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16.07.2024

Die große Strategie hinter J.D. Vance's neuestem Vorstoß gegen die Ukraine-Hilfe

seniora.org, 18. April 2024 IAN WARD - übernommen von politico.com, 16. Juli 2024,

Warum der Senator aus Ohio und MAGA-Liebling gegen die Auslandshilfe in den Krieg zieht.


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Senator J.D. Vance spricht mit Reportern auf dem Weg zu einer Abstimmung im US-Kapitol am 1. März 2023. | Francis Chung/POLITICO






(Red.)Dieser Artikel der Beltway-Postille ist schon etwas älter, zeigt aber auf, warum Trump J.D. Vance als Kandidat auserkoren hat. Mit der Nominierung von J.C. Vance hat sich Donald Trump eine Lebensversicherung gegen ein erneutes Attentat geschaffen. Wenn Vance beim Parteitag der Republikaner als Kandidat für die Vice-Präsidentschaft nominiert wird, wird im Fall eines Attentats gegen Trump Vance automatisch Präsident (wenn die Republikaner die Präsidentschaftswahl gewinnen, woran derzeit niemand mehr ernsthaft zweifelt). Ein Hoffnungsschimmer, weil Vance nicht nur versuchen wird, den Ukraine-Krieg zu beenden, sondern auch die gesamte "rules based order" grundlegend in Frage stellt. Kein Wunder, dass die europäischen "Eliten" in ratlose Panik verfallen.(am)

Wenn Mike Johnsons Plan für die Ukraine-Hilfe im Repräsentantenhaus scheitert, könnte Senator J.D. Vance dafür mitverantwortlich sein.

Letzte Woche verfasste der Republikaner aus Ohio einen Meinungsartikel in der New York Times mit der Überschrift „The Math on Ukraine Doesn't Add Up“ (Die Rechnung für die Ukraine geht nicht auf), und am Mittwoch traf er sich mit dem republikanischen Studienausschuss des Repräsentantenhauses, um gegen Johnsons Ukraine-Gesetzentwurf zu peitschen.

Anfang dieses Jahres habe ich monatelang mit Vance gesprochen für ein ausführliches Profil, in dem ich untersucht habe, wie der republikanische Neuling zu Donald Trumps loyalstem Verbündeten im Senat wurde und gleichzeitig den Grundstein für eine noch weitreichendere und radikalere Vision der Weltanschauung „America First“ legte. Während meiner mehrstündigen Gespräche mit Vance verteidigte er seinen hartnäckigen Widerstand gegen die US-Hilfe für die Ukraine, die er   – mehr noch als Trump   – seit seinem Einzug in den Senat im vergangenen Jahr zu einem seiner wichtigsten Themen gemacht hat.

Diese Opposition war jedoch nur ein kleiner Teil von Vances viel umfassenderer   – und weitreichenderer   – Theorie der internationalen Angelegenheiten. Wenn Vance seinen Willen durchsetzt, wird die Einstellung der US-Finanzierung für die Ukraine nur der erste Schritt einer viel umfassenderen Neuausrichtung der Rolle der USA in der Weltordnung sein.

Vance ist zutiefst skeptisch gegenüber der so genannten regelbasierten internationalen Ordnung   – dem System von Gesetzen, Normen und multilateralen Institutionen, das in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde, um globale Konflikte zu entschärfen und internationale Wirtschaftsaktivitäten zu erleichtern. Nach Ansicht von Vance hat dieses System die wirtschaftlichen Eliten bereichert, während es der Arbeiterklasse, die in den alten Industrieländern verwurzelt ist, geschadet hat   – und das alles, ohne das eigentliche Ziel der Liberalisierung von nicht-demokratischen Ländern wie China und Russland zu erreichen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet Vance die Entscheidung der Vereinigten Staaten, in der Ukraine „die Grundsätze der internationalen, auf Regeln basierenden Ordnung“ zu verteidigen, nicht als Teil einer hochherzigen und ehrenhaften Politik. Stattdessen sieht Vance darin ein eigennütziges Bestreben der wirtschaftlichen Eliten, eine globale Ordnung zu bewahren, die ihre Interessen fördert, während sie die Menschen, die er im postindustriellen Ohio vertritt, über den Tisch ziehen.

Wie er mir einmal sagte: „Ich denke, man muss das gesamte Projekt überdenken.“

Anstelle der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung müssen die USA nach Ansicht von Vance ein neues, eher nationalistisches System entwerfen, in dem die einzelnen Nationen allein für ihre eigene Sicherheit und ihr wirtschaftliches Wohlergehen verantwortlich sind und von globalen wirtschaftlichen und militärischen Verflechtungen stärker abgeschirmt werden. Laut Vance ist der erste Schritt, um die Welt in diese Richtung zu bewegen, die Einstellung der US-Hilfe für die Ukraine   – was, wie diese Woche deutlich wurde, davon abhängt, dass er seine republikanischen Kollegen im Repräsentantenhaus davon überzeugt, Johnsons Auslandshilfepaket zu kippen.

Vance hat verschiedene Argumente gegen zusätzliche US-Hilfen für die Ukraine vorgebracht, was seine Gegner in beiden Parteien zu der Behauptung veranlasste, dass er lediglich Wladimir Putin und anderen autoritären Führern das Wasser reichen würde. (Vance hat sich natürlich gegen diese Charakterisierung gewehrt.)

Was die Einzelheiten des Gesetzentwurfs für die Ukraine betrifft, so hat Vance drei Haupteinwände vorgebracht. In seinem Meinungsartikel in der New York Times von letzter Woche argumentierte Vance, dass das aktuelle Hilfspaket   – das der Ukraine zusätzliche 60 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen würde   – wenig dazu beitragen würde, den Krieg zu Gunsten der Ukraine zu wenden. (Die Befürworter des aktuellen Hilfspakets haben diese Behauptung bestritten.) Vance argumentiert auch, dass die USA nicht über die Produktionskapazitäten verfügen, um die Menge an Waffen herzustellen, die die Ukraine benötigen würde, um den Krieg zu gewinnen.

Sein letzter und am deutlichsten parteiischer Einwand rührt von seinen Vorbereitungen auf Trumps mögliche Rückkehr ins Weiße Haus im nächsten Jahr her. Vance hat sich gegen einen Teil von Johnsons Hilfspaket ausgesprochen, der die Beschlagnahme russischer Vermögenswerte im Rahmen des REPO-Gesetzes und das Einfrieren der derzeitigen Sanktionsregelungen gegen Russland vorsieht, mit der Begründung, dass dies einer zweiten Amtszeit Trumps die Hände bei seinen Verhandlungen mit Russland binden würde. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Vance unter Berufung auf Trump gegen die Ukraine-Hilfe ausspricht. Im Februar, als der Senat über seine eigene Version des Hilfspakets debattierte, erklärte Vance seinen Kollegen, dass die Festlegung der Ausgabenhöhe einen versteckten Mechanismus für die Demokraten schaffen könnte, um in der zweiten Amtszeit von Trump ein Impeachment-Verfahren gegen ihn einzuleiten.

Doch Vances Bemühungen in dieser Woche, seine republikanischen Kollegen im Repräsentantenhaus von diesen spezifischen Einwänden zu überzeugen, sind in vielerlei Hinsicht zweitrangig gegenüber seinem umfassenderen Ziel eines außenpolitischen Paradigmenwechsels bei den Republikanern. Wie Vance mir in unseren Gesprächen erklärte, geht dieses größere Projekt über die Einbringung eines gewissen „Realismus“   – oder, wie seine Kritiker es nennen würden, „Isolationismus“   – in die außenpolitischen Debatten der Rechten hinaus. In einem umfassenderen Sinne sieht Vance die Debatte über die Ukraine-Hilfe als Stellvertreter für die Debatte über die Richtung dessen, was er offen als „das amerikanische Imperium“ bezeichnet   – und damit für Amerika als Ganzes.

„Die wirklich interessante Debatte, die sich zwischen der etablierten Rechten und der populistischen Rechten abspielt, besteht darin, die Prämisse in Frage zu stellen, dass die Dinge wirklich gut laufen“, sagte Vance mir. Auf der einen Seite glauben die etablierten Republikaner, dass das amerikanische Imperium in die richtige Richtung tendiert; die populistischen Republikaner glauben, dass das amerikanische Imperium am Rande des Zusammenbruchs steht. Das Establishment verweist auf die sinkenden Armutsraten in der Welt, die Rechtspopulisten auf die sinkende Geburten- und Lebenserwartung im eigenen Land.

„Es gibt einfach diesen verzweifelten Versuch, zu behaupten, dass alles gut gelaufen ist“, sagte mir Vance, „und ich glaube das einfach nicht.“

Quelle: https://www.politico.com/news/magazine/2024/04/18/jd-vance-ukraine-aid-00153201
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6044&mailid=2269


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

Hörenswert! Stephan Detjen bespricht das Buch: "Der Hundertjährige Krieg um Palästina. Eine Geschichte von Siedlerkolonialismus und Widerstand"

aus e-mail von Ingrid Rumpf, 16. Juli 2024, 15:06 Uhr


Hörenswert wie das Buch lesenswert!


-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: Hörenswert! Stephan Detjen bespricht das Buch: "Der

Hundertjährige Krieg um Palästina. Eine Geschichte von

Siedlerkolonialismus und Widerstand"

Datum: Mon, 15 Jul 2024 21:09:02 +0200

Von: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>

An: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>



Exzellent! *Stephan Detjen *bespricht das Buch  des palästinensischen

*Rashid Khalidi: "Der  Hundertjährige Krieg um Palästina. Eine

Geschichte von Siedlerkolonialismus und Widerstand"


*Deutschlandfunk 15.7. 2024.


Detjen, Hauptstadtkorrespondent des DLF,  wagt es,  die übliche

zionistische Sichtweise in Frage zu stellen. Er hat alle Chancen,  vom

Simon-Wiesenthal- Center zu den "Zehn schlimmsten Antisemiten" gezählt

zu werden.


  knapp 9 Minuten:

*https://www.deutschlandfunk.de/rashid-khalidi-der-hundertjaehrige-krieg-um-palaestina-dlf-868e1dfd-100.html

*

Unionsverlag (Schweiz!)


ISBN: 9 - 783293


26,00 €


Martin Breidert



/Martin Breidert/

/Beueler Kreuz 1

53604 Bad Honnef

02224/9118059

martin.breidert@gmx.de/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

USA gefährden Deutschland: Neue US-Raketen in Deutschland seit Jahren geplant

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Screenshot_2024_07_16_at_22_00_25_USA_gef_hrden_Deutschland_Neue_US_Raketen_in_Deutschland_seit_Jahren_..._Transition_News

Raytheon MIM-23 HAWK Boden-Luft-Rakete mittlerer Reichweite; Bild: 298516931 © Cristi Croitoru | Dreamstime.com

USA gefährden Deutschland: Neue US-Raketen in Deutschland seit Jahren geplant

«Deutschland ist das Schlachtfeld der Vorwärtsverteidigung der USA», stellt der Publizist Wolfgang Lieb in einem aktuellen Beitrag auf dem «Blog der Republik» fest. Es sei bereits seit Jahren geplant worden, neue US-Raketen in Deutschland zu stationieren.
Die von der US-Regierung und der deutschen Bundesregierung am Rande des NATO-Gipfels in Washington am Donnerstag bekanntgegebene Stationierung von atomar bestückbaren Mittelstreckenwaffen wurde seit Jahren geplant und vorbereitet. Darauf macht der Publizist Wolfgang Lieb in einem am Samstag veröffentlichten Beitrag auf dem Blog der Republik aufmerksam.

Lieb berichtet darin über ein Dokument des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses, aus dem hervorgeht, dass die Pläne für die Stationierung schon seit 2021 existieren. Demnach wurde der nun angekündigte Schritt bereits vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine vorbereitet.

In der gemeinsamen Erklärung von Weißem Haus und Bundesregierung vom 11. Juli heißt es: Die USA werden ab 2026 zeitweise Langstreckenwaffen wie die Rakete SM-6, Marschflugkörper «Tomahawk» und in der Entwicklung befindliche Hyperschallwaffen in Deutschland stationieren.

Dies geschehe im Rahmen der Verlegung der «Multi-Domain Task Force» (MDTF) nach Deutschland und sei «Teil der Planung für eine dauerhafte Stationierung» dieser Waffen «in der Zukunft». Begründet wird das mit dem «Engagement der Vereinigten Staaten für die NATO und ihren Beitrag zur integrierten Abschreckung in Europa».

Doch stattdessen gehe es in erster Linie um die nationale Sicherheit der USA und nicht etwa die Sicherheit Deutschlands oder Europas vor einer möglichen russischen Bedrohung, stellt Lieb in seinem Beitrag klar. Aus dem Dokument des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses vom 19. April 2024 gehe hervor: Bereits 2021 wurde angekündigt, dass die zweite MDTF der USA-Armee nach Deutschland verlegt werden soll.

Diese Einheiten der US-Armee sollen demnach das «organisatorische Herzstück» («organizational centerpiece») für die nationale Sicherheit der USA sein.

«Am 13. April 2021 gab die Armee bekannt, dass sie ihre 2nd MTDF in Deutschland stationieren wird, und zwar zunächst in der Clay Kaserne in Wiesbaden als Hauptquartier. Diese Entscheidung wurde dann im Dezember 2023 modifiziert und Anfang 2024 sogar schon veröffentlicht.»

Das Dokument belegt laut Lieb, dass die entsprechende Entscheidung schon 2021 einseitig von Seiten der USA – also lange vor dem Ukraine-Krieg – getroffen wurde. Sie sei bereits vor der «gemeinsamen Erklärung der Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland zur Stationierung weitreichender Waffensysteme in Deutschland» veröffentlicht worden. Der Publizist stellt fest:

«Das belegt, dass dem Bundeskanzler eine von den USA längst beschlossene Entscheidung vorgelegt wurde und der deutschen Seite eine ‹gemeinsame Erklärung› abgenötigt wurde. Von einer ‹Gemeinsamkeit›, bei der die deutsche Seite eine Mitsprachemöglichkeit gehabt hätte, kann keine Rede sein.»

Die «gemeinsame» US-amerikanisch-deutsche Erklärung sei «ein Beleg für die Abhängigkeit, um nicht zu sagen Unterwürfigkeit der deutschen Regierung gegenüber den USA». Die angekündigte Stationierung der neuen gegen Russland gerichteten Raketen erinnert an die Situation in den 1980er Jahren mit dem NATO-Doppelbeschluss von 1979 und dem daraus folgenden INF-Vertrag von 1987, der genau diese Waffen aus Europa verbannte – und von den USA 2019 gekündigt wurde.

In den 1980er Jahren kam es in der Bundesrepublik in der Folge zu der größten Friedens- und Protestbewegung in deren Geschichte. Lieb schrieb zu der Erklärung von Biden und Scholz in einem Beitrag am Vortag:

«Scholz wollte wohl eine neue Friedensbewegung wie vor und nach dem NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 verhindern und im Windschatten des Krieges in der Ukraine die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen stellen.»

Die USA und Deutschland würden damit den Kalten Krieg neu eröffnen, diesmal aber ohne Forderungen nach einer Abrüstung auch von Seiten Russlands. Der NATO-Doppelbeschluss von 1979 sei mit einem Verhandlungsangebot des Westens verbunden worden, wonach die damalige Sowjetunion auf die Stationierung ihrer SS-20-Mittelstreckenraketen verzichten beziehungsweise diese abziehen sollte.

Der aktuelle Beschluss habe nun den «eskalierenden Effekt, dass die geplanten Raketen nicht nur gleichfalls Atombomben tragen können, sondern erheblich schneller, treffgenauer, schwieriger abwehrbar und teilweise deutlich weitreichender in Russland einschlagen können».

Auch die Informationsstelle Militarisierung (IMI) warnt in einer aktuellen Analyse davor, dass eine erneute Stationierung von US-Mittelstreckenraketen «besonders für Deutschland ein erhebliches Risiko für eine weitere Eskalation mit Russland darstellt».


Info: https://transition-news.org/usa-gefaehrden-deutschland-neue-us-raketen-seit-jahren-geplant


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Voraussetzung dafür schaffte die einseitige Aufkündigung des INF-Vertrages durch die USA unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump.

16.07.2024

Attentat auf Donald Trump: Vor dem Angriff hetzten die Medien gegen ihn

freedert.online, 16 Juli 2024 07:52 Uhr

Trotz des Attentats auf Donald Trump, bei dem er nur knapp dem Tod entkommen ist, setzt er seine Arbeit unerschrocken fort und nimmt am Nominierungsparteitag der Republikaner teil. Vor dem Mordversuch haben die westlichen Medien fleißig Hass gegen ihn geschürt. Über den Einfluss dieser Narrative auf die Schießerei und die zunehmende Gewalt gegen Politiker sprachen wir mit unserem Korrespondenten Roman Ziskin.


Quelle: RT


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/kurzclips/video/212498-attentat-auf-donald-trump-vor-dem-angriff-hetzten-die-medien-gegen-ihn


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

Was die Stadt München unter Kampf gegen Antisemitismus versteht (SZ 15.7. 2024)

aus e-mail von Ingrid Rumpf,16. Juli 2024, 12:03 Uhr


Sehr empfehlenswert!


-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: Was die Stadt München unter Kampf gegen Antisemitismus

versteht (SZ 15.7. 2024)

Datum: Tue, 16 Jul 2024 05:57:13 +0200

Von: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>

An: Martin Breidert <martin.breidert@gmx.de>



Eine *hochinteressante Dokumentation*  in der Süddeutschen Zeitung vom

15.7. 2024  belegt,*wie die Stadt München regelmäßig Veranstaltungen

verbietet, die sich kritisch zur israelischen  Politik äußern könnten*.


(S. *Anhang -* in der PDF-Datei  fehlen Fotos, dadurch gibt es viele

Leerzeilen im Text)).


Regelmäßig gehen die Veranstalter vor das Verwaltungsgericht (VG),

regelmäßig gibt  das VG der Stadt München Recht. *Regelmäßig gewinnen

die Veranstalter in der nächsten Instanz vor dem Bayrischen

Verwaltungsgerichtshof *(VGH).


Diese Dokumentation belegt, dass *es Sinn macht, in die Revision zu

gehen, weil nicht nur in München  erstinstanzliche Verwaltungsgerichte

oft  eine große Nähe zur jeweiligen Kommune aufweisen.*


Der Judaistik-Professor Stefan Jakob Wimmer äußert in dieser Doku die

Befürchtung, dass *die Stadt München mit ihrem rechtswidrigen Verhalten 

Antisemitismus befördert statt bekämpft.

*

Ergo: Klagen statt jammern.**Die Doku erweist den *Münchner Anwalt

Mathes Breuer* als Spezialisten, um gegen Verbote zu klagen. Eine Klage

bis in die zweite Instanz  ist lästig, zeitaufwändig und kostet Geld, 

aber es lohnt sich, das Geld ist gut angelegt.  Denn damit stärken wir

den Rechtssaat. (Gegen den Vorwurf des Antisemitismus zu klagen, ist

meist vergeblich, wie schon einige prominente Klägerinnen und Kläger

erfahren mussten.)


Martin  Breidert*


*/Martin Breidert/

/Beueler Kreuz 1

53604 Bad Honnef

02224/9118059

martin.breidert@gmx.de/


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16.07.2024

Unbemerkt: Deutschland übergibt Ukraine riesige Waffen-Lieferung

aus e-mail von Doris Pumphrey, 16. Juli 2024, 11:58 Uhr


Münchner Merkur 16.7.2024

<https://www.merkur.de/politik/marder-munition-deutschland-ukraine-krieg-waffen-lieferungen-leopard-panzer-93165008.html>


*39 Panzer, HIMARS, Munition: Deutschland übergibt Ukraine unbemerkt

riesige Waffen-Lieferung

*/Von: Patrick Mayer

/

Deutschland forciert im Sommer im Verborgenen die Waffenhilfe für die

durch Russland angegriffene Ukraine. Das zeigt ein gewaltiges

Militärpaket aus Berlin.


*Waffen für die Ukraine: Berlin schnürt nächstes Militärpaket für Kiew

*Währenddessen geht weit entfernt der Ukraine-Krieg ungebremst weiter –

blutig, brutal, bedrückend. Russland attackiert enthemmt, trotz

schlimmer Verluste unter den eigenen Leuten lässt Moskau seine Soldaten

immer wieder anrennen. Viele unter ihnen gehen im Nachbarland in den Tod.

Damit sich die Ukraine weiter gegen den völkerrechtswidrigen Angriff

verteidigen kann, hat Berlin Kiew Ende Juni und Anfang Juli quasi im

Verborgenen und weitgehend unbemerkt das nächste riesige Militär-Paket

für seine Armee gesandt. Unter anderem geht es dabei um 39 Panzer aus

Beständen der deutschen Rüstungsindustrie und der Bundeswehr.


*Waffen-Lieferungen an Kiew: Berlin stellt Ukraine Marder und Leopard 1

bereit

*Das geht aus der Liste der militärischen Unterstützungsleistungen der

Ampel-Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP hervor. Unter anderem

bekamen die ukrainischen Streitkräfte aus Deutschland in der vergangenen

Woche demnach zehn weitere Kampfpanzer Leopard 1A5 und zwanzig weitere

Marder-Schützenpanzer. Damit stieg die Zahl der aus der Bundesrepublik

gelieferten „Marder“ im Ukraine-Krieg auf 120, die der aufbereiteten

„Leos“ 1 (aus den 1960er Jahren) auf bislang insgesamt 50.


Hinzukamen laut Website der Bundesregierung neben Munition für die

Leopard 1 und die Marder zwei weitere Brückenlegepanzer Biber (zuvor

19), zwei zusätzliche Pionierpanzer Dachs (vorher neun), ein Bergepanzer

2 (zuvor 17) und vier weitere Minenräumpanzer Wisent 1 (zuvor 38).

Insgesamt arbeitet Deutschland an der Lieferung von bis zu 105 sanierten

Leopard 1A5. Die Ukraine hofft ihrerseits, mit den „Leos“ und den

„Mardern“ mal wieder eine Angriffsbrigade für Offensivoperationen

aufstellen zu können, nachdem sie die verbliebenen westlichen Panzer

seit Monaten auffällig defensiv zurückhält.


