiew im Jahr 2005, soll die CIA in der Zentrale des SBU ein ganzes Stockwerk besetzt haben. Aber natürlich sind die Verbindungen nicht abgerissen, als sie unter Janukowitsch wieder ausziehen mussten, ganz zu schweigen von den viel älteren Verbindungen, die über die ukrainische Diaspora gingen und über Jahrzehnte vor allem über Stellen bei Radio Free Europe aufrechterhalten wurden.


    "Der Horchposten im ukrainischen Wald ist Teil eines von der CIA unterstützten Netzwerks von Spionagestützpunkten, das in den letzten acht Jahren errichtet wurde und zwölf geheime Stellungen entlang der russischen Grenze einschließt. Vor dem Krieg bewiesen sich die Ukrainer den Amerikanern, indem sie abgefangene Gespräche sammelten, die halfen, Russlands Verwicklung in den Abschuss eines Linienflugs, des Flugs Malaysia Airlines Nummer 17, zu beweisen."


    Auf dem südamerikanischen Kontinent ist ein stiller Staatsstreich der USA im Gange





    Analyse

    Auf dem südamerikanischen Kontinent ist ein stiller Staatsstreich der USA im Gange





    Ja, es gab damals eine angebliche Aufzeichnung eines Gesprächs, das prompt als Erfolg des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU verkauft wurde. In Wirklichkeit war das ein schlampig gemachter Zusammenschnitt, der gerade einmal einer oberflächlichen Betrachtung standhielt. Aber wir sind bei der New York Times, und entsprechend geht es weiter:


    "Die Ukrainer halfen den Amerikanern auch, den russischen Agenten nachzugehen, die sich in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 einmischten."


    Mit diesem Satz kann man zumindest eine mögliche Hypothese von der Liste streichen, warum die CIA diese Informationen lanciert hat. Die hätte nämlich gelautet, dass Teile des Dienstes sich in Erwartung eines künftigen Präsidenten Donald Trump schon einmal von der Biden-Regierung absetzen. Dem widerspricht nun, die längst widerlegte Legende der "russischen Wahleinmischung" aufzuwärmen (interessanterweise spielte damals eine deutsche staatliche Stiftung, der German Marshall Fund, eine ganz wichtige Rolle).


    Die NYT weiß, zehn Jahre lang sei diese Zusammenarbeit ein streng gehütetes Geheimnis gewesen.


    "In mehr als 200 Interviews beschrieben ehemalige und aktive Mitarbeiter in der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Europa eine Partnerschaft, die beinahe am wechselseitigen Misstrauen gescheitert wäre, ehe sie sich stetig erweiterte und die Ukraine in ein Drehkreuz der Informationsbeschaffung verwandelte, das mehr von russischer Kommunikation abfing, als die CIA-Filiale in Kiew anfänglich verarbeiten konnte … Jetzt sind diese Aufklärungsnetze wichtiger denn je, wenn Russland in der Offensive ist und die Ukraine abhängiger von Sabotage und weitreichenden Raketen ist, die Spione weit hinter den feindlichen Linien voraussetzen. Und sie sind zunehmend gefährdet: Wenn die Republikaner im Kongress die militärische Finanzierung für Kiew beenden, könnte die CIA sich verkleinern müssen."


    Zehn Jahre "Massaker auf dem Maidan": Wie die Ukraine zum Failed State wurde





    Meinung

    Zehn Jahre "Massaker auf dem Maidan": Wie die Ukraine zum Failed State wurde





    Hier haben wir die Botschaft an der Oberfläche: Wir brauchen das Geld, sonst war die Arbeit von zehn Jahren umsonst. Das trifft nebenbei gesagt für die CIA immer zu, weil sie ihre Agenten in der Regel durch Geld anwirbt, nicht durch Überzeugung. Wobei dieser Artikel genau an dem Tag erschienen ist, als Nikki Haley die Vorwahlen bei den Republikanern in South Carolina, ihrem eigenen Bundesstaat, verloren hatte. Das schlägt als Argument um Längen einen Artikel in der NYT, möge er noch so geheimnisvoll sein, allerdings für eine Ablehnung dieser Finanzierung.

    "Von Anbeginn an brachte ein gemeinsamer Gegner – der russische Präsident Wladimir W. Putin – die CIA und ihre ukrainischen Partner zusammen. Besessen davon, die Ukraine an den Westen zu "verlieren", hatte sich Herr Putin regelmäßig in das politische System der Ukraine eingemischt, Regierungschefs handverlesen, von denen er glaubte, sie würden die Ukraine in Russlands Einflussbereich halten, doch jedes Mal hatte es die gegenteilige Wirkung und trieb Demonstranten auf die Straße."


    Wie war das mit den fünf Milliarden, von denen Frau Nuland sprach, vor zehn Jahren? Die CIA war mit ihren Tarnorganisationen wie dem National Endowment for Democracy ungeheuer aktiv in der Ukraine, und auch lange vor 2014, sekundiert unter anderem von den deutschen Parteistiftungen. Es gibt irgendeinen Grund, die Hände in Unschuld waschen zu wollen. Immer wieder wird betont, es sei die ukrainische Seite gewesen, die diesen Kontakt wollte, und die ukrainische Seite habe gerne ganze Stapel russischer Geheimdokumente als Brautgeld geliefert.


    Putin habe den "vollen Einmarsch" ausgelöst, weil ihm Ende 2021 einer der Leiter der russischen Dienste gesagt habe, dass die CIA zusammen mit dem MI6 die Ukraine zum Brückenkopf für Operationen gegen Moskau machen wolle. Wirklich? Das soll all die Jahre über nicht aufgefallen sein, dass die westlichen Dienste bis zur Halskrause in der Ukraine steckten?


    CIA wirbt auf X russische Bürger an – Kreml gibt sich amüsiert: VKontakte ist viel beliebter





    CIA wirbt auf X russische Bürger an – Kreml gibt sich amüsiert: VKontakte ist viel beliebter





    Interessanterweise widerlegt der Artikel diese Behauptung sogar selbst. Der nach dem Maidan-Putsch ernannte neue SBU-Chef Naliwaitschenko habe ein Hauptquartier mit verbrannten Dokumenten und gelöschten Computern vorgefunden. Und dann?


    "Er ging in ein Büro und rief den CIA-Residenten und den örtlichen Leiter des MI6 an. Es war fast Mitternacht, aber er zitierte sie in das Gebäude und bat sie um Hilfe dabei, den Dienst von Grund auf wieder aufzubauen, und schlug eine Dreier-Partnerschaft vor."


    Eine interessante Idee. Eine Person, die vermeintlich nie zuvor Kontakt mit diesen beiden Diensten gehabt hat, befindet sich nicht nur im Besitz der privaten Telefonnummern zweier hochrangiger Geheimdienstvertreter, sondern sie wird sogar so dargestellt, als könne sie diese "herbeizitieren". Dabei ist ganz klar, dass die Wirklichkeit, wer hier wen "herbeizitieren" kann, genau umgekehrt aussieht. Und schon der Besitz der Telefonnummern – wenn wir davon ausgehen wollen, dass dieses Detail zutrifft – setzt langjährige Kontakte voraus.


    Die CIA, berichtet die NYT, habe spätestens im Jahr 2016 begonnen, Sondereinheiten auszubilden, insbesondere für Sabotageakte und Terroranschläge, aber selbstverständlich nie mit der Absicht, dass diese Kenntnisse etwa direkt in Russland eingesetzt würden … Verantwortlich dafür war immer irgendein Ukrainer, wie etwa der Generalleutnant Kondratjuk:


    Mord an Wladlen Tatarski: Tatverdächtige wollte in die Ukraine umziehen





    Mord an Wladlen Tatarski: Tatverdächtige wollte in die Ukraine umziehen






    "Er wandte sich an die Einheit 2245, die Kommandotruppe, die von der paramilitärischen Eliteeinheit der CIA, die als Bodenabteilung bekannt ist, eine spezialisierte militärische Ausbildung erhalten hatte. Das Ziel der Ausbildung war es, defensive Techniken zu vermitteln, aber die CIA-Offiziere verstanden, dass die Ukrainer diese selben Techniken ohne ihr Wissen in tödlichen Offensivaktionen einsetzten könnten."


    Richtig, die CIA ist stets nur defensiv tätig. Es muss irgendein stetig wiederholtes Versehen sein, das dazu führt, dass Ergebnisse derartiger CIA-Ausbildungen so oft Terroristen sind. Nebenbei soll vermutlich, das, was über diese Einheit noch erzählt wird, den Ruf von Kirill Budanow aufpolieren, der aber andererseits den Stempel des CIA-Agenten geradezu eingebrannt bekommt:

    "Er war bekannt für kühne Einsätze hinter feindlichen Linien und hatte enge Verbindungen zur CIA. Der Dienst bildete ihn aus und hatte sogar den ungewöhnlichen Schritt unternommen, ihn, nachdem ihm bei den Kämpfen im Donbass in den rechten Arm geschossen wurde, zur Rehabilitation ins Nationale Militärmedizinzentrum Walter Reed in Maryland zu schicken."


    Das ist ein weiterer ungewöhnlicher Schritt. Denn das, was die NYT tut, indem sie die ukrainischen Kooperationspartner benennt, ist, sie zu "verbrennen". Das mag vielleicht den Effekt haben, sie Mitgliedern des US-Kongresses sympathischer zu machen (ein gehöriges Stück Arbeit bei einem wie Budanow), aber im Umgang mit Verbündeten ist das dennoch etwas irritierend. Gibt es Zweifel an ihrer Loyalität, dass man so deutlich eine Zielscheibe auf ihre Stirn malt?


    Sachs: Die CIA hat weltweit mindestens 80 verdeckte Regimewechsel-Operationen durchgeführt



    Sachs: Die CIA hat weltweit mindestens 80 verdeckte Regimewechsel-Operationen durchgeführt





    Die US-Regierung, so wird jedenfalls betont, habe damals versucht, die Ukrainer zu zügeln, und sogar mit dem Gedanken gespielt, das CIA-Programm zu beenden. Deshalb hat sie selbstverständlich auch nichts damit zu tun, dass eben die von der CIA ausgebildeten Einheiten die Mordanschläge auf Motorola und Givi durchführten … noch ein kleines Märchen für die Gutgläubigen. In der wirklichen Welt ist die operative Seite von Geheimdiensten ähnlich rigide wie das Militär, und eine Einheit, die derart gegen die Vorgaben verstieße, würde im günstigsten Fall aufgelöst.

    Unter der Regierung Trump ging das Geschäft weiter wie zuvor: "Weil Herr Trump in Schlüsselpositionen Russlandgegner eingesetzt hatte, darunter Mike Pompeo als CIA-Direktor und John Bolton als nationalen Sicherheitsberater … Der Stützpunkt im Wald wuchs und umfasste eine neue Kommandozentrale und wuchs von 80 auf 800 ukrainische Geheimdienstoffiziere."

    Ein wenig Kitsch muss auch sein, um diese Heldengeschichte aus dem Geheimdienst noch zu würzen:


    "Als der russische Einmarsch näher rückte, machten Offiziere der CIA und des MI6 bei ihren ukrainischen Kollegen Abschiedsbesuche. Einer der MI6-Offiziere brach vor den Ukrainern in Tränen aus – aus Sorge, die Russen würden sie töten.


    Korruption in Kiew: CIA-Direktor forderte Selenskij persönlich auf, weniger zu stehlen





    Korruption in Kiew: CIA-

    Direktor forderte Selenskij persönlich auf, weniger zu stehlen 





    Auf Drängen von Herrn Burns wurde eine kleine Gruppe von CIA-Offizieren von der größeren US-Evakuierung ausgenommen und in einen Hotelkomplex in der Westukraine verlegt. Sie wollten ihre Partner nicht verlassen."


    Rührend, Tränen sind genau das, was einem im Zusammenhang mit dem MI6 zuerst einfällt. Aber tatsächlich stand nichts bereits lange zuvor fest, denn selbst im Moment der Anerkennung der Donbassrepubliken durch Russland wäre der Westen noch imstande gewesen, Verhandlungen über die russischen Forderungen nach einer Neutralität der Ukraine und einem gesamteuropäischen Sicherheitssystem zu beginnen. Dass die CIA "Abschiedsbesuche" machte, belegt nur, dass auf Seiten der USA die Entscheidung längst gefallen war, oder eher, dass keinerlei Bereitschaft bestand, das 2014 begonnene Spiel um die Ukraine zu beenden.


    Insgesamt bleibt der Artikel dennoch rätselhaft. Als Drohung gegen Russland, im Zusammenhang mit den von Victoria Nuland angekündigten "Überraschungen", ist er untauglich, weil die entscheidenden Punkte nur insofern neu sind, dass sie das erste Mal in dieser Ausführlichkeit in einem westlichen Medium stehen. Als Argument bei den republikanischen Abgeordneten steht er gegen weit stärkere Realitäten und als Versuch, die Hände in Unschuld zu waschen, dürfte er nur bei den Gutgläubigsten funktionieren. Stattdessen werden durch Namensnennung einige Personen sogar innerhalb des politischen Gerangels in der Ukraine verbrannt.


    Das Eingeständnis, dass die Zieldaten von den USA geliefert werden, könnte darauf zielen, Russland zu reizen. Oder es könnte ein verquerer Versuch sein, eine Wertung einer zukünftigen Handlung als Beteiligung durch Russland zu verhindern, indem man darauf verweist, dass diese Beteiligung doch schon seit Jahren geduldet werde. Es kann sich um einen Versuch handeln, durch die Verknüpfung mit einem Teil Wahrheit gegenüber dem eigenen Publikum all die wüsten Propagandamärchen wieder ein wenig aufzuwerten, die nebenbei zitiert werden, wie dieses:


    Putin ist an einem Herzinfarkt gestorben: Im Inneren der "Geheimdienstquellen" der westlichen Medien




    Meinung

    Putin ist an einem Herzinfarkt gestorben: Im Inneren der "Geheimdienstquellen" der westlichen Medien





    "Am 3. März 2022 – dem achten Tag des Krieges – gab das CIA-Team einen genauen Überblick über die russischen Pläne für die kommenden zwei Wochen. Die Russen würden noch am selben Tag einen humanitären Korridor aus der belagerten Stadt Mariupol öffnen, und dann auf die Ukrainer, die ihn nutzten, das Feuer eröffnen."


