aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 29. Januar 2026, 8:32 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen
in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema
Militarisierung in Deutschland - auch heute mit dem
Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel
übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
2. Tagesschau: Nach Treffen mit Trump - Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien
3. Politico: US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche
4. Länderanalysen: Zwischen Krieg und Prekarität: Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine
5. Watson: Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut
6. Die Zeit: Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück
7. SZ: Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?
8. FP: Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein
9. taz: Säbelrasseln zwischen Iran und den USA - Hohn bei der Freitagspredigt
10. n tv: Iran warnt Trump vor Angriff - US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten
11. Agios: Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft
12. SWP: Mit, ohne, gegen Washington: Die Neubestimmung der Beziehungen Europas zu den USA
Gerrit Kurtz: Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«
13. PZKB: "Wege zum Frieden“ - Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival
14. Buechner-Verlag: Bruno Kern. »… den Krieg gründlich verlernen«
——
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
https://www.n-tv.de/politik/17-00-Schlimme-Wetterprognose-fuer-Kiew-article23143824.html
Ukraine-Krieg im Liveticker
28.01.2026
16:06 Russland, Ukraine und USA setzen Gespräche am Sonntag fort
Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über einen
Waffenstillstand sollen am Sonntag dieser Woche fortgesetzt werden.
Gastgeber für die Beratungen sei erneut Abu Dhabi, meldet die
staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf
das Präsidialamt in Moskau. (…)
(…)
15:07 Russland: Putin hat über mögliches Selenskyj-Treffen mit Trump gesprochen
Bei den Telefonaten zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin
und US-Präsident Donald Trump ist Russland zufolge mehrfach auch ein
Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
Selenskyj Thema gewesen.
Trump habe eine solche Möglichkeit vorgeschlagen, sagt Juri Uschakow,
Putins außenpolitischer Berater, im staatlichen russischen Fernsehen.
Russland verweigere einen solchen Kontakt nicht, behauptet er.
Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj müsse aber gut vorbereitet
und ergebnisorientiert sein. Wenn Selenskyj dazu bereit sei, könne er
nach Moskau kommen, und seine persönliche Sicherheit sei
gewährleistet.
Daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel, da Russland seit Jahren
erfolglos versucht, die Regierung von Selenskyj zu entfernen. Der
ukrainische Staatschef lehnte im vergangenen Jahr die Idee eines
Treffens in Moskau ab und schlug stattdessen vor, Putin solle nach
Kiew kommen.
(…)
11:01 Selenskyj: An Abkommen zum Wiederaufbau muss noch gearbeitet werden
In einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten über den Wiederaufbau
nach dem Krieg gibt es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
Selenskyj zufolge Punkte, die noch eingehender besprochen werden
müssen. Das Wiederaufbauabkommen ist Teil eines umfassenderen Plans
zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges mit Russland.
"Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Seite schreitet aktiv
voran, und auf ukrainischer Seite arbeiten wir mit maximaler
Effizienz", schreibt Selenskyj auf der Online-Plattform X.
(…)
01:52 Ukrainischer Außenminister: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit
Der ukrainische Präsident Selenskyj ist laut seinem Außenminister
bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt
mit Kremlchef Putin über heikle Fragen zu verhandeln.
Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch
nicht geklärt, so Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit
dem ukrainischen Portal "Jewropejska Prawda“.
Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russisch besetzte Atomkraftwerk
in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit,
sich mit Putin zu treffen, sagt Sybiha. Schon in der Vergangenheit
hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef
gefordert, während Moskau stets bremste.
——
2. Tagesschau: Nach Treffen mit Trump - Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/selenskyj-usa-ukraine-sicherheitsgarantien-100.html
Nach Treffen mit Trump Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien
Stand: 22.01.2026 19:19 Uhr
Einen Tag vor den direkten Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands
und der Ukraine hat Präsident Selenskyj bereits einen Fortschritt
bekannt gegeben - eine Einigung mit den USA über Sicherheitsgarantien.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einigung mit
US-Präsident Donald Trump über Sicherheitsgarantien für die Ukraine
verkündet. Das Thema sei damit "erledigt", sagte Selenskyj nach seinem
Treffen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Zunächst müsse die Vereinbarung noch von beiden Präsidenten
unterzeichnet werden, dann gehe sie an die nationalen Parlamente. Eine
Bestätigung der USA gibt es bisher nicht.
——
3. Politico: US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche
https://www.politico.com/news/2026/01/24/ukraine-russia-talks-war-ceasefire-00745581
US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche
Die Treffen in dieser Woche waren das erste Mal, dass alle drei Länder persönlich zu Gesprächen saßen,
um zu versuchen, einen Waffenstillstand auszuhandeln.
Von Paul McLeary <https://www.politico.com/staff/paul-mcleary> und Felicia Schwartz <https://www.politico.com/staff/felicia-schwartz>.
24.01.2026 01:26 PM EST
(…)
Einer der großen Knackpunkte in den Verhandlungen waren die westlichen
Sicherheitsgarantien für die Ukraine in jedem Nachkriegsszenario. Die
europäischen Länder haben auf eine kleine Truppenpräsenz in der
Ukraine gedrängt, um einen Waffenstillstand zu überwachen, wobei
Frankreich und Deutschland den Vorstoß zur Entsendung von Truppen
anführen.
Präsident Donald Trump hat gesagt, dass die USA in der Ukraine keine
Stiefel auf den Boden legen, sondern helfen werden.
Verteidigungsbeamte haben gesagt, dass das amerikanische Engagement
wahrscheinlich Satelliten- und Geheimdienstunterstützung, einige
Drohnenflüge zur Überwachung der Trennungslinie und
Logistikunterstützung beinhalten würde.
(…)
Die US-Beamten sagten, ein großer Teil der Gespräche dieser Woche
konzentrierte sich auf die Wirtschaft und die Kontrolle des
ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja, das von russischen
Streitkräften besetzt wird. Es gab keine Einigung, aber der von Moskau
favorisierte Vorstoß besteht darin, dass die Ukraine und Russland die
elektrische Leistung aus dieser Anlage teilen, die die größte in
Europa ist.
"Beide Parteien beginnen sich vorzustellen, was sie aus dem Frieden
gewinnen können, wie der Wohlstandsplan für die Ukraine, einige dieser
Möglichkeiten für Russland, Geschäftsabschlüsse mit den Vereinigten
Staaten von Amerika zu machen", sagte der zweite Beamte.
