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31.07.2024

Russlands Hinterhof: Die NATO nimmt eine neue Weltregion ins Visier

freedert.online, vom 30 Juli 2024 22:05 Uhr, Von Andrei Koz

In naher Zukunft wird eine harte Konfrontation zwischen den nördlichen Mächten um die unter der polaren Eiskappe verborgenen Ressourcen beginnen. So steht es in der neuen Arktis-Strategie des Pentagon geschrieben. Was genau planen die USA in der Arktis?


Quelle: Sputnik © Russisches Verteidigungsministerium


Archivbild: Ein zweispuriger Raupentransporter des russischen Militärs bei der Erprobung neuer und fortschrittlicher Rüstungs-, Militär- und Spezialausrüstung unter arktischen Bedingungen


Neue Pläne

In der Einleitung der neuen Arktis-Strategie des Pentagon heißt es, dass Moskau und Peking ihre Zusammenarbeit in den letzten Jahren vertieft hätten und dass dies Washington daran hindere, eine Vormachtstellung in der Arktis zu erlangen. Weiter wird indirekt die Vergeblichkeit westlicher Sanktionen gegen Russland anerkannt. Der Kreml hat einfach andere Abnehmer für seine Energieressourcen gefunden und erschließt den Norden nun viel schneller als zuvor.


Wettbewerb mit Russland und China: Pentagon fordert Investitionen und Ausrüstung in Arktis





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Andererseits habe Washington einen neuen Trumpf in der Hand – Schweden und Finnland. Diese Länder, die ebenfalls Ambitionen in der Arktis haben, sind der NATO beigetreten, und das Pentagon würde gerne ihre Schiffsbaukapazitäten nutzen, um die Eisbrecherflotte der Allianz aufzubauen, die die russischen atombetriebenen Eisbrechergiganten in den Schatten stellen soll. In dem Dokument heißt es dazu:

"Die arktischen Bündnispartner verfügen über hocheffektive Streitkräfte und durch langjährige Zusammenarbeit über ein hohes Maß an Interoperabilität. Die NATO-Erweiterung wird nicht nur die nordeuropäische Verteidigungszusammenarbeit stärken, sondern auch neue Möglichkeiten für Planung, Informationsaustausch und Übungen schaffen."

Zuvor hatte der stellvertretende kanadische Verteidigungsminister Bill Blair darauf hingewiesen, dass die Arktis im Zuge des Klimawandels viel zugänglicher geworden ist. Ihm zufolge werden die westlichen Länder, wenn sie so weitermachen wie bisher, eine wichtige Verkehrsader verlieren. Die USA gehen davon aus, dass der Arktische Ozean bis 2050 die Hauptroute für die Warenströme von Europa nach Asien und zurück sein wird.


Das Eisbrecher-Problem

Ob der Westen jedoch in der Lage sein wird, seine Eisbrecherflotte so schnell auszubauen, ist äußerst fraglich. Experten halten dies für die Achillesferse der beschlossenen Pentagon-Strategie. Zwei relativ brauchbare, aber offen gesagt alte US-amerikanische Schiffe dieser Klasse sind eindeutig unzureichend. In anderen Ländern, die Anspruch auf die Arktis erheben – Kanada, Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark –, ist die Situation nicht besser.


Russische Marine startet großangelegtes Manöver – Tausende Militärs und Hunderte Schiffe beteiligt  





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Die Kanadier beispielsweise verfügen über Schiffe für den Kampfeinsatz in arktischen Gewässern, sind aber nicht in der Lage, große Landstreitkräfte einzusetzen. Die norwegische Marine hat vier Patrouillenschiffe, die aber nur sehr bescheiden bewaffnet sind. Dänemark hat eine ziemlich starke Marine, aber nur wenige Schiffe der Eisbrecherklasse und keine militärische Infrastruktur in der Arktis. Finnland und Schweden haben keine ernsthafte militärische Streitmacht auf See.

Die USA werden sich also nicht vollständig auf ihre Verbündeten in den nördlichen Gewässern verlassen können. Auch an Land gibt es Probleme. Der US-Armee fehlt es an Transportmitteln für die Beförderung von Gütern und Soldaten unter den härtesten polaren Bedingungen. Die einzigen geeigneten geländegängigen Zugmaschinen sind die schwedischen zweispurigen Mehrzweckfahrzeuge mit Kettenlaufwerk vom Typ Bandvagn 206, die unter der Bezeichnung Small Unit Support Vehicle (SUSV) eingeführt wurden. Die ersten Fahrzeuge liefen jedoch bereits vor 40 Jahren vom Band und entsprechen längst nicht mehr den heutigen Anforderungen.


Russlands Antwort

Russland ist in einer weitaus günstigeren Position: Es verfügt über zwei nuklear angetriebene Eisbrecher mit einem 75.000-PS-Doppelreaktor-Atomkraftwerk (Jamal, 50 Let Pobedy), zwei Eisbrecher mit einem 50.000-PS-Einzelreaktor-Atomkraftwerk (Taimyr, Waigatsch), das nuklear angetriebene leichtere Träger-Containerschiff Sewmorput mit einem 40.000-PS-Reaktor-Atomkraftwerk und fünf technische Dienstschiffe. Der Eisbrecher Sowjetski Sojus befindet sich in der Betriebsreserve. Darüber hinaus gibt es auch dieselelektrische Schiffe.

Russland hat in den nördlichen Breitengraden das größte Netz von Militärstützpunkten und Flugplätzen aufgebaut. Und die in der Region stationierten Truppen sind bereit, Kampfeinsätze unter extremsten Wetterbedingungen durchzuführen. Fast alle Landfahrzeuge sind auf der Basis von doppelspurigen Ketten-Geländefahrzeugen vom Typ DT-30 Witjas aufgestellt, die auch Frost bis zu minus 55 Grad Celsius nicht aufhalten kann. Einige Modifikationen sind in der Lage, Wasserhindernisse zu überwinden, was ihre Mobilität deutlich erhöht.


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Unter dem Deckmantel der neuen Luftabwehrsysteme der Typen Panzir und Tor werden in der Arktis Boden-Luft-Raketen vom Typ S-400 mit großer Reichweite stationiert. Und russische Stützpunkte werden durch küstennahe Raketensysteme vor Angriffen von See her geschützt. All diese Waffen stehen der ersten vollwertigen arktischen Heereseinheit der russischen Streitkräfte zur Verfügung – der 80. unabhängigen motorisierten Schützenbrigade, die in der Ortschaft Alakurtti in der Region Murmansk stationiert ist.

Alles, was für Kampfeinsätze erforderlich ist, steht zur Verfügung – von Lastwagen mit Allradantrieb, Panzern und Schneemobilen bis hin zu Hunde- und Rentierschlitten. Eine spezielle Modifikation von Mi-8AMTSch-WA-Hubschraubern ist mit einem Heizsystem für die Haupttriebwerkseinheiten ausgestattet.

Darüber hinaus werden bereits universelle Patrouillenschiffe der Eisbrecherklasse des Projekts 23550 – mit den Codenamen Arktika für die Marine und Jermak für die Grenzschutztruppen – in Dienst gestellt. Der Hauptwimpel Iwan Papanin nahm an der Hauptparade der Flotte auf der Newa teil. Das nächste Schiff – die Nikolai Subow – wird 2026 an den Auftraggeber übergeben. Russland ist bereit für einen möglichen Kampf um die wichtigste Region der Zukunft.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 30. Juli 2024 bei RIA Nowosti erschienen.

Andrei Koz ist ein Kriegsberichterstatter der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.


Mehr zum Thema – USA, Kanada und Finnland schließen "Eispakt" gegen China und Russland


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31.07.2024

"Hier ist der Deal" – Obama und einflussreiche Spender zwangen Biden zum Rückzug

freedert.online, vom 30 Juli 2024 15:02 Uhr

Joe Bidens Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen wurde durch eine Intrige führender Demokraten erzwungen. Das berichtet der US-Enthüllungsjournalist Seymour Hersh. Demnach spielte Ex-Präsident Barack Obama eine Schlüsselrolle bei dem De-facto-Putsch, der von einflussreichen Großspendern eingefordert worden war.


Quelle: Gettyimages.ru © Selcuk Acar/Anadolu via Getty Images


US-Präsident Joe Biden und Ex-Präsident Barack Obama treffen auf einer gemeinsamen Wahlkampftour in New York City ein (28. März 2024).


Joe Bidens Verzicht auf seine Präsidentschaftskandidatur beruhte offenbar nicht auf der Einsicht des amtierenden US-Präsidenten, dass er für eine zweite Amtszeit weder geistig noch körperlich fit genug ist. Vielmehr wurde er von führenden Demokraten zum Rückzug gezwungen – auf Geheiß einflussreicher Spender. 


Trump über Gründe für Bidens Ausscheiden: "Ich hasse es, mich für Biden einzusetzen"


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Das berichtet der Investigativjournalist Seymour Hersh unter Berufung auf eine ungenannte Quelle im Weißen Haus. Auf seinem Substack-Blog schreibt er:

"Es waren die großen Geldgeber der Demokratischen Partei, die nach Bidens schockierendem Auftritt in der Debatte mit Donald Trump im Juni dem Spiel 'Nichts Böses sehen, nichts Böses hören' ein Ende machten. Sie scheuten sich, der Partei weiterhin Millionen von Dollar zukommen zu lassen, nachdem es Beweise dafür gegeben hatte, dass der Präsident nicht immer [geistig] anwesend ist."

Doch Biden weigerte sich, dem wachsenden öffentlichen und internen Druck infolge seines Debatten-Debakels nachzugeben. Das Weiße Haus und der Präsident behaupteten, Biden habe bei der Debatte mit Trump nur einen schlechten Tag erwischt, zudem habe er an einer Erkältung und einem Jetlag gelitten.

Laut Medienberichten soll Präsidentensohn Hunter Biden allen Mitarbeitern des Weißen Hauses sogar gedroht haben, dass jeder, der die Wahrheit über den Gesundheitszustand seines Vaters auch nur andeutet, entlassen werde.


Umfrage: Mehrheit der US-Amerikaner für sofortigen Rücktritt von Biden





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Doch als Joe Biden seinen Aufenthalt in Las Vegas aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und in seinen Heimatstaat Delaware zurückkehren musste – das Weiße Haus machte dafür eine Covid-Erkrankung verantwortlich – sei dies "der letzte Strohhalm für eine Kerngruppe von führenden Kongressabgeordneten, Regierungsbeamten und einigen hochrangigen Geldgebern von Biden [gewesen], die große Mengen an zugesagten Spenden zurückhielten", so Hersh.

Und niemand anderes als Ex-Präsident Barack Obama spielte laut dem Journalisten die Schlüsselrolle bei der Intrige gegen Biden. Mit dem Segen der "großen Drei" der Demokraten – der Ex-Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, dem Mehrheitsführer im Senat Chuck Schumer und dem Führer der Demokraten im Repräsentantenhaus Hakeem Jeffries – habe Obama am Morgen des 21. Juli zum Hörer gegriffen und Biden in einem Telefonat die Pistole auf die Brust gesetzt. Laut der Quelle sagte Obama in dem Gespräch:


"Hier ist der Deal. Wir haben Kamalas Zustimmung, den 25. Verfassungszusatz geltend zu machen."


Der Zusatzartikel sieht vor, dass die Vizepräsidentin und andere Personen, die den Präsidenten für ungeeignet halten, die Befugnisse und Pflichten seines Amtes auszuüben, diese Pflichten übernehmen können. Mit anderen Worten: Hätte Biden nicht seinem Rückzug aus dem laufenden Rennen um das Weiße Haus verkündet, wäre er von den Demokraten aus seinem Amt befördert worden – und Kamala Harris wäre als US-Präsidentin in den Wahlkampf gegen Donald Trump gezogen.


Nun also doch: Barack und Michelle Obama unterstützen Kandidatur von Kamala Harris





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"Ein Schlüsselfaktor für die Entscheidung, Biden unter Berufung auf den 25. Verfassungszusatz aus dem Amt zu drängen, war eine Reihe zunehmend negativer Umfragen über das Ansehen des Präsidenten gegenüber Trump, die von den Geldgebern in Auftrag gegeben worden waren",

so Hersh weiter. 

Auch das Schicksal von Harris sei vom Verlauf der Umfragen abhängig gemacht worden. Laut Hershs Quelle sei vereinbart worden, "dass man andere Optionen in Betracht ziehen würde, einschließlich eines offenen [Partei-]Konvents, falls die Umfragen nicht zeigen würden, dass sie an Boden gewinnt".

Nachdem Harris aber in jüngsten Umfragen zulegen konnte, "gaben Obama und seine Frau ihre Unterstützung für Harris bekannt und sagten ihr in einer inszenierten Fernsehsendung am Telefon, dass sie alles tun würden, um für sie zu werben und sie zu unterstützen".

Laut Hershs Quelle habe sich Obama während der gesamten Verhandlungen als der starke Mann erwiesen.

"Er hatte eine Agenda, die er bis zum Ende durchsetzen wollte, und er wollte die Kontrolle darüber haben, wer gewählt werden würde."


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31.07.2024

Kongressbericht: Die US-Hegemonie zu halten wird so teuer wie der Kalte Krieg

freedert.online, vom 30 Juli 2024 19:27 Uhr

Zwei Kriege zu führen sei kein Problem, meinte noch vor einigen Wochen US-Präsident Joe Biden mit Blick auf die Ukraine und Taiwan. Ein neuer Bericht an den Kongress ergibt aber: Gegen einen gleich starken oder fast gleich starken Gegner können sie derzeit gar keinen führen.


Quelle: www.globallookpress.com © Iranian Army Office


Gemeinsames Manöver der russischen, iranischen und chinesischen Flotte im Persischen Golf, März 2024


Der neu veröffentlichte Bericht der Kommission zur nationalen Verteidigungsstrategie, der am Montag dem US-Kongress vorgelegt wurde, war für die Empfänger sicher kein erfreulicher Bericht. Dabei geht es nicht nur um die US-Streitkräfte, sondern ebenso sehr um den Zustand der Rüstungsindustrie, um Rekrutierung und Einsatzbereitschaft und zuletzt auch um die Finanzierung.

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Grundlage dieser Betrachtungen ist nach wie vor der Wunsch, eine globale Hegemonie der USA zu erhalten.

"Die Führung der USA muss öffentlich machen, warum diese Herausforderungen wichtig sind und warum die Vereinigten Staaten die unverzichtbare Nation bleiben, um Frieden, Stabilität und eine blühende Wirtschaft zu erhalten."

Zuerst wird jedoch festgestellt (wenn auch nicht explizit ausgesprochen), dass die Bemühungen der USA, ihre potenziellen Gegner voneinander zu trennen, vollständig gescheitert sind.

"Die Vereinigten Staaten sollten zumindest annehmen, dass, wenn sie in einen direkten Konflikt eintreten, in den Russland, China, Iran oder Nordkorea verwickelt sind, dieses Land von wirtschaftlicher und militärischer Hilfe der anderen profitiert. Wir glauben auch, dass diese Partnerschaft die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Konflikt mit einem Land sich auf viele Fronten ausweiten und gleichzeitige Anforderungen an die Ressourcen der USA und der Verbündeten stellen wird. Bemühungen, diese Staaten zu isolieren und durch internationale Mittel – wie Sanktionen, Embargos und Tadel zu zwingen – werden durch die Nähe zwischen Russland und China weit schwieriger, ob in den Vereinten Nationen oder andernorts."

Die Dimension des möglichen Konflikts, den die USA zu führen imstande sein sollen, ist also deutlich gewachsen, und es wird mehrfach wiederholt, dass es um eine Herausforderung in den Dimensionen des Zweiten Weltkriegs ginge.

Dann beginnt aber die lange Liste der Probleme. Das beginnt bereits bei der Diplomatie:

"Auch wenn führende Kräfte im State Department sich direkt auf alle größeren Bedrohungen für die Vereinigten Staaten konzentrieren, fehlen dem State Department insgesamt sowohl die Kultur als auch die Ressourcen, um ein anhaltendes diplomatisches Engagement der USA weltweit zu führen."


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Meinung

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Lösungsansätze, die vorgeschlagen werden, sind eine weitere Ausweitung der Propaganda und eine völlige Unterordnung einer Reihe anderer Institutionen unter die geopolitischen Ziele:

"Die Kommission erkennt, dass die Herangehensweise der US-Regierung an wirtschaftliche Investitionen, darunter internationale humanitäre und Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Unterstützung durch USAID, die Investitions- und Handelsfähigkeiten der Internationalen Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft der USA, die Export-Import Bank, das Büro des US-Handelsvertreters und die Ministerien für Finanzen, Handel und Energie besser koordiniert und besser auf die Umsetzung der nationalen Sicherheits- und Verteidigungsstrategien ausgerichtet werden müssen."

Dabei gilt diese Anforderung nicht nur nach außen, auch im Inneren wird im Kern eine völlige Mobilisierung der Gesellschaft vorgeschlagen:

"Beispielsweise müssen die Ministerien für Verteidigung, Handel, das State Department und das Finanzministerium mit dem Bildungsministerium und Staats- wie Lokalregierungen zusammenarbeiten, um den Rückgang des Anteils US-amerikanischer High-School-Absolventen umzukehren, die die Anforderungen an Bildung und/oder körperliche Leistungsfähigkeit erfüllen, um in den Militär-, Staats- oder diplomatischen Dienst zu treten."

Mehr oder weniger das Gleiche gilt auch, um die erforderliche Zahl qualifizierter Mitarbeiter für die Rüstungsindustrie zu erreichen. Dabei wird festgestellt, dass die USA ihren technologischen Vorteil bereits weitgehend verloren haben und die Entwicklungszeiten in der Rüstungsindustrie zu lang sind, wenn "selbst relativ schlichte Gegner (wie die Huthi) imstande sind, moderne Technologie (z. B. Drohnen) zu erwerben und mit strategischer Wirkung einzusetzen".

Gleichzeitig sind die Schwächen der Produktion sichtbar geworden. "Auf dem Höhepunkt der Kämpfe im Donbass verbrauchte Russland in zwei Tagen mehr Munition, als das gesamte britische Militär auf Lager hat", wird ein Aufsatz über den Ukraine-Krieg zitiert, und es wird betont, dass Russland trotz aller Anstrengungen des US-Verteidigungsministeriums dreimal so viel Munition produziert, wie die USA und Europa zusammen. "Selbst mit verbesserter Finanzierung werden einige Waffenlager der USA innerhalb der nächsten fünf Jahre kaum aufgefüllt werden können."


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Die Rüstungsgüter, die produziert würden, seien zu teuer, ihre Entwicklung dauere zu lang und sie seien schlecht zu verbessern. Das betreffe alle Sparten: "Eine chinesische Werft hat größere Kapazitäten als alle US-Werften zusammengenommen."

Die Zusammenfassung des Verhältnisses zwischen der Rüstungsindustrie und dem Verteidigungsministerium ist geradezu vernichtend:

"Die Kommission stellt fest, dass die Geschäftspraktiken des Verteidigungsministeriums, die byzantinischen Systeme bei Forschung und Entwicklung und bei der Beschaffung, das Vertrauen auf Jahrzehnte altes militärisches Gerät und die Kultur der Risikovermeidung eine Ära nicht herausgeforderter militärischer Dominanz widerspiegeln."

"Byzantinisch" ist eine höfliche Formulierung für "zutiefst korrupt". Um tatsächlich in einem großen Konflikt bestehen zu können, müsste der gesamte Umgang mit der Rüstungsindustrie geändert werden. Die Lösungsvorschläge der Kommission beinhalten unter anderem eine leichtere Zulassung kleiner Unternehmen zur Beschaffung und eine leichtere Zusammenarbeit mit den Alliierten, um die nötige industrielle Kapazität überhaupt erreichen zu können. Dabei soll auch das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen besser beachtet werden; schließlich würden "regelmäßig Munitionen eingesetzt, die bedeutend teurer herzustellen sind als ihre Ziele", wie etwa im Roten Meer zu sehen war.

"Die verringerte Größe des industriellen Sektors der USA, die zunehmende Komplexität moderner Waffensysteme und andere Faktoren bedeuten, dass die USA nicht mehr die Möglichkeit zu einer industriellen Mobilisierung wie im Zweiten Weltkrieg haben, darunter die 'Umwidmung ziviler Industrie für die militärische Nutzung, Massenproduktion, ein langer Aufbau von Truppen, gut ausgerüstete, massive Armeen, die Gegner überwältigen'."

Das Ziel, das der Bericht vorgibt, ist also im Kern nicht zu erreichen. "Das Ergebnis ist ein US-Militär, das heute minimale operationelle Bereitschaft aufweist, aber kaum für morgen bereit ist."