    Ja, vielleicht muss man tatsächlich Wirkung und Nebenwirkung vertauschen, um dieses Rätsel zu lösen. Das ist ein klassisches Rezept, ein Tröpfchen Wahrheit in die Suppe der Lüge zu rühren, wenn sie dem Esser nicht mehr schmeckt.


    Vielleicht hat die CIA auch ähnliche Rekrutierungsprobleme wie das US-Militär und braucht ein paar Werbeerzählungen. Aber am Ende kann man sich nur für die Bestätigung einiger ohnehin sehr starker Vermutungen bedanken und sich weiter wundern, was die CIA mit diesem Ding wirklich wollte.


    Mehr zum Thema - CIA distanziert sich von künftigen ukrainischen Anschlägen


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/197540-new-york-times-warum-gesteht


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    "Kriegserklärung"  Die ersten Reaktionen auf Macrons Erklärung über Truppenentsendungen in der Ukraine

    anti-spiegel.ru, 27. Februar 2024 17:56 Uhr, von Anti-Spiegel

    Der französische Präsident Macron hat am Montag offen die Entsendung von westlichen Truppen in die Ukraine gefordert, was einer offiziellen Kriegserklärung gegen Russland gleichkommen würde. Die deutschen Medien berichten zurückhaltend, die europäischen Politiker beschwichtigen.


    Die Erklärung, die der französische Präsident Macron am Montagabend nach einem Treffen von über 20 europäischen Staats- und Regierungschefs abgegeben hat, hätte eigentlich einschlagen müssen, wie eine Bombe, aber die deutschen Medien berichten erstaunlich zurückhaltend. Macron hat die Entsendung europäischer Bodentruppen in die Ukraine, also einen de facto offiziellen Kriegseintritt gegen Russland, nicht mehr ausgeschlossen.


    Man hätte erwarten müssen, dass die Ankündigung, de facto den Dritten Weltkrieg zu beginnen, ein gewaltiges Presseecho auslösen müsste, aber weit gefehlt. Der Spiegel beispielsweise hat das bisher in nur vier Artikeln thematisiert, von denen es sich bei zweien davon um die ersten Reaktionen deutscher Politiker handelt.


    Zur Erinnerung: Am Todestag von Nawalny war dem Spiegel das sagenhafte 16 Artikel wert und man fragt sich, was für die Spiegel-Redaktion wichtiger ist – ein Dritter Weltkrieg in Europa oder der Tod eines Regierungsgegners in einem fernen Land? Für die Spiegel-Redaktion ist die Entscheidung, wenn man die Wichtigkeit an der Zahl der veröffentlichten Artikel festmacht, eindeutig.


    Die Reaktionen in Frankreich

    Der Tag begann damit, dass der französische Ministerpräsident Gabriel Attal seinem Präsidenten beisprang und erklärte:

    „Wie der Präsident der Republik erinnert hat, kann man in einem Krieg, der sich im Zentrum Europas abspielt, nichts ausschließen.“

    Auch Attal wiederholte, was Macron am Abend zuvor erklärt hat, nämlich dass Frankreich „die Aussicht nicht akzeptieren kann, dass Russland irgendwann als Sieger hervorgeht“. Das zu verhindern, ist der französischen Regierung anscheinend auch einen Krieg gegen Russland wert.

    Allerdings gab es in Frankreich auch andere Stimmen. Marine Le Pen kritisierte die Äußerung von Macron über die Möglichkeit der Entsendung von Truppen der westlichen Länder in die Ukraine. Sie sagte:

    „Ich weiß nicht, ob allen die Ernsthaftigkeit dieser Aussage bewusst ist. Emmanuel Macron spielt den Kriegsherrn, aber das Leben unserer Kinder ist ihm so egal. Das ist eine Frage von Krieg oder Frieden in unserem Land.“

    Nicolas Dupont-Eignan, Vorsitzender der Partei „Aufstehen, Frankreich“ und Mitglied der Nationalversammlung, hat nach den Äußerungen von Präsident Macron über die mögliche Entsendung von Truppen in die Ukraine eine Dringlichkeitsdebatte im Parlament gefordert. Auf X schrieb er:

    „Endlose verlogene Manipulationen von Macron, der, um Frankreich in einen irrsinnigen Krieg zu ziehen, behauptet, dass Russland beabsichtigt, in den kommenden Jahren EU-Länder anzugreifen. Das verdient eine Amtsenthebung. Es ist dringend eine Debatte und Abstimmung im Parlament notwendig.“

    Aber der französische Außenminister Sejournet sprang Macron bei einer Sitzung der Nationalversammlung bei, indem er erklärte:

    „Wir müssen neue Aktionen zur Unterstützung der Ukraine ins Auge fassen, die auf konkrete Anfragen reagieren. Ich spreche insbesondere von Minenräumung, Cyber-Bedrohungen, Waffenproduktion vor Ort, auf ukrainischem Gebiet. Einige dieser Maßnahmen können eine Präsenz auf ukrainischem Territorium erfordern, ohne die Grenze zur Komplizenschaft im Konflikt zu überschreiten. Man kann nichts ausschließen, und das ist die Position des Präsidenten der Republik im Moment.“

    Die Reaktionen in Europa

    Der slowakische Premierminister Robert Fico beschrieb die Atmosphäre beim Treffen der EU- und NATO-Vertreter zur Ukraine, das am Montag in Paris stattfand, als kriegerisch, und es sei kein einziges Wort über Frieden verloren worden:

    „Die Atmosphäre war absolut kriegerisch. Der Krieg wird um jeden Preis unterstützt, um jeden Preis wird alles getan, damit dieser Krieg weitergeht. Ich war sehr überrascht, dass nicht ein einziges Wort über einen Friedensplan oder eine Friedensinitiative gefallen ist. Ja, ich kann bestätigen, dass es Länder gibt, die bereit sind, ihre Soldaten in die Ukraine zu schicken. Es gibt Länder, die sagen ’niemals‘, und dazu gehört die Slowakei. Und es gibt Länder, die sagen, dass diese Vorschläge in Betracht gezogen werden sollten.“

    Die slowakische Regierung ist, wie der Premierminister betonte, für einen baldigen Frieden in der Ukraine:

    „Unsere Regierung tritt für einen baldigen Frieden ein, unsere Regierung lehnt die Fortsetzung des Krieges ab und wird keine Waffen in die Ukraine schicken. Wir orientieren uns nur an zivilen Projekten (…) Wir werden niemals zustimmen, dass ein slowakischer Soldat in der Ukraine kämpft.“

    Der slowakische Premierminister sagte, er werde am Dienstag nach Prag reisen, um an einem Treffen der Premierminister der Visegrad-Gruppe teilzunehmen, zu der neben seinem Land auch Ungarn, Tschechien und Polen gehören. Slowakische Medien sagten schwierige Gespräche voraus, da die Teilnehmer eine unterschiedliche Haltung zur Ukraine haben. In diesem Zusammenhang hatte der polnische Premierminister Donald Tusk zuvor Zweifel an der Effektivität der regionalen Visegrad-Gruppe geäußert.


    Schweden habe derzeit nicht die Absicht, sein Militär in die Ukraine zu entsenden, sagte Premierminister Kristersson in einer Sendung des Fernsehsenders SVT:

    „Im Moment ist das überhaupt nicht aktuell, wir sind damit beschäftigt, der Ukraine Material für die Front zu liefern, wie es viele Länder tun. Es gibt keine Anfrage von ukrainischer Seite, also ist diese Frage nicht aktuell. Andererseits haben verschiedene Staaten unterschiedliche Traditionen der Einmischung in andere Länder, die Tradition Frankreichs ist keine schwedische Tradition. Das ist nicht aktuell, wir haben keine Debatten zu diesem Thema, wir helfen, indem wir Ressourcen, Materialien und Geld in die Ukraine schicken.“

    Polen habe nicht vor, seine Truppen in die Ukraine zu entsenden, erklärte der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Cesary Tomczyk in einem Interview mit dem Fernsehsender Polsat. Zuvor hatte der polnische Präsident Andrzej Duda erklärt, dass die Teilnehmer der auf Initiative des französischen Präsidenten einberufenen Konferenz über die Ukraine in Paris „in dieser Frage absolut keine Einigkeit gab.“


    Es werde keine finnische Militärpräsenz in der Ukraine geben, erklärte der finnische Präsident Sauli Niinistö nach der Konferenz in Paris:

    „Die Diskussion in Paris war nützlich und konzentrierte sich auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Ukraine, insbesondere in Bezug auf materielle Ressourcen. Möglicherweise müssen neue Wege zur Deckung dieses Bedarfs in Betracht gezogen werden. Andere mögliche militärische und nicht-militärische Mittel wurden ebenfalls lebhaft diskutiert. Die allgemeine Meinung war, dass es keine militärische Präsenz geben wird. Auch Finnland vertritt diese Position.“

    Die britische Regierung habe keine Pläne, ihre Truppen in die Ukraine zu entsenden, erklärte das Büro von Premierminister Sunak, wobei das Büro einräumte, dass bereits britische Truppen in der Ukraine aktiv sind:

    „Wir haben keine Pläne für einen groß angelegten Einsatz, der über die geringe Anzahl von Truppen hinausgehen, die bereits im Land sind, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen.“

    Das Büro des Premierministers erinnerte daran, dass Großbritannien weiterhin Militärhilfe an die Ukraine leistet und ukrainische Soldaten in Großbritannien ausbildet. Ende letzten Jahres erwähnte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps die Möglichkeit, britische Militärausbilder in die Ukraine zu entsenden, aber später sagte Sunak, dass dies in naher Zukunft nicht geplant sei. Zuvor hatten britische Medien mehrfach berichtet, dass kleine Gruppen britischer Spezialeinheiten in der Ukraine operierten, um ukrainische Kämpfer auszubilden.


    Die spanische Regierung ist mit einer möglichen Entsendung europäischer Truppen in die Ukraine nicht einverstanden, erklärte Regierungssprecherin Alegria, auf einer Pressekonferenz erklärt. Spanien sei der Meinung, dass sich die EU auf die Beschleunigung der Waffenlieferungen an Kiew konzentrieren solle.


    Die EU habe keine Entscheidung über die mögliche Entsendung von Truppen in die Ukraine getroffen, diese Frage falle in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten, erklärte der Sprecher des außenpolitischen Dienstes der EU, Peter Stano, auf einer Pressekonferenz in Brüssel:

    „Es gibt keine Entscheidung auf EU-Ebene, Truppen in die Ukraine zu schicken. Die Frage, wie die Ukraine militärisch unterstützt werden kann, liegt in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten und ihrer souveränen Entscheidungen.“

    Stano betonte, dass die Frage der Entsendung von Truppen in die Ukraine auf EU-Ebene nicht diskutiert worden sei. Aber die Position der EU sei sehr klar, die EU sei „entschlossen, die Ukraine so lange wie nötig und um jeden Preis zu unterstützen“, fügte er hinzu.


    Die Reaktionen in Deutschland

    Bemerkenswert war die Reaktion von Kanzler Scholz. Der slowakische Ministerpräsident Fico hatte sich schon unmittelbar vor der Konferenz in Paris ablehnend zu dem Thema der Entsendung von Truppen in die Ukraine geäußert, wobei seine Formulierungen zeigten, dass er wusste, dass das dort Thema werden sollte. Demnach wusste auch Kanzler Scholz schon vorher Bescheid.


    Zwischen Macron und Scholz scheint keine gute Stimmung zu herrschen. Wenn man weiß, dass Scholz am Montag bereits von Macrons Plänen wusste, klingt seine Aussage, von der angenommen wurde, sie richte sich gegen Stimmen in Deutschland, der Ukraine endlich Taurus-Raketen zu liefern, etwas anders. Die Aussage war anscheinend vor allem in Richtung Macron gemeint, als Scholz am Montag sagte:

    „Wir dürfen an keiner Stelle und an keinem Ort mit den Zielen, die dieses System erreicht, verknüpft sein. Diese Klarheit ist auch erforderlich. Ich wundere mich, dass es einige gar nicht bewegt, dass sie nicht einmal darüber nachdenken, ob es gewissermaßen zu einer Kriegsbeteiligung kommen kann durch das, was wir tun.“

    So kann man auch Macrons Aussage nach der Konferenz als an Scholz adressiert verstehen, denn Macron sagte zu der zögernden Haltung mancher Länder bei der Frage eine Truppenentsendung, man habe in den vergangenen zwei Jahren Dinge oft mit sechs bis zwölf Monaten Verspätung getan, die man sich zuvor nicht hätte vorstellen können, wobei er auf die Panzerlieferungen anspielte, bei denen Deutschland sich einige Zeit geziert, aber dann doch nachgegeben hat. Macron fügte hinzu, man solle „insofern nichts ausschließen“.


    Scholz selbst hat die Konferenz übrigens verlassen, ohne sich der Presse zu stellen, wobei seine Sprecher mitteilten, eine Erklärung vor der Presse sei von Anfang an nicht geplant gewesen.

    Am Tag danach hat Bundeskanzler Scholz den Überlegungen von Macron zur Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine eine klare Absage erteilt. Auch für die Zukunft gelte, „dass es keine Bodentruppen, keine Soldaten auf ukrainischem Boden gibt, die von europäischen Staaten oder Nato-Staaten dorthin geschickt werden“, sagte Scholz. Er betonte zudem, dass westliche Soldaten auch von ihren Heimatländern aus „nicht selbst etwa aktiv an Kriegsgeschehen sich beteiligen“ dürften. Die Ablehnung der Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine werde von den Verbündeten geteilt, sagte Scholz weiter. Er verwies auf die Ukrainekonferenz am Vorabend in Paris und sagte, die Meinung dort sei „sehr einhellig“ gewesen, „was diese Frage betrifft“.


    Aus Deutschland sind mir bislang keine Äußerungen führender Politiker bekannt, die Macron unterstützt hätten. Das muss aber nicht heißen, denn Macron hat einen in der westlichen Politik sehr oft genutzten Weg eingeschlagen: Er hat das Unsagbare gesagt und nun werden wir wohl einige Tage abwarten, ob und wann sich andere trauen, sich Macron anzuschließen und so aus dem zuvor Unsagbaren etwas zu machen, über das man sprechen kann.