"Es gibt im Moment offensichtlich nicht viel Vertrauen zwischen Europa
und Russland, aber wir wollen einen Rahmen schaffen, in dem das ein
neues Paradigma beginnen kann, das Vertrauen aufbauen kann, indem es
eine echte Deeskalation zeigt."
Auf dem Weg zu den Gesprächen sagte Witkoff, dass nur noch ein Problem
- von dem Selenskyj später sagte, dass es Territorium sei - gelöst
werden müsse. Russland hat gefordert, dass es die gesamte östliche
Donbass-Region der Ukraine nimmt, sogar Teile, die die Ukraine immer
noch kontrolliert. Die Ukraine hat sich der Forderung widersetzt,
angesichts der strategischen Bedeutung des Territoriums für das Land.
(…)
———
4. Länderanalysen: Zwischen Krieg und Prekarität: Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine
https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/325/ukraineanalysen325.pdf?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Ukraine-Analysen+325&newsletter=Ukraine-Analysen+325
Nr. 325 | 21.01.2026
Ukraine-Analysen
Journalistische / soziale Medien und Krieg
(…)
Zwischen Krieg und Prekarität:
Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine
Dariya Orlova (Nationale Universität Kyjiw-Mohyla-Akademie),
Vera Slavtcheva-Petkova (University of Liverpool)
(…)
(Seite 6)
Fazit
Die WJS-Studie zeigt, dass ukrainische Journalist:innen
in einem äußerst belastenden und riskanten Umfeld
arbeiten – einem der schwierigsten unter den 73 unter-
suchten Ländern. Innerhalb Europas schneidet lediglich
ein Land schlechter ab als die Ukraine, nämlich Alba-
nien.
(…)
Der Wegfall von USAID als zentralem Geldge-
ber und die darauffolgende Neuordnung der interna-
tionalen Medienförderung stellen ein weiteres Risiko
für ukrainische Medien dar, denen es in der kriegsbe-
dingt geschwächten Wirtschaft zunehmend schwerfällt,
ausreichende finanzielle Mittel zu sichern. Finanzielle
Herausforderungen zeichnen sich kurz- und mittelfris-
tig als besonders kritisch ab.
Die psychische Belastung dürfte angesichts des ange-
sammelten Stresses, der Erschöpfung und der hohen
Arbeitsbelastung kaum abnehmen. Eine verschärfte Pre-
karität zeigt sich zudem im Personalmangel. Journalis-
mus bleibt ein schlecht bezahlter Beruf mit zahlreichen
zusätzlichen Belastungen, was es erschwert, neue Fach-
kräfte zu gewinnen.
Es ist davon auszugehen, dass die Fortdauer des Krie-
ges nicht nur die im Artikel beschriebenen strukturellen
Herausforderungen weiter verschärfen, sondern auch neue
hervorbringen wird. Ein langanhaltender Krieg der gegen-
wärtigen Intensität neigt dazu, Institutionen zu untergra-
ben und die Gesellschaft insgesamt massiv unter Druck
zu setzen.
Der ukrainische Journalismus wird daher wei-
terhin auf die Probe gestellt werden. Die Antworten, die
Medien, Journalist:innen und andere Akteur:innen auf
Sicherheitsbedrohungen und Prekarität finden, werden
den Journalismus prägen und darüber entscheiden, inwie-
weit er in der Lage ist, den gravierenden Folgen von Russ-
lands Krieg gegen die Ukraine zu begegnen.
————
5. Watson: Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut
https://www.watson.ch/international/wef/498900591-die-ganze-rede-vom-kanadischen-premierminister-mark-carney-am-wef-2026
Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut
Die Rede von Mark Carney WEF wird in Erinnerung bleiben. Der
kanadische Premierminister spricht davon, dass die internationale
Ordnung zerbrochen ist und plädiert dafür, durch Zusammenhalt und
eigene Autonomie gegen die verschärfte Rivalität der Grossmächte
anzukämpfen. (…)
21.01.2026, 14:3621.01.2026, 15:50
Vielen Dank, Larry. Ich werde zunächst auf Französisch sprechen und
dann wieder ins Englische wechseln.
[Das Folgende ist aus dem Französischen übersetzt]
Danke, Larry. Es ist mir eine Freude und eine Pflicht, heute Abend in
diesem entscheidenden Moment, den Kanada und die Welt gerade
durchleben, bei Ihnen zu sein. Heute werde ich über einen Bruch in der
Weltordnung sprechen, über das Ende einer angenehmen Fiktion und den
Beginn einer harten Realität, in der die grosse, führende Macht – die
Geopolitik – keinen Grenzen und keinen Zwängen unterworfen ist.
Andererseits möchte ich Ihnen sagen, dass die anderen Länder,
insbesondere mittlere Mächte wie Kanada, nicht machtlos sind. Sie
haben die Fähigkeit, eine neue Ordnung aufzubauen, die unsere Werte,
wie die Achtung der Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung,
Solidarität, Souveränität und territoriale Integrität der verschiedenen
Staaten umfasst. Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit Ehrlichkeit.
[Carney spricht wieder auf Englisch]
Es scheint, als würden wir jeden Tag daran erinnert, dass wir in einer
Zeit grosser Machtkonflikte leben, dass die regelbasierte Ordnung
verblasst, dass die Starken tun können, was sie können, und die
Schwachen erleiden müssen, was sie erleiden müssen. Und dieser
Aphorismus von Thukydides wird als unvermeidlich dargestellt, als
natürliche Logik der internationalen Beziehungen, die sich erneut
durchsetzt. Angesichts dieser Logik neigen Länder stark dazu, sich
anzupassen, um mitzukommen, Schwierigkeiten zu vermeiden, in der
Hoffnung, dass Anpassung Sicherheit erkauft.
Das wird es aber nicht.
Was sind also unsere Optionen?
1978 schrieb der tschechische Dissident Václav Havel, später
Präsident, einen Aufsatz mit dem Titel „Die Macht der Machtlosen“ und
stellte darin eine einfache Frage: Wie hielt sich das kommunistische
System aufrecht? Seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler.
Jeden Morgen hängt dieser Ladenbesitzer ein Schild in sein Fenster:
„Proletarier aller Länder, vereinigt euch“. Er glaubt nicht daran,
niemand tut es, aber er hängt das Schild trotzdem auf, um
Schwierigkeiten zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um
zurechtzukommen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Strasse
dasselbe tut, bleibt das System bestehen – nicht allein durch Gewalt,
sondern durch die Beteiligung gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von
denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind. Havel nannte dies
„in einer Lüge leben“.
