31.01.2026

Putin und die EU-Mitgliedschaft der Ukraine /EU ist Anhängsel der NATO

ause-mail von Doris Pumphrey, 31. Januar 2026, 15:57 Uhr

*Wird die EU-Mitgliedschaft der Ukraine Russlands größte Niederlage?


*Ist die angestrebte Mitgliedschaft der Ukraine in der EU in Wahrheit

eine „NATO durch die Hintertür“? Angesichts der militärischen

Neuausrichtung Brüssels warnt der ungarische Diplomat und Botschafter a.

D.*György Varga* vor einer massiven Fehlkalkulation Putins, der die

EU-Mitgliedschaft Kiews bislang als zweitrangig einstufte. In einer Ära,

in der sich die USA finanziell zurückziehen, droht Russland laut dem

langjährigen Experten für den postsowjetischen Raum die dauerhafte

politische und wirtschaftliche Isolation durch ein militarisiertes

Europa. Aus dem Ungarischen übersetzt von *Éva Péli*.

/Hier weiterlesen:/

https://www.nachdenkseiten.de/?p=145515



_RTDE 30.1.2026


_*Russischer UN-Botschafter:

EU ist zu einem Anhängsel der NATO geworden

*

Russlands UN-Vertreter Wassili Nebensja hat am Freitag dem Staatssender

/Rossija 24/ ein Interview gegeben. "Europa weiß die 65 Jahre, in denen

auf dem Kontinent Frieden herrschte, nicht zu schätzen", erklärte der

Diplomat.


Die Europäische Union sei im Grunde zu einem Anhängsel der NATO

geworden, betonte Nebensja. Die Gemeinschafft habe sich seiner Ansicht

nach von einem Wirtschaftsblock in ein Militärbündnis verwandelt.

Möglicherweise liege das daran, dass die heutige Generation von

Politikern in Europa nicht wisse, was der Krieg sei, fügte der russische

UN-Botschafter hinzu. /"Das stimmt tatsächlich. Sie beobachten den Krieg

im Fernsehen und in Computerspielen; für sie ist er ein abstraktes

Konzept, anders als für diejenigen, die ihn selbst erlebt haben."/


Ferner erklärte Nebensja in dem Fernsehinterview, es gebe keine

europäische Souveränität. Tatsache sei, dass "Europa von politischen

Zwergen regiert wird." Damit kommentierte der Diplomat die Reaktion

Europas auf die US-Ansprüche auf Grönland.


Seiner Meinung nach sei Europa völlig verwirrt, was mit bloßem Auge

sichtbar sei. Dabei versuchten die europäischen Spitzenpolitiker, ihren

tatsächlichen Zustand zu verbergen, meinte Nebensja.

/"Sie versuchen, so zu tun, als bestünde die europäische Solidarität

noch immer. Aber selbst in den Gesichtern dieser Menschen, die sich zum

Gipfeltreffen in Brüssel versammeln, kann man die Verwirrung in ihren

Augen und das fehlende Verständnis dafür sehen, wohin sie fliehen sollen."/


Tatsächlich seien die Europäer ihrem eigenen Konzept der regelbasierten

Ordnung zum Opfer gefallen, die sie fortlaufend propagiert hätten, so

Nebensja weiter. "Und nun sind sie nicht mehr diejenigen, die die Regeln

schreiben. Sie sind nun das Objekt, nicht mehr das Subjekt dieser These."

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.01.2026

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nachdenkseiten.de, vom 29. Januar 2026 um 14:00 Ein Artikel von György Varga

Ist die angestrebte Mitgliedschaft der Ukraine in der EU in Wahrheit eine „NATO durch die Hintertür“? Angesichts der militärischen Neuausrichtung Brüssels warnt der ungarische Diplomat und Botschafter a. D. György Varga vor einer massiven Fehlkalkulation Putins, der die EU-Mitgliedschaft Kiews bislang als zweitrangig einstufte. In einer Ära, in der sich die USA finanziell zurückziehen, droht Russland laut dem langjährigen Experten für den postsowjetischen Raum die dauerhafte politische und wirtschaftliche Isolation durch ein militarisiertes Europa. Aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in den vergangenen Monaten mehrfach bekräftigt, dass Moskau keine Einwände gegen eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine erhebt. Es ist verständlich, dass für die traditionell sicherheitspolitisch orientierte russische politische Elite und die im militärischen Bereich seit jeher sensible russische Gesellschaft das Erscheinen der NATO in der Ukraine die Hauptherausforderung darstellte. Auch der seit 2022 geführte Krieg sowie der früher oder später eintretende Friedensschluss werden offensichtlich hauptsächlich entlang der Handhabung militärischer Herausforderungen beurteilt.

Russland hat in seiner Geschichte jedoch bereits mehr als einmal bewiesen, dass es in der Lage ist, selbst einen militärisch siegreichen Krieg auf dem Verhandlungsweg durch einen schlechten Friedensschluss zu verlieren. Ich halte es für beweisbar, dass der kollektive Westen mit der EU-Mitgliedschaft der Ukraine inhaltlich einen bedeutenderen geopolitischen Raumgewinn gegenüber Russland erzielen kann als mit der von der Tagesordnung genommenen NATO-Mitgliedschaft.

Zwei Denklager und die Wurzeln des Konflikts

Bezüglich der Ursachen des Krieges in der Ukraine lassen sich nach vier Kriegsjahren zwei Denklager gut voneinander abgrenzen:

  • Viele akzeptieren das westliche Narrativ, wonach wir den angeblich unprovozierten Krieg eines imperialistisch denkenden russischen Diktators gegen die Ukraine sehen.
  • Andere sind der Ansicht, dass die von Washington angeführte globale politische und wirtschaftliche Elite über die NATO-Erweiterungsrunden einen geopolitischen Raumgewinn anstrebte, den Russland ohne die Aufgabe seiner Großmachtrolle nicht länger tolerieren konnte.

Ich selbst teile die Argumente hinter der zweiten Option, da die kurze Geschichte der Ukraine als eigenständiger Staat dies mit Fakten untermauert. Der kollektive Westen hat die Ukraine im Jahr 2008 bereits so als künftiges NATO-Mitglied markiert. Dagegen hatten die Deklaration über die staatliche Souveränität der Ukraine, die Unabhängigkeitserklärung, das Referendum von 1991 und die Verfassung von 1996 den neutralen und bündnisfreien Status der Ukraine bekräftigt. In der Ukraine gab es keine gesellschaftliche Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft, da das ukrainische Volk deren potenzielle Konsequenzen verstand – heute leidet es bereits genug darunter.

Der Weg in den Stellvertreterkrieg: 2014 bis 2025

Die vom kollektiven Westen „wertebasiert“ koordinierte und unterstützte verfassungswidrige Machtübernahme in der Ukraine im Jahr 2014 zeigte, dass der Westen nicht gewillt ist, die nicht einschätzbare Zeit eines evolutionären Wandels zugunsten der NATO-Mitgliedschaft abzuwarten, sondern stattdessen an einem schnelleren Fortschritt interessiert ist. Der notwendigerweise eingetretene Bürgerkrieg, der Verlust der Krim und die Verstetigung des Separatismus in der Ostukraine boten bereits Raum für die westliche politische, wirtschaftliche und militärische Präsenz: Ab 2014 begannen die NATO-Manöver in der Ukraine, die CIA errichtete zwölf Stützpunkte in der Ostukraine, und die NATO-Kompatibilität der ukrainischen Streitkräfte war bis zum Kriegsbeginn weitgehend vollzogen.

Die der friedlichen Reintegration der prorussischen Bevölkerung in der Ostukraine dienenden Minsker Abkommen wurden niemals umgesetzt; vier bis fünf Millionen ukrainische Staatsbürger, welche die militärische Präsenz des kollektiven Westens entschieden ablehnten und wieder über ein Stimmrecht verfügt hätten, wurden in der Ukraine nicht benötigt. Der Krieg wäre trotz der geschilderten Vorgeschichte auf dem Verhandlungsweg selbst im Jahr 2021 noch vermeidbar gewesen, aber westliche Strategen sahen vermutlich eine unumgängliche Gelegenheit, als Folge eines verlorenen Proxy-Krieges die Großmachtrolle Russlands endgültig zu beenden. Darauf deutet hin, dass der Westen an jedem Entscheidungspunkt des 2014 begonnenen Konflikts und des dann im Februar 2022 gestarteten Krieges die Option der Eskalation wählte.

Ein anschauliches Beispiel: Die Ukraine und Russland verhandelten bereits am 28. Februar 2022, am fünften Tag des Krieges, über einen Friedensschluss. Die beiden Delegationen paraphierten in Istanbul das künftige Abkommen, von dessen endgültiger Unterzeichnung der kollektive Westen (während der Kiew-Verhandlungen des britischen Premierministers Boris Johnson im April 2022) die Selenskyj-Administration abhielt.

Die Zäsur 2025: Der Rückzug Washingtons

Der Krieg als Option und die westliche Unterstützung der Ukraine zeigten unter der Koordination der Biden-Administration bis Januar 2025 eine gleichmäßige Dynamik. Die Wiederwahl des US-Präsidenten Donald Trump unterbrach diesen Prozess: Die neue Washingtoner Administration erkannte an, dass in der Ukraine ein US-russischer Stellvertreterkrieg geführt wird, der beendet werden müsse (siehe die Erklärung von Außenminister Marco Rubio vom 6. März 2025).

Die USA stellten die Finanzierung ein und holen materiell aus der Ukraine heraus, was möglich war (Kontrolle über Mineralien im Wert von 350 Milliarden US-Dollar). Der Krieg wandelte sich mit der Gründung der „Koalition der Willigen“ am 2. März 2025 in einen europäisch-russischen Stellvertreterkrieg um, flankiert von einer widersprüchlichen US-amerikanischen Vermittlerrolle.

Die EU-Mitgliedschaft als geopolitische Allzweckwaffe

Heute, im Januar 2026, können wir bereits von laufenden Verhandlungen sprechen, bei denen die Aushandlung von akzeptablen Bedingungen die Schlüsselfrage ist: Gebietsfragen, Neutralität und künftige Sicherheitsgarantien. Unter diesen Bedingungen führt die Ukraine – mit Unterstützung des globalen Westens – die Frage der fast sofortigen EU-Mitgliedschaft an. In Brüssel spricht man bereits von einem Beitritt im Jahr 2027, wobei man nun auch die ukrainische materielle Forderung in Höhe von 800 Milliarden Dollar für die nächsten Jahre akzeptiert hat.

Dass die Ukraine für die EU-Mitgliedschaft nach keinem einzigen früher bekannten Kriterium geeignet ist, setzen vermutlich auch jene voraus, die sie glaubensbekenntnisartig unterstützen – nicht, weil es fachlich korrekt wäre, sondern weil es als Instrument des gegen Russland geführten „heiligen Krieges“ dient. Vor zwei Jahrzehnten hätte kein verantwortungsvoller Politiker den Import eines Krieges in einen 450 Millionen Menschen umfassenden Raum des „Europas des Friedens“ unterstützt.

Die strategische Falle für Moskau

Hier hat Präsident Wladimir Putin sich verrechnet: Die ukrainische EU-Mitgliedschaft bietet dem Westen eine weitaus effektivere Möglichkeit zum geopolitischen Raumgewinn als die NATO. Die Ukraine kann so unter Kontrolle gebracht werden, dass man sie täglich in alle politischen, wirtschaftlichen und wehrwirtschaftlichen Prozesse einbezieht. Russland wird nach einem Friedensschluss keinerlei Mitspracherecht mehr haben; jeder Einwand würde als erneute Aggression gewertet und mit Sanktionen beantwortet.

In einer militarisierten EU würde die Ukraine über die Verteidigungspolitik Teil eines Systems, das einer „europäischen NATO“ gleicht. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet der Vertrag von Lissabon, der die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten bei äußeren Bedrohungen massiv gestärkt hat. Durch die Beistandsklausel (Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags) sind die Mitgliedstaaten im Falle eines Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Partners verpflichtet, Hilfe und Unterstützung mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln zu leisten. Ergänzt wird dies durch die Solidaritätsklausel (Artikel 222 AEUV), die ein gemeinsames Handeln bei Terroranschlägen oder Katastrophen vorschreibt.

Diese Verpflichtungen binden faktisch alle Mitgliedstaaten und schaffen eine Sicherheitsarchitektur, die über rein wirtschaftliche Kooperation weit hinausgeht. Washingtons Fokus auf „America First“ wirkt hierbei als Katalysator für diese europäische Eigenständigkeit. Die strategische Formel lautet: Verzicht auf die NATO, aber Integration in eine „europäische NATO“ unter dem Deckmantel der EU.

Das Ende der Neutralität und der „Banda-Effekt“

Auch in der bisherigen Praxis der EU haben die Russen die Lage verpatzt. Seit dem Vertrag von Lissabon (2009) hat sich eine Praxis des „Banda-Effekts“ (Mitläufer-Effekt) eingebürgert, die eine ständige Eskalation in sich trägt. Neutrale Länder wie Österreich (sowie bis vor kurzem Finnland und Schweden) akzeptieren täglich Entscheidungen, mit denen sie unter Verletzung ihrer Verfassung Sanktionen beitreten.

Österreich ist heute ein Finanzier des Krieges, unterstützt eine Kriegspartei durch Waffenkäufe und Kredite – was es ohne Verletzung seiner Verfassung nicht tun dürfte. Russland ist als Rechtsnachfolger der Sowjetunion einer der Garanten des Österreichischen Staatsvertrages, im Widerspruch zu dem das neutrale Österreich einen anderen Kriegsteilnehmer unterstützt. Währenddessen nehmen NATO-Mitglieder wie Ungarn, die Slowakei und die Türkei heute neutralere Positionen ein als die ehemals neutralen Länder oder die Schweiz.

Fazit: Die Ukrainisierung Europas

Die ukrainische EU-Mitgliedschaft bedeutet, dass Russland zwar militärisch gegen eine Koalition von über 40 Ländern besteht, aber die politische und wirtschaftliche Dimension des Sieges verliert. Ein gegenüber Russland militärisch unterlegener globaler Westen wird schon aus Trotz nach demonstrativen Ergebnissen in der Ukraine streben.

Das EU-Budget wird nicht für Innovationen der europäischen Wirtschaft, sondern für die Umwandlung der Ukraine in einen Musterstaat und deren Wiederbewaffnung aufgewendet werden (geschätzter Bedarf: 1.500 Milliarden Euro in zehn Jahren). Die ukrainische politische Elite wird mit etwa 50 Sitzen im Europäischen Parlament strategische Entscheidungen als Instrument der globalen Finanzelite beeinflussen.

Präsident Putin kalkuliert auch dann falsch, wenn er auf die Krise der EU hofft. Eine Aufnahme der Ukraine ab 2027 würde Russland sofortige Nachteile bringen, während die EU-Abwärtsfahrt in Jahrzehnten zu messen ist. Kiew bekäme die ewige Chance zur niemals endenden Sanktionierung Russlands über das Vetorecht – jederzeit, wenn seine Sponsoren es wünschen. Am Ende wird nicht die EU die Ukraine europäisch machen, sondern die Ukraine wird Europa ukrainisieren.


Titelbild: Tomas Ragina/shutterstock.com


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Europapolitik Militäreinsätze/Kriege


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31.01.2026

das Völkerrecht frei nach Guterres

aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. Januar 2026, 15:57 Uhr


*Guterres: Prinzip der Selbstbestimmung ist für Krim und Donbass nicht

anwendbar *


UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte, er glaube an das Recht der

Nationen, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden. Seiner Meinung nach

gelte dies jedoch nicht für die Bewohner der Gebiete, die für den

Beitritt zur Russischen Föderation gestimmt hätten.


/Siehe Bericht hier:/

https://rumble.com/v752v9y-guterres-prinzip-der-selbstbestimmung-ist-fr-krim-und-donbass-nicht-anwendb.html


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31.01.2026

UMDENKSCHRIFT

aus e-mail von Rainer Schmid, 31. Januar 2026, 12:03 Uhr


Das VB-Mitglied Peter Bürger - ich denke, er ist fast so etwas wie ein moderner Prophet - hat soeben ein neues Buch herausgegeben. Der geniale Titel:

UMDENKSCHRIFT


Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden. Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. – Eine Sammlung. Herausgegeben von Peter Bürger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie (= edition pace Bd. 43). Hamburg: BoD 2026. [ISBN 978-3-6957-4347-6; Paperback; 300 Seiten; 11 farbige Abbildungen; Ladenpreis 12,99 Euro]


https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695743476


Die Evangelische Kirche in Deutschland hat Anfang November 2025 der Öffentlichkeit eine Denkschrift über Krieg und Frieden präsentiert. Seitdem will die Kritik einfach nicht mehr verstummen. Die hier angezeigte Sammlung erschließt 35 Stellungnahmen und Originalbeiträge zum neuen militärnahen EKD-Kurs aus kirchlichen Initiativen, Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis.

Die Journalistin und Schriftstellerin Bascha Mika schreibt in der Frankfurter Rundschau zum jüngsten Dokument der protestantischen Kirchenleitung: „… die gefährliche Anbiederung an die Macht scheint kein Tabu mehr. Deutlich zeigt sich das in der Haltung zu Atomwaffen. Hier eiert die Denkschrift atemberaubend herum, um irgendwie christlich und dennoch staatsloyal daherzukommen … Statt Bewahrung der Schöpfung die mögliche Vernichtung der Welt als christliche Risikooption? … Wo bleibt die Verantwortung der Kirche als Gegenkraft, die es angesichts der fortschreitenden Militarisierung der Gesellschaft bräuchte? Wo ist der christlich-ideelle Überschuss für eine gewaltfreie Welt? Stattdessen legt der Rat ein Grundsatzpapier mit realpolitischem Visionsverlust vor. Und ein protestantisches Manifest, das die Kirche weiter in den selbstverschuldeten Bedeutungsschwund treibt“ (FR, 12.11.2025).

Der Konfliktforscher Markus Weingardt resümiert in seinem Beitrag zum EKD-Dokument: „Die große Schwäche der Friedens-Denkschrift … besteht darin, dass sie der Gewaltlosigkeit nicht traut. Das ist ebenso erschreckend wie traurig wie folgenreich …, denn indem die Idee und Praxis der Gewaltlosigkeit relativiert und marginalisiert wird, wird zugleich jener marginalisiert, der die Idee und Praxis der Gewaltlosigkeit lehrte und lebte, Jesus selbst … ‚Unerlöste Welt‘ hin oder her: Wer den Glauben an die Kraft der Gewaltlosigkeit aufgegeben hat, was bleibt dem noch? Hoffnungslosigkeit, Resignation? Der Glaube an den ‚Mythos von der erlösenden Gewalt‘? … Wenn Kirche in … einer ‚Welt in Unordnung‘ nicht anderes, nicht mehr zu sagen hat, dann … macht sie sich überflüssig.“

Das Denkschrift-Lob der als maßgeblich geltenden Medien fiel ziemlich einhellig aus: „Abschied vom Pazifismus … Im Rahmen der EKD-Synode veröffentlicht die Kirche ihre Friedensdenkschrift und bricht damit mit der Tradition der Friedensbewegung“ (ZDF heute, 10.11.2025). „Die Evangelische Kirche bricht mit ihrer Friedensethik. Laut einer neuen Denkschrift der EKD lässt sich der Pazifismus als generelle politische Ethik ‚ethisch nicht legitimieren‘. Das kommt einem Bruch mit bisherigen Positionen gleich“ (FAZ-online, 10.11.2025). Die ‚Berliner Zeitung‘ legte am gleichen Tag zumindest etwas Erstaunen an den Tag: „Evangelische Kirche überrascht mit Kurswechsel. ǀ Atomwaffen sind ‚politisch notwendig‘. Die evangelische Kirche passt ihre Friedensdenkschrift an. Atomwaffen gelten nun als unverzichtbar für Sicherheit“ (10.11.2025).

Einen Moment lang gab es die Versuchung, die im Auftrag der ‚Solidarischen Kirche im Rheinland‘ und des ‚Instituts für Ökumenische Friedenstheologie‘ bearbeitete Dokumentation mit dem uns eingesandten Bild einer – von Raubvögeln oder Autoreifen – zerfetzten Taube zu illustrieren. Doch ein solches Bild würde in die Irre führen. Unser Lesebuch zeigt ja gerade, wie lebendig der friedensbewegte Widerspruch in Kirchenraum und Gesellschaft ist – trotz alledem. Die Pazifistin Hanna Jaskolski konfrontiert das Publikum gerne mit der provokativen Feststellung: „Millionen sagen: Da kann man nichts machen!“ Seit Veröffentlichung der EKD-Schrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick …“ gibt es hingegen unter unangepassten Frauen und Männern eine sehr mutmachende Erfahrung: „Wir sind ja gar nicht isoliert. Wir sind viel mehr als wir dachten. Wir verlernen die Klage ‚Da kann man nichts machen‘ und üben angesichts des Unerhörten in einem ersten Schritt den Widerspruch ein …“


Stellungnahmen aus Initiativen/ Gruppen ǀ Aktionsbündnis „Atomwaffenfrei jetzt“ – Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) – Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung (Vorstand) – Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Christ:innen – Dritte Friedenswerkstatt Bonn – Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) – Gewerkschaftliche Basisinitiative ‚Sagt Nein!‘ – ICAN Deutschland – Initiative Christlicher Friedensruf – Ökumenische Vernetzungsinitiative Casa Comun – Solidarische Kirche im Rheinland (SoKi).


Einzelbeiträge / Textdokumentation ǀ Manfred Alberti – Jakob Augstein – Leo Baeck – Andreas Buderus – Barbara Bürger – Dr. Eberhard Bürger – Peter Bürger – Dr. phil. Dr. theol. Friedrich Erich Dobberahn – Christa Dregger – Prof. em. Dr. Ulrich Duchrow – Dr. Matthias W. Engelke – Christoph Fleischmann – Gerhard Kern – Marcus Klöckner – Karl-W. Koch – Thomas Dietrich Lehmann – Ursula Mathern – Albert Ottenbreit – Dr. Uwe-Karsten Plisch – Clemens Ronnefeldt – Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer – Johannes Schillo – Prof. em. Dr. Franz Segbers – Stefan Seidel – Prof. Dr. Egon Spiegel – Dr. Markus Weingardt – Dr. Theodor Ziegler. – Weitere Voten als Zitate in „Kastentexten“.


Leseprobe zur Buchausgabe ǀ https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695743476 (das Buch ist mit ISBN-Nummer überall im nahen Buchhandel bestellbar).


