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03.04.2026

1966: sowjetische Piloten opferten sich für Westberliner Zivilisten

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 14:45 Uhr


RTDE 2.4.2026

Ein Absturz, der Leben rettete: Ausstellung im Russischen Haus erinnert an die Helden von Stößensee

Zu den Hochzeiten des Kalten Krieges, 1966, verhinderten zwei sowjetische Piloten, dass ihr Flugzeug über einem Wohngebiet Westberlins abstürzte: Sie lenkten es in einen See und bezahlten mit ihrem Leben. Heute erinnert eine Ausstellung im Russischen Haus in Berlin an ihre Heldentat.

Am 6. April 1966 startete das nagelneue sowjetische Düsenflugzeug Jak-28 seinen ersten Flug vom Luftwaffenstützpunkt in Finow rund 50 Kilometer nordöstlich von Berlin. Die beiden Piloten, der Hauptmann Boris Kapustin und sein Co-Pilot Oberleutnant Juri Janow, sollten die mit nagelneuer und geheimer Technik vollgepackte Maschine nach Köthen südwestlich von Berlin überführen. Doch der Flug verlief nicht nach Plan: Die Triebwerke der Jak waren wenige Minuten nach dem Start ausgefallen.

Was dann genau passierte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Höchstwahrscheinlich erhielten beide den Befehl, sich mit dem Schleudersitz herauszukatapultieren. Dies hätte wohl menschliche Opfer gefordert, denn die Maschine war bereits über Berlin und auf so geringer Höhe, dass sie führungslos wahrscheinlich in ein Wohngebiet gerast wäre. Kapustin und Janow an Bord steuerten das Militärflugzeug in den zwischen Grunewald und Spandau gelegenen Stößensee im britischen Sektor Berlins.

Historiker verweisen darauf, dass damals immer wieder Düsenflugzeuge abstürzten. "Allemal kann man sagen, es ist ein glücklicher Umstand, dass 'leider' nur zwei zu Tode gekommen sind und nicht noch sehr viel mehr. Sie haben den Schleudersitz nicht betätigt, weil ihnen klar war, dass das Flugzeug dann ins Trudeln kommen würde und unklar gewesen wäre, wohin es stürzt", so der Stadtteilhistoriker Karl-Heinz Bannasch.

Heute erinnert eine Ausstellung im Russischen Haus in Berlin an die Heldentat der Piloten Kapustin und Janow. Zur feierlichen Eröffnung am Donnersteg ist der russische Botschafter Sergei Jurjewitsch Netschajew gekommen. Es sei nicht so einfach zu verstehen, was diese Leute bewegt hat, sagte er in seiner Begrüßungsrede an die Versammelten. Er wies darauf hin, dass im Jahre 1966 der Kalte Krieg herrschte und die Atmosphäre im Grenzgebiet zwischen den Mächten sehr angespannt war.

Die sowjetischen Offiziere hätten aber eine Wahl getroffen. Sie seien wohl den besten Traditionen der Sowjetarmee im Großen Vaterländischen Krieg und denjenigen Helden gefolgt, "die auch hier in Deutschland in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges die einfachen Zivilisten, die deutschen Kinder, gerettet haben".

Die deutsch-russische Geschichte sei "nicht immer sehr erfolgreich" gewesen. "Aber wenn wir zusammengearbeitet haben, das war wirklich Win-win-Situation, nicht nur für die Russen und die Deutschen, sondern für das ganze Europa", so der Botschafter. Der Diplomat bedankte sich bei den Deutschen, die die Erinnerung an die Heldentat der russischen Piloten aufbewahrt und entsprechenden Dokumente, Papiere, Bilder, Fotos zusammengetragen haben.

Dieses Zusammentragen wäre beispielsweise ohne das Engagement des privat betriebenen Luftfahrtmuseums Finowfurt nicht möglich gewesen. Von dessen Gelände hatte die Jak-28 vor 60 Jahren ihren ersten und letzten Flug gestartet – damals hatte sich dort der sowjetische Luftwaffenstützpunkt Finow befunden. Heute fand das Wrack der verunglückten Maschine hier ihre letzte "Ruhestätte" als Ausstellungsstück. Dieses wurde von einem Schrottplatz in Hannover gerettet, erzählte Jörg Engel, einer der Betreiber des Museums, im Gespräch mit RT DE. Mit ihm sind zwei weitere Mitglieder seines Vereins zur Ausstellungseröffnung gekommen. Für ihn und seine Mitstreiter sei die Geschichte der ehemaligen sowjetischen Luftbasis ein Teil der Heimatpflege.

Gestaltet hat die Ausstellung der Berliner Historiker Dr. Christian Hufen. Er hielt vor ca. 40 Versammelten einen kleinen Einführungsvortrag. So wies er auf die angespannte sicherheitspolitische Situation zwischen den beiden Machtblöcken NATO und Warschauer Vertrag im Jahre 1966 hin. Dies hinderte westlichen Medien daran, über die menschliche Dimension der Katastrophe der Jak-28 zu berichten.

Dabei war dies damals das Top-Thema weltweit. Ohnehin war das durch die Mauer geteilte Berlin der prominenteste Schauplatz des Kalten Krieges. Der Westen warf den sowjetischen Luftstreitkräften vor, die Westberliner Bevölkerung mit den neuesten Düsenmaschinen zu terrorisieren. Diese hätten die Schallmauer durchbrochen und die Leute in Unruhe versetzt. Auch Wochen nach dem Absturz war in den Medien nur noch vom Streit um die schleppende Wrackübergabe die Rede, aber es wurden keine Porträts der Piloten gezeigt. Dazu Historiker Hufen:

"Während die sowjetische und entsprechend auch die Presse der DDR umgehend die Namen und Porträts der Verunglückten veröffentlichte und ihrer Heldentat lobte, berichteten westliche Zeitungen von der New York Times bis zum Spandauer Volksblatt vom Protest der drei westlichen Stadtkommandanten gegen gefährliche sowjetische Überflüge und blieben auf die Bergung des Wracks fokussiert. Keine Spur von Empathie für die verunglückten Offiziere der Gegenseite. Kein Wort über deren Verdienst und der Einsatz des eigenen Lebens, um die Katastrophe verhindert zu haben."

Das Schweigen über die Aufopferung der Piloten hat der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt gebrochen. "Wir können davon ausgehen, dass die beiden in den entscheidenden Minuten die Gefahr eines Absturzes in dichtest besiedelte Wohngebiete erkannt und deshalb in Absprache mit ihrer Bodenstation die Maschine in den Stößensee gesteuert haben. Dies bedeutete den Verzicht auf die eigene Rettung. Ich sage das in dankbarer Anerkennung des Opfers, durch das eine Katastrophe vermieden wurde", sagte Brandt in einer Fernsehansprache im Sender Freies Berlin (SFB).

Nach Ansicht des Historikers Hufen war die Rede eines der ersten Anzeichen der späteren Annäherung zwischen BRD und Sowjetunion im Zuge der sogenannten Neuen Ostpolitik. Die Würdigung sei in Moskau mit Wohlwollen registriert worden. Brandt wurde hingegen für sein kurzes sowjetfreundliches Statement bundesweit kritisiert. Noch im selben Jahr wechselte Brandt als Außenminister nach Bonn und wurde wenige Jahre später Kanzler.

Die russlandfeindliche Haltung der heutigen Medien sorgte beim Zuhören dieser Geschichte für einen Déjà-vu-Effekt. Der Auszug aus der Ansprache Brandts ist heute auf YouTube abrufbar. Der Rechteinhaber des Mitschnitts, der öffentlich-rechtliche Sender RBB, habe die Verwendung des Materials für Zweck dieser Ausstellung verweigert, teilte Hufen mit – die in Kanzleideutsch verfasste Absage ohne Angaben von Gründen las Hufen den Versammelten vor.

Ob die deutschen Medien anlässlich dessen 60. Jahrestages an dieses schillernde Ereignis der Berliner Geschichte erinnern, ist ungewiss. In Russland wurden die Helden von Stößensee mit einem Denkmal am Geburtsort von Hauptmann Kapustin Rostow am Don geehrt. Im Russischen Haus in Berlin ist eine ihm und seinem Co-Piloten gewidmete Ausstellung mit Fotos, Zeitungsauschnitten und Informationen über die Nachwirkung der Tat ab heute für mehrere Wochen zu sehen.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

„Dies ist ein asymmetrischer Krieg, auf den sich der Iran seit Jahrzehnten vorbereitet hat“ – Interview mit Alastair Crooke (Teil I)

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forumgeopolitica.com,  vom Mi. 01 Apr 2026, Marco Fernandes, (evtl. doppelt vorhanden) Nach Ansicht des ehemaligen britischen Diplomaten, der über umfangreiche Erfahrungen in der Region verfügt, ging der voreingenommene Westen davon aus, dass es dem Iran an moderner Technologie mangele.


Alastair Crooke ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Analyse der Beziehungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt. Als ehemaliger britischer Diplomat und hochrangiger MI6-Beamter ist Crooke nicht nur ein geopolitischer Analyst, sondern seit vielen Jahren auch ein aktiver Akteur in diesem Bereich. Seine politische Bedeutung zeigt sich in der entscheidenden Rolle, die er bei der Vermittlung in Konflikten in Nordirland, Südafrika und vor allem im Nahen Osten gespielt hat.

Als Berater von Javier Solana, dem Hohen Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (1997–2003), ermöglichte Crooke den direkten Dialog mit Bewegungen wie der Hamas und der Hisbollah und argumentierte, dass nachhaltiger Frieden die Anerkennung und Einbindung von Akteuren erfordert, die über eine Legitimität in der Bevölkerung verfügen, unabhängig davon, wie sie von westlichen Hauptstädten bezeichnet werden.

Crooke ist zudem Gründer und Leiter des Conflicts Forum in Beirut sowie Autor des hervorragenden Buches „Resistance: The Essence of the Islamist Revolution“. In diesem Werk argumentiert Crooke, dass die islamische Revolution nicht bloß eine weitere politische Bewegung des 20. Jahrhunderts war, sondern eine tiefgreifende Ablehnung des westlichen liberalen Materialismus auf der Suche nach einer authentischen spirituellen und gemeinschaftlichen Identität.

In einem ausführlichen Zoom-Gespräch am 29. März, das Marco Fernandes für Brasil de Fato führte, liefert Alastair Crooke, der von seinem Wohnsitz in Italien aus spricht, nicht nur eine präzise Analyse der aktuellen Dynamik des Krieges, den die USA und Israel gegen den Iran provoziert haben, sowie möglicher Verschiebungen im Kräfteverhältnis in der regionalen und globalen Geopolitik und Wirtschaft, sondern bietet uns auch tiefgreifende Reflexionen über die Entwicklung der islamischen Revolution, einige ihrer bedeutendsten Fortschritte sowie die Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Mit freundlicher Genehmigung von „Brasil de Fato“ veröffentlichen wir das Transkript in drei Teilen. In diesem ersten Teil untersucht Crooke die militärische Strategie des Iran, berichtet über die ernste innenpolitische Lage in Israel, skizziert mögliche Szenarien für die Reaktion der Schiiten in der Region und analysiert die wahrscheinliche Beteiligung Chinas und Russlands an dem Konflikt, die dazu beitragen könnte, ein mächtiges antiimperialistisches Bündnis zu festigen, das vom US-amerikanischen „Deep State“ seit langem gefürchtet wird.

Laut Crooke hat der Iran entscheidende Lehren aus der US-Invasion im Irak (2003) gezogen, was einen Großteil seines bisherigen militärischen Erfolgs erklärt. Wenn wir beispielsweise „keine Luftwaffe haben können, die in der Lage ist, Israel oder den Vereinigten Staaten Paroli zu bieten, (…) was tun wir dann? (…) Wir sollten keine Luftwaffe aufbauen. (…) Raketen können zur iranischen Luftwaffe werden“.

Um der Überlegenheit der USA in den Bereichen Satellitentechnik und Nachrichtendienst entgegenzuwirken, „lässt man nicht seine gesamte militärische Infrastruktur offen sichtbar, damit sie bombardiert werden kann (…) – man muss sie vielmehr (…) tief verbergen“, wofür der Iran anfangs Unterstützung von der Demokratischen Volksrepublik Korea erhielt. Schließlich wurde durch die Schaffung des sogenannten „Mosaiks des Widerstands“ eine dezentrale militärische Führung geschaffen, die verhindert, dass ein „Enthauptungsschlag“ – also die Ermordung politischer und militärischer Führer wie Saddam Hussein und seiner Generäle – die Strategie des Widerstands gegen eine ausländische Invasion zum Scheitern bringt.

Lesen Sie unten den ersten Teil dieses Exklusivinterviews für Brasil de Fato:

Nach rund vier Wochen Krieg hat der Iran zahlreiche Angriffe erlitten – mit über 2.000 Toten und mehr als 3 Millionen Vertriebenen. Dennoch gibt es mehrere Anzeichen dafür, dass der Iran in der Konfrontation mit den USA und Israel die Oberhand gewinnt – wie sogar Sir Alex Younger, ehemaliger Chef des MI-6, feststellte –, indem er die Straße von Hormus kontrolliert und die Preise für Energie (sowie Düngemittel und Heliumgas) in die Höhe treibt. Der Iran hat gerade erst begonnen, seine modernsten Raketen einzusetzen, und dennoch bereits Israel schweren Schaden zugefügt sowie rund 13 US-Stützpunkte in der Region angegriffen und/oder zerstört. Sie haben in anderen Interviews gesagt, dass der zweite Krieg der USA gegen den Irak (2003) wichtige Lehren für die iranische Widerstandsstrategie geliefert hat. Könnten Sie diese Lehren näher erläutern? Und was hat der Iran zudem aus den Kriegen gelernt, die Israel in den letzten Jahren geführt hat? Kurz gesagt: Was sind die Hauptelemente der iranischen Widerstandsstrategie gegen seine derzeitigen Gegner, und warum war sie so effektiv?

Zunächst einmal muss man sagen – und das ist ganz offensichtlich –, dass es dem Westen sehr schwerfällt, damit umzugehen. Es handelt sich um einen asymmetrischen Krieg, der über Jahrzehnte hinweg geplant wurde. Denn der Westen ist an klassische Kriegsführung gewöhnt. Im Wesentlichen stehen sich dabei zwei Luftstreitkräfte gegenüber, und diejenige mit den meisten Flugzeugen, die größte, ist weit entfernt. Der Iran hat das erkannt und sehr deutlich gesehen, was 2003 in Bagdad geschah. Die Amerikaner führten diese klassische Kriegsführung durch, die ich als „shoot and scoot“ bezeichne. Man greift mit massiven Luftangriffen ein und zerstört innerhalb von drei Wochen sein Kommando, Saddam Husseins Kommandostrukturen, seine militärischen Strukturen.

Und die Iraner haben sich damit eingehend befasst und überlegt: Wie können wir das vermeiden? Denn wir haben keine Luftwaffe. Wir können keine Luftwaffe aufbauen, die Israel oder Amerika herausfordern könnte. Was tun wir also? Und so kamen sie im Grunde auf die Idee, dass man, was die Luftwaffe angeht, eben keine Luftwaffe aufbauen sollte. Man sollte nicht versuchen, mit einer Luftwaffe zu konkurrieren. Raketen können die iranische Luftwaffe werden. Und genau das ist im Grunde genommen geschehen. Das war also eine wichtige Erkenntnis. Und der Iran hat enorme Anstrengungen in Bezug auf Denkansätze und Technologie investiert, denn der Westen ist nach wie vor weitgehend orientalistisch geprägt und geht davon aus, dass der Iran keine moderne Technologie besitzt.

Wenn man sich tatsächlich einige der von Fachzeitschriften veröffentlichten Technologiestatistiken ansieht, die verschiedene Technologiebereiche – etwa ein halbes Dutzend oder acht – abdecken, rangiert der Iran unter den Top 10 und manchmal sogar unter den Top 4. Das Land verfügt über hervorragende technische und ingenieurwissenschaftliche Qualitäten. Daher hat es viel intellektuellen Aufwand in seine Raketen investiert und ist an der Spitze – wenn auch nicht in allen Bereichen – der Raketentechnik. Russland verfügt über einiges an Fachwissen, aber manchmal liegen sie falsch, und auch die Chinesen respektieren die technische Kompetenz des Iran. Das war also die erste Lektion.

Die zweite Lektion war: Man lässt nicht seine gesamte militärische Infrastruktur offen liegen, damit sie bombardiert werden kann. Das ist dumm. Man muss sie also vergraben, und zwar tief, damit sie selbst bei mehrfachen Bombardements nicht beschädigt oder angegriffen wird. Und diesen Effekt haben wir bei den Raketenstädten gesehen.

Wir haben einige berühmte Anlagen wie die Festung Yazd, diesen riesigen Berg, in dem die großen Raketen untergebracht sind. Dieser ist mit Spezialbeton verstärkt, liegt aber mehr als 500 Meter tief im Berg. Er verfügt über ein Schienennetz, über das die Raketen zum Eingang transportiert werden; es gibt verschiedene Tunneleingänge.

Die Raketen werden über das Schienennetz transportiert und direkt von dort aus abgefeuert – es handelt sich nicht um mobile Abschussrampen, von denen die Israelis und Amerikaner sprechen. Sie werden direkt vom Schienennetz aus abgefeuert, und eine neue Rakete wird an ihre Stelle gebracht. Die Israelis und Amerikaner bombardieren Yazd seit über vier Wochen ununterbrochen, und dennoch, selbst wenn die Bombardements aufhören, kommen diese großen Raketen aus den Silos, direkt aus der Tiefe, nach oben und hinaus. Also vergraben Sie Ihre Infrastruktur.

Ihre maritimen Mittel haben sie genauso verborgen. Sie sind entlang der Küste bei Hormuz und entlang der gesamten iranischen Küste verborgen. Das Gelände dort ist ohnehin voller Höhlen und Gebirge und dort wimmelt es nur so von Schiffsabwehrraketen. Und diese befinden sich in den Klippen. Dann haben sie Tunnel, die unter dem Meer verlaufen, und sie verfügen über Unterwasserdrohnen, die aus Tunneln unterhalb von Hormuz gestartet werden können. Und diese Drohnen verfügen über Lithium-Batterien, sodass sie eine Betriebsdauer von vier Tagen haben. Sie sind KI-gesteuert, sodass sie ihre Ziele autonom finden und angreifen können. Sie können also herumschwirren und auf ein Ziel warten, um es dann anzugreifen. Sie verfügen außerdem über Mini-U-Boote. Ich glaube, sie haben etwa 25 Mini-U-Boote. Und man fragt sich: „Nun, was nützen Mini-U-Boote?“ Der Sinn von Mini-U-Booten liegt darin, dass die Straße von Hormuz nicht sehr tief ist. Deshalb wird so viel über die Fahrrinnen und die Hauptfahrrinnen gesprochen, durch die die großen Schiffe fahren, und dann über die spezielle Fahrrinne, die sich bei der Insel Kischinew befindet. Und so können die U-Boote in die Straße von Hormuz vordringen. Das ist der Sinn. Und sie können unter Wasser Schiffsabwehrraketen abfeuern. Auch hier wieder unsichtbar für Satelliten und AWACS und was auch immer. Das war also ein weiteres Element. Sich vor den Augen der Amerikaner zu schützen, war eine weitere Lehre aus dem Irakkrieg und spiegelt sich in der Tatsache wider, dass der Iran in der ersten Phase dieses Krieges alle Radarstationen im Golf und mehrere davon an anderen Orten zerstört hat und erst gestern eine weitere zerstört hat, eines der wenigen AWACS, die in diesem Gebiet im Einsatz sind.

Sie haben also einen Großteil ihrer Kapazitäten eingebüßt, denn es geht nicht nur darum, zu erkennen, dass eine Rakete im Anflug ist, und dementsprechend eine Warnung auszusenden – eine Warnung, die den Israelis nicht mehr gegeben wird. Es bleibt nur noch eine Minute, während es früher drei oder vier waren. Wenn man nur noch über eine begrenzte Anzahl von Abfangraketen verfügt und nicht mehr die Zeit hat, die einem die Radarsysteme geben, um zu entscheiden und die Luftabwehr anzupassen, dann wird man bei der Luftabwehr nicht sehr erfolgreich sein.

Und dann gab es noch einen weiteren Aspekt des Krieges, den sie gelernt haben: das, was heute als „Mosaic“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem sie den gesamten Iran in autonome Kommandos aufgeteilt haben. Es gibt zwar ein kleines Zentralkommando, doch letztlich wurde die Führung über das ganze Land auf autonome Kommandos verteilt. Und diese autonomen Kommandos verfügen über im Voraus festgelegte Pläne, um den Krieg auch im Falle eines Ausfalls des Zentralkommandos fortzusetzen.

Ich habe das tatsächlich gesehen – es wurde sogar erprobt. Ich war 2006 während des Krieges im Libanon, und die Hisbollah setzte es ein; die Hisbollah brachte mich tatsächlich in den Süden, und ich konnte sehen, was geschah. Sie hatten also diese autonomen Kommandos, und sie arbeiteten miteinander zusammen. Das war am Ende des Krieges, denn mitten im Krieg durfte man nicht hingehen. Ich sprach mit einigen der Kommandeure, und sie hatten ihre Pläne, den Krieg fortzusetzen, selbst wenn es Beirut nicht mehr gegeben hätte. So war es also 2006. Jetzt sind viele Jahre vergangen, und genau das wurde umgesetzt. Hier kommt die gesamte Maschinerie auf der Grundlage vorab vereinbarter Pläne in Gang, um den Konflikt fortzusetzen. Sie brauchen keine Erlaubnis einzuholen, da sie die Befugnis haben, auf eigene Initiative zu handeln, und sie verfügen über ihre eigenen Raketen und ihre eigenen Streitkräfte. Das war also wirklich das, was ich als dritte Lektion des asymmetrischen Krieges bezeichne, die die Iraner als Folge des Irak-Krieges entwickelt haben und die sie nun seit zwei Jahrzehnten für diesen Krieg gegen die Vereinigten Staaten und deren Stützpunkte in der Region planen.

Und dem Westen fällt es mental sehr schwer, sich das vorzustellen, weil ihre Vorgehensweise darin besteht, sie „in die Hölle zu bomben“, wie Trump sagt. Und tatsächlich war das 2006 im Libanon nicht erfolgreich, denn ich erinnere mich daran: Zunächst einmal dachten die Israelis, es würde sich um eine kurze Militäroperation handeln, die weniger als eine Woche dauern würde. Und so hatten sie eine Zielliste für eine Woche. Und natürlich, wenn die Zielliste einmal aufgebraucht war, was macht man dann? Nun, man kann nicht zu den Kommandanten oder zur politischen Elite zurückgehen und sagen: „Nun, wir haben keine Ziele mehr, wir gehen nach Hause und essen zu Mittag.“ Das geht nicht. Also bombardieren sie weiter zivile Ziele, was auch immer. Und meistens bombardierten sie Attrappen und Nachbildungen von mobilen Abschussrampen, nicht das Original. Und diese mobilen Abschussrampen wurden innerhalb kürzester Zeit wieder unter die Erde verlegt. Ich meine, buchstäblich, ich erinnere mich an etwa 90 Sekunden – sie konnten sie einfach zurückbringen und verschwinden. Zu schnell, als dass die Israelis hätten angreifen können. Die wichtigsten Raketen der Hisbollah befanden sich also in riesigen Tunneln. Sie hatten ihre eigenen Raketentunnel. Ich war in diesen Tunneln. Wenn man dorthin geht, kann man es sehen. Es heißt „Spinnennetz“. Sie können einem zeigen, was sie benutzt haben. So vieles von diesen Bombardements, von denen wir gehört haben, ist das Übliche, was wir aus dem Westen hören: „Oh, es wurden 38.000 Einsätze geflogen.“ Das haben wir auch gehört. Das war bei der Bombardierung von Belgrad genauso: 38.000 Einsätze. Und am Ende war die serbische Armee so gut wie intakt. Sie hat, glaube ich, 40 gepanzerte Fahrzeuge oder so verloren, aber sie war intakt. Sie wurden nicht bombardiert.

Die Frage lautet also: War dieser Bombenangriff wirksam? Es geht nicht darum, wie viele Bomben abgeworfen wurden, denn wir wissen, dass viele dieser Bomben – insbesondere in jüngster Zeit – von den Israelis abgeworfen wurden. Ich zitiere hier iranische Quellen, aber die Iraner sagen, dass in Teheran 20 Krankenhäuser getroffen und etwa 600 Schulen bombardiert wurden und mehr als 1.000 Kinder verletzt wurden. Das sollte uns nicht überraschen. Genau das tut Israel im Gazastreifen. Genau das tut es im Libanon.

Das ist es, was sie als Druck betrachten. Es wird Druck auf den Iran ausgeübt, damit er kapituliert, um die Bevölkerung zu demoralisieren. Aber es funktioniert nicht. Die Amerikaner wissen das eigentlich, aber manchmal bleiben diese Botschaften auf der Strecke. Denn sie wissen, dass es noch nie einen Fall gegeben hat, in dem allein durch Luftangriffe ein sogenannter Regimewechsel herbeigeführt werden konnte. Sie führen Belgrad als Beispiel an, aber das war nicht der Fall. Die Regierung stürzte später aus anderen Gründen, aber nicht wegen der Bombardements. Es besteht also kein Zweifel, dass die israelisch-amerikanischen Bombardements zerstörerisch sind, aber sie sind nicht wirksam.

Und natürlich hat der Iran einen Plan. Und es handelt sich um eine Phase. Eine weitere Erkenntnis, die sie aus dem Krieg von 2003 gewonnen haben, war, dass die Amerikaner in der Regel nur über die logistischen Kapazitäten für kurzfristige Einsätze verfügen. Die Antwort lautet also: Wir arbeiten langfristig und machen unsere Sache gut. Und genau das tun sie. Daher werden die Raketen sehr sorgfältig dosiert eingesetzt.

Sie sollen also irgendwann – wir wissen nicht genau wann – gemäß ihrem Plan ihren Höhepunkt erreichen, indem eine fortschrittlichere Rakete eingesetzt wird. Zu Beginn setzten die Iraner Raketen aus der Produktionscharge von 2012–2013 ein, im Grunde genommen, um die Verteidigungssysteme auszuloten, um zu sehen, wo sie sich befinden, und um die Abfangkapazitäten zu erschöpfen. Das waren also die Überlegungen, die ihrer Planung zugrunde lagen. Und dann gab es natürlich noch die gesamte Planung für Notfälle und andere Dinge, die man tun muss, je nachdem, wie die anschließende Reaktion der Vereinigten Staaten und Israels ausfallen wird.

Laut der jüngsten Zusammenstellung Ihres Conflicts Forum scheint sich die Lage in Israel auf eine Katastrophe zuzubewegen. Der ehemalige Ombudsmann der IDF, General Yitzhak Brik, erklärte: „Was Israel in der nächsten Runde [des Krieges] erwartet, ist beängstigend“ – „Israel ist strategisch nicht auf einen Krieg an mehreren Fronten vorbereitet, der unsere Existenz bedrohen wird.“ Israel hat in den letzten Jahren das Narrativ der Supermacht der IDF aufgebaut – einer übrigens sehr effizienten Armee für die Tötung unbewaffneter Frauen und Kinder –, doch nun sieht es so aus, als würde alles auseinanderfallen. Diese Woche haben sich sowohl die Jemeniten von Ansarallah als auch der Widerstand im Irak dem Krieg angeschlossen und bereits Angriffe gegen Israel gestartet. Wie sehen die Aussichten für Israel in den nächsten Wochen aus, falls sich der Krieg hinzieht?

Es zeigt Wirkung, denn Teile der israelischen Presse, die wir verfolgen, analysieren und deren Inhalte wir [auf dem Substack des Conflict Forum] veröffentlichen, haben darüber berichtet. Hochrangige Generäle sagen: „Wir können so nicht weitermachen.“ Der Generalstabschef der Armee trat in den letzten Tagen vor das Kabinett und erklärte: „Das ist eine Krise.“ Er schrie sie an: „Wir können so nicht weitermachen! Wir müssen weitere 400.000 Mann rekrutieren. Wir verlieren Leute. Das ganze Konzept bricht zusammen!“ Das haben sie gesagt. Die Krise spielt sich auch im Libanon ab, denn die Hisbollah hat in den letzten Tagen 21 Merkava-Panzer an einem Tag ausgeschaltet. Und meist auch ihre Besatzungen. Einige konnten sich retten, aber die meisten wurden getötet. Die Israelis gaben zu, dass sie ihre Reaktion auf diese Angriffe auf nur 12 Panzerabwehrraketen pro Tag beschränken mussten, weil das alles ist, was wir haben, um die Munition zu rationieren. Aber der Krieg ist viel größer. Und ich glaube, das ist Teil des Plans. Auch im Irak vollzieht sich gerade ein gewaltiger Wandel.

Was geschieht derzeit im Irak? Welche Auswirkungen hat dies auf die schiitische Gemeinschaft in der Region?

Die Ermordung des Obersten Führers, des Oberhaupts des schiitischen Islam und einer hochgeschätzten religiösen Persönlichkeit, hat den Schiismus überall, insbesondere im Irak, angeheizt, und die Hashad [A-Shaabi, ein Bündnis aus 50–70 Volksmilizen, die in die regulären Streitkräfte eingegliedert wurden] hat sich darauf vorbereitet, und eine Reihe von Ayatollahs der Mudschaheddin hat zum Dschihad aufgerufen, zu einem obligatorischen, legitimen Dschihad. Ich glaube nicht, dass es schon so weit gekommen ist, denn ich denke, im Irak ist von einem defensiven Dschihad die Rede. Aber dennoch haben wir das gesehen, und ich glaube, Sie werden dies in der kommenden Zeit erleben. Denn im Irak gibt es eine Grauzone zwischen den regulären Streitkräften und der Hashad – die Amerikaner bezeichnen sie als PMF [Popular Mobilisation Forces]. Aber sie befinden sich jetzt an der Grenze zu Kuwait. Und sie greifen in Erbil an. Ich glaube, man wird sehen, wie sie weiter vorrücken. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass sie Kuwait einnehmen und der Iran Bahrain. Ich weiß es nicht, niemand hat mir das konkret gesagt, das ist nur meine Einschätzung der Lage vor Ort. Ich würde denken, dass die Dinge in diese Richtung laufen. Wir haben also eine andere Art von Krieg als den, von dem Amerika dachte, dass es ihn führen würde.

Ich habe mich mit einem Freund unterhalten, der für iranische Medien arbeitet, und er erzählte mir, dass die Iraner diese Technologie der tiefen unterirdischen Tunnel offenbar von Nordkorea übernommen hätten. Wissen Sie davon?

Ich glaube, dass sie in diesem Bereich und im Raketenbereich tatsächlich Unterstützung für den Iran erhalten haben. Ich denke, der Iran hat Unterstützung von anderen Seiten erhalten.

Angesichts des Konzepts der „asymmetrischen Kriegsführung“ und des „Mosaiks des Widerstands“ haben Sie dies als brillante militärische Strategie des Iran bezeichnet. Glauben Sie, dass die Iraner damit ein neues Kapitel in der Geschichte der modernen Militärstrategien einläuten könnten?