*Luftabwehr für die Ukraine: Deutschland liefert IRIS-T SLM und IRIS-T SLS

*Ein Makel: Das Bundesverteidigungsministeriumwollte der ukrainischen

Armee eigenen Angaben zufolge in einem gemeinsam mit Dänemark

finanzierten Projekt eigentlich bis Ende 2023 bis zu 80 Leopard 1A5

bereitstellen. Diese Zahl wurde in den vergangenen Monaten jedoch

deutlich verfehlt. Auch, weil die deutsche Rüstungsindustrie eigenen

Angaben zufolge die Ersatzteile für letztlich gelieferte Panzer zuvor

aus alten gelagerten Panzern zusammensuchen muss.


Während indes die russischen Kampfpiloten ihre Gleitbomben teils schon

über Russland auskoppeln müssen, hat die Ampel-Koalition auch in puncto

Luftabwehr weitere Lieferungen an die Ukraine bestätigt. So gab es aus

Deutschland ferner ein zusätzliches Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM

(zuvor drei) sowie ein weiteres Luftabwehrsystem IRIS-T SLS (vorher

eines), um kritische Infrastruktur und Städte gegen heimtückische

russische Luftangriffe zu schützen.


*Waffen im Ukraine-Krieg: Deutschland zahlt Kiew drei HIMARS aus den USA

*Geradezu aufsehenerregend ist eine Waffen-Lieferung, die jetzt erstmals

auf der Auflistung der Ampel-Koalition auftaucht: drei

HIMARS-Mehrfachraketenwerfer. Denn: Die Bundeswehr hat die HIMARS nicht

in ihrem Artillerie-Bestand, sondern die technisch sehr ähnlichen

MLRS-Mehrfachraketenwerfer, von denen die Ukrainer nach dem russischen

Angriff aus der Bundesrepublik im Jahr 2022 vier Stück bekamen.


Anfang Mai hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach

Gesprächen mit seinem US-Amtskollegen Lloyd Austin öffentlich gemacht,

dass Deutschland die Lieferung von drei Raketenartilleriesystemen vom

Typ HIMARS aus den USA an die Ukraine bezahlen wird. Das neue, riesige

Militär-Paket aus Berlin enthielt nun auch eben jene HIMARS. /(pm)/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

RAND-Analystin offenbart US-Endziel in Ukrainekrieg

freedert.online, 16 Juli 2024 18:31 Uhr, Von Rainer Rupp

Eine hochrangige RAND-Mitarbeiterin hat die wahren Ziele der USA in der Ukraine verdeutlicht. Unter anderem erklärte sie: "Wenn wir uns auf einen möglichen zukünftigen Konflikt mit China vorbereiten, gibt es zwei Welten, in denen wir ihn austragen könnten."


Quelle: Legion-media.ru © Imago


Symbolbild: Ein US-Marinesoldat steht neben einem Kampfflugzeug an Bord des US-Flugzeugträgers USS George Washington in der Nähe von Hongkong, Südchina, 9. November 2011.


Auf der Webseite der RAND-Corporation erschien Anfang dieses Monats ein Interview mit der hochrangigen RAND-Mitarbeiterin Ann Marie Dailey unter dem Titel "The United States, NATO, and Geopolitical Strategies" (Die Vereinigten Staaten, NATO und geopolitische Strategien). Die RAND-Corporation ist die berühmt-berüchtigte, gigantische Denkfabrik, die von der U.S. Air Force im Kalten Krieg als geostrategisches Analysezentrum gegründet worden war. Im Laufe der Zeit mutierte RAND zu einem der einflussreichsten Zentren der US-Kriegstreiber, die mit dem militärisch-industriellen Komplex Hand in Hand zusammenarbeiten und von letzterem großzügig finanziert werden. Hier ein prägnanter Auszug aus dem Interview:


Rainer Rupp: NATO-Generalsekretär will jetzt auch in Asien zündeln





Meinung

Rainer Rupp: NATO-Generalsekretär will jetzt auch in Asien zündeln





Frage an Ann Marie Dailey:

"Apropos US-Hilfe für die Ukraine: Sie haben davor gewarnt, dass das Ausbleiben der US-Unterstützung für die Ukraine eine 'Serie von amerikanischen Niederlagen' einleiten würde. Inwiefern?"

Antwort von Ann Marie Dailey:

"Es gibt Leute in Washington, die sagen, dass wir die Ukraine nicht weiter unterstützen können, weil dies unsere Fähigkeit untergräbt, uns auf China vorzubereiten. Aber wenn wir uns auf einen möglichen zukünftigen Konflikt mit China vorbereiten, gibt es zwei Welten, in denen wir ihn austragen könnten:

  • Das eine ist eine Welt, in der die Ukraine verliert. In dieser Welt werden alle unsere europäischen Verbündeten sich darauf konzentrieren, sich vor dem nächsten Angriff aus Russland zu schützen. Die Vereinigten Staaten werden diplomatisch isolierter sein, weil diese 31 NATO-Verbündeten viel mehr um ihre eigene Sicherheit besorgt sein werden als darum, den Vereinigten Staaten in einem Kampf gegen China zu helfen.

  • Die andere Welt ist eine, in der die Ukraine gewinnt. Dann haben Sie eine Ukraine, die die größte und fähigste Armee in Europa sein wird und als Bollwerk gegen russische Aggressionen dient. Die siegreiche Ukraine gibt den Vereinigten Staaten eine starke europäische Flanke im Osten. Dort haben wir Länder, die nicht nur von ihrer eigenen Sicherheit überzeugt sind, sondern auch von der kollektiven Fähigkeit der NATO, Aggressionen abzuschrecken und zu besiegen. Sie werden eher bereit sein, uns beizustehen, wenn sich die USA in einem Krieg im Indopazifik befinden. Die Vorstellung, dass die Hilfe für die Ukraine uns dabei behindert, uns auf einen Krieg mit China vorzubereiten, bedeutet, die Welt als flach zu sehen, obwohl sie rund ist."

Die Rand-Analystin macht kein Geheimnis aus dem Endziel der USA und über den eigentlichen Sinn und Zweck des blutigen Krieges mit Hunderttausenden Toten ukrainischen Soldaten und geschätzt einer Million Verwundeten. Auch sie will den Krieg gegen China. Aber sie weiß, dass die USA die ökonomische, politische und militärische Hilfe ihrer europäischen Vasallen benötigen, um gegen China anzutreten. Wenn der Krieg in der Ukraine mit einem Sieg Russlands endet, dann werden die USA an Einfluss in Europa verlieren.


Taiwan-Frage: US-Provokationen stoßen auf Chinas feste Haltung





Analyse

Taiwan-Frage: US-Provokationen stoßen auf Chinas feste Haltung





Um China zu bekämpfen, müssen die USA ihre Kontrolle über Europa stärken, unabhängig von den menschlichen und wirtschaftlichen Kosten auf dem europäischen Kontinent. Die globale Hegemonie der USA steht auf dem Spiel. Frieden ist für RAND und seine Geldgeber in Washington und im Militärisch-Industriellen Komplex ein Gräuel, weil er eine neue, multipolare Weltordnung einläuten würde, und dann könnte nichts die europäischen Vasallen davon abhalten, sich zu emanzipieren und amerikanischen Joch zu befreien.

Aber wie kommt Ann Marie Dailey zu einer derartigen Analyse, die einen Tunnelblick mit außerordentlicher Skrupellosigkeit verbindet, denn die Folgen ihrer Politikempfehlung in Gestalt zahlloser Menschenopfer scheinen ihr keine Überlegung wert. Dabei ist Ann Marie Dailey offensichtlich eine hochintelligente, vielseitige und effiziente Frau. Sie hat einen Master-Abschluss in internationaler Wirtschaft, ist anschließend zum Militär gegangen und wurde Hauptmann bei den US-Pioniertruppen, um anschließend Politikberaterin zu werden, wobei sie unter anderem als leitende Beraterin des stellvertretenden US-Verteidigungsministers für internationale Sicherheitsangelegenheiten mit Schwerpunkt Russland, Europa und Eurasien tätig war.

Zugleich scheint Ann Marie Dailey der lebende Beweis dafür zu sein, dass hohe Intelligenz nicht vor dummen oder gar verheerenden Schlussfolgerungen schützt, etwa wenn man gegenüber dem russischen Gegner voreingenommen ist oder gut dafür bezahlt wird, scheinbar schlüssige Analysen anzufertigen, die im militärisch-industriellen Komplex hochgeschätzt werden, weil sie zukünftige Profite sichern, wie ihre Politikempfehlung im Interview zeigt.


Mehr zum Thema - NATO findet einen Grund für Bildung einer Anti-China-Koalition


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info:https://freedert.online/meinung/212483-rand-analystin-offenbart-us-endziel


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

"Demütigung Deutschlands": Lawrow zur Stationierung von US-Langstreckenraketen

freedert.online, 16 Juli 2024 18:11 Uhr

Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat am Dienstag eine Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York gehalten. In ihr ging er auch auf die vor kurzem bekannt gewordenen Pläne zur Stationierung von US-Atomwaffen großer Reichweite in Deutschland ein.


"Demütigung Deutschlands": Lawrow zur Stationierung von US-LangstreckenraketenQuelle: Sputnik © Sergei Gunejew


Russlands Außenminister Sergei Lawrow spricht am 16. Juli 2024 auf einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats über multilaterale Zusammenarbeit.


Die Entscheidung Berlins, US-Langstreckenraketen zu beherbergen, sei eine Demütigung für Deutschland, sagte der russische Außenminister Sergei Lawrow in seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York am Dienstag. 

"Heute erleben wir eine weitere Demütigung für Deutschland, dessen Regierung sich der Entscheidung der USA, US-Mittelstreckenraketen auf deutschem Territorium zu stationieren, widerspruchslos gefügt hat", bewertete Lawrow das Ereignis.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Pentagon mitgeteilt, dass die Vereinigten Staaten ab 2026 Langstreckenraketen in Deutschland stationieren würden, die die derzeit in Europa vorgehaltenen weit übertreffen würden. 

Einem Bericht der FAZ zufolge haben die Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Polens bereits eine Absichtserklärung zur Entwicklung von Marschflugkörpern mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern unterzeichnet, die "von deutschem Territorium aus Ziele in Russland treffen können." Diese Information hat Bundeskanzler Olaf Scholz inzwischen bestätigt.


"Europa ist im Fadenkreuz unserer Raketen" – Peskow zu US-Langstreckenwaffen in Deutschland




"Europa ist im Fadenkreuz unserer Raketen" – Peskow zu US-Langstreckenwaffen in Deutschland





Der stellvertretende russische Außenminister Sergei Rjabkow kündigte daraufhin an, dass Moskau eine militärische Antwort auf diese Pläne "in aller Ruhe, ohne Nerven und Emotionen" ausarbeiten werde.

Sergei Lawrow hält sich an diesem Dienstag in New York auf, um an einer Tagung des UN-Sicherheitsrates zum Thema "Multilaterale Zusammenarbeit für eine gerechtere, demokratischere und nachhaltigere Weltordnung" teilzunehmen. Russlands Außenministerium hatte zudem angedeutet, dass "eine Reihe von Ländern" Interesse an bilateralen Treffen bekundet hätte.

Video: Sergei Lawrow trifft im UN-Hauptquartier in New York ein. 

In seiner Rede am Dienstag traf Lawrow auch Aussagen zu anderen Themen als der Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland. Unter anderem wiederholte er, dass Russland bereit sei, bei der Lösung der aktuellen Krise in der Ukraine einen Interessenausgleich anzustreben. Er appellierte dabei an alle, die an einer Überwindung der Ukraine-Krise interessiert sind, das Problem der Rechte nationaler Minderheiten in der Ukraine nicht aus den Augen zu verlieren. Auch müsse die Bewältigung der derzeitigen Krise in Europa von konkreten Schritten begleitet werden, die die Bedrohung Russlands durch den Westen beseitigen.


Mehr zum Thema - US-Langstreckenwaffen in Deutschland: Russland bereitet eine "militärische Antwort" vor


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info:https://freedert.online/international/212572-demuetigung-deutschlands-lawrow-zur-stationierung-us-langstreckenraketen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

Alastair Crooke: "Operation Jupiter" und eine Revolution im Entstehen

seniora.org, 16. Juli 2024, Von Alastair Crooke 15..07.2024 - übernommen von strategic-culture.su

Der "neue Populismus" auf der linken und rechten Seite und der Zusammenbruch des "zentristischen" Cordon sanitaire

Crooke.png© Photo: Public domain











Die Brüsseler Eliten seufzten erleichtert auf   – die französische Rechte war blockiert. Die Märkte zuckten selbstgefällig mit den Schultern: "Alles muss sich ändern, um gleich zu bleiben". Das Zentrum wird einen Weg finden!

Macron hatte erfolgreich die "populistische" Rechte und die Linke blockiert, indem er eine taktische Verteidigungslinie der Mitte anordnete, die beide politischen Pole blockierte. Und die taktische Blockade war ein Erfolg.

Die "rechte" Le Pen-Partei gewann   – bei 32 % der abgegebenen Stimmen   – 125 Sitze (nur 22 % der Legislative). Die Linke erhielt 180 Sitze bei einem Stimmenanteil von 26 %, und Macrons Block Ensemble kam auf 159 Sitze bei einem Stimmenanteil von 25 %.

Keine Partei verfügt jedoch über genügend Sitze, um zu regieren (normalerweise sind dafür 240 bis 250 Sitze erforderlich). Wenn dies als Erfolg gewertet wird, ist es sicherlich ein Pyrrhussieg. Die Linken bestehen aus einem Spektrum von Gegensätzen   – von Anarchisten bis zu modernen Leninisten   –, deren Melenchon-Kern niemals mit Macrons Zentristen zusammenarbeiten wird, auch nicht mit Le Pens verärgerten Anhängern.

Der Historiker Maxime Tandonnet hält es für eine heroische Fehlinterpretation der Ereignisse, wenn man glaubt, dass Macron etwas anderes als ein Fiasko erreicht hat:

"Die Operation Jupiter ist in das schlimmstmögliche Szenario ausgeartet. Es ist eine totale Sackgasse".

Es ist unmöglich, aus diesem Versammlungs-Mêlée eine funktionierende Regierung zu bilden. (Macron hat den Rücktritt des unterlegenen Premierministers abgelehnt und ihn gebeten, ad interim im Amt zu bleiben).

Nun, wie Henri Hude, ehemaliger Forschungsdirektor der Militärakademie Saint-Cyr, bemerkt:

"Niemand kann daran zweifeln, dass in Frankreich eine Revolution im Gange ist. Die Ausgaben des Staates und des Wohlfahrtsstaates übersteigen bei weitem die Mittel, die weder durch Wirtschaftswachstum noch durch Steuern wesentlich erhöht werden können...

Die einzige Möglichkeit für den Staat, über die Runden zu kommen, besteht darin, immer mehr Schulden zu machen, die nur durch sehr niedrige Zinsen gestützt werden können   – vor allem aber durch die Möglichkeit, dank der privilegierten Bindung des Euro an die deutsche [hohe Bonitätseinstufung für 10-jährige Bundesanleihen] unendlich viel Geld 'aus dem Nichts' auszugeben."

Würden diese Erleichterungen wegfallen, "müsste Frankreich nach Schätzungen von Finanzfachleuten die Gehälter seiner Staatsbediensteten um etwa ein Drittel und die Renten aller um ein Fünftel kürzen. Das ist natürlich nicht machbar".

"Was in Wirklichkeit ein Haushalts- und Handelsdefizit ist, wird als Schulden getarnt und wäre vor dreißig Jahren durch eine Abwertung der nationalen Währungen beseitigt worden   – aber dieser Schulden-Kunstgriff [kommt immer mehr den Reichen zugute] ... während die allgemeine Bevölkerung unaufhörlich murrt, ihren "rosaroten Traum" lebt   – und in blinder Unwissenheit über den Zustand unserer Finanzen gehalten wird ... Das heißt, die herrschende Klasse ist sich der Situation wohl bewusst, zieht es aber vor, nicht darüber zu sprechen, weil niemand weiß, was zu tun ist."

"Es besteht kein Zweifel, dass im Moment der Wahrheit, wenn die Staaten ihren Bankrott erklären ... der Westen in seinen Grundfesten erschüttert werden wird   – und einige werden wie Sektkorken knallen. Die Wirtschaft wird neu geordnet werden müssen. Vielleicht werden wir auch eine kulturelle Revolution erleben. Es war das Versagen des französischen Staates   – das sollten wir nicht vergessen   –, das die Französische Revolution ausgelöst hat ...

Aber man kann fragen, warum kann das [die Verschwendung von Geld] nicht unbegrenzt weitergehen? Das werden wir herausfinden, aber noch nicht jetzt.

Heute, noch bevor der Bankrott erklärt wurde, ist das Vertrauen in die Institutionen verloren gegangen: Die Ohnmacht der Behörden, die ihr Ansehen und ihre Autorität eingebüßt haben, und die Verachtung für den Präsidenten lassen die Energie der Schockwelle erahnen, die durch die Enthüllung des Fiaskos ausgelöst werden würde. Ein Szenario ‚wie in Griechenland‘ ist in Frankreich unwahrscheinlich. Wir sollten lieber auf etwas anderes setzen (kontrollierte Inflation und eine Abwertung des Euro?)".

Natürlich ist Frankreich nicht allein. "Das Euro-System sollte die Euro-Länder dazu zwingen, finanziell klug und 'tugendhaft' zu sein. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten.. Die solide Kreditwürdigkeit Deutschlands erlaubte es anderen EU-Staaten, sich stark auf ein deutsches privilegiertes Rating zu stützen, um sich unendlich zu verschulden   – indem alle EU-Staatsschulden künstlich niedrig gehalten wurden.

Solange das Privileg des US-Dollars besteht, sollte auch das des Euros bestehen bleiben   – nur dass der Krieg in der Ukraine vor allem die deutsche Industrie ruiniert. Gegen Frankreich läuft bereits ein EU-Defizitverfahren. Das gilt auch für andere EU-Staaten. Deutschland hat seine Schuldenbremse und muss 40 Mrd. Euro einsparen. In den meisten Ländern der Eurozone wird bereits gespart.

Der amerikanische Dollar   – an der Spitze dieser liberalen Schuldenpyramide   – bröckelt, ebenso wie die westliche "Rules-based Order". Die geostrategischen "Platten" der Welt   – wie auch der kulturelle Zeitgeist   – verschieben sich.

Im Klartext: Das von Macron unbeabsichtigt aufgedeckte Problem ist unlösbar.

"Wir könnten das entstehende Ethos 'den neuen Populismus' nennen", schreibt Jeffrey Tucker:

"Er ist weder links noch rechts, aber er leiht sich Themen von beiden aus der Vergangenheit aus. Von der so genannten ‚Rechten‘ leitet er die Zuversicht ab, dass die Menschen in ihrem eigenen Leben und in ihren Gemeinschaften besser in der Lage sind, weise Entscheidungen zu treffen, als den Autoritäten an der Spitze zu vertrauen. Von der alten Linken übernimmt der neue Populismus die Forderung nach Redefreiheit, Grundrechten und einem tiefen Misstrauen gegenüber der Macht von Unternehmen und Regierungen.

Das Thema der Skepsis gegenüber mächtigen und etablierten Eliten ist der springende Punkt. Das gilt für alle Bereiche. Es geht nicht nur um die Politik. Es betrifft die Medien, die Medizin, die Gerichte, die Wissenschaft und jeden anderen hochrangigen Sektor. Und das in jedem Land. Es handelt sich wirklich um einen Paradigmenwechsel. Er scheint nicht nur vorübergehend, sondern substanziell zu sein, und wahrscheinlich dauerhaft.

Was in den letzten vier Jahren geschehen ist, hat eine Massenwelle der Ungläubigkeit [und ein Gefühl der Illegitimität der Eliten] ausgelöst, die sich seit Jahrzehnten aufgebaut hat."

Der Philosoph Malebranche schrieb (1684) in seinem Traité de Morale: "Die Menschen verzeihen alles, außer Missachtung":

"Eine Elite, die ihren Pflichten nicht nachkommt, wird élitist genannt; von da an erscheint ihre Tätigkeit als ungerecht und missbräuchlich, aber vor allem ist ihre Existenz ein Affront. Dies ist die Quelle des Hasses, der Verwandlung von Eifersucht in Neid und von Neid in Rachedurst   – und damit in Kriege."

Was ist also zu tun?

Um die amerikanische Ordnung wiederherzustellen und abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen, wurde ein Sieg der NATO für notwendig erachtet:

"Das größte Risiko und die größten Kosten für die NATO sind heute das Risiko eines russischen Sieges in der Ukraine. Das können wir nicht zulassen", sagte Generalsekretär Stoltenberg auf dem NATO-Jahrestag in Washington. "Der Ausgang dieses Krieges wird die globale Sicherheit für die nächsten Jahrzehnte bestimmen."

Ein solcher Ausgang in der Ukraine   – gegen Russland   – wäre daher von einigen in Washington vielleicht als ausreichend angesehen worden, um alle aufmüpfigen, mit dem Dollar handelnden Staaten zur Vernunft zu bringen und die westliche Vormachtstellung in der Welt wieder zu festigen.

Lange Zeit war es erträglich, ja sogar vorteilhaft, ein amerikanisches Protektorat zu sein. Jetzt nicht mehr: Amerika "schreckt" nicht mehr. Die Tabus brechen auf. Die Meuterei gegen den postmodernen Westen ist weltweit. Und der globalen Mehrheit ist klar, dass Russland militärisch nicht zu besiegen ist. Es ist die NATO, die besiegt wird.

Hier ist das "Loch im Zentrum" des Unternehmens: Biden wird wahrscheinlich nicht mehr lange im Amt sein. Jeder kann das sehen.

Einige EU-Staats- und Regierungschefs   – die zu Hause gefährlich an politischer Unterstützung einbüßen, da ihre Sanitär-Cordons gegen links und rechts brechen   – könnten den Krieg ebenfalls als Ausweg aus einer EU sehen, die auf ein unlösbares finanzielles Wrack zusteuert.

Der Krieg hingegen erlaubt es, alle finanzpolitischen und verfassungsrechtlichen Regeln zu brechen. Politische Führer verwandeln sich plötzlich in Oberbefehlshaber.