Digitalausgabe zur freien Verbreitung ǀ Eine freie Digitalfassung des Bandes ohne Illustrationen ist aufrufbar bei der Solidarischen Kirche im Rheinland (https://solidarischekirche.de/wp-content/uploads/2026/01/SOKI-Umdenkschrift-2026.pdf), beim Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie (https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8594464163/OekIF-Umdenkschrift-2026.pdf) und beim Lebenshaus Schwäbische Alb (https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Umdenkschrift_2026.pdf). – Bibliographische Angaben dazu: Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden. Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. – Eine Sammlung. Herausgegeben von Peter Bürger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie (= edition pace Bd. 43). Online-Ausgabe, 23.01.2026<tel:+4923012026>. (300 Seiten).


Ergänzender Beitrag des Herausgebers (nach Erscheinen der Sammlung) ǀ Peter Bürger: Kirche und Militärische Heilslehre. Die Kritik am neuen staats- und militärnahen Kurs der EKD reißt nicht ab. – Ein Sammelband erschließt jetzt 35 Widerworte aus kirchlichen Initiativen, Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis. ǀ Textstand: 29.01.2026<tel:+4929012026>.

https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8595178463/b%C3%BCrger-ekd-denkschrift.pdf


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VB-Vernetzung

Interne Mailingliste zur Vernetzung der Mitglieder des Internationalen Versöhnungsbunds Deutscher Zweig e.V.


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31.01.2026

USA trocknen Kuba aus

jungewelt.de, Aus: Ausgabe vom 31.01.2026, US-Imperialismus, Von Franz Frias

Auf Caracas folgt Havanna: Trump bezeichnet die sozialistische Insel als »außergewöhnliche Bedrohung« und will sie komplett von der Ölversorgung abschneiden


Norlys Perez/REUTERS

Dann eben Holzkohle: Kuba trotzt der US-Blockade seit Jahrzehnten mit einfachen Mitteln (Havanna, 12.1.2026)


Für Kuba geht es ums nackte Überleben. Am Donnerstag (Ortszeit) ordnete das Weiße Haus in Washington an, die sozialistische Inselrepublik komplett von der Erdölversorgung abzuschneiden. Produkte aus Ländern, die Kuba direkt oder über Drittstaaten und Zwischenhändler mit Rohöl oder Erdölprodukten versorgen, sollten ab Freitag mit Zusatzzöllen belegt werden. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez verurteilte die »neue Eskalation der USA gegen Kuba« auf der Plattform X aufs Schärfste.

US-Präsident Donald Trump behauptet in dem von ihm unterzeichneten Dekret, die »Politik, Praktiken und Maßnahmen der kubanischen Regierung« zielten darauf ab, »den Vereinigten Staaten zu schaden und feindliche Länder, transnationale terroristische Gruppen und böswillige Akteure zu unterstützen, die die Vereinigten Staaten zerstören wollen«. Die »Situation in Bezug auf Kuba« stelle daher »eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung« für die nationale Sicherheit und die außenpolitischen Ziele der USA dar. Daher erkläre er »einen nationalen Notstand«.

Kubas Außenminister Rodríguez bezeichnete die Behauptungen auf X als »eine lange Liste von Lügen, die Kuba als eine Bedrohung darstellen sollen, die es nicht ist«. Weiter schreibt er: »Tagtäglich liefert die US-Regierung neue Beweise dafür, dass sie die einzige Bedrohung für Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region ist.« Sie sei es, die »bösartigen Einfluss auf Nationen und unser Amerika ausübt«. Washington verfolge das Ziel, die Staaten der Region seinem Diktat zu unterwerfen und sie ihrer Ressourcen und ihrer Unabhängigkeit zu berauben.

Filmpremiere: 30 Jahre junge Welt

Für Kuba ist die Ankündigung dramatisch. Bereits vor der neuesten Eskalation stand das Land mit dem Rücken zur Wand. Infolge der seit mehr als 60 Jahren bestehenden umfassenden US-Blockade steckt die Wirtschaft des Landes in einer tiefen Krise. Lange Stromausfälle und Probleme im Nahverkehr sind an der Tagesordnung. Auch die Versorgungslage der Bevölkerung wird immer kritischer. Der Angriff der USA auf Venezuela Anfang des Jahres hat die Situation weiter verschärft. Seitdem sind die Öllieferungen aus dem Land gestoppt. Die Regierung des von US-Spezialtruppen entführten Nicolás Maduro ist eine der wichtigsten Verbündeten von Havanna.

War zuletzt ein Großteil der Öllieferungen nach Kuba aus Mexiko gekommen, ist auch diese Versorgungsquelle derzeit versiegt. Seit Mitte des Monats hat der staatliche Pemex-Konzern kein Öl nach Havanna verschifft. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte zwar, es handle sich nicht um ein definitives Ende der Lieferungen. Ob sie diese nach der Verordnung aus Washington allerdings wieder aufnehmen wird, darf bezweifelt werden.

Die Financial Times berichtete am Donnerstag, die Ölvorräte des Landes reichten laut Schätzungen noch für 15 bis 20 Tage. Jorge Legañoa, Chef der staatlichen Nachrichtenagentur Prensa Latina, warf Washington vor, einen »Genozid am kubanischen Volk« anzustreben. Werde das Land komplett von Ölimporten abgeschnitten, bedeute dies »das Ende jeglicher Stromerzeugung, des Verkehrs, der Industrieproduktion, der Landwirtschaft, des Zugangs zur Gesundheitsversorgung und der Wasserversorgung«. Betroffen seien »alle Bereiche des Lebens«, erklärte er im Fernsehen.

Trump scheint entschlossen, nach Venezuela auch Kuba zu unterwerfen. Am Donnerstag erklärte er gegenüber der Presse: »Kuba wird nicht überleben.« Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, Sören Pellmann, forderte am Freitag die Bundesregierung auf, »Haltung« zu beweisen und beispielsweise »sofortige humanitäre Hilfe« für Kuba zu organisieren.

Info: https://www.jungewelt.de/artikel/516615.us-imperialismus-usa-trocknen-kuba-aus.html

 

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31.01.2026

Daddy fährt nach Davos

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„Daddy“ ist nicht viel mehr als ein verwöhntes Kind, das seine Hand über dem Atomknopf hält.


forumgeopolitica.com, Sa. 31 Jan 2026, Scott Ritter 

In einer Rede offenbart Trump, dass er eine Bedrohung für die Rechtsstaatlichkeit überall darstellt.


Im Juni 2025, während des NATO-Gipfels in Den Haag, Niederlande, verglich Präsident Donald Trump neben NATO-Generalsekretär Mark Rutte Israel und den Iran mit „zwei Kindern auf einem Schulhof“, die einen „großen Streit“ hatten.

Trump bezog sich dabei auf den jüngsten 12-tägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran – einen Krieg, der von Israel mit der Zustimmung und in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten begonnen und erst beendet wurde, nachdem die USA sich an der Bombardierung des Iran beteiligt hatten.

„Wissen Sie“, sagte Trump, „die kämpfen wie die Wilden. Man kann sie nicht aufhalten. Man lässt sie zwei, drei Minuten lang kämpfen, dann ist es leicht, sie zu stoppen.“

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Beim NATO‑Gipfel im Juni 2025, wo diese Sequenz stattfand


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=7WzmJQDaHMQ&t=1s


Mark Rutte warf daraufhin ein: „Daddy muss manchmal harte Worte verwenden, um sie dazu zu bringen, aufzuhören.“

Trump bezog sich später auf Ruttes Äußerungen und erklärte auf einer Pressekonferenz am selben Tag, er glaube, Rutte habe das Wort liebevoll verwendet. „Daddy, du bist mein Daddy“, sagte Trump lächelnd.

Einen Tag später veröffentlichte das Weiße Haus ein Meme auf X mit dem Titel „Daddy’s Home“ (Papa ist zu Hause).

Trump gefiel die Vorstellung, Europas „Daddy“ zu sein.

Aber „Daddy“ zu sein bedeutet nicht nur, Regeln aufzustellen – man muss auch mit gutem Beispiel vorangehen, indem man sich selbst an die Regeln hält.

Letzte Woche tauchte „Daddy“ in Davos auf, um am jährlichen Weltwirtschaftsforum teilzunehmen. In einer weitschweifigen Rede beklagte „Daddy“, dass seine „Kinder“ ihn nicht mehr „lieben“, obwohl er Europa und der NATO „geholfen“ habe, weil er die Kontrolle über Grönland übernehmen wolle.

„Sie haben mich ‚Daddy‘ genannt, oder?“, sagte Trump. „Das letzte Mal? Ein sehr kluger Mann sagte: ‚Er ist unser Daddy. Er leitet das Ganze.‘ Ich habe das Ganze geleitet. Ich bin vom Leiter zum schrecklichen Menschen geworden.“

Die Europas angst (sic!) beruhte auf Äußerungen, die Trump vor seiner Ankunft in Davos gemacht hatte, wo er erklärte, dass er „eine Reihe von Optionen“ zum Erwerb Grönlands in Betracht ziehe, darunter auch militärische Gewalt.

Trumps Entschuldigung beruhte nicht auf einer Dringlichkeit, die sich aus einer unmittelbaren Bedrohung für die Vereinigten Staaten ergab, sondern vielmehr auf der Besessenheit eines Immobilienmagnaten von den Vorteilen des Eigentums. „Eigentum ist sehr wichtig“, sagte Trump in seinem Interview, „denn meiner Meinung nach ist das psychologisch notwendig für den Erfolg. Ich glaube, dass Eigentum Ihnen etwas gibt, was Sie mit einem Mietvertrag oder einem Abkommen nicht erreichen können. Eigentum gibt Ihnen Dinge und Elemente, die Sie nicht durch die bloße Unterzeichnung eines Dokuments erhalten können.”

Kein Abkommen, keine Vereinbarung. Nur die Eigentumsurkunde, bitte.

Auch wenn Sie nicht verkaufen wollen.

Es war einmal eine Zeit, in der die Vereinigten Staaten zumindest vorgaben, sich an eine regelbasierte Ordnung halten zu wollen. In dem von der Regierung unter Präsident Joe Biden veröffentlichten Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie 2022 bekundeten die Vereinigten Staaten Lippenbekenntnisse zur Bedeutung der Verteidigung „der grundlegenden Gesetze und Prinzipien, die die Beziehungen zwischen den Nationen regeln, einschließlich der Charta der Vereinten Nationen und des Schutzes, den sie allen Staaten vor einer Invasion durch ihre Nachbarn oder einer gewaltsamen Neufestlegung ihrer Grenzen gewährt.“

Die Realität sah jedoch so aus, dass die Vereinigten Staaten mehr um die regelbasierte internationale Ordnung besorgt waren – ein System aus „Institutionen, Normen und Standards zur Regulierung des internationalen Handels und der internationalen Investitionen, der Wirtschaftspolitik und der Technologie“, das am Ende des Zweiten Weltkriegs geschaffen wurde und „die wirtschaftlichen und geopolitischen Ziele Amerikas vorantrieb und den Menschen auf der ganzen Welt zugutekam, indem es die Interaktion zwischen Regierungen und Volkswirtschaften gestaltete – und zwar in einer Weise, die mit den Interessen und Werten der USA im Einklang stand“.

Das vorrangige Ziel der Vereinigten Staaten war damals einfach: die Erhaltung dieser „freien, offenen, prosperierenden und sicheren internationalen Ordnung“.

Es stellte sich jedoch heraus, dass die regelbasierte internationale Ordnung ein Betrug war – etwas, dessen sich diejenigen, die sich daran hielten, voll und ganz bewusst waren.

In seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang dieses Monats sprach der kanadische Premierminister Mark Carney diese Wahrheit aus. „Jahrzehntelang prosperierten Länder wie Kanada unter dem, was wir als regelbasierte internationale Ordnung bezeichneten. Wir traten ihren Institutionen bei“, sagte Carney, „wir lobten ihre Prinzipien, wir profitierten von ihrer Vorhersehbarkeit. Und deshalb konnten wir unter ihrem Schutz eine wertebasierte Außenpolitik betreiben.“


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Der kanadische Premierminister Mark Carney bei seiner Sonderansprache in Davos am 20. Januar 2026.


Aber es gab einen Haken. „Wir wussten, dass die Geschichte der internationalen regelbasierten Ordnung teilweise falsch war“, räumte Carney ein, „dass sich die Stärksten bei Bedarf selbst davon befreien würden, dass Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt würden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde. Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische Hegemonie trug dazu bei, öffentliche Güter, offene Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und Unterstützung für Rahmenwerke zur Beilegung von Streitigkeiten bereitzustellen. Also haben wir das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den Ritualen teilgenommen und es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen.“

Carney fuhr fort: „Dieses Abkommen funktioniert nicht mehr. Lassen Sie mich ganz offen sein. Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einer Übergangsphase.“ Laut Carney „haben Großmächte (d.h. die Vereinigten Staaten) begonnen, wirtschaftliche Integration als Waffe, Zölle als Druckmittel, Finanzinfrastruktur als Zwangsmittel und Lieferketten als Schwachstellen, die es auszunutzen gilt, einzusetzen.“

Das Problem, so Carney, sei, dass „man nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben kann, wenn die Integration zur Quelle der Unterordnung wird“.

Carney versuchte, entsprechend dem von ihm richtig identifizierten Problem zu handeln. Am 16. Januar, vor seinem Engagement in Davos, reiste der kanadische Premierminister nach China, wo er eine vorläufige Grundsatzvereinbarung zur Regelung wirtschaftlicher und handelspolitischer Fragen zwischen Kanada und der Volksrepublik China unterzeichnete, um „unsere Handelspartnerschaften zu diversifizieren und massive neue Investitionen“ von Amerikas größtem wirtschaftlichen Konkurrenten, China, anzukurbeln.

„Daddy“ war darüber nicht glücklich.

„Wenn Gouverneur Carney glaubt, er könne Kanada zu einem ‚Umschlagplatz‘ für chinesische Waren und Produkte in die Vereinigten Staaten machen, irrt er sich gewaltig“, schrieb Trump kurz nach Carneys Rede in Davos auf seinem Truth Social-Account. Trump drohte mit 100-prozentigen Zöllen auf kanadische Importe in die Vereinigten Staaten, sollte Carney sein „Abkommen“ mit China durchziehen.

Carney gab nach wie ein Kartenhaus und verkündete, dass Kanada „keine Absicht“ habe, ein Freihandelsabkommen mit China anzustreben, und betonte, dass Kanada seine Verpflichtungen aus dem Handelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko einhalten und kein Freihandelsabkommen anstreben werde, ohne die beiden anderen Vertragsparteien darüber zu informieren.

„Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn die Integration zur Quelle der Unterordnung wird“, sagte Carney in Davos.

Es wurden keine wahreren Worte gesprochen.

Die auf Regeln basierende internationale Ordnung ist tot.

Lang lebe „Daddy“!

Kanada und Europa sind nicht die einzigen Nationen, die vom „Daddy“-Phänomen betroffen sind.

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Wladimir Putin führte in Peking Gespräche mit dem Präsidenten der Volksrepublik China, Xi Jinping. 4. Februar 2022 – Foto: http://en.kremlin.ru/events/president/news/67712


Russland und China positionieren sich bereits seit einiger Zeit gegen die auf Regeln basierende internationale Ordnung und fördern stattdessen die Vorrangstellung der Charta der Vereinten Nationen. Wie Wladimir Putin und Xi Jinping in ihrer gemeinsamen Erklärung vom 4. Februar 2022 deutlich machten, „beabsichtigen Russland und China als Weltmächte und ständige Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, sich strikt an moralische Grundsätze zu halten und ihre Verantwortung wahrzunehmen, sich nachdrücklich für das internationale System mit der zentralen Koordinierungsrolle der Vereinten Nationen in internationalen Angelegenheiten einzusetzen, die auf dem Völkerrecht basierende Weltordnung, einschließlich der Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, zu verteidigen, die Multipolarität voranzutreiben und die Demokratisierung der internationalen Beziehungen zu fördern, gemeinsam eine noch prosperierende, stabile und gerechte Welt zu schaffen und gemeinsam internationale Beziehungen neuer Art aufzubauen.“

Der russische Präsident Wladimir Putin bekräftigte diese Position in einer Erklärung, die er Anfang dieses Monats abgegeben hat. „Russland setzt sich für die Stärkung der zentralen Rolle der Vereinten Nationen in globalen Angelegenheiten ein, einer Organisation, die im vergangenen Jahr ihr Jubiläum gefeiert hat“, erklärte Putin. „Vor acht Jahrzehnten gelang es unseren Vätern, Großvätern und Urgroßvätern, die als Sieger aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen waren, sich zu vereinen, einen Interessenausgleich zu finden und sich auf die grundlegenden Regeln und Prinzipien der internationalen Kommunikation zu einigen, die sie in ihrer Gesamtheit, Vollständigkeit und Vernetzung in der Charta der Vereinten Nationen verankerten. Die Grundsätze dieses grundlegenden Dokuments, wie Gleichheit, Achtung der Souveränität, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und die Beilegung von Streitigkeiten durch Dialog, sind heute aktueller denn je.“

„Die Missachtung dieses grundlegenden, lebenswichtigen Prinzips“, warnte Putin, „hat noch nie zu etwas Gutem geführt und wird es auch nie tun.“

„Daddy“ könnte von ein wenig Selbstreflexion profitieren, die auf dem in Putins Aussage enthaltenen Gedanken basiert. In einem ausschweifenden Interview, das Trump Anfang Januar 2026 der New York Times gab, antwortete Trump auf die Frage, ob er glaube, dass es Grenzen für seine Macht gebe: „Ja, es gibt eine Sache. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.“

Was ist mit dem Völkerrecht, könnte man fragen.

„Daddy“ hatte eine Antwort: „Ich brauche kein Völkerrecht. Ich will niemandem Schaden zufügen“, fügte Trump hinzu.

„Daddys“ Kommentare kamen nur wenige Tage, nachdem er US-Spezialeinheiten nach Venezuela geschickt hatte, um den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seine Frau zu entführen, unter völliger Missachtung des Völkerrechts. Dieser Angriff führte zum Tod von mehr als 100 Menschen (so viel zu „ich will niemandem wehtun“).

Als die auf Regeln basierende internationale Ordnung in Davos zusammenbrach, entstand wie ein Phönix aus der Asche eine neue Organisation: das „Board of Peace“, „Daddys“ Ego-Projekt, das darauf abzielt, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – also das „Völkerrecht“ – durch „Daddys“ eigenes Verständnis von „Moral“ zu ersetzen.

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Davos, 23. Januar 2026


Vordergründig basiert das „Board of Peace“ auf der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrats, die einen von den USA unterstützten 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges in Gaza befürwortete. Es wurde von „Daddy“ in Davos bei einer Unterzeichnungszeremonie für die Charta der neuen Organisation ins Leben gerufen und agiert außerhalb jeglicher Mandate, Kontrolle oder Einflussnahme der UNO.

Es handelt sich um ein Lieblingsprojekt von „Daddy“, wobei der Vorstand unter einer vorsitzendenzentrierten Struktur operiert, in der „Daddy“ Trump als Vorsitzender die ausschließliche Autorität über die Zusammensetzung des Vorstands sowie über alle Beschlüsse des Vorstands innehat.

Nach internationalem Recht hat der Friedensrat keinerlei Befugnis, Friedensmissionen zu genehmigen, Sanktionen zu verhängen und Waffenstillstände im Sinne des anerkannten Völkerrechts zu vermitteln. Dies bleibt weiterhin die ausschließliche Zuständigkeit des UN-Sicherheitsrats.

Aber sagen Sie das nicht „Daddy“.

Für ihn spielt das Völkerrecht keine Rolle.

„Sobald dieser Rat vollständig gebildet ist“, verkündete „Daddy“ in Davos, „können wir so ziemlich alles tun, was wir wollen.“

Nach internationalem Recht hat der Friedensrat keinerlei Befugnis, Friedensmissionen zu genehmigen, Sanktionen zu verhängen und Waffenstillstände im Sinne des anerkannten Völkerrechts zu vermitteln. Dies bleibt weiterhin die ausschließliche Zuständigkeit des UN-Sicherheitsrats.

Aber sagen Sie das nicht „Daddy“.

Für ihn spielt das Völkerrecht keine Rolle.

„Sobald dieser Rat vollständig gebildet ist“, verkündete „Daddy“ in Davos, „können wir so ziemlich alles tun, was wir wollen.“

Während „Daddy“ darauf hinwies, dass der Friedensrat „in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen“ tätig sein würde, erklärte er auch, dass die Vereinten Nationen ihr Potenzial nicht ausgeschöpft hätten, wodurch die Notwendigkeit für den Friedensrat entstanden sei.

Noch beunruhigender ist die Vorstellung, dass der Friedensrat unter der Führung und Anleitung von „Daddy“ sein Mandat ausweiten würde, um Herausforderungen über Gaza hinaus anzugehen. US-Außenminister Marco Rubio merkte an, dass der Rat sich zwar auf Gaza konzentrieren würde, aber auch „als Beispiel dafür dienen könnte, was in anderen Teilen der Welt möglich ist“.

Denn das ist es, was „Daddy“ will.

Und was „Daddy“ will, bekommt „Daddy“ auch, sonst bekommt „Daddy“ einen Wutanfall.

Fragen Sie einfach Maduro.

Fragen Sie den Iran.

Fragen Sie Putin, der einen von der CIA orchestrierten Angriff mit 91 Drohnen überstanden hat, angeblich auf Anweisung von „Daddy“.

Denn wie sich herausstellt, ist „Daddy“ nicht viel mehr als ein verwöhntes Kind, das seine Hand über dem Atomknopf hält.

Donald Trump wurde am 20. Januar 2025 als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Er hat noch drei Jahre Amtszeit vor sich.

Gott stehe uns allen bei.

 

Ask Putin, who rode out a 91-drone attack orchestrated by the CIA, ostensibly on the authority of “Daddy”.

Because it turns out “Daddy” is little more than a spoiled child with his hand hovering over the nuclear button.

Donald Trump was inaugurated as the 47th President of the United States on January 20, 2025.

He has three years left in his term.

God help us all.

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1 Kommentar zu
«Daddy fährt nach Davos»


J.Blumer Sa. 31 Jan 2026, 13:09

Hochachtung vor Scott Ritter ! Er geht ein hohes Risiko ein , das
ihm nicht nur Schaden zufügen könnte !
Seinen früheren Glauben an eine echte Demokratie von den USA
hat in ihm eine unbeschreibliche Entteuschung erzeugt . Er
selbst war doch ein hoher Militär und Waffeninspektor und wird
wohl niemals verstehen wie sein Heimatland in diese unglaubliche
Situation kommen konnte . Ich wünsche Scott Ritter , auch vielen
anderen mutigen Militärs in den USA, alles Gute für ihre Zukunft .

Wer kann denn verstehen wie die USA mit ihren Vasallen die Welt
komplett in eine Willkürgesellschaft gebracht hat ?