Ja, vieles davon lässt sich auf Qasem Soleimani und seine Initiativen zurückführen. Aber das Gleiche gilt auch für die Entwicklungen in der Ukraine. Die Innovationen, die die Russen eingeführt haben, insbesondere im Bereich der Raketen und Drohnen, sind Teil eines Austauschs: Die „Shahed“-Drohnen wurden an Russland ausgeliehen, woraufhin Russland einige davon weiterentwickelt und zurückgegeben hat. Aber ich glaube nicht, dass die Iraner sagen würden, dies sei ausschließlich iranisch. Ich denke, die Iraner haben sehr viel aus eigener Initiative geleistet, was außergewöhnlich ist. Aber sie beanspruchen nicht alles für sich. Ihre Raketen weisen Eigenschaften auf, insbesondere die Fatah-2 und andere, die meiner Meinung nach wahrscheinlich auch China und Russland überrascht haben. Dies wurde durch eigene Erfindungen im Iran erreicht, nicht von anderswo übernommen. Aber ja, es ist eine neue Art der Kriegsführung. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass all die alten Konzepte, die immer noch bestehen – viele westliche Militärs sprechen immer noch von Desert Storm – und Minen und so weiter – all diese großen Doktrinen sind nun wirklich vorbei.

Um noch einmal auf die Unterstützung für den Iran zurückzukommen: Es wurde viel über die Unterstützung Chinas in Form von Radarsystemen und dem Schiff „Ocean One“ gesprochen, und offenbar gibt es auch Gerüchte über russische Unterstützung für den Iran, ebenfalls im Bereich der Nachrichtendienste oder vielleicht in anderen Bereichen, von denen wir nichts wissen und von denen wir vielleicht tatsächlich nie etwas erfahren werden. Aber wie schätzen Sie das ein? Ich meine, glauben Sie, dass China und Russland in diesem Krieg für den Iran einen Unterschied machen? Zum Beispiel gibt es Berichte, wonach einige US-Beamte sagten, sie seien überrascht über die Effizienz einiger iranischer Angriffe im Vergleich zum 12-Tage-Krieg. Und wenn dem so ist, wenn China und Russland dem Iran tatsächlich helfen und ihn unterstützen, könnten wir dann sagen, dass sich vielleicht der Albtraum von [Zbigniew] Brzezinski [dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter] bewahrheitet, der in "Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft" schrieb, dass ein Bündnis zwischen China, Russland und dem Iran für die Vereinigten Staaten unerträglich wäre. Wird dieser Albtraum also zu einer Art Frontlinie im Kampf gegen die Hegemonie?

Ich glaube, das ist noch nicht ganz klar. Das ist eine andere Frage, die allerdings sehr wichtig ist. Aber ich möchte zunächst etwas zum ersten Punkt sagen. Ich denke, die Iraner haben schon früher erkannt, dass ihnen der Zugang zum amerikanischen GPS entzogen und das es auch gegen sie eingesetzt wurde. Also sind sie zunächst auf das russische System Glonass umgestiegen. Und dann sind sie im Rahmen des 25-jährigen Partnerschaftsabkommens mit China zum Beidou-System gewechselt. China gewährte ihnen die Rechte zur Nutzung der militärisch fortschrittlichsten Form dieser Daten. Und natürlich verfügt China über die Satelliten. Und ich glaube, China hat Satellitenverbindungen zum Iran eingerichtet, damit dies möglich ist. Ich meine, das ist ziemlich offensichtlich. Ich verrate Ihnen keine Geheimnisse, denn der Iran weiß, wann B-1-Bomber vom Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien abheben und zu welcher genauen Uhrzeit. Sie haben also, wenn man so will, vollständige Transparenz. Im Krieg gegen Russland waren die IRS (Intelligence Reconnaissance Surveillance Structures of America), die Satelliten und die Fähigkeit, eine integrierte Karte der Frontlinie und der Zielerfassung aus Radardaten sowie von AWACS zu erstellen – alles zusammen in einem integrierten System – wirklich der wichtigste Beitrag der NATO zum Krieg gegen Russland.

Die Russen haben sich immer über AWACS beschwert: „Woher stammen die Daten?“ Nun, sie stammten nicht von den Ukrainern, denn das ist streng geheim und so weiter. Was man jetzt also sieht, ist eigentlich das Gegenteil. Es scheint, als verfüge der Iran über dieses IRS-Battlescape-System, um es gegen die Amerikaner einzusetzen. Während die Amerikaner es also gegen Russland einsetzen, hat Russland vielleicht gewisse Einschränkungen. In Russland stellt sich immer die Frage: Warum haben sie die AWACS, die über dem Schwarzen Meer fliegen, nicht ausgeschaltet oder so etwas? Das haben sie jedenfalls nicht getan. Aber der Iran tut das. Und ich denke, das war eine enorme Wende im Krieg, was die IRS-Fähigkeiten angeht. Ich kenne das Ausmaß davon nicht. Ich habe keine besonderen Informationen dazu. Aber ich glaube, genau das ist passiert. Das wird also unterstützt.

Ich denke, sowohl Russland als auch China unterstützen das gerne hinter den Kulissen. Sie wollen keine chinesische Ausrüstung vor Ort einsetzen, wo sie von den Menschen gesehen werden kann. Aber man kann die Datenströme nicht sehen. Man kann nicht sehen, dass sie Datenströme senden, ob sie nun vom Schiff „Ocean One“ kommen, das chinesisch ist. Es ist ein komplexes Schiff, das Abfangmaßnahmen durchführt, mit Radar arbeitet und auch unter Wasser operiert. Es bekämpft also U-Boote in der Region. Und so ist es auf Kriegskurs.

Und ich denke, was man noch sagen muss, ist, dass der Unterschied in diesem Krieg darin besteht, dass es auf amerikanischer Seite keine Einschränkungen gibt. Rechtmäßigkeit, Menschenrechtsfragen, die Vereinten Nationen – all das spielt keine Rolle mehr. Macht geht vor Recht. Und so ist es nun einmal. Der Iran hingegen folgt diesem Muster weiterhin nicht. Er folgt einem Muster der Eskalation. Wenn er an einer bestimmten Art von Ziel angegriffen wird, schlägt er zurück und eskaliert gleichzeitig. Es ist also ein Schritt und eine Eskalation, um Amerika und Israel davon abzuhalten, diesen Weg einzuschlagen. Diese Dinge stellen also sicherlich einen großen Unterschied und eine Veränderung in der Kriegsführung dar. Ein bisschen beängstigend. Keine Regeln, ein Strudel, Völkermord, all diese Dinge. Die Entführung von Führern, die Tötung von Führern, Enthauptung, Mord. Ich meine, vor langer Zeit waren Kriege eine Art Ritual. Die Menschen stellten sich auf, es gab Regeln, und jemand sagte: „Okay, die Schlacht beginnt.“ Wir sind ins andere Extrem verfallen.


Interview Iran Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Brzezinski, Zbigniew NATO

10 Kommentare zu
«„Dies ist ein asymmetrischer Krieg, auf den sich der Iran seit Jahrzehnten vorbereitet hat“ – Interview mit Alastair Crooke (Teil I)»


Robert Dyson Mi. 01 Apr 2026, 13:43

In the early 1960s I used to read The Guardian newspaper but gave up after reading articles on India which always made a point that India had not changed from its rural primitivism over the past thousand years. Never a mention that it had been colonised because of its riches, and that colonization had drained it and divided it. Since independence there has been no famine in India. In the ~2000 years of records before British rule there was a famine a century on average. During British rule there was a famine every 4 years on average. Those primitive Indians did well.

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Antwort auf Thierry Vignal Mi. 01 Apr 2026, 15:44

Alex Krainer input ?

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Antwort auf RAMANA T.V. Do. 02 Apr 2026, 9:14

Nice article ramana

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Antwort auf Man Lee Mi. 01 Apr 2026, 16:13

Yes, like Crooke has pointed out, Orientalism on the part of the West has made them underestimate the capabilities of the Iranians. Trump and America will live to regret this wild adventure against Iran.

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Antwort auf bernie holland Do. 02 Apr 2026, 18:26

As will the Zionist regime in Israel

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bernie holland Do. 02 Apr 2026, 18:13

Iran will prevail

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Ivo H. Pineda Fr. 03 Apr 2026, 4:54

The Ocean One ship , I'd say that ship is collecting radio communication data, most of them are encrypted, the issue isn't how to decipher such signals but for sure Chinese are able to see the algorithms that US are using.
Consider that change those algorithms is not an easy task and also with no military base to support communications they have to use satellite signals an the Ocean One picks all of them

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Kenneth Joseph Wood Fr. 03 Apr 2026, 13:15

Great interview! Alastair correctly states--this Iran War has no rules, no boundaries. The adage and now practice of "might makes right" rachets down international relationships to pure barbarism. How does the rest of the world isolate, condemn, counter, and repudiate this?

There is hope: Spain has permanently withdrawn its ambassador to Israel, Ana María Salomón Pérez, amid escalating tensions over Israel’s actions in Gaza and the US-Israel military campaign in Iran.

The massacre of schoolchildren, bombing hospitals--and now POTUS gleefully trumpeting his bombing of one of Tehran's largest civilian suspension bridges--these are detestable acts of uncivilized people not worthy of siting at the table of humanity.

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Antwort auf Stefan Meyer Fr. 03 Apr 2026, 21:39

Sehr schöne und treffende Formulierung! Ganz im Sinne von Daniel Ganser, der von der Völkerfamilie spricht.

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Schnider Fr. 03 Apr 2026, 16:30

Die Jugend im Westen - schlecht gebildet, hedonistisch und mit Hang zu Narzismus?
Ich weiss, man darf nicht verallgemeinern. und es gibt zweifellos etliche Ausnahmen. Aber angesichts der Rücksichtslosigkeit amerikanischer Politiker in ihren Äusserungen übelster aggressiver Art, ihrer groben Missachtung Internationalen Rechts, man bleibt fassungslos zurück. In den 60er und 70er Jahren stiegen Jugendliche auf Barrikaden, lehnten sich gegen das Unrecht damaliger Zeit auf!

Und heute? Die Sprache, der Hass, ja der offene Rassismus erregen unsere Medien anscheinend überhaupt nicht. Manchmal hat man bei einigen US-Politikern den Eindruck, dass sie mit den Nazis vor 90 Jahren wetteifern wollen.
Natürlich weiss ich auch, dass in den alternativen Medien, vor allem wieder zahlreiche US-Amerikaner ganz pointiert das Unrecht anprangern. Leider aber hat der zionistische Komplex mit ihren Oligarchen, Banken und dem ganzen Unfeld der Wallstreet die öffentliche Meinungsbildung fest in ihrer Hand.

Hoffnung mittel- und langfristig besteht dennoch: Das Fehlen der kontroversen Diskussion führt in unserer so genannten "Democracy" zu falschen Einschätzungen und Fehlentscheidungen und noch gefährlicher - zu massloser Selbstüberschätzung.
Beispiele dazu finden wir in der aktuellen Zeit zur Genüge...

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Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/dies-ist-ein-asymmetrischer-krieg-auf-den-sich-der-iran-seit-jahrzehnten-vorbereitet-hat-interview-mit-alastair-crooke-teil-i


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

1.Ostermarsch 2. Gesetz zur Todesstrafe Knessetbeschluss 3. Schauspiel Hannover 21.4. 4. FORUM-Abend im Mai 5. Mahnwachen 6. Europ. BI 7. Div. Links

aus e-mail von Palästina Initiative, 3. April 2026,11:42 Uhr


Liebe Palästina- und Israel-Interessierte, liebe Aktive,

1) Wir rufen auf zum Ostermarsch 2026 (Aufruf des Friedensbüros und Sharepic s. Anhang) Seit Langem dringlicher denn je!

 Ostersamstag, 04. April 2026
11:00 Uhr – Auftaktkundgebung
Aegidienkirche Hannover
13:00 Uhr – Abschluss-Kundgebung Bahnhofsvorplatz
Mit der Peace Development Crew Hannover und anderen Gruppen

In dem Kontext, auch zum Thema Gaza: Das Friedensbüro Hannover organisiert am 7.April 2026 eine Veranstaltung zum Thema KI und Drohnen in der Kriegführung. Hier der Link:
https://frieden-hannover.de/drohnen-und-ki-in-der-kriegsfuehrung/ 


2) Das israelische Parlament hat ein Gesetz zur sog.  Ausweitung der Todesstrafe gegen "Terroristen" beschlossen, de facto ein Sondergesetz gegen die palästinensische Bevölkerung, der perverse Jubel von Ben Gvir und vielen Abgeordneten mit Galgenstrickabzeichen am Revers in der Knesset steht für die Hoffnung auf legalisiertes Töten. Näheres dazu in der Presseerklärung der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft im Anhang mit der berechtigten Kritik an der zaghaften Reaktion der Bundesregierung. 

Ein Grund mehr zur Unterstützung der Europäischen Bürgerinitiative (s.u.) 


3)Schauspiel Hannover | Universen  

Zwei Friedensaktivisten aus Israel und Palästina im Gespräch

Allen Widrigkeiten zum Trotz - Dienstag, 21. April 2026, 19:30 Uhr, Cumberlandsche Bühne / 10,- € / freie Platzwahl

Tageskasse im Opern- und Schauspielhaus: Di — Fr 10:00 — 18:30 Uhr, im Opernhaus zusätzlich Sa 10:00 — 14:00 Uhr 
Telefon:  +49 511 9999 1111  Mo — Fr 10:00 — 18:00 Uhr  Sa 10:00 — 14:00 Uhr
E-Mail: kartenservice@staatstheater-hannover.de

Mit: Elie Avidor, Sayel Jabareen  -  Moderation und Übersetzung: Daniel Alexander Schacht, Thomas Trischler

Die NGO Combatants for Peace ist eine von Israelis und Palästinenser*innen gegründete Graswurzelbewegung, die sich für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts einsetzt. Viele der Gründungsmitglieder sind Ex-Soldat*innen der israelischen Armee oder ehemalige palästinensische Paramilitärs. Zwei von ihnen, Elie Avidor aus Tel Aviv und Sayel Jabareen aus Ramallah, kommen miteinander ins Gespräch und berichten über den gemeinsamen gewaltfreien Einsatz für Frieden.
Im Anschluss ist das Publikum zum Austausch eingeladen.

4) Unsere nächste FORUM-Veranstaltung findet im Mai statt:

Wir stellen  das  posthum  erschienene Buch von Clemens Messerschmidt "Die deutschen Wurzeln des Zionismus" vor (ein erläuternder Text dazu folgt):

Donnerstag, 07.05.26 — 19.00 Uhr
Referent: Hannes Wandt  (Nürnberg)
Thema: Die deutschen Wurzeln des Zionismus – eine Buchvorstellung
Ort: Freizeitheim Vahrenwald (Kleiner Saal), Vahrenwalder Str. 92, Hannover, Stadtbahnhaltestelle Dragonerstraße

5)Auch im April 2026 finden unsere Mahnwachen statt (seit Januar (!) 2024): Mittwochs, 15 bis 17 Uhr in Hannover am Blätterbrunnen.  Jede*r ist herzlich eigeladen mitzumachen. Näheres und Fotos aus den letzten Monaten auf unserer Webseite unter  /Aktuelles

6)  Wir dürfen nicht nachlassen! Europäische Bürgerinitiative zur Aussetzung des Assoziierungsabkommens EU-Israel - während in anderen Ländern schon viele unterschrieben haben, hat Deutschland Nachholbedarf! 
Die Europäische Bürgerinitiative mit dem Titel „Gerechtigkeit für Palästina“ fordert die EU auf, das Assoziierungsabkommen EU-Israel angesichts der Menschenrechtsverletzungen Israels auszusetzen. Wenn das Quorum - 1 Million Unterschriften - erreicht ist, muss die EU-Kommission dazu Stellung nehmen.
Hier kann jeder EU-Bürger/jede EU-Bürgerin die Petition unterschreiben: https://eci.ec.europa.eu/055/public/#/screen/home

7 a) Hier der Link zu dem sehr bewegenden Dokumentarfilm "Coexistence, My Ass!" (Arte Mediathek) über die jüdische Comedienne Noam Shuster-Eliassi, die in einem arabisch-israelischen Friedensdorf (Neve Shalom - Wahat asSalam) aufgewachsen ist

 https://www.arte.tv/de/videos/119417-000-A/coexistence-my-ass/ 

 

Unter dem Video befindet sich auch ein informativerText. Übrigens: "Coexistence, My Ass" bedeutet laut https://www.deepl.com/de/translator :"Von wegen Koexistenz".


7 b) Und im Anhang noch ein langer Artikel - differenziert und sehr lesenswert - aus Haaretz (26. März) über die Befindlichkeiten in der jüdischen Community in den USA: „Eine kritische Masse von US-Juden ist mittlerweile von Israel angewidert“


Herzlichen Gruß  https://www.palaestina-initiative.de   Hans Norden


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03.04.2026

Humorabteilung: 1. April: "Strategiewechsel – Bundesregierung fordert US-Truppenauszug aus Deutschland" von Jens Berger

aus e-mail von Helga 3. April 2026, 11:40 Uhr


Lieber Ansgar,


wenn wir den Text von Jens Berger errnstgenommen haben, zeigt dies:  Wir rechnen mit allem  - auch mit dem Guten.

Übrigens: „Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist!“  (zugeschrieben Victor Marie Hugo 1802 - 1885)

Warten wir mal ab was aus der Idee von Jens Berger wird.

Gruß Helga 



-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff:Nachtrag: Zur Erheiterung! - Zum Ausklang des 1. Aprils: "Strategiewechsel – Bundesregierung fordert US-Truppenauszug aus Deutschland" von Jens Berger
Datum:Fri, 3 Apr 2026 11:22:35 +0200 (CEST)
Von:Helene+Ansgar Klein <HAklein1963@t-online.de>
Antwort an:haklein1963@t-online.de <haklein1963@t-online.de>
An:c/o Helene+Ansgar Klein, Würselener Initiative für den Frieden <haklein1963@t-online.de>


Nachtrag:

In dieser gräuslichen Zeit: Jeffrey Sachs sagte schon Anfang März in einem Interview: „wir befinden uns in den ersten Tagen des 3. Weltkriegs“! < https://tkp.at/2026/03/08/professor-jeffrey-sachs-wir-sind-in-den-ersten-tagen-von-wk-iii/ > darf es auch mal etwas Erheiterndes sein: Mein Brief an Jens Berger, den Autor des Artikels: "Strategiewechsel – Bundesregierung fordert US-Truppenauszug aus Deutschland":

 

Lieber Jens Berger!

 

Gratulation zu Ihrem 1.April-Artikel: "Strategiewechsel - Bundesregierung fordert US-Truppenabzug aus Deutschland"! 

Er war für mich ein ganz besonderer Aprilscherz!  Ich las Ihren Artikel, ohne das Datum '1. April' zu beachten und hatte den Inhalt für bare Münze genommen - Wunschdenken! - und wollte ihn schon in meine Rede für unsere Kundgebung am 4. April < https://www.ac-frieden.de/2026/03/30/kundgebung-gegen-krieg-am-samstag-4-april-2026-15-uhr-am-aachener-kugelbrunnen/ > einbauen; die Einleitung dazu hatte ich schon in mein Manuskript geschrieben: "Ganz neue Töne hört man aus Berlin ..." bis ich endlich auf den Trichter kam und aus dem Lachen über mich und Ihre tolle Schreibe kaum raus kam. Gleich wollte ich Ihren Artikel über unseren Verteiler weiterleiten, doch da ich schon eine Rundmail: "KEIN Aprilscherz ..." mit einer Rede von Heiko Schöning, dem Vorhersager der 'Corona-Plandemie', gesendet hatte, konnte ich erst ab Mitternacht senden, da ich nicht mehr als 1000 Mails pro Tag verschicken kann. 

Danke, dass Sie das Thema "US-Truppenabzug aus Deutschland" so schön publik gemacht haben!

  

Herzliche+Friedliche Grüße!

Ansgar mit Helene Klein

*******************************************

 


<<Bis Ende 2027 soll der US-Militärstützpunkt Ramstein „in die zivile Nutzung überführt werden“ und die rund 35.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten sollen das Land verlassen. .... >> <  https://www.nachdenkseiten.de/?p=148556 >

 

 

Herzliche Grüße!

Helene+Ansgar Klein

 

Rosengarten 11, 52146 Würselen, Tel.: 02405 72112

 

'Aachener für eine menschliche Zukunft' < www.ac-frieden.de >

Aachener Bürgerinitiative "Gute Nachbarschaft mit Russland"

Kampagne: NATO raus - raus aus der NATO < www.NATOraus.de >

Neuer Krefelder Appell - Den Kriegstreibern in den Arm fallen (https://peaceappeal21.de)

Deutschland neutral ! < https://deutschlandneutral.de/ >

'Demokratischer Widerstand' < https://demokratischerwiderstand.de/ >

                     

http://www.natoraus.de/#Material%20zum%20Bestellen

 

PS.: Wer von uns auf diesem Wege keine Informationen mehr erhalten möchte, möge diese Mail per 'Antworten' (kommentarlos) zurücksenden.

 

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03.04.2026

Todesstrafe in Israel - jetzt EU-Handelsabkommen aussetzen

aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 3. April 2026, 11:30 Uhr

Gesendet: Donnerstag, 2. April 2026 um 16:12

Von: Amnesty International Deutschland e.V.

An:

Betreff: ❗Todesstrafe in Israel - jetzt EU-Handelsabkommen aussetzen❗

 
Webansicht
Das Foto zeigt mehrere Menschen, die Schilder gegen die Todesstrafe in Israel halten.
NEIN ZUR TODESSTRAFE! EU-HANDELSABKOMMEN AUSSETZEN!
Hallo Andrea,
 
trotz internationalen Protestes hat das israelische Parlament am 30. März 2026 das Gesetz zur Ausweitung der Todesstrafe verabschiedet. Dieses Gesetz ist zutiefst diskriminierend, da es die Todesstrafe im Grunde ausschließlich für Palästinenser*innen vorsieht. Es verstößt gegen mehrere menschenrechtliche Abkommen.

Doch für den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, der mit einer Galgenschlinge am Revers auftrat und die Abstimmung mit Süßigkeiten feierte, ist das Gesetz sogar „moralisch und gerecht“. Tatsächlich ist das Gesetz der nächste menschenverachtende Schritt in der systematischen Unterdrückung und Apartheid gegen die Palästinenser*innen.
 
Fordere daher mit uns von Bundeskanzler Merz und seiner Regierung: Stimmen Sie endlich für die Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens!
ZUR AKTION AN BUNDESKANZLER MERZ
Das Assoziierungsabkommen gewährt Israel umfassende Handelserleichterungen. Dafür müssen sich die Vertragspartner laut Artikel 2 des Abkommens auch an Menschenrechte und das Völkerrecht halten. Schon im Sommer 2025 hat die EU-Kommission eindeutig festgestellt, dass Israel massiv dagegen verstößt.

Mehrere EU-Staaten waren damals für eine Aussetzung. Doch das scheiterte an der Blockade der Bundesregierung. Das muss sich ändern. Denn es ist offensichtlich – nur auf Worte reagiert die israelische Regierung nicht! Die EU ist Israels wichtigster Handelspartner, ein Aussetzen des Abkommens würde den Druck auf die israelische Regierung massiv erhöhen, die Menschenrechtsverletzungen zu beenden.

Mit dem neuen Gesetz zur Todesstrafe überschreitet Israel erneut eine „rote Linie“ – nach zehntausenden getöteten Palästinenser*innen in Gaza, dem Aushungern der dortigen Bevölkerung, der Fortsetzung der illegalen Besatzung des Westjordanlands, dem Vorantreiben der de facto Annexion und der aktuellen Vertreibung von hunderttausenden Menschen aus dem Südlibanon. Doch all das hatte keine spürbaren politischen oder wirtschaftlichen Konsequenzen. Auch in diesem Fall kommen von EU und Bundesregierung bisher nur sorgenvolle Worte. Das reicht nicht!

Andrea, unterstützt du uns und schreibst jetzt direkt auf der Website des Bundeskanzleramts eine Nachricht mit unseren Forderungen?
JA, ICH SCHREIBE EINE NACHRICHT AN DEN BUNDESKANZLER!
Hilf uns, JETZT die weltweite Empörung über die Ausweitung der Todesstrafe in Israel zu nutzen und Druck für Veränderungen zu machen!
Porträtfoto von Ruth Jüttner © Amnesty International, Foto: Sarah Eick

Herzlichen Dank für deine Unterstützung!



Ruth Jüttner


Teamleitung Regionen und Themen bei Amnesty International in Deutschland
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03.04.2026

Die israelische Atombombe…

overton-magazin.de, vom 2. April 2026 29 Kommentare

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     …ist eine deutsche Atombombe.

 

Es war erfrischend, als Bundeskanzler Merz seinen Mut zusammennahm und zu dem US-israelischen Angriff auf den Iran verkündete: „Dies ist nicht unser Krieg.“ Er sollte noch einen zweiten Schritt gehen und endlich zugeben, wer Israel zu seiner Atombombe verholfen hat: Konrad Adenauer. Die Patente stammten aus der Nazi-Waffenschmiede und trugen die Unterschrift deutscher Atomwissenschaftler wie Werner Heisenberg, Karl-Friedrich von Weizsäcker und Karl Wirtz vom Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik, Paul Harteck und Wilhelm Groth von der Universität Hamburg sowie Kurt Diebner vom Heereswaffenamt.

Umgesetzt wurde dieses Know-how ab 1959 am israelischen Weizman-Institut in Rehovoth vom Kernphysiker Wolfgang Gentner und dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Otto Hahn. Beide waren bereits in Hitlers Uranverein mit von der Partie gewesen. Finanziert wurde das auf Anweisung des Bonner Bundeskanzlers mit der streng geheimen Operation „Geschäftsfreund“, weder das Parlament und nicht einmal das Kabinett waren eingeweiht. Und das Uran stammte aus Argentinien und wurde, mit Wissen der US-Regierung, über die Nukem nach Israel geliefert.

Über die deutsche Hilfestellung beim Bau der israelischen Atombombe habe ich bereits 2018 einen 37-minütigen-Dokumentarfilm gemacht, Titel: „Geheime Kommandosache – Israels Atombombe aus dem Nazi-Schoß gekrochen“.

 

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„Dimona Geheime Kommandosache“ direkt öffnen


Es gibt ihn auch in englisch und spanisch, Links auf meiner Homepage.

 

Lange Zeit wurde meine Recherche einfach totgeschwiegen, erst in den letzten Tagen scheint das Thema wieder auf die Tagesordnung zu kommen. Immerhin berichtete Haaretz plötzlich über die deutsche Finanzierung.

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Regierung in Jerusalem laut darüber nachdenkt, Nuklearwaffen gegen den Iran einzusetzen. Allzugroß scheint der Widerstand gegen diese Pläne im Heiligen Land nicht zu sein. Und schließlich haben doch bisher alle die Augen beim (illegalen) Bau der Waffe zugedrückt, nicht nur die USA und Deutschland, auch die Sowjetunion und vor allem die Internationale Atomenergie-Behörde in Wien. Die sog. internationale Staatengemeinschaft stört sich nur an den persischen Uranreaktoren, nicht aber an der israelischen Atombewaffnung, die schon lange kein Geheimnis mehr ist. Leider stellt kaum jemand die naheliegende Frage: Ob in einer konfliktbeladenen Region wie dem Nahen Osten ein dauerhafter Frieden möglich sein wird, ohne dass diese Region zu einer komplett atomwaffenfreien Zone erklärt wird, also auch ohne die israelische A-Bombe. Und hier trifft die deutsche Politik eine besondere Verantwortung, denn die israelische Atombombe ist eine deutsche Atombombe.

Der Film beruht auf Dokumenten aus verschiedenen Archiven, nicht auf irgendwelchen selbsternannten „Experten“. Ich habe jahrelang dazu recherchiert und Prozesse führen müssen, um an diese Dokumente heranzukommen, etwa gegen die Deutsche Bank, denn die Finanzierung wurde vom Nazi-Kriegsverbrecher Hermann-Josef Abs durchgeführt; seine Akten liegen leider nicht im Bundesarchiv, wo sie laut Gesetz hingehören, sondern im Historischen Institut der Deutschen Bank in Frankfurt. O-Ton Abs: „Bei dem Treffen des Herrn Bundeskanzlers mit Herrn Ben Gurion am 14. März 1960 in New York sei u. a. über eine deutsche Entwicklungshilfe an Israel gesprochen worden […] Der Herr Bundeskanzler habe eine Entwicklungshilfe auf kommerzieller Basis in Form eines Darlehen von jährlich 200 Millionen DM für zehn Jahre zugesagt. […] In diesem Sinne seien dann weitere Gespräche mit dem Herrn Bundeskanzler, Minister Erhard und Staatssekretär Globke [.…] geführt und […] mit einer Verabredung beendet worden, wonach ein erster Teil der diesjährigen Rate […] also insgesamt 85 Millionen DM im Juni/Juli dieses Jahres angewiesen werden sollte.“

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Adenauer hatte bereits in dem sog. „Wiedergutmachungsabkommen“ von 1952 zu verstehen gegeben, dass er bereit war, hohe Geldsummen an Israel zu zahlen, um das Thema der Judenvernichtung im Dritten Reich aus der öffentlichen Diskussion zu verdrängen. Und der Staatschef David Ben Gurion brauchte das Geld und lobte fortan seine neuen Bonner Freunde als eine „andere Generation“. „Die frühere Generation – das war Hitler. Das ist eine andere Generation“, erklärte er. Seine Worte landeten umgehend im Kanzleramt. Adenauer war zufrieden.

Dass in seiner Regierung und in allen Ämtern die „alten Kameraden“ wie Hans Globke ihren Dienst verrichteten, erwähnte Ben Gurion nicht. „Es gibt heute nur noch wenige Nazis“, verkündete er seinen Landsleuten, “Israel muss sich heute die Freundschaft des neuen Deutschland erwerben.“ Und das schloss eine enge militärische Zusammenarbeit mit ein. In einem „streng geheimen“ Vermerk notierte Staatssekretär Karl Carstens: „Bundesminister Strauß ist vor wenigen Tagen mit Ben Gurion zusammengetroffen. Ben Gurion ist auf die Produktion atomarer Waffen zu sprechen gekommen. In dem Gespräch habe Ben Gurion erklärt, der Herr Bundeskanzler habe ihm versprochen, dass sich die Bundesrepublik an der Erschließung der Negev-Wüste beteiligen werde.“ Dort wurde gerade das Atomzentrum Dimona gebaut. Allerdings, so Carstens, solle die Beendigung des Eichmann-Prozesses abgewartet werden. Adenauer wollte sicherstellen, dass sich Ben Gurion an die Vereinbarung halten und seiner Regierung Nazi-Vorwürfe ersparen werde. Und der hielt sich an den Pakt.

Bis heute hat das Bundeskanzleramt seine Akten zur Aktion „Geschäftsfreund“ nicht herausgegeben. Aber beim Auswärtigen Amt gibt es dazu eine geheime Akte, und diese gab der damalige Außenminister Guido Westerwelle auf meinen Antrag frei. Die Patente aus Hitlers Uranverein fand ich im Münchner Patentamt, auch sie waren lange Zeit geheim. Die Dekrete über die argentinischen Uranlieferungen werden im Nationalarchiv in Buenos Aires aufbewahrt, sie waren offen zugänglich. Das US-amerikanische Energieministerium DoE wusste von diesen Lieferungen, teilten Sie mir auf meine Anfrage mit und schickte die entsprechenden Dokumente mit. Eigentlich besteht also an der Faktenlage kein Zweifel, man hüllt sich bis heute in Schweigen.


