“Dem Rechtsstaat geht’s besser” – von wegen!
lostineu.eu, 25. Juli 2024
Wie steht es um den Rechtsstaat in der EU? Wieder besser, meint die EU-Kommission. Dabei verstößt sie selbst gegen EU-Recht – und macht keinerlei Anstalten, das zu ändern.
Die EU-Kommission hat in der Coronakrise gegen EU-Recht verstoßen. Dies hat das EU-Gericht in Luxemburg festgestellt – bisher ohne Folgen. Das Recht wird weiter verletzt.
Nun legt dieselbe EU-Behörde, die sich offenbar anhaltender Rechtsverstöße schuldig macht (sogar die Staatsanwaltschaft ermittelt), einen Bericht über den Rechtsstaat in der EU vor. Und was steht drin?
Dass es besser um den Rechtsstaat in der EU bestellt sei als vor fünf Jahren. Denn die EU-Staaten würden sich an die meisten Empfehlungen (präzise: 68%) der EU-Kommission halten.
Dies ist kein Witz – sondern europäische Realität anno 2024. Realität ist auch, dass die Fehler und Rechtsverstöße der Coronakrise immer noch nicht aufgearbeitet werden.
In Berlin wurden nun immerhin die “RKI-Files” geleakt und offenbart, dass die These von der “Pandemie der Ungeimpften” eine Lüge war. In Brüssel wurde gar nichts veröffentlicht.
Außer dem neuen Rechtsstaats-Bericht, genau. Das Wort Corona kommt darin kein einziges Mal vor, das Wort Pandemie genau einmal – zu Dänemark. Selbstkritik? Fehlanzeige.
Eigene Fehler ausgeblendet
Doch nicht nur die Fehler der EU werden ausgeblendet. Auch Italien und Griechenland werden geschont. Zur schwindenden Medienfreiheit in Rom findet sich fast nichts.
Auch das so genannte „Predatorgate“ in Griechenland – ein Überwachungsskandal – wird ausgeblendet. Man habe schon mit Athen darüber gesprochen, behauptet Justizkommissarin Jourova.
Kritiker glauben dagegen, dass EU-Kommissionschefin von der Leyen ihren griechischen Parteifreund Kyriakos Mitsotakis schont.
Auch auf Italiens postfaschistische Regierungschefin Giorgia Meloni habe sie Rücksicht genommen, um ihre Wiederwahl im Europaparlament nicht zu gefährden.
“Vergehen als politische Waffe”
„Solange von der Leyen Kritik an Rechtsstaats-Vergehen als politische Waffe einsetzt, um Abstimmungsergebnisse in ihrem Sinne zu beeinflussen, wird sich die Achtung der europäischen Werte nicht verbessern“, meint der FDP-Parlamentarier Moritz Körner.
Es sei bezeichnend, dass die Präsentation des Rechtsstaatsberichts auf die Zeit nach der Wahl verschoben wurde. Dies sei geschehen, „um ihre Wiederwahl nicht durch Kritik an den Mitgliedstaaten zu gefährden“.
Dem ist nichts hinzufügen.
Oder vielleicht doch? An der Achtung europäischer Werte wird sich auch solange nichts ändern, wie von der Leyen jede Selbstkritik vermissen lässt und Urteile von EU-Gerichten ignoriert!
Siehe auch meinen Bericht in der “taz”: “Noch reichlich Luft nach oben”
P. S. Das Eigenlob der EU-Kommission dürfte auch den Zweck verfolgen, das geplante neue “Demokratieschild” zu legitimieren, mit dem von der Leyen noch mehr Kompetenzen an sich reißen und die Bürgerrechte weiter beschränken könnte…
‹ Nordstream-Attentat: Berlin verweigert Auskunft › Ukraine vereitelt Brandanschläge, Georgien einen Mordversuch?