    Die Reaktion der NATO

    Die NATO habe nicht vor, Soldaten in die Ukraine zu entsenden, erklärte Generalsekretär Stoltenberg in einem Interview:

    „Die NATO-Verbündeten unterstützen die Ukraine in noch nie dagewesener Weise. Wir haben das seit 2014 getan und seit dem Beginn der groß angelegten Operation verstärkt. Aber wir haben keine Pläne, NATO-Militärkräfte in die Ukraine zu schicken.“

    Das dürfte vollkommen korrekt sein, denn von NATO-Kräften war nie die Rede. Auf der Konferenz ging es darum, dass einzelne Staaten ihre Truppen im Rahmen bilateraler Abkommen mit der Ukraine in den Krieg gegen Russland schicken könnten. Das hätte aus Sicht der USA den Vorteil, dass russische Angriffe auf diese Länder als Reaktion auf deren Kriegsbeitritt keinen Verteidigungsfall gemäß NATO-Vertrag auslösen würden. Die USA könnten sich also zurückhalten und zuschauen, wie andere für sie die Arbeit machen.


    Die russische Reaktion

    Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die Äußerungen des französischen Präsidenten über eine mögliche Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine am Dienstag wie folgt kommentiert, wobei er sich auf die Frage bezog, ob das einen Konflikt mit der NATO bedeuten würde:

    „In diesem Fall sollten wir nicht von Wahrscheinlichkeit, sondern von Unvermeidlichkeit sprechen.“

    Dass eine mögliche Entsendung eines Kontingents in die Ukraine diskutiert wird, sei „ein wichtiges neues Element“, sagte Peskow. Die NATO-Staaten sollten die Folgen solcher Maßnahmen abwägen und sich fragen, ob sie im Interesse ihrer Bürger seien. Er wies jedoch auch darauf hin, dass es im Westen in dieser Frage derzeit keinen Konsens gebe:

    „Viele haben eine nüchterne Einschätzung und sind sich der Risiken bewusst.“

    Wenn man bedenkt, dass Deutschland und die NATO vor zwei Jahren aus Angst vor der russischen Reaktion nur Helme und Erste Hilfe Kästen geschickt haben, aber ein Jahr später bereits bei Kampfpanzern waren und heute über F-16 und Langstreckenraketen sprechen, die Russlands Hinterland treffen sollen, dann möchte man Peskows Äußerung entgegnen: „Aber wie lange sind sie sich der Risiken noch bewusst?“



    Info: https://www.anti-spiegel.ru/2024/die-ersten-reaktionen-auf-macrons-erklaerung-ueber-truppenentsendungen-in-der-ukraine


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    Der Wille zum Weltkrieg (II) Macron räumt Debatte über Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine ein. Berlin weist dies zurück, stimmt aber der Unterstützung ukrainischer Kontrollen an der Grenze zu Belarus und Minenräumoperationen in der Ukraine zu.

    german-foreign-policy.com, 27. Februar 2024

    BERLIN/PARIS/KIEW (Eigener Bericht) – Die Staaten Europas werden die ukrainischen Kontrollen an der Grenze zu Belarus mit nichtmilitärischen Kräften unterstützen und zudem an der Beseitigung von Minen in der Ukraine mitwirken. Dies sind Teilergebnisse eines Gipfeltreffens am Montagabend in Paris, auf dem über Unterstützungsmaßnahmen für Kiew diskutiert wurde. Gegenstand der Gespräche, an denen Repräsentanten von alles in allem 27 Staaten teilnahmen, war außerdem die Entsendung von Soldaten; diese sei als „Option“ in Betracht gezogen worden, wenngleich kein Konsens darüber erzielt worden sei, gab der französische Präsident Emmanuel Macron nach dem Treffen bekannt. Moskau bestätigte am gestrigen Dienstag, ein Eingreifen westlicher Soldaten auf ukrainischem Territorium sei faktisch gleichbedeutend mit dem Kriegseintritt der NATO; damit wäre ein dritter Weltkrieg erreicht. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die ukrainischen Streitkrä fte nicht nur unter Munitions-, sondern vor allem auch unter Personalmangel leiden und ihnen deshalb eine womöglich schon baldige Niederlage droht. Russland ist aktuell in der Offensive.


    Notgipfel in Paris

    Zu dem Gipfeltreffen am Montagabend hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ungewöhnlich kurzfristig eingeladen. Hintergrund war die militärische Entwicklung in der Ukraine. Dort setzen die russischen Streitkräfte nach dem Fall von Awdijiwka ihre Offensive fort; Militärexperten wie etwa Oberst a. D. Wolfgang Richter, ein einstiger Militärberater der deutschen Vertretungen bei UNO und OSZE, warnen schon längst, „die Front“ könne „ins Rutschen geraten“.[1] Eine Niederlage der Ukraine wird aufgrund ihres eklatanten Mangels nicht nur an Munition, sondern vor allem auch an Soldaten sogar im Westen nicht mehr ausgeschlossen. Zu dem Gipfel am Montag hatte der Élysée-Palast vorab geäußert, es handle sich um ein Treffen von „außerordentlicher Art in einem hochgradig volatilen Kontext“; vor allem werde es darum gehen, die finanziellen und militärischen Kapazitäten der EU-Staaten besser aufeinander abzustimmen.[2] Ausdrücklich war nicht nur von der Beschaffung von Munition, sondern auch von Flugabwehr, Aufrüstung mit Drohnen und der Ausbildung ukrainischer Soldaten die Rede. Angekündigt waren Vertreter von 27 Staaten, darunter etwa 20 Staats- und Regierungschefs, so Bundeskanzler Olaf Scholz, Polens Präsident Andrzej Duda, aber auch der britische Außenminister David Cameron.


    „Totale Eskalation“

    Bereits vor dem Treffen hatte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico öffentlich vor einer weiteren Eskalation des Krieges gewarnt und wegen der „beunruhigenden“ Themen, die in Paris diskutiert werden sollten, angekündigt, den Sicherheitsrat der Slowakei einzuberufen. Er hatte mitgeteilt, der Westen setze offenkundig auf eine „totale Eskalation der Spannungen“ und auf eine „unbeschränkte militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine“.[3] Mehrere EU- und NATO-Staaten zögen es in Betracht, Soldaten in die Ukraine zu entsenden; Vorschläge, eine „unmittelbare physische Präsenz von Soldaten aus EU- und NATO-Staaten auf dem Territorium der Ukraine“ einzuleiten, würden, selbst wenn sie offiziell auf rein bilateraler Ebene erfolgten, „zu einer signifikanten Eskalation der Spannungen“ führen. Fico urteilte, das Treffen sei „eine Bestätigung“ dafür, „dass die Strategie des Westens für die Ukraine vollständig gescheitert ist“. In Medienberichten wurden seine Äußerungen als völlig unbegründet abqualifiziert. So wurde der als Sicherheitsexperte tätige slowakische General a.D. Pavel Macko mit der Aussage zitiert, Fico verbreite „Unsinn“.[4] Er liefere, hieß es, lediglich Stichworte für die russische Propaganda.


    „Alles tun, was nötig ist“

    Im Anschluss an das Gipfeltreffen bestätigte Macron Ficos Äußerungen implizit. Zwar gebe es „heute keinen Konsens darüber, offiziell Bodentruppen zu entsenden“, erklärte Frankreichs Präsident: „Aber in der Dynamik darf nichts ausgeschlossen werden.“ Man werde „alles tun, was nötig ist, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann“.[5] Macron wies darauf hin, dass auch die Lieferung von Panzern, Flugzeugen und „Raketen mit längerer Reichweite“ einst ausgeschlossen worden sei; heute diskutiere man nur noch darüber, wie es schneller und umfassender bewältigt werden könne. „Also ist alles möglich, wenn es hilfreich ist, um unser Ziel zu erreichen“, erklärte Macron. Auf die Frage, ob beispielsweise Polen plane, Soldaten in die Ukraine zu entsenden, äußerte er, das liege allein in der eigenständigen und souveränen Entscheidung jedes Landes. Die „Option“ aber sei auf dem Pariser Treffen ernsthaft erörtert worden.[6] Fico wurde nach dem Treffen deutlicher. „Ich kann bestätigen, dass es Länder gibt, die bereit sind, ihre eigenen Truppen in die Ukraine zu schicken“, teilte er mit; „es gibt auch Länder, die sagen, dass sie das nie tun würden – zu ihnen gehört die Slowakei; und es gibt Länder, die sagen, dass dieser Vorschlag in Betracht gezogen werden muss.“[7]


    „Ein Antreiber“

    Mehrere Staaten haben offiziell dementiert, dass sie aktuell die Entsendung von Soldaten in die Ukraine vorbereiten. So erklärte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, Warschau „plane“ das nicht. Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala bekräftigte, Prag wolle „sicherlich keine Soldaten schicken“.[8] Die Vereinigten Staaten und Großbritannien teilten ebenfalls mit, sie hätten nicht vor, die Ukraine mit Bodentruppen zu unterstützen.[9] Kanzler Olaf Scholz äußerte, auch in Zukunft gelte, „dass es keine Bodentruppen, keine Soldaten auf ukrainischem Boden gibt, die von europäischen Staaten oder NATO-Staaten dorthin geschickt werden“.[10] Für Bündnis 90/Die Grünen sagte – zumindest für die Gegenwart – deren Vorsitzender Omid Nouripour dasselbe zu: „Es ist kein Thema in der Diskussion in Deutschland und auch nicht in einem Bündnis.“ Positiv überrascht von Macrons Vorstoß gab sich hingegen die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die zwar einräumte, Deutschland teile seine Einschätzung nicht, ihn aber trotzdem als verdienstvollen „Antreiber“ lobte, der sich wohltuend von Scholz abhebe – einem „Bremser“.[11]


    Raketen und Grenzkontrollen

    Während über die Entsendung von Soldaten lediglich diskutiert wurde, beschlossen die 27 in Paris vertretenen Staaten nicht nur, eine „Koalition“ zur Lieferung von Raketen mittlerer und großer Reichweite zu bilden, um es den ukrainischen Streitkräften zu ermöglichen, Ziele etwa auf der Krim, womöglich auch weit auf schon vor 2014 zu Russland gehörenden Territorien angreifen zu können. Zudem habe man sich geeinigt, teilte Macron anschließend mit, die gemeinsame Produktion von Waffen und vor allem auch von Munition in der Ukraine selbst zu forcieren. Darüber hinaus würden Minenräumoperationen gefördert – Details dazu ließ der französische Präsident im Unklaren –, und die Kontrollen, die die Ukraine an ihrer Grenze zu Belarus durchführe, sollten „mit nichtmilitärischen Kräften“ unterstützt werden.[12] Letzteres kann dazu beitragen, ukrainisches Personal freizusetzen, das dann für den Einsatz in den immer stärker unter Personalmangel leidenden Streitkräften zur Verfügung steht. Genügt dies nicht, dann ist ein Anschwellen der Debatte über die Entsendung westlicher Soldaten in die Ukraine nicht auszuschließen.

     

    [1] Oberst a.D.: „Die Front kann ins Rutschen geraten“. n-tv.de 19.02.2024.

    [2] Théo Bourgery-Gonse: ‘Do more and better‘: Paris hopes to align European efforts in Ukraine support. euractiv.com 26.02.2024.

    [3], [4] Lucia Yar: West’s Ukraine strategy ‘completely failed’, says Slovak PM ahead of Paris summit. euractiv.com 26.02.2024.

    [5] Macron schließt Entsendung westlicher Soldaten in die Ukraine nicht mehr aus. spiegel.de 27.02.2024.

    [6] Scholz schließt Entsendung von Truppen in die Ukraine aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.02.2024.

    [7] France’s Macron does not rule out Europeans sending troops to Ukraine. aljazeera.com 26.02.2024.

    [8] Lorne Cook, Karel Janicek: Germany and Poland say they’re not sending troops to Ukraine as the Kremlin warns of a wider war. apnews.com 27.02.2024.

    [9] Ukraine allies including US, UK and Germany reject talk of troop deployment. lemonde.fr 27.02.2024.

    [10] Scholz schließt Entsendung von Truppen in die Ukraine aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.02.2024.

    [11] Ukraine: Klare Ablehnung aus Deutschland nach Macrons Bodentruppen-Äußerung. web.de 27.02.2024.

    [12] Guerre en Ukraine : „Rien ne doit être exclu“, déclare Emmanuel Macron au sujet de l’envoi de troupes occidentales à l’avenir. francetvinfo.fr 27.02.2024.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9497


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    Klimamodell prognostiziert Abkühlung in Europa

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 27. Februar 2024, 12:01


    _RT 27.2.2024


    _*Neues Klimamodell prognostiziert Abkühlung in Europa


    *Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie könnte es beim Klimawandel

    zu gegenteiligen Entwicklungen kommen als bisher angenommen. Aufgrund

    von veränderten Strömungen im Atlantik wäre Europa von einem

    Temperaturabstieg betroffen, berichten niederländische Forscher.


    Forscher des Instituts für Meeres- und Atmosphärenforschung in Utrecht

    haben einen neuen Klimawandel prognostiziert. Demnach könnte es in

    Europa zu einem heftigen Temperatursturz von bis zu drei Grad Celsius

    Absenkung pro Dekade kommen. In der Fachzeitung /Science Advances/

    veröffentlichten <https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adk1189

    sie im Februar die Ergebnisse ihrer Forschung.


    Neue Berechnungen eines Supercomputers hätten ergeben, dass es in Europa

    anstatt zu einer Klimaerwärmung zu einer Klimaabkühlung kommen könnte.

    Dafür verantwortlich machten die Forscher eine wichtige Strömung im

    Atlantik. Die Atlantische Meridionale Umwälzströmung, kurz AMOC, würde

    bereits erste Zeichen eines Kollapses aufweisen. Infolgedessen könnte

    das Klima sich genau gegenteilig entwickeln als bisher angenommen, so

    der Bericht

    <https://www.ruhr24.de/service/prognose-wetter-klimawandel-supercomputer-forscher-atlantik-stroemung-europa-kaelte-eiszeit-92853449.html

    über die neue Studie auf /ruhr24/ am Dienstag.