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Der Einzige, der die israelische Atomanlage Dimona der internationalen Kontrolle unterwerfen wollte, war der US-Präsident John F. Kennedy. Er wurde, so ein Aktenvermerk aus dem Auswärtigen Amt, Ende September 1963 von den Deutschen über ihre „Ausrüstungshilfe für Israel“ persönlich und streng vertraulich informiert: „Präsident Kennedy (ist) auf einem absolut zuverlässigen Weg von den von uns getroffenen Maßnahmen unterrichtet worden.“ Wenige Wochen später wurde er ermordet. Und kein anderer US-Präsident störte sich fortan an der israelischen Atombombe. Auch nicht die Internationale Atomenergie-Behörde in Wien.

Die Prozesse auf Akteneinsicht wurden mit Spenden finanziert, einige dieser Verfahren sind noch anhängig, etwa gegen den BND. So wird voraussichtlich am 4. Juni 2026 vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in öffentlicher Verhandlung über meine Berufung auf weitere Geheimhaltung der BND-Akten verhandelt. Wer diesen und die anderen Verfahren auf Aktenfreigabe unterstützen will:

Paypal: gaby.weber@gmx.net

Oder Banküberweisung: IBAN DE43120300001207441294, bic BYLADEM1001

Gaby Weber

Gaby Weber
Weber studierte Romanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1982 am Lateinamerika-Institut. Seit 1978 ist die Mitgründerin der taz als Journalistin und seit 1986 als freie Korrespondentin tätig, zuerst aus Montevideo und ab 2002 aus Buenos Aires. Außerdem hat sie mehrere Reportagen und umfangreiche Recherchen zur Geschichte nachrichtendienstlicher Aktivitäten veröffentlicht. 2012 erschien ihr Buch „Eichmann wurde noch gebraucht“.
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29 Kommentare

  1. die von Wels Dokument zitierten Materialien sind wohl Natururan mit 99% Uran 238.
    —interesting—

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  2. Zitat „Umgesetzt wurde dieses Know-how ab 1959 am israelischen Weizman-Institut in Rehovoth vom Kernphysiker Wolfgang Gentner und dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Otto Hahn. Beide waren bereits in Hitlers Uranverein mit von der Partie gewesen.“

    Ähm…. gibt’s bitte irgendeinen Beleg daß Otto Hahn an der israelischen Atombombe beteiligt war?
    Außergewöhnliche Aussagen brauchen außergewöhnliche Belege – und diese Behauptung finde ich schon abenteuerlich!
    Ausgerechnet Hahn!

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  3. Mit Kennedy ist jetzt wohl noch einer auf die Liste der durch den Mossad ermordeten
    gerutscht.

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  4. Gleich und gleich gesellt sich gern. Zionisten und Nazis sind das gleiche Pack.

    Aber die Atombombe kann Israel auch nicht schützen.
    China hat verlautbart, dass Israel nicht weiter bestehen wird, falls Israel es wagen sollte, die Atombombe gegen den Iran einzusetzen.
    Und Prof. Theodore Postol sagt, dass der Iran aus seinem Material 11 „kleinere“ Atombomben in ca. 3-4 Wochen herstellen könnte, selbst nach einen atomaren Angriff.
    https://www.youtube.com/watch?v=ks1ImVoaHZM

    Ich hoffe das genügt um da einen Riegel vorzuschieben.
    Jedenfalls wäre es Wahnsinn für Israel zur Bombe zu greifen.

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  5. Das eine Atombombe überhaupt einer Nationalität angehört, in diesem Fall sogar eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt, zeigt doch nur, dass die Autorin extrem in der Idee der Nationalstaaten verhaftet ist.

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  6. Gaby Weber ist einfach die Beste. Herausragend guter historischer Investigativ-Journalismus und noch dazu ausgezeichnete Dokumentarfilme. Grosses Lob und Kompliment. Danke auch an Overton für die Plattform.

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  7. As I sad since years

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  8. Angenommen, auch der Iran hätte Atomwaffen: Wäre das dann ein Gleichgewicht des Schreckens? Wer würde die Atombombe zuerst einsetzen? Iran oder Israel? Oder würden beide davor zurückscheuen?

    Israel begeht einen Genozid in Gaza (und Westjordanland), bombardiert den Libanon und Syrien, um Land zu rauben und bombardiert gemeinsam mit den USA den Iran, einmal aus prinzipiellem Hass, aber auch, um Öl zu klauen. Da Israel zudem von Westeuropa in seinem Tun ermuntert wird, speziell von Deutschland weiterhin mit Waffen versorgt wird, was sollte es abhalten, auch Atombomben einzusetzen? Die Westpresse würde das gemeinsam mit der EU und der deutschen Regierung vermutlich bejubeln.

    Der Westen unterstützt und fördert die israelische Regierung in ihrem Wahn. Das kann man auch Antisemitismus nennen.

    Die investigative Arbeit von Gaby Weber ist bewundernswert, sie lässt nie nach, bleibt stets an der Sache. Und indem sie die Wahrheit über Vorgänge aufdeckt, hilft sie der Allgemeinheit (zumindest dem nicht verblödeten Teil), einen tieferen Einblick in reale Zusammenhänge zu gewinnen.

    In diesem Artikel entlarvt sie die grundlegende Heuchelei der „deutschen Staatsraison“ und die Motivation für das „Antisemitismus“-Geblöke der deutschen Regierung und der deutschen Journaille gegenüber jedem, der für die geschundenen Palästinenser eintritt. Täter schleimen sich beim Opfer ein, unterstützen das Opfer im Begehen grauenhafter Taten, um selbst nicht mehr als Täter zu erscheinen. So etwas ist kein Freundschaftsdienst an Israel, sondern die Verhüllung des eigenen Nazitums in einem Heuchelmantel. Fortgesetzter Antisemitismus im Schafspelz, sozusagen.
    Der dazu führt, das wieder Juden in Deutschland von der Regierung verfolgt und unterdrückt werden, wie z. B. die Hetze gegen die „Jüdische Stimme“ und die BDS-Bewegung belegt. Offensichtlich geht es der Regierung und ihrer Presse nicht um den Schutz von Juden, sondern um den Schutz der einen Genozid begehenden israelischen Regierung. Selbst Moshe Zuckerman wurde als „Antisemit“ bezeichnet – was eine Absurdität.

    Damit ist zugleich der Charakter des Maintreamvolkes entlarvt: Kriecherisches Spießertum, das unter dem Deckmantel der Heuchelei und der Doppelmoral seine Denunziations- und Diffamierungslust auslebt, in all seiner Heimtücke. Scheinheiligkeit ist seine Religion. Wie widerlich.

    Und nebenbei erfährt man in diesem Artikel von einem weiteren Mosaikstein zu JFKs Ermordung.

    Vielen Dank für Ihre Arbeit, liebe Gaby Weber.

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  9. Ich glaube wir sollten das mal beenden von ganzen Ländern zu sprechen, wenn immer ausschließlich nur jene, die sich „Regierungen“ nennen, diejenigen sind, die für 99 % aller globalen GewaltProbleme verantwortlich zeichnen. Politiker sind die reinste Pest der Menschheit (die Aufrichtigen unter ihnen meine ich nicht, aber die sind selten).

    Antworten

  10. Vor Jahren, ca. 2018, zeigte ARTE einen Film über israelische Atomwissenschaftler, die zu Schah-Zeiten im Iran Atomforschung betrieben. Der Film wurde mindestens zweimal gezeigt und ist heute natürlich verschollen. Wenn sich noch jemand erinnert, bitte hier melden. – Die Anlagen hat übrigens Siemens an den Iran geliefert. – Die VS und Argentinien und vielleicht DE (?) und Israel (?) haben in den 50igern und 60igern in der Atomforschung zusammengearbeitet. Das war in der Höhezeit des Kalten Krieges. Eichmann war involviert und hat in der Kneipe dusselig gequatscht. Er mußte weg. Daraufhin haben die Amis und der BND dem Mossad einen Tip gegeben und Eichmann war weg. Sein Arbeitgeber, die Mercedes-Niederlassung in Buenos Aires hatte ihn schon vorher bei der Sozialversicherung abgemeldet.

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  • 22,0 cm x 15,0 cm x 3,5 cm
  • Erscheinungsdatum: 22.01.2019
  • Artikelnummer 978-3-7371-0039-7
Hardcover

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Beschreibung Sie hatten ihre Karriere im Dienste des NS-Staates begonnen - und setzten sie bruchlos in der der neuen Bundesrepublik fort. So bereitwillig sie der braunen Ideologie gedient hatten, so engagiert traten sie nun für die Demokratie ein. Kriegsgerichtsräte fällten wieder ihre Urteile, einst regimetreue Professoren lehrten und die Journalisten aus den früheren Propagandakompanien schrieben, als hätten sie sich nichts vorzuwerfen. Damit gewann der junge Staat zwar politische Handlungsfreiheit zurück, gründete seinen Erfolg aber auf einen moralischen Widerspruch, der nicht aufzulösen war: Die Demokratie wurde mitaufgebaut von ihren Feinden.
Zum 70. Geburtstag der Bundesrepublik legt Willi Winkler eine schonungslose Betrachtung ihrer Frühgeschichte vor. Mitreißend und faktengesättigt beschreibt er, wie der westdeutsche Staat trotz all seiner Zerrissenheiten zum Erfolgsmodell wurde - und er zeigt, welchen Anteil vermeintlich oder tatsächlich geläuterte Nazis daran hatten. Eine Parabel über Schuld und Scham, über Bewältigung und Versöhnung, und zugleich eine zwingende Lektüre für alle, die dieses Land von Grund auf verstehen wollen.

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Info: https://overton-magazin.de/top-story/die-israelische-atombombe/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

Nato
Nato-Krise: Macron greift Trump an

lostineu.eu, vom 2. April 2026

Nach der jüngsten Attacke von US-Präsident Trump gegen die Nato hat Frankreichs Präsident Macron dem Amerikaner das “Aushöhlen” der Allianz vorgeworfen. Der Wert der Nato basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten, sagte Macron in Seoul. “Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus”, betonte Macron laut AFP. Er reagierte damit auf Trumps jüngste Aussagen gegenüber der britischen Zeitung “The Telegraph”, der die Nato erneut als einen “Papiertiger” kritisiert und zudem angedeutet hatte, dass er einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis ernsthaft prüfe. – Früher hat Macron vom “Hirntod” der Nato gesprochen. Das traf es besser. Heute könnte man sogar sagen, daß die Allianz in ein Wachkoma gefallen ist…

5 Comments

  1. Erneuerung
    2. April 2026 @ 18:16

    Manch einer glaubte in der Vergangenheit, die Nato wäre ein Verteidigungsbündnis. Nach Jugoslawien, der Ukraine (inoffiziell) und nun der offen zur Schau gestellten Agressionsabsicht des Hegemon bekommen einige Teilnehmer kalte Füße, auch, weil das Ding mit wirtschaftlichem Absturz verbunden ist. Die USA können gerne austreten, und der Rest sollte überlegen, wer wirklich Agressor sowie Menschen- unf Wirtschaftsvernichter ist. Positive Signale empfängt man derzeit aus Spanien, Frankreich und Italien, aber das kann sich umgehend wieder ändern und die ehrenwerten Persönlichkeiten vdL und Merz geben zu verstehen, wo der Hammer hängt, Hüseyin Dogru und Jaques Baud wurden bereits von solchen getroffen. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass der Hammer mal wie ein Bummerang wirkt.

Antworten

  • KK
    3. April 2026 @ 02:05

    Entschuldigung, wenn ich um Verzeihung bitte, aber was ist an den von Ihnen so bezeichneten Personen denn Ihrer Ansicht nach “ehrenwert”?

    Antworten

    • Erneuerung
      3. April 2026 @ 08:43

      @KK:
      Haben Sie denn nicht mitbekommen, welcher Kategrie Mensch in den letzten Jahren hohe Preise verliehen wurden, incl. des Nobelpreises? Das ist doch ehrenwert, oder nicht? Ich persönlich bin ganz entzückt, mich wieder so fühlen zu dürfen, wie vor 40 Jahren im Osten Deutschlands. Wenn Sie Satire finden, dürfen Sie diese behalten. Frohe Ostern.

  • Guido B.
    2. April 2026 @ 18:09

    Trumps Pudel Rutte reist ja bald nach Washington, um die NATO in den Iran-Krieg zu verwickeln. Alles wird gut.

    Antworten

  • Nobody
    2. April 2026 @ 18:07

    Der Kollege von Mearsheimer an der UChicago, Prof. Robert Pape, erklärte die NATO gestern ebenso für tot weil sie ja nur eine Kommandostruktur mit einem US General an der Spitze und es nicht denkbar sei, dass europäische Generäle noch Befehle von diesem akzeptierten.

    Ist das nicht rührend wie weltfremd selbst ein IR-Realist sein kann weil das Eigeninteresse in der EU so pervertiert wurde seit Jahrzehnten?
    Aber es passt natürlich zusammen damit dass er auch erst wenige Tage vor dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und Israels mit seinem EscalationTrap Substack begann, anstatt im Juli letzten Jahres.
    Brachte mich zum nachdenken darüber ob er ernsthaft die Erlaubnis von Jemandem in der Kommandostruktur abgewartet hatte nachdem deren leaks nicht erfolgreich in der angestrebten Kursänderung waren.


  • Info: https://lostineu.eu/nato-krise-macron-greift-trump-an/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Krieg gegen Iran: Trump verbreitet Desinformation


    lostineu.eu, 2. April 2026

    In seiner Rede an die Nation hat US-Präsident Trump gedroht, den Krieg gegen Iran zu eskalieren und das Land zurück in die Steinzeit zu bomben. Was soll man davon halten? Es ist Desinformation.

    Die USA seien kurz davor, die wichtigsten strategischen Ziele zu erreichen, behauptete Trump. Schon bald – in zwei bis drei Wochen – werde man den Krieg beenden können. Bis dahin werde man Iran “extrem hart” treffen.

    Was soll das heißen? Droht Trump mit der Atombombe, wie die “FAZ” orakelt? Will er die Iraner zur Kapitulation zwingen – oder will er sich klammheimlich aus dem Staub machen und anderen – Israel – die “Drecksarbeit” überlassen?

    Die Rede hat keine einzige Frage beantwortet, aber viele neue Fragen aufgeworfen. Das ist kein Bug, sondern ein Feature: Trump hält Freund und Feind bewußt im Unklaren. Seine Rede ist eine klassische Desinformation.

    Desinformation heißt nämlich nicht, falsche Informationen zu verbreiten, wie die EU-Kommisssion meint. Desinformation zielt darauf, die Adressaten zu desorientieren und seine wahren Absichten zu verbergen. Es ist eine Kriegstaktik.

    Zu den Adressaten zählt nicht nur das amerikanische Volk, das den Angriffskrieg mehrheitlich ablehnt. Trump droht auch den europäischen Alliierten. Sie müssen mit dem Schlimmsten rechnen – diesmal ist es wirklich ernst…

    Mehr zum Krieg gegen den Iran hier

    P.S. Mit seinen wilden Drohungen treibt Trump den Ölpreis weiter in die Höhe. Damit verschärft sich auch die Energiekrise – nach Ostern droht der “Lockdown light”


    Info: https://lostineu.eu/krieg-gegen-iran-trump-verbreitet-desinformation/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    03.04.2026

    Nachrichten von Pressenza: Keine Mittelstreckenraketen für die Bundeswehr

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 3. April 2026, 7:15 Uhr

    Nachrichten von Pressenza - 03.04.2026
    Keine Mittelstreckenraketen für die BundeswehrPressenza Muenchen
    Pressenza
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    Wie die USA zu einem internationalen Serienmörder wurdenCodepink, US, United States
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    Jahrzehntelang haben sich die Vereinigten Staaten von geheimen Attentatsplänen hin zu einer Politik entwickelt, in der Attentate oder „gezielte Tötungen“ offen befürwortet werden. Jetzt, in ihrem Krieg gegen den Iran, erreicht diese Entwicklung ihre gefährlichste Phase. Von Medea Benjamin und…
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    Afrika, Europa, Internationale Angelegenheiten, Migration, Pressemitteilungen
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    Dritte Mobilisierung in den USA gegen Trump erreicht Rekordwertepoonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen
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    Europa, Menschenrechte, Politik, Pressemitteilungen
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    02.04.2026

    Allgemein
    Lockdown light gegen die Energiekrise, Nato in Angst & Streit um EU-Flagge

    lostineu.eu, 2. April 2026

    Die Watchlist EUropa vom 02. April 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zur panischen EU-Reaktion auf die Energiekrise, zu neuen US-Drohungen gegen die europäischen Alliierten und zu unerwarteten Folgen der Kommunalwahl in Frankreich.

    Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY

    HINWEIS: Dies ist der letzte Newsletter vor der Osterpause. Weiter geht’s am 11. April mit der Wochenchronik!

    Mehr als einen Monat hatte die EU-Kommission seit Beginn des Irankriegs Zeit, um sich auf mögliche Folgen für die Energieversorgung in Europa vorzubereiten. Doch statt einen eigenen, gut durchdachten Plan vorzulegen, verbreitet die EU-Kommission nun plötzlich Panik. 

    Nach einer Krisensitzung der Energieminister in Brüssel trat der offenbar überforderte Energiekommissar Jörgensen vor die Presse und verlas Empfehlungen, die an die Ölkrise der 70er Jahre oder an die schlimmsten Zeiten der Corona-Pandemie erinnern.

    Die EU-Staaten sollten ihre Bürger dazu anhalten, den Verbrauch von Benzin und Gas einzuschränken, sagte Jörgensen. „Je mehr Diesel und Flugbenzin wir sparen können, desto besser stehen wir da“, betonte er. Es klang nach Lockdown light – und nach Angst.

    “Keine Normalität”

    Zu den Empfehlungen, die der Däne mit Verweis auf die Internationale Energieagentur IEA vortrug, zählt der Verzicht auf Autofahrten und Flüge, die Absenkung von Tempolimits um 10 km/h sowie die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Homeoffices.

    „Niemand weiß, wie lang die Krise dauern wird, aber ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass sie nicht kurz sein wird“, sagte der Energiekommissar. Selbst wenn der Krieg morgen beendet würde, “werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“. 

    Einen eigenen Plan gegen die Krise legte Jörgensen nicht vor – der soll erst nach Ostern folgen. Zunächst gehe es darum, daß die EU-Staaten „koordiniert“ handeln und den Treibstoff-Verbrauch senken. Alle Maßnahmen müssten zielgerichtet und befristet sein.

    Weniger Klimaschutz

    Unklar blieb, wieso es so lange gedauert hat, bis Brüssel auf die Krise reagiert. Jörgensen und seine Chefin von der Leyen haben schon beim EU-Gipfel Ende März einen „Werkzeugkasten“ mit Hilfen für Bürger und Unternehmen angekündigt, aber immer noch nicht vorgelegt.

    Auf viel diskutierte Maßnahmen wie eine Übergewinnsteuer für die Energiekonzerne oder einen Gaspreisdeckel, wie es ihn in der Krise 2022 gab, wartet man bisher vergebens. Die EU ist auch nicht bereit, Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern, wie dies US-Präsident Trump fordert.

    Nur bei der Lockerung der Maßnahmen zum Klimaschutz hat man keine Skrupel. So hat die EU-Kommission erste Maßnahmen zur Abschwächung des Emissionshandels vorgeschlagen. Angeblich sollen sie den Preisanstieg dämpfen. In Wahrheit zeigen sie nur, wie groß die Panik ist…

    Meine two Cents: Nun bestätigt sich die in diesem Blog vertretene Einschätzung, daß die EU keinen Plan gegen die Energiekrise hat. Statt Bürger und Unternehmen zu schützen, verfällt sie in Panik. Statt die Sanktionen gegen Russland zu lockern, schwächt man den Emissionshandel – und sägt am Klimaschutz. Das sagt viel über die wahren Prioritäten…

    News & Updates

    “Abscheu” und Angst in der Nato. Erst Außenminister Rubio, dann Präsident Trump: Neue Drohungen der US-Administration gen Europa haben zu großer Verunsicherung in der Nato geführt. “Ich werde meine Abscheu vor der Nato zum Ausdruck bringen”, sagte Trump in Washington vor einer mit Spannung erwarteten Rede an die Nation. Er erwäge einen Austritt der USA, da sich die europäischen Mitglieder weigerten, Schiffe zur Freigabe der Straße von Hormus zu entsenden. – Nato-Generalsekretär Rutte ist seit Tagen abgetaucht; offenbar gelingt es ihm nicht mehr, die Attacken aus Washington abzuwehren. Allerdings hat er angekündigt, Nato-Pläne für die Straße von Hormus auszuarbeiten. Großbritannien will sogar ein Gipfeltreffen organisieren…

    Selenskyj verweigert Druschba-Reparatur. Entgegen der Zusage von Präsident Selenskyj durften EU-Experten immer noch nicht die beschädigte Druschba-Pipeline in der Ukraine inspizieren. Die Blockade sei “rätselhaft” und “unklug”, sagen EU-Diplomaten. Die EU-Kommission zeigte sich mal wieder ahnungslos, nachdem eine ukrainische Journalistin in Brüssel nachfragte. Dabei hatte Behördenchefin von der Leyen beim EU-Gipfel vor zehn Tagen behauptet, das Problem werde bald gelöst…

    Neue Tricks für blockierte Kriegskredite. Obwohl sie dafür kein Mandat hat und das Geld fehlt, hat EU-Chefin von der Leyen die Auszahlung von 45 Mrd. Euro an Kiew bis zum Jahresende angekündigt. Weitere 45 Mrd. Euro sollen 2027 fließen – dabei hängt der geplante 90 Mrd. Euro-Kredit immer noch im Rat fest. Dort blockieren Ungarn und die Slowakei die Änderung des EU-Budgets, das den europäischen Milliardenkredit an die Ukraine absichern soll. – Mehr im Blog

    Das Letzte

    Streit um die EU-Flagge. Es klingt wie ein Aprilscherz, ist aber eine Folge der Kommunalwahl in Frankreich: In mehreren Gemeinden, in denen das Rassemblement National den Bürgermeister stellt, wurde die EU-Flagge abgehängt. Parteichefin Le Pen verteidigte die Entscheidung mit dem “Nein” der Franzosen beim EU-Verfassungsreferendum 2005. Es gebe keine Pflicht, die blaue Flagge auszuhängen. Demgegenüber sprach Außenminister Barrot von einem “Verrat” an EUropa. 2023 war eine EU-Beflaggung beschlossen worden, allerdings ist das Gesetz noch nicht rechtskräftig. Viele Gemeinden hissen auch die ukrainische Flagge, obwohl das Land nicht einmal EU-Mitglied ist

    ebo

    ebo

    EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

    Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂

    Mehr Newsletter hier. Mehr News & Updates hier

    1 Comment

    1. Helmut Höft
      3. April 2026 @ 20:53

      Was ist eine “Übergewinnsteuer”, was ist “Übergewinn”? Gibt es auch eine “Untergewinnsubvention”, was ist “Untergewinn?” BS!

      Die heutige Geldwirtschaft mit privater Geldschöpfung der Banken und des Schattenreichs (“Finanzcasino”) muss beendet werden! Subito!

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    Info: https://lostineu.eu/lockdown-light-fuer-die-energie-angst-in-der-nato-und-streit-um-die-eu-flagge/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Ukraine, Krieg und Medien: Das Problem der Kontextualisierung


    lostineu.eu, vom 1. April 2026

    Die Ukraine setzt ihren Energiekrieg gegen Russland fort – mit Drohnen, die offenbar gezielt über das Baltikum geleitet werden. Dies ist eine Gefahr für die Nato und ein Risiko für die ohnehin bedrohte Energieversorgung. Doch die Medien schaffen es, die Angriffe als Selbstverteidigung zu präsentieren – durch gezieltes Framing.

    Wie dieses Framing funktioniert, möchte ich an einer dpa-Meldung zeigen, die u.a. im “Spiegel” wiedergegeben wurde. Der Trick lautet (fehlende) Kontextualisierung: Bestimmte Kontexte werden gezielt weggelassen, andere von Kiew übernommen oder gar selbst konstruiert.

    Hier der Text, die kursiven Anmerkungen sind von mir.

    Ukrainische Langstreckendrohnen haben erneut den russischen Öl- und Gasexporthafen Ust-Luga an der Ostsee bei Sankt Petersburg angegriffen. Der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, sprach von Schäden an den Hafenanlagen, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

    Kontext fehlt: Angriffe auf zivile Energieanlagen sind völkerrechswidrig. Sie können als Kriegsverbrechen gewertet werden.

    Am Finnischen Meerbusen seien Drohnen auch über den Landkreisen Kingisepp an der Grenze zu Estland und Wyborg an der Grenze zu Finnland geortet worden. Am Flughafen der Millionenstadt Sankt Petersburg mussten wegen der Drohnengefahr mehr als 60 Flüge gestrichen oder verschoben werden.

    Zuletzt war am 27. März Rauch über dem Hafen aufgestiegen, auch damals war der Grund ein ukrainischer Angriff.

    Kontext fehlt: Die Angriffe finden auf dem Höhepunkt der neuen weltweiten Energiekrise statt. Sie folgen einem ähnlich Muster wie die Angriffe der USA und Israels auf Energieanlagen im Iran und des Iran auf die Golfstaaten.

    Nach Angaben des estnischen Militärs drangen mehrere Drohnen auch in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Land ein. Die Flugobjekte seien von Radarsystemen und auch von in Estland stationierten Nato-Kampfjets gesichtet worden, aber weder abgestürzt noch abgeschossen worden.

    Auch im benachbarten Lettland näherte sich ein unbekanntes Flugobjekt dem Luftraum an, drehte aber vorher ab. Wie in Estland wurden die Bewohner der betroffenen Regionen mit Handy-Warnungen darüber informiert. In beiden Ländern bestehe keine Gefahr mehr, teilte das Militär mit.

    In Estland, Lettland und Litauen waren in der Vorwoche jeweils eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in den Luftraum eingedrungen und abgestürzt, mit der Kyjiw Ziele im Nordwesten Russland angegriffen hatte. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht.

    Kontext fehlt: Ein vergleichbarer Drohnen-Absturz über Polen hat Krisensitzungen bei der Nato ausgelöst. Ukrainische Drohnen über dem Baltikum und Finnland sollten zumindest Nachfragen zur Folge haben. Die Verletzung des Luftraums von Nato-Ländern wird nicht einmal thematisiert. Zudem ist hier von einer “fehlgeleiteten” Drohen die Rede, ohne Angabe von Belegen. Vielleicht wurde die Flugbahn über das Baltikum bewußt gewählt?

    Ukraine will Energieexporte stoppen

    Über den Hafen Ust-Luga verschifft Russland Öl und Flüssigerdgas. Wegen der hohen Energiepreise aufgrund des Irankriegs könnte Moskau mit dem Export zusätzlich Geld für seine Kriegskasse verdienen. Die ukrainische Armee hat jedoch seit vergangener Woche in mehreren Nächten Ust-Luga, den Ölhafen Primorsk und die Großraffinerie Kirischi attackiert, um die Energieausfuhren zu stören. Die russische Flugabwehr konnte nicht verhindern, dass Tanklager in Brand geschossen und technische Anlagen beschädigt wurden.

    Ukrainisches Framing übernommen, fehlender Kontext: Die aktuelle weltweite Energiekrise wird nicht erwähnt, die drohende Knappheit bei Öl und Gas auch nicht. Stattdessen übernimmt dpa ungeprüft die Darstellung der Regierung in Kiew. Sogar die fragwürdige Begründung – “hohe Energiepreise => mehr Export => mehr Geld für die Kriegskasse” – wird übernommen.

    Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Teil der ukrainischen Gegenwehr sind Luftangriffe auf Industrie- und Militäreinrichtungen im russischen Hinterland.

    Ukrainisches Framing übernommen: Hier werden Luftangriffe auf zivile Energie-Versorgungsanlagen als Verteidigung bezeichnet und legitimiert.

    Fazit: Dieser Text folgt dem üblichen Muster der deutsch-ukrainischen Kriegsberichterstattung. Er übernimmt fraglos die ukrainische Perspektiveund verzichtet darauf, wichtige Aspekte des aktuellen Kontextes anzusprechen: Der Irankrieg taucht nur am Rande auf, der Energiekrieg (den auch Russland gegen die Ukraine führt) wird nicht erwähnt, die weltweite Energiekrise ist gar kein Thema. Steigende Energiepreise werden nur als mögliche Einnahmequelle für die “Kriegskasse” des Kremls angesprochen, nicht als Problem für Deutschland und Europa. Völlig unverständlich ist, daß der Nato-Kontext komplett ausgeblendet wird. Die hier berichteten Fakten deuten daraufhin, daß die ukrainischen Drohnen-Angriffe gezielt über Nato-Territorium geführt werden. Doch obwohl es um mehrere Vorfälle geht, wird die Nato nicht angefragt. Das “Verteidigungsbündnis” als Abschussrampe für bewaffnete Angriffs-Drohnen, die das Baltikum und Finnland gefährden? Kein Thema…

    Ähnliche Fehler finden sich in vielen Kriegsberichten. Die “Ukraine-Ticker” übernehmen Agenturmeldungen, ohne sie zu prüfen oder in den Kontext zu stellen…

    Mehr zur Ukraine und zum Krieg hier

    4 Comments

    1. Helmut Höft
      2. April 2026 @ 08:30

      gäääähn * Gibt’s was Neues?

    Antworten

  • Thomas
    1. April 2026 @ 19:42

    „Ähnliche Fehler finden sich in vielen Kriegsberichten. Die “Ukraine-Ticker” übernehmen Agenturmeldungen, ohne sie zu prüfen oder in den Kontext zu stellen…“
    Das ist kein Fehler, und schon garnicht unabsichtlich. Aber Propaganda machen nur die Russen…

    Antworten

    • ebo
      1. April 2026 @ 20:35

      Nun ja. Die Ukraine verbreitet sicher eine Menge Propaganda, wie alle Kriegsmächte.
      Die Aufgabe der Nachrichtenagenturen und erst recht der deutschen Medien ist es aber, diese Propaganda auf Fakten zu überprüfen und die Fakten einzuordnen. Hier kommt der Kontext ins Spiel.
      Wer die Propaganda ungeprüft übernimmt und dann noch den Kontext weglässt, der macht schlechten Journalismus!

      Antworten

  • Guido B.
    1. April 2026 @ 19:34

    Ich habe vor 4 Jahren einer Nachbarin 1000 Euro Belohnung versprochen, wenn sie mir einen Artikel aus einem Mainstream-Medium bringt, der etwas Positives aus oder über Russland berichtet. Sie hat am Anfang fieberhaft gesucht und es dann aufgegeben. Die 1000 Euro habe ich behalten können.

    Russland ist böse. Die Ukraine ist heilig. Das versteht doch jedes Kind.

    Die NATO ist gerade etwas wackelig auf den Beinen. Trump und Rubio wollen raus. Ernsthaft. Kein Aprilscherz. Sie stören sich daran, dass die Allierten die USA unbedingt tiefer in den Krieg gegen Russland hineinziehen wollen, aber im Iran kneifen. Da fragt man sich als Ami natürlich, wo die Solidarität bleibt. Die Waffengeschäfte mit der Ukraine laufen auch nicht mehr so gut, wenn die Kredite in der EU klemmen.

    Wenn die USA wirklich ernst machen, könnte es im Kreml eine kleine Siegesfeier geben.

