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17.04.2024

Beiträge zu den Kriegen in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten  (II von II)

9. IPG: „Der Iran will nach wie vor keine totale Eskalation“


https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/der-iran-will-nach-wie-vor-keine-totale-eskalation-7451/?utm_campaign=de_40_20240416&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Interviews 15.04.2024

„Der Iran will nach wie vor keine totale Eskalation“



Ralf Melzer über Teherans Angriff auf Israel, eine mögliche

israelische Reaktion und die Bedrohung durch die Hisbollah.



Dr. Ralf Melzer leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in

Israel. Davor war er u.a. als Leiter des Regionalbüros Dialog

Südosteuropa und der FES-Büros in Tunis und München tätig.


Die Fragen stellte Kai Doering.


(...)


Sehen Sie einen Zusammenhang zum Vorgehen Israels in Gaza?


Der Zusammenhang besteht vor allem darin, dass die Hamas mit ihrem

Terrorangriff am 7. Oktober die Hisbollah dazu bringen wollte, mit

ihrer vollen militärischen Kraft in den Krieg gegen Israel einzusteigen.


Dieses Kalkül ist erfreulicherweise nicht aufgegangen. Stattdessen hat

Hisbollah-Generalsekretär Nasrallah den Krieg im Gazastreifen als

palästinensische Angelegenheit bezeichnet.


In den propagandistischen Versuchen Irans, den Angriff auf Israel zu

rechtfertigen, hat das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen

und die humanitäre Katastrophe dort – soweit mir bekannt ist – keine

Rolle gespielt.


Der Angriff war die Reaktion auf die Tötung von zwei Generälen und

weiterer Angehöriger der iranischen Revolutionsgarde durch einen

mutmaßlich israelischen Luftangriff in Damaskus Anfang April.



Irans Staatsführung hat erklärt, dass es die Angelegenheit mit dem

Angriff als erledigt betrachtet. Wird Israel darauf eingehen?


Es gibt auch in Israel Stimmen, die das fordern. Eine wie auch immer

geartete Reaktion wird aber wohl nicht ausbleiben. In diesem Sinne hat

sich die Regierung geäußert, allerdings nach eigenen Angaben noch

keinen Beschluss gefasst, wie genau diese Antwort aussehen und wann

sie stattfinden soll.


Internationaler politischer Druck auf den Iran, insbesondere die

Aufnahme der iranischen Revolutionsgarde auf die EU-Terrorliste,

könnte Einfluss auf das weitere Vorgehen Israels haben.


Wenn Israel jetzt besonnen reagiert und politisch klug agiert, lässt

sich aus dem abgewehrten Angriff vom Wochenende ein strategischer

Vorteil machen.


Denn neben den USA und Großbritannien war auch Jordanien aktiv

beteiligt. Saudi-Arabien und Ägypten haben offenbar ebenfalls

geholfen. Hier zeichnet sich genau die strategische Allianz ab, auf

die die Amerikaner hinarbeiten und die auch in einem

Nachkriegsszenario für den Gaza-Streifen eine wichtige Rolle spielen

könnte.


Zudem hat Saudi-Arabien signalisiert, im Gegenzug für signifikante

Schritte in Richtung einer Zweistaatenlösung die Beziehungen mit

Israel zu normalisieren.


Wie könnte eine israelische Reaktion aussehen?


Ich bin kein Militärexperte, aber es gibt sicher militärische

Einrichtungen des Irans oder seiner Verbündeten außerhalb des

iranischen Staatsgebiets, die als Angriffsziele in Frage kommen und

bei denen sich das Regime in Teheran nicht zwangsläufig zu einer neuen

„Vergeltung“ gezwungen sehen würde.


Aber auch wenn es jetzt hoffentlich gelingt, eine weitere Eskalation

zu vermeiden, bleibt das Kernproblem bestehen, nämlich die Bedrohung

durch den Iran, der sich offiziell die Vernichtung des Staates Israel

auf die Fahnen geschrieben hat.


Zwar funktioniert das Eskalationsmanagement an der nördlichen Front

seit dem 7. Oktober einigermaßen, aber eine Lösung der

Konfrontationslage mit dem Iran und seiner Praxis, insbesondere der

Hisbollah, ist nicht in Sicht.


Solange die unmittelbare Bedrohung nahe der libanesischen Grenze

andauert und die Hisbollah nicht den Beschuss einstellt und sich

zumindest hinter den Fluss Litani zurückzieht, können die

Zehntausenden von Menschen, die in Israel evakuiert werden mussten,

nicht in ihre Wohnorte zurückkehren.


Das ist ein Zustand, der sich unmöglich dauerhaft aufrechterhalten

lässt. Aus israelischer Sicht ist mit dem iranischen Regime und der

Hisbollah eine konstruktive Lösung nicht möglich.


Das ist eine Analyse, die auch von Militärs und Sicherheitsexperten

aus dem linken politischen Spektrum und dem Friedenslager geteilt

wird.


In einer Woche beginnt das einwöchige Pessach-Fest. Hat das einen

Einfluss auf das weitere Vorgehen?


Nein, ich gehe nicht davon aus, dass das Pessach-Fest einen besonderen

Einfluss auf die weitere Entwicklung haben wird. Aber es wird

natürlich von der aktuell sehr angespannten Situation überlagert sein.


——



10. Forum ZFD: Gaza: Waffenstillstand JETZT


https://www.forumzfd.de/de/gaza-waffenstillstand-jetzt


Gaza: Waffenstillstand JETZT


Appell zum Stopp von Waffenlieferungen an Israel und bewaffnete palästinensische Gruppen


Das forumZFD fordert mit 165 Organisationen in einem offenen Aufruf an

alle UN-Mitgliedstaaten, die Krise im Gazastreifen nicht weiter

anzuheizen und die Fortsetzung der humanitären Katastrophe sowie den

Verlust weiterer ziviler Menschenleben zu verhindern.


(…)


Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und appellieren an alle

Staaten, die Lieferung von Waffen zu stoppen, die zur Begehung von

Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte

verwendet werden können. (…)




Hier können Organisationen den Appell mitunterzeichnen:


https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeF0lwTIXDk_IR1idgNdTB1NNlthv96EXCPamX4x16kjcDv0g/viewform


——


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes

A.-v.-Humboldt-Weg 8a

85354 Freising


Tel.: 08161-547015    

Fax:  08161-547016


C.Ronnefeldt@t-online.de 

www.versoehnungsbund.de


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


17.04.2024

Beiträge zu den Kriegen in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten  (I von II)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 17. April 2024, 16:43 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend einige Beiträge zu den Kriegen in


der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten:



1. FAZ: Ukraine-Liveblog:  Scholz und Xi wollen Friedenskonferenz unterstützen


2. Merkur: Deutschland geht an seine Reserven:


    Dritte Patriot-Feuereinheit wird an die Ukraine geliefert


3. Der Freitag: Ukraine-Krieg: Das Friedensbuch der Stunde


4. Tagesschau: Vorfall im Golf von Oman


    Iranische Revolutionsgarden kapern Handelsschiff


5. SZ: Tanker für den Erzfeind


6. DW: Warum arabische Staaten Israel gegen Iran unterstützen


7. n tv: Zeit für Bestandsaufnahme? Hamas schlägt Israel neuen Geisel-Deal vor


8. IPG: „Die Ausschaltung der Hamas ist unmöglich“


9. IPG: „Der Iran will nach wie vor keine totale Eskalation“


10. Forum ZFD: Gaza: Waffenstillstand JETZT



———



1. FAZ: Ukraine-Liveblog:  Scholz und Xi wollen Friedenskonferenz unterstützen



https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine-liveticker-mindestens-zehn-tote-nach-russischem-angriff-auf-tschernihiw-faz-19030454.html


16.4.2024.   21:09 Uhr


(….)


„China kann wirklich helfen, einen gerechten Frieden für die Ukraine

und Stabilität in den internationalen Beziehungen wiederherzustellen“,

sagte Selenskyj. Die Ukraine bereitet nach seinen Angaben für Mitte

Juni einen Weltfriedensgipfel in der Schweiz vor, zu dem zwar China,

aber nicht Russland eingeladen ist.


China hatte eine eigene Friedensinitiative gestartet, die in der

Ukraine aber auf Skepsis stieß. „Das Gipfeltreffen in der Schweiz gibt

uns allen eine echte Chance, die UN-Charta, ihre Ziele und Grundsätze

wirklich zur Geltung zu bringen“, sagte Selenskyj.


Er besteht darauf, dass ausschließlich sein Friedensplan umgesetzt

wird, der als ein Kernpunkt den Abzug aller russischen Soldaten von

ukrainischem Gebiet vorsieht. Russland kritisiert das als „realitätsfern“.


Auch China will eine Friedenskonferenz nur unterstützen, wenn daran

sowohl die Ukraine als auch Russland teilnehmen.

——



Scholz und Xi wollen Friedenskonferenz unterstützen


16.04.2024, 10:45


Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei seinem Besuch in Peking mit

dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vereinbart, eine geplante

Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz zu unterstützen.


„China und Deutschland wollen sich über die Förderung der Ausrichtung

einer hochrangigen Konferenz in der Schweiz und künftiger

internationaler Friedenskonferenzen intensiv und positiv abstimmen",

erklärte Scholz am Dienstag nach seinem Treffen mit Xi auf der

Plattform X.


Die Konferenz in der Schweiz soll Mitte Juni stattfinden, Russland

wird daran nicht teilnehmen.


Scholz bat Xi nach eigenen Angaben bei dem Treffen in Peking, beim

russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ein Ende des Ukrainekriegs

zu dringen.


„Chinas Wort hat Gewicht in Russland", erklärte Scholz auf X. Er habe

Xi daher gebeten,  „auf Russland einzuwirken, damit Putin seinen

irrsinnigen Feldzug endlich abbricht, seine Truppen zurückzieht und

diesen furchtbaren Krieg beendet“.



———



16.4.2024  12:10 Uhr


Der Kreml reagiert reserviert auf einen Aufruf des französischen

Präsidenten Emmanuel Macron, während der Olympischen Sommerspiele in

Paris bei bewaffneten internationalen Konflikten eine Waffenruhe

walten zu lassen.


Bezogen auf den Krieg mit der Ukraine sagte Kreml-Sprecher Dmitri

Peskow, es sei sowohl Präsident Wladimir Putin als auch dem russischen

Militär aufgefallen, dass Kiew solche Ideen nutze, um zu versuchen,

sich neu zu formieren und Waffen aufzustocken.


 „Das erschwert natürlich den Prozess der Prüfung solcher Initiativen

 erheblich." Peskow fügte hinzu, es habe bislang beim Thema Waffenruhe

 keine offiziellen Schritte gegeben. Paris richtet die Olympischen

 Spiele vom 26. Juli bis 11. August aus.


------


16.4.2024 11:32 Uhr



Die chinesische Regierung hat sich hinter Pläne für eine

internationale Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz gestellt.


China und Deutschland ermutigten und unterstützten die Bemühungen um

eine politische Lösung für den Frieden in der Ukraine, sagt ein

Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking anlässlich des

Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz.


Man sei bereit eine  „aktive Kommunikation" über das von der Schweiz

geplante hochrangige Treffen sowie über andere relevante

internationale Friedenskonferenzen in der Zukunft zu führen.


China bekenne sich zu den Zielen und Grundsätzen der UN-Charta. Diese

beinhaltet etwa das Prinzip der Unverletzlichkeit der Grenzen von Staaten.



——



15.4.2024  21:11 Uhr



Die Ukraine hat Insidern zufolge im März nach zwei Monaten

Verhandlungen eine Vereinbarung mit Russland über Schifffahrt auf dem

Schwarzen Meer abgebrochen.


Die Gespräche seien von der Türkei vermittelt worden, sagen vier mit

dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei

eine Einigung erzielt worden, „um die Sicherheit der

Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten".


Zwar habe die Ukraine das Abkommen nicht formell unterzeichnen wollen.

Sie habe jedoch einer türkischen Ankündigung zugestimmt.


„In letzter Minute zog sich die Ukraine plötzlich zurück und das

Abkommen platzte", sagte einer der Insider. Der Grund sei nicht

bekannt. Die genannten Staaten lehnen eine Stellungnahme ab.



———



15.4.2024  14:05


Die amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris hat den ukrainischen

Präsidenten Wolodymyr Selenskyj offenbar aufgefordert, die Angriffe

auf russische Ölraffinerien einzustellen.


Das entsprechende Gespräch solle schon im Februar  auf der Münchner

Sicherheitskonferenz stattgefunden haben, wie die Washington Postb

(WP) am Montag meldete. Demnach befürchteten US-Beamte, dass die

Angriffe auf Raffinerien zu einem weltweiten Anstieg der Energiepreise

führen und Russland dazu veranlassen würde, aggressiver gegen die

Ukraine vorzugehen.


Laut der WP-Quelle habe Harris' Forderung Selenskyj und sein Team

„irritiert“. Der ukrainische Präsident sei nicht auf die Forderung eingegangen.


Ende März sagte Selenskyj, dass die Amerikaner ukrainische

Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur nicht unterstützten.


————



2. Merkur: Deutschland geht an seine Reserven:


Dritte Patriot-Feuereinheit wird an die Ukraine geliefert



https://www.merkur.de/politik/ukraine-krieg-putin-patriot-selenskyj-pistorius-scholz-marschflugkoerper-nato-gegenoffensive-93010951.html


Deutschland geht an seine Reserven:


Dritte Patriot-Feuereinheit wird an die Ukraine geliefert


Stand: 15.04.2024, 06:23 Uhr


(…)


Wie Euronews berichtet, spricht der ukrainische Kommandeur Oleksandr

Syrskyj davon, dass sich die Lage an der Ostfront für seine Truppen in

den vergangenen Tagen deutlich verschlechtert habe. Unterstützt von

gepanzerten Fahrzeugen greife die russische Armee in Richtung Bachmut an. (…)


Beobachter des Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) sehen

die Lage ebenfalls kritisch: „Die zunehmend wirksamen russischen

Angriffe in der Ukraine drohen die langfristigen

Kriegsführungsfähigkeiten der Ukraine einzuschränken und schaffen die

Voraussetzungen dafür, dass Russland auf dem Schlachtfeld erhebliche

Gewinne erzielen kann.“ (…)


Anders als der ukrainische General sieht das ISW auch keine vermehrten

Angriffe der russischen Truppen. Russland habe seine Angriffstaktik

verbessert, ohne dass die Häufigkeit oder der Umfang der Angriffe

zugenommen habe, meint das ISWund macht für die Probleme der

ukrainischen Armee vor allem die Verzögerungen bei der US-Hilfe

verantwortlich. (…)


Im Januar hatte das Magazin Europäische Sicherheit & Technik von einem

Mega-Deal von Patriot-Raketen berichtet:


Demnach habe die Nato Support and Procurement Agency (NSPA) als

logistische Dienstleistungsorganisation der Nato im Auftrag

Deutschlands, der Niederlande, Rumäniens und Spaniens, mit der Comlog

GmbH, dem Joint Venture von MBDA und Raytheon (RTX), einen

Rahmenvertrag über die Beschaffung von bis zu 800 Flugkörpern PAC2

GEM-T für das Luftverteidigungssystem Patriot zur Abwehr von

ballistischen Raketen beschlossen – das Finanzvolumen soll etwas mehr

als fünf Milliarden Euro betragen.


Deutsche Nachrüstung lässt Ukraine hoffen: „Danke, Olaf, für deine Führung.“


Der deutsche Anteil an dem Vertrag beträgt 500 Flugkörper im Wert von

drei Milliarden Euro; davon seien 100 Flugkörper als Nachbeschaffung

für Abgaben an die Ukraine im Wert von 602 Millionen Euro fest

bestellt worden.


Die Lieferung weiterer 400 Flugkörper für 2,4 Milliarden Euro soll im

laufenden Jahr in Auftrag gegeben werden, sobald im Haushalt 2024

Bestellungen möglich sind. Die Finanzierung erfolgt aus dem

Sondervermögen Bundeswehr. „Wir gehen mit unserer Unterstützung der

Ukraine so weit, wie wir es mit Blick auf unsere eigene

Einsatzbereitschaft vertreten können.


Ich habe mich bereits vor dieser Entscheidung für eine möglichst

schnelle Neubeschaffung eingesetzt, und wir arbeiten mit Hochdruck an

der Nachbeschaffung“, zitiert das Bundesverteidigungsministerium auf X

den Verteidigungsminister Boris Pistorius.


Die Bundeswehr verfügt nur noch über zehn Patriot-Feuereinheiten zur

Raketenabwehr, aber, so schreibt die Süddeutsche Zeitung: „Nach lauten

Hilferufen aus Kiew geht man an die eigenen Reserven.“


Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Lieferung in einem Telefonat

mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zugesagt, wie ein

Regierungssprecher mitteilte, so die Tagesschau.


——


3. Der Freitag: Ukraine-Krieg: Das Friedensbuch der Stunde


https://www.freitag.de/autoren/sebastianpuschner/ukraine-krieg-das-friedensbuch-der-stunde


Ukraine-Krieg: Das Friedensbuch der Stunde


Rezension


Hermann Theisen und Helmut Donat haben für ihren Sammelband „Bedrohter Diskurs.


Deutsche Stimmen zum Ukrainekrieg“ eine bemerkenswerte Vielzahl von Autoren

mit durchaus unterschiedlichen Perspektiven versammelt.


(…)


Frappierend sind die Analogien, die der Historiker Donat zur Vorzeit

des Ersten Weltkriegs aufzeigt, siegesgewisse Blindheit für die

Unabwägbarkeiten des Kriegsverlaufs wie gnadenlose Attacke auf jeden

Pazifismus.


Ralf Fücks’ Diktum vom Mai 2022, „Der Friede ist nicht der höchste

aller Werte!“, findet sich fast wortgleich beim Pfarrer und

Kriegsenthusiasten Hermann Kremers Anfang des 20. Jahrhunderts.


Bedrohter Diskurs. Deutsche Stimmen zum Ukrainekrieg

Hermann Theisen, Helmut Donat (Hg.) Donat Verlag 2024, 368 S., 24,80 €


———


4. Tagesschau: Vorfall im Golf von Oman


    Iranische Revolutionsgarden kapern Handelsschiff



https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-beschlagnahmt-schiff-100.html


Vorfall im Golf von Oman


Iranische Revolutionsgarden kapern Handelsschiff


Stand: 13.04.2024 18:47 Uhr


Iranische Revolutionsgarden haben im Golf von Oman ein Handelsschiff

beschlagnahmt. Der Frachter gehört dem israelischen Milliardär Ofer

und fährt unter portugiesischer Flagge. Israel spricht von Piraterie.


Die iranischen Revolutionsgarden haben laut Berichten der iranischen

Staatsmedien im Golf von Oman ein Handelsschiff "mit Verbindungen"

nach Israel beschlagnahmt.


Das Containerschiff "MSC Aries" sei in einem Hubschraubereinsatz von

Spezialeinheiten der Revolutionsgarden beschlagnahmt worden und werde

in Richtung Iran umgeleitet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.


Videoaufnahmen, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen, zeigten, wie

Soldaten sich aus einem Hubschrauber abseilen und das Schiff entern.


Der Konzern MSC, in dessen Auftrag der Frachter unterwegs ist,

bestätigte die Beschlagnahmung und erklärte, man arbeite mit den

zuständigen Behörden zusammen. Ziel sei die Rückgabe des Schiffes und

das Wohlergehen der 25 Besatzungsmitglieder.


Reederei gehört israelischem Milliardär


Die britische Behörde für Handelsschifffahrt UKMTO teilt ebenfalls

mit, ein Frachter sei nahe der Straße von Homus zwischen den

Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran beschlagnahmt worden.


Das Schiff fährt unter portugiesischer Flagge für ein Unternehmen des

israelischen Milliardärs Eyal Ofer. Er zählt laut Wirtschaftsmagazin

Forbes zu den 100 reichsten Männern der Welt. Er ist Miteigentümer der

Reederei Zodiac Maritime, für die die "MSC Aries" fährt. (…)


————


Hinweis zu Eyal Ofer sowie zu Sammy und Yuli Ofer,


die im folgenden SZ-Artikel erwähnt werden:



https://de.wikipedia.org/wiki/Eyal_Ofer

Eyal Ofer  (* 1950 in Haifa) ist ein israelischer Unternehmer.


Nach der Forbes-Magazine-Liste von 2023 ist er mit einem Gesamtvermögen von


geschätzten 18,9 Milliarden US-Dollar der reichste Mann Israels.


Sein Vater war der Unternehmer Sammy Ofer und sein Onkel war der

Unternehmer Yuli Ofer. (...)


Er ist zudem Chairman und CEO der Immobilienfirma Carlyle M.G., seit

1996 auch Co-Chairman des Immobilieninvestmentfonds Miller Global.


Außerdem ist er Mitglied im Internationalen Beirat der deutschen

Immobilien- und Staatsfinanzierungsbank Eurohypo (Commerzbank-Gruppe). (…)


————


5. SZ: Tanker für den Erzfeind


https://www.jetzt.de/sz/tanker-fuer-den-erzfeind-525524


30.5.2011


Tanker für den Erzfeind


Einer einflussreichen Unternehmerfamilie in Israel wird vorgeworfen,

verbotene Geschäfte mit Iran zu machen.


(…)


------


Die Süddeutsche Zeitung (Printausgabe) berichtete am

31.5.2011 unter der Überschrift „Tanker für den Erzfeind“,

über die beiden Brüder Sammy und Yuli Ofer:


"Mit Hilfe einer monegassischen Firma wurde israelischen

Medienberichten zufolge das Schiff für 8,65 Millionen Dollar an

Geschäftsleute in den arabischen Emiraten veräußert, die jedoch

offenbar nur als Strohmänner der iranischen Reederei IRISL dienten.


Dieses staatliche Unternehmen wird von den USA und der Europäischen

Union auf einer Schwarzen Liste derjenigen Firmen geführt, die als

Zulieferer für Irans Atom- und Raketenprogramm sanktioniert worden sind.


Die Ofer-Brüder beharren darauf, dass sie keinen Schimmer davon

hatten, wo ihr Schiff am Ende landen würde. Sie müssen nun dennoch

befürchten, dass die US-Sanktionen, zu denen unter anderem die

Verweigerung von Krediten und amerikanischen Exportlizenzen zählt,

ihre internationalen Geschäfte belasten.


Denn in einer Erklärung des US-Außenministeriums heißt es, die Verkäufer

des Schiffs hätten aufgrund von 'leicht zugänglichen Informationen wissen

müssen', dass sie es mit der iranischen Reederei IRISL zu tun hatten.


Geschwächt wird die Position der israelischen Unternehmer noch durch die

weitere Enthüllung, dass zwischen 2004 und 2010 mindestens 13 ihrer

Öltanker in iranischen Häfen angedockt haben sollen.


Die Entrüstung in Israel wächst, und die Regierung geht auf Distanz zu

den einflussreichen Unternehmern.


Als ein Firmensprecher behauptete, die Schiffe hätten mit Genehmigung der

israelischen Sicherheitsbehörden in iranischen Häfen geankert, kam aus dem

Büro von Premier Benjamin Netanjahu postwendend das Dementi.

Dies sei ‚nicht korrekt', hieß es knapp." (SZ, 31.5.2011).


——


siehe auch:


https://www.boell.de/sites/default/files/iran_report_07.pdf


iran-report


Nr. 07/2011


Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung

Autor: Bahman Nirumand

(…)

Seite 15f:


Rätselraten um Iran-Affäre in Israel


Der Handel einer israelischen Firma mit dem Feindesland Iran wirft

immer mehr Fragen auf. Eine Debatte im Fi- nanzausschuss des

israelischen Parlaments darüber am 31. Mai wurde nach zehn Minuten

ohne Erklärung unter mysteriösen Umständen abgebrochen.


Der Ausschussvorsitzende, Karmel Schama-Hacohen, beendete die Sitzung

abrupt, nachdem ihm ein Zettel unbekannten Inhalts zugesteckt worden war.


Dies nährte Spekulationen israelischer Medien, der Auslandsdienst

Mossad könnte in die Affäre um den Verkauf eines Tankschiffs an Iran

verwickelt sein. Schama-Hacohen von der regierenden,

rechtsorientierten Likud-Partei betonte, der Zettel stamme „nicht von

einer politischen oder wirtschaftlichen Quelle“.


Er erklärte zudem, die Umstände der Affäre seien „sehr viel komplexer

und sensibler als die normale Vorstellungskraft begreifen kann“.


Die israelische Firma Ofer-Brüder wies unterdessen Berichte über

einen verbotenen Handel mit dem Erzfeind Iran vehement zurück.


Ein Anwalt der Firma schrieb am 31. Mai, sein Mandant habe nichts mit

dem Verkauf eines Tankschiffes an die staatliche iranische Reederei

ISISL zu tun.


Das US-Außenministerium hatte in der Woche davor Sanktionen gegen

Ofer-Brüder verhängt, weil diese gemeinsam mit der Firma Tanker

Pacific am Verkauf des Schiffs für 8,65 Millionen Dollar beteiligt

gewesen seien.


Der Verkauf hatte in Israel große Empörung sowie Forderungen nach

polizeilichen Ermittlungen gegen die Ofer-Brüder ausgelöst.


„Unsere Firma betont, dass keinerlei administrative, geschäftliche

oder kontrollierende Verbindung zwischen ihr und Tanker Pacific

besteht“, schrieb der Anwalt Eyal Wolfsthal an den

Knesset-Finanzausschuss.


„Wir bemühen uns bei den US-Behörden aktiv um Korrektur dieses

schmerzhaften und bedauerlichen Fehlers in der Entscheidung des

US-Außenministeriums.“ Die Sanktionen gegen die Ofer-Brüder müss-

ten aufgehoben werden.


Der israelische Ministerpräsident Bejamin Netanjahu hatte am 30. Mai

Berichte zurückgewiesen, nach denen die private Reederei von Israels

Führung grünes Licht für den Handel bekommen hatte.


Tankschiffe der Firma sollen mehrfach in iranischen Häfen angelegt

und dort gekauftes Rohöl transportiert haben.


Die Affäre ist besonders peinlich für Israel, weil es stets als

Vorreiter internationaler Sanktionen gegen Iran auftritt.


Gerade am 30. Mai hatte der israeli- sche Minister für strategische

Angele- genheiten gemeinsame Anstrengungen der zivilisierten Welt

gegen die atomare Bedrohung durch Iran gefordert.


Dazu könne auch ein Präventivschlag gehören, sagte Mosche Jaalon

vor einer Reise nach Moskau der russischen Nachrichtenagentur Interfax.



6. DW: Warum arabische Staaten Israel gegen Iran unterstützen


https://www.dw.com/de/warum-arabische-staaten-israel-gegen-iran-unterst%C3%BCtzen/a-68815714


Konflikte



Nahost

Warum arabische Staaten Israel gegen Iran unterstützen


Cathrin Schaer


14.04.202414. April 2024


Einige arabische Staaten sind Israel gegen die massiven Angriffe Irans

beigesprungen. Das wird von manchen Beobachtern gefeiert. Doch Länder

wie Jordanien und Saudi-Arabien haben viele Gründe für ihre Haltung.



Iran hat in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr als 300 Raketen und

Drohnen auf Ziele in Israel geschossen - als Vergeltung für einen

mutmaßlichen Angriff Israels auf das iranische Konsulatsgebäude in

Syriens Hauptstadt Damaskusmit etlichen Toten.


Israels Verbündete kamen zu seiner Verteidigung: Die britische und die

US-Luftwaffe halfen, die Luftangriffe abzuwehren. Auch Frankreich war

offenbar beteiligt, allerdings ist unklar, ob französische Einheiten

Raketen abgeschossen haben.


Viel Aufmerksamkeit bekam vor allem die Tatsache, dass die Luftwaffe

Jordaniens Israel unterstützte. Das Nachbarland öffnete seinen

Luftraum für israelische und US-amerikanische Flugzeuge und hat

augenscheinlich auch Drohnen abgeschossen, die seinen Luftraum

verletzt haben.


Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Anwohner in Jordanien

massive Aktivitäten im Luftraum wahrnahmen. In den sozialen Medien

zirkulierten Bilder von Resten einer abgeschossenen Drohne im Süden

der Hauptstadt Amman.


"Außerdem könnten die Golfstaaten, Saudi-Arabien eingeschlossen, eine

indirekte Rolle gespielt haben, denn sie beherbergen westliche

Luftverteidigungssysteme, Luftüberwachung und die Möglichkeit,

Flugzeuge aufzutanken - alles unverzichtbar für den Einsatz", schreibt

der britische "Economist".


Einige Kommentatoren haben die arabische Beteiligung in ihren Posts

umgehend gefeiert und betont, das beweise, dass Israelis und Araber

kooperieren könnten und Israel im Nahen Osten nicht allein dastehe -

so etwa Anshel Pfeffer, Autor des liberalen israelischen Blattes

"Haaretz", und Mairav Zonszein von der Denkfabrik International Crisis Group.


"Die Angriffe Irans haben weitere Unterstützer aus aller Welt hinter

Israel versammelt, inklusive einflussreicher arabischer Staaten, die

Israels Gaza-Offensive durchaus kritisch sehen, aber dennoch eine

Antwort auf die Drohnenangriffe Irans befürworten", sagt Julien

Barnes-Dacey, Chef des Nahost- und Nordafrikaprogramms des European

Council on Foreign Relations.


Jordanien ist ein Beispiel: Die Regierung steht Israels Vorgehen im

Gazastreifen extrem kritisch gegenüber. Einer von fünf Bewohnern

Jordaniens ist palästinensischer Herkunft, die Königin inbegriffen,

und in den vergangenen Wochen gab es zunehmend feindselige Proteste

gegen Israel.


Gleichzeitig teilt Jordanien sich eine Grenze mit Israel, wacht über

die Al-Aksa-Moschee und den Tempelberg in Jerusalem, einen der

bedeutsamsten Orte für Muslime, Juden und Christen, und arbeitet mit

den israelischen Behörden zusammen - wenn auch meist hinter den

Kulissen. Doch auch die USA sind ein wichtiger Verbündeter des Landes.


Jordanien muss also viele konkurrierende Interessen ausgleichen, die

politische Stabilität des Landes und seine Verteidigung sichern. Die

Regierung war schnell bemüht klarzustellen, dass die Unterstützung für

Israel auch ein Akt der Selbstverteidigung sei.


"Einige Objekte, die vergangene Nacht in unseren Luftraum eingedrungen

sind, wurden abgefangen, weil sie eine Gefahr für unsere Bevölkerung

und dicht bewohnte Gebiete darstellten", so ein Statement der

Behörden. "Teile (der abgeschossenen Objekte) fielen auf unser

Staatsgebiet, ohne nennenswerten Schaden anzurichten.“



Wie Jordanien geht es auch Saudi-Arabien: Die Regierung versucht, ihre

eigenen Interessen mit internationalen Bündnissen auszubalancieren und

ebenso die eigene Realpolitik mit ihrem Auftreten rund um den Gaza-Konflikt.


Der wohlhabende Golfstaat war gerade dabei, die Beziehungen mit Israel

zu normalisieren, als die militante Hamas aus Gaza am 7. Oktober

Israel attackierte. Bei dem Terrorangriff starben rund 1200 Menschen

in Israel.


Bei den anschließenden Militäroffensiven Israels im Gazastreifen sind

in den vergangenen Monaten mehr als 33.000 Menschen ums Leben

gekommen. Saudi-Arabien hat die Annäherung an Israel fürs erste gestoppt.


Die saudische Regierung befürwortet einen Waffenstillstand in Gaza und

kritisiert Israels Vorgehen in dem Küstenstreifen. Insider sagen

allerdings hinter verschlossenen Türen, dass Saudi-Arabien weiterhin

daran interessiert sei, seine Beziehungen zu Israel zu verbessern.


Iran und die Golfstaaten - ein Jahrzehnte alter Konflikt


Ob sie nun an diesem Wochenende im Interesse Israels eingegriffen

haben oder nicht: Die Saudis haben etliche andere Gründe, iranische

Raketen vom Himmel zu holen.


Seit Jahrzehnten ist der Nahe und Mittlere Osten entlang

religiös-konfessioneller Linien gespalten. Die arabischen Golfstaaten

haben eine sunnitische Bevölkerungsmehrheit, der Iran gilt als

Führungsmacht der Schiiten.


Die gegenseitige Rivalität ähnelt teilweise Konflikten in Europa, in

denen die beiden großen Konfessionen, die Katholiken und die

Protestanten, gegeneinander angetreten sind - in Nordirland

beispielsweise.


Staaten wie Irak, Syrien und Libanon dagegen sind multiethnisch und

multireligiös, mit einer Mischung aus Schiiten und Sunniten sowie

anderer Religionen und zahlreicher Volksgruppen. In dem Maße, in dem

Iran und die Golfstaaten ihren Einfluss dort versucht haben

auszubauen, sind sie zwischen die Fronten geraten.


Hier kommen Irans sogenannte Stellvertreter ins Spiel. Das sind

schiitisch-muslimische Organisationen, die der Iran finanziell,

militärisch, logistisch und selbst geistig zu einem gewissen Grad unterstützt.


Dazu gehören die Huthi-Rebellenim Jemen, die Allianz überwiegend

schiitischer Milizen im Irak sowie der politische und der militärische

Arm der Hisbollah im Libanon. Auch die Hamas zählt dazu - auch wenn

sie, wie die Mehrheit der Palästinenser, überwiegend aus Sunniten besteht.


Diese Gruppen haben sich an dem Angriff an diesem Wochenende beteiligt

- sie feuerten Raketen aus dem Jemen, dem Irak und aus Syrien auf

Israel. Im Irak wiederum soll das dort stationierte US-Militär

unbestätigten Berichten zufolge einige der abgefeuerten Raketen

abgeschossen haben.


Ob die Saudis Geschosse aus dem Jemen abgefangen haben, ist nicht ganz

klar - anders als im vergangenen Jahr, als sie Huthi-Raketen

unschädlich gemacht haben.


"Regionale Akteure - vor allem Saudi-Arabien und Jordanien, die

mutmaßlich iranische Drohnen abgefangen haben - werden argumentieren,

dass sie ihren eigenen Luftraum schützen mussten", betont Masoud

Mostajabi, Direktor des Nahostprogramms beim US-amerikanischen

Thinktank Atlantic Council, in einer aktuellen Analyse.


"Sollten diese Angriffe sich aber zu einem größeren

Israel-Iran-Konflikt ausweiten, könnten Staaten in der Region, die als

Verteidiger Israels gelten, zur Zielscheibe werden und in einen

regionalen Flächenbrand hineingezogen werden." Seine Schlussfolgerung:

"Dass so viel auf dem Spiel steht, könnte sie anspornen, zwischen den

Kontrahenten zu vermitteln, um die Konfrontation zu beenden.“


—————


7. n tv: Zeit für Bestandsaufnahme? Hamas schlägt Israel neuen Geisel-Deal vor


https://www.n-tv.de/politik/Hamas-schlaegt-Israel-neuen-Geisel-Deal-vor-article24873225.html


Zeit für Bestandsaufnahme? Hamas schlägt Israel neuen Geisel-Deal vor


15.04.2024, 08:14 Uhr


In zwei Phasen soll ein Geisel-Deal mit Israel ablaufen, sofern es

nach der Hamas geht: Erst wochenlange Feuerpause und Truppenrückzug,

dann Freilassung der Geiseln. In der Zeit der Waffenruhe will die

Terrorgruppe erst prüfen, in welchem Zustand ihre Gefangenen sind.


Bei den indirekten Verhandlungen im Gaza-Krieg soll die islamistische

Hamas den Vermittlern einen Gegenvorschlag für einen Geisel-Deal

vorgelegt haben.


Dieser sehe erst nach Ablauf einer 42-tägigen Feuerpause die

Freilassung israelischer Geiseln im Austausch gegen palästinensische

Häftlinge aus israelischen Gefängnissen sowie einen schrittweisen

Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen vor, berichtete

die israelische Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf palästinensische

und arabische Quellen.



Einen Kompromissvorschlag der USA, der die Freilassung von 40 Geiseln

gegen 900 palästinensische Häftlinge bereits während einer sechswöchigen

Waffenruhe vorsah, hatte die Terrororganisation zuvor abgelehnt.


Die Hamas habe einem Bericht der "New York Times" zufolge nicht die

nötige Zahl an Geiseln aufbringen können, die die Kriterien erfüllen.

Es sollten vor allem Frauen, Kinder, Alte und Verletzte freigelassen werden.


Der neue Gegenvorschlag der Hamas sieht nun vor, dass das israelische

Militär in einer ersten sechswöchigen Phase die Kämpfe einstellt und

sich aus den städtischen Zentren an die Peripherie des abgeriegelten

Küstengebiets zurückzieht.


Zugleich würde palästinensischen Vertriebenen die Rückkehr in den

nördlichen Gazastreifen ermöglicht, hieß es. Während dieser Zeit würde

die Hamas nach allen Geiseln in dem umkämpften Gebiet suchen und

herausfinden, in welchem Zustand sie sind.


In einer zweiten Phase müsste sich die israelische Armee auf

israelisches Gebiet zurückziehen. Erst dann würde der Austausch von

israelischen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge beginnen, hieß es.


Für jeden israelischen Zivilisten müsste Israel im Gegenzug 30

palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen freilassen, hieß es. Für

jede israelische Soldatin oder jeden Soldaten müssten 50 Palästinenser

aus israelischen Gefängnissen freikommen, darunter 30, die lebenslange

Haftstrafen verbüßen.


Die israelischen Soldaten sowie tote Geiseln würden in einer dritten

und letzten Phase übergeben, wenn die Belagerung des Gazastreifens

durch die israelische Armee beendet sei und der Wiederaufbau des

Gebiets beginne.


Israel war bisher davon ausgegangen, dass noch knapp 100 der rund 130

im Gazastreifen verbliebenen Geiseln am Leben sind. Nun wird aber

befürchtet, dass deutlich mehr tot sein könnten. Israel möchte sich die

Möglichkeit offenhalten, die Kämpfe in Gaza nach einer Feuerpause fortzusetzen.



——



8. IPG: „Die Ausschaltung der Hamas ist unmöglich“


https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/die-ausschaltung-der-hamas-ist-unmoeglich-7349/


Interviews


27.02.2024

„Die Ausschaltung der Hamas ist unmöglich“



Der ehemalige ägyptische Außenminister Nabil Fahmy über Israels

Offensive in Rafah, deren Auswirkungen auf Ägypten und die Erwartungen an Deutschland.


(…)


Als Vermittler und Nachbarland spielt Ägypten eine wichtige Rolle bei

den Gesprächen zwischen Israel und der Hamas über einen möglichen

Waffenstillstand und eine langfristige Friedenslösung.


Entstanden sind diese Gespräche aus den Diskussionen über den

Austausch von Geiseln gegen Häftlinge. Das war das Erste, was

verabredet wurde. Zuerst Zivilisten, dann Militärangehörige.


Wenn die Hamas einige der als Geiseln genommenen Soldaten herausgibt,

wird sie als Gegenleistung fordern, dass einige der militanten

Aktivisten freigelassen werden, die in israelischen Gefängnissen

einsitzen.


Und an diesem Punkt, an dem wir mittlerweile angelangt sind, ist das

keine rein humanitäre Frage mehr, sondern eine politische. Teil des

Vorschlags der Hamas war unter anderem eine längere Waffenruhe und

indirekte Verhandlungen zwischen beiden Seiten.


Das ist der Grund, warum Katar bei der Kooperation mit den Israelis

von Anfang an eine aktive Rolle übernahm. Katar unterhält intensive

Beziehungen zur Hamas.


Ägypten hatte eine gewichtige, aber anders geartete Rolle, weil wir

ganz nah am Geschehen sind, an der Grenze. Deshalb müssten wir bei

jeder Freilassung mit eingebunden werden. Unter diesem Aspekt hat

unsere Rolle enorm an Bedeutung gewonnen.


Welche Unterstützung würde Ägypten sich von internationalen Partnern

wie Deutschland und anderen wünschen?


Der Konflikt muss mit intensivem Engagement der Parteien in der Region

gelöst werden – durch Araber und Israelis. Doch wir können den

Konflikt nicht allein lösen.