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Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/daddy-fhrt-nach-davos


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.01.2026

OPERATION PIVOT – Wie Trump die Weltordnung zertrümmert, um Amerika zu retten

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„Meine eigene Moral ist das Einzige, was mich davon abhalten kann, die Weltherrschaft zu erlangen: Ich brauche kein Völkerrecht.“ So Donald Trump wörtlich. Und trotzdem versuchen immer noch viele hochstehende Politiker, mit ihm klarzukommen ... (Reuters/Kevin Lamarque)


globalbridge.ch, vom 29. Januar 2026 Von: in Geschichte, Militär, Politik, Wirtschaft


(Red.) Wer kennt es nicht, das geflügelte Wort «Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen»? Michael Hollister wagt es trotzdem, basierend auf den Trumpschen Dokumenten «National Security Strategy» und «National Defense Strategy» und auf den politischen Aussagen Trumps in den letzten Wochen und auf den politischen und militärischen Ereignissen der letzten Tage. Es ist nicht leicht, Gegenargumente zu finden, obwohl es nur eine Hoffnung gibt: dass Trump mit seinen angekündigten Plänen definitiv scheitert. (cm)


Akt 1: Der Tabubruch

Am 3. Januar 2026, um 4:37 Uhr Ortszeit, bombardierten US-Kampfjets den Präsidentenpalast Miraflores in Caracas. 80 Menschen starben. Spezialkräfte enterten den Palast, entführten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro samt Ehefrau und flogen sie nach New York. Zwei Tage später stand Maduro vor einem US-Bundesgericht – angeklagt wegen Drogenhandels. Caracas brennt. Die Toten werden in Massengräbern verscharrt. Und Donald Trump verkündet auf Truth Social: „Die USA werden Venezuela regieren, bis eine neue demokratische Regierung eingesetzt ist. Wir werden ihr Öl fördern und verkaufen.“

Kein Kriegsgrund. Keine UN-Resolution. Keine Selbstverteidigung. Nur: 
Wir wollen euer Öl, also nehmen wir es uns.

Der Völkerrechtler Markus Krajewski von der Universität Augsburg nennt es beim Namen: „Die klarsten Verstöße gegen die UN-Charta, die ich in meiner Karriere gesehen habe.“ Gewaltverbot verletzt. Interventionsverbot verletzt. Entführung eines Staatsoberhaupts – ein Kriegsverbrechen. Die UNO? Verurteilte die Aktion. Russland und China? Verurteilten die Aktion. Konsequenzen? Null.

Denn niemand kann die USA stoppen. Niemand will es. Niemand traut sich.

Am 7. Januar enterten US-Navy SEALs im Nordatlantik, 190 Seemeilen südlich von Island, den russischen Öltanker Marinera. Spezialhelikopter der „Night Stalkers“, Sturm, Nebel, eiskalte See. Keine Vorwarnung. Das Schiff fuhr unter russischer Flagge – Russland hatte es erst Tage zuvor registriert, um es zu schützen. Die USA scherten sich nicht darum. Sie beschlagnahmten das Schiff, eskortierten es in US-Gewässer. Begründung: „Verstöße gegen US-Sanktionen.“ Dass das Schiff in internationalen Gewässern fuhr? Egal. Dass es eine souveräne Flagge trug? Egal. Seerecht, Völkerrecht, Flaggenrecht – alles irrelevant.

Selber Tag, selbe Operation: US-Küstenwache stoppte den Tanker Sophia in der Karibik. Weitere 12 Tanker verschwanden von den Radarschirmen, Ortung abgeschaltet, panische Flucht vor der US-Blockade. Verteidigungsminister Pete Hegseth – den man nun „Kriegsminister“ nennt – twitterte: „Nur legitimer Energiehandel – wie von den USA festgelegt – wird zugelassen.“

Man lese das nochmal. „Wie von den USA festgelegt.“ Nicht die UNO. Nicht das Seerecht. Nicht internationale Verträge. Die USA entscheiden, wer Öl verkaufen darf. Punkt.

Russland protestierte. China protestierte. Frankreich und Großbritannien? Bereiteten ihre eigenen Tanker-Überfälle vor. Die neue Normalität: Völkerrecht gilt nur noch, wenn Washington es zulässt.

Am 9. Januar sagte Trump der New York Times„My own morality, my own mind is the only thing that can stop me. I don’t need international law.“ Dann korrigierte er sich grinsend: „I do“ – aber er lasse offen, was das eigentlich bedeute.

Am selben Tag beauftragte Trump laut mehreren Medienberichten, darunter BBC, den Chairman der Joint Chiefs of Staff, Dan Caine, mit der Ausarbeitung von Invasionsplänen für Grönland.  Grönland – ein NATO-Territorium. Dänemark – ein NATO-Verbündeter seit 1949. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte: „Wenn der stärkste Verbündete erwägt, uns anzugreifen, dann ist jedes Bündnis hinfällig.“

Trump reagierte, wie Trump reagiert: „It may be a choice“ – entweder NATO oder Grönland. Er könne sich vorstellen, dass die USA sich entscheiden müssten.

Am 22. Januar, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, unterschrieb Trump die Gründungscharta seines «Board of Peace». Ein „Friedensrat“ unter seiner persönlichen, lebenslangen Führung. In Davos unterzeichneten Vertreter von 19 Ländern die Charta – darunter Viktor Orbán, Javier Milei, Vertreter aus Bahrain, Marokko, Pakistan. Insgesamt haben rund 35 Staaten ihre Teilnahme zugesagt, 60 wurden eingeladen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada fehlten. Sie hatten die Einladung abgelehnt.

Die 11-seitige Charta erwähnt Gaza – das angebliche Ziel des „Friedensrats“ – kein einziges Mal. Stattdessen: Ein globales Konfliktlösungsorgan, das „Stabilität und Frieden in betroffenen Gebieten“ schaffen soll. Trump bleibt Chairman, solange er lebt oder zurücktritt. Absetzbar nur durch einstimmigen Beschluss des Executive Board. Wer 1 Milliarde Dollar zahlt, wird permanentes Mitglied. Die anderen dürfen drei Jahre mitspielen.

Mary Robinson, frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, nannte es „eine Wahnvorstellung von Macht“. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, die Charta stelle „die Prinzipien der Vereinten Nationen in Frage“. Trump antwortete in Davos: Die UNO könne bleiben. Das Board of Peace werde „mit ihr zusammenarbeiten“. Oder sie ersetzen. „Might.“

Das ist kein Strategiewechsel. Das ist kein Ausrutscher. Das ist kein 4D-Schach. Das ist ein Mann, der am Büffet steht, furzen muss – und furzt. Weil er kann. Weil es ihm egal ist, was die anderen denken. Weil er sein Leben lang gelernt hat: Regeln gelten nicht für mich. Und weil niemand ihn jemals dafür zur Rechenschaft gezogen hat.

Venezuela war der Testballon. Das Tabu ist gebrochen. Die Welt hat zugeschaut. Und nichts getan.

Jetzt kommt der Rest.

Akt 2: Vier Fronten, ein Würgegriff

Was nach Chaos aussieht, folgt einer Logik. Einer brutalen, eiskalten, realpolitischen Logik. Trump führt keinen Krieg gegen Venezuela, Grönland oder russische Tanker. Trump führt Krieg gegen die De-Dollarisierung. Und er weiß: Er hat nicht mehr viel Zeit.

2016 veröffentlichte die RAND Corporation die Studie „War with China: Thinking Through the Unthinkable“. Die zentrale Warnung: Die USA haben 8 bis 10 Jahre, um Chinas Aufstieg einzudämmen. Danach wird China militärisch, wirtschaftlich und technologisch so dominant sein, dass Eindämmung unmöglich wird. 2016 plus 10 Jahre? 2026. Jetzt. Dieses Jahr.

Die Brookings Institution formulierte es 2015 noch deutlicher: China positioniere sich strategisch so, dass Washington von „einigen chinesischen Beobachtern als containment-orientierte Strategie wahrgenommen wird“. Übersetzung: Entweder die USA handeln jetzt, oder sie verlieren ihre Hegemonialstellung – für immer.

Trump weiß das. Seine National Security Strategy (November 2025) und die National Defense Strategy (Januar 2026) sind keine diplomatischen Absichtserklärungen. Sie sind Schlachtpläne. Und der Schlachtplan hat vier Fronten.

Front 1: Venezuela – Abgeschlossen

Venezuela war nie das Ziel. Venezuela war die Versicherungspolice.

Die USA haben am 3. Januar nicht nur Maduro entführt. Sie haben sich 303 Milliarden Barrel nachgewiesene Ölreserven unter den Nagel gerissen – die größten der Welt. Größer als Saudi-Arabien. Größer als Kanada. Und sie liegen 2.200 Kilometer vor der US-Küste, nicht 11.000 Kilometer entfernt wie die Golfstaaten.

Trump verkündete am 8. Januar, die USA würden eigene Sanktionen gegen Venezuela aufheben, um den Ölverkauf auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Energieminister Chris Wright präzisierte: „Die USA übernehmen den Verkauf venezolanischen Öls auf unbestimmte Zeit.“ Übersetzung: Wir haben euch das Öl geklaut, und jetzt verkaufen wir es selbst.

Aber Venezuela war nicht nur Öl. Venezuela war auch eine Enteignung Chinas. Peking hatte über 70 Milliarden Dollar in venezuelanische Infrastruktur, Ölfelder und Kredite investiert. Mit Maduros Sturz? Alles weg. China protestierte scharf – aber tat nichts. Keine Sanktionen. Keine Flotte. Keine militärische Antwort.

Das war der eigentliche Test. Und China hat ihn nicht bestanden.

Drittens: Venezuela liegt 30 Flugminuten von Florida entfernt. Mit Maduro an der Macht und chinesischen Milliarden im Land hätte Venezuela binnen zwei Jahren eine militärische Bedrohung werden können – Raketen, Basen, Überwachung. Trump hat das Risiko eliminiert, bevor es entstand.

Und viertens, der entscheidende Punkt: Hormuz-Versicherung. Wenn – nicht falls, sondern wenn – die USA den Iran angreifen, wird Teheran die Straße von Hormuz schließen. Garantiert. 21% des weltweiten Öls fließen durch diese 54 Kilometer breite Meerenge. Die USA können eine Blockade nicht verhindern – zu viele Schnellboote, zu viele Raketen, zu wenig Raum. Der Ölpreis würde explodieren. Europa würde kollabieren. Die Weltwirtschaft in Panik verfallen.

Außer: Die USA haben ihr eigenes Öl. Venezolanisches Öl. Billiges, nahes, kontrollierbares Öl.

Venezuela war nicht der Hauptkrieg. Venezuela war die logistische Vorbereitung für den Hauptkrieg.

Front 2: Iran – In Vorbereitung, Q1/Q2 2026

Seit Dezember 2025 brennt der Iran. Proteste in Teheran, Isfahan, Mashhad. Die Regierung spricht von „ausländischer Einmischung“. Sie hat recht. Der CIA hat seine Hausaufgaben gemacht.

Trump sagte am 5. Januar: „Wenn sie Leute töten, werden sie von den USA sehr hart getroffen.“ Das war keine Warnung. Das war eine Ankündigung.

Der Iran muss fallen, bevor die USA China angreifen. Nicht weil der Iran gefährlich ist – sondern weil der Iran Israels Existenzbedrohung darstellt. Solange Teheran steht, kann Israel von Hisbollah-Raketen aus dem Libanon, von Hamas-Tunneln aus Gaza, von iranischen Drohnen aus Syrien angegriffen werden. Wenn die USA im Pazifik beschäftigt sind – Flugzeugträger vor Taiwan, Marines auf den Philippinen, Cyberangriffe auf Shanghai – kann Iran Israel angreifen. Und die USA müssten Truppen aus dem Pazifik abziehen, um Tel Aviv zu retten.

Das ist ein strategisches Dilemma. Also eliminiert es Trump.

Die NSS formuliert es kryptisch: „We will stand ready to take focused, decisive action that concretely advances U.S. interests.“ Übersetzung: Wir schlagen zu, wann wir wollen, wo wir wollen, ohne euch zu fragen.

Der Zeitplan? Wochen, nicht Monate. Seit 25. Januar 2026 steht die USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group vor dem Iran – ein kompletter Flugzeugträger-Kampfverband mit drei Arleigh-Burke-Zerstörern, F-35C-Stealth-Jets, F/A-18E/F Super Hornets und EA-18G Growler-Elektronikkampfflugzeugen. F-15E-Kampfjets wurden nach Jordanien verlegt. RC-135-Aufklärungsflugzeuge sammeln Echtzeitdaten über iranische Kommunikation. The War Zone beschreibt es als „U.S. forces massing in Middle East“ – Anhäufung, Sammlung. The Guardian meldet „multi-day aerial military drills“ – mehrtägige Luftwaffenübungen.

Das ist keine Abschreckung. Das ist Präpositionierung.

Ein Flugzeugträger-Kampfverband wird nicht monatelang „in Stellung gehalten“. Er ist zu teuer, zu verwundbar, zu logistisch aufwendig. Flugzeugträger sind Angriffswaffen – wenn sie vor Ort sind, werden sie benutzt. Die militärische Aufstellung entspricht exakt der vor der Irak-Invasion 2003, der Libyen-Bombardierung 2011 und den Syrien-Luftschlägen 2017.

Vermutlich Februar bis März 2026 werden US-Bomber und Tomahawk-Marschflugkörper iranische Atomanlagen, Raketenfabriken und Revolutionsgarden-Stützpunkte pulverisieren. Teheran wird die Straße von Hormuz schließen. Die Ölpreise werden durch die Decke gehen.

Aber die USA? Sie schwimmen in venezolanischem Öl.

Europa, China, Indien? Nicht.

Front 3: Panama – In Vorbereitung, Q3/Q4 2026

Trump hat am 7. Januar gesagt: „Wir haben Panama den Kanal geschenkt. Das war ein Fehler. Wir werden ihn zurücknehmen.“

Das ist keine Rhetorik. Das ist Ankündigung.

Der Panama-Kanal ist der zweitwichtigste maritime Chokepoint – das zweitwichtigste Nadelöhr – der Welt nach Malakka. 14.000 Schiffe pro Jahr. 6% des weltweiten Seehandels. Und: China ist der zweitgrößte Nutzer nach den USA. Chinesische Firmen betreiben Häfen an beiden Enden des Kanals – Balboa im Pazifik, Cristóbal im Atlantik.

Wenn die USA den Kanal kontrollieren, kontrollieren sie Chinas Handelsroute zwischen Pazifik und Atlantik. Sie können chinesische Schiffe stoppen, durchsuchen, verzögern – oder einfach nicht durchlassen. Ohne Schuss. Ohne Krieg. Einfach: „Tut uns leid, Kanal ist für eure Flagge geschlossen.“

Die US-Flotte steht bereits vor Ort. Sie haben Venezuela gerade überfallen – Panama liegt 1.500 Kilometer weiter westlich. Ein halber Tag Fahrt. Die Truppen sind da. Die Schiffe sind da. Die Logistik läuft.

Trump wird vermutlich die gleiche Methode anwenden wie in Venezuela: Ein „Zwischenfall“. Vielleicht ein angeblicher Terroranschlag. Vielleicht „chinesische Spionage“ im Kanal. Vielleicht einfach: „Wir brauchen ihn für nationale Sicherheit.“

Panama hat 60.000 Soldaten. Keine Luftwaffe. Keine Marine. Die USA haben 1,3 Millionen aktive Soldaten, 11 Flugzeugträger und die beste Luftwaffe der Welt.

Das wird kein Krieg. Das wird ein Spaziergang.

Timing: Vermutlich nach Iran, aber vielleicht auch davor. Trump ist flexibel. Wenn die CIA-Aufstände im Iran noch drei Monate brauchen, nimmt er sich Panama zuerst. Die Flotte ist ohnehin in der Karibik. Warum warten?

Mit Venezuela-Öl und Panama-Kanal hat Trump zwei der drei globalen Energie-Chokepoints unter Kontrolle. Fehlt nur noch einer.

Front 4: Malakka – Ausbau läuft, Kontrolle bis 2027

Die Straße von Malakka ist Chinas Halsschlagader. 73% aller chinesischen Seefracht fließt durch diese 800 Kilometer lange, an der engsten Stelle nur 2,8 Kilometer breite Meerenge zwischen Malaysia und Indonesien. Öl aus dem Nahen Osten. Rohstoffe aus Afrika. Container aus Europa.

Wenn Malakka schließt, erdrosselt China binnen Wochen.

Die USA haben keine Militärbasen in Malaysia oder Indonesien. Sie brauchen sie auch nicht. Sie haben etwas Besseres: Ein perfekt abgestimmtes Macht- und Zugriffssystem.

Erstens: Singapur. Die Changi Naval Base ist der operative Schlüssel. Dort liegen US-Kriegsschiffe, U-Boote, Versorgungsschiffe. Singapur erlaubt der US-Navy „rotierenden Zugang“ – Übersetzung: Die Schiffe sind immer da, aber offiziell nicht stationiert. Ein bürokratisches Feigenblatt.

Zweitens: Diego Garcia. 3.500 Kilometer südlich, mitten im Indischen Ozean, liegt die US-Militärbasis Diego Garcia. Von dort starten B-52-Bomber, Tankflugzeuge, Drohnen. Reichweite: Malakka in 90 Minuten.

Drittens: Kooperationen. Malaysia und Indonesien haben keine formellen Militärbündnisse mit den USA. Aber sie haben Intelligence-Sharing-Abkommen, gemeinsame Marineübungen und Radarsysteme, die direkt mit US-Pazifikkommando verbunden sind.

Die USA können Malakka nicht dauerhaft blockieren – dafür ist die Meerenge zu groß, der internationale Widerstand zu stark. Aber sie können sie im Ernstfall für chinesische Schiffe schließen. Selektiv. „Verdacht auf Waffenschmuggel.“ „Terrorwarnung.“ „Inspektionsmaßnahme wegen Sanktionsverstößen.“

Malakka plus Panama = China sitzt in der Falle.

Ihre Schiffe kommen weder durch den Pazifik-Atlantik-Korridor (Panama zu) noch durch den Indischen Ozean (Malakka zu). Bleibt nur die Nordroute über Russland – die Arktis, durch die Beringstraße. Das dauert 50 % länger und ist im Winter unpassierbar.

Die «National Defense Strategy» NDS (Januar 2026) macht die Priorität glasklar: „China pacing challenge“. Alles – Truppenbewegungen, Waffensysteme, Budgets – richtet sich nach China. Die zweite „Line of Effort“ lautet: „Integrated Deterrence in the Indo-Pacific“. Übersetzung: China abschrecken, China einkreisen, China erdrosseln.

Europa? Russland? In der «National Defense Strategy» NDS kommt „Demokratie“ null Mal vor. Russland wird als „persistent but manageable threat“ beschrieben. Manageable. Beherrschbar. Europa soll sich um Russland selbst kümmern – die USA haben Wichtigeres zu tun.

Die «National Security Strategy» NSS formuliert es noch deutlicher: „Wir werden die Sicherheitslücken verbündeter Staaten aufgrund unverantwortlicher Entscheidungen ihrer Führungskräfte nicht ausgleichen.“ Das ist keine Partnerschaft. Das ist eine Kündigung.

Europa ist auf sich allein gestellt. Chinas Handelsrouten sind umzingelt. Venezuelas Öl fließt nach Norden. Und Trump sitzt auf drei von vier globalen Chokepoints.

Fehlt nur noch der letzte Schritt.

Akt 3: Der Dollar-Krieg

Warum tut Trump das alles? Warum riskiert er die NATO, die Weltordnung, das Völkerrecht? Warum jetzt?

Weil der Dollar stirbt. Und mit ihm die amerikanische Macht.

Die USA sind nicht die größte Volkswirtschaft der Welt, weil sie die besten Produkte herstellen. Sie sind es, weil die Welt in Dollar zahlt. Öl? Dollar. Rohstoffe? Dollar. Internationale Kredite? Dollar. Der globale Handel läuft über ein System namens SWIFT – kontrolliert vom Westen, denominiert (ernennen beziehungsweise benennen, anführen, wiki) in Dollar. Wer den Dollar kontrolliert, kontrolliert den Welthandel.

Das ist keine Übertreibung. Das ist die Grundlage amerikanischer Macht seit 1944, seit Bretton Woods. Die USA können Geld drucken, Schulden machen, Kriege führen – und die Welt zahlt die Rechnung. Weil jeder Dollar braucht. Weil jeder in Dollar spart. Weil der Dollar die Reservewährung ist.

Bis jetzt.

BRICS: Die existenzielle Bedrohung

Die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika plus mittlerweile Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – repräsentieren 45% der Weltbevölkerung. Ihr Bruttoinlandsprodukt, gemessen in Kaufkraftparität, liegt mittlerweile höher als das der G7. Sie sind keine „aufstrebenden Märkte“ mehr. Sie sind die Mehrheit.

Und sie wollen raus aus dem Dollar.

Seit 2023 arbeiten die BRICS an einer eigenen Währung: der Unit. Eine goldgedeckte, blockchain-basierte Verrechnungseinheit für den Handel zwischen BRICS-Staaten. Kein Dollar nötig. Kein SWIFT nötig. Keine US-Kontrolle.

Der chinesische Präsident Xi Jinping sagte beim BRICS-Gipfel 2024 in Kasan: „Wir müssen die Dominanz des Dollars brechen, um echte wirtschaftliche Souveränität zu erreichen. „Das ist keine antiwestliche Propaganda. Das ist eine Feststellung: Solange der Dollar herrscht, können die USA jedes Land mit Sanktionen erdrosseln. Kuba. Venezuela. Iran. Nordkorea. Russland. Einfach: Ihr seid vom Dollar abgeschnitten. Eure Banken können nicht mit westlichen Banken handeln. Eure Unternehmen können nichts kaufen, nichts verkaufen. Ihr seid tot.

Es sei denn, ihr habt eine Alternative.

Die Unit soll 2026 bis 2027 kommen. Erste Pilotprojekte laufen bereits. Russland und China handeln Öl und Gas bereits in Yuan. Indien kauft russisches Öl in Rupien. Saudi-Arabien – seit 50 Jahren der treueste Dollar-Verbündete – erklärte 2023 erstmals öffentlich, offen für Handel in anderen Währungen zu sein. Der saudische Finanzminister Mohammed al-Jadaan sagte im Januar 2023: ‚Wir sind offen dafür, Handel auch in anderen Währungen als dem US-Dollar abzuwickeln.‘ Ein Currency-Swap-Abkommen mit China wurde im November 2023 unterzeichnet. Konkrete Yuan-Ölverkäufe sind noch nicht bestätigt – aber das Signal ist gesetzt. Die Saudis wissen: China ist mittlerweile ihr größter Abnehmer. Peking zahlt in Yuan. Und Riad überlegt, ob Washington noch der wichtigste Partner ist. 

Wenn Saudi-Arabien den Petrodollar aufgibt – wenn das größte Ölexportland der Welt nicht mehr in Dollar abrechnet – dann ist der Dollar nicht mehr die Leitwährung. Dann ist er eine Währung unter vielen.

Und dann ist die amerikanische Ära vorbei.