    Was für ein Desaster für den kollektiven Westen. Und alles umfassend selbst verschuldet.

    Würden die westlichen Eliten und ihre Medien-Cheerleader dieselben Maßstäbe, die sie an ihre Herausforderer anlegen, an sich selbst anlegen, wären sie allesamt Autokraten, Despoten, Diktatoren, Terroristen, Kriegsverbrecher, Schlächter, Ungeheuer und Barbaren. Im Westen glaubt man, man sei die Krönung der Zivilisation, das Ebenbild Gottes. Die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung denkt anders. Für sie ist der Westen die Krönung der Doppelmoral und Verlogenheit. Sie hat die Grausamkeiten und Zerstörungen nicht vergessen, welche die westliche Zivilisation in den letzten fünf Jahrhunderten auf der Welt angerichtet hat. Was immer Fürchterliches die westlichen Eliten über ihre Herausforderer sagen, trifft weit mehr auf sie selbst zu als auf die Herausforderer – hundert Mal mehr.

    Interessante Zeiten.

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    • Blog-Kommentare (4)

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    Weiteres: 




    Von der Leyen sagt der Ukraine 45 Mrd. Euro zu – trotz fehlendem Mandat


    lostineu.eu, vom 1. April 2026

    Wenn es um die Ukraine-Hilfe geht, greift die EU immer wieder zu rechtlich fragwürdigen Tricks. Besonders kreativ ist Kommissionspräsidentin von der Leyen, wie ihre neueste Ankündigung zeigt.

    Obwohl sie dafür kein Mandat hat und das Geld fehlt, kündigt die CDU-Politikerin die Auszahlung von 45 Mrd. Euro an Kiew bis zum Jahresende an. Weitere 45 Mrd. Euro sollen 2027 fließen – dabei hängt der geplante 90 Mrd. Euro-Kredit immer noch im Rat fest. Dort blockieren Ungarn und die Slowakei die nötige Änderung des EU-Budgets, das den europäischen Milliardenkredit an die Ukraine absichern soll. – Die erste Tranche der Ukraine-Hilfe soll “im ersten Teil des zweiten Quartals” ausgezahlt werden, sagte ein Kommissionssprecher, möglichst noch im April. Die technischen Vorbereitungen seien bereits im Gange – auf welcher Grundlage?

    Siehe auch “Wie von der Leyen für die Ukraine das EU-Recht verbiegt”

    P.S. Nebenbei genehmigt die EU-Kommission auch noch eine Ausnahme für die Ukraine, um die Drohnen-Produktion ankurbeln zu können. Der Kriegskredit von 90 Mrd. Euro reicht wohl nicht aus, schließlich will Präsident Selenskyj nun auch noch Drohnen in andere Kriegsgebiete exportieren...

    Für Kommentare bitte diesem Link folgen!


    Info: https://lostineu.eu/von-der-leyen-sagt-der-ukraine-45-mrd-euro-zu-trotz-fehlendem-mandat/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    02.04.2026

    Ein Ostergruß

    aus e-mail von  Internationaler Versöhnungsbund, 2. April 2026,12:55 Uhr


    Frohe Ostern – Zeit für Neues


    Liebe Freundinnen und Freunde,
    liebe Mitglieder des Versöhnungsbundes,

    Ostern steht vor der Tür.

    Die Tage werden heller, die Natur kommt in Bewegung – und vielleicht tut uns genau das gerade gut: ein Moment zum Durchatmen, zum Innehalten, zum Kraft sammeln.

    Ostern erinnert daran, dass nach schwierigen Zeiten wieder Neues entstehen kann. Leise, Schritt für Schritt.

    Auch in unserer Arbeit im Versöhnungsbund geht es genau darum: im Gespräch bleiben, Verständnis füreinander entwickeln und gemeinsam Wege suchen, die friedlicher sind.

    Nach den Feiertagen steht schon das nächste Wiedersehen an:
    Unsere Jahrestagung vom 14. bis 17. Mai 2026 in Duderstadt. Wir freuen uns auf den Austausch und darauf, viele von Euch dort zu treffen.

    Bis dahin wünschen wir Euch ruhige, erholsame und hoffnungsvolle Ostertage.

    Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle
    Marion und Karin
    Internationaler Versöhnungsbund


    Ein Frühlingsgruß

    Wenn Licht sich langsam wieder zeigt
    und Wärme durch die Tage zieht,
    wenn leise etwas in uns wächst,
    das man nicht gleich, doch deutlich sieht,

    dann darf auch unser Herz vertrauen,
    dass Neues seinen Anfang nimmt –
    ganz still, wie Knospen, die sich öffnen,
    vom Leben selbst dazu bestimmt.

    Und wo wir einander begegnen,
    mit Offenheit und etwas Zeit,
    wächst zwischen uns, oft ganz behutsam,
    ein Stück von Frieden – ganz still und weit.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    02.04.2026

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung

    aus e-mail vom Clemens Ronnefeldt, 2. April 2026, 9:23 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,

    nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum ThemaMilitarisierung - mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme,  die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.

    1. n tv: Reisners Blick auf die Front“ - Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen"

    2. Reuters: Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt Selenskiy


    3. NYT: Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.

    4. Tagesschau: Iran-Krieg  - Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive an

    5. ORF: Verdacht auf Insiderhandel - Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg

    6. Die Zeit: Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient

    7. The Guardian: US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“,     wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde

    8. Tagesschau: Krieg im Nahen Osten - Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollieren9. Tagesschau: US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen - Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge 


    10. ORF: Geschichte: Der Iran, sein Öl und der Westen11. NSA-Archive: CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953

    12. Versöhnungsbund: Clemens Ronnefeldt: Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region

    13. USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an

    14. IPG: Vorherrschaft durch Chaos - Israels Regierung setzt auf Eskalation – 

          und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.

    15. ZDF: Verteidigungsminister zu Iran:

          "Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu

    16. ZDF: Deutschlands Blick in den Indopazifik:  U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft


    17. Ökumene: Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten

    18. Change.org.: Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!

    19. Friedenskooperative: Das Netzwerk Friedenskooperative informiert über Ostermärsche 2026 und eine Zeitungsanzeige


    ------

    1. n tv: Reisners Blick auf die Front“ - Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen“


    https://www.n-tv.de/politik/Kiew-muss-Soldaten-nach-der-Nato-Ausbildung-muehsam-umschulen-id30529170.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

    Reisners Blick auf die Front

    "Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen"

    30.03.2026, 20:27 Uhr

    Ein Interview von Lea Verstl
    Steigende Ölpreise spülen Geld in die Kriegskasse des Kreml. An derFront seien russische Truppen deshalb weiter bereit, "all in" zugehen, sagt Oberst Reisner. Hinter den abfälligen Bemerkungen desRheinmetall-Chefs Papperger über Kiews Drohnenbau wittert erKonkurrenzdenken.
    ntv.de: Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger,hatte ukrainische Drohnen abfällig als eine Art "Lego-Drohnen"beschrieben und von ukrainischen "Hausfrauen mit 3D-Druckern in derKüche" gesprochen. Nach massiver Kritik aus der Ukraine ruderteRheinmetall zurück und betonte den "größten Respekt" vor ukrainischenVerteidigungsanstrengungen. Was steckt hinter Pappergers Aussagen?
    Markus Reisner: Das ist aus meiner Sicht die typische Arroganz, diewir in vielen europäischen Ländern an den Tag legen. Wir wollen denEindruck vermitteln, wir seien jenen, die seit Jahren im Kriegkämpfen, überlegen. Das stimmt überhaupt nicht. Die Ukraine hat in denletzten Jahren unglaubliche Erfahrungen gemacht.
    Wenn ukrainische Verbände gemeinsam mit der Nato üben, sind sie ihrüberlegen. Bei einer Nato-Übung in den baltischen Staaten Anfang 2025ist es einer ukrainischen Drohneneinheit namens Nemesis gelungen, denNato-Verbänden große Verluste beizubringen, weil diese Verbändeüberhaupt nicht vorbereitet waren auf die Art und Weise, wie momentander Krieg in der Ukraine geführt wird.

    Gibt es weitere Beispiele für die Überlegenheit der Ukraine?
    Es gab eine weitere maritime Nato-Übung, bei der es ukrainischenDrohnen gelungen ist, einige Nato-Schiffe in wiederholten simuliertenAttacken anzugreifen. Schließlich ist der Umstand bedeutend, dass dieUkraine jetzt die Ausbildung ihrer Soldaten in den Nato-Staatenbeendet, weil die Soldaten dort nicht das lernen, was sie an der Frontbrauchen.
    Die Ukraine muss ihre Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsamumschulen, bevor sie an die Front geschickt werden können. Sonstwürden die Soldaten oft bereits nach wenigen Tagen durch russischeDrohnenangriffe fallen. Die mangelhafte Ausbildung, die sie in denNato-Staaten bekommen haben, verringert ihre Chancen zu überleben.Jetzt redet der Chef eines der größten europäischenRüstungsunternehmen klein, was hier passiert. Das ist grob fahrlässig.
    (…)
    Steckt hinter Pappergers Aussage wirklich nur Arroganz?
    Rheinmetall ist ja zurückgerudert. Was das Unternehmen aberwahrscheinlich kaum zugeben würde: Dahinter steckt auchKonkurrenzdenken. Aus Sicht der europäischen Rüstungskonzerne ist dieGefahr groß, dass die Ukraine mit ihren Erfahrungen undtechnologischen Entwicklungen künftig Aufträge bekommt, die eigentlichdie europäische Rüstungsindustrie für sich haben möchte.
    Die Angst grassiert besonders mit Blick auf den Einsatz ukrainischerTeams im Nahen und Mittleren Osten, die Israel und die USA im Kampfgegen den Iran bei der Drohnenabwehr unterstützen.
    (…)
    Sollten die Europäer dann nicht bereit sein, von den Ukrainern zu lernen?
    Ich habe vor Kurzem wieder mit Ukrainern gesprochen. Sie sagten mir,sie hätten den Eindruck, europäische Unternehmen versuchten immerwieder, ihre Ideen zu stehlen und sie dann selbst zu vermarkten. Esgeht um viel Geld und Anleger, die profitieren wollen.
    Die Ukrainer gehen mit einer großen Offenheit an die Zusammenarbeitmit den Europäern heran, versuchen auch ihre Expertise weiterzugebenund werden zum Teil nicht ernst genommen. Wenn es dann zu einerEskalation wie im Krieg gegen den Iran kommt, wird die Expertisegebraucht und beneidet.
    (…)

    Die Ukraine nutzt Drohnen auch für Angriffe auf Ölterminals wiePrimorsk. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten macht russisches Ölmomentan knapp, teurer und für viele Käufer zur gefragten alternativenQuelle. Versetzen die ukrainischen Angriffe der russischenKriegsökonomie dennoch schwere Schläge?
    Die Ukraine hat in den letzten Monaten die Anzahl der Angriffe aufrussisches Territorium in Qualität und Quantität sukzessivegesteigert. Dabei gibt es eine Mischung ausLangstrecken-Waffensystemen wie Marschflugkörper einerseits undDrohnen andererseits. Gerade ist eine mehrtägige ukrainische Operationzu Ende gegangen, deren Ziel es war, vor allem die Öl- undGas-Terminals lahmzulegen, damit Russland nicht von der Lage amRohstoffmarkt profitiert.
    Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt nun, er wäre bereit, eine bestimmteArt von Waffenstillstand zu akzeptieren. Falls Moskau seine Angriffeauf die Energieinfrastruktur der Ukraine einstellt, würde Kiew denBeschuss der russischen Infrastruktur beenden. Selenskyj ist sich alsoüber die Wirkung der ukrainischen Schläge bewusst.
    Wie realistisch ist die Einigung auf diesen Waffenstillstand?
    In einem Nebensatz sagte Selenskyj, es gebe Signale von einigenPartnerländern, die darauf hinweisen, dass die Ukraine ihre Angriffegegen den russischen Ölsektor reduzieren sollen. Er weiß also auch,dass westliche Verbündete, vor allem die USA, den Präzisionsschlägeneinen Riegel vorschieben könnten, indem sie der Ukraine keineAufklärungsbilder mehr zukommen lassen.
    Das geht einher mit dem massiven Anstieg des Ölpreises. Denn der Druckam Weltmarkt steigt zusätzlich, falls auch das russische Öl nicht mehrverfügbar ist. Die Amerikaner haben sogar erlaubt, einen russischenTanker nach Kuba zu schicken, damit dort das Öl entladen werden kann.
    Auch Russland verstärkt seine Attacken, teilweise mit HundertenDrohnenangriffen an einem Tag. Wie bewerten Sie aus militärischerSicht die massiven Angriffswellen Russlands gegen die ukrainischeEnergie- und Strominfrastruktur?
    Die Russen haben mit den Attacken auf die kritischeEnergieinfrastruktur bereits im Winter 2022/23 begonnen und dieseseitdem verstärkt. Am 24. März gab es das erste Mal zwei russischeAngriffswellen mit zusammengerechnet fast 1000 Drohnen,Marschflugkörpern und Raketen.
    Am 29. März folgte eine Attacke mit 443 Drohnen, Marschflugkörpern undRaketen. Der Druck, der auf der Ukraine lastet, ist enorm. Es gibtnach wie vor noch keine Lösung bei den Abfangsystemen. Die Ukrainebraucht Patriots, um Marschflugkörper und Raketen abzufangen. Deshalbgibt es dieses Angebot Selenskyjs bezüglich eines Waffenstillstands.
    (…)
    Wie ist die Lage am Festungsgürtel?
    Dort marschieren die Russen langsam, aber stetig vor. Davon hört manin westlichen Medien weniger, weil das natürlich nicht im Interesseder Ukraine ist. Durch den Fall von Siwersk letztes Jahr haben dieRussen eine gute Ausgangsposition eingenommen und wollen dieVoraussetzungen für die Sommeroffensive schaffen.
    Das heißt, der Druck ist unvermittelt hoch. Kleinere Vorstöße gelingenden Russen immer wieder bei Sumy oder Charkiw. Das zeigt: Die Russensind immer noch gewillt, 'all in' zu gehen, auch weil sie durch dieEntwicklungen im Mittleren Osten begünstigt sind. Sie sehen dies alsChance, die Initiative an sich zu reißen.
    Mit Markus Reisner sprach Lea Verstl

    ————

    2. Reuters: Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt Selenskiy


    https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/us-links-security-guarantees-ukraine-giving-up-donbas-zelenskiy-says-2026-03-25/


    Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt SelenskiyVon Daniel Flynn und Olena Harmash


    25. März 2026 19:24 Uhr GMT+1 Aktualisiert 26. März 2026


    Zusammenfassung


    Die USA haben Sicherheitsgarantien angeboten, wenn die Ukraine die

    Donbass-Region an Russland übergibt, sagt Selenskij 


    Der ukrainische Führer sagt, dass der Verzicht auf die Verteidigungslinie 

    im Donbass ein großes Sicherheitsrisiko wäre 


    Selenskiy dankt Trump für die Fortsetzung der US-Waffenlieferungen an 

    die Ukraine trotz Iran-Konflikt 


    Ukraines Fortschritte in der Raketen- und Drohnenproduktion ermöglichen es, 

    sich gegen russische Luftangriffe zu revanchieren


    (…)


    In einem vergoldeten Sitzungssaal in den Präsidentenbüros im Zentrum

    von Kiew sagte Selenskij, Russland wette, Washington würde das

    Interesse verlieren, wenn die Friedensgespräche ins Stocken geraten

    und weggehen würden. Er räumte ein, dass ein gewisses Risiko dafür

    bestehe.


    Eine vierte Runde trilateraler Gespräche, die in diesem Monat

    stattfinden sollten, wurde aufgrund des Iran-Konflikts verschoben.


    Selenskij stellte jedoch in Frage, ob Russland bereit sei,

    Hunderttausende weitere Soldaten zu opfern, um das Gebiet des Donbass

    zu erobern, das es nicht bereits kontrolliert - etwa 6.000

    Quadratkilometer. Er wiederholte, dass ein Gipfeltreffen mit Trump,

    Putin und ihm der einzige Weg sei, um offene Fragen zu Territorium und

    Sicherheitsgarantien zu klären, um ein Friedensabkommen zu erzielen.


    Der ukrainische Staatschef zuckte mit den Schultern vor den Spannungen

    zwischen ihm und Trump. "Ich bin keine Schachtel Pralinen oder ein

    Auto, um von der einen oder anderen Person gemocht oder nicht gemocht

    zu werden", sagte er. "Meiner Meinung nach betrachtet der Präsident

    der Vereinigten Staaten dies pragmatischer, und er will

    wahrscheinlich, dass der Krieg schnell endet. Wir wollen es auch so

    schnell machen.“


    Nach der schweren russischen Bombardierung ukrainischer Städte am

    Mittwoch dankte Selenskiy der Trump-Regierung für die Aufrechterhaltung 

    der Lieferungen von Patriot-Raketenabwehrsystemen, trotz der gestiegenen 

    Nachfrage nach diesen Waffen wegen des Konflikts am Golf.


    Ukrainische Beamte haben ⁠zuvor Befürchtungen geäußert, dass

    Lieferungen von in den USA hergestellten Patrioten - den einzigen

    Raketen im ukrainischen Arsenal, die in der Lage sind, russische

    ballistische Raketen abzuschießen - wegen des Iran-Konflikts

    austrocknen würden.


    "Die Lieferungen an uns wurden nicht gestoppt. Ich bin Präsident Trump

    und seinem Team sehr dankbar", sagte Selenskiy. "Aber diese Versorgung

    mit Patriot-Raketen ist nicht so groß, wie wir brauchen." Unterdessen

    machte die Ukraine Fortschritte bei der Produktion ihrer eigenen

    Langstreckenraketen und Drohnen, so dass sie tief in Russland als

    Vergeltung für die russische Bombardierung ukrainischer Städte

    eingreifen konnte, sagte Selenskiy.



    ———



    siehe auch:


    https://www.nytimes.com/2026/03/25/opinion/russia-putin-iran-war.html


    Meinung

    Gast Essay

    Für Putin hat der Krieg im Iran alles verändert

    (…)



    ——




    3. NYT: Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.


    https://www.nytimes.com/2026/03/22/us/politics/iran-israel-trump-netanyahu-mossad.html


    Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.


    Präsident Trumps Hoffnungen, dass ein israelischer Plan, einen internen 

    Aufstand gegen die theokratische Regierung des Iran zu entfachen, 

    den Krieg rasch beenden könnte, haben sich bislang zerschlagen.


    (…)



    ———


    4. Tagesschau: Iran-Krieg  - Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive an


    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-krieg-usa-trump-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

    Iran-Krieg Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive anStand: 30.03.2026 • 09:23 Uhr


    Die Kämpfe in Iran gehen in die fünfte Woche: Erneut wird die

    Hauptstadt Teheran und iranische Energieinfrastruktur bombardiert.

    Iran schlägt zurück. US-Präsident Trump hat unterdessen iranisches Öl

    und die Insel Charg im Visier.


    US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über eine Bodenoffensive

    in der Islamischen Republik Iran angeheizt. In einem Interview mit der

    Zeitung Financial Times sagte Trump vage: "Vielleicht nehmen wir die

    Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen".

    Weiter wird er zitiert: "Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile

    dort bleiben müssten."


    Über Charg, eine Insel im Persischen Golf, wickelt Iran etwa 90

    Prozent seiner Erdölausfuhren ab. Das Pentagon habe die Entsendung von

    rund 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberung und

    Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtete die Zeitung weiter.


    Ein Angriff auf Charg wäre jedoch riskant. Experten warnen, dass

    US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel

    leichte Ziele für iranische Angriffe wären.



    Trump will sich iranisches Öl aneignen


    Trump sagte der Financial Times, dass er sich "am liebsten" das Öl in

    Iran aneignen wolle. Er fügte hinzu: "Aber einige dumme Leute in den

    USA sagen: 'Warum tust du das?' Aber das sind dumme Leute."


    Nach Trumps Worten kommen die indirekten Gespräche zwischen den USA

    und Iran über pakistanische Vermittler gut voran. Ein Abkommen über

    eine Waffenruhe könne ziemlich schnell erzielt werden. Die Frist, um

    einem möglichen Abkommen zuzustimmen, läuft am 7. April ab, wurde von

    Trump aber schon mehrmals verschoben. Zum Thema Waffenruhe mit Iran

    sagte Trump der Zeitung aber auch: "Wir haben noch etwa 3.000 Ziele

    übrig - wir haben 13.000 Ziele bombardiert - und noch ein paar Tausend

    Ziele vor uns." Trump hat sich seit Beginn des Krieges wiederholt

    widersprüchlich zur geplanten Dauer des Krieges und mögliche

    Verhandlungslösungen geäußert.


    Zudem sagte Trump der Financial Times, Iran erlaube nun 20 Öltankern

    unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus

    und damit doppelt so vielen wie zuvor. Das habe der iranische

    Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf genehmigt.



    Gegenseitiger Beschuss dauert an Unterdessen dauert der gegenseitige

    Beschuss an. Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, es seien

    zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden. Iran beschoss Israel

    zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab

    es nicht.


    Auch Kuwait und andere Golfstaaten gerieten wieder unter Beschuss

    durch Iran. Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf

    der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks

    und einer Entsalzungsanlage. Die Luftabwehr Saudi-Arabiens fing laut

    Verteidigungsministerium fünf ballistische Raketen ab. Auch Bahrain,

    Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate fingen laut

    dem arabischen Sender Al Jazeera Drohnen und Raketen ab.


    Auch die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe in Iran fort. Es

    werde "militärische Infrastruktur" in der iranischen Hauptstadt

    Teheran attackiert, teilte die Armee am frühen Morgen ohne nähere

    Angaben mit. Iranische Staatsmedien meldeten an mehreren Orten im Land

    Angriffe auf die Energieinfrastruktur.


    Israel und die USA hatten ihren gemeinsamen Krieg gegen die Islamische

    Republik vor gut einem Monat begonnen. Seit Tagen gibt es Berichte

    über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs in Iran. Pakistan

    bemüht sich zwar um Vermittlung, bisher haben Washington und Teheran

    aber noch keine direkten Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs

    aufgenommen.



    ——



    5. ORF: Verdacht auf Insiderhandel - Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg


    https://orf.at/stories/3424801/


    Verdacht auf Insiderhandel

    Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg

    Ob die USA die politischen Führer des Iran töten oder wann sie wohl

    Bodentruppen einsetzen – mit Wetten auf solche Fragen wurden zuletzt

    auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi Millionen gemacht.


    Hinter den Anbietern stehen mitunter finanzkräftige Investoren mit

    politischer Agenda, auch die Familie von US-Präsident Donald Trump.

    Und oftmals liegt der Verdacht nahe, Insider könnten auf den

    Plattformen ihr geheimes Wissen über den inzwischen vier Wochen

    dauernden Krieg zu Gold machen. Die Plattformen boomen und drängen

    inzwischen von der virtuellen in die reale Welt.


    29. März 2026, 7.21 Uhr


    Wie warm wird das Wetter, wer gewinnt den Eurovision Song Contest,

    werden die USA Kontakt zu Außerirdischen bestätigen? Auf zahllose

    Fragen wie diese kann man auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi

    wetten. Viele Wetten sind aber weit weniger harmlos, dafür – zumindest

    für manche – äußerst profitabel.


    Der Branchenprimus Polymarket ist ein Prognosemarkt, eine virtuelle

    Marktplattform. Spätestens seit dem zweiten Wahlsieg von Trump ist die

    Popularität der Plattform förmlich explodiert. Denn ihre Vorhersagen

    waren anhand der abgegebenen Wetten genauer als die Umfragen. Damit

    wirbt das Unternehmen auch offensiv: Im Gegensatz zu herkömmlichen

    Umfragen spiegle Polymarket „die Stimmungslage in Echtzeit wieder“,

    man erhalte „ein dynamischeres Verständnis der öffentlichen Meinung“,

    heißt es auf der Website.


    Voriges Jahr kam es schließlich zu einem veritablen Wettboom. Die

    Prognosemärkte verzeichneten laut dem Brokerhaus Clear Street ein

    weltweites Handelsvolumen von 47 Milliarden Dollar (rund 41 Mrd. Euro).


    Geld machen für Anfänger


    Das Prinzip ist recht einfach und lädt Userinnen und User

    niederschwellig ein. Man kauft Ja- oder Nein-Anteile auf die Frage, ob

    ein bestimmtes Ereignis eintritt. Wenn es eintritt, ist jeder

    Ja-Anteil einen Dollar wert. Tritt es nicht ein, ist der Ja-Anteil wertlos.


    Die Anteile werden wie Aktien an der Börse gehandelt – Angebot und

    Nachfrage bestimmen den Preis, der zwischen null und 100 Cent liegt.

    Der aktuelle Preis, zu dem ein Anteil gekauft wird, stellt dann die

    Wahrscheinlichkeit dar, ob das Ereignis eintritt oder nicht.


    Thiel und Trump


    Einzelne Prognosemärkte wurden in kurzer Zeit zu Milliardenkonzernen,

    auch weil finanzkräftige Investoren viel Geld hineinpumpen. So soll

    der Tech-Milliardär Peter Thiel innerhalb von zwei Jahren über 250

    Mio. Dollar in Polymarket investiert haben. Die New Yorker Börse stieg

    gleich mit zwei Milliarden Dollar ein.


    Kalshi ist der zweite große Prognosemarkt, in den USA ist es Teil

    einer Trading-App. Hier ist Trumps ältester Sohn Donald Jr. Investor

    und strategischer Berater. Auch der Präsident selbst will mitnaschen:

    Seine Plattform Truth Social bereitet gerade seinen eigenen

    Prognosemarkt mit dem Namen Truth Predict vor.


    Angebote an Journalisten


    Die Plattformen scheinen auch Einfluss auf die öffentliche Meinung

    nehmen zu wollen. So berichtete der freie US-Journalist Rick Ellis

    kürzlich auf The Verge, ihm sei von einem großen Prognosemarktplatz

    ein Vertrag angeboten worden. Er sollte zwei Artikel pro Woche auf

    Basis von Daten der Prognosemärkte erstellen, die angebotene Vergütung

    habe sich im mittleren bis oberen dreistelligen Dollarbereich pro

    Beitrag bewegt – plus Boni für hohe Klickzahlen.


    Ellis lehnte ab: „Es fällt mir schwer, Nein zu sagen, aber ich hätte

    es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können“, so der Journalist.

    „Viele Menschen bezahlen für meinen Newsletter und lesen ihn, weil sie

    mir vertrauen.“


    Verdacht auf Handel mit Insiderwissen


    Der Verdacht, dass mit dem neuen Boom auch Schindluder getrieben

    werden könnte, kam bald auf. Insiderhandel wurde bereits etliche Male

    vermutet, etwa bei Wetten auf die Außerlandesbringung von Venezuelas

    Staatschef Nicolas Maduro und auf die Tötung des obersten iranischen

    Führers, Ali Chamenei. Kurz vor diesen Ereignissen wurden jeweils

    mehrere neue Accounts auf Polymarket angelegt, die dann die richtigen

    Wetten platzierten.


    Laut dem Analyseunternehmen Bubblemaps erzielten sechs Accounts kurz

    vor den ersten Angriffen auf den Iran einen Gewinn von 1,2 Millionen

    Dollar. Die größte Summe strich der Account des anonymen Traders

    „Magamyman“ ein. Sein Einsatz von 40.000 Dollar brachte ihm innerhalb

    weniger Stunden eine halbe Million.


    Auch Kalshi betrieb Wetten auf den Sturz Chameneis. Doch nach

    anhaltender Kritik machte das Unternehmen einen halbherzigen

    Rückzieher. Den Händlern wurden die Gebühren erstattet, und Gewinne

    wurden zum letzten gehandelten Kurs vor Chameneis Tod ausgezahlt. Es

    solle niemand von einem Todesfall profitieren, so Kalshi-Chef Tarek

    Mansour auf der Plattform X anschließend.


    „Wahnsinn, dass das legal ist“


    Denn in den USA sind Wetten eigentlich verboten, die dem öffentlichen

    Interesse zuwiderlaufen. Dazu können auch Kriege und Attentate zählen.

    Doch die Prognosemärkte bewegen sich in einer regulatorischen

    Grauzone, die vor Gericht erst gefärbt werden muss. "Es ist Wahnsinn,

    dass das legal ist (…) Ich werde so schnell wie möglich einen

    Gesetzesentwurf einbringen, um das zu verbieten“, so Senator Chris Murphy.


    Auch Bundesstaaten überlegen bzw. setzten schon rechtliche Schritte,

    im demokratisch regierten Arizona wurde gar Anklage gegen Kalshi wegen

    illegalen Glücksspiels erhoben.


    Zuständigkeiten ungeklärt


    Die Plattformen aber argumentieren, dass sie ein Finanzmarkt seien und

    kein Glücksspielkonzern. Daher sollte man nicht von den

    Glücksspielbehörden der einzelnen Bundesstaaten reguliert werden,

    sondern von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).


    Die Behörde aber untersteht dem Weißen Haus, deren Vorsitzender

    Michael Selig betonte bereits, eine Strafverfolgung sei „völlig

    unangemessen“. Und Kalshi wiederum verklagte Arizona, Utah und Iowa,

    um rechtliche Maßnahmen schon vorbeugend zu verhindern.


    Neue Regeln für besseres Image


    Derzeit versuchen die beiden Plattformen, ein seriöseres Image zu

    kreieren, etwa indem sie den Fokus vermehrt auf Sportwetten richten.

    Beide führten zuletzt auch neue Richtlinien ein. Kalshi kündigte etwa

    an, politischen Kandidatinnen und Kandidaten den Handel mit eigenen

    Wahlkampagnen zu verbieten. Polymarket stellte klar, dass Handel mit

    Insiderwissen verboten ist.


    Sollten Gerichte oder Behörden tatsächlich strenge Regularien

    anordnen, könnte der Boom ganz schnell vorbei sein. Bis dahin gelten

    sie als „Orakel“, mit denen man die Zukunft besser vorhersehen kann,

    so etwa eine Bloomberg-Analyse. Politik und Wirtschaft erführen in

    Echtzeit, wo Teile der Bevölkerung stehen, ob es nun um eine

    Zinssenkung der Notenbank geht oder um einen militärischen Einmarsch.


    Doch, so vielfach die Kritik, könnten die Plattformen politische

    Entscheidungen und Wahlergebnisse gar beeinflussen – speziell, wenn

    Entscheidungsträger von den Plattformen selbst profitieren.



    ——


    6. Die Zeit: Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient


    https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/krisenprofite-energieunternehmen-uebergewinnsteuer-energiekrise-studie/komplettansicht


    Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient

    Wenn der Ölpreis steigt, profitieren vor allem Vermögende. Neue Zahlen

    zeigen das Ausmaß dieser extremen Umverteilung. Es braucht eine

    Übergewinnsteuer.


    Ein Gastbeitrag von  Gregor Semieniuk und  Isabella Weber


    26. März 2026, 14:33 Uhr


    Isabella Weber und Gregor Semieniuk arbeiten als Ökonomen an der

    US-Universität Massachusetts Amherst. Weber war Mitglied der

    Gaspreiskommission der Bundesregierung im Jahr 2022 und ist aktuell

    Mitglied der Schuldenbremsenkommission. Semieniuk arbeitete als

    Klimafolgenökonom für die Weltbank.