Die Entsendung von Truppen und das Angebot von Kampfflugzeugen (und Raketen mit größerer Reichweite) könnte so interpretiert werden, dass ein breiterer, europäischer Krieg beabsichtigt ist. Die Tatsache, dass die USA offenbar daran denken, F-16-Stützpunkte in Rumänien zu nutzen, könnte als Mittel gedacht sein, einen Krieg in Europa auszulösen und verschiedene sinkende atlantische politische Vermögen zu retten.

Im Gegensatz dazu gibt es eindeutige Belege dafür, dass die Europäer (88 %) sagen, dass "dieNATO-Mitgliedstaaten auf eine Verhandlungslösung in der Ukraine drängen [sollten]"   – wobei nur eine winzige Minderheit der Befragten glaubt, dass der Westen Zielen wie "Schwächung Russlands" oder "Wiederherstellung der Grenzen der Ukraine von vor 2022" Vorrang einräumen sollte.

Vielmehr zeigt sich, dass die europäische Öffentlichkeit mit überwältigender Mehrheit Ziele wie die "Vermeidung einer Eskalation" und die "Vermeidung eines direkten Krieges zwischen atomar bewaffneten Mächten" bevorzugt.

Wahrscheinlicher ist, dass sich die aufgestaute Kriegsgegnerschaft in Europa entlädt und vielleicht sogar zur Ablehnung der NATO als Ganzes führt. Trump könnte dann mit seiner NATO-Haltung offene Türen einrennen.

Quelle: https://strategic-culture.su/news/2024/07/15/operation-jupiter-and-a-revolution-in-the-making/
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info:https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6041&mailid=2268


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar:

  • US-Präsident Trump kündigte den INF-Vertrag mit Russland. Der Vertrag, der den Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen... usw.
  • Ex-US-Präsident Trump steht für "America First"
  • Ex-US-Präsident Trump drohte mit Natoauflösung und befeuerte so die EU-Rüstungsspirale.


Auch die EU Rüstungs- und Verteidigungspatridioten werden das begrüßen

16.07.2024

Volkswirtschaftslehre  Chancen und Grenzen der KI in der Ökonomie

makronom.de, vom 15. Juli 2024,  Ökonomenszene, Ein Beitrag von Patrick Pobuda.

Auch in der Ökonomie haben KI-Anwendungen erste Erfolge verbuchen und ihre disruptive Wirkung aufzeigen können. Wenn sich Ökonomen nicht selbst wegrationalisiert sehen wollen, müssen sie zwingend ihren tatsächlichen Mehrwert aufzeigen.


Bild: Alexander Sinn via Unsplash


Immer genauere Analyse- und Prognosemöglichkeiten eröffnen in Wissenschaft und Wirtschaft ungeahnte Fähigkeiten, um Fortschritt (z. B. besserer Klima-/Umweltschutz durch Kreislaufwirtschaft) sowie Wohlstand (z. B. geringere Ungleichheit durch maßgeschneiderte politische Maßnahmen zum Vorteil der Gesamtwirtschaft) voranzubringen. Dabei setzt das produzierende Gewerbe seit vielen Jahren verstärkt auf solche Möglichkeiten (z. B. Predictive Maintenance). Im VWL-Spektrum erschienen in (teils weit) vergangener Zeit ebenfalls diverse Arbeiten zum Thema Künstliche Intelligenz (siehe Bickley et al. 2022, Moloi und Marwala 2020 oder Moss und Rae 1992). Folglich fügt sich diese pragmatische Aussage in die Wahrnehmung ein, wonach KI immer die jeweilige Front darstellt, was gegenwärtige Computer gerade eben so können bzw. gerade eben noch nicht können (Passig 2019, IBM 2024).

Im Allgemeinen zeigt die Nutzung von KI in wissenschaftlichen Disziplinen wie Biologie, Mathematik, Physik oder den Sozialwissenschaften schon jetzt, dass sie den Wissenschaftsbetrieb erheblich verändern wird – so kann dieser schneller, besser und produktiver werden. Im Speziellen können diese Technologien ebenso in der Ökonomie, einer Wissenschaft, die sich überdenken muss, entscheidende Verbesserungen herbeiführen. So ist festzuhalten, dass Generative KI wie „large language models (LLMs) such as ChatGPT can assist economists by describing dozens of use cases in six areas: ideation and feedback, writing, background research, data analysis, coding, and mathematical derivations“ (Korinek 2023). Ferner können LLMs als Versuchsobjekte in Experimenten herangezogen werden, um deren Verhalten unter spezifischen Bedingungen zu untersuchen. Aber ebenso darüber hinaus gibt es längst weitere Anwendungsfälle etwa im Rahmen von Prognosen. Wobei natürlich nicht nur LLMs einen starken Nutzen für die Ökonomie offenbaren (können), sondern auch viele andere KI-Produkte.

Anwendungsbeispiel aus dem Finanzbereich

Nachfolgend soll es im Wesentlichen um die Nutzung der Predictive Analytics gehen, worunter ein Zweig der Advanced Analytics verstanden wird, womit Vorhersagen über zukünftige Begebenheiten, Ergebnisse sowie Verhaltensweisen möglich sind. Sie verwendet statistische Verfahren (einschließlich künstlicher Intelligenz und ausgefeilter Vorhersagemodelle), um aktuelle sowie historische Daten zu analysieren und Eintrittswahrscheinlichkeiten zu bewerten, auch wenn bspw. ein spezifisches Ereignis oder Risiko zum jeweiligen Zeitpunkt nicht auf dem Radar einer Organisation zu finden ist.

Bis in die jüngere Vergangenheit hatten LLMs kein wirklich ausgeprägtes Verständnis für Finanzdaten eines Unternehmens, wenn man es mit dem Können realer Finanzanalyst:innen vergleicht. Der numerische Bereich stellt für ein Sprachmodell eine besondere Herausforderung dar. An sich sind Menschen hier besser in der Lage, ihr Wissen über einen breiteren Kontext einzubeziehen, indem sie weiche Informationen, Branchenkenntnisse, regulatorische, politische sowie makroökonomische Faktoren berücksichtigen. Allerdings untersuchten in einem aktuellen Arbeitspapier drei US-Wissenschaftler:innen von der University of Chicago, ob LLMs in ihrer jetzigen Form geeignet sind, Finanzberichte zu analysieren. Das Ergebnis hat sicherlich beachtliche Folgen für die Zukunft der Finanzbranche.

Diese Studie basiert auf anonymisierten Jahresabschlüssen tausender Unternehmen aus den Jahren 1968 bis 2021. Mithilfe von Allzweck-Sprachmodellen wie ChatGPT sollte herausgefunden werden, ob eine maschinelle Finanzanalyse ähnlich gut ist wie die eines menschlichen Analysten. Zunächst bestand die Aufgabe darin zu prognostizieren, ob die Gewinne der Firmen im folgenden Jahr steigen oder sinken werden. In einem nächsten Schritt wurde die Analyse unterteilt in Einzelaufgaben, um künftige Ertragszahlen vorauszusagen. Zum Vergleich standen die Aussagen von Finanzanalyst:innen, welche ihre Prognosen im Monat nach der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse abgaben.

Das Ergebnis: Die Sprachmodelle übertrafen die Leistung der Finanzanalyst:innen bei der Prognose von Ertragsveränderungen (wobei GPT 4 leicht besser war als Gemini 1.5). Denn menschliche Analyst:innen sind häufig beeinflusst durch ihre subjektive Einschätzung sowie aufgrund ihres begrenzten Firmenwissens im Nachteil. Aber: Menschliche Intuition und das Verständnis eines breiten Kontexts bieten Vorteile bei der Entscheidungsfindung – daher sollten diese Tools eher als Unterstützung dienen.

Herausforderungen beim Einsatz von KI

Zwangsläufig bestehen im KI-Bereich (inkl. des maschinellen Lernens, ML als KI-Teilgebiet) erhebliche Schwachstellen, welche bei der Anwendung unbedingt beachtet werden müssen. Entsprechend sollte ein gewisser Kenntnisstand vorhanden sein, so dass bspw. Überwachung möglich ist. Vor allem in der Wirtschaftspolitik kann dies dazu führen, dass der KI-Einsatz bloß dezidiert zu verantworten ist.

So hängt die Genauigkeit von KI- oder ML-Modellen massiv von der Qualität, Auswahl und Aufbereitung der Daten ab, mit denen sie trainiert bzw. die im weiteren Verarbeitungsprozess zur Problemlösung etc. herangezogen wurden. Folglich können unvollständige, fehlerhafte oder verzerrte Datensätze die Ergebnisse erheblich beeinträchtigen. Ebenso wirft die Verfügbarkeit von geringen Datenmengen oder spezifischen Datensätzen im Kontext einer zu lösenden Fragestellung die Problematik auf, dass – wenn eine KI damit trainiert wurde – sich das jeweilige Modell an ein darin vorhandenes Rauschen statt an die tatsächlichen Muster anpasst, was bspw. zu ungenauen Prognosen führt und die Anwendbarkeit auf andere Themen einschränkt. Zudem spielt der Human Bias eine Rolle, entweder in Form von getroffenen Entscheidungen bei der Zusammenstellung der KI-Trainingsdaten oder innerhalb der Daten selbst, weshalb solche Modelle die Voreingenommenheit (wahrscheinlich) übernehmen.

Verstärkt werden diese Schwierigkeiten dadurch, dass bei der Ergebnisbewertung im Nachhinein nicht ganz verständlich wird, wie die Maschine eigentlich auf das jeweilige Resultat gekommen ist (Stichwort Blackbox). Zwar gibt es durchaus Ansätze, die Nachvollziehbarkeit von KI-Modellen zu ermöglichen bzw. zu erhöhen (siehe Explainable Artificial Intelligence, XAI), allerdings gelingt dies eher nicht ohne eine Reduzierung der Modellkomplexität. Somit wird es äußerst beschwerlich, das notwendige Vertrauen der Menschen zu gewinnen sowie die gebotene Transparenz in diesen Modellen herzustellen, welche notwendig wäre, um bspw. politische Entscheidungen darauf aufzusetzen.

Ebenso ergeben sich bei der Interpretierbarkeit nicht zu vernachlässigende Aspekte, denn im Gegensatz zu u. a. ökonometrischen Modellen, welche (eher manuell) auf der Grundlage bekannter Beziehungen erstellt werden, kann eine KI eben auch für uns (augenscheinlich) verborgene Muster erkennen. Dies macht es recht kompliziert bis nahezu unmöglich zu verstehen, was die jeweiligen Vorhersagen im Detail antreibt oder mögliche Fehler sowie Verzerrungen im Modell zu erkennen. Folglich können aufgetretene Halluzinationen nicht unmittelbar festgestellt werden. Gerade bei kritischen wirtschaftspolitischen Fragestellungen ist dies ein gefährlicher – und inakzeptabler – Umstand.

Generell eignet sich die KI vermeintlich auch gut dazu, bspw. fehlende ökonomische Expertise u. a. in der Politik erfreulich unkompliziert wettmachen zu wollen. Aber ohne tiefergehende Fachkenntnisse der Menschen, welche solche Tools letztendlich benutzen bzw. über die Verwendung von deren Output entscheiden, werden KI-Systeme im Rahmen kritischer Problemstellungen in der Zukunft möglicherweise nicht alleinig anzuwenden sein. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass dieses gesamte Tätigkeitsfeld ebenso kreative oder gestalterische Aspekte im Sinne der Planung unseres Zusammenlebens enthält, was die Menschheit nicht (überwiegend) Maschinen überlassen sollte.

Verwendung in kontrollierbarem Umfang

Nun sind all diese – positiv ausgedrückt – Herausforderungen natürlich kein Grund, sich der KI gänzlich zu verschließen. Es bedarf jedoch eines vorsichtigeren Vorgehens, damit die sich daraus ergebenden Chancen gehoben werden können, ohne jedoch die Realisierung einhergehender Risiken erleben zu müssen. An dieser Stelle lohnt sich die Beschäftigung mit sogenannten KI-Agenten (siehe AI Agents bzw. Intelligent Agents, LLM-based Autonomous Agents, Artificial Adaptive Agents). Hierbei handelt es sich prinzipiell um selbstständige Entitäten, die u. a. ihre Umwelt wahrnehmen, eigenständig zur Erreichung von Zielen handeln und durch Lernen ihre Leistung entsprechend verbessern können.

In den Sozialwissenschaften lassen sich damit diverse Anwendungsmöglichkeiten verfolgen, um bspw. menschliches Verhalten unter Beachtung verschiedener Gegebenheiten bzw. Konstellationen zu simulieren. Allerdings ist auch hier – vor allem auf der Makroebene – Behutsamkeit geboten und man sollte sich eben nicht blind auf die Resultate verlassen. Infolge des miteinander Agierens können die (individuellen) Agenten ferner Aufgaben gemeinsam bearbeiten oder vielfältige Perspektiven in künstliche Experimente einbringen. Gegenwärtig erlebt diese Gestalt der KI einen starken Aufschwung.

Solche KI-Agenten benötigen freilich eine passende Umgebung, in der sie ihre Vorteile ausspielen können und in der möglichen Schwächen entgegengewirkt werden kann. An dieser Stelle sollte – eigentlich recht naheliegend – die Agentenbasierte Modellierung (ABM) in Erscheinung treten, welche sich als ein strukturgebendes Element sowie als Plattform zur Anbindung von KI-Elementen eignet. Denn es lassen sich nicht nur unterschiedlichste Szenarien realitätsnah modellieren. Sie kann auch die hohen Anforderungen der wegweisenden Komplexitätsökonomie an ein Modellierungstool erfüllen und die teils starken KI-Nachteile (z. B. Blackbox, Halluzinationen, unklare Kausalitäten) abfedern. Eine ergiebige Symbiose, da sich mithilfe der KI-Technologie (in einer ABM-Simulation) die Agenten, welche autonom interagieren, u. a. sehr detailliert bezogen auf tatsächliche (irrationale) menschliche Verhaltensweisen und individuelle Eigenschaften in aller Offenkundigkeit repräsentieren lassen.

Hierdurch entstehen also vielseitig einsetzbare (künstliche) Experimentierlabore, in denen etwa Handlungsoptionen für transformative Vorgänge oder nachvollziehbare Prognosen erstellt werden können. Entsprechend wären KI-Anwendungen in diesem Sinne (nur) für die Mikroebene (Agentenausgestaltung etc.) sowie für Analysetools einzusetzen, während die ABM – sozusagen in konsolidierender Weise – letztlich den Rahmen bzw. die Struktur für eine solche KI-Nutzung bereitet. Demnach würde die Anwendung von KI-Agenten dazu führen, dass die KI als Komponente hierbei doch kleiner und individueller zu denken ist bzw. deren Mächtigkeit innerhalb von Leitplanken erlebbar wird.

Damit der Mensch also nicht außen vor bleibt und trotz Blackbox noch immer sein eigenes Verständnis von der Ökonomie erweitern bzw. verbessern kann, bedarf es eines nachhaltigen Ansatzes. Ein Ansatz, mit dem sich die Wissenschaftler:innen nicht selbst von der Arbeit ausschließen und nur noch als Beobachter:innen partizipieren. Ferner wären ebenso der didaktische Wert sowie eben die Kontrollmöglichkeiten durch ABM herauszustellen, um den KI-Hype in den Sozialwissenschaften oder – praktisch gesehen – in der Politikberatung wirklichkeitsnaher einzuordnen. Zudem fördert eine höhere Transparenz die jeweilige Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den zu beratenden Personen.

Angenehm einfach kann es (mittlerweile) gelingen, künstliche Welten in realistischer Weise ganzheitlich nachzubauen (siehe z. B. Digital Twin of the Economy, erweitert um KI-Agenten). Dies liegt daran, dass die Datenverarbeitung etc. generell stetig leistungsstärker wird, wodurch die relevanten Informationen für die Modellierung genauer und schneller zur Verfügung stehen. Zudem stellt die Umsetzung infolge der durch KI beförderten Programmierungsunterstützung (z. B. GitHub Copilot) auch für wenig geübte Programmierer:innen oder sogar Anfänger:innen keine allzu große Hürde mehr dar.

Aber KI vermag in diesem Kontext mehr. Sie kann nämlich die Agenten hinsichtlich der Tiefe ihrer Eigenschaften sowie der Vielfältigkeit der Verhaltensweisen auf ein wesentlich anderes Niveau heben – ganz wie es die bereits umrissenen KI-Agenten offenbaren. Hiermit sind bspw. Szenarien herausstellbar, welche die Komplexität unserer Welt sowie u. a. vorhandene Risiken recht wirklichkeitsgetreu abbilden bzw. aufzeigen können, um daraus zielführende politische Maßnahmen zu gestalten. Damit all das gelingen kann, bedarf es u. a. passender Arbeitsgruppen und Infrastrukturen (z. B. Datenräume, in denen verwertbare Infos/Daten sicher ausgetauscht sowie verwendet werden können).

Ausblick und Forschungsaufruf

Die Schönheit im Gestalten zu finden bzw. nicht zu verlieren, also die Geschicke der Wirtschaft nicht in die sprichwörtlichen Hände von Maschinen zu legen, sollte der inhärente Ansporn von Ökonom:innen sein. Denn wenn diese sich nicht selbst wegrationalisiert sehen wollen, dann müssen sie zwingend ihren tatsächlichen Mehrwert aufzeigen. Andernfalls werden bald die großen Tech-Konzerne oder Startups gänzlich dazu beitragen, dass u. a. bessere, aber kaum nachvollziehbare Prognosen erstellt und im schlimmsten Fall ethisch fragwürdige wirtschaftspolitische Maßnahmen die Gegenwart bestimmen. So bedarf es zudem weiterhin gut ausgebildeter Personen, welche die Maschinen kontrollieren bzw. überwachen können, damit blindes Technik-Vertrauen nicht in die Misere führt.

Diesem Weg muss insbesondere ein interdisziplinäres Kooperieren bzw. Vorgehen zugrunde liegen, anstatt nur eine einzelne Disziplin, in diesem Kontext die Ökonomie, alleinig zu propagieren. Die Themen sind zu vielfältig und die Probleme zu komplex sowie die bestehenden Unsicherheiten zu groß, als dass bisherige Versäumnisse nicht ausgeräumt werden (müssen), um sich nicht selbst als Profession redundant zu machen. Nur wenn die Erkenntnis final reift, dass die derzeit in der VWL weithin verfolgten Ansätze, Methoden und Vorgehensweisen der ökonomischen Komplexität in der realen Welt kaum gerecht werden, kann tatsächlich die technologische Entwicklung zugunsten eines nachhaltigen Fortschritts sowie weitverbreiteten Wohlstands ausgenutzt bzw. ausgeschöpft werden.

 

Zum Autor:

Patrick Pobuda arbeitet als Projektleiter bei der Fraunhofer-Gesellschaft in München und ist externer Doktorand an der Universität Münster.


Info: https://makronom.de/chancen-und-grenzen-der-ki-in-der-oekonomie-47043?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=chancen-und-grenzen-der-ki-in-der-oekonomie


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

16.07.2024

Kungeln bis zum Schluß, Brüssel gegen Budapest – und Trump ante portas

lostineu.eu, 16. Juli 2024

Die Watchlist EUropa vom 16. Juli 2024 – Heute mit von der Leyens verzweifelter Mehrheits-Suche, einem bizarren innereuropäischen Boykott und einem Vorentscheid im amerikanischen Wahlkampf

Die Europawahl sollte die angeschlagene Demokratie in Europa retten. Doch nun zeigt die EU, wie man es in einer Demokratie nicht machen soll. Statt sich offen und transparent um Mehrheiten zu bemühen, Koalitionen zu bilden und ein Wahlprogramm vorzulegen, kungeln EU-Chefin von der Leyen und ihre Anhänger bis zum Schluß.

Das Gekungel begann schon bei der Nominierung. Sechs Staats- und Regierungschefs aus drei Parteien haben sich auf von der Leyen geeinigt – hinter den Kulissen, ohne Rücksicht auf die in vielen Ländern (auch Deutschland) erstarkte Rechte, und ohne die erste Sitzung des Europaparlaments abzuwarten.

Doch nun, da die neu gewählten Abgeordneten endlich in Straßburg zusammenkommen, ist immer noch nicht klar, ob von der Leyen eine Mehrheit hat. Die “Plattform”, wie sich das Machtkartell aus konservativer EVP, sozialdemokratischer S&D und liberaler Renew nennt, fürchtet eine Niederlage.

Grüne Mehrheitsbeschaffer

Sie verfügt zwar rechnerisch über 401 Abgeordnete – mehr als genug, um die benötigten 361 Stimmen zu holen. Doch zehn bis 15 Prozent könnten von der Stange gehen, wie frühere Wahlen zeigen. Vor allem in Frankreich ist der Unmut über von der Leyen groß, auch in Deutschland hat sie viele Gegner.

Deshalb holt man nun auch die Grünen ins Boot. Die grünen Wahlverlierer sollen als Mehrheitsbeschaffer für von der Leyen dienen, aber kein Teil der “Plattform” werden – so will es EVP-Chef Weber, um seine Truppen beisammen zu halten. Schließlich hatten sie Wahlkampf gegen die Grünen gemacht!

Dies schafft böses Blut. “Ich hätte echte Koalitions-Gespräche bevorzugt”, sagt Daniel Freund von den Grünen. “Die Grünen sollten Teil der Plattform werden”, fordert René Repasi von der SPD. Von der Leyen macht aber nicht mit – denn sie braucht auch konservative und rechte Stimmen.

Auch Rechte werden hofiert

Statt mit offenen Karten zu spielen und eine Koalition zu bilden, setzt die CDU-Politikerin ihre Kungelrunden bis zur Wahl fort. Am Dienstag will sie sogar die rechtskonservative EKR-Fraktion treffen – also genau jene rechten Abgeordneten, vor denen Grüne, Sozis und Liberale seit Wochen warnen.

Was soll das bringen? Bisher hat von der Leyen allen Fraktionen wohlklingende Versprechen gemacht, sich aber nicht festgelegt. Erst am Donnerstag, wenige Stunden vor der Wahl, will sie ihr Programm vorlegen. Erst dann wird sich zeigen, wer Hinterzimmer-Deals machen konnte – und wer nicht.