Die Macht des Systems beruht nicht auf seiner Wahrheit, sondern auf
der Bereitschaft aller, so zu handeln, als wäre es wahr, und seine
Fragilität entspringt demselben Ursprung. Wenn auch nur eine Person
aufhört, so zu handeln, wenn der Gemüsehändler sein Schild entfernt,
beginnt die Illusion zu bröckeln.
Freunde, es ist an der Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder
entfernen.
Jahrzehntelang prosperierten Länder wie Kanada unter dem, was wir als
regelbasierte internationale Ordnung bezeichneten. Wir traten ihren
Institutionen bei, wir lobten ihre Prinzipien, wir profitierten von
ihrer Vorhersehbarkeit. Und deshalb konnten wir unter ihrem Schutz
eine wertebasierte Aussenpolitik betreiben.
Wir wussten, dass die Geschichte der internationalen regelbasierten
Ordnung teilweise falsch war: dass sich die Stärksten bei Bedarf
selbst von der Ordnung befreiten, dass Handelsregeln asymmetrisch
durchgesetzt wurden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach
Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher
Strenge angewendet wurde.
Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische
Hegemonie half dabei, öffentliche Güter bereitzustellen: offene
Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und
Unterstützung für Rahmenwerke zur Streitbeilegung.
Also haben wir das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den
Ritualen teilgenommen und es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz
zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen.
Dieser Kompromiss funktioniert nicht mehr. Lassen Sie mich offen
sprechen. Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben eine Reihe von Krisen in den
Bereichen Finanzen, Gesundheit, Energie und Geopolitik die Risiken
einer extremen globalen Integration offenbart. In jüngerer Zeit jedoch
haben die Grossmächte begonnen, wirtschaftliche Integration als Waffe
zu benutzen, Zölle als Druckmittel, Finanzinfrastruktur als
Zwangsmittel und Lieferketten als auszunutzende Schwachstellen.
Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration
leben, wenn Integration zur Quelle der Unterordnung wird.
Die multilateralen Institutionen, auf die sich die Mittelmächte
verlassen haben – die WTO, die UNO, die COP –, die Architektur, die
eigentliche Architektur der kollektiven Problemlösung, sind bedroht.
Und infolgedessen kommen viele Länder zu demselben Schluss, dass sie
eine grössere strategische Autonomie in den Bereichen Energie,
Nahrungsmittel, kritische Mineralien, Finanzwirtschaft und
Lieferketten entwickeln müssen.
Und dieser Impuls ist verständlich. Ein Land, das sich nicht selbst
ernähren, nicht selbst mit Energie versorgen oder sich nicht selbst
verteidigen kann, hat wenige Optionen. Wenn die Regeln Sie nicht mehr
schützen, müssen Sie sich selbst schützen.
Aber lassen Sie uns klar sehen, wohin das führt.
Eine Welt der Festungen wird ärmer, fragiler und weniger nachhaltig
sein. Und es gibt noch eine weitere Wahrheit. Wenn Grossmächte selbst
den blossen Anschein von Regeln und Werten zugunsten der ungehinderten
Verfolgung ihrer Macht und Interessen aufgeben, werden die
transaktionalen Gewinne immer schwerer zu wiederholen sein.
Hegemonialmächte können ihre Beziehungen nicht dauerhaft monetarisieren.
Die Verbündeten werden sich diversifizieren, um sich gegen
Unsicherheiten abzusichern.
Sie werden Versicherungen abschliessen und ihre Optionen erweitern, um
ihre Souveränität wiederherzustellen – eine Souveränität, die einst
auf Regeln beruhte, aber zunehmend in der Fähigkeit begründet sein
wird, Druck standzuhalten.
Die Anwesenden in diesem Raum wissen, dass dies klassisches
Risikomanagement ist. Risikomanagement hat seinen Preis, aber die
Kosten für strategische Autonomie und Souveränität können auch geteilt werden.
Gemeinsame Investitionen in Resilienz sind günstiger, als wenn jeder
seine eigene Festung baut. Gemeinsame Standards reduzieren
Fragmentierungen. Komplementarität ist ein Positivsummenspiel.
Und die Frage für Mittelmächte wie Kanada ist nicht, ob wir uns an die neue
Realität anpassen – das müssen wir. Die Frage ist, ob wir uns
anpassen, indem wir einfach höhere Mauern bauen, oder ob wir etwas
Ambitionierteres tun können.
Kanada gehörte zu den ersten, die den Weckruf hörten, was uns zu einer
grundlegenden Änderung unserer strategischen Haltung veranlasste.
Die Kanadier wissen, dass unsere alten, bequemen Annahmen, dass unsere
geografische Lage und unsere Bündnismitgliedschaften automatisch
Wohlstand und Sicherheit garantieren, nicht mehr gültig sind. Unser
neuer Ansatz beruht auf dem, was Alexander Stubb, der Präsident
Finnlands, als „wertebasierten Realismus“ bezeichnet hat.
Oder, anders ausgedrückt: Wir wollen sowohl prinzipientreu als auch
pragmatisch sein – prinzipientreu in unserem Bekenntnis zu
grundlegenden Werten, zu Souveränität, territorialer Integrität, dem
Verbot der Anwendung von Gewalt, ausser im Einklang mit der UN-Charta,
und der Achtung der Menschenrechte; und pragmatisch in der Erkenntnis,
dass Fortschritt oft schrittweise erfolgt, dass Interessen auseinandergehen
und dass nicht jeder Partner alle unsere Werte teilen wird.
Wir engagieren uns also breit und strategisch, mit offenen Augen. Wir
nehmen die Welt aktiv so an, wie sie ist, statt auf eine Welt zu
warten, wie wir sie uns wünschen.
Wir justieren unsere Beziehungen so, dass ihre Tiefe unsere Werte
widerspiegelt, und wir priorisieren ein breites Engagement, um unseren
Einfluss zu maximieren, angesichts der derzeitigen Unbeständigkeit der
Welt, der damit verbundenen Risiken und der Herausforderungen für die
Zukunft.
Und wir verlassen uns nicht mehr nur auf die Stärke unserer Werte,
sondern auch auf den Wert unserer Stärke.