    Die Straße von Hormus wird aktuell zum Mittelpunkt der Welt. Während

    der US-israelische Krieg gegen den Iran Tod, Zerstörung und

    Umweltverschmutzung in der Region verursacht, drohen der ganzen Welt

    die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Der Schiffsverkehr durch

    die Meerenge ist nahezu zum Erliegen gekommen. Bereits jetzt sind die

    Rohölpreise auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, gegenüber

    60 US-Dollar pro Barrel zu Jahresbeginn.


    Die Benzinpreise steigen, und Fluggesellschaften kündigen

    Preiserhöhungen an. Die Regierungen Öl importierender Länder bemühen

    sich, die Folgen einzudämmen, indem sie, wie einige EU-Staaten, etwa

    Preise regulieren oder, wie Sri Lanka und die Philippinen, kürzere

    Arbeitswochen zur Kraftstoffsenkung einführen. Was aber bislang noch

    wenig diskutiert wird: Wer genau profitiert von diesem Krieg?


    Die Öl- und Gaskrise von 2022 bietet eine Vorlage, sie war die jüngste

    Preisexplosion in dieser Größenordnung, ausgelöst durch Russlands

    Invasion der Ukraine. In Energy Research & Social Science verfolgen

    wir in einem Aufsatz, wohin genau diese Gewinne geflossen sind. Dazu

    haben wir Beteiligungen und Anteilseigentümer aus verschiedenen

    Datenbanken analysiert und so Netzwerke quatifziert – von den Öl- und

    Gasunternehmen über den Finanzsektor bis hin zu natürlichen Personen.

    Zudem zeigen wir auf, dass es Möglichkeiten gibt, Übergewinne zu

    verhindern und die Gewinne und Verluste dieser Preisschocks gerechter

    umzuverteilen.


    Unsere Analyse zeigt: Im Jahr 2022 stiegen die Nettogewinne von 1.195

    börsennotierten Mineralöl- und Gasunternehmen weltweit auf 916

    Milliarden US-Dollar — eine Verdreifachung zum Durchschnitt der Jahren

    2016 bis 2021.  Firmen in den Vereinigten Staaten waren die größten

    Nutznießer: Sie erzielten 281 Milliarden US-Dollar. Dies überstieg die

    gesamten US-amerikanischen Investitionen in die Dekarbonisierung in

    jenem Jahr (267 Milliarden US-Dollar). Auch europäische Öl- und

    Gasunternehmen erzielten Nettogewinne in Milliardenhöhe, wenn auch auf

    weitaus niedrigerem Niveau als die US-Konzerne.


    Außerordentliche Profite


    Die Größe des Geldsegens, den Firmen durch den aktuellen Iranschock

    sehen werden, hängt davon ab, wie lange der Krieg dauert und wie hoch

    Öl-, Gas- und andere Rohstoffpreise steigen. Doch bei einem Ölpreis

    von mehr als 100 US-Dollar — einem Niveau, das bereits 2022

    Rekordgewinne hervorbrachte — ist die Tendenz klar. Die Frage ist

    nicht, ob es diesmal außerordentliche Gewinne aus fossilen

    Brennstoffen geben wird. Die Frage ist: Wer wird sie erhalten? Und:

    Haben Regierungen den Willen, einzugreifen?


    Was unsere Studie neuartig macht, sind nicht die Gesamtgewinnzahlen,

    sondern die Analyse des Beteiligungsnetzwerks im Jahr 2022. Sie

    verfolgt den Fluss der Gewinne bis zu den natürlichen Personen. Dafür

    wurden mithilfe von Finanzeigentumsdatenbanken die Beteiligungen von

    mehr als 252.000 Anteilseignern systematisch ausgewertet, von

    öffentlichen Unternehmen, Private-Equity-Beteiligungen, Pensionsfonds

    bis zu Family-Offices, also den Vermögensverwaltungen reicher

    Familien.


    So konnten wir rekonstruieren, wer letztendlich einen Anspruch auf den

    Gewinn hatte. Das funktioniert, da eine Kette von Beteiligungen am

    Ende immer zu natürlichen Personen – oder Regierungen – führt. Ein

    Unternehmen gehört immer irgendwem, man muss nur die – manchmal schwer

    zugänglichen – Daten auswerten. Und man muss beachten, dass

    Fondsmanager wie BlackRock das Vermögen anderer Leute investieren,

    nicht ihr eigenes.


    50 Prozent der fossilen Gewinne gehen an das reichste Prozent


    Das Ergebnis ist eindeutig. In den Vereinigten Staaten flossen 50

    Prozent aller Gewinnansprüche aus fossilen Brennstoffen an das

    reichste Prozent der Bevölkerung — über Ausschüttungen und steigende

    Aktienkurse. Die ärmsten 50 Prozent der Bevölkerung — das sind rund 66

    Millionen Haushalte — erhielten ein Prozent der Gewinne, weil sie kaum

    an der Börse investiert sind, da sie dazu schlicht nicht das Geld haben.


    Die obersten 0,1 Prozent, etwa 131.000 Haushalte, erhielten zusammen

    26-mal mehr als die gesamte untere Hälfte der US-amerikanischen

    Bürgerinnen und Bürger. Die Reichen besitzen große Anteile an allen

    Finanzinstrumenten, die in Unternehmen der fossilen Brennstoffe

    investiert sind. Sie sind an ihnen mit Private-Equity-Fonds,

    Hedgefonds und direktem Aktienbesitz beteiligt. Dagegen greifen

    private Pensionsfonds, die eine im Vorhinein festgelegte Rente

    auszahlen und die wichtigste Art der Altersvorsorge für die große

    Mehrheit der US-Amerikaner sind, auf lediglich 14 Prozent der Gewinne zu.


    Die ethnischen und bildungsbezogenen Dimensionen verschärfen diese

    Ungleichverteilung. Unsere Auswertung von Daten der US-Notenbank

    zeigt: Weiße Haushalte, die 64 Prozent der Haushalte ausmachen,

    erzielten in dem Krisenjahr 2022 etwa 87 Prozent der Gewinne. Schwarze

    Haushalte (Anteil: 14 Prozent) erhielten dagegen nur drei Prozent.

    Latinohaushalte (zehn Prozent) erhielten ein Prozent. Wer eine

    akademische Ausbildung hat, profitiert in der Regel: Allein

    Hochschulabsolventen, die 38 Prozent der Haushalte ausmachen,

    beanspruchten 79 Prozent des Gesamtbetrags.


    Die Krise von 2022 erzeugte eine ausgeprägte Inflationsungleichheit.

    Die Umverteilung erfolgt über zwei Kanäle. Je ärmer man ist, desto

    mehr gibt man für Grundbedürfnisse wie Energie aus. Bei US-Haushalten

    mit niedrigem Einkommen (in Fachsprache: das niedrigste Quintil)

    machen die Ausgaben für Benzin rund 3,3 Prozent aus. Bei Haushalten

    mit hohem Einkommen (das höchste Quintil) sind es dagegen 2,1 Prozent.

    Ärmere Haushalte sind damit überdurchschnittlich stark von

    Preiserhöhungen betroffen.


    Nun rächt sich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen


    Im Jahr 2022 lag in den USA die Inflation bei 6,5 Prozent. Bei den

    obersten 0,1 Prozent der Vermögensbesitzer kompensierten in diesem

    Jahr die Gewinne aus fossilen Brennstoffen nahezu vollständig die

    Belastung aus der Inflation. Der zusätzliche Geldsegen glich die

    gestiegenen Kosten für Lebenshaltung aus. Für die unteren 50 Prozent

    belief sich die Kompensation auf 0,05 Prozent ihres verfügbaren

    Einkommens — statistisch unsichtbar. Es ist nicht nur so, dass die

    Armen stärker unter der Inflation litten; die Reichen erlebten keinen

    finanziellen Schaden, während der ärmere Teil der Bevölkerung reale

    Einbußen hinnehmen musste.


    Übergewinne sind die versteckte Umverteilung jedes Ölschocks. Sie

    tauchen nicht in der Lohnstatistik auf. Sie lösen keine automatischen

    Stabilisatoren aus. Sie sind vollkommen legal, völlig undurchsichtig

    und wiederkehrend, wie wir jetzt, angesichts des Irankriegs, auch sehen.


    Für Europa mag es sich wie eine Wiederholung anfühlen. Europa wird

    erneut den höheren Marktpreis für Energie zahlen müssen. Wenn die

    Meerenge von Hormus weiter geschlossen bleibt, ist es nur eine Frage

    der Zeit, bis die Zentralbanken die Zinssätze erhöhen werden, um die

    Inflation zu bekämpfen. Das wiederum gefährdet die Erholung der

    Wirtschaft, so wird steigende Arbeitslosigkeit riskiert. Es ist

    unverzeihlich, dass Europa sich nicht schneller von der Abhängigkeit

    von fossilen Brennstoffen abgewendet hat, insbesondere nach Beginn des

    Ukrainekriegs. Stattdessen ersetzte es die Abhängigkeit von Russland

    durch die Abhängigkeit von US-Energieimporten. Das rächt sich nun.


    Neues Geld für neue fossile Investments


    Die Gewinnverteilung hat auch eine Klimadimension. Die Rekordgewinne

    von 2022 haben die fossilen Industrien auf gewisse Weise

    rehabilitiert, nachdem sie zuvor, auch durch Protestbewegungen wie

    Fridays for Future, stark in der Kritik gestanden hatten.


    Die Öl- und Gaskonzerne steigerten die Kapitalausgaben für neue

    Felder, kehrten Verpflichtungen zur Energiewende um und machten sich,

    dank hoher Gewinnerwartungen, zu einem attraktiveren

    Investitionsobjekt als die Erneuerbaren. Vor dem Ausbruch des

    Irankriegs Ende Februar diskutierten die EU-Regierungen bereits über

    eine Abschwächung von Klimamaßnahmen. Der neue Energiepreisschock

    droht diese Impulse zu verstärken.


    Unsere politische Empfehlung ist einfach: Es braucht eine dauerhafte

    Übergewinnsteuer auf Öl und Gas, definiert als maximale Rendite über

    einem bestimmten Schwellenwert. Dafür könnte zum Beispiel die

    langjährige Durchschnittsmarge herangezogen werden – Genaues muss die

    Politik entscheiden.


    Die Einnahmen könnten verwendet werden, um zumindest teilweise

    Maßnahmen zum Schutz der Haushalte vor den Kostenschocks zu

    finanzieren. Das passierte etwa 2022 mithilfe der deutschen

    Gaspreisbremse. Die Einnahmen könnten auch zur Finanzierung der

    Energiewende verwendet werden.


    Wir schätzen, dass eine vollständige Besteuerung der Gewinne im Jahr

    2022, die über jene von 2021 hinausgingen, der US-Regierung 225

    Milliarden US-Dollar eingebracht hätte. Die Einnahmen hätten gereicht,

    um die US-amerikanischen Investitionen in saubere Energie in jenem

    Jahr fast zu verdoppeln.


    Das Vereinigte Königreich und die Europäische Union führten 2022 eine

    Übergewinnsteuer ein, die EU schaffte diese allerdings 2024 wieder ab.

    Die Vereinigten Staaten diskutierten die Maßnahme ebenfalls,

    verzichteten aber auf eine Umsetzung. Das politische Fenster schloss

    sich, als sich die Preise wieder auf einem niedrigeren Niveau

    einpendelten.


    Jetzt aber öffnet es sich wieder. Die Politik kann die Chance nutzen

    und einseitige Profitmacherei verhindern. Es fehlt nicht an Wissen.

    Die Frage ist nur, ob es politischen Willen gibt.



    ———




    7. The Guardian: US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“, 

        wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde



    (in der angebotenen deutschen Übersetzung)


    https://www.theguardian.com/us-news/2026/feb/20/mike-huckabee-israel-middle-east-tucker-carlson


    US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“, 

    wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde


    Der rechtsgerichtete Trump-Verbündete erklärt Tucker Carlson

    gegenüber, Israel habe ein biblisches Recht auf das Land „vom Wadi

    Ägyptens bis zum großen Fluss“


    Edward Helmore


    Last modified on Sat 21 Feb 2026 19.53 CET


    Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat gegenüber dem

    Podcaster Tucker Carlson behauptet, Israel habe ein biblisches Recht

    darauf, den gesamten Nahen Osten zu übernehmen – oder zumindest den

    Löwenanteil davon.


    „Es wäre in Ordnung, wenn sie alles einnehmen würden“, sagte Huckabee

    zu Carlson während eines am Freitag veröffentlichten Interviews. 


    Der von der Trump-Regierung ernannte ehemalige Gouverneur von Arkansas

    diskutierte mit Carlson über Interpretationen von alttestamentarischen

    Schriftstellen innerhalb der christlichen nationalistischen Bewegung in den USA.


    Carlson – der kürzlich umstrittene Behauptungen aufstellte, er sei am

    Flughafen von Tel Aviv in Israel festgehalten worden – befragte

    Huckabee zu einem Bibelvers, in dem Gott Abraham verspricht, dass

    seine Nachkommen Land erhalten werden „vom Wadi Ägyptens bis zum

    großen Fluss, dem Euphrat – das Land der Keniter, Kenizziter,

    Kadmoniter, Hethiter, Perizziter, Rephaiter, Amoriter, Kanaaniter,

    Girgaschiter und Jebusiter“.


    Carlson wies darauf hin, dass dieses Gebiet in der modernen Geografie

    „im Grunde genommen den gesamten Nahen Osten“ umfassen würde.


    „Die Levante … Israel, Jordanien, Syrien, Libanon – dazu kämen auch

    große Teile von Saudi-Arabien und Irak“, sagte Carlson.


    Huckabee sagte: „Ich bin mir nicht sicher, ob es so weit reichen

    würde, aber es wäre ein großes Stück Land.“


    Er fuhr fort: „Israel ist ein Land, das Gott durch Abraham einem Volk

    gab, das er erwählt hatte. Es war ein Volk, ein Ort und eine

    Bestimmung.“


    Von Carlson darauf angesprochen, ob Israel ein Recht auf dieses Land

    habe, antwortete Huckabee: „Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nehmen

    würden.“ (..)


    ——


    8. Tagesschau: Krieg im Nahen Osten - Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollieren


    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-libanon-litani-100.html

    Krieg im Nahen Osten Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollierenStand: 24.03.2026 • 15:41 Uhr

    Israels Verteidigungsminister hat angekündigt, die Kontrolle über

    libanesisches Gebiet bis zum Litani-Fluss übernehmen zu wollen. Zuvor

    hatte das israelische Militär mehrere Brücken gesprengt. Damit soll

    der Hisbollah der Weg abgeschnitten werden.


    Israel will nach Angaben des Verteidigungsministers bis auf weiteres

    das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. "Alle

    Brücken über den Litani, die von der Hisbollah für den Transport von

    Kämpfern und Waffen genutzt wurden, wurden gesprengt", sagte Israel

    Katz nach Angaben seines Büros bei einer Beratung mit Militärs in Tel

    Aviv.


    Die israelische Armee werde nun die Kontrolle über die übrigen Brücken

    und das Gebiet bis zum Litani, das er als "Sicherheitszone"

    bezeichnet, übernehmen.


    Katz: Bewohner können nicht zurückkehren


    Die Bodentruppen würden weiter in den Libanon vorstoßen, um gegen die

    mit Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz vorzugehen, kündigte

    Katz an. Wo im Libanon die israelischen Truppen genau stehen, ist

    unklar, da Israel keine Angaben dazu macht.


    Hunderttausende Bewohner des Südlibanon, die nach Norden geflohen

    waren, können Katz zufolge nicht in das Gebiet südlich des

    Litani-Flusses zurückkehren. Das sei erst wieder möglich, wenn "die

    Sicherheit der Bewohner des Nordens gewährleistet ist", sagte er mit

    Bezug auf den Norden Israels.



    Der libanesische Präsident Joseph Aoun zeigte sich schon am Sonntag

    alarmiert angesichts der israelischen Angriffswelle. Die Attacken auf

    Brücken seien eine gefährliche Eskalation, erklärte Aoun. Er

    verurteilte die "Zerstörung von Infrastruktur und lebenswichtigen

    Einrichtungen im Südlibanon". Die Angriffe stellten eine "eklatante

    Verletzung der Souveränität des Libanon" dar.


    Die mit Iran verbündete schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon

    kündigte Widerstand gegen die von Israel geplante Besetzung des

    südlichen Libanon an. Eine solche Besetzung würde eine existenzielle

    Bedrohung für den Libanon als Staat darstellen, sagt der

    Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters.



    ——


    9. Tagesschau: US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen - Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge 


    https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-108.html


    30.03.2026 • 23:03 Uhr


    US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen


    Hunderte Mitglieder von Spezialeinheiten des US-Militärs sind

    Medienberichten zufolge im Nahen Osten angekommen. Darunter befinden

    sich auch Soldaten der Army Rangers, die als Speerspitze der

    Kommandotruppen des US-Heeres gelten, sowie der Navy Seals, einer

    Eliteeinheit der US-Marine, wie die New York Times und der Sender CBS

    News übereinstimmend berichten.


    Die US-Medien berufen sich dabei auf zwei US-Militärbeamte

    beziehungsweise mit dem Einsatz vertraute Quellen. Sie schlössen sich

    Tausenden Marineinfanteristen und Fallschirmjägern des Heeres an, die

    ebenfalls in der Region angekommen seien - die militärischen Optionen

    von US-Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran würden damit

    erweitert, hieß es.


    (…)




    30.03.2026 • 10:31 Uhr 


    Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge


    Die spanische Regierung hat den Luftraum des Landes für alle Flugzeuge

    gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran in

    Verbindung stehen.


    Diese Maßnahme "ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung,

    sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht

    verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen", erklärte

    der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos

    Cuerpo im Interview des Radiosenders "Cadena Ser".


    Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern

    auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten

    in Großbritannien oder Frankreich aus operieren, hatten zuvor die

    Zeitung "El País" und die Nachrichtenagentur Europa Press unter

    Berufung auf die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro

    Sánchez berichtet.


    ——


    siehe auch:


    https://www.jungewelt.de/artikel/520222.unterst%C3%BCtzung-des-iran-krieges-anzeige-gegen-angriffskrieg.html


    Aus: Ausgabe vom 01.04.2026, Seite 4 / Inland


    Unterstützung des Iran-Krieges

    Anzeige gegen Angriffskrieg

    Friedensaktivist beantragt Ermittlungen gegen Bundesregierung wegen US-Basis Ramstein


    Von Philip Tassev
    Der unprovozierte Überfall der USA und Israels auf den Iran hat derWelt einmal mehr die große Bedeutung der ausländischen Militärbasenfür die US-Kriegsmaschinerie vor Augen geführt. Eine zentrale Rollekommt dabei dem US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz zu. 
    Der Bonner Antikriegsaktivist Martin Singe hat daher am Montag beiGeneralbundesanwalt Jens Rommel beantragt, Ermittlungen gegenMitglieder der Bundesregierung zu eröffnen. Der zu untersuchendeVorwurf: mögliche Beihilfe zu einem Angriffskrieg oder einer sonstigengegen das Völkerrecht gerichteten Gewalthandlung im Sinne vonParagraph 13 Völkerstrafgesetzbuch. Der Antrag liegt jW vor. 

    (…)


    ———


    10. ORF: Geschichte: Der Iran, sein Öl und der Westen


    https://orf.at/stories/3422181/


    Geschichte

    Der Iran, sein Öl und der Westen

    Mit den Angriffen der USA und Israels wird wohl ein neues Kapital

    iranischer Geschichte geschrieben. Wie dieses aussieht, ist noch

    vollkommen unklar. Ein Blick in die Geschichte des Landes zeigt aber,

    dass bei den großen Zäsuren immer der Westen seine Finger im Spiel

    hatte – insbesondere 1953 und 1979.


    29. März 2026, 10.28 Uhr


    Doch zunächst waren es die Briten, die ihre Interessen gewahrt sehen

    wollten. Nach dem Fund von Ölfeldern wurde 1909 die Anglo-Persian Oil

    Company gegründet, und nach der Umbenennung des Landes folgte die

    Anpassung in Anglo-Iranian Oil Company, der Vorläufer des heutigen

    Ölkonzerns BP.


    Prägende politische Figur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war

    Resa Chan, der die bis dahin herrschende Dynastie der Kadscharen

    stürzte und das Land zu einer Republik machen wollte. Als die

    Widerstände zu groß waren, nahm er selbst die Position des Schahs an.

    Modernisierungen nach westlichem Vorbild prägten seine Regentschaft.


    Öl als Grund für Einmarsch


    Im Zweiten Weltkrieg erklärte Resa Schah Pahlawi die Neutralität

    seines Landes, vor allem die Briten befürchteten, die Erdölvorräte

    könnten in die Hände Nazi-Deutschlands fallen. Gemeinsam mit der

    Sowjetunion besetzte man den Iran, der Schah wurde zum Abdanken

    gezwungen, stattdessen wurde sein Sohn Mohammed Resa in die Position

    des Herrschers gehievt.


    Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Iran nicht zur Ruhe. Für die

    wirtschaftlich klamme Lage wurde vor allem verantwortlich gemacht,

    dass die britische Ölfirma dem Iran nur einen Bruchteil der

    Erdöleinnahmen im eigenen Land zugestand. Der Ruf nach einer

    Verstaatlichung wurde lauter. In der turbulenten Phase mit Attentaten

    auf führende Politiker wurde Mohammed Mossadegh zum Premier ernannt

    und auch demokratisch gewählt.


    Westliche Intervention gegen Verstaatlichungsplan


    Bei der Umsetzung der Verstaatlichung nahm er auch den Schah und

    dessen Macht ins Visier. Spätestens als die Briten mit einem Ende des

    Erdölverkaufs den Iran unter Druck setzten, stürzte das Land in eine

    tiefe politische Krise. Großbritannien bangte um seine Öleinnahmen,

    die USA fürchteten sowjetischen Einfluss im Land, da sich Mossadegh

    der kommunistischen Tudeh-Partei annäherte. Also planten die beiden

    Länder mit Hilfe ihrer Geheimdienste CIA und MI6 im Sommer 1953 die

    „Operation Ajax“, mit der Mossadegh abgesetzt werden sollte. Erst

    Jahrzehnte später wurde das von beiden Ländern eingestanden.


    Der Plan schien zunächst nicht aufzugehen: Mossadegh widersetzte sich

    seiner Absetzung, der Schah floh aus dem Land. Doch dann wendete sich

    das Blatt: Es kam zu riesigen Demonstrationen, das Militär schlug sich

    auf die Seite der Protestierenden. Mossadegh wurde verhaftet. Den Kopf

    des Schah hatte ausgerechnet Großajatollah Hossein Borudscherdi

    gerettet, der zu den Protesten aufgerufen hatte – eine

    Machtdemonstration des Klerus.


    Geheimdienst als Machtfaktor


    Die Ereignisse des August 1953 sollten die folgenden Jahrzehnte

    prägen: Die USA rüsteten den Iran als Bollwerk gegen die Sowjetunion

    auf, der Schah wurde im Westen hofiert, während gleichzeitig das Geld

    in die Rüstung floss statt in die auf dem Papier zwar geplante, aber

    unterfinanzierte Entwicklung des Landes.


    Während einerseits westlicher Liberalismus und bürgerliche Freiheiten

    gepredigt und teilweise – etwa mit Frauenrechten im Rahmen der Weißen

    Revolution ab 1963 – auch umgesetzt wurden, ging andererseits der 1957

    gegründete Geheimdienst mit aller Härte gegen jegliche Opposition zum

    Schah vor. Regimegegner standen unter ständiger Beobachtung, wurden

    verhaftet, gefoltert und auch hingerichtet.


    Gescheiterte Landreform


    Die Bodenreform und die Frauenrechte riefen vor allem den Klerus auf

    den Plan, als Speerspitze fungierte ein gewisser Ajatollah Ruhollah

    Chomeini, der daraufhin 1964 außer Landes gebracht wurde. In der

    Türkei, im Irak und ab 1978 in Frankreich im Exil schrieb er gegen den

    Schah an – seine Botschaften verbreiteten sich vor allem via

    Musikkassetten im Iran.


    Er richtete sich vor allem an die ländliche Bevölkerung, die sich bei

    der Landreform der Weißen Revolution nicht wie geplant als Gewinner,

    sondern als große Verlierer herausgestellt hatte. Der

    verschwenderische Lebensstil der Schah-Familie und die politische

    Unterdrückung sorgten auch in den Städten für Zorn. Ab 1978 kam es zu

    Protesten und Unruhen, der Schah schaffte es weder mit

    Demokratieversprechen noch einer Militärregierung, die Kontrolle im

    Land wiederzuerlangen.


    Westen ließ Schah fallen


    Auf der Konferenz von Guadeloupe im Jänner ließen die USA,

    Großbritannien, Frankreich und Deutschland den Schah fallen. Dieser

    floh wenige Tage später aus dem Iran. Am 1. Februar 1979 kehrte

    Chomeini aus dem französischen Exil in den Iran zurück – und begann

    die Islamische Revolution. Schon bald war klar, dass sich der Westen,

    der auf eine Art iranischen Gandhi gehofft hatte, wie auch bürgerliche

    und säkulare Kräfte im Land, die sich gegen den Schah auf die Seite

    Chomeinis schlugen, gründlich verschätzt hatten.


    Schon wenige Tage nach Beginn des Umsturzes begannen die ersten

    Festnahmewellen, binnen weniger Monate schuf Chomeini einen durch den

    Klerus völlig kontrollierten Staatsapparat, am 1. April wurde die

    Islamische Republik Iran ausgerufen, eine neue Verfassung zementierte

    seine Rolle als oberster Revolutionsführer.


    Unterdrückung statt Reformen


    Der endgültige Bruch mit den USA folgte mit der Geiselnahme von

    Teheran, bei der 52 US-Diplomaten der Vereinigten Staaten vom 4.

    November 1979 bis zum 20. Jänner 1981 festgehalten wurde, wobei ein

    US-Befreiungsversuch kläglich scheiterte.


    Seit damals wurden politische Annäherungsversuche von iranischen

    Präsidenten, die für sanfte Reformen eintraten, allzu schnell wieder

    zunichtegemacht. Richtige Reformer waren zu Wahlen gar nicht

    zugelassen. Und das Regime schlug seit 1979 alle Proteste der

    Bevölkerung blutig nieder, so etwa 1999, 2009, 2019, 2022 und heuer –

    alleine in diesem Jahr sind selbst laut bestätigten Zahlen mehrere

    tausend Tote zu beklagen.


    ———


    11. NSA-Archive: CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953


    https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB435/

    CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953

    Dokumente enthalten neue Details zum Sturz von Mosaddeq und seinen Folgen

    National Security Archive fordert Freilassung der verbleibenden klassifizierten Aufzeichnung 

    National Security Archive Elektronisches Briefing Buch Nr. 435

    Veröffentlicht – August 19, 2013Herausgegeben von Malcolm Byrne(…)

    Washington, D.C., 19. August 2013 – Anlässlich des sechzigsten

    Jahrestages des Sturzes des iranischen Premierministers Mohammad

    Mosaddeq veröffentlicht das Nationale Sicherheitsarchiv heute kürzlich

    freigegebene CIA-Dokumente über die Rolle der Vereinigten Staaten bei

    der umstrittenen Operation.


    Amerikanische und britische Beteiligung an Mosaddeqs Sturz ist seit

    langem Öffentlichkeitskenntnisse, aber das heutige Posting beinhaltet

    die erste formelle Anerkennung der CIA, dass die Agentur geholfen hat,

    die CIA zu planen und auszuführen. Coup.



    Der explizite Hinweis auf die Rolle der CIA erscheint in einer Kopie

    einer internen Geschichte, The Battle for Iran, aus der Mitte der

    1970er Jahre. Die Agentur 1981 veröffentlichte eine stark

    ausgeschnittene Version des Kontos als Reaktion auf eine ACLU-Klage,

    aber es schwärzte alle Verweise auf TPAJAX, den Codenamen für Die

    US-geführte Operation.


    Diese Referenzen erscheinen in der neuesten Veröffentlichung. Weitere

    CIA-Materialien, die heute veröffentlicht wurden, enthalten

    Arbeitsakten von Kermit Roosevelt, Der hochrangige CIA-Offizier vor

    Ort im Iran während des Putsches. Sie liefern neue Besonderheiten

    sowie Einblicke in die Handlungen des Geheimdienstes zuvor Und nach

    der Operation.




    (…)



    auf der gleichen Seite:




    Haben sich die Briten 1953 mit dem FRUS-Retrospektivband eingemischt?


    Auswärtiges Amt besorgt über sehr peinliche Enthüllungen, Dokumente zeigen


    Das Vereinigte Königreich versuchte, "sehr peinliche" Informationen

    über seine Rolle beim Staatsstreich im Iran 1953 aus der offiziellen

    US-Geschichte der Zeit zu löschen. Britische Dokumente bestätigen.


    Das Auswärtige Amt befürchtete, dass eine geplante Veröffentlichung

    des Außenministeriums das Ansehen des Vereinigten Königreichs im Iran

    untergraben würde, so freigegebene Aufzeichnungen, die heute auf der

    Website des National Security Archive veröffentlicht wurden.


    Der britische Zensurversuch ereignete sich 1978, aber Londons Bedenken

    könnten auch heute noch eine Rolle dabei spielen, die lang erwartete

    Geschichte des Außenministeriums zu halten - obwohl das US-Gesetz

    seine Veröffentlichung vor Jahren vorgeschrieben hat.


    Die freigegebenen Dokumente des Auswärtigen Amtes (Außen- und

    Commonwealth-Büro seit 1968) beleuchten eine langwierige Kontroverse

    über entscheidende Lücken in der maßgeblichen Reihe Foreign Relations

    of the United States(FRUS) des Außenministeriums.


    Die leeren Stellen im Iran betreffen die CIA- und Der von der MI6

    unterstützte Verschwörung zum Sturz des Premierministers des Landes,

    Mohammad Mosaddeq. Sechs Jahrzehnte nach seinem Sturz deuten einige

    Anzeichen auf die CIA als Schuldigen für Weigerung, grundlegende

    Details über das Ereignis in die FRUS-Kompilierung einfließen zu lassen.



    -------


    12. Versöhnungsbund: Clemens Ronnefeldt: Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region

    https://versoehnungsbund.de/sites/default/files/2020-06/Iran%20Israel%20und%20die%20Kriegsgefahr%20in%20der%20Region%20-%202012-08-10.pdf


    Besonders hinweisen möchte ich in diesem Artikel auf das Zitat von Anthony Zinni 

    fett hervorgehoben) aus dem Jahr 2009 über die Folgen eines Iran-Krieges. 


    Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region

    10.08.2012

    Clemens Ronnefeldt

    Dr. Michael Lüders, langjähriger Nahost-Korrespondent der Hamburger

    Wochenzeitung "Die Zeit" und häufiger Kommentator bei allen großen

    Fernseh- und Radiostationen in Deutschland, hat im April 2012 sein

    neues Buch veröffentlicht: "Iran. Der falsche Krieg. Wie der Westen

    seine Zukunft verspielt". Michael Lüders schreibt:


    "Spätestens seit dem 25. Januar 2012 konnte jeder, der es wissen

    wollte, erfahren, dass die Zeichen auf Krieg stehen. An dem Tag

    veröffentlichte die «New York Times» eine Innenansicht der

    israelischen Regierung in Sachen Iran.


    Aus der Feder von Ronen Bergman, dem israelischen Seymour Hersh

    (US-amerikanischer Starjournalist, Anm.: C.R.). Bergman zufolge hatte

    Verteidigungsminister Ehud Barak einen israelischen Angriff auf die

    iranischen Atomanlagen bereits für den 20. Januar angeordnet, wurde

    aber im letzten Moment von Washington daran gehindert.