    Sollte die Strömung im Atlantik "kippen" – womit man schon ab dem Jahr

    2025 rechnen könne – würde der Meeresspiegel ansteigen. Gleichzeitig

    würden sich die Temperaturverhältnisse auf der Erde rapide ändern. In

    Regionen, in denen es bisher warm gewesen ist, könnte die Temperatur um

    bis zu 30 Grad fallen, während sie anderswo steigen könnte. Ebenfalls

    betroffen wären Regen- und Trockenzeiten. Diese Zeiten könnten sich

    umkehren. Die Strömungsveränderung im Atlantik sei auf einen erhöhten

    Süßwasserzufluss zurückzuführen, zum Beispiel durch Eis- und

    Schneeschmelze. In der niederländischen Studie heißt es dazu in /Science

    Advances/:


    "Der Zusammenbruch der AMOC verändert die Umverteilung von Wärme (und

    Salz) dramatisch und führt zu einer Abkühlung der nördlichen Hemisphäre,

    während sich die südliche Hemisphäre leicht erwärmt. Atmosphärische und

    Meereis-Reaktionen, die in idealisierten Klimamodellstudien (...) nicht

    berücksichtigt wurden, verstärken die AMOC-induzierten Veränderungen

    noch weiter, was zu einer sehr starken und schnellen Abkühlung des

    europäischen Klimas mit Temperaturtrends von mehr als 3°C pro Jahrzehnt

    führt. Im Vergleich zum heutigen Trend der globalen mittleren

    Oberflächentemperatur (aufgrund des Klimawandels) von etwa 0,2 °C pro

    Jahrzehnt können keine realistischen Anpassungsmaßnahmen mit derart

    schnellen Temperaturänderungen bei einem Zusammenbruch der AMOC umgehen

    (...)."

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    „Fleischsteuer eine Katastrophe“ - Punkt.PRERADOVIC mit Anthony Lee

    youtube.com, vom 23.02.2024 Folgen

    Auch wenn die Medien kaum mehr berichten: die Bauernproteste gehen weiter. In Deutschland und ganz massiv europaweit. Die Landwirte kämpfen um ihre Existenz und gegen den Green Deal der EU. Danach sollen bis 2030 zehn Prozent der Ackerflächen stillgelegt werden, 20 renaturiert. „Ein Unding in Zeiten wachsenden Bedarfs“, sagt der inzwischen bekannteste Bauernsprecher Anthony Lee vom LSV. „Und grün ist daran auch nichts“. Ein Gespräch auch über massiven Landkauf von Großinvestoren, die Bodenpreise für normale Bauern unerschwinglich machen, die Doppelmoral von grüner Agenda, die Pläne der Bauern und über die Diffamierungen gegen seine Person. Ich würde mich freuen, wenn ihr meine unabhängige journalistische Arbeit unterstützt, damit ich auch in Zukunft weitermachen kann. Vielen Dank! Ich möchte mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die mich bereits unterstützen.

    Info: https://youtu.be/XmbYSLmqNx8?feature=shared Video  Dauer 38:33 min


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    Wo Scholz Recht hat, wie Orban einknickt – und Neues von Nawalny

    lostineu.eu, 27. Februar 2024

    Die Watchlist EUropa vom 27. Februar 2024 – Heute mit gefährlichen Gedankenspielen rund um den Ukraine-Krieg, drei Umfallern in Folge – und brisanten Erkenntnissen aus Moskau und Kiew.

    Er wolle nicht wie Kaiser Wilhelm enden und Deutschland aus Versehen in einen Weltkrieg hineinziehen, erklärte Kanzler Scholz in den ersten Wochen nach der russischen Invasion in der Ukraine.

    Das Kanzler-Wort mutete etwas merkwürdig an, weil Deutschland anfangs kaum Kriegsgerät in die Ukraine schickte. Später geriet es in Vergessenheit. Doch nun wissen wir: Scholz ist sich treu geblieben.

    Weder Deutschland noch die Nato dürften direkt in den Ukraine-Krieg eingreifen, erklärte der Kanzler auf die Frage, weshalb er sich so hartnäckig gegen die Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern sperre.

    Garantiemacht Deutschland

    Deutsche Soldaten dürfen an keiner Stelle und an keinem Ort mit den Zielen, die dieses System erreicht, verknüpft sein“, sagte er am Montag im Gespräch mit dpa. „Auch nicht in Deutschland“, fügte er hinzu.

    Recht hat er! Es wäre fatal, wenn deutsche Soldaten den Taurus für einen Angriff auf die Kertsch-Brücke oder auf ein Ministerium in Moskau programmieren oder steuern würden. Das wäre eine Kriegserklärung.

    Allerdings sind die Grenzen zum Krieg fließend. Scholz bewegt sich auf unsicherem Terrain. Seit er Deutschland zur Garantiemacht für die Ukraine erklärt hat, wird er Kaiser Wilhelm immer ähnlicher.

    Westliche Truppen an die Front?

    Dass der Kanzler nun auch noch an einer Kriegskonferenz in Paris teilnimmt, bei der Frankreichs Staatschef Macron noch mehr „rote Linien“ überschreiten will, macht ihn nicht glaubwürdiger – im Gegenteil.

    Macron erklärte bei dieser Konferenz, er könne die Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine nicht auf Dauer ausschließen. Es gebe zwar noch „keinen Konsensus“, doch die Dynamik sei unvorhersehbar.

    Wenn Macron das ernst meint, dann muss Scholz laut und deutlich STOPP sagen. Denn was wäre ein Nein zu Taurus wert, wenn er am Ende Bundeswehr-Soldaten an die Front schicken würde?

    Mehr zum Ukraine-Krieg hier

    News & Updates

    • Ungarns Regierungschef Orban knickt schon wieder ein. Das ungarische Parlament hat am Montag dem Nato-Beitritt Schwedens zugestimmt. Regierungschef Viktor Orban hatte die Entscheidung wochenlang hinausgezögert, nun hat er grünes Licht gegeben. Damit ist Orban bereits zum dritten Mal binnen drei Monaten eingeknickt – erst beim EU-Beitritt der Ukraine, dann bei Finanzhilfen für Kiew, nun bei der Nato. Auch die jüngsten EU-Sanktionen hat er abgenickt. – Dabei heißt es doch immer, Orban sei Putins bester Helfer…
    • Bauernprotest in Brüssel eskaliert. Bereits zum zweiten Mal binnen eines Monates ist der Bauernprotest in Brüssel eskaliert. Diesmal wurde nicht nur das Europaviertel, sondern die halbe Stadt lahmgelegt. Die belgischen Behörden wirken überfordert, die Regierung auch: Trotz vieler warmer Worte kann Premier De Croo, der derzeit den EU-Vorsitz innehat, keine Lösungen anbieten. – Mehr hier (Blog)
    • Von der Leyen trifft am liebsten deutsche Lobbyisten. Die deutsche EU-Chefin hatte mehr Lobby-Treffen als ihr Amtsvorgänger Juncker – und sie traf sich am liebsten mit deutschen Industrievertretern. Dies geht aus einer Analyse hervor, die „Politico“ veröffentlicht hat. – Echte News ist das allerdings nicht, wir hatten es ohnehin schon geahnt..

    Das Letzte

    Neues – und Suspektes – von Nawalny. Wenige Tage nach dem mysteriösen Tod des prominenten Kremlkritikers sind neue Details bekannt geworden, die Zweifel an der offiziellen Darstellung der EU wecken. Die Europäer hatten Präsident Putin persönlich für Nawalnys Tod verantwortlich gemacht. Nun kommt heraus, dass offenbar ein Gefangenenaustausch geplant war. Putin sei ein entsprechendes Angebot gemacht worden, sagte die Nawalny-Unterstützerin Maria Pewtschich in Moskau. Im Gegenzug hätte der in Deutschland inhaftierte „Tiergarten-Mörder“ Wadim Krasikow nach Russland zurückkehren sollen. Putin hatte im Interview mit T. Carlson angedeutet, dass er zum Austausch bereit sei. Es kommt aber noch verrückter: Folgt man dem Chef des ukrainischen Geheimdienstes Kyrylo Budanov, so ist Nawlany eines natürlichen Todes gestorben – an einem Blutgerinnsel, wie vom Kreml behauptet. Allerdings wirkt der Todeszeitpunkt – kurz vor dem geplanten Austausch – doch sehr merkwürdig, um nicht zu sagen suspekt…

    Mehr Newsletter hier

    6 Comments

    1. Monika
      27. Februar 2024 @ 11:11

      Der schlaue Herr Scholz bleibt sich treu. Er liefert keine Taurus.
      Der bauernschlaue Herr Scholz signalisiert Unterstützung und befeuert alle anderen, sich aus dem Fenster zu lehnen. Wenn dann was schief geht, und das wird es, kann er im Brustton der Überzeugung sagen „ICH wars nicht“.
      Soweit genau reicht sein Bedenkenträgertum: die eigene Weste sauber zu halten.
      Leider wird Deutschland, über seine Verbindungen zu NATO und Europa die Bauerschläue des Herrn Scholz auf die Füße fallen. Angriffsziel Nummer 1 bei erweiterter Einmischung in den Krieg von NATO und/oder EU ist und bleibt deutsches Terrain. Wo, wenn nicht hier, kann auf kleinstem Raum NATO und EU der größtmögliche Schaden zugefügt werden? Das weiss auch ein Herr Macron, deswegen kann er sich leisten verbal den Krieg ein weiteres Stück zu eskalieren. Vielleicht auch ein kleiner „Freundschaftsbeweis“ unter Erzfreunden?

    Reply

  • Arthur Dent
    27. Februar 2024 @ 10:03

    Man erklärt der Ukraine nicht, wie man den Taurus bedient, um die Programmierungssysteme nicht offen zu legen. Waffen fallen schon mal in die Hände des Feindes.
    Plan B heisst, bei drohender Niederlage der Ukraine eigene Soldaten zu entsenden. Die Amerikaner haben allerdings nur sehr wenige Kampftruppen und Gerät auf dem europäischen Kontinent. Sie machen im Moment auch keine Anstalten daran etwas zu ändern.

    Reply

  • european
    27. Februar 2024 @ 09:48

    Zu Nawalny gibt es eine neue Analyse von Glenn Greenwald, die sehr interessante Aspekte aufwirft. Die berühmte cui-bono – Frage, also danach, wem tatsächlich etwas nutzt, ist auch hier wieder sehr erhellend, wenn man sich die aktuelle Politik insbesondere in den USA aber auch in der EU dazu ansieht.Die deutsche Übersetzung dazu findet sich hier:

    https://youtu.be/W6st-U3dATY?feature=shared

    Ein weiterer Aspekt über Sinn und Unsinn dieses Krieges und weiterer Kriegsaktivitäten wirft ein Artikel der East Anglia Bylines von vor 2 Tagen auf. Überschrift: Nothing left for the rich to invest in. Kein Geringerer als Warren Buffet hat die Shareholder von Berkshire Hathaway darüber informiert, dass nichts weiter passieren wird. Es gibt nichts zu investieren, nichts für die Reichen zu gewinnen. Es war auch eben jener Warren Buffett, der folgendes gesagt hat: Natürlich gibt es einen Krieg. Es ist der Krieg Reich gegen Arm und meine Klasse, die der Reichen, wird diesen Krieg gewinnen.

    Wenn einem Prozent der Menschheit nahezu 100 Prozent des Weltvermögens gehört, wozu werden dann die 99 Prozent der Menschheit noch gebraucht? Im Moment bewegen wir uns bei 60% des Weltvermögens, Tendenz steigend.

    https://eastangliabylines.co.uk/nothing-left-for-the-rich-to-invest-in/

    So auch hier. Dieser Krieg und auch der Krieg im Gaza und anderswo dient allein dem militärisch-industriellen Komplex, der ihn auch genau aus diesen Gründen immer wieder provoziert. Es hat diverse Berichte darüber gegeben, dass der Ukraine auch von USA aus entweder veraltetes Gerät geliefert wurde oder aber völlig neues Gerät, dass im freien Feldversuch dort getestet wurde, um dann über zukünftige Investments in der Rüstungsindustrie zu entscheiden.

    Reply

  • Kleopatra
    27. Februar 2024 @ 08:45

    Im Ukrainekrieg ist Kaiser Wilhelm der falsche Vergleich. Bereits der Versuch, durch ein nicht akzeptables Ultimatum einen „Kriegsgrund“ zu provozieren (wie seinerzeit Österreich-Ungarn gegenüber Serbien) ging diesmal von Russland aus; insofern ist Putin Franz Josef I. und Wilhelm II. in Personalunion und will offenbar die Macht seines Landes erweitern oder mit fliegenden Fahnen untergehen. Was die Bedienung der Taurus-Marschflugkörper betrifft, ist nicht einsichtig, warum man nicht in Gottes Namen den Ukrainern erklärt, wie man sie bedient.

    Reply

    • Roberts Fitzthum
      27. Februar 2024 @ 11:10

      Gähn

      Reply

  • Thomas Damrau
    27. Februar 2024 @ 08:10

    Es kommt, wie es kommen musste: Der ursprüngliche Plan „Wir liefern der Ukraine Waffen und die Ukraine verprügelt die Russen.“ geht nicht auf. Und jetzt wird auf der nach oben offenen Eskalationsskala hektisch nach einem Plan B gesucht.
    Neben dem Hauptrisiko, dass der Konflikt außer Kontrolle gerät, gibt es ein Nebenrisiko: Dass trotz Ausweitung des NATO-Engagements die Ukraine irgendwann nachgeben muss. Dann ständen die europäischen RegierungschefInnen endgültig als Volltrottel vor ihren BürgerInnen – mit dem entsprechenden Vertrauenverlust in das politische System, das dann Unmengen von (nicht nur finanziellen) Ressourcen für nichts und wieder nichts verschleudert haben wird, die man an anderer Stelle dringend gebraucht hätte.

    Reply


  • Info: https://lostineu.eu/wo-scholz-recht-hat-wie-orban-einknickt-und-neues-von-nawalny


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Bauernprotest legt EU-Viertel lahm – 500 Vorschläge?


    lostineu.eu, vom 26. Februar 2024

    Der teils gewalttätige Bauernprotest legt das Brüsseler Europaviertel lahm. Agrarminister Özedmir macht neue (leere) Versprechen.

    Angesichts eines Treffens der EU-Agrarminister in Brüssel haben Hunderte Landwirte teils gewaltsam gegen die Agrarpolitik der Union protestiert. Insgesamt 900 Traktoren blockierten am Montag Straßen im EU-Viertel.

    Bauern setzten Reifen in Brand, schütteten Gülle auf die Straße, und Pyrotechnik wurde gegen Polizisten gerichtet. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein. Neben lautem Hupen waren auch immer wieder kleinere Explosionen zu hören.