Das Kreditkartenhaus bricht zusammen

Die USA haben 36 Billionen Dollar Staatsschulden. 36.000.000.000.000 Dollar. Das sind 120% des Bruttoinlandsprodukts. Jedes Jahr kommen 2 Billionen neue Schulden dazu. Die Zinsen allein kosten mittlerweile 1 Billion Dollar pro Jahr – mehr als das Pentagon-Budget.

Wie finanzieren die USA das? Indem die Welt US-Staatsanleihen kauft. China kauft sie. Japan kauft sie. Die Golfstaaten kaufen sie. Warum? Weil US-Staatsanleihen sicher sind. Weil sie in Dollar denominiert (ernennen beziehungsweise benennen, anführen, wiki) sind. Weil der Dollar die Reservewährung ist.
Aber: Wenn die Welt den Dollar nicht mehr braucht, kauft niemand mehr US-Staatsanleihen. Dann müssen die USA ihre Schulden selbst finanzieren – mit echtem Geld, echten Ressourcen, echter Arbeit.

Das können sie nicht. Die US-Wirtschaft ist auf Pump gebaut. Seit 1971, seit Nixon den Goldstandard aufgab, leben die USA auf Kredit. Sie importieren billige Produkte aus China, drucken Dollar, und China investiert die Dollar zurück in US-Anleihen. Ein perfekter Kreislauf.

Es sei denn, China steigt aus.

Peking hat seit 2022 massiv US-Anleihen verkauft. Von 1,3 Billionen Dollar Bestand auf 800 Milliarden. Japan ebenfalls. Saudi-Arabien ebenfalls. Sie diversifizieren – Gold, Yuan, Euro, Unit.

Wenn die BRICS-Unit kommt, bricht der Kreislauf. Dann braucht China keine Dollar mehr. Dann kauft Saudi-Arabien keine US-Anleihen mehr. Dann können die USA ihre Schulden nicht mehr finanzieren.

Dann sind sie bankrott.

Die RAND-Studie von 2016 warnte genau davor: Die USA haben 8 bis 10 Jahre, um ihre Hegemonie zu sichern. Danach ist China wirtschaftlich so stark, dass Eindämmung unmöglich wird. 2016 plus 10 Jahre? 2026.

Dieses Jahr.

Trump weiß das. Seine Berater wissen das. Die Think Tanks wissen das. Die Heritage Foundation veröffentlichte 2023 den Bericht „Winning the New Cold War: A Plan for Countering China“. Die Empfehlung: Wirtschaftlich, technologisch und militärisch gegen Chinas Aufstieg vorgehen. Jetzt. Bevor es zu spät ist.

In fünf Jahren ist es zu spät. Die Unit läuft. Der Dollar ist irrelevant. Die USA werden wie Großbritannien nach 1945: Nominal eine Großmacht, faktisch ein Mitspieler. Eine Insel mit Atomwaffen, die der Welt erklärt, wie großartig sie mal war.

Trump will nicht in die Geschichte eingehen als der Präsident, der Amerika zur Zweitklassmacht gemacht hat. Also schlägt er zu. Jetzt. Überall. Gleichzeitig.

Venezuela = Öl-Kontrolle. Iran = Israel-Sicherheit, Hormuz-Kontrolle. Panama = Handelsrouten-Kontrolle. Malakka = China-Blockade.

Wenn diese vier Fronten gesichert sind, kontrollieren die USA die globalen Chokepoints. Sie können entscheiden, wer Öl bekommt, wer handeln darf, wer seine Waren verschiffen kann. Sie brauchen den Dollar nicht mehr als Waffe – sie haben die physische Kontrolle über die Infrastruktur.

Das ist kein Wirtschaftskrieg mehr. Das ist ein Ressourcenkrieg. Ein Geografie-Krieg. Ein Würgegriff um die Weltwirtschaft.

Und die Uhr tickt.

Akt 4: NSS/NDS als Blaupause

Das alles ist keine Improvisation. Das steht schwarz auf weiß in den offiziellen Strategiedokumenten der USA. Wer wissen will, was Trump plant, muss nicht raten. Er hat es aufgeschrieben.

Die National Security Strategy (NSS / November 2025) und die National Defense Strategy (NDS / Januar 2026) sind die Blaupausen für das, was wir gerade erleben. Keine diplomatischen Floskeln. Keine Lippenbekenntnisse zu „Demokratie“ und „Menschenrechten“. Sondern knallharte Machtpolitik, formuliert mit der Subtilität eines Vorschlaghammers. (Hervorhebung durch die Redaktion.)

NSS: „Primacy of Nations“ – Das Ende der regelbasierten Ordnung

Die NSS beginnt mit einer Kampfansage. Nicht an China. Nicht an Russland. Sondern an die internationale Ordnung selbst.

„The Trump Corollary to the Monroe Doctrine“ – so nennt die NSS Trumps außenpolitische Doktrin. Die Monroe-Doktrin von 1823 besagte: Die westliche Hemisphäre gehört den USA, europäische Mächte sollen sich raushalten. Die „Trump Corollary“ geht weiter: Die westliche Hemisphäre gehört den USA. Punkt. Keine Einmischung von außen. Keine chinesischen Investitionen. Keine russischen Militärberater. Und erst recht keine „demokratischen Wahlen“, wenn das Ergebnis Washington nicht passt.

Venezuela war die erste Anwendung. Kolumbien, Nicaragua und Kuba sind gewarnt. Marco Rubio sagte am 5. Januar: „Wenn ich in Kubas Regierung säße, würde ich mir jetzt ernsthaft Sorgen machen.“

Das ist keine Drohung. Das ist eine Terminankündigung.

Die NSS führt ein neues Konzept ein: „Primacy of Nations“. Übersetzung: Nationalstaaten sind wichtiger als internationale Institutionen. Die UNO? Nett, aber irrelevant. Die NATO? Nur nützlich, wenn sie tut, was Washington will. Das Völkerrecht? Ein Vorschlag, keine Verpflichtung.

Wörtlich heißt es: „We will stand ready to take focused, decisive action that concretely advances U.S. interests.“ Nicht: „im Einklang mit internationalem Recht“. Nicht: „in Absprache mit Verbündeten“. Sondern: Wenn es amerikanischen Interessen dient, schlagen wir zu.

Die NSS erwähnt „Demokratie“ genau zweimal – beide Male kritisch. Einmal, um zu erklären, dass „demokratische Ideale“ kein Exportprodukt mehr sind. Und einmal, um klarzustellen, dass die USA „demokratische Verbündete“ nicht mehr finanziell oder militärisch stützen, wenn diese „unverantwortliche Entscheidungen“ treffen.

Übersetzung: Wenn Deutschland nicht 5% seines BIP für Verteidigung ausgibt, ist Deutschland allein. Wenn Frankreich Trumps Board of Peace ablehnt, ist Frankreich allein. „We will not compensate for security gaps created by irresponsible decisions of allied leaders.“

Das ist keine Partnerschaft. Das ist ein Ultimatum.

NDS: China, China, China – und Europa ist egal

Die «National Defense Strategy» macht die Prioritäten glasklar. Vier „Lines of Effort“:

  1. Homeland Defense – Die USA vor Angriffen schützen 
  2. China Pacing Challenge – China militärisch abschrecken und eindämmen 
  3. Burden Sharing – NATO-Staaten sollen 5% ihres BIP für Verteidigung ausgeben 
  4. Defense Industrial Base – US-Rüstungsindustrie stärken 

Man beachte, was nicht in dieser Liste steht: Demokratie. Menschenrechte. Multilateralismus. Russland.

Russland wird in der NDS exakt einmal substantiell erwähnt: Als „persistent but manageable threat“. Als beharrlich, aber beherrschbar. Eine Bedrohung zweiter Klasse. Europa soll sich darum kümmern.

Die NDS formuliert es unmissverständlich: „Europe taking primary responsibility for its own conventional defense is the answer.“ Europa soll Russland allein abwehren. Die USA haben Wichtigeres zu tun: China.

Das Wort „Demokratie“ kommt in der 48-seitigen NDS null Mal vor. Nicht einmal als Floskel. Das ist kein Versehen. Das ist Absicht. Die USA führen keinen Wertekampf mehr. Sie führen einen Machtkampf.

Die zweite „Line of Effort“ – China – wird auf 15 Seiten ausgebreitet. „Integrated Deterrence in the Indo-Pacific.“ Was heißt das konkret?

  • First Island Chain ausbauen: Japan, Philippinen, Taiwan militärisch aufrüsten 
  • Malakka-Kontrolle durch Kooperationen mit Singapur, Malaysia, Indonesien 
  • Cyberangriffe auf chinesische Lieferketten und kritische Infrastruktur vorbereiten 
  • Wirtschaftskrieg: Technologie-Embargo, Sanktionen gegen chinesische Banken, Blockade chinesischer Schiffe 

Und dann, auf Seite 34, der entscheidende Satz: „We will not allow adversaries to exploit sea lines of communication.“ Übersetzung: Wenn wir entscheiden, dass Chinas Schiffe nicht mehr durch Malakka oder Panama fahren dürfen, dann fahren sie nicht.

Das ist keine Abschreckung. Das ist die Androhung einer Blockade.

Völkerrecht? „Persistent but manageable“

Die NSS und NDS erwähnen „internationales Recht“ zusammen genau drei Mal. Jedes Mal in demselben Kontext: „Wir respektieren internationales Recht – aber es definiert nicht unsere Handlungen.“

Trump sagte es am 9. Januar der New York Times noch deutlicher: „I don’t need international law.“ Dann korrigierte er sich grinsend: „I do“ – ließ aber offen, was das bedeutet.

Die NSS gibt die Antwort: Völkerrecht gilt, wenn es nützt. Es gilt nicht, wenn es stört. Venezuela? Gewaltverbot verletzt. Egal. Tanker im Nordatlantik? Seerecht verletzt. Egal. Grönland? Territorialität verletzt. Egal.

„My own morality, my own mind is the only thing that can stop me“, sagte Trump. Das ist keine Drohung. Das ist seine Verfassung. Er hat sein Leben lang erlebt, dass Regeln für andere gelten. Nicht für ihn. Sechs Bankrotte. Null Konsequenzen. Zwei Amtsenthebungsverfahren. Null Konsequenzen. Ein Strafprozess wegen Geheimnisdokumenten. Präsident geworden.

Warum sollte er glauben, dass Völkerrecht für ihn gilt?

Die NDS formuliert es bürokratischer, aber nicht weniger brutal: Völkerrecht ist ein „persistent but manageable threat“. Beharrlich – es existiert, es wird zitiert, es nervt. Aber es ist beherrschbar – es kann ignoriert werden, wenn nötig.

Genau wie Russland.

Europa: Zahlmeister ohne Mitsprache

Die NSS hat eine eigene Sektion über Europa. Überschrift: „Transatlantic Burden Sharing.“ Das Wort „Partnership“ kommt nicht vor.

Kern der Botschaft: Europa soll zahlen. 5% des BIP für Verteidigung. Sofort. Nicht 2%, wie bisher vereinbart. Nicht „langfristig anstreben“. Sondern: Jetzt.

Deutschland mit 5% BIP? Das wären 250 Milliarden Euro pro Jahr. Aktuell gibt Deutschland 90 Milliarden aus. Faktor 2,7 mehr. Wo soll das Geld herkommen? Uns egal. Eure Sicherheit, eure Kosten.

Die NSS weiter: „We will not compensate for security gaps of allied states due to irresponsible decisions.“ Wenn Europa Russland nicht allein abwehren kann, ist das Europas Problem.

Friedrich Merz hat verstanden. Er fordert 3,5% des BIP für Verteidigung – mehr als jeder Kanzler vor ihm. Aber selbst das reicht Trump nicht. Er will 5%. Und er bekommt es. Weil Europa keine Wahl hat.

Die Alternative? Trump zieht die US-Truppen ab. Die NATO löst sich auf. Und Europa steht Russland allein gegenüber – ohne Atomwaffen, ohne gemeinsame Armee, ohne Strategie.

Europa ist nicht Washingtons Partner. Europa ist Washingtons Vasall. Zahlt, gehorcht, haltet die Klappe.

Und das Board of Peace? Das ist Trumps Alternative zur UNO. Eine Organisation, die er persönlich führt. Auf Lebenszeit. Wo Mitglieder Milliarden zahlen, um dabeizusein. Wo 19 von 62 eingeladenen Staaten unterschrieben haben – und Deutschland, Frankreich, UK, Kanada fehlen.

Die Charta erwähnt Gaza kein einziges Mal. Stattdessen: Ein globales Konfliktlösungsorgan. Mit Trump als Chairman. Für immer.

Das ist keine Friedensinitiative. Das ist eine Machtkonsolidierung. Trump baut sich seine eigene internationale Ordnung – ohne Europa, ohne die UNO, ohne Völkerrecht.

Und die NSS/NDS sind die Gebrauchsanweisung.

Akt 5: 2027 – Das Raubtier springt

Das Zeitfenster schließt sich. Nicht in Jahren. In Monaten.

Die BRICS-Unit soll 2026 bis 2027 eingeführt werden. Erste Pilotprojekte laufen. Russland und China handeln bereits in Yuan. Indien kauft russisches Öl in Rupien. Saudi-Arabien überlegt öffentlich, ob es weiter in Dollar abrechnen will. Wenn die Unit kommt – eine goldgedeckte, blockchain-basierte Verrechnungseinheit für 45% der Weltbevölkerung – ist der Dollar nicht mehr die Reservewährung. Dann können die USA ihre 36 Billionen Dollar Staatsschulden nicht mehr finanzieren. Dann ist Amerika bankrott.

Trump weiß das. Seine Berater wissen das. Die RAND Corporation hat es 2016 vorgerechnet: 8 bis 10 Jahre, dann ist China uneinholbar. 2026 ist Jahr 10. Jetzt oder nie.

Deshalb Venezuela im Januar. Deshalb die Tanker-Überfälle. Deshalb die Grönland-Drohungen. Deshalb das Board of Peace. Das ist keine chaotische Außenpolitik. Das ist ein Countdown.

Iran fällt vermutlich im Frühjahr oder Sommer 2026. Die CIA-gestützten Aufstände laufen. Trump hat am 5. Januar angekündigt, dass Teheran „sehr hart getroffen“ wird, wenn es „Leute tötet“. Das war keine Warnung. Das war eine Terminankündigung.

Panama folgt im Herbst 2026. Die US-Flotte steht vor Ort. Trump hat bereits gesagt: „Wir haben ihnen den Kanal geschenkt. Das war ein Fehler. Wir nehmen ihn zurück.“ Kein Witz. Keine Metapher. Ein Plan.

Und dann, 2027, kommt China.

Nicht als heißer Krieg. Nicht als Invasion Taiwans. Sondern als permanente Blockade. Malakka geschlossen für chinesische Schiffe. Panama geschlossen für chinesische Schiffe. Venezuelanisches Öl nur noch für US-Verbündete. Iranisches Öl vom Markt verschwunden. Hormuz unter US-Kontrolle.

China sitzt in der Falle. Ihre Importe erdrosselt. Ihre Exporte blockiert. Ihre Wirtschaft kollabiert – nicht durch Bomben, sondern durch Logistik.

Und die USA? Schwimmen in venezolanischem Öl, kontrollieren die globalen Chokepoints, diktieren die Handelsbedingungen. Der Dollar wird vielleicht nicht mehr die einzige Reservewährung sein – aber die USA kontrollieren die physische Infrastruktur. Wer handeln will, braucht Washingtons Erlaubnis.

Das ist das Spiel. Das ist Trumps „Operation Pivot“. Von der Dollar-Hegemonie zur Infrastruktur-Hegemonie. Vom Finanzkrieg zum Ressourcenkrieg.

Das Raubtier in der Ecke

Trump ist 80 Jahre alt. Das ist seine letzte Amtszeit. Er weiß es. Seine Berater wissen es. JD Vance, sein Vizepräsident, wird aufgebaut als Nachfolger – als der Mann, der den 10-Jahres-Plan zu Ende führt.

Das ist kein 4-Jahres-Zyklus. Das ist eine Kontinuitätsstrategie. Trump bricht die Tabus. Vance macht weiter. 2029, 2033, 2037 – die USA werden nicht mehr zur „regelbasierten Ordnung“ zurückkehren. Die Ordnung ist vorbei.

Und Trump? Trump ist das Raubtier in der Ecke. Ausgehungert, bedroht, verzweifelt – aber noch immer das stärkste Tier im Raum. Er weiß: Entweder er springt jetzt, oder er verhungert. Amerika verhungert.

Also springt er.

Venezuela. Iran. Panama. China. Vier Fronten, ein Ziel: Die amerikanische Hegemonie retten, koste es, was es wolle. (Hervorhebung durch die Redaktion.)

Völkerrecht? Irrelevant. NATO? Verhandelbar. Europa? Zahlmeister. Die UNO? Ersetzbar.

Trump furzt am Büffet, weil er muss. Und weil niemand ihn stoppen kann.

Der Preis

Was kostet das die Welt?

Venezuela: 80 Tote, ein Land in Trümmern, 28 Millionen Menschen unter Besatzung.

Iran: Vermutlich Zehntausende Tote, wenn die US-Bomber kommen. Eine Region im Chaos. Hormuz geschlossen, Ölpreise explodieren.

Panama: Ein souveräner Staat annektiert. Lateinamerika schaut zu, kann nichts tun.

China: Eine Milliarde Menschen von globalen Lieferketten abgeschnitten. Wirtschaftskollaps. Hungersnöte. Vielleicht Krieg.

Europa: Allein gelassen mit Russland. Keine US-Truppen mehr. Keine Sicherheitsgarantien. 5% BIP für Verteidigung – oder Unterwerfung.

Und die USA? In fünf Jahren entweder wieder die unangefochtene Supermacht – oder das, was Großbritannien nach 1945 war: Eine Insel mit Atomwaffen, die der Welt erzählt, wie großartig sie mal war.

Trump hat gewählt. Er springt. 2027 wird das Jahr sein, in dem die Weltordnung zerbrach – oder in dem Amerika sie rettete.

Die Geschichte wird entscheiden, welche Version stimmt.


Zum Autor: Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.  

QUELLENVERZEICHNIS – OPERATION PIVOT

Primärdokumente USA

National Security Strategy (November 2025)

National Defense Strategy (Januar 2026)

Board of Peace – White House Statement (Januar 2026)

Think Tank Studien

RAND Corporation: „War with China: Thinking Through the Unthinkable“ (2016)

Brookings Institution: „The Strategic Chain: Linking Pakistan, India, China, and the United States“ (2015)

Heritage Foundation: „Winning the New Cold War: A Plan for Countering China“ (2023)

Venezuela – Operation Absolute Resolve (3. Januar 2026)

Hauptquellen zum US-Angriff und Maduro-Entführung

Deutsche Medienberichte

Trump-Statements

  • Truth Social Posts (dokumentiert in allen Medienberichten) 
  • Mar-a-Lago Pressekonferenz (3. Januar 2026) 
  • „Wir werden Venezuela regieren“ – dokumentiert in ABC, CNN, CBS, ZDF 

Tanker-Beschlagnahmungen

Marinera (Nordatlantik, 7. Januar 2026)

Sophia (Karibik, 7. Januar 2026)

Schattenflotte – Gesamtanalyse

Grönland

Trump Invasionspläne und Joint Chiefs Auftrag

Trump-Zitat „I don’t need international law“

Völkerrechtliche Einordnung

US-Kongress Widerstand

Europa-Reaktionen

Trump zu Gaza – „Buying and Owning“ (Februar/März 2025)

Trump-Statements „US will own Gaza“

„Riviera of the Middle East“ / Displacement Plans

AP News Coverage

Board of Peace

White House Official Statement

Davos Signing Ceremony & Mitglieder

Charter Analysis & Europa-Widerstand

Kritische Analysen

Wikipedia & Hintergrund

Weitere Details

Saudi-Arabien und Öl-Yuan

Saudi-Finanzminister Statement (2023)

Reuters – Yuan-Swap mit China

Straße von Malakka – US-Kontrolle

Singapur Changi Naval Base

Diego Garcia

Völkerrecht Venezuela

Krajewski-Analyse (Universität Augsburg)

BRICS und De-Dollarisierung

BRICS Unit – Aktueller Stand

CFR Report: „Implementing Grand Strategy Toward China“ (Blackwill & Tellis, 2020)

Trump Zitate & Statements

„My own morality is the only thing that can stop me“ / „I don’t need international law“

„It may be a choice“ (NATO vs Grönland)

Marco Rubio zu Kuba-Warnung

  • Dokumentiert in: Washington Post, CNN, Fox News Berichte zu Venezuela-Operation 

Pete Hegseth „Kriegsminister“ / „Nur legitimer Energiehandel“

Erweiterung zu Akt 2, Front 2 – Angriffsvorbereitung auf den Iran

  • Iran-Truppenbewegungen (Januar 2026)

Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Nahen Osten

„Massing“ / Truppenverstärkung

Luftwaffenübungen und F-15E-Verlegung



Info: https://globalbridge.ch/operation-pivot-wie-trump-die-weltordnung-zertruemmert-um-amerika-zu-retten


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

31.01.2026

Aufgelesen: Glücklicher Vasall oder elender Sklave?

lostineu.eu, 30. Januar 2026

Davos, Grönland und wieder zurück: In ihrem lesenswerten Beitrag auf “Substack” blickt P. Erler auf die vergangenen zwei verrückten Wochen zurück. Der Titel zitiert übrigens den belgischen Premier De Wever, der die Krise der EU ungewohnt direkt angesprochen hat.

Hier die Passage zu De Wever:

Der belgische Ministerpräsident De Wever brachte in Davos das Ganze wie folgt auf den Punkt: Jetzt ginge es um die Selbstachtung. Es sei das eine, ein glücklicher Vasall zu sein, ein elender Sklave jedoch etwas ganz anderes.

So entblößen sich überzeugte „Atlantiker“ selbst, immer bereit, den USA zu dienen, weil sie sie brauchen, ihr deshalb so weit wie möglich entgegenkommen, sie besänftigen, zuletzt bei der EU-US-Handelseinigung. Sie machen Appeasement, was doch angeblich so verpönt ist.

Einen Tag später traf De Wever für 15 Minuten und gemeinsam mit dem belgischen König den amerikanischen Präsidenten. Ob er dem wohl ins Gesicht sagte, was er auf dem Podium angekündigt hatte? Nichts, was in dieser knappen Begegnung besprochen wurde, drang nach außen.

Der ganze Beitrag steht hier

2 Comments

  1. Helmut Höft
    31. Januar 2026 @ 09:31

    “Es gibt aktuell keinen politischen Anführer, der besser versteht, wie das mediale Zeitalter funktioniert, als [der aktuelle POTUS]” “Flodd the scene with shit!”