    Darüber sei es zu einer ernsten Verstimmung gekommen, und die

    israelische Regierung habe zu verstehen gegeben, dass sie die USA über

    eine künftige Offensive erst in Kenntnis setzen werde, nachdem sie

    bereits angelaufen sei.


    In Israel, so Bergman, wisse man nur zu gut, dass die USA in dem Fall

    keine andere Wahl hätten als ihrem Verbündeten militärisch

    beizustehen.


    Die israelischen Kampfflugzeuge würden demzufolge den Weg über

    Jordanien und den Irak nehmen - beide Staaten verfügen über keine

    Flugabwehr.


    Bergman beendet seinen Artikel mit dem Resümee, die Frage sei nicht,

    ob Israel den Iran angreifen werde, sondern wann" (S. 28ff).


    Unter der Überschrift "Geheimer Krieg gegen Iran" schrieb Paul-Anton

    Krüger am 22.12.2011 in der Süddeutschen Zeitung:


    "Bei einer Explosion starb im November (2011, Anm.: C.R.) der Chef des

    iranischen Raketenprogramms. Es gibt Indizien dafür, dass dies kein

    Unfall, sondern ein gezielter Angriff war.


    Experten vermuten, dass der israelische Geheimdienst Mossad

    dahinterstecken könnte. (...) Ein früherer Pentagon-Analyst, der

    selbst Luftangriffe geplant hat, sagte der SZ, er tippe auf eine

    Attacke mit Marschflugkörpern. Ein Drohnen-Angriff mit kleinen,

    gelenkten Bomben ist ebenso denkbar.


    Auch lässt sich nicht ausschließen, dass Sprengsätze auf das Gelände

    geschmuggelt worden sind. Doch darüber geben die Satellitenfotos

    ebenso wenig preis, wie über mögliche Urheber.


    Die USA verfügen über entsprechende Waffensysteme, und Israel

    vermutlich auch. Doch das ist blanke Spekulation. Sicher dagegen ist:

    Ein möglicher Angriff, vor allem aus der Luft, wäre der Schritt von

    Geheimdienstoperationen an die Schwelle eines Krieges.


    Darin liegt zugleich eine Erklärung, warum Iran die USA und Israel

    nicht beschuldigt - womöglich wider besseren Wissens: Ein Luftschlag

    würde eine militärische Reaktion fast unausweichlich machen - eine

    Eskalation, die das Regime wahrscheinlich um jeden Preis vermeiden

    will. Vielleicht können derzeit alle Beteiligten am besten damit

    leben, wenn der Tod von General Moghaddam ein Mysterium bleibt".


    Am 30.11.2011 berichtete Peter Münch in der "Süddeutschen Zeitung",

    dass erstmals nach zwei Jahren aus dem Libanon mehrere

    Katjuscha-Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden waren, die

    einen Hühnerstall und einen Gastank zerstörten.


    Peter Münch sieht einen Zusammenhang zwischen diesen

    Raketeneinschlägen und dem Tod von General Moghaddam in Iran: 

    „In Israel wird das von manchen bereits in Verbindung gebracht mit einer

    Reihe mysteriöser Explosionen in Iran.


    Vor zwei Wochen war westlich von Teheran ein Raketenlager in die Luft

    geflogen, am Montagabend wurde zudem eine Explosion aus der Stadt

    Isfahan gemeldet, wo auch eine Urananreicherungsanlage betrieben wird.


    Israels Geheimdienst-Minister Dan Meridor gab dazu sogleich ein

    Radio-Interview mit einem bemerkenswerten Dementi. 'Nicht jede

    Explosion' sei gleich ein Sabotage-Akt, erklärte er und fügte

    möglichst vielsagend an, dass es im Umgang mit Iran 'Staaten gibt, die

    Wirtschaftssanktionen erlassen und Staaten, die auf andere Art handeln'".


    Die israelische Regierung hat nach einem Artikel in "Foreign Policy"

    vom 28. März 2012 zufolge einen Vertrag mit Aserbaidschan

    abgeschlossen, der die Nutzung eines Militärflughafens in der Nähe von

    Baku zum Inhalt hat. Damit gewinnt die israelische Regierung

    Handlungsspielraum für ihre Iran-Angriffspläne, da eine Luftbetankung

    - wie bei Starts von Israel aus - nicht notwendig wäre.


    Die israelische Regierung wird nach einem Vertrag vom Februar 2012 im

    Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar Aserbaidschan Rüstungsgüter liefern,

    darunter Drohnen und Flugabwehrraketen, die nach einem israelischen

    Angriff von Aserbaidschan aus Vergeltungsraketen aus Iran abfangen

    könnten.


    Die Folgen eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen lässt Michael

    Lüders in seinem Buch "Der falsche Krieg" den pensionierten

    Vier-Sterne-US-General Anthony Zinni beschreiben, der bereits im Jahre

    2009 in seinen Vortrag vor der New American Foundation in Washington

    folgende rhetorische Fragen stellte:


    "Nachdem ihr also Bomben auf deren Bunkeranlagen abgeworfen habt, wie

    geht es dann weiter? Was, wenn sie beschließen, von ihren

    Bunkeranlagen aus ihre mobilen Raketen abzufeuern? Was, wenn sie die

    in Richtung der US-Militärbasen auf der anderen Seite des Persischen

    Golfs lenken? Oder damit Israel angreifen oder sonst wen?


    Oder ihre Raketen in saudische Ölfelder lenken? ... Was, wenn sie

    alles raushauen, was sie haben, ihre Patrouillenboote, ihre Raketen,

    den Persischen Golf verminen und Öltanker versenken?


    Spätestens dann knallen in der Weltwirtschaft alle Sicherungen durch.

    Was, wenn ihre Geheimdienste Schläferzellen aktivieren? Die USA und

    Israel weiterhin dem Iran einheizen, während die bei uns zuhause den

    Straßenkampf proben? Ich würde mal sagen, in dem Fall hätten wir

    ziemlich viele Probleme.


    Und jetzt erklärt mir doch bitte, wie wir die lösen wollen, okay? ...

    Meinen Freunden sage ich immer: Wenn euch Afghanistan und Irak

    gefallen haben, werdet ihr den Iran lieben“.



    Das legitime Sicherheitsinteresse der Bevölkerung Israels ist nicht

    mit militärischer Gewalt durchsetzbar. Allein Verhandlungen auf

    Grundlage der Gleichberechtigung aller Beteiligten und ihrer legitimen

    Sicherheitsinteressen eröffnen eine Zukunftsperspektive.


    Die zahllosen Opfer und die Verwüstungen in Afghanistan, Irak, Libyen

    ... zeigen: Krieg ist ein Verbrechen und Ursache für weitere

    Gewaltakte. Der gefährliche Eskalationskurs mit immer härteren

    Sanktionen, der als 'letzte Option' den Einsatz von Waffen vorsieht,

    ist ein Irrweg.


    Ginge es in diesem Konflikt tatsächlich nur um das iranische

    Atomprogramm, dann gäbe es friedensfördernde Alternativen zu

    Wirtschaftskrieg und Drohung mit Militärschlägen:


    - Gegenseitige Nichtrangriffsgarantien als Grundlage für Verhandlungen


    - Die unverzügliche Aufnahme der von der UNO beschlossenen

    Verhandlungen über eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren

    Osten


    - Die Einrichtung einer ständigen Konferenz für Sicherheit und

    Zusammenarbeit im Nahen und mittleren Osten nach dem Vorbild der KSZE

    in Europa


    Die deutsche Geschichte, das Grundgesetz und die UN-Charta

    verpflichten die Bundesregierung zu einer konsequenten

    Friedenspolitik.


    Die Beihilfe zur Vorbereitung eines Angriffskrieges gehört mit

    Sicherheit ebensowenig dazu wie die Aufrüstung der Region - durch die

    Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten an Israel und von

    Leopard-Panzern an Saudi-Arabien.


    Ohne Druck von unten wird die Bundesregierung nicht tun, was

    friedenspolitisch getan werden muss.


    Deshalb kommt es darauf an, dass wir den angekündigten Militärschlag

    nicht widerspruchslos hinnehmen, sondern rechtzeitig aufstehen für den Frieden.


    ——


    13. USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran anhttps://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/usa-iran-pakistan-gespraeche-krieg-nahost

    USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an


    Pakistans Außenminister kündigt ein Treffen von Vertretern der USA und

    des Iran in den "kommenden Tagen" an. Gastgeberland der Verhandlungen

    werde Pakistan sein.


    29. März 2026, 20:55 Uhr


    Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, AFP, bam 


    Nach Angaben des pakistanischen Außenministers Ishaq Dar sollen bald

    schon Gespräche zwischen dem Iran und den USA über den Krieg im Nahen

    Osten stattfinden. Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein,

    teilte Dar am Sonntag mit. Er machte zunächst keine Angaben dazu, ob

    es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln

    werde. Aus den USA und dem Iran lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.



    Pakistan freue sich sehr darüber, dass sowohl der Iran als auch die

    USA Vertrauen in die Rolle Pakistans bei der Vermittlung der Gespräche

    geäußert hätten, die in den "kommenden Tagen" stattfinden würden,

    sagte Dar in einer Fernsehansprache. Zuvor hatten sich mehrere

    Außenminister der Nahostregion in Islamabad zu Gesprächen über den

    Konflikt getroffen.


    Die Außenminister Saudi-Arabiens, der Türkei, Ägyptens und Pakistans

    berieten am Sonntag über Wege zur Beendigung des Irankrieges. Das

    Treffen in Islamabad sei einberufen worden, "um die sich entwickelnde

    Lage in der Region zu erörtern und Fragen von gemeinsamem Interesse zu

    besprechen", teilte das pakistanische Außenministerium mit.

    ImIrankrieg hat Pakistan zuletzt eine Vermittlerrolle zwischen dem

    Iran und den USA eingenommen. Es wird mit einem weiteren Treffen am

    Montag gerechnet.


    Regionaler Rückhalt für Pakistans Bemühungen


    Vor dem Vierertreffen empfing Pakistans Außenminister Ishaq Dar seine

    jeweiligen Kollegen separat zu bilateralen Gesprächen. Ägyptens

    Außenminister Badr Abdelatty und sein türkischer Kollege Hakan Fidan

    trafen zudem mit Pakistans einflussreichem Armeechef Asim Munir

    zusammen. Vertreter der USA oder Israels waren nicht zugegen, wie es

    aus Ministeriumskreisen hieß.


    In Islamabad herrschten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, wie

    Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Mehrere Straßen nahe

    wichtigen Regierungsgebäuden und diplomatischen Vertretungen waren

    abgesperrt. Die Regierung in Islamabad verfügt über gute Beziehungen

    zum Iran und zu den Golfstaaten sowie den USA.




    siehe auch:


    https://www.spiegel.de/geschichte/iran-krieg-experte-ueber-moeglichen-frieden-meistens-das-produkt-von-kuehlem-pragmatismus-a-15b40250-69db-4c22-a47e-bf456964c45c

    Nahostexperte über Irankrieg  »Frieden ist meistens das Produkt von kühlem Pragmatismus«

    US-Präsident Trump hat sich mit seinem Irankrieg offenbar verrannt. 


    Gibt es noch einen Ausweg? 


    Nahostexperte Daniel Gerlach über die Friedensoptionen – und einen Ritter aus dem 12. Jahrhundert.



    Ein Interview von Frederik Seeler


    24.03.2026, 22.41 Uhr



    (…)


    ———


    14. IPG: Vorherrschaft durch Chaos -Israels Regierung setzt auf Eskalation – 

          und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.


    https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/vorherrschaft-durch-chaos-8971/?utm_campaign=de_40_20260331&utm_medium=email&utm_source=newsletter


    Naher Osten/Nordafrika 31.03.2026



     Marcus Schneider

    Vorherrschaft durch Chaos


    Israels Regierung setzt auf Eskalation – und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.
    Marcus Schneider leitet das FES-Regionalprojekt für Frieden undSicherheit im Mittleren Osten mit Sitz in Beirut, Libanon. Zuvor warer für die FES unter anderem als Leiter der Büros in Botswana undMadagaskar tätig.

    Einen Monat ist der Krieg nun alt. Ein Ende der Eskalation istnirgends in Sicht. Während immer offensichtlicher wird, dass dieeinfältigen Amerikaner planlos hineingestolpert sind, fügt sich fürden israelischen Verbündeten alles zu einer Grand Strategy zurNeuordnung des Nahen Ostens.
    Nichts weniger hatte Premier Netanjahu schon länger als Zielausgegeben. Die Zeiten der Risikoaversion sind lange vorbei. Seit dem7. Oktober 2023 hat sich das Land neu erfunden. Für Israels dominanteRechte geht es darum, die militärische Vorherrschaft des jüdischenStaates auf Dauer zu zementieren. Das Mittel der Wahl scheint Chaos zuheißen.
    Die Weltmacht USA sitzt nun in einer Eskalationsfalle, aus der siegesichtswahrend nicht mehr herauskommt – ein Problem für dieMAGA-Bewegung und die große Mehrheit des amerikanischen Volkes, dasdie Forever Wars eigentlich hinter sich lassen wollte.
    Für Tel Aviv dagegen ist es eine Garantie, dass sich Amerika nicht ausder Region verabschiedet. Dies gilt es zu verhindern, ebenso wie einverfrühtes Kriegsende. Die Furcht vor einer strategischen Niederlagein der Meerenge von Hormus treibt die USA – Stichwort Mission Creep –dazu, immer größere Teile ihres Militärapparats einzusetzen.Bodenoffensive ausdrücklich nicht mehr ausgeschlossen.
    Das geopolitische Gesamtbild ist beeindruckend. Hier schickt sich einZehn-Millionen-Einwohnerstaat an, eine 650-Millionen-Einwohner-Regionzu dominieren. Ein solches Unterfangen setzt zweierlei voraus. Daskontinuierliche Engagement einer Weltmacht, das die fehlendestrategische und industrielle Tiefe ausgleicht und der israelischenKriegspolitik den Rücken freihält.
    Dass Amerika dabei die eigenen Interessen missachtet, davon geheninzwischen immer mehr arabische Verbündete und selbst eine Mehrheitder Amerikaner aus. Als zweiter Faktor kommt hinzu: die Verhinderungeiner effektiven Gegenmachtbildung, die eine andereOrdnungsvorstellung durchsetzen könnte. Dass im Krieg mit Iran nun dieGolfstaaten, einst das Inbild der Stabilität im so volatilen NahenOsten, unter die Räder kommen, ist kein Kollateralschaden.
    Dass das in seiner Existenz bedrohte iranische Regime Richtung Golfausschlagen würde, dürfte die Kriegsplaner in Tel Aviv kaumüberraschen.
    Dass das in seiner Existenz bedrohte iranische Regime Richtung Golfausschlagen würde, dürfte die Kriegsplaner in Tel Aviv kaumüberraschen. Der Golf war immer die Achillesverse der amerikanischenOrdnung in Nahost, in böser Vorahnung liefen die Golfstaaten kollektivSturm gegen den heranziehenden Krieg – und mussten erleben, wie ihreSicherheitsbedenken durch die israelisch-amerikanische Kriegsallianzvöllig beiseitegewischt wurden.
    Geopolitisch Hauptleidtragender, und das womöglich dauerhaft, istSaudi-Arabien, das sich längst zum strategischen Hauptwidersacherdereinseitigen israelischen Regionalvision entwickelt hat. Nach seiner –durch den Kronprinzen Mohammad bin Salman forcierten – Abkehr vomextremen Wahhabismus hatte das Königreich eine Vision von Ausgleichund Stabilität entwickelt. Diese sollte die ideologischen Wirren, dieBürgerkriege und failed states im Nachklang des gescheitertenArabischen Frühlings überwinden. Riad streckte die Hand aus zurAnnäherung an einstige Konkurrenten in Ankara, Teheran und Doha undauch nach Tel Aviv.
    Denn die saudische Vision war keineswegs anti-israelisch – imGegenteil. Normalisierung in all but name war bereits gelebteRealität. Der Dissens betrifft die Lösung der Palästinafrage. Nach demSchrecken des Gaza-Krieges bestand Riad im Einklang mit demallgemeinen Wunsch in der Region auf einer Zweistaatenlösung.
    Das Angebot einer kompletten Normalisierung, nicht nur durchSaudi-Arabien, sondern durch die gesamte arabisch-muslimische Welt imRahmen der von Riad schon 2002 entworfenen ArabischenFriedensinitiative besteht weiterhin. Es wäre die Grundlage für einenbelastbaren Frieden.
    Dieses Angebot kollidiert aber offensichtlich frontal mit NetanjahusZielen. Die Verhinderung eines palästinensischen Staates ist derNordstern seiner gesamten politischen Existenz. Der Angriff auf Iranist untrennbar verbunden mit dem Ziel, eine einzige Souveränitätbetween the river and the sea aufrechtzuerhalten.
    Die Perpetuierung der Besatzung und die Umsetzung sehr vielweitergehender Ziele sind dauerhaft nur möglich, wenn Chaos in derRegion vorherrscht. Der türkische Geheimdienstchef spricht davon, dassdieser Krieg die Basis legen solle für eine „Blutfehde zwischenTürken, Kurden, Arabern und Persern“.
    Ob Iran als Staat zerbricht oder das angeschossene Regime sich immerweiter radikalisiert – die Verlierer dieser Entwicklung sind vor allemdie Golfaraber und die Türken, die an ihren Grenzen mit dauerhafterInstabilität und mit Flüchtlingsströmen zu kämpfen hätten. Ein failedstate im Iran wird zumindest fahrlässig in Kauf genommen – wenn ernicht sogar unerklärtes Kriegsziel ist.
    Israelnahe Thinktanks propagieren schon seit langem die Auflösung desVielvölkerstaats in seine ethnischen Einzelteile. Die systematischeErmordung der gegnerischen Eliten führt jegliche Diplomatie adabsurdum. Aus Sicht der Regierung in Tel Aviv soll es für denaktuellen Konflikt offensichtlich keine diplomatische Lösung geben. Esist laut türkischem Außenminister eine Strategie für „immerwährenden Krieg“.
    Das sich ausbreitende Chaos scheint als Rechtfertigung einer extremenSicherheitslogik zu dienen, die als reines Nullsummenspielfunktioniert. Nicht weniger als sieben Staaten hat Israel in denletzten zwölf Monaten bombardiert. Beinahe der gesamte Nahe Osten wardavon betroffen – fast kein Staat bleib davon unberührt.
    Auch beste Verbindungen zu den USA sind offensichtlich dieser Tagekein Schutz mehr. Eine systematische Unterminierung von Souveränitätwird selbst gegenüber denjenigen Staaten betrieben, die wie das neueSyrien eigentlich den Wunsch nach Frieden äußern und ins amerikanischeLager streben. Mehrfach äußerten israelische Minister den Wunsch,Präsident Al-Sharaa zu ermorden. Nicht Intentionen zählen, sondern Fähigkeiten.
    Der in Umfragen stärkste Oppositionspolitiker Naftali Bennettbezeichnet das NATO-Land Türkei als „den neuen Iran“. Eine solchePolitik kann offensichtlich ohne äußeren Feind nicht bestehen. Wenndie Islamische Republik diese Rolle nicht mehr ausfüllen kann, mussman sie neu erfinden.
    Die alte Peripherie-Doktrin wurde indes wiederbelebt. Diese umfasstdie Förderung von Minderheiten jenseits der arabisch-sunnitischenMehrheitsbevölkerung. Die syrischen Drusen werden zur Sezessionermuntert, die Unabhängigkeit von Kurden, Südjemeniten und vonSomaliland wird propagiert.
    Die Obsession mit der ethnischen Vielfalt Irans läuft daraus hinaus,diesen Staat, jenseits der Beseitigung des derzeitigen Regimes, zuschwächen. Noch waren die iranischen Kurden zu intelligent, um sich inden ethnischen Bürgerkrieg treiben zu lassen. Sie spürten womöglich,dass es hier weniger um ihre Befreiung und mehr um das Säen von Chaosging. Nationale Selbstbestimmung, so sehr diese in Bezug auf diePalästinenser ein Unwort ist, gilt andernorts als Instrument der Wahl.
    Im Windschatten der Eskalation am Persischen Golf werden derweilFakten geschaffen. Die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen läuftunvermindert fort; die Verhinderung jeglichen Wiederaufbaus dient demFernziel einer möglichst massiven Vertreibung der Bevölkerung. Auch inder Westbank wird dies kaum noch kaschiert.
    Die Besatzung wächst sich von einer illegalen zu einer kriminellenUnternehmung aus, in der gewalttätige Siedler und Armee Hand in Handagieren.
    An der Nordgrenze wird der erwartete Kriegseintritt der Hisbollahgenutzt, um territoriale Expansion zu zementieren. Bis zum Litaniwurde die Bevölkerung zur Flucht aufgefordert. Der Südlibanon wirddamit zum neuen Golan, mit von einigen geäußerter Aussicht aufpermanente Besiedlung. Wenn die Pläne umgesetzt werden, droht eineethnische Säuberung von 300 000 Menschen.
    Hinzu kommt eine offensichtliche Kollektivbestrafung der schiitischenBevölkerung. Die Flächenbombardements ihrer Wohngebiete werden siedauerhaft zur Flucht zwingen. Die intrakonfessionellen Spannungen imLibanon steigen, inner-libanesische gewaltsame Konflikte werden auchhier fahrlässig in Kauf genommen. Dass auf diesem Desaster einstFrieden blühen kann, glauben nur ganz Naive.
    Israel ist Avantgarde der neuen, von Präsident Trump eingeläutetenWeltordnung, in der Grenzen, Souveränitäten und Völkerrecht nichtsmehr zählen.
    Was Israels aktuelle Regierung betreibt, ist eine strategischeDestabilisierung der ganzen Region. Damit ist das Land Avantgarde derneuen, von Präsident Trump eingeläuteten Weltordnung, in der Grenzen,Souveränitäten und Völkerrecht nichts mehr zählen. Dieüberdimensionierte militärische Potenz fällt dabei zusammen mit einerschnell anwachsenden, sehr jungen Bevölkerung.
    Ohne die Negev-Wüste erreicht Israel fast die Bevölkerungsdichte vonBangladesch. Die „demografische Bombe“ sind keineswegs diePalästinenser. Wenn Netanjahu Sympathien für eineGroßisrael-Ideologieäußert, ist er Teil des Mainstreams eines Landesmit in Umfragen geäußertem Expansionsdrang. 82 Prozent der jüdischenIsraelis befürworteten noch im vergangenen Jahr die kompletteVertreibung aller Palästinenser aus Gaza, 56 Prozent wollten sogar dieDeportation der die Staatsbürgerschaft besitzenden israelischen Araber.
    Wie der Krieg am Persischen Golf ausgeht, ist ungewiss. Wenn Chaos dasZiel war, ist es bereits erreicht. Von einer nachhaltig stabilenSicherheitsordnung ist die ohnehin volatile Region weiter entferntdenn je. Die israelische Vorherrschaft beruht auf einer kaputten, insich zerfallenden Region voller failed states, zu beschäftigt mit sichselbst, um eine irgendwie geartete Friedensordnung durchzusetzen. Dieerklärten Kriegsziele – vom Regimekollaps über die Schwächung derRaketenfähigkeiten bis hin zur Eskalationsdominanz – sind derweil inweite Ferne gerückt.
    Die Herren über das Chaos könnten sich überschätzen. Wenn der Kriegschiefgeht, drohen nicht nur ökonomische, sondern auch humanitäreDoomsday-Szenarien bis hin zu nuklearer Proliferation. Es wäre einextremer Preis. Die gegenseitigen Angriffe auf Nuklearanlagen undWasserinfrastruktur zeigen, dass auf beiden Seiten Hasardeure am Werksind, die das Abfackeln der Welt offenbar fahrlässig in Kauf nehmen.Noch ist es nicht gänzlich zu spät, aber die Uhr tickt

    ——


    15. ZDF: Verteidigungsminister zu Iran:      "Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu


    https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/pistorius-waffenruhe-iran-israel-usa-absicherung-100.html


    Verteidigungsminister zu Iran:"Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu26.03.2026 | 08:18



    Boris Pistorius kann sich vorstellen, eine Waffenruhe im Iran-Krieg

    abzusichern. Die Instabilität im Nahen Osten habe Folgen für die ganze

    Welt, so der Verteidigungsminister.


    Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands

    zur Absicherung einer Waffenruhe im Krieg in Iranin Aussicht gestellt.

    "Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt.

    Die Auswirkungen sind schon jetzt nach wenig mehr als zwei Wochen

    klar", warnte er bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen

    Richard Marles in der Hauptstadt Canberra.



    Nötig sei eine diplomatische Lösung "so schnell wie möglich", sagte

    Pistorius in Australien. Er richtete diese Forderung vor allem an den

    Iran, aber auch die USA. "Wir sind vorher nicht konsultiert worden",

    so Pistorius. "Es ist nicht unser Krieg. Und darum wollen wir in

    diesen Krieg auch nicht reingezogen werden, um das glasklar zu

    machen".


    (…) Die Bundesregierung sei bereit, nach einer Einigung auf einen

    Waffenstillstand diesen zu schützen. Auch könne über eine Beteiligung

    Deutschlands an einem Einsatz zum Schutz der Schifffahrt in der

    strategisch wichtigen Straße von Hormus gesprochen werden.


    Geplantes Abkommen zwischen Deutschland und Australien


    Pistorius und sein australischer Kollege Marles vereinbarten zudem,

    die Stationierung der Truppen des jeweils anderen Landes zu

    vereinfachen und bei der Verteidigung im Weltraum zusammenzuarbeiten.

    Marles sagte, Berlin und Canberra würden ein Abkommen unterzeichnen,

    das es "für unsere Streitkräfte deutlich einfacher machen wird, vom

    Gebiet des jeweils anderen Landes aus zu operieren".


    Australien wird sich zudem dem Plan der Bundesregierung zum Aufbau

    eines "Frühwarnsystems für den Weltraum" anschließen, wie Pistorius

    sagte. Das Vorhaben sei eine Reaktion auf die wachsenden Fähigkeiten

    Russlands und Chinas, Satelliten zu blenden und zu zerstören.


    Deutschland beabsichtige, ein "unabhängiges globales Netzwerk von

    Überwachungssensoren" einzusetzen, um seine Systeme zu schützen, fügte

    der Bundesverteidigungsminister hinzu. Pistorius befindet sich zur

    Zeit auf einer Reise im Indo-Pazifik. Zuvor in dieser Woche hatte er

    bereits Japan und Singapur besucht.


    Quelle: dpa; AFP



    ———


    16. ZDF: Deutschlands Blick in den Indopazifik:  U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft


    https://www.zdfheute.de/politik/pistorius-reise-singapur-uboote-tkms-ruestung-100.html


    Deutschlands Blick in den Indopazifik:U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft

    von Ines Trams, Singapur

    24.03.2026 | 21:14


    Sechs U-Boote aus Kiel, künftig gewartet in Singapur: Deutschlands

    Marinekooperation im Indopazifik wächst. Für Verteidigungsminister

    Pistorius ist das Teil einer größeren Strategie.



    Sechs U-Boote aus deutscher Produktion hat Singapur bereits bestellt,

    nun wird auch die Wartung vor Ort ausgebaut. Der Kieler U-Boot-Bauer

    TKMS hat dazu am Rande der Indopazifik-Reise von Verteidigungsminister

    Boris Pistorius eine Absichtserklärung mit dem lokalen Partner ST

    Engineering unterzeichnet.



    In Singapur soll ein erstes Wartungs- und Servicezentrum für den

    Pazifik entstehen - ein Schritt, der die Zusammenarbeit deutlich

    vertieft. Und ein Schritt mit strategischer Bedeutung: U-Boote aus

    deutscher Produktion müssten mit dem neuen Außenposten nicht mehr den

    langen Weg nach Kiel zurücklegen, um gewartet zu werden. 


    "Wir haben an über 30 Nationen U-Boote verkauft - das ist für viele eine große

    Gelegenheit, Kosten und Aufwand zu sparen", sagt TKMS-Chef Oliver Burkhard.


     (…) Der Indopazifik ist damit für Pistorius kein Nebenschauplatz

     mehr, sondern ein Testfeld deutscher Sicherheitspolitik. Auch

     Burkhard verweist auf die Rolle sogenannter Mittelmächte: Es sei

     "ratsam", sich mit Partnern zu vernetzen, "die ein ähnliches

     Werteverständnis haben" - und Kräfte zu bündeln.


    (…)


    Mit der Wartung der U-Boote direkt in Singapur geht die Zusammenarbeit

    über den Verkauf hinaus. Für die Industrie bedeutet das Präsenz vor

    Ort, für die Politik eröffnet sie neue Einflussmöglichkeiten. 


    Die Kooperation mit Singapur ist deshalb mehr als ein einzelnes Projekt.

    Sie zeigt, wie sich deutsche Sicherheits- und Wirtschaftspolitik neu

    ausrichtet - in einer Region, die immer wichtiger wird.




    ——


    17. Ökumene: Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten



    https://www.oikoumene.org/de/resources/documents/joint-ecumenical-statement-on-the-widening-conflict-in-the-middle-east
    Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten


    Der Ökumenische Rat der Kirchen, der Kirchenrat des Nahen Ostens, der

    Lutherische Weltbund, die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der

    Weltrat Methodistischer Kirchen, die Mennonitische Weltkonferenz, die

    Asiatische Christliche Konferenz und die ACT Alliance bringen

    gemeinsam ihre große Sorge über die humanitären und gesellschaftlichen

    Auswirkungen der Eskalation des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten

    und die Gefahr, die er für Frieden und Sicherheit in der Region und

    der Welt insgesamt darstellt, zum Ausdruck.


    Nachdem die mehr als 92 Millionen Menschen zählende Bevölkerung im

    Iran bereits seit vielen Jahren komplexe politische, wirtschaftliche

    und gesellschaftliche Herausforderungen aushält, sieht sie sich nun

    auch noch mit den unmittelbaren Gefahren des aktuellen Konflikts und

    einer sehr ungewissen Zukunft konfrontiert.


    Die gegen den Iran gerichtete Gewalt durch die USA und Israel , die

    Tötung des obersten Führers des Iran, des Ajatollahs Ali Chamenei, am

    28. Februar und die darauffolgenden Gegenschläge des Iran haben einen

    Krieg zur Folge, der eine Bedrohung für den Frieden in der ganzen

    Region darstellt.


    Zudem weckt er ernste Sorgen um die Sicherheit und das Wohlergehen der

    Zivilbevölkerung, die durch ein trauriges Beispiel untermauert werden,

    über das in den Medien berichtet wurde: Bis zu 175 Schülerinnen und

    Mitarbeitende sollen bei einem Raketenangriff getötet worden sein, bei

    dem eine Mädchenschule in der südiranischen Stadt Minab getroffen wurde.


    Je länger der Konflikt anhält, desto mehr werden zwangsläufig die

    humanitären Risiken und das Leid zunehmen. Darüber hinaus sind wir

    zutiefst besorgt, dass immer mehr Berichte auf schwere Verstöße gegen

    das humanitäre Völkerrecht im Rahmen der anhaltenden

    Militäroperationen hindeuten. Wir betonen, dass es eine moralische und

    rechtliche Pflicht aller Konfliktparteien ist, die Zivilbevölkerung zu

    schützen und keine Angriffen auf zivile Gebiete oder zivile

    Infrastruktur durchzuführen.