    Diesmal waren auch Journalisten von den Protesten betroffen – sie konnten nicht am Pressebriefing der EU-Kommission teilnehmen und auch ihre Büros nicht erreichen – wegen zahlreicher Absperrungen.

    Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) sprach sich für weniger Verwaltungsaufwand für Landwirte aus. Die derzeitige europäische Agrarpolitik sei „ein Bürokratiemonster“.

    Belgiens Landwirtschaftsminister David Clarinval sagte bei dem Treffen unter seiner Leitung, es gebe aus den 27 Mitgliedsländern 500 Vorschläge für flexiblere Regeln. Diese würden nun eingehend geprüft.

    „Eingehend“ ist gut. Die Proteste gab es schon beim EU-Gipfel im Januar – passiert ist nichts…

    P. S. Die belgischen Bauern fordern „gerechte Preise und Einkommen“ – und nicht nur Bürokratieabbau…

    4 Comments

    1. Karl
      27. Februar 2024 @ 11:12

      Kleinbauern finde ich heute bei den Biobauern, aber darüber redet niemand.

      Von den Kleinbauernkindern in meiner Klasse, die damals während meiner Schulzeit fehlten, wenn draußen der Bauernverband demonstrierte, haben alle bis auf einen die Höfe heute aufgegeben.

      Das Geld bekamen und bekommen die Großen – heute heißt der Bauernverbandspräsident Ruckwied und bekommt 100.000 € EU-Subvention im Jahr – und der gesamte Agrar-Industrielle Komplex Gift, Dünger, Südzucker, Trecker, Schlachthöfe hat Stimmrechte im Bauernverband.
      Und wenn der Freie Wähler ein Flugblatt schreibt, dann will’s nachher niemand gewesen sein.

    Reply

  • Arthur Dent
    26. Februar 2024 @ 23:37

    @european
    Völlig falsch – die Julia heisst bestimmt Luisa ????
    ansonsten aber Volltreffer. Wenn es ihn nicht schon gäbe, man hätte den Klimawandel erfinden müssen – ist praktisch eine Gelddruckmaschine. Man greift den Menschen immer tiefer in die Tasche, natürlich nur, um die Welt zu retten. Man selbst hat allerdings nichts davon – besser wird´s in vielleicht hundert Jahren. Erstaunlicherweise gibt es in Deutschland mittlerweile mehrere dutzend Organisationen, Verbände, Institutionen, Programme – vermutlich alle mehr oder weniger staatlich gefördert – die sich nur um die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen kümmern. Bundesprogramm ökologischer Landbau, Bundeszentrum für Ernährung, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, Zukunftskommission Landwirtschaft, Zukunftsstrategie ökologischer Landbau – das geht endlos noch so weiter. Currywurst empfiehlt da allerdings keiner, eher mehr Hülsenfrüchte – wenn das mal kein Zufall ist.
    Weniger Fleischkonsum gleich Weniger Tierhaltung gleich mehr Fläche für Windräder und Photovoltaik oder Energiepflanzen. Noch eine Verordnung hier und da – so nach und nach bringt man schon die Bauern dazu aufzugeben. Seit 1950 hat sich die die Anzahl der Menschen verdreifacht auf der Erde, die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist aber enorm gesunken. Da die Anzahl der Hungernden in etwa gleich geblieben ist, hat sich die Produktivität enorm erhöht. Wenn man jetzt die Nahrungsmittel künstlich verknappt, macht man Lebensmittel teurer. Das freut Nestle, Cargill und Co.

    Reply

  • european
    26. Februar 2024 @ 13:36

    Wer sich fuer die Hintergruende der Bauernproteste interessiert, sollte sich das neue Interiew von Milena Preradovic mit Anthony Lee, dem aktuell bekanntesten der deutschen Bauernprotestler ansehen. Es geht um viel mehr als den Agrardiesel und auch die Dauerausrede Buerokratie zaehlt hier nicht so viel. Es gibt sie, aber sie ist nur eines von vielen Problemen. Es geht um die Abwicklung der deutschen Agrarwirtschaft, um sehr viel Geld, um kontinuierlich steigene Ackerlandpreise, um internationale Grosskonzerne und diejenigen, die am Klimawandel richtig Geld verdienen, z.B. die Familie Reemtsma. Merke: Auch Julia Neubauer ist eine Reemtsma.

    Beispiel: Der ukrainische Weizen. Dieser wird u.a. deshalb abgelehnt, weil es sich um minderwertige Ware handelt und dort noch Pestizide eingesetzt werden, die in der EU seit mehr als 20 Jahren aus gutem Grund verboten sind und mit der Einfuhr schlechte Ware der guten Ware beigemischt wird. Sehr aufschlussreiches Video. Man muss sich nur eine Warnmeldung davor denken. Achtung. Alles Rechts, rechts, Nazi…. ????

    https://youtu.be/XmbYSLmqNx8?feature=shared

    Reply

    • Helmut Höft
      27. Februar 2024 @ 09:00

      @european
      Danke für das Link. Es zieht sich durch das „kapitalistische Modell“ hindurch wie ein roter Faden: Wachse oder weiche … präziser: Wachse oder verrecke!
      Merke: Wettbewerb ist dazu da um ihn zu gewinnen, sonst nix – und dafür sind große und volle Taschen sehr hilfreich.
      Gemeinwohl, Klima- Boden- und Naturschutz, der ganze grüne Schoiß, sind nur so’n kostenintensives und hinderlich Zeusch. Das musss weg!


  • Info: https://lostineu.eu/bauernprotest-legt-eu-viertel-lahm-500-vorschlaege


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    Unterwerfung unter einen woken Zeitgeist – das Online-Magazin Telepolis und ein eigenartiger Disclaimer

    nachdenkseiten.de, 26. Februar 2024 um 10:00 Ein Kommentar von Marcus Klöckner

    Das Online-Magazin Telepolis vom Heise Verlag hat vor alle Beiträge, die vor 2021 erschienen sind, einen Disclaimer gestellt. Darin heißt es, der vorliegende Beitrag könnte „möglicherweise in Form und Inhalt nicht mehr den aktuellen journalistischen Grundsätzen der Heise Medien und der Telepolis-Redaktion“ genügen. Am Wochenende hat sich nun der ehemalige Chefredakteur des Magazins mit kritischen Worten geäußert.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Es ist eine eigenartige Zeit. Bevor etwas gesagt wird, müssen sich zunächst alle von allem distanzieren. Und wenn sie sich von allem distanziert haben, bitten sie noch einige Male vorab um Verzeihung. Ausgeschlossen werden soll so, dass sich die Fraktion der taktisch sensiblen Vertreter eines woken Zeitgeistes über eine geäußerte Meinung verärgert fühlen. Das kann man machen. Man könnte aber auch einfach Rückgrat besitzen und zu seiner Sicht stehen. Zu sehen, was das Online-Magazin Telepolis sich leistet, schmerzt. Es schmerzt mich als Autor, der gerne für das Magazin geschrieben hat. Vor allen Beiträgen, die vor 2021 erschienen sind, findet sich der folgende Disclaimer:

    Der folgende Beitrag ist mehrere Jahre alt und entspricht daher möglicherweise in Form und Inhalt nicht mehr den aktuellen journalistischen Grundsätzen der Heise Medien und der Telepolis-Redaktion. Ausführliche Informationen zu unserer Arbeit und unseren Grundsätzen finden Sie in unserem Leitbild.

    Was denkt ein Leser, wenn er auf solche Zeilen stößt? Mir als Leser drängt sich der Verdacht auf: Hier liegt – das kann nicht ausgeschlossen werden – ein minderwertiges journalistisches Produkt vor. Warum sollte ich für einen derartigen Beitrag Lesezeit investieren? Die Frage steht im Raum: Entspricht der Beitrag nun „in Form und Inhalt nicht mehr den aktuellen journalistischen Grundsätzen“ oder nicht? Aber vor allem auch: Was heißt hier „aktuelle journalistische Grundsätze“? Welche Grundsätze haben sich geändert? Die Kerngrundsätze journalistischer Arbeit haben vor 30 Jahren genauso gegolten wie es heute der Fall ist. Zumindest theoretisch. In der Praxis hat sich innerhalb vieler Medien eine Art Zombiejournalismus etabliert. Journalistisch maximal entkernt, dafür weltanschaulich maximal im Sinne des woken Zeitgeistes aufgeladen. Doch das ist ein eigenes Thema.


    Mit diesem Disclaimer wertet Telepolis die Arbeit aller seiner Autoren, die vor 2021 dort Beiträge publiziert haben, pauschal ab. Die Verantwortlichen werten auch die Arbeit der Redaktion ab, die über viele Jahre ein innovatives Autorenmagazin ermöglicht hat. Auch das veröffentlichte „Leitbild“, auf das die Redaktion sich bezieht, vermag den Schritt hin zu dem Disclaimer nicht befriedigend zu erklären. Telepolis, das darf man ruhig sagen, hatte Mediengeschichte geschrieben. Es war das erste rein internetbasierte Magazin im deutschsprachigen Internet. Für seine journalistischen Leistungen erhielt das Magazin Preise. Die Autorin Christiane Schulzki-Haddouti wurde 2000 zusammen mit der Telepolis-Redaktion für investigative Recherchen zum Thema „Enfopol-Überwachung“ ausgezeichnet. Es gab den Europäischen Preis für Online-Journalismus der Medien-Konferenz Net-Media 2000 in der Kategorie „Investigative Reporting“. 2002 folgte der Grimme Online Award in der Kategorie Medienjournalismus und 2004 den Lead Award für spezialisierte Onlinemagazine. Die damals ausgezeichneten Beiträge sind heute mit einem Disclaimer versehen.


    Florian Rötzer hat das Projekt aufgebaut, Anfang 2021 gab er den Stab an Harald Neuber ab. Als ich durch Leser auf den Disclaimer aufmerksam gemacht wurde, habe ich das Gespräch mit Neuber gesucht. Es war ein kurzer Mailaustausch. Respektvoll, aber nicht konstruktiv. Die Hintergründe, die zur Etablierung dieses Disclaimers geführt haben, sind mir bis jetzt noch immer nicht sinnvoll nachvollziehbar. Der Disclaimer steht jedenfalls da. Was kommt als nächstes? Heute findet sich eine pauschale Distanzierung vor diesen Artikeln. Und morgen? Werden Beiträge, die dem Zeitgeist entgegenstehen, umgeschrieben? Verschwinden sie aus dem Archiv? Übernimmt der Geist von Orwell irgendwann? Dass bei einem Magazin wie Telepolis Journalismus im Vordergrund steht, ist sehr zu begrüßen. Ein Disclaimer, der als Unterwerfung unter einen woken Zeitgeist verstanden werden kann, hat aber mit Journalismus nichts zu tun. Möge sich die Vernunft durchsetzen.


    Rubriken: Audio-Podcast Medien und Medienanalyse Medienkritik

    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=111618


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Zum Schutz vor finanzstarken und streitig aufgelegten Antagonisten den Disclaimer (Haftungsauschluss) geltend zu machen, klingt andererseits vernünftig.

    27.02.2024

    Nachrichten von Pressenza: Stille und Stadt – ein unversöhnlicher Gegensatz?

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 27. Februar 2024,


    Nachrichten von Pressenza - 27.02.2024


    Stille und Stadt – ein unversöhnlicher Gegensatz?


    Das Festival «stilles Zürich» vom 29. Februar bis 3. März lädt zu Entschleunigung und Achtsamkeit ein. Vor lauter Getöse und Getriebenheit, Geschäftigkeit und Dichte suchen die Bewohner der Stadt die Stille anderswo: in der Natur, in den Bergen, am Meer.&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/stille-und-stadt-ein-unversoehnlicher-gegensatz/


     -----------------------


    Denn die im Dunkeln … sieht man nicht


    #BerlinliesteinBuch – 2024 hat man sich für eines der großartigsten Bücher entschieden, wie ich finde. Deshalb tue ich jetzt etwas, was ich sonst nie tue: Ich hole eine Besprechung noch mal hervor und bitte euch inständig, dieses Buch zu lesen.&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/02/denn-die-im-dunkeln-sieht-man-nicht/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    „Build back better“

    makronom.de, vom 26. Februar 2024, Europa,  LUKAS BERTRAM & LYDIA KORINEK

    Hat die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität ihr Versprechen erfüllt?

    Drei Jahre sind seit dem Start der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität vergangen. In der unmittelbaren Krisenbekämpfung war sie dabei durchaus erfolgreich. Doch es sind weitere Schritte erforderlich, um langfristige Resilienz aufzubauen.


    Um den volkswirtschaftlichen Schock der COVID-19-Pandemie abzufedern, verhandelten die europäischen Regierungen im Jahr 2020 über die Gestaltung und den Umfang von Konjunkturpaketen. Sie waren sich einig, dass diese Abfederungsmaßnahmen sowohl auf eine kurzfristige Erholung abzielen, als auch die europäischen Volkswirtschaften langfristig resilienter machen sollten. Daher auch der Name des auf EU-Ebene vereinbarten Instruments – die Aufbau- und Resilienzfazilität (Recovery and Resilience Facility, kurz RRF).


    Inzwischen sind drei Jahre und damit die Hälfte der Gesamtlaufzeit vergangen, seit das 723 Milliarden Euro schwere Paket in Kraft getreten ist. Die in der letzten Woche von der Europäischen Kommission veröffentlichte Halbzeitbewertung der RRF hebt die positiven Effekte auf die kurzfristige Erholung der Mitgliedsstaaten hervor. Inwieweit die RRF auch den zweiten Teil ihres Versprechens – die langfristige Stärkung der Resilienz der EU – eingelöst hat, bleibt darin weitestgehend unbeantwortet. Dabei gibt es auch hier Anzeichen für eine positive Entwicklung: Trotz der Herausforderungen, mit denen die EU seit 2020 konfrontiert ist, hat die ökonomische Resilienz der Mitgliedstaaten insgesamt nicht abgenommen. Die RRF scheint zu dieser Stabilität beigetragen zu haben.