Wir brauchen Hilfe. Warum? Die Israelis betrachten die Nicht-Israelis

in der Region als Gegner. Deutschland, die USA und einige andere

Staaten sehen sie hingegen als Freunde. Kritik aus deren Munde hat

mehr Gewicht.


Der zweite Aspekt hat mit dem Völkerrecht zu tun. Wer den Anspruch

erhebt, dass er eine auf rechtsstaatlichen Grundsätzen aufbauende

Weltordnung vertritt, muss sich auch bei seinen eigenen Entscheidungen

konsequent an diese Grundsätze halten.


Man kann sich nicht in einem Fall auf das Rechtsstaatsprinzip berufen

und in anderen Fällen wie dem Krieg in Gaza dieses Prinzip ignorieren.


Deutschland ist in der luxuriösen Situation, ein mächtigerer Staat und

Teil einer weltumspannenden Allianz zu sein – der NATO. Dies ist mit

einer Verantwortung verbunden. Ägypten dagegen ist ein mittelgroßer

Staat, und die Sicherheit solcher Staaten steht und fällt mit dem

Völkerrecht.


Wir sind darauf angewiesen, dass Deutschland und die fünf Ständigen

Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sich konsequent verhalten. Die

Aneignung von Gebieten, Angriffe auf die Zivilbevölkerung und auf

Krankenhäuser sind Verstöße gegen das Völkerrecht. Dazu ist Israel

nicht berechtigt. Das müssen die Israelis von Ihnen gesagt bekommen.


Welche Meinung haben Sie zum Wiederaufbau in Gaza?


Wird die arabische Welt den Wiederaufbau von Gaza übernehmen?

Natürlich wird die arabische Welt ihren Beitrag leisten, denn wir sind

eine Familie. Aber die Last darf nicht nur uns aufgebürdet werden.


Wir haben Gaza nicht zerstört. Außerdem brauchen wir eine Vorstellung

von dem Endergebnis. Sollen wir Gaza wieder aufbauen, und dann

bombardieren die Israelis es erneut?


Wird man von den Ägyptern verlangen, dass sie nach Gaza gehen und bei

der Ausbildung der Kommunalbehörden mithelfen, für mehr Sicherheit

sorgen, und anschließend wird wieder gekämpft? Es muss schon eine

gewisse Logik dahinter sein.


——

16.04.2024

Michael Hudson Gaza: Der strategische Imperativ - Ania K-Video vom 14.04.24

seniora.org, 16. April 2024, ein Video-Interview von Ania K mit Prof. M. Hudson vom


Bild von hosny salah von Pixabay


PROF. MICHAEL HUDSON, THE TRUTH ABOUT THE DESTRUCTION OF GAZA.   – Ania K
Das Interview hat Andreas Mylaeus für seniora.org übersetzt, weil Pepe Escobar es in seinem Beitrag "Der Völkermord in Gaza als explizite Politik" verlinkt hat

ANIA: Hallo, alle zusammen. Willkommen zurück auf meinem Kanal. Heute habe ich zum vierten Mal, ich zähle immer noch mit, einen ganz, ganz besonderen Gast bei mir, einen der besten Professoren für Wirtschaft und Finanzanalysten der Welt. Und ich freue mich sehr, dass wir wieder mit Professor Hudson zusammenkommen.

Ich möchte diesen Livestream damit beginnen, dass ich Sie bitte, alle meine Links unter diesem Livestream zu überprüfen, denn es ist sehr wichtig, auf anderen Plattformen zu sein, besonders heutzutage. Sie finden dort also meine locals, Mailinglisten und alle anderen Links, wenn Sie meine Arbeit unterstützen wollen.

Außerdem gibt es drei Links von Professor Hudson. Sie haben die Website (michael-hudson.com), Patreon (patreon.com/michaelhudson), und alle Bücher, die Professor Hudson bisher veröffentlicht hat, können Sie bestellen. Sie finden sie ganz unten unter diesem Live-Stream. Ich bin mir sicher, dass dieses Video für Sie von großem Nutzen sein wird, und ich möchte, dass Sie dieses "Gefällt mir"-Symbol anklicken, denn das hilft anderen Menschen, es zu sehen, da YouTube Videos mit vielen "Gefällt mir"-Angaben empfiehlt. Hinterlassen Sie Kommentare und teilen Sie das Video, denn das Wissen, das Sie heute hören werden, ist unbezahlbar.

Willkommen zurück, Professor Hudson. Vielen Dank, dass Sie sich heute für dieses Gespräch zur Verfügung gestellt haben.

MICHAEL HUDSON: Danke, dass ich wieder dabei sein darf.

ANIA: Und ich möchte den Zuschauern auch sagen, dass dieses Video dem gewidmet ist, was vor allem in Gaza und Israel passiert. Natürlich werden wir auch andere Länder ansprechen, die mit dieser Situation in Verbindung stehen, aber Professor Hudson hat mir nach unserem letzten Live-Stream vor einer Woche, ebenfalls am Freitag, eine sehr ausführliche E-Mail geschickt, und wir haben nach dem Ende dieses Live-Streams beschlossen, dieses spezielle Thema zum Hauptthema dieses Videos zu machen. Ich übergebe das Wort an Sie, Professor Hudson, wo möchten Sie dieses Gespräch bitte beginnen?

MICHAEL HUDSON: Ich denke, ich sollte mit meinem eigenen Hintergrund beginnen, denn vor 50 Jahren, im Jahr 1974, habe ich mit dem Hudson Institute gearbeitet, mit Herman Kahn, und meine Kollegen waren eine Reihe von Mossad-Agenten, die ausgebildet wurden. Uzi Arad war dabei, und er wurde später Chef des Mossad und ist heute der wichtigste Berater von Benjamin Netanjahu.

All das, was heute geschieht, wurde also schon vor 50 Jahren besprochen, nicht nur mit den Israelis, sondern auch mit vielen Leuten aus dem US-Verteidigungsministerium, denn ich war beim Hudson Institute, einer nationalen Sicherheitsbehörde, weil ich das Buch „Super Imperialism“ [deutsche Übersetzung unter dem Titel „Finanzimperialismus   – Die USA und ihre Strategie des globalen Kapitalismus“] geschrieben hatte und Zahlungsbilanz-Experte war, und das Verteidigungsministerium nutzte mein Buch „Super Imperialism“ nicht als Enthüllungsbuch, sondern als Anleitung zur Umsetzung. Und sie brachten mich als Experten für die Zahlungsbilanz dorthin. Herman brachte mich immer wieder ins Weiße Haus, um sich mit Kabinettsmitgliedern zu treffen und die Zahlungsbilanz zu diskutieren. Er brachte mich auch zum War College und zu den Think Tanks der Air Force.

All das, was jetzt geschieht, wurde also schon vor langer Zeit beschrieben, und Herman war als Futurist bekannt. Er war Dr. Strangelove in dem Film. Das alles basierte auf seinen Theorien zum Atomkrieg, aber er war auch der Haupttheoretiker hinter Vietnam. Und niemandem scheint aufgefallen zu sein, dass das, was jetzt im Gazastreifen und im Westjordanland geschieht, auf der US-Strategie während des Vietnamkriegs beruht. Sie basierte auf der Idee der "strategischen Weiler", der Tatsache, dass man ganz Vietnam in kleine Teile aufteilen konnte, mit Wachen an allen Übergängen von einem Teil zum anderen. Alles, was Israel mit den Palästinensern in Gaza und anderswo in Israel macht, wurde in Vietnam entwickelt.

Und Herman ließ mich mit einigen der Generäle dort zusammentreffen, um es zu erklären. Und ich glaube, ich habe erwähnt, dass ich zweimal mit Uzi Arad nach Asien geflogen bin. Wir hatten die Gelegenheit, uns gegenseitig sehr gut kennen zu lernen. Und ich konnte sehen, dass die Absicht von Anfang an darin bestand, die Palästinenser loszuwerden und Israel als Grundlage für die Kontrolle der USA über das Öl im Nahen Osten zu nutzen. Das war die ständige Diskussion darüber aus amerikanischer Sicht. Es ging um Israel als Teil des Öls.

Hermans Analyse basierte also auf einer Systemanalyse. Man definiert das Gesamtziel und arbeitet dann rückwärts. Wie macht man das? Nun, Sie können sehen, wie die israelische Politik heute aussieht. Zuallererst isoliert man die Palästinenser und die strategischen Weiler. Das ist es, was man in den letzten 15 Jahren aus Gaza gemacht hat. Er wurde in Bezirke aufgeteilt, für die man elektronische Pässe benötigt, um nach Israel zu gelangen, um nach Jerusalem zu fahren oder um in Israel zu arbeiten.

Das Ziel war von Anfang an, sie zu töten. Oder vor allem, ihnen das Leben so unangenehm zu machen, dass sie auswandern. Das ist der einfache Weg. Warum sollte irgendjemand in Gaza bleiben wollen, wenn das, was mit ihnen geschieht, das ist, was heute geschieht? Sie werden gehen. Aber wenn sie nicht gehen, muss man sie töten, am besten durch Bombardierung, denn das minimiert die Opfer im eigenen Land. Israel will genauso wenig wie die Amerikaner, dass seine Soldaten sterben. Die amerikanische Form des Krieges ist also, wie in Vietnam, die Bombardierung. Man will keinen persönlichen Kontakt, denn Menschen, die um ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen, sind in der Regel die besseren Kämpfer, weil es für sie wirklich wichtig ist. Für die anderen ist es einfach nur die Arbeit eines Soldaten.

Der Völkermord, den Sie heute erleben, ist also eine ausdrückliche Politik, und das war die Politik der Vorväter, der Gründer Israels. Die Idee eines Landes ohne Menschen war ein Land ohne Araber, ein Land ohne nicht-jüdische Menschen. Das war es, was es wirklich bedeutet hat. Sie sollten noch vor der offiziellen Gründung Israels, der ersten Nakba, dem arabischen Holocaust, vertrieben werden. Und die beiden israelischen Premierminister waren Mitglieder der Stern-Bande von Terroristen. Die Terroristen wurden zu den Herrschern Israels. Sie entkamen aus dem britischen Gefängnis und gründeten gemeinsam Israel. Was Sie heute sehen, ist also die Endlösung dieses Plans. Und die Gründer Israels waren so besessen von den Nazis, dass sie ihnen im Grunde das antun wollten, was sie uns angetan haben, so erklärten sie es den Menschen.

Für die Vereinigten Staaten ging es um die Ölreserven im Nahen Osten. Und immer wieder hörte ich den Satz: "Ihr seid unser Festland-Flugzeugträger in Israel." Uzi Arad, dem späteren Mossad-Chef, war das sehr unangenehm, denn er wollte, dass Israel von den Israelis geführt wird. Aber sie erkannten, dass Israel, wenn es mit dem Geld auskommen wollte, das es für seine Zahlungsbilanz brauchte, eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten eingehen musste.

Was Sie heute sehen, ist also nicht nur das Werk eines einzelnen Mannes, von Benjamin Netanjahu. Es ist das Werk des Teams, das Präsident Biden zusammengestellt hat. Es ist das Team von Jake Sullivan, dem Nationalen Sicherheitsberater, Lincoln, und dem ganzen tiefen Staat, der ganzen Neokongruppe dahinter, Victoria Nuland und allen anderen. Sie alle sind bekennende Zionisten. Und sie haben diesen Plan für die Beherrschung des Nahen Ostens durch Amerika Jahrzehnt für Jahrzehnt durchgespielt.

Aber wie die Vereinigten Staaten im Vietnamkrieg gelernt haben, protestieren die Bevölkerungen, und die US-Bevölkerung hat gegen den Vietnamkrieg protestiert. Was die Regierung Biden vermeiden will, ist die Situation, die Präsident Johnson 1968 hatte. In jedem Hotel, in jedem Gebäude, in das er ging, um eine Rede für seine Wiederwahlkampagne zu halten, gab es Menschenmengen, die riefen: LBJ, LBJ, wie viele Kinder hast du heute getötet? Präsident Johnson musste den Dienstboteneingang nehmen, um der Presse zu entgehen, damit niemand sah, was er tat. Und schließlich ging er ins Fernsehen und trat zurück.

Nun, um diese Art von Peinlichkeit zu vermeiden, und um die Peinlichkeit der Journalisten zu vermeiden, die all dies taten wie Seymour Hersh   – er hat das [Mai Lai]-Massaker beschrieben   – und das trug dazu bei, die Opposition gegen Johnson zu entfachen. Nun, Präsident Biden, der Netanjahus Plan zugestimmt hat: Die ersten Leute, die man töten muss, sind die Journalisten. Wenn Sie einen Völkermord zulassen wollen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie nicht wollen, dass sich die einheimische US-Bevölkerung oder der Rest der Welt gegen die USA und Israel stellt. Man tötet die Journalisten. Und seit dem 2. Oktober, dem Al-Aqsa-Ereignis, wurde in Israel jede Woche ein Journalist getötet. Das ist ein Teil davon.

Die anderen Leute, die man nicht haben will, muss man zuerst bombardieren, und zwar die Krankenhäuser und alle wichtigen Zentren. Das war auch ein Teil der Idee des Vietnamkrieges. Wie kann man eine Bevölkerung vernichten? Das alles wurde in den 1970er Jahren entwickelt, als man versuchte, mit Hilfe der Systemanalyse zu überlegen, wie man vom Ziel her rückwärts arbeitet und sehen kann, was man braucht. Wenn man eine Bevölkerung bombardiert, kann man das nicht wirklich verbergen, selbst wenn man die Journalisten tötet. Wie kann man eine Bevölkerung passiv töten? Man minimiert also die sichtbaren Bombardierungen. Nun, der Weg des geringsten Widerstandes ist, sie auszuhungern. Und das ist die jüdische, die israelische Politik seit 2008.

In einem Artikel von Sara Roy in der New York Review wird ein Telegramm von Tel Aviv an die Botschaft aus dem Jahr 2008 zitiert, in dem es heißt, dass israelische Beamte als Teil ihres umfassenden Embargoplans gegen den Gazastreifen den Botschaftsmitarbeitern mehrfach bestätigt haben, dass sie beabsichtigen, die Wirtschaft des Gazastreifens am Rande des Zusammenbruchs zu halten, ohne sie jedoch über den Rand zu drängen. Nun, jetzt treiben sie es über den Rand.

Und so hat es Israel vor allem auf die Journalisten abgesehen, auf die Krankenhäuser, man bombardiert die Gewächshäuser, man bombardiert die Bäume, man versenkt die Fischerboote, die die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgt haben. Und dann versucht man, die Hilfskräfte der Vereinten Nationen zu bekämpfen.

Und Sie haben natürlich gelesen, dass die ganzen Nachrichten der letzten Woche der Angriff auf die sieben Nahrungsmittellieferanten waren, die keine Araber waren. Und das war, wiederum aus der Sicht eines Systemanalytikers, genau das, was im Lehrbuch als strategisches Vorgehen empfohlen wird. Wenn man es schafft, Hilfsorganisationen auffällig zu bombardieren, dann werden andere Hilfsorganisationen Angst haben, weil sie denken, wenn diese Leute, die Hilfsorganisationen, einfach beschossen werden, dann werden wir es auch.

Nun, die Vereinigten Staaten stehen voll dahinter. Und um die Bevölkerung des Gazastreifens auszuhungern, hat Biden unmittelbar nach der Feststellung des IGH, dass es sich um Völkermord handelt, den Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen sämtliche Mittel entzogen. Die Idee dahinter war, die Vereinten Nationen daran zu hindern, das Geld für die Lieferung von Nahrungsmitteln zur Verfügung zu stellen.

Wenn die Vereinigten Staaten nun versuchen, die Schuld auf eine Person zu schieben, und Biden in einem vom Fernsehen aufgezeichneten Telefonat mit Netanjahu sagt, bitte seid human, wenn ihr eure Bomben abwerft, tut es auf humane Weise. Das ist nur für den Hausgebrauch. Es ist erstaunlich, wie offenkundig heuchlerisch das alles ist.

Und seit die Al-Aqsa-Moschee am 2. Oktober von israelischen Siedlern gestürmt wurde und die Hamas am 7. Oktober mit der Al-Aqsa-Flut Vergeltung übte, war dies eng mit der Regierung Biden abgestimmt. Alle Bomben wurden Tag für Tag, Woche für Woche, mit der gesamten US-Regierung abgeworfen. Und Biden hat bei mehreren Gelegenheiten gesagt, die Palästinenser seien Feinde.

Ich möchte also klarstellen, dass dies nicht einfach ein israelischer Krieg gegen die Hamas ist. Es ist ein von den USA unterstützter israelischer Krieg. Jeder von ihnen hat seine eigenen Ziele. Israels Ziel ist es, ein Land ohne nicht-jüdische Bevölkerung zu haben. Und Amerikas Ziel ist es, dass Israel als lokaler Koordinator fungiert, so wie es die Arbeit mit ISIS und den ISIS-Kommandeuren koordiniert hat, um sie gegen die von den Vereinigten Staaten bereitgestellten Ziele zu lenken.

Das ist im Grunde das Duopol, das geschaffen worden ist.

Und ich glaube, Alastair Crooke hat Trita Parsi zitiert, eine der führenden israelischen Politikerinnen, die sagte, dass das eigentliche Ziel all dessen, des israelischen Konflikts und Bidens Duldung desselben, darin besteht, dass Israel bewusst und systematisch versucht, die bestehenden Gesetze und Normen der Kriegsführung zu zerstören. Und das ist wirklich so.

Es gibt Leute, Reporter wie Pepe Escobar, die behaupten, die Vereinigten Staaten seien ein Chaos-Agent. Aber es gibt eine Logik darin. Die Vereinigten Staaten sehen voraus, was sie im Nahen Osten, in der Ukraine und insbesondere im Chinesischen Meer und in Taiwan tun werden. Mit Blick auf die Zukunft fragen sich die Vereinigten Staaten, wie wir verhindern können, dass andere Nationen vor dem internationalen Gerichtshof gegen uns vorgehen oder uns verklagen oder Sanktionen gegen uns verhängen. Israel ist der Testfall, nicht nur für die Geschehnisse in Israel und Palästina selbst, sondern auch für alles, was die Vereinigten Staaten in der übrigen Welt unternehmen werden.

Deshalb sagte der US-Botschafter bei der UNO, dem sich Lincoln und andere US-Beamte angeschlossen haben, dass es kein Urteil des Gerichtshofs gegen Völkermord gebe, dass es ein unverbindliches Urteil sei. Nun, natürlich war es verbindlich, aber das Gericht hat keine Mittel zur Durchsetzung. Und sowohl Lincoln als auch der Chef der Armee haben gestern gesagt, dass in Gaza kein Völkermord stattfinde. Nun, das bedeutet, dass man vor Gericht gehen muss, und das wird Jahre dauern. Und bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist und ein Urteil über die fälligen Reparationszahlungen ergeht, werden die Bewohner des Gazastreifens alle tot sein. Das Ziel der USA ist es also, die Herrschaft des internationalen Rechts zu beenden, wofür die Vereinten Nationen 1945 gegründet wurden.

Tatsächlich geht dieses Völkerrecht auf den Westfälischen Frieden von 1648 zurück, der den 30-jährigen Krieg in Deutschland beendete. Alle europäischen Nationen vereinbarten, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Nun, das war auch Teil des Prinzips der Vereinten Nationen.

Und dennoch befürworten die Vereinigten Staaten ausdrücklich einen Regimewechsel in anderen Ländern, insbesondere in Russland und im gesamten Nahen Osten. Wenn man also die ganze Art von Rechtsstaatlichkeit abschaffen kann, dann gibt es wirklich keine Alternative zur regelbasierten Ordnung der Vereinigten Staaten, was bedeutet, dass wir tun können, was wir wollen, Chaos.

Und wenn man sich anschaut, was im Gazastreifen passiert, nämlich der Übergang von einer geordneten Welt der Vereinten Nationen zu einem Chaos, dann versteht man im Grunde das ganze, das große Bild, das langfristige Bild, das über Jahrzehnte hinweg aufgebaut worden ist. Deshalb haben die Vereinigten Staaten keinen Plan B. Sie haben nur einen Plan A, um dies zu tun. Sie berücksichtigen nicht die Gegenreaktionen und das Feedback. Vielleicht können wir das ein wenig später diskutieren. Ich überlasse die Fragen lieber Ihnen.

ANIA: Ich danke Ihnen. Sie haben eigentlich schon viele meiner Fragen in dieser Einleitung beantwortet, aber ich möchte Sie das jetzt fragen. Ich werde jetzt ein wenig springen. Ich habe eine Frage zu etwas, das Sie mir in Ihrer E-Mail geschrieben haben.

Ich glaube, wenn man sich viele, viele Situationen in der Welt ansieht, braucht man manchmal nur dem Geld zu folgen, und es wird einem viele Antworten geben. Wie Sie also in Ihrer E-Mail sagten, lassen Sie mich nachsehen, wo ist es? Die israelischen Bauträger planen bereits, den Gazastreifen in ein Luxusanwesen am Strand zu verwandeln.

Deshalb möchte ich Sie fragen, Professor Hudson: Was ist wirklich das Hauptziel für Israels Existenz? Und geht es in diesem Fall wirklich um ihre luxuriösen Grundstücke, um Öl? Worum geht es in dieser Region sonst noch? Warum ist sie so entscheidend?

MICHAEL HUDSON: Nun, es geht nicht nur um Strandgrundstücke. Es geht um das, was vor dem Strand liegt, das Gas, das Erdgas, das sie direkt vor der Küste des Mittelmeers entdeckt haben und das zu Gaza gehört. Die Israelis sind also hinter dem Gas her.

Aber zu Ihrer grundlegenden Frage hatten Sie mir eine Liste von Fragen geschickt, die Sie durchgehen wollten. Und ich denke, wenn Sie sich an diese Reihenfolge halten, ist das gut. Was Sie wirklich fragen, ist, wissen Sie, was ist das Hauptziel für Israels Existenz? Und ich glaube, wenn die Leute das nicht wirklich wissen, ist ihr Gerechtigkeitssinn so stark, dass sie nicht glauben können, was das ursprüngliche Ziel war. Und das ursprüngliche Ziel im 19. Jahrhundert entstand in einer Zeit, in der Europa antisemitisch war. Der antisemitischste Teil von allen war die Ukraine. Wenn Sie die Autobiographie von Leo Trotzki lesen, der in Odessa aufgewachsen ist, beschreibt er die Pogrome dort. Und so suchten die Zionisten, die erste Welle der Zionisten, danach, wie das jüdische Volk diesem Antisemitismus entkommen könnte.

Hier ist das Problem. Im Jahr 1947, als Israel gegründet wurde, war der Antisemitismus passé. Die meisten Juden in den Vereinigten Staaten, jedenfalls die, mit denen ich aufgewachsen bin, waren alle assimiliert. Natürlich hatten sie gute Wünsche für Israel. Über die Araber wurde nur wenig gesprochen. Aber es gab zwei Arme des Judentums.

Der eine Arm waren die Menschen, die sich mit Rachegefühlen an das erinnert haben, was ihnen in der Ukraine und in Russland angetan worden war, vor allem durch Hitler und den Holocaust. Sie wollten abgesondert sein und einfach nur beschützt werden.

Aber der größte Teil der jüdischen Bevölkerung in Amerika und Europa war durch und durch assimiliert. Und das Letzte, was sie wollten, war, abgesondert zu sein. Sie wollten genau das Gegenteil. Sie wollten, dass der Antisemitismus aufhört.

Aber die Zionisten, die in Israel das Sagen hatten, die Führer der Stern-Bande, waren besessen von den alten Gegensätzen. In gewisser Weise waren sie vom Nationalsozialismus besessen und sagten: "Nun, wir wollen mit ihnen das machen, was sie mit uns gemacht haben."

Und noch einmal, die Idee eines Landes ohne Volk bedeutete ein Land   – wir beabsichtigen, Israel zu einem Land ohne nicht-jüdische Menschen zu machen. Das war ihr Slogan für ein Land ohne Menschen. Und von Anfang an begannen sie damit, die Araber aus Palästina zu vertreiben, ihre Olivenbäume zu zerstören, ihre Obstgärten zu vernichten, ihre Häuser zu nehmen und sie einfach umzubringen. Deshalb haben die Engländer sie ins Gefängnis geworfen, bevor sie sich umgedreht und gesagt haben: Gut, es stimmt, dass wir alle Führer ins Gefängnis geworfen haben, aber lasst uns Israel anerkennen und ein ganzes Land daraus machen, um das zu tun, was diese Führer, die wir vorher ins Gefängnis geworfen hatten, getan haben.

ANIA: Ich danke Ihnen.

Sie haben in Ihrer E-Mail auch gesagt, dass ISIS Teil der amerikanischen Fremdenlegion ist. Können Sie das bitte näher erläutern?

MICHAEL HUDSON: Nun, ISIS wurde ursprünglich organisiert, um in Afghanistan gegen die Russen zu kämpfen. Und al-Qaida, die Muttergesellschaft von ISIS, war einfach die Liste der Leute, die bereit waren, unter dem Kommando der USA zu kämpfen.

Nun, ein Teil von al-Qaida wandte sich am 11. September gegen Amerika, aber die meisten, vor allem die sunnitischen Anhänger der wahhabitischen Theologie, waren sehr erpicht darauf, gegen die Schiiten zu kämpfen. Der Islam ist in zwei Teile gespalten, den sunnitischen Islam Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Republiken und eines Großteils des Nahen Ostens und die Schiiten aus dem Iran und vielleicht der Hälfte des Iraks und Teilen Syriens.

Diese beiden sektiererischen Gruppen bekämpften sich also gegenseitig, und die Vereinigten Staaten stellten ihnen die finanziellen Mittel und die Organisation zur Verfügung und überließen Israel im Wesentlichen einen Großteil der Organisation der ISIS, um gegen Assad zu kämpfen, um gegen diejenigen zu kämpfen, die die Vereinigten Staaten als ‚unsere Feinde‘ bezeichneten, was bedeutet, dass wir ihnen ihre Ölgebiete wegnehmen wollen. Amerika hat sich das irakische Öl genommen und wird es nicht verlassen, es nimmt sich das syrische Öl und wird es nicht verlassen.

Im Wesentlichen haben die USA also ISIS eingesetzt, um gegen alle Schiiten zu kämpfen, weil sie der Meinung sind, dass der schiitische Islam vom Iran kontrolliert wird, und sie wollen die Schiiten im Wesentlichen auslöschen, wie sie es in Gaza tun, obwohl ich glaube, dass die Palästinenser hauptsächlich Sunniten sind, aber man sollte ISIS als Amerikas Fremdenlegion betrachten. Sie haben sie angeheuert, sie bezahlen sie, und sie rekrutieren aus ihnen.

Sie haben gerade gesehen, was in Russland mit den Ukrainern passiert ist: Oregon hat sunnitische Terroristen aus Tadschikistan rekrutiert. Sie haben gesehen, wie die Vereinigten Staaten versuchen, ISIS zu nutzen, um zu rekrutieren, in Russlands südlicher Peripherie in Zentralasien zu kämpfen und in den uigurischen Gebieten von Xinjiang in Westchina zu kämpfen. Sie benutzen ISIS, um zu versuchen, die Integrität Chinas, Russlands und Syriens und jedes anderen Gebiets anzugreifen, in dem die USA einen Regimewechsel wollen, um die übliche Klientel-Oligarchie einzusetzen.

ANIA: Das ist interessant, und sie verkaufen es unter der Beschreibung, dass es sich um den Feind und um Terroristen handeln würde, und sie begründen es. Und die Öffentlichkeit glaubt das immer noch, Professor Hudson. Wie ist das möglich?

MICHAEL HUDSON: Nun, das ist heuchlerisch. Die ganze Welt ist entsetzt über die Grausamkeit und die Barbarei von ISIS. Die Vereinigten Staaten werden nicht einfach sagen: Hey, das sind wir, gegen die sie kämpfen. Wir dirigieren ISIS vom Büro des Präsidenten aus. Wir lieben ISIS.

Nun, Biden liebt ISIS, und Blinken liebt ISIS, und die gesamten Neokonservativen, die CIA liebt ISIS, weil sie es alle leiten, aber sie können es der amerikanischen Öffentlichkeit nicht sagen. Sie müssen so tun, als ob   – genauso, wie sie mit Netanyahu so tun, als ob: „Oh mein Gott, sieh Dir an, was ISIS macht! Wir müssen wirklich dagegen ankämpfen.“

Als sie zum Beispiel die Weißhelme beim ISIS eingeführt haben, waren diese die von den USA bereitgestellte PR-Einheit, die im Wesentlichen falsche Propaganda und falsche Bilder verbreitet und Angriffe unter falscher Flagge durchgeführt hat. All diese Angriffe unter falscher Flagge, all die Weißhelme und die Propaganda wurden von den Vereinigten Staaten koordiniert.

ANIA: Ich möchte Ihnen jetzt eine Frage stellen, die Sie in gewisser Weise bereits beantwortet haben. Trifft Israel in Bezug auf die Bombardierung des Gazastreifens unabhängige Entscheidungen, die nicht mit den Vereinigten Staaten abgesprochen sind?

MICHAEL HUDSON: Nun, die Frage ist, was sind die Vereinigten Staaten oder was meinen Sie mit den Vereinigten Staaten? Israel braucht keine offizielle Zustimmung. Es gibt bereits eine breite prinzipielle Zustimmung: „Tun Sie, was Sie tun müssen!“

Die Vereinigten Staaten haben ihnen freie Hand gelassen und gesagt: „Wir werden uns nicht einmischen. Ihr seid unsere Manager vor Ort. So wie Sie ISIS managen, können Sie natürlich auch Ihr eigenes Land managen.“ Die USA haben Israels Völkermord pauschal gebilligt. Deshalb sagen sie auch, dass es dort keinen Völkermord gibt.

Und die USA teilt das Ziel, den Krieg auszuweiten, um den Iran zu bekämpfen. Netanjahu sagt immer wieder, dass wir nicht sicher sein werden, bis wir den Iran besiegt haben. Nun, die Vereinigten Staaten, das ist Amerika, das ist der Plan der Neokonservativen, der in den 1990er Jahren entworfen wurde. Er wurde, glaube ich, von General Petraeus dargelegt: erst Afghanistan, dann Irak, dann Syrien und dann Iran. All das war von Anfang an geplant. Die Vereinigten Staaten versuchen nun herauszufinden, wie wir es anstellen sollen.

Nun, man geht allgemein davon aus, dass eine Möglichkeit darin besteht, Israel einen Angriff unter falscher Flagge durchführen zu lassen, etwas, was angeblich der Iran tut und das so schlimm ist, dass Israel Vergeltung üben muss und dann, wie gerade die iranische Botschaft in Syrien bombardiert wurde, dass der Iran dann Israel etwas antut und die Vereinigten Staaten kommen, um unsere israelischen Brüder und den Weltfrieden zu schützen und den Völkermord zu verhindern, den die Gazaner gegen Israel und der Iran gegen den Rest der Welt zu begehen versuchen, und den Iran bombardieren.

Damals, in den 1970er Jahren, gab es Diskussionen darüber, was man tun könnte. Was wird also der Iran tun, um zurückzuschlagen? Nun, es gibt eine Sache, die der Iran tun kann, er muss nicht die amerikanischen Truppen in Syrien oder im Irak bombardieren. Er muss auch nicht Israel bombardieren. Alles, was er tun muss, ist, ein Schiff in der Straße von Hormuz zu versenken. Das ist die große Meerenge. Sie haben ja gesehen, was die Houthis mit dem Roten Meer gemacht haben. Der große Verkehr ist in der Straße von Hormuz. Durch sie fließt das saudi-arabische Öl, man könnte sie auch den Golf des Öls nennen. Er heißt zwar Persischer Golf, aber eigentlich ist er der Öl-Golf. Dort findet der gesamte Ölhandel statt. Wenn man ein oder zwei Schiffe im Golf versenkt, wird das die Ölpreise in die Höhe treiben, denn dann ist der größte Teil der Welt so lange von der Ölversorgung des Nahen Ostens abgeschnitten, wie es der Iran wünscht.

Das ist es, was Biden wirklich erschreckt, denn er tut so, als gäbe es in den Vereinigten Staaten keine Inflation und als sei die Wirtschaft ziemlich stark. Die Inflation, die entstehen würde, wenn der Iran ein Schiff in Hormuz versenkt, wäre im Grunde die Krönung der amerikanischen Opposition gegen Biden, die immer größer wird.

Es ist eine Sache, gegen Völkermord und das Töten von Menschen zu sein, aber viel wichtiger ist, wenn die Amerikaner denken, dass die Benzinpreise steigen. Das ist wirklich viel wichtiger ist als die Tatsache des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das ist es, was die USA wirklich erschreckt.

Die Frage ist jetzt, wie sie die israelische Provokation gegen den Iran zu einem Vorwand für die Vereinigten Staaten machen können, um mit der Unterstützung der gesamten NATO und Europas einzugreifen und irgendwie zu verhindern, dass der Iran die Macht hat, die Straße von Hormuz zu schließen. Das ist es, was sie jetzt herauszufinden versuchen. Ich weiß nicht, was sie tun werden, aber wie Blinken schon sagte, habe Israel keine Regeln gebrochen. Es sei alles in Ordnung. Was die Vereinigten Staaten wirklich [sagen], wenn sie damit durchkommen ist, dass sie sagen werden, dass es wirklich überhaupt keine Regeln für die ganze Welt gibt. „Wir können tun, was wir wollen.“ Die Situation erreicht jetzt ihren Höhepunkt. Das ist die Fortsetzung, die der ganzen israelischen Bewegung gegen Gaza vorausgegangen ist.

ANIA: Vielen Dank, Professor Hudson.

Die nächste Frage bezieht sich auf die Angriffe auf Zivilisten, Journalisten und Helfer. Auch darauf sind Sie bereits eingegangen, aber ich möchte Sie Folgendes fragen. Warum nimmt die israelische Armee all diese Gruppen ins Visier?

MICHAEL HUDSON: Nun, sie zielen auf alle. Sie zielen auf alle Zivilisten, weil sie ein Land ohne palästinensische Bevölkerung wollen. Sie zielen auf die wichtigsten Menschen, die für das Überleben einer Gesellschaft im Gazastreifen notwendig sind. Sie zielen auf die Journalisten, weil sie nicht wollen, dass die Welt sieht, was sie tun, denn Israel hat bereits sein Ansehen in der Welt verloren. Die Vereinigten Staaten sagen ihnen vor allem, dass ihr die Journalisten töten müsst, denn wenn ihr sie nicht tötet, werden wir, die Regierung Biden, schlecht dastehen. Die Amerikaner wenden sich bereits gegen den Krieg.

Es gibt nur einen einzigen Antikriegskandidaten, der bei den Präsidentschaftswahlen im November antritt. Das ist Jill Stein. Alle anderen Kandidaten unterstützen Israel in diesem Krieg, aber das amerikanische Volk, die Mehrheit der Amerikaner betrachtet das, was in Israel geschieht, als Völkermord und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie werden nicht für Biden stimmen. Biden wird die Wahl verlieren oder ganz sicher nicht gewinnen. Wenn niemand die Wahl gewinnt, geht sie vielleicht an das Repräsentantenhaus.

Um den Rest der Bevölkerung des Gazastreifens zu vertreiben, muss man erstens die Journalisten loswerden. Zweitens: Sie müssen die Krankenhäuser beseitigen. Wenn Sie die Menschen bombardieren, werden viele von ihnen verletzt werden. Sie wollen, dass alle von den Bomben Verletzten sterben. Dazu müssen Sie die Krankenhäuser bombardieren. Sie müssen vor allem die Ärzte gezielt töten. Es wird nicht nur keine Ärzte geben, die die Verwundeten heilen können, sondern andere Ärzte, Ärzte ohne Grenzen aus anderen Ländern, werden Angst haben, in den Gazastreifen zu gehen, denn wenn man dorthin geht, weiß man, dass man erschossen wird, wenn man ein Lebensmittel-Helferr ist, der Hilfsgüter bringt, oder ein Arzt oder ein Entwicklungshelfer, weil man ganz oben auf der Zielliste steht.

ANIA: Es ist furchtbar. Wenn man sich das anhört, ist es sehr schwer...

MICHAEL HUDSON: Nun, stellen Sie sich vor, wie ich mich gefühlt habe, als ich in Besprechungen saß und all das einfach gesagt wurde, als wäre es Teil eines Spiels und als würden wir das alles so planen. All das wurde besprochen. Wie können wir das Böse tun? Ich meine, das...

ANIA: Ja, aber für mich sind das keine Menschen. Sie sind keine Menschen für mich.

MICHAEL HUDSON: Das ist richtig.

ANIA: Seelenlose Wesen, die keine Menschen sind. Das ist alles, was ich hier sage.

Professor Hudson, die nächste Frage bezieht sich auf die israelischen Bauunternehmer, die, wie Sie in Ihrer E-Mail sagten, bereits planen, den Gazastreifen in ein Luxusanwesen am Strand zu verwandeln. Was wissen Sie wirklich darüber? Planen sie das bereits? Haben sie etwa Pläne für diese Grundstücke?

MICHAEL HUDSON: Die Amerikaner haben einen Anfang gemacht. Sie begannen mit dem Bau von Docks. Sie wollen nicht nur Grundstücke am Strand, sondern auch Anlegestellen für die Käufer, damit sie ihre Jachten oder Segelboote festmachen können.

Und so bauen die Vereinigten Staaten diese Piers. Ein Grund dafür ist, dass sie so tun können, als könnten sie sagen: Wir bauen die Piers nicht für israelische Immobilienbesitzer, um Yachten zu haben, sondern um Lebensmittel zu liefern. Aber wenn wir mit dem Bau der Piers fertig sind, wird es keine Gazaner mehr geben. Ich meine, das ist ja der Sinn der Sache. Durch den Bau der Piers haben sie Israel in die Lage versetzt, die Lebensmitteltransporte aus dem Süden zu verhindern. Der Bau der Piers ist also ein Mittel, um vorzutäuschen, dass man helfen will, ohne irgendetwas zu tun, was tatsächlich dazu beiträgt, Lebensmittel nach Israel zu liefern.

Ja, in den Nachrichten gab es immer wieder Äußerungen von israelischen Immobilienfirmen, die sagten, Gaza könnte ein schöner Ort zum Leben sein, wenn es dort keine Araber gäbe. Und wenn wir jetzt das Land von den Arabern befreien und es zu einem Land ohne diese Menschen machen können, dann ist dies ein wunderbares Grundstück. Und es hat Erdgas, das der israelischen Zahlungsbilanz hilft. Die ganze Idee ist also, dies zu einem Zentrum der israelischen Luxusentwicklung zu machen.

ANIA: Nochmals, es ist absolut widerlich für mich, das zu hören. Ich möchte Sie jetzt fragen, was mit all den Palästinensern, die überlebt haben, passieren würde, wenn der Gazastreifen vollständig verschwinden würde?

MICHAEL HUDSON: Nun, das Land wird da sein, und es wird direkt am Strand liegen. Alastair Crooke ist, glaube ich, der klarste Autor gewesen. Er war einer der Verhandlungsführer zwischen Israel und den Palästinensern. Er hat erklärt, dass es keine Zwei-Staaten-Lösung mehr geben kann.

Die Israelis sagen, wir werden alle Palästinenser töten. Die Palästinenser sagen, wir können mit den Israelis nicht existieren und müssen uns verteidigen. Wenn wir sie nicht umbringen, werden sie uns umbringen. Also muss Israel entweder palästinensisch oder israelisch sein. Es kann nicht beides sein. Das ist für immer beendet. Wer also von einer Zwei-Staaten-Lösung spricht, hat nicht nachgeschlagen.

Die Frage ist also, wie wird der Gazastreifen existieren? Entweder wird alles israelisch sein, und die Bewohner des Gazastreifens werden gezwungen sein, zu fliehen. Die Israelis wollen, dass sie mit Booten fliehen und versenkt werden, die meisten von ihnen werden im Mittelmeer versenkt werden, genau wie nach der Zerstörung Libyens durch Amerika und Frankreich. Die Libyer haben versucht, in Booten zu fliehen, und sie wurden versenkt.

Also werden sie entweder ertrinken oder sie werden sich irgendwie einen Weg in ein Gefangenenlager bahnen, das Ägypten und sein Führer für die Flüchtlinge aus dem Gazastreifen einrichten. Und dann werden die Gazaner irgendwie versuchen, nach Europa oder in andere Länder zu gelangen. Sie können also einen großen Zustrom von Gaza-Flüchtlingen nach Europa erwarten.