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Zu lösen sei das nur durch eine massive Anstrengung, die neben dem Umbau der Rüstungsindustrie, einer mehr oder weniger totalen Mobilisierung der Gesellschaft, einer Entwicklung angepasster militärischer Doktrin, einer Planung für Einberufungen, einer Einbindung der Verbündeten in die Rüstungsproduktion und -wartung auch eine bedeutende Erhöhung des Verteidigungsbudgets bis auf die Werte beinhaltet, die zu Hochzeiten des Kalten Kriegs erreicht wurden. Am Ende des Berichts wird das vergleichsweise zurückhaltend formuliert:

"Das wachsende US-Defizit stellt auch ein nationales Sicherheitsrisiko dar. Daher sollten zunehmende Sicherheitsausgaben von zusätzlichen Steuern und Reformen bei Sozialausgaben begleitet werden."

Aber in der Zusammenfassung des Berichts wird klar formuliert, was damit genau gemeint ist – und diese Stelle belegt, wie unwahrscheinlich es ist, dass die festgestellten Probleme bei der Erhaltung der US-Hegemonie tatsächlich gelöst werden können:

"Die Verteidigungsausgaben im Kalten Krieg beruhten auf einem Spitzensteuersatz von mehr als 70 Prozent und einer durchschnittlichen Unternehmensbesteuerung von 50 Prozent."


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31.07.2024

Ukraine an Anschlag auf Wagner-Soldaten in Mali beteiligt?

freedert.online, 31 Juli 2024 10:39 Uhr

Bei einem kürzlich verübten Anschlag auf einen Militärkonvoi in Mali starben zahlreiche Söldner der Wagner-Privatarmee. Aufständische Tuareg und Dschihadisten übernahmen die Verantwortung. Inzwischen behauptet die Ukraine, an der Anschlagsplanung beteiligt gewesen zu sein. 


Quelle: www.globallookpress.com © Nicolas Maeterlinck


Soldat der Streitkräfte Malis


Der ukrainische Militär-Geheimdienst GUR behauptet, er habe die aufständischen Tuareg mit nachrichtendienstlichen Informationen versorgt und sie noch anderweitig in der Planung des Anschlags auf die Wagner-Truppen in Mali unterstützt. Das berichtet die britische Zeitung Times

Die Tuareg hatten gemeinsam mit einem dschihadistischen Terrornetzwerk einen Konvoi bestehend aus Wagner-Söldnern und Regierungstruppen angegriffen. Dabei wurden mehrere Dutzend Söldner wie auch Soldaten der malischen Armee getötet. 

"Die Rebellen erhielten von uns nachrichtendienstliche Informationen, aber nicht nur", sagte Andrei Jusow, ein Sprecher des ukrainischen Nachrichtendienstes GUR. Weitere Informationen stellte Jusow nicht zur Verfügung.


Niger: Rauswurf der USA beendet auch deutsche Präsenz im Sahel





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Ein von der ukrainischen Zeitung Kiew-Post veröffentlichtes Foto zeigt einige Aufständische der Tuareg mit einer ukrainischen Flagge. Das Foto sei nach dem Anschlag auf den Konvoi entstanden. Von den Aufständischen gab es bisher keine Bestätigung der Behauptung des GUR.

Allerdings geht aus geleakten US-Dokumenten hervor, dass der GUR bereits zuvor in Anschlagsplanungen auf russische Söldner involviert war, schreibt der außenpolitische Blog German-Foreign-Policy. Der Blog berichtet zudem, dass auch im Sudan ukrainische Spezialeinheiten im Einsatz seien, um russische Söldner zu attackieren. Ziel der Maßnahmen ist demnach, den Ruf Russlands zu untergraben und die Regierungen des afrikanischen Kontinents von einer Kooperation mit Russland im Sicherheitsbereich abzuschrecken. 

Wagner ist seit geraumer Zeit in Mali aktiv und unterstützt die reguläre Armee im Kampf gegen Islamisten. Mali wird seit Jahren von Terroranschlägen dschihadistischer Milizen erschüttert. Eine UN-Mission unter Beteiligung der Bundeswehr musste erfolglos abgebrochen werden. Der Einsatz der Bundeswehr in Mali gilt wie der Einsatz in Afghanistan als fundamental gescheitert. Die EU, allen voran Frankreich und Deutschland, hat im Sahel massiv an Einfluss eingebüßt. Die Bundeswehr wurde in Mali, aber auch in Niger faktisch aus dem Land gedrängt.


Mehr zum Thema Wie und warum es zum Wagner-Debakel in Mali kam


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31.07.2024

Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen gegen Stationierung von US-Atomwaffen

freedert.online, 31 Juli 2024 10:12 Uhr

Laut einer Ende Juli durchgeführten Meinungsumfrage sprechen sich 49 Prozent der Deutschen gegen die Stationierung neuer US-Waffen in Deutschland aus, 45 Prozent finden die Entscheidung richtig. Besonders groß ist die Ablehnung in Ostdeutschland und bei Wählern des BSW und der AfD.


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/





www.imago-images.de


Der deutsche Verteidigungsminister Pistorius besichtigt bei einem Besuch beim Fliegerhorst Büchel die Baumaßnahmen für die neue Landebahn


Laut einer im Auftrag der Sender RTL und ntv durchgeführten Meinungsumfrage halten 49 Prozent der Deutschen – fast die Hälfte – die Entscheidung, ab 2026 neue US-Waffen wie Marschflugkörper und Raketen mit größerer Reichweite in Deutschland zu stationieren, für falsch. 45 Prozent unterstützen diese Entscheidung.

Besonders stark ist die Ablehnung der US-Raketen mit 74 Prozent in Ostdeutschland. Unter den Anhängern des BSW sprechen sich sogar 85 Prozent gegen die Stationierung aus, unter denen der AfD sind es 79 Prozent.


Reaktion auf US-Waffen in Deutschland: Moskau erwägt Stationierung weiterer Raketen in Kaliningrad




Reaktion auf US-Waffen in Deutschland: Moskau erwägt Stationierung weiterer Raketen in Kaliningrad






Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der beiden Sender durchgeführt. Dafür wurden am 25. und 26. Juli 2024 1.002 Personen befragt.

Bei dem jüngsten NATO-Gipfel in Washington hatten die USA und Deutschland vereinbart, erstmals seit den 1990er-Jahren wieder Langstreckenwaffen in Deutschland aufzustellen. Bundeskanzler Olaf Scholz begründete die Entscheidung mit einer "unglaublichen Aufrüstung" in Russland. Genannt wurden unter anderem Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, Flugabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Überschallwaffen. Die Systeme hätten eine "deutlich weitere Reichweite als gegenwärtige landgestützte Systeme in Europa", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Die Waffen sollten vom Jahr 2026 an zeitweise in Deutschland stationiert werden.


Mehr zum Thema - Putin kündigt Russlands Reaktion auf US-Langstreckenraketen in Deutschland an


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31.07.2024

Hamas-Chef ermordet – Abschreckungswettstreit zwischen Iran und Israel geht in eine heiße Phase

freedert.online, 31 Juli 2024 12:13 Uhr, Von Armin Schmitt

Nach dem Luftangriff auf die iranische Botschaft in Damaskus griff Israel Irans Hauptstadt direkt an, um einen Hamas-Beamten zu ermorden. Nun steuern die beiden Staaten auf eine direkte Konfrontation zu.


Quelle: AP © Iranisches Präsidialamt


Auf diesem vom iranischen Präsidialamt veröffentlichten Foto schüttelt Präsident Massud Peseschkian und Hamas-Chef Ismail Haniyeh zu Beginn ihres Treffens im Präsidialamt in Teheran, Iran, am Dienstag, 30. Juli 2024, die Hand.


Hamas-Führer  Ismail Haniyya wurde bei einem Anschlag in der iranischen Hauptstadt ermordet. Iran und die "Achse des Widerstands" erklärten am frühen Mittwoch, dass sie Israel für den schockierenden Anschlag verantwortlich machen, der den regionalen Konflikt an mehreren Fronten eskalieren lassen könnte.

Israel, das geschworen hat, Haniyya und andere Hamas-Führer wegen des Überfalls der palästinensischen Bewegung auf Israel am 7. Oktober zu töten, gab keinen unmittelbaren Kommentar ab. Der Angriff erfolgte kurz nachdem Haniyya an der Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten in Teheran teilgenommen hatte.


Versöhnung zwischen Fatah und Hamas: China zeigt sich in Nahost als Gestaltungsmacht




Analyse

Versöhnung zwischen Fatah und Hamas: China zeigt sich in Nahost als Gestaltungsmacht






Stunden zuvor hatte Israel einen Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut ausgeführt, bei dem nach israelischen Angaben ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet wurde, der nach israelischer Darstellung hinter einem Raketenangriff vom Wochenende auf die von Israelis besetzten Golanhöhen stand. Die Hisbollah erklärte am Mittwoch, sie suche noch immer nach der Leiche von Fuad Shukr in den Trümmern des getroffenen Gebäudes.

Aus dem Weißen Haus gab es keine unmittelbare Reaktion auf die Tötung von Haniyya. Die Hamas sprach von einem "verräterischen zionistischen Angriff" auf Haniyyas Gasthaus in Teheran. "Diese Ermordung von Bruder Haniyya durch die israelische Besatzungsmacht stellt eine schwerwiegende Eskalation dar, die darauf abzielt, den Willen der Hamas zu brechen", sagte der hochrangige Hamas-Vertreter Sami Abu Zuhri.

Die Ermordung des politischen Führers der Hamas, Ismail Haniyya, sei "ein absolut inakzeptabler politischer Mord", sagte ein stellvertretender russischer Außenminister am Mittwoch gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA. Nach der Tötung des politischen Hamas-Anführers Haniyya in der iranischen Hauptstadt Teheran hat die Türkei Israel vorgeworfen, den Gazakrieg in der Region ausweiten zu wollen. Der Angriff zeige, dass die Netanyahu-Regierung keine Absicht habe, Frieden zu schaffen.

Die Ermordung Haniyyas, einen Tag nach dem Anschlag auf Shukr, zeige laut einigen Beobachtern, dass die USA im Vorfeld der Präsidentenwahl jeglichen Einfluss auf Israel verloren haben. In der Tat dürften aber die US-Amerikaner über die Aktionen Israels unterrichtet worden sein und sogar geheimdienstliche Informationen an Tel Aviv geliefert haben.

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans trat am Mittwochmorgen zusammen, um die Ermordung von Ismail Haniyya, dem Leiter des Politbüros der Hamas, zu erörtern. Eine iranische Quelle erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Rat über die Strategie entscheiden werde, mit der Iran auf die Ermordung reagieren werde.

Die Anschlagserie in Teheran und Beirut könnte Vergeltungsmaßnahmen Irans oder seines mächtigen libanesischen Verbündeten Hisbollah gegen Israel auslösen und die Hamas veranlassen, die monatelangen Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen abzubrechen.

Es blieb unklar, ob der Angriff in Teheran von innerhalb oder außerhalb des Landes geführt wurde. Aus Teheran wurden zunächst keine Explosion oder Geräusche eines Raketeneinschlags gemeldet. In den vergangenen Jahren hatte der israelische Geheimdienst Mossad durch die Ermordung von iranischen Atomwissenschaftlern und Sabotageaktionen deutlich gemacht, dass er in der Lage ist, innerhalb Irans zuzuschlagen.

Nach dem israelischen Luftangriff auf die iranische Botschaft in Damaskus als ein exterritoriales iranisches Gebiet griff Israel nun Irans Hauptstadt direkt an, um einen Hamas-Beamten zu ermorden. Als Reaktion auf den Botschaft-Angriff hatte Teheran seinerzeit einen Großangriff auf Israel mit hunderten Raketen und Drohnen ausgeführt. Es bleibt offen, wie Iran auf die jüngste Aggression Israels reagiert, um erneut seine Abschreckung gegenüber Tel Aviv wiederherzustellen.

Im Abschreckungswettstreit zwischen Teheran und Tel Aviv wurde bereits seit dem Angriff auf die Botschaft eine neue Phase eingeläutet. Das System der gegenseitigen Abschreckung durch Geheimdienstoperationen und den Einsatz von Stellvertretern in der Region ist an seine Grenzen gestoßen und die beiden Staaten steuern auf eine direkte Konfrontation zu.


Mehr zum Thema - Hamas-Chef Ismail Haniyeh bei Attentat in Teheran getötet


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31.07.2024

BIP-Aktuell #314: Eine historische Entscheidung Israel betreffend

aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 31. Juli 2024, 12:55 Uhr


Das neueste Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom 22. Juli 2024 macht deutlich, dass die Besetzung des palästinensischen Territoriums, seine Besiedlung, der Landraub und die Ausbeutung seiner Ressourcen rechtswidrig sind, dass Armee und Siedler die besetzten Gebiete zu verlassen haben. Dieses Gutachten wird m.E. im Newsletter des Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) gut verständlich dargestellt.

 

Es lohnt sich auch den Link zum Deutschlandfunk anzuklicken, wo der ehemalige Direktor von Human Rights Watch, Kenneth Roth sagt, wenn Palästinenser von Menschenrechten ausgenommen würden, gebe es für niemanden Menschenrechte

 

Die Beobachtungen amerikanischer Ärzte und Krankenschwestern aus dem Gaza-Streifen seit dem 7. Oktober 2023 in einem Brief an US-Präsident Biden sind zutiefst erschütternd!

 

Herzlich Helga


---------- Ursprüngliche Nachricht ----------

Von: Bündnis BIP <info@bip-jetzt.de>

An: helga.doering_kles@htp-tel.de

Datum: 30.07.2024 19:14 CEST

Betreff: BIP-Aktuell #314: Eine historische Entscheidung

 

 


Dies ist der wöchentliche Newsletter des Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) e.V.

Im Browser ansehen https://mailchi.mp/b8b8041db9de/bip-aktuell-314-eine-historische-entscheidung?e=433047e776

BIP-Aktuell #314: Eine historische Entscheidung

 

Das neueste Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom 22. Juli 2024 macht deutlich, dass die Besetzung des palästinensischen Territoriums, seine Besiedlung, der Landraub und die Ausbeutung seiner Ressourcen rechtswidrig sind, dass Armee und Siedler die besetzten Gebiete zu verlassen haben.

 

BIP-Aktuell #314:

1. Eine historische Entscheidung

2. Beobachtungen amerikanischer Ärzte und Krankenschwestern aus dem Gaza-Streifen seit dem 7. Oktober 2023

 

Von Prof. Dr. Norman Paech, em. Professor für Politische Wissenschaft und für öffentliches Recht an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg

 

Es wird eng um Israel: politisch, moralisch und juristisch. Politisch ist Israel schon lange in der UNO isoliert wie kaum ein anderes Land und verdankt seine Mitgliedschaft bis heute praktisch nur den USA. Immer wenn wieder ein Antrag auf Ausschluss kam, konterten die USA mit der Drohung, ebenfalls die UNO zu verlassen, wenn Israel hinausgeworfen werde. Moralisch wird das offenbar in vielen Regierungen anders gesehen als in ihren Universitäten. Aber man müsste schon die Prinzipien und Grundgedanken des Völkerrechts als Maßstab immerhin unverbindlicher Moral beiseiteschieben und in das neue Regal „regelbasierte Ordnung“ greifen, um die Politik in Jerusalem sowohl nach innen wie nach außen nicht als moralisch abstoßend zu bezeichnen. Und juristisch ist kaum noch ein Ausweg aus der selbstgebauten Sackgasse.

 


 

Das neueste Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom 22. Juli 2024 erzählt in der Substanz nichts Neues, und niemand war in der Tat wirklich überrascht. Auch die stärksten und dauerhaftesten Unterstützer der israelischen Regierung in Politik und Medien wissen seit Jahren, dass die Besetzung des palästinensischen Territoriums, seine Besiedlung, der Landraub und die Ausbeutung seiner Ressourcen rechtswidrig sind, dass Armee und Siedler die besetzten Gebiete zu verlassen haben. Sie kennen das erste Gutachten des IGH aus dem Jahr 2004, in dem er den Bau der Mauer/Sperrzauns soweit als rechtswidrig erklärte, wie er auf palästinensisches Territorium übergreift – 16% mit ca. 80. 000 Siedlern - , und sich faktisch aneignete. Seinerzeit liess der IGH schon keine Zweifel aufkommen, dass er nicht auch die Besatzung und die Siedlungspolitik für rechtswidrig hielt.

 

Aktuell nun greift der IGH weiter aus, wird konkreter und präziser – das mag überrascht haben. Die Fragen, die ihm die UN-Generalversammlung Ende Dezember 2022 gestellt hatte, waren klar und machten auch aus der Meinung der Versammlung keinen Hehl:

 

1. „Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich aus der fortwährenden Verletzung des Rechts des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung durch Israel, aus seiner anhaltenden Besatzung, Besiedlung und Annexion des seit 1967 besetzten palästinensischen Gebietes, einschließlich der Maßnahmen, die darauf abzielen, die demografische Zusammensetzung, den Charakter und den Status der Heiligen Stadt Jerusalem zu verändern, und aus der Verabschiedung damit verbundener diskriminierender Gesetze und Maßnahmen?“

2. „Wie wirken sich die oben erwähnten Politiken und Praktiken Israels auf den rechtlichen Status der Besatzung aus, und welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus für alle Staaten und die Vereinten Nationen?“

 

Der IGH veranstaltete vom 19. Februar an eine einwöchige Anhörung in Den Haag, zu der sich 49 Staaten und drei internationale Organisationen angemeldet hatten. Nur auf die Erklärung der chinesischen Regierung sei hier hingewiesen, da sie so ungewohnt in unseren Ohren klingt und wir sie so klar und eindeutig nie von einer Regierung im westlichen NATO-Horizont hören werden. Chinas Vertreter Ma Xinmin erklärte, dass die Palästinenser ein „unveräußerliches Recht“ haben, sich mit Gewalt gegen ausländische Unterdrückung zu wehren. Israel sei aufgrund seiner Besatzung und Unterdrückung für den Konflikt mit den Palästinensern verantwortlich, und fügte hinzu, dass „in diesem Zusammenhang“ der bewaffnete Kampf von Terrorismus zu unterscheiden sei und dass der palästinensische Kampf eine gerechtfertigte Aktion zur Wiederherstellung ihrer legitimen Rechte sei.

 

Vier Monate später am 19. Juni eröffnete der libanesische Gerichtspräsident Nawaf Salam die Verlesung des Gutachtens mit den Worten:  "Israels anhaltender Missbrauch seiner Position als Besatzungsmacht durch die Annexion und die Behauptung einer ständigen Kontrolle über die besetzten palästinensischen Gebiete und die fortgesetzte Vereitelung des Rechts des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Völkerrechts und macht die Anwesenheit Israels in den besetzten palästinensischen Gebieten rechtswidrig".

 

In allen neun Kernpunkten des 83 Seiten umfassenden Gutachtens waren sich die Richter und Richterinnen mit großer Mehrheit einig. Die Besatzung sei, so der Vorsitzende Salam, das Produkt „systematischer Diskriminierung, Segregation und Apartheid“, eine „de-facto Annexion“. Israel habe seine „gesetzwidrige Anwesenheit in den besetzten palästinensischen Gebieten so schnell wie möglich zu beenden“. Die Regierung müsse sofort alle Siedlungsaktivitäten stoppen und alle Siedler aus den bestehenden Siedlungen evakuieren, ferner die „Rückkehr aller Palästinenser, die während der Besatzung vertrieben wurden, an ihren ursprünglichen Wohnort“ ermöglichen. Israel habe für alle Schäden, die alle „natürlichen und juristischen Personen“ durch die Besatzung erlitten hätten, Entschädigung zu leisten. Zudem wiederholt der Gerichtshof seine Forderung von 2004 nach Rückbau der Sperranlage auf israelisches Territorium.

 

Es gab eine grundsätzliche Ablehnung aller neun Punkte durch ein Dissenting Vote der ugandischen Richterin Julia Sebutinde. Sie hatte sich schon in den Entscheidungen des IGH in der Klage Südafrikas gegen Israel gegen alle Entscheidungen gewandt. Ihre Ablehnung basiert auf der sog. political question - Doktrin in den USA, die die Regierung in zentralen politischen Fragen vor der Gerichtsbarkeit schützt. Ihre Wirkung gilt offensichtlich auch in Uganda und lässt sich mit der Mitgliedschaft Sebutindes bei den Evangelikalen erklären, deren Chef ihr Ehemann ist.