    Die Administration der EU-Gelder

    Neu an der Administration der RRF ist, dass Mitgliedstaaten selbst gesteckte Meilensteine und Ziele aus ihren Nationalen Aufbau- und Resilienzplänen (NRRP) erreichen müssen, um auf die RRF-Mittel zugreifen zu können. An dieser Stelle fällt auf, dass Länder mit besonders detaillierten und breit gefächerten Reform- und Investitionsplänen – wie etwa Italien und Spanien – eine bemerkenswert schnelle Umsetzung ihrer Pläne und Fortschritte bei der Erreichung ihrer Ziele gezeigt haben. Dies deutet auf einen wirksamen Mechanismus hin – insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Länder in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, EU-Mittel zu absorbieren. Spanien beispielsweise war das Schlusslicht bei der Ausschöpfung der europäischen Strukturfondsmittel im Zeitraum 2014-2020, als es nur 39% der verfügbaren Mittel in Anspruch nahm. Jetzt, in der Laufzeit der RRF, hat Spanien bereits zur Halbzeit mehr als die Hälfte der bewilligten Zuschüsse erhalten und ist das Land mit der dritthöchsten Auszahlungsrate. Deutschland hingegen, dessen Krisenmanagement eher auf nationalen Maßnahmen basierte, hat bisher weniger als ein Viertel seiner RRF-Mittel absorbiert.


    Dennoch gibt es bei der Umsetzung der RRF nach wie vor Herausforderungen, wie zum Beispiel mangelnde Flexibilität bei der Anpassung an unvorhergesehene Umstände. Mit der Konzeption der RRF ist es jedoch gelungen, die nationale Eigenverantwortung zu verbessern, die unerlässlich ist, wenn die Mitgliedstaaten den Kurs für langfristige Ziele halten wollen. Doch können wir schon sagen, dass die RRF ihr übergeordnetes Ziel der Stärkung der ökonomischen Resilienz erreicht?


    Ökonomische Resilienz als Kompass

    In dieser turbulenten Zeit sind resiliente Volkswirtschaften zu einem der wichtigsten Leitbilder für die Wirtschaftspolitik geworden. Auch globale Institutionen wie die UNO, die OECD und die EU setzten sich die ökonomische Resilienz als feste Zielgröße. Sie erkennen die Notwendigkeit Volkswirtschaften so zu gestalten, dass sie in der Lage sind, kurzfristig größere soziopolitische Störungen und Rezessionen zu überstehen und gleichzeitig langfristig Wohlstand zu sichern.

    Ein ganzheitliches Verständnis von ökonomischer Resilienz geht also über die bloße Erholung von Krisen hinaus; es beschreibt die Fähigkeit von Volkswirtschaften, Schocks zu absorbieren, sich davon zu erholen und sich so anzupassen, dass künftige Krisen unwahrscheinlicher und besser gemeistert werden können. Resiliente Volkswirtschaften stellen nach Krisen nicht bloß den Status quo wieder her, sondern nutzen diese als Gelegenheit für positive Veränderungen in Richtung einer grüneren, stabileren und florierenden Wirtschaft. Ökonomische Resilienz dient also als Kompass für eine Wirtschaft, die ein gutes Leben für heutige und künftige Generationen im Rahmen der begrenzten Ressourcen unseres Planeten ermöglicht.


    Stabile Resilienz trotz krisengeschüttelter Jahre

    Um die ökonomische Resilienz in der EU zu quantifizieren und zu vergleichen, hat das ZOE Institut den Economic Resilience Index entwickelt. Ein Ranking der EU-Volkswirtschaften hinsichtlich ihrer ökonomischen Resilienz anhand der Index-Methodik zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Während Länder wie Schweden, Dänemark und Finnland in puncto ökonomischer Resilienz führend sind (Deutschland rangiert auf Platz 7), hinken andere wie Rumänien, Griechenland und Bulgarien hinterher. Doch die EU kann als Ganzes nur so resilient sein, wie ihr am wenigsten resilienter Mitgliedstaat. Deshalb sind gemeinsame Anstrengungen zur Stärkung der ökonomischen Resilienz der EU, insbesondere in den am stärksten gefährdeten Ländern, entscheidend.


    Die neuen Ergebnisse des Economic Resilience Index untersuchen die Entwicklung der ökonomischen Resilienz der EU von 2019 bis 2022:


    Screenshot_2024_02_27_at_07_14_40_Hat_die_europ_ische_Aufbau_und_Resilienzfazilit_t_ihr_Versprechen_erf_llt


    Sie zeigen, dass die ökonomische Resilienz der Union in diesem Zeitraum stabil geblieben ist. Dies ist an sich schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die EU mit noch nie dagewesenen Herausforderungen konfrontiert war, von der COVID-19-Pandemie bis zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise.


    Wie die folgende Abbildung zeigt, konnten Länder, die mehr RRF-Mittel pro Kopf erhielten, ihre ökonomische Resilienz im Durchschnitt stärker steigern als Länder mit weniger RRF-Mitteln:


    Screenshot_2024_02_27_at_07_20_32_Hat_die_europ_ische_Aufbau_und_Resilienzfazilit_t_ihr_Versprechen_erf_llt


    Zum jetzigen Zeitpunkt scheint die RRF also wie beabsichtigt zur Stärkung der ökonomischen Resilienz beizutragen. Dies unterstreicht, wie wichtig der Zugang zu Finanzmitteln für die am wenigsten resilienten Mitgliedstaaten ist, um die kollektive Stärke der EU zu steigern.

    Insbesondere scheint die Qualität der geplanten Reformen und Investitionen ein wichtiger Indikator für die Fähigkeit der Mitgliedstaaten zu sein, ihre ökonomische Resilienz zu verbessern: Ein höheres Maß an politischer Integration, vor allem in der Sozial- und Kohäsionspolitik, korreliert mit besseren Resilienz-Ergebnissen.


    Aussichten nach 2026

    Vor diesem Hintergrund ist es besorgniserregend, dass die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2026, wenn die RRF ausläuft, drohen vor einer Finanzierungsklippe zu stehen. Wir wissen, dass die Verbesserung der Zukunftsfähigkeit von Volkswirtschaften ein Marathon ist und kein Sprint. Ohne Zugang zu Finanzmitteln nach 2026 besteht die Gefahr, dass der langfristige positive Effekt der RRF verloren geht und sie nur als Instrument der Konjunkturbelebung in Erinnerung bleibt, anstatt langfristig Resilienz aufzubauen.


    Gleichzeitig werden die neuen EU-Fiskalregeln, die bald in Kraft treten, die Mitgliedstaaten dazu drängen, ihre hohe Staatsverschuldung zu senken. Dies wird umsichtige Ausgabenmaßnahmen erfordern und viele Regierungen dazu zwingen, den Gürtel enger zu schnallen. Der Ausgabenbedarf wird jedoch hoch bleiben, nicht zuletzt für die Finanzierung des Europäischen Green Deal. Einer aktuellen Schätzung zufolge werden allein für die Dekarbonisierung der EU-Volkswirtschaften zusätzliche öffentliche Investitionen in Höhe von 260 Milliarden Euro pro Jahr benötigt, was über dem liegt, was die RRF derzeit bereitstellt. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wie zum Beispiel möglicher Verschiebungen in den globalen Handelspartnerschaften mit China und den USA und potenziellen Disruptionen in den internationalen Lieferketten, wird der Investitionsbedarf noch größer.


    Besonders für Deutschland gilt es, die jüngsten geopolitischen Entwicklungen als Weckruf für eine stärkere europäische Integration zu erkennen und eine europäische Finanzierungsantwort auf die vielschichtigen Herausforderungen nicht länger abzulehnen. Denn der Mehrwert der europäischen Zusammenarbeit beschränkt sich seither nicht mehr nur auf die schon länger bekannten Vorteile wie den europäischen Binnenmarkt, der für deutsche Unternehmen den Zustrom von Vorprodukten und Arbeitskräften sowie wichtige Exportmärkte bietet. Spätestens seitdem wieder Krieg in Europa herrscht und man sich unabhängiger von globalen Handelspartnern machen möchte, erscheint die Investition in ein resilientes und zukunftsfähiges Europa auch aus Sicherheits- und Souveränitätsaspekten alternativlos.


    Deutschland könnte sich für ein RRF-Nachfolgeinstrument einsetzen, das den Mitgliedstaaten hilft, die Dynamik hin zu resilienten Volkswirtschaften aufrechtzuerhalten. Ein solches längerfristiges Instrument würde auf den Erfolgen der RRF aufbauen, ihren Zeithorizont verlängern und ihre Fähigkeiten verbessern, so dass sie besser auf die sich entwickelnden Herausforderungen eingehen kann. Zum Beispiel könnte der häufig kritisierte Mangel an Flexibilität bei der Anpassung an unvorhergesehe Umstände dadurch adressiert werden, dass Mitgliedsstaaten NRRPs vorlegen, in denen sie sich stärker zur Erreichung übergeordneter Ziele als zu rigiden Maßnahmen verpflichten. In unvorhergesehenen Situationen, wie es beispielsweise die Energiekrise war, ließe sich schnell und einfach auf neue Maßnahmen umsatteln, solange sie auf das gleiche Ziel einzahlen. Dies würde auch der Vorstellung resilienter Volkswirtschaften entsprechen, die schnell, flexibel und angemessen auf Krisen reagieren.


    Nach 2026 muss die EU sicherstellen, dass alle Mitgliedstaaten, insbesondere diejenigen mit begrenzter Finanzkapazität, Zugang zu Ressourcen für wichtige Reformen und Investitionen zur Stärkung der Resilienz als eine gemeinsame Priorität der EU haben. Die aus der Krise entstandene Aufbau- und Resilienzfazilität scheint bisher ihrem Namen gerecht zu werden und den EU-Mitgliedsstaaten zu helfen, im Marathon der Vorbereitung auf die Zukunft nicht nur wieder auf die Beine zu kommen, sondern auch in die richtige Richtung zu laufen. Aber die Ziellinie ist noch weit entfernt, und längerfristiges Denken ist erforderlich, wenn die positiven Trends der ökonomischen Resilienz aufrechterhalten werden sollen.

     

    Zu den AutorInnen:

    Lukas Bertram ist Ökonom am ZOE Institut für zukunftsfähige Ökonomien. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Ökonomie der grünen Transformation und der ökonomischen Resilienz der EU.


    Lydia Korinek ist wirtschaftspolitische Beraterin am ZOE Institut für zukunftsfähige Ökonomien. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Ökonomie der grünen Transformation und der ökonomischen Resilienz der EU.

    Kommentare


    Info: https://makronom.de/hat-die-europaeische-aufbau-und-resilienzfazilitaet-ihr-versprechen-erfuellt-45960?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=hat-die-europaeische-aufbau-und-resilienzfazilitaet-ihr-versprechen-erfuellt


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.02.2024

    Auf Krieg einstellen (IV)Weil die Bundeswehr im Kriegsfall den Großteil ihrer regulären Soldaten an der Front einsetzen will – etwa in Osteuropa gegen Russland –, sollen weitgehend Reservisten Verteidigungsaufgaben im Landesinnern übernehmen.

    german-foreign-policy.com, 27. Februar 2024

    BERLIN (Eigener Bericht) – Die Bundeswehr sucht „händeringend“ verlässliche Reservisten für den Dienst in sogenannten Heimatschutzregimentern zur Sicherung der „Heimatfront“ im Krisen- und Kriegsfall. Dies geht aus Äußerungen führender Militärs im Zuge der Diskussion um den derzeit in Arbeit befindlichen Operationsplan Deutschland hervor. Hintergrund ist, dass der wesentliche Teil der deutschen Armee etwa im Fall eines Krieges gegen Russland nicht für Verteidigungsaufgaben im Landesinneren zur Verfügung stehen, sondern im Osten kämpfen wird; deshalb sollen auf deutschem Territorium vor allem Reservisten die Stellung halten. Durch die Einbindung der Reservisten erschließt sich die Bundeswehr Personal über die aktiv verpflichteten Berufssoldaten hinaus. Bis 2026 will sie sechs Heimatschutzregimenter mit insgesamt rund 6.000 Reservisten aufstellen. Der Reservistenverband plädiert dafür, das verfügbare Personal mit einer „Dienstpflicht“ noch einmal auszuweiten. Zusätzlich zur unmittelbaren personellen Entlastung erhofft sich die Bundeswehr von den Reservisten mittel- bis langfristig auch Erfolge in Sachen Personalaufwuchs und zivil-militärische Zusammenarbeit.


    Zitat: Kaum Soldaten für die HeimatfrontWie die Bundeswehr mitteilt, wird im Kriegsfall ein „größerer Teil“ der regulären Soldaten an der „Ostflanke“ der NATO kämpfen; er kann deshalb zur Absicherung des deutschen Territoriums selbst „nicht eingeplant werden“. Um den „Schutz“ der Bundesrepublik auf ihrem eigenen Hoheitsgebiet dennoch zu gewährleisten, setzt der für die Erarbeitung des Operationsplans Deutschland verantwortliche Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant André Bodemann, auf die „neu aufzustellenden Heimatschutzkräfte“.[1] Diese Truppenteile bestehen hauptsächlich aus Reservisten und nur zu einem geringen Teil aus aktiven Soldaten. Den „Heimatschutz“ im Wesentlichen auf der Reserve aufzubauen, ist in der Truppe allerdings nicht unumstritten. Der Befehlshaber des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise, Brigadegeneral Uwe Nerger, warnte in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu dem Operationsplan, es sei ein „Fehler“ zu „suggerieren, dass wir [in der Reserve] genügend Personal haben“; vielmehr sei man gerade damit befasst, „händeringend“ dafür zu werben, „dass Menschen verlässlich Reservistendienst leisten“.[2]


    „Aufmarsch führendes Kommando“

    Federführend bei der Erstellung des Operationsplans Deutschland ist das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr. Das Kommando ist erst 2022 aufgestellt worden; es hat die Aufgabe, alle Aktivitäten der Bundeswehr im Inland zu befehligen und zu koordinieren. In Zusammenarbeit mit den beiden Kommandostrukturen in Ulm, dem Multinationalen Kommando Operative Führung und dem Joint Support and Enabling Command (JSEC) (german-foreign-policy.com berichtete [3]), nimmt es die Funktion eines „Aufmarsch führenden Kommandos“ wahr.[4] Darüber hinaus ist es zuständig für „Auf- und Ausbau der Territorialen Reserve einschließlich der Heimatschutzkräfte“.[5]


    Heimatschutzregimenter

    Bis 2026 sollen laut Plänen des Bundesverteidigungsministeriums sechs Heimatschutzregimenter aufgestellt werden; drei davon sind bereits aktiv. Sie sollen die Bundeswehr personell „entlasten“.[6] Von den insgesamt rund 6.000 Dienstposten im Heimatschutz belegt die Bundeswehr nur zwischen 120 und 180 mit aktiven Soldaten. Den überwiegenden Teil füllt sie mit Reservisten. Damit werden mehrere tausend Berufssoldaten für den Einsatz an der NATO-Ostflanke frei. Um „unmittelbaren personellen Aufwuchs, die Einsatzbereitschaft und die Durchhaltefähigkeit“ der Bundeswehr zu erreichen, sollen die Soldaten „im gesamten Aufgabenspektrum durch die Reserve verstärkt“ werden, heißt es dazu in den Verteidigungspolitischen Richtlinien, dem aktuellen Grundsatzdokument der deutschen Militärpolitik. Der Operationsplan werde zeigen, wie viele Heimatschutzregimenter „tatsächlich“ gebraucht würden, kündigt Generalleutnant Bodemann an.[7]


    Wach- und Sicherungsaufgaben

    Bereits im Frieden übernehmen die Reservisten Tätigkeiten der Militärs – vor allem „Wach- und Sicherungsaufgaben“.[8] Als Teil des sogenannten Host Nation Support beispielsweise, der Versorgung verbündeter Truppen auf deutschem Territorium, „bewachen“ Reservisten der Heimatschutzregimenter im Zuge des transatlantischen Aufmarschs in Osteuropa „Rastpunkte von Militärtransporten“ nicht nur, aber vor allem der US-Streitkräfte auf dem Weg durch Deutschland.[9] Während Konflikten und Kriegen sollen die Heimatschutzkräfte militärische und „verteidigungswichtige“ Infrastruktur sichern, so etwa „Häfen, Güterumschlagplätze, Bahnanlagen und Brücken, aber auch digitale Netze und Energienetze“, erläutert die Bundeswehr. Für Auslandseinsätze müssen die Reservisten der Heimatschutzregimenter allerdings nicht zur Verfügung stehen.