Einige Leute haben vorgeschlagen, nun, da sich die Ukraine in ein Land ohne Volk verwandelt, könnten die Gazaner vielleicht die Ukraine an die Palästinenser übergeben, oder wir könnten sie den Israelis geben, indem wir sagen: „Nun, dies ist das Land eurer Vorfahren, hier haben all die Pogrome begonnen, die den Zionismus ins Leben gerufen haben. Jetzt könnt ihr zurückgehen und es gibt keine Ukrainer mehr. Sie haben Programme gegen euch.“ Vielleicht sollten die Israelis in die Ukraine gehen. Die eine oder die andere Bevölkerung muss auswandern.

Nun, die Israelis haben bereits einen großen Teil ihrer Bevölkerung verloren, vor allem die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, insbesondere diejenigen, die in der Informationstechnologie oder in hoch bezahlten Berufen arbeiten. Sie sehen also bereits eine Abwanderung.

Gaza wird also geografisch bestehen bleiben, aber wir haben keine Ahnung, wie die demografische Zusammensetzung aussehen wird.

Und ich glaube, der Chef der israelischen Verteidigungskräfte, Herzi Halevi, hat erst letzten Sonntag gesagt, dass Israel weiß, wie es mit dem Iran umzugehen hat, so wie es auch mit dem Gazastreifen umgeht, dass es sich darauf vorbereitet hat. Israel hat gute Verteidigungssysteme. Und er sagte, wir operieren und kooperieren mit den USA und strategischen Problempartnern in dieser Region. Die USA werden also Druck auf Ägypten ausüben, damit es die Konzentrationslager, die es einrichtet, ausbaut und die Europäer unter Druck setzt. Vielleicht verlassen jetzt so viele Deutsche ihr Land, dass es keine Arbeit mehr für sie gibt. Vielleicht gehen die Palästinenser nach Deutschland und in andere europäische Länder, wo immer sie eine Art von Zuflucht finden können.

Amerika war bereit, der jüdischen Bevölkerung Zuflucht zu gewähren, solange die jüdische Bevölkerung den europäischen imperialistischen Zielen der Kontrolle des Öls im Nahen Osten diente. Aber was kann Palästina bieten, um geschützt zu werden? Wenn die Palästinenser den Europäern oder den Amerikanern nichts zu bieten haben, ist es ihren Regierungen schlichtweg egal. Sie haben absolut nichts getan, um die Palästinenser zu schützen, weil es ihnen egal ist, wenn kein Geld für sie dabei herausspringt. Und die arabischen Länder mit Geld, die Saudi-Araber, die Vereinigten Arabischen Republiken, haben nicht wirklich eine Hand gehoben, um zu helfen. Obwohl ein Großteil der Arbeitskräfte in Saudi-Arabien bereits Palästinenser sind, brauchen sie dort nicht noch mehr Palästinenser. Das ist es also, was im Grunde genommen passiert.

ANIA: Vielen Dank, Professor Hudson. Wissen Sie, bevor ich Ihnen meine letzte Frage stelle: Sie wissen schon, der Glaube der Menschen, dass die Regierungen sich um sie kümmern. Das ist das... Ich verstehe nicht, wie die Menschen immer noch glauben können, dass sich irgendeine Regierung in der Welt wirklich um sie kümmert, wenn man sich die Situation so ansieht. Es ist herzzerreißend. Wenn ich mir anhöre, was Sie gesagt haben, kann ich es kaum fassen.

Die letzte Frage ist, wann die Bombardierung aufhören wird und wer den Gazastreifen wieder aufbauen wird?

MICHAEL HUDSON: Nun, die Bombardierung wird aufhören, wenn es keine Palästinenser mehr zu bombardieren gibt. Israel hat weder das Geld für den Wiederaufbau noch die Absicht, wieder aufzubauen. Und selbst wenn Israel es mit schönen Häusern bis hin zum Strand wieder aufbauen will, wer wird den Bau durchführen?

Nun, Israel hat bereits ein Abkommen mit Indien geschlossen, um eine Menge indischer Bauarbeiter aus den ärmsten Provinzen Indiens dorthin zu bringen. Aber noch einmal: Wer wird sie bezahlen? Man kann ihnen Arbeitserlaubnisse geben, aber die Antwort ist, wer sie bezahlen wird, sind die Bauunternehmer, die die Verträge zum Wiederaufbau von Häusern und Büros und des neuen israelischen Geländes in Gaza erhalten, es sei denn, die Welt funktioniert und sagt, nein, die Israelis müssen das ganze Land zurückgeben und Israel wird eine Minderheit unter einer palästinensischen Regierung sein.

Man kann keine israelische Regierung haben, die über die gesamte Region herrscht, weil ihre Politik darin besteht, die Palästinenser zu töten. Ich sehe also nicht, dass es eine Zwei-Staaten-Lösung geben kann. Im Moment sieht es nicht so aus, als würde jemand die Palästinenser unterstützen.

Wer würde beim Wiederaufbau helfen? Nun, die türkischen Bauherren könnten kommen und wieder aufbauen. Andere aus dem Nahen Osten würden es wieder aufbauen. Saudi-Arabien könnte dort große Bauvorhaben finanzieren. Die Vereinigten Arabischen Republiken könnten Land kaufen. Amerikanische Investoren, vielleicht Blackstone, könnten bei der Entwicklung helfen, aber es werden ausländische Investitionen sein.

Und wenn man sich die Tatsache ansieht, dass die ausländischen Investoren all dieser Länder nach dem suchen, was sie aus dem Völkermord an den Palästinensern herausholen können, wird klar, warum es keine wirkliche Opposition gegen den stattfindenden Völkermord gibt.

Und der große Vorteil für die USA besteht darin, dass aufgrund des Fehlens jeglicher moralischer Gefühle, die Sie gerade zum Ausdruck gebracht haben, keine Ansprüche gegen die Vereinigten Staaten wegen der Kriegsführung, des Regimewechsels und der Einmischung erhoben werden, die sie für den Iran, China und Russland planen und die sie in Afrika und Lateinamerika durchführen. Israel und der Gazastreifen und das Westjordanland sollten also als Eröffnung des neuen Kalten Krieges gesehen werden. Und was auch immer in Gaza passiert, nachdem die Gaza-Bewohner vertrieben wurden, es ist der Plan für das, was die Vereinigten Staaten in China, in Russland, in Afrika und im Rest der Welt tun wollen. Sie sehen einen Plan, wie man Völkermord und die Zerstörung der Gesellschaft finanzieren und zu Geld machen kann. Und um das zu erreichen, muss man verhindern, dass so etwas wie die Vereinten Nationen überhaupt eine Autorität haben.

Und die Ironie an der ganzen Sache ist, dass die Vereinigten Staaten genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich wollten. Ich meine, während dies in Gaza geschieht, sind die meisten der weltweiten Mehrheit, über die wir bereits gesprochen haben, die Welt außerhalb der NATO, Amerika und Europa, entsetzt. Und der einzige Weg, um zu verhindern, dass das, was in Gaza passiert, auch im Rest der Welt passiert, besteht darin, eine Alternative zu den Vereinten Nationen zu schaffen, eine Alternative zur Weltbank, zum IWF, eine Alternative zu all den Organisationen, die die Vereinigten Staaten kontrolliert haben, um den ganzen Rest der Welt in Gaza zu verwandeln, wenn sie das können.

ANIA: Dr. Hudson, Professor Hudson, ich möchte Ihnen danken, dass Sie wieder hier waren. Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie mir nach unserem letzten Live-Stream gesagt haben, ich solle dieses Thema ansprechen, weil Sie es mit mir und dem Publikum geteilt haben. Und ich hoffe wirklich, dass Sie dieses Video verbreiten werden, Leute, Sie werden es teilen.

Ich persönlich glaube also, dass wir das Böse bekämpfen. Und ich habe das Gefühl, dass ich einen kleinen Beitrag dazu leiste, indem ich versuche, die Wahrheit herauszufinden und Menschen zu finden, die Wissen und Verständnis haben und die Fakten und die Wahrheit mit der Welt teilen können. Denn wenn man nicht weiß, wogegen und womit man kämpft, dann ist man wie Don Quijote. Man muss wissen, was das Problem ist. Und ich bin unendlich dankbar für Gäste wie Sie, die auf meinem Kanal zu Gast sind und ihr Wissen mit den Zuschauern teilen. Ich kann mir nur vorstellen wie es ist, all das zu wissen, was Sie heute mit uns geteilt haben, und so viele Jahre damit zu leben und zu beobachten, wie sich diese Ereignisse in der Welt entfalten. Für jemanden, der Gefühle und Emotionen hat, ist das sehr schwer zu ertragen. Das kann ich mir nur vorstellen. Vielen Dank also für Ihren Beitrag.

MICHAEL HUDSON: Ich bin in Ihrer Sendung, Ania, weil Sie sehen, dass dies böse ist, und es ist böse.

ANIA: Ja. Ich danke Ihnen vielmals. Ich weiß, dass Sie gehen müssen. Und ich möchte Sie natürlich in naher Zukunft wieder einladen. Hoffentlich finden Sie Zeit für unser nächstes Gespräch. Alle, die zusehen, sollten sich die Links zu Professor Hudson ansehen, die bereits unter diesem Live-Stream eingefügt sind. Und wie ich schon sagte, bitte teilen Sie das Video. Liken Sie dieses Like. Es ist kostenlos und hilft auch dem Kanal. Und mehr Menschen können diese Informationen in der Welt hören. Ich danke Ihnen allen. Und bis zum nächsten Mal.

Quelle: https://michael-hudson.com/2024/04/gaza-the-strategic-imperative/
Michael
  Sonntag, 14. April 2024 Interviews  Middle East  Permalink
Die Übersetzung des Video-Interviews von ania K mit Prof. M. Hudson für seniora.org besorgte Andreas Mylaeus

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.04.2024

Der Völkermord im Gazastreifen als explizite Politik: Michael Hudson nennt alle Namen

seniora.org, 16. April 2024, Von Pepe Escobar 15.04.2024 - übernommen von strategic-culture.su, von Pepe Escobar


Hudson.png© Photo: Social media











(Red.)Pepe Escobar hat das wichtige Interview mit Ania K verlinkt. Wir haben es übersetzt und auch in einem separaten Beitrag veröffentlicht. Das alles ist schwere Kost - bitte nur in angenehmer Gesellschaft zu sich nehmen!(am)


In einem der bisher wichtigsten Podcasts des Jahres 2024 [deutsche Übersetzung] legt Professor Michael Hudson   – der Autor bahnbrechender Werke wie „Super-Imperialism“ [deutsche Übersetzung unter dem Titel „Finanzimperialismus   – Die USA und ihre Strategie des globalen Kapitalismus“] und des kürzlich erschienenen „The Collapse of Antiquity“ [deutsche Übersetzung unter dem Titel „Der Zusammenbruch der Antike“]   – die wesentlichen Hintergründe dar, um das Undenkbare zu verstehen: einen Völkermord im 21. Jahrhundert, der rund um die Uhr live auf den gesamten Planeten übertragen wird.


In einem E-Mail-Austausch hat Prof. Hudson erläutert, dass er jetzt im Wesentlichen "alles ausplaudert", wie "vor 50 Jahren, als ich am Hudson Institute mit Herman Kahn [dem Vorbild für Stanley Kubricks Dr. Strangelove] gearbeitet habe, israelische Mossad-Mitglieder ausgebildet wurden, darunter auch Uzi Arad. Ich habe zwei internationale Reisen mit ihm unternommen, und er hat mir so ziemlich das geschildert, was heute passiert ist. Er wurde Chef des Mossad und ist jetzt Netanhayus Berater".


Prof. Hudson zeigt auf, dass "der grundlegende Plan für Gaza dem entspricht, wie Kahn im Vietnamkrieg die Aufteilung des Landes in Sektoren entworfen hat, mit Kanälen, die jedes Dorf abschnitten, so wie es die Israelis mit den Palästinensern tun. Schon damals hatte Kahn Belutschistan als das Gebiet ausgemacht, in dem er Unruhe im Iran und in der übrigen Region schüren wollte".

Es ist kein Zufall, dass Belutschistan seit Jahrzehnten ein CIA-Juwel ist, und in jüngster Zeit kam noch der Anreiz hinzu, den chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridor (CPEC) mit allen Mitteln zu stören   – ein wichtiger Knotenpunkt der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI).

Prof. Hudson verbindet die wichtigsten Punkte miteinander: "So wie ich es verstehe, ist das, was die USA mit Israel machen, eine Generalprobe für den Übergang zum Iran und zum Südchinesischen Meer. Wie Sie wissen, gibt es in der amerikanischen Strategie keinen Plan B, und zwar aus einem sehr guten Grund: Wer Plan A kritisiert, gilt als nicht teamfähig (oder sogar als Putins Marionette), so dass die Kritiker gehen müssen, wenn sie sehen, dass sie nicht befördert werden. Das ist der Grund, warum die US-Strategen nicht innehalten und überdenken, was sie tun."


Isolieren Sie sie in strategischen Weilern und töten Sie sie dann.

In unserem E-Mail-Austausch bemerkte Prof. Hudson: "Das ist im Grunde das, was ich gesagt habe", und bezog sich dabei auf den Podcast mit Ania K. (hier die vollständige, überarbeitete Abschrift Anm. des Übersetzers: Übersetzung folgt). Schnallen Sie sich an: Die ungeschminkte Wahrheit ist tödlicher als ein Einschlag einer Hyperschallrakete.


Über die zionistische Militärstrategie in Gaza:

"Ich habe in den 1970er Jahren am Hudson Institute mit Uzi Arad und anderen Mossad-Lehrlingen gearbeitet. Mein Fachgebiet war BoP (Balance of Payments   – Zahlungsbilanz], aber ich war bei vielen Treffen dabei, bei denen die Militärstrategie diskutiert wurde, und ich bin zweimal mit Uzi nach Asien geflogen und habe ihn kennen gelernt.


Die US-amerikanisch-israelische Strategie im Gazastreifen basiert in vielerlei Hinsicht auf dem Plan von Herman Kahn, der in den 1960er Jahren in Vietnam umgesetzt wurde.

Hermans Schwerpunkt war die Systemanalyse. Zuerst sollte das Gesamtziel definiert werden, und dann: Wie können wir es erreichen?


Zuerst: Isolieren Sie sie in strategischen Weilern. Der Gazastreifen wurde in Bezirke aufgeteilt, für die elektronische Ausweise erforderlich sind, um von einem Sektor in einen anderen zu gelangen oder um im jüdischen Teil von Israel zu arbeiten.

Das Wichtigste: Tötet sie. Idealerweise durch Bombardierung, denn das minimiert die Verluste für die eigene Armee.


Der Völkermord, den wir heute erleben, ist die ausdrückliche Politik der Gründer Israels: Die Idee eines ‚Landes ohne Volk‘ bedeutet ein Land ohne nicht-jüdische Menschen. Sie sollten vertrieben werden   – schon vor der offiziellen Gründung Israels, in der ersten Nakba, dem arabischen Holocaust.


Zwei israelische Premierminister waren Mitglieder der Stern-Bande von Terroristen. Sie entkamen aus ihrem britischen Gefängnis und gründeten gemeinsam Israel.


Was wir heute erleben, ist die Endlösung für diesen Plan. Es fügt sich auch in das Bestreben der USA ein, den Nahen Osten und seine Ölreserven zu kontrollieren. Für die US-Diplomatie IST der Nahe Osten (in Großbuchstaben) Öl. Und ISIS ist Teil von Amerikas Fremdenlegion, seit sie zuerst in Afghanistan organisiert wurde, um die Russen zu bekämpfen.


Aus diesem Grund wurde die israelische Politik mit den USA abgestimmt. Israel ist die wichtigste Klientel-Oligarchie der USA im Nahen Osten. Der Mossad kümmert sich um ISIS in Syrien und im Irak und überall sonst, wohin die USA ISIS-Terroristen schicken. Terrorismus und sogar der gegenwärtige Völkermord sind für die Geopolitik der USA von zentraler Bedeutung.


Aber wie die USA im Vietnamkrieg gelernt haben, protestiert die Bevölkerung und wählt gegen den Präsidenten, der diesen Krieg beaufsichtigt. Lyndon Johnson konnte keinen öffentlichen Auftritt absolvieren, ohne dass die Menschenmenge ihn auspfiff. Er musste sich durch die Seiteneingänge der Hotels schleichen, in denen er sprach.


Um eine Peinlichkeit wie die Beschreibung des Massakers von My Lai durch Seymour Hersh zu verhindern, sperrt man Journalisten vom Schlachtfeld aus. Wenn sie dort sind, tötet man sie. Das Biden-Netanjahu-Team hat es vor allem auf Journalisten abgesehen.


Das Ideal besteht also darin, die Bevölkerung passiv zu töten, um die sichtbaren Bombardierungen zu minimieren. Und der Weg des geringsten Widerstands ist es, die Bevölkerung auszuhungern. Das ist die israelische Politik seit 2008."


Und vergesst nicht, sie auszuhungern

Prof. Hudson bezieht sich direkt auf einen Artikel von Sara Roy in der New York Review of Books, in dem ein Telegramm der US-Botschaft in Tel Aviv an den Außenminister vom 3. November 2008 zitiert wird. In dem Telegramm heißt es: "Als Teil ihres allgemeinen Embargoplans gegen den Gazastreifen haben israelische Beamte [Botschaftsbeamte] bei mehreren Gelegenheiten bestätigt, dass sie beabsichtigen, die Wirtschaft des Gazastreifens am Rande des Zusammenbruchs zu halten, ohne sie ganz über den Rand zu stoßen."


Das hat laut Prof. Hudson dazu geführt, dass Israel "Fischerboote und Gewächshäuser im Gazastreifen zerstört hat, um ihnen die Möglichkeit zu nehmen, sich selbst zu ernähren.

Dann hat es sich mit den Vereinigten Staaten zusammengetan, um die Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen und anderer Länder zu blockieren. Die USA haben sich sofort nach Beginn der Feindseligkeiten aus der UN-Hilfsorganisation zurückgezogen, und zwar unmittelbar nach der Feststellung des IGH, dass ein Völkermord vorliegt. Sie waren der wichtigste Geldgeber dieser Organisation. Man hoffte, dass dies ihre Aktivitäten einschränken würde.


Israel ließ einfach keine Nahrungsmittelhilfe mehr herein. Es hat lange, lange Inspektionen durchgeführt, d.h. ein Vorwand, um die Lastwagen auf 20 % der Menge vor dem 7. Oktober zu verlangsamen   – von 500 pro Tag auf nur 112. Neben der Blockade von Lastwagen hat Israel auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ins Visier genommen   – etwa einen pro Tag.

Die Vereinigten Staaten haben versucht, einer Verurteilung zu entgehen, indem sie vorgaben, eine Anlegestelle zu bauen, um Lebensmittel auf dem Seeweg zu entladen. Die Absicht war, dass die Bevölkerung des Gazastreifens bis zum Bau des Hafens ausgehungert sein würde."


Biden und Netanjahu als Kriegsverbrecher

Prof. Hudson bringt den wichtigsten Zusammenhang der ganzen Tragödie auf den Punkt: "Die USA versuchen, die Schuld auf eine Person zu schieben, nämlich Netanjahu. Aber das ist die israelische Politik seit 1947. Und es ist die Politik der USA. Alles, was seit dem 2. Oktober passiert ist, als die Al-Aqsa-Moschee von israelischen Siedlern gestürmt wurde und die Hamas [Al-Aqsa-Flut] am 7. Oktober Vergeltung übte, war eng mit der Regierung Biden abgestimmt. All die Bomben, die Monat für Monat abgeworfen wurden, sowie die Blockierung der Hilfe der Vereinten Nationen.


Das Ziel der USA ist es, den Gazastreifen daran zu hindern, die Offshore-Erdgasrechte zu erhalten, mit denen sie ihren eigenen Wohlstand und den anderer islamischer Gruppen, die die USA als Feinde betrachten, finanzieren könnten. Und um den Nachbarländern zu zeigen, was mit ihnen geschehen wird, so wie es die USA mit Libyen kurz vor Gaza getan haben. Unterm Strich sind Biden und seine Berater genauso Kriegsverbrecher wie Netanjahu."


Prof. Hudson betont, dass "der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Blinken und andere US-Beamte gesagt haben, dass das Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) über den Völkermord und die Aufforderung, ihn zu beenden, nicht bindend sei. Dann hat Blinken gerade gesagt, dass kein Völkermord stattfinde.


Das Ziel der USA ist es, die Herrschaft des internationalen Rechts, wie sie von der UNO vertreten wird, zu beenden. An ihre Stelle soll die ‚regelbasierte Ordnung‘ der USA treten, die keine Regeln veröffentlicht.


Die Absicht ist, die USA immun zu machen gegen jegliche Opposition gegen ihre Politik, die auf rechtlichen Prinzipien des internationalen Rechts oder lokalen Gesetzen basiert. Völlig freie Hand   – Chaos.


Die US-Diplomaten haben vorausgeschaut und gesehen, dass sich der Rest der Welt aus dem US-amerikanischen und europäischen NATO-Orbit zurückzieht.


Um diese unumkehrbare Bewegung zu bewältigen, versuchen die USA, sie zu zähmen, indem sie alle verbliebenen Spuren der internationalen Regeln, die der Gründung der UNO zugrunde lagen, und sogar des westfälischen Grundsatzes der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder aus dem Jahre 1648 auslöschen.


Der tatsächliche Effekt ist wie üblich genau das Gegenteil von dem, was die USA beabsichtigen. Der Rest der Welt wird gezwungen, seine eigene neue UNO zu schaffen, zusammen mit einem neuen IWF, einer neuen Weltbank, einem neuen Internationalen Gerichtshof in Den Haag und anderen von den USA kontrollierten Organisationen.


Der Protest der Welt gegen den israelischen Völkermord im Gazastreifen und im Westjordanland   – vergessen Sie das Westjordanland nicht   – ist also der emotionale und moralische Katalysator für die Schaffung einer neuen multipolaren geopolitischen Ordnung für die globale Mehrheit."


Verschwinden oder sterben

Die Schlüsselfrage bleibt: Was wird mit Gaza und den Palästinensern geschehen? Prof. Hudsons Einschätzung ist bedrohlich realistisch: "Wie Alastair Crooke erklärt hat, kann es in Israel keine Zwei-Staaten-Lösung geben. Es muss entweder eine rein israelische oder eine rein palästinensische Lösung geben. Und so wie es jetzt aussieht, ist es rein israelisch   – der Traum von 1947 von einem Land ohne nicht-jüdische Menschen.


Der Gazastreifen wird geografisch immer noch da sein, zusammen mit seinen Gasrechten im Mittelmeer. Aber er wird geräumt und von den Israelis besetzt sein."


Auf die Frage, wer beim Wiederaufbau des Gazastreifens "helfen" würde, gibt es bereits einige feste Zusagen: "Türkische Baufirmen, Saudi-Arabien, das Entwicklungen finanziert, die Vereinigten Arabischen Emirate, amerikanische Investoren   – vielleicht Blackstone. Es werden ausländische Investitionen sein. Wenn man sich die Tatsache ansieht, dass die ausländischen Investoren all dieser Länder danach suchen, was sie aus dem Völkermord an den Palästinensern herausholen können, wird einem klar, warum es keine Opposition gegen den Völkermord gibt."


Prof. Hudsons abschließendes Urteil über "den großen Nutzen für die USA" lautet, dass "keine Ansprüche gegen die USA geltend gemacht werden können   – und auch nicht gegen die Kriegsführung und den Regimewechsel, den sie für den Iran, China, Russland und für das, was in Afrika und Lateinamerika geschehen ist, planen.


Israel, der Gazastreifen und das Westjordanland sollten als eine Eröffnung des Neuen Kalten Krieges gesehen werden. Ein Plan, wie man im Grunde genommen Völkermord und Zerstörung finanzieren kann. Die Palästinenser werden entweder auswandern oder getötet werden. Das ist die angekündigte Politik seit über einem Jahrzehnt."


Quelle: https://strategic-culture.su/news/2024/04/15/the-gaza-genocide-as-explicit-policy-michael-hudson-names-all-names/

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.04.2024

§ 140 und kein Ende_Völkerrecht und Meinungsfreiheit

aus e-mail von Doris Pumphrey, 16. April 2024


(…) Was ist dann also die höchste Autorität im Völkerrecht, die berufen

ist den Rechtsfrieden zu schaffen, den anschließend – und keineswegs

davor – sich das deutsche Strafgesetzbuch erdreisten darf zu schützen?

(…) Es ist der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen. Der

IGH hat aber noch nichts zu der völkerrechtlichen Einordnung der

russischen Intervention in der Ukraine gesagt. Seine dieses Jahr

verkündeten Entscheidungen in Klageverfahren der Ukraine gegen Russland

zeigen nur eines: dass nichts so eindeutig ist, wie es dem autoritär

agierenden deutschen Mainstream erscheint.Vor allem hat der IGH die

russischen Behauptungen des Völkermordes in der Ukraine nicht prima

facie zurückgewiesen, wie es Kiew wollte, und wird sich in den nächsten

Jahren mit den Argumenten und Beweisen Russlands befassen. (…)


_Rt DE 15.4.2024


_*§ 140 und kein Ende: Kölner Richter, Völkerrecht und Meinungsfreiheit

*/Von Alexej Danckwardt/


Vor dem Landgericht Köln läuft aktuell das Berufungsverfahren gegen die

Aktivistin Kolbasnikova wegen "Rechtfertigung des russischen

Angriffskrieges". Der Vorsitzende sucht Rat bei einem Experten zum

Völkerrecht, in dem Fall ist aber eigentlich etwas anderes entscheidend.

Wir helfen mit beidem.


Das Drama um den Versuch des deutschen Mainstreams, jede Debatte um die

Rechtmäßigkeit des Vorgehens Russlands in der Ukraine mit Mitteln der

strafrechtlichen Repression zu unterdrücken, nimmt kein Ende.


Am 11. April hatte /RT DE/ von einem der zahlreichen Strafverfahren

berichtet

<https://freedert.online/inland/202314-richter-bestellt-sachverstaendigen-fuehrt-russland-voelkerrechtswidrigen-angriffskrieg/>,

die bundesweit wegen sogenannter "Billigung des völkerrechtswidrigen

Angriffskrieges" Russlands laufen. Diesmal mit einer oberflächlich

betrachtet guten Nachricht: Der vorsitzende Richter am Landgericht Köln,

der mit seiner Kammer über die Berufung der "prorussischen"

Aktivistin Elena Kolbasnikova gegen ihre Verurteilung nach § 140 des

deutschen Strafgesetzbuches zu befinden hat, möchte einen Völkerrechtler

als Sachverständigen hinzuziehen.


Auf der einen Seite ist es schon mal ein Fortschritt, dass ein deutscher

Strafrichter – wohl zum ersten Mal in der aktuellen Runde der Repression

gegen Andersdenkende – eingesehen hat, dass er mit seiner Ausbildung

allein komplizierte völkerrechtliche Sachverhalte nicht beurteilen kann.

Für diese selbstkritische Erkenntnis verdient er ohne Zweifel Respekt.

Die Einsicht, nicht genug zu wissen, ist immer der erste Schritt zu der

Weisheit: Je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, dass ich nichts weiß.


Andererseits macht der Richter es sich damit unnötig kompliziert. Der

Fall ist eher im Verfassungsrecht denn im Völkerrecht zu lösen. Im

August letzten Jahres sind wir bereits auf einige Aspekte dieser

Strafnorm

<https://freedert.online/meinung/177630-wie-die-deutsche-justiz--zum-repressionsapparat-verkommen-konnte/

eingegangen. Offenbar waren wir nicht verständlich genug.


Dabei würde ein einfaches Gedankenexperiment allen Beteiligten dieses

und anderer Prozesse aus der juristischen Sackgasse heraushelfen, in die

sie sich bewusst oder unbewusst reingeritten haben. Stellen wir uns vor,

ein Prominenter erschießt in seiner Wohnung jemanden. Er wird verhaftet,

ein Strafverfahren wegen Totschlags wird eingeleitet. Der Fall füllt die

Titelseiten der einschlägigen Boulevardzeitungen, auch die "seriöse"

Presse berichtet. Selbstverständlich beginnen Diskussionen: War es

Notwehr, war es keine? Würden die Anklagebehörden nun Strafverfahren

gegen jeden einleiten, der meint, es sei Notwehr gewesen?


Nein, natürlich nicht. Man würde zumindest den rechtskräftigen Abschluss

des Strafprozesses gegen den Prominenten abwarten, bevor es

Ermittlungsverfahren gegen Dritte nach § 140 StGB gibt. Und zwar nicht,

weil die Staatsanwaltschaften nachlässig sind, sondern weil das Gesetz

selbst es vorgibt.


Der Schlüssel ist in der Gesetzesnorm selbst zu finden: Das Billigen

muss "in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu

stören" erfolgen, um strafbar zu sein. Gemeint ist der Rechtsfrieden.

"Es muss auch mal gut sein" ist der zugrundeliegende Rechtsgedanke,

jedenfalls im Lichte des Art. 5 Grundgesetz. Dass das und kein anderer

Frieden gemeint ist, wird schon daraus sichtbar, dass nach ständiger

Rechtsprechung aller höchsten Gerichte das Billigen des abstrakten

Verbrechens, auch bestimmter Deliktsgruppen, losgelöst von einem

konkreten Fall, nicht strafbar ist.


Der Rechtsfrieden tritt erst ein, wenn der mit der Haupttat befasste

Strafprozess rechtskräftig abgeschlossen ist, wenn das höchste

zuständige Gericht gesprochen hat. Erst dann ist der "öffentliche

Frieden" überhaupt in der Welt, der durch das Billigen gestört werden kann.


Es muss zumindest das Revisionsgericht (bei schweren Straftaten ist es

in der Regel der Bundesgerichtshof) ausgesprochen haben, dass er die vom

Tatsachengericht festgestellten Tatumstände unangetastet lässt und dem

Urteil in den Schuldspruch tragenden Rechtssätzen beipflichtet. Im

Einzelfall könnte es sogar erforderlich sein, Entscheidungen des

Bundesverfassungsgerichts oder des Europäischen Gerichtshofs für

Menschenrechte abzuwarten, bevor man öffentliche Debatten abwürgt.


Und was ist die höchste Autorität in völkerrechtlichen Fragen, die den

zu schützenden Rechtsfrieden bei Fragen globaler Bedeutung, bei Fragen

von Krieg und Frieden schafft? Die Vollversammlung der Vereinten

Nationen, wie der Vorsitzende Richter am Landgericht Köln hat anklingen

lassen?


Falsch! Die Vollversammlung ist ein rein politisches Organ, sie schafft

weder Völkerrecht noch Rechtsfrieden. Was dort geäußert oder

mehrheitlich beschlossen wird, ist kein Völkerrecht, sondern auch nur

eine Meinung darüber, was Völkerrecht ist. Die Mehrheitsmeinung ist

nicht immer richtig, wie uns die Geschichte lehrt. Sonst wäre die Erde

eine Scheibe, die Sonne würde sich um sie drehen und Hitler wäre eine

gute Wahl des deutschen Volkes gewesen.


Aus guten Gründen schützt Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes nicht

nur die Mehrheitsmeinung, sondern jede Meinung, ja sogar in erster Linie

die "abstruse" Mindermeinung der wenigen "Verblendeten". Manchmal stellt

sich eben, nachdem Galileo Galilei gerichtet und Kopernikus zensiert

wurden, heraus, dass die Erde keine Scheibe ist und sich um die Sonne

dreht.


Sie glauben nicht, dass die Resolutionen der UN-Vollversammlung kein

Völkerrecht sind? Dann schauen wir doch zusammen in Artikel 38 Absatz 1

des Statuts des Internationalen Gerichtshofs (IGH), der in allen

Lehrbüchern des Völkerrechts ohne Ausnahme im Kapitel "Quellen des

Völkerrechts" zitiert wird. Drei primäre Quellen sind dort aufgezählt

und zwei Hilfsmittel, derer sich die Richter des IGH bei ihren

Entscheidungen bedienen dürfen:


/"Der Gerichtshof, dessen Aufgabe es ist, die ihm unterbreiteten

Streitfälle nach Völkerrecht zu entscheiden, wendet an:/


/a) die internationalen Abkommen allgemeiner oder besonderer Natur, in

denen von den im Streit befindlichen Staaten ausdrücklich anerkannte

Normen aufgestellt sind;/


/b) das internationale Gewohnheitsrecht als Ausdruck einer allgemeinen,

als Recht anerkannten Übung;/


/c) die von den zivilisierten Staaten anerkannten allgemeinen

Rechtsgrundsätze;/


/d) unter Vorbehalt der Bestimmung des Artikels 59 die gerichtlichen

Entscheidungen und die Lehren der anerkanntesten Autoren der

verschiedenen Völker als Hilfsmittel zur Feststellung der Rechtsnormen."/


Das ist nach allgemeiner Auffassung der abschließende Katalog der

Quellen des Völkerrechts, Resolutionen der UN-Vollversammlung sucht man

darin vergebens.


Aber vielleicht sagt die Charta der Vereinten Nationen, ihrerseits ein

internationales Abkommen im Sinne des oben zitierten Katalogs, etwas

anderes? Die Befugnisse der Generalversammlung sind in den Artikeln 10

und 11 der Charta aufgeführt:


/Artikel 10/


/Die Generalversammlung kann alle Fragen und Angelegenheiten erörtern,

die in den Rahmen dieser Charta fallen oder Befugnisse und Aufgaben

eines in dieser Charta vorgesehenen Organs betreffen; vorbehaltlich des

Artikels 12 kann sie zu diesen Fragen und Angelegenheiten Empfehlungen

an die Mitglieder der Vereinten Nationen oder den Sicherheitsrat oder an

beide richten./


/Artikel 11/


/(1) Die Generalversammlung kann sich mit den allgemeinen Grundsätzen

der Zusammenarbeit zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen

Sicherheit einschließlich der Grundsätze für die Abrüstung und

Rüstungsregelung befassen und in Bezug auf diese Grundsätze Empfehlungen

an die Mitglieder oder den Sicherheitsrat oder an beide richten./


/(2) Die Generalversammlung kann alle die Wahrung des Weltfriedens und

der internationalen Sicherheit betreffenden Fragen erörtern, die ihr ein

Mitglied der Vereinten Nationen oder der Sicherheitsrat oder nach

Artikel 35 Absatz 2 ein Nichtmitgliedstaat der Vereinten Nationen

vorlegt; vorbehaltlich des Artikels 12 kann sie zu diesen Fragen

Empfehlungen an den oder die betreffenden Staaten oder den

Sicherheitsrat oder an beide richten. Macht eine derartige Frage

Maßnahmen erforderlich, so wird sie von der Generalversammlung vor oder

nach der Erörterung an den Sicherheitsrat überwiesen./


Wir lesen: Die Vollversammlung kann sich befassen und sie kann

Empfehlungen abgeben. Nichts weiter. Daraus folgt, dass ihre Beschlüsse

nicht verbindlich sind, und das ist die allgemeine Auffassung in der

Völkerrechtslehre.


Völkerrechtlich bindend waren bislang laut UN-Charta nur die

Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, aber nachdem neulich der

UN-Botschafter der USA die überraschend beschlossene Resolution zum

Waffenstillstand im Gaza-Streifen prompt für nicht bindend erklärte, ist

wohl selbst das nicht mehr unumstritten.


Übrigens, die im Statut des IGH erwähnten "Lehren der anerkanntesten

Autoren der verschiedenen Völker" sind nur Hilfsmittel, die das höchste

Weltgericht berücksichtigen darf, nicht muss. Nicht dass der in Köln

bestellte Sachverständige sich erdreistet, seine Person zur höchsten

Autorität im Völkerrecht zu erklären. Auch seine Meinung ist nur eine

Meinung wie jede andere, völlig unabhängig von seinem innerstaatlichen

Rang und dem Ausmaß seines Egos.


Was ist dann also die höchste Autorität im Völkerrecht, die berufen ist

den Rechtsfrieden zu schaffen, den anschließend – und keineswegs davor –

sich das deutsche Strafgesetzbuch erdreisten darf zu schützen? Das obige

Zitat aus seinem Statut deutet es schon an: Es ist der Internationale

Gerichtshof der Vereinten Nationen.


Der IGH hat aber noch nichts zu der völkerrechtlichen Einordnung der

russischen Intervention in der Ukraine gesagt. Seine dieses Jahr

verkündeten Entscheidungen in Klageverfahren der Ukraine gegen Russland

zeigen nur eines: dass nichts so eindeutig ist, wie es dem autoritär

agierenden deutschen Mainstream erscheint.


Vor allem hat der IGH die russischen Behauptungen des Völkermordes in

der Ukraine nicht prima facie zurückgewiesen

<https://freedert.online/international/194903-internationaler-gerichtshof-laesst-klage-ukraine-vs-russland-zu/>,

wie es Kiew wollte, und wird sich in den nächsten Jahren mit den

Argumenten und Beweisen Russlands befassen. Allein die Tatsache, dass

die Ukraine Donezk über Jahre und bis heute von der

Trinkwasserversorgung abgeschnitten hat (das haben die deutschen Medien

natürlich nicht berichtet, es wird dadurch jedoch nicht weniger wahr),

wird Kiew ins Schwitzen bringen. Von dem jahrelangen rein

terroristischen Beschuss von Zivilisten im Donbass, Äußerungen

ukrainischer Beamter und Politiker bis hin zu Präsident Selenskij, die

Vertreibung und Vernichtung ankündigten, ganz zu schweigen.


Dem IGH stehen viele Jahre Factfinding bevor und wir werden in einem

weiteren Artikel in den nächsten Tagen anreißen, warum Russlands

Intervention mit einem hohen Grad an Sicherheit völkerrechtlich

gerechtfertigt ist. Ich verstehe jedoch nicht, warum der Kölner Richter

– Richter müssen schon zum Selbstschutz faul sein – die Arbeit des

einzig dazu berufenen internationalen Spruchkörpers vorwegnehmen will.

Warum er vom einfachen deutschen Strafverteidiger einen Vortrag zu

Russlands Argumentation fordert, der notwendigerweise mehrere Tausend

Seiten umfassen müsste. Will er auch Tausende Zeugen aus Donezk und

Lugansk vernehmen, Militärexperten beiziehen, klassifizierte Unterlagen

in Washington anfordern?


Sein Job heute ist wesentlich leichter als er denkt. Er besteht darin zu

sagen: In diesem Stadium – solange der IGH nicht abschließend geurteilt

hat – sind kontroverse Diskussionen zulässig, stören den nicht

vorhandenen (Rechts)Frieden nicht und unterfallen deshalb schon

tatbestandlich nicht § 140 Nr. 2 StGB. Von Artikel 5 Grundgesetz sind

sie ohnehin geschützt, dazu braucht er hoffentlich keinen

Verfassungsrechtler als Sachverständigen.


Na klar, Mut braucht es dazu angesichts der neuen deutschen Staatsräson ...


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.04.2024

Gaza-Blockade  (wiki I von II)

de.wikipedia.org, agerufen am 16.04.2024, 13:50 Uhr


Dieser Artikel behandelt die Gaza-Blockade seit den 1990er Jahren. Für das aktuelle Ereignis siehe: Israelische Blockade des Gazastreifens 2023.


Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.






Die Gaza-Blockade ist eine teilweise Blockade zu Land, See und Luft des 360 km2 großen Gazastreifens,[1] in dem Stand 2023 etwa 2,3 Millionen Menschen wohnen, durch Israel beziehungsweise Ägypten.[2] Israel will dadurch die Einfuhr von militärischen oder militä


Im Krieg von 1967 eroberte Israel den von Ägypten kontrollierten Gazastreifen, der größtenteils von den aus dem Krieg von 1948 Vertriebenen bewohnt wurde. Das israelische Militärgouvernement (הממשל הצבאי הישראלי) und später die israelische Zivilverwaltung (המנהל האזרחי) verwalteten die Bevölkerung, bis sie sie nach der ersten Intifada im Zuge des Oslo-Friedensprozesses an die palästinensische Behörde übergaben.