5 Comments
european
25. Juli 2024 @ 14:19Der MDR hat berichtet. Sieh an. Warum nicht vor der EU Wahl?
Helmut Höft
25. Juli 2024 @ 08:41
„Die EU-Kommission hat in der Coronakrise gegen EU-Recht verstoßen. Dies hat das EU-Gericht in Luxemburg festgestellt – bisher ohne Folgen. Das Recht wird weiter verletzt.“ Gäähn: „Im Westen nichts Neues“
@ ebo: Schreib‘ mal wenn’s – Überraschung – geradeaus läuft!
exKK
25. Juli 2024 @ 12:20“@ ebo: Schreib‘ mal wenn’s – Überraschung – geradeaus läuft!”
Wie lang soll das bis dahin dauern?
So langsam wird doch immer offensichtlicher, was für eine “Zeitenwende” wir hier tatsächlich erleben… hin zu einer Plutokratie im immer fadenscheinigeren Demokratiepelz!ebo
25. Juli 2024 @ 13:08Die News ist, dass so viele EU-Staaten den Empfehlungen der Kommission folgen (wohl aus Angst vor Finanzsanktionen) – und dass die zentrale Brüsseler Kontrolle mit dem “Demokratieschild” noch ausgeweitet werden soll.
Das haben Sie doch sicherlich auch bei der Europawahl gewählt, oder?exKK
25. Juli 2024 @ 13:17” Das haben Sie doch sicherlich auch bei der Europawahl gewählt, oder?”
Die Wahl ist ja “geheim”, nicht wahr? Aber mW hat sich die von mir gewählte Partei von der alten und neuen Kommissionspräsidentin ihre Stimmen nicht durch irgendwelche Versprechungen und Pöstchen abkaufen lassen ????
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Info: https://lostineu.eu/wenn-rechtsbrecher-ueber-den-rechtsstaat-wachen
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, vom 24. Juli 2024
Die Bundesregierung will immer noch nichts von den Hintergründen des Nordstream-Attentats wissen. Sie verweigert sogar Auskunft zu Ermittlungen, die auf eine Mittäterschaft der Ukraine deuten.
Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD hervor, über die die “Berliner Zeitung” berichtet. Man werde weder über den Ermittlungsstand noch über vorläufige Ergebnisse berichten, heißt es in der Bundestags-Drucksache.
Nicht mal zu den – von deutschen Behörden ermittelten und in deutschen Medien verbreiteten – Verdachtsmomenten gegen die Ukraine will sich die Bundesregierung äußern.
Die Begründung lässt aufhorchen:
Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass die Beantwortung der Frage aus Gründen des Staatswohls nicht erfolgen kann.
Ist das Staatswohl nun mit Nordstream oder mit der Ukraine verknüpft? Wie auch immer – diese Begründung lässt erwarten, dass die Bundesregierung das Attentat nie mehr aufklären wird, “aus Gründen des Staatswohls”.
Schweden hat es ja schon vorgemacht…
Siehe auch Nordstream: Schweden stellt die Ermittlungen ein. Mehr zu Nordstream hier
‹ Ungarn: Der Boykott wird zum Eigentor › “Dem Rechtsstaat geht’s besser” – von wegen!
6 Comments
Arthur Dent
24. Juli 2024 @ 23:42“Ist das Staatswohl nun mit Nordstream oder mit der Ukraine verknüpft?” – Nee, das “Staatswohl” ist vermutlich mit involvierten Geheimdiensten verknüpft. Manchmal ist mit denen nicht gut Kirschen essen, das kann der Gesundheit abträglich sein. Da ist so ein Schleier des Nichtwissens… und überhaupt, man kann ja nicht allen “Freunden” so vor den Kopf stoßen… Jetzt muss auch mal gut sein, also Schwamm drüber – hilft ja nix.