    „Pistole, Maschinengewehr und Panzerfaust“

    Die Bundeswehr bemüht sich zudem, auch sogenannten Ungedienten, also Menschen, die noch nicht bei ihr tätig waren, den Weg in die Heimatschutzregimenter zu ebnen – etwa durch eine Grundausbildung im Rahmen des Freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz oder „über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren in Ausbildungsblöcken meist am Wochenende“. Der Schwerpunkt der Ausbildung zum „Heimatschützer“ liegt laut Angaben der Bundeswehr auf „Wach- und Sicherungsaufgaben“ – inklusive „Waffenausbildung an Pistole, Maschinengewehr und Panzerfaust“, „Häuserkampf“, „Flieger- und Drohnenabwehr“ und „politische Bildung“.[10] Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und heutige Präsident des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, Oberst der Reserve Patrick Sensburg, sprach sich im Kontext mit dem „Heimatschutz“ unlängst für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus.[11]


    Zivil-militärisches Bindeglied

    Der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz erleichtert dabei mit seiner für das Militär vergleichsweise unverbindlichen Konzeption – ohne jahrelange Dienstverpflichtung und drohende Auslandseinsätze – neuen Rekruten den ersten Schritt in die Bundeswehr. Selbst wenn es der Truppe nicht gelingt, die Rekruten während ihres freiwilligen Jahres längerfristig an sich zu binden, bleiben sie ihr über einen Zeitraum von sechs Jahren immerhin als Reservisten erhalten. Diese sind für die Bundeswehr – ob als Lehrer, der den Jugendoffizieren die Türen zu seiner Schule öffnet, oder als Angestellter, der in einem Logistikunternehmen Werbung für den Heimatschutz macht – ein wertvolles Netzwerk, mit dem sie neues Personal rekrutieren kann und Kontakte für die sogenannte zivil-militärische Zusammenarbeit knüpft.

     

    Mehr zum Thema: Auf Krieg einstellen (III).

     

    [1] „Hoffentlich keine Landung von russischen Fallschirmjägern“. t-online.de 25.01.2024.

    [2] Deutschland hat einen Plan. reservistenverband.de 02.02.2024.

    [3] S. dazu Auf Krieg einstellen (II).

    [4] Bundeswehr stellt Territoriales Führungskommando auf. bmvg.de 13.06.2022.

    [5] Territoriales Führungskommando der Bundeswehr. bundeswehr.de.

    [6] Vielfältiger Einsatz für den Heimatschutz. bundeswehr.de 29.04.2022.

    [7] „Hoffentlich keine Landung von russischen Fallschirmjägern“. t-online.de 25.01.2024.

    [8] Heimatschutzregiment 2. bundeswehr.de.

    [9] S. dazu Auf Krieg einstellen (I).

    [10] Heimatschutzregiment 2. bundeswehr.de.

    [11] Deutschland hat einen Plan. reservistenverband.de 02.02.2024.



    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9496


    26.02.2024

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.02.2024

    Palästina / IGH China: Bewaffneter Widerstand legitim

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. Februar 2024, 20:44 Uhr


    _RT 6.2.2024

    _*Palästinensischer Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh tritt zurück


    *Der Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiegebiete, Mohammed

    Schtajjeh, hat heute in Ramallah seinen Rücktritt eingereicht. Das sei

    auf Wunsch des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas erfolgt, hatte

    zuvor der Fernsehsender /Watan TV/ unter Berufung auf Regierungsbeamte

    berichtet.


    Schtajjeh kommentierte seinen Rückzug mit den Worten:

    "Die Entscheidung zum Rücktritt kam angesichts der beispiellosen

    Eskalation im Westjordanland und in Jerusalem sowie des Krieges, des

    Völkermords und des Hungers im Gazastreifen (...) Ich sehe, dass die

    nächste Phase und ihre Herausforderungen neue staatliche und politische

    Regelungen erfordern, die der neuen Realität in Gaza und der

    Notwendigkeit eines palästinensisch-palästinensischen Konsenses auf der

    Grundlage der palästinensischen Einheit und der Ausweitung der

    einheitlichen Autorität über das Land Palästina Rechnung tragen."


    Arabische Länder der Region und die USA hätten entsprechenden Druck auf

    Abbas ausgeübt, hieß es. Es hatte seit Längerem Berichte über einen

    solchen Schritt Schtajjehs gegeben.

    Eine Neugestaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde soll dabei

    helfen, die zuletzt nahezu bedeutungslos gewordene Zweistaatenlösung

    wieder ins Spiel zu bringen.


    Der mögliche Rücktritt Schtajjehs sei jedoch zunächst als eher

    symbolischer Schritt zu werten, hieß es. Der Politiker, der als loyaler

    Mitarbeiter des seit 2005 regierenden Abbas gilt, werde weiterhin als

    Chef einer kommissarischen Regierung amtieren.


    Die Bildung einer neuen Regierung des nationalen Konsenses könne Wochen

    oder Monate in Anspruch nehmen. Ihr Gelingen hänge in erster Linie davon

    ab, ob der Krieg im Gazastreifen beendet und ein international

    überwachter Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Küstengebiet

    erreicht werden kann.


    _

    RT 25.2.2024


    _*Verfahren gegen Israel: Annexion palästinensischer Gebiete,

    Vertreibung, Apartheid und Völkermord

    */Von Maria Müller/


    In der vergangenen Woche fand im "Friedenspalast" in Den Haag eine

    Anhörung vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) über die rechtlichen

    Konsequenzen der israelischen Besatzungspolitik

    <https://www.cbc.ca/news/world/un-court-legality-israeli-occupation-palestinian-lands-1.7119309

    auf palästinensischem Territorium statt. Dieses Verfahren wird auf

    Antrag der UN-Generalversammlung durchgeführt. Vor einem Jahr, im

    Dezember 2022, hatte eine Staatenmehrheit den IGH gebeten, ein

    Rechtsgutachten zur Besetzung der palästinensischen Gebiete durch Israel

    zu erstellen. Die Anhörung läuft vom 19. bis zum 26. Februar. Das

    Verfahren ist unabhängig vom Antrag Südafrikas, mit dem das Land Ende

    Dezember 2023 den IGH um Prüfung des Verdachts auf Völkermord an der

    palästinensischen Bevölkerung in Gaza durch Israel ersuchte.


    Ein Team von 15 Richtern soll nun die rechtlichen Konsequenzen der

    Verletzung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser durch Israel

    feststellen. Die Besetzung, Kolonisierung und anhaltende Annexion

    palästinensischen Territoriums seit 1967 steht diesmal im Mittelpunkt.

    Die Richter sollen über die Rechtmäßigkeit der israelischen Besatzung

    entscheiden, mit der das Gebiet eines künftigen palästinensischen

    Staates schrittweise zerstückelt und damit seiner Lebensfähigkeit

    beraubt wird. Dazu zählt auch die Annexion von Ost-Jerusalem im Jahr

    1980, wo seitdem diskriminierende Gesetze zur Änderung der

    demografischen Zusammensetzung, des Charakters und des Status der

    "Heiligen Stadt" herrschen.


    Im Laufe der vergangenen Jahre verfasste das UN-Hochkommissariat für

    Menschenrechte mehrere Berichte, in denen diese Besetzungen "aufgrund

    ihrer Dauerhaftigkeit und der faktischen Annexionspolitik der

    israelischen Regierung" für illegal erklärt wurden. Bisher hat das

    jedoch kein Richter bestätigt.


    Insgesamt standen 52 Staaten und drei Organisationen – die Afrikanische

    Union, die Arabische Liga und die Organisation für Islamische

    Zusammenarbeit – bei der Anhörung auf der Rednerliste.


    *Das Tribunal ist nach über 50 Jahren Vertreibung ein "historisches

    Ereignis"*

    Der palästinensische Botschafter in den Niederlanden, Rawan Sulaiman,

    bezeichnete das Verfahren als historisch: /"Dieses Tribunal ist nicht

    nur ein historisches Ereignis für unser Volk und unsere gerechte Sache.

    Es ist auch historisch für das Völkerrecht und die internationale

    Gerechtigkeit."/


    Die Delegation Palästinas wurde von Außenminister Riyad Al-Maliki

    geleitet, der den ersten Redebeitrag hielt. Er beschuldigte Israel des

    "Kolonialismus und der Apartheid

    <" rel="noopener">https://www.cbc.ca/news/world/un-court-legality-israeli-occupation-palestinian-lands-1.7119309>",

    während er das Gericht aufforderte, zu erklären, dass /"Israels

    Besetzung von Territorien, die für einen palästinensischen Staat gedacht

    sind, illegal ist und sofort beendet werden muss./ /Seit über einem

    Jahrhundert wird das unveräußerliche Recht des palästinensischen Volkes

    auf Selbstbestimmung geleugnet und verletzt."/


    Der Anwalt Palästinas beim Internationalen Gerichtshof stellte fest,

    dass die langjährige Besetzung der Gebiete durch Israel schwerwiegend

    rechtswidrig sei. Nach internationalem Recht könne eine Besatzung nur

    ein vorübergehender Zustand sein.

    Vusi Madonsela, der Vertreter Südafrikas

    <https://www.bbc.com/mundo/articles/czrl8zv388eo>, sagte: /"Israel

    praktiziert eine noch extremere Form der Apartheid, als wir es in

    Südafrika erlebt haben."/


    Auch die Vereinigten Staaten, China, Russland, Südafrika und Ägypten

    nehmen an den Anhörungen teil. Mehrere südamerikanische Länder äußerten

    in Den Haag scharfe Kritik an Israel, darunter Kolumbien, Brasilien und

    Chile.


    *Israel betonte schriftlich, Palästina verweigere eine Zwei-Staaten-Lösung*

    Israel selbst sprach nicht in Den Haag. Das Land hat im Juli 2023 dem

    Gericht einen kurzen, fünfseitigen Schriftsatz vorgelegt, in dem es das

    Verfahren ablehnte und "eine klare Verzerrung der Geschichte" des

    Konflikts anprangerte. Außerdem kritisierte es "die Weigerung der

    palästinensischen Führung, Angebote zur Beilegung des Konflikts und zur

    Gründung eines palästinensischen Staates an der Seite Israels

    anzunehmen". Das Dokument wurde dem Gericht vorgelegt. Sprecher der

    Klägerstaaten wiesen jedoch darauf hin, dass die Regierung Netanjahu

    eine Zwei-Staaten-Lösung ablehne.


    *Das strategische Ziel: den Gaza-Streifen zu entvölkern*

    Das Gerichtsverfahren findet inmitten der Schrecken der israelischen

    Bombardierungen gegen die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens statt,

    einem letzten Zufluchtsort für mehr als eine Million Palästinenser,

    nachdem diese vor israelischen Angriffen in den Süden der Enklave

    geflohen waren.


    Nach Darstellung von Riyad Al-Maliki verfolge Israel seit Beginn des

    Krieges gegen die Zivilbevölkerung Palästinas ein klares strategisches

    Ziel: den Gaza-Streifen unbewohnbar zu machen und die Bevölkerung zu

    vertreiben

    <https://taz.de/Palaestinensischer-Minister-zu-Gaza/!5992468/>. Gleich

    am ersten Tag des Krieges habe Staatschef Netanjahu alle Bewohner

    aufgefordert, den Gaza-Streifen in Richtung Ägypten zu verlassen.

    Seitdem habe das israelische Militär die Menschen aus dem Norden bis

    nach Rafah im äußersten Süden der Enklave vertrieben. Israel wolle sie

    jetzt noch über die Grenze nach Ägypten drängen. Das sei das Hauptziel

    dieser Militäroperation.


    *Gutachten sind rechtlich nicht bindend, schaffen jedoch Konsequenzen

    für Drittstaaten*

    Obwohl die Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs nicht

    bindend sind, haben sie nach Meinung von juristischen Experten dennoch

    "großes rechtliches Gewicht und moralische Autorität". Auch die

    Beziehungen von Drittstaaten zu Israel würden im Falle seiner

    Verurteilung beeinflusst und könnten ebenso rechtlichen Konsequenzen

    unterliegen. Denn nach der Konvention zur Verhinderung von Völkermord

    macht sich ein Staat als Waffenlieferant an einen anderen Staat zum

    Komplizen dieses Verbrechens, wenn die Waffen dafür eingesetzt werden.

    Vor kurzem beantragte Nicaragua deshalb vor dem Internationalen

    Gerichtshof ein Ermittlungsverfahren gegen die deutsche Regierung

    <https://amerika21.de/2024/02/268165/nicaragua-klage-unterstuetzung-israel

    sowie gegen Großbritannien, die Niederlande und Kanada.