    Und €uropa freut sich: “Ach ist das schön warm und weich!” In der Hölle stehen alle bis zum Hals in der Sch… “Ach guck’ ist eigentlich doch ganz nett hier, die machen sogar Zigarettenpause!” Kommt der Teufel vorbei: “Zigarettenpause zu Ende! Hinsetzen!” m(

    Ein paar Tage sind vorbei … Hm? … Wer ist eigentlich dieser ulkige Newsom, wer dieser komische Carney? * kopfkratz * Nie gehört!

Antworten

  • Michael
    30. Januar 2026 @ 19:07

    Ja, die werteste Erlerin ist immer sehr lesenswert!


  • Info: https://lostineu.eu/aufgelesen-gluecklicher-vasall-oder-elender-sklave/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Grönland: Warum Trump wirklich eingelenkt hat 


    lostineu.eu, vom 30. Januar 2026

    Was hat US-Präsident Trump zum (vorläufigen) Einlenken im Grönland-Konflikt bewegt? Eine Woche nach dem Davos-Drama kommen neue Fakten ans Licht. Sie lassen die EU nicht gut aussehen.

    Aus EU-Sicht ist der Fall klar: Die “europäische Geschlossenheit” habe verhindert, daß Trump sich Grönland wie geplant einverleibt hat. So hat es auch Kanzler Merz in einer Regierungserklärung dargestellt.

    Doch beim letzten Treffen der EU-Außenminister in Brüssel waren andere Töne zu hören. Trumps Kehrtwende sei nicht nur auf die Gegenwehr der EU zurückzuführen, sagte ein Diplomat.

    Der Einsatz von Nato-Generalsekretär Rutte habe ebenso eine Rolle gespielt wie die Nervosität der Märkte. Die Anleger haben begonnen, US-Staatsanleihen abzustoßen, der Dollar hat deutlich nachgegeben.

    Finnland ist ausgeschert

    Diese beiden Aspekte haben jedoch nichts mit der EU zu tun. Bei ihrem Sondergipfel zur Grönland-Krise letzte Woche wußten die EU-Chefs nicht einmal, was Rutte eigentlich versprochen hat!

    Vor allem aber gab es keine “europäische Geschlossenheit”. So ist Finnland ausgeschert. Helsinki habe vor einer “Scheidung” mit den USA gewarnt und die EU gebremst, schreibt “Politico”.

    Die meisten anderen EU-Staaten hatten ebenfalls Schiss. Nur acht Staaten haben Soldaten nach Grönland geschickt. Nur ein Staat – Frankreich – hat laut gefordert, Trump die “Folterwerkzeuge” der EU zu zeigen.

    Deutscher Rückzieher

    Derweil hat Deutschland sofort einen Rückzieher gemacht und versichert, die Bundeswehr-Soldaten in Grönland sollten nicht vor den USA schützen, sondern vor Russland oder China!

    Wenn überhaupt, dann war es ein “Spiel mit verteilten Rollen”, wie D. Schwarzer von der Bertelsmann-Stiftung analysiert. Doch eine Hauptrolle hat die EU nicht gespielt – und geschlossen war sie auch nicht.

    Leider – denn Trump plant schon die nächsten Coups. Die EU ist auch darauf nicht vorbereitet – denn sie hat die Chance verstreichen lassen, ihre durchaus vorhandenen Abwehr-Waffen zu entsichern.

    Siehe auch Frederiksen bei Maischberger: Die Grönland-Krise ist nicht vorbei

    7 Comments

    1. Helmut Höft
      31. Januar 2026 @ 09:57

      Nachtrag: “… in Ruhe auf den nächsten POTUS vorbereiten (… der es dann auch nicht mehr so leicht hat(!!) …” Noch ein Gedanke dazu: So klein der Beitrag der Rest-NATO auch ist, auch dieser wäre dann von den USA mit zu schultern – und zusätzlich weitere Ausgaben um sich gegen die bösen Ex-Vasallen verteidigen. Nach 1 bn$ “Verteidigung” kommt dan 1,5 bn$? Vllt. rüsten sich die USA selber zu Tode? * oh_fein_oh_wie_fein *

      Jaja, ist ja schon gut, man wird doch noch träumen dürfen.

    Antworten

  • Helmut Höft
    31. Januar 2026 @ 09:21

    “… kommen neue Fakten ans Licht. Sie lassen die EU nicht gut aussehen.” Ach Gottchen, Ist ja klar, braucht man ab hier nicht mehr weiterlesen? 😉

    “Die Anleger haben begonnen, US-Staatsanleihen abzustoßen, der Dollar hat deutlich nachgegeben.” Mein reden seit ’33: Lasst den jetzigen POTUS ruhig machen, die Agenda, die dort vorliegt ist so ideologisch, inkonsistent und absolut aus der Zeit gefallen, das kann nur schief gehen … man muss nur warten können.

    “… Helsinki habe vor einer “Scheidung” mit den USA gewarnt” Falsch! Scheidung sofort vollziehen, ohne “Trennungsjahr”! Schmeißt das Pack endlich raus!! (* ruhig_Brauner_ruhig * 😉 )

    Was die USA betrifft bleibe ich dabei: Ruhe bewahren und machen lassen! Den Prozess am ehesten noch durch eine schnelle Scheidung beschleunigen und sich in Ruhe auf den nächsten POTUS vorbereiten (… der es dann auch nicht mehr so leicht hat(!!), die amerikanischen Hegeomieträume aka “America first!” weiterzuträumen).

    Antworten

  • Guido B.
    30. Januar 2026 @ 14:51

    Das Einzige, was die Europäer in Panik versetzt, ist die Tatsache, dass sich der POTUS die Gutmenschen-Maske vom Gesicht gerissen hat und die Welt mit seinem diabolischen Grinsen albtraumisiert. Er trägt die hässliche Fratze des gierigen Kapitalisten mit stolzer Brust zur Schau und prahlt auch noch damit.
    So viel schockierende Ehrlichkeit ist dem woken “Wertewesten”, der sich auf der ganzen Welt als Retter der Menschenrechte und Befreier der Entrechteten aufspielt, dann doch zu viel.
    Kurz: Trump mutet den scheinheiligen Eliten einiges an Selbstbilddemontage zu.
    Was aber bleibt vom Westen übrig, wenn die “Gutmenschen” entlarvt sind, die Maskerade im Arsch ist und jeder die moralische Verkommenheit in seiner ganzen Hässlichkeit besichtigen kann?
    Nichts ausser die Drohgebärde. Sanktionsterror und militärischer Gigantismus. Europa ist kulturell entkernt und setzt wie der Bully im Weissen Haus alles auf die Karte Gewalt. Hier offenbart sich ein Kapitalismus, dem nichts mehr heilig ist. Diese Eliten sind bereit für die Barbarei. Wehe, es stellt sich ihnen ein Anständiger in den Weg!

    Antworten

    • KK
      31. Januar 2026 @ 03:15

      “Das Einzige, was die Europäer in Panik versetzt, ist die Tatsache, dass sich der POTUS die Gutmenschen-Maske vom Gesicht gerissen hat…”

      Hatte er denn jemals eine solche auf?

      Antworten

      • Guido B.
        31. Januar 2026 @ 06:20

        Trump nicht, aber seine Vorgänger.

  • KK
    30. Januar 2026 @ 14:27

    “Man könnte meinen, hier dreht jemand durch…”

    Hier dreht tatsächlich einer durch – aber die EUropäer sind derart abhängig von den USA (nicht nur auf dem so hoch gehängten militärischen Gebiet, sondern fast noch mehr IT-technologisch, hinsichtlich Zahlungsabwicklung – zB keine EUropäische Kreditkarte, kein GesamtEUropäisch funktionierendes System wie PayPal -, in vielen Schlüsseltechnologien EUropas haben US-Investoren massgeblich ihre Finger drin, und nicht zuletzt hat man sich noch in eine Energieabhängigkeit begeben, die eben – weil nur eine Abhängigkeit von vielen – nicht nur noch toxischer ist als die zu Russland, sondern zudem auch noch sehr viel mehr Geld – und Umweltbelastung – kostet), dass sie diesen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind wie ein von eben diesen USA eingeknasteter rechtloser Häftling im Folterlager Guantanamo.

    Antworten

  • Erneuerung
    30. Januar 2026 @ 13:57

    Würden wir die Banderas endlich zum Teufel jagen und die Staatsräson, die den monströsen Zionisten ihre göttliche Sicht zur mörderischen Expansion sichert, abschaffen, dann könnte daran gearbeitet werden, was Europa einmal darstellen wollte: Eine Gemeinschaft mit ähnlichen humanitären und wirtschaftlichen Interessen. Aber das ist genauso utopisch wie die Erfüllung der Trumpschen Hirngespinste ohne massive Zerstörungen weltweit, vielleicht mit Ausnahme Zentralasiens, das ist einfach zu groß. Nun wurde gerade eine 6. Kerze angezündet, nach der Ukraine, Gaza, Iran, Venezuela, Grönland nun Kuba, und fast alle gleichzeitig. Man könnte meinen, hier dreht jemand durch und die Beobachter laufen konfus und ohne Ziel im Kreis herum, bis sie selbst abgeschossen werden, falls die anderen Brocken unverdaulich sind.


  • Info: https://lostineu.eu/groenland-warum-trump-wirklich-eingelenkt-ist/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    31.01.2026

    Nachrichten von Pressenza: Der Griff nach Venezuelas Öl

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 31. Januar 2026, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 31.01.2026


    Der Griff nach Venezuelas Öl


    Die USA greifen nach Venezuelas Öl und suchen damit Energie als Waffe einzusetzen – insbesondere gegen China. Deutsche Außenpolitikexperten warnen vor US-Energiedominanz und dringen auf die Suche nach Alternativen. (Eigener Bericht) – Deutsche Außenpolitikexperten warnen mit Blick auf den US-Überfall&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/der-griff-nach-venezuelas-oel/


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    Der Friedensmarsch nach Jerusalem, der am Samstag, den 31. Januar beginnt, wurde in Triest vorgestellt.


    Am 29. Januar wurde der europäische Friedensmarsch &#8222;Friedensmarsch nach Jerusalem&#8220; der Presse im Haus der Friedens- und Rechtevereinigungen in Triest &#8222;Danilo Dolci&#8220; präsentiert. Verbinden Sie sich mit dem Peacewalk von Europa nach Jerusalem (2026–2027) und helfen Sie uns, es möglich&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/der-friedensmarsch-nach-jerusalem-der-am-samstag-den-31-januar-beginnt-wurde-in-triest-vorgestellt/


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    Von Prävention bis Diplomatie: Friedliche Strategien in der Sicherheits- und Außenpolitik


    Militärische Aufrüstung wird oft als Garant von Sicherheit verkauft – doch wahre Sicherheit entsteht aus Frieden, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit. Dieser Artikel zeigt, wie Prävention, Abrüstung und Diplomatie eine zukunftsfähige Sicherheits- und Außenpolitik gestalten können. Statt Bedrohungen zu bekämpfen, bevor sie&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/von-praevention-bis-diplomatie-friedliche-strategien-in-der-sicherheits-und-aussenpolitik/


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    Bürgerbewegung FAIRNESS JETZT setzt eindrucksvolles Zeichen vor dem Kanzleramt &#8211; „Ist KI sicher für uns?“


    Mit einer weithin sichtbaren, vier Meter hohen Installation und einer klaren Botschaft an die Bundesregierung hat die neue Bewegung FAIRNESS JETZT am Mittwoch, 28. Januar 2026 ihren offiziellen Auftakt in Berlin gemacht. Rund zwei Stunden lang demonstrierten Unterstützer:innen auf dem&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/buergerbewegung-fairness-jetzt-setzt-eindrucksvolles-zeichen-vor-dem-kanzleramt-ist-ki-sicher-fuer-uns/


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    Stofffülle: Weniger ist mehr Was für eine Schule wollen wir?


    Das Schulwesen ist gegenwärtig nicht allein infolge seiner Unterfinanzierung in einem schlechten Zustand. Als problematisch erweisen sich nicht nur grosse Klasse und der Lehrermangel, sondern auch die für den Unterricht massgeblichen schulischen Strukturen. Schüler klagen darüber, dass sie „mit Unterrichtsstoff&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/stofffuelle-weniger-ist-mehr-was-fuer-eine-schule-wollen-wir/


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Schulzeugnis und Versagen in der Schule

    seniora.org, 25.05.20217 Von Friedrich Liebling *, Zürich - aus Monatszeitschrift “Psychologische Menschenkenntnis” 1/1964-65, S. 65 - 71

    30. Januar 2026

    Das Versagen des Kindes in der Schule ist in erster Linie ein erzieherisches Problem: davon sollten alle Eltern ausgehen, die einen «Schulversager» in ihrer Familie haben; sie werden hierdurch lernen, anstelle des «Notenkampfes» und der diesbezüglichen trostlosen Auseinandersetzungen eine für ihr Kind wahrhaft nützliche und fördernde Haltung zu setzen.

    Daher mag man verstehen, daß die Zeugniszeit für viele Kinder dramatische und schicksalshafte Komplikation beinhaltet; es gibt Fälle, bei denen unglückliche Zeugnis-Empfänger das Übermaß an seelischer Spannung durch Erkrankungen abreagieren; andere wieder, die im Elternhause Bestrafungen oder Beschimpfungen für die schlechten Leistungen erwarten, bleiben mit ihrem Zeugnis der Familie fern und müssen mitunter durch Polizeiaufgebot gesucht werden; es sind auch schon tragische Suizidfälle in diesem Zusammenhang vorgekommen.

    Angesichts dieser Umstände mag man die Frage aufwerfen, ob unser traditionelles Notensystem in allen Beziehungen den Anforderungen einer modernen, psychologisch orientierten Pädagogik genügt. Die Erwachsenen machen sich im allgemeinen hierüber wenig Gedanken; selbst diejenigen, die als Kinder unter dem «Notendruck» gelitten haben, kommen selten darauf, dieses Prinzip in seiner Problematik zu sehen. Aus Gründen, die psychologisch verständlich gemacht werden können, neigen sogar die Opfer einer mühsam durchlittenen Schul- und Jugendzeit besonders dazu, von ihren Kindern mit Selbstverständlichkeit erfolgreiche Schulbewältigung zu fordern.

    Es spielen sich dann Szenen im häuslichen Milieu ab, die nur durch die Phantasie des Dichters in ihren traurigen und komischen Aspekten gewürdigt werden könnten: die Personen der Handlung sind dann die enttäuschten, erbitterten Erwachsenen und das gedemütigte Kind, das aus dem Verhalten seiner Erzieher seinen menschlichen und moralischen Schiffbruch ablesen kann. Thomas Mann hat inmitten seiner «Buddenbrooks» im Rahmen eines Schultages des kleinen Hanno eine solche Tragödie aufgezeichnet; die Einfühlung des Künstlers bringt uns die verzweifelte Situation eines Menschenkindes nahe, das auf dem wichtigsten Felde seiner Bemühungen   – d. i. für das Kind die Schule   – versagt hat.

    Die Aufregungen der Eltern über das schlechte Zeugnis sind insofern begreiflich, als es den Lebenserfolg des Kindes als unsicher erscheinen läßt. Die elterliche Liebe und Fürsorglichkeit wird durch derartige Besorgnis mobilisiert und äußert sich dann in zahllosen Versprechungen, Ermahnungen und Drohungen, die beim Kinde vermehrten Einsatz hervorrufen sollen.

    Die Erwachsenen folgen hierbei ihrer Erwachsenen-Logik, indem sie annehmen, daß das schulische Versagen letzten Endes eine Willensfrage sei; würde das Kind nur richtig «wollen», dann müßte es wohl ohne weiteres gehen. Prämien wie Strafen zielen darauf hin, den kindlichen Willen zu wecken; sofern dies nicht gelingt, wird dann, sehr häufig Böswilligkeit beim Kinde angenommen, wodurch dann die elterlichen Erziehungsbestrebungen härteren und unnachsichtigeren Charakter annehmen. Das Ganze endet gar nicht so selten nicht nur in einer schulischen, sondern auch in einer erzieherischen Katastrophe: die Fronten zwischen Kind und Eltern versteifen sich derart, daß schließlich kein Ausweg aus der Misere gefunden wird.

    Ursachen des Versagens

    Die Gründe des Schulversagens sind mannigfaltig, so daß es kaum möglich ist, sie im Rahmen einer kurzen Abhandlung in ihrer Gesamtheit darzustellen. Hier sei lediglich angedeutet, daß organische Störungen der Intelligenz nur in sehr seltenen Fällen die entscheidende Rolle spielen. Organisch bedingter Schwachsinn hat eine derart augenfällige Symptomatik, daß solche Kinder immer frühzeitig erfaßt und einem eigenen Ausbildungsgang zugeführt werden.

    Auch der sogenannte «Begabungsmangel» ist ein problematischer Begriff, der den schulischen Mißerfolg nicht erklärlich macht. Fast immer, wenn ein Schulkind auf einem Gebiet oder in mehreren Fächern versagt, rekurriert man zur vieldeutigen Aussage, es sei hierin eben nicht «begabt»: diese Auskunft ist ebenso vielsagend wie die Antwort des Schülers in einer Szene von Molière, der auf die Frage, warum das Opium einschläfernd wirke, die berühmte Antwort erteilt: «Weil es eine einschläfernde Kraft besitzt!»

    Die psychologische Erfahrung lehrt, daß schlechte Schulleistungen in den häufigsten Fällen nicht auf Intelligenz- und Begabungsmängel, sondern auf erzieherische Fehlhaltungen zurückgeführt werden müssen. Dieser durch die Tiefenpsychologie aufgedeckte Zusammenhang ist bei Schulschwierigkeiten in erster Linie in Rechnung zu stellen.

    Das schlechte Zeugnis, das von vielen Eltern als Anlaß zur Entrüstung gegenüber dem «faulen und böswilligen Kind» genommen wird, sollte eigentlich gerade bei ihnen einen Prozeß der Selbstbesinnung einleiten, ob sie in der Erziehung den richtigen Weg beschritten haben. Diese Selbstkritik ist heutzutage noch selten, und viele ziehen es vor, angesichts des kindlichen Versagens alle möglichen Faktoren anzuschuldigen; es steht jedoch fest, daß das erzieherische Milieu für die Bewährung des Kindes in der Schule dominierend ins Gewicht fällt.

    Man ist sich im allgemeinen nicht im klaren darüber, von welchen seelischen Voraussetzungen die kindliche Intelligenz und damit auch Schulleistung abhängt: oft besteht die Meinung, Intelligenz sei ein isoliertes seelisches Vermögen, das entweder vorhanden sei oder auch nicht.

    In Wirklichkeit sind Klugheit und Lernfähigkeit vielfach determinierte psychische Funktionen. Es ist durchaus möglich, daß ein an sich intelligentes Kind beim Lernen versagt; der Fehler muß dann im gesamtpsychischen Habitus gesucht werden. Dies ist auch die große Problematik aller Testprüfungen, die sich gemeinhin auf einen Teilaspekt der kindlichen Persönlichkeit konzentrieren: wenn dann etwa ein versagendes Schulkind «zur Abklärung» einem Testfachmann zugeführt und von diesem ohne tiefenpsychologisches Rüstzeug in seinen Teilfunktionen (etwa Auffassungsvermögen, sprachlicher Entwicklungsstand, Bewältigung von Aufgaben etc.) geprüft wird, so ergibt die umständliche Testerei nicht viel mehr als schon vorher alle Beteiligten wußten: daß das Kind nämlich Schulschwierigkeiten hat.

    Die einzig gründliche Klarstellung eines Schulversagens jedoch kann unseres Erachtens nur auf dem Boden der Tiefenpsychologie durchgeführt werden; nur wenn das Kind in seiner gefühlsmäßigen Lebenseinstellung, in seinen familiären Umweltbeziehungen und in seiner Selbsteinschätzung genauer erfaßt wird, können die eigentlichen Hintergründe seiner sogenannten «Intelligenzschwäche» und seines mangelhaften Einsatzes in der Schule ermittelt werden.

    Aufmerksamkeit und Lernen

    Die Tiefenpsychologie knüpft an die Befunde der berühmten experimentalpsychologischen Schule von Wilhelm Wundt (1832-1920) in Leipzig an, indem sie erklärt, daß jede Intelligenzleistung eine Funktion der psychischen Aufmerksamkeit ist. Intelligentes Handeln ist nur möglich, wo anhaltendes Interesse entwickelt wird. Es muß daher gefragt werden, unter welchen Bedingungen ein Kind daran gehindert wird, an der Schule und am Lernen echtes Interesse zu nehmen, woraus sich dann der sog. «Intelligenzmangel» folgerichtig ergibt.

    Nach kinderpsychotherapeutischen Erfahrungen sind vermutlich drei Viertel der «dummen Kinder» (wenn nicht noch mehr) ganz einfach solche, die infolge ihrer gesamtpsychischen Konstellation nicht in der Lage sind, die von der Schule geforderte Aufmerksamkeit zu entfalten.

    Sehr häufig findet man diesbezüglich das ängstliche und gehemmte Kind, das durch seine Schüchternheit in der Schule nicht recht heimisch werden kann und das schulische Leben als eine derartige Gefahrensituation erlebt, daß es kaum zu ruhiger Zuwendung zum Lernpensum befähigt ist.

    Angst ist, im Seelenleben des Kindes wie des Erwachsenen, die schlimmste Blockade intelligenten Verhaltens; wo immer wir in Angstzustände geraten, sind wir derart in der Beklemmung, daß alle unsere psychischen Prozesse aus ihren Fugen geraten; ein amerikanischer Psychologe betont mit Recht, daß Angsthaben ungefähr dem Zustand gleicht, in dem man einen Schlag auf den Kopf erhalten hat.

    Nun ist der ängstliche Mensch nicht nur in akuten Prüfungs- und Bewährungssituationen ängstlich: er trägt seine Angst als eine Art «Dauerklima» mit sich herum, ist also ständig wie von einem mehr oder minder massiven Trauma benebelt und kann kaum klar denken und handeln.

    Ängstliche Schulkinder leben in dauernder Furcht vor dem Aufgerufenwerden, empfinden schon den Blick des Lehrers als Tadel und Zurechtweisung, und selbst wenn sie ihre Sache zu Hause recht gelernt und geübt haben, versagen sie, sobald es darauf ankommt, ihre Aufgabe vorzubringen. Dadurch entsteht eine psychische Lähmung, die auch den Lernelan notwendigerweise drosseln muß; Resignation stellt sich ein, die das schulische Training als aussichtslos hinnimmt und schließlich in eine «Scheindummheit» überleitet, welche im Grunde nur durch Angst gestörte Aufmerksamkeit bedeutet.