Israel begann bereits kurz nach der ersten Intifada Anfang der 1990er Jahre mit der Umzäunung des Gazastreifens, um Angriffe palästinensischer Terroristen auf israelische Zivilisten zu verhindern. Die Einschränkungen äußern sich in der Reduzierung der Fischereigrenzen, in der Errichtung einer Pufferzone entlang der Waffenstillstandslinie, in Begrenzungen der Im- und Exporte aus Gaza und in Einschränkungen des Personenverkehrs.

Nachdem die Hamas bei der palästinensischen Parlamentswahl am 25. Januar 2006 etwa 44 % der Stimmen und die absolute Mehrheit der Mandate erreichte,[10] kam es 2007 zu einem Bürgerkrieg im Gazastreifen zwischen der Hamas und der bei der Wahl unterlegenen Fatah, den die Hamas für sich entschied. Um die Hamas zu schwächen, führte Israel anschließend eine Blockade des Gazastreifens nach dem Prinzip „kein Wohlstand, keine wirtschaftliche Entwicklung, aber auch keine humanitäre Krise“ ein.[11] Diese Blockade wollten Menschenrechtsaktivisten und Sympathisanten der Palästinenser fallweise brechen, was Israel jedoch unterband.

Geschichte

Die Blockade erreichte ihren Höhepunkt in den Jahren 2007 und 2008, als Israel nach der Machtübernahme durch die Hamas Mitte 2007 nur noch die elementarsten Grundnahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs in den Gazastreifen hinein ließ und den Export und den Personenverkehr nahezu vollständig unterband.[12]

Im Januar 2008 erstellte die israelische Militärverwaltung (COGAT) eine Liste, in der der Grundbedarf für die Bevölkerung in Gaza abgeschätzt wurde. Sie wurde ‚Rote-Linien‘ genannt – vor dem Hintergrund eines durchschnittlichen Tagesbedarfs von 2279 kcal pro Tag und Person, d. h. etwas höher als der Richtwert von 2100 kcal/Tag der Weltgesundheitsorganisation, und einer Zusammensetzung, die Mangelernährung vermeiden sollte –, bzw. ‚106-Liste‘ wegen des arbeitstäglichen Bedarfs von 106 LKWs, um die gesamte Grundversorgung des Gazastreifens sicherzustellen, wobei 77 LKWs für Nahrungsmittel gedacht waren.[13][14][15] Die Nahrungsmitteleigenproduktion im Gazastreifen wurde dabei berücksichtigt, die Lieferung von Weizen und Getreide über das Laufband von Karni, die von der UN in ihren Statistiken in LKW-Ladungen umgerechnet wurde, nur als Erfahrungswert von 12+13 LKWs/Tag. Im Jahre 2012 erzwang die israelische Menschenrechtsorganisation Gisha durch Gerichtsbeschluss die Offenlegung dieser Liste.[14] Laut Welternährungsorganisation (FAO) liegt der Schwellenwert für Hunger pro Kopf bei ca. 7,5 MJ/d (= 1.800 kcal/d).[16]

In den ersten zwölf Monaten ab Verschärfung der Blockade im Juli 2007 lag die Gesamtzahl der LKWs ohne die Lieferungen über den Übergang Karni nach OCHA-Angaben bei 17327 (im Schnitt bei 261 Tagen statt 106 LKWs/Tag nur 67 LKWs/Tag, davon 47 LKWs/Tag mit Nahrungsmitteln). Die zusätzlichen Lieferungen über das Band in Karni entsprachen 14 LKWs/Tag für den menschlichen Verzehr und 10 LKWs/Tag für Tierfutter.[4]

Bezüglich der Grundversorgung änderte sich wenig, als im Juni 2008 ein Waffenstillstand wirksam wurde (ohne Baumaterial insgesamt +15 %, Nahrungsmittel +2 %). In dieser Zeit wurde allerdings fast fünfzig Mal mehr Baumaterial geliefert, in erster Linie Kies und vergleichsweise geringe Mengen Zement.[17] Für einen Großteil des Kieses gab es wegen der unzureichenden Menge Zement keine Verwendung.[17]

Als die Feindseligkeiten nach den Ereignissen des 4. November 2008 wieder voll aufflammten, sanken die Importe noch einmal stark ab ((23; 15; 1; 0) Lkws/Tag). Gegen Mitte Dezember 2008 gab es in den UN-Nahrungsmitteldepots kein Mehl mehr. Am 18. Dezember setzte die UN die Verteilung von Lebensmitteln aus.[18][19]

Mit dem Beginn der Operation Gegossenes Blei am 27. Dezember 2008 stiegen die Importe dann bezogen auf das 1. Halbjahr 2007 über das Jahr 2009 auf ein Niveau von etwas über 20 % an.[4] Trotz der während der Operation entstandenen starken Zerstörungen blieb wegen der möglichen Verwendung für den Tunnel-, Bunker- und Raketenbau der Import von Baumaterial aber auch der von Fensterglas in den Gazastreifen nahezu vollständig gesperrt (65 Lkws mit Baumaterial im Jahr 2009).[4]

Die Blockade des Gazastreifens wurde im Goldstone-Bericht, der 2009 im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates von der United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict unter Federführung des südafrikanischen Richters Richard Goldstone verfasst worden war, unter anderem als „kollektive Bestrafung“ verurteilt, die dazu diene, die Küstenregion zu isolieren.[20]

Propalästinensische Aktivisten wie die der Free-Gaza-Bewegung warfen Israel 2010 vor, es wolle die Bevölkerung in Gaza strangulieren und aushungern.[21] Im Mai dieses Jahres lieferte Israel nach UN-Angaben 2653 LKW-Ladungen in den Gaza-Streifen, d. h. 121 täglich.[4]

Das Schiff Mavi Marmara, auf dem sich auch internationale Unterstützer befanden, wurde beim Ship-to-Gaza-Zwischenfall am 31. Mai 2010 von Israel geentert.[22]

Alle nicht für militärische Zwecke verwendbaren Güter (Dual-Use-Güter) wurden von Israel für den Export freigegeben.[23]

Gesperrt blieb aber weiterhin alles Baumaterial, das nicht für mit der Autonomiebehörde und der UN abgestimmte Bauprojekte vorgesehen war. Dennoch konnte z. B. bereits im Mai 2010 in Gaza ein Sportbad mit olympischen Beckenmaßen eingeweiht werden, dessen Bau 2005 begonnen hatte.[24]

Die Importe stiegen in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 deutlich an. Im Laufe der Jahre 2011 und 2012 war eine weitere leicht steigende Tendenz festzustellen. Der Export aus dem Gazastreifen blieb unverändert auf sehr niedrigem Niveau. Ein grundsätzliches Problem bestand darin, dass der einzige für die Versorgung noch geöffnete Übergang Kerem Shalom am Rand seiner Kapazität war. Im März 2012 stellte die Europäische Union deshalb für den Ausbau des Übergangs 13 Mio. Euro zur Verfügung.[25][26]

Bei den Waffenstillstandsverhandlungen nach der israelischen Operation Wolkensäule in Kairo wurde Ende November 2012 vereinbart, dass Israel die Blockade lockere. Im Gegenzug erklärte die Hamas, dass sie die Angriffe mit Raketen einstelle.[27] Nun wurde auch Baumaterial für die Privatwirtschaft zugelassen.[28] An den Einschränkungen des Personenverkehrs durch Israel änderte sich nichts. Die seit Januar 2009 geltende Einschränkung der Fischereigrenze auf drei Seemeilen wurde auf sechs Seemeilen zurückgenommen. Der Streifen zwischen 100 m und 300 m der Pufferzone wurde für Bauern ohne Maschinen für die Bearbeitung freigegeben.

Ägypten, das während all dieser Jahre nie einen offiziellen Warenaustausch mit dem Gazastreifen hatte, beteiligte sich ab Mitte 2007 mehrere Jahre lang an der Blockade des Personenverkehrs und war offiziell zu allen Zeiten bemüht, den Waffenimport in den Gazastreifen zu verhindern. Gleichzeitig entwickelten sich die Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zu einer wichtigen Lebensader für die Bevölkerung des Gazastreifens. Auch Baumaterial einschließlich Baustahl erreichte den Gazastreifen auf diesem Wege. In einem UN-Bericht werden dafür für den September 2011 Mengen genannt, die vergleichbar sind mit dem Umfang aller Importe aus Israel in diesem Monat.[29] Benzin wurde zunehmend aus Ägypten bezogen, weil das Benzin dort subventioniert wird und deshalb erheblich billiger ist als das aus Israel gelieferte.[30]

Ägypten erleichterte den Personengrenzverkehr über den Übergang Rafah im Mai 2011 und öffnete diesen im Dezember 2012 für Lieferungen von Baumaterial und Baumaschinen.[31][32][33] Im Mai 2013 stellte Katar dafür 500 Millionen Dollar für den Bau von 70.000 Wohnungen im Gazastreifen bereit.[34]

Im Februar 2013 begannen sich die Beziehungen zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zu verschlechtern. Ägyptische Grenzstreitkräfte fluteten einige der Tunnel unter der Grenze mit Abwasser. Ende Februar ordnete ein ägyptisches Gericht die Schließung aller Tunnel an. Hintergrund für diesen Beschluss war ein Überfall auf eine ägyptische Grenzpolizistengruppe im Juli 2012, bei dem 16 Grenzpolizisten getötet wurden. Von ägyptischer Seite wurde behauptet, dass einige der Attentäter aus dem Gazastreifen gekommen wären, was von der Hamas-Regierung in Gaza bestritten wurde.[35][36]

Nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mursi im Juli 2013 kam es zu einer weiteren deutlichen Verschlechterung der Beziehungen. Ende September 2013 waren die Tunnel zwischen Ägypten und dem Gazastreifen weitgehend zerstört und damit war die wichtigste Lebensader des Gazastreifens für Baumaterial und Treibstoff gekappt.[37][38][39] Im Oktober 2014 beschloss die ägyptische Regierung, an der Grenze zu Gaza eine 500 Meter breite Pufferzone anzulegen. Dafür mussten etwa 800 Häuser abgerissen werden.[40] Im November 2014 wurde die Zone auf 1000 Meter erweitert.[41]

Im Rahmen der von 8. Juli bis 26. August 2014 dauernden Operation Protective Edge auf Gaza waren nach UN-Angaben 6761 Gebäude total zerstört und mehr als 100.000 Gebäude beschädigt worden.[42]

Für den Wiederaufbau trat Mitte Oktober 2014 in Kairo eine Geberkonferenz für Palästina zusammen. Insgesamt wurden Verpflichtungen über 5,4 Mrd. Dollar eingegangen, davon 3,5 Mrd. Dollar für Gaza, wovon wiederum etwa die Hälfte für die Wiederherstellung von Wohnraum und Infrastruktur vorgesehen wurden.[43] Laut Angaben der Weltbank waren bis Mitte April 2015 erst 27,5 % der zugesagten Gelder (1 Mrd. Dollar von 3,5 Mrd. Dollar) überwiesen worden.[44] Von diesen Geldern war in Gaza bis April 2015 laut dem Pressesprecher der dortigen Handelskammer jedoch noch nichts angekommen. Der Wiederaufbau hat dennoch begonnen, obwohl er durch die Korruption der Hamas-Regierung und die restriktive Kontrolle des Zementimports durch Israel behindert wurde.[45]

Nach Einschätzung der Weltbank stand der Gazastreifen im Mai 2015 vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die Arbeitslosigkeit erreichte den wahrscheinlich höchsten Stand in der Welt.[44] Seit Februar 2015 führt die UN in ihrer Datenbank die Lieferung der für den Wiederaufbau wesentlichen Baumaterialien Kies, Baustahl und Zement, als ABC-Baumaterial (aggregate, steel bars, cement) gesondert auf (hellgrau im Import-Diagramm).[4][46] Gleichzeitig legte die UN eine Berichterstattungswebsite an, die entsprechend der Wiederaufbauvereinbarung zwischen der Israelischen Regierung und der palästinensischen Autonomiebehörde die Überschrift „Der Gaza Wiederaufbaumechanismus“ trägt. In ihr wird der Fortschritt der Wiederaufbauarbeiten auf Tagesbasis dokumentiert.[47] In diesem Programm waren etwa 130000 Haushalte erfasst. Im Mai 2015 waren von 95.000 beantragten Lieferungen 67.000 ausgeliefert (September 2016: 130.700/81.600). Das erste wieder errichtete Haus wurde im Oktober 2015 fertiggestellt.[48]

Seit April 2015 veröffentlicht die UN ein monatliches Übersichtsblatt mit zum Teil detaillierten Angaben zu den Bewegungen von Menschen und Material über die Kontrollpunkte.[49] Hier fällt auf, dass die Zahl der Gaza verlassenden LKWs mit der Zahl der in der OCHA-Datenbank aufgeführten Export-LKWs nicht übereinstimmt. Die Datenbank enthält nicht die Transporte ins Westjordanland, die wohl im engeren Sinne nicht als Exporte gelten. Im Jahr 2015 waren beide Ausfuhranteile ungefähr gleich groß und für sich alleine merklich höher als die Exporte in den Jahren zuvor.

Gegen Ende des Jahres 2015 stieg die Zahl der Import-LKWs stark an und wurde vergleichbar mit den Zahlen des ersten Halbjahres 2007. Dieser Anstieg ergab sich durch erhöhte Lieferungen von Baumaterial. Die Zahl der LKWs für die Grundversorgung lag im Januar 2016 bei nur 3032. Das ist etwas mehr als der Mittelwert des Jahres 2011 von 2873. Berücksichtigt man aber das Bevölkerungswachstum (2,81 % im Jahr 2015[1]), dann liegt dieser Vergleichswert bei 3210 LKWs. Das ist auch ziemlich genau der Mittelwert des Jahres 2015 (3221).

Im März 2015 wurde erstmals seit 8 Jahren Gemüse nach Israel exportiert.[50] Der früher wichtige Blumenexport wird sich wohl wegen geänderter Randbedingungen kaum wieder erholen.[51] Im Oktober 2015 wurde Kies aus der Gruppe der Doppelanwendungsmaterialien herausgenommen.[48] Dagegen wurde im August 2015 u. a. die zulässige Dicke von Schnittholz von 5 cm auf 1 cm reduziert, was die Möbelherstellung beeinträchtigte.[52] Die Konferenz für Handel und Entwicklung der UN (UNCTAD) veröffentlichte Im September 2015 einen Bericht, in dem die Befürchtung geäußert wurde, dass Gaza aufgrund der fortschreitenden wirtschaftlichen Rückentwicklung im Jahr 2020 unbewohnbar sein werde. Eine wesentliche Ursache dafür würde sein, dass der total überpumpte und verseuchte Grundwasserleiter unter Gaza bereits im Jahr 2016 unbrauchbar werden könnte und bis zum Jahr 2020 nicht mehr regenerierbar zu werden drohte.[53]

Ende Februar 2016 wurde über Vorschläge zu einem Seehafen für Gaza berichtet, der sich auf einer künstlichen Insel vor Gaza befinden würde.[54] Die Zementlieferungen nach Gaza wurden in der Zeit von Anfang April 2016 bis Ende Mai 2016 ausgesetzt.[55] Anfang April wurde andererseits die Fischereizone im Süden Gazas auf 9 Meilen ausgeweitet.[56] Diese Erweiterung wurde zwei Monate später rückgängig gemacht. Sie wurde dann im Juni 2016 noch einmal kurz während des Ramadan wirksam.[57]

Die Grenze zu Ägypten wurde nur sporadisch geöffnet und blieb manchmal für Monate geschlossen.[58] Nach der Wiederaufnahme der wegen des Mavi Marmara Zwischenfalls unterbrochenen Beziehungen zwischen Israel und der Türkei erreichte die erste Schiffsladung mit türkischen Hilfslieferungen Gaza im Juli 2016.[59]

Zwei UN-Organisationen (OCHA, UNCTAD) veröffentlichten im Herbst 2016 Berichte zur Lage in Gaza.[60][61] Darin wurde u. a. hervorgehoben, dass von den 2014 für den Wiederaufbau zugesagten Geldern nach einem Bericht der Weltbank noch nicht einmal 20 % Gaza erreicht hatten.[62] Der UNCTAD-Bericht nannte als besonderes Alarmzeichen die Kindersterblichkeitsrate im Gazastreifen, die in den Jahren 2008 bis 2013 von 12 auf 20,3 pro 1000 Geburten angestiegen sei. „Dieser Trend ist kaum anderswo zu finden außerhalb von Gesellschaften mit HIV-Epidemien“, hieß es.[63]

Im September 2016 begann Israel mit dem Bau einer unterirdischen Barriere zu Gaza.[64] Einen Monat später versuchte wieder einmal ein Boot vergeblich die Gazablockade zu brechen.[65] Teile der beschränkten Fischereizone wurden mehrmals vorübergehend von 6 Seemeilen auf 9 Seemeilen erweitert.[66] Im Dezember 2016 nahm endlich auch eine Coca-Cola-Fabrik in Gaza ihren Betrieb auf.[67]

Zum Jahreswechsel gab es zwei Verbesserungen bei der Wasserversorgung: Ein Wasserreservoir für erhöhte Wasserlieferungen aus Israel ging in Betrieb und auch eine zweite Entsalzungsanlage. Dadurch konnten etwa 14 % der Bevölkerung mit sauberem Wasser versorgt werden.[68][69] Gleichzeitig gab es Anzeichen einer Verbesserung der Beziehungen zu Ägypten.[70] Die Ägypter entdeckten aber immer noch Tunnel.[71]

In Israel wurde weiterhin der Hafen vor Gaza diskutiert, ohne dass dazu etwas beschlossen wurde.[72][73][74] Im April 2017 verschärften sich die Reibungen zwischen der Fatah und der Hamas, zum Teil zu Lasten der Fatah-Anhänger in Gaza. Die Autonomiebehörde kürzte die Gehälter der 2007 in den Dauerurlaub geschickten Verwaltungsangestellten.[75]

Die Elektrizitätsversorgung wurde im Verlauf des ersten Halbjahres 2017 immer problematischer, weil Leitungen ausfielen und die Autonomiebehörde sich weigerte, die Rechnung für den aus Israel gelieferten Strom zu bezahlen. Israel lieferte zunächst aber weiter.[76][77][78] Die Infrastrukturprobleme erreichten ein solches Ausmaß, dass Israel sich veranlasst sah, in einem Schreiben an die UN darauf aufmerksam zu machen.[79]

Am 11. Mai 2018 haben nachts palästinensische Randalierer bei einer Serie von Unruhen Anlagen im Warenübergang Kerem Schalom zerstört. Sie zerschlugen Fließbänder und Sicherheitskameras und verbrannten den Terminal für Benzin, Dieselöl und Kochgas. Die den Gazastreifen kontrollierende Hamas-Organisation griff nicht ein. Aufgrund der Zerstörungen wurde der letzte verbliebenen Warenübergang in den Gazastreifen vorübergehend geschlossen.[80] Der Schaden kann nicht sehr bedeutend gewesen sei. Die Lieferungen von Benzin und Diesel lagen in diesem Monat um 5 % über dem Durchschnitt des Jahres 2017.[81]

Am 11. Oktober 2018 zerstörte das israelische Militär einen etwa einen Kilometer langen unterirdischen Tunnel, der 200 Meter auf israelisches Staatsgebiet ragte. Der Gesamtwert des Tunnels wird auf drei Millionen Dollar an Zement, elektronischer Ausstattung und investierten Arbeitsstunden geschätzt.[82] Der 2016 begonnene Bau der neuen Grenzbefestigungsanlage belastete die israelischen Steuerzahler mit geschätzten Kosten von etwa 830 Millionen Dollar. Zusätzlich wurde eine mehrere Kilometer lange Unterwassersperranlage geplant.[83] Die Grenzbefestigungsanlage war Ende 2019 zu 70 % fertiggestellt.[84]

Im Juni 2017 kam Israel dann doch der Aufforderung der Autonomiebehörde nach und stellte die Stromlieferung nach Gaza ein. Dadurch gab es nur noch etwa 2 Stunden Strom pro Tag.[76][85] Die Autonomiebehörde beschloss einen Monat später, 6145 Gaza-Angestellte in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken. Diese Maßnahme wurde aber im August wieder zurückgenommen.[86][87] Die Auswirkungen der extrem eingeschränkten Stromversorgung auf die Abwasseraufbereitung machten sich nicht nur der Verschmutzung des Meerwassers vor Gaza bemerkbar, sondern auch an der israelischen Küste in der Verschmutzung der Strände.[88][89]

Nach langen Verhandlungen unterzeichneten Hamas und Fatah im Oktober 2017 ein vorläufiges Versöhnungsabkommen. Die Autonomiebehörde sollte die volle Kontrolle über den Gazastreifen erhalten und damit auch die Kontrolle über den Grenzübergang Rafah zwischen Gaza und Ägypten.[90]

Im Februar 2018 öffnete Ägypten den Warenübergang Salah ad Din westlich des Personenübergangs Rafah. Dadurch konnte ein Teil der Versorgungslieferungen Gaza ohne den Umweg über israelisches Territorium erreichen.[91] Im gleichen Monat wurde unter dem Projektnamen „Schaltet die Lichter an in Gaza“ zur Verbesserung der lokalen Stromversorgung mit der Errichtung von drei Solarkraftwerken begonnen.[92] Die ständig kritischer werdende humanitäre Situation in Gaza veranlasste Israel im Februar 2018 zum wiederholten Male, die Weltgemeinschaft zur Hilfe bei Entwicklungsprojekten aufzufordern. Zunächst war aber nur Katar dazu bereit.[93] Bei einer von der EU organisierten Geberkonferenz wurden im April 2018 456 Millionen Euro für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung von Gaza zugesagt. Damit sollte eine Entsalzungsanlage gebaut und die Infrastruktur verbessert werden.[94]

Im Mai 2018 wurde der Bau der Seebarriere von Israel offiziell angekündigt.[95] Nach Angaben des Weltbankberichts vom September 2018 verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation in Gaza im ersten Viertel 2018 u.a wegen der Reduzierung der internationalen Hilfe um 6 %. Die Arbeitslosenquote betrug 50 %, die von Jugendlichen 70 %.[96] Die ständige Reduzierung der für die UNRWA zur Verfügung stehenden Mittel erzwang die Entlassung von palästinensischen Mitarbeitern. Deren Proteste führten dazu, dass im Oktober 2018 neun der elf internationalen UNRWA-Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus dem Gazastreifen evakuiert werden mussten.[97] Im gleichen Monat erreichten Gaza von Katar finanzierte Diesellieferungen für das Kraftwerk. Dadurch konnte die Stromversorgung von vier Stunden pro Tag auf etwa 8 Stunden pro Tag erhöht werden.[98] Anfang des Jahres 2019 verließ das Personal der Autonomiebehörde die Kontrollstelle des Übergangs Rafah. Daraufhin reduzierte Ägypten den Personenverkehr über diesen Grenzübergang.[99]

Israel erweiterte die zulässige Fischereizone im April 2019 auf 15 Seemeilen, ein Wert, den es schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben hatte. Solche Veränderungen erfolgten nach politischen Erwägungen, aber auch unter Berücksichtigung der jahreszeitlichen Wechsel der Fischschwärme.[100]

Im Sommer des Jahres 2019 hatte der Zustand der Abwasserentsorgung und die Luftverschmutzung in Gaza einen Zustand erreicht, der sie zu einer Gefahr für die israelische Umwelt und für den Betrieb der israelischen Entsalzungsanlagen werden ließen.[101]

Ohne Angabe von Gründen reduzierte Katar im Herbst des Jahres die Treibstofflieferungen um die Hälfte, woraufhin die Elektrizitätsversorgung von acht auf fünf Stunden pro Tag zusammenbrach.[102] In zunehmendem Maße verbreiteten sich in Gaza neben Motorgeneratoren auch kleine Solaranlagen zur Speisung von schwachen Verbrauchern.[103] Nach einer von Ägypten vermittelten Vereinbarung begann Israel Ende des Jahres einige Tausend Palästinenser aus Gaza zur Arbeit in Israel zuzulassen.[104] Unter Vermittlung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes wurde es Anfang 2020 für einige Bauern möglich, ihre seit 14 Jahren brach liegenden Felder nahe der Grenze wieder zu bewirtschaften.[105]

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 begann Israel im Oktober 2023 mit einer verschärften Blockade des Gazastreifens. Dabei wurde die Strom- und Wasserversorgung zeitweise abgestellt und die Einfuhr jeglicher Güter, einschließlich Nahrungsmittel, unterbunden.[106] Gleichzeitig bombardierte Israel den Grenzübergang Gazas mit Ägypten bei der Ortschaft Rafah, was Ägypten dazu veranlasste die Grenzanlage zu schließen.[107]


16.04.2024

Gaza-Blockade  (wiki II von II)

Einzelnachweise


Kategorien:


  • The World Factbook. In: The World Factbook. 2014, archiviert vom Original am 8. Juni 2014; abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
  • Israel kündigt totale Blockade des Gazastreifens an. In: tagesschau.de. 9. Oktober 2023, archiviert vom Original am 27. Oktober 2023; abgerufen am 29. Dezember 2023.
  • UN-OCHA, Gaza Strip Access and Closure December 2012. (PDF; 18,8 MB) In: ochaopt.org. Dezember 2012, archiviert vom Original am 11. August 2014; abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
  • Gaza Crossings Activities Database. In: ochaopt.org. 2013, archiviert vom Original am 14. Oktober 2013; abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
  • Agreed documents on movement and access from and to Gaza. In: mfa.gov.il. 15. November 2005, archiviert vom Original am 7. August 2014; abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
  • List of commercial goods allowed for import into Gaza, April 2010. (PDF) In: BBC. April 2010, abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
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  • Occupied Palestinian Territory slides into recession, Gaza becoming uninhabitable. In: unctad.org. 1. September 2015, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Uncertainty reigns over Israeli plans for Gaza seaport. In: maannews.com. 25. Februar 2016, archiviert vom Original am 7. Juli 2017; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Israel halts cement imports into Gaza Strip. In: maannews.com. 5. April 2016, archiviert vom Original am 7. Juli 2017; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Decision to extend Gaza fishing zone to 9 miles takes effect. In: maannews.com. 3. April 2016, archiviert vom Original am 22. Oktober 2018; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Israel extends Gaza fishing zone for Ramadan and due to 'abundance of fish'. In: maannews.com. 20. Juni 2016, archiviert vom Original am 22. Oktober 2018; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Nidal Al-Mughrabi: Egypt opens Gaza crossing for 48 hours after 85-day closure. In: Reuters. 11. Mai 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Almog Ben Zikri: Turkish Ship With Humanitarian Aid for Gaza Strip Docks in Israeli Port. In: Haaretz. 3. Juli 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Gaza: two years after. (PDF) In: ochaopt.org. 26. August 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • The staggering economic cost of occupation: The Palestinian economy would be at least twice as large without Israeli occupation, UNCTAD report says. In: unctad.org. 6. September 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
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  • Peter Münch: UN kritisieren Israel. In: Süddeutsche Zeitung. 7. September 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023.
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  • Israel eases restrictions on Gaza, expands fishing zone. In: worldisraelnews.com. 27. Oktober 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Gaza Gets Economic Boost as Coca-Cola Opens $20 Million Bottling Plant. In: Haaretz. 3. Dezember 2016, archiviert vom Original am 17. Dezember 2016; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
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  • Transport minister promotes Gaza seaport in interview. In: Ynetnews. 9. März 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Israeli minister proposes offshore port for Gaza. In: The Times of Israel. 21. Juni 2016, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Raphael Ahren: Liberman said to block cabinet talk of building island off Gaza. In: The Times of Israel. 13. Juni 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Fares Akram & Mohammed Daraghmeh: Palestinian government slashes salaries for Gaza employees. In: The Washington Post. 5. April 2017, archiviert vom Original am 5. April 2017; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Barak Ravid & Jack Khoury: Palestinian Authority to Stop Funding Israeli-supplied Electricity to Hamas-controlled Gaza. In: Haaretz. 27. April 2017, archiviert vom Original am 22. März 2020; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Karin Laub & Fares Akram: Palestinian power struggle threatens further Gaza power cuts. In: The Washington Post. 31. Mai 2017, archiviert vom Original am 31. Mai 2017; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Avi Issacharoff: Despite PA demands, Israel continues electricity supply to Gaza. In: The Times of Israel. 1. Juni 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Gili Cohen: Israel Warns UN of Imminent Humanitarian Crisis in Gaza Strip. In: Haaretz. 9. April 2017, archiviert vom Original am 16. Oktober 2018; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Ulrich W. Sahm: Palästinenser zerstören letzten Warenübergang nach Gaza. In: Israelnetz. 13. Mai 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023.
  • Gaza Crossings’ Operations Status: Monthly update - May 2018. In: ochaopt.org. 13. Juni 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Militär zerstört einen Kilometer langen Terrortunnel. In: Israelnetz. 12. Oktober 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023.
  • Gili Cohen: Israeli Army Reveals Massive Barrier Being Built to Stop Hamas' Gaza Terror Tunnels. In: Haaretz. 10. August 2017, archiviert vom Original am 12. Oktober 2019; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Israeli announces completing 70% of the Gaza wall. In: pnn.ps. 1. Oktober 2019, archiviert vom Original am 6. März 2021; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Tania Krämer: Blackout in Gaza. In: Deutsche Welle. 23. Juni 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Adam Rasgon: Palestinian Authority lays off 6,145 of its Gaza employees. In: The Jerusalem Post. 4. Juli 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Amira Hass: Palestinian Authority Backtracks: 6,000 Gazan Employees Won’t Be Forced to Retire Early. In: Haaretz. 26. August 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Almog Ben Zikri: Electricity Shortages in Gaza Lead to Beach Pollution Just Over the Border in Israel. In: Haaretz. 6. Juli 2017, archiviert vom Original am 9. November 2020; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Loveday Morris & Hazem Balousha: The sea was a breath of fresh air for isolated Gaza. Now the water stinks. In: The Washington Post. 28. September 2017, archiviert vom Original am 27. Januar 2018; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Peter Beaumont: Hamas and Fatah sign deal over control of Gaza Strip. In: The Guardian. 12. Oktober 2017, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Gaza crossings’ operations status: monthly update - February 2018. In: ochaopt.org. 16. März 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • U.S. Firm to Build Solar Plants in Blackout-plagued Gaza. In: Haaretz. 18. Oktober 2017, archiviert vom Original am 25. Februar 2020; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Josef Federman: As Gaza deteriorates, Israel turns to world for help. In: apnews.com. 15. Februar 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Noa Landau: EU Raises Half-billion Dollars for Project to Improve Gaza’s Drinking Water. In: Haaretz. 20. März 2018, archiviert vom Original am 24. Juli 2020; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Yaniv Kubovich: Israel Begins Construction of Maritime Barrier at Gaza Border. In: Haaretz. 27. Mai 2018, archiviert vom Original am 9. Mai 2019; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • World Bank report warns Gaza Strip economy is in ‘free fall’. In: apnews.com. 25. September 2018, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Amira Hass: Most of UNRWA's Foreign Staff in Gaza Evacuated to Israel After Death Threats. In: Haaretz. 1. Oktober 2018, archiviert vom Original am 24. Juli 2020; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Jack Khoury & Yaniv Kubovich: Defying Abbas, Israel Allows Qatari-funded Fuel Into Gaza Strip. In: Haaretz. 9. Oktober 2018, archiviert vom Original am 31. Januar 2019; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Nidal Al-Mughrabi: Egypt limits Gaza passage after Palestinian Authority quits border crossing. In: Reuters. 8. Januar 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Yaniv Kubovich & Jack Khoury: Israel Expands Gaza Fishing Zone to Furthest in Over Two Decades After Flare-up. In: Haaretz. 1. April 2019, archiviert vom Original am 30. April 2019; abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Zafrir Rinat: Collapsing Environmental State of Gaza Poses Threat to Israel's National Security, Report Warns. In: Haaretz. 3. Juni 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Jack Khoury: Qatar Cuts Gaza Fuel Supply by Half, Palestinian Sources Say. In: Haaretz. 1. September 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Saeed Kamali Dehghan: The Palestinian entrepreneur bringing power to Gaza. In: The Guardian. 27. September 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Fares Akram: Israel quietly lets in Gaza workers in bid to ease tensions. In: apnews.com. 1. Oktober 2019, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Nidal Al-Mughrabi: Gaza farmers return to their lands along volatile Israeli border. In: Reuters. 5. Februar 2020, abgerufen am 30. Dezember 2023 (englisch).
  • Stephan Hofer: "Menschliche Tiere": Israel kündigt "komplette Belagerung" von Gaza an. In: puls24.at. Abgerufen am 11. Oktober 2023.

  • Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Gaza-Blockade


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

    Völkerrecht: Iran/Israel

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 16. April 2024, 12:31 Uhr


    https://odysee.com/@RTDE:e/Westliche-Doppelmoral--Warum-ist-Israels-Angriff-auf-iranisches-Konsulat-kein-Casus-Belli-:5


    *Westliche Doppelmoral:

    Warum ist Israels Angriff auf iranisches Konsulat kein Casus Belli?


    Wassili Nebensja, der Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten

    Nationen, auf der Sitzung des Sicherheitsrates zum iranischen Angriff

    auf Israel:*

    /„Wir haben den Bericht des Generalsekretärs der UNO aufmerksam

    verfolgt. Ebenso haben wir Ihre sofortige öffentliche Reaktion gestern

    zur Kenntnis genommen, Herr Generalsekretär, in der Sie das Vorgehen

    Irans verurteilt haben. Es ist bedauerlich, dass Sie sich im Gegensatz

    zur heutigen Sitzung am 2. April nicht zu Wort gemeldet haben, um den

    Rat zu informieren, als auf russische Initiative eine

    Dringlichkeitssitzung einberufen wurde, um den israelischen Angriff auf

    das iranische Konsulat in Damaskus zu erörtern.


    Werte Kollegen, als wir uns am 2. April in diesem Plenarsaal versammelt

    hatten, um den israelischen Angriff auf das iranische Konsulat in

    Damaskus zu erörtern, wiesen wir darauf hin, dass der Rat eine klare und

    einheitliche Botschaft senden müsse, dass solche Aktionen inakzeptable

    sind. Nicht nur gegen die souveränen Staaten Iran und Syrien, nicht nur

    im Nahen Osten, sondern überall auf der Welt. Wir haben unsere Kollegen

    im Sicherheitsrat aufgefordert, solche rücksichtlosen Schritte klar und

    unmissverständlich zu verurteilen, damit sie sich nicht wiederholen. Wir

    haben auch davor gewarnt, dass sich andernfalls die Risiken einer

    Wiederholung solcher Vorfälle sowie einer Eskalation in der gesamten

    Region vervielfachen werden.


    Sie wissen sehr genau, dass ein Angriff auf eine diplomatische

    Vertretung nach internationalem Recht ein Casus Belli ist. Und wären

    westliche Vertretungen angegriffen worden, so hätten Sie nicht gezögert,

    Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen und in diesem Saal Beweise anzuführen,

    dass Sie im Recht sind. Denn für Sie ist alles, was westliche

    Vertretungen und westlichen Bürger betritt, heilig und muss geschützt

    werden. Aber wenn es um andere Staaten geht, um ihre Rechte,

    einschließlich des Rechts auf Selbstverteidigung und um ihre Bürger,

    dann ist es „etwas anderes“, wie Sie zu sagen pflegen.


    Viele von Ihnen haben heute keinen Mut gefunden, direkt darauf

    hinzuweisen, dass die derzeitige Eskalation im Nahen Osten vor dem

    Hintergrund der israelischen Operation im Gazastreifen und im

    Westjordanland stattfindet, die bereits über sechs Monate andauert und

    ein noch nie dagewesenes Ausmaß an Opfern fordert, trotz der

    unmissverständlichen Resolution 2728 des UN-Sicherheitsrates nach einem

    sofortigen Waffenstillstand. Wir halten ein solches Verschweigen der

    Ursachen der gegenwärtigen Krise für inakzeptabel, insbesondere

    angesichts der von unseren amerikanischen und anderen Kollegen

    angeheizten Situation rund um Iran. Und dass Israel die Anforderungen

    der Sicherheitsresolution, die ich erwähnt habe, nicht erfüllt, ist eine

    offensichtliche Missachtung des Sicherheitsrates – [eine Missachtung],

    die Ihnen alle gilt, die Sie hier als dessen Mitglieder sitzen. Und es

    ist eine völlige Missachtung der Entscheidungen des Sicherheitsrates.

    Die Nichteinhaltung von Beschlüssen des Sicherheitsrates darf nicht

    geduldet werden und muss mit Sanktionen gegen den Zuwiderhandelnden enden.“/



    _RT DE 16.4.2023


    _*Deutschland und Iran - Wie immer keine Ahnung vom Völkerrecht

    */Von Dagmar Henn/


    Vielleicht wäre es hilfreich, einen Online-Kurs in Völkerrecht für die

    deutschen politischen Eliten abzuhalten – am besten mit der Möglichkeit

    einer anonymen Teilnahme, damit sie nicht die Peinlichkeit einer

    Entdeckung fürchten müssen (wobei die Aussagen, die regelmäßig geliefert

    werden, schon genug sichtbarer Beleg für Ahnungslosigkeit sind).


    Weil man nicht immer Außenministerin Annalena Baerbock als

    abschreckendes Beispiel anführen kann, hier

    <https://www.ekhn.de/themen/frieden-statt-krieg-und-gewalt/nachrichten-fuer-frieden/ekd-ratsvorsitzende-alles-tun-um-krieg-zu-verhindern

    einmal die Vorsitzende des Rats der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs:

    /"Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland

    hat den Angriff des Iran auf Israel als "schändlich und

    völkerrechtswidrig" bezeichnet. Er sei daher "auf das Schärfste zu

    verurteilen."/


    Fehrs ist ziemlich typisch für die deutsche Schlagseite. Sucht man nach

    Äußerungen von ihr zum Genozid im Gazastreifen, findet

    <https://www.sueddeutsche.de/politik/kirche-hamburg-bischoefin-ueber-einseitige-bilderflut-zum-gaza-krieg-besorgt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-231207-99-217696

    man nur eine Aussage aus dem Dezember, in der sie beklagte, dass

    deutsche Jugendliche einseitig informiert werden, weil sie auf TikTok zu

    viele Videos aus Gaza sähen und es nur wenige "vergleichbare Bilder über

    den Terror gegen Israel" gäbe. Das mag daran liegen, dass die

    schrecklichsten Bilder des 7. Oktobers die Folge israelischer

    Hubschrauberangriffe gegen Israelis sind. Auf jeden Fall kam sie damals

    zu dem Fazit, man könne überhaupt nur einen humanen Umgang mit der

    palästinensischen Zivilbevölkerung fordern, "wenn wir uns zugleich fest

    an die Seite Israels stellen". Zwanzigtausend tote Palästinenser später

    scheint sie das immer noch so zu sehen.


    Aber natürlich irrt sie sich mit "völkerrechtswidrig". Das, was diesem

    Angriff vorhergegangen war, wird in der deutschen Berichterstattung,

    wenn überhaupt, sehr verkürzt dargestellt. So etwa

    <https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_100385382/iran-greift-israel-an-sorge-vor-der-atombombe-und-dem-weltkrieg.html

    auf /T-Online/ (und das ist noch eine der besseren Varianten):

    /"Seit Tagen war mit einem Vergeltungsschlag gegen Israel gedroht worden

    dafür, dass Benjamin Netanjahu das iranische Konsulat im syrischen

    Damaskus bombardieren ließ. Hochrangige iranische Militärs kamen dabei

    ums Leben. Iran wertete diesen Schlag ebenfalls als Angriff gegen das

    eigene Staatsgebiet."/


    Oder die Version

    <https://www.deutschlandfunk.de/israel-iran-angriff-naher-osten-krieg-100.html

    des staatlichen Senders /Deutschlandfunk/:

    /"Der Iran hatte Vergeltung für einen Israel zugeschriebenen Luftangriff

    auf seine Vertretung in Damaskus am 1. April angekündigt. Bei der

    Attacke wurde unter anderem ein hochrangiger Kommandeur der

    Revolutionsgarden getötet. Diplomatische Vertretungen sind nach

    internationalen Vereinbarungen von Angriffen ausgenommen."/


    Man sieht, sie sind sich bezogen auf den israelischen Angriff nicht ganz

    einig; der /Deutschlandfunk/ macht ihn zu einem "Israel

    zugeschriebenen", als gebe es in der Region einen weiteren Kandidaten

    für diese Attacke. Dafür wird hier zumindest erwähnt, dass ein Angriff

    auf eine Botschaft eine Überschreitung ist, auch wenn nur halb erklärt

    wird, warum. /T-Online/ schreibt dafür, dass der Iran dies nur "als

    Angriff gegen das eigene Staatsgebiet" wertete, als wäre das eine Sache

    der Interpretation.