Wir bauen diese Stärke im eigenen Land auf.
Seit meinem Amtsantritt haben wir die Steuern auf Einkommen,
Kapitalerträge und Unternehmensinvestitionen gesenkt. Wir haben alle
föderalen Hindernisse für den interprovinziellen Handel beseitigt.
Wir treiben Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar in Energie,
KI, kritischen Mineralien, neuen Handelskorridore und darüber hinaus,
voran. Wir verdoppeln unsere Verteidigungsausgaben bis zum Ende dieses
Jahrzehnts, und zwar auf eine Weise, die unsere heimischen Industrien stärkt.
Und wir diversifizieren rasch im Ausland. Wir haben eine umfassende
strategische Partnerschaft mit der EU vereinbart, einschliesslich des
Beitritts zu SAFE, den europäischen Beschaffungsvereinbarungen für
Verteidigungsgüter. Wir haben in sechs Monaten zwölf weitere Handels-
und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet.
In den letzten Tagen haben wir neue strategische Partnerschaften mit China
und Katar geschlossen. Wir verhandeln Freihandelsabkommen mit Indien,
ASEAN, Thailand, den Philippinen und Mercosur.
Wir tun noch etwas anderes. Um globale Probleme zu lösen, verfolgen
wir eine variable Geometrie, mit anderen Worten: unterschiedliche
Koalitionen für unterschiedliche Themen auf der Grundlage gemeinsamer
Werte und Interessen. So sind wir in Bezug auf die Ukraine ein
Kernmitglied der Koalition der Willigen und einer der grössten
Pro-Kopf-Beitragszahler zu ihrer Verteidigung und Sicherheit.
In Bezug auf die Souveränität der Arktis stehen wir fest an der Seite
Grönlands und Dänemarks und unterstützen uneingeschränkt ihr
einzigartiges Recht, über die Zukunft Grönlands zu entscheiden.
Unser Bekenntnis zu Artikel 5 des NATO-Vertrags ist unerschütterlich,
daher arbeiten wir mit unseren NATO-Verbündeten, einschliesslich dem
Nordic Baltic Gate, um die Nord- und Westflanke des Bündnisses weiter
zu sichern, unter anderem durch Kanadas beispiellose Investitionen in
Überhorizontradar, U-Boote, Flugzeuge und Bodentruppen sowie Truppen
auf dem Eis.
Kanada lehnt Zölle auf Grönland entschieden ab und fordert gezielte
Gespräche, um unsere gemeinsamen Ziele der Sicherheit und des
Wohlstands in der Arktis zu erreichen.
Im Bereich des plurilateralen Handels setzen wir uns für den Aufbau
einer Brücke zwischen der Transpazifischen Partnerschaft und der
Europäischen Union ein, wodurch ein neuer Handelsblock mit 1,5
Milliarden Menschen entstehen würde. Im Bereich der kritischen
Mineralien bilden wir im Rahmen der G7 Einkaufsgemeinschaften, damit
die Welt ihre Versorgung diversifizieren kann.
Und im Bereich der künstlichen Intelligenz arbeiten wir mit gleichgesinnten
Demokratien zusammen, um sicherzustellen, dass wir letztendlich nicht
gezwungen sind, zwischen Hegemonialmächten und Hyperscalern zu wählen.
Das ist weder naiver Multilateralismus noch eine Abhängigkeit von
ihren Institutionen. Es geht darum, funktionierende Koalitionen zu
bilden – Thema für Thema, mit Partnern, die genügend Gemeinsamkeiten
teilen, um gemeinsam zu handeln.
In einigen Fällen wird dies die überwiegende Mehrheit der Nationen sein.
Dadurch entsteht ein dichtes Netz von Verbindungen in den Bereichen
Handel, Investitionen und Kultur, auf das wir bei zukünftigen
Herausforderungen und Chancen zurückgreifen können.
Ich argumentiere dafür, dass die Mittelmächte gemeinsam handeln
müssen, denn wenn wir nicht mit am Tisch sitzen, stehen wir auf der
Speisekarte.
Ich würde aber auch sagen, dass es sich die Grossmächte derzeit
leisten können, alleine zu handeln. Sie verfügen über die Marktgrösse,
die militärischen Kapazitäten und den Einfluss, um Bedingungen zu
diktieren. Mittelmächte haben das nicht.
Aber wenn wir nur bilateral mit einer Hegemonialmacht verhandeln,
verhandeln wir aus einer Position der Schwäche heraus. Wir
akzeptieren, was uns angeboten wird. Wir konkurrieren miteinander
darum, am entgegenkommendsten zu sein.
Das ist keine Souveränität. Es ist die Ausübung von Souveränität bei
gleichzeitiger Akzeptanz der Unterordnung. In einer Welt der Rivalität
zwischen Grossmächten haben die Länder dazwischen die Wahl – entweder
miteinander um Gunst zu konkurrieren oder sich zusammenzuschliessen,
um einen dritten Weg mit Einfluss zu schaffen.
Wir sollten uns durch den Aufstieg der harten Macht nicht davon
ablenken lassen, dass die Macht der Legitimität, Integrität und Regeln
stark bleiben wird, wenn wir uns dafür entscheiden, sie gemeinsam
auszuüben – was mich zurück zu Havel bringt.
Was bedeutet es für Mittelmächte, die Wahrheit zu leben?
Zunächst einmal bedeutet es, die Realität beim Namen zu nennen. Hören
Sie auf, sich auf eine regelbasierte internationale Ordnung zu
berufen, als ob diese noch so funktionieren würde, wie sie angepriesen
wird. Nennen wir es beim Namen – ein System, das die Rivalität
zwischen den Grossmächten verschärft, in dem die Mächtigsten ihre
Interessen verfolgen und wirtschaftliche Integration als Zwangsmittel einsetzen.
Es bedeutet, konsequent zu handeln und dieselben Massstäbe auf
Verbündete wie auf Rivalen anzuwenden. Wenn Mittelmächte
wirtschaftliche Einschüchterung aus einer Richtung kritisieren, aber
schweigen, wenn sie aus einer anderen Richtung kommt, dann lassen wir
das Schild im Fenster hängen.