 

Drei weitere abweichende Voten der Richter Abraham aus Frankreich, Auresku aus Rumänien und Tomka aus Slowakei zu einigen Punkten des Gutachtens mindern nicht den großen Konsens über die zentralen Fragen im Richterkollegium. Während die Mehrheit im Gericht die Berufung Israels auf ein Selbstverteidigungsrecht für die Besatzung 57 Jahre nach ihrem Beginn ablehnt, sind die drei Richter da anderer Meinung. Wegen der "außergewöhnlich komplexen Geschichte und Natur des israelisch-palästinensischen Konflikts" sei auch jetzt noch eine israelische Militärpräsenz vertretbar. Doch hatte diese Netanjahu zweifellos angenehme Meinung keine Chance im Kollegium,  und Richter Yusuf https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=1d0f9e9d10&e=433047e776 aus Somalia und die australische Richterin Charlesworth https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=7ed5c25bad&e=433047e776 traten dem in ihrem Votum ausdrücklich entgegen.

 

Auf eine besondere Formulierung im Gutachten weist das Sondervotum der US-amerikanischen Richterin Cleveland und des deutschen Richters Nolte hin. Es heißt dort, dass sich Israel „so schnell wie möglich“ aus den besetzten Gebieten zurückziehen soll. Dies ist eine kleine Hintertür, die das Gericht dem Rückzug gelassen hat, und es ist nicht zufällig, dass das Votum aus den USA und der BRD den Blick darauf gelenkt hat.

 

Israels Offizielle wiesen, wie zu erwarten, das Gutachten zurück, es würde den Friedensprozess unterminieren. Netanjahu fand es absurd und erklärte: „Das jüdische Volk ist kein Besatzer in seinem eigenen Land, auch nicht in unserer ewigen Hauptstadt Jerusalem oder in Judäa und Samaria, unserer historischen Heimat.“

 

Das Auswärtige Amt verbreitete einen X-Spot der deutschen Außenministerin auf Reisen, das schon jetzt signalisiert, dass die Bundesregierung der Forderung des IGH, die Unterstützung der rechtswidrigen Besatzungspolitik Israels aufzugeben, nicht nachkommen wird: „Der IGH hat ein wegweisendes Gutachten zum Nahostkonflikt veröffentlicht. Klar ist: Die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik steht der 2-Staaten-Lösung im Weg. ISR-Regierung wäre gut beraten, das Gutachten ernst zu nehmen & den Weg für 2-Staatenlösung freizumachen.“

 

Da auch von den USA, gleich unter welcher zukünftigen Präsidentschaft, kein Wechsel in ihrer Israel-Politik zu erwarten ist, bleiben nur die Vereinten Nationen, an die die Forderung ergeht, „die genauen Modalitäten und weiteren Maßnahmen, die erforderlich sind, um die unrechtmäßige Präsenz des Staates Israel in den besetzten palästinensischen Gebieten so schnell wie möglich zu beenden“. Da der UN-Sicherheitsrat durch das Veto der USA blockiert bleibt, wird es die Aufgabe der Generalversammlung sein, Mittel zu finden, die die israelische Regierung unter Druck setzen, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen. Vorbild sollte die Zähigkeit der südafrikanischen Regierung sein, die durch wiederholte Anträge beim Gerichtshof schließlich ein Votum für den Waffenstillstand im Süden des Gazastreifens erhielt. Dabei gilt es vor allem, die kleine Hintertür zu schließen, die das Gutachten gelassen hat, indem es den Rückzug aus den besetzten Gebieten nur „so schnell wie möglich“ fordert.

 


 

Bei aller Skepsis über die Wirkung dieses Gutachtens auf die Politik Israels und seiner Paten USA und BRD sollte seine Bedeutung nicht unterschätzt werden. Jahrzehnte war die internationale Justiz systematisch aus dem Konflikt in Palästina herausgehalten worden. Erst in den letzten 10 Jahren war es zunächst der Internationale Strafgerichtshof (IStGH), der nach dem schweren Angriff auf Gaza 2014 mit über 2000 Toten und Zehntausend Verletzten die Untersuchungen wegen möglicher Kriegsverbrechen aufnahm. In umfangreichen Gutachten musste er seine Zuständigkeit für Palästina, ein Land, das von der UNO bisher trotz mehrfacher Versuche nur als Staat mit Beobachterstatus anerkannt worden ist, begründen. Und nun steht er vor der Entscheidung, zum ersten Mal in der Geschichte einen westlichen Staatschef in Haft zu nehmen. Der Internationale Gerichtshof folgte, angetrieben durch die Klage Südafrikas gegen Israel und Nicaraguas gegen Deutschland. Der Auftrag der UN-Generalversammlung an den IGH initiierte nicht nur das vierte Verfahren der internationalen Gerichtsbarkeit, sondern auch die grundsätzlichste, die gesamte Problematik der israelischen Besatzung umfassende Prüfung und Entscheidung. Die vom IGH geforderte Beendigung von über fünfzig Jahre Unterdrückung, Landraub und Apartheid in Palästina mag nicht sofort gelingen, ist aber dennoch eine historische Entscheidung der Internationalen Justiz.

 

Anmerkung der Redaktion zum obigen Thema: Der ehemalige Direktor von Human Rights Watch, Kenneth Roth, wirft der Bundesregierung Inkonsequenz in ihrer Nahostpolitik vor. Wenn Palästinenser von Menschenrechten ausgenommen würden, gebe es für niemanden Menschenrechte, sagt Roth im Deutschlandfunk.


Kenneth Roth im Gespräch mit Stephan Detjen | DLF 27.07.2024


https://www.deutschlandfunk.de/israel-gaza-kenneth-roth-human-rights-watch-100.html https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=bab859b89c&e=433047e776

 

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BIP Aktuell berichtet an dieser Stelle regelmäßig über Menschenrechtsverletzungen im besetzten Palästina, die in unseren Medien zumeist nicht erwähnt werden.


Beobachtungen amerikanischer Ärzte und Krankenschwestern aus dem Gaza-Streifen seit dem 7. Oktober 2023 - Brief an Präsident Biden


Ich habe noch nie so schreckliche Verletzungen gesehen, in so großem Ausmaß und mit so wenigen Mitteln. Unsere Bomben zerfetzen Frauen und Kinder zu Tausenden. Ihre verstümmelten Körper sind ein Monument der Grausamkeit.

Dr. Feroze Sidhwa, Chirurg für Traumatologie und Intensivmedizin

Ich habe so viele Totgeburten und Todesfälle von Müttern gesehen, die leicht hätten verhindert werden können, wenn die Krankenhäuser normal funktioniert hätten.

Dr. Thalia Pachiyannakis, Geburtshelferin und Gynäkologin

 

Jeden Tag sah ich Babys sterben. Sie waren gesund geboren worden. Ihre Mütter waren so mangelernährt,dass sie nicht stillen konnten, und wir hatten weder Muttermilch noch sauberes Wasser, um sie zu füttern, so dass sie verhungerten.

Asma Taha, praktizierende Kinderkrankenschwester

 

In Gaza hielt ich zum ersten Mal das Gehirn eines Babys in meiner Hand. Das erste von vielen.

Dr. Mark Perlmutter, Orthopäde und Handchirurg

 

Sehr geehrter Präsident Joseph R. Biden, sehr geehrte Vizepräsidentin Kamala Harris und Dr. Jill Biden,

wir sind fünfundvierzig US-amerikanische Ärzte, Chirurgen und Krankenschwestern, die sich seit dem 7. Oktober 2023 freiwillig in den Gaza-Streifen begeben haben. Wir arbeiteten mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen und der Weltgesundheitsorganisation in Krankenhäusern im gesamten Gazastreifen. Neben unserem medizinischen und chirurgischen Fachwissen haben viele von uns einen Hintergrund im Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie Erfahrung in humanitären und Konfliktgebieten, einschließlich der Ukraine während der brutalen russischen Invasion. Einige von uns sind Veteranen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Wir sind eine multireligiöse und multiethnische Gruppe. Keiner von uns unterstützt die Gräueltaten, die am 7. Oktober von bewaffneten palästinensischen Gruppen und Einzelpersonen in Israel begangen wurden.

In der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation heißt es: "Die Gesundheit aller Völker ist von grundlegender Bedeutung für die Verwirklichung von Frieden und Sicherheit und hängt von der uneingeschränkten Zusammenarbeit von Einzelpersonen und Staaten ab.“ In diesem Sinne schreiben wir Ihnen.

Wir gehören zu den einzigen neutralen Beobachtern, die seit dem 7. Oktober in den Gaza-Streifen einreisen durften. Aufgrund unseres umfassenden Fachwissens und unserer unmittelbaren Erfahrung im Gazastreifen sind wir in einer einzigartigen Position, um uns zu mehreren Fragen zu äußern, die für unsere Regierung wichtig sind, wenn sie entscheidet, den Angriff Israels auf den Gazastreifen und dessen Belagerung weiterhin zu unterstützen.  Insbesondere glauben wir, dass wir gut positioniert sind, um uns zu den massiven menschlichen Opfern des israelischen Angriffs auf den Gazastreifen zu äußern, insbesondere zu den Opfern an   Frauen und Kindern.

In diesem Schreiben haben wir unsere eigenen Erfahrungen und direkten Beobachtungen in Gaza zusammengetragen und zusammengefasst. Wir haben auch Links zu einem viel längeren und viel zitierten Anhang, der die öffentlich zugänglichen Informationen aus Medien, humanitären und akademischen Quellen zu den wichtigsten Aspekten der israelischen Invasion in Gaza zusammenfasst. Der Anhang ist als PDF-Datei unter  https://tinyurl.com/gazadoctorsletterappendix verfügbar. Dieser Brief kann elektronisch als PDF-Datei unter https://tinyurl.com/gazadoctorsletter abgerufen werden.

Dieser Brief und der Anhang zeigen, dass die Zahl der Opfer in Gaza viel höher ist, als in den Vereinigten Staaten verstanden wird. Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl der Todesopfer in diesem Konflikt bereits höher ist als 92.000, das sind erstaunliche 4,2 % der Bevölkerung des Gazastreifens. Unsere Regierung muss sofort handeln, um eine noch schlimmere Katastrophe zu verhindern als die, die bereits über die Menschen in Gaza und Israel hereingebrochen ist.

Ein Waffenstillstand muss sowohl Israel als auch den bewaffneten palästinensischen Gruppen auferlegt werden, indem die militärische Unterstützung für Israel  aufhört und ein internationales Waffenembargo gegen Israel und alle bewaffneten palästinensischen Gruppen durchgesetzt wird. Wir glauben, dass unsere Regierung dazu verpflichtet ist, sowohl nach US-amerikanischem Recht als auch nach  dem humanitärem Völkerrecht, und wir glauben, dass es das Richtige ist, dies zu tun.

Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Menschen in Gaza krank, verletzt oder beides. Dies gilt für jeden nationalen Helfer, jeden internationalen Freiwilligen und wahrscheinlich jede israelische Geisel: jeder Mann, jede Frau und jedes Kind. Während unserer Arbeit in Gaza sahen wir eine weit verbreitete Unterernährung bei unseren Patienten und unseren palästinensischen Kollegen im Gesundheitswesen. Jeder von uns verlor in Gaza schnell an Gewicht, obwohl wir privilegierten Zugang zu Lebensmitteln hatten und unsere eigene nährstoffreiche Zusatznahrung mitgenommen hatten. Wir haben Fotobeweise für eine lebensbedrohliche Unterernährung unserer Patienten, insbesondere der Kinder, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten.

Praktisch jedes Kind unter fünf Jahren, das wir sowohl innerhalb als auch außerhalb des Krankenhauses angetroffen haben, hatte sowohl Husten als auch wässrigen Durchfall. Wir fanden Fälle von Gelbsucht (ein Hinweis auf eine Hepatitis-A-Infektion) in praktisch jedem Raum der Krankenhäuser, in denen wir arbeiteten, und bei vielen unserer Kollegen im Gesundheitswesen in Gaza. Ein erstaunlich hoher Prozentsatz unserer chirurgischen Schnitte wurde infiziert, eine Kombination aus Unterernährung, unmöglichen Operationsbedingungen und Mangel an Vorräten von Medikamenten, einschließlich Antibiotika. Die schwangeren Frauen, die wir behandelten, brachten oft untergewichtige Kinder zur Welt, die aufgrund von Unterernährung nicht gestillt werden konnten. Dadurch waren ihre Neugeborenen einem hohen Risiko ausgesetzt. Da es im gesamten Gazastreifen keinen Zugang zu Trinkwasser gibt, besteht für die Neugeborenen ein hohes Sterberisiko. Viele dieser Säuglinge starben. In Gaza sahen wir, wie unterernährte Mütter ihre untergewichtigen Neugeborenen mit Säuglingsnahrung fütterten, die mit vergiftetem Wasser hergestellt wurde. Wir dürfen nie vergessen, dass die Welt diese unschuldigen Frauen und Babys im Stich gelassen hat.

Wir bitten Sie, sich bewusst zu machen, dass im Gazastreifen Epidemien wüten. Israels fortgesetzte, wiederholte Vertreibung der unterernährten und kranken Bevölkerung von Gaza, von denen die Hälfte Kinder sind, in Gebiete ohne fließendes Wasser oder gar Toiletten, ist absolut schockierend. Es ist praktisch garantiert, dass dies zu weit verbreiteten und bakteriellen Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren führt. Wir befürchten, dass unbekannte Tausende bereits an der tödlichen Kombination aus Unterernährung und Krankheit gestorben sind und dass in den kommenden Monaten weitere Zehntausende sterben werden. Die meisten von ihnen werden junge Kinder sein.

Kinder gelten in bewaffneten Konflikten gemeinhin als unschuldig. Doch jeder einzelne Unterzeichner dieses Schreibens hat Kinder im Gazastreifen behandelt, die Opfer von Gewalt wurden, die gezielt gegen sie gerichtet war.

Konkret hat jeder von uns täglich Kinder im Alter unter zehn behandelt, denen in den Kopf und in die Brust geschossen worden war.

Herr Präsident und Herr Dr. Biden, wir wünschten, Sie könnten die Albträume sehen, die so viele von uns seit unserer Rückkehr plagen, Träume von Kindern, die von unseren Waffen verstümmelt wurden, und ihre untröstlichen Mütter, die uns anflehen, sie zu retten. Wir wünschten, Sie könnten die Schreie und das Weinen hören, die unser Gewissen uns nicht vergessen lassen wird. Wir können nicht glauben, dass irgendjemand weiterhin das Land bewaffnet, das diese Kinder vorsätzlich tötet, nachdem wir gesehen haben, was wir gesehen haben.

Die schwangeren Frauen, die wir behandelten, waren besonders unterernährt. Diejenigen von uns, die mit schwangeren Frauen arbeiteten, sahen regelmäßig Totgeburten und Todesfälle bei Müttern, die in jedem anderen Gesundheitssystem der sog. Dritten Welt leicht vermeidbar wären. Die Infektionsrate bei Kaiserschnittentbindungen war erstaunlich groß. Frauen wurden ohne Anästhesie operiert und bekamen danach nur Tylenol, weil keine anderen Schmerzmittel zur Verfügung standen.

Wir alle beobachteten, dass die Notaufnahmen von Patienten überschwemmt wurden, die eine Behandlung für chronische Krankheiten wie Nierenversagen, Bluthochdruck und Diabetes suchten.  Abgesehen von Traumapatienten waren die meisten Betten auf der Intensivstation mit Typ-1-Diabetikern belegt, die aufgrund des Mangels an Medikamenten und des weit verbreiteten Stromausfalls keinen Zugang mehr zu gespritztem Insulin hatten. Israel hat mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen zerstört und jeden 40. Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Gaza getötet. Gleichzeitig ist der Bedarf an medizinischer Versorgung durch die tödliche Kombination von militärischer Gewalt, Unterernährung und Krankheiten massiv gestiegen.

In den Krankenhäusern, in denen wir arbeiteten, fehlte es an grundlegenden Hilfsgütern, von chirurgischem Material bis hin zu Seife. Sie waren regelmäßig von der Stromversorgung und dem Internetzugang abgeschnitten, hatten kein sauberes Wasser und arbeiteten mit der vier- bis siebenfachen ihrer Bettenkapazität. Jedes Krankenhaus war überfordert mit dem Ansturm von Vertriebenen, die Sicherheit suchten, durch den ständigen Strom von Patienten, deren Behandlung chronischer Erkrankungen durch den Krieg unterbrochen worden war, durch den enormen Zustrom schwer verwundeter Patienten, die typischerweise bei Massenunfällen eintrafen und durch kranke und unterernährte Menschen, die medizinische Hilfe suchten.

Diese Beobachtungen und das öffentlich zugängliche Material, das im Anhang aufgeführt ist, führen zu der Annahme, dass die Zahl der Todesopfer in diesem Konflikt um ein Vielfaches höher ist als vom Gesundheitsministerium in Gaza angegeben. Wir glauben auch, dass dies ein Beweis für weit verbreitete Verstöße gegen US- amerikanische Gesetze ist, die den Einsatz amerikanischer Waffen im Ausland regeln, und gegen humanitäres Völkerrecht. Wir können die Szenen unerträglicher Grausamkeit gegen Frauen und Kinder nicht vergessen, die wir selbst miterlebt haben.

Als wir unsere Kollegen aus dem Gesundheitswesen in Gaza trafen, war klar, dass sie unterernährt und sowohl körperlich und seelisch am Boden zerstört waren. Wir erfuhren schnell, dass unsere palästinensischen Kollegen im Gesundheitswesen zu den am stärksten traumatisierten Menschen in Gaza, vielleicht sogar in der ganzen Welt, gehörten. Wie praktisch alle Menschen in Gaza hatten sie Familienmitglieder und ihr Zuhause verloren. Die meisten lebten in und um ihre Krankenhäuser mit ihren überlebenden Familien unter unvorstellbaren Bedingungen. Obwohl sie weiterhin nach einem zermürbenden Zeitplan arbeiteten und obwohl sie seit dem 7. Oktober nicht mehr bezahlt worden waren. Alle waren sich bewusst, dass sie durch ihre Arbeit als Gesundheitsdienstleister zur Zielscheibe Israels geworden waren. Dies ist eine Verhöhnung des Schutzstatus der Krankenhäuser und der Gesundheitsdienstleister nach den ältesten und am meisten akzeptierten Bestimmungen des humanitären Völkerrechts.

In Gaza trafen wir medizinisches Personal, das in Krankenhäusern arbeitete, die von Israel überfallen und zerstört worden waren. Viele dieser Kollegen wurden während der Angriffe von Israel verschleppt. Sie alle erzählten uns in leicht veränderter Version dieselbe Geschichte: In der Gefangenschaft wurden sie kaum ernährt, ständig körperlich und psychisch missbraucht und schließlich nackt am Straßenrand ausgesetzt. Viele erzählten uns, dass sie Scheinhinrichtungen und anderen Formen der Misshandlung und Folter ausgesetzt waren. Viel zu viele unserer Kollegen aus dem Gesundheitswesen sagten uns, dass sie einfach auf den Tod warteten.

Wir fordern Sie auf zu erkennen, dass Israel das gesamte Gesundheitssystem des Gazastreifens direkt angegriffen und vorsätzlich zerstört hat und dass Israel unsere Kollegen im Gazastreifen zum Tode verurteilt hat, sie verschwinden lässt und foltert. Diese skrupellosen Handlungen stehen im völligen Widerspruch zum US-amerikanischen Recht, zu den amerikanischen Werten und dem humanitären Völkerrecht.

Dr. Biden, Sie haben Ihr ganzes Leben lang mit jungen Menschen gearbeitet. Wir hoffen und beten, dass Sie nicht wegschauen werden von den unaussprechlichen Schrecken, denen die Jugend von Gaza heute ausgesetzt ist, Schrecken, die nur wir als US-Amerikaner beenden können. Wir hoffen aufrichtig, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun werden, um das, was ihnen angetan wird, zu beenden.

Präsident Biden und Vizepräsidentin Harris, jede Lösung für dieses Problem muss mit einem sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand beginnen. Wir fordern Sie dringend auf, dem Staat Israel die militärische, wirtschaftliche und diplomatische Unterstützung zu verweigern und sich an einem internationalen Waffenembargo sowohl gegen Israel als auch gegen alle bewaffneten palästinensischen Gruppen zu beteiligen, bis ein dauerhafter Waffenstillstand erreicht ist und bis aufrichtige Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts führen.