    Ist es aber nicht. Zumindest nicht für jene Länder, die das

    entsprechende Abkommen unterzeichnet haben. Botschaften sind

    Staatsgebiet des Entsendestaates, gleich, in welchem Land sie stehen.

    Womit ein Angriff auf eine Botschaft ein unmittelbarer Angriff auf das

    Staatsgebiet wird, damit eine kriegerische Handlung und damit ein

    Auslöser für das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta.

    Zugegeben, in diesem Zusammenhang ist man in Deutschland gewissermaßen

    zwanghaft blind, spätestens seit Nord Stream, was ebenfalls ein Fall für

    Artikel 51 hätte sein müssen, wenn man nicht wüsste, dass die Täter in

    Washington …


    Die Tatsache, dass der Staat, der die iranische Botschaft in Damaskus

    angegriffen hat, selbst das Abkommen unterzeichnet hat, das die

    Unverletzlichkeit der Botschaften festlegt (und selbst ebendiese

    Unverletzlichkeit von anderen einfordert), also die eigenen

    vertraglichen Verpflichtungen verletzt hat, kommt noch hinzu. Ganz zu

    schweigen von dem kleinen Problem, dass die Aufrechterhaltung des

    Prinzips der Exterritorialität im kollektiven Interesse aller Staaten

    liegen müsste. Nachdem eine Verurteilung des israelischen Angriffs durch

    den UN-Sicherheitsrat am Westen gescheitert war, ging es also nicht nur

    um eine Reaktion auf einen direkten Angriff des iranischen

    Staatsgebietes, sondern um die Verteidigung eines Prinzips, von dem

    sogar die Staaten des Westens profitieren, die, nebenbei bemerkt, ohne

    dieses Prinzip sehr schnell in vielen Weltgegenden Schwierigkeiten

    hätten, ihre diplomatische Präsenz aufrechtzuerhalten.


    Eine attraktive Zusammenstellung des Nichtbegreifens lieferte der

    /Hessische Rundfunk/, der sich die Mühe gemacht hatte, einmal quer durch

    das politische Personal Hessens die Reaktionen einzusammeln

    <https://www.hessenschau.de/politik/iran-greift-israel-an-hessische-politik-und-kirchen-bestuerzt-nach-angriff-v2,iran-israel-hessen-reaktionen-100.html>.

    Durch die Bank wird so getan, als sei die iranische Reaktion aus

    heiterem Himmel erfolgt, dabei scheint mittlerweile ziemlich genau

    festzustehen, dass – wie vor dem Vergeltungsschlag nach der Ermordung

    von General Quasem Soleimani durch die USA – sogar vorgewarnt wurde.


    Der bekannte Journalist Pepe Escobar fasst

    <https://t.me/rocknrollgeopolitics/10974> den Vorlauf auf seinem

    Telegram-Kanal folgendermaßen zusammen: /"Burns traf eine iranische

    Delegation im Oman. Es wurde ihm gesagt, dass eine Bestrafung der

    Israelis unvermeidbar sei – und alle US-Stützpunkte angegriffen würden

    und die Straße von Hormus blockiert würde, wenn die USA sich

    einmischten. Burns sagte: 'Wir tun nichts, wenn keine Zivilisten

    verletzt werden.' Die Iraner sagten: 'Es wird ein Militärstützpunkt oder

    eine Botschaft sein.' Die CIA sagte: 'Dann macht es.'"/


    Nun zurück zu den Hessen. "Diesen schändlichen Angriff verurteile ich

    auf das Schärfste! Unsere volle Solidarität gilt unseren israelischen

    Freunden", wird Ministerpräsident Boris Rhein zitiert. Der hessische

    Antisemitismus-Beauftragte Uwe Becker forderte gleich, "die

    diplomatischen Vertretungen Irans in Deutschland zu schließen", also den

    Abbruch der diplomatischen Beziehungen, und stellte sich mit

    Israel-Flagge vor das iranische Konsulat in Frankfurt.


    Innenministerin Nancy Faeser, die jüngst erst Spitzenkandidatin der

    hessischen SPD in der Landtagswahl war: "All unsere Unterstützung und

    Solidarität gilt den Menschen in Israel angesichts dieser beispiellosen,

    brandgefährlichen und mit aller Schärfe zu verurteilenden Attacken des

    iranischen Terror-Regimes." Nicht zu vergessen, Janine Wissler von der

    Linken: "Wir verurteilen den Luftangriff auf Israel auf das Schärfste.

    Für die Menschen in Israel bedeutet er eine neue Stufe des Terrors. Wir

    stehen klar an der Seite Israels."


    Nirgends auch nur der Ansatz einer Erkenntnis, dass der israelische

    Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus ein glasklarer Verstoß

    gegen das Völkerrecht war, auf den hin Iran auch einen Krieg gegen

    Israel beginnen könnte (es aber eben nicht tut).


    Das Auswärtige Amt hat selbstverständlich noch einmal nachgelegt

    <https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-nahost-montag-128.html#botschafter>,

    den iranischen Botschafter einbestellt und erklärt, der iranische

    Vergeltungsschlag sei "klar völkerrechtswidrig und durch nichts zu

    rechtfertigen". Dies jetzt durch einen Sprecher, nicht durch die

    Nullstelle an der Spitze. Und Vize-Regierungssprecherin Christiane

    Hoffmann meinte dann noch, dass sich "Deutschland solidarisch an die

    Seite von Israel" stelle.


    Wer also auch nur gehofft hat, dass ein halbes Jahr völkerrechtswidriges

    Gemetzel an palästinensischen Zivilisten in Berlin zumindest eine kurze

    Verzögerungsschleife zum Nachdenken vor der Absonderung neuer

    Treueschwüre auf Israel bewirkt hätte, sieht sich schwer getäuscht.

    Nicht nur, dass der israelische Angriff, der den Schlagabtausch

    eingeleitet hat, nicht verurteilt wurde, nein, man hält es nach wie vor

    für geboten, besonders unerbittlich der israelischen Regierung die

    Stange zu halten. Inzwischen sogar unerbittlicher als die USA, die

    zumindest begriffen zu haben scheinen, dass eine Eskalation gegen Iran

    im Wahlkampf nicht günstig wäre, schon allein wegen der Öltransporte

    durch die Straße von Hormus.


    Die /ARD-Tagesschau/ weiß

    <https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-nahost-montag-128.html#Iran-fordert-Anerkennung-fuer-Zurueckhaltung-gegenueber-Israel

    natürlich wieder einmal genau, wie alles einzuordnen ist, und schreibt:

    "Der Iran hat Anerkennung von der internationalen Gemeinschaft wegen

    seiner angeblichen "Zurückhaltung" gegenüber Israel verlangt". Mit

    diesem Satz wird schon vorab die dann zitierte Erklärung aus dem

    iranischen Außenministerium ins Lächerliche gezogen:

    /"Statt Anschuldigungen gegen den Iran zu erheben, sollten die

    (westlichen) Länder sich selbst die Schuld geben und die Frage (…)

    beantworten, welche Maßnahmen sie gegen die Kriegsverbrechen Israels

    ergriffen haben."/


    Damit tut sich bekanntlich Deutschland besonders schwer.

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, gewissermaßen das

    höchstrangigste Konzentrat des deutschen Übels, droht aber bereitwillig

    mit ihrem liebsten Mittel – gegen Iran, versteht sich.

    /"Mit Blick nach vorn werden wir über zusätzliche Sanktionen gegen den

    Iran beraten, insbesondere, was die Drohnen- und Raketenprogramme des

    Irans angeht."/


    Nach vierzig Jahren Dauersanktionierung dürfte diese Nachricht in

    Teheran für wahres Entsetzen sorgen. Ob aber tatsächlich alle Länder der

    EU ihren Tunnelblick teilen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.


    Interessant ist jedenfalls, dass auch die Warnungen, die vorab aus

    Teheran geschickt wurden, in Deutschland ebenso begrenzt wahrgenommen

    werden wie die eigentliche Bedeutung des israelischen Angriffs auf die

    Botschaft. Das ist selbst in anderen EU-Ländern anders. Das irische

    Fernsehen /RTE/ beispielsweise befasst

    <https://www.rte.ie/news/middle-east/2024/0415/1443560-middle-east-iran-israel/

    sich in seiner Berichterstattung sehr ausführlich mit diesen Warnungen,

    und damit, dass zwar die USA behaupten, sie hätten drei Tage vor dem

    Vergeltungsschlag keine Warnungen erhalten, dem aber die Vertreter

    mehrerer anderer Länder widersprochen haben:


    /"Türkische, jordanische und irakische Regierungsvertreter sagten, Iran

    habe Tage vor seinem Drohnen- und Raketenangriff auf Israel ausgiebig

    gewarnt, aber US-Vertreter erklärten, dass Teheran Washington nicht

    gewarnt hat, und es bedeutenden Schaden habe anrichten wollen./

    /Das türkische Außenministerium sagte, es habe vor dem Angriff sowohl

    mit Washington als auch mit Teheran gesprochen, und fügte hinzu, es habe

    als Vermittler Botschaften weitergegeben, um sicher zu sein, dass die

    Reaktionen angemessen seien."/


    Einer der Kommunikationskanäle sei auch über die Schweiz verlaufen.

    "Eine iranische Quelle, die über das Thema informiert ist, sagte, dass

    Iran die USA durch diplomatische Kanäle, darunter Katar, die Türkei und

    die Schweiz, über den Tag informiert hat, an dem der Angriff geplant

    sei, und gesagt habe, er werde in einer Weise durchgeführt, die es

    vermeide, eine Erwiderung zu provozieren."


    Soviel zur "angeblichen Zurückhaltung" der Tagesschau. Mag ja sein, dass

    die Deutschen einfach beleidigt sind, weil sie nicht vorab informiert

    wurden. Es gab tatsächlich einmal eine Zeit, in der auch deutsche

    Diplomaten in einem solchen Moment als Vermittler hätten gesehen werden

    können, sogar von Iran. Das war allerdings lange vor Annalena Baerbock,

    die geholfen hat, die letzten Reste dieses diplomatischen Ansehens zu

    bestatten.


    Auf jeden Fall steht zu fürchten, dass auch ein Online-Kurs über

    Völkerrecht dieses Defizit nicht zu beseitigen vermag. Die meisten

    Programme könnten die Zahl derer nicht bewältigen, die dringend dieser

    Bildungsmaßnahme bedürften.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

    Nachrichten von Pressenza: Das Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 16. April 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 16.04.2024


    Das Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an


    Das Bundesverwaltungsgericht hat am 21. März in einer wegweisenden Entscheidung festgelegt, dass Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nicht mehr anonym gestellt werden dürfen. Diese Entscheidung betrifft direkt die Funktionsweise der Plattform FragDenStaat, einer Initiative, die es Bürgern ermöglicht, von Behörden&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/das-bundesverwaltungsgericht-legt-die-axt-ans-informationsfreiheitsgesetz-ifg-an/


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    So einseitig und scheinheilig sind Baerbock, Macron und Medien


    Die Drohnen- und Raketenangriffe Irans gegen Israel hatten einen Anlass, so wie auch das Besetzen des Gazastreifens durch Israel. Urs P. Gasche für die Online-Zeitung INFOsperber Wer das unfassbare Töten und Zerstören Israels im Gazastreifen als unverhältnismässig kritisiert, ohne gleichzeitig&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/so-einseitig-und-scheinheilig-sind-baerbock-macron-und-medien/


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    Chronik des Betätigungsverbots gegen Yanis Varoufakis


    Deutsche Behörden bemüht, sich von ihrem absurden Autoritarismus zu distanzieren (Pressemitteilung von DiEM25). Am Freitag, den 12. April, drang die Polizei während unseres Palästina-Kongresses in Berlin in den Veranstaltungsort ein und hinderte Yanis Varoufakis und andere Teilnehmer daran, ihre Reden&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/chronik-des-betaetigungsverbots-gegen-yanis-varoufakis/


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    Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken: 38 – Weiße Kreide als heilige Signatur


    Dieser Artikel könnte ausschließlich den Einflüssen der Farben im antiken Afrika gewidmet sein, aber ich möchte mich auf eine Farbe besonders konzentrieren, da sie in den traditionellen Gesellschaften einen bedeutenden Platz einnimmt: Weiß. Diese Farbe widerlegt auch viele abendländischen Geschichten,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/afrika-eine-geschichte-zum-wiederentdecken-38-weisse-kreide-als-heilige-signatur/


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    USA betreiben im Sicherheitsrat eine reine Heuchelei


    Das höchste UN-Gremium fordert dank Stimmenthaltung der USA den sofortigen Waffenstillstand in Gaza. Doch dies sei «nicht bindend». Juan Cole für die Online-Zeitung INFOsperber upg. Juan Cole ist Professor für Geschichte an der University of Michigan. Er veröffentlichte mehrere Bücher zum Nahen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/usa-betreiben-im-sicherheitsrat-eine-reine-heuchelei/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

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    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

    Medienanalyse
    Wie Podcasts über Wirtschaft informieren

    makronom.de, vom 15. April 2024, Janine Greyer-Stock & Julia Lück-Benz, Makrothek, Hörsaal

    In den letzten Jahren haben Podcasts als Informationsmedium zunehmend an Relevanz gewonnen. Eine neue Studie hat nun erstmals untersucht, wie dort Wirtschaftsthemen aufgearbeitet und kommuniziert werden.


    Ob Finanzkrise, steigende Energiepreise und Inflationsraten oder sinkende Rentenniveaus – über das aktuelle Wirtschaftsgeschehen informiert zu sein und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, ist hoch relevant, um in Wirtschaft und Gesellschaft handlungsfähig zu sein und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wirtschaftsthemen sind entsprechend seit jeher eine wichtige Säule der Medienberichterstattung. Klassische Medienangebote werden dabei immer weniger genutzt. Gerade für jüngere Rezipient:innen spielt das Internet und im Besonderen soziale Medien stattdessen eine große Rolle – auch bei der Nutzung von Nachrichten- und Informationsangeboten.

    In den letzten Jahren gewinnen zudem Podcasts als Informationsmedium zunehmend an Relevanz. Sie überzeugen ihr Publikum durch persönliche Ansprache und eine flexible, zeit- und ortsunabhängige Nutzung. Zudem ist es theoretisch für jede und jeden möglich, quasi vom Küchentisch aus, einen eigenen Podcast zu produzieren und zu veröffentlichen. Auf diese Weise werden neben Mainstream-Themen auch spezifische und nischige Themen abgebildet. Dies führt zu einem breiten und sich stetig weiter ausdifferenzierenden Angebot vielfältiger Produzent:innen. Neben professionellen Medienakteur:innen stellen auch Unternehmen, Aktivist:innen oder Amateur:innen ihre Angebote zur Verfügung. Typische redaktionelle und professionelle Produktions- und Kontrollmechanismen klassischer Medienangebote können dabei allerdings umgangen werden.

    Studiendesign

    Wie Wirtschaftsthemen in diesem Angebotsspektrum aufgearbeitet und kommuniziert werden, ist für den deutschen Markt bisher nicht untersucht. Von Interesse ist insofern nicht nur, welche Themen aus dem Bereich Wirtschaft in Podcasts überhaupt behandelt werden und welche Akteur:innen dabei welche Schwerpunkte setzen, sondern auch in welcher Form und Aufmachung dies geschieht.

    Um dieses Forschungsdefizit zu schließen, haben wir in einer neuen Studie die Podcast-Angebote der Audio-Streaming-Plattform Spotify als Marktführer für Podcasts in Deutschland untersucht. Ausgewählt wurden alle Angebote, die zu drei verschiedenen Zeitpunkten (31.01.23, 15.02.23, 01.03.23) in der Wirtschaftskategorie „Business & Technologie“ gelistet waren. In einer Überschneidungsanalyse werden die Ergebnisse im Anschluss mit der Wirtschaftsrubrik des gemeinsamen Audio-Portals der Landesrundfunkanstalten der ARD und des Deutschlandradios (ARD Audiothek) abgeglichen. Die Podcast-Angebote werden mit einer quantitativen Inhaltsanalyse auf struktureller Ebene unter anderem in Bezug auf ihre Produzent:innen, Darstellungsformen, Themen und ihren Blickwinkel auf Wirtschaft untersucht. So wird einerseits deutlich, was die Hörerinnen und Hörer erwartet, wenn sie sich in Podcasts über Wirtschaft informieren wollen und andererseits, wie sich öffentlich-rechtliche und private massenmediale Akteur:innen von privatwirtschaftlichen oder zivilgesellschaftlichen Akteur:innen in diesem Feld unterscheiden.

    Ergebnisse: Wirtschafts-Podcasts auf Spotify und in der ARD Audiothek

    Die Ergebnisse der Studie zeigen zunächst für die untersuchten Stichtage ein deutlich größeres Angebot an Wirtschafts-Podcasts auf Spotify (mit 656 Podcasts und 1390 Episoden) im Vergleich zur ARD Audiothek (mit 28 Podcasts und 51 Episoden). Die im folgenden präsentierten Prozentzahlen für die ARD Audiothek müssen entsprechend vor dem Hintergrund der niedrigen Fallzahlen eingeordnet werden.

    Produzent:innen

    Neben diesem quantitativen Ungleichgewicht unterscheidet sich die ARD Audiothek dahingehend, dass sie ausschließlich öffentlich-rechtliche Angebote präsentiert. Auf Spotify dagegen werden 60 Prozent der Wirtschafts-Podcasts von Unternehmen veröffentlicht. Private journalistische Medien liegen mit 19 Prozent auf dem zweiten Platz. Die Podcast-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender machen mit etwa 2 Prozent aller wirtschaftsbezogenen Podcasts nur einen geringen Teil aus. Auch zivilgesellschaftliche Akteur:innen sowie Akteur:innen aus Bildung und Wissenschaft spielen eine vernachlässigbare Rolle:

    Abbildung 1: Funktion der Podcast-Produzent:innen (Angaben in Prozent, Spotify)

    Darstellungsformen

    Die unternehmerische Dominanz bei den Anbietern von Wirtschats-Podcasts wirkt sich auch auf die Darstellungsform aus: Fast die Hälfte (47,6 Prozent) aller Wirtschafts-Podcasts auf Spotify sind Ratgeber-Angebote. Zusammen mit Hintergrundberichten/Meinung/Kommentaren (39 Prozent) machen sie insgesamt über 86 Prozent aller Wirtschafts-Podcasts aus, so dass nicht viel Raum für andere Darstellungsformen bleibt. Insbesondere Unternehmen greifen noch häufiger – in fast zwei Dritteln ihrer Angebote (61 Prozent) – auf die Präsentationsform der Ratgeber zurück. Medienakteur:innen sind dagegen in der Darstellungsform insgesamt vielfältiger: Sie setzen häufiger auf Hintergrundberichte, Kommentare oder Meinungsstücke (51 Prozent) und nutzen neben Ratgebern (24 Prozent) auch Nachrichtenformate (15 Prozent) und Reportagen (4 Prozent):

    Abbildung 2: Darstellungsform an den Angeboten der Akteur:innen (Angaben in Prozent, Spotify)

    Im Vergleich zu den Wirtschafts-Podcasts auf Spotify werden in der ARD Audiothek die verschiedenen Darstellungsformen ausgewogener genutzt: Die meistgenutzte Form ist die Reportage (9 Shows, 32,1 Prozent). Daneben werden Podcasts mit Magazin-Charakter, zu allgemeinen Informationen, Hintergrundberichten und Kommentaren gleichermaßen bedient (5 Shows, je 17,9 Prozent). Ratgeber liegen hier auf Platz fünf (3 Shows, 10,7 Prozent).

    Themenvielfalt & Perspektiven

    Thematisch dominieren drei Hauptthemen die Landschaft der Wirtschafts-Podcasts auf Spotify: Am häufigsten werden mit gut 35 Prozent die Themenbereiche Finanzen/Aktien behandelt. Dazu gehören z. B. Themen wie Wertpapiere, Anlagen, Versicherungen oder Geld. Einen weiteren wichtigen thematischen Schwerpunkt bildet mit rund 32 Prozent der Bereich Arbeitswelt und Karriere. Dazu gehören Fragen zur Karriere, persönlicher Organisation und Produktivität im Job. Mit etwa 30 Prozent sind die spezifischen Branchen/Unternehmen der drittgrößte thematische Block. Daneben werden Themen wie Technologie und Marketing ebenso bedient wie wirtschaftspolitische Informationen bzw. solche zum allgemeinen Wirtschaftsgeschehen – allerdings mit geringerer Häufigkeit:

    Abbildung 3: Themen der Podcasts (Angaben in Prozent, Spotify)

    Was die thematische Priorisierung angeht, sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Akteur:innen auf Spotify marginal. Allerdings setzen die Angebote der ARD Audiothek im Vergleich zu Spotify sehr viel stärker auf Informationen zum allgemeinen Wirtschaftsgeschehen (41,4 Prozent) und zu wirtschaftspolitischen Themen (20,7 Prozent) – auch wenn Arbeitswelt/Karriere und Finanzen/Aktien ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Dies zeigt einen stärkeren Anspruch, gesamtgesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen.

    Auch die Perspektive auf Wirtschaft unterscheidet sich auf den beiden untersuchten Plattformen: In der ARD Audiothek fokussiert etwa die Hälfte der Berichte (49 Prozent) auf die Makro-Ebene. Dort werden Themen mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz behandelt. In knapp 27,5 Prozent der Episoden werden die Themen aus der Perspektive einzelner Unternehmen, Organisationen und Institutionen oder spezifischer Branchen, also auf der Meso-Ebene betrachtet. 23,5 Prozent der Episoden fokussieren Wirtschaft primär aus individueller Perspektive auf der Mikro-Ebene.

    Die Episoden der Spotify-Shows dagegen sind durch die starke Präsenz von Unternehmen auf Produzent:innenseite geprägt: Fast die Hälfte (46,1 Prozent) der Angebote behandelt die jeweiligen Themen aus der Perspektive einzelner Unternehmen oder Branchen (Meso-Ebene). Ein Drittel (33,9 Prozent) der Angebote bezieht sich auf das Individuum. In solchen Episoden steht beispielsweise der individuelle Werdegang von Personen oder individuelle anwendungsbezogene Informationen für die Hörerinnen und Hörer im Vordergrund. Nur in jedem fünften Beitrag wird auf Spotify die gesamtgesellschaftliche Ebene in den Blick genommen (19,9 Prozent):

    Abbildung 4: Gesellschaftliche Relevanzebenen der Episoden im Vergleich (Angaben in Prozent, Spotify und ARD Audiothek)

    Fazit

    Das Angebot im Bereich Wirtschaft ist auf Spotify mit 656 Podcasts im Untersuchungszeitraum deutlich größer als das der ARD Audiothek mit 28 Angeboten. Es zeigt sich auf Spotify eine Dominanz von Unternehmen, die 60 Prozent der Spotify-Podcasts zum Thema Wirtschaft produzieren. Demgegenüber stehen 27 Prozent der Angebote von Medienakteur:innen. Präsentiert werden die Wirtschafts-Podcasts auf Spotify häufig in Ratgeberformaten, vor allem bei den produzierenden Unternehmer:innen. In der ARD Audiothek überwiegen Reportagen und es herrscht insgesamt mehr Ausgewogenheit der verschiedenen Darstellungsformen.

    Auf beiden Plattformen wird eine breite Vielfalt an Themen angesprochen. In der ARD Audiothek spielen aber die Themenbereiche allgemeines Wirtschaftsgeschehen und Wirtschaftspolitik eine weitaus wichtigere Rolle als dies bei Spotify der Fall ist. Auch werden hier eher individuelle Perspektiven oder solche, die sich auf gesellschaftliche Teilbereiche konzentrieren fokussiert, während in der ARD Audiothek eher Themen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz im Vordergrund stehen.

    Insgesamt wäre in der Podcast-Landschaft im Bereich Wirtschaft auf Spotify eine stärkere Präsenz von Medienakteur:innen wünschenswert, um ein Gegengewicht zu den derzeit dominierenden Unternehmer:innen zu bilden und durch professionell produzierte Angebote den Funktionen eines demokratischen Mediensystems stärker gerecht zu werden.

     

    Zu den Autorinnen:

    Janine Greyer-Stock ist Kommunikationswissenschaftlerin und Co-Geschäftsführerin der h1 medienanalyse GmbH.

    Julia Lück-Benz ist Kommunikationswissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin und bei der h1 medienanalyse GmbH.

    Hinweis:

    Hier finden Sie die Studie, auf der dieser Beitrag beruht.


    Info:  https://makronom.de/medienanalyse-wie-podcasts-ueber-wirtschaft-informieren-46403?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=medienanalyse-wie-podcasts-ueber-wirtschaft-informieren


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

    Die gestohlene Wahl, das Bauernopfer für von der Leyen – und der Fall Faeser

    lostineu.eu, 16. April 2024

    Die Watchlist EUropa vom 16. April 2024 – Heute mit der “Strategischen Agenda” der EU-Chefs, dem überraschenden Rückzug eines CDU-Politikers und faulen Ausreden der Innenministerin.

    Das gab’s noch nie: Sechs Wochen vor der Europawahl diskutiert der Europäische Rat die “strategische Agenda” für die nächsten fünf Jahre. Am Mittwoch und Donnerstag wollen Kanzler Scholz und seine Amtskollegen bei einem Sondergipfel in Brüssel die Weichen stellen.

    Wie aus einem Entwurf hervorgeht, sollen Sicherheit, Verteidigung (Rüstung) und Wettbewerbsfähigkeit die neuen Prioritäten der EU-Politik werden. Der Umwelt- und Klimaschutz wird – wie in diesem Blog berichtet – nur noch am Rande erwähnt.

    Das ist ein doppelter Skandal. Empörend ist nicht nur, dass die Klimakrise keine zentrale Rolle mehr spielt – obwohl sie sich weiter verschärft und der “European Green Deal” ganz offensichtlich nicht gehalten hat, was 2019 versprochen wurde.

    Empörend ist vor allem, dass Gipfelchef Michel und die 27 Staats- und Regierungschefs den Bürgern die Wahl stehlen. Sie können bei der Europawahl im Juni ankreuzen, was sie wollen – die Schwerpunkte der nächsten Legislatur stehen schon fest.

    Die Anti-Klimawahl

    Das war 2019, bei der letzten Europawahl, noch anders. Sie wurde zur Klimawahl – weil die Klimabewegung, die Grünen, Linken und Sozialdemokraten mächtig Druck gemacht haben. Am Ende mußte die vom Rat eingesetzte neue Kommissionschefin von der Leyen dieses Thema aufgreifen.

    Diesmal will der Gipfel die Wahl ignorieren und von der Leyen im Amt bestätigen – mit einer Agenda, die vorab in Hinterzimmern der Staats- und Regierungschefs ausgekungelt wurde. Ein erstes Treffen gab es bereits im Herbst im Kanzleramt!

    Bleibt zu hoffen, dass die Bürger und die neu gewählten Europaabgeordneten sich das nicht bieten lassen – und eigene Prioritäten setzen. Nebem dem Klima würde ich Frieden, Abrüstung und sozialen Wohnungsbau empfehlen…

    Siehe auch “Warum diese Europawahl eine Mogelpackung ist” und “EU leaders may miss a rendezvous with history” (Social Europe)

    News & Updates

    • Bauernopfer für Queen von der Leyen. Der CDU-Europapolitiker M. Pieper sollte als Mittelstands-Beauftragter gegen Bürokratie in Brüssel kämpfen. Nach heftiger Kritik aus dem Europaparlament verzichtet er nun auf das Amt, das ihm seine Parteifreundin, Kommissionschefin von der Leyen, angetragen hatte. Offizielle Begründung von Pieper: der französische EU-Kommissar Breton habe ihn “boykottiert”. In Wahrheit hat aber VDL die Strippen gezogen. Der überraschende Rückzug wirkt denn auch wie ein Bauernopfer für die “Queen of Europe”, die in die Defensive geraten ist…
    • Brüssel übt sich in Scholz-Bashing. Der Kanzler war kaum in China gelandet, da kamen aus der Brüsseler Blase schon die ersten Verrisse. Schuld ist auch die deutsche EU-Chefin von der Leyen – denn die folgt dem harten US-Kurs. – Mehr hier (Blog)
    • EU-Kommission billigt Reformplan der Ukraine. Die EU-Behörde hat die “umfassende Reform- und Investitionsstrategie” der Ukraine für die nächsten vier Jahre gebilligt. Damit macht sie den Weg für regelmäßige Überweisungen nach Kiew frei. Es geht um insgesamt 50 Mrd. Euro.

    Das Letzte

    Aus dem “Fall Varoufakis” wird ein Fall Faeser. Die Bundesinnenministerin kann bzw. will auch drei Tage nach dem umstrittenen “Palästina-Kongress” in Berlin nicht erklären, wieso sie dem prominenten griechischen Politiker Yannis Varoufakis einen Maulkorb verpasst und einen Reisebann erlassen hat. Eine Auskunft zu „Einzelfällen“ sei „nicht möglich“, heißt es in ihrem Ministerium. Doch Varoufakis ist kein Einzelfall. Gegen zwei weitere Teilnehmer, den palästinensischen Autor Salman Abu Sitta und den Arzt Ghassan Abu Sittah, Rektor der Universität Glasgow, hat das Innenministerium „Betätigungsverbote“ ausgesprochen, wie die “taz” berichtet. Zudem ist der “gebannte” Grieche ein EU-Politiker, der mit der Partei MERA25 auch in Deutschland bei der Europawahl antreten will. Sieht ganz so aus, als sei Faeser auf Kollusionskurs mit dem EU-Recht, der Meinungsfreiheit und der Demokratie…

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    2 Comments

    1. Kleopatra
      16. April 2024 @ 08:42

      1) Die EU hat zwei gesetzgebende Organe, nämlich das Parlament und den Rat; und von den beiden hat der Rat sogar mehr Macht.
      2) Die Zusammensetzung des Rates ist von den Europawahlen unabhängig.
      Das gilt auch für den Spezialfall des Europäischen Rates, der aus den Regierungs- bzw. Staatschefs besteht.
      3) Der Europäische Rat hat immer wieder strategische Grundsatzentscheidungen getroffen. Warum sollte er das ausgerechnet in diesem Halbjahr nicht tun?
      4) Unabhängig davon, was bei den Wahlen zum europäischen Parlament herauskommt, wird dieses es mit demselben Rat zu tun zu haben.
      5) Wenn das dazu führt, dass die Wahlen auf die politische Richtung nur einen begrenzten Einfluss haben, ist das ein Effekt, der von den Verträgen vielleicht sogar beabsichtigt ist. Die Kandidaten zum EP sollten nicht so tun, als hätte ihr Parlament mehr Macht, als es wirklich hat.
      6) Gegen eine Nominierung von vdL würde nur sprechen, wenn eine andere Fraktion mehr Sitze bekäme als die EVP.

    Reply

    • ebo
      16. April 2024 @ 09:15

      Sagen wir es mal so: Sie können Ihren Europaabgeordneten wählen – haben aber weder Einfluß auf die künftige Führung der EU noch auf deren Politik. Demokratie am limit!


    Info: https://lostineu.eu/wie-der-rat-die-europawahl-stiehlt-was-baerbock-will-und-der-fall-faeser


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Umstrittene China-Reise: Brüssel basht Scholz


    lostineu.eu, vom 15. April 2024

    Der Kanzler war kaum in China gelandet, da kamen aus der Brüsseler Blase schon die ersten Verrisse. Schuld ist auch die deutsche EU-Chefin von der Leyen – denn die folgt dem harten US-Kurs.

    Den Auftakt machte das amerikanische Portal “Politico”, das Springer gehört: “Why Germany’s Scholz is bowing to the Chinese dragon”. Warum Scholz sich vor dem chinesischen Drachen verbeugt, so die schlagende Zeile.

    Heute zog das rechtskonservative “Brussels Signal” nach: “Is Germany becoming a dependency of China? Europe’s most powerful nation is ever more reliant on Beijing”. Kurz: Deutschland wird zur chinesischen Kolonie.

    Das ist natürlich absurd. Doch das Bashing hat System. Es folgt der antichinesischen Rhetorik aus den USA – und dem neuen Kurs von EU-Kommissisonspräsidentin von der Leyen.

    Nach einem Besuch bei US-Präsident Biden hatte sie 2023 die neue Strategie des “De-Risking” verkündet. Die so genannte Risikominderung führt nun aber – wie erwartet – mehr und mehr zur Abkoppelung.

    So hat von der Leyen ein EU-Verfahren gegen billige E-Autos aus China eingeleitet. Außerdem werden mögliche Subventionen bei Sonnenpaneelen und bei Windanlagen untersucht.

    Damit bereitet Brüssel einen härteren Kurs gegen Peking vor – ganz wie von Washington, zunehmend aber auch von Paris gewünscht. Scholz stemmt sich dem entgegen – deshalb wird er nun gebasht…

    1 Comment

    1. european
      16. April 2024 @ 09:06

      Ein Blick auf das Atlantic Council gibt einige Auskünfte. Im letzten Jahr wurden 5 neue “Global Citizen Awards” verliehen, u.a. an Olaf Scholz und Klaus Schwab. Ursula von der Leyen war eine der Laudatoren. Sie sprach über den japanischen Premier Fumio Kishida. Wenn man sich die Laudatio über Scholz durchliest, reibt man sich die Augen und fragt sich, wen die da meinen? Unseren Scholz mit den niedrigsten Umfragewerten überhaupt?

      https://www.atlanticcouncil.org/news/transcripts/full-transcript-the-2023-global-citizen-awards-honor-leaders-who-build-bridges-in-the-face-of-unprecedented-crises/

      Interessant ist sicher auch die China-Strategie des Atlantic Council, die auch auf deren Seite zu finden ist. Ein 85-Seiten starkes Papier, das man hier nachlesen kann. Wie zu erwarten liegt der Focus auf Chinas Präsident und irgendwie schwingt im Text der ersten zwei Seiten (mehr habe ich nicht gelesen) der Wunsch nach einem Regime-Change mit. China ist zu stark geworden.
      https://www.atlanticcouncil.org/wp-content/uploads/2021/01/The-Longer-Telegram-Toward-A-New-American-China-Strategy.pdf

      Kurzum, Ursula von der Leyen setzt wie gehabt, US-amerikanische Interessen in Europa um. Einen braveren Soldaten wie sie könnten die Neocons nicht finden. Kein Wunder also, dass sie versucht, Scholz zurückzupfeifen. Ganz ähnlich wie bei Macron’s Staatsbesuch, als sie ihm wie eine Matrone nachreiste, um seine Worte zu überwachen.

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    Info: https://lostineu.eu/umstrittene-china-reise-bruessel-basht-scholz


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Anmerkungen zur Iran-Attacke


    lostineu.eu, 15. April 2024

    Der massive militärische Angriff des Irans auf Israel wirft viele Fragen auf. Manches war wohl anders, als offiziell dargestellt.

    Das fängt schon damit an, dass die Attacke hätte vermieden werden können – wenn der Westen die Bombardierung des iranischen Konsulats in Damaskus verurteilt hätte. Hat sie aber nicht – obwohl Israel einmal mehr gegen das Völkerrecht verstoßen hat.

    Zudem weist vieles darauf hin, dass Israel und die USA vorab über den iranischen Angriff informiert waren. Es gab Kanäle über die Türkei und die Schweiz. Israel und die Alliierten konnten sich also vorbereiten. Iran wußte dies – das Ganze wirkt deshalb wie eine Inszenierung.

    Trotz aller Vorbereitungen scheint Iran aber Treffer erzielt zu haben. Es gibt Berichte, dass israelische Militärstützpunkte anvisiert und teilweise auch getroffen wurden. Die westliche Darstellung, 99 Prozent der Drohnen und Raketen seien abgefangen worden, ist zweifelhaft.

    An der Verteidigung Israels war offenbar auch Frankreich beteiligt. Paris soll auf Bitten Jordaniens aktiv geworden sein. Die Bundeswehr hat die französische Armee dabei unterstützt. Damit wären die beiden größten EU-Staaten mehr oder weniger direkt involviert.

    Last but not least wäre anzumerken, dass Iran nicht so isoliert ist, wie es nach der – letztlich gescheiterten – Attacke aussieht. Seit Januar ist das Land Mitglied der BRICS-Gruppe. Neue Sanktionen, wie sie die EU nun offenbar plant, könnten damit abgefedert werden…

    Siehe auch Die EU spricht mit zwei Stimmen und vergißt den Auslöser

    P.S. Bemerkenswert ist auch, wie unterschiedlich die EU in der Ukraine und in Israel vorgeht. Man könne und dürfe die Kriegsführung der Ukraine nicht beeinflussen, heißt es seit zwei Jahren in Brüssel. Aber bei Israel ist man nicht so zimperlich – Brüssel bekniet Jerusalem regelrecht, nicht allzu hart gegen Iran zurück zu schlagen…

    8 Comments

    1. Stef
      16. April 2024 @ 09:27

      Das ist die eine Seite der Machtdemonstration, die @Umbhaki feststellt. Die zweite Seite bemerkt @Arthur Dent, der Westen ist langsam out of ammo.

      Was aber noch hinzukommt, ist die weitere industrielle und ökonomische Dimension. Hunderte billiger iranischer Drohnen wurden mit hochwertigen und teueren Flugabwehrwaffen abgeschossen. Wie lange kann das Israel im Ernstfall durchhalten? Nicht nur, dass die Luftabwehrwaffen nicht mehr im Westen auf Lager liegen, die Produktionsgeschwindigkeit kann auch nicht einfach potenziert werden (da haben es Länder mit staatlichen Waffenschmieden deutlich leichter). Und selbst wenn man dies lösen könnte, würde dieser Kampf absehbar ins ökonomische Abseits führen.

      Was der Westen inkl. Israel gerade auf die harte Tour lernt, ist dass er nach fünfzig Jahren globaler “full spectrum dominance” auf intensive, breite und andauernde Konflikte und die mit diesen verbundene Abnutzung, den Ressourcenhunger und die daraus resultierenden dauerhaften volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entbehrungen in keiner Weise vorbereitet ist. Im Gegensatz zu seinen vermeintliche Oponnenten China, Russland und Konsorten, die wir unsere Produktionskapazitäten weitgehend ausgelagert haben.

      Die Äußerungen diverser Politiker in Richtung einer “Kriegswirtschaft” sollten vor diesem Hintergrund verstanden werden. Es geht nicht um ein paar mehr Panzer und Raketen zulasten von ein paar Straßen und Autos. Es geht um die Umlenkung volkswirtschaftlicher Ressourcen in großem Stile Richtung Militär und Rüstung. Wollen wir wirklich Russland, China und den Brics (zu den übrigens Iran inzwischen gezählt werden darf) militärische Wirksamkeit angesichts eskalierender Konflikte entgegensetzen, werden

      – entweder im großen Stil Schulden gemacht oder der Sozialstaat wird rasiert,
      – Ingenieure und andere Fachkräfte ins Militär und die Rüstungsindustrie geholt zu Lasten der zivilen Industrien (Stichwort: Mega-Fachkräftemangel),
      – die militärisch erforderlichen Rohstoffe und Energien werden krigswichtige Güter, die nur noch dann für zivile Zwecke verwendet werden dürfen, wenn die militärischen Zwecke befriedigt sind
      – und die dafür erforderliche propagandistische und repressive Begleitmusik wird im Stile der Corona-Zeit zu einer dauerhaften Einrichtung.

      Ich bin stattdessen für westlichen Bescheidenheit, Verständigung und Diplomatie. Und ich bin für ein postatlantisches Europa, damit wir diese Entscheidung treffen können und nicht die USA an unserer statt.