Es bedeutet, das aufzubauen, woran wir vorgeben zu glauben, anstatt
darauf zu warten, dass die alte Ordnung wiederhergestellt wird. Es
bedeutet, Institutionen und Abkommen zu schaffen, die wie beschrieben
funktionieren. Und es bedeutet, den Hebel zu verringern, der Zwang
ermöglicht – das heisst, eine starke Binnenwirtschaft aufzubauen. Das
sollte die unmittelbare Priorität jeder Regierung sein.
Und internationale Diversifizierung ist nicht nur ökonomische
Vorsicht, sondern eine wesentliche Grundlage für eine ehrliche
Aussenpolitik, denn Länder verdienen sich das Recht auf
prinzipientreue Standpunkte, indem sie ihre Verwundbarkeit für
Vergeltung verringern.
Also Kanada. Kanada hat das, was die Welt will. Wir sind eine
Energiesupermacht. Wir verfügen über riesige Reserven an kritischen
Mineralien. Wir haben die am besten ausgebildete Bevölkerung der Welt.
Unsere Pensionsfonds gehören zu den grössten und anspruchsvollsten
Investoren der Welt. Mit anderen Worten: Wir haben Kapital, Talente
... wir haben auch eine Regierung mit enormer fiskalischen
Handlungsfähigkeit, um entschlossen zu handeln. Und wir haben Werte,
nach denen viele andere anstreben.
Kanada ist eine pluralistische Gesellschaft, die funktioniert. Unser
öffentlicher Raum ist laut, vielfältig und frei. Die Kanadier bekennen
sich weiterhin zur Nachhaltigkeit. Wir sind ein stabiler und
verlässlicher Partner in einer Welt, die alles andere als stabil und
verlässlich ist. Ein Partner, der langfristige Beziehungen aufbaut und
wertschätzt.
Und wir haben noch etwas anderes. Wir haben die Erkenntnis dessen, was
geschieht, und die Entschlossenheit, entsprechend zu handeln. Wir
verstehen, dass dieser Bruch mehr als nur Anpassung erfordert. Er
erfordert Ehrlichkeit gegenüber der Welt, wie sie ist.
Wir nehmen das Schild aus dem Fenster. Wir wissen, dass die alte
Ordnung nicht zurückkommen wird. Wir sollten ihr nicht nachtrauern.
Nostalgie ist keine Strategie, aber wir glauben, dass wir aus diesem
Bruch etwas Grösseres, Besseres, Stärkeres und Gerechteres aufbauen
können. Das ist die Aufgabe der Mittelmächte, der Länder, die in einer
Welt der Festungen am meisten zu verlieren und durch echte
Zusammenarbeit am meisten zu gewinnen haben.
Die Mächtigen haben ihre Macht.
Aber auch wir haben etwas – die Fähigkeit, aufzuhören, so zu tun als
ob, die Realität beim Namen zu nennen, unsere Stärke im eigenen Land
aufzubauen und gemeinsam zu handeln.
Das ist der Weg Kanadas. Wir wählen ihn offen und selbstbewusst, und
er steht jedem Land offen, das bereit ist, ihn mit uns zu gehen.
Vielen Dank.
——————
6. Die Zeit: Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/trump-friedensrat-carney-davos-usa-kanada-gxe
Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück
US-Präsident Donald Trump will Kanadas Regierungschef nicht mehr in
seinem "Friedensrat" haben. Zuvor hatte Mark Carney eine viel
beachtete Rede in Davos gehalten.
Aktualisiert am 23. Januar 2026, 8:36 Uhr
(…)
Nach offiziellen Angaben des US-Präsidialamtes soll sich der
Friedensrat in seiner Arbeit nicht mehr nur auf den Gazastreifen
konzentrieren, sondern sich auch anderer Konflikte und Krisen auf der
Welt annehmen.
Trump hat sich selbst auf Lebenszeit zum Vorsitzenden seines neuen
Rates bestimmt – auch wenn er nicht mehr der US-Präsident wäre. Er
selbst werde seinen späteren Nachfolger bestimmen. Länder wie Israel,
Ungarn und Belarus haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.
Die ersten drei Jahre dürfen Länder kostenlos im Rat sitzen. Danach
soll eine einmalige Zahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar
fällig werden, wodurch die Staaten für unbegrenzte Zeit ihren festen
Sitz in Trumps Gremium behalten. Wofür das Geld verwendet werden soll,
ist unklar.
———
siehe auch:
https://www.sueddeutsche.de/meinung/weltgeschehen-trump-folgen-deutschland-2026-kommentar-li.3373406?reduced=true
Meinung
Januar 2026
Liebe Menschheit, was macht ihr eigentlich da?
Kommentar von Sara Maria Behbehani <https://www.sueddeutsche.de/autoren/sara-maria-behbehani-1.4137401>
23. Januar 2026, 11:18 Uhr|
Was in den ersten dreieinhalb Wochen des Jahres auf dem Globus passiert ist,
reicht schon für einen Jahresrückblick.
Aber noch sind 49 Wochen Zeit, sich nicht immer nur an Trump auszurichten.
Sondern auch an einem Mann namens Mark Carney. (…)
----------
7. SZ: Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?
Hinweis von C. Ronnefeldt zum folgenden SZ-Artikel:
„Zhongnanhai“ ist ein um zwei Seen herumgruppierter Park- und Gebäudekomplex in Peking, der
als Hauptquartier der Kommunistischen Partei Chinas wie auch der Regierung der Volksrepublik China dient.
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/usa-trump-aussenpolitik-chaos-strategie-america-first-groenland-e496459/?reduced=true
USA
Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?
Der US-Präsident umschmeichelt Amerikas Feinde, Amerikas Freunde
behandelt er schlecht. Dahinter dürfte weit mehr als nur die Launen
eines Narzissten stecken.
Von Reymer Klüver
23. Januar 2026
Er hat Iran bombardieren lassen, und nebenbei Syrien und Nigeria. Er
hat einen Flugzeugträger in die Karibik beordert und Venezuelas
Staatschef in einer Kommandoaktion verhaften lassen. Er hat den
ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij vor laufender Kamera
gedemütigt und dem Menschenschlächter Wladimir Putin den roten Teppich
ausgerollt.