Und wenn es schief geht und von der Leyen durchfällt? Dann – so heißt es in ihrem Umfeld – naht der Weltuntergang. “Es gibt keinen Plan B”, warnt ihr Vize M. Schinas. Will sagen: Wer mit VDL stimmt, stimmt für die Demokratie. Wer gegen sie stimmt, stimmt für das Chaos…

Siehe auch “Von der Leyen muß weiter zittern”

News & Updates

  • Auch die EU-Kommission boykottiert Orban. Die EU-Kommission hat als Reaktion auf die umstrittene “Friedensmission” von Regierungschef Orban einen Boykott der informellen Treffen unter ungarischem Ratsvorsitz angekündigt. Angesichts “der jüngsten Entwicklungen” habe von der Leyen entschieden, dass die Kommissare nicht zu den Treffen nach Ungarn reisen, sagte ihr Sprecher. Die Regierung reagierte empört. “Die EU-Kommission kann sich nicht Institutionen und Minister aussuchen, mit denen sie kooperieren will. Sind alle Beschlüsse der Kommission nun auf politische Erwägungen gegründet?”, schrieb der Minister für EU-Angelegenheiten, J. Boka. – Mehr zur bizarren Boykottwelle gegen Orban hier.
  • Selenskyj plant Friedensgipfel vor US-Wahl. Zufälle gibt’s. Während Orbans “Friedensmission” vor dem Scheitern steht, weil die Ukraine und die EU nicht mitspielen, hat Präsident Selenskyj einen weiteren Friedensgipfel angekündigt. Er soll noch vor der US-Präsidentshaftswahl im November stattfinden und diesmal auch Russland einschließen. Doch wie will man Putin zur Teilnahme bewegen, wenn man nicht mit ihm spricht? – Siehe auch “Frischer Rückenwind für Friedenslösung”
  • Brüssel billigt (illegale) Pushbacks in Finnland. Finnland will es mit einem umstrittenen Gesetz vorübergehend erlauben, Migranten an der Grenze zu Russland abzuweisen und zurückzuschicken – ein Verstoß gegen internationales Asylrecht. Auf Nachfrage sagte die EU-Kommission, es gehe um eine besondere Lage, deshalb wolle man kein Urteil abgeben. Kommissisonschefin von der Leyen hatte zuvor bereits Zustimmung signalisiert. – Wenn es gegen Russland geht, ist offenbar alles erlaubt...

Das Letzte

Trump ante portas. Jahrelang hat die EU das Risiko einer Rückkehr von Ex-Präsident Trump an die Macht ignoriert. Doch nun müssen die EUropäer umdenken. Denn seit dem mißglückten Attentat auf Trump verspürt der unberechenbare Republikaner noch mehr Rückenwind. Und nach seiner offiziellen Nominierung beim Parteitag (mit J.D. Vance als Vize) ist seine Wiederwahl wahrscheinlicher denn je. Doch die EU ist nicht darauf vorbereitet. Jetzt rächt es sich, dass man sich unter Biden noch abhängiger von den USA gemacht hat – und versäumte, Brücken ins Trump-Lager zu bauen. Ungarns Regierungschef Orban war zwar gerade erst bei Trump zu Besuch – doch er wird nicht etwa befragt, sondern boykottiert (siehe oben)…

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6 Comments

  1. Frank Volkmar
    16. Juli 2024 @ 14:49

    Wenn ich den Umfrageergebnissen Glauben schenke, danach ist die Mehrheit der Deutschen für eine Friedenslösung in der Ukraine. Ich habe lange hin- und her überlegt, wie am am besten “ Volkes Wille “ zum Ausdruck bringt.
    Ergebnis und Vorschlag:
    In Dtld die jeweilen Landkreisabgeorneten (MdB) und in Brüssel die Kommission mit Emails und Forderungen nach Unterstützung Orbans überfluten.
    Kerberos

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  • Thomas Damrau
    16. Juli 2024 @ 13:44

    „Doch die EU ist nicht darauf vorbereitet“ (darauf=Trump’s next term).

    Zumindest die CDU scheint ihren Frieden mit Trump gemacht zu haben. So entdeckt Partei-Vize J.Spahn heuteim Interview mit dem DLF ( https://www.deutschlandfunk.de/beginn-des-parteitags-der-us-republikaner-interview-mit-jens-spahn-cdu-dlf-fe11a127-100.html ) viele politische Gemeinsamkeiten mit Trump (CDU-Werte =~= Trump-Werte).

    Dass Trump zwischendurch gerne mal als Schulhofschläger in Aktion tritt?
    Klar, ein bisschen peinlich – aber der Schulhofschläger prügelt auf die Leute ein, auf die Spahn auch gerne einprügeln würde.

    Dass Trump gerne die Gewaltenteilung schleifen würde? Das träumt sicher auch der eine oder andere in der CDU (z.B. Spahn?).

    Also win-win zwischen CDU und Trump.

    Reply

  • Zal
    16. Juli 2024 @ 13:43

    Ebo, wieso hört man nix von Rückendeckung aus der Slowakei für Orban? Hat der Fico seine Meinung geändert?

    Schon unglaublich auf diese beiden hoffen zu müssen weil unsere transatlantischen Politiker so nen Schiss im Hirn haben und unser Leben für dieses Überbleibsel der Bush Junior sowie der Biden Idiotien opfern.

    Auf phonix lief heute eine „plus“ Sendung mit Thema ‚Krieg und Frieden‘, in der sie ernsthaft auf den Ersten Weltkrieg zurückgreifen um zu erklären dass nur ein „Siegfrieden“ die Opfer nach einem blutigen Krieg rechtfertigen könne, weswegen der sich dann nochmal verlängere und verschlimmere.
    Aber natürlich geht der Sender der über die letzten 25 Jahre vermutlich im Durchschnitt 6 Stunden täglich NS Dokus sendete, nicht auf die Endsiegphantasie des 3. Reiches, weil das wäre bei der Ukraine wohl ein Einschlag ‚to close to home‘, nicht wahr.

    Reply

  • european
    16. Juli 2024 @ 07:59

    Wäre das ein Schauspiel würde man nicht bis zur Pause warten um zu gehen.
    Was für ein peinliches Theater. Unglaublich ????

    Und die Wähler können nichts dagegen tun.

    Reply

    • exKK
      16. Juli 2024 @ 12:11

      Aus dem Artikel:
      „Will sagen: Wer mit VDL stimmt, stimmt für die Demokratie. Wer gegen sie stimmt, stimmt für das Chaos…“

      Jedes, wirklich jedes Chaos ist weniger furchterregend als noch mal 5 Jahre VDL!

      Reply

  • Stef
    16. Juli 2024 @ 07:49

    Der nunmehr offizielle Boykott gegenüber Orban bewegt sich auf derselben Stufe infantiler Arroganz und demonstrativen Größenwahns wie die Pfiffe deutscher Fußballfans gegen den spanischen Verteidiger Cucurella. Die Fähigkeit, unerwünschte Entwicklungen und abweichende Meinungen auszuhalten (geschweige denn for the sake of the Argument nachzuvollziehen) ist sowohl bei der Politelite als auch bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung abhanden gekommen.

    Auf politischer Ebene nimmt man dabei die Beschädigung europäischer Institutionen in Kauf. Das macht man nur, wenn man auch deren Zerstörung billigt. Ich frage mich, ob es nicht im Kern genau darum geht: Die Erzwingung einer existenziellen und breitbandigen Krise, um die Bedingungen für fundamentale Änderungen zu erhalten.

    Reply


  • Info: https://lostineu.eu/kungeln-bis-zum-schluss-bruessel-gegen-budapest-und-trump-ante-portas


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Affront gegen Frankreich: Lindner fordert strikte Haushaltsdisziplin

    lostineu.eu, vom 15. Juli 2024

    Mit seiner dogmatischen Budgetpolitik hätte er fast die Berliner Ampel-Koalition gesprengt. Nun knöpft sich Finanzminister Lindner auch noch Frankreich vor.

    Beim Treffen der Eurogruppe in Brüssel schloß sich Lindner der EU-Empfehlung zu mehr Budgetdisziplin an.  “Wir müssen mit dem auskommen, was unsere Volkswirtschaften in der Lage sind zu tragen, und insofern unterstützen wir diese Empfehlung zu einer restriktiven Fiskalpolitik”, sagte der FDP-Politiker.

    Die EU-Kommission hatte im Juni Verfahren wegen übermäßiger Defizite gegen Frankreich, Italien, Belgien, Polen, Malta, die Slowakei und Ungarn auf den Weg gebracht. Ihre Neuverschuldung liegt höher als die EU-Obergrenze von drei Prozent des BIP, die auf Drängen Lindners wieder eingeführt worden war.

    “Jede künftige französische Regierung wird sich an diese Regeln halten müssen“, so Lindner. Das ist pikant – denn in Frankreich wurde gerade erst gewählt. Die siegreiche Linke lehnt einen Sparkurs à la Lindner ab – sie plant erhebliche Mehrausgaben. Dies ist jedoch nicht das einzige Problem.

    Das Hauptproblem ist vielmehr, dass die Schulden unter Präsident Macron und seinem Finanzminister Le Maire rasant angestiegen sind – u.a., um die Coronakrise zu bekämpfen und die Inflation zu dämpfen. Macron und Le Maire waren es aber auch, die den schärferen Schuldenregeln zugestimmt haben.

    Damit legen sie sich und ihren Nachfolger in der Regierung ein viel zu enges Korsett an. Le Maire beziffert die nun fälligen Einsparungen alleine in diesem Jahr auf rund 25 Milliarden Euro, um das Defizit von zuletzt 5,5 Prozent bis 2027 wieder auf drei Prozent zu drücken.

    Gleichzeitig fordern die EU und die Nato immer höhere Ausgaben für Waffen für die Ukraine und die Militarisierung der europäischen Wirtschaft. So legen sie die Basis für eine Eurokrise 2.0…

    14 Comments

    1. Stef
      16. Juli 2024 @ 08:51

      Die Frage ist doch, ob sich die Schuldenbremse im aktuellen politischen Setting in der EU überhaupt ändern ließe, selbst wenn es dafür bei den wichtigsten europäischen Playern politischen Rückenwind gäbe. Mein Eindruck ist, dass dies kaum mehr möglich ist. In Deutschland hat die Schuldenbremse Verfassungsrang, da wird man kaum noch rankommen. Eher wird die ganze Verfassung neu geschrieben.

      Die Schuldenbremse dient einem höheren Zweck, nämlich der Festschreibung der Enthaltsamkeit des Staates, um dem zunehmenden Einsatz von privatem renditesuchenden Kapital in ehemals öffentlichen Domänen die Türen weit zu öffnen. Eine Änderung von Schuldenbremse und ihrer europäischen Verwandten bräuchte iu unserem politischen System auch den Rückenwind der mächtigen Kapitalfraktionen und diesen kann ich nirgends erkennen.

      Im Übrigen kann ein Staat mit eigener Währung qua definitionem kein Einnahmeproblem haben. Er mag volkswirtschaftliche Probleme bekommen, aber Einnahmen sind nur dann ein Problem, wenn man die Geldemmission so missraten organisiert wie hierzulande. Dass wir im Rahmen der Geldschöpfung überhaupt von Schulden reden liegt nur daran, dass wir dem Staat den Umweg über die Kreditwirtschaft ohne Not vorgeschrieben haben. Ansonsten wäre schuldenfreie Formen der staatlichen Liquiditätssicherung ohne weiteres denkbar. Und genau das wird durch die Schuldenbremse abgesichert, damit der Liquiditätshunger der Daseinsvorsorge auch nicht über Schulden befriedigt werden kann, wissend, dass ein Staat (oder auch die EU) hohe Staatsschulden mal eben zulasten der Gläubiger abschreiben kann.

      Damit will ich mitnichten behaupten, dass mit einer „schuldenfreien Geldschöpfung“ alle Probleme gelöst wären, das wäre ein Thema für ganze Abendveranstaltungen. Aber wir laborieren hier an einem sehr spezifischen Problem unserer Staatsorganisation herum, die (wie immer im Westen) extrem zugunsten des Rentierkapitalismus ausgestaltet wurde und zu Lasten von Arbeit und Wertschöpfung.

    Reply

    • european
      16. Juli 2024 @ 11:09

      Es gibt kein renditesuchendes Kapital ohne Schulden. Um renditesuchendes Kapital zu erzeugen braucht es mindestens 2 Verschuldungsaktionen. Der erste Kredit, um Geld zu schoepfen und in den Kreislauf zu spuelen. Der zweite, um Geld zu sparen bzw. Rendite zu suchen. Unser Geldsystem besteht quasi nur aus Schulden und es ist technisch nicht moeglich zuerst zu sparen. Es geht ganz einfach nicht. Der Sparvorgang liegt am Ende des Geldkreislaufes und dieser beginnt immer mit einem Kredit. Wenn also unsere Regierung “Ruecklagen bildet” steht dahinter immer jemand anderes, der sich dafuer verschuldet.

      Die Frage ist also nur, wer diesen Kredit aufnehmen soll. Sinnvoll waere der Unternehmenssektor, weil dort investiert wird, die Innovationen stattfinden sollen. Aber das hat Politik in den Industrienationen systematisch bekaempft, indem dieser Sektor systematisch “entlastet” wurde. In Deutschland ist der Unternehmenssektor unter dem Strich Nettosparer. In anderen Laendern auch. Also bleibt nur noch der Staat, um die Schulden zu machen oder aber das Ausland. Deutschland hat sich fuer das Ausland entschieden, um gleichzeitig auf dem Ausland herumzupruegeln, dass es nicht soviel Schulden machen soll.

      Es sind die Lindners dieser Welt, die diesen Unfug pflegen und vor sich hertragen wie eine Monstranz. Wer Aehnlichkeiten mit Religionen sieht, liegt vollkommen richtig. Es ist mindestens eine Ideologie.

      Reply

      • Skyjumper
        16. Juli 2024 @ 12:29

        BINGO-BINGO-BINGO

        „Unser Geldsystem besteht quasi nur aus Schulden und es ist technisch nicht moeglich zuerst zu sparen. Es geht ganz einfach nicht.“

        Das wäre mal ein Satz der an jede 3. Wand gepinselt gehört. Damit jeder Politiker, aber auch die Bevölkerung es versteht, wie unser Währungssystem überhaupt funktioniert.

        „Die Frage ist also nur, wer diesen Kredit aufnehmen soll. Sinnvoll waere der Unternehmenssektor, weil dort investiert wird, die Innovationen stattfinden sollen.“

        Es wäre nicht nur sinnvoll, es ist eigentlich zwingend erforderlich damit die theoretischen Basics unseres Währungssystems erfüllt sind. Dass der Unternehmenssektor (vielleicht wäre Wirtschaftssektor der bessere Begriff) unbegrenzt Kredite aufnehmen können sollte, um damit Wirtschaftswachstum zu generieren, war der (wirtschaftstheoretische) Grund warum man sich von den gedeckten Währungssystemen der Vergangenheit (Gold/Silber/Kaurimuscheln/xyz) lösen wollte.

        Der Staat als (permanenter) Kreditnehmer pervertiert das wirtschaftstheoretische Modell. Der Staat sollte eigentlich abschöpfen was er braucht um seinen Aufgaben nachkommen zu können. Und lediglich in krisenhaften Situationen sollte der Staat als antizyklischer Kreditnehmer auftreten.

        Wenn die Grundlagen unseres Geldsystems einmal verinnerlicht würden, mit seinen Stärken aber auch Schwächen, käme man vielleicht auch endlich einmal dazu die Alternativen (mit deren Stärken und Schwächen) breit und öffentlich zu diskutieren.
        Siehe z.B. die von @Stef angerissene Alternative. Ich glaube nicht dass das System funktionieren würde, aber mich ärgert dass es überhaupt keinen ernsthaften Diskurs darüber gibt. Womit wir dann beim letzten Satz von @european landen den man eigentlich nur mit Neonfarben anstrahlen kann:

        „Wer Aehnlichkeiten mit Religionen sieht, liegt vollkommen richtig. Es ist mindestens eine Ideologie.“

  • Arthur Dent
    16. Juli 2024 @ 00:10

    Nur Deutschland ist dagegen – denn Lindner sagt Nein. QED
    In diesem Fall wäre die Schuldenbremse mal ein Segen, denn das Geld würde nur weiter ans Ausland gehen – in den EU-Topf. (Erinnert ein wenig an den Soli für den Wiederaufbau Ost, den auch die Ruhrgebietsstädte tragen mussten, obwohl sie im Eiltempo verwahrlosten).

    Verteilungskämpfe sind ja bereits in Deutschland schon in vollem Gange.

    Investieren, Produzieren, Konsumieren läuft in einer Volkswirtschaft simultan, für Herrn Lindner nacheinander.

    Reply

  • european
    15. Juli 2024 @ 18:45

    Lindner hat auch vor kurzem in einem Interview gesagt, dass er den Studien nicht glaubt, die einen Zusammenhang zwischen Austerität und dem Aufstieg extremistischer Parteien belegt haben. Die Brüning’schen Spargesetze sagen ihm wohl nichts.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Finanz- oder anderer Minister aus anderen Ländern, Frankreich, Italien, Spanien etc. nach Deutschland gekommen sind, um uns Deutsche dermaßen maßzuregeln und zu belehren, so wie wir das tun. Hätten sie tun können, z.B. dass unser Niedriglohnkonzept den Binnenmarkt zerstört. Oder aber, dass wir die Funktionsweise unseres Geldsystems nicht verstanden haben. Oder aber, dass wir permanent darauf angewiesen sind, dass das Ausland Schulden macht, weil wir doch so gute Sparer sind. Oder dass unsere Überschüsse andere Länder in die Defizite drängt. Dass die von uns in der Finanzkrise verordnete Austerität die Gesundheitssysteme zerstört hat, die während der Coronakrise dringend gebraucht wurden.

    Aber wir belehren. Wir sind eine Landplage, wir sind peinlich und beschämend. Lauterbach trötet in Twitter über den Niedergang des italienischen Tourismus durch den Klimawandel. Unser Finanzminister bläst die Backen auf und verordnet Austerität. Wir sind nicht auszuhalten.

    Reply

    • exKK
      15. Juli 2024 @ 20:17

      „Aber wir belehren.“

      Ja, das war schon im Kaiserreich so: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
      Es hiess ja nicht umsonst: Heil Dir im Siegerkranz, wer hat den grössten…? Oder so ähnlich.

      Reply

  • Michael
    15. Juli 2024 @ 18:20

    Berlin verwechselt mal wieder Führung mit Einmischung, Besserwisserei und Rechthaberei! Auf jeden Fall erreicht man so Ablehnung statt Zustimmung und Gefolgschaft!

    Reply

  • Skyjumper
    15. Juli 2024 @ 17:58

    Ein Affront gegen Frankreich? Das sehe ich nun nicht so.

    Ein Affront gegen das frisch gewählte Mehrheitsbündnis in der französischen Nationalversammlung? Ganz bestimmt. Aber das ist m.E.n. ein Unterschied.

    Wir sprechen hier ja nicht über Malta, Zypern oder Estland. Frankreich ist einer von 2 dominierenden Staaten innerhalb der EU, und hat (wie ja auch bereits im Artikel zutreffend ausgeführt) als solcher maßgeblich dazu beigetragen dass die ursprünglichen Defizit-Regeln reaktiviert wurden.

    Man stelle sich eine EU vor, in welcher alle gefassten Beschlüsse nach jeder nationalen Wahl erst wieder einkassiert werden um sie den neuen Mehrheiten anzupassen. Das wäre eine noch unmöglichere EU als sie es eh schon ist.
    “Jede künftige französische Regierung wird sich an diese Regeln halten müssen“
    Bis zu etwaigen anderslautenden Beschlüssen durch die EU ist das selbstverständlich einfach so. So eine Selbstverständlichkeit noch einmal zu benennen ist diplomatisch ungeschickt, weil Wasser auf die Mühlen von Melechon, aber es ist kein Affront im eigentlichen Sinne.

    “Wir müssen mit dem auskommen, was unsere Volkswirtschaften in der Lage sind zu tragen,……”
    Und auch diese Ausage ist grundsätzlich richtig. Aus meiner Sicht zumindest, ich weiß natürlich dass es hier im Blog eine Menge Gegenmeinungen dazu gibt.

    Was ich auch bei Herrn Lindner vermisse ist dagegen die Ableitung davon. Beschränkte Gesamtbudgets erfordern Prioritäten. Und Prioritäten erfordern offene und transparente Diskussionen warum welcher Etat bevorzugt und welcher benachteiligt werden soll. Ich kann mir in Deutschland z.B. gut vorstellen wie die Frage: “Waffen für die Ukraine bei gleichzeitigen Rentenkürzungen? Oder Erhalt des Rentenniveaus bei Einstellung der Ukraineunterstützung?” durch die Zivilgesellschaft beantwortet würde. Aber solche Fragen wagt sich auch Herr Lindner nicht zu stellen. Leider. Und von daher ist sein Ansinnen an die zukünftige französische Regierungen scheinheilig.

    Reply

    • ebo
      15. Juli 2024 @ 18:13

      Es geht nicht darum, EU-Beschlüsse einzukassieren, nur weil sie Frankreich oder der neuen linken Mehrheit nicht passen. Das wäre in der Tat nicht hinnehmbar.
      Es geht darum, dass die Schuldenregeln – insbesondere die alten Maastricht-Kriterien – hoffnungslos veraltet sind und es eine riesengroße Dummheit wäre, sie nun wieder mit Gewalt – sprich: Austerität – durchzusetzen.
      Genau das will aber Lindner. Er war es auch, der sich einer echten Reform der Schuldenregeln widersetzt hat.

      Reply

      • exKK
        15. Juli 2024 @ 17:12

        @ Skyjumper:
        „„Linder ist doof“ (darf man so sehen) ist zu kurz gesprungen.“

        Wenn der Staat zu wenig Geld hat, kann man nicht auf der einen Seite dieses mit den Händen zum Fenster hinaus Richtung Ukraine werfen, aber zum anderen jeden Gedanken darüber, sich es dort zu holen, wo es im Überfluss vorhanden ist und sich in diesen gehäuften Krisenzeiten geradezu unverschämt vermehrt, brüsk zurückweisen. Das ist entweder wirklich dumm, oder aber völlig ideologisch verblendet.

        Heisst „liberal“ nicht, frei entscheiden zu können? Wie soll das gehen, wenn einem derart die Hände gebunden werden?