    Reply

  • umbhaki
    15. April 2024 @ 21:36

    Was die (wenigen) Treffer des Irans angeht:

    Fefes Blog macht auf einen X-Tweet von Scott Ritter aufmerksam, der dem ganzen Vorgang noch mal eine deutliche Wendung gibt:
    https://twitter.com/RealScottRitter/status/1779649118928810163

    Demnach hat Iran den Israelis und den Amerikanern reichlich vorab seinen Angriff angekündigt und folglich auch damit gerechnet, dass ein Großteil seiner Projektile abgefangen würde.
    Aber sie haben zwei Ziele, namentlich die Luftwaffenstützpunkte Nevatim und Ramon getroffen, wobei das „beste Radarüberwachungssystem der Welt“ offenbar machtlos war. Das dürften andere Raketen gewesen sein als die übrigen.

    Was zu beweisen war, aus iranischer Sicht. Sie haben mal kurz den Israelis und den Amis klargemacht, dass Iran nicht nur Raketen hat, die relativ leicht abgefangen werden können, sondern auch solche, die durchkommen.

    So gesehen war die ganze Nummer so eine Art Leistungsdarstellung. Es heißt, Iran wolle nicht weiter eskalieren, sondern anzeigen, dass sie bei einer eventuellen Eskalation mit Macht kontern könnten.

    Reply

  • Arthur Dent
    15. April 2024 @ 21:14

    „Der Proxy erpresst gerade den Westen mit mehr Angriffen auf russische Raffinerien, wenn nicht bald zusätzliche Luftabwehrsysteme geliefert werden.“ – Die Luftabwehrsysteme (Patriot) wurden gerade in Israel „verballert“. Der „Westen“ is running short of ammunition. Obwohl unsere Außenministerin vor einigen Tagen gesagt hat, man könne der Ukraine kein Patriot-System mehr überlassen, gibt man jetzt doch ein weiteres System (aus Beständen der Bundeswehr) an die Ukraine (und schwächt damit die eigene Verteidigungsfähigkeit). Daher auch die Aufforderung an Israel, es jetzt gut sein zu lassen und nicht weiter zu eskalieren. Vermutlich sind auch Israels Bestände an Luftabwehr-Raketen zusammengeschrumpft und man kann sie nicht so ohne weiteres auffüllen.

    Reply

  • Stef
    15. April 2024 @ 20:20

    Der Vergleich zwischen Israel und der Ukraine hinkt. Israel ist ein Verbündeter, mit dem man sich konsultiert. Die Ukraine ist ein Proxy, den man verheizt.

    Wer ernsthaft glaubt, der westlichen Politelite würde es auch nur ein bisschen um die ukrainische Freiheit und Wohlfahrt gehen, glaubt vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

    Reply

    • ebo
      15. April 2024 @ 20:32

      Einem Proxy kann man sagen, was zu tun ist – einem Verbündeten nicht. Doch in der Praxis läuft es genau andersherum…

      Reply

      • Stef
        15. April 2024 @ 20:37

        Der Proxy erpresst gerade den Westen mit mehr Angriffen auf russische Raffinerien, wenn nicht bald zusätzliche Luftabwehrsysteme geliefert werden. Das ist nicht der Unterschied.

        Eher das: Der Proxy ist ersetzbar. Deshalb muss mit dem renitenten Verbündeten auch verhandelt werden. Den kann man nicht einfach fallen lassen.

      • ebo
        15. April 2024 @ 20:43

        Eher so: Der Proxy ist ein US-Proxy. Deshalb kann und will die EU da nichts melden – obwohl es sie direkt betrifft…

      • Stef
        16. April 2024 @ 07:06

        Das stimmt natürlich und gilt universell…


  • Info: https://lostineu.eu/anmerkungen-zur-iran-attacke


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.04.2024

    Die Vereinigte Front gegen China    Berlin entsendet mehr als 30 Militärflugzeuge und zwei Kriegsschiffe zu Manövern in die Asien-Pazifik-Region, verstärkt parallel zum Aufmarsch gegen Russland seine Beteiligung am Aufmarsch gegen China.

    german-foreign-policy.com, 16. April 2024

    BERLIN/TOKIO/CANBERRA (Eigener Bericht) – Die Bundeswehr weitet ihr „Indo-Pacific Deployment“ aus und entsendet dieses Jahr fast drei Dutzend Militärflugzeuge sowie zwei Kriegsschiffe zu Kriegsübungen in die Asien-Pazifik-Region. Demnach sind unter anderem Beteiligungen an einem Großmanöver der USA nahe Hawaii, an einem Luftwaffenmanöver in Australien, an weiteren Militärtrainings etwa in Japan sowie an der US-geführten Überwachung von Embargomaßnahmen gegen Nordkorea geplant. Bislang hatte Berlin nur Einheiten jeweils einer Teilstreitkraft in die Asien-Pazifik-Region geschickt – die Fregatte Bayern 2021/22, ein Geschwader der Luftwaffe 2022 und Truppen des Heeres 2023. Wie der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, bestätigt, soll die Ausweitung des „Indo-Pacific Deployment“ bestätigen, dass Berlin sich parallel zum militärischen Aufmarsch gegen Russland auch an den Militäraktivitäten gegen China beteiligen will. Zugleich sind die USA dabei, ihre Militärbündnisse in Ostasien zu festigen und vor allem die erste Inselkette unter Kontrolle zu nehmen, der Strategen spezielle Bedeutung im Kampf gegen die Volksrepublik beimessen. US-Medien sprechen von einer „vereinigten Front gegen China“.


    Zitat: Pacific Skies

    Die Luftwaffe wird das diesjährige „Indo-Pacific Deployment“, das als Weltumrundung geplant ist, gemeinsam mit den Luftwaffen Frankreichs und Spaniens durchführen. Soweit bislang bekannt, soll die „Pacific Skies-Flotte“ rund 50 Flugzeuge umfassen; 32 davon stellt die Bundeswehr. Nach Angaben von Luftwaffeninspekteur Generalleutnant Ingo Gerhartz sind erst Kriegsübungen in Alaska, anschließend weitere in Japan vorgesehen, bevor die Flotte geteilt werden soll.[1] Ein Teil wird laut Gerhartz in Australien an dem Großmanöver Pitch Black teilnehmen, zu dem ein deutsches Geschwader bereits im Jahr 2022 entsandt wurde. Pitch Black ist eine multinationale Kriegsübung, mit der sich Australien regelmäßig auf einen möglichen Krieg etwa gegen China vorbereitet.[2] Ein anderer Teil der Pacific Skies-Flotte soll nach Hawaii verlegen, um dort an RIMPAC 2024 teilzunehmen, einem US-Großmanöver, an dem sich die Bundeswehr seit 2016 beteiligt. Damals probten deutsche Einheiten unter anderem die „Befreiung“ einer Insel, die von einer Miliz namens Draco gehalten wurde. Draco heißt Drache; dieser gilt im Allgemeinen als Symbol für China.[3] Abschließend ist erstmals die Teilnahme der deutschen Luftwaffe an einem Manöver in Indien geplant.[4]


    Pacific Waves

    Die Marine plant ihre Aktivitäten im Rahmen des „Indo-Pacific-Deployments“ („Pacific Waves“) gleichfalls als Weltumrundung. Beschränkte sie sich bei ihrer ersten Asien-Pazifik-Fahrt, die die Fregatte Bayern von August 2021 bis Februar 2022 absolvierte, noch auf die Entsendung eines einzelnen Kriegsschiffs, so sollen dieses Jahr zwei in die Weltmeere stechen – die Fregatte Baden-Württemberg und der Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main. Die Baden-Württemberg gehört zur Klasse F125, der modernsten der Deutschen Marine.[5] Sie kann bei entsprechender Versorgung bis zu zwei Jahre in fernen Gewässern kreuzen. Allerdings ist sie auf den Kampf gegen Piraten und auf die Aufstandsbekämpfung im Küstengebiet spezialisiert; für die Flugabwehr etwa ist sie so wenig geeignet, dass die Bundeswehr anstelle einer F125 die ältere Fregatte Hessen der F124-Klasse zur Abwehr der Huthi-Drohnen und -Raketen ins Rote Meer entsandt hat.[6] Im Fall einer Eskalation der Spannungen in der Asien-Pazifik-Region hin zu einem offenen Krieg wäre die Fregatte Baden-Württemberg ein leichtes Opfer für die als äußerst effizient geltenden chinesischen Anti-Schiffs-Raketen.


    Seemanöver und Einflussarbeit

    Die Route, die die Pacific Waves-Flottille zurücklegen soll, ist bislang nur in Grundzügen bekannt. Vermutlich wird sie durch den Panama-Kanal in den Pazifischen Ozean einfahren, um zunächst Kurs auf Hawaii zu nehmen; dort soll sie die Luftwaffeneinheiten, die an RIMPAC 2024 teilnehmen, unterstützen. Die nächsten Stationen sind laut Marineinspekteur Vizeadmiral Jan Christian Kaack mit Japan, Singapur und wohl auch Australien Staaten, mit denen Deutschland schon seit langen Jahren militärisch kooperiert. Hinzu kommen nach aktuellem Informationsstand Zwischenstationen in Malaysia und Indonesien.[7] Dabei nennt die Deutsche Marine für Pacific Waves fünf Schwerpunkte: den Einsatz für die „Freiheit der Seewege“; die Beteiligung an – US-geführten – Maßnahmen zur Überwachung des UN-Embargos gegen Nordkorea; die „Teilnahme des Deutsch-Französischen Marineverbandes (DEFRAM) an der maritimen Präsenz der Europäischen Union im westlichen Indischen Ozean“; „Seemanöver mit Partnern in der Region“; „militärdiplomatische[...] Hafenbesuche entlang der Route, um internationale Beziehungen zu vertiefen“. Parallel dazu sind Flugzeugträger aus Frankreich (Charles de Gaulle) und Italien (Cavour) im Indischen sowie im Pazifischen Ozean unterwegs.[8]


    Kein Entweder-oder

    Mit Blick darauf, dass die Bundeswehr ihre militärischen Aktivitäten im Indischen und im Pazifischen Ozean intensiviert, während sie zugleich ihre Truppenpräsenz und ihre Manöver in Ost- und Südosteuropa verstärkt, äußert Luftwaffeninspekteur Gerhartz, es gehe bei der Frage nach den deutschen Interventionsschwerpunkten nicht um „die Frage eines Entweder-oder“, sondern um „ein Statement des Sowohl-als-auch“.[9] Demnach schließt für Berlin die etwaige Beteiligung an einem allseits heraufbeschworenen möglichen Krieg gegen Russland eine parallele Beteiligung an einem etwaigen Krieg gegen China nicht aus.


    Die erste Inselkette

    Die Gefahr, dass es zu einem solchen Krieg kommt, nimmt beständig zu. Die Vereinigten Staaten intensivieren ihre Bemühungen, die Länder und Gebiete der sogenannten ersten Inselkette – Japan und die Philippinen sowie die südostchinesische Insel Taiwan – zu einem festen Bündnis gegen China zusammenzuschweißen. Von der ersten Inselkette aus lässt sich die Volksrepublik auf breiter Front angreifen; zudem kann, wer sie kontrolliert – das sind aktuell die USA –, die chinesische Marine vor der chinesischen Küste einschließen und sie damit ihrer militärischen Handlungsfreiheit berauben. Washington ist zuletzt vor allem dazu übergegangen, die Philippinen als Marine-, Heeres- und Luftwaffenstützpunkt zuzurichten und damit den militärischen Druck auf China deutlich zu erhöhen (german-foreign-policy.com berichtete [10]). Derzeit droht der Konflikt zwischen Beijing und Manila um ein Riff im Südchinesischen Meer, das Second Thomas Shoal, zu eskalieren; aktuelle Berichte belegen, dass Manila Angebote der chinesischen Regierung, sich in Verhandlungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts zu bemühen, brüsk abgewiesen hat – mutmaßlich in politischer Abstimmung mit Washington.[11]


    Bündnisse und Manöver

    Erst in der vergangenen Woche haben die Vereinigten Staaten ihre militärischen Bündnisse am Pazifik deutlich intensiviert. Zunächst empfing US-Präsident Joe Biden den japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida im Weißen Haus, um den Ausbau nicht nur der wirtschaftlichen und der technologischen, sondern auch der militärischen Zusammenarbeit voranzutreiben. In die gemeinsamen Aktivitäten der jeweiligen Streitkräfte werde vor allem auch Australien einbezogen, hieß es.[12] Anschließend empfing Biden Kishida und den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand „Bongbong“ Marcos, zu einem Dreiergipfel. Dabei ging es ebenfalls um die Verstärkung der Militärkooperation. Biden und Kishida sagten Marcos zudem ökonomische und technologische Unterstützung zu. Man habe erst unlängst gemeinsame Kriegsübungen der USA, Japans, der Philippinen und Australiens im Südchinesischen Meer durchgeführt, hieß es am Rande der Zusammenkunft; weitere solche Manöver sollten folgen. Die New York Times sprach ausdrücklich von der Schaffung einer „Vereinigten Front gegen China“.[13] In diese reiht sich jetzt die Bundeswehr mit dem diesjährigen Indo-Pacific Deployment ein.

     

    [1] Helena Legarda: The Bundeswehr Returns to the Indo-Pacific. ip-quarterly.com 20.03.2024.

    [2] S. dazu Die zweite Front der Bundeswehr.

    [3] S. dazu Kriegsspiele im Pazifik.

    [4] Pacific Skies/Pacific Waves: Auftakt zum Indo-Pacific Deployment 2024. bundeswehr.de 22.03.2024.

    [5] Alex Luck: German Navy Chief Talks Indo-Pacific Deployment, Round The World-Sail. navalnews.com 05.02.2024.

    [6] S. dazu Kriegserfahrung sammeln.

    [7] Pacific Skies/Pacific Waves: Auftakt zum Indo-Pacific Deployment 2024. bundeswehr.de 22.03.2024.

    [8] Alex Luck: German Navy Chief Talks Indo-Pacific Deployment, Round The World-Sail. navalnews.com 05.02.2024.

    [9] Pacific Skies/Pacific Waves: Auftakt zum Indo-Pacific Deployment 2024. bundeswehr.de 22.03.2024.

    [10] S. dazu Spiel mit dem Feuer.

    [11] Franco Jose C. Baroña: PH ignored China’s proposals on sea row. manilatimes.net 11.03.2024.

    [12] Peter Baker, Michael D. Shear: Biden and Kishida Agree to Tighten Military and Economic Ties to Counter China. nytimes.com 10.04.2024.

    [13] Michael D. Shear: Biden Aims to Project United Front Against China at White House Summit. nytimes.com 11.04.2024.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9530


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Scott Ritter: "Ein großer iranischer Sieg"

    aus e-mail von  Doris Pumphrey, 15. April 2024, 12:31 Uhr


    https://odysee.com/@RTDE:e/Scott-Ritter-zu-Irans-Vergeltungsschlag-auf-Israel---Ein-gro%C3%9Fer-iranischer-Sieg-:2


    *Scott Ritter zu Irans Vergeltungsschlag auf Israel:

    "Ein großer iranischer Sieg"


    George Galloway, *britischer Abgeordnete/: Würden Sie uns mit ihrer

    einzigartigen Erfahrung beschreiben, was bei dem iranischen Angriff auf

    Israel letzte Nacht passiert ist?


    /*Scott Ritter*, ehemaliger Offizier für Aufklärung der

    US-Marineinfanterie und UN-Waffeninspekteur:


    Nun, einfach ausgedrückt: Die iranische Regierung hat eine öffentlich

    wahrnehmbare Abschreckungspolitik etabliert. Sie hat Israel – und nicht

    nur Israel, sondern auch die USA und jede andere Nation in

    Raketenreichweite – wissen lassen, dass ein Angriff auf iranisches

    Territorium einen hohen Preis haben wird.

    Viele haben darauf hingewiesen, dass sie weder einen Flugplatz noch ein

    israelisches Hauptquartier zerstört und auch nicht Hunderte oder

    Tausende Israelis getötet haben. Das hatten sie auch nicht vor.


    Sie haben den Israelis und den Amerikanern nur gezeigt, dass sie in der

    Lage sind, einen Flugplatz zu zerstören. Alles, was die Israelis tun

    müssen ist, auf eine Karte zu schauen, zu sehen, wo die iranischen

    Raketen eingeschlagen sind, und zu verstehen, dass die Iraner getroffen

    haben, worauf sie gezielt haben. Und es gab nichts, was Israel hätte tun

    können, um diese Raketen daran zu hindern, ihr Ziel zu erreichen.


    Und Israel hat den am besten verteidigten Luftraum der Welt, mit der

    ausgefeiltesten Raketenabwehrtechnologie, die in großem Umfang

    eingesetzt wird. Und sie konnten die iranischen Raketen nicht stoppen.


    Das war, wie ich es nenne, eine der größten militärischen

    Demonstrationen der modernen Geschichte. Denn Iran hat damit nicht nur

    Israel in seine Schranken verwiesen, sondern auch so unglaublich es

    klingt, eine Grundlage für Frieden und Stabilität im Nahen Osten

    geschaffen, indem er Optionen aus dem Weg geräumt hat, die Israel und

    die USA für die Zukunft in Betracht gezogen hätten, wie etwa einen

    Präventivschlag gegen die iranischen Nuklearanlagen oder einen

    Strafschlag gegen das iranische Regime.


    Die USA und Israel wissen jetzt, dass der Preis, den sie für einen

    solchen Versuch zahlen müssten, unerschwinglich hoch wäre. Im Fall von

    Israel könnte er sogar fatal sein.


    Iran begann den Angriff mit dem Abschuss der langsamsten und lautesten

    Waffe in seinem Arsenal, den Shahed-Drohnen. Und sie taten dies, weil

    sie ein Signal an Israel, die USA und alle anderen senden wollten: „Wir

    greifen Israel an.“


    Wenn sie einen tödlichen Angriff hätten durchführen wollen, warum

    sollten sie ihn fünf Stunden vorher ankündigen? Warum Israel die Chance

    geben, seine wertvollen Anlagen von den gefährdeten Stützpunkten

    abzuziehen?

    Warum sollte man den USA, Großbritannien und Frankreich die Chance

    geben, ihre Ressourcen zu verlegen – Schiffe, Flugzeuge über Jordanien,

    – um diese Raketen abzufangen?


    Iran hat gesagt: „Wir kommen, schießt uns ab.“ Und das haben sie getan.

    Sie sind los und haben die Drohnen abgeschossen.


    Nun, Iran hat Drohnen im Wert von Dutzenden Millionen Dollar gestartet.

    Die USA und Israel haben Milliarden Dollar ausgegeben, um sie

    abzuschießen. Das ist eine finanzielle Bilanz, die nicht tragbar ist.

    Und das war einer der Punkte, die Iran angesprochen hat: “Ihr könnt euch

    diese Art von Krieg nicht leisten.“


    Iran kann das den ganzen Tag lang tun. Sie haben Israel gezeigt, wozu

    sie in der Lage sind. Und ich kann Ihnen garantieren, dass es Leute wie

    mich gibt, die in Uniform oder als Geheimdienstoffiziere genau dieselbe

    Analyse durchführen und lange kritische Berichte die Befehlskette hinauf

    schreiben, in denen es heißt: „Hört auf mit diesem Unsinn. Wir können

    diesen Krieg nicht gewinnen. Es ist vorbei, Leute. Hört auf! Wir haben

    hier keine Verteidigung mehr. Wenn Iran einmarschiert, sind wir

    machtlos. Das wird unkontrollierbar eskalieren. Sorgen Sie dafür, dass

    dies jetzt aufhört.“


    Deshalb hat Joe Biden mit den G7-Staaten telefoniert, um bei Israel zu

    intervenieren. Deshalb hat Joe Biden mit [Benjamin] Netanjahu

    telefoniert. Und auch Netanjahus Generäle sagen ihm: „Halten Sie sich

    zurück. Wir können diese Schlacht nicht gewinnen.“


    Das ist ein großer iranischer Sieg.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Was wenn der Westen diesen Angriff dennoch in den Medien gewinnt und vom Wahn umjubelte Patrioten auf den Plan ruft?
    15.04.2024

    Israel ist ein illegaler Staat. Dr. Ralph Wilde am Internationalen Gerichtshof

    lobalresearch.ca, vom 29. Februar 2024

    Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 wurde mindestens drei Jahre zuvor von den USA, Großbritannien und Israel geplant

    Von Dr. Ralph Wilde und Peter Koenig


    Region:

    Thema: ,

    Ausführlicher Bericht:



    Die Bemühungen von Big Tech, Wahrsager zum Schweigen zu bringen: Globale Online-Empfehlungskampagne für Forschung

    ***

    Am Montag, den 26. Februar 2024, sprachen die Arabische Liga, Sambia und die Türkei vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag über die Folgen der israelischen Besetzung von Gaza und dem Westjordanland.


    Sehen Sie sich diese Videoaufzeichnung der gesamten Gerichtssitzung an (2:42:15 h). Ab Minute 00:57 der Youtube-Aufzeichnung spricht Dr. Ralph Wilde , Senior Council und Advocate, im Namen Palästinas (26 Min.):

    Dr. Wildes  Plaudereien – ALLE auf rechtlichen Fakten und internationalem Recht beruhend – zerstören völlig die Legalität Israels, der Existenz Israels. Wir gehen über 100 Jahre zurück, von der Balfour-Erklärung von 1917 bis hin zur illegalen „Übergabe“ Palästinas an die Vereinten Nationen durch das Vereinigte Königreich im Jahr 1947.


    Arthur James Balfour war ein konservativer britischer Politiker, dann Außenminister und ehemaliger britischer Premierminister (1902–1905).

    Die Balfour-Erklärung war eine öffentliche Erklärung der britischen Regierung im Jahr 1917 während des Ersten Weltkriegs, in der sie ihre Unterstützung für die Errichtung einer „nationalen Heimat für das jüdische Volk“ in Palästina ankündigte, einer damals osmanischen Region mit einer kleinen jüdischen Minderheit von etwa 11 %.

    Die Briten beanspruchten zu Unrecht – wie Dr. Wilde gut darlegt – das „Mandat“ für Palästina (1918-1948), weil die Briten Gebiete besetzt hatten, die zuvor vom Osmanischen Reich beherrscht wurden.


    Mit den Friedensverträgen, die den Ersten Weltkrieg beendeten, wurde jedoch auch das nach dem Krieg entstandene Prinzip der Selbstbestimmung verankert. Das bedeutet, dass Palästina bereits im Jahr 1918 das Recht auf Selbstbestimmung ohne Mandat des Vereinigten Königreichs oder einer anderen Person über seine neu gewonnene Souveränität hatte.


    Siehe auch hier für die Geschichte der Balfour-Erklärung.

    Im November 1947 übergab das Vereinigte Königreich sein fälschlicherweise beanspruchtes Mandat über Palästina an die Vereinten Nationen. Die neu gegründeten Vereinten Nationen (24. Oktober 1945 in San Francisco) mit nur 53 Mitgliedern im Jahr 1947 verabschiedeten eine Teilungsresolution der UN-Generalversammlung (UNGA), die nicht befugt ist, rechtsverbindliche Resolutionen zu ratifizieren. Somit hatte die Abstimmung der UNGA keine völkerrechtliche Gültigkeit.

    Israel: Eine Apartheidnation

    Diese Resolution der UN-Generalversammlung zur Gründung Israels wurde von den arabischen Staaten entschieden abgelehnt – aber der zionistische Einfluss auf andere UN-Mitglieder war überwältigend. Dennoch hatte die UN-Resolution keine völkerrechtliche Grundlage.

    Das von Großbritannien unterstützte UN-Urteil löste die Nakba („Katastrophe“ auf Arabisch) von 1947 bis 1948 aus, die sich auf die Massenvertreibung von Palästinensern durch Juden bezieht und einen Teil (fast 80 %) Palästinas zu Israel machte (21.670 km2 von Gesamtpalästina). 28.000 km2).

    Nakba wurde zu einem Massaker und der ersten ethnischen Säuberung durch das spätere Israel, da vertriebenen Palästinensern das Recht auf Rückkehr in ihr Heimatland entzogen wurde.

    Während der Nakba zerstörte Israel 531 palästinensische Städte und tötete etwa 15.000 Palästinenser.

    Vor der Nakba war Palästina eine multiethnische und multikulturelle Gesellschaft, die in Frieden lebte.

    Am 14. Mai 1948 erklärte Israel offiziell seine Unabhängigkeit, verkündet von David Ben-Gurion , dem geschäftsführenden Leiter der Zionistischen Weltorganisation, Vorsitzenden der Jewish Agency for Palestine und bald ersten Premierminister Israels (siehe hier ).


    Seitdem wurden Palästinenser in den letzten 76 Jahren vom rassistischen Israel als Bürger zweiter oder sogar dritter Klasse betrachtet und diskriminiert, was zu unzähligen willkürlichen Tötungen führte. Seit 2007 ist der Gazastreifen militärisch von den israelischen Streitkräften (IDF) besetzt und hat sich zum größten Freiluftgefängnis der Welt entwickelt, in dem etwa 2,4 Millionen Palästinenser auf einer Fläche von 365 Quadratkilometern (km2) eingesperrt sind.


    Sehen Sie sich hier den außerordentlichen Verteidigungsvortrag von Dr. Ralph Wilde am 26. Februar 2024 vor dem Internationalen Gerichtshof im Friedenspalast in Den  Haag an:

    Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, der den anhaltenden Krieg auslöste, wurde mindestens drei Jahre zuvor von den USA, Großbritannien und Israel geplant. In den letzten viereinhalb Monaten forderte es rund 35.000 palästinensische Todesopfer – davon 70 % Frauen und Kinder.

    Derzeit leben etwa 1,4 Millionen Palästinenser in oder um Rafah, der Grenzstadt zur ägyptischen Sinai-Halbinsel. Sie hungern, da Israel verhindert, dass internationale Lebensmittel- und Wasserlieferungen nach Gaza gelangen. Berichten zufolge blockiert Israel die Einfahrt von bis zu sieben Kilometern lebenserhaltenden Lastwagen für Gaza in den Gazastreifen durch das Rafah-Tor.


     Trotz des extremen Leids und des massiven Sterbens der Palästinenser beharrt Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sisi auf seiner offiziellen Erklärung, dass keine palästinensischen Flüchtlinge nach Ägypten einreisen dürfen. Vergleichen Sie dies mit den folgenden Beobachtungen.


    Luftaufnahmen zeigen, dass in der Sinai-Wüste riesige Zeltstädte gebaut wurden und werden, was den Schluss zulässt, dass der erwartete arabische und angeblich palästinensische Verbündete Abdel Fattah el-Sisi eine geheime Vereinbarung mit Netanyahu getroffen hat, um die verbleibenden Palästinenser aufzunehmen Gaza – bis zu 1,4 Millionen – unter bestimmten Umständen


    Die Vertreibung der Palästinenser in die Sinai-Wüste wäre die ultimative ethnische Säuberung des rassistischen zionistischen Staates Israel. Es würde auch ein weiteres Massaker bedeuten, das die Welt in der jüngeren Geschichte noch nicht gesehen hat.

    Aber was sind diese besonderen Umstände ? Obwohl Ägypten so hoch verschuldet ist, dass der IWF kürzlich die Auszahlung eines IWF-Darlehens in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar blockiert hat, hat derselbe IWF Ägypten gerade ein Darlehen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar gewährt, um zur Linderung der sozioökonomischen Folgen des Krieges in Gaza beizutragen.  Im allgemeinen Sprachgebrauch würde man das Erpressung oder einfach den Kauf eines Landes nennen.  Ausführliche Informationen finden Sie hier .

    Sogar sogenannte internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) sind nicht nur von Zionisten unterwandert, sie werden auch von ihnen dominiert. Genauso wie die FED und die alles kontrollierenden Finanzgiganten – siehe hier .

    Die Frage, die gestellt werden muss, ist: Wer wird sich in einer sich schnell verändernden Welt durchsetzen?

    Wird es an der Allmacht des Zionismus liegen oder an der positiven Ausstrahlung der entschlossenen, friedlichen und rechtssicheren Argumente, die Dr. Ralph Wilde, Anwalt und Anwalt für Palästina, am 26. Februar 2024 vor dem Internationalen Gerichtshof vorbrachte?

    Hoffnung stirbt zuletzt

    Und der spirituelle Einfluss der Hunderten Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen auf der ganzen Welt, die mit ihren bloßen Gedanken das palästinensische Volk unterstützen, ist gewaltig.

    *

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    Peter Koenig  ist ein geopolitischer Analyst und ehemaliger leitender Ökonom bei der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo er über 30 Jahre lang weltweit tätig war. Er ist der Autor von  Implosion – Ein Wirtschaftsthriller über Krieg, Umweltzerstörung und Unternehmensgier; und  Co-Autorin von Cynthia McKinneys Buch „When China Sneezes:  From the Coronavirus Lockdown to the Global Politico-Economic Crisis“ ( Clarity Press – 1. November 2020). 

    Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG). Er ist außerdem nicht ansässiger Senior Fellow des Chongyang-Instituts der Renmin-Universität in Peking.  

    Das vorgestellte Bild ist ein Screenshot aus dem ersten Video oben

    Die Originalquelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Dr. Ralph Wilde und Peter Koenig , Global Research, 2024


    Info: https://www.globalresearch.ca/israel-illegal-state-dr-ralph-wilde-icj/5850966


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Iran auf dem Vormarsch: Vergeltung, „wichtige militärische Ziele“. Peter Koenig

    globalresearch.ca, Global Research, 15. April 2024, Von Peter Koenig Region: , , Von Peter König


    Region: ,

    Thema: ,

    Ausführlicher Bericht:



    Globale Forschungsempfehlungskampagne: Unsere Leser sind unsere Lebensader

    ***

    Die Warnung hing an der Wand. Seit Israel am 1. April 2024 „aus heiterem Himmel“ das iranische Konsulat in Damaskus, Syrien, angegriffen und dabei sieben Menschen, darunter zwei Generäle, getötet hat, war mit einer iranischen Vergeltung zu rechnen.


    Das berichtet die New York Times (NYT). 

    „Iran startete am Samstagabend einen gewaltigen Luftangriff auf Israel und startete mehr als 200 Drohnen [andere Quellen sprechen von 300 Drohnen] und Raketen als Vergeltung für  einen tödlichen israelischen Luftangriff  in Syrien vor zwei Wochen und markierte eine deutliche Eskalation der Feindseligkeiten zwischen den beiden.“ zwei regionale Feinde.“


    Nach Angaben der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) gab es über 300 örtliche Bedrohungen, darunter etwa 200 Drohnen, 100 ballistische Raketen und 30 Marschflugkörper. Sieh dir das an .

    Israel und seine westlichen Freunde behaupten, dass viele der Drohnen von der IDF und der Hilfe der alliierten militärischen Unterstützung abgefangen wurden. Zu letzteren zählen offenbar Großbritannien, Frankreich und Jordanien – und höchstwahrscheinlich auch die seit langem in der Region stationierten US-NATO-Streitkräfte.


    Dennoch sei laut mehreren RT-Berichten ein groß angelegter Raketen- und Drohnenangriff auf Israel ein Erfolg gewesen, heißt es in einer von der Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichten Erklärung der iranischen Revolutionsgarde (IRGC). Dem Militär der Islamischen Republik sei es gelungen,   einige  „wichtige militärische Ziele zu treffen und zu zerstören“ ,  hieß es weiter, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.


    Von iranischen Medien in sozialen Netzwerken veröffentlichte kurze Videoclips, in denen zu sehen ist, wie Raketen der Islamischen Republik ihre Ziele in Israel treffen. RT berichtet, dass mehrere Raketen offenbar Ziele in einer Siedlung getroffen hätten, ohne jedoch den Wahrheitsgehalt der Clips bestätigen zu können.


    Der Guardian informiert, dass es sich um den ersten direkten Angriff der Islamischen Republik auf den jüdischen Staat überhaupt handelte, eine Entwicklung, die die beiden Länder nach mehr als einem Jahrzehnt Schattenkrieg und zunehmendem Stress, sechs Monate nach Beginn Israels, an den Rand eines umfassenden Konflikts bringt Krieg in Gaza nach dem Hamas-Angriff im vergangenen Oktober.


    Im israelischen Fernsehen wurde berichtet, dass der Iran mehr als 100 Drohnen und Marschflugkörper auf Israel abgefeuert habe, und der Iran sagte später, er habe eine „erste Welle“ ballistischer Raketen abgefeuert. Sieh dir das an .


    Dieser neueste Kriegsschauplatz ist in voller Entwicklung. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, was genau passiert ist und bis zu welchem ​​Ausmaß der Konflikt eskalieren könnte. Ein regionaler Krieg, der sich zu einem Weltkriegsszenario ausweiten könnte, ist eine echte Gefahr. Es hängt weitgehend davon ab, in welchem ​​Umfang ausländische – nicht regionale – Akteure beteiligt werden. Arabische Staaten haben bereits vor jeder „ausländischen“, also nichtregionalen Intervention gewarnt. Konkret sind damit die USA/NATO gemeint. Letzteres würde natürlich fast alle rückgratlosen europäischen Nationen einschließen.

    Riesiger Krieg im Nahen Osten – mit den USA darin

    *

    Der Iran hat viele Gründe für Vergeltungsmaßnahmen. Abgesehen vom Ereignis des syrischen Konsulats auch die Tötung von General Qasem Soleimani durch einen gezielten US-Drohnenangriff am 3. Januar 2020 in Bagdad. Dieses Attentat wurde noch unter Präsident Trump verübt, aber es bleibt die Frage, ob er im Namen Israels gehandelt hat – wie viele Analysten vermuten? 

    Nach einer öffentlichen Trauerfeier für Generalmajor Soleimani feuerte der Iran Raketen auf US-Militärstützpunkte im Irak ab und verletzte dabei mindestens 110 Soldaten. Todesfälle wurden nicht offiziell gemeldet.


    In den letzten Jahrzehnten kam es zu unzähligen israelischen Provokationen gegenüber dem Iran. Israels Absicht besteht darin, den Iran als Teil seines „Masterplans“ für „ Großisrael “ und die Kontrolle über den Golf von Hormus mit Zugang zum Arabischen Meer – und letztendlich nach Asien – auszulöschen. Und im Norden, wo Israel derzeit versucht, die Palästinenser brutal zu ermorden und sie aus ihrem Heimatland zu vertreiben, ein grausames Gemetzel, das von den meisten westlichen unmenschlichen Führern unterstützt wird (sic).


    Dabei handelt es sich nicht nur um eine „soziale Säuberung“ der Apartheid, sondern auch um die Inbesitznahme und den Diebstahl von Offshore-Gasreserven im Gazastreifen im Wert von Dutzenden oder Hunderten von Milliarden.


    Natürlich ist Israel ein illegaler Staat auf palästinensischem Land, das 1917 durch die von Großbritannien geförderte, zionistisch initiierte Balfour-Erklärung mit Unterstützung der damals 52 jungen, von den USA dominierten Vereinten Nationen im Jahr 1948 gestohlen wurde. Sieh dir das an .

    *

    In den letzten rund 100 Jahren wurde und wird Washington sowohl stillschweigend als auch offen von einer starken weltweiten zionistischen Bewegung manipuliert. Zionisten kontrollieren das Finanzsystem der Welt – zumindest der westlichen Welt – Big Finance, Wall Street und nicht zuletzt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, Schweiz, auch Zentralbank aller Zentralbanken genannt, und kontrollieren etwa 90 % des weltweiten Geldflusses. Alle unter dem Kommando der Zionisten.


    Es besteht eine starke symbiotische Beziehung, eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Zionisten, dem heutigen Israel und den USA. Die Zionisten, das selbsternannte auserwählte Volk, schwingen das Zepter der großen Finanzwelt und streben nach der Weltherrschaft durch Groß-Israel (siehe vorläufige Karte unten), mit der militärischen Macht der Vereinigten Staaten.


    Der Iran ist der größte Stolperstein für die israelischen Zionisten, ihr Ziel zu erreichen. Sobald der Iran erobert ist, träumen sie davon, dass Saudi-Arabien und die anderen Golfstaaten ihren Platz einnehmen werden.


    Durch den diskreten Einfluss der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste wurde es dem zionistischen Israel ermöglicht, eine „heimliche“ Atommacht zu werden. Sie wissen, dass sie nicht nur auf die finanzielle Unterstützung der US-Steuerzahler zählen können, sondern, was noch wichtiger ist, auch auf die militärische Macht des Pentagons. Übrigens haben US-Steuerzahler in den 75 Jahren ihres Bestehens einen beträchtlichen Teil des Staatshaushalts Israels finanziert.

    Klingt kontrovers, nicht wahr – da die Zionisten die Kontrolle über die weltweiten Finanzriesen haben?


    Israels Provokationen gegenüber dem Iran werden von Washington offen oder stillschweigend unterstützt oder sogar gefördert. Am liebsten würden die Washingtoner Kriegstreiber mit dem Iran in den Krieg ziehen, einem militärischen und wirtschaftlichen Schwergewicht weit über den Nahen Osten hinaus.


    Und jetzt, als neues BRICS-Mitglied (BRICS-plus 5 [das sechste Land, Argentinien, ist ausgetreten]), hat sich die Stärke Irans mit so wichtigen Verbündeten wie China und Russland fast exponentiell vergrößert.

    *

    Der Angriff Israels auf das iranische Konsulat in Damaskus könnte der Funke gewesen sein, der das Feuer entfachte. Das Ausmaß des „Feuers“ kann noch nicht abgeschätzt werden, da es vom klaren Denken und der Besonnenheit – oder auch nicht – der westlichen Entscheidungsträger – insbesondere der NATO-Länder – abhängt.


    Präsident Biden hat sich deutlich geäußert, also westliche Medien:

    „Unsere Unterstützung für die Sicherheit Israels ist unerschütterlich. Die Vereinigten Staaten werden an der Seite des israelischen Volkes stehen und seine Verteidigung gegen diese Bedrohungen aus dem Iran unterstützen.“


    Wie ernst ist dieses amerikanische Versprechen? Es steht mehr auf dem Spiel als nur Worte, insbesondere wenn man bedenkt, dass Israel wegen seines ununterbrochenen Angriffs auf Gaza und Palästina im Allgemeinen immer tiefer in die Sympathie der Welt gerät – bei dem mehr als 35.000 Palästinenser getötet wurden, von denen etwa 70 % Frauen und Kinder sind.


    Können sich die USA aus strategischer Sicht diese „unerschütterliche“ Unterstützung für eine Nation, die einen regelrechten Völkermord verübt, leisten? Und zweitens weiß Washington, dass Iran volle Unterstützung von Russland und China, den BRICS-Verbündeten Irans, genießt. Die BRICS-Assoziation hat eine ähnliche Bedeutung wie die NATO: Ein Land anzugreifen bedeutet, sie alle anzugreifen – und die Vergeltung kann massiv sein.


    Gibt es noch ein paar klar denkende westliche politische Menschenstrategen, die nicht die völlige Zerstörung der Zivilisation, wie wir sie kennen, riskieren? Wie Präsident Putin mehrfach gewarnt hat, gibt es in einem Dritten Weltkrieg keinen Gewinner, wenn man auf Atomkraft umschaltet.

    Hoffen wir, dass die Vernunft und der Sinn für Frieden siegen werden.

    *

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    Peter Koenig  ist ein geopolitischer Analyst und ehemaliger leitender Ökonom bei der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo er über 30 Jahre lang weltweit tätig war. Er ist der Autor von  Implosion – Ein Wirtschaftsthriller über Krieg, Umweltzerstörung und Unternehmensgier; und  Co-Autorin von Cynthia McKinneys Buch „When China Sneezes: From the Coronavirus Lockdown to the Global Politico-Economic Crisis“ (Clarity Press – 1. November 2020).

    Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG). Er ist außerdem nicht ansässiger Senior Fellow des Chongyang-Instituts der Renmin-Universität in Peking. 

    Die Originalquelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Peter Koenig , Global Research, 2024Die USA lehnen Israels Einladung zum Beginn des Dritten Weltkriegs ab (vorerst)

    15. April 2024

    Israel und das US-NATO-Bündnis. Auf dem Weg zur militärischen Eskalation? „Theater Iran Near Term (TIRANNT)“? Der Krieg gegen den Iran liegt nicht länger auf Eis?

    4. Januar 2018

    Erleben wir eine Abschwächung der amerikanisch-israelischen Aggression?