Und zu guter Letzt hat er mit seinen Annexionsplänen für Grönland das
erfolgreichste Bündnissystem der Neuzeit faktisch gesprengt; im Kreml
und in Pekings Zhongnanhai dürften sie sich vor Vergnügen auf die
Schenkel schlagen. Donald Trump umschmeichelt Amerikas Feinde,
Amerikas Freunde aber disst er. (…)
---------
In der Printausgabe der SZ vom 24./25.1.2026 steht der Artikel auf Seite 7 unter der
Überschrift „Chaos oder Strategie“ - und darin die Sätze:
(…)
Trumps Vize J. D. Vance war es, der nach den Bombenangriffen auf Iran
im Sommer die neue außenpolitische Dok-trin" der USA am besten auf den
Punkt brachte. „Was ich als Trump-Doktrin bezeichne, ist ganz einfach.
Erstens formuliert man ein klares amerikanisches Interesse", sagte er
damals. „Zweitens versucht man, dieses Problem aggressiv auf
diplomatischem Wege zu lösen. Und drittens, wenn man es nicht auf
diplomatischem Wege lösen kann, setzt man überwältigende militärische
Macht ein, um es zu lösen.“
Diese bis heute vielleicht präziseste Definition Trumpscher
Außenpolitik hat sich fast wie ein Drehbuch für den Grönland-Konflikt
gelesen, ehe Trump Mitte der Woche das Skript - fürs Erste - zur Seite
gelegt und ein militärisches Eingreifen ausgeschlossen hat. (…)
——
8. FP: Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein
https://foreignpolicy.com/2026/01/23/iran-israel-netanyahu-war-detente-nuclear-program-missiles/
Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein
Die nächste Runde könnte größer und hässlicher sein als der 12-tägige
Krieg im letzten Jahr.
Von Raphael S. Cohen, der Direktor des Strategie- und Doktrinprogramms
bei der Projektluftwaffe der Rand Corporation.
23. Januar 2026, 15:39
Wenn es eine einzige Linie der Außenpolitik des israelischen
Premierministers Benjamin Netanjahu gibt, war es seine harte Haltung
gegenüber dem Iran. Seit Jahrzehnten warnt er vor den Gefahren, die
von Atomwaffen in den Händen der Ayatollahs ausgehen.
Verständlicherweise sieht er ein Regime, dessen Refrain „Tod für
Israel“ ist und das eine Countdown-Uhr für Israels Zerstörung hat, die
sich in der Mitte Teherans als Bedrohung für das Überleben seines
Landes darstellt.
Israel und der Iran führten viele Jahre lang einen Schattenkrieg, und
seit dem 7. Oktober 2023, dem Massaker, das von der vom Iran
unterstützten Hamas verübt wurde, gipfelten drei Anfälle direkter
Konfrontationen, die im vergangenen Juni in einem begrenzten
12-tägigen Krieg gipfelten. Und der Konflikt zeigt keine Anzeichen,
dass er vorbei ist.
Aber wie im Nahen Osten gelegentlich, stellte sich das Unerwartete.
Als der Iran mit weit verbreiteten Unruhen konfrontiert war, die durch
eine hohe Inflation und Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime
ausgelöst wurden, zog sich der langjährige Iran-Falke Netanyahu
zurück.
Berichten zufolge hat Israel ein Abkommen mit dem Iran geschlossen,
damit keiner der beiden die anderen angreifen und zusammen mit den
Golfstaaten dazu beigetragen hat, über die USA zu sprechen. Präsident
Donald Trump hat diesmal den Iran bombardiert.
(…)
———————
9. taz: Säbelrasseln zwischen Iran und den USA - Hohn bei der Freitagspredigt
https://taz.de/Saebelrasseln-zwischen-Iran-und-den-USA/!6148320/
Säbelrasseln zwischen Iran und den USA
Hohn bei der Freitagspredigt
Der Iran habe seine Hinrichtungen nicht gestoppt, sagt dessen Justiz.
Die UN werfen dem Regime „brutale Unterdrückung“ vor.
Kriegsdrohungen nehmen zu.
23.1.2026
18:05 Uhr
dpa/rtr | Irans Justiz hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump
dementiert, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden
sei. „Diese Behauptung ist völlig falsch. Weder existiert eine solche
Zahl noch hat die Justiz eine derartige Entscheidung getroffen“,
zitierte der staatliche Rundfunk den Generalstaatsanwalt Mohammed
Mowahedi-Asad.
US-Präsident Donald Trump hat die Führung im Iran erneut vor
Hinrichtungen von Regierungsgegnern gewarnt. Eine „Armada“ der USA sei
auf dem Weg in Richtung Iran, sagte er am Donnerstag an Bord der
Präsidentenmaschine Air Force One.
Er habe der Regierung in Teheran einen Militärschlag angedroht, falls
weiter Demonstranten erhängt würden. Die Lage werde genau beobachtet.
Er hoffe aber, dass die USA ihre mächtige Flotte nicht einsetzen müssten.
Mohammed Dschawad Hadsch Ali Akbari, ein einflussreicher Geistlicher,
der die Freitagsgebete in Teheran als Vorbeter leitet, verhöhnte den
US-Präsidenten indessen. Der Republikaner sei ein „gelbgesichtiger,
gelbhaariger und in Ungnade gefallener Mann“ und „wie ein Hund, der
nur bellt“, sagte der Kleriker, dessen Worte vom iranischen
Staatsradio verbreitet wurden.
Für den Fall „irgendeines Schadens“ drohte er den USA damit, dass „all
Eure Interessen und Stützpunkte in der Region klare und präzise Ziele
der iranischen Streitkräfte werden“.
Justiz hat erste Anklagen auf den Weg gebracht
Die Proteste im Iran wurden Ende Dezember zunächst durch eine
Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die
Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre
Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat
ging brutal gegen die Proteste vor und schlug sie nieder. Inzwischen
sind die Demonstrationen völlig verstummt.
Vor zehn Tagen erklärte die iranische Justiz, erste Anklagen im
Zusammenhang mit den Protesten in die Wege geleitet zu haben.
Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden vorrangig und
gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der „Kriegsführung
gegen Gott“ – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit
der Todesstrafe geahndet werden kann.
Menschenrechtsgruppen zufolge wurden während der Proteste, die Ende
Dezember begonnen hatten und inzwischen angesichts des massiven Drucks
der Sicherheitskräfte weitgehend abgeflaut sind, Tausende Menschen
getötet und zahlreiche festgenommen.
Die in den USA ansässige Organisation HRANA spricht von mehr als 5000
bestätigten Todesfällen, Tausende weitere Fälle würden noch überprüft.