In der Zwischenzeit:

1. Alle Landübergänge zwischen Gaza und Israel sowie der Rafah-Übergang müssen für ungehinderte Hilfslieferungen durch anerkannte internationale humanitäre Organisationen geöffnet werden. Die Sicherheitskontrolle der Hilfslieferungen muss durch ein unabhängiges internationales Inspektionssystem anstelle der israelischen Streitkräfte durchgeführt werden. Diese Kontrollen müssen auf einer klaren, unmissverständlichen und veröffentlichten Liste verbotener Güter und einem klaren unabhängigen internationalen Mechanismus zur Zurückweisung verbotener Güter, vom UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den besetzten palästinensischen Gebieten überprüft.

2. Der Bevölkerung des Gazastreifens muss eine Mindestmenge von 20 Litern Trinkwasser pro Person und Tag zugewiesen werden,  von UN Water überprüft.

3. Uneingeschränkter Zugang für medizinisches und chirurgisches Personal und medizinische und chirurgische Ausrüstung in den Gaza-Streifen muss zugelassen werden. Es gilt auch für Gegenstände, die im persönlichen Gepäck des medizinischen Personals mitgeführt werden, um ihre ordnungsgemäße Lagerung, Sterilität und rechtzeitige Lieferung zu gewährleisten, wie von der Weltgesundheitsorganisation überprüft. Unglaublicherweise verbietet Israel derzeit allen Ärzten palästinensischer Abstammung, in Gaza zu arbeiten, selbst  wenn sie US-amerikanische Staatsbürger sind. Dies ist eine Verhöhnung des US-amerikanischen Ideals, dass "alle Menschen gleich geschaffen sind", und entwürdigt unsere Nation und unseren Beruf. Unsere Arbeit ist lebensrettend. Unsere palästinensischen Kollegen im Gesundheitswesen in Gaza suchen verzweifelt nach Hilfe und Schutz, und sie verdienen beides.

Wir sind keine Politiker. Wir erheben nicht den Anspruch, alle Antworten zu haben. Wir sind einfach Ärzte und Krankenschwestern, die zu dem, was wir in Gaza gesehen haben, nicht schweigen können. Jeder Tag, an dem wir weiterhin Waffen und Munition an Israel liefern, ist ein weiterer Tag, an dem Frauen von unseren Bomben zerfetzt und Kinder mit unseren Kugeln ermordet werden.

Präsident Biden und Vizepräsident Harris, wir fordern Sie auf: Beenden Sie diesen Wahnsinn jetzt!

Mit freundlichen und dringlichen Grüßen

Feroze Sidhwa, MD, MPH, FACS, FICS

Chirurg für Trauma, Akutversorgung, Intensivpflege und Allgemeinchirurgie

Allgemeiner Chirurg für Veteranenangelegenheiten in Nordkalifornien

Einsatz im European Hospital, Khan Younis, 25. März bis 8. April

Sekretär/Schatzmeister, Chest Wall Injury Society

Außerordentlicher Professor für Chirurgie, California Northstate University

College für Medizin

Frühere humanitäre Einsätze in Haiti, Westjordanland, Ukraine (3

Einsätze seit 2023), und Simbabwe

Behandlung der Opfer des Boston-Marathon-Bombenanschlags

French Camp, CA

 

Mark Perlmutter, MD, FAAOS, FICS

Orthopädische und Handchirurgie

Einsatz im European Hospital, Khan Younis, 25. März bis 8. April

Präsident, World Surgical Foundation

Globaler Vizepräsident, Internationales College der Chirurgen

Frühere humanitäre Arbeit in 30 Ländern

Behandlung von Opfern des 11. Septembers und des Hurrikans Katrina

Rocky Mount, NC

 

(Es folgen 43 weitere Unterschriften.)

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31.07.2024

Unhaltbare Versprechen: Von der Leyens’ Populismus

lostineu.eu, 31. Juli 2024

Kommissionschefin von der Leyen soll die EU aus der Dauer-Krise holen. Dabei hat sie sie selbst mit verursacht. Was taugt ihr Programm für die zweite Amtszeit? – Teil zwei einer mehrteiligen Serie. Heute: Von der Leyens gefährlicher Populismus.

Früher war klar, worum es ging: Frieden, Wohlstand und Stabilität waren die Versprechen, mit denen die EU angetreten ist. Die deutsch-französische Aussöhnung stand für Frieden, der Binnenmarkt für Wohlstand und der Euro für Stabilität.

Aus, vorbei. Der Frieden ist in der Ukraine verloren gegangen, die EU sucht ihn nicht einmal mehr. Der Binnenmarkt leidet unter kontraproduktiven Sanktionen und explodierenden Energiepreisen. Die Eurozone hat die Inflation nicht im Griff; die steigenden Lebenshaltungskosten gefährden den Wohlstand.

Die EU hat alle Ziele verfehlt, die Politik ist vom Kurs abgekommen. Doch statt sich dies einzugestehen und Abhilfe zu suchen, wird die Krise verdrängt. Früher gab es wenigstens noch Krisengipfel. Heute gibt es nicht einmal mehr das.

Schließlich hat die EU von der Leyen. Die Kommissionspräsidentin sei eine erfolgreiche Krisenmanagerin, hieß es vor ihrer Wahl für die zweite Amtszeit. Dies hätten die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg gezeigt. Deshalb solle sie im Amt bleiben.

Doch in ihrem Regierungsprogramm finden sich keine Lösungen. Weder für den Ukrainekrieg noch für die Asyl- und Migrationskrise – also die beiden beherrschenden Themen rund um die Europawahl.

Von der Leyen verrät auch nicht, wohin die Reise gehen soll. Der EU-Beitritt der Ukraine und Georgiens – eine “Mission impossible” – wird ebenso zum Ziel erklärt wie der Schutz Taiwans. Dabei liegt das nicht mal in EUropa!

Wird die EU zu Tode erweitert, droht gar ein “imperialer Overstretch”? Was ist die “Finalität” (also das letzte Ziel) der EU, wie verhält sie sich zur neuen “Europäischen Politischen Gemeinschaft”?

Und wer vertritt eigentlich die Interessen der 450 Millionen West- und Mitteleuropäer? Diese Frage, die wir in diesem Blog schon vor der Europawahl gestellt haben, bleibt unbeantwortet.

Aus Wahlprogrammen abgeschrieben

Stattdessen breitet von der Leyen einen Wünsch-Dir-Was-Katalog aus, der direkt aus den Wahlprogrammen ihrer EVP und ihrer informellen Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen abgeschrieben ist.

Sie reichen vom (halben) Aus für das Verbrenner-Aus über die (halbherzige) Fortsetzung des Green Deal bis hin zur (neuen) Förderung des Wohnungsbaus, für den die EU gar nicht zuständig ist.

In der Summe sind von der Leyens Versprechen maßlos, widersprüchlich und letztlich unhaltbar. Man könnte es “pro-europäischen” Populismus nennen – sie redet allen nach dem Mund.

Die Enttäuschung ist programmiert

Dabei hatte sie vor der Europawahl den Populisten den Kampf angesagt? Doch damit waren wohl nur die linken und rechten Parteien gemeint – also jene, die ihren Kurs nicht mittragen.

Dabei könnte sich auch der “pro-europäische” Populismus als gefährlich erweisen. Die EU verfügt nämlich nicht über die Mittel, um von der Leyens Wünsch-Dir-Was-Programm umzusetzen.

Damit ist Enttäuschung programmiert. Die CDU-Politikerin wird viele Verbrechen brechen (müssen) und sich in parteipolitische Widersprüche verstricken, was ihre Koalition genauso schwächen wird wie die Ampel in Berlin.

Um das Verbrenner-Aus ist schon ein erbitterter Grabenkampf entbrannt. Die FDP hat von der Leyen sogar eine Art Ultimatum gesetzt, nach 100 Tagen droht der erste große Krach…

7 Comments

  1. Michael
    31. Juli 2024 @ 09:42

    Das Problem ist nicht so sehr die EU Finalität, also das Ziel, sondern die Fähigkeit den Weg dahin vom Ende her zu durchdenken. Weber, UvdL, etc. sind dazu nicht etwa nicht willens, sondern unfähig.

Reply

  • Ute Plass
    31. Juli 2024 @ 09:03

    „Schließlich hat die EU von der Leyen. Die Kommissionspräsidentin sei eine erfolgreiche Krisenmanagerin, hieß es vor ihrer Wahl für die zweite Amtszeit. Dies hätten die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg gezeigt. Deshalb solle sie im Amt bleiben.“

    Jetzt wäre nur noch „der Erfolg“ der ‚erfolgreichen Krisenmanagerin‘ zu definieren.

    Zunehmend zeigt sich welches „Irrenhaus“ all diese „Krisenmanager“ uns hierzulande wie weltweit bescheren:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=118681

    Reply

  • Thomas Damrau
    31. Juli 2024 @ 08:28

    Die Bedeutung von Realität wird maßlos überschätzt. Es lebt sich oft viel besser im Wolkenkuckucksheim.
    Das trifft natürlich nicht für Menschen in prekären Lebensumständen zu – aber ab (gehobenem) Mittelstand liegt genügend Vermögen zwischen Weltbild und Realität („Mein Haus, mein Auto, meine Urlaubsreisen, …, meine eigene Realität.“)
    Und der (imaginierte) Mittelstand ist das Zielpublikum der Radikalen Mitte (https://redfirefrog.wordpress.com/2024/03/02/das-glaubensbekenntnis-der-radikalen-mitte/). Daher kleistern PolitikerInnen, wie von den Laien, die häßliche Realität mit allerlei Glaubenssätzen zu:
    — Wir habe eine großartige Zukunft.
    — Wir sind beliebt in der Welt.
    — Wir stehen für Freiheit und Fortschritt.
    — Wir werden alle Umweltprobleme mit Markt und Technik lösen. (https://wordpress.com/post/redfirefrog.wordpress.com/868)
    — Wir helfen dem Globalen Süden bei seiner Entwicklung.
    — Wir haben ein Herz für die schlechter gestellten BürgerInnen in unserer Gesellschaft.

    Das gefällt immer noch vielen WählerInnen – in Deutschland laut neusten Umfrangen noch 60% (https://dawum.de/Bundestag/Forsa/2024-07-30/).
    … und wenn sie gestorben sind, regieren sie noch heute …

    Reply

  • european
    31. Juli 2024 @ 08:28

    Mein Eindruck ist, dass die Laender zunehmend die Dinge selbst in die Hand nehmen werden. Irland hat schon vor Monaten einen Deal mit China abgeschlossen, der sogar vereinfachte Visa-Verfahren bzw. visa-freie Aufenthalte ermoeglichen soll. Ungarn bekommt gerade einen Milliardenkredit von China und hat seine Arbeitsvisa-Verfahren fuer russische Arbeitnehmer vereinfacht. Italien arbeitet auch wieder verstaerkt mit China zusammen und seit gestern frage ich mich, ob ein EU-Mitgliedsland auch Mitglied bei den BRICS werden kann. Fuer manche waere das ein logischer Schritt, insbesondere im Angesicht der weiter aufrecht erhaltenen Austeritaetsauflagen, die von Deutschland wieder einmal durchgepeitscht werden sollen. Irgendwoher muessen die wirtschaftlichen Impulse kommen.

    Das sind nur die Dinge die mir aktuell bekannt sind. Ich vermute, dass noch sehr viel mehr laeuft, was zur Zeit noch unter der Decke gehalten wird.

    Reply

  • Kleopatra
    31. Juli 2024 @ 08:08

    Wenn Sie von „450 Millionen West- und Mitteleuropäer(n)“ schreiben, wo liegt bei Ihnen dann die Grenze zwischen Mittel- und Osteuropa?

    Reply

    • Helmut Höft
      31. Juli 2024 @ 09:39

      Vorschlag: Europa vom Ural bis zum Atlantik, jetzt musst Du nur noch die Mitte finden und dann den Osten – das wäre dann rechts davon, der Westen wäre links … (ich helfe gern).

      Reply

  • Hans L. Schmid
    31. Juli 2024 @ 07:22

    „…Doch wo bleiben die Bürger, wer vertritt die Interessen der 450 Millionen West- und Mitteleuropäer?“ – Alle Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa, auch in Russland und in der Ukraine, können ihre Interesse bekunden und ihre Rechte fordern auf http://www.our-new-europe.eu!


  • Info: https://lostineu.eu/unhaltbare-versprechen-von-der-leyens-populismus


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    “Lame Duck” Macron hält an “Bulldozer” Breton fest


    lostineu.eu, vom 30. Juli 2024

    Frankreichs Staatschef Macron hat EU-Industriekommissar Breton für eine zweite Amtszeit nominiert. Dabei ist er selbst eine “Lame duck” – ihm fehlt die Legitimation.

    Macron und seine liberale Bewegung hatten die Europawahl im Juni krachend verloren. Bei den daraufhin angesetzten Parlamentswahlen wurden sie erneut geschlagen – von der vereinten Linken.

    Doch der doppelt delegitimierte, aber verschwendungssüchtige “Sonnenkönig” (allein der Empfang für King Charles III. kostete fast eine halbe Million Euro) weigert sich, eine neue Regierung zu ernennen.

    Wegen Olympia sei eine politische Pause angesagt, erklärte Macron. Was ihn offenbar nicht daran hindert, Breton zu nominieren.

    Breton hat sich in seiner ersten Amtszeit einen Namen gemacht, weil er eine “Kriegswirtschaft” für EUropa fordert und alle Waffenschmieden persönlich besichtigt hat, um mehr Munition für die Ukraine zu requirieren.

    Außerdem legt er sich regelmäßig mit “X-Chef Musk an. Das erste EU-Verfahren gegen X drehte sich ausdrücklich um Tweets zum Gazakrieg, die Breton offenbar mißfallen haben. Musk spricht deshalb von Zensur.

    Wirklich liberal ist das alles nicht, richtig legitim auch nicht – und legal? Naja. Doch da dem Staatschef in Frankreich qua Verfassung die Außen- und Europapolitik untersteht, darf sein Bulldozer Breton wohl weitermachen…

    Siehe auch “Liberaler Meltdown: Macron legt die Demokratie auf Eis”

    P. S. Von der Leyen hat von allen EU-Ländern zwei Kandidaten für ihre neue Kommission angefordert – einen Mann und eine Frau. Doch Macron hält sich nicht daran, die meisten anderen auch nicht. Ein weiteres Zeichen, wie schwach die deutsche EU-Queen ist…

    5 Comments

    1. WBD
      31. Juli 2024 @ 10:55

      @Kleopatra: “d.h. eine krachende Niederlage, die so demütigend nicht nur für die Führung, sondern das gesamte russische Volk sein müsste, dass letzteres zur Vernunft kommt” –
      Dieses Experiment einer ‘krachenden Niederlage’ gab es schon mal: 1918, beim Ende des ersten Weltkriegs, beim Frieden von Versailles. Was es genutzt hat ? Ich denke eigentlich, daß Sie das wissen müssten !!
      Übrigens haben die Amerikaner, deren Imperialismus ich strikt ablehne, zumindestens 1945 an die Lektion von 1918 gedacht. Aber auch da gab es dann leider schädliche Nebenwirkungen: einen notorischen Transatlantizismus…
      Aus der Gechichte lernen ist nicht leicht ????

    Reply

    • Kleopatra
      31. Juli 2024 @ 09:59

      @WBD: Das Problem beim Versailler Vertrag war, dass zu viele Deutsche nicht gespürt haben, dass sie den Krieg verloren hatten (vgl. die Propagandalüge, dass die deutsche Armee unbesiegt gewesen und nur von der Heimat im Stich gelassen worden sei – Dolchstoßlegende). Objektiv waren die Folgen des Zweiten Weltkriegs für Deutschland bedeutend schlimmer. Und Hitler in erster Linie als Reaktion auf den Versailler Vertrag zu sehen und nicht andere Faktoren wie die Weltwirtschaftskrise zu berücksichtigen, ist fragwürdig.

      Reply

  • Helmut Höft
    31. Juli 2024 @ 09:25

    „Ein weiteres Zeichen, wie schwach die deutsche EU-Queen ist… „ Na, das ist doch der Grund, warum sie weiter im Amt ist. Schwache Chefin = jeder kann machen was er will … das nennt sich dann „Vereinrtes €uropa“.

    Reply

  • Kleopatra
    31. Juli 2024 @ 06:28

    Nach den Verträgen wird die Liste der vorgeschlagenen Kommissare vom Rat im Einvernehmen mit dem gewählten Kommissionspräsidenten beschlossen. (Art. 17 Absatz 7 Unterabsatz 2 Satz 1 EUV). Davon, dass jeder Einzelstaat mehrere Personen vorschlägt, unter denen der gewählte Kommissionspräsident auswählt, steht dort nichts. Es handelt sich um den Versuch von UvdL, für sich mehr Macht zu beanspruchen, als ihr zusteht, und weil es ein Machtspielchen ist und nichts mehr, kommt es eben darauf an, ob die Adressaten (Mitgliedstaaten) kuschen oder nicht. Macron kuscht offenbar nicht vor von der Leyen. Wir werden sehen, wie das Gezerre mit den anderen Staaten ausgeht.
    Was die Wahl in Frankreich betrifft, ist es schwer, von einer einzelnen Partei zu sagen, sie habe die Wahl gewonnen. Eine Linke, die 180 von 577, also weniger als ein Drittel der Mandate, gewonnen hat, kann kaum als (einziger oder eindeutiger) Sieger angesehen werden. (Da die Ergebnisse auf informelle Bündnisse gegen den RN in den Wahlkreisen zurückgehen, können sie nicht als Entscheidungen für eine linke bzw. zentristisch-liberale Politik angesehen werden, nur als Belege einer vorläufig starken Ablehnung des RN). In gewissem Sinn gibt es vor allem Verlierer, und Macron wird eine Regierung ernennen müssen, die zwischen Linken und Bürgerlichen möglichst neutral ist. Dass er Frankreich im Rat vertritt, der die Kommissionskandidaten vorschlägt, ist aber klar und keine Kompetenzüberschreitung.
    Über den Ukrainekrieg werden wir uns in diesem Leben nicht mehr einigen, ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden mit Russland dieselben sind, wie sie Stand 1940 für einen dauerhaften Frieden mit Deutschland waren, d.h. eine krachende Niederlage, die so demütigend nicht nur für die Führung, sondern das gesamte russische Volk sein müsste, dass letzteres zur Vernunft kommt. Jede andere Einstellung der Kriegshandlungen wäre ein Waffenstillstand, der von beiden Seiten zur Aufrüstung und von Russland zur Pflege seiner imperialistischen Ideologie genutzt würde.

    Reply

    • Stef
      31. Juli 2024 @ 09:41

      Die Idee, dass es eine politische Regierung geben könnte, die zwischen Linken und Bürgerlichen neutral ist, verkennt aufs gröblichste das Wesen von Politik. Welche neutralen Standpunkte könnte es in diesem Spannungsfeld denn geben?


  • Info: https://lostineu.eu/lame-duck-macron-haelt-an-breton-fest


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    31.07.2024

    Nachrichten von Pressenza: Kriegsübungen Down Under

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 31. Juli 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 31.07.2024


    Kriegsübungen Down Under


    Die deutsche Luftwaffe beteiligt sich am größten Luftwaffenmanöver Australiens und unternimmt einen ersten Abstecher nach Neuseeland. Beide Staaten sind wichtige Verbündete im – auch militärischen – Machtkampf gegen China. (Eigener Bericht) – Mit der Beteiligung an einem Großmanöver in Australien&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/kriegsuebungen-down-under/


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    Einsparpotenzial von 10 Milliarden Euro: Howoge-Verträge beim Schulbau kündigen


    Gemeingut in BürgerInnenhand begrüßt, das Bausenator Christian Gaebler Einsparpotentiale im Berliner Schulbau prüfen möchte.  Dazu Carl Waßmuth, Sprecher von Gemeingut: „Ein kurzer Blick auf die Kosten pro Schulplatz zeigt, dass die Howoge-Schulen vier- bis sechsfach teurer sind als der Bau&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/einsparpotenzial-von-10-milliarden-euro-howoge-vertraege-beim-schulbau-kuendigen/


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    „Fenster ohne Aussicht“ – Einblicke in ein Tagebuch und Ausblicke aus dem Gazakrieg


    „Was lesen Sie da?“, fragt mich ein Mann an der Straßenbahnhaltestelle, als ich just Dror Mishanis auf Deutsch gerade erschienenes Buch „Fenster ohne Aussicht, Tagebuch aus Tel Aviv“ gezückt habe. Seit dem 7. Oktober 2023 führe ich selbst Tagebuch, um&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/fenster-ohne-aussicht-einblicke-in-ein-tagebuch-und-ausblicke-aus-dem-gazakrieg/


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    Einigung zwischen Ukraine und Anleihegläubigern: Anleger setzen ihre Profitinteressen durch


    Am vergangenen Montag traf die Ukraine eine Einigung mit ihren privaten Anleihegläubigern über Vorkriegsforderungen, auf die die Ukraine seit August 2022 keinen Schuldendienst leisten musste. Diese Entscheidung kommt überraschend, da die Ukraine noch kurz vorher über deutlich höhere Schuldenstreichungen verhandelt&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/07/einigung-zwischen-ukraine-und-anleiheglaeubigern-anleger-setzen-ihre-profitinteressen-durch/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    31.07.2024

    Die Atomtod-Gefahr ist zurück: NATO raus – und raus aus der NATO!

      freedert.online, 31 Juli 2024 06:30 Uhr, Von Klaus Hartmann

      Das Gedenken am 6. August an den weltweit ersten Atombombenabwurf durch die USA 1945 über dem japanischen Hiroshima sowie zum Antikriegstag am 1. September anlässlich des deutschen Angriffs auf Polen 1939 steht in diesem Jahr unter besorgniserregenden Vorzeichen.