Helmut Höft
24. Juli 2024 @ 22:26
Okay, könnte(??) man verstehen, Ukraine ist halt immer außen vor. Wo aber bleiben die Recherchen und Asukünfte betreffend der Mithilfe unserer „besten Freunde®“, Beispiel hier https://www.moonofalabama.org/2022/09/whodunnit-facts-related-to-the-sabotage-attack-on-the-nord-stream-pipelines.html und hier https://www.moonofalabama.org/2023/02/some-small-corrections-to-seymour-hershs-new-nord-stream-revelations.html?cid=6a00d8341c640e53ef02b7517052a0200b#comment-6a00d8341c640e53ef02b7517052a0200b
Alles nicht nur ärgerlich sondern auch gefährlich: So füttert man die asozialen Medien, untergräbt jedes Vertrauen, gibt VT Futter und züchtet so heute die Probleme gegen die morgen tapfer angekämpft wird. *kotz*
Michael
24. Juli 2024 @ 19:07
Egal was und wie: der Sabotageakt gegen N1 und N2 war kein verbrecherischer Anschlag gegen irgendein Wirtschaftsprojekt oder gegen die Interessen irgendwelcher Investoren, sondern ein Verbrechen gegen die Interessen Deutschland‘s als Staat! Ich bewerte eine Verschleierung oder Verhinderung der Aufklärung daher als Hochverrat!
exKK
24. Juli 2024 @ 16:42
Nun, wenn Kanzler und Bundestags-Präsidentin vor dem “Hohen Haus” ihre Reden wie bereits geschehen mit “Slawa Ukrajini” beenden, dann muss die Frage erlaubt sein, um wessen Staatswohl es hier wohl tatsächlich gehen mag…
european
24. Juli 2024 @ 13:04
Vor der Wahl 2021 gab es ein Antrittsgespraech zwischen der noch nicht gewaehlten Annalena Baerbock und dem Atlantic Council. Dort wurde sie explizit gefragt, wie sie zu Nordstream denkt und heraus kam dabei folgendes.
“FAREED ZAKARIA: So what would you do with Nord Stream?
ANNALENA BAERBOCK: For me, we cannot finalize this project. The problem is that it’s only—there is already a pipeline underneath the Baltic Sea. There is already the connection pipeline throughout my region where I live down to the Czech Republic. But this pipeline contradicts our sanctions, so it cannot go in place. It cannot start its action, especially because it’s pretty clear that after a couple of years, if we have gas via this pipeline, there will be a cut of the pipeline going thorough Ukraine. And this is a new security threat for Ukrainians, and therefore this pipeline cannot—there cannot go any gas through this pipeline because we have big security problems otherwise on Ukraine.”
Im Prinzip hat die damals noch ungewaehlte Annalena Baerbock bereits Anfang Mai 2021, also noch deutlich vor der Wahl, das OK dazu gegeben, diese Pipeline zu beenden. “Wir koennen dieses Projekt nicht beenden”
Hinzu kommt noch: “And I think—so it’s not just being against this pipeline, Nord Stream 2; it’s, on the other hand, really enabling Ukrainian transporting green gas in the future to the European Union.”
Ich kann mich nicht erinnern, dass das jemals Teil des Wahlkampfes war und die Buerger und die Industrieunternehmen umfaenglich darueber informiert wurden, was mit ihrer Energieversorgung passieren wird. Aber es erklaert auch, warum es keinen Aufklaerungswillen gibt, denn beschlossen war das bereits vor der Wahl. Der Terrorakt hat es nur unwiderruflich gemacht, Tatsachen geschaffen und damit unbequeme Debatten gleich im Ansatz verhindert.
MarMo
25. Juli 2024 @ 11:49Nun, diese Regierung ist endgültig zum Feind ihrer Bürgerinnen und Bürger geworden. Denn diese baden das jetzt mit hohen Energiepreisen, Inflation und De-Industrialisierung aus. Transatlantische Organisationen in Deutschland führen mit Unterstützung der politischen und medialen “Eliten” in den Abgrund. Unfassbar!
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Info: https://lostineu.eu/nordstream-attentat-berlin-verweigert-auskunft
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