    Psychogene Dummheit

    Diese ängstlichen Kinder sind Opfer eines erzieherischen Fehlverhaltens im häuslichen Milieu. Schüchternheit und Minderwertigkeitsgefühle eines Kindes zeigen wie ein Spiegelbild die unsachgemässe Haltung der Eltern, die es nicht zustandebringen, ihrem Kinde Lebensmut und Selbstsicherheit einzuflößen. Hierbei können schlechte Eheverhältnisse, die kein kindliches Geborgenheitsgefühl aufkommen lassen, die Hauptursache ausmachen; des öfteren ist es jedoch lediglich die erzieherische Ungeschicklichkeit, die mit besten Absichten und Vorsätzen die kindliche Persönlichkeitsentwicklung zum Scheitern bringt.

    Autoritäre und übergewissenhafte Erzieher z. B. vermitteln früh ihrem Kind den Eindruck, daß «man es ja doch nie recht machen kann»; dieses Gefühl wird in die Schule übernommen, wobei der Lehrer (ob dies nun stimmt oder nicht) als ein ebenso unnachsichtiger und verständnisloser Mensch erlebt wird, wie das Kind seine Eltern empfindet.

    Das unsichere und oft auch unbeteiligt oder gar «gleichgültig» wirkende Auftreten solcher Kinder läßt sie bald in einem problematischen Lichte erscheinen, wodurch sie die Ungunst von Lehrern und Kameraden, die sie im voraus befürchteten, erst nachträglich auf sich ziehen; jedenfalls hat das ängstliche Kind in der Schule eine sehr schlechte Startbedingung, und sein Schulversagen sollte niemals bei den Eltern und den zuständigen Stellen ein negatives «Intelligenzurteil» provozieren, welches nicht selten ein Menschenkind auf Lebzeiten abstempelt; zuerst müßte immer untersucht werden, welche erzieherischen Mißstände der Scheu und Unbeholfenheit zugrundeliegen, worauf sich dann oft Maßnahmen als Hilfsmittel zu äusserst überraschendem Intelligenzwandel erweisen.

    Folgen des verwöhnenden und verzärtelnden Erziehungsklimas

    Andere Formen der «Kinderdummheit», die der Psychotherapeut immer wieder beobachten und in ihrem Pseudocharakter entlarven kann, entstammen dem verwöhnenden und verzärtelnden Erziehungsklima, das sich zumeist als wahre Kinderliebe mißversteht. Ein Kind liebhaben heißt keineswegs, es derart mit Zärtlichkeit zu überschütten, daß seine innere Selbständigkeit erdrückt wird.

    Im Gegensatz zu uralten Vorurteilen muß die psychologische Erfahrung betonen, daß Liebe nicht einfach überschwängliches Gefühl ist: es ist vielmehr ein ernstes und schweres Unterfangen, das mühsam und sorgfältig erlernt werden soll. Liebe zum Kind soll wissend und sehend sein, d. h. sie darf nicht nur dem Kinde Gutes tun wollen, sie muß auch das Gute zur rechten Zeit und in der rechten Art anwenden.

    Verwöhnende Erzieher stellen sich mitunter dem kindlichen Selbständigkeitsdrang entgegen, indem sie unbewußt von seiner Entfaltung befürchten, er werde ihnen das geliebte Kind entfremden; dadurch lernt das Kind nicht, eigene Erfahrungen zu machen, übt seine Fertigkeiten und Geschicklichkeiten nicht ein und findet sich beim Schulanfang schon in einer Gesellschaft von tüchtigeren und rabiateren Gefährten, denen es sich nicht gewachsen fühlt.

    Bei innerlich von einer Erziehungsperson abhängig gemachten Kindern tritt geradezu ein Lähmungsgefühl ein, wenn sie etwas allein und ohne Hilfe fertig bringen sollen; dieses «Dressat», das ihnen der allzu hilfreiche und übergütige Elternteil beigebracht hat, bestimmt die ganze Schulkarriere, welche bei verwöhnten Kindern gar nicht so selten zum Scheitern verurteilt ist.

    Man macht stets die Beobachtung, daß ein stabiles kindliches Selbstwertgefühl die eigentliche Voraussetzung für die kindliche Lernfähigkeit bedeutet. Lebensmut und Selbstachtung jedoch erwirbt nur das Kind, das in geordneten familiären Verhältnissen lebt. Dabei ist nicht nur auf die Beziehung zwischen Kind und Eltern zu achten; auch das Verhältnis der Geschwister untereinander ist von ausschlaggebender Bedeutung. Schon die Eifersucht eines Kindes ist imstande, sein Schulinteresse gänzlich zu unterbinden; wo durch unvorsichtige Haltung der Erzieher etwa ein Kind sich gegenüber seinen Geschwistern benachteiligt oder zurückgesetzt fühlt (auch wenn dies nur eingebildet sein sollte), werden Affekte des Neides und der Verbitterung mobilisiert, die das kindliche Gemüt belasten und verwüsten.

    Das eifersüchtige Gebaren, das sich in Zänkerei und Ausfälligkeiten jeder Art äußern kann, zieht oft die ganze Familie in Mitleidenschaft und ergibt für den Eifersüchtigen selber, dem sein täglicher Kleinkrieg zur wichtigsten Aufgabe seines Lebens wird, einen ungeheuren Kräfteverschleiß, der für Schule und ähnliche Bedeutungslosigkeiten keine Energie mehr übrig läßt.

    Auch hier wiederum ist es müßig, moralisierend und ermahnend eingreifen zu wollen; nur eine therapeutische Hilfe, die sich in der Regel auf alle Beteiligten ausdehnen muß (und überall mäßigend und Verständnis bewirkend eingreifen soll), kann den Kampfplatz einer solchen Familie oder Kinderstube in die Atmosphäre einer wohltuenden Entspannung verwandeln, in der die kindliche Spontaneität und Entwicklungsbereitschaft, welche sich bereits in Opposition verzettelt hat, zu neuem Leben erwachen kann.

    Charakter und Intelligenz

    Das Verhalten des Kindes in der Schule ist ein sensibel registrierender Test seiner psychischen Struktur, der allen künstlichen Testverfahren eindeutig überlegen ist. Daher sollten die Eltern alle Schulschwierigkeiten ihres Kindes möglichst sofort als ein ernstes Anliegen ansehen, dem sie nicht selber mit quacksalberischen Mitteln zu Leibe rücken sollen; ein Schulversagen oder mangelhafte Einordnung in die Klassengemeinschaft oder dem Lehrer auffallende Uninteressiertheit beim Unterricht sind wichtige Zeichen, die eine beginnende Charakterdesorientierung sichtbar machen.

    Diese mit Vorhaltungen, Beschimpfungen, Drohungen und Strafen kurieren zu wollen, ist ebenso sinnvoll, wie wenn man bei einer fieberhaften Erkrankung des Kindes an seinen Willen und seine Einsatzbereitschaft appellieren würde. Wir sind uns noch zu wenig bewußt, daß psychische Störungen dieselbe Dignität besitzen wie materielle Krankheitserreger, welche wir im Mikroskop besichtigen können: sehr oft sind unsere Kinder durch materiell nicht faßbare Nöte aus ihrem Gleichgewicht geworfen, die wie jede andere Not fachmännische Behandlung und genau indiziertes Eingreifen erfordern.

    Die Tragödie der Schulzeugnisse ist weder notwendig noch für irgend einen der Beteiligten förderlich. Die Haltung der Eltern gegenüber ihrem Kinde, welches sein Notenbüchlein nach Hause bringt, sollte allgemein «wohltemperiert» sein; die Zeugnisbesprechung, heute noch der Alptraum zahlloser Kinder und Jugendlicher, sollte in einer freundlichen und unter allen Umständen wohlwollenden Atmosphäre vor sich gehen.

    Die guten Leistungen (oder auch nur die Ansätze hierzu) müssen ausgiebig gelobt und gewürdigt werden; es ist ein Irrtum vieler Eltern, daß sie bei Lob und freundlichem Zuspruch ein Nachlassen der kindlichen Anstrengungen befürchten und so, contre coeur, als die ewig nörgelnden und tadelnden Erwachsenen in Erscheinung treten. In Wirklichkeit ist Aufmunterung der Ansporn zu weiteren Leistungen, beim Kinde wie beim Erwachsenen.

    Schlechte Leistungen sollten, sofern sie den Schulerfolg nicht gefährden, ruhig und sachlich erörtert werden; handelt es sich um konstanten Mißerfolg in einem Fach oder in mehreren Fächern, so ist psychologisch abklären zu lassen, was diesen Fehlschlägen zugrunde liegt. Mit einer einfachen Annahme eines partikulären oder allgemeinen «Begabungsmangels» ist niemandem gedient; die psychologische Untersuchung fördert greifbarere und auch therapeutisch veränderliche Faktoren zutage, die durchaus nicht zu jenem Fatalismus nötigen, welcher im «Begabungsbegriff» meist enthalten ist.

    Das Versagen des Kindes in der Schule ist in erster Linie ein erzieherisches Problem: davon sollten alle Eltern ausgehen, die einen «Schulversager» in ihrer Familie haben; sie werden hierdurch lernen, anstelle des «Notenkampfes» und der diesbezüglichen trostlosen Auseinandersetzungen eine für ihr Kind wahrhaft nützliche und fördernde Haltung zu setzen.


    *Friedrich Liebling Friedrich Liebling

    Friedrich Liebling (1893   – 1982) war Gründer und Leiter der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich, auch “Zürcher Schule für Psychotherapie” genannt.


    Psychologie, Erziehung, Schule, Schule & Bildung, Sprachentwicklung, Kindererziehung, Vererbung, Psychohygiene, Beziehung, Verwöhnung, Friedrich Liebling




    • Quelle: Der Artikel ist erstmals erschienen in der tiefenpsychologischen Monatszeitschrift “Psychologische Menschenkenntnis” 1/1964-65, S. 65 - 71, Publikationsorgan der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich.


    Info: https://seniora.org/erziehung/erziehung/schulzeugnis-und-versagen-in-der-schule?highlight=WyJsaWVibGluZyIsImxpZWJsaW5ncyJd


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Screenshot_2026_01_31_at_00_39_01_Russland_ist_nicht_unser_Feind_Initiative_aus_Anlass_des_85._Jahrestags_des_berfalls_auf_die_Sowjetunion

    f06qo.r.sp1-brevo.net, Seite besucht am 31. Januar 2026, 00:37 Uh

    Liebe friedensbewegte Mitmenschen,
    ich möchte Euch bitten, im 85. Jahr des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion dem Feindbild Russland gemeinsam, laut und deutlich entgegenzutreten und eine entsprechende Initiative zu unterstützen. Der Aufruf dazu steht unten. Die Aktionswochen zu Russland ist nicht unser Feind beginnen mit einem Webinar am 26. Februar, 18:30-20:30 Uhr zum Thema: 22. Juni 1941 aus russischer und deutscher Sicht. Und: Was können wir tun? Einführungen durch Alexander Milyutin, Botschaftsrat, Botschaft der Russischen Föderation, und dem Autor Hauke Ritz. Der Höhepunkt wird eine deutsch-russische politisch-kulturelle Kundgebung in Berlin, möglichst am oder um den 20. Juni - das wäre dann eventuell parallel zu Friedensaktionen, mit denen wir uns verbunden fühlen, wie Aktionen gegen Mittelstreckenraketen, dem großen internationalen Friedenskongress in London oder dem Friedensfest in Dresden.
    Angesichts der aktuell jegliches Völkerrecht brechenden Gewalt stehen friedensbewegte Menschen hierzulande vor Aufgaben, die übergroß erscheinen. Die Gewalt kündet vom Untergang der Welt, die wir kennen; eine neue, friedliche zeichnet sich zwar ab, kann sich aber noch nicht durchsetzen. Eines allerdings können wir mit Sicherheit sagen: Unsere Regierung leistet keinen, sie leistet null Beitrag zum Frieden in unserem Land, auf unserem Kontinent, in der Welt. Das können wir nur selber tun. 
    Konkret steht die Stationierung der US-amerikanischen Mittelstreckenraketen bevor, deren Gefahr völlig unzureichend erkannt bzw. überlagert wird von der angeblich unausweichlichen Kriegstauglichkeit. Auf die wird unser Staat, unsere Gesellschaft zugerichtet mittels eines monströsen Feindbildes. Eben dafür muss - zum wiederholten Mal in der deutschen Geschichte - Russland herhalten.
    Widerstand gegen Aufrüstung, Raketen, Wehrpflicht, kriegstauglichen Staatsumbau und gegen das Feindbild durchdringen einander; auch Solidarität mit Venezuela (Gaza, dem bedrohten Kuba…), gehen in dieselbe Richtung, sie alle verstärken sich gegenseitig.
    In diesem Sinn bitten wir Euch, den Aufruf unten zu unterschreiben, ihn zu verbreiten und mit Leben zu erfüllen. Die dazugehörige Website soll eine Art kollektiver Organisator sein und Ihr die (Mit-)Gestalter: Wir nehmen einander wahr, wir unterstützen einander, wir werden gemeinsam klüger und ausstrahlender.
    Mit solidarischen und Friedensgrüßen
    Christiane Reymann 
    im Namen des Aktivs
    06qo.r.sp1-brevo.net, Seite besucht am 31. Januar 2026, 00:37 Uh06qo.r.sp1-brevo.net, Seite besucht am 31. Januar 2026, 00:37 Uh
    Frieden! Russland ist nicht unser Feind
    Russland soll unser Feind sein. Dieser politischen und medialen Vorgabe widersprechen wir. Feinddenken macht dumm und vereist das Herz. Wie immer Einzelne die aktuelle russische Politik bewerten: Russland ist unser europäischer Nachbar und wird es immer bleiben. Wir wollen in Frieden gut mit ihm zusammenleben.
    Vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941, hat Deutschland die Sowjetunion überfallen, Wehrmacht und SS haben dort barbarisch gewütet. Dieses Kapitel der deutschen Geschichte wird weitgehend mit Schweigen übergangen. Wir schauen hin, wir vergessen nicht.
    Heute soll Deutschland wieder kriegstüchtig werden - gegen Russland. Auf Russland zielen auch die US-amerikanischen MIttelstreckenraketen, die auf deutschem Boden stationiert werden sollen. Ob ein möglicher Krieg mit ihnen oder mit deutschen Soldaten geführt wird, unter dem Dach der NATO oder von einer Koalitionen der Willigen: Er wäre ein erneutes Menschheitsverbrechen; dieses Mal mit der Gefahr, uns alle zu vernichten. Dagegen leisten wir Widerstand.
    Wir wollen den Reichtum und die Schönheit unseres Kontinents in Geschichte und Kultur erhalten und leben. Dafür sparen wir, mit Bert Brecht, Anmut nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand.
    Unterschriften Name, Zusatz (Funktion und/oder Ort), bitte möglichst mit (Mail-)Adresse
    ­
    Kriegstüchtig? Nicht in unserem Namen
    Viele Menschen, Gruppen und Initiativen sagen bereits: Kriegstüchtig gegen Russland? Nicht in unserem Namen! Lasst uns bundesweit unter dem Dach einer gemeinsamen Website und mit einer deutsch-russischen Politik- und Kulturkundgebung sichtbar machen: Wir sind Viele!
    Unterstützt diese Initiative mit Eurer Unterschrift und macht sie bekannt, berichtet auf der Website (s.u.) von Euren Aktivitäten, lasst Euch durch Hinweise auf Filme, Texte, Vorträge anregen, initiiert Diskussionen zu Fragen, die Euch bewegen. Dafür möchten wir eine Plattform bieten.
    Auf unserer Website könnt ihr den Aufruf direkt über ein Formular unterschreiben:
    'https://www.russlandistnichtunserfeind.de/'
    Auf der Webseite findet ihr ebensfalls eine PDF-Datei um euch den Aufruf herunterzuladen. Etwa um im Freundeskreis Unterstützer für den Aufruf zu gewinnen. Diese PDF-Datei könnt ihr ebenfalls hier direkt downloaden:
    PDF-Datei mit dem Aufruf
    Schickt uns diese dann bitte über unsere Mailadresse oder auch per Post:

    'kontakt@russlandistnichtunserfeind.de'Postadresse: Frieden! Haus der Demokratie, Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin
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    Wer wir sind?
    In der ersten Phase des Zusammenfinden bis Ende Januar haben sich bereits 200 Engagierte und Gruppen als Unterstützer dieser Initiative zusammengefunden. Unter ihnen befinden sich Autoren, Journalisten und Publizisten. Wissenschaftler und Juristen. Musiker und Politiker. Etliche Initiativen sowie Aktivistinnen und Aktivisten aus politischen Bewegungen. In einigen Tagen wird dazu auf unserer Webseite eine Übersicht erscheinen.
    ­
    Webinar am 26. Februar 
    18:30 bis 20:30 Uhr
    22. Juni 1941 aus russischer und deutscher Sicht. Und: Was können wir tun?
    Einführungen durch Alexander Milyutin, Botschaftsrat, Botschaft der Russischen Föderation, und dem Autor Hauke Ritz.
    Um an dem Webinar teilzunehmen, müsst ihr euch über den folgenden Link anmelden und registrieren. Unmittelbar danach wird euch ein individueller Zugangslink per Mail zugestellt, über den ihr euch am 26. Februar kurz vor 18:30 Uhr in die Veranstaltung einwählen könnt.
    Registrationslink Webinar am 26. Februar 2026
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    Infobrief bestellen
    Um weitere Informationen zu diesen Aktivitäten zu erhalten, könnt ihr unseren Infobrief bestellen. Dieser wird in unregelmäßigen Abständen über den Fortgang dieser Aktivitäten informieren.
    Solche Bestellungen müssen aus datenschutzrechtlichen Gründen über ein besonderes Opt-In-Formular erfolgen. Dieses Formular ist über einen Button ebenfalls auch auf unserer Webseite verlinkt.
    Infobrief bestellen
    ­
    Russland ist nicht unser Feind
    Adresse: FRIEDEN! Haus der DemokratieGreifswalder Straße 4 // 10405 Berlin
    Mail-Adresse: kontakt@russlandistnichtunserfeind.de

    Info: https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/1t6AVsd2XFnIG8WxAj7GZExIP0ZlFI/N3Scp5l_CUlH


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    30.01.2026

    Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags -zur Weiterleitung empfohlen

    aus e-mail von Karin Gerlich, 30. Januar 2026, 13:27 Uhr


    zur Kenntnis und mit der Bitte, zur Weiterleitung!


    Grüße Karin Gerlich


    -------- Weitergeleitete Nachricht --------

    Betreff: Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags

    -zur Weiterleitung empfohlen

    Datum: Fri, 23 Jan 2026 16:44:25 +0100

    Von: Jürgen Soppa <juergen.soppa@arcor.de>

    An: Jürgen Soppa <juergen.soppa@arcor.de>



    Liebe Friedensbewegte aus Oberhausen und Umgebung,


    das Friedenspolitische Forum Oberhausen hat sich bei seinem letzten

    Treffen entschlossen, einen offenen Brief zum Positionspapier *„Den

    Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden“ *an die Parlamentarier des

    Deutschen Bundestag zu senden, dies mit der folgenden Bitte versehen:


    *„Konkret bitten wir Sie darum, auf geeignete Weise dafür zu sorgen,

    dass das aktualisierte und am 5. Januar 2026 erneut publizierte

    Positionspapier „Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden“ von

    Prof. Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Dr. Johannes Klotz,

    General a.D. Harald Kujat, Michael von der Schulenburg und Prof. Dr.

    h.c. Horst Teltschik möglichst in Anwesenheit seiner Autoren im

    Bundestag oder in dessen Gremien in aller Öffentlichkeit mit gebotenem

    Respekt als Alternative zur bisherigen Kriegsertüchtigungspolitik der

    Bundesregierung vorgestellt und sachlich diskutiert wird.“*


    Die Verfasser des Positionspapiers wurden ebenfalls auf diesem Weg

    benachrichtigt.


    Im Anhang sende ich den offenen Brief und das Positionspapier, das wir

    heute ebenfalls an die MdB aus unseren Wahlkreisen *per Briefsendung*

    verschickt haben. Wir hoffen sehr, das eine ausreichende Zustimmung für

    eine Befassung im Bundestag zustande kommen wird.


    Mit freundlichen Grüßen


    Jens Carstensen                             Gudrun Havemann Jürgen Soppa


    Screenshot_2026_01_30_at_23_10_15_Microsoft_Word_Dokument1_Offener_Brief_an_MdB.pdf

    Screenshot_2026_01_30_at_23_10_47_Microsoft_Word_Dokument1_Offener_Brief_an_MdB.pdf

                                                                        _ ___ _


    Screenshot_2026_01_31_at_00_12_47_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    Screenshot_2026_01_31_at_00_15_36_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    Screenshot_2026_01_31_at_00_20_11_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    Screenshot_2026_01_31_at_00_22_45_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf

    Screenshot_2026_01_31_at_00_24_40_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    Screenshot_2026_01_31_at_00_26_27_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    Screenshot_2026_01_31_at_00_29_24_Microsoft_Word_Friedenverhandlungen_Vorschl_ge_fin_Verhandlungsvorschlag_zur_friedlichen_Lo_sung_de_Ukrainekrieges_Kujat_u.a._1.pdf


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    [netzwerk-verdi] Erfolgreiches Netzwerktreffen in Kassel

    aus e-mail von Karin Gerlich, 30. Januar 2026, 13:27 Uhr

    Liebe Kolleginnen und Kollgen,


      hier eine Zusammenfassung des verdi netzwerkes zur Klausurstrategie

    zur Ktn.


      Da es finanzielle Engpässe gibt, wird auch um einen Ausgleich per

    Spende gebeten.


      Grüße Karin Gerlich



    -------- Weitergeleitete Nachricht --------

    Betreff: [netzwerk-verdi] Erfolgreiches Netzwerktreffen in Kassel

    Datum: Thu, 29 Jan 2026 14:20:01 +0100

    Von:

    Antwort an: at@solidaritaet.info

    An: netzwerk-verdi@lists.riseup.net



    Liebe Kolleg*innen,


    hiermit sende ich euch einen ersten Bericht von unserem Treffen in

    Kassel, das alle Beteiligten als gut und erfolgreich empfanden. Die

    Abschlusserklärung und Aktualisierung unserer Plattform sende ich

    alsbald zu. Leider hatten wir aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen

    oder auch Nichtteilnahme ohne Absage Mehrkosten. Es wäre toll, wenn

    Kolleg*innen, noch eine kleine Spende machen könnten, damit wir das

    besser ausgleichen können. Überweisungen gehen an:


    Torsten Sting, Stichwort "Netzwerk"


    DE46 1305 0000 1040 4630 41


    Hier der Bericht:


    *Erfolgreiches bundesweites Netzwerk-Treffen*


    Das „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di“lud am 24.

    und 25. Januar zu einem Treffen für Kolleg*innen aus dem gesamten

    Bundesgebiet ein. Dreißig in betrieblichen und gewerkschaftlichen

    Gremien aktive Kolleg*innen aus mindestens 11 Städten (u.a. Berlin,

    Essen, Hannover, Kassel, Köln, Lemgo, Mainz, München, Münster, Nürnberg

    und Stuttgart) nahmen teil.