    *Die Mauer*

    Es ist das zweite Mal, dass die UN-Generalversammlung den

    Internationalen Gerichtshof um ein Gutachten zum besetzten

    palästinensischen Gebiet bat. Bereits im Juli 2004 stellte das Gericht

    fest, dass die israelische Trennmauer im Westjordanland gegen

    internationales Recht verstoße und abgebaut werden müsse. Sie besteht

    bis heute – und erinnert an die Berliner Mauer, die über 30 Jahre lang

    ununterbrochen von der westlichen Politik und den Medien in den höchsten

    Tönen verurteilt wurde. Die Gaza-Mauer hingegen ist kaum bekannt.


    Hätte dieses Verfahren früher stattgefunden, wäre Israel bei seinem

    Angriff auf palästinensische Gebiete womöglich gebremst worden. Zugleich

    hätte die palästinensische Bevölkerung die große internationale

    Unterstützung stärker wahrgenommen und auf eine Lösung des Konflikts

    durch die UNO vertraut. Womöglich wäre der Verlauf der Geschichte gerade

    noch rechtzeitig in andere Bahnen gelenkt worden, um die dramatische

    Eskalation zu verhindern. Allerdings werden die Richter wahrscheinlich

    auch weiterhin Monate dafür brauchen, eine Stellungnahme abzugeben.

    Angesichts der verzweifelten Situation in Gaza überschattet die

    Arbeitsweise des Gerichts seine Glaubwürdigkeit.



    https://tkp.at/2024/02/23/china-palaestinenser-haben-recht-auf-bewaffneten-widerstand/

    23.2.2024

    *China: Palästinenser haben Recht auf bewaffneten Widerstand

    *Von Thomas Oysmüller


    *Eine entschiedene Haltung nahm China vor dem Internationalen

    Gerichtshof in Den Haag ein: Die „bewaffnete Gewalt“ Palästinas gegen

    Israel sei „wohlbegründetes Recht“. *


    Chinas Position in der Israel-Frage ist schon länger ziemlich

    unverändert: Man fordert eine Zwei-Staaten-Lösung und damit soll der

    jahrzehntelange Konflikt zur Ruhe kommen. Das ist die Vorstellung

    Chinas. Am Donnerstag sorgte der chinesische UN-Botschafter aber für

    Aufsehen. Mit Verweis auf das „unveräußerliche Recht, das im Völkerrecht

    verankert ist“, erklärte er Waffengewalt der Palästinenser gegen

    israelische Besatzung als rechtlich gedeckt. Der bewaffnete Kampf sei

    demnach ein „legitimes“ und „wohlbegründetes“ Recht der Palästinenser.


    *Bewaffneter Widerstand legitim

    *China würde das Recht „des palästinensischen Volkes mit Waffengewalt

    gegen die israelische Besetzung seines Landes vorzugehen“ unterstützen.

    Das erklärte Zhang Jun während des vierten Tages der öffentlichen

    Anhörungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag, und

    berichtet /Middle East Eye

    </" rel="noopener">https://www.middleeasteye.net/news/palestinians-have-right-use-armed-force-against-israel-says-china-icj>/.


    Am IGH beschäftigen sich aktuell Vertreter von 52 Ländern mit der

    israelischen Besetzung von Gebieten, die außerhalb der eigentlichen

    israelischen Grenzen liegen. Der Gesandte Pekings erklärte dort, es gebe

    „verschiedene Völker, die sich von der Kolonialherrschaft befreit

    haben“, und diese könnten „alle verfügbaren Mittel einsetzen,

    einschließlich des bewaffneten Kampfes“.


    In der Konsequenz dieser Argumentation bezeichnete er den bewaffneten

    Widerstand der Palästinenser als legitim und nicht als einen

    terroristischen Akt. /„Der Kampf der Völker für ihre Befreiung und ihr

    Selbstbestimmungsrecht, einschließlich des bewaffneten Kampfes gegen

    Kolonialismus, Besatzung, Aggression und Herrschaft ausländischer

    Mächte, sollte nicht als Terrorakt betrachtet werden“,/ sagte Zhang Jun

    vor Gericht.


    Israel sieht das bekanntlich anders, und kämpft aktuell aus eigener

    Sicht einen „Krieg gegen den Terrorismus“. Auffallend ist, dass sich

    Israel mit Kritik an der chinesischen Aussage zurückhält. China ist

    wirtschaftlich stark in Israel vertreten. Unüblich für Israel, das

    ansonsten sehr schnell Kritik recht emotional zurückweist. Die

    Gerichtsverhandlung ignoriert Israel und nimmt nicht daran teil.


    Die chinesische Kritik war jedenfalls sehr deutlich. Laut Jun habe die

    israelische Politik /„die Ausübung und vollständige Verwirklichung des

    Rechts des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung ernsthaft

    unterminiert und behindert.“/


    Die Anhörung vor dem IGH läuft noch bis 26. Februar und geht auf einer

    Resolution der UN-Generalversammlung zurück, in der der IGH um ein

    Gutachten ersucht wurde. Die Zahl der Staaten, die an der mündlichen

    Verhandlung teilnehmen, ist die höchste seit der Gründung des IGH im

    Jahr 1945 und unterscheidet sich von der öffentlichkeitswirksamen

    Völkermordklage Südafrikas.


    Es wird erwartet, dass ein Gremium von 15 Richtern etwa sechs Monate für

    seine Beratungen benötigt, bevor es eine beratende Stellungnahme abgeben

    kann.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.02.2024

    Das sind die Gründe, warum polnisch-ukrainische Beziehungen zusehends hässlicher werden

    meinungsfreiheit.rtde.life, 25 Feb. 2024 20:25 Uhr, Von Maxim Jussin

    Die Kluft zwischen den Polen und den Ukrainern ist auf emotionaler Ebene spürbar geworden. Erstere werfen ihren Nachbarn Undankbarkeit vor, Letztere schlagen mit Vorwürfen von Egoismus und Gier zurück. Gleichzeitig geraten die Staats- und Regierungschefs der EU zunehmend ins Kreuzfeuer.


    Quelle: www.globallookpress.com


    Bauernproteste in Polen; auf dem Plakat eines Traktors mit Misthaufen steht: "Politiker, das ist euer Platz"; Poznan, 09.02.2024


    Die Europäische Kommission hat die polnischen Sicherheitskräfte aufgefordert, den Transit ukrainischer Waren über die EU-Grenze zu gewährleisten. Die Behörden seien für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung verantwortlich, daher müsse Warschau die Rechte der Reisenden und den freien Warenverkehr schützen, weil diese für die Lieferketten des EU-Binnenmarkts von entscheidender Bedeutung seien, ließ Brüssel verlautbaren.


    Das Massaker von Wolhynien – 80 Jahre danach



    Das Massaker von Wolhynien – 80 Jahre danach







    Unterdessen gesellen sich zu den Bauern und Lastwagenfahrern, die seit November ukrainische Lastwagen blockieren, nun auch Jäger dazu, die sich gegen die Umweltpolitik der neuen polnischen Regierung stellen. Die Bauern selbst planen, ihre Proteste auszuweiten und Kontrollpunkte entlang der Grenze zur Ukraine zu errichten sowie Verkehrsknotenpunkte und Zufahrtsstraßen zu Bahnterminals und Seehäfen zu blockieren.


    Die Krise in den ukrainisch-polnischen Beziehungen mag auf den ersten Blick völlig unlogisch und paradox erscheinen. Schließlich war es Warschau, das sich nach dem 24. Februar 2022 als Kiews zuverlässigster und entschlossenster Verbündeter in Europa positionierte und die härtesten Maßnahmen gegen Moskau forderte. Selbst dann noch, als Paris und Berlin zögerten, Präsident Emmanuel Macron vorschlug, den Dialog mit seinem russischen Amtskollegen fortzusetzen und Kanzler Olaf Scholz zunächst hoffte, sich auf die Lieferung von 5.000 Helmen an die ukrainische Armee beschränken zu können.


    Heute, zwei Jahre später, sind die Rollen vertauscht. Frankreich und Deutschland gelten heute als bedingungslose Unterstützer der ukrainischen Behörden und vermeiden öffentliche Kritik an Kiew – selbst dann, wenn sie angebracht wäre. Auf der anderen Seite haben die Polen eine Kehrtwende vollzogen; sie haben aufgehört, sich zurückzuhalten und lassen stattdessen ihrem Unmut freien Lauf. Sie scheuen sich nicht davor, beleidigt zu sein und äußern freimütig ihre Klagen über Kiew.


    In diesem Zusammenhang war die Erklärung des stellvertretenden Sprechers des polnischen Parlaments, Piotr Zgorzelski, bemerkenswert, der den Bürgermeister von Lemberg, Andrei Sadowyi, beschuldigte, "die Stepan-Bandera-Sprache des Nazi-Kollaborateurs der 1940er-Jahre zu verwenden", und seine Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass eine solche Rhetorik in der heutigen Ukraine keinen Platz mehr haben sollte.


    Wo ist sie, die "polnisch-ukrainische Freundschaft"? Angst und Schrecken an der Grenze




    Analyse

    Wo ist sie, die "polnisch-ukrainische Freundschaft"? Angst und Schrecken an der Grenze





    Solche Worte wurden im westlichen Lager seit zwei Jahren nicht mehr geäußert – es sei denn, man berücksichtigt die Ministerpräsidenten Ungarns und der Slowakei mit ihrer Sonderhaltung. Die Verehrung in der Ukraine von Stepan Bandera, Roman Schuchewitsch und anderen umstrittenen Persönlichkeiten wird weitgehend ignoriert. Vor dem Hintergrund des Konflikts der Ukraine mit Russland wurde dies als eine unbequeme Nuance betrachtet, die besser nicht angesprochen werden sollte, um das bequeme Schwarz-Weiß-Bild nicht zu stören.


    Ein weiterer ukrainischer Staatsbeamter, der stellvertretende Wirtschafts- und Handelsminister Taras Katschka, geriet ebenfalls ins Fadenkreuz des stellvertretenden Sprechers des polnischen Parlaments. Zgorzelski forderte ihn auf, seine Rhetorik zu mäßigen und polnische Bauern, die an den Grenzübergängen protestieren, nicht zu beleidigen. Es sei darauf hingewiesen, dass Zgorzelski die "Allianz der dritten Kraft" vertritt, die Teil der Regierungskoalition des liberalen Premierministers Donald Tusk ist. Kiew hatte gehofft, dass nach dem Regierungswechsel in Polen, dem Übertritt der nationalkonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" in die Opposition und dem Siegeszug der proeuropäischen Kräfte die Spannungen mit Warschau der Vergangenheit angehören würden. Aber wie wir jetzt sehen, ist nichts dergleichen eingetreten.


    Während die Regierung Tusk ein Lippenbekenntnis gegenüber Kiew abgegeben hat, stellt sie die ukrainischen Behörden an der Grenze in Wirklichkeit vor enorme Probleme – oder vielmehr unternimmt die polnische Regierung nichts, um diese zu lösen und aus der Welt zu schaffen. Unterdessen beklagt Kiew, dass die Blockade der Grenzübergänge bereits zu Problemen bei der Lieferung nicht nur humanitärer, sondern auch militärischer Güter geführt hat. Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Situation an der Front für die ukrainische Armee bereits dramatisch zugespitzt hat.


    Wie Polen still und heimlich die Kontrolle über die Westukraine übernimmt





    Analyse

    Wie Polen still und heimlich die Kontrolle über die Westukraine übernimmt





    In ukrainischen sozialen Netzwerken werden den Polen Hochverrat und Dolchstöße vorgeworfen. Alle Postings auf Telegram-Kanälen, die das Vorgehen der polnischen Landwirte und Lastwagenfahrer zum Thema haben, werden von Hunderten von wütenden – und ehrlich gesagt grob beleidigenden – Kommentaren begleitet, darunter Vorschläge wie: "russische Truppen durch die Ukraine durchzulassen, damit sie mit den Pšeks (Polaken) fertig werden können", was noch zu den milderen Kommentaren gehört. Eine ukrainische Flüchtlingsfrau, die nach Warschau gezogen ist, erzählte mir, dass sie in den vergangenen Monaten zunehmend feindselige Einstellungen erlebt habe. Ihr Auto, das Kiewer Nummernschilder trägt, wurde bereits dreimal beschädigt.

    Die Kluft zwischen den Polen und den Ukrainern ist auf emotionaler Ebene spürbar geworden. Erstere werfen ihren Nachbarn Undankbarkeit vor, Letztere schlagen mit Vorwürfen von Egoismus, Gier und mangelndem Einfühlungsvermögen zurück. Gleichzeitig geraten die Staats- und Regierungschefs der EU zunehmend ins Kreuzfeuer.


    Sie waren es, die voller Emotionen und ohne Abwägen der Vor- und Nachteile die Entscheidung trafen, die Zölle auf ukrainische Waren, vor allem landwirtschaftliche Produkte, abzuschaffen. Sie dachten nicht an die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Diese erwiesen sich als gravierend, sowohl für die Landwirte, die nicht nur in Polen protestieren, als auch für die Lkw-Fahrer, deren Kollegen aus der Ukraine zu viel niedrigeren Löhnen und Transportkosten arbeiten und somit das gesamte Geschäft ruinieren.


    Generell lassen uns die turbulenten Ereignisse an der ukrainisch-polnischen Grenze über die Folgen einer möglichen EU-Mitgliedschaft Kiews nachdenken, den die derzeitigen Spitzenpolitiker in Brüssel zumindest in Worten anstreben. Angesichts der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im kommenden Juni wird es jedoch interessant sein zu sehen, inwieweit die Wähler in der EU mit diesen Ambitionen einverstanden sind.


    Ersterscheinung in der russischen Zeitung Kommersant.


    Maxim Jussin ist russischer Journalist und politischer Beobachter für die Zeitung "Kommersant".


    Mehr zum Thema - Polen: Bauern wollen "totale Blockade aller Grenzübergänge" zur Ukraine


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/197325-sind-gruende-warum-polnisch-ukrainische


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 615 von 1092

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 300 .. 400 .. 500 .. 590 .. 600 .. 610 .. 612 613 614 615 616 617 618 .. 620 .. 630 .. 640 .. 700 .. 800 .. 900 .. 1000 .. 1060 .. 1070 .. 1080 .. 1089 1090 1091 1092 >