      • Skyjumper
        15. Juli 2024 @ 18:54

        Ihren Ansatz verstehe ich gut. Mein Anliegen war es nochmal zu unterstreichen, dass Frankreich in diesem Prozess kein Opfer, sondern Mittäter war. Von daher meine Meinung dass Frankreich (abstrakt) nun nicht beleidigt sein darf.

        Es wäre angebracht wenn eine neue französische Regierung, im Rahmen einer innenpolitischen Diskussion, deutlich macht wer da wem und warum den Handlungsspielraum genommen hat.

        „Linder ist doof“ (darf man so sehen) ist zu kurz gesprungen. Was fehlt ist der Grundsatzdiskurs über die Ursachen. Die Sie ja schon benannt haben, nämlich die Schuldenregeln. Aber da wollen sie alle nicht wirklich ran, die Lindners, Macrons etc.

    • exKK
      15. Juli 2024 @ 19:06

      ““Jede künftige französische Regierung wird sich an diese Regeln halten müssen“
      Bis zu etwaigen anderslautenden Beschlüssen durch die EU ist das selbstverständlich einfach so.”

      Man kann nicht auf der einen Seite fordern, immer mehr Geld in die Ukraine zu pumpen (macht die EU ja mangels eigener Mittel für ihre Mitgliedsländer), und auf der anderen Seite dann dem politischen Gestaltungswillen eine lange Nase drehen, weil kaum bis kein Spielraum mehr für eine Prioritätensetzung zugunsten der eigenen Bürger mehr bleibt.

      SO überlebt kein politisches System auf Dauer; gerade in Frankreich könnte der Adel ein Lied davon singen, wenn er noch seine Köpfe auf den Schultern hätte…

      Reply

      • Skyjumper
        15. Juli 2024 @ 21:55

        Exakt DAS ist es ja worauf ich hinaus will. Man kann nicht ständig und an allen Ecken mehr ausgeben als man einnimmt.

        Entweder die Einnahmen müssen erhöht werden – Möglichkeiten dazu gibt es ja durchaus. Und dafür sollte es dann am besten einen gesellschaftlichen Konsens geben, zumindest aber deutliche Mehrheiten. Oder aber man muss die Ausgaben beschränken auf das was der Gesellschaft (und nicht den Politikern) am wichtigsten ist. Auch hierfür sollten zumindest Mehrheiten da sein.

        Doch um diesen notwendigen Diskurs, welcher wahrscheinlich nicht gerade einfach wäre, drücken sich die Politiker allesamt wie der Teufel vorm Weihwasser. Und daher wiederum rührt die Polarisierung der Gesellschaft, die Erstarkung der linken und rechten Ränder. Und das, da haben Sie völlig Recht, überlebt kein politisches System auf Dauer. Nicht in der EU, nicht in Frankreich, nicht in Deutschland. Die USA, aufgrund mehrerer Umstände, sind uns da nur ein paar Jahre voraus.

      • ebo
        15. Juli 2024 @ 22:10

        Weil die Einnahmen hinten und vorne nicht reichen, wird die EU neue Schulden machen müssen. Nur so lassen sich all die Rüstungs- und Industrieprogramme bezahlen.
        Frankreich braucht EU-Schulden, denn die eigenen Kassen sind leer. Polen will es auch, denn der Krieg muß weitergehen. Und von der Leyen wil les auch, denn mehr Geld bedeutert mehr Macht.
        Nur Deutschland ist dagegen – denn Lindner sagt Nein. QED


  • Info: https://lostineu.eu/affront-gegen-frankreich-lindner-fordert-strikte-haushaltsdisziplin


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Update Orban: Auch EU-Außenminister planen Boykott

    lostineu.eu, vom 15. Juli 2024

    Der Boykott des ungarischen EU-Vorsitzes weitet sich aus: Nun wollen offenbar auch die Außenminister ein Ratstreffen schwänzen.

    Dies berichtet “Politico”. Demnach habe Außenvertreter Borrell die Initiative ergriffen.

    Er wolle erreichen, dass die Minister das für Ende August geplante sog. Gymnich-Treffen in Budapest boykottieren – und sie stattdessen zum selben Termin nach Brüssel einladen.

    Die Frage ist nur, worüber die Außenminister dann mit Borrell sprechen wollen. Das Thema “Frieden” scheint ja tabu zu sein.

    Soll es vielleicht um neue Waffenlieferungen in die Ukraine gehen, die Ungarn boykottiert? Oder um die Katastrophe in Gaza, wo die EU hoffnungslos zerstritten ist?

    Nun ja, irgendwas wird man schon finden. Hauptsache, man muß nicht über die Ergebnisse von Orbans “Friedensmission” sprechen, die er offenbar heute an die EU-Chefs geschickt hat…

    Siehe auch “Wegen Orban: Hardliner wollen EU-Treffen boykottieren”

    P.S. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) schaut sich “sehr genau an”, ob er zu einem informellen Agrarministertreffen Anfang September in Ungarn fahre. Er verwies auf die Absage anderer Länder. Die Bauern und der Frieden – das war immer schon konfliktbeladen… ????

    5 Comments

    1. JHiggins
      16. Juli 2024 @ 09:00

      Gibt es irgendwo eine Analyse der persönlichen Netzwerke und der finanziellen Hintergründe der „entscheidenden“ europäischen Politiker?
      Der Eindruck von „Kindergarten“ entsteht ja nur, weil die handelnden Personen im eigenen Interesse so handeln „müssen“.

    Reply

  • Thomas Damrau
    16. Juli 2024 @ 07:29

    Hat einen Hauch von Kindergarten: „Der hat mein Schäufelchen geklaut, jetzt mache ich ihm seine Sandburg kaputt.“
    Wir leben in einer sehr kritischen Weltlage – und die Fürsten pflegen ihre Eitelkeiten.

    Interessant ist ja auch, dass von den Laien parallel nach Mehrheiten für ihre Krönungsmesse sucht. Eigentlich ein schlechter Zeitpunkt, um beleidigte Leberwurst zu spielen.

    Reply

  • Viko
    15. Juli 2024 @ 16:53

    Kopieren die MSM ihre Berichte von Agenturen? Überall steht, Orbans Besuch in Russland China und Trump, aber seine erste Reise nach Kiev wird nicht erwähnt

    Reply

  • european
    15. Juli 2024 @ 14:15

    Was fuer eine blamable Vorstellung. Man hat grosse Muehe sich nicht fuer diese Mischpoke in Grund und Boden zu schaemen.

    Und da wundert es gar nicht mehr, dass der Rest der Welt uns Europaeer nicht mehr fuer voll nimmt und uns ganz einfach links liegen laesst. All diese Leute gehen irgendwann in hochbezahlte Rente, waehrend die Buerger diesen Mist ausbaden muessen. Und dann wundern sich alle ueber den Aufstieg der Extremisten.

    Man kann gar nicht soviel essen, wie man k*tzen moechte.

    Reply

    • exKK
      15. Juli 2024 @ 12:29

      „Und da wundert es gar nicht mehr, dass der Rest der Welt uns Europaeer nicht mehr fuer voll nimmt…“

      Ich als EUropäer nehme viele EUropäer auch nicht mehr für voll. Die nämlich, die sich von der transatlantischen Propaganda einlullen lassen und ins selbe Kriegshorn blasen wie die, die davon offenbar nie genug kriegen können und leider die Agenda bestimmen. Fast 80 Jahre Frieden, möge er die meisste Zeit davon auch noch so kalt gewesen sein, war für die offenbar nur eine schwer zu ertragende Zeit… endlich können sie zurück zum Kanonendonner und Leichenbergen, dann haben sie im Innern freie Hand!


  • Info: https://lostineu.eu/update-orban-auch-eu-aussenminister-planen-boykott


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.07.2024

    Nachrichten von Pressenza: Arce weist die Schilderung vom „Selbstinszenierten Putsch“ in Bolivien zurück

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 16. Jiuli 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 16.07.2024


    Arce weist die Schilderung vom &#8222;Selbstinszenierten Putsch&#8220; in Bolivien zurück


    Der bolivianische Präsident Luis Arce hat heute die Behauptung eines &#8222;Selbstinszenierten Putsches&#8220;, die von oppositionellen Kreisen im Anschluss an die Besetzung der Plaza Murillo durch Militäreinheiten am Mittwoch und dem gewaltsamen Eindringen in den alten Regierungspalast propagiert wird, entschieden zurückgewiesen.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/arce-weist-die-schilderung-vom-selbstinszenierten-putsch-in-bolivien-zurueck/


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    Krieg und Pöbel


    Der Krieg ernährt den Krieg. Diese schlichte Weisheit, entnommen aus dem zweiten Teil von Friedrich Schillers Wallenstein-Trilogie, führt zu einer ebenso trivialen Wahrheit: Frieden lässt den Krieg hungern, aber nicht verhungern. Zumindest nicht in einer zivilisierten Gesellschaft, die die Schöpfer,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/krieg-und-poebel/


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    Bericht des Sonderberichterstatters über extreme Armut: Wirtschaftswachstum ist nicht die Antwort


    Wirtschaftswachstum ist nicht die Lösung zur Beseitigung der weltweiten Armut, warnte Olivier De Schutter, der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte. De Schutter zufolge hat die traditionelle Strategie der Förderung des Wirtschaftswachstums zur Bekämpfung der Armut einen Planeten am Rande&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/bericht-des-sonderberichterstatters-ueber-extreme-armut-wirtschaftswachstum-ist-nicht-die-antwort/


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    Kampagne &#8222;atomwaffenfrei.jetzt&#8220;beendet


    Seit 1994 engagiert sich der Trägerkreis „Atomwaffen abschaffen – bei uns anfangen!“ für die Ächtung von Atomwaffen und eine atomwaffenfreie Welt. Inzwischen haben sich mehr als 70 Gruppen und Organisationen der Forderung nach dem sofortigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/kampagne-atomwaffenfrei-jetzt-beendet/


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    Moskau in Schussweite


    Deutschland beteiligt sich an Entwicklung einer europäischen Mittelstreckenwaffe mit Reichweite bis Russland und stationiert übergangsweise US-Marschflugkörper. NATO koordiniert Aufrüstung der Mitgliedstaaten. (Eigener Bericht) – Deutschland beteiligt sich an der Entwicklung neuer Mittelstreckenwaffen, die Ziele in Russland erreichen können, darunter vermutlich&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/moskau-in-schussweite/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.07.2024

    Compact-Verbot schlägt Wellen bis nach Russland – Sacharowa: Grund war mein Interview

    Die Verbotsverfügung gegen die Compact GmbH, die das gleichnamige Magazin herausgibt und Videokanäle betreibt, dürfte international noch einige Aufmerksamkeit erregen. Mit als Erste meldete sich nun die Sprecherin des russischen Außenministeriums zu Wort.


    Quelle: Sputnik © Alexei Danitschew


    Maria Sacharowa, 26.06.2024


    Das Verbot des Magazins Compact wird in Russland aufmerksam wahrgenommen. Die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa äußerte sich dazu gegenüber TASS:

    "Am Samstag wurde mein Interview vom deutschen Magazin Compact veröffentlicht. Das Interview erfolgte auf Anfrage deutscher Journalisten. Ich habe einem direkten und offenen Gespräch zugestimmt. Das Gespräch verlief gut.

    Offenkundig sah das deutsche Innenministerium am Montag das Interview. Und am Dienstag wurde das Verlagsbüro durchsucht und das Magazin verboten. Ich denke, der Grund dafür ist, dass die Wahrheit ausgesprochen wurde, die vor den Deutschen sorgfältig verborgen wird (Zitate aus dem Interview):


    "Faschistische Maßnahme": Compact-Chef Elsässer äußert sich zur Razzia gegen sein Unternehmen


    "Faschistische Maßnahme": Compact-Chef Elsässer äußert sich zur Razzia gegen sein Unternehmen





    'Die Bundesrepublik erhält nur deshalb kein russisches Gas, weil die USA es Deutschland verboten haben.'

    'Russland und die UdSSR haben nie von sich aus Gaslieferungen an Europa und die EU gestoppt.'

    'Technisch ist es eine Frage von Wochen, die Gaslieferungen durch die verbliebene Röhre der Nord-Stream-Pipeline wieder aufzunehmen.'"

    Das Interview war nach Aussage von Jürgen Elsässer, dem Herausgeber von Compact, das erste, das deutsche Journalisten seit Beginn der militärischen Sonderoperation führen konnten. In dem Interview fanden sich auch weitere Aussagen; beispielsweise führte Sacharowa aus, dass die Aussage, Nawalny sei mit Nowitschok vergiftet worden, die von der deutschen Regierung ins Spiel gebracht worden war, nur möglich sei, wenn Deutschland Nachweismöglichkeiten für chemische Kampfstoffe besäße. Das aber setze Arbeiten an chemischen Kampfstoffen voraus, die Deutschland nach dem 2+4-Vertrag verboten seien.

    Nachdem mit dem Verbot des Verlags auch die Verbreitung seiner Inhalte auf sämtlichen digitalen Plattformen untersagt wurde, ist dieses Interview nur noch schwer auffindbar.

    Sacharowa gab auch zu erkennen, was sie von einem derartigen Vorgehen gegen eine Publikation hält:


    "Die heutige deutsche Zensur ist mit den Zeiten des Nazi-Propagandaministers Goebbels vergleichbar."


    Mehr zum Thema"Kabarettist" Schröder, Compact-Verbot und Rammstein-Demos: Recht nach Gutdünken


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    Info: https://freedert.online/russland/212554-compact-verbot-schlaegt-wellen-bis-nach-russland-sacharowa-grund-war-mein-interview


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    Weiteres:




    "Faschistische Maßnahme": Compact-Chef Elsässer äußert sich zur Razzia gegen sein Unternehmen


    freedert.online, 16 Juli 2024 14:53 Uhr

    Der mit einer Verbotsverfügung attackierte Publizist Jürgen Elsässer äußerte sich in Anwesenheit von Beamten des Faeser-Ministeriums und Medienschaffenden vor seinem Haus zur bundesweiten Razzia gegen seinen Verlag, Mitarbeiter und seine Person heute Morgen.


    Am 16. Juli erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faser in einer persönlich vorgetragenen wie auch schriftlichen Erklärung das regierungskritische Magazin Compact für verboten.


    Bundesinnenministerin Faeser verbietet Compact-Magazin: Razzien in mehreren Bundesländern




    Bundesinnenministerin Faeser verbietet Compact-Magazin: Razzien in mehreren Bundesländern






    Der Publizist Jürgen Elsässer erklärt sich am 16. Juli 2024 vor Journalisten, während in seinem Haus in Falkensee bei Berlin "rund 50 Beamte" Computer und Unterlagen beschlagnahmen.© Screenshot: YT/BBanane


    Björn Banane, freiberuflicher Berichterstatter und Sänger, unter anderem als musikalisches Gesicht der Compact-Tour und der Veranstaltungsreihe "Blaue Welle", erfuhr vor dem Privathaus in Anwesenheit etablierter Medien und der weiterhin vor Ort aktiven Ermittlungsbeamten erste Details zu der bundesweiten Razzia gegen den Compact-Verlag. Vor Elsässers Haus standen um 6.00 Uhr früh "um die 50 Beamte".

    Elsässer erklärte vor der ersten Beantwortung einer Frage Bananes an die anwesenden Journalisten gerichtet:

    "Ich will erst generell Stellung nehmen zum Vorgang. Es ist der schlimmste Eingriff in die Pressefreiheit in Deutschland, wenigstens seit 1962, der Zeit der sogenannten Spiegel-Affäre. Der Eingriff ist sogar noch schlimmer, denn der Spiegel, die Spiegel-Redaktion, wurde damals nicht aufgelöst. Der Spiegel konnte weiter erscheinen, aber hier wird versucht, das ganze Publikationsorgan mit angeschlossenem Fernsehen von Compact zu zerschlagen."

    Die Razzia, eine erneut konzertierte Aktion an Elsässers Wohnort in Falkensee bei Berlin zwischen der Faeser-Behörde und vorab informierten Medien wie dem Spiegel oder der Welt aus dem Springer-Verlag, startete in den Morgenstunden. Der Journalist Lars Weisbrot, tätig in der Zeit-Feuilleton-Redaktion, kommentierte die umgehende mediale Darstellung im Rahmen eines X-Postings, um anzumahnen:

    "Mal juristische Fragen beiseite: ich finde das kein gutes Werbefoto für einen liberalen Rechtsstaat. Sturmhauben-Cops klingeln morgens rechtsradikale Publizisten aus dem Bett und bringen gleich presse mit die möglichst peinliche Fotos davon macht? Finde ich komplett verkehrt."

    Das erwähnte Foto wurde so unter anderem vom mehrfach juristisch belangten ZDF-Mitarbeiter Jan Böhmermann präsentiert, wie auch von der Moderatorin Dunya Hayali:

    Elsässer gab vor seinem Haus weiter zu Protokoll, dass der Vorgang verantwortlich eingeleitet wurde von dem Bundesinnenministerium (BMI) unter Leitung von Nancy Faeser (SPD). Der Publizist wörtlich:

    "Das ist ein ungeheuerlicher Eingriff. Das ist ganz klar eine faschistische Maßnahme von Frau Faeser, und Sie müssen auch bedenken: Compact gibt es seit 14 Jahren. wir sind eine legale Zeitung, wir sind noch nie, noch nie, wegen irgendetwas verurteilt worden. 'Volksverhetzung', 'Rassismus', 'Antisemitismus', 'Aufrufe zur Gewalt' – das haben zwar 'die Medien' uns vorgeworfen, aber niemals gab es einen Strafverfahren." 

    In Bananes Livestream erfolgt dann ein Schnitt, daher ist nicht bekannt, ob weitere Äußerungen Elsässers erfolgten. Der frühmorgendliche Anmarsch von Justiz- und mit Sturmhauben maskierten Beamten, "um Compact polizeilich zu besetzen und das Verbot zu verkünden", stellt für den Publizisten eine Situation dar, "wie man sie aus der DDR oder aus dem Dritten Reich kennt", so Elsässer wörtlich vor den Journalisten, um weiter auszuführen:

    "Einer freiheitlich-demokratischen Ordnung unwürdig, und es zeigt, dass wir hier in Deutschland auf einem verheerenden Weg sind. (...) Richtung zu einem neuen Faschismus." 

    Der Spiegel titelte wenige Stunden nach der Razzia (Bezahlschranke): "Jürgen Elsässer und das Compact-Verbot – Reiter der rechten Wutwelle". Elsässer mahnte, wenn eine "legale" Publikation in diesem Land ohne juristische Urteile jeglicher Art verboten werde, dann "ist kein anderes kritisches, oppositionelles Medium mehr sicher vor den diktatorischen Maßnahmen dieses Regimes".

    Durch die regelmäßigen Artikel über und Kontakte zur AfD richte sich dieses Verbot "natürlich auch gegen die parlamentarische Opposition", so Elsässer auf die Frage eines Reporters zur "wohlwollende Berichterstattung" des Magazins über die AfD. Compact ist laut dem Publizisten "parteiunabhängig" und habe "auch immer wieder die AfD kritisiert". Elsässer weiter:

    "Man versucht vonseiten des Regimes, das ganze oppositionelle Medienspektrum einzuschüchtern oder im Falle von Compact plattzumachen, damit nur noch die Einheitsmedien, die gleichgeschalteten Medien, die für das Regime arbeiten, zu Wort kommen können, und das würde natürlich auch die Opposition in Gestalt der AfD schwächen."

    Die rund 50 vor Ort anwesenden Beamten konfiszierten zum Zeitpunkt des Interviews gegen 10.00 Uhr morgens weiterhin alles im Haus, das mit dem Verlag in Verbindung gebracht werde, laut Elsässer "die Computer, die Handys, alle Papiere und Unterlagen". Die Firmenwagen seien "bereits abtransportiert" worden, wie auch die Bühne für die Veranstaltungsreihe "Blaue Welle". Für Elsässer handelt es sich um eine "Tabula Rasa"-Aktion der Staatsmacht.


    Mehr zum Thema"Kabarettist" Schröder, Compact-Verbot und Rammstein-Demos: Recht nach Gutdünken


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/212531-faschistische-massnahme-compact-chef-elsaesser-aeussert-sich-zur-razzia


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    16.07.2024

    Der Euro-Indo-Pazifik   Deutschland schließt sich ökonomisch und militärisch enger mit Japan zusammen – gegen China. Gemeinsame Manöver in Nordjapan nahe russischen Territoriums sind geplant. Tokio rüstet so massiv auf wie nie zuvor.

    german-foreign-policy.com, 16. Juli 2024

    BERLIN/TOKIO (Eigener Bericht) – Deutschland verbündet sich im Machtkampf gegen China wirtschaftlich enger mit Japan und intensiviert die gemeinsamen Kriegsübungen. Wie Bundeskanzler Olaf Scholz und Japans Ministerpräsident Fumio Kishida am Freitag in Berlin mitteilten, werden sich beide Länder künftig abstimmen, um die jeweilige Abhängigkeit von Lieferungen aus China nach Kräften zu reduzieren. Auf einigen „strategischen Sektoren“ habe man bereits Fortschritte erzielt, teilten Scholz und Kishida mit. Am Freitag ist außerdem ein Abkommen in Kraft getreten, das die Durchführung gemeinsamer Manöver erleichtert. So können etwa Kampfjets der deutschen Luftwaffe in Kürze ohne große Umstände mit den japanischen Luftstreitkräften Kriegsübungen abhalten – auf Hokkaido, der nördlichsten der japanischen Hauptinseln, die nicht nur nahe an China, sondern zudem nahe an Russland liegt. Auch werden japanische Kriegsschiffe in Deutschland erwartet. Japan rüstet – ganz ähnlich wie die Bundesrepublik – massiv auf, erhöht seinen Militärhaushalt jährlich in Rekordhöhen, exportiert Patriot-Raketen in die USA, damit diese die Ukraine beliefern können, und zieht eine Beteiligung an etwaigen Kriegen um Taiwan und die Philippinen in Betracht.