    Quelle: Legion-media.ru © Imago



    Während der "kollektive Westen" in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führt, erzählen die NATO-Propagandisten über "alarmierende Aussagen von Russland, in denen es für den Fall einer als Bedrohung wahrgenommenen Entwicklung des Krieges den Einsatz von Massenvernichtungswaffen ankündigt."


    US-Affären führen zu Raketenwettlauf in Europa und Asien





    Analyse

    US-Affären führen zu Raketenwettlauf in Europa und Asien






    Wenn von russischer Seite vor der Gefahr gewarnt wird, dass immer neue Waffenlieferungen an die Ukraine die Gefahr einer direkten Kriegsbeteiligung der NATO-Staaten und der Eskalation zum 3. Weltkrieg mit dem Einsatz von Atomwaffen heraufbeschwören, wird diese Warnung von den NATO-Regierungen und ihren Medien zu "Russland droht mit einem Atomkrieg" verdreht.

    Dem gegenüber stellt die Initiative Naturwissenschaftler/innen für den Frieden fest:

    "Bei ihrem 75. Geburtstag in Washington unter Leitung des noch älteren US-Präsidenten Joe Biden beschwor die NATO den Geist des Kalten Krieges. Um ihre Existenz zu rechtfertigen und die westliche Hegemonie unter Führung der USA gewaltsam aufrechtzuerhalten, riskieren sie einen Aufrüstungskurs, der die Welt an den Rand des Atomkriegs bringt."

    Die Bundesregierung hält am Konzept der "nuklearen Teilhabe" fest, gemäß dem die US-Truppen die auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel gelagerten Atombomben "im Ernstfall" von der Bundeswehr nach Osten tragen und abwerfen lassen, mit 35 neu bestellten F-35-Kampfjets anstelle der bisherigen Phantom-Bomber.


    Neue Raketen? – "Sehr gute Entscheidung"


    "Sehr gute Entscheidung" – Scholz freut sich über Stationierung von US-Raketen in Deutschland



    "Sehr gute Entscheidung" – Scholz freut sich über Stationierung von US-Raketen in Deutschland





    "Am Rande" des NATO-Gipfels im Juli 2024 gaben Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock bekannt, dass sie (auf Geheiß der USA) eine "Vereinbarung" unterzeichnet hätten: Ab 2026 wollen die USA neue Mittelstreckenraketen in Deutschland stationieren, die Ziele in Russland treffen können: Tomahawk-Marschflugkörper, Reichweite über 1.000 Kilometer, ballistische SM-6-Raketen, Reichweite unter tausend km, sowie Hyperschallraketen Dark Eagle, Reichweite über 2.500 km mit extrem verkürzter Vorwarnzeit.

    Das bedeutet ein Zurück in die Zeit von 1979, als die NATO die Stationierung der US-Atomraketen Pershing II und Cruise-Missiles beschloss, bis der INF-Vertrag 1987 Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 km und Abschussvorrichtungen in Europa verbot.

    Nachdem, entgegen 1990 gegebener Versprechen, die NATO immer weiter nach Osten gegen Russlands Grenzen vorgerückt war, ließ US-Präsident Obama unter Verletzung des INF-Vertrags mit Cruise-Missiles bestückte Aegis-Systeme auf Schiffen sowie seit 2013 in Rumänien und Polen installieren. Im Jahr 2019 kündigte Präsident Trump den INF-Vertrag schließlich formell auf. Trotz der eindeutigen Faktenlage behauptet Kriegsertüchtiger Pistorius, Russland habe den Vertrag außer Kraft gesetzt.

    Bereits 2017 wurde in der Wiesbadener Clay-Kaserne im Stadtteil Mainz-Erbenheim eine Multi-Domain Task Force aufgestellt, und als deren Teil 2021 das 56. Artilleriekommando wieder in Dienst gestellt – es war bis zu seiner Auflösung 1991 infolge des INF-Vertrags für die US-Atomraketen zuständig. Von Wiesbaden aus will die NATO auch die Waffenlieferungen in die Ukraine koordinieren.


    US-Langstreckenwaffen in Deutschland: "Herr Pistorius, Sie entfachen Urängste bei den Deutschen"


    US-Langstreckenwaffen in Deutschland: "Herr Pistorius, Sie entfachen Urängste bei den Deutschen"






    Wohl deshalb sagte Scholz zur neuen Raketenstationierung in Deutschland, "diese Entscheidung ist lange vorbereitet und (…) keine wirkliche Überraschung", es sei eine "sehr gute Entscheidung". Sie bedeutet, so, die Naturwissenschaftlerinitiative, "dass eine nukleare Großmacht die Zentren der anderen von externem Territorium auf kurze Distanz treffen kann, und dass Russland im Ernstfall davon ausgehen könnte, von deutschem Boden mit kurzer Vorwarnzeit angegriffen zu werden, mit oder ohne Atomwaffen."

    So wird Deutschland wie schon im Kalten Krieg mögliche Abschussrampe, Zielscheibe und Schlachtfeld eines Atomkriegs. Dafür trägt der Bundeskanzler die volle Verantwortung, seine Zustimmung ist eine nachträgliche Rechtfertigung militärischer Planungen der USA. Sie erfolgte ohne öffentliche Debatte oder demokratische Legitimation, was Fragen der nationalen Souveränität gegenüber der Besatzungsmacht USA aufwirft.

    Die jetzt offenkundig gewordenen Militär-Planungen lassen erkennen, warum USA und NATO den Vorschlag Russlands vom Dezember 2021 abgelehnt haben, ein Abkommen über garantierte gleiche Sicherheit für beide Seiten zu schließen.

    Die letzte Botschaft des in diesem Juni verstorbenen Friedenskämpfers Wolfgang Jung lautete:

    "Wenn die Bewohner Deutschlands, besonders die, die in dieser Region leben, sich nicht endlich selbst DAGEGEN aufzulehnen beginnen, werden sie und ihre Kinder mit den Kriegstreibern und denen, die unser Land wieder 'kriegstüchtig' machen wollen, untergehen."


    "Nukleare Teilhabe" beenden!

    Keine neuen Mittelstreckenraketen, Abzug der Atomwaffen in Büchel, Schließung der Kriegsdrehscheibe Ramstein – durch:

    Kündigung des NATO-Truppen-Stationierungs-Vertrages!

    Keine deutschen Waffen, die wieder auf Russen schießen – Frieden und Zusammenarbeit mit Russland!


    Klaus Hartmann ist stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes.


    Mehr zum Thema - Lawrow: Hinnahme der US-Raketenstationierung ist eine weitere Demütigung Deutschlands

    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/214030-atomtod-gefahr-ist-zurueck-nato


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    31.07.2024

    Anschläge im Sahel Berlin intensiviert Debatte um Sahel-Politik. In Mali und Niger dauern Spekulationen über auswärtige Beihilfe für Anschläge auf Pipelines und Streitkräfte an. Kiew bekennt sich zur Unterstützung für Angriffe auf malisch-russische Truppen.

    german-foreign-policy.com, 31. Juli 2024

    BAMAKO/NIAMEY/BERLIN (Eigener Bericht) – Berliner Regierungsberater intensivieren ihre Debatte über Korrekturen der deutschen Einflusspolitik im Sahel. Man müsse in Zukunft „klarer definieren“, welche Kräfte in der Region man „als legitim“ betrachte, heißt es in einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) im Hinblick auf die Tatsache, dass in den zentralen Sahelstaaten Putschregierungen herrschen. Berlin habe bereits in der Vergangenheit auf eine „Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung“ gesetzt, urteilen die Autoren; Paris hingegen habe in Mali und Niger jeweils ein „hartes Abstrafen der Junta“ favorisiert. Die Debatte hält an, während im Sahel Spekulationen die Runde machen, der jüngste Angriff von Tuareg-Separatisten auf malische Soldaten und russische Milizionäre könne nicht nur von Al Qaida-nahen Jihadisten, sondern womöglich auch von Frankreich unterstützt worden sein. Eine Oppositionsgruppe in Niger, die den Sturz der Regierung auch mit Gewalt anstrebt, ist von Paris aus gegründet worden. Zugleich erklärt der ukrainische Militärgeheimdienst, er habe am Tuareg-Angriff der vergangenen Woche auf malisch-russische Ziele mitgewirkt.


    Zitat: Tuareg-Separatisten

    Die malischen Streitkräfte sind seit geraumer Zeit dabei, die Kontrolle der Regierung in Bamako über das gesamte Land wieder herzustellen. Diese war im Norden nach der Tuareg-Revolte im Jahr 2012 verlorengegangen und konnte in der Zeit der dominanten Präsenz europäischer Streitkräfte nie wiedergewonnen werden. Im November vergangenen Jahres gelang es den malischen Streitkräften mit Unterstützung russischer Milizionäre, die weit im Norden gelegene Wüstenstadt Kidal einzunehmen, eine bekannte Hochburg separatistischer Tuareg-Clans.[1] In der vergangenen Woche waren malische Soldaten, erneut mit Unterstützung russischer Milizionäre, dabei, Ortschaften nördlich von Kidal direkt an der Grenze zu Algerien unter Kontrolle zu nehmen, die sich teils bereits seit Jahrzehnten jedem Zugriff der malischen Regierung entzogen.[2] Gegen Mitte der Woche kam es dabei zu heftigen Kämpfen nahe dem Grenzort Tinzaouatene. Ob die malisch-russischen Truppen dabei in einen einfachen Hinterhalt gerieten oder von einem Sandsturm überrascht wurden, ist nicht ganz klar.[3] Fest steht aber, dass es Tuareg-Milizen gelang, eine wohl recht hohe Zahl malischer und russischer Militärs zu töten sowie größere Mengen an Kriegsgerät in ihren Besitz zu bringen oder zumindest zu zerstören.


    Kooperation mit Jihadisten

    Jenseits der Frage, wie es im Detail zu dem schweren Schlag gegen die malisch-russischen Truppen kam, wird im Sahel weithin diskutiert, ob die Tuareg-Milizen des CSP-DPA (Cadre stratégique permanent pour la défense du peuple de l’Azawad) eigenständig handelten oder ob sie Unterstützung durch Dritte bekamen. Bekannt ist, dass die Jihadisten des mit Al Qaida kooperierenden GSIM (Groupe de soutien à l’islam et aux musulmans) öffentlich angeben, sie seien an dem Angriff beteiligt gewesen.[4] Zwar streitet der CSP-DPA dies ab. Doch fällt auf, dass der Clan des Tuareg-Anführers Iyad ag Ghali in der Region um Tinzaouatene beheimatet ist.[5] Ag Ghali tritt seit der Gründung des GSIM im Jahr 2017 als sein Chef auf. Über eine gewisse Zusammenarbeit des CSP-DPA mit dem GSIM wird bereits seit einiger Zeit berichtet.[6] Eine enge Kooperation zwischen Tuareg und Jihadisten ist zudem aus dem Krieg in Mali im Jahr 2012 bekannt. Davon abgesehen wird spekuliert, ob die Tuareg des CSP-DPA in der einen oder anderen Form von Frankreich unterstützt werden. Darauf hat am Wochenende der senegalesische Journalist Adama Gaye hingewiesen, der bis Anfang April wegen seiner politischen Überzeugungen im Exil lebte.[7] Belege für eine französische Unterstützung für die Tuareg liegen allerdings nicht vor.


    In Paris gegründet

    Fragen bezüglich des französischen Vorgehens im Sahel hatte allerdings bereits im August vergangenen Jahres der Fall Rhissa ag Boula aufgeworfen. Ag Boula, ein Anführer der Tuareg in Niger, hatte schon in den 1990er, dann in den 2000er Jahren an Aufständen gegen die Regierung in Niamey teilgenommen, später dann aber einen Ministerposten unter dem Paris nahestehenden Präsidenten Mohamed Bazoum erhalten.[8] Am 8. August 2023, kaum zwei Wochen nach dem Putsch gegen Bazoum, hatte er in Paris die Gründung des Conseil de la résistance pour la République (CRR) bekanntgegeben – einer Organisation, die darauf abzielt, Bazoum wieder in sein Amt zu verhelfen. Auf die Frage, ob er bereit sei, dafür einen bewaffneten Kampf zu führen, erklärte ag Boula, es gebe in Libyen rund 2.000, im Sudan und in der Zentralafrikanischen Republik weitere Tuareg, die er jederzeit mobilisieren könne. Die Putschregierung in Niamey müsse militärisch gestürzt werden, ließ sich ag Boula zitieren und fügte hinzu: „Frankreich darf Niger nicht verlassen“.[9] Den naheliegenden Gedanken, er stimme sich in Paris mit Regierungsstellen ab, wies er zurück. Inzwischen kooperiert sein CRR im nigrischen Untergrund mit dem Front patriotique de libération (FPL), einer weiteren Gruppierung, die Bazoum erneut an die Macht bringen will. Der FPL hat am 16. Juni mit einem Sprengstoffanschlag eine wichtige Pipeline beschädigt, die nigrisches Erdöl exportiert – eine bedeutende Einnahmequelle für Niamey.[10]


    Mit Unterstützung aus Kiew

    Unabhängig davon reklamiert der ukrainische Militärgeheimdienst GUR für sich, den CSP-DPA – und seine mutmaßlichen jihadistischen Mitkämpfer – bei dem Angriff auf die malisch-russischen Truppen unterstützt zu haben. Man habe den Tuareg Spionageerkenntnisse übermittelt, teilte Andrij Jusow, ein Sprecher des GUR, mit; die Kyiv Post veröffentlichte ein Foto, das angeblich Tuareg-Kämpfer zeigt, die nach dem Angriff in der vergangenen Woche neben einer Azawad- eine ukrainische Fahne vor die Kamera halten.[11] Auch in diesem Fall lassen sich zwar die Echtheit des Fotos und das Zutreffen der Angaben nicht überprüfen. Allerdings ist aus vormals geheimen US-Dokumenten, die im April 2023 in Auszügen an die Öffentlichkeit drangen, bekannt, dass GUR-Chef Kirilo Budanow einst einen Anschlag auf russische Milizionäre plante, die in Mali stationiert waren.[12] Bereits zuvor war mehrfach berichtet worden, ukrainische Spezialkräfte seien in Sudan im Einsatz; sie attackierten im dortigen Bürgerkrieg russische Milizionäre – womöglich mit Scharfschützen – oder bildeten Soldaten der sudanesischen Streitkräfte aus.[13] Das politische Ziel hat jetzt Ulf Laessing vom Sahel-Programm der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) beschrieben: „Andere von Russland umworbene Länder“ würden es sich in Zukunft genauer überlegen, ob sie tatsächlich die Dienste russischer Milizionäre nutzen wollten.[14]


    „Die Junta abstrafen“

    Die Frage nach einer möglichen auswärtigen Unterstützung für Angriffe und Anschläge im Sahel stellt sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Optionen für die künftige Einflussnahme in der Region, wie sie nicht zuletzt auch in Berlin geführt wird. So heißt es etwa in einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), nach den Putschen vor allem in Mali und Niger stehe zur Diskussion, ob man die einstigen Bemühungen fortsetzen könne, die Regierungen dort in ihrem Kampf gegen Jihadisten zu unterstützen.[15] Berlin hatte dies in Niger versucht, um seinen Stützpunkt in Niamey zu retten, scheiterte damit jedoch.[16] Die Bundesregierung müsse künftig „klarer definieren“, welche Kräfte im Sahel sie „als legitim“ betrachte, heißt es nun bei der DGAP. Die Denkfabrik formuliert einige allgemeine Leitlinien und dringt auf „mehr Klahreit“ bezüglich der „Einordnung von Sicherheitskooperationen zwischen Putschregierungen“ – etwa in Mali und Niger – „und Russland“. Nicht zuletzt hält sie fest, dass bereits nach dem zweiten Putsch in Mali Berlin auf „Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung“ orientiert habe, während Paris „forciert die Junta abstrafen“ wollte.[17] Auch nach dem Putsch in Niger, schreibt die DGAP, habe die französische Regierung auf „hartes Abstrafen der Junta und militärisches Eingreifen“ gesetzt.[18] Anders als etwa 2010 in Côte d’Ivoire [19] scheiterte sie damit jedoch.

     

    [1] S. dazu Auf dem Weg zur Eigenständigkeit (II).

    [2] Samuel Benshimon: Mali : Les forces armées maliennes reprennent Boghassa et Inafarak dans le nord du pays. sahel-intelligence.com 25.07.2024.

    [3] Claudia Bröll, Friedrich Schmidt: Im Wüstensturm gefallen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 30.07.2024.

    [4] Nord du Mali : les séparatistes disent avoir remporté une « victoire éclatante » sur les Fama et sur Wagner. jeuneafrique.com 29.07.20240.

    [5] L’armée malienne et Wagner repoussés par un groupe armé touareg. mondafrique.com 26.07.2024.

    [6] Mali : le rapprochement entre terroristes et Touaregs confirme la stratégie du pouvoir. malijet.com 23.05.2024.

    [7] Mali rebels claim major victory over army, Russia’s Wagner group. aljazeera.com 28.07.2024.

    [8] Mathieu Olivier: Coup d’État au Niger : Rhissa Ag Boula crée un Conseil de la résistance pour la République. jeuneafrique.com 09.08.2023.

    [9] Elise Barthet: Putsch au Niger : « Nous sommes prêts à entrer en guerre », menace un ministre du président Bazoum. lemonde.fr 14.08.2023.

    [10] Victor Avendaño: Qu’est-ce que le FPJ, nouvel ennemi de la junte au Niger? jeuneafrique.com 26.06.2024.

    [11] Marc Bennetts, Jane Flanagan: Ukraine ‘helped’ Mali rebel attack that killed dozens of Wagner fighters. thetimes.com 29.07.2024.

    [12] Shane Harris, Isabelle Khurshudyan: At U.S. behest, Ukraine held off anniversary attacks on Russia. washingtonpost.com 24.04.2023.

    [13] Exclusive: Ukraine’s special services ‘likely’ behind strikes on Wagner-backed forces in Sudan, a Ukrainian military source says. edition.cnn.com 20.09.2023. Ukraine Fights Russia in Sudan. english.aawsat.com 09.03.2024.

    [14] Claudia Bröll, Friedrich Schmidt: Im Wüstensturm gefallen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 30.07.2024.

    [15] Florence Schimmel, Marco Schäfer, Marie Wredenhagen: Stabilisierungspolitik nach den Coups im Sahel. DGAPanalyse Nr. 6. Berlin, Juni 2024.

    [16] S. dazu Westafrikas Kampf um Souveränität (II).

    [17] Florence Schimmel, Marco Schäfer, Marie Wredenhagen: Stabilisierungspolitik nach den Coups im Sahel. DGAPanalyse Nr. 6. Berlin, Juni 2024.

    [18] S. dazu Nach uns der Flächenbrand.

    [19] S. dazu Spiel mit dem Feuer.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9635


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser Kommentar: Politik als Unterhaltungsprogramm von Waffen- und Finanzindustrie auf der Grundlage eines aufkommenden europäischen Großmachtwahns, und das als Juniorpartner an der Seite einer einstigen Weltmacht bipolarer Zeiten, die  den Wandel hin zu multipolaren Wirklichkeiten durch ihren unipolaren Herrschaftsanspruch vergeblich aufzuhalten sucht. 

    30.07.2024

    Unterstützer Mützenichs kritisieren Russlandpolitik

    Erklärung


    des Erhard Eppler Kreises


    27. Juli 2024


    Von Peter Carstens, Berlin

    28.07.2024, 15:36

    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/unterstuetzer-muetzenichs-kritisieren-russlandpolitik-19884718.html

    Der SPD-Fraktionsvorsitzende wehrt sich gegen die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland. Ehemalige Spitzen-Sozialdemokraten pflichten in nun bei.