    15. April 2024

    Der Gaza-Krieg endet. Bekommt Biden einen Nobelpreis?

    15. April 2024

    Der sich ausweitende Krieg im Nahen Osten. Geplanter amerikanisch-israelischer Angriff auf den Iran, der Krieg gegen die Energie, strategische Wasserstraßen

    31. Okt. 2017

    Die Raketen des Aprils. „Iranische Raketen regneten auf Israel“. Scott Ritter

    15. April 2024


    Für Medienanfragen: publications@globalresearch.ca


    Info: https://www.globalresearch.ca/iran-on-the-rise/5854744


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Erklärung des Bundesausschusses Friedensratschlag zum Verbot des Palästina-Kongresses

    aus e-mail von Palästina Initiative Region Hannover, 15. April 2024, 23:09 Uhr


    Liebe Palästina- und Israel-Interessierte,


    Wir leiten weiter:


    ERKLÄRUNG DES BUNDESAUSSCHUSSES FRIEDENSRATSCHLAG ZUM VERBOT DES

    PALÄSTINA-KONGRESSES IN BERLIN


    Der vom 12.-14.4. geplante Palästina-Kongress in Berlin unter dem Motto:

    „Wir klagen an“ wurde nach im Vorfeld bereits stattgefundenen massiven

    Diffamierungen aus Politik und Medien am Freitag nur kurze Zeit nach

    Beginn aufgelöst und verboten. Mehrere Menschen, darunter auch Personen

    jüdischer Herkunft, wurden verhaftet. Das Vorgehen von Politik und

    Polizei – obwohl es weder vor, noch während noch nach dem Kongress zu

    keinerlei strafbaren Äußerungen gekommen ist – darf nicht hingenommen

    werden.


    Bereits im Vorfeld wurde alles versucht, um die friedliche Konferenz zu

    verhindern, auf der insbesondere eine Koexistenz von Israelis und

    Palästinensern praktiziert wurde. Die Schikanen gingen von

    Kontensperrungen und dem Versuch, mithilfe des Bauamts und der Feuerwehr

    unüberwindbare Hürden aufzubauen sowie willkürliche Auflagen zu

    erlassen, über Betätigungsverbote bis hin zur Verhinderung von Einreisen.


    Neben ihren völlig haltlosen Anschuldigungen gegen den Kongress, seine

    Organisator:innen, Teilnehmer:innen und Redner:innen machen sich

    deutsche Politik und Medien der Verharmlosung israelischer

    Kriegsverbrechen an der Bevölkerung des Gazastreifens, der Westbank und

    Ostjerusalems schuldig. Selbst Zahlen der im Gazastreifen Getöteten

    sowie die von Israel verursachte Hungerkatastrophe in der Küstenenklave

    werden in Zweifel gezogen. Über die deutsche Mitverantwortung spricht

    man lieber nicht. Und das, während Deutschland als zweitgrößter

    Waffenlieferant Israels und wegen seiner Streichung der Gelder für das

    UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge UNRWA bereits vor dem

    Internationalen Gerichtshof in Den Haag steht.


    Die Bundesregierung isoliert mit ihrer Politik Deutschland in der

    gesamten Welt und handelt ohne jeden moralischen Kompass und Werte. Sie

    muss sich stattdessen für Deeskalation und diplomatische Lösungen im

    Israel-Palästina-Konflikt einsetzen.


    Das Verbot des Kongresses ist ein riesiger Skandal und stellt eine

    weitere bedrohliche Eskalation bei der Aushebelung demokratischer Rechte

    dar. Die fortschreitende Einengung jeglicher Meinungskorridore in

    Deutschland ist brandgefährlich für alle, weil es das demokratisch

    verbriefte Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränkt. Die

    zunehmende Unterdrückung von Meinungsäußerungen sowie die Repression

    aller kritischen Stimmen zum israelischen Krieg im Gazastreifen und dem

    absolut unverhältnismäßigen Vorgehen der israelischen Regierung und

    Armee geht uns alle an.


    Kassel, den 14.4.2024


    Herzlichen Gruß www.palaestina-initiative.de Hans Norden


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Vom Albtraum der Faeser-Demokratie
    Götzendienst-Polizei überwacht den Diskurs: Es geht nicht mehr um Wahrheit, sondern nur noch um Gefolgschaftstreue oder Verrat

    publikumskonferenz.de, Posted on 14. April 2024 by Maren Müller, Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam


    Quelle Beitragsbild: dpa


    Nancy Faeser. Ihr Vorname  bedeutet „die Begnadete“. Dafür kann sie nichts. Für ihre anmaßende und engstirnige Herrschsucht aber schon. „Ich-kann-mich-nicht-erinnern“-Kanzler Scholz nahm sie trotzdem (deswegen?) in sein Ampel-Ensemble auf. Seither hütet Nancy unser Grundgesetz ein und erweist sich gnadenlos als Fehlbesetzung: als fleischgewordener Widerspruch zum Freiheitsideal unserer Ersatz-Verfassung. Scholz‘ und Faesers SPD liegt im verdienten Trend: Nur noch 15 Prozent erreicht sie im April gemäß „Deutschlandtrend“ des Instituts infratest dimap.


    Faeser, die Verfassungsschutz-Ministerin: Wir reden hier nicht von Stilfragen und Petitessen. Sondern vom gänzlich fehlenden Demokratieverständnis einer Politikerin, die nicht einmal versucht, das Grundgesetz „unterm Arm und im Bewusstsein“ zu tragen. Die bürgerlichen Freiheitsrechte interpretiert sie nach Gutdünken. Politische Konkurrenten erklärt sie zu Demokratiefeinden. Widerspruch gegen die Regierungslinie hält sie für etwas, das vom Geheimdienst überwacht und eigentlich verboten gehört. All dies liegt im „Zeitgeist“ und im deutschen Genom: Unter Beifall der Massen mehr und mehr Überwachung, mehr Bevormundung, mehr herbeigepresster mentaler Gleichschritt. Die Historie der Mehrheits-SPD ist dafür beispielhaft.

    Faesers manischer Kontrollzwang zeigte sich schon beim Regierungsantritt der Ampelkoalition. Die hatte eigentlich vertraglich vereinbart, „Maßnahmen zum Scannen privater Kommunikation und eine Identifizierungspflicht“ abzulehnen. Doch die erste Frau an der Spitze des Innenministeriums wollte trotzdem und will den staatlichen Zugriff auf den privaten Gedankenaustausch.

    Noch ist nach geltenden EU-Regeln die Online-Kommunikation vertraulich: Internet-Dienste „dürfen nicht mithören, abhören, speichern oder auf andere Arten abfangen oder überwachen“.

    Damit soll bald Schluss sein. Die Chat-Kontrolle und Erniedrigung des Bürgers zum Objekt der Gedankenpolizei könnte auf demokratiefernem Umweg über Brüssel nach Deutschland kommen.


    Beweislast-Umkehr

    Apropos Demokratieferne: Im Nachgang zur sogenannten „Reichsbürger-Razzia“ stellte Faeser ihr autoritäres Denken in der Talksendung „Maischberger“ unter Beweis. Man wolle bei den „Feinden der Demokratie noch genauer hingucken“. Beispielsweise das Disziplinarrecht für Angestellte im Öffentlichen Dienst so umgestalten, dass es künftig viel einfacher sein werde, Dissidenten zu „entfernen“. Für eine Kündigung reiche dann der bloße Verdacht auf „Demokratiefeindlichkeit“. Faeser:

    „Da muss man die Möglichkeit haben, jemanden schnell rauszubekommen“.

    Betroffenen stehe ja der Rechtsweg offen.

    Das stellt eine rechtsstaatsfeindliche Beweislast-Umkehr dar: Nicht mehr muss der öffentliche Arbeitgeber die Schuld seines Bediensteten nachweisen, sondern der Beschuldigte seine Unschuld. Faeser fand das „eine gute Idee“.

    Ihren „Chef“, den Kanzler, beeindruckt dieser herrschsüchtige Stil: Er findet seine Genossin

    „eine großartige Frau, die große Dinge kann“.

    Zwei regierende Volljuristen im Umgang mit der Demokratie.

    Wer ihrer politischen Agenda entgegentritt, dem wird flugs unterstellt, er mache den Staat verächtlich. Faesers stramme Behauptung:

    „Ziel der Rechtsextremisten ist es, die freiheitliche Demokratie abzuschaffen.“

    Da wollen Welche Faesers weißen Schimmel („freiheitliche“ Demokratie) zum Abdecker bringen? Das geht gar nicht.


    Der Regierungspopanz

    Historische und aktuelle Fakten sprechen sowieso gegen Faesers maßlose Übertreibung. Die Bundesrepublik ist bis heute nie einer existenziellen Gefährdung seitens der Rechtsextremen ausgesetzt gewesen. Denen war und ist sie viel zu lieb. Sie bot in der unmittelbaren Nachkriegszeit Alt-Nazis und Rechtsextremisten lukrative Unterbringung, Arbeit und Versorgung und ließ sie bis in höchste Ämter aufsteigen.

    Auch in späteren Jahren – nach dem Anschluss der DDR an die BRD – war der Rechtsextremismus trotz seiner medialen Präsenz und seiner Hervorhebung in ungezählten politischen Sonntagsreden keine „Gefahr für die Demokratie“. Ein paar nüchterne Zahlen:

    Vor mehr als 30 Jahren (1993) hatte der Rechtsextremismus im Nachkriegs-Deutschland seinen personellen Höchststand: 64500. Seither ist er rückläufig, jüngste Zählung: 38800 Rechtsextreme. Das sind gerade mal 0,06 Prozent (!) der rund 67,5 Millionen Erwachsenen. 1992 wurde die bisher höchste Zahl rechtsextremistisch motivierter Morde gemeldet: 32 Fälle. Neuerdings bewegt sich auch die Anzahl solcher Verbrechen nur mehr im einstelligen Bereich.

    Welche Konsequenzen zog die Justiz? Seit 1970 wurden 226 rechtsextreme Täter angeklagt. In letzter Instanz wurden sie fast durchweg nicht wegen Mord, sondern „nur“ wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder wegen Totschlags verurteilt. Lediglich 15 Prozent der Angeklagten erhielten „lebenslänglich“.(ebd.)

    Morde, gleich aus welchem Motiv, spielen in Deutschland eine absolut marginale Rolle: Jährlich werden 0,3 Morde pro 100 000 Einwohner verübt. Zum Vergleich: In den ach so bewunderten USA sind es 6,81 Morde. Fast 23-mal mehr.


    Meinungsmache statt Aktion

    Wer angesichts dieser Zahlen glaubt, die rechtsextremistische Szene in Deutschland gefährde unsere Fassaden-Demokratie, hat den Gürtel schon reichlich eng ums Gehirn geschnallt.

    Über eine neuere Untersuchung (2023) der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zum Rechtsextremismus berichtete die Tagesschau:

    “Immer mehr Deutsche teilen laut einer Studie rechtsextreme Einstellungen. Demnach hat sich ihr Anteil im Vergleich zu den Vorjahren praktisch verdreifacht.”

    Das ist wegen des willkürlich gewählten und nicht präzise begrenzten Vergleichszeitraums irreführend, es läuft auf propagandistische Panikmache hinaus. Die Studie weist anhand typisch rechtsextremer Denkmuster aus, dass sich derzeit lediglich 6 Prozent der Befragten „eine Diktatur mit einer einzigen starken Partei und einem Führer für Deutschland“ wünschen. Der ganz ähnlichen Frage für eine Studie der Universität Leipzig („Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“) hatten anno 2002(!) noch 19 Prozent der Teilnehmer zugestimmt. Legt man diese Zahlen zugrunde, haben sich die rechtsextremistischen Neigungen seither nicht verdreifacht, sondern gedrittelt.

    Die FES schreibt zwar 8 Prozent der deutschen Wahlberechtigten ein rechtsextremes Weltbild zu (2023), die parteiunabhängige und damit glaubwürdigere Leipziger „Autoritarismus-Studie“ dokumentiert (2022) dagegen nur 2,7 Prozent. Eine mögliche Erklärung für den krassen Unterschied: Die Friedrich-Ebert-Stiftung wird vom Staat mit mehr als 40 Millionen Euro bezuschusst (Stand 2021: 39,3 Millionen Euro). Wes Brot ich ess‘ … Die von der Tagesschau erwähnte Studie war von Faesers SPD in Auftrag gegeben worden.


    … und schon bist du Demokratiefeind

    71 Prozent der AfD-Wähler haben durchaus kein „geschlossen rechtsextremes Weltbild“. Der mindere Rest wählt laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung dies oder das: 29 Prozent AFD, 6 Prozent CDU, 5 Prozent Die Linke, 5 Prozent FDP, 4 Prozent SPD und 2 Prozent Die Grünen.

    Beachtenswert an der FES-Studie ist, dass sie die (begründete, berechtigte) Kritik der Bürger an Staat und Gesellschaft unter „demokratiegefährdend“ rubriziert:

    „Der Anteil potenziell demokratiegefährdender Positionen ist gestiegen. So denken beispielsweise inzwischen 32 Prozent, die Medien und die Politik würden unter einer Decke stecken (2020/21: 24 Prozent). Zudem stimmen in der aktuellen Mitte-Studie mit 30 Prozent fast doppelt so viele Befragte wie noch vor zwei Jahren der Aussage zu: ‚Die regierenden Parteien betrügen das Volk.‘“

    Hoppla! Ein mit Millionen Euro Staatsknete gemästeter Sozi-Verein diffamiert hier freihändig die Kritik souveräner Bürger als „potenziell demokratiegefährdend“? Er unterfüttert damit die heuchlerischen Äußerungen der kritikempfindlichen Regierung. Die projiziert aus machtpolitischen Motiven das Gruselbild vom angeblich staatsgefährdenden Rechtsextremismus an alle erreichbaren Wände. Und stößt damit gleich sämtliche Kritiker der Ampel vor den Kopf.

    Retourkutsche: Nähme man aggressive Kriegsgeilheit als Merkmal für rechtsextremistische Gesinnung (vor 40 Jahren gehörte das hüben und drüben zum politischen Anstand), so müsste man unzählige Sprüche aus Ministermäulern sofort auf den Index stellen. Übrigens: Im Vorfeld der EU-Wahlen wird ganz ungeniert auch über Bündnisse der „demokratischen“ Parteien mit rechtsextremen Gruppierungen spekuliert. Die Kampagnen gegen den Rechtsextremismus sind daher unaufrichtig bis hinters letzte Komma.

    Die beträchtlichen Wahlerfolge der AfD sind ihren parlamentarischen Konkurrenten ein Dorn im Auge. Die AfD hat es trotz ihres unappetitlich „völkischen“ Anteils im Funktionärsapparat geschafft, erhebliche Teile aus den eher konservativen Wählerschichten aller Parteien für sich zu gewinnen. Protestwähler.


    Der Platz an den Fleischtöpfen

    Die Altparteien fürchten weitere Wählerverluste, gestehen sich jedoch nicht ein, dass sie selbst der AfD die Wähler in die Arme treiben: Die Regierung verpulverte schon mindestens 30 Milliarden Euro für hirnverbrannte Kriegsbeteiligung in der Ukraine, schiebt den dortigen Plutokraten und Neonazis heuer weitere 7 Milliarden in den Rachen, verursacht hierzulande Inflation von beängstigendem Ausmaß, unternimmt andererseits aber nichts Systematisches gegen die zunehmende Armut. Sie delegitimiert und kriminalisiert abweichende Meinungen und findet Appelle für Frieden und Abrüstung strafwürdig.

    Aus Angst um ihren Platz an den Fleischtöpfen des Politikbetriebes, der ihnen von AfD und (neuerdings) BSW genommen werden könnte, betreiben sie Feindbildpflege und spalten die Gesellschaft. Wer ihrem Narrativ nicht folgt und eigenständige Ansichten vertritt, wird als „Extremist“, „Verschwörungstheoretiker“, „Putinversteher“, „Corona-Leugner“ oder gar „Antisemit“ etikettiert. Staatlich geschmierte Vorfeldorganisationen wie die olivgrüne „LibMod“ oder „Correctiv“ dienen dieser Art denunziatorischer Meinungsmache.


    Staatlich betreutes Demonstrieren

    Claas Relotius, Schutzpatron der journalistischen Schmierlappen, dürfte vor Neid erblasst sein, als er las, was sich seine „Correctiv“-Kollegen über das „Wannsee-Treffen“ einiger (nicht nur AfD)-Leute aus den Fingern gesogen hatten. Das Märchen einer gewollten „Zwangsremigration“ lieferte unserem politmedialen Komplex den Anlass, die Massen auf die Straße zu rufen. Die Tagesschau berichtet voller Sympathie:

    „CDU-Ministerpräsidenten sprechen vom ‚ermutigenden Zeichen‘, der Verfassungsschutz-Chef findet sie ‚erfreulich‘: Für die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus gibt es viel Lob.“ 

    Wen wundert das? Im Einvernehmen mit den Herrschenden auf die Straße gehen entspricht dem deutschen Untertanengeist: Man nimmt, dankbar für obrigkeitliches Wohlwollen, ein Vollbad in Massenharmonie und ist sich gewiss, zu den Guten zu gehören. Wasserwerfer, Tränengaswolken und Polizeiprügel sind was für „Lumpenpazifisten“ (Sascha Lobo) beziehungsweise „Vulgärpazifisten“ (Habeck). Mögen sich beide rechtsdrehende Schwätzer geohrfeigt fühlen.

    Bundesinnenministerin Faeser blieb vorbehalten, zum besagten Wannsee-Treffen einiger rechter Socken von AfD und CDU (ja, Unionschristen waren auch dabei) historische Parallelen zu ziehen: Es wecke

    Erinnerungen an die Wannseekonferenz“.

    Die unsägliche Relativierung, die in dieser Bezugnahme auf die Geheimkonferenz im Januar 1942 steckt, in der die Spitzen von SS und NSDAP die Massendeportation von Millionen Mitmenschen in osteuropäische Vernichtungslager vorbereiteten, spricht ein Urteil über Faesers Charakter.

    Gequatsche vom „starken Staat“

    Über den Erfolg ihrer Volksverdummung verkündete Faeser:

    „Es stimmt mich sehr positiv, dass so viele Menschen in den vergangenen Tagen für die Demokratie auf die Straße gegangen sind.“

    Längst hat sie sich darangemacht, der Freiheit der Rede, einem Grundrecht unserer Republik, ein neo-sozialdemokratisches Würgeisen anzulegen (gegen zu viel „Desinformation“). Wer anders denkt und spricht als die Regierung, ist Staatsfeind, es soll ihm an den Kragen gehen. Sozis, Grüne und die oppositionelle Unionsfraktion überbieten sich gegenseitig mit Anregungen zu mehr staatlicher Repression. Sogar eine „Früherkennungseinheit“ soll im Innenministerium gebildet werden.

    „Diejenigen, die den Staat verhöhnen, müssen es mit einem starken Staat zu tun bekommen.“

    Dergleichen stockreaktionäre Sprüche gehen kritischen Zeitgenossen natürlich unter die Haut:

    Das klingt gefährlich für Kabarettisten, Journalisten und jeden Bürger, der am Stammtisch seinem Unmut in Worten Ausdruck verleiht, die vom Amtsdeutsch abweichen.

    Verfassungsschutzpräsident Haldenwang, Faesers Wachhund am Sperrzaun für erlaubtes Gedankengut, verzichtet gleich auf differenzierende Analyse: Es gehe gegen den „islamistischen Terrorismus“, gegen „Extremismus und Antisemitismus“, um den „Kampf der Systeme“, denn die Demokratie sei in Gefahr. Darin seien sich alle „Parteien der Mitte“ einig.

    Attila, der Hunnenkönig, dachte sicher ähnlich demokratisch. Der schweizerische Berlin-Korrespondent der NZZ kommentiert treffend:

    „Der deutsche Verfassungsschutz passt nicht zu einer liberalen Demokratie – höchste Zeit, ihn abzuschaffen. Deutschland begreift seinen Inlandsgeheimdienst als demokratisches Frühwarnsystem, das weit vor jeder Straftat anschlägt. Damit geht die Bundesrepublik einen autoritären Sonderweg.“

    Behördliche Tageslosung: Kusch!

    Konkret ist vorgesehen, den Austausch zwischen Verfassungsschutz und kommunalen Behörden zu „verbessern“, um unerwünschte Veranstaltungen noch zügiger erfassen und untersagen zu können. Mit dieser Praxis haben Friedensfreunde, Gegner der NATO, „Coronaleugner“, Regierungskritiker, angeblich „antisemitische“ Intellektuelle oder „prorussische“ Künstler bereits reichlich Erfahrungen gesammelt.

    Haldenwang, ganz ungeniert:

    „Wir dürfen nicht den Fehler machen, im Rechtsextremismus nur auf Gewaltbereitschaft zu achten, denn es geht auch um verbale und mentale Grenzverschiebungen.“

    Der Mann bezog sich hier zwar auf den Rechtsextremismus. Aber kein Zweifel: Er und seine Dienstherrin Faeser suchen ein weiteres Einfallstor für staatliche Willkür. Die beschränkt sich nicht auf „Rechtsextremismus“, sie macht vor gar nichts halt. Haldenwang:

    „Nach den Gesetzen hängt die verfassungsschutzrechtliche Relevanz von Äußerungen als tatsächliche Anhaltspunkte, die eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz eröffnen, nicht davon ab, ob diese strafbar oder illegal sind.“

    Seit Anfang April ist für 190000 Bundesbeamte Realität, was Ministerin Faeser bei „Maischberger“ als robusten Umgang mit den Angestellten im öffentlichen Dienst für wünschenswert erklärte (s.o.): Sie können wegen „Extremismus“ gleich von ihrer Behördenleitung aus dem Dienst entfernt werden. Die bestimmt, was extremistisch ist. Das Urteil eines Verwaltungsgerichts muss sie nicht abwarten. Ab sofort können Schnüffelei, Blockwartdenken und Denunziation das Bundesbeamtentum vergiften. Der Deutsche Bundesbeamte sei gewarnt:

    „Die Götzendienst-Polizei ist auf dem Vormarsch und schnüffelt unter jedem Stein nach dem kleinsten Anzeichen von Dissens. Es geht nicht darum, ob es wahr ist oder nicht, es geht um Loyalität oder Verrat.“


    Staatsknete für private Spitzeldienste

    Wenn es nach SPD-Faeser und ihrer Grünen-Ministerkollegin Lisa Paus geht, soll schon bald ein Heer privater Spitzel in sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen helfen, die gar zu oppositionellen Geister aufzuspüren. Das zur Bereitstellung von Schmiermitteln in Form von zweihundert Millionen Euro nötige „Demokratie-Förderungsgesetz“ ist bereits in der Mache und wird nur noch von der FDP gebremst. Die Grünen-Familienministerin Paus:

    „Wir wollen dem Umstand Rechnung tragen, dass Hass im Netz auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze vorkommt.“


    Vor solchen Regierungsplänen warnen die „Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages“ nachdrücklich und zitieren das Bundesverfassungsgericht:

    Der Staat hat grundsätzlich auch scharfe und polemische Kritik auszuhalten. Die Zulässigkeit von Kritik am System ist Teil des Grundrechtestaats. … Die Schwelle zur Rechtsgutverletzung ist … erst dann überschritten, wenn … der Staat dermaßen verunglimpft wird, dass dies zumindest mittelbar geeignet erscheint, den Bestand der Bundesrepublik Deutschland, die Funktionsfähigkeit seiner staatlichen Einrichtungen oder die Friedlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden.“


    Folgt man dem gedanklich, dann verortet man Verfassungsfeinde auch im Bundeskabinett. Neuester Hammer: Das Bundesinnenministerium verfügte gegen den linken vormaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis wegen dessen geplanter Rede über den Gaza-Krieg ein Einreise- und Äußerungsverbot in Deutschland. Der Bannstrahl traf nicht nur ihn. Das Vorgehen spricht Bände.


    Quellennachweise – im Text verlinkt:

    https://www.vorname.com/name,Nancy.html
    https://www.bpb.de/themen/nachkriegszeit/grundgesetz-und-parlamentarischer-rat/39014/warum-deutschlands-verfassung-grundgesetz-heisst/
    https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2024/april/
    https://www.fr.de/kultur/unterm-bewusstsein-11573833.html
    https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/201990-faesers-rechtsstaatsmassaker-und-seine-vorlaeufer/
     https://www.buchfreund.de/de/d/e/9783930278008/der-verrat-deutschland-1918-1919?bookId=114625035
    https://www.fdp.de/sites/default/files/2021-11/Koalitionsvertrag%202021-2025_0.pdf
    https://netzpolitik.org/2022/positionspapier-zu-chatkontrolle-innenministerin-faeser-will-koalitionsvertrag-brechen/
    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:02002L0058-20091219#tocId7
    https://netzpolitik.org/2023/bundesregierung-innenministerium-setzt-sich-bei-chatkontrolle-durch/
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/chatkontrolle-eu-kindesmissbrauch-102.html
    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/razzia-reichsbuerger-120.html
    https://www.merkur.de/politik/maischberger-reichsbuerger-razzia-nancy-faeser-spd-kuendigung-putschversuch-migration-illerkirchberg-mord-zr-91963688.html
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/faeser-innenministerin-spd-spitzenkandidatin-hessen-wahl-portraet-100.html
    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/REX-entschlossen-bekaempfen.pdf?__blob=publicationFile&v=4
    https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/41907/geschichte-des-rechtsextremismus-von-1945-bis-2005/
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38405/umfrage/entwicklung-des-rechtsextremismuspotenzials-in-deutschland/
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/bevoelkerung-altersgruppen-deutschland.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland
    https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023.html
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693264/umfrage/mordrate-in-den-usa/
    https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/rechtsextremismus-studie-100.html
    https://web.archive.org/web/20050226024824/http://www.uni-leipzig.de/presse2002/bild/pdf/rechtsextremismus.pdf
    https://www.boell.de/sites/default/files/2022-11/decker-kiess-heller-braehler-2022-leipziger-autoritarismus-studie-autoritaere-dynamiken-in-unsicheren-zeiten_0.pdf
    https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/02/es20230222_2bve000319.html
    https://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-afd-umfrage-waehlerschaft-1.5192381
    https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/monitoring-der-demokratie/projektnachrichten/rechtsextreme-einstellungen-der-waehlerinnen-vor-der-bundestagswahl-2021
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9522
    https://stockholm.diplo.de/se-de/-/2515980
    https://www.welt.de/politik/ausland/video250216818/Bundestagsrede-Pistorius-verspricht-weitere-Ukraine-Hilfen-Fuer-das-laufende-Jahr-sind-7-Milliarden-Euro-geplant.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_Liberale_Moderne
    https://de.wikipedia.org/wiki/Correctiv
    https://www.tagesschau.de/inland/reaktionen-demos-rechts-100.html
    https://www.fr.de/politik/welche-kraft-hat-pazifismus-noch-92094845.html
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/afd-treffen-rechtsextreme-faeser-erinnerungen-wannseekonferenz-100.html
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/protest-welle-deutschland-steht-zusammen-gegen-rechts,U1uWrqN
    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/faeser-desinformation-100.html
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=111295
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/gutachten-wissenschaftlicher-dienst-bundestag-verunglimpfung-des-staates/
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/haldenwang-afd-verfassungsschutz-demos-100.html
    https://www.nzz.ch/meinung/deutscher-verfassungsschutz-passt-nicht-zu-einer-liberalen-demokratie-hoechste-zeit-ihn-abzuschaffen-ld.1820517
    https://archive.ph/rIsh0
    https://www.youtube.com/watch?v=N7LOmiK4IF0
    https://verwaltungslehre.uni-koeln.de/aktuell/artikel/warum-sich-verfassungsschuetzer-alarmiert-ueber-nancy-faesers-spd-plaene-zeigen
    https://strategic-culture.su/news/2024/04/04/the-european-unions-fires-where-freedom-burns/
    https://www.zeit.de/2024/09/demokratiefoerdergesetz-nancy-faeser-lisa-paus-rechtsextremismus
    https://www.bundestag.de/resource/blob/994814/e55fdf0c1d2a86b8c297e9040ef1d954/Verunglimpfung-des-Staates-zur-Grenzziehung-strafbarem-und-straflosem-Verhalten.pdf
    https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2008/09/rk20080915_1bvr156505.html
    https://www.br.de/nachrichten/meldung/einreise-verbot-gegen-prominente-redner-nach-palaestina-kongress,30065ef2d
    https://www.youtube.com/watch?v=9JXXBhruGhc
    https://globalbridge.ch/dieser-mann-darf-in-deutschland-nicht-ueber-seine-jugend-reden/
    https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/palaestina-kongress-berlin-100.html


    Anmerkung der Autoren:

    Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog


    Info: https://publikumskonferenz.de/blog/vom-albtraum-der-faeser-demokratie


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Beweise begraben, Zeugen zum Schweigen bringen

    nachdenkseiten.de, 15. April 2024 um 12:30 Ein Artikel von Karin Leukefeld

    „Ich bin Dr. Ghassan Abu Sitta. Ich komme gerade aus Deutschland zurück, wo man mir die Einreise verweigert hat. Ich wollte an einer Konferenz in Deutschland teilnehmen, um über den Krieg in Gaza zu sprechen. Ich sollte als Zeuge über meine Arbeit als Arzt sprechen, der in den Krankenhäusern in Gaza gearbeitet hat.“ Ghassan Abu Sitta sitzt in einem Auto, das ihn vom Flughafen abgeholt hat. Es ist Freitag gegen Abend, der 12. April 2024. In der Hand hält der Arzt ein Mikrophon von Middle East Eye (MEE), einem in England ansässigen Internetportal, das in englischer und französischer Sprache Nachrichten über den Nahen und Mittleren Osten veröffentlicht. Ruhig und überlegt berichtet der Arzt, was ihm am Berliner Flughafen widerfahren ist, eindringlich blicken seine Augen durch die großen, dunkel gerahmten Brillengläser.


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    Heute Morgen um 10.00 Uhr landete ich in Berlin, um an einer Konferenz zu Palästina teilzunehmen. Wie viele andere aus Großbritannien (UK), den USA und Europa war ich gefragt worden, dort zu über die 43 Tage zu berichten, die ich in Krankenhäusern in Gaza verbracht habe. Ich habe dort sowohl im Shifa-, als auch im Ahli-Krankenhaus gearbeitet. Bei meiner Ankunft wurde ich an der Passkontrolle gestoppt. Dann hat man mich in den Keller des Flughafens gebracht, wo ich 3,5 Stunden befragt wurde.

    Am Ende dieser 3,5 Stunden sagte man mir, ich dürfe deutschen Boden nicht betreten. Dieses Verbot gelte für den gesamten April. Aber nicht nur das. Sollte ich versuchen, mich per Zoom oder FaceTime mit der Konferenz in Verbindung zu setzen, selbst wenn ich außerhalb von Deutschland sei, oder sollte ich ein Video mit meinem Vortrag an die Berliner Konferenz senden, sei das ein Vergehen gegen deutsches Recht. Ich liefe Gefahr, eine Geldstrafe zu erhalten oder bis zu einem Jahr im Gefängnis zu landen. Dann sagte man mir, ich solle einen Rückflug nach England buchen. Mein Pass wurde mir abgenommen und ich erhielt ihn erst zurück, als ich das Flugzeug bestieg.“

    Der Mann, Ghassan Abu Sitta, dem die deutschen Behörden die Einreise verweigerten, der nicht einmal per Internet mit dem Palästina-Kongress Kontakt aufnehmen sollte, zu dem er als Redner eingeladen war, ist Chirurg und auf plastische Chirurgie spezialisiert. Als Freiwilliger für Medecins sans Frontiere (MSF) ist Abu Sitta bereits auf vielen Kriegsschauplätzen im Einsatz gewesen. In Gaza war er bei den Angriffen der israelischen Armee 2009, 2014, 2021 und zuletzt wieder nach Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 tätig.

    43 Tage arbeitete Ghassan Abu Sitta zunächst im Shifa-Krankenhaus in Gaza Stadt und im Ahli-Krankenhaus, auch bekannt als das „Englische Krankenhaus“ oder das „Baptistenkrankenhaus“, das älteste Krankenhaus im Gazastreifen. Gegründet wurde es 1882 von Quäkern, als Gaza und arabische Gebiete zum Osmanischen Reich gehörten. Unter dem britischen Mandat wurde die Klinik von den Engländern übernommen und wird heute vom Ökumenischen Rat der Kirchen – World Council of Churches – zusammen mit der Anglikanischen Kirche in Großbritannien geleitet.

    Ghassan Abu Sitta ist Palästinenser mit britischer Staatsangehörigkeit. Er lebt und arbeitet in Großbritannien und wurde erst kürzlich zum Direktor der Universität Glasgow gewählt. Seine Familie wurde 1948 – im Zuge der Nakba – aus Palästina vertrieben. Sein Onkel ist Salman Abu Sitta, bekannt für seine Dokumentation von Palästina und Vorschläge für eine Rückkehr der Palästinenser, war damals 10 Jahre alt.

    Das Verständnis von Dr. Ghassan als Arzt basiert, wie er es selbst beschreibt, auf der „palästinensischen Erfahrung, dass Gesundheit und der Akt der Befreiung in Beziehung zueinander stehen“. Dabei gehe es „sowohl um die Befreiung der Menschen als auch um die Befreiung ihres Landes“, sagt der Arzt nach seiner Rückkehr aus Gaza Anfang Dezember 2023 bei einem Vortrag in Beirut.

    Schon am Abend des 7. Oktober sei ihm klar gewesen, dass ein „fürchterlicher Krieg“ bevorstand. Im Gespräch mit seiner Frau sei schnell klar gewesen, dass sein Platz in Gaza sei. Kollegen von MSF hätten ihm ein Flugticket nach Kairo (Ägypten) besorgt und am 9. Oktober sei er in Rafah gewesen, auf dem Weg nach Gaza Stadt. Am Dienstagmorgen (10.10.2023) sei er vom Haus seiner Cousins zum Shifa-Krankenhaus aufgebrochen. In den folgenden 43 Tagen habe er in vielen Krankenhäusern im Norden, im Jabiliya-Flüchtlingslager und immer wieder im Shifa-Krankenhaus gearbeitet.

    „Sehr schnell war klar, dass dieses kein Krieg wie die vorherigen war“, so Dr. Ghassan. „Die ungeheure Wucht des Angriffs, (…) ganze Wohnviertel verschwanden. Erst in einem Feuerball, dann in einer Staubwolke, dann waren die Wohnviertel Trümmer. In den folgenden Tagen wurde klar, was die unglaubliche Zahl von Verletzten und Toten täglich bedeuteten. Dieser Krieg war ein Völkermord, kein Krieg mit militärischen Zielen.“ In den Kriegen, in denen er gearbeitet habe, habe er gelernt, „den Krieg durch die Verletzungen der Patienten zu verstehen“ und auch „die Waffen zu erkennen“, die diese Verletzungen auslösten. In der ersten Angriffswelle wurden Brandbomben eingesetzt und Hunderte von Verletzten wurden mit schweren Brandverletzungen eingeliefert, „50 bis 60 Prozent ihrer Körper waren verbrannt“. Dann kam eine Welle, in der ganze Familien, mehrere Generationen einer Familie durch die Bombardierung ihrer Häuser verschwanden. Einzelne Kinder wurden in den Kliniken eingeliefert, die als einzige Überlebende von ausgelöschten Familien übriggeblieben waren. „Dann wurden Kollegen von uns getötet“, so Dr. Ghassan, oft mit ihren ganzen Familien.

    Die Angriffe waren so intensiv, dass sie wie eine Vorführung wirkten. „Der Krieg wurde in einer Art und Weise geführt, dass es wie eine Zurschaustellung war. Die Israelis wollten klarmachen und geradezu exhibitionistisch allen zeigen, dass es für sie keine Rote Linie gab. Die Roten Linien, von denen man dachte, es gäbe sie in allen Kriegen, würden sie zertreten.“

    Bald waren die Kapazitäten des Shifa-Krankenhauses überfordert, berichtet Dr. Ghassan Anfang Dezember in Beirut. Patienten seien in das Ahli-Hospital gebracht worden, um sie dort zu operieren. In Absprache mit Kollegen sei er am Morgen des 17. Oktober dorthin gegangen, um zu operieren. Wie das Shifa-Krankenhaus sei auch das Ahli-Krankenhaus ein Flüchtlingslager geworden. Alle dachten, das Ahli-Krankenhaus sei sicher, vor allem wegen der Verbindung zur englischen Anglikanischen Kirche.

    Weil so viele Operationen anstanden und er bis spät am Abend operieren musste, habe er entschieden, über Nacht im Ahli-Krankenhaus zu bleiben. In der Nacht zwischen zwei Operationen hörten sie das Geräusch einer sich nähernden Rakete, die dann in unmittelbarer Nähe einschlug. Es folgte eine große Explosion. „Die Druckwelle war so stark, dass die Decke des Operationssaals einstürzte“, so Dr. Ghassan. Ihm sei klar gewesen, dass das Krankenhaus direkt getroffen worden war. Als er ins Freie kam, bot sich dort, wo Familien Schutz gesucht hatten, ein Bild der Verwüstung: „Die Rettungswagen brannten, die Autos brannten. Das Feuer erleuchtete den Hof der Klinik, der mit Körpern übersät war und mit Körperteilen. Es war offensichtlich, dass der Einschlag direkt dort war, wo die Menschen gesessen hatten.“ In all den Jahren, die er in Kriegsgebieten gearbeitet habe, sei er nie in einem Krankenhaus gewesen, das direkt getroffen worden sei, sagt Dr. Ghassan. Doch keine Journalisten hätten mit dem Personal gesprochen, um zu berichten, was geschehen war.

    Die Rakete, die eingeschlagen war, sei anders gewesen als vorherige Raketen, so der Arzt weiter. Die Art der Verletzungen wiesen auf eine Hellfire-Rakete hin, wie sie auch von Drohnen abgefeuert werden könnten. Man nenne sie „Ninja“. Die Munition zerspringe in Scheiben, die die menschlichen Körper an vielen Stellen durchdringen könnten. Unzählige Amputationen an den Verletzten mussten vorgenommen werden, die Patienten hätten im ganzen Körper Metallsplitter gehabt. „Am Ende der Nacht hatten wir 483 Tote gezählt“, sagt Dr. Ghassan.

    Ihm sei klargeworden, dass das Ahli-Krankenhaus speziell und absichtlich angegriffen worden sei. Noch am Morgen sei ihnen von der Verwaltung versichert worden, dass die Klinik sicher sei, obwohl die israelische Armee bereits zwei Raketen auf den Eingangsbereich zu dem Klinikgelände gefeuert hatte. Doch man habe die Versicherung des Bischofs in Großbritannien erhalten, der wiederum die Versicherung des britischen Außenministeriums hatte, dass das Ahli-Krankenhaus sicher sei.

    Tatsächlich sei die Auswahl des Krankenhauses ein Lackmustest gewesen, so Dr. Ghassan. Die Israelis wollten die Entschlossenheit der Welt testen. Sie wollten sehen, welche Antwort es geben würde, wenn dieses hochrangige Krankenhaus angegriffen würde. Die Reaktion sei so schwach gewesen, dass die Israelis die Antwort erhielten, die sie wollten, so der Arzt. „Innerhalb von Tagen begannen sie, das Gesundheitssystem im Norden von Gaza zu zerstören.“

    Vier Monate später wollte der Arzt seine Erfahrungen aus dem Gazakrieg und seine Berichte über den Krieg in Gaza auf dem Palästina-Kongress in Berlin vortragen. Die Einreise wurde ihm verboten.

    Seine kurze Stellungnahme gegenüber dem Nachrichtenportal Middle East Eye (MEE) beendet Dr. Ghassan nach seiner erzwungenen Rückkehr aus Berlin (12.04.2024) mit dem Hinweis, dass Deutschland sich heute gegen den Vorwurf verteidigen müsse, Mitschuldiger in dem völkermörderischen Krieg in Gaza zu sein. So beschreibe der Internationale Gerichtshof das dortige Geschehen. Und Deutschland verhalte sich so, wie sich ein Mittäter eines Verbrechens verhalte: „Sie begraben die Beweise und sie bringen die Zeugen zum Schweigen, verfolgen sie oder schüchtern sie ein.“ Dann verweist er auf Hannah Arendt, die 1958 in ihrem ersten Vortrag, den sie in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg gehalten habe, sagte, man vermenschliche das Geschehen in der Welt und das, was in den Menschen selbst vor sich gehe, indem man darüber spreche.