    Zitat: Rekordsummen fürs MilitärJapan stockt zur Zeit seinen Militärhaushalt in hohem Tempo auf. Der Streitkräfteetat für das aktuelle Haushaltsjahr, das am 1. April begonnen hat, beträgt 55,9 Milliarden US-Dollar; das sind 16,5 Prozent mehr als im Haushaltsjahr zuvor. In den nächsten Jahren soll er weiter steigen, bis er im Jahr 2027 rund 62,5 Milliarden US-Dollar erreicht. Dies ist mehr, als Tokio jemals in seine Armee investiert hat.[1] Die Mittel sind unter anderem für Kriegsschiffe, für Kampfjets sowie für Raketen vorgesehen und nicht zuletzt für US-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, die von 2025 an einsatzbereit sein sollen. Parallel hat Tokio begonnen, seine bisher strikten Rüstungsexportregeln zu lockern. Ende 2023 hat es die Ausfuhr von Patriot-Flugabwehrraketen in die Vereinigten Staaten genehmigt – mit dem Argument, man habe aus den USA ja die Lizenz zum Bau der Raketen erhalten. Faktisch füllt Tokio damit aber nur US-Bestände auf, aus denen Washington vorher die Ukraine beliefert hatte; Japan ermöglicht also der Sache nach den Export von Waffen in ein Land im Krieg, was ihm selbst nach japanischer Gesetzeslage nicht erlaubt ist.[2] Im März hat Tokio darüber hinaus bereits vorab den künftigen Export von Kampfjets gestattet, die es gemeinsam mit Großbritannien und Italien bauen will.[3]


    Kriegsteilnahme möglich

    Während Japan seine Streitkräfte in hohem Tempo aufrüstet und seine Rüstungsindustrie stärkt, bereitet es sich zunehmend auf einen Krieg gegen China vor – in offener Abkehr von seinem offiziellen Grundsatz, lediglich Landesverteidigung zu betreiben; die japanischen Streitkräfte etwa heißen bis heute Selbstverteidigungsstreitkräfte. Bereits vor Jahren hat das japanische Kabinett den Beschluss gefasst, einen Angriff auf einen Verbündeten als einen Angriff auf sich selbst zu werten und damit sein Recht auf Selbstverteidigung als Recht auf kollektive Selbstverteidigung zu interpretieren. Sollten die Vereinigten Staaten in einem Krieg um Taiwan gegen China auf taiwanischer Seite intervenieren, dann werde das mit japanischer Unterstützung geschehen, heißt es in Tokio schon seit Jahren.[4] Denkbar seien nicht nur direkte Unterstützungsleistungen für die US-Streitkräfte, sondern auch eigene japanische Angriffsoperationen. Am Montag vergangener Woche unterzeichneten darüber hinaus Japan und die Philippinen ein Abkommen, das etwa die Entsendung von Truppen zu Manövern in das jeweils andere Land erlaubt.[5] Die Militärkooperation soll ausgebaut werden. Die Philippinen befinden sich in einem ernsten Konflikt mit China um einige Riffe im Südchinesischen Meer; der Konflikt eskalierte zuletzt immer mehr.


    Ein Weltkonflikt

    Das ist der Hintergrund, vor dem nun auch Deutschland seine Zusammenarbeit mit Japan intensiviert. Bundeskanzler Olaf Scholz kam dazu am vergangenen Freitag in Berlin mit Ministerpräsident Fumio Kishida zusammen. Beide hatten sich kurz zuvor, am Donnerstag, auf dem NATO-Jubiläumsgipfel in Washington getroffen. Dort hatte das Militärbündnis die Staats- und Regierungschefs Japans, Südkoreas, Australiens und Neuseelands zu einem Austausch geladen. Auf der Tagesordnung standen gemeinsame Strategien einerseits gegen Nordkorea, andererseits gegen China, die das nordatlantische Militärbündnis gemeinsam mit seinen asiatisch-pazifischen Verbündeten realisieren will. In Vorbereitung auf den Gipfel hatte Japans Ministerpräsident Kishida behauptet, „die geographische Grenze zwischen dem ‘Euro-Atlantik‘ und dem ‘Indo-Pazifik‘“ sei in Zukunft für die NATO und ihre Verbündeten „nicht mehr relevant“.[6] Die Abschlusserklärung des Gipfels enthielt schärfere Angriffe gegen China denn je; so warf das Militärbündnis der Volksrepublik vor, ein „entscheidender Ermöglicher“ des Ukraine-Kriegs zu sein.[7] Die NATO ging zudem auf ihrem Gipfel in Washington zunehmend dazu über, den Ukraine-Krieg als Konflikt nicht nur mit Russland, sondern mit „Russland, China, Iran und Nordkorea“ einzustufen.[8]


    Strategische Sektoren

    Entsprechend hatten Scholz und Kishida, als Letzterer am Freitag auf dem Heimweg aus Washington einen Zwischenstopp in Berlin einlegte, insbesondere gemeinsame Maßnahmen gegen China auf der Tagesordnung. So werden Deutschland und Japan in Zukunft enger ökonomisch kooperieren, um die Abhängigkeit von der Volksrepublik zu reduzieren.[9] Auf „strategischen Sektoren“ habe man bereits Fortschritte erzielt, hieß es anschließend; dies gelte zum Beispiel für Wasserstoff, Halbleiter und Bodenschätze. Beobachter weisen darauf hin, dass Japan über eine eigenständige Chipindustrie verfügt und zur Zeit dabei ist, diese nach Kräften auszubauen.[10] Deutschland bemüht sich ebenfalls darum, dies allerdings mit bislang lediglich durchwachsenem Erfolg.[11] Am vergangenen Freitag trat außerdem, wie Scholz im Anschluss an das Treffen hervorhob, ein im Januar geschlossenes Abkommen zwischen Berlin und Tokio in Kraft (Acquisition and Cross-Servicing Agreement, ACSA), das die logistische Unterstützung der Truppen des jeweils anderen Staates bei gemeinsamen Manövern regelt.[12] Entsprechende Vereinbarungen hat Japan bereits mit den USA, mit Großbritannien und mit Frankreich geschlossen. Jetzt sind Kriegsübungen auch der Bundeswehr auf japanischem Territorium leichter möglich als zuvor.


    Gemeinsame Manöver

    Derlei Manöver stehen unmittelbar bevor. So werden Kampfjets der deutschen Luftwaffe, die sich gegenwärtig auf einer Manöverreise in der Asien-Pazifik-Region befinden (german-foreign-policy.com berichtete [13]), schon in wenigen Tagen gemeinsam mit den japanischen Luftstreitkräften den Krieg üben – und zwar auf Hokkaido, der nördlichsten der japanischen Hauptinseln.[14] Dies ist insofern von Interesse, als sie damit nicht nur so nahe an China den Krieg üben wie in dieser Form wohl noch nie zuvor. Der Manöverschauplatz liegt außerdem in relativer Nähe zu den Kurilen, einer Inselkette, die zu Russland gehört, deren südliche Teile aber von Japan beansprucht werden. Bereits zuvor hatten sich die deutschen Kampfjets an Übungen in Alaska beteiligt, unter anderem an Arctic Defender, einem Manöver, mit dem die Kriegführung gegen Russland in der Arktis geprobt wurde. Gegenwärtig operieren die deutschen Militärflugzeuge noch bei Hawaii, wo zur Zeit – unter Beteiligung auch deutscher Kriegsschiffe – Rimpac 2024 abgehalten wird, das US-geführte größte Marinemanöver der Welt.[15] Davon abgesehen soll, wie Kishida in Berlin mitteilte, schon in naher Zukunft eine Flottille der japanischen Marine im Hamburger Hafen einlaufen. Auch die Marine gehört zu den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften, die offiziell lediglich der Verteidigung japanischen Territoriums dienen.

     

    [1] Dzirhan Mahadzir: Japanese Cabinet Approves Largest Ever Defense Budget. news.usni.org 22.12.2023.

    [2] Mari Yamaguchi: US ambassador thanks Japan for defense upgrade and allowing a Patriot missile sale to US. apnews.com 27.12.2024.

    [3] Mari Yamaguchi: Why is Japan changing its ban on exporting lethal weapons, and why is it so controversial? apnews.com 26.03.2024.

    [4] William Choong: Will Japan intervene in a Taiwan contingency? It depends. japantimes.co.jp 17.12.2023.

    [5] Jim Gomez, Haruka Nuga: Japan and the Philippines sign a defense pact in the face of shared alarm over China. apnews.com 08.07.2024.

    [6] Yukiko Toyoda, John Geddie: Exclusive: Japan must strengthen NATO ties to safeguard global peace, PM says. reuters.com 09.07.2024.

    [7] Washington Summit Declaration. nato.int 10.07.2024.

    [8] NATO Secretary General concludes landmark 75th Anniversary Washington Summit. nato.int 11.07.2024.

    [9] Deutschland und Japan wollen Pakt für Wirtschaftssicherheit. handelsblatt.com 12.07.2024.

    [10] Tim Kanning: Japan sucht die Nähe zu Deutschland. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.07.2024.

    [11] S. dazu Die scheiternde Aufholjagd.

    [12] Tim Kanning: Japan sucht die Nähe zu Deutschland. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.07.2024.

    [13] S. dazu Die Vereinigte Front gegen China.

    [14] Tim Kanning: Japan sucht die Nähe zu Deutschland. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.07.2024.

    [15] S. dazu Das größte Marinemanöver der Welt.


    Info:  https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9620


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    15.07.2024

    Kriegspolitik »Asow« on the Road

    jungewelt.de, 15.07.2024, Von Susann Witt-Stahl

    Neonazibrigade geht auf Europatournee – auch in Deutschland sind Auftritte geplant


    Smoliyenko Dmytro/IMAGO/ABACAPRESS

    Ukrainische Faschisten feiern sich: »Unsere Leute sind überall« (Saporischschja, 5.5.2024)


    Die Propagandamaschine der »Asow«-Bewegung präsentiert Kriegshelden zum Anfassen. Am 21. Juli startet sie eine Europatournee mit Angehörigen ihres Kampfverbands 3. Separate Sturmbrigade in der ukrainischen Armee. Geplant hat die Einheit, die von Andrij Bilezkij, einem der einflussreichsten Neonaziführer der Ukraine kommandiert wird, zunächst Auftritte in Warschau und Wrocław, später in Prag, Vilnius, Rotterdam und Brüssel.

    Seit ukrainische Faschobanden als Brothers in Arms der NATO im Stellvertreterkrieg gegen Russland fungieren, gilt der kategorische Imperativ »Nie wieder!« auch hierzulande nur noch befristet bis zum nächsten Mal. Und so sind für den 25. und 26. Juli auch Veranstaltungen der »Asow«-Sturmbrigade in Deutschland angekündigt: In Berlin werden die »epischsten Geschichten von der Front« garniert mit »Soldatenhumor« für 20 Euro, in Hamburg für 15 Euro angeboten; der Erlös geht an »Asow«. »Kommt zum Treffen mit den echten Kämpfern der Brigade, die in den Schlachten in Bachmut, Awdijiwka und Charkiw waren«, heißt es in der Werbung, die in Social-Media-Kanälen verbreitet wird. »Unzensiert erzählen sie alles über ihren Dienst.«

    Bezweifelt werden darf, dass das auch für hässliche Wahrheiten zutrifft, die die Medien in Deutschland und anderen NATO-Ländern seit 2022 mit großem Aufwand verschweigen, verharmlosen oder leugnen: Die 3. Sturmbrigade inszeniert sich bis heute mit Stolz als historischer Erbe des Bandera-Flügels der faschistischen Organisation Ukrainischer Nationalisten und deren bewaffneten Arms, Ukrainische Aufständische Armee, die einst zu den willigsten Helfern im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und dem Holocaust zählten. Ungebrochen ist auch ihre Bewunderung für Hitlers Elitekrieger: Diverse Symbole der 3. Sturmbrigade sind in Anlehnung an die Insignien der Waffen-SS gestaltet, eines sogar nach dem Truppenkennzeichen der 36. Waffengrenadierdivision »Dirlewanger«.


    Zweck der Europatournee ist laut der »Asow«-Brigade, »Fans im Ausland zu treffen«. Aber der Ankündigung ist zu entnehmen, dass ihre Mission über Geldakquise und das bereits weit fortgeschrittene Branding von »Asow« – mit eigenen Filmproduktionsfirmen, Modelabels, Verlagen, neuerdings sogar einer Netflix-Serie – für den Kulturindustriemarkt im Westen hinaus geht. »Wir wissen, dass ihr die Heimat vermisst«, so der Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der hier lebenden ukrainischen Männer. »Ihr könnt euch unseren Reihen anschließen.« Wer sich partout nicht für den Heldentod in der Ostukraine begeistern will, soll wenigstens Ersatzdienst im Ausland leisten: »Ihr könnt lokale Initiativen gründen«, so die Aufforderung von »Asow«, die Bewegung in Deutschland zu etablieren. Diese hat mit einem Ableger von »Centuria« (einer der mächtigsten Neonaziorganisationen der Ukraine, deren militärischer Arm in die 3. Sturmbrigade eingegliedert ist) bereits in Magdeburg Fuß gefasst. Dass »Asow« Expansionsdrang hat, indiziert auch der Titel der Tournee: »Unsere Leute sind überall.«

    In Hamburg ist für das Nazispektakel im Talkshowformat mit »Feine Ukraine« der optimale Gastgeber gefunden: Der »Verein der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit« initiiert regelmäßig Kundgebungen für mehr Waffenlieferungen und die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine und damit faktisch für den Kampfeinsatz von NATO-Truppen gegen Russland. Vergangenen Monat war »Feine Ukraine« Mitorganisator einer Veranstaltung, inklusive Autogrammstunde, mit der ukrainischen Sanitätssoldatin Julija Pajewska – ein Exmitglied des banderistischen »Rechten Sektors« – in der renommierten Bucerius Law School. In Berlin soll die »Asow«-Show am Donnerstag im Hotel Continental – Art Space in Exile, Zentrum für Moderne Kunst in Treptow stattfinden, das vorwiegend von geflohenen ukrainischen Künstlern genutzt und dessen Träger Ogalala Kreuzberg e. V. »zur Förderung von Kunst und Kultur« ist. Eine Anfrage der jW-Redaktion bei Hotel Continental – das auch Kooperationspartner des Deutschen Theaters ist – zu seiner fragwürdigen Kooperation mit faschistischen Horden, blieb bislang unbeantwortet.


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/479392.html


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    15.07.2024

    Pepe Escobar: Das Jemen-Russland-Rätsel

    seniora.org, 15. Juli 2024, 12. Juli 2024 Von Pepe Escobar - übernommen von thecradle.co

    Jemens herausragende strategische Manöver zur Verteidigung Palästinas durch seine dramatisch aufsteigende Rolle in der westasiatischen Achse des Widerstands nimmt die Konturen einer epischen Odyssee an, die von der globalen Mehrheit eifrig verfolgt wird.


    Sanaa bemüht sich eifrig um eine Zusammenarbeit mit Moskau, um seine erstaunlichen militärischen Erfolge auch auf den wirtschaftlichen und diplomatischen Bereich auszudehnen. Während der Handel mit Russland ein wesentlicher Faktor für die Abschwächung der Auswirkungen der Belagerung des Jemen sein kann, sieht Sanaa die Mitgliedschaft in den BRICS-Staaten auch als "goldene Gelegenheit" für die Schaffung dauerhafter Sicherheit am Persischen Golf. (Photo Credit: The Cradle)


    Als ob die beispiellose Demütigung der US-Marine im Bab al-Mandab und im Roten Meer noch nicht genug wäre, hat die Ansarallah ein israelisches Schiff mit einer Hatem-2-Hyperschallrakete beschossen, einem bemerkenswerten Fortschritt in der einheimischen technologischen Entwicklung.

    Diese erstaunlichen strategisch-militärischen Fortschritte der Ansarallah haben gleichzeitig den seit jeher schwelenden, nicht beendeten Krieg und die Blockade gegen den Jemen wiederbelebt, die 2015 von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der üblichen Unterstützung der USA und des Vereinigten Königreichs begonnen wurde.

    Riad verabscheut den jemenitischen Widerstand wie die Pest. Statt Sanaa, der anerkannten Hauptstadt des Jemen, unterstützt es eine "Anti-Ansarallah-Regierung" in Aden, die von der "regelbasierten internationalen Ordnung" anerkannt ist. In Wahrheit sitzt diese Regierung jedoch in einem Luxushotel in Riad.

    Die Ansarallah hat sich bemüht, einen Gefangenenaustausch auszuhandeln, bei dem gefangene saudische Piloten gegen inhaftierte Hamas-Mitglieder in Saudi-Arabien ausgetauscht werden. Riad hat sich nicht nur geweigert, sondern auch damit gedroht, dass Banküberweisungen in den und aus dem Jemen blockiert und der internationale Flughafen und die Seehäfen von Sanaa geschlossen werden würden.

    Die Antwort der Ansarallah war eindeutig: Wenn das jemenitische Bankwesen blockiert wird, würde das saudi-arabische Bankensystem zerstört werden. Wenn der Flughafen von Sanaa angegriffen wird, würde dasselbe mit den saudischen Flughäfen geschehen.

    Der Krieg, der nie endete, ist also plötzlich und auf bedrohliche Weise wieder im Gange. Die Ansarallah hätte kein Problem damit, als Vergeltung für eine vollständige Blockade die saudi-arabische Ölproduktion ins Visier zu nehmen   – angesichts ihrer bewährten Fähigkeiten mit brandneuen Raketen und Marinedrohnen. Die Folgen für die globalen Ölmärkte wären katastrophal.


    Zwei Delegationen besuchen Moskau...

    Der Jemen ist der klassische Fall eines heftigen Widerstandsakteurs im Kontext der entstehenden multipolaren, multinodalen Welt. Das wirft die Frage auf, wo der multipolare/multinodale Champion Russland steht, wenn es um den Kampf des Jemen geht.

    Dies bringt uns zu dem faszinierenden Fall zweier jemenitischer Delegationen, die kürzlich Moskau besucht haben.

    Eine von ihnen, angeführt von einem hochrangigen Ansarallah-Beamten, traf in Moskau mit dem Sondergesandten des russischen Präsidenten für den Nahen Osten (Westasien) und Afrika, Michail Bogdanow, zusammen.

    Sie sprachen nicht nur über den anhaltenden Völkermord im Gazastreifen, sondern auch über das, was die Ansarallah als "amerikanisch-britische Aggression gegen den Jemen" bezeichnet, eine Anspielung auf die laufenden westlichen Marineoperationen im Roten Meer, mit denen seit Monaten erfolglos versucht wird, jemenitische Operationen gegen israelische und mit Israel assoziierte Schiffe zu vereiteln. Eine Vergeltungsbelagerung, wenn man so will.

    Die Jemeniten versicherten den Russen, dass ihre Seeoperationen "keine Bedrohung für die internationale Schifffahrt darstellen oder gegen irgendjemanden gerichtet sind, sondern der Unterstützung des palästinensischen Volkes dienen und eine Reaktion auf die amerikanischen und britischen Luftangriffe auf den Jemen darstellen". Ansarallah lobte Russlands Verständnis und drückte seine Dankbarkeit dafür aus:


    Russlands Position gegen die amerikanisch-britische Aggression gegen Jemen und seine Unterstützung für den humanitären und politischen Prozess in unserem Land. Wir haben auch die Ergebnisse der Deeskalationsbemühungen zwischen Jemen und den Aggressorländern geprüft und die Notwendigkeit einer umfassenden Lösung hervorgehoben, die die Einheit und Souveränität Jemens gewährleistet.

    All dies betrifft das, was man als Delegation für den politischen Prozess im Jemen bezeichnen könnte. In Oman, während sie auf ihre russischen Visa warteten, kreuzten sich ihre Wege mit einer anderen jemenitischen Gruppe: der Delegation für Geowirtschaft.

    Diese Delegation wurde von Dr. Fouad al-Ghaffari geleitet, dem Sonderberater der jemenitischen Regierung der Nationalen Rettung von Premierminister Dr. Abdulaziz Saleh bin Habtoor in Sanaa.

    Habtoor ist ein führender jemenitischer Intellektueller und der Autor des bemerkenswerten Buches Undeterred: Yemen in the Face of Decisive Storm (Unbeirrt: Jemen im Angesicht des entscheidenden Sturms), das die wichtigsten Details des Krieges beleuchtet, der 2015 "von einer feindlichen Koalition aus 17 Ländern" mit voller Unterstützung der USA und der EU begonnen wurde und mit Luft-, See- und Landblockaden einherging.

    Der Premierminister erläutert den Wirtschaftskrieg, als die jemenitische Zentralbank nach Aden verlegt wurde, den biologischen Krieg, der zu einem schrecklichen Ausbruch der Cholera im ganzen Land führte, und wie die Arabische Liga gekauft und bezahlt wurde. Er betont, dass "dies der erste Krieg in der Geschichte ist, in dem alle reichen arabischen Länder unter dem Deckmantel des mächtigsten imperialistischen Landes in einer unheiligen Koalition gegen das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel zusammenstehen."

    Dieser Krieg ist noch lange nicht vorbei. Der Jemen leidet schwer. Das Gespenst einer großen Hungersnot ist noch nicht verschwunden. Der Schwerpunkt der Delegation von Dr. Ghaffari musste also eindeutig humanitär sein und sich auf die Ernährungssicherheit konzentrieren.

    Er erzählt The Cradle, was Jemen vom russischen Landwirtschaftsministerium zu erwarten hat:


    Wir müssen Lebensmittel aus Russland exportieren und importieren. Wir sollten eine Schifffahrtslinie zwischen Russland und dem Jemen im Hafen von Hodeidah einrichten. Letzten Monat war eine andere jemenitische Delegation in China. Es gab gute Kontakte, und sie arbeiten jetzt an einem Abkommen. Ich bin als Berater des Premierministers hierher gekommen, um parallel zum russischen BRICS-Vorsitz darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, eine Verbindung zwischen uns und Russland im Bereich der Landwirtschaft   – und der Ernährungssicherheit   – aufzubauen. Wir brauchen in all diesen Bereichen russisches Fachwissen. Wir haben im Jemen spezielle Produkte, die wir exportieren wollen   – und jetzt kämpfen wir gegen einen Boykott durch die USA und den Westen. Wir wollen russische Produkte anstelle von Produkten aus Europa.

    Ghaffari fügt hinzu: "Einige russische Produkte kommen zwar in den Jemen, aber nicht direkt. Sie kommen aus den Golfstaaten oder afrikanischen Ländern. Aber nicht als russische Produkte. Im Jemen gibt es keine russischen Produkte. Jetzt, nach 96 Jahren russisch-jemenitischer Beziehungen, definiert sich der Jemen als ein guter Akteur in unserer Region. Es ist an der Zeit, dass sich die BRICS zusammentun   – und sich gegen das US-Modell zur Wehr setzen."