    SPD-Politiker wie der frühere Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans und der ehemalige Außenpolitiker Gernot Erler haben ihre Partei aufgefordert, sich auf ihre frühere Friedens- und Russlandpolitik zu besinnen und den Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich beim Widerstand gegen die geplante Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen zu unterstützen. Sie seien „tief besorgt“ über die „Schlagseite“ der Debatte. Es gehe zu sehr um Abschreckung und zu wenig um Abrüstungsverhandlungen.

    Die Verfasser, die sich zu einem Projekt „Frieden 2.0“ zusammengeschlossen haben, warnen in ihrem Brief „wie Rolf Mützenich“ vor der Stationierung amerikanischer Raketen. Es gehe „um nicht weniger als um die Frage, ob unser dicht besiedeltes Land zum Ziel eines atomaren Erstschlags werden könnte“.

    Hintergrund der Intervention ist die geplante Stationierung amerikanischer Raketen, welche die SPD-geführte Bundesregierung unter Olaf Scholz kürzlich beim NATO-Gipfel in Washington vereinbart hat. Sie soll eine Abschreckungslücke schließen, die durch die Stationierung von russischen Raketen entstanden ist, die Moskau unter Bruch internationaler Abrüstungsverträge vorgenommen hat.

    Das Verteidigungsministerium von Boris Pistorius (SPD) hatte sich allerdings erst vorige Woche in einer Erklärung dazu geäußert. Aus Sicht der Kritiker ist die Sache totgeschwiegen worden. Zugleich werde Mützenichs „Plädoyer“ auch „abseits des Schlachtfelds Wege zu einem Ende der Kämpfe“ zu suchen als Aufruf von Träumern diskreditiert, die weiße Flagge zu hissen.

    Vorwürfe richten die sechs Erstunterzeichner gegen die Parteispitze: „Was uns befremdet ist das Schweigen der Führungen von SPD und SPD-Bundestagsfraktion zu der Debatte.“ Man erlebe tagtäglich nicht nur an der sozialdemokratischen Parteibasis, wie vielen Mützenich aus der Seele spreche. Der hatte vorige Woche geäußert, man dürfe „die Risiken dieser Stationierung nicht ausblenden“, die Gefahr einer unbeabsichtigten militärischen Eskalation sei „beträchtlich“.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2024

    Kamala Harris: Rückgratlos und dünkelhaft

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 29. Juli 2024, 15:04 Uhr


    _RT DE 28.7.2024


    _*Kamala Harris: Rückgratlos und dünkelhaft


    */Von Dagmar Henn


    /Maggie Thatcher war die erste wirklich erfolgreiche Politikerin und

    zugleich der Beleg dafür, dass auch Frauen eine destruktive Politik

    machen können. Aber sie war eine Persönlichkeit, hat ihre Linie

    durchgesetzt und nicht ihr Fähnchen nach dem Wind gedreht. Kamala Harris

    ist anders.


    Lachen ist eine Klassenfrage, zumindest bei Frauen. Oberschichtfrauen

    jedenfalls lachen mit der Kopfstimme, weil sie darauf trainiert sind,

    jeden Anschein von Obszönität zu vermeiden. Frauen aus der

    Arbeiterklasse lachen eher aus dem Bauch heraus. Das ist ein

    Unterschied, der instinktiv und sofort erkannt wird.


    Wenn also Kommentatoren in den deutschen Medien gerade das Lachen

    <https://www.youtube.com/watch?v=HgLVgmGo6Dg> von Kamala Harris toll

    finden, sagt das genauso viel über diese Kommentatoren wie über Harris

    selbst. Wie bei Katrin Brand vom /WDR/:


    /"Und ich freue mich schon darauf, wie Harris, wenn sie denn die

    Kandidatin wird, in ihrer ersten Fernsehdebatte den wütenden, düsteren,

    quengelnden Donald Trump einfach an die Wand lacht."/


    Das klingt ein wenig nach dem Feminismus der 70er. Weil es irgendwie

    auszureichen scheint, dass Harris eine Frau ist (auch wenn man sonst

    ständig darauf dressiert, dass es das gar nicht mehr gibt), egal, was

    sie vertritt, wofür sie steht und was sie in ihrer bisherigen Karriere

    getan hat.


    Brand beschreibt das Lachen von Kamala Harris als "sie röhrt, sie

    gluckst, sie lässt das Lachen aus dem Bauch aufsteigen", und die bösen

    Republikaner stellten sie als "wiehernde linksextremistische Irre" dar.

    Wobei der Begriff "linksextremistisch" bei einer Harris, die als

    Generalstaatsanwältin den Gefängnis-industriellen Komplex bestens

    bedient hat, nicht so wirklich trifft. Aber das mit dem Wiehern …


    Dabei taucht dieses Lachen meistens auf, wenn sie nichts zu sagen hat.

    Als Lückenfüller. Als Signal "ich bin doch ein Mädchen, mir darf man

    nichts tun". Noch solch eine Oberschichtgörenmasche. Ganz ehrlich, bei

    Harris rinnt das ebenso aus jedem Knopfloch wie bei unserer

    Außenministerin Annalena Baerbock. Die zwei könnten vorzüglich

    miteinander ablachen, man könnte sich nur nie sicher sein, ob sie nicht

    gerade über etwas Ähnliches lachen wie damals Hillary Clinton.


    Auch die /Süddeutsche Zeitung/ überschlägt

    <https://www.sueddeutsche.de/leben/kamala-harris-psychologie-lachen-us-wahl-lux.3hTUSg56haxHsYY2d3iotH

    sich geradezu, meint, von einem Politiker müsse ein "Wärmestrom"

    ausgehen, und lobt bei der Gelegenheit auch noch ausgerechnet Malu

    Dreyer, die zurückgetretene Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

    "Diese hat eine Freundlichkeit, die von innen kommt, die mit ihrem

    allgemeinen, seit Jahren zu besichtigenden Auftreten harmonisiert." Das

    wird die Menschen, die im Ahrtal heute noch in Provisorien leben, weil

    ihre Regierung so ziemlich alles verbockt hat, was verbockt werden

    konnte, sicher freuen. Dreyer ist übrigens Tochter einer Erzieherin und

    eines Schulleiters; Harris die Tochter einer Biologin und eines

    Wirtschaftsprofessors. Und das Foto, mit dem die /Süddeutsche Zeitung/

    die Bemerkungen über Dreyer illustriert, zeigt wieder eine Pose, die

    typisch höhere Tochter ist.


    Wobei zumindest bei der /Süddeutschen Zeitung/ dann doch noch der

    Verdacht aufkommt, hinter dem Lachen von Harris könne sich Unsicherheit

    verbergen. Was aber nicht so schlimm sei, schließlich sei der Anschein

    in der Politik wichtiger als der Inhalt:


    /"Wählerinnen und Wähler in den //USA/

    </entscheiden" rel="noopener">https://www.sueddeutsche.de/thema/USA>/entscheiden nicht danach, wer

    ein stimmiges Konzept zur Sicherung der Südgrenze hat; so wenig wie die

    allermeisten Deutschen beurteilen können, welche Schritte geeignet

    wären, erwünschte Zuwanderer zu bekommen und unerwünschte fernzuhalten."/


    Viel wichtiger sei der emotionale Eindruck.


    Wenn sich die Schreiberin da nicht irrt. Schließlich wurde Kamala Harris

    zur Verantwortlichen für die Frage der US-Südgrenze gemacht; eine

    Verantwortung, der sie mit eifrigstem Nichtstun nachgekommen ist. Noch

    so etwas, was sich vielleicht nicht hinweg wiehern lässt.


    Aber die liberale Pressekamarilla versteht schließlich auch nicht, dass

    Hillary Clinton damals, im Jahr 2016, nicht deshalb nicht gewählt wurde,

    weil sie eine Frau war. Sondern wegen all dem anderen, das sie außerdem

    ausmacht. Die Begeisterung für Kriege rund um die Welt, beispielsweise.

    All die Geschichten über Korruption, die schon den Einzug ihres Ehemanns

    ins Weiße Haus begleiteten. Ungeklärte Todesfälle, die widerspruchslos

    zu diesem Hyänenlachen passten, von jenem Moment, als sie der

    Hinrichtung von Osama bin Laden zusah. Kein Moment, der Wärme

    ausstrahlte, wenn man es extrem freundlich formulieren will.


    In gewissem Sinne ist das ein Schaden des Erfolgs. Oder der Illusion.

    Welche von uns Feministinnen damals, vor vierzig Jahren, hat schon

    gedacht, dass dieses hirnlose Modell "Weibchen", das sich meist Vermögen

    erheiratete und von vorneherein eigentlich ein Dasein mit Hauspersonal

    und gelegentlichen Wohlfahrtsveranstaltungen anstrebte, diese

    zweibeinigen Dekorationsstücke, am Ende von den ganzen Kämpfen

    profitieren und die politischen Positionen besetzen würde, weil diese

    längst wieder für die Wohlhabenderen reserviert sind?


    Die Frauen, die in Deutschland Politik betrieben, als sie für Frauen

    noch verboten war, im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, das waren

    ganz andere Kaliber, selbst jene, die aus reichen Familien stammten wie

    Emma Herwegh. Die 1848 mit zwei Pistolen im Gürtel aus dem Schweizer

    Exil nach Deutschland einritt, um an der Revolution teilzunehmen. Oder

    Clara Zetkin. Ja, selbst die ganz gewöhnlichen bürgerlichen

    Politikerinnen hatten noch in den 1970ern einiges auf dem Kasten, hatten

    Format und Charakter, wie Hildegard Hamm-Brücher. Aber das waren Zeiten,

    als Politik und Presse noch nicht exklusiv aus dem oberen Bürgertum

    bestückt wurden.


    Um zu wissen, was von Harris zu halten ist, muss man nicht einmal tief

    in ihr Handeln als Generalstaatsanwalt des Staates Kalifornien

    eintauchen; es genügt im Grunde, zu wissen, dass sie ihren

    Wahlkampf 2020 mit der Aussage führte

    <https://www.vox.com/future-perfect/2019/1/23/18184192/kamala-harris-president-campaign-criminal-justice-record>,

    sie werde das private Gefängnissystem abschaffen. Für jene, die das in

    Deutschland bislang nicht wissen – viele US-Gefängnisse sind

    privatisiert, und werden als Ressource für billige Arbeitskräfte

    genutzt, was natürlich ein Eigeninteresse der Gefängnisbetreiber

    entstehen lässt, die Gefangenen möglichst lange zu halten. Einer der

    Skandale in ihrer Zeit als Generalstaatsanwalt drehte sich um die

    Antwort, die einer ihrer Untergebenen auf die Aufforderung des Supreme

    Court, des Obersten Gerichts, Gefangene aus den massiv überbelegten

    kalifornischen Haftanstalten zu entlassen, gab: Das würde das Angebot an

    Arbeitskräften verringern. Natürlich erklärte Harris den Medien

    gegenüber, sie habe davon nichts gewusst.


    Jedenfalls schreiben wir heute das Jahr 2024, seit bald vier Jahren ist

    Harris Vizepräsidentin, und am gefängnisindustriellen System, dieser

    modernen Variante der Sklavenarbeit, hat sich genau eines geändert:

    nichts. Die Vereinigten Staaten sind nach wie vor weltweit das Land mit

    dem höchsten Anteil an Gefängnisinsassen, die nach wie vor arm und

    mehrheitlich schwarz oder Latinos sind. Nicht, dass die USA sicherer

    wären, nicht, dass sich an der hohen Kriminalität etwas zum Besseren

    geändert hätte.


    Aber seit Jahrzehnten wird das Spiel gespielt, eine Verbesserung der

    sozialen Umstände und eine ernsthafte Strafverfolgung schlössen einander

    aus, auch, weil die Investitionen, die für wirkliche Verbesserungen

    nötig sind, gescheut werden. Sozialwohnungen kosten Geld, Zwangsarbeit

    in Haftanstalten bringt Gewinne. Weshalb auch der tolle, so liberale

    demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, gerade erst

    beschlossen hat, die Zeltstädte der Obdachlosen in seinen Städten

    abzuräumen. Ohne Wohnungen zu bieten, versteht sich.


    Aber zurück zu Harris. Den ersten Schub erhielt

    <https://nypost.com/2024/07/23/media/megyn-kelly-says-kamala-harris-relationship-with-willie-brown-fair-game/

    ihre Karriere durch ihre Beziehung zu dem 30 Jahre älteren schwarzen

    kalifornischen Politiker Willie Brown, der sie in zwei Aufsichtsräte

    beförderte, die sie mit einem hohen Einkommen ausstatteten, und der ihr

    half, Bezirksstaatsanwältin für San Francisco zu werden. Was ein Schema

    ist, das dem Bild einer starken Frau widerspricht, als die sie verkauft

    wird. Sich nach oben zu schlafen, das ging immer, man denke nur an

    Madame Pompadour. Wobei Letztere viel Verstand benötigte, um ihre

    Position zu halten; Harris war, glückliche Umstände der Zeit, durch

    Berufung auf ihre Abstammung und ihr Geschlecht gewissermaßen für eine

    Karriere gebucht, sobald sie eine gewisse Schwelle überschritten hatte,

    gerade, weil sie keine wirklichen Absichten jenseits des Aufstiegs besitzt.


    Es gibt noch eine Information, die viel über ihren Charakter sagt. Von

    den fünfzig Angestellten, die zu ihrem Stab gehören, sind noch genau

    vier bis heute geblieben

    <https://openthebooks.substack.com/p/vp-kamala-harris-had-92-percent-staff>.

    Dabei geht es nicht um Aushilfsjobs, sondern um gut bezahlte und

    ausgesprochen karriereförderliche Positionen. Ein Personalwechsel von

    92 Prozent ist extrem ungewöhnlich. Wenn man darüber nachdenkt, ob

    Harris wirklich dumm ist, wie viele Videoaufnahmen von ihr zu belegen

    scheinen, oder ob das nur geschickte Unterstellung ist, sind diese

    Zahlen die entscheidende Information. Denn es gibt genau einen Typ Chef,

    der selbst unter günstigsten Bedingungen in die Flucht schlägt, sobald

    das möglich ist – dumm und absolut von sich überzeugt, mit deutlicher

    Neigung, den Chef in jeder Sekunde heraushängen zu lassen.


    Wenn eines belegt ist, dann, dass sie den Instinkt und die Berater hat,

    um zu wissen, welche Versprechungen sich gut verkaufen, aber dass ihre

    Persönlichkeit geradezu ein Garant dafür ist, nichts davon umzusetzen.

    Sie wird jeden Krieg fortsetzen, der ihr anempfohlen wird, und nichts in

    ihrer bisherigen Karriere deutet an, dass sie je aus politischen oder

    moralischen Gründen etwas verweigert. Was noch einmal dadurch

    unterstrichen wurde, dass sie auf völlig undemokratischem Weg an die

    Präsidentschaftskandidatur gelangt ist. Eine hirnlose Marionette, wie

    eine aufgeblasene Annalena Baerbock, nur womöglich an einer Stelle, an

    der die gesamte Menschheit den Preis für ihren Mangel an Verstand und

    Rückgrat bezahlen könnte.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2024

    Neuauflage der Rüstungsspirale der 80er-Jahre

    nachdenkseiten.de, 30. Juli 2024 um 9:00 Ein Artikel von Karsten Montag

    Die Entscheidung von Bundeskanzler Scholz, US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, werde die Bedrohungslage des Landes erhöhen. Das sagen nicht nur Bundestagsabgeordnete der Regierungs- und Oppositionsparteien, sondern auch ein regierungsnaher Verteidigungsexperte. Offenbar werden derzeit unter Verdrehung von Tatsachen und tatsächlichen Bedrohungslagen Weichen für eine aggressive westliche Außenpolitik gestellt, die auch noch nach der US-Präsidentschaftswahl im November und der Bundestagswahl nächstes Jahr wirksam sein sollen.


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    Am Rande des NATO-Gipfels in Washington vom 9. bis 11. Juli haben die US-Regierung und die von Bundeskanzler Scholz geführte rot-grün-gelbe Bundesregierung gemeinsam erklärt, ab 2026 landgestützte nuklear-fähige US-Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 2.800 Kilometern in Deutschland zu stationieren. Damit wären erstmals seit Ende der 1980er-Jahre wieder Moskau und weitere Ziele im Hinterland Russlands mit bodengestützten Flugkörpern von deutschem Boden aus erreichbar.

    Noch während des NATO-Treffens verteidigte der Bundeskanzler die Entscheidung mit der Begründung, Russland hätte „unglaublich“ aufgerüstet und würde europäisches Territorium bedrohen. Daher müsse man Russland mit „precision strike“-Waffen konventionell abschrecken. Dies sei Teil der Mitte 2023 veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands und sei zudem von ihm auf der Münchner Sicherheitskonferenz öffentlich verkündet worden.

    Tatsächlich findet sich in entsprechenden Dokumenten das Zitat: „Die Bundesregierung wird die Entwicklung und Einführung von Zukunftsfähigkeiten wie abstandsfähige Präzisionswaffen befördern“. Allerdings bezieht sich das Zitat auf die Bündnisverteidigung der NATO sowie die Entwicklung entsprechender europäischer Waffensysteme und nicht auf ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und den USA zur Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden. Zudem war auch keine Rede von bodengestützten Mittelstreckenwaffen, die eine mögliche Fortführung von Rüstungskontrollverträgen unterwandern. Das Abkommen wurde an der NATO vorbei beschlossen, und dessen Veröffentlichung steht inhaltlich in keinem Zusammenhang mit dem NATO-Gipfel.

    Fast gleichzeitig zum Bundeskanzler erklärte Verteidigungsminister Pistorius in einem Interview mit der Tagesschau, mit der Entscheidung werde vorübergehend eine „Fähigkeitslücke“ geschlossen, um Deutschland gegen mögliche russische Aggressionen sicherer zu machen. Kritik aus seiner eigenen Partei und vom Bündnis Sahra Wagenknecht, mit der Stationierung von Mittelstreckenwaffen werde Deutschland zum möglichen Kriegsschauplatz und damit unsicherer, bezeichnete der Minister als „blanken Unsinn“. In einem weiteren Interview mit dem heute journal behauptete Pistorius, Russland habe den INF-Vertrag, der bis zum einseitigen Ausstieg der USA 2019 derartige US-amerikanische Waffensysteme verboten hat, faktisch außer Kraft gesetzt. Zudem hätte Russland in der Enklave Kaliningrad bodengestützte Raketensysteme stationiert, die Deutschland bedrohen würden. Auch Außenministerin Baerbock behauptete im Nachgang zu der Entscheidung, Putin habe schon vor Jahren mit Abrüstungsverträgen und der gemeinsamen europäischen Friedensarchitektur gebrochen.


    Russische Bedrohung“ basiert in Wirklichkeit auf Vermutungen und Behauptungen

    Bei genauerer Recherche entpuppt sich die angebliche russische Bedrohung, welche die drei deutschen Spitzenpolitiker wie einen Fakt darstellen, jedoch lediglich als bloße Vermutungen und Behauptungen. Dass Russland den INF-Vertrag gebrochen haben soll, geht auf eine 2018 getätigte Aussage des damaligen US-amerikanischen Geheimdienstchefs zurück. Russland soll demnach bereits seit Mitte der 2000er Jahre eine neue Rakete mit der Bezeichnung 9M729 (SSC-8) für sein bodengestütztes Iskander-Abschusssystem entwickelt haben, die eine Reichweite von 2.500 Kilometer haben soll. Allerdings bestreitet der Kreml dies bis heute. Die Rakete sei eine Weiterentwicklung bestehender Iskander-Raketen und hätte lediglich eine Reichweite von unter 500 Kilometern.

    Eine unabhängige Bestätigung der US-Vorwürfe existiert nicht, und dass Informationen von US-Geheimdiensten nicht immer die Realität widerspiegeln, ist spätestens seit der Begründung für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Vereinigten Staaten gegen den Irak keine Verschwörungstheorie mehr. Trotzdem haben die USA unter Präsident Trump aufgrund der Vorwürfe 2019 einseitig den INF-Vertrag aufgekündigt. Erst danach erklärte auch Russland den Ausstieg aus dem Vertrag.