    „Und indem wir darüber sprechen, lernen wir, menschlich zu sein.“

    Die freie Rede zu verhindern, sei ein gefährliches Beispiel, weil das, was in Gaza geschehe, ein gefährlicher Vorgang sei, so Ghassan Abu Sitta. „Wir sehen, wie sich der erste Völkermord im 21. Jahrhundert entfaltet. Dass Deutschland Zeugen dieses Völkermordes zum Schweigen bringt, verheißt für das vor uns liegende Jahrhundert nichts Gutes.“


    Rubriken: Audio-Podcast Erosion der Demokratie Militäreinsätze/Kriege Veranstaltungshinweise/Veranstaltungen

    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=113863


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.04.2024

    Zeugen, die in der BRD nicht reden dürfen: Dr. Ghassan Abu Sitta / Salman Abu Sitta:

    (…) Die freie Rede zu verhindern, sei ein gefährliches Beispiel, weil

    das, was in Gaza geschehe, ein gefährlicher Vorgang sei, so Ghassan Abu

    Sitta. „Wir sehen, wie sich der erste Völkermord im 21. Jahrhundert

    entfaltet. Dass Deutschland Zeugen dieses Völkermordes zum Schweigen

    bringt, verheißt für das vor uns liegende Jahrhundert nichts Gutes.“


    *Beweise begraben, Zeugen zum Schweigen bringen

    **

    */„Ich bin Dr. Ghassan Abu Sitta. Ich komme gerade aus Deutschland

    zurück, wo man mir die Einreise verweigert hat. Ich wollte an einer

    Konferenz in Deutschland teilnehmen, um über den Krieg in Gaza zu

    sprechen. Ich sollte als Zeuge über meine Arbeit als Arzt sprechen, der

    in den Krankenhäusern in Gaza gearbeitet hat.“/Ghassan Abu Sitta sitzt

    in einem Auto, das ihn vom Flughafen abgeholt hat. Es ist Freitag gegen

    Abend, der 12. April 2024. In der Hand hält der Arzt ein Mikrophon von

    /Middle East Eye (MEE)/

    <https://www.middleeasteye.net/news/ghassan-abu-sittah-accuses-germany-complicity-genocide-refused-entry>,

    einem in England ansässigen Internetportal, das in englischer und

    französischer Sprache Nachrichten über den Nahen und Mittleren Osten

    veröffentlicht. Ruhig und überlegt berichtet der Arzt, was ihm am

    Berliner Flughafen widerfahren ist, eindringlich blicken seine Augen

    durch die großen, dunkel gerahmten Brillengläser. Von *Karin Leukefeld*.

    /Hier weiterlesen:/https://www.nachdenkseiten.de/?p=113863

    /

    Siehe auch: /The Ghassan Abu Sittah Children’s Fund

    <https://gabusittahchildrensfund.org/>*//*


                                        _ ________ _


    Dieser Mann darf in Deutschland nicht über seine Jugend reden


    Screenshot_2024_04_16_at_00_10_52_Dieser_Mann_darf_in_Deutschland_nicht_ber_seine_Jugend_reden_GlobalBridge


    globalbridge.ch, 14. April 2024,  Von: in Allgemein, Geschichte, Medienkritik, Politik


    Dr. Salman Abu Sitta, 86-jährig, der als Kind die Vertreibung von Tausenden von Palästinensern aus Palästina miterlebt hat, darf in Deutschland im Jahr 2024 nicht auftreten. Die Veranstaltung, die zugunsten eines Aufrufes für Frieden in Gaza für dieses Wochenende geplant war, wurde mit Polizeigewalt geschlossen und verboten. (Foto Karin Leukefeld)


    (Red.) Salman Abu Sitta ist 86-jährig. Er erlebte als Kind, wie seine Familie enteignet und aus Palästina vertrieben wurde. Es gelang ihm dann, außerhalb Palästinas eine gute Ausbildung zu absolvieren und Ingenieur zu werden. Karin Leukefeld hat mit ihm gesprochen, ihr Bericht erschien auf Globalbridge – und wird hier wiederholt. Aber die Veranstaltung in Berlin, wo Salman Abu Sitta jetzt hätte auftreten sollen, wurde mit Polizeigewalt geschlossen (die Tagesschau berichtete.) Und sein Neffe, Ghassan Abu Sitta, Medizinprofessor an der Universität Glasgow, der freiwillig als Arzt in Gaza im Einsatz war, wurde an der Einreise in Deutschland gehindert (siehe am Ende des untenstehenden Gesprächs). Man darf, nein, man muss sich fragen: Wo ist Deutschland gelandet? – Hier das Gespräch, das Karin Leukefeld mit Salman Abu Sitta geführt hat und das auf Globalbridge.ch am 17. Mai 2023 veröffentlicht wurde. (cm)


    Mit Gewalt enteignet und aus Palästina vertrieben – der persönliche Rückblick eines Betroffenen

    Salman Abu Sitta wurde 1938 im Süden Palästinas geboren. Er war 10 Jahre alt, als die Nakba begann, die Katastrophe. 65 Massaker wurden von jüdischen Milizen und Zionisten verübt, Hunderttausende Palästinenser wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Auch Salman Abu Sitta und seine Familie wurden vertrieben, in seiner Heimat wurde der Staat Israel gegründet. Salman Abu Sitta studierte in Kairo und wurde Ingenieur. Er erlebte den Krieg um den Suez-Kanal 1956, seit den 1960er Jahren lebte und arbeitete er in Kanada. Er heiratete und gründete seine Familie. In Kuwait erlebte Abu Sitta den Golfkrieg 1991. Nie hat er seine Heimat vergessen. Sein Leben lang hat er für die Rückkehr der Palästinenser in ihre Heimat Palästina gestritten. Karin Leukefeld traf Salman Abu Sitta in Beirut zu einem Interview.

    Guten Tag Dr. Salman, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für dieses Gespräch. Wir sind in Beirut und Sie, Dr. Salman, haben gestern hier auf einer Konferenz des „Zentrums für die Studien der arabischen Einheit“ gesprochen. Kürzlich haben Sie einen Brief an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschrieben, auf den wir später noch eingehen wollen. Zunächst möchte ich Sie bitten, etwas über sich zu sagen.

    Salman Abu Sitta

    Guten Morgen. Ich heiße Salman Abu Sitta und ich bin Palästinenser. Ich wurde in Al Ma’een Abu Sitta geboren, das liegt im Distrikt von Beer’Sheba und liegt nur acht Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Von meinem Land ist es nur einen Kilometer bis zum Stacheldrahtzaun. Diesen Zaun nennt man „Armistice Linie“, die Waffenstillstandslinie von 1949. Anders gesagt, würden die Israelis sich drei, vier Kilometer zurückziehen, wäre unser Land, das ganze Land meiner Familie befreit. 

    Unser Land umfasst ein Gebiet von 60.000 Dönüm, das ist eine Fläche von 6 mal 8 Kilometern. Dort wurde ich geboren, dort lebte meine Familie seit mindestens 250 Jahren. Warum sage ich 250 Jahre und nicht mehr? Nun, wir haben Dokumente aus der Osmanischen Zeit, in denen steht, dass mein Ur-Ur-Ur-Großvater in seinem Haus eine Ratsversammlung abhielt, auf der alle Führungspersönlichkeiten der Region ein Abkommen unterzeichneten. Mein Ur-Ur-Ur-Großvater war ein Scheich, eine bekannte Person, vergleichbar einem Bürgermeister. Diese Dokumente stammen aus der Zeit um 1840 und – ironischerweise – wurde in dieser Zeit (Arthur) Balfour in England geboren. Balfour, der 1917 ein Land, das ihm nicht gehörte, Leuten übergab, die kein Recht darauf hatten, während die rechtmäßigen Eigentümer dieses Landes nicht anwesend waren. Seitdem sind wir und ist Palästina Tod und Zerstörung ausgesetzt. Wir erleben die Zerstörung unseres Landes, unseres Volkes und die Entvölkerung unseres Landes. Von den 14 Millionen Palästinensern, die es heute gibt, sind zwei Drittel Flüchtlinge. Sie können ihre Heimat sehen und können sie doch nicht erreichen. Obwohl das Internationale Recht hinter ihnen steht. Nicht nur einmal, 135 Mal haben die Vereinten Nationen die Resolution Nr. 194 beschlossen und bekräftigt, mit der die Rückkehr der Flüchtlinge gefordert wird.

    Das erste Mal stimmten die Vereinten Nationen im Dezember 1948 für die Resolution 194. Wann mussten Sie Ihre Heimat verlassen?

    Salman Abu Sitta:

    Das ist tief in meine Erinnerung eingemeißelt, ich werde das nie vergessen. Ich war 10 Jahre alt, als die Israelis angriffen. Sie hießen nicht Israelis, sie waren jüdische Einwanderer aus Europa. Wir und die Britische Regierung nannten sie Juden, eingewanderte Juden. Als sie uns angriffen, habe ich mich gewundert. Ich war ein Kind, 10 Jahre alt. Ich kannte diese Leute nicht, ich hatte nie im Leben einen Juden gesehen. Ich wußte auch nicht, warum sie uns angriffen. Warum sie in mein Zuhause kamen, es zerstörten und mich zu einem Flüchtling machten. Auch in meiner Familie waren die Leute ratlos, sie wußten nicht, warum diese Leute uns angriffen. Sie kamen aus verschiedenen europäischen Ländern. Aus Russland, Polen, Ukraine und aus anderen Ländern. Sie sprachen fremde Sprachen, wir konnten sie nicht verstehen. Als sie kamen, trugen sie Waffen und sie waren ausgebildet. Und sie hatten große politische und finanzielle Unterstützung. Sie verübten Massaker, in Deir Yassin und in den Dörfern um Jaffa. Zu dem Zeitpunkt gab es sie bei uns zu Hause, im Süden von Palästina, nicht. Ich hatte sie nie gesehen.

    Als die ersten Massaker im Norden bekannt wurden, war ich in einem Internat in Beer’Sheba, etwa 40 Kilometer von meinem Elternhaus entfernt. Eines Tages, es war im April 1948, kam der Direktor unseres Internats zu uns Jungen und sagte: „Ihr müßt zu Euren Familien zurückgehen. Ich kann Euch nicht beschützen. Die Juden greifen an, sie töten Menschen in Deir Yassin und in Jaffa, geht nach Hause.“ Das kam sehr plötzlich und wir Kinder mussten uns auf den langen Heimweg machen. Wie sollte das gehen? Anfangs half man uns, aber schließlich mußte ich etwa 30 Kilometer zu Fuss gehen. Ich war ein Kind und ich trug meine Tasche mit Kleidung und mit meinen Schulbüchern auf dem Rücken. Das war schwer und ich mußte die Tasche schließlich wegwerfen, weil ich sie nicht mehr tragen konnte. Lange Zeit war ich tief traurig darüber, weil ich alle meine Schulbücher in der Tasche hatte. Ich hatte sie meinem Vater und meiner Mutter zeigen wollen, damit sie sehen konnten, was für ein guter Schüler ich war. Aber ich mußte mich davon trennen und warf die Tasche fort.

    Unterwegs sagte ein älterer Junge zu uns: „Wenn Ihr in der Ferne eine jüdische Patrouille seht, legt Euch auf den Boden, in die Weizenfelder, damit sie Euch nicht sehen. Sie haben Maschinenpistolen und werden Euch sonst töten. Schließlich erreichte ich mein Elternhaus und meine Eltern waren sehr überrascht, mich zu sehen. Ich blieb einige Tage im Bett, weil ich völlig erschöpft war. Aber es blieb keine Zeit zum Ausruhen. Am 14. Mai 1948 griffen die Juden uns direkt auf unserem Grund und Boden an. Sie kamen in 24 gepanzerten Fahrzeugen und wir hatten nur 10 oder 15 Gewehre. Wir versuchten, sie abzuwehren und konnten sie etwas aufhalten. Aber dann kamen sie und zerstörten alles. Ich war sehr, sehr traurig, weil sie unsere Schule in die Luft sprengten, die mein Vater 1920 für das Dorf gebaut hatte. Wir hatten auch einen Bajara, einen Brunnen mit einer Pumpe. Mit dem Wasser konnten wir unsere Gärten und Felder bewässern und wir hatten natürlich auch Trinkwasser. Sie sprengten den Brunnen und die Pumpe in die Luft. Und auch unsere Mühle, mit der wir unseren Weizen mahlen konnten, so dass wir Mehl hatten. Sie zerstörten alle Häuser und brannten sie nieder.

    Während des Angriffs und der Zerstörung versteckten sich die Frauen mit uns Kindern in einer nahegelegenen Schlucht.  Es war mehr eine Vertiefung im Land, wohin wir gelaufen waren und uns in Sicherheit bringen konnten. In der Schlucht hörten wir die Bombenexplosionen und wir sahen den Rauch aus den brennenden Häusern aufsteigen. Und jedes Mal sagten wir, das war das Haus von dem und dem, das war die Schule. Von unserem Versteck aus konnten wir sagen, welches Haus zerstört wurde, wenn wir den Rauch aufsteigen sahen.

    In den frühen Morgenstunden zogen sie zu einem anderen Dorf weiter, aber wir waren uns nicht sicher, ob sie wirklich abgezogen oder noch dort waren. Erst als die Sonne hoch am Himmel stand, trauten wir uns zurück ins Dorf und sahen die Zerstörung. Die schwelenden Überreste der Häuser, die Trümmer, die Toten, die auf dem Boden lagen. Es war verheerend, ich habe es nie vergessen.

    Sie waren ein zehnjähriges Kind …

    Salman Abu Sitta: Ja, ich war damals 10 Jahre alt. Diese Erinnerungen stehen im Zentrum meines Buches „Kartierung meiner Rückkehr“ (Mapping My Return, American University of Cairo, 2016).

    Wie ging es weiter? 

    Salman Abu Sitta: Anders als andere hatte ich Glück. Meine älteren Brüder studierten damals an der Universität in Kairo. Meine Schule war zerstört, also bereitete mein Vater meine Abreise nach Kairo vor, damit ich dort weiter lernen konnte. Alle meine Brüder waren in Palästina zur Schule gegangen und später zum Studium nach Kairo. So war es auch für mich. Aber als ich mein brennendes und zerstörtes Elternhaus verließ, dachte ich nie, dass ich nicht zurückkehren und wieder dort leben würde. Es wurde die Aufgabe meines Lebens. Palästina zu dokumentieren, meine Heimat zu dokumentieren, jeden Ort in Palästina. Ich schrieb für die Rückkehr in meine Heimat an Universitäten, in Büchern, in Atlanten, auf Karten. Ich reiste um die Welt, um das zu tun. Ich war überall in Europa, in den USA. Ich reiste bis nach Japan, Australien und Neuseeland. Im Jahr 2000 gründete ich die Palestine Land Society in London, die Gesellschaft für das Land Palästina. Jetzt, nach 23 Jahren, haben wir an der Amerikanischen Universität von Beirut das Studienzentrum Land Palästina gegründet. Es enthält 10.000 Akten, Dateien, und Dokumente, die ich überall in der Welt gesammelt habe. Jetzt dienen sie der Forschung an der Universität. 

    Sind Sie nie in Ihre Heimat zurückgekehrt?

    Salman Abu Sitta: Ich bin nie in meine Heimat zurückgekehrt, nur als Besucher, als Tourist. Ich wurde Professor an einer Universität in Kanada, ich heiratete dort und meine Kinder wurden dort geboren. 1995 wurde es möglich, Palästina zu besuchen, das sie heute Israel nennen. Ich konnte als Tourist dorthin reisen, weil ich einen fremden Pass hatte. Wäre es ein palästinensischer Pass gewesen, wäre mir das nicht möglich gewesen. 1995 reiste ich also dorthin, um meiner Tochter ihre Heimat zu zeigen.

    Haben Sie Ihre Heimat wiedererkannt?

    Salman Abu Sitta:

    Ich sah meinen Geburtsort wieder, er wird heute Nirim genannt. Ich sah die Schule, die mein Vater gebaut hatte. Die Schule war eine Ruine, der Ort, an dem die Schule gestanden hatte, war zu einem Friedhof geworden. Ein Friedhof für israelische Soldaten, die für eine Kolonie gefallen waren, die auf unserem Land gebaut worden war. Aus den Steinen, aus denen die Schule gebaut worden war, waren Grabsteine geworden. Der Ort, an dem wir Kinder gelernt hatten, war ein Ort geworden, an dem die Soldaten beerdigt wurden, die gekommen waren, um aus mir einen Flüchtling zu machen.

    Ich zeigte meiner Tochter den Ort, von wo meine Mutter kam. Wo unsere Gärten gewesen waren, unser Haus. Wir fanden die Überreste des Brunnens, der noch immer dort war. In der Schule überkam es mich und ich kniete nieder und küsste den Boden. Lange verharrte ich so und meine Tochter befürchtete, ich sei ohnmächtig geworden. Sie machte einen Film über unseren Besuch dort, einen privaten Film.

    Haben Sie mit Menschen dort gesprochen?

    Eine Person, die auf dem Land meiner Familie in der Kolonie lebt, die heute Nirim genannt wird, ist eine Amerikanerin. Aller Wahrscheinlichkeit nach eine jüdische Amerikanerin. Sie heißt Adele Reimer, ist Journalistin und betreibt einen Blog. Sie lebt exakt auf dem Land meiner Vorfahren. Ich habe ihr damals geschrieben: Sie leben auf meinem Land. Ich schickte ihr ein Kapitel meines Buches darüber, wie ich Flüchtling wurde. Sie kommt aus der Bronx, Brooklyn und wurde Siedlerin auf unserem Land. In ihrem Blog beschwert sie sich über ihre Sorgen, was sie alles durchmachen mußte. Dass sie in der Nacht Bunker aufsuchen mußten, weil sie Angst vor den Ballons hatten, die die Palästinenser aus dem Gaza-Streifen hinüber schickten zu ihren Feinden, die ihr Land besetzt halten. Die schickten F-16 Kampfjets, um hohe Gebäude zu zerstören. Erst gestern haben sie 13 Leute, ganze Familien getötet. So ist das. Die Leute, die Flüchtlinge, schicken Ballons an die Siedler, die ihr Land besetzt halten, das ist, was sie haben. Und die Siedler haben solche Angst vor den Ballons, dass sie in Bunkern Schutz suchen. Sie beschweren sich über die Ballons, nicht aber über die F-16, die ganze Wohnviertel zerstören.

    Und wie sieht es nun auf dem Land Ihrer Familie aus?

    Salman Abu Sitta: Ich habe Karten gezeichnet, wie es war und wer von unserer Familie welches Land besitzt. Und dann habe ich mit Hilfe von Satellitenaufnahmen eine moderne Karte gezeichnet, die zeigt, wie es heute aussieht. Es gibt dort heute vier Kibbuzim: Nirim, Ein Hashlosha, Nir Oz, Mazen …

    Nur auf Ihrem Land?

    Salman Abu Sitta

    Ja, vier. Magen hat für mich eine spezielle Bedeutung, weil es dort ein Maqam gibt, eine religiöse Stätte. Sie heißt Scheich Nouran. Es ist eine Art Pilger- und Gebetsstätte. In meinem Atlas über Palästina gibt 12.000 historische und religiöse Stätten. Fast jedes Dorf hatte zwei oder auch drei solcher Stätten und wir hatten Scheich Nouran. Frauen kamen dorthin, wenn sie Kinder haben wollten. Sie ließen kleine Dinge dort, schrieben Zeichen, banden bunte Bänder fest.

    Damals war die Sterblichkeitsrate unter den Neugeborenen sehr hoch und diese Kinder wurden dann um das Maqam herum beerdigt. Als wir damals in das Kibbuz kamen, fragte man uns, was wir wollten. Wir sagten, wir seien Touristen. Sie fragten, warum wir das Kibbuz betreten wollten und wir sagten, wir wollten Kubour sehen, das ist Hebräisch und heißt Gräber. Dann ließen sie uns rein.

    12.000 historische und religiöse Stätten, das ist sehr viel. Welche Bedeutung haben die Maqam?

    Salman Abu Sitta: 

    Ich möchte zu dem Maqam eine Geschichte erzählen. Unser Maqam war aus alten Steinen gebaut und einige waren zersprungen und bröckelten auseinander. Niemand in dem Kibbuz kümmerte sich darum, man ließ es verrotten. Als wir das Maqam erreichten, trat ich sehr vorsichtig auf, weil ich auf Erde ging, in der Kinder beerdigt worden waren. Ich ging um das Gebäude und fand ein offenes Fenster, es war kaputt. Ich nahm meine Kamera, hielt sie durch das Fenster und fotografierte. Und was sah ich, ein Byzantinisches Christliches Kreuz. Ich habe darüber einige Forschungen angestellt und fand bei Alois Musil, einem österreichischen Reisenden in Palästina, Informationen. Er war Experte für christliche byzantinische Geschichte in Palästina und bestätigte, dass im südlichen Palästina zur Zeit von Byzanz nie Juden gelebt hatten. Unser Maqam war offenbar ein Ort, von dem aus der Heilige Hilarion die christliche Kirche in Palästina gegründet hatte. Wir sind die Menschen, die dort immer gelebt haben. Es waren Christen, manche wurden Muslime, davor waren sie Kanaaniten, die vermutlich Aramäisch sprachen. Aber immer waren es die gleichen Leute und darum ist Palästina mit 12.000 religiösen Orten gesegnet. Diese Orte mögen ein Kloster gewesen sein und wurden eine Moschee. Oder es waren Orte, an denen den Göttern gehuldigt wurde, dann wurden sie christliche Kirchen. In Gaza gab es sechs Kirchen, heute gibt es noch drei. Warum? Weil einige der Christen Muslime wurden und aus den Kirchen wurden Moscheen. Das sagt vor allem eines: Die Menschen wollen beten und zwar in einem Gebäude, egal, wie man es nennt.

    Sie haben eine starke, lebhafte Erinnerung sowohl als Kind als auch als Erwachsener. Nun haben Sie alle Ihre Unterlagen, Ihr gesamtes Archiv der AUB in Beirut überlassen. Meinen Sie, dass die Zukunft Palästinas in einer Universität liegt, in einem Museum, in einem Studienarchiv?

    Salman Abu Sitta

    Ich habe keinen Zweifel, keinerlei Zweifel – wie die Sonne jeden Morgen neu aufgeht, so werden wir zurückkehren. Was uns widerfahren ist, ist eine beispiellose Abweichung der Geschichte Palästinas seit 4000 Jahren. Es gibt nichts dergleichen. Armeen kamen und gingen, neue Herrscher kamen und gingen. Menschen nahmen neue Religionen an – aber nicht einmal in der Geschichte der alten Welt, die seit 4000 Jahren aufgezeichnet ist, nicht einmal ist es geschehen, dass plötzlich ein Teil dieses Landes herausgeschnitten wird! Dass die dort lebenden Menschen verjagt werden und dass man sich und seinen Freunden erzählt, dass die Russen, die Polen, die Ukrainer die eigentlichen Palästinenser sind?! Und dass ich und meine Familie keine Palästinenser sind?! Wie kann man eine solche Lüge auf Dauer aufrechterhalten? 

    In meinen Palästina Atlas habe ich 55.000 Namen dokumentiert, die es innerhalb Palästinas gibt. Namen von Dörfern, Städten, Hügeln, Flüssen, Orten. Dann kamen sie und löschten das alles aus. Ben Gurion bildete ein Komitee, dessen Aufgabe es war, neue Namen zu finden. Schließlich lieferten sie 6800 Namen. Was ist das zu unseren 55.000 Namen! Alle Namen sind erfunden, konstruiert: Berg Herzl, Ben Gurion Straße usw. Eine Farce. Wie kann man die Geschichte eines Volkes ausradieren, ihre Namen, die in 4000 Jahren entstanden sind, bis zu 50.000 Namen. Und dort setzt sich ein Komitee an den Tisch und erfindet Namen? Unglaublich! Man löscht die Geschichte eines Volkes und seine Geographie aus. Man behauptet, dieses Volk habe es nie gegeben. Und dann legt man neue Geschichtsbücher auf und sagt in den Schulen, es habe nichts gegeben seit dem Jahr Null, Jesu Geburt bis Balfour 1917?! Nur leere Seiten? Leere Seiten?

    Es ist, als würde man eine Pyramide auf den Kopf stellen, so unnatürlich ist das. Die Geschichte sagt uns, dass alle künstlichen Schöpfungen keinen Bestand haben. Nehmen wir Hongkong, die Britische Kolonie in China. Es gab sie 2-300 Jahre, dann verschwand sie. Wie eine Wunde im Körper sind diese künstlichen Gebilde. Einige Zeit sind sie da, dann verschwinden sie wieder und der Körper heilt. Palästina ist länger palästinensisch, als London Englisch ist. London wurde etwa um 1100 Englisch, wir Palästinenser sind viel, viel älter. Und das sagen uns auch die heiligen Orte, die Maqams. Sie finden sie überall und überall beten die Menschen in ihnen. Selbst die Kanaaniter können dort gebetet haben.

    Von Beruf sind Sie Ingenieur und dann wurden Sie Historiker?

    Salman Abu Sitta:

    Nicht wirklich, nein. In aller Freundschaft muss ich dem widersprechen. Die Leute sagen, ich sei ein Geograph oder ein Historiker oder ein Aktivist, aber es ist viel einfacher. Jemand hat meine Heimat gestohlen und ich kämpfe mit Zähnen und Klauen, um sie zurückzubekommen. Um den Menschen zu beschreiben, wo meine Heimat ist, werde ich ein Geograph. Um ihnen zu sagen, dass ich dort war, werde ich Historiker. Um die Welt über meine Heimat zu informieren, werde ich ein Mann für Öffentlichkeitsarbeit. Um der Welt zu sagen, dass dieses Land rechtmäßig mir gehört, werde ich Anwalt für internationale Recht. Es ist doch so, wenn man von etwas überzeugt ist, wenn jemand Dir Deine Heimat nimmt, dann tust Du alles, um sie zurückzubekommen. Du rufst, schreist, Du nimmst auch ein Gewehr …

    Der Staat, der entstand, indem er Sie und Ihre Familie vertrieb, wird Israel genannt und hat kürzlich seinen 75. Geburtstag gefeiert. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, gratulierte per Video dem Staat Israel, ohne mit einer Silbe die Palästinenser zu erwähnen. Diese Erklärung wurde international kritisiert und auch Sie haben sich mit einem offenen Brief an Frau von der Leyen gewandt. Warum?

    Salman Abu Sitta:

    Ich habe Ihr geschrieben, weil sie die EU repräsentiert und auch, weil sie eine Deutsche ist. Ich wollte sie nicht nur auf ihre sachlichen Fehler in ihrer Erklärung aufmerksam machen, ich wollte sie daran erinnern, dass Deutschland uns gegenüber Verantwortung hat. Deutschland versucht seine Gräueltaten gegen die eigenen jüdischen Bürger mit dem Blut der Palästinenser zu kompensieren. Das ist ein doppeltes Verbrechen. Die ursprüngliche Tat war ein Verbrechen, aber dafür mit unserem Blut zu bezahlen, ist ein weiteres Verbrechen. Und dieses Verbrechen ist unverzeihlich. Denn es hält seit 75 Jahren an. Verbrechen in Kriegszeiten zu begehen, ist eine Angelegenheit für Deutschland. Aber ihre Verbrechen auf unser Volk auszuweiten und zwar seit 75 Jahren, das ist ein unverzeihliches Verbrechen. Sie sollte das wissen.

    Es gibt da noch etwas, was ich in dem Brief hätte erwähnen sollen. Ich tat es nicht, weil ich mich kurzfassen wollte. Die deutschen Reparationszahlungen 1953 sollten an Juden bezahlt werden, als Wiedergutmachung für die Gräueltaten während des Zweiten Weltkrieges. Sie hätten an die deutschen Juden bezahlt werden müssen, die Bürger des Landes, das die Verbrechen beging. Stattdessen verübten sie ein großes Verbrechen, indem sie diese Reparationszahlungen an Israel bezahlten. So konnte Israel ein anderes Volk aus seiner Heimat vertreiben und dessen Land zu seiner neuen Heimat machen. Deutschland hätte sich an die Menschen wenden müssen, an denen sie Verbrechen begangen hatten. Warum hilft Deutschland einem anderen Land, um Verbrechen gegen ein anderes Volk zu begehen? Das Geld, das Deutschland als Reparationen für Juden bezahlte, ging an Israel und half, die Nakba zu begehen. Damit hat Deutschland An Nakba ermöglicht, geschaffen. Die bis heute anhält.

    Und ich sage Ihnen auch, warum. Als die Menschen aus Palästina vertrieben wurden, wollten viele der europäischen Juden gar nicht nach Palästina. Sie wollten in die USA und nach England. Als Ben Gurion Israel gründete, verübte er 65 Massaker, um die Palästinenser aus dem Land zu vertreiben. Aber es kamen keine europäischen Bürger, um das Land neu zu besiedeln. Also beschloss er, Bomben in den Häusern und Wohnungen von Juden in arabischen Staaten explodieren zu lassen. In Baghdad, in Ägypten, in Marokko. So brachte er 800.000 arabische Juden aus ihren Heimatländern nach Palästina, wo sie auf unserem Land leben sollten. Finanziert wurde diese Kampagne mit dem Geld, das Deutschland an den Staat Israel bezahlte. Das Geld ging nicht an die Juden, sondern an den Staat Israel. Das hätte ich in meinem Brief erwähnen sollen.

    Sie sprechen auf Konferenzen, halten Vorträge, Sie haben Beziehungen zur Amerikanischen Universität in Beirut aufgebaut. Was raten Sie jungen Leuten?

    Salman Abu Sitta:

    Mein Rat an junge Leute? Vor allem richtet sich mein Rat an die jungen Palästinenser. Gebt nie Euer Recht auf, in Eurem eigenen Land geboren zu werden. Gebt nie auf. Die Geschichte steht hinter Euch, die Geographie steht hinter Euch. Die Logik steht hinter Euch, das Recht ist hinter Euch. Gebt nie auf. Bis heute sind nur die Gewehre gegen Euch, aber Gewalt kann kein Recht schaffen. Solange es die Gewalt gibt, wird das Unrecht siegen. Aber die Zeit wird kommen, wenn die Gewalt nachlässt, das wissen wir aus der Geschichte. Also gebt nie Euer Recht auf, in Eure Heimat zurückzukehren. Es ist nicht nur Euer Recht, jeder Satz des Internationalen Rechts unterstützt Euch.

    Und, um das mal klar zu machen, meine Untersuchungen zeigen, dass unsere Rückkehr machbar ist. 87% der Juden in Israel leben auf nur 12% des israelischen Territoriums. Der Rest ist leer bis auf einige Kibbuz und die Israelische Armee. Das Land, auf dem 500 Dörfer stehen, ist leer oder halbleer. Von der Demographie her gibt es kein Problem, zurückzukehren. Und das Recht unterstützt die Rückkehr. Heute gibt es 14 Millionen Palästinenser. 90% von ihnen leben entweder in Palästina oder in Syrien, Libanon und Jordanien. Die Leute sind jenseits der Mauern, die Palästina umgeben. Sie können ihr Land sehen und können nicht dort leben! Sie könnten sogar zu Fuss in ihre Heimat zurückkehren. Sie brauchen keine Flugzeuge oder Schiffe, wie die jüdischen Immigranten. Sie können einfach laufen. Wie kann man es wagen, ihnen ihr Recht vorzuenthalten.

    Dr. Salman, vielen Dank für das Gespräch!

    Salman Abu Sitta: Ich bedanke mich auch.

    Zum Offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyenin Deutsch und in Englisch, als PDF.



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    Zum Offenen Brief mit diversen Links:

    OFFENER BRIEF AN MADAME URSULA VON DER LEYEN 

    Präsidentin der Europäischen Kommission

    29. April 2023

    Ihre Exzellenz

    Sie haben diese Woche eine Rede gehalten, in der Sie anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens die Gründung Israels lobten. Für jemanden in Ihrer Position ist es erstaunlich, dass es dabei so viele sachliche Fehler, Fehleinschätzungen, Verletzungen des Völkerrechts und Abweichungen von grundlegenden Normen der Gerechtigkeit gab.

    Sie haben Israel zu 75 Jahren Existenz auf einer Fläche von 20.500 Quadratkilometer gratuliert, was 78 Prozent von Palästina entspricht. Kein einziger Quadratkilometer dieser Fläche wurde auf legalem oder gerechtem Wege erworben. 6 Prozent wurden durch das verräterische britische Einverständnis erlangt und 72 Prozent durch militärische Eroberung.  Wie können Sie ein Regime beglück-wünschen, das dieses Land durch das Vergießen des Blutes Unschuldiger erhalten hat?

    Israel hat keine Grenzen, weder nach internationalem Recht noch nach seinem eigenen Eingeständnis. Das Waffenstillstandsabkommen von 1949 verleiht keinen Rechtstitel auf irgendwelche Grenzen. Welches Israel beglückwünschen Sie? Liegt es in dem 1948 von Israel besetzten Land oder in dem von 1967?

    Es gibt keine einzige Zeile in den UN-Resolutionen, die Sie in diesen beiden Punkten unterstützt.

    Sie beglückwünschen Israel zu seinem „dynamischen Einfallsreichtum und seinen bahnbrechenden Innovationen“. Ich frage Sie, wenn Sie die besten deutschen Wissenschaftler versammeln und sie auf der Insel Madagaskar ansiedeln, wo sie die Bewohner der Insel töten und das beste Labor einrichten. Würden Sie das als eine wissenschaftliche Leistung betrachten?

    Einstein hat die Relativitätstheorie nicht entdeckt, weil er Jude oder Schweizer war, sondern weil er ein brillanter Wissenschaftler war. Zu seiner Ehre lehnte er die Idee von Israel ab und verurteilte das jüdische Massaker von Deir Yassin.

    Ihre europäische Regierung hat im Rahmen des EU-Israel-Abkommens Milliarden von Euro für die „wissenschaftliche Forschung“ nach Israel fließen lassen. Das Abkommen enthielt eine Klausel, die Israel dazu verpflichtete, bei der Durchführung der Forschung die Menschenrechte einzuhalten. Aber Sie, insbesondere Deutschland und Holland, haben auf Verlangen Israels auf diese Klausel verzichtet.

    Ihr Israel hat keine Zeit verschwendet. Sein Rüstungsunternehmen Elbit verkaufte Massenvernichtungswaffen an viele Länder und verbreitete damit Tod und Zerstörung in vielen Teilen der Welt.

    Das Hauptopfer ist unser Volk in Gaza. In den vier israelischen Kriegen gegen den Gazastreifen in den letzten sechs Jahren wurden nicht nur Produkte von Elbit eingesetzt, um Frauen und Kinder zu töten, sondern auch deren Bediener waren vor Ort, um die israelischen Soldaten zu führen.

    Menschen mit gutem Gewissen in Großbritannien haben dagegen protestiert und gegen die Elbit-Fabrik in England demonstriert. Auch in Deutschland haben Menschen gegen Elbit protestiert und Ihre Regierung hat sie ins Gefängnis gesteckt. Ist das die israelische Wissenschaft, die Sie feiern?

    Sie sagen auch „Israel hat die Wüste zum Blühen gebracht“. Sie sind in die Falle der israelischen Propaganda getappt. Mit den Möglichkeiten Ihrer Regierung hätten Sie es besser machen können. Die Fläche des südlichen Bezirks beträgt 12.500 Quadratkilometer. Israel hat bestenfalls 800 Quadratkilometer bewässert. Die restlichen 94 Prozent waren und sind immer noch Wüste. Die Ironie dabei ist, dass es sich bei dem Bewässerungswasser um gestohlenes Wasser aus dem Westjordanland und den Golanhöhen handelt. Das gesamte gestohlene Wasser, das in der Landwirtschaft verwendet wird, erzeugt nur 1,5 Prozent des israelischen BIP. Die „Wüste zum Blühen zu bringen“ ist ein Mythos. Wie kann Ihnen das entgehen?

    Sie haben für Ihre Schuld an den Gräueltaten gegen Ihre jüdischen Bürger mit palästinensischem Blut bezahlt. Ihre Führer strömten nach Yad Vashem, das in Palästina und nicht in Deutschland errichtet wurde, um Tränen zu vergießen und um Vergebung zu bitten. Aber keiner Ihrer führenden Politiker hatte den moralischen Mut, auf den gegenüberliegenden Hügel zu schauen, 3 km entfernt, auf Deir Yassin, und Ihre israelischen Gastgeber, die Verbrecher, die dort das Massaker begangen haben, zur Rede zu stellen.

    Sie haben die von Israel betriebenen Konzentrationslager und Zwangsarbeitslager für gefangene palästinensische Zivilisten, die von Ihren nach Palästina geflohenen Bürgern eingerichtet wurden, nicht zur Kenntnis genommen und sich nicht darum gekümmert, obwohl das IKRK über diese Lager berichtet hat.

    Der größte Fehler in Ihrer Rede ist, dass Sie den Elefanten im Raum nicht gesehen haben. Sie haben Al Nakba, die schlimmste Katastrophe in der 4000-jährigen Geschichte Palästinas, nicht gesehen oder aber verdrängt. Sie verzichteten auf die Erwähnung der zionistischen Invasion durch 120.000 europäische Soldaten in 9 Brigaden, die 31 militärische Operationen durchführten. Diese Invasion hat 560 Städte und Dörfer durch Massaker entvölkert und zwei Drittel des palästinensischen Volkes zu Flüchtlingen gemacht. Wie können Sie diese Katastrophe einfach umgehen? Kennen Sie Palästina nicht?

    Gehen Sie zurück zu den Karten, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Ihren Geographen Kiepert und Van de Velde erstellt wurden. Dort finden Sie etwa 1200 Orte in Palästina. Sie (gemeint ist von der Leyen, Red.) sprechen fließend Französisch. Lesen Sie die sieben Bände von Victor Guerin, in denen jedes Dorf in Palästina beschrieben wird.

    Wenn Sie das alles verpassen, dürfen Sie wenigstens den historischen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. im palästinensischen Jerusalem am 31. Oktober 1898 nicht verpassen. Und Sie dürfen das umfangreiche wissenschaftliche Werk von Gustav Dalman über die Menschen in Palästina nicht verpassen.

    Mit diesem Wissen ist es sehr traurig und bezeichnend für den westlichen Rassismus, dass Sie in der UNO häufig gegen die unveräußerlichen Rechte der Palästinenser gestimmt und sich dabei auf die schmutzige europäische Geschichte des Kolonialismus berufen haben.

    Aber es ist noch nicht zu spät. Sie können Ihre Worte und Taten zurücknehmen und auf den wahren Weg zurückkehren: Frieden und Gerechtigkeit für die Palästinenser. Die Palästinenser sind die wahren Erben von Jesus Christus, nach dem Ihre Partei benannt wurde.


    Hochachtungsvoll

    Dr. Salman Abu Sitta



    (Red.) Und auch Salman Abu Sittas Neffe, Ghassan Abu Sitta, der als Arzt in Gaza im Einsatz war, wurde an der Einreise in Deutschland gehindert:


    ‘They bury the evidence and silence the witnesses’:

    Al Jazeera: Ghassan Abu-Sittah, a British Palestinian doctor who volunteered in Gaza hospitals during the first weeks of Israel’s war, says he was denied entry to Germany after being interrogated at the airport and banned from participating in a conference where he was scheduled to give testimony of his experience in the Strip.“ Upon arrival, I was stopped at the passport office, escorted to the basement of the airport and questioned for around 3.5 hours,” Abu-Sittah told the Middle East Eye.

    Abu-Sittah claimed that following the interrogation, German authorities said he was not allowed to enter the country and warned him of a fine or up to one year in prison should he have tried to link via Zoom or Facetime with the event.

    “This is exactly what accomplices to a crime do. They bury the evidence, and they silence or harass or intimidate the witnesses,” Abu-Sittah said.

    https://globalbridge.ch/dieser-mann-darf-in-deutschland-nicht-ueber-seine-jugend-reden/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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