    Wir befürchten des Weiteren, dass der Konflikt eine neue Phase

    anhaltender Gewalt und Instabilität in der gesamten Region zur Folge

    haben könnte. Es sind bereits viele Länder in der Region und darüber

    hinaus beteiligt oder betroffen. Die Situation im Libanon ist in einen

    groß angelegten israelischen Angriff eskaliert, von dem mehrere

    Regionen des Landes und auch die Hauptstadt Beirut betroffen sind.

    Insbesondere in den südlichen Vororten Beiruts und in großen Teilen

    des Südlibanon sind bereits ganze Wohnviertel großflächig zerstört worden.


    Die Verschärfung der Kriegshandlungen hat zu großem Leid in der

    Zivilbevölkerung geführt und Hunderttausende Menschen zur Flucht aus

    ihren Häusern gezwungen, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch der

    Irak ist von der Eskalation in der Region betroffen. Die wachsenden

    Spannungen und Sicherheitsprobleme verschärfen die ohnehin schon

    fragile Lage weiter. Die Vergeltungsschläge des Iran haben zudem

    mehrere Golfstaaten sowie Zypern und Aserbaidschan getroffen.


    Wir sind des Weiteren tief besorgt, dass die Angriffe und ihre

    Auswirkungen wahrscheinlich die Vertreibung von noch mehr Menschen zur

    Folgen haben werden und das in einer Region, in der bereits sehr viele

    Menschen vertrieben wurden und in der die Binnenvertriebenen im Iran

    selbst und die Flüchtlinge in Nachbarländern absolut unzureichend

    versorgt und die Sicherstellung ihres Wohlergehens absolut

    unzureichend geplant ist.


    Aber nicht nur im Iran und den am stärksten betroffenen Ländern sind

    Tod, Zerstörung und Vertreibung als unmittelbare Folgen dieses

    Konflikts zu spüren, er wirkt sich vielmehr bereits heute auch auf das

    Leben und die Lebensgrundlage vieler Menschen, Gemeinwesen und ganzer

    Gesellschaften in der gesamten Region aus. Genau wie alle Menschen im

    Iran und der gesamten Region, sind auch die Kirchen und christlichen

    Gemeinden mit den Gefahren dieses Krieges für ihr Überleben konfrontiert.


    Es muss betont werden, dass die von Israel und den USA gemeinsam

    durchgeführten Angriffe eindeutig völkerrechtswidrig sind. Es gibt

    keinerlei glaubwürdige Beweise für eine angebliche unmittelbare

    Bedrohung durch den Iran, und die Angriffe sind ein eklatanter Verstoß

    gegen die Charta der Vereinten Nationen, die genau aus diesem Grund

    formuliert wurde: um die Menschen weltweit vor der Geißel des Krieges

    zu bewahren. Die Abkehr von der Diplomatie zugunsten eines bewaffneten

    Angriffs ist unverantwortlich und grob fahrlässig.


    Nachdem Israel und die USA diesen Weg nun aber eingeschlagen haben,

    darf es ihnen nicht gestattet werden, erneut einfach Verwüstung und

    Zerstörung zu hinterlassen und dies dann Frieden zu nennen. Sie müssen

    die Verantwortung für die Folgen ihres Handelns übernehmen, und dazu

    zählen auch die Folgen für das Überleben der Menschen im Iran, für

    deren Freiheit sie einzutreten vorgeben.


    Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand, die dringende

    Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und politischer Gespräche im

    Rahmen der bestehenden internationalen und regionalen Mechanismen und

    die Einhaltung aller völkerrechtlichen Verpflichtungen durch die

    beteiligten Staaten, zum Beispiel jene in der UN-Charta.


    Unser Appell wurzelt in unserem Glauben und unseren

    christlich-ethischen Wertvorstellungen sowie in Recht und Politik. Wir

    unterstreichen erneut, dass Krieg mit dem Wesen Gottes und seinem

    Willen für die Menschheit unvereinbar ist und gegen unsere

    christlichen Grundwerte verstößt. Frieden ist ein moralischer und

    spiritueller Imperativ, der auf unserem Glauben an einen Gott der

    Gerechtigkeit und Barmherzigkeit beruht, und ein Geschenk, das nicht

    mit Zwang oder Waffengewalt errungen werden kann.


    Die Menschenwürde ist heilig und spiegelt wider, dass alle Menschen

    nach dem Bilde Gottes geschaffen sind. Jeder Angriff auf die

    Zivilbevölkerung und jede systematische Verletzung der Menschenrechte,

    egal ob durch einen Angriff von außen oder die Unterdrückung der

    eigenen Bevölkerung im Innern, ist eine direkte Verletzung der von

    Gott gegebenen Menschenwürde und der Unantastbarkeit des Lebens.


    Wir bedauern sowohl in Bezug auf diesen Konflikt als auch den globalen

    Kontext insgesamt, dass Moral und Rechtmäßigkeit keinen großen

    Stellenwert mehr haben, Arroganz und Herrschaftsideologien die

    Oberhand haben und nicht das Gewissen, sondern politischer Nutzen die

    Entscheidungen bestimmt. Aus unserer christlichen Sicht gibt es keine

    göttliche Lizenz, zu töten, zu zerstören, Menschen zu vertreiben oder

    Land zu besetzen. Wir treten ein für die von Gott gegebene Würde und

    die von Gott gegebenen Rechte aller Menschen, gleichberechtigt und

    ohne Unterschied. Wir lehnen die brutale Logik von Krieg und einer

    Herrschaft über andere Menschen ab. Wir streben nach dem Geschenk des

    Friedens.


    Wir beten für die Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die schon

    viel zu lange unter zu viel Gewalt leiden – und das zu oft als Folge

    einer Intervention von außen. Wir rufen alle Kirchen und christlichen

    Gläubigen in der Welt sowie alle gläubigen Menschen und Menschen guten

    Willens auf, zusammen mit uns für Frieden im Nahen und Mittleren Osten

    und überall auf der Welt, wo Konflikte und Unfrieden herrschen, zu beten.


    Gott, setze der Gewalt und Ungerechtigkeit ein Ende. Sorge dafür, dass

    sich die politischen Führungspersonen für das Wohlergehen aller

    Menschen einsetzen. Möge deine Liebe und deine Barmherzigkeit walten

    und die Staaten der Welt in einem gemeinsamen Engagement für Frieden

    zusammenbringen. Möge dein Reich des Friedens kommen auf Erden wie im 

    Himmel. 



    ———



    18. Change.org.: Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!


    https://www.change.org/p/petition-an-den-rat-der-ekd-%C3%BCberarbeitet-die-neue-denkschrift-zur-friedensethik?recruited_by_id=e7d63290-2dae-11f1-a3b4-172fecbd0cc8&utm_source=share_petition&utm_campaign=psf_promote_or_share&utm_term=psf_promote_or_share&utm_medium=email&share_id=sPnkgTWxVj


    Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!

    (…)


    Wir fordern den Rat der EKD auf:


    1. Die Denkschrift zur Friedensethik zurückzuziehen.


    2. Eine neue Denkschrift zu erarbeiten – transparent, demokratisch und unter Beteiligung der Gemeinden  

        und pazifistischen Organisationen innerhalb der Evangelischen Kirchen.

    3. Zurückzukehren zu einer Friedensethik, die der Botschaft Jesu verpflichtet ist.


    Unterstütze diese Petition


    Wir rufen alle Christinnen und Christen, alle friedensbewegten Menschen und alle, die sich eine glaubwürdige, 

    friedensorientierte Kirche wünschen, dazu auf, diese Petition zu unterzeichnen.

    An den Rat der EKD sagen wir: Seid Brückenbauer – nicht Brandbeschleuniger.


    Hier geht es zur Unterzeichnung:



    ——


    19. Friedenskooperative: Das Netzwerk Friedenskooperative informiert über Ostermärsche 2026 und eine Zeitungsanzeige:



    ———


    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt
    Referent für Friedensfragen beim deutschen 
    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    --------------------------------------------------------------

    Clemens Ronnefeldt
    Referent für Friedensfragen beim deutschen 
    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
    A.-v.-Humboldt-Weg 8a
    85354 Freising

    Tel.: 08161-547015    
    Fax:  08161-547016

    C.Ronnefeldt@t-online.de 
    www.versoehnungsbund.de

    Spendenkonto für die Arbeit des
    Versöhnungsbund-Friedensreferates:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    02.04.2026

    Kuba: Russland lässt Freunde nicht hängen

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 2. April 2026, 10:40 Uhr


    RTDE 1.4.2026

    Russlands Vize-Außenminister: Werden Kuba nicht im Stich lassen

    Kuba bleibt Russlands wichtigster Partner in der Karibik und wird von Moskau auch weiterhin Unterstützung erhalten, sagte Russlands stellvertretender Außenminister Sergei Rjabkow am 1. April. In einem Kommentar gegenüber der Nachrichtenagentur TASS in Bezug auf die Ankunft eines russischen Öltankers auf der Insel erklärte er:
    "Das ist ein Sieg des gesunden Menschenverstands. „Jahrzehntelang, während die USA das brüderliche Kuba zunehmend unter Druck setzten, haben wir prinzipiell keinen Hehl daraus gemacht, dass wir Schulter an Schulter mit Havanna stehen und sie unterstützen werden."

    Rjabkow hob hervor, dass die Öllieferung an Kuba sowohl einen humanitären, als auch einen pragmatischen Aspekt habe, da die Insel Russlands wichtigster Partner in der Region bleibe:
    "Kuba ist unser nächster Partner, der zuverlässigste Partner in der Karibik-Region, und wir haben schlicht kein Recht, sie im Stich zu lassen." Abschließend betonte der Diplomat: "Die Hilfe an Kuba wird fortgesetzt."

    Zuvor hatte die US-Administration nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro den Druck auf Kuba verstärkt und die ohnehin drakonischen Sanktionen gegen den Karibikstaat durch die Verhängung eines Verbots von Brennstofflieferungen weiter zugespitzt. Russlands Botschafter in Havanna, Viktor Koronelli, erklärte dazu, dass Washington faktisch eine Energieblockade der Insel betreibe. Die Energieversorgungslage der Insel bleibt prekär, im März kam es zu mehreren totalen Blackouts.
    Am 30. März lief der russische Tanker Anatoli Kolodkin mit einer Ladung von 100.000 Tonnen Rohöl im Rahmen einer humanitären Mission in den kubanischen Hafen Matanzas ein.



    RTDE 1.4.2026

    Russland lässt Freunde nicht hängen —
    die USA in ihrem Hinterhof ausgestochen

    Washington hatte ein Embargo gegen Erdöllieferungen an Kuba verhängt – und Russland hat es einfach ignoriert. Selbst falls die USA eingreifen wollten: Sie haben sich schlichtweg auf (und in) zu viele Bereiche überdehnt.

    Von Viktoria Nikiforowa

    Anatoli Kolodkin, ein russischer Tanker, legte am 8. März 2026 in Primorsk ab und machte Kurs auf Kuba. An Bord: etwa einhunderttausend Tonnen Rohöl, das unsere Freunde auf der Insel der Freiheit so sehr brauchten. Die Kolodkin wurde beobachtet: Im Ärmelkanal erhielt sie Begleitung von einem britischen Kriegsschiff – in respektvollem Abstand; in der Karibik wurden ihre Bewegungen vom US-Militär überwacht, das in der Region regelrechte Piraterie betreibt.

    Zu diesem Zeitpunkt waren sowohl Erdöl aus Russland einerseits als auch andererseits die Einfuhr von Kohlenwasserstoffen nach Kuba bis zum Gehtnichtmehr mit strengsten US-Sanktionen belegt. Washington erdrosselte die Insel mit einer Energieblockade, und US-Regierungsbeamte verspotteten offen das Leid der Kubaner: Schuld an allem sei der ach so "unwirtschaftliche Kommunismus".

    Aber trotz allem eilte die Anatoli Kolodkin, ohne auch nur ihre Maschinen zu drosseln, unseren Kameraden zu Hilfe. Während der Durchfahrt des Tankers durch den Ärmelkanal und bis zu seiner Einfahrt in den Atlantischen Ozean wurde es von einem Schiff der russischen Marine begleitet, ab wo der Tanker seine Fahrt nunmehr ohne Geleitschutz fortsetzte. Und am 30. März schließlich durchbrach die Anatoli Kolodkin unter wehender Flagge Russlands alle Absperrungen und machte triumphierend im kubanischen Hafen Matanzas fest.

    Die Medien Kubas werten dies zum Beispiel so:
    "Seine Ankunft stellt eine offene Herausforderung gegen die von der US-Regierung verhängte einseitige Blockade dar. Die Ankunft des Tankers ist von strategischer Bedeutung für die Bemühungen, die Folgen der durch Washington versuchten Energieerdrosselung des Landes zu mildern."

    Russland ist, man beachte, das einzige Land der Welt, das es gewagt hat, den Kubanern mit Erdöl auszuhelfen. China schickt ihnen reichlich Reis und legt noch etwas Geld obendrauf.
    Freiwillige aus Mexiko rüsten kleine Jachten aus und beladen sie mit Babynahrung, Mehl und Medikamenten. Alles sehr wichtig – aber gleichzeitig ist es natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn das Hauptproblem Kubas, die von den USA verursachte schwere Energieknappheit, wurde dadurch nicht gelöst.

    Nach dem Verbot der Öllieferungen nach Kuba kam es im Land zu tagelangen Stromausfällen – selbst in Krankenhäusern und Entbindungskliniken ging das Licht aus. Die Kubaner litten – sie gaben aber nicht auf. Mehr noch: Als die USA ihrerseits Habana um Erlaubnis baten, Dieselkraftstoff auf die Insel zu bringen, um Generatoren in ihrer diplomatischen Mission damit zu betreiben, wies das kubanische Außenministerium sie in härtestem Ton ab. Washingtons Antrag wurde als "schamlos" klassifiziert. Infolgedessen packen die Mitarbeiter der US-Diplomaten bereits ihre Koffer.

    Doch von dem, was man sich in Washington erhofft hatte, ist nichts eingetreten – keine Unruhen, keine Aufstände, keine Maidane. Die Kubaner schlossen die Reihen und arbeiteten selbstlos weiter, mit zusammengebissenen Zähnen und auf die Hilfe ihrer Freunde hoffend. Und jetzt ist Hilfe gekommen.

    Gleichzeitig mit der Ankunft des Tankers erklärte die russische Botschaft in Mexiko, dass Moskau "in voller Solidarität mit Kuba ist, alle gegen Kuba verhängten Beschränkungen für illegal hält … und bereit ist, alle notwendige Unterstützung, einschließlich materieller Hilfe, zu leisten."

    Und die Urheber der Energieblockade? Als der US-Präsident merkte, dass die Anatoli Kolodkin direkt vor seiner Nase Kuba anläuft, reagierte er darauf in seinem typischen Stil:
    "Es ist uns egal, ob jemand den Kubanern ein Schiff mit Fracht schickt. Ich habe ihnen gesagt: Wenn irgendein Land jetzt Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit. Sei es Russland oder irgendjemand sonst."

    Die US-Medien verbreiteten diese Aussage im Sinne von "Die Vereinigten Staaten haben Russland erlaubt, dort etwas zu tun", aber das alles ist natürlich nur Gerede für geistig Arme. Niemand erlaubte irgendjemandem etwas – dies war immer noch die gleiche beruhigende Rhetorik für den internen Gebrauch, vom selben Modell wie die Rhetorik "Iran ist bereits besiegt." Das ist nur eine gute Miene bei bösem Spiel, ein Heilgel für den wunden Stolz des Ex-Hegemons.

    Denn in Wirklichkeit, so erklärt es uns zum Beispiel die Washington Post, sieht die Lage etwas anders aus:
    "Die Möglichkeiten der Regierung waren in diesem Fall sehr begrenzt. Auf dem Höhepunkt des Krieges mit dem Iran konnte Washington keine Konfrontation mit Moskau wegen Kuba riskieren. Die geopolitischen Kosten einer Konfrontation mit Russland wären nicht zu stemmen gewesen. Dies ist eine direkte Folge der chaotischen Außenpolitik des Weißen Hauses: Wenn man sich auf und in vielen Bereichen überdehnt hat, kommt man in keinem davon zurecht."

    In derselben Veröffentlichung wird betont, dass die Durchbrechung der Ölblockade Russland in der gesamten Region freie Hand geben und zahlreiche Möglichkeiten zur Durchsetzung seiner Interessen bieten wird. "Die Anatoli wird nicht die letzte gewesen sein", bemerkte der US-Spezialist nachdenklich.
    Stimmt genau – belieben Sie nicht, daran zu zweifeln. Russland lässt die Seinen nicht im Stich.

    Viktoria Nikiforowa ist eine russische Buchautorin, Dramaturgin, Drehbuchautorin und Journalistin. In letztgenannter Funktion schreibt sie häufig Kolumnen für RIA Nowosti.


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    02.04.2026

    Papst scheint Hegseth in Bemerkungen über Führer mit "Händen voller Blut" zu tadeln

    theguardian.com, vom Mo 30 Mär 2026 00.30 MESZ, 

    Die ungewöhnlich punktuellen Kommentare des Papstes kommen nach dem Gebet des US-Verteidigungsministers für Gewalt gegen Feinde, "die keine Barmherzigkeit verdienen"


    Papst Leo hat gesagt, dass Gott die Gebete von Führern ignoriert, die Krieg führen und "Hände voller Blut" haben, in einer offensichtlichen Zurechtweisung an die Trump-Regierung.

    Der Papst äußerte sich am Sonntag, als Tausende von US-Soldaten im Nahen Osten ankamen und Tage nachdem der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth für Gewalt gegen Feinde gebetet hatte, die „keine Barmherzigkeit“ verdienten.

    Während einer Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz sagte der Papst, der Konflikt zwischen dem Iran, Israel und den USA sei „grauenhaft“ und Jesus könne nicht zur Rechtfertigung des Krieges verwendet werden.

    "Das ist unser Gott: Jesus, König des Friedens, der den Krieg ablehnt, den niemand benutzen kann, um den Krieg zu rechtfertigen", sagte er Zehntausenden von Gläubigen. Er hört nicht auf die Gebete derer, die Krieg führen, sondern lehnt sie ab.

    Leo zitierte eine Bibelstelle und fügte hinzu: „Obwohl du viele Gebete machst, werde ich nicht zuhören: deine Hände sind voller Blut.“


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    Papst Leo sagt, dass Luftangriffe in der neuen Verurteilung des Krieges verboten werden sollten

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    Der erste US-Päpstler der katholischen Kirche nannte keine Regierung oder Einzelperson, aber die ungewöhnlich pointierten Bemerkungen folgten Hegseths Gebet für Gewalt am Mittwoch und dem Aufbau von US-Bodentruppen in der Nähe des Iran.

    Der Papst zitierte eine Bibelstelle, in der Jesus einen Schüler vorflechtete, der ein Schwert benutzte, um Soldaten abzuwehren, die kamen, um ihn zu verhaften. Jesus habe sich nicht bewaffnet und nicht gekämpft, sagte der Papst. Er offenbarte das sanfte Gesicht Gottes, der Gewalt immer ablehnt. Anstatt sich selbst zu retten, ließ er sich ans Kreuz nageln.“


    Pete Hegseth spricht diese Woche bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus

    Pete Hegseth betete diese Woche für „überwältigende Gewalt“ gegen die Feinde der USA. Foto: Will Oliver/UPI/Shutterstock



    Das Plädoyer für den Frieden kam, als sich das Pentagon auf wochenlange Bodenoperationen vorbereitete, so US-Beamte, die die Washington Post informierten. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte, die Streitkräfte seines Landes warteten darauf, dass die US-Truppen sie „in Brand setzen“.

    Führer auf allen Seiten des Konflikts haben die Religion benutzt, um zu versuchen, ihre Handlungen zu rechtfertigen. Hegseths Einfügung seines christlichen Glaubens in die Handlungen des Pentagons hat besondere Aufmerksamkeit und Kontroverse auf sich gezogen.

    Letzte Woche sagte Hegseth bei einem christlichen Gottesdienst für militärische und zivile Arbeiter in Washington: „Lass jede Runde ihr Zeichen gegen die Feinde der Gerechtigkeit und unsere große Nation finden. Gib ihnen Weisheit in jeder Entscheidung, Ausdauer für die bevorstehende Prüfung, unzerbrechliche Einheit und überwältigende Gewalt der Tat gegen diejenigen, die keine Gnade verdienen.

    Der Verteidigungsminister ist Mitglied einer Kirche, die der Kommunion reformierter Evangelischer Kirchen angegliedert ist, deren Gründer sich selbst als christlicher Nationalist identifiziert.

    Der Papst hat wiederholt einen Waffenstillstand und ein Luftangriffsverbot in einem Konflikt gefordert, der die Zerstörung auf den Libanon, Israel und die Golfstaaten verregnet hat. In seiner Predigt am Sonntag beklagte der Papst, dass Christen in der Region Ostern nicht feiern können.

    Für Christen ist der Palmsonntag der Beginn einer heiligen Woche, die die Ankunft Christi in Jerusalem Tage vor seiner Kreuzigung und Auferstehung markiert.

    Am Sonntagmorgen verhinderte die israelische Polizei, dass Kardinal Pierbattista Pizzaballa, ein Erzbischof mit katholischer Gerichtsbarkeit in ganz Israel und den palästinensischen Gebieten, die Kirche des Heiligen Grabes in Jerusalem betrat, um eine Messe zu leiten.

    Die USA, Frankreich und Italien kritisierten die Entscheidung. Der US-Botschafter Mike Huckabee, ein frommer evangelischer Christ, sagte, der Vorfall sei "eine unglückliche Überschreitung". Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte, es sei "ein Vergehen nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft, die die Religionsfreiheit respektiert", und der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, "die freie Gottesdienstausübung in Jerusalem muss für alle Religionen garantiert werden".

    Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, es habe keine „böswillige Absicht“ gegeben und der Kardinal sei aus Sicherheitsgründen daran gehindert worden, auf die Kirche zuzugreifen. Aber er kündigte später an, dass er, obwohl er „diese Sorge“ verstanden habe, die zuständigen Behörden angewiesen habe, dass Pizzaballa „den vollen und unmittelbaren Zugang zur Grabkirche in Jerusalem gewährt wird“.


    Info: https://www.theguardian.com/world/2026/mar/29/pope-rebuke-trump-leaders-with-hands-full-of-blood


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    02.04.2026

    Satzungsreform der GrünenDie Parteibasis stellt Machtfragen

    taz.de, 2.4.2026, 16:30 Uhr, Von Tobias Schulze

    Die Grünen-Spitze will die Satzung ändern. Mitglieder fürchten weniger Einfluss. Nun schalten sich deswegen auch die Bundesarbeitsgemeinschaften ein.


    Wer entscheidet in Zukunft über die Politik der Partei? Foto: dts/imago



    Unter Grünen-Mitgliedern wächst die Sorge um die Basisdemokratie in der Partei. Deutliche Kritik an einer vom Bundesvorstand geplanten Satzungsänderung kommt jetzt auch aus den 25 parteiinternen Bundesarbeitsgemeinschaften (BAG).

    „Die vorliegenden Reformvorschläge verschieben Macht weg von der Basis und hin zu Mandatsträger*innen“, heißt es in einer Stellungnahme der BAG-Sprecher*innen, die der taz vorliegt. „Das explizit genannte Ziel einer Professionalisierung, die unsere basisdemokratische DNA beibehält und inhaltliche Debatten stärkt, wurde klar verfehlt.“ Unterschrieben ist das Statement stellvertretend für den gesamten Spre­che­r*in­nen­rat von Madeleine Henfling (BAG Digitales und Medien, ehemals Spitzenkandidatin in Thüringen) und Philip Hiersemenzel (BAG Energie, hauptberuflich Büroleiter von Parteivize Sven Giegold).


    Vor einem Jahr hatte sich der Vorstand von einem kleinen Parteitag den Auftrag zur Satzungsreform geben lassen. Eine Kommission erarbeitete Vorschläge, aus denen der Vorstand Anfang März eine Auswahl traf. Im Juni sollen die Mitglieder in einer Urabstimmung über sie entscheiden.

    Die Parteispitze sieht in der neuen Satzung eine Reaktion auf die Digitalisierung und das starke Mitgliederwachstum der letzten Jahre. „Wir wollen eine lebendige, schlagkräftige und moderne Mitgliederpartei sein“, sagte Pegah Edalatian, als politische Geschäftsführerin für die Reform zuständig, vor vier Wochen der taz. Neben mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Mitglieder solle die Reform auch „strategische Entscheidungen“ für die Führung erleichtern.

    Intern löste das Vorhaben schon länger Debatten aus. Aus der Basis kam auch schon vor Monaten öffentliche Kritik an den Plänen, allerdings nur von Mitgliedern mit überschaubarem Einfluss. Die Bundesarbeitsgemeinschaften, die häufig als parteiinterne Denkfabriken bezeichnet werden, haben mehr Relevanz. In ihnen arbeiten Ehrenamtliche inhaltlich zu Fachthemen. Ihre Expertise bezeichnen die Arbeitsgemeinschaften in ihrer Stellungnahme selbst als das „fachpolitische Herzstück unserer Partei“.

    Drei Vorschläge abgelehnt

    Bereits vor der Satzungsdebatte beschlich aber viele ihrer Mitglieder das Gefühl, ihr Input sei von der Parteispitze nicht mehr erwünscht. Der Reformprozess hat diesen Eindruck offenbar verstärkt: BAG-Vertreter*innen waren formal eingebunden, fühlten sich mit ihren Einwänden aber nicht gehört. Auch der Wunsch, über Strukturfragen jenseits der Satzung zu sprechen, sei von vornherein abgelehnt worden. Und im Ergebnis sehen sie sich durch die Änderungsvorschläge in ihrer Rolle geschwächt.

    Der Spre­che­r*in­nen­rat stört sich vor allem an drei geplanten Maßnahmen. In seiner Stellungnahme empfiehlt er, sie in der Urabstimmung abzulehnen. Erstens: Die Spitze will den kleinen Parteitag (offiziell „Länderrat“) und den erweiterten Vorstand (offiziell „Parteirat“) reformieren. In den Gremien gäbe es weniger Plätze für die Bundesarbeitsgemeinschaften und mehr Plätze für Funktionär*innen. „Das entzieht der Basis ihre bewährte Mitgestaltung und demokratische Kontrolle“, heißt es in der Stellungnahme.

    Zweitens: Die Trennung von Amt und Mandat soll weiter aufgeweicht werden. Künftig könnten drei statt bisher zwei Abgeordnete dem sechsköpfigen Bundesvorstand angehören. Die BAG-Sprecher*innen warnen vor einer „Machtkonzentration“.

    Drittens: Das Recht der Basis, Anträge für Parteitage einzureichen, soll eingeschränkt werden. Ein Limit könnte nach der Reform auch für die Bundesarbeitsgemeinschaften eingeführt werden, Parteitagsdelegierte dürfen darüber mit einfacher Mehrheit entscheiden. „Mitgliederrechte so weitgehend zu beschneiden ist ein Systembruch: Er öffnet Zufallsmehrheiten Tür und Tor und untergräbt das Recht der Basis, die Parteiagenda mitzugestalten“, heißt es dazu vom Sprecher*innenrat.

    Nicht feministisch genug?

    Und noch einen Kritikpunkt führt er in der Stellungnahme auf: Von „feministischer Governance“ sei im Reformvorschlag nichts zu sehen. Ausführlicher bemängelte das zuvor schon die BAG Frauenpolitik in einem eigenen Schreiben an die Parteispitze. Es liegt der taz ebenfalls vor.

    Die Arbeitsgemeinschaft verweist auf eine Vorgabe, die sie auf dem kleinen Parteitag im vergangenen Jahr in den Auftrag für die Satzungsreform verhandelt hatte: „Intersektional feministische Werte und Praktiken“ sollten weiter verankert werden.

    Die Parteispitze habe das weder im Prozess noch in der Ausarbeitung der Vorschläge umgesetzt, heißt es in dem Schreiben jetzt. Dass der Vorstand unter anderem anregt, das Vielfaltsstatut der Grünen in der Satzung verbindlicher zu machen, reicht der BAG nicht aus. In ihrem Protestbrief schreibt sie: „Bei der feministischen und intersektionalen Governance geht es gerade darum, sich damit zu befassen, wie Macht strukturell verteilt und organisiert wird. Auch darum Macht besser zu (ver)teilen, anstatt sie weiter zu zentrieren.“

    In den Augen der Arbeitsgemeinschaft könnte jetzt das Gegenteil passieren. So sei „sehr problematisch“, dass der Vorstand die Reform mit dem Stichwort der „Professionalisierung“ bewerbe. „Professionalisierung wird häufig dann verwendet, wenn es darum geht, ungleiche Machtstrukturen zu verteidigen, zu rechtfertigen, zu verfestigen oder auszubauen. Und die entwickelten Vorschläge zur Satzungskommission bedeuten in der Tat eine weitere Machtzentrierung“, schreibt die BAG Frauen.

    Verfahren ohne Kompromisse

    Das Schreiben endet versöhnlich: Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verstünden durchaus, „dass der Parteizuwachs auch strukturelle Veränderungen der Parteiorganisation braucht“. Die BAG begrüße Veränderungen und stünde für eine Zusammenarbeit zur Verfügung.

    Mit Verhandlungen über die Satzungsreform ist aber nicht mehr zu rechnen. Die Parteispitze hat sich bewusst dagegen entschieden, einen Parteitag über die finalen Vorschläge beraten zu lassen. Dort hätten Delegierte Änderungsanträge einreichen können, Kompromisse wären möglich gewesen.

    Auf dem Weg der Urabstimmung ist das nicht vorgesehen. In den nächsten Wochen steht zwar noch eine „Diskussionsphase“ an. Mitglieder und Parteigliederungen können Stellungnahmen einreichen, aus der eine Auswahl in einem Reader gesammelt und der Partei präsentiert wird.

    An den einzelnen Reformvorschlägen selbst ändert sich jedoch nichts mehr. Die Mitglieder können sie bei der anschließenden Abstimmung nur annehmen oder ablehnen.

    Geplant ist dafür eine Online-Abstimmung. Doch auch dagegen gibt es Einwände in einer Stellungnahme – in dem Fall von der BAG Digitales und Medien. Sie ist „in äußerster Sorge über den geplanten Modus“. In der Urabstimmungsordnung der Partei sei aus Sicherheitsgründen geregelt, dass Online-Abstimmungen mittels Open-Source-Software durchgeführt werden müssten. Das sei aktuell aber nicht geplant – und das „in einer Zeit realer Bedrohungen unseres politischen Prozesses durch ausländische Geheimdienste“. Der Gegenvorschlag der Arbeitsgemeinschaft: eine Abstimmung mit Zettel und Stift.


    Info: https://taz.de/Satzungsreform-der-Gruenen/!6167893/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    02.04.2026

    Iranischer Präsident veröffentlicht offenen Brief an das amerikanische Volk

    Screenshot_2026_04_02_at_18_32_24_Seniora.org_Iranischer_Pr_sident_ver_ffentlicht_offenen_Brief_an_das_amerikanische_Volk


    seniora.org, 2. April 2026, 02. 04. 2026 Offener Brief von Präsident Masoud Pezeshkian - übernommen von uncutnews.ch (doppelt aus der Originalquelle vorhanden)

    Während Trump das Ende des Iran-Kriegs verkünden will, veröffentlicht der iranische Präsident einen offenen Brief an die Amerikaner und weitere Kriegs-Updates


    Auszug:

    Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat einen offenen Brief an das amerikanische Volk veröffentlicht, in dem er in Frage stellt, ob Washington wirklich „America First“ setzt oder lediglich als „Stellvertreter Israels“ agiert, der bereit ist, „bis zum letzten amerikanischen Soldaten“ zu kämpfen.