    Jemens BRICS-Vorstoß

    Dr. Ghaffari erklärt weiter, woran die mögliche geoökonomische Integration des Jemen scheitert:

    Bei den offiziellen Kontakten gab es gute Anzeichen, und der jemenitische Premierminister begrüßt dies. Das Ziel ist es, ein Abkommen mit Moskau zu schließen. Wir haben eine Vision. Wir wollen diese Vision erläutern, wie der Norden und der Süden des Jemen zu einer Eisenbahn zusammengeführt werden können. Das erinnert uns an ein Projekt der Russischen Eisenbahnen vor 15 Jahren. Wir bringen Öl-, Gas- und Agrarinvestitionen in die Seehäfen. Vielleicht könnte der Jemen das in 50 Jahren allein schaffen, aber mit guter Hilfe können wir es in ein oder zwei Jahren schaffen.

    Er berichtet, dass in Moskau auch eine lange Diskussion über den Wunsch des Jemen stattgefunden hat, sich um die Mitgliedschaft in den BRICS-Staaten zu bewerben   – und über die damit verbundenen Fallstricke:


    Wir arbeiten im Jemen seit 10 Jahren eng mit den BRICS zusammen, weil wir an diese Vision glauben, wenn wir die Chance haben, Mitglied zu werden. Ich bin der einzige Berater des Premierministers in Sachen BRICS-Förderung. Wir wollen mit BRICS zusammenarbeiten. Wir haben jetzt eine einmalige Gelegenheit.

    Das Büro des Premierministers in Sanaa hat in Briefen an das russische Außenministerium den Wunsch geäußert, den BRICS beizutreten. Sollten sich diese Kontakte weiterentwickeln, könnte Moskau Sanaa sicherlich einladen, als Beobachter am BRICS-Gipfel im Oktober in Kasan teilzunehmen.

    Doch stellt die jüngste BRICS-Mitgliedschaft von Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein unmittelbares Hindernis für den Beitritt Jemens zu diesem multipolaren Machtzentrum dar?

    Ghaffari scheint das nicht so zu sehen, da er Jemens BRICS-Bestrebungen mit der Schaffung von "Sicherheit am Golf" in Verbindung bringt. Die Emirate und die Saudis sind jetzt in BRICS. BRICS könnte uns alle zusammenführen."

    Die Delegation von Dr. Ghaffari besuchte Russland mit mehreren Zielen: Prüfung der Möglichkeit, ein gemeinsames landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen, Erörterung von Import- und Exportmöglichkeiten und Versandmethoden, Erörterung der Zusammenarbeit im Rahmen der BRICS-Strategie für wirtschaftliche Partnerschaft in der Landwirtschaft, Kennenlernen der russischen Erfahrungen mit dem Boykott westlicher Produkte, Einführung der Besonderheiten jemenitischer Produkte, insbesondere Kaffee, Honig und Baumwolle, auf dem russischen Markt und Erörterung des Baus eines jemenitischen Staudamms.

    Hinzu kommt ein wichtiges diplomatisches Ziel: die Erörterung der Möglichkeit, dass ein jemenitischer Vertreter am bevorstehenden BRICS-Gipfel teilnimmt. "Wir stehen an der Seite Russlands. Russland sollte sich ein vollständiges Bild davon machen, was im Jemen passiert. Wenn der Jemen nicht am Gipfel teilnimmt, würde etwas in der Region fehlen."

    Moskau, Peking und Teheran würden dem sicherlich zustimmen. Doch dann ruft die knallharte geopolitische Realität. Die Russische Föderation, die gezwungen ist, das äußerst heikle geopolitische Gleichgewicht zwischen Iran und Saudi-Arabien innerhalb der BRICS zu wahren, ist möglicherweise noch weit davon entfernt, das Jemen-Rätsel zu lösen.

    Quelle: https://thecradle.co/articles/the-yemen-russia-riddle
    Mit freundlicher Genehmigung von thecradle.co
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/pepe-escobar-das-jemen-russland-raetsel


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.07.2024

    Im Westen nichts Neues: Hubertus Knabe und das Stockholm-Syndrom

      freedert.online, 15 Juli 2024 21:09 Uhr, Von Dagmar Henn

      Die meisten westdeutschen Autoren, die über die Nachfahren der DDR schreiben, tun dies mit einer kolonialherrlichen Attitüde. Das ist bei Hubertus Knabe nicht anders, der meint, sich wegen der "falschen" Wahlentscheidungen der Angeschlossenen zu Wort melden zu müssen.


      Quelle: www.globallookpress.com © Paul Zinken


      Hubertus Knabe, 26.11.2018


      Irgendwie hat es auch sein Gutes, dass die militantesten Propagandisten des Westens, zu denen Hubertus Knabe ohne jeden Zweifel zu zählen ist, meinen, die beste Methode, die bösen Ostdeutschen von ihren politischen Irrwegen abzubringen, sei, sie möglichst lautstark zu beleidigen. Der Erfinder des DDR-Gruselkabinetts, auch bekannt als "Gedenkstätte Berlin-Schönhausen", verwendet einen ganzen Artikel darauf, zu behaupten, die Bürger der DDR hätten allesamt an einem Stockholm-Syndrom gelitten und sich "mit ihren Unterdrückern identifiziert".

      Der BND macht sich hübsch zur Nachwuchsgewinnung

      Meinung

      Der BND macht sich hübsch zur Nachwuchsgewinnung

      Man kann das natürlich auch mit Humor nehmen, schließlich wäre eben dieses Stockholm-Syndrom fast die einzig denkbare Entschuldigung für die gegenwärtige Bundesregierung, würde man sie eines Tages für die begangenen Untaten vor Gericht stellen, als psychiatrische Ausrede, warum sie völlig unfähig waren, die Sprengung von Nord Stream als einen Angriff zu begreifen, denn von den guten US-Amerikanern könne nur Gutes ausgehen…

      Knabe gönnt dem Publikum eine lange Litanei, wie sehr doch die "Verbrechen der Roten Armee" in der DDR verschwiegen worden seien. Man ist versucht, ihm das Stichwort "Rheinwiesenlager" links und rechts um die Ohren zu hauen, ein klein wenig darauf zu verweisen, dass die Kriegsführung der Westalliierten mit großflächigen Bombardements von Wohngebieten auch damals ein Kriegsverbrechen war, und dass die krönende Kirsche auf dieser Torte dann die Wiederinthronisierung der Nazieliten unter Adenauer war, die man ebenfalls als freundliches Geschenk der US-Amerikaner betrachten sollte (von Kleinigkeiten wie der deutschen Spaltung ganz abgesehen), aber das wäre im Grunde gar nicht nötig.

      Das beklagte Schweigen ist nur noch entfernte Erinnerung älterer Mitbürger, denn seit 1990 braucht man im Grunde nur noch den Fernseher anzuschalten, um regelmäßig mit Berichten berieselt zu werden, die betonen, wie grauenvoll doch die DDR war. Außer natürlich, es kommt gerade ein neuer PISA-Bericht, und man muss wieder einmal kleinlaut zugeben, dass das Bildungssystem der Finnen, das ständig weit oben liegt, eine Kopie desjenigen der DDR war.

      "Sowjetische Fremdherrschaft über Ostdeutschland", wirklich? Wie bitte bezeichnet er dann den heutigen Zustand der Bundesrepublik?

      "Im Westen ist vielen dagegen bis heute bewusst, dass sie ihre Freiheit nur der Stärke der NATO und der Unterstützung der USA im Ost-West-Konflikt zu verdanken haben."

      Wenn man jahrzehntelang sein Brot mit politischer Denunziation verdient, schlägt das irgendwann auf den Charakter. Wäre Knabe tatsächlich der Historiker, der zu sein er behauptet, müsste er irgendwann auch über solche Dinge wie den Artikel 131 Grundgesetz gestolpert sein, der die Nazibeamten wieder in Amt und Würden brachte. Hundertfach, tausendfach Personen, die an schwersten Verbrechen beteiligt waren oder diese sogar befehligt haben, siehe Theodor Oberländer. Er hätte, wäre er nicht völlig in seinem Auftrag, die DDR in den allerschwärzesten Farben zu zeichnen, irgendwann auch auf so unangenehme kleine Details in Deutschland West gestoßen, wie die Zustände in Kinderheimen.

      Der Zweite Weltkrieg geht weiter

      Meinung

      Der Zweite Weltkrieg geht weiter

      In denen übrigens, Bemerkung am Rande, sehr häufig sogenannte "Besatzungskinder" landeten, die Kinder schwarzer US-Soldaten, die bis gegen Ende der 1960er von den Jugendämtern ihren Müttern entrissen wurden, sofern die Väter zurück in die Staaten gingen. Und wer weiß, dass es tatsächlich ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts gab, in dem festgelegt wird, wie dick ein Gummischlauch sein darf, mit dem ein Vater sein Kind schlägt, dem wird ganz schwummrig angesichts der Verherrlichung des deutschen Westens durch den Herrn Knabe.

      Nun mag ja ein Historiker ein Fachgebiet haben und ansonsten völlig blind sein für andere Informationen. Und sicher wäre es seiner Karriere nicht zuträglich gewesen, wahrzunehmen, dass die Insassen der von ihm so hervorgehobenen sowjetischen Speziallager tatsächlich überwiegend Naziverbrecher waren, ja, eben jene Leute, die unter der schützenden Hand der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik wieder Kommissare, Richter, Studienräte, Professoren und Minister wurden, während in den Rheinwiesenlagern eher die gewöhnlichen Soldaten krepierten, weil man SS und Offiziere sehr bald zur weiteren Verwendung gut unterbrachte.

      Aber auch das ist nicht der Punkt, denn wir reden von der Vergangenheit, über die man unterschiedliche Ansichten haben kann, denen man allerdings immer hinzufügen sollte, dass diese Ereignisse alle noch viel zu nah liegen, um sie wirklich bewerten zu können. Mehr noch – die wirkliche Erzählung, welcher Teil Deutschlands nun wie besetzt und wie souverän war oder ist, kann erst geschrieben werden, wenn die letzten Teile Besatzung entfernt sind, nämlich all die Zweigniederlassungen der US-Armee, die ganzen Kommandozentralen, EUCOM, CENTCOM, AFRICOM; wenn sie weg sind, und die unzähligen NGOs, Stiftungen et cetera, die diese Interessen vertreten; wenn endlich offen darüber gesprochen werden kann, was ab 1990 tatsächlich geschehen ist, eingeschlossen die massive Enteignung der Bevölkerung der DDR, eingeschlossen die Entwertung sämtlicher Berufsabschlüsse, eingeschlossen die volle Aufklärung über die eigenartige Anhäufung politischer Morde, die die weitere Entwicklung verzerrten.

      Experte bei Tucker Carlson: Deutsches NetzDG – ein Werk der CIA?

      Experte bei Tucker Carlson: Deutsches NetzDG – ein Werk der CIA?

      Alles nicht Knabes Auftrag. Sein Auftrag ist die Spaltung. Und die Behauptung von "Moskaus brutalem Imperialismus". Selbst wenn er am Ende seines Artikels schreibt, "das verloren gegangene Vertrauen lässt sich nur durch eine Politik zurückgewinnen, die Probleme löst statt sie zu tabuisieren" – der Mann ist grün. Die Kriegspolitik ist ihm kein Problem. Und er hat das US-Gepose vollständig verinnerlicht, in ihm gibt es nicht den geringsten Raum für Zweifel, kein Vietnam, kein Abu Ghraib, und man geht sicher nicht fehl, dass nicht einmal der live übertragene Genozid in Gaza den leisesten Wellenschlag auf seinem bergseetiefen Glauben an die Vereinigten Staaten von Amerika verursachen kann:

      "Im fairen Streit um die besseren Konzepte dürften auch die Wähler von AfD, BSW und Linken erkennen, dass der ehemalige KGB-Offizier Putin am Ende nur durch Stärke zu beeindrucken ist."

      Das klingt, als habe er zu viele James-Bond-Filme gesehen und nicht einmal John le Carré gelesen. Dabei müsste er es in mehrfacher Hinsicht besser wissen.

      In Knabes Wikipedia-Biografie steht, er habe 1992 "aus seiner Stasiakte" erfahren, dass ein Freund über ihn berichtet habe, und: "von da an widmete sich Knabe der Enttarnung oder Bloßstellung früherer MfS-Spitzel". Das ist eine extreme Schieflage. (Ich hätte auch gerne 1992 in meine Akte gesehen, aber die lag (mindestens) beim Bayrischen Landesamt für Verfassungsschutz, und dessen Akten sind, wie die aller anderen Verfassungsschutzämter, die des BND und die des MAD eben nicht 1992 zugänglich gewesen, und selbst heute gäbe es da bestenfalls geschwärzte Seiten). Wer weiß, wie viele sonst im Westen begonnen hätten, sich "der Enttarnung oder Bloßstellung" von Verfassungsschutzspitzeln zu widmen.

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      Da bleibt im Hinterkopf nur immer diese ungeheuerliche Zahl aus dem NSU-Prozess über den "Thüringer Heimatschutz", 40 Mitarbeiter irgendwelcher Dienste unter 120 Personen. Eine wirklich atemberaubende Dimension, die man nicht ernst genug nehmen kann, und das schon vor der Erfindung all dieser grünen Nebengeheimdienste.

      Die ganze Geschichte, die Knabe erzählt, mit der er sein ganzes Leben verbracht und finanziert hat, auf durchaus angenehmem Niveau und als umworbener Experte, funktionierte immer nur, weil die andere Seite fehlt. Weil eben die Westakten nicht für eine wirkliche Bewertung zur Verfügung stehen. Einzelne Punkte machen es dennoch klar, dass dieses Schwarz-Weiß-Bild, das Knabe mitzuzeichnen half, nicht stimmen kann. Briefe, die von Ost nach West gingen und umgekehrt, wurden immer dreimal gelesen. Einmal im Osten, einmal im Westen, und zuletzt erst vom Empfänger.

      Wobei man im Rückblick zugeben müsste, dass auch da vieles schlicht Ergebnis dieser Frontstellung war, der Tatsache, dass die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten nicht nur dies, sondern auch die eingefrorene Frontlinie des Kalten Krieges war, ein Weltkrieg in Wartestellung, der ein wirklich ziviles Leben auf beiden Seiten erschwerte. Man könnte auch erkennen, dass nichts verheerender für die Zukunft eines Landes ist, als dauerhaft eine Trennlinie zwischen Siegern und Besiegten zu etablieren. In gewisser Weise sind es Leute wie Knabe, die dafür gesorgt haben, dass es beinahe schon wieder zwei Länder sind.

      2007 hat Knabe gefordert, die Rosenholz-Dateien sollten veröffentlicht werden. Dabei handelte es sich um mikroverfilmte Akten des Ministeriums für Staatssicherheit, die allerdings nicht unmittelbar in deutschen Archiven landeten; sie befanden sich zuvor in den Händen der CIA. Auch wenn die öffentliche Erzählung behauptet, sie seien von der CIA selbst "erbeutet" worden, ist dies falsch. Zuerst hatte sie der BND; er hat sie aber, ohne sie zu kopieren, an die CIA weitergegeben. Der Grund, warum die CIA an diesen Akten überhaupt interessiert war, war nicht, dass sich daraus Informationen für mögliche Erpressungen ziehen ließen (das sicher auch); viel entscheidender war, dass die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit auch daran gearbeitet hatte, US-Agenten in der Bundesrepublik zu identifizieren. Diese Liste wäre im Ringen um deutsche Souveränität der Joker gewesen. Das, was die CIA letztlich an Deutschland zurückgab, und was zu veröffentlichen Knabe forderte, enthielt diese Informationen selbstverständlich nicht mehr.

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      Knabe hat, zusammen mit Joachim Gauck und in der Folge Marianne Birthler, letztlich nach Kräften dafür gesorgt, den Blick nur auf jene Akten zu lenken, die für die Eliten des Westens völlig ungefährlich sind. Weder die Akten der Ermittlungen der DDR-Behörden zu Naziverbrechen, die ebenfalls in der Gauck-Behörde verschwanden, noch die so zentrale Agentenliste waren ihm je eine Erwähnung wert.

      Allerdings stellt sich, wenn man die Karriere von Knabe betrachtet, durchaus auch die Frage, ob er nicht noch andere Auftraggeber hatte als die Bundesrepublik. Er war 1988 Leiter der evangelischen Akademie in Westberlin. Das bedeutet, sein damaliger Arbeitgeber war die evangelische Kirche. Er saß aber auch auf einer Stelle, die für die politischen Angriffe auf die DDR nicht ganz unwichtig war, oder vielmehr, die eines der Scharniere darstellte, über das die dafür erforderlichen Kontakte geknüpft werden konnten. Was bedeutet, dass er mit Sicherheit regelmäßige Kontakte zum BND hatte. Was aber ebenfalls bedeuten kann, dass er mindestens Kontakte zur CIA hatte. Wenn nicht mehr.

      Dann wäre das, was er in den letzten Jahrzehnten getrieben hat, und was er in seinem Artikel noch einmal so eindringlich darstellt, kein Ergebnis eines Stockholm-Syndroms, sondern schlicht die Arbeit eines langjährigen Bediensteten im Interesse seines Auftraggebers.


      Mehr zum Thema ‒ Wie die USA den deutschen Geheimdienst unter ihre Kontrolle brachten


      RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

      Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.m 

    Info: https://freedert.online/meinung/212473-hubertus-knabe-und-stockholm-syndrom/


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    15.07.2024

    NATO General Kujat: Das ist Putins rote Linie!

    youtube.com, vom 14.07.2024 #hkcm #politik #interview

    In diesem Video spricht Philip Hopf mit General A.D. Kujat. NATO General Kujat: Das ist Putins rote Linie! 


    Quellen:    • "Geheimer "Operationsplan Deutschland...      • Alle Zeichen stehen auf einen grossen...   https://www.bundeswehr.de/de/organisa... https://www.fr.de/politik/nordkorea-m...


    Info: Video https://youtube.com/watch?v=vKreiTSGp3Y&feature=shared Dauer 56:06 min


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.07.2024

    Pepe Escobar: Das Jemen-Russland-Rätsel

    seniora.org, 15. Juli 2024,  12. Juli 2024 Von Pepe Escobar - übernommen von thecradle.co

    Jemens herausragende strategische Manöver zur Verteidigung Palästinas durch seine dramatisch aufsteigende Rolle in der westasiatischen Achse des Widerstands nimmt die Konturen einer epischen Odyssee an, die von der globalen Mehrheit eifrig verfolgt wird.


    Sanaa bemüht sich eifrig um eine Zusammenarbeit mit Moskau, um seine erstaunlichen militärischen Erfolge auch auf den wirtschaftlichen und diplomatischen Bereich auszudehnen. Während der Handel mit Russland ein wesentlicher Faktor für die Abschwächung der Auswirkungen der Belagerung des Jemen sein kann, sieht Sanaa die Mitgliedschaft in den BRICS-Staaten auch als "goldene Gelegenheit" für die Schaffung dauerhafter Sicherheit am Persischen Golf. (Photo Credit: The Cradle)

    Als ob die beispiellose Demütigung der US-Marine im Bab al-Mandab und im Roten Meer noch nicht genug wäre, hat die Ansarallah ein israelisches Schiff mit einer Hatem-2-Hyperschallrakete beschossen, einem bemerkenswerten Fortschritt in der einheimischen technologischen Entwicklung.

    Diese erstaunlichen strategisch-militärischen Fortschritte der Ansarallah haben gleichzeitig den seit jeher schwelenden, nicht beendeten Krieg und die Blockade gegen den Jemen wiederbelebt, die 2015 von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der üblichen Unterstützung der USA und des Vereinigten Königreichs begonnen wurde.

    Riad verabscheut den jemenitischen Widerstand wie die Pest. Statt Sanaa, der anerkannten Hauptstadt des Jemen, unterstützt es eine "Anti-Ansarallah-Regierung" in Aden, die von der "regelbasierten internationalen Ordnung" anerkannt ist. In Wahrheit sitzt diese Regierung jedoch in einem Luxushotel in Riad.

    Die Ansarallah hat sich bemüht, einen Gefangenenaustausch auszuhandeln, bei dem gefangene saudische Piloten gegen inhaftierte Hamas-Mitglieder in Saudi-Arabien ausgetauscht werden. Riad hat sich nicht nur geweigert, sondern auch damit gedroht, dass Banküberweisungen in den und aus dem Jemen blockiert und der internationale Flughafen und die Seehäfen von Sanaa geschlossen werden würden.

    Die Antwort der Ansarallah war eindeutig: Wenn das jemenitische Bankwesen blockiert wird, würde das saudi-arabische Bankensystem zerstört werden. Wenn der Flughafen von Sanaa angegriffen wird, würde dasselbe mit den saudischen Flughäfen geschehen.

    Der Krieg, der nie endete, ist also plötzlich und auf bedrohliche Weise wieder im Gange. Die Ansarallah hätte kein Problem damit, als Vergeltung für eine vollständige Blockade die saudi-arabische Ölproduktion ins Visier zu nehmen   – angesichts ihrer bewährten Fähigkeiten mit brandneuen Raketen und Marinedrohnen. Die Folgen für die globalen Ölmärkte wären katastrophal.

    Zwei Delegationen besuchen Moskau...

    Der Jemen ist der klassische Fall eines heftigen Widerstandsakteurs im Kontext der entstehenden multipolaren, multinodalen Welt. Das wirft die Frage auf, wo der multipolare/multinodale Champion Russland steht, wenn es um den Kampf des Jemen geht.

    Dies bringt uns zu dem faszinierenden Fall zweier jemenitischer Delegationen, die kürzlich Moskau besucht haben.

    Eine von ihnen, angeführt von einem hochrangigen Ansarallah-Beamten, traf in Moskau mit dem Sondergesandten des russischen Präsidenten für den Nahen Osten (Westasien) und Afrika, Michail Bogdanow, zusammen.

    Sie sprachen nicht nur über den anhaltenden Völkermord im Gazastreifen, sondern auch über das, was die Ansarallah als "amerikanisch-britische Aggression gegen den Jemen" bezeichnet, eine Anspielung auf die laufenden westlichen Marineoperationen im Roten Meer, mit denen seit Monaten erfolglos versucht wird, jemenitische Operationen gegen israelische und mit Israel assoziierte Schiffe zu vereiteln. Eine Vergeltungsbelagerung, wenn man so will.