Zudem seien rund 26.800 Menschen festgenommen worden, hieß es in dem
Bericht bei HRANA. Nach Angaben eines Insiders aus der Regierung in
Teheran wurden mindestens 5000 Menschen getötet. Darunter seien etwa
500 Angehörige der Sicherheitskräfte.
Iran macht „Terroristen“ für Tote verantwortlich
Das iranische Regime macht Israel und USA für die vielen Toten
verantwortlich. Deren Agenten sollen in den Nächten vom 8. und 9.
Januar gezielt „zahlreiche terroristische Handlungen“ in weiten Teilen
des Landes verübt haben. Dem gegenüber stehen zahlreiche Videos, die
trotz der Internetsperre nach außen drangen. Sie sollen
Sicherheitskräfte zeigen, die auf offenbar unbewaffnete Demonstranten
schießen. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden
so viele Demonstranten bei Protesten getötet.
Seit mehr als zwei Wochen ist die Bevölkerung im Iran weitgehend vom
Internet abgeschnitten. Am Donnerstag und Freitag konnten einige
Nutzer erstmals wieder Nachrichten über Messenger verschicken. Daten
des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Freitag weiterhin nur
minimalen Datenverkehr im Internet des Iran.
Einwohner der Hauptstadt Teheran berichteten telefonisch von der weit
verbreiteten Sorge vor neuen Angriffen – sei es durch Israel oder die USA.
Auch iranische Medien kritisierten die Blockade. „Journalistisches
Arbeiten ohne Internet ist wie Schwimmen mit gefesselten Händen“,
sagte Mehdi Rahmanian, Chefredakteur der Tageszeitung Shargh. Mit Hohn
reagierte das Webportal „Digiato“: „Unter diesen Umständen sollten wir
umgehend das Brieftauben-System wieder einführen.“
Amnesty: Bewaffnete Patrouillen in Städten
Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf warf
der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, dem Iran eine
„brutale Unterdrückung“ von Protesten vor und forderte ein Ende der
Gewalt. Unter den Getöteten seien auch Kinder. Zugleich warnte Türk
vor einer militärischen Eskalation.
„Aggressive Rhetorik und Drohungen sind äußerst kontraproduktiv.“ Dass
jemand für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werde,
könne nicht „durch militärische Gewalt aus dem Iran oder von
außerhalb“ erreicht werden, sagte er.
Amnesty International kritisierte die staatlichen Repressionen
ebenfalls scharf und sprach von einem „beispiellosen Ausmaß“. Schwer
bewaffnete Einheiten der Sicherheitskräfte seien landesweit im Einsatz
und hätten ein dichtes Netz aus Kontrollpunkten und bewaffneten
Patrouillen in Städten und auf Überlandstraßen errichtet, heißt es in
einem Bericht.
„Durch die anhaltende Sperre des Internets isolieren die Behörden
bewusst über 90 Millionen Menschen vom Rest der Welt, um ihre
Verbrechen zu vertuschen und sich ihrer Verantwortung zu entziehen“,
sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den
Nahen Osten.
———
10. n tv: Iran warnt Trump vor Angriff - US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten
https://www.n-tv.de/politik/US-Flugzeugtraeger-Abraham-Lincoln-erreicht-Ziel-im-Nahen-Osten-id30287357.html
Iran warnt Trump vor Angriff
US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten
26.01.2026, 20:33 Uhr
Wegen der brutalen Niederschlagung von Protesten im Iran verlegen die
USA einen Flugzeugträger in die Region. Nun befindet sich die "USS
Abraham Lincoln" mit ihren Begleitschiffen im Indischen Ozean. Teheran
warnt Washington vor einem Schlag gegen das Mullah-Regime.
Vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran haben die USA nach
eigenen Angaben einen Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt.
Die "USS Abraham Lincoln" und ihre Begleitschiffe seien dort
eingetroffen, "um die regionale Sicherheit und Stabilität zu fördern",
teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom)
im Onlinedienst X mit. Aktuell befindet sich der Flugzeugträger im
Indischen Ozean. Nähere Angaben zur Position gibt es nicht.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche den Druck auf den
Iran erhöht und die Verlegung einer "riesigen Flotte" in die
Golfregion angekündigt. "Wir haben viele Schiffe in diese Richtung
geschickt, nur für den Fall", sagte Trump am Donnerstag an Bord der
Präsidentenmaschine Air Force One.
"Mir wäre es lieber, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie
sehr genau", fügte er mit Blick auf die Führung in Teheran und das
brutale Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten
hinzu.
Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" war von Manövern im
Südchinesischen Meer in den Nahen Osten beordert worden. Das von einem
Atomreaktor angetriebene Schiff transportiert normalerweise mehrere
Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern
der Marine begleitet.
Das iranische Außenministerium warnte die USA vor einem Angriff.
Ministeriumssprecher Esmail Baghaei sagte heute, der Iran sei "von
seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt". Die Ankunft "eines solchen
Kriegsschiffes wird die Entschlossenheit (...) des Iran, die iranische
Nation zu verteidigen, nicht beeinträchtigen", fügte mit Blick auf den
US-Flugzeugträger hinzu.
Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg
eingegriffen. Trump drohte seitdem mehrfach mit einem erneuten
militärischen Einsatz im Iran, zuletzt während der Niederschlagung der
jüngsten Massenproteste.
Diese hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte
Wirtschaftslage im Iran entzündet, weiteten sich in diesem Monat aber
rasch zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. (…)
——
11. Axios: Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft
https://www.axios.com/2026/01/26/trump-iran-deal-strike-protests
Jan 26, 2026 - Welt <https://www.axios.com/world>
Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft
Barak Ravid <https://www.axios.com/authors/barak_ravid>
Präsident Trump sagte Axios in einem Interview am Montag, dass die
Situation mit dem Iran "im Fluss" sei, weil er eine "große Armada" in
die Region geschickt habe, aber der Meinung sei, dass Teheran wirklich
einen Deal abschließen wolle.
Warum es wichtig ist: Trump war kurz davor, Anfang des Monats einen
Angriff auf Regimeziele im Iran wegen der Tötung von Tausenden von
Demonstranten anzuordnen. Stattdessen verzögerte er die Entscheidung
und verlegte gleichzeitig militärische Vermögenswerte in die Region.
Beamte des Weißen Hauses sagen, dass ein Angriff immer noch auf dem
Tisch liegt, obwohl die Proteste weitgehend unterdrückt wurden.