    In der Botschaft vom Mittwoch, die die Wurzeln der Spannungen zwischen den USA und dem Iran bis zum Staatsstreich von 1953 zurückverfolgt und gleichzeitig die jüngsten Bombenangriffe auf die iranische Infrastruktur verurteilt, stellt Pezeshkian fest, dass Teheran keine Feindseligkeit gegenüber gewöhnlichen Amerikanern hegt. Stattdessen fordert er die US-Bevölkerung auf, hinter die „künstlich geschaffenen Narrative“ zu blicken, und argumentiert, dass die wahrgenommene iranische Bedrohung eine Erfindung des militärisch-industriellen Komplexes und israelischer politischer Interessen sei.


    Screenshot_2026_04_02_at_18_34_01_Iran.png_PNG_Grafik_1096_1052_Pixel_Skaliert_87_
    Der vollständige Wortlaut des Schreibens lautet wie folgt:


    Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Gnädigen

    An das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika und an alle, die inmitten einer Flut von Verzerrungen und erfundenen Erzählungen weiterhin nach der Wahrheit suchen und nach einem besseren Leben streben:

    Der Iran   – mit diesem Namen, diesem Charakter und dieser Identität   – ist eine der ältesten ununterbrochen bestehenden Zivilisationen der Menschheitsgeschichte. Trotz seiner historischen und geografischen Vorteile zu verschiedenen Zeiten hat der Iran in seiner modernen Geschichte niemals den Weg der Aggression, der Expansion, des Kolonialismus oder der Herrschaft eingeschlagen. Selbst nachdem er Besatzung, Invasion und anhaltenden Druck seitens globaler Mächte erdulden musste   – und obwohl er über militärische Überlegenheit gegenüber vielen seiner Nachbarn verfügt   –, hat der Iran niemals einen Krieg begonnen. Dennoch hat er diejenigen, die ihn angegriffen haben, entschlossen und mutig zurückgeschlagen.

    Das iranische Volk hegt keine Feindseligkeit gegenüber anderen Nationen, einschließlich der Menschen in Amerika, Europa oder den Nachbarländern. Selbst angesichts wiederholter ausländischer Interventionen und Druckausübung im Laufe seiner stolzen Geschichte haben die Iraner stets klar zwischen Regierungen und den von ihnen regierten Völkern unterschieden. Dies ist ein tief verwurzeltes Prinzip in der iranischen Kultur und im kollektiven Bewusstsein   – keine vorübergehende politische Haltung.

    Aus diesem Grund entspricht die Darstellung des Iran als Bedrohung weder der historischen Realität noch den heute beobachtbaren Tatsachen. Eine solche Wahrnehmung ist das Produkt politischer und wirtschaftlicher Launen der Mächtigen   – der Notwendigkeit, einen Feind zu konstruieren, um Druck zu rechtfertigen, militärische Dominanz aufrechtzuerhalten, die Rüstungsindustrie zu stützen und strategische Märkte zu kontrollieren. In einem solchen Umfeld wird eine Bedrohung, wenn sie nicht existiert, erfunden.

    In diesem Rahmen haben die Vereinigten Staaten die größte Anzahl ihrer Streitkräfte, Stützpunkte und militärischen Kapazitäten rund um den Iran konzentriert   – ein Land, das zumindest seit der Gründung der Vereinigten Staaten noch nie einen Krieg begonnen hat. Jüngste amerikanische Aggressionen, die von eben diesen Stützpunkten aus gestartet wurden, haben gezeigt, wie bedrohlich eine solche militärische Präsenz tatsächlich ist. Natürlich würde kein Land, das mit solchen Bedingungen konfrontiert ist, darauf verzichten, seine Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Was der Iran getan hat   – und weiterhin tut   –, ist eine angemessene Reaktion, die auf legitimer Selbstverteidigung beruht, und keineswegs eine Kriegserklärung oder Aggression.

    Die Beziehungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten waren ursprünglich nicht feindselig, und die frühen Kontakte zwischen dem iranischen und dem amerikanischen Volk waren nicht von Feindseligkeit oder Spannungen geprägt. Der Wendepunkt war jedoch der Staatsstreich von 1953   – eine illegale amerikanische Intervention, die darauf abzielte, die Verstaatlichung der iranischen Ressourcen zu verhindern. Dieser Staatsstreich unterbrach den demokratischen Prozess im Iran, führte zur Wiedereinführung der Diktatur und säte tiefes Misstrauen unter den Iranern gegenüber der US-Politik. Dieses Misstrauen vertiefte sich weiter durch die Unterstützung der USA für das Regime des Schahs, ihre Unterstützung für Saddam Hussein während des aufgezwungenen Krieges der 1980er Jahre, die Verhängung der längsten und umfassendsten Sanktionen der modernen Geschichte und schließlich durch unprovozierte militärische Aggressionen   – zweimal, mitten in Verhandlungen   – gegen den Iran.

    Doch all dieser Druck hat den Iran nicht geschwächt. Im Gegenteil, das Land ist in vielen Bereichen stärker geworden: Die Alphabetisierungsrate hat sich verdreifacht   – von etwa 30 % vor der Islamischen Revolution auf über 90 % heute; das Hochschulwesen hat sich dramatisch ausgeweitet; bedeutende Fortschritte wurden in der modernen Technologie erzielt; die Gesundheitsversorgung hat sich verbessert; und die Infrastruktur hat sich in einem Tempo und Ausmaß entwickelt, das mit der Vergangenheit nicht zu vergleichen ist. Dies sind messbare, beobachtbare Realitäten, die unabhängig von erfundenen Narrativen bestehen.

    Gleichzeitig dürfen die zerstörerischen und unmenschlichen Auswirkungen von Sanktionen, Krieg und Aggression auf das Leben des widerstandsfähigen iranischen Volkes nicht unterschätzt werden. Die Fortsetzung der militärischen Aggression und die jüngsten Bombardierungen beeinflussen das Leben, die Einstellungen und die Perspektiven der Menschen zutiefst. Dies spiegelt eine grundlegende menschliche Wahrheit wider: Wenn Krieg Leben, Häuser, Städte und Zukunftsperspektiven irreparablen Schaden zufügt, werden die Menschen den Verantwortlichen gegenüber nicht gleichgültig bleiben.

    Dies wirft eine grundlegende Frage auf: Welchen Interessen des amerikanischen Volkes dient dieser Krieg tatsächlich? Gab es eine objektive Bedrohung durch den Iran, die ein solches Verhalten rechtfertigen würde? Dient das Massaker an unschuldigen Kindern, die Zerstörung von Einrichtungen zur Krebsbehandlung oder das Prahlen damit, ein Land „in die Steinzeit zurückzubomben“, einem anderen Zweck als dem, das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt weiter zu schädigen?

    Der Iran strebte Verhandlungen an, erzielte eine Einigung und erfüllte alle seine Verpflichtungen. Die Entscheidung, von diesem Abkommen zurückzutreten, die Eskalation in Richtung Konfrontation und die Durchführung zweier Aggressionsakte mitten in den Verhandlungen waren destruktive Entscheidungen der US-Regierung   – Entscheidungen, die den Wahnvorstellungen eines ausländischen Aggressors dienten.

    Angriffe auf die lebenswichtige Infrastruktur des Iran   – einschließlich Energie- und Industrieanlagen   – richten sich direkt gegen das iranische Volk. Solche Handlungen stellen nicht nur ein Kriegsverbrechen dar, sondern haben auch Konsequenzen, die weit über die Grenzen des Iran hinausreichen. Sie führen zu Instabilität, erhöhen die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten und perpetuieren Spannungszyklen, indem sie den Keim für Ressentiments säen, die noch Jahre andauern werden. Dies ist kein Zeichen von Stärke; es ist ein Zeichen strategischer Ratlosigkeit und der Unfähigkeit, eine nachhaltige Lösung zu erreichen.

    Ist es nicht auch so, dass Amerika diese Aggression als Stellvertreter Israels begonnen hat, beeinflusst und manipuliert von diesem Regime? Ist es nicht wahr, dass Israel durch die Erfindung einer iranischen Bedrohung versucht, die weltweite Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen gegenüber den Palästinensern abzulenken? Ist es nicht offensichtlich, dass Israel nun darauf abzielt, den Iran bis zum letzten amerikanischen Soldaten und bis zum letzten Dollar der amerikanischen Steuerzahler zu bekämpfen   – und dabei die Last seiner Wahnvorstellungen auf den Iran, die Region und die Vereinigten Staaten selbst abwälzt, um unrechtmäßige Interessen zu verfolgen?

    Gehört „America First“ heute wirklich zu den Prioritäten der US-Regierung?

    Ich lade Sie ein, hinter die Maschinerie der Desinformation zu blicken   – die ein wesentlicher Bestandteil dieser Aggression ist   – und stattdessen mit denen zu sprechen, die den Iran besucht haben. Beobachten Sie die vielen erfolgreichen iranischen Einwanderer   – ausgebildet im Iran   –, die heute an den renommiertesten Universitäten der Welt lehren und forschen oder in den fortschrittlichsten Technologieunternehmen des Westens mitwirken. Stimmen diese Realitäten mit den Verzerrungen überein, die Ihnen über den Iran und sein Volk erzählt werden?

    Heute steht die Welt am Scheideweg. Den Weg der Konfrontation weiter zu beschreiten, ist kostspieliger und sinnloser denn je zuvor. Die Wahl zwischen Konfrontation und Engagement ist sowohl real als auch folgenreich; ihr Ausgang wird die Zukunft künftiger Generationen prägen. Im Laufe seiner jahrtausendealten, stolzen Geschichte hat der Iran viele Angreifer überdauert. Von ihnen sind nur noch befleckte Namen in der Geschichte übrig geblieben, während der Iran fortbesteht   – widerstandsfähig, würdevoll und stolz.


    Quelle: Uncutnews

    https://uncutnews.ch/waehrend-trump-das-ende-des-iran-kriegs-verkuenden-will-veroeffentlicht-der-iranische-praesident-einen-offenen-brief-an-die-amerikaner-und-weitere-kriegs-updates/



    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/iran/iranischer-praesident-veroeffentlicht-offenen-brief-an-das-amerikanische-volk


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    02.04.2026

    Patrik Baab interviewt Jacques Baud in BrüsselScreenshot_2026_04_02_at_18_21_52_Patrik_Baab_interviewt_Jacques_Baud_in_Br_ssel

    Jacques Baud spricht mit Patrik Baab
    forumgeopolitica.com, Do. 02 Apr 2026, Patrik Baab

     Unser Autor Patrik Baab besuchte Jacques Baud bereits zum zweiten Mal in Brüssel. In diesem grossartigen Gespräch analysiert Jacques Baud die Sanktionen und weist auf Konsequenzen für die Schweiz und Europa hin.


    Screenshot_2026_04_02_at_18_23_09_Patrik_Baab_interviewt_Jacques_Baud_in_Br_ssel

    Video https://www.youtube.com/watch?v=6XWiqrMGZaY Dauer 58:45 Min.


    Artikel Tags:

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    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/patrik-baab-interviewt-jacques-baud-in-brssel


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    02.04.2026

    8 Staaten verurteilen Israels Todesstrafengesetz

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 2. April 2026, 15:46 Uhr


    "Einer nach dem anderen" – Israel beschließt Todesstrafe für palästinensische "Terroristen"
    Der Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, feierte die Verabschiedung des Gesetzes mit Champagner und erklärte: "So Gott will, werden sie bald einer nach dem anderen hingerichtet."
    Die zionistischen Völkermörder jubeln. Siehe: 
    https://rumble.com/v77vfs2-einer-nach-dem-anderen-israel-beschliet-todesstrafe-fr-palstinensische-terr.html


    Berliner Zeitung 2.4.2026

    Acht Staaten verurteilen Israels Todesstrafengesetz für Palästinenser

    Die Außenminister von acht muslimisch geprägten Staaten warnen vor wachsender Diskriminierung in den besetzten Gebieten und sprechen von einem System der Apartheid.

    Peter Steiniger

    Die Außenminister der Türkei, Ägyptens, Jordaniens, Indonesiens, Pakistans, Katars, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate haben am Donnerstag das neue israelische Todesstrafengesetz in einer gemeinsamen Erklärung „aufs Schärfste verurteilt“. Das Gesetz stelle eine „gefährliche Eskalation“ dar, teilte das türkische Außenministerium mit.

    Das israelische Parlament hat das Gesetz am Montag verabschiedet. Es sieht für Palästinenser, die vor Militärgerichten wegen tödlicher Angriffe verurteilt werden, grundsätzlich die Todesstrafe durch Erhängen vor. Formal gilt die Regelung auch für israelische Staatsbürger, deren Taten auf die „Beendigung der Existenz Israels“ abzielen. In der Praxis dürfte sie jedoch kaum angewendet werden, da israelische Staatsbürger vor zivilen Gerichten angeklagt werden, wie die The Times of Israel berichtet. Das Gesetz erlaubt zudem, das Strafmaß in besonderen Fällen auf lebenslange Haft zu reduzieren.

    Eingebracht wurde der Entwurf von der Partei des rechtsextremen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stimmte dafür.

    Minister warnen vor „System der Apartheid“

    Die acht Minister warnten in ihrer Erklärung vor „zunehmend diskriminierenden israelischen Praktiken“, die ein „System der Apartheid“ verfestigten. Die israelische Politik leugne die unveräußerlichen Rechte und die Existenz des palästinensischen Volkes in den besetzten Gebieten, hieß es weiter.

    Die Minister äußerten zudem tiefe Besorgnis über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener. Glaubwürdige Berichte belegten Folter, unmenschliche Behandlung, Aushungerung und die Verweigerung grundlegender Rechte, erklärten die Außenminister. Die Minister forderten internationales Handeln, um eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern.

    Kritik auch aus Europa und Kanada

    Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas bezeichnete das Gesetz laut Reuters einen Verstoß gegen internationales Recht. Auch die Europäische Union, Deutschland und Kanada äußerten Bedenken.

    Befürworter des Gesetzes argumentieren, die Todesstrafe werde Palästinenser von tödlichen Angriffen und Entführungsversuchen abschrecken. Solche Entführungen zielten darauf ab, Gefangenenaustausche zu erzwingen. Israels Premierminister Netanjahu bat israelischen Medienberichten zufolge darum, einzelne Bestimmungen abzumildern.

    Im südlichen Gazastreifen protestierten am selben Tag zahlreiche Palästinenser in Khan Junis gegen das Gesetz, wie Reuters berichtete. Auch die Taliban-Regierung in Afghanistan verurteilte die Gesetzgebung als „Fortsetzung der Unterdrückung“ und forderte internationale Organisationen zum Handeln auf.

    Die Todesstrafe wird in Israel faktisch nicht angewandt, obwohl sie für bestimmte Delikte vorgesehen ist. Die letzte Hinrichtung erfolgte 1962 im Fall des NS-Verbrechers Adolf Eichmann.

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    02.04.2026

    Iran: Theodore Postol / Kurznachrichten

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 2. April 2026, 12:57 Uhr


    (siehe folgender Blogartikel)

    Theodore Postol:
    Iran besitzt schon Abschreckung gegen Israels Atomschlag
    Der MIT-Professor und Pentagon-Berater Ted Postol erläutert, in welchem Ausmaß die Menge und Qualität der iranischen Raketen und Drohnen unterschätzt wurden und welche Folgen diese Fehleinschätzung hat.
    Siehe im Video: https://www.youtube.com/watch?v=ks1ImVoaHZM


    RTDE-Liveticker-Krieg-gegen-Iran 2.4.2026

    Irans Militär: 
    USA und Israel "wissen nichts über unsere umfassenden und strategischen Fähigkeiten"


    Irans Chatam al-Anbija-Zentralkommando 
    erklärt, das Verständnis der USA und Israels von Irans militärischer Stärke sei unvollständig, und kündigt an, den Krieg bis zur "endgültigen Kapitulation" seiner Gegner fortzusetzen.
    "Ihre Informationen über unsere militärische Stärke und Ausrüstung sind unvollständig. Sie wissen nichts über unsere umfassenden und strategischen Fähigkeiten", sagte ein Sprecher des Kommandos in einer von der Tasnim News Agency verbreiteten Erklärung.
    "Glauben Sie nicht, dass Sie unsere strategischen Raketenproduktionszentren, weitreichenden Offensiv- und Präzisionsdrohnen, modernen Luftverteidigungs- und elektronischen Kampfsysteme sowie unsere Spezialausrüstung zerstört haben", so der Sprecher weiter.
    "Unsere strategische Militärproduktion findet an Orten statt, von denen Sie keine Kenntnis haben und die Sie niemals erreichen werden", behauptete er und fügte hinzu, die bislang angegriffenen Einrichtungen seien "unbedeutend" gewesen.
    Der Sprecher warnte zudem vor "noch verheerenderen, umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen" und kündigte an, den Krieg bis zu "eurer dauerhaften, endgültigen und finalen Kapitulation" fortzusetzen.


    Irans Armee-Chef droht: 
    Bei Bodenoffensive überlebt kein Angreifer


    Der Oberbefehlshaber der iranischen Armee hat operative Hauptquartiere dazu aufgerufen, die Bewegungen der USA und Israels "von Moment zu Moment" zu verfolgen, mit dem Ziel, eine mögliche Bodeninvasion abzuwehren.
    In einem vom iranischen staatlichen Nachrichtendienst IRNA veröffentlichten Video wurde der Chef der Streitkräfte, Amir Hatami, während eines Treffens mit anderen Armeeführern gefilmt. "Wenn der Feind versucht, Bodenoperationen durchzuführen, sollte keine einzige Person überleben", fasste IRNA Hatamis Aussagen zusammen.
    "Es ist notwendig, die Bewegungen und Handlungen der Feinde mit größter Genauigkeit, von Moment zu Moment, zu überwachen und Pläne umzusetzen, um die Angriffsmethoden des Feindes zu kontern", ergänzte Hatami. 
    Der Oberbefehlshaber der iranischen Armee betonte, dass bei einem Bodenangriff kein Angehöriger der feindlichen Kräfte überleben solle.


    IRGC reagiert auf US-Drohungen: 
    "Illusionen Hollywoods" prägen das Denken der USA


    Der Chef der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarde (IRGC), Sejed Madschid Mussawi, reagierte auf Hegseths Äußerungen und Trumps Drohungen, wonach die USA Iran "zurück in die Steinzeit" versetzen könnten. Auf X schrieb er: "Ihr seid es, die eure Soldaten ins Grab bringen werden, nicht Iran, den ihr in die Steinzeit zurückversetzen wollt."
    Weiter schrieb er, die "Illusionen Hollywoods" hätten das Denken der USA so stark geprägt, dass sie mit einer nur etwa 250-jährigen Geschichte eine über 6.000 Jahre alte Zivilisation bedrohten.


    Ansprache zum Krieg:
    Trump redet erneut den Sieg herbei

    Kaum 20 Minuten sprach Trump im Weißen Haus. Es war seine erste Rede an die Nation seit Beginn des Angriffs der USA und Israels auf Iran. Dabei sagte er jedoch kaum etwas Neues. Er stellte den US-Amerikanern ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen, behauptete Trump in seiner Rede an die Nation.
    Bis dahin werde es in Iran allerdings noch heftige Angriffe geben: "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören."
    In der Zwischenzeit liefen die Gespräche weiter, so Trump. Sollte es zu keiner Einigung mit Teheran kommen, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen. Damit bekräftigte er eine bereits zuvor geäußerte Drohung.
    Er rief Länder, die von aktuellen Öl-Engpässen betroffen sind, dazu auf, Energie aus den USA zu beziehen. "Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel", sagte Trump in Washington mit Blick auf Länder, die momentan von dem weitgehend blockierten Öllieferverkehr durch die Straße von Hormus betroffen sind.
    Auch wenn der Iran-Krieg für die meisten Amerikaner weit weg ist, spüren sie doch alle die in dessen Folge rapide gestiegenen Benzinpreise. Trump betonte, der Krieg gegen Iran sei notwendig gewesen und die Preise würden nach dem Ende der Kampfhandlungen wieder fallen.


    Trump-Rede belastet Märkte: 
    Asiatische Börsen fallen, Öl steigt


    Die Äußerungen von Donald Trump haben jeglichen Optimismus hinsichtlich einer möglichen Lösung der Krise deutlich gedämpft.
    Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien verlor im frühen Handel rund 0,75 Prozent, nachdem Trump von der Möglichkeit gesprochen hatte, Iran "in die Steinzeit zurückzubomben".
    Zuvor hatte Iran einen ungewöhnlichen Schritt unternommen und sich direkt an die USA gewandt. In einem Schreiben erklärte Teheran gegenüber den Amerikanern, man hege keine Feindschaft gegenüber den USA und handle in Selbstverteidigung. Dies eröffnete Washington einen möglichen Ausweg und hatte die Kurse an der Wall Street über Nacht gestützt.
    Stattdessen ziehen sich Anleger nun aus risikoreicheren Anlagen zurück und die Unsicherheit greift wieder auf die Märkte über. Auffällig ist zudem, dass die Energiepreise erneut steigen: Brent Crude wird derzeit bei etwa 104 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem der Preis zuvor unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar gefallen war.


    Iran bietet Abkommen zur Nutzung der Straße von Hormus an

    Iran sei bereit, mit europäischen, asiatischen und arabischen Ländern Abkommen über die Nutzung der Straße von Hormus zu schließen, erklärte der Leiter des staatlichen Informationsrates, Elias Hazrati.
    "Iran kontrolliert die Straße von Hormus vollständig, während [US-Präsident Donald] Trump Unsinn über die Straße von Hormus redet. Heute haben wir beschlossen, dass wir möglicherweise ein Abkommen über die Straße von Hormus ankündigen werden. Wir werden europäische, asiatische und arabische Länder, die sie nutzen wollen, einladen, ein Abkommen mit uns zu schließen", sagte er im staatlichen iranischen Fernsehen.
    Zuvor hatte der US-Präsident in einer Ansprache erklärt, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach dem Ende des Krieges mit Iran vollständig wiederhergestellt werde, und betont, dass Teheran selbst am Ölverkauf interessiert sei. Laut Trump benötigten die USA die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht; die Wiederherstellung der Schifffahrt sollte daher Aufgabe der Länder sein, die sie zum Öltransport nutzen.

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    02.04.2026

    Theodore Postol: Iran besitzt schon Abschreckung gegen Israels Atomschlag

    Screenshot_2026_04_02_at_13_13_36_Theodore_Postol_Iran_besitzt_schon_Abschreckung_gegen_Israels_Atomschlag_YouTube

    Glenn Diesen Deutsch

    youtube.com, vom 01.04.2026

    Der MIT-Professor und Pentagon-Berater Ted Postol erläutert, in welchem Ausmaß die Menge und Qualität der iranischen Raketen und Drohnen unterschätzt wurden und welche Folgen diese Fehleinschätzung hat. Folgen Sie Prof. Glenn Diesen: Substack: https://glenndiesen.substack.com/ X/Twitter: https://x.com/Glenn_Diesen Patreon:   / glenndiesen   Unterstützen Sie die Forschung von Prof. Glenn Diesen: PayPal: https://www.paypal.com/paypalme/glenn... Buy me a Coffee: buymeacoffee.com/gdieseng Go Fund Me: https://gofund.me/09ea012f Bücher von Prof. Glenn Diesen: https://www.amazon.com/stores/author/... Original Video:    • Theodore Postol: Iran Already Has Nuclear ...   Original Transcript: https://www.video-translations.org/tr... Translated Transcript: https://www.video-translations.org/tr... Produced by: Glenn Diesen Originally Published on: 2026-03-30 Translations by: www.video-translations.org Disclaimer: Read by A.I. Voices. Auto-translated. This video is owned by this channel.


    Info:  https://www.youtube.com/watch?v=ks1ImVoaHZM


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    02.04.2026

    Iran weist Kiew mit Schmackes in die Schranken — mehr könnte kommen

    freedert.online, vom 1 Apr. 2026 17:50 Uhr, 

    Jüngste Nachrichten von der Zerstörung eines Depots mit Drohnenabwehrmitteln aus ukrainischer Montage in Dubai durch Irans Marine sind ein unmissverständliches Signal an Selenskij, sich gefälligst nicht am Krieg gegen Iran zu beteiligen – Teheran wird nicht lange fackeln.


    Iran weist Kiew mit Schmackes in die Schranken — mehr könnte kommen© Soziale Medien


    Aus der Ukraine trudeln die ersten Todesanzeigen ein, die Drohnenabwehrspezialisten im Dienst von Golfmonarchien betreffen. Links: Anatoli Onischtschuk, nahm an "Ausbildung von Kämpfern verbündeter Länder teil, indem er Erfahrung im Einsatz ukrainischer Abfangdrohnen weitergab. Ende M#rz 2026.


    Am Morgen des 30. März 2026 bestätigte Teheran den Tod eines der einflussreichsten Persönlichkeiten der militärischen Führungsriege – des Kommandeurs der Marine der Iranischen Revolutionsgarde, Konteradmiral Alireza Tangsiri.

    Die iranische Marine sorgte erst kürzlich für Schlagzeilen. Bei einer gemeinsamen Operation der Luft- und Weltraumstreitkräfte und der Marine der Revolutionsgarde in Dubai wurde ein Depot zerstört, in dem Drohnenabwehrsysteme aus ukrainischer Montage gelagert worden waren.

    (Auch an die 20 Spezialisten aus der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik, die dort zugegen gewesen sein sollen, seien getroffen worden; und Teheran benennt bereits hochoffiziell, auf den Plattformen der Vereinten Nationen, das Kiewer Regime als einen Teilnehmer der Aggression der USA und Israels gegen Iran. – Anm. d. Red.)


    Selenskij will den Fehler der Saudis ausnutzen





    Analyse

    Selenskij will den Fehler der Saudis ausnutzen






    Dieser Angriff ist als klares und unmissverständliches Signal Teherans an Kiew zu verstehen. Die iranische Seite behauptet zudem, der Standort sei im Interesse der US-Militärpräsenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten genutzt worden. Nach Angaben der Revolutionsgarde wurden auch Unterkünfte US-amerikanischer Militärangehöriger angegriffen, was zu erheblichen Verlusten führte.

    Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass die Aussagen der Revolutionsgarde entweder auf Aufklärungsdaten beruhen oder spezifischen strategischen Zielen dienen – oder beidem. Iran erhebt außerdem nur selten derart weitreichende Behauptungen, ohne deren Richtigkeit zuvor zu überprüfen. Kein Geheimnis ist, dass iranische Aufklärungsdienste die Ereignisse in den Ländern des Persischen Golfs, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, genau beobachten können, was ihre Fähigkeit zur Überwachung militärtechnischer Aktivitäten Dritter erheblich erweitert.

    Tangsiri galt als Architekt des Projekts zur Schließung der Straße von Hormus und deren vollständiger Kontrolle durch die Islamische Republik. Tangsiri arbeitete aktiv daran, Überwachung aller Ereignisse entlang der südwestlichen Grenzen des Landes zu etablieren und fortzusetzen. Dies bedeutet jedoch wiederum ganz und gar nicht, dass Tangsiris Tod die militärische Koordination innerhalb Irans stören – oder erst recht, dass er die militärische Befehlskette unterbrechen wird.


    "Enthauptende Strategien immer weniger wirkungsvoll" – Westmedien zum Iran-Krieg





    Analyse

    "Enthauptende Strategien immer weniger wirkungsvoll" – Westmedien zum Iran-Krieg





    Im Gegenteil, der Kadernachschub in der Islamischen Republik ist gesichert. Die Abläufe zum Einsetzen der Nachfolger auf den betroffenen Posten sind reibungslos – und mehrere Nachfolger stehen schon bereit, den gefallenen Konteradmiral zu ersetzen und seine Politik fortzuführen. Kurzum: Iran wird weiterhin genau beobachten, wie die Mächte jenseits des Golfs gegen ihn intrigieren, und diese Pläne umgehend zerschlagen.

    Die Ereignisse in Dubai könnten den Übergang zu einer neuen Phase in den Beziehungen zwischen Teheran und Kiew eingeläutet haben: Schon zuvor hatte Iran das Selenskij-Regime gewarnt, sich lieber nicht an der antiiranischen Kampagne zu beteiligen, da die Ukraine andernfalls mit unangenehmen Konsequenzen rechnen müsse. Dies erklärte kein Geringerer als Ibrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments und einflussreiche Persönlichkeit im iranischen Militärapparat. Kiew entschied jedoch, dass Teheran es nicht wagen würde, gegen die Ukraine vorzugehen.

    Durch den Angriff auf das Depot mit ukrainischen Drohnen demonstrierte Iran seine Bereitschaft, noch weiter zu gehen. Kiew und seine Hintermänner wurden unmissverständlich darüber informiert: Jede Form einer Beteiligung an Washingtons und Tel-Avivs antiiranischer Kampagne würde Kiew und wortwörtlich alle Einrichtungen unter Kiews Kontrolle in die Kategorie legitimer Ziele überführen – nicht nur den Worten nach, sondern diesen werden auch Taten folgen. Teheran wäre wohl auch bereit, dem Kiewer Regime sogar den Krieg zu erklären, sollte es nicht zur Ruhe kommen. In Iran ist man der Ansicht, dass Selenskij keine Persönlichkeit ist, die man allzu zimperlich behandeln sollte – und man stattdessen mit ihm in einer Sprache kommunizieren muss, die er auch versteht. Erst einmal haben die Iraner ihm nur eine leichte Nackenschelle verpasst – doch da ist auch eine saftige Backpfeife nicht mehr fern.


    Was brachte der Iran-Krieg für Selenskij?





    Meinung

    Was brachte der Iran-Krieg für Selenskij?






    Die Revolutionsgarden machen ihre Bereitschaft deutlich, jegliche Bedrohungen konsequent zu neutralisieren – unabhängig von deren geografischer Herkunft. Und sollte es notwendig werden, die militärische Infrastruktur Kiews zu zerstören, falls es möglicherweise versucht, irgendetwas im Nahen Osten auf die Beine zu stellen – dann wird sie auch umgehend in Schutt und Asche gelegt. Der Tod einzelner Generäle der Revolutionsgarden bedeutet, wie bereits erwähnt, keine bedeutende Schwächung, geschweige denn die Zerstörung der Organisation selbst. Im Gegenteil, solche Verluste sind in der institutionellen Logik verankert und tragen überdies zur Entwicklung einer Art Immunität bei.

    Übersetzt aus dem Russischen.

    Farhad Ibragimow @farhadibragim ist Orientalist, Politikwissenschaftler, Iran- und Nahostexperte sowie Experte an der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation. Diesen Artikel verfasste er exklusiv für RT.

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    Screenshot_2026_04_02_at_12_53_59_Die_unvorhergesehenen_Folgen_iranischen_Widerstands_RT_DE-Kopie

    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/ijxqemrv6wayxtdi/Shock_and_awe_ist_tot_Russland_hat_es_verstanden_die_USA_immerage90.mp3 Dauer 10:14 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/275523-unvorhergesehenen-folgen-iranischen-widerstands/


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