    /von René Arnsburg, Mitglied im Fachbereichsvorstand A, verdi

    Berlin-Brandenburg*/


    Zu Beginn wurde über die internationalen Entwicklungen gesprochen, die

    auch auf die Lage der Arbeiter*innenklasse in Deutschland große

    Auswirkungen haben.


    *Militarisierung und Sozialabbau *


    In Zeiten zunehmender Konkurrenz zwischen den imperialistischen

    Großmächten will auch Deutschland seine Position durch zunehmende

    Militarisierung behaupten. Das erhöht den Druck auf die Beschäftigten in

    Deutschland, die nicht nur für Rüstungsprojekte zahlen sollen, sondern

    auch für die Folgen kapitalistischer Krisen. Während die Gewerkschaften

    die größten Organisationen der Arbeiter*innenklasse sind und dafür

    geschaffen wurden, die Interessen der Kolleg*innen durch kollektives

    Handeln wie Streiks zu verteidigen, lassen sich die

    Gewerkschaftsführungen in Form der Sozialpartnerschaft in die Politik

    der Regierung einbinden. Sozialkürzungen, Angriffe auf soziale

    Errungenschaften, Rente, Arbeitszeit stehen auf der Tagesordnung.


    Die Gewerkschaftsführungen lehnen die geplanten Maßnahmen des

    Sozialabbaus zwar ab, jedoch stellen sie nicht grundlegend die massive

    Aufrüstung und Militarisierung in Frage. Die von der DGB-Vorsitzenden

    Fahimi im Herbst 2025 in Aussicht gestellten „Streiks gegen die

    marktliberale Politik“ wie auch große Proteste, wie vom

    ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke angekündigt, hat es bisher nicht

    gegeben. Diese müssten jetzt aber mit großer Dringlichkeit vorbereitet

    werden!


    Angesichts dessen haben die Teilnehmer*innen darüber diskutiert, wie sie

    die Debatte über einen notwendigen Kurswechsel in ver.di vorantreiben

    können.


    *Vorhaben*


    Im Rahmen der gerade anlaufenden ver.di-Organisationswahlen wollen sich

    Unterstützer*innen des Netzwerks mit Initiativen und politischen

    Anträgen auf Konferenzen bis hin zum Bundeskongress und in

    ehrenamtlichen Vorständen einbringen. Es gibt bereits eine

    Musterresolution für den Aufbau des Widerstands gegen die geplanten

    Grausamkeiten der Bundesregierung. Eine weitere Musterresolution gegen

    Militarisierung wird diskutiert. Zudem sollen Anträge zum politischen

    Streik, zur Tarifpolitik- und Strategie und anderen Punkten in den

    nächsten Wochen kollektiv erarbeitet werden. Dazu werden Online-Treffen

    organisiert. Am Ende des Treffens wurde eine Abschlusserklärung

    verabschiedet, in der konkret auch die Herausgabe eines regelmäßigen

    Newsletters beschlossen wurde. Dafür, wie auch andere Aspekte

    (beispielsweise die Verbesserung des Webseitenauftritts) wurde

    beschlossen, auch regelmäßige Spenden einzuholen. Die Teilnehmenden

    sprachen sich für die Organisierung eines bundesweiten Präsenztreffens

    2027 aus. Zudem wurde ein Soli-Foto mit Grüßen an die Kolleg*innen der

    Vivantes-Töchter in Berlin geschickt, die sich aktuell in einer harten

    Tarifauseinandersetzung befinden.


      *


        Funktionsangabe dient nur zur Kenntlichmachung der Person


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Schweizer Delegation stösst mit Kuhglockengeläut Dialog mit Russland an

    Screenshot_2026_01_30_at_22_52_58_Schweizer_Delegation_st_sst_mit_Kuhglockengel_ut_Dialog_mit_Russland_an

    Freundschaft mit Russland - am 26. Januar 2026 in Moskau

    Schweizer Delegation stösst mit Kuhglockengeläut Dialog mit Russland an

    Eine Schweizer Reisedelegation reist mit Kuhglocken nach Moskau, demonstriert für einen Dialog mit Russland - und wird vom neuen Schweizer Botschafter in Moskau Jürg Burri empfangen - ein gutes Zeichen.

    Peter Hänseler

    Fr. 30 Jan 2026 13

    Vital Burger organisierte eine Reise der besonderen Art - er führte eine Reisedelegation nach Moskau, welche für einen Dialog mit Russland demonstrierte. Am 26. Januar um 14.30 setzte sich der Demonstrationszug bei der im Zentrum Moskaus gelegenen Metrostation Tschistyje Prudy in Bewegung - Richtung Schweizer Botschaft.


    Screenshot_2026_01_30_at_22_56_34_Schweizer_Delegation_st_sst_mit_Kuhglockengel_ut_Dialog_mit_Russland_an

    Vital Burger wird von RT-DE interviewt.


    er in Moskau, Jürg Burri, empfing die Schweizer Delegation mit Freuden und lud diese zu einer einstündigen Gesprächsrunde mit nachfolgendem Apéro ein.


    Screenshot_2026_01_30_at_22_57_54_Schweizer_Delegation_st_sst_mit_Kuhglockengel_ut_Dialog_mit_Russland_an

    Schweizer Botschafter in Russland, Jürg Burri, ist zum Dialog bereit. - Bild: EDA


    In der Diskussionsrunde wurden Meinungen und Standpunkte offen ausgetauscht.

    Der neue Schweizer Botschafter ist dazu verpflichtet, sich im von Bern definierten Spielraum zu bewegen. Dieser ist klein. Die Schweiz verfolgt die anti-russische Linie Brüssels konsequent und hat nahezu alle EU-Sanktionen übernommen, mit Ausnahme der Sanktionen gegen Journalisten. Damit setzt Bern ein Zeichen für die Meinungsfreiheit. Die Sanktionen gegen Thomas Röper und Alina Lipp etwa wurden im Mai 2025 nicht übernommen. Darüber berichteten wir in den Artikeln „EU sanktioniert deutsche Journalisten” und „Die Schweiz zieht Grenzen und macht bei der Verfolgung von Journalisten nicht mit”.

    Jacques Bauds Fall ist ausserordentlich: Der absolut objektive Schweizer Militäranalyst und Oberst im Generalstab a.d., der in seiner Karriere nie Partei für irgendeine Konfliktpartei ergriffen hat, wurde von der EU vollkommen grundlos sanktioniert. Die Gründe basieren auf Lügen, wie aus den nichtöffentlichen sogenannten „Working Papers” der EU hervorgeht. Eine Hexenjagd auf einen 71-jährigen Schweizer Patrioten. Wir haben vielfach darüber berichtet, letztmals am 11. Januar in "Causa Jacques Baud – Bern protestiert bei der EU!" als Bern nach sage und schreibe 26 Tagen in Brüssel protestierte - reichlich spät und wohl unter dem Druck der Schweizer Weltwoche und vieler alternativer Medien, unter anderem aus den USA. Auch der berühmte Judge Napolitano interviewte Jacques Baud.

    Der russische Staatssender RT-DE berichtete über den Umzug (auf deutsch), lassen Sie sich von den eingefangenen Bildern und Tönen inspirieren!


     

    Analyse Interview Video Baud, Jacques Burri, Jürg Burger, Vital EU Schweiz Napolitano, Andrew

    13 Kommentare zu
    «Schweizer Delegation stösst mit Kuhglockengeläut Dialog mit Russland an»


    Roger Mitchell Fr. 30 Jan 2026, 10:57

    “I like to believe that people in the long run are going to do more to promote peace than our governments. Indeed, I think that people want peace so much that one of these days governments had better get out of the way and let them have it.”
    ― Dwight D. Eisenhower, 1959

    Auf diesen Kommentar antworten

    Andreas Müller Fr. 30 Jan 2026, 11:00

    Dies wäre mein Wunsch als Auslandschweizer Bürger das sich unser Botschafter Jürg Burri in Moskau, Russland auch für unsere Schweizer Bürger & Unternehmungen selbstbewusst & positiv mit dem gegenseitigen Respekt diplomatisch auch unsere Interessen einbringt ohne sich der EU & NATO & USA Agenda zu unterwerfen.

    Zur Erinnerung Russland war niemals unser Feind siehe Geschichte.

    Als die Grossmächte sich in den Schweizer Alpen bekämpften https://share.google/dmXbr2GC0PvzzRoBs

    Suworow-Denkmal – Wikipedia https://share.google/ENqfZMVYwgg7vvOEX

    Freundschaft mit Russland ist schon längst angesagt, auch das aufheben von all den illegalen Sanktionen, dem Beschlagnahmen von russischen Vermögenswerte muß ein Ende haben damit auch die Sicherheit auf privater Eigentum gewährleistet ist um auch die Schweiz wieder dahin zurück zu führen was einmal die guten Werte waren

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf J.Blumer Fr. 30 Jan 2026, 11:44

    Genau Herr Müller

    "die Schweiz wieder dahin zurück zu führen was einmal die guten Werte waren "

    Ich bezweifle aber , dass diese Einsicht in Bern Gehör findet !

    Auf diesen Kommentar antworten

    Paolo Martinoni Fr. 30 Jan 2026, 11:24

    Von der Initiative von Herrn Vital Burger erfahre ich mit grosser Freude, ich danke ihm dafür!

    Auf diesen Kommentar antworten

    Paolo Martinoni Fr. 30 Jan 2026, 11:31

    In Bezug auf Jacques Baud und die übrigen Opfer des EU-Wahns schreibt Oskar Lafontaine treffend in der aktuellen WW-Ausgabe:

    "Ein empörendes Beispiel, in welchem Ausmass freie Meinungsäusserungen unterdrückt werden, sind die Sanktionen des EU-Ministerrates gegen Einzelpersonen, die in einem einmaligen Akt der Willkür, ohne rechtliches Gehör und Gerichtsverfahren, wie im Mittelalter für vogelfrei erklärt werden. Die Vermögenswerte werden eingefroren, die Konten gesperrt, die Sanktionierten dürfen in der EU nicht mehr reisen, und niemand in der EU darf diesen Menschen Geld oder wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Derartige staatliche Willkür hat man lange Zeit für unmöglich gehalten ... Eine neue Art von Faschismus, so scheint es, kommt auf leisen Sohlen. Der Geist der Aufklärung ist nicht mehr lebendig".

    Auf diesen Kommentar antworten

    J.Blumer Fr. 30 Jan 2026, 11:37

    Vielen Dank an Herrn Hänseler und Vital Burger für diese organisierte
    Reise nach Moskau . Auch ich habe im Herbst 2024 eine Reise mit
    Vital Burger über Kaliningrad , St. Petersburg und Moskau teil-
    genommen . Es war sehr beeindruckend und bestens organisiert .
    Ich hoffe Vital Burger organisiert weiterhin schöne Reisen nach
    Russland , dass möchlichst viele Leute das alles mal mit eigenen
    Augen sehen können ! Mal von der Russenhass- Gesellschaft weg !

    Der Schweizer Botschafter , Herr Burri , wird wohl an der
    schweizerischen Politik , die in Bern "gebastelt " wird , man kann
    es nicht anders nennen , nichts ändern .
    Die schweizerische Bevölkerung wird weiterhin auf den
    bösen Russen eingestimmt , von Politikern , die anscheinend die
    Geschichte ab 1985 mit Gorbatschow , was der Ukrainekrieg
    betrifft , nicht kennen oder nicht kennen wollen . Da frage ich mich :
    wie sind solche Politiker informiert , ich nenne es dressiert worden ?

    Was die Geschichte mit J.Baud betrifft : man braucht sich nicht
    zu wundern , die schweizerische Politik gehört zur westlichen ,
    heilen und unfehlbaren " Wertegemeinschaft " .Dazu ist jeder
    Kommentar sonst überflüssig .

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf beat schaller Fr. 30 Jan 2026, 14:47

    Ja, Herr Blumer, ein Tropfen auf den heissen Stein! Immerhin, es ist ein Anfang. Ich hatte selbst mit und kann nur sagen, dass diese Kontakte allesamt kompetent, hilfreich und gut waren und zwar so, wie sie seinesgleichen heute noch suchen müssen. Seit der "militärischen Sonderoperation" verfolge ich die Situation in RU und Uk täglich. Täglich könnte ich mich vor Scham für das westliche Verhalten verkriechen. Vielleicht ist diese Aktion ansteckend. Bravo auf jeden -Fall. b.schaller

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf J.Blumer Fr. 30 Jan 2026, 16:13

    So ist es , Herr Schaller , wenigstens ein Anfang , das gibt schon
    Hoffnung dass die Schweizerischen Regierungen künftig
    sich so verhalten wie man es von einer neutralen Regierung
    erwartet muss . Momentan ist noch alles , auch der Kauf von
    Kriegsgeräten , nach dem "Westen " ausgerichtet .
    Mit Neutralität hat das schon länger nichts mehr zu tun .

    Auf diesen Kommentar antworten

    Herbert Fr. 30 Jan 2026, 11:39

    Einfach nur TOP! Ziehe den Hut vor soviel Eigenverantwortung und Mut!

    Auf diesen Kommentar antworten

    Willy Wahl Fr. 30 Jan 2026, 12:43

    Einfach nur erfreulich, dankens- und bewundernswert, die Initiative von Vital Burger und der freundlich-friedlichen, vielleicht auch revolutionären schweizer Mitbürger, die den Mut hatten mit Kuhglocken die "bösen Geister" zu vertreiben, die sich im schweizer Bundeshaus und vor allen in den kriegsgeilen deutschen und EU-Politikstuben ausgebreitet haben, zu vertreiben! Meine Frau und ich sind in Gedanken gerne bei dieser Aktion in Moskau dabei und übernehmen den Beitrag mit Dank an Peter Hänseler sogleich auf seniora.org

    Auf diesen Kommentar antworten

    marina landwehr Fr. 30 Jan 2026, 13:05

    Dear Peter Hanseler, many thanks for this encouraging news. I am very pleased that there are people in Switzerland who are not affected by the vicious propaganda campaign unleashed in Europe by those who would like to see Russia weakened and subdued. I believe in the common sense and goodwill of the Swiss people, and I am touched by the fact that this particular group of people took the trouble to come to Moscow and organise this procession in Chistye Prudy.

    Please keep us updated about the Jacques Baud situation. This case made me so very angry with the european bureacrats.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Andreas Mathys Fr. 30 Jan 2026, 14:24

    Sehr gut gemacht, bravissimo!
    Die Spezialoperation Russlands der Ukraine gegenüber, ist von der Delegation dem Botschafter wohl auch angesprochen worden und dabei hoffentlich auch die eminent wichtige Vorgeschichte des Konflikts. Diese wird von unsern Leitmedien unverständlicher- und beschämenderweise in der Berichterstattung ja ständig ausgeblendet.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Gabi Fr. 30 Jan 2026, 17:24

    Dass ist so schön! Mir wird ganz warm ums Herz. Es ist eine super Aktion an ich gerne dabei gewesen wäre! Grosses Dankeschön an alle Anwesenden!

    Auf diesen Kommentar antworten



    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/schweizer-delegation-stsst-mit-kuhglockengelut-dialog-mit-russland-an


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    TransformationWas der Mittelstand braucht, um seine Klimaziele zu erreichen

    makronom.de, vom 29. Januar 2026, FRIDERIKE WELTER & HANS_JÜRGEN WOLTER, Deutschland

    Der Mittelstand steht grundsätzlich hinter dem Klimaschutz, scheitert aber zunehmend an hohen Energiepreisen, fehlender Planungssicherheit und überbordender Bürokratie. Statt kleinteiliger Ge- und Verbote braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der auch volkswirtschaftlich effizient ist.


    Bild: Manny Becerra via Unsplash


    „Drill Baby, Drill” – unter diesem Motto zielt US-Präsident Donald Trump darauf ab, möglichst vielen Staaten fossile Brennstoffe zu verkaufen. Klimaschutzmaßnahmen spielen für ihn keine Rolle. In Deutschland und in der Europäischen Union werden hingegen seit geraumer Zeit die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Dekarbonisierung geschaffen.

    Im Gegensatz zum US-Präsidenten stehen die Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer der ökologischen Transformation prinzipiell positiv gegenüber: So zeigt sich bei unseren Befragungen immer wieder, dass sie nicht nur eine hohe Verantwortung gegenüber ihrer Belegschaft empfinden, sondern auch gegenüber Gesellschaft und Umwelt.

    Die – im internationalen Vergleich – sehr ambitionierte Klimapolitik Deutschlands hat jedoch in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer inzwischen bei der Umsetzung der ökologischen Transformation zurückhaltender agieren. Ursächlich hierfür sind nicht nur die deutlich höheren Energiepreise als in den anderen Staaten, sondern auch das Sammelsurium an nicht aufeinander abgestimmten Klimaschutzmaßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem Zertifikatehandel schränken eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Ge- und Verboten sowie Berichtspflichten die Stärken des Mittelstands ein, individuelle, kreative Lösungen zu entwickeln.

    Zugleich bindet die umfangreiche „Compliance”-Bürokratie finanzielle und personelle Ressourcen, ohne die CO2-Belastung unmittelbar zu reduzieren. Auch werden die Ge- und Verbote vielfach als Zeichen staatlichen Misstrauens wahrgenommen, was zusätzlich der intrinsischen Motivation der Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer entgegenwirkt.

    Aus klimapolitischer Sicht mögen die gesetzlichen Einzelmaßnahmen sinnvoll gewesen sein, volkswirtschaftlich effizient waren sie jedoch nicht: Vielmehr schwächen sie in der aktuellen Weltwirtschaftslage noch zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit der Familienunternehmen. Gedient ist damit weder der deutschen Volkswirtschaft noch dem ökologischen Transformationsprozess. Eine Politik, die möchte, dass der Mittelstand die Klimaschutzziele erreicht und zugleich wettbewerbsfähig bleibt, sollte daher die ökologische Transformationspolitik ganzheitlich durchdenken und den Unternehmen Planungssicherheit gewährleisten. Nur dann können die Vorteile des Mittelstands wie Flexibilität, kurze Entscheidungswege und Kreativität bei der Entwicklung von individuellen Unternehmenslösungen zum Tragen kommen.

    Um ein Beispiel zu nennen: Durch das EU Emissions Trading System werden treibhausgasbasierte Produktionsverfahren zukünftig schrittweise teurer. Da das System aktuell nur in Europa gilt, werden europäische Unternehmen daher nur dann umfangreiche Investitionen vornehmen, wenn sie über ausgeprägte Wettbewerbsvorteile verfügen, die sich auch unter der Zielvorgabe der Klimaneutralität aufrechterhalten lassen und die die preislichen Nachteile kompensieren. Unternehmen, bei denen dies nicht der Fall ist, werden entweder ihr Geschäftsmodell modifizieren, ihre Geschäftstätigkeit außerhalb der EU verlagern – oder schließen.

    Um das zu verhindern, plant die EU die Einführung eines Grenzausgleichsmechanismus. Mit diesem sollen, analog zum Umsatzsteuersystem, Exporte in Drittstaaten ent- und Importe aus diesen belastet werden. Dies wäre nicht nur mit zusätzlicher Bürokratie für die mittelständischen Unternehmen verbunden, sondern könnte auch die vorhandenen protektionistischen Bestrebungen in anderen Staaten verstärken.

    Sinnvoller wäre es daher, die Einnahmen aus der einheitlichen Bepreisung von Treibhausgasemissionen pauschal an die Unternehmen zurückzugeben, die am jeweiligen Emissionshandel teilnehmen. Alternativ könnten aber auch den Marktteilnehmern Emissionszertifikate im Rahmen von Emissionshandelssystemen kostenfrei zugeteilt werden. Schließlich ist es für die Unternehmen irrelevant, ob die CO2-Emissionen reale Kosten durch die Ersteigerung von Zertifikaten verursachen oder durch Opportunitätskosten in Form entgangener Gewinne erreicht werden, die durch nicht verkaufte, kostenlos zugeteilte Zertifikate entstehen. Im Hinblick auf die finanzielle Belastung der Unternehmen unterscheiden sich beide Varianten aber deutlich.

    Generell förderlich wäre es für die Unternehmen, wenn der Zeitraum für die Umsetzung der ökologischen Transformation gestreckt würde, damit die mittelständischen Unternehmen in der Lage sind, alle notwendigen Investitionen umzusetzen. Schließlich müssen auch die Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle, die oft über viele Jahrzehnte entwickelt wurden, mit großem Aufwand und unter erheblichen Risiken neu aufgebaut werden.

    Wohlbemerkt, es steht außer Zweifel, dass das erklärte Ziel der grünen Transformation mit Belastungen und Umbrüchen für den Mittelstand verbunden ist. Doch unilaterale Wege sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene führen eher zu volkswirtschaftlichen Nachteilen, als dass sie Vorbildcharakter für andere Industrienationen haben. Es kann nicht politisches Ziel sein, dass die De-Industrialisierung in Deutschland voranschreitet, klimabelastende Produktion in Staaten mit geringeren Standards verlagert wird und anschließend die Güter reimportiert werden. Eine solche Klimapolitik, die Wohlstandsverluste, Arbeitsplatzverluste und soziale Umverteilungswirkungen nicht berücksichtigt, würde jegliche Akzeptanz verspielen – nicht nur in der mittelständischen Wirtschaft.

     

    Zu den AutorInnen:

    Friederike Welter ist Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn und Professorin an der Universität Siegen.

    Hans-Jürgen Wolter ist Projektleiter im IfM Bonn.


    Info: https://makronom.de/was-der-mittelstand-braucht-um-seine-klimaziele-zu-erreichen-50618?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-der-mittelstand-braucht-um-seine-klimaziele-zu-erreichen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Diplomatie am Ende: EU sanktioniert Iran – und fürchtet US-Militärschlag

    lostineu.eu, 30. Januar 2026

    Nach dem Irakkrieg wollte die EU in Iran zeigen, wie man eine Krise friedlich lösen kann. Nun stuft sie die Revolutionsgarden als Terrorgruppe ein und fürchtet einen US-Militärschlag. Ein neuer Krieg wäre eine strategische Niederlage für die EU-Diplomatie.

    Vor dem Hintergrund der blutigen Repression in Iran und militärischer Drohungen der USA hat die EU ihre Gangart gegen das Mullah-Regime verschärft und neue Sanktionen verhängt. Betroffen ist neben Innenminister Eskandar Momeni auch die iranische Revolutionsgarde. Sie wurde bei einem Treffen der EU-Außenminister als Terrororganisation eingestuft.

    Die Einigung sei „ein starkes politisches Signal – und ein überfälliges“, sagte Außenminister Wadephul. Das Vorgehen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung sei derart drastisch, “dass es eine klare Reaktion der Europäischen Union als Wertegemeinschaft geben muss”, betonte der CDU-Politiker. „Wir stellen uns an die Seite der Iranerinnen und Iraner“, fügte er hinzu.