    Des Weiteren geht die Behauptung von Verteidigungsminister Pistorius, Russland habe in der Enklave Kaliningrad Iskander-Raketen stationiert, die Deutschland bedrohen würden, auch nur auf eine Vermutung zurück. Zwar hat Russland bereits 2018 mobile Iskander-Systeme mit einer Reichweite von 500 Kilometern auf einer Militärparade in Kaliningrad präsentiert. Dies geschah als Antwort auf die Verlegung von vier NATO-Bataillionen in die baltischen Staaten und nach Polen. Doch ob die Raketen dauerhaft in Kaliningrad stationiert wurden, ist nicht bekannt. Zudem handelte es sich dabei nicht um eine Verletzung des INF-Vertrags.


    Die Bundesregierung verschärft die Bedrohungslage Deutschlands anstatt die Sicherheitslage zu verbessern

    Mittlerweile hat der russische Präsident Putin auf die Ankündigung der Stationierung von bodengestützten US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland persönlich reagiert. In einer Rede in Sankt Petersburg soll er laut eines Berichts der Deutschen Welle erklärt haben, Russland habe sich auch nach dem Ende des INF-Vertrags freiwillig an dessen Vereinbarungen gehalten. Tatsächlich hatte Putin nach dem Ausstieg aus dem Vertrag den NATO-Staaten ein Moratorium für die Stationierung landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen angeboten. Als vertrauensbildende Maßnahme hatte er eine gegenseitige Überprüfung der jeweils bemängelten Raketen vorgeschlagen.

    Sollten jetzt jedoch bodengestützte Mittelstreckenwaffen in Deutschland aufgestellt werden, so Putin in seiner Rede in Sankt Petersburg, werde Russland ähnliche Waffen an seinen westlichen Grenzen stationieren. Die Entscheidung von Scholz, Pistorius und Baerbock, aufgrund einer lediglich vermuteten russischen Bedrohungslage US-amerikanische bodengestützte Mittelstreckenwaffen in Deutschland aufzustellen, ist also auf dem besten Wege, zu einer tatsächlichen Bedrohungslage zu werden. Ohne handfeste Belege, dass die Vermutungen wahr sind, lässt sich das kaum als Verbesserung der Sicherheit Deutschlands darstellen.

    Dementsprechend regt sich sowohl im Bundestag, der bei der Entscheidung übergangen wurde, als auch in den Reihen der Regierungsparteien Widerstand. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Rolf Mützenich, hat sich gegen eine Stationierung der US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland ausgesprochen. Die Gefahr einer unbeabsichtigten militärischen Eskalation sei beträchtlich, und die NATO verfüge auch ohne die neuen Systeme über eine umfassende, abgestufte Abschreckungsfähigkeit. Mittlerweile haben sich weitere SPD-Politiker Rolf Mützenich angeschlossen.

    Die sicherheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Sara Nanni, verlangte von Bundeskanzler Scholz eine bessere Erklärung der Bedrohungslage und wies auf die höheren Kosten hin, die durch eine Stationierung der US-Waffensysteme entstehen würden. Dietmar Bartsch, verteidigungspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, bezeichnete die Entscheidung der Bundesregierung als „höchstproblematisch“, da „die Aufrüstungsspirale unter der Überschrift Abschreckung weitergedreht wird“. BSW-Generalsekretär Christian Leye nannte die Entscheidung einen weiteren gefährlichen Schritt der Eskalation und wies hinsichtlich der Abschreckung darauf hin, dass das Verteidigungsbudget allein der europäischen NATO-Länder höher sei als der gesamte russische Staatshaushalt. Tino Chrupalla, Fraktionsvorsitzender der AfD, äußerte die Befürchtung, durch die Stationierung der Raketen mache sich Deutschland zur Zielscheibe.


    Regierungsnaher Experte für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bestätigt die Kritik

    Zu einer ähnlichen Bewertung wie die Kritiker der Entscheidung der Bundesregierung gelangt auch Wolfgang Richter, Oberst a. D. und Experte für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bei der regierungsnahen Denkfabrik Stiftung Wissenschaft und Politik. Einer von ihm verfassten 15-seitigen Analyse zufolge sei das strategische Gleichgewicht durch die Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad nicht zugunsten Russlands verschoben – selbst wenn Russland tatsächlich über bodengestützte ballistische Raketen mit einer Reichweite von über 500 Kilometern verfügen sollte. Grund dafür sei die hohe Überlegenheit der NATO bei luft- und seegestützten Mittelstreckenraketen und Marschflugkörpern im Verhältnis zu Russland. Damit seien jederzeit russische Ziele bis 1.500 Kilometer in das Land hinein erreichbar, also auch Moskau und weitere Ziele bis hin zum Ural.

    Landgestützte Raketen- und Marschflugkörpersysteme seien zwar verdeckter einsetzbar als luft- und seegestützte Systeme, und dies würde auch einen Zugewinn an operativer Fähigkeit bringen. Doch dagegen müsse das erhöhte Risiko abgewogen werden, welche die strategische Lage Deutschlands verändern werde. Die kürzeren Reaktionszeiten beim Einsatz von landgestützten Systemen könnten zu „Fehlperzeptionen und Kurzschlussreaktionen“ führen. Moskau werde die neue Bedrohung aus Deutschland nicht als defensive Abschreckung auffassen, sondern als „(weitere) Unterminierung des strategischen Gleichgewichts“. Es könnte die Stationierung auch als Option sehen, um ein etwaiges Eingreifen der NATO in der Ukraine abzusichern. Mit der direkten Bedrohung strategischer Ziele in Russland von deutschem Boden aus werde nun in einem Konfliktfall Deutschland und nicht die USA zu einem zentralen und vorrangigen Ziel für russische Raketenangriffe.

    Gravierend sei zudem, so Richter weiter, dass die bilaterale Erklärung zwischen Deutschland und den USA – im Unterschied zum NATO-Doppelbeschluss von 1979 – keinen Spielraum für Diplomatie und die Abmilderung etwaiger Eskalationsgefahren erkennen ließe. Es gebe kein Angebot an Moskau, das erläutert, unter welchen Bedingungen die Stationierungsentscheidung revidiert werden könnte. Aus seiner Sicht hätte die Krise, die zum Ende des INF-Vertrags geführt hat, gelöst werden können, wenn die USA bereit gewesen wären, Inspektionen der von Russland bemängelten bodengestützten US-amerikanischen Abschussvorrichtungen in Polen und Rumänien zuzulassen. Diese sollten nach russischen Erkenntnissen in der Lage gewesen sein, auch US-Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von über 500 Kilometern abzufeuern. Dass schon 16 Tage nach dem offiziellen Ende des INF-Vertrags ein erster Test einer landgestützten Tomahawk erfolgte, werfe aus Sicht Richters ein „schräges Licht“ auf die Position Washingtons.

    Es sei befremdlich, so der Verteidigungs- und Sicherheitsexperte weiter, dass eine so weitreichende Entscheidung der Bundesregierung, die zu einem Ende der Rüstungskontrolle und zu einer erhöhten Gefährdung Deutschlands sowie einer Eskalation mit Russland führe, nicht vorher im Bundestag und in der breiten Öffentlichkeit ausführlich diskutiert wurde.


    Parallelen und Unterschiede zum NATO-Doppelbeschluss und der Friedensbewegung Anfang der 1980er-Jahre

    Als Ende der 1970er Jahre die NATO beschloss, in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden gegen die Staaten des Warschauer Paktes gerichtete nuklear bestückte Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper aufzustellen, formierte sich in Europa eine der größten Protestbewegungen in der Geschichte des Kontinents. An der ersten großen Demonstration der westdeutschen Friedensbewegung in Bonn im Oktober 1981 nahmen 300.000 Menschen teil. Als Rednerin vorne mit dabei war Petra Kelly, Gründungsmitglied der Partei die Grünen. Als der damalige US-Präsident Ronald Reagan 1982 einem NATO-Gipfeltreffen in Bonn beiwohnte, wurde er von 500.000 Demonstranten empfangen. Kurz bevor der Bundestag Ende 1983 die Stationierung der Raketen auf deutschem Gebiet billigte, protestierten deutschlandweit sogar 1,3 Millionen Menschen. Auch in den Niederlanden, Belgien und den Vereinigten Staaten fanden Anfang der 1980er-Jahre Friedensdemonstrationen mit jeweils mehreren Hunderttausend Teilnehmern statt.

    Neben Politikern der damals jungen Partei die Grünen, die von dem Zuspruch der Bevölkerung zur Friedensbewegung profitierte und 1983 erstmals in den Bundestag einziehen konnte, hielten unter anderem auch SPD-Politiker wie Willy Brandt und Oskar Lafontaine, Künstler wie Joseph Beuys, Heinrich Böll und Günter Grass sowie evangelische Theologen Reden auf den westdeutschen Demonstrationsveranstaltungen. Auch ein junger Olaf Scholz, damals Mitglied der Jusos und ab 1982 deren stellvertretender Vorsitzender, nahm an den Protesten teil.

    Parallel laufende Abrüstungsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion mündeten schließlich in den INF-Vertrag, den die beiden Staaten 1987 unterzeichneten. Das Abkommen sah vor, alle bodengestützten (fest oder auf Fahrzeugen installierten) ballistischen Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern sowie deren Abschussvorrichtungen und Infrastruktur zu zerstören und keine weiteren Waffen dieser Gattung zu produzieren. Ausgenommen waren see- und luftgestützte Flugkörper gleicher Reichweite sowie landgestützte Raketen und Marschflugkörper kürzerer und längerer Reichweite. Von dem Vertrag ausgeschlossen waren zudem landgestützte französische nukleare Mittelstreckenraketen, die auf die Sowjetunion gerichtet waren. Hierunter fällt die französische SSBS S3 mit einer Reichweite von 3.500 Kilometern, die bis 1998 einsatzbereit war. Ausgenommen waren auch die Entwicklung und Stationierung entsprechender weiterer europäischer Waffensysteme.

    Ob sich eine ähnliche Friedensbewegung heute wieder in Europa formieren wird, bleibt abzuwarten. Das Abkommen ist ja gerade erst ohne jegliche Debatte beschlossen worden. Der Bundestag und die Öffentlichkeit müssen dessen Tragweite erst einmal realisieren. Noch versuchen die Verantwortlichen die Vereinbarung mit den USA herunterzuspielen, indem sie verkünden, es handele sich ja lediglich um eine vorübergehende konventionelle Abschreckung. Allerdings verschweigen sie dabei, dass diese konventionellen Flugkörper jederzeit mit Nuklearsprengköpfen ausgerüstet werden können. Dass der deutsche Verteidigungsminister Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Gefahr für Deutschland polemisch als „blanken Unsinn“ abkanzelt, zeigt jedoch, auf welch dünnem Eis seine Argumentation fußt.


    Verrat an persönlichen und parteipolitischen Werten

    Eines der erstaunlichsten Phänomene in der aktuellen Entwicklung ist jedoch, dass die Entscheidung von Politikern gefällt wurde, deren Partei im Rahmen der Friedensbewegung entstanden ist beziehungsweise die an den damaligen Protesten sogar teilgenommen haben. Das zeigt, wie weit sie sich von den ursprünglichen Werten ihrer Partei und sogar von ihren persönlichen Weltanschauungen entfernt haben. Zudem lässt es die Frage aufkommen, wie souverän die deutsche Außenpolitik überhaupt ist. Es erscheint zumindest äußerst seltsam, dass das deutsch-amerikanische Abkommen zunächst durch eine kurze Pressemitteilung des Weißen Hauses bekannt gemacht wird und der Kanzler sowie der deutsche Verteidigungsminister erst einen Tag später teilweise stammelnd, mit polemischen Reaktionen auf Kritik und unter Beugung historischer Tatsachen sowie eigener Aussagen gegenüber der deutschen Presse ihre Entscheidung verteidigen.

    Es ist kaum zu erwarten, dass sich derartige Alleingänge der Spitzenpolitiker der Regierungskoalition positiv auf die Wählergunst auswirken werden. Offenbar stellen politische Eliten in Washington und Berlin derzeit Weichen für eine weitere aggressive westliche Außenpolitik, die auch nach der voraussichtlichen Abwahl der derzeitigen Regierungen (am 4. November in den USA und spätestens im September 2025 in Deutschland) noch wirksam sein soll. Wie ihre Vorgänger (siehe Sigmar Gabriel oder Friedrich Merz) können die derzeitigen deutschen Verantwortlichen nach Beendigung ihrer politischen Ämter darauf hoffen, für ihre US-treue Außenpolitik mit Posten als Vorsitzende der Atlantik-Brücke oder mit lukrativen Positionen als Vorsitzende oder Aufsichtsratsmitglieder in international tätigen Investmentfonds und Banken belohnt zu werden.


    Titelbild: Hamara/shutterstock.com


    Rubriken: Audio-Podcast Aufrüstung Friedenspolitik Kampagnen/Tarnworte/Neusprech

    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=118897


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2024

    Medien: USA verlegen Panzer von Deutschland nach Polen


    anti-spiegel.ru, vom 29. Juli 2024 20:04 Uhr, von Anti-Spiegel

    Nach Angaben von Radio Zet wird der Transfer von Ausrüstung im Rahmen einer Operation zur Stärkung der NATO-Ostflanke bis Ende September dauern

    Die USA verlegen im Rahmen einer Operation zur Stärkung der NATO-Ostflanke Panzerfahrzeuge und Artillerie von Militärstützpunkten in Deutschland nach Polen. Das berichtet Radio Zet.

    Demnach werden 87 Panzer, 150 Schützenpanzer und 18 Selbstfahrlafetten auf den Stützpunkt in Powidz in der Mitte des Landes verlegt. Die Straßen in den Woiwodschaften Lubusz und Wielkopolskie sind stark mit Militärfahrzeugen befahren, wie ein Radiokorrespondent festgestellt hat. Die Verlegung von Ausrüstung im Rahmen einer geplanten Operation zur Stärkung der NATO-Ostflanke wird laut Radio Zet bis Ende September andauern.

    Über den Beginn der Operation berichtete Stars and Stripes, die Zeitung des US-Verteidigungsministeriums, am 28. Juni. Das US-amerikanische Ausrüstungs- und Munitionsdepot auf dem Stützpunkt Powidz, mit dessen Bau im Sommer 2022 begonnen wurde, wird im Jahr 2025 vollständig fertiggestellt sein. Die erste Charge von 14 Abrams M1-Panzern traf bereits Ende Juni in Powidz ein.

    Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


    Autor: Anti-Spiegel

    Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


    13 Antworten

    1. Böse Zungen behaupten schon das die Amis aus Deutschland anfangen abzuziehen ! ????

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      1. Von mir aus können die „transatlantischen Freunde“ ihren ganzen Militärsch????ß ins „Freundesland“ Polen umziehen.

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    2. Böse Zungen behaupten, dass D sowieso in Schutt und Asche gelegt werden wird. Die Aussichten für Polen sind nicht viel besser..

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    3. böse Zungen wie ich behaupten, dass es gut und richtig ist… wenn Polen und Dummland in Schutt und Asche gelegt werden… hoffentlich für definitiv und immer… das Beste was dieser Welt passieren könnte… 2 x haben sie die Welt mit ihren Kriegen schon überzogen… den nächsten 3 ten werden sie platt gemacht… ich freue mich schon… ????????

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      1. Böse Zungen wie der sympatische George Friedman, der gleichzeitig Eigner und Chef des grössten privaten Geheim- und Nachrichtendienst der Welt ist, behaupten, dass ein Krieg gegen Russland ohne Beteiligung Deutschlands unmöglich ist.
        Kurz formuliert : Sie haben da leider Recht !

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        1. „Stratfor“ für die, die mehr über diesen Geheimdienst wissen wollen .

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        2. ????????????
          Die drei mit der mächtigen Waffel könnten aber Recht haben

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      2. böse zungen behaupten, dass barbarossa 2.0 schon längst angefangen hat, aber die russen diesmal wenig überrascht sein werden

        oder anders, sie werden die schlange die nach moskau kriechen will, vorzeitig enthaupten

        Zum Antworten anmelden

    4. Ihr drei da oben habt mächtig einen an der Waffel ????????

      Zum Antworten anmelden

      1. ????????????

        Zum Antworten anmelden

    5. …mur Amis und Polen, sollen die „Russen aufhalten“ ???.. …wird vielleicht doch nicht ganz reichen.. …vielleicht die anderen Heloten auch mitnehmen ??.. …im Donbass haben sich die „Vadda Abrahams“ nicht so bewährt, ob sie sich in Polen bewähren ??.. ….der beste Weg zur Verschrottung wäre natürlich, sie ihrer Stellvertreterarmee in der Ukraine zu übergeben ??..????

      Zum Antworten anmelden

    6. Der zukünftige Bundeskanzler Kiesewetter und seine zukünftige Kriegsminister*in Strack-Zimmermann sind wahrscheinlich schon auf dem Weg nach WARshington D.C., um darum zu betteln, dass dann aber dafür neue Atomwaffen in D stationiert werden müssen, weil sonst die bösen Russen kommen.
      Und ein paar Trillionen Steuerzahler-Dollar um einen Anreiz zu geben haben sie bestimmt auch im Gepäck.

      Zum Antworten anmelden

      1. Ich würde mir da besser mal Gedanken über ein Ultimatum der Russen an die Ukraine machen , anstatt an diesen Raketenquatsch wegen Deutschland .
        Sollte das Ultimatum zeitnah kommen , dürfte innerhalb 48 Stunden Schluss sein mit der Ukraine !

        Zum Antworten anmelden


    Info: https://anti-spiegel.ru/2024/medien-usa-verlegen-panzer-von-deutschland-nach-polen


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    30.07.2024

    Italien-China

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. Juli 2024, 12:50 Uhr


    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/erst-ungarn-jetzt-italien-diplomatieoffensive-mit-china-neue-kraefteverhaeltnisse-in-der-eu-li.2239721

    30.7.2024


    *Erst Ungarn, jetzt Italien: Diplomatieoffensive mit China – neue

    Kräfteverhältnisse in der EU?

    */Von Simon Zeise


    /Giorgia Meloni setzt Akzente auf der diplomatischen Bühne. Die

    italienische Ministerpräsidentin sucht die wirtschaftliche Nähe zu China

    und bringt sich als Vermittlerin in internationalen Großkonflikten ins

    Spiel. Nach der „Friedensmission“ von Ungarns Premier Viktor Orbán ist

    es bereits die zweite Initiative eines EU-Mitgliedstaats, der sich von

    den offiziellen außenpolitischen Leitlinien der Europäischen Union und

    der G7 distanziert.


    Meloni bot sich bei ihrem Staatsbesuch in China als Vermittlerin an, um

    bessere Handelsbeziehungen zwischen China und der EU herzustellen.

    „Italien kann in den Beziehungen zur EU

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/eu> und bei der Schaffung

    ausgewogener Beziehungen eine wichtige Rolle spielen“, sagte Meloni am

    Montag in Peking. „Wir brauchen eine regelbasierte Ordnung“ als

    Möglichkeit, „Stabilität, Frieden und einen weiterhin freien Handel zu

    gewährleisten“, betonte sie.


    *Meloni unterschreibt Drei-Jahres-Aktionsplan zur wirtschaftlichen

    Zusammenarbeit

    *In den wirtschaftlichen Beziehungen zu China vollzog Meloni mal eben

    eine 180-Grad-Wende. Erst im Dezember hatte die italienische

    Regierungschefin den Ausstieg aus der chinesischen globalen

    Infrastrukturinitiative Neue Seidenstraße erklärt. Italien war seit 2019

    das einzige Land der G7, das sich an dem chinesischen Megaprojekt

    beteiligt hatte. Doch hätten sich die durch die Mitgliedschaft erhofften

    wirtschaftlichen Erfolge nicht eingestellt, hatte Meloni im vergangenen

    Jahr kritisiert.


    Nun haben sich die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder wieder vertieft.

    In Peking unterschrieb Meloni am Sonntag mit dem chinesischen

    Ministerpräsidenten Li Qiang einen Drei-Jahres-Aktionsplan zur

    wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Ziel sei es, „bereits geleistete Arbeit

    zu verstärken, aber auch neue Formen der Zusammenarbeit zu erkunden und

    zugleich ein Gleichgewicht der Handelsbeziehungen zu schaffen“, erklärte

    Meloni beim Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping.


    Meloni teilte auf einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern mit, dass

    beide Seiten ein Memorandum zur industriellen Zusammenarbeit

    unterzeichnet hätten, das Elektroautos und erneuerbare Energien umfasse.

    Sie beschrieb diese beiden Bereiche als „Sektoren, in denen China

    bereits seit einiger Zeit an der technologischen Spitze operiert (…) und

    sein neues Wissen mit Partnern teilt“.