-------
12. SWP: Mit, ohne, gegen Washington: Die Neubestimmung der Beziehungen Europas zu den USA
Gerrit Kurtz: Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«
https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2026S03_Ausblick_Studie_Gesamt.pdf
Barbara Lippert
Stefan Mair (Hg.)
Mit, ohne, gegen Washington:
Die Neubestimmung der Beziehungen Europas zu den USA
SWP-Studie 2026/S 03, 22.01.2026, 92 Seiten
(…)
Seit 46 ff
Gerrit Kurtz
Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«
(…)
Schlussfolgerungen
Deutschland sieht sich vor der Aufgabe, die eigentlich
reformbedürftige Architektur und Praxis internatio-
naler Konfliktbearbeitung gegen die Angriffe und
Kürzungen der Trump-Administration zu verteidigen.
Denn das bisherige System eines »liberalen Friedens«
befindet sich in einer tiefen Krise.
Vier notwendige Weichenstellungen lassen sich
identifizieren. Erstens sollte die Bundesregierung für
sich und in Abstimmung mit zentralen Partnern wie
der EU ausdrücklich Mindestkriterien definieren, die
US-geführte Vermittlungsprozesse erfüllen müssten,
um explizite (finanzielle und politische) Unterstüt-
zung zu erhalten. Das Selbstbestimmungsrecht der
Ukraine und das der Palästinenser:innen sind solche
Bedingungen. Jeder Prozess sollte überdies danach
beurteilt werden, inwiefern er tatsächlich bewaffnete
Gewalt reduziert und humanitäre Lebensbedingun-
gen der Zivilbevölkerung verbessert.
Zweitens sollte die Bundesregierung dort, wo sie
selbst Einfluss hat, diplomatische Impulse geben, die
Alternativen zu (möglichen) US-Initiativen bieten. Ein
Beispiel dafür wäre Deutschlands Unterstützung für
den Übergangsprozess in Syrien, auch in Kooperation
mit der Türkei und den Golfstaaten.
Drittens sollte Deutschland (weiterhin) gerade die
Art des inklusiven, multilateral koordinierten und
lokal geführten Friedensengagements (wie etwa am
Tschadseebecken) unterstützen, an welcher es der
Trump-Administration fehlt. Dies erfordert jedoch,
dass die Bundesregierung den selbst eingeleiteten
Kürzungsprozess im Bereich internationale Zusam-
menarbeit umkehrt sowie politisch und finanziell wie-
der mehr in zivile Konfliktbearbeitung investiert.
Viertens schließlich sollte Deutschland diejenigen
Hebel, über die es in Konfliktkontexten verfügt, stär-
ker für die Aufrechterhaltung prinzipienorientierter
Friedensförderung nutzen. Deutschland sollte Wie-
deraufbauhilfe davon abhängig machen, dass bei den
Konfliktparteien grundlegende Weichenstellungen
stattfinden, beispielsweise dass kein Gewaltakteur
Teil einer zukünftigen Regierung in Sudan sein darf.
Während viele internationale Akteure wie die USA
zunehmend auf wirtschaftliche oder geopolitische
Anreize setzen, um Kriege zu beenden, wäre Deutsch-
land gut beraten, die zentrale Rolle interner und
internationaler Legitimität hervorzuheben. Nur mit
dieser wird nachhaltiger Frieden möglich.
———
13. PZKB: "Wege zum Frieden“ - Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival
https://pzkb.de/publikationen/wege-zum-frieden/
"Wege zum Frieden"
Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival
Die Podiumsdiskussion „Wege zum Frieden“, die am 17. Dezember 2025 im
Rahmen des Tollwood Winterfestivals in München stattfand, brachte
Expertinnen wie Anna Kreikemeyer (Friedensforscherin, Institut für
Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg, IFSH), Vered Berman
(Friedensaktivistin, Parents Circle – Families Forum, Berlin) und
Amelie Overmann (Brot für die Welt und Mitglied im Sprecherinnenrat
der Plattform ZKB) zusammen, um Wege und Herausforderungen für
Friedensprozesse auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu diskutieren.
Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist nun online verfügbar.
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/wege-zum-frieden-mitschnitt-vom-tollwood-winterfestival-100.html
Wie kann Frieden entstehen, wie können wir ihn dauerhaft sichern - lokal, regional und global?
————
14. Buechner-Verlag: Bruno Kern. »… den Krieg gründlich verlernen«
https://www.buechner-verlag.de/wp/wp-content/uploads/2025/12/Buchflyer_9783963174353_Kern.pdf
Bruno Kern
»… den Krieg gründlich verlernen«
Büchner-Verlag, 2026, 148 Seiten 16,00 €
Zum Buch
Wenn wir uns noch eine geringe Chance bewahren wollen, die
Überlebenskrise der Menschheit zu bewältigen, dann müssen wir uns
zugleich von jeder militärischen Logik radikal verabschieden. So
lautet die zentrale These, die Bruno Kern hier vertritt.
Allein aus ökologischen Gründen können wir uns Rüstung, Militär und
Krieg gar nicht mehr leisten. Auch "militärische Verteidigung" führt
sich angesichts der Zerstörungskraft der heutigen Waffen selbst ad
absurdum.
Anhand einer gründlichen Analyse des Ukrainekrieges entlarvt der Autor
die dahinter stehenden geopolitischen Interessen und stellt die "Lüge
von der Zeitenwende" bloß.
Er setzt sich mit den wichtigsten Gewaltmythen und bellizistischen
Ideologien auseinander und entwickelt eine pazifistische Ethik auf
der Höhe der Zeit. In deren Zentrum steht die Unüberbietbarkeit des
einzelnen Menschenlebens.
Der Autor führt uns exemplarisch auch in die jüdisch-christliche
Tradition ein. Das "subversive Unterlaufen der Gewalt" in der
Bergpredigt hat eine säkulare politische Entsprechung: soziale statt
militärische Verteidigung als einzige aussichtsreiche Antwort auf
einen Aggressor.
Bruno Kern, geb. 1958 in Wien, Dr. theol. M. A.,
Theologe und Philosoph, lebt heute als freischaffen-
der Autor und Übersetzer in Mainz. Zahlreiche und
breit wahrgenommene Veröffentlichungen in den
Bereichen Ökologie, Politik, Literatur und Theologie.
Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zäh-
len "Das Märchen vom grünen Wachstum" und
"Industrielle Abrüstung jetzt!“
——
Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
--------------------------------------------------------------
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.