    Die Jemeniten versicherten den Russen, dass ihre Seeoperationen "keine Bedrohung für die internationale Schifffahrt darstellen oder gegen irgendjemanden gerichtet sind, sondern der Unterstützung des palästinensischen Volkes dienen und eine Reaktion auf die amerikanischen und britischen Luftangriffe auf den Jemen darstellen". Ansarallah lobte Russlands Verständnis und drückte seine Dankbarkeit dafür aus:

    Russlands Position gegen die amerikanisch-britische Aggression gegen Jemen und seine Unterstützung für den humanitären und politischen Prozess in unserem Land. Wir haben auch die Ergebnisse der Deeskalationsbemühungen zwischen Jemen und den Aggressorländern geprüft und die Notwendigkeit einer umfassenden Lösung hervorgehoben, die die Einheit und Souveränität Jemens gewährleistet.

    All dies betrifft das, was man als Delegation für den politischen Prozess im Jemen bezeichnen könnte. In Oman, während sie auf ihre russischen Visa warteten, kreuzten sich ihre Wege mit einer anderen jemenitischen Gruppe: der Delegation für Geowirtschaft.

    Diese Delegation wurde von Dr. Fouad al-Ghaffari geleitet, dem Sonderberater der jemenitischen Regierung der Nationalen Rettung von Premierminister Dr. Abdulaziz Saleh bin Habtoor in Sanaa.

    Habtoor ist ein führender jemenitischer Intellektueller und der Autor des bemerkenswerten Buches Undeterred: Yemen in the Face of Decisive Storm (Unbeirrt: Jemen im Angesicht des entscheidenden Sturms), das die wichtigsten Details des Krieges beleuchtet, der 2015 "von einer feindlichen Koalition aus 17 Ländern" mit voller Unterstützung der USA und der EU begonnen wurde und mit Luft-, See- und Landblockaden einherging.

    Der Premierminister erläutert den Wirtschaftskrieg, als die jemenitische Zentralbank nach Aden verlegt wurde, den biologischen Krieg, der zu einem schrecklichen Ausbruch der Cholera im ganzen Land führte, und wie die Arabische Liga gekauft und bezahlt wurde. Er betont, dass "dies der erste Krieg in der Geschichte ist, in dem alle reichen arabischen Länder unter dem Deckmantel des mächtigsten imperialistischen Landes in einer unheiligen Koalition gegen das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel zusammenstehen."

    Dieser Krieg ist noch lange nicht vorbei. Der Jemen leidet schwer. Das Gespenst einer großen Hungersnot ist noch nicht verschwunden. Der Schwerpunkt der Delegation von Dr. Ghaffari musste also eindeutig humanitär sein und sich auf die Ernährungssicherheit konzentrieren.

    Er erzählt The Cradle, was Jemen vom russischen Landwirtschaftsministerium zu erwarten hat:

    Wir müssen Lebensmittel aus Russland exportieren und importieren. Wir sollten eine Schifffahrtslinie zwischen Russland und dem Jemen im Hafen von Hodeidah einrichten. Letzten Monat war eine andere jemenitische Delegation in China. Es gab gute Kontakte, und sie arbeiten jetzt an einem Abkommen. Ich bin als Berater des Premierministers hierher gekommen, um parallel zum russischen BRICS-Vorsitz darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, eine Verbindung zwischen uns und Russland im Bereich der Landwirtschaft   – und der Ernährungssicherheit   – aufzubauen. Wir brauchen in all diesen Bereichen russisches Fachwissen. Wir haben im Jemen spezielle Produkte, die wir exportieren wollen   – und jetzt kämpfen wir gegen einen Boykott durch die USA und den Westen. Wir wollen russische Produkte anstelle von Produkten aus Europa.

    Ghaffari fügt hinzu: "Einige russische Produkte kommen zwar in den Jemen, aber nicht direkt. Sie kommen aus den Golfstaaten oder afrikanischen Ländern. Aber nicht als russische Produkte. Im Jemen gibt es keine russischen Produkte. Jetzt, nach 96 Jahren russisch-jemenitischer Beziehungen, definiert sich der Jemen als ein guter Akteur in unserer Region. Es ist an der Zeit, dass sich die BRICS zusammentun   – und sich gegen das US-Modell zur Wehr setzen."

    Jemens BRICS-Vorstoß

    Dr. Ghaffari erklärt weiter, woran die mögliche geoökonomische Integration des Jemen scheitert:

    Bei den offiziellen Kontakten gab es gute Anzeichen, und der jemenitische Premierminister begrüßt dies. Das Ziel ist es, ein Abkommen mit Moskau zu schließen. Wir haben eine Vision. Wir wollen diese Vision erläutern, wie der Norden und der Süden des Jemen zu einer Eisenbahn zusammengeführt werden können. Das erinnert uns an ein Projekt der Russischen Eisenbahnen vor 15 Jahren. Wir bringen Öl-, Gas- und Agrarinvestitionen in die Seehäfen. Vielleicht könnte der Jemen das in 50 Jahren allein schaffen, aber mit guter Hilfe können wir es in ein oder zwei Jahren schaffen.

    Er berichtet, dass in Moskau auch eine lange Diskussion über den Wunsch des Jemen stattgefunden hat, sich um die Mitgliedschaft in den BRICS-Staaten zu bewerben   – und über die damit verbundenen Fallstricke:

    Wir arbeiten im Jemen seit 10 Jahren eng mit den BRICS zusammen, weil wir an diese Vision glauben, wenn wir die Chance haben, Mitglied zu werden. Ich bin der einzige Berater des Premierministers in Sachen BRICS-Förderung. Wir wollen mit BRICS zusammenarbeiten. Wir haben jetzt eine einmalige Gelegenheit.

    Das Büro des Premierministers in Sanaa hat in Briefen an das russische Außenministerium den Wunsch geäußert, den BRICS beizutreten. Sollten sich diese Kontakte weiterentwickeln, könnte Moskau Sanaa sicherlich einladen, als Beobachter am BRICS-Gipfel im Oktober in Kasan teilzunehmen.

    Doch stellt die jüngste BRICS-Mitgliedschaft von Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein unmittelbares Hindernis für den Beitritt Jemens zu diesem multipolaren Machtzentrum dar?

    Ghaffari scheint das nicht so zu sehen, da er Jemens BRICS-Bestrebungen mit der Schaffung von "Sicherheit am Golf" in Verbindung bringt. Die Emirate und die Saudis sind jetzt in BRICS. BRICS könnte uns alle zusammenführen."

    Die Delegation von Dr. Ghaffari besuchte Russland mit mehreren Zielen: Prüfung der Möglichkeit, ein gemeinsames landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen, Erörterung von Import- und Exportmöglichkeiten und Versandmethoden, Erörterung der Zusammenarbeit im Rahmen der BRICS-Strategie für wirtschaftliche Partnerschaft in der Landwirtschaft, Kennenlernen der russischen Erfahrungen mit dem Boykott westlicher Produkte, Einführung der Besonderheiten jemenitischer Produkte, insbesondere Kaffee, Honig und Baumwolle, auf dem russischen Markt und Erörterung des Baus eines jemenitischen Staudamms.

    Hinzu kommt ein wichtiges diplomatisches Ziel: die Erörterung der Möglichkeit, dass ein jemenitischer Vertreter am bevorstehenden BRICS-Gipfel teilnimmt. "Wir stehen an der Seite Russlands. Russland sollte sich ein vollständiges Bild davon machen, was im Jemen passiert. Wenn der Jemen nicht am Gipfel teilnimmt, würde etwas in der Region fehlen."

    Moskau, Peking und Teheran würden dem sicherlich zustimmen. Doch dann ruft die knallharte geopolitische Realität. Die Russische Föderation, die gezwungen ist, das äußerst heikle geopolitische Gleichgewicht zwischen Iran und Saudi-Arabien innerhalb der BRICS zu wahren, ist möglicherweise noch weit davon entfernt, das Jemen-Rätsel zu lösen.

    Quelle: https://thecradle.co/articles/the-yemen-russia-riddle
    Mit freundlicher Genehmigung von thecradle.co
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6038&mailid=2267


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.07.2024

    Iranische Fernsehberichterstattung über die Schüsse auf Donald Trump

    seniora.org, 15. Juli 2024, Von Gilbert Doctorow 14.07.2024 - übernommen von gilbertdoctorow.com

    Wie wir alle wissen, haben die Vereinigten Staaten den Iran in einem Informationskrieg ins Visier genommen, der weit über ein Jahrzehnt zurückreicht. Das Land wurde verunglimpft, jeder nur denkbaren Menschenrechtsverletzung beschuldigt und mit brutalen Wirtschaftssanktionen belegt, einschließlich des Ausschlusses aus dem globalen Finanzzahlungssystem (SWIFT). Ich bitte Sie, dies zu bedenken, wenn Sie die Diskussion von heute Morgen sehen, die ich mit einem der führenden Nachrichtensprecher von Press TV, dem iranischen Weltsender, über die Schüsse auf Donald Trump geführt habe. Ist das verantwortungsvoller und professioneller Journalismus? Ist es schlechter oder besser als das, was Sie heute auf CNN, BBC oder Euronews gesehen haben? Ich überlasse Ihnen das Urteil.

    https://www.urmedium.net/c/presstv/130106
    (Siehe das übersetzte Transkript weiter unten)

                                                                         *****

    Ich gebe gerne zu, dass der wichtigste Punkt, den ich angesprochen habe, als ich von der groben Fahrlässigkeit der für die Sicherheit des ehemaligen Präsidenten Trump verantwortlichen Behörden sprach, nämlich das Versäumnis, Drohnen zur Überwachung der Veranstaltung einzusetzen, aus den Bemerkungen eines Sicherheitsexperten auf CNN stammte, denen ich beim Frühstück zugehört habe.

    Im Laufe des Tages schien sich die CNN-Berichterstattung in eine andere Richtung zu bewegen, nämlich in Richtung einer Diskussion über die allgemeinen politischen Spannungen und die Polarisierung in den USA, die einen solchen Anschlag möglich machten. Meines Wissens geht jedoch niemand in den westlichen Mainstream-Medien über Allgemeinplätze hinaus und konkretisiert die Forderungen, Trump zu "stoppen" und sogar zu "erschießen", weil er eine Bedrohung für die amerikanische Demokratie sei, wie Biden wiederholt und gedankenlos auf der Wahlkampftour gesagt hat. In der heutigen Ausgabe von Nachrichten der Woche, moderiert von Jewgeni Popow im russischen Staatsfernsehen, wurden die Namen mehrerer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens genannt, die direkt zur Ermordung von Trump aufgerufen hatten. Es ist äußerst bemerkenswert, dass diejenigen, die solche Drohungen ausgesprochen haben, nie wegen Anstiftung zur Gewalt vor Gericht gestellt wurden.

    Abschließend: Ich habe mich gefreut, von Press TV das Mikrofon erhalten zu haben, um auf ein weiteres Anzeichen dafür aufmerksam zu machen, dass mit der Sicherheit unserer wichtigsten Politiker etwas nicht stimmt. Die Frage, ob Trump zuvor mehr vom Secret Service gefordert hatte, wurde von unseren Medien im Laufe des Tages aufgeworfen und dann abgetan. Niemand erwähnte jedoch die wiederholte Weigerung Bidens, ein Sicherheitsteam für den Kandidaten Robert F. Kennedy Jr. zu benennen. Dies ist angesichts der Ermordung seines Vaters mitten im Wahlkampf vor Jahrzehnten völlig unverschämt.

    Ein Land, das 175 Milliarden Dollar verpulvert hat, um das Neonazi-Regime in Kiew an der Macht zu halten, scheint sich über die paar Millionen zu ärgern, die nötig wären, um seine eigenen Wahlen zu sichern.


    Transkript von Andreas Mylaeus [eines Lesers]

    PressTV: 0:00
    Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist verletzt worden, nachdem ein Schütze während einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania das Feuer eröffnet hatte.


    Trump:
    Wenn Sie etwas wirklich Trauriges sehen wollen, schauen Sie sich an, was passiert ist.

    PressTV: 0:25
    Nach Angaben des Secret Service feuerte ein Bewaffneter mehrere Schüsse aus einer erhöhten Position außerhalb des Kundgebungsortes ab. Trump sprach zu Anhängern in Butler, Pennsylvania. Sein Team und der Secret Service bestätigten, dass es ihm gut geht.
    In einem Social-Media-Beitrag nach dem Angriff sagte Trump, dass er von einer Kugel getroffen wurde, die den oberen Teil seines rechten Ohrs durchschlug. Ein Zuschauer wurde getötet, mindestens zwei weitere wurden schwer verletzt. Nach Angaben des Secret Service wurde auch der Schütze getötet. Nach Angaben der US-Strafverfolgungsbehörden wird der Vorfall als versuchtes Attentat untersucht.

    Kevin Rojek, FBI: 1:09
    Heute Abend wurde ein Attentat auf unseren ehemaligen Präsidenten Donald Trump verübt, wie wir es nennen. Es ist immer noch ein aktiver Tatort. Wie ich bereits erwähnt habe, haben wir eine Reihe von Agenten vor Ort. Wir arbeiten auch eng mit anderen Bundesbehörden, unseren staatlichen Partnern und unseren lokalen Polizeipartnern zusammen. Auch hier gilt, dass wir derzeit nicht bereit sind...

    PressTV:
    Das FBI hat den Schützen als den 20-jährigen Thomas Matthew Crooks identifiziert. Es gibt jedoch noch keine Hinweise auf ein mögliches Motiv oder darauf, ob weitere Personen beteiligt waren. In einer Reaktion auf die Schießerei bezeichnete Präsident Joe Biden diese als krank und verurteilte politische Gewalt. Biden sagte, er sei dankbar, dass Trump in Sicherheit sei und es ihm gut gehe.

    2:00
    Wir schalten nun zu Gilbert Doctorow. Er ist ein unabhängiger Analyst für internationale Angelegenheiten und kommt aus Brüssel zu uns. Herzlich willkommen. Wenn man sich ansieht, was hier passiert ist, ist ein Attentatsversuch auf einen potenziellen künftigen US-Präsidenten natürlich zu verurteilen. Aber die Gründe, die einen Menschen zu so etwas treiben, scheinen das zu sein, was die USA jetzt   – nicht jetzt, aber früher   – als politische Gewalt bezeichnet haben. Und laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage halten 10 Prozent der Amerikaner politische Gewalt für gerechtfertigt. Sehen wir hier nicht ein Phänomen, sondern diese Art des Denkens und der Rechtfertigung, die die Amerikaner für die Ursache dessen halten, was wir heute erlebt haben?

    Gilbert Doctorow, PhD: 2:49

    Ich bin [nicht] besonders überrascht, dass es einen Anschlag auf Donald Trump gegeben hat. Die Frage war für mich nur, wann im Wahlkampf dies geschehen würde. Und ob ist es der einzige Versuch sein wird, und wie gründlich und offen die Ermittlungen in dieser Sache sein werden. Es ist sehr praktisch, dass der Möchtegern-Attentäter selbst getötet wurde, denn das erspart uns allen die Verhöre, die aufdecken würden, wer noch beteiligt war. Jede Polizei oder andere Ordnungshüter würden genau dieser Frage nachgehen. Wohin ist er vor dieser Veranstaltung in Pennsylvania gereist, um Zugang zu Mr. Trump zu finden? Wer hat ihm dabei geholfen? Denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass es sich um einen Angriff eines einsamen Wolfs handelt.

    3:44
    Außerdem wurde von seriösen Terrorismusexperten die Frage aufgeworfen, warum keine Drohne über dieser Veranstaltung war. Wir haben Drohnen, die alle Arten von öffentlichen Veranstaltungen überwachen. Ich besuche Opernkonzerte unter freiem Himmel, und es werden Drohnen eingesetzt, um zu beobachten, ob es in der Nähe eine mögliche Quelle der Gewalt gibt. In Pennsylvania ist nichts dergleichen geschehen. Das ist an sich schon ziemlich außergewöhnlich.

    Bidens Äußerungen waren erbärmlich. Sie zeugen von absoluter, willentlicher Ignoranz gegenüber der Atmosphäre, die dies möglich gemacht hat, einer Atmosphäre, in der er dabei ist, die Wahl zu verlieren, und der tiefe Staat ist beunruhigt, hat Angst und wird alles tun, um Herrn Trump zu beseitigen. Das ist klar. Es wirft auch eine weitere Frage auf, die direkt auf Herrn Biden zurückgeht. Warum hat er sich geweigert, dem anderen Kandidaten in diesem Rennen, Robert F. Kennedy Jr., Schutz durch den Secret Service zu gewähren, der wiederholt um einen solchen Schutz gebeten hat und der nach US-Recht ein Recht auf einen solchen Schutz hat?

    4:58
    Die Biden-Administration macht sich also der Fahrlässigkeit, der bewussten Fahrlässigkeit schuldig, wenn es um den Schutz derjenigen geht, die sich gegen sie wenden.

    PressTV:
    Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Ich meine natürlich, wenn es etwas ist, das das Loswerden eines Kandidaten möglicherweise bedeutet, dass Biden vielleicht an die Spitze kommt. Ich schätze, das ist einer der Gewinne hier. Aber was sagt das über die Spaltung in den USA aus, wenn es um die Art und Weise geht, wie die Menschen aufgrund der Politik polarisiert sind? Ich meine, wir wissen, dass Trump, als er die politische Bühne betrat, zu einer Spaltung führte, die auf einer ganzen Reihe von Fragen, Themen und Ideen beruhte, die er zu einer Vielzahl von Themen hatte, denke ich. Glauben Sie, dass dies in irgendeiner Form ein Ergebnis davon ist?

    Doctorow: 5:50
    Herr Trump war sehr spaltend. Das haben ihm die Status-quo-Politiker zum Vorwurf gemacht. Sie möchten, dass wir alle im gleichen Chor singen, aus dem gleichen Satz von Noten. Und sie nehmen es ihm übel und prangern an, dass er grundlegende Bedenken darüber äußert, wohin sich Amerika entwickelt. Das Potenzial für Gewalt ist natürlich vorhanden. Manche sprechen davon, dass Amerika am Rande eines Bürgerkriegs steht. Ich halte das für eine Übertreibung. Aber es könnte zu weit verbreiteten Ausbrüchen von Gewalt kommen, wenn Mr. Trump durch ein solches Attentat beseitigt würde. Das steht außer Frage.

    Sollten Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass er im November auf dem Wahlzettel steht, wäre das Gewaltpotenzial in den Vereinigten Staaten hoch. Die Vereinigten Staaten sind unter den politischen Aktivisten fast 50:50 geteilt. Ich meine damit nicht die allgemeine Bevölkerung, sondern diejenigen, die die Politik verfolgen und aktiv sind, das Land ist gleichmäßig geteilt. Das ist zum einen der Hintergrund, der Kontext für das, was wir gestern erlebt haben. Andererseits ist das der größte Schutz der Rede- und Versammlungsfreiheit und der anderen durch die Bill of Rights garantierten Freiheiten, den Amerika heute genießt, im Gegensatz zu Teilen der Welt, wie Europa, wo ich heute lebe, wo alle Betonung auf Einheit liegt und wo jede ablehnende Stimme sofort angeprangert wird.

    7:25
    Aber davon profitieren die Vereinigten Staaten. Die Amerikaner profitieren von dieser Spaltung. In der Politik geht es im Grunde nur um Spaltung. Und diejenigen, die uns erzählen, es ginge um Solidarität, sind selbst autoritär und wollen sich keiner fairen Wahl stellen.

    PressTV:
    Und die Untertöne dessen, was Sie anfangs sagten, vermitteln mir das Gefühl, dass es vielleicht   – wiederum meine Interpretation, ich könnte falsch liegen   – einen tiefen Staat gibt, der hier in der einen oder anderen Form involviert sein könnte. Wir kennen die Feindseligkeit, die Trump zum Beispiel gegenüber dem FBI und der CIA hegt. Halten wir das in diesem Fall für möglich?

    Doctorow: 8:07
    Oh, ich denke schon. Es stellt sich auch die interessante Frage nach der Rolle des Secret Service. Wir werden uns erinnern   – und die Fakten über das Kennedy-Attentat wurden nie vollständig aufgedeckt, aber es gibt genügend Informationen im öffentlichen Raum für einige ausgezeichnete investigative Journalisten, die sich mit der Rolle dieser Sicherheitsorganisationen befasst haben, insbesondere, wie Sie erwähnten, mit der CIA und auch mit dem Secret Service wegen ihrer Komplizenschaft, wenn nicht gar ihrer aktiven Beteiligung am Mord an John F. Kennedy. Ich denke also, wenn es eine offene und faire Untersuchung der gestrigen Ereignisse im Fall von Herrn Trump geben soll, sind dies die beiden Hauptbereiche, die untersucht werden sollten: Was wussten sie, und warum haben sie nicht gehandelt?

    PressTV: 8:57
    Warum glauben Sie, dass die Tatsache, dass es dort keine Drohnen gab, ein Grund zur Besorgnis sein könnte, oder ein Faktor, der hier hervorsticht? Welche anderen Faktoren sind Ihrer Meinung nach darüber hinaus von Bedeutung?

    Doctorow:
    Nun, der Grund, warum die Drohnen ein Thema sind, ist, dass bei dieser Veranstaltung Anti-Scharfschützen anwesend waren. Aus diesem Grund wurde der Angreifer sehr schnell getötet und konnte seine Aufgabe nicht erfüllen. Es gab eine seitliche Sicht und eine leicht erhöhte Sicht auf die möglichen Punkte, von denen aus ein Angriff auf den Präsidenten bzw. den ehemaligen Präsidenten erfolgen könnte. Es gab jedoch keine vertikale Beobachtung des Geschehens in diesem Gebiet. Und das ist an sich schon ein Fall von grober Fahrlässigkeit, wenn nicht sogar Teil eines Plans zur Beseitigung von Herrn Trump.

    PressTV: 10:00
    Na gut. Vielen Dank dafür. Wir wissen das sehr zu schätzen. Gilbert Doctorow, unabhängiger Analyst für internationale Angelegenheiten aus Brüssel. Ich danke Ihnen.

    Quelle: https://gilbertdoctorow.com/
    Mit freundlicher Genehmigung von Gilbert Doctorow
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6036&mailid=2266

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