    Das Abkommen ist brisant, da die EU erst im Juli vorläufige Strafzölle

    auf chinesische Elektrofahrzeuge von bis zu 37,6 Prozent verhängt hat.

    Brüssel und Peking führen derzeit Gespräche, um die Auseinandersetzung

    in einer Frist bis Anfang November zu lösen.


    *Rom will sich als Vermittler gegenüber EU und Nato ins Spiel bringen

    *Italien geht einen anderen Weg: Der Automobilhersteller Stellantis, zu

    dem auch der italienische Fiat-Konzern gehört, gab im Mai bekannt, dass

    er ein Gemeinschaftsunternehmen mit Leapmotor, einem chinesischen

    Elektroauto-Start-up, gegründet hat. Gemeinsam wollen sie mit dem

    Verkauf von Elektroautos in Europa beginnen.

    Aber nicht nur in ökonomischen Fragen, sondern auch in diplomatischen

    Angelegenheiten beschreitet Meloni Wege abseits der EU. Die italienische

    Regierungschefin werde bei ihren Gesprächen mit der chinesischen Führung

    voraussichtlich die Invasion Russlands in der Ukraine und den Konflikt

    zwischen Israel und der Hamas ansprechen, berichtete Bloomberg unter

    Verweis auf hochrangige italienische Beamte.


    Italien nimmt eine zunehmend wichtigere Rolle im Nahen Osten ein.

    Während Meloni schon in Peking weilte, kamen am Sonntag in Rom

    hochrangige Vertreter aus Israel, Ägypten, Katar und den USA zusammen,

    um die Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Gaza fortzusetzen.

    Die Gespräche fanden zu einem Zeitpunkt statt, als die Spannungen in der

    Region angesichts der wachsenden Gewalt entlang der Grenze zwischen

    Israel und dem Libanon zunahmen.

    „Wir alle wissen, dass es in vielen Punkten Meinungsverschiedenheiten

    zwischen der EU, der Nato und China gibt“, sagte Giangiacomo Calovini,

    Parlamentsabgeordneter von Melonis Partei im Ausschuss für auswärtige

    Angelegenheiten, zu Bloomberg. „Aber in Momenten hoher geopolitischer

    Spannungen wie diesen ist es besser, mehr Dialog zu führen als weniger.“


    *Eskalieren die USA den Handelskrieg? Europa sucht Plan B

    *Melonis Reise nach China hat auch vor dem Hintergrund der

    Präsidentschaftswahlen in den USA an Aufmerksamkeit gewonnen. Da nicht

    sicher ist, welchen Kurs Washington in den Beziehungen zur EU und zu

    China einschlagen wird, dienen direkte Gespräche von europäischen

    Vertretern in Peking zur Sondierung der wirtschaftlichen und

    diplomatischen Möglichkeiten. Sollten die USA im Handelskrieg die Zügel

    anziehen, wäre Europa auf verlässliche Partner angewiesen.


    Osteuropäische Staaten wie Ungarn, die Slowakei und Serbien suchen

    bereits die Nähe zu Peking in wirtschaftlichen Fragen. Die deutsche

    Bundesregierung hingegen will die wirtschaftlichen Beziehungen zu China

    drosseln. Die Ampel hatte vor einem Jahr eine „China-Strategie“

    veröffentlicht, in der China unter anderem als „Rivale“ bezeichnet wird.

    Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat zuletzt die

    Ausfuhrbestimmungen nach China für deutsche Unternehmen erschwert.


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    30.07.2024

    Orbán leiht sich eine Milliarde in China: Größter Kredit in Ungarns Geschichte

    berliner-zeitung.de, vom 29.07.2024 20:30 Uhr, Simon Zeise

    Größter Kredit in Ungarns Geschichte: Orbán leiht sich eine Milliarde in China

    Die EU hält wichtige Finanzmittel zurück. Nun leiht sich Ungarn Geld aus China. Damit baut die Regierung die Kooperation im Infrastrukturbereich aus.


    Viktor Orbán und Xi Jinping am 8. Juli in PekingVivien Cher Benko/AP


    Ungarn wartet immer noch auf zugesagte Finanzmittel der Europäischen Union. Zehn Milliarden Euro hat Brüssel lange zurückgehalten, unter Verweis darauf, dass das Land gegen die Rechtsstaatsprinzipien der EU verstoße. Nun scheint sich Ministerpräsident Viktor Orbán anderweitig nach Gläubigern umzuschauen. In China ist er fündig geworden. Ein Bankenkonsortium aus der Volksrepublik hat Ungarn einen Milliardenkredit gewährt – den größten in der ungarischen Geschichte.

    Die China Development Bank, die Export-Import Bank of China und die ungarische Niederlassung der Bank of China haben Ungarn am 19. April ein Darlehen von insgesamt einer Milliarde Euro gewährt. Das geht aus Daten der ungarischen Schuldenagentur hervor, wie das ungarische Finanzportal Portfolio jetzt berichtet. Budapest muss das Geld binnen drei Jahren zurückzahlen. Der Kredit ist mit einem variablen Zinssatz versehen.


    China ist Großinvestor in Ungarn

    Der genaue Zinssatz und weitere Details zu den Rückzahlungsmodalitäten sind nicht bekannt. Begründet hat die ungarische Regierung die Kreditaufnahme mit der Finanzierung von Ausgaben des Zentralhaushalts in den Bereichen Hochtechnologie, Infrastrukturbau, Verkehrsinfrastruktur und Energie.

    Ungarn hat in der letzten Zeit die wirtschaftlichen Beziehungen zu China beträchtlich ausgebaut. Wie die Regierung Anfang Juli mitteilte, haben chinesische Unternehmen rund 16 Milliarden Euro in dem Land investiert und 25.000 Arbeitsplätze geschaffen, die „Ungarn zu einem der Weltklassezentren der globalen Automobilrevolution und technologischen Erneuerung machen“.


    China und Ungarn kooperieren im Infrastrukturbereich

    Zudem beteiligt sich China in Ungarn an einer Reihe von Infrastrukturprojekten. Darunter eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zum Budapester Flughafen, eine Güterbahnstrecke rund um Budapest, Ölpipelines zwischen Ungarn und Serbien sowie Projekte im Nuklearbereich. 

    „Wir haben ein hohes Maß an gegenseitigem politischen Vertrauen entwickelt. Unsere bilateralen Beziehungen sind so gut wie nie zuvor und befinden sich auf einer goldenen Reise“, sagte der chinesische Präsident Xi Jinping in einer Erklärung vor seinem Besuch in Budapest im Mai. Orbán wiederum reiste unmittelbar nach der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft nach China. 


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    Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/orban-leiht-sich-eine-milliarde-in-china-groesster-kredit-in-ungarns-geschichte-li.2239810


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    30.07.2024

    Manni, Manni, Manni…

    overton-magazin.de, 30. J2024

    Screenshot_2024_07_31_at_10_18_34_Manni_Manni_Manni_Overton_Magazinare European People’s Party, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons


    Von ABBA bis Heine – ein Aperçu auf Manfred Weber.

    Manni, Manni, Manni,

    must be funny,

    aber auch nur „in a rich man´s world“, denn für die restlichen 99% der europäischen Bevölkerung bedeutet die Agenda von Manfred Weber lediglich weitere Verarmung, Verelendung und Verzweiflung – im Gleichschritt Marsch hinein in die nächste (und vielleicht letzte) europäische Katastrophe.

    Sozialstaat, Infrastruktur und Bürgerrechte werden im vorauseilenden Gehorsam auf dem Altar der Kriegslüsternheit geopfert – und wenn es denn einmal so weit ist, dann gilt ohnehin der alte Spruch: „Die Waffen liefern die Reichen, die Armen liefern die Leichen!“


    Marode Infrastruktur und marodierende Bürger

    Während in manch anderem Land marode Infrastruktur schnell mal marodierende Bürger nach sich zieht, ist es im Heimatlande eines Manfred Weber eher Usus, alles in stoisch-duckmäuserischem Untertanentum über sich ergehen zu lassen, wie es Heinrich Mann in seinem Roman „Der Untertan“ so treffend beschrieben hat … und Weber ist einer der fleißigsten unter den vielen transatlantischen Akteuren auf dem Brüsseler Parkett, die daran arbeiten, dass an diesem deutschen Wesen nun die ganze EU genesen (oder sollte man besser sagen: verwesen?) solle.


    Das Overton-Fenster

    Nachdem die Macht des Kapitals in den letzten Jahrzehnten ungehindert die EU-Strukturen vereinnahmen könnte, wird nun mit der Macht des Militarismus eine neue, härtere Gangart eingelegt, bei der Menschen, die sich noch den Luxus einer eigenen Meinung leisten, nicht nur als Querdenker diffamiert, sondern gleich als Kollaborateure (Putin-Versteher) oder Staatsfeinde an die Wand gestellt werden … vorerst nur moralisch/rhetorisch, aber bekanntlich folgen die Taten meist den Worten, und da lassen die Worte des immer mehr zur Kriegspropaganda mutierenden Mainstream einen immer wieder aufs Neue erschaudern.

    Ein gutes Beispiel dafür lieferte unlängst die alles andere als moderate Moderatorin Anja Kohl in ihrem Streitgespräch mit Armin Laschet.

    Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich einmal Armin Laschet als Verteidiger der Meinungsfreiheit – und auch noch derer von Sahra Wagenknecht – erleben würde, aber solche absurden Konstellationen zeigen, wie sehr das Overton-Fenster der legitimen Meinungen inzwischen zu einem Guckloch in der Größe (und Funktion) eines Türspions geschrumpft ist, der nur noch diejenigen Meinungen ins geistige Oberstübchen reinlässt, die auch zu 100 Prozent den Interessen der aktuell herrschenden Machteliten entsprechen.


    Herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden

    Anders als der bodenständige Armin Laschet hat es sich der eher versnobte, stets in edlem Zwirn gewandete Manfred Weber längst in den Elfenbeintürmen der Macht gemütlich gemacht und vertritt dort unverhohlen die Interessen der globalen (bzw. US-)Eliten, die mit ihren wirtschaftlichen und militärischen Vehikeln (EU & Nato) immer tiefer und immer rücksichtsloser in die Geschicke Europas eingreifen.


    Screenshot_2024_07_31_at_10_16_17_Manni_Manni_Manni_Overton_Magazin


    Während allerorten von westlichen Werten, Freiheit und Demokratie geschwafelt wird, stellt sich doch die Frage, wie demokratisch denn z.B. die Entscheidung über das 2%-Nato-Ziel zustande gekommen ist. Per demokratischer Abstimmung oder doch eher per Ordre de Mufti vom Obermufti des US-Imperiums, das so seine Vasallen zur Kasse bittet für den immer verzweifelteren Kampf um seine hegemonialen Machtansprüche?


    2 Prozent – nur Peanuts?

    Wobei sich 2 Prozent immer so klein und niedlich anhört, aber nur weil damit alle wirtschaftlichen Aktivitäten von Ihrer Mietzahlung bis zur Tankquittung involviert sind, während die eigentlich viel relevantere Zahl, nämlich der Anteil der Rüstungsausgaben (2024: 90,6 Mrd.) am gesamten Staatshaushalt (2024: 476,81 Mrd.) geflissentlich nie erwähnt wird, denn das sind dann schon beachtliche 19 Prozent, oder anders ausgedrückt: Fast jeder fünfte Euro an öffentlichen Geldern fließt in den Moloch Militär, was unausweichlich dazu führt, dass der Staat seine eigentlichen (zivilen) Aufgaben nur noch zu rund 80 Prozent erfüllen kann. Bei einem sozial und infrastrukturell ohnehin schon seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahrenen System sind das wahrlich keine rosigen Aussichten.


    All the things I could do, if I had a little Manni, den Manni von der CSU

    Davon lässt sich ein Herr Weber natürlich nicht die Laune verderben, wenn er sich in Brüsseler Nobelherbergen von Lobbyisten die zu vertretenden Interessen in die politische Agenda diktieren lässt. Schließlich weiß er nur zu gut: Den Gürtel enger schnallen (und im Ernstfall seinen Arsch im Schützengraben riskieren) müssen immer nur die Anderen.

    Mit empathischen Worten für die Europäische Verteidigungsunion und markigen Slogans wie „Europa muss erwachsen werden“ rührt er auf seiner Webseite die militaristische Werbetrommel und knüpft damit nahtlos an frühere Geschmacklosigkeiten an, wie beispielsweise dem Spiegeltitel von 2006, Ausgabe 47: Die Deutschen müssen das Töten lernen.


    Trio Infernale

    Zusammen mit Miss Uschi Moneypenny, der Frau mit den teuren SMS, und der liberalen Kampfdrohne Strack-Zimmermann bildet Manfred Weber ein teuflisches Triumvirat, das unaufhörlich daran arbeitet, immer mehr öffentliche Gelder in die Rüstung zu kanalisieren, um sie dort im wahrsten Sinne des Wortes zu verpulvern. Das ehemalige Friedensprojekt EU wird sukzessive mit preußischen Tugenden und teutonischer Effizienz in eine tödliche Kriegsmaschinerie verwandelt … und zu allem Überfluss hat dieses Trio Infernale auch noch einen Wladimir, dem man das alles in die Schuhe schieben und somit die eigenen Hände in Unschuld waschen kann.


    Wir webern

    Wem kommt bei diesen Aussichten nicht auch Heinrich Heine´s „Denk ich an Deutschland (resp. Europa) in der Nacht…“ in den Sinn? Zudem hat Heine ein Gedicht geschrieben, dessen Titel unserem Titelhelden geradezu auf den Leib geschneidert scheint – nur nicht der Weber sondern „Die Weber“, über den Aufstand der schlesischen Weber Mitte des 19. Jahrhunderts, laut Wikipedia ein Aufstand gegen Ausbeutung und Lohnverfall, also ebenso geschichtsträchtig wie hochaktuell, dessen leicht modifizierte Version ich hier gerne noch präsentieren möchte:


    Im düstern Auge keine Träne,
    Sie sitzen beim Lanz und fletschen die Zähne:
    Deutschland, wir webern Dein Leichentuch,
    Wir webern den militaristischen Fluch –
    Wir webern, wir webern!


    Ein Fluch dem Mammon, zu dem wir gebeten
    In Winterskälte und Hungersnöten;
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
    Mit Maske und Impfe habt ihr uns genarrt –
    Wir webern, wir webern!


    Ein Fluch dem Selenskij, dem König der Reichen,
    Den Volkes Elend nicht konnte erweichen,
    Der den letzten Groschen von ihnen erpresst,
    Und sie wie Hunde erschießen lässt
    Wir webern, wir webern!


    Ein Fluch dem Slava Ukraine,
    Wo man Faschisten wieder diene,
    Wo jede Blume früh geknickt,
    Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
    Wir webern, wir webern!


    Die Drohne fliegt, der Panzer kracht,
    Wir rüsten emsig Tag und Nacht –
    Europa, wir webern Dein Leichentuch,
    Wir webern hinein den dreifachen Fluch,
    Wir webern, wir webern!


    In diesem Sinne: SUPPORT YOUR LOCAL PEACE MOVEMENT!


    Ähnliche Beiträge:


    Info: https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/manni-manni-manni


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2024

    Hiroshima-Tag und folgende

    aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 30. Juli 2024, 15:22 Uhr


    Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

     

    Hannover hat - als Partnerstadt von Hiroshima - wie immer ein vielfältiges Programm zum Hiroshima-Gedenktag am 6.8., den Flyer der LHH dazu findet ihr im Anhang.

    Angesichts der immer bedrohlicher werdenden Lage haben wir uns entschlossen, auch als Friedensbüro mit einer kleinen Kundgebung beizutragen: Am Dienstag, 6.8.24 von 16 -17 Uhr auf dem Kröpcke unter dem Motto:

    Nein zu US-Mittelstreckenraketen in Deutschland - Hannover soll kein neues Hiroshima werden. Den Flyer findet ihr auch im Anhang.

    Wir hatten ja mit regelmäßigen Mahnwachen am Kröpcke jeweils Donnerstag von 17-18 h angefangen, diese fallen am 8.8. aus, ab 15.8. geht es dann wieder weiter.

     

    Vor uns liegen weitere wichtige Friedenstermine, der Antikriegstag am 1. September und die bundesweite Friedensdemo am 3.10. in Berlin. Ob wir den Antikriegstag mit einer Demo oder Kundgebung am 1.9. oder besser am Montag, 2.9. würdigen werden, steht noch nicht fest.

    Die zentrale Demo am 3.10. der Friedensbewegung ist aber bei uns fest auf dem Plan. Für die Anreise hat das Friedensbüro eine große Zahl von Bahntickets reserviert - sie können einfach durch Überweisung des Betrags von 45 € oder mehr (ermäßigt 30 €) auf unser Konto bestellt werden, wir werden aber bei Aktionen Quittungsblöcke dabei haben, sodass ihr auch bar bezahlen könnt. Genaueres auf dem angehängten Flyer mit dem Aufruf zum 3.10.

     

    Wenn welche von euch auch in anderen Organisationen oder Gruppen aktiv sind, wäre es schön, wenn ihr dort auch auf diese Termine hinweisen könntet oder diese rufen mit eigenen Ideen dazu auf.

     

    Mit solidarischen Grüßen

    Agnes

    Friedensbrü Hannover e.V.

    0176 4350 8325

    www.frieden-hannover.de

    Bank für Sozialwirtschaft: IBAN DE78 3702 0500 0009 4539 00

     


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    30.07.2024

    Verständnis der okkulten Bedeutung der Pariser Templer Rache
    Oder warum sollte man nicht den Kopf verlieren, wenn Satanisten im Gange sind

    cynthiachung.substack.com, vom 30. Juli 2024, Matthew Ehret

    Kreuzpost von Matt Ehret's Insights

    Diese Formel wurde in den Jahren vor der französischen Revolution auf Frankreich angewandt, und die Verwüstung einer einst lebensfähigen französischen Kultur während des Bürgerkriegs des Jakobinen-Terrors wurde nur mit einer neuen Inkarnation von Kaiser Octavius „gelöst“, und Julian der Apostel vermischte sich zu einem glänzenden neuen faschistischen Gott-Mann... in Form von Napoleon Bonaparte.-Cynthia Chung


    Die ganze Woche über wurde das Internet durch den aufrührerischen und absichtlichen Satanismus in gerät, der bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der Pariser Olympischen Spiele zu sehen war.

    Für diejenigen, die immer noch etwas verwirrt über die nicht-figurative Verwendung des Wortes "Satatanismus" zu diesem Thema sind, empfehle ich Ihnen, sich den neuesten okkulten Zusammenbruch des grauenhaften Doenut zu überprüfent

    [Diskutieren: Ich empfehle niemandem, sich normalerweise an einer Analyse zu beteiligen, die von Symbolik oder numerischen Erwägungen als primärer Fokus getrieben wird, da es leicht in wenkadoodle Gebiet fallen wird, aber Doenut gehört zu den wenigen Menschen, die ich kenne, die dies gut macht].

    Es reicht aber nicht, einfach anzuerkennen, dass dieses ketzerische Ritual stattgefunden hat, da es aus einem strategischen Grund geschah und um bestimmte spezifische Reaktionen in den Herzen und Köpfen jedes einzelnen religiösen Menschen mit einem moralischen Knochen in seinem Körper zu.

    Es wurde getan, um sehr spezifische aufgeladene emotionale Zustände und die politischen Konsequenzen einer neuen „harten rechten“ reaktionären Wendung unter den christlichen Konservativen jeder Konfession zu einer bewaffneten „Kreuzfahrer“-Form des mystischen Christentums herbeizuführen, die davon besessen ist, in den Krieg zu ziehen, was es wahr macht, der Teufel zu sein.

    Diese Falle hat historische Präzedenzfälle und die Folgen, die Christen sich erlauben, in diese Falle zu tappen, waren immer die gleichen.

    Diese Formel wurde in den Jahren vor der französischen Revolution auf Frankreich angewandt, und die Verwüstung einer einst lebensfähigen französischen Kultur während des Bürgerkriegs des Jakobinen-Terrors wurde nur mit einer neuen Inkarnation von Kaiser Octavius „gelöst“, und Julian der Apostel vermischte sich zu einem glänzenden neuen faschistischen Gott-Mann... in Form von Napoleon Bonaparte.

    Um diese Dynamik richtig zu verstehen und was genau bei den Olympischen Spielen in Frankreich oder sogar in den belagerten USA heute angerufen wurde, würde ich empfehlen, Cynthia Chungs jüngsten Essay "Die Geburt der modernen Templer, die Ursprünge des alten schottischen Ritus und des römischen Sonnenkönigs Napoleon" zu überprüfen.



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