    Symbolpolitik

    Der praktische Nutzen hält sich allerdings in Grenzen.  Die Entscheidung habe eher symbolischen Wert und sei als Signal der Solidarität an die Opposition im Iran zu verstehen, hieß es in Brüssel. Mit der Listung als Terrororganisation würde die iranische Revolutionsgarde in eine Kategorie mit extremistischen Organisationen wie Hamas, Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida fallen.

    Die Strafmaßnahmen waren zuletzt im Herbst verschärft worden, als die EU den so genannten Snapback-Mechanismus ausgelöst hat. Wegen des ungelösten Streits über das iranische Atomprogramm wurden iranische Banken, Energie- und Transportunternehmen mit Strafen überzogen. Dies hat die Wirtschaftskrise im Land verschärft und mit zu den jüngsten Protesten beigetragen. Wadephul hatte dies begrüßt.

    Regime Change?

    Unklar ist, wie es nun weiter geht. Die EU hat ihr diplomatisches Pulver verschossen. Eine militärischen Lösung, wie sie US-Präsident Trump androht, lehnen die Europäer jedoch ab. Eine „Regime Change“, also ein Sturz des Mullah-Regimes und die Einsetzung einer neuen, demokratischen Regierung, lasse sich von außen kaum erreichen, sagte ein EU-Diplomat.

    Sollte es zu einer militärischen Eskalation kommen, so wäre dies auch eine strategische Niederlage für Europa. Seit dem US-Krieg gegen Irak 2003 haben die Europäer eine friedliche Lösung für den Iran angemahnt. Mit dem Atomabkommen JCPOA wollte die EU die nukleare Bewaffnung des Mullah-Regimes verhindern. Als Anreiz wurde der Führung in Teheran ein umfassender Handelsdeal angeboten. 

    Trumps Schuld

    Israel und die USA haben diesen Ansatz jedoch von Anfang an torpediert. In seiner ersten Amtszeit hat Trump eine Politik des „maximalen Drucks“ auf Iran verfolgt und sogar die EU mit Sanktionen bedroht. Im vergangenen Jahr haben Israel und die USA gemeinsam Angriffe gegen das iranische Atomprogramm geführt.

    Nun droht Trump erneut mit einem Militärschlag gegen das Mullah-Regime…

    Dies ist die gekürzte Fassung eines Beitrags für die “taz”. Die Langfassung steht hier

    7 Comments

    1. KK
      30. Januar 2026 @ 14:44

      M.W. sind die Revolutionsgarden Teil der regulären Streitkräfte des Iran, die Einstufung als Terrororganisation öffnet die Büchse der Pandora und schafft völkerrechtlich einen sehr bedenklicher Präzedenzfall. Denn wenn es Schule macht, künftig Teile regulärer Streitkräfte von potentiellen Gegnern als “Terrororganisation” einzustufen… was kommt dann als nächstes?
      Die Welt abseits des Westens könnte als Antwort die israelische IDF entsprechend einstufen, und läge damit ja ebensowenig falsch wie auch nach tausenden explodierender Mobilfunkgeräte und Pagern beim MOSSAD. Die russischen Truppen in der Ukraine – und im Gegenzug dann die ukrainischen im Donbass? Die US-Truppen mit ihren Drohnenmorden stehen sicher auch ganz weit vorn auf den Listen vieler Staaten… und nicht nur wegen der Drohnen.

      Und ist nicht eigentlich derzeit Trump der Oberterrorist, der mit seinen Launen die ganze Welt terrorisiert?

    Antworten

  • Lucki
    30. Januar 2026 @ 13:46

    Die USA sind neuerdings außerordentlich bemüht, den in Syrien bisher von Kurden internierten IS-Anhängern mehr Bewegungsfreiheiten zuzugestehen, auch damit sie endlich wieder in ihrer Heimat Gerechtigkeit erfahren und auf einen rechten(?) Weg gebracht werden können. Bei Al-Jolani hat das ja bestens funktioniert …
    Viele dieser religiösen Patrioten wurden von den USA aber auch einfach so in den Irak verlegt: dort können sie den Irakern helfen, dass nicht ein falscher zum neuen Premierminister gemacht wird, und sie sind auch noch dem Iran näher …
    Um aber zu demonstrieren, dass man nach wie vor gegen islamishen Terror an sich ist, wird zum Ausgleich der IS-Rehabilitation eine andere Gruppe zu Terroristen erklärt, z.B. die IRGC. Liegt doch nahe, oder?

    Antworten

  • Monika
    30. Januar 2026 @ 13:02

    Eine militärischen Lösung lehnen die Europäer jedoch ab…
    Soso. Wir tun ALLES, um genau diese militärische Lösung zu befördern, aber selbstverständlich „lehnen wir sie ab“. Akkurat nach Pontius Pilatus, „Ich wasche meine Hände in Unschuld“.
    Als Bürger muss ich davon ausgehen, dass die deutsche Regierung in einem felsenfesten Bund zum Imperium USA steht. Dessen Planungen und Kriege aus vollem Herzen und sogar unter in Kaufnahme der Selbstvernichtung mitträgt.
    Dabei müsste die deutsche Regierung sich schleunigst aus dem Hamsterrad der US-Militärunternehmungen fallen lassen, denn niemand, auch kein Staat, kann zur Selbstaufgabe verpflichtet werden. Selbstaufopferung aus Liebe??? Die kann es nur in persönlichen menschlichen Beziehungen geben. Niemals in der Politik, die ja repräsentativ für Millionen von Menschen handeln soll.
    Allerdings sich nur noch dem 1% Geldadel verpflichtet sieht.

    Antworten

  • garno
    30. Januar 2026 @ 11:58

    Die Regierungen der EU erweisen sich wieder einmal als willige Vasallen der USA: Die Revolutionsgarden sind nun zum Abschuss frei gegeben, es sind Terroristen. Die Absolution für Trumps Angriff auf den Iran.

    Antworten

  • Guido B.
    30. Januar 2026 @ 08:41

    Grundregel:
    In der internationalen Politik ist der Westen immer Teil des Problems und nie Teil der Lösung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die neuzeitliche Geschichte. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Antworten

  • Guido B.
    30. Januar 2026 @ 08:41

    Grundregel:
    In der internationalen Politik ist der Westen immer Teil des Problems und nie Teil der Lösung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die neuzeitliche Geschichte. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Antworten

  • Michael
    30. Januar 2026 @ 08:11

    Merz soll U.S. Militärschlag gegen den IRAN befürchten!? Lachhaft! Der lechzt doch nur danach dass die USA (und Israel) die Drecksarbeit erledigen!


  • Info: https://lostineu.eu/diplomatie-am-ende-eu-sanktioniert-iran-und-warnt-vor-militaerschlag/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Selenskyj macht Druck für EU-Blitzbeitritt schon 2027 


    lostineu.eu, vom 29. Januar 2026

    Die Zeichen für einen überstürzten EU-Beitritt der Ukraine mehren sich. Präsident Selenskyj fordert die Aufnahme im nächsten Jahr, Kanzler Merz sagt Nein, andere lavieren.

    Nachdem Staatschef Selenskyj gefordert hatte, sein Land schon 2027 in den EU-Club aufzunehmen, hat die EU-Kommission mit der Ausarbeitung von Optionen begonnen.

    Erweiterungskommissarin Kos sprach von Fortschritten und erwog öffentlich, den US-Finanzkonzern Blackrock an der Finanzierung zu beteiligen.

    Auch der deutsche Außenminister Wadephul hat sich in die Debatte eingeschaltet. Ein Beitritt sei “eine der entscheidenden Sicherheitsgarantien” für das Land, sagte Wadephul im Bundestag. 

    “Das mag per heute weit entfernt erscheinen, aber es liegt nach wie vor im Kerninteresse auch Deutschlands und von uns Europäern, dafür zu sorgen, dass dieses Land seinen Kampf gegen den russischen Aggressor gewinnen kann, dass es nicht unterliegt”. Deshalb brauche die Ukraine eine realistische Perspektive.

    Demgegenüber sagte Kanzler Merz, ein Beitritt am 1.1.27 sei “ausgeschlossen”. Das Land sei noch weit von der Erfüllung der sog. Kopenhagener Kriterien für einen EU-Beitritt entfernt.

    Wenn sich Merz und Wadephul fast gleichzeitig äußern, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas im Busch ist. Das Gezerre dürfte umso stärker werden, je näher ein Ende des Krieg rückt…

    P.S. Selenskyj legt nach und behauptet, die Ukraine sei 2027 bereit zum EU-Beitritt. Bis Ende dieses Jahres werde Kiew die wichtigsten für eine Mitgliedschaft erforderlichen Schritte umgesetzt ⁠haben, behauptet er. Den Korruptionsskandal, der sogar sein Präsidialamt erschüttert, hat er wohl vergessen…

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    15 Comments

    1. Der Skeptiker
      30. Januar 2026 @ 20:54

      Kanada. Das liegt zwar nicht in Europa, aber was soll’s. Israel liegt auch nicht in Europa, nimmt aber am Europe an Songcontest u.a. Teil. Im Gegensatz zu Ukraine, Moldawien und dem einen oder anderen Balkanland ist Kanada solvent. Warum sollten wir eigentlich jedes korrupte Hungerleiderland finanzieren? Eines, das schlecht über uns redet, wenn es opportun erscheint und unsere Energieversorgung sabotiert?
      ??

    Antworten

  • Kleopatra
    30. Januar 2026 @ 09:22

    Die Frage der EU-Mitgliedschaft ist die einzelne entscheidende Frage der künftigen Politik eines Staates. Will ein Staat EU-Mitglied werden und ist seine Aufnahme beabsichtigt, dann sind dadurch sozialpolitische, wirtschaftlspolitische etc. Entscheidungen soweit festgelegt, dass eine verbindliche Festlegung sinnvoll ist. Es ist ohne weiteres möglich, bestimmte Teilaspekte der Mitgliedschaft während einer Übergangszeit nicht anzuwenden, wie dies auch bei den mittel- und osteuropäischen Staaten praktiziert wurde; aber Grundsatzentscheidungen sollten nicht aufgeschoben, sondern früh getroffen werden. Aus ähnlichen Gründen war es sinnvoll, die BRD und die DDR rasch zu vereinigen, statt wie von manchen Oppositionellen angedacht, einen langwierigen Prozess der Neugründung eines vereinigten Deutschlands in Gang zu setzen.

    Antworten

    • Erneuerung
      30. Januar 2026 @ 16:47

      @Kleopatra:
      “Aus ähnlichen Gründen war es sinnvoll, die BRD und die DDR rasch zu vereinigen”
      Sie haben sich verschrieben, es muss heißen: …die DDR rasch zu übernehmen und als potenziellen Konkurrenten auszuschalten. Und kommen Sie mir bitte nicht mit “heruntergewirtschafteten Betrieben”, ich kenne aus eigener Erfahrung Betriebe beiderseits des ehemaligen Zaunes. Eine langsamere Angleichung, wie sie seinerzeit auch Herr Lafontaine gefordert hatte, wäre für beide Seiten besser gewesen. Wir (mich eingeschlossen) als Demonstranten in der DDR, wollten: Pressefreiheit, Reisefreiheit und eine konvertierbare Währung. Eine magische Kraft hat das dann in “Deutschland, Deutschland mit blühenden Landschaften” umgewandelt. Und nun haben wir; Krieg, Krieg, und nochmals Krieg sowie Verschuldung in astronomischer Höhe, dazu Müll auf jeder Wiese und verrottende Infrastruktur, die an die DDR erinnert. Und das alles wird mit dem “Beitritt” der Ukraine zur EU noch schlimmer.

      Antworten

      • Kleopatra
        30. Januar 2026 @ 17:50

        @Erneurung: Ich hatte geschrieben, dass die Grundsatzfrage, ob nämlich eine Vereinigung beabsichtigt ist, sinnvollerweise zu Beginn geklärt werden sollte. Damit wären Übergangsregelungen nicht ausgeschlossen; aber was der angestrebte Zielzustand in zehn-zwanzig Jahren sein soll, muss früh feststehen, weil die Menschen sich darauf aka auch einstellen und ihre Entscheidungen danach ausrichten müssen.

  • Arthur Dent
    30. Januar 2026 @ 00:06

    …und Georgien, Moldawien, Kasachstan, Usbekistan, Armenien und Aserbaidschan (da gab es ja schon mal ‘ne Connection). Können WIREUROPÄER bestimmt alle irgendwie gebrauchen.
    ‘n paar Länder hab ich bestimmt noch vergessen. Morgen ist ja auch noch ein Tag.
    Fühlt ihr auch schon, wie wir alle zusammen gehören? Ist das nicht ein erhebendes Gefühl?
    Weltoffene Weltbürger eben.
    🙂

    Antworten

    • KK
      30. Januar 2026 @ 04:13

      “n paar Länder hab ich bestimmt noch vergessen.”

      Kanada!
      Kein Witz, der Vorscghlag wurde schon gemacht!

      Antworten

  • umbhaki
    29. Januar 2026 @ 21:44

    Der ungarische Diplomat György Varga hat sich zum EU-Beitritt der Ukraine Gedanken gemacht, die von den hier geäußerten Überlegungen abweichen. Die „Nachdenkseiten“, die ich nicht gerne verlinke, haben das übersetzt. Meiner Meinung nach ist das ein bedenkenswerter Text.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=145515

    Klingt gar nicht mal so gut (für unsere EU und für die Russische Föderation), was dem Herrn Varga so durch den Kopf geht …

    Antworten

    • Norge
      30. Januar 2026 @ 08:38

      Danke für den Link. Eine glasklare Darstellung und kaum von der Hand zu weisen!

      Antworten

    • Kleopatra
      30. Januar 2026 @ 09:35

      Der Autor GV ist hier besorgt, dass Russland, indem es keine Einwände gegen eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine geltend macht, den Krieg gegen die Ukraine zwar militärisch gewinnen, aber politisch verlieren könnte. Warum aber macht sich ein ungarischer Diplomat Sorgen darüber, dass ausgerechnet die Russen ihren eigenen Interessen schaden? Wäre doch eine verdiente Strafe für all ihre Kriegsverbrechen…
      Ein echter ungarischer Patriot sollte den Russen, die Ungarn übel genug mitgespielt haben, eine selbstverschuldete gründliche Niederlage nicht missgönnen. Ich fürchte, hier spielen Animositäten wegen eines kleinen Teils der Ukraine, der vor 1918 zum Königreich Ungarn gehörte, eine Rolle.

      Antworten

  • KK
    29. Januar 2026 @ 19:40

    Wenn die Ukraine beitritt, werden ganz viele Nettoempfänger, die dann zu Nettozahlern werden, austreten – wetten?

    Antworten

  • Guido B.
    29. Januar 2026 @ 18:57

    Man kann der EU nichts Schlimmeres wünschen als einen raschen Beitritt der Ukraine. Das ist wie eine Pandemie, eine Finanzkrise, eine Migrationskrise, ein Kometeneinschlag und ein Vulkanausbruch zusammen. Vielleicht kommt noch ein Atomkrieg dazu.

    Antworten

    • KK
      29. Januar 2026 @ 19:43

      Das ist eher so was wie eine Machtergreifung… dann geht wirklich alles Geld der EU nur noch in eine Richtung! Und wenn denen was nicht passt, bringen sie uns unsere Waffen zurück, eine funktionale Armee mit daran gut ausgebildeten Soldaten hat die Ukraine ja jetzt.

      Antworten

  • Erneuerung
    29. Januar 2026 @ 18:31

    Selenskyj macht Druck, natürlich. Denn wer bestimmt denn sonst noch, was in Europa geschieht und wo das Geld landet?
    Wo ist noch mal das Grab von Bandera? Könnte man dort nicht ein monumentales Denkmal errichten, so, wie das eine Zeit lang mal mit Stalin im Ostblock war? Das Geld hierfür lässt sich sicher im Bildungs- oder Gesundheitswesen oder in der Rentenkasse auftreiben. Und immer schön daran denken, es gibt Herrscherrassen und Tiere, die nichts zu melden haben und nur überleben, wenn sie dem Schuss ausweichen können.

    Antworten

    • KK
      29. Januar 2026 @ 19:47

      “Wo ist noch mal das Grab von Bandera?”

      Soweit ich weiss: In der sogenannten “Hauptstadt der Bewegung” – also in München 😉

      Antworten

  • Michael
    29. Januar 2026 @ 18:25

    Ach, Merz und Wadephul ! Sie wollen dauernd führen und werden doch nur geführt und vorgeführt! Ob Trump, NATO, EU, oder Selenskyj, sie diktieren und Berlin läßt sich am Ring durch die Manege führen!


  • Info: https://lostineu.eu/selenskyj-macht-druck-fuer-eu-blitzbeitritt-schon-2027/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    “Sprache der Machtpolitik lernen”: Merz klingt wie Merkel, nur ratloser 


    lostineu.eu, vom 29. Januar 2026

    Kanzler Merz geht auf Distanz zu US-Präsident Trump: So berichten die Medien über die Regierungserklärung zur Außenpolitik. Angesichts des Großmachtgebarens der USA müsse sich Europa emanzipieren und “selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen”, wird Merz zitiert. “Als Demokratien sind wir Partner und Verbündete, und nicht Untergebene.” Allerdings sagte er im selben Atemzug, daß er an der transatlantischen Zusammenarbeit festhalten wolle. Letztlich klingt er genau wie seine Amtsvorgängerin Merkel, nur ratloser. „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ sagte sie schon 2017. Seitdem ist die Abhängigkeit von den USA immer größer geworden. Merz trägt selbst dazu bei, indem er den ungleichen Handelsdeal mit Trump durchdrücken will…

    Mehr zu Merz hier

    P. S. Mit der Sprache der Machtpolitik meint Merz offenbar vor allem das Militär. Doch in Grönland hat er gerade mal ein dutzend unbewaffnete Soldaten eingesetzt – für zwei Tage. Als Trump drohte, wurden sie sofort zurückgezogen. Wer so vorgeht, muss wirklich noch viel lernen…

    3 Comments

    1. Guido B.
      29. Januar 2026 @ 16:18

      Eine Headline vor rund 6 Monaten:

      “Merz schenkt Trump Geburtsurkunde seines Vorfahren aus der Pfalz”

      Die Sprache der Machtpolitik muss Merz nicht lernen. Das hat man mit dieser Herkunft in den Genen. Die Führerallüren des deutschen Kanzlers sind zwar noch etwas weniger ausgeprägt, aber Merz arbeitet daran. Nichts liegt dem Deutschen mehr als das Grossmachtgebaren.

      Andere Healine aus dem Deutschen Bundestag (Mai 2025, Regierungserklärung):
      “Merz: Bundeswehr soll konventionell zur stärksten Armee Europas werden”

      Vielleicht haben die Deutschen so viel Angst vor den Russen, weil sie glauben, dass die Russen gleich denken wie Deutsche.

    Antworten

  • Stef
    29. Januar 2026 @ 14:50

    Wenn Herrchen Trump will, dass Wauchen Merz “Platz” macht, muss er nur mit Zöllen gegen deutsche Autos winken. Merz wird nach meiner Wahrnehmung international inzwischen so ernst genommen wie Baerbock.

    Antworten

  • Erneuerung
    29. Januar 2026 @ 13:56

    Wo sind “wir” “Demokratien”? Welche Entscheidungen in der Vergangenheit wurden durch Mehrheiten in der Bevölkerung demokratisch abgesegnet? Der Genozid per Staatsräson? Das Verpulvern des Volksvermögens für die Banderas, die uns von umweltfreundlichen Energieträgern abkoppelten? Das Ersetzen von Nadel- und Mischwäldern durch Windradwälder? Die durch staatlichen Einfluss herbeigeführte Absenkung der Geburtenrate und das vermeindliche Auffüllen der Alterspyramide durch ungeregelte Zuwanderung? Das definitive Absenken des Bildungsniveaus, auch mit tatkräftiger Unterstützung der Medien? Die Verschlechterung des Gesundheitswesens? Die Unordnung überall mit kaputter Infrastruktur und Müll an jeder Ecke? Ist es das, was “wir” demokratisch wollten? Für diese Art des Lebens brauchen wir uns nicht emanzipieren, die gibt es woanders auch, allerdings scheint es eine Region zu geben, die zumindest einigen der oben genannten Erscheinungen den Kampf angesagt haben. Natürlich können wir uns von denen “emanzipieren”, und das ist bereits im vollen Gange, dazu brauchen wir gar kein Militär.



  • Info: https://lostineu.eu/sprache-der-machtpolitik-lernen-merz-klingt-wie-merkel/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Nachrichten von Pressenza: Die Weltuntergangsuhr: Wissenschaftler sagen, die Gefahr steigt

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 30. Januar 2026, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 30.01.2026


    Die Weltuntergangsuhr: Wissenschaftler sagen, die Gefahr steigt


    Das Bulletin of the Atomic Scientists gab heute die neue Positionierung der Weltuntergangsuhr bekannt, einem internationalen Symbol, welches das globale Risiko bezogen auf Atomwaffen, auf die Klimakrise, die geopolitischer Instabilität und aufkommenden Technologien repräsentiert. Mit dem heutigen Update steht die&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/die-weltuntergangsuhr-wissenschaftler-sagen-die-gefahr-steigt/


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    Francesca Albanese und die Würde der Intelligenz: wenn eine Universität sich weigert, sich zu beugen


    In Zeiten von systematischer Einschüchterung, von Schweigen als Mittäterschaft und von institutioneller Feigheit ist die gemeinsame Entscheidung Universitäten von Vrije-Brüssel, Antwerpen und Gent, Francesca Albanese einen Ehrendoktortitel zu verleihen, keine routinemäßige akademische Geste. Es ist eine Stellungnahme. Es ist eine&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/francesca-albanese-und-die-wuerde-der-intelligenz-wenn-eine-universitaet-sich-weigert-sich-zu-beugen/


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    Die USA sind nicht länger Mitglied der WHO


    Die Vereinigten Staaten haben offiziell ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abgeschlossen, was einen historischen Bruch nach fast 78 Jahren als Mitgliedsstaat markiert und ihren Status als größter Geldgeber der Organisation beendet. Der Austritt wurde am 22. Januar 2026 rechtskräftig, genau ein Jahr nachdem&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/die-usa-sind-nicht-laenger-mitglied-der-who/


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    Sinnlose Armee-Aufrüstung auf dem Buckel der Schwächsten auch in der Schweiz


    Gestern hat der Schweizer Bundesrat kommuniziert, dass er die Mehrwertsteuer um 0.8 % erhöhen will, um damit die unsinnige Aufrüstung zu finanzieren. Wird dies beschlossen, so folgt ein obligatorisches Referendum. Die GSoA wird eine solche Erhöhung aktiv bekämpfen. Seit Monaten&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/sinnlose-armee-aufruestung-auf-dem-buckel-der-schwaechsten-auch-in-der-schweiz/


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    Internationales Treffen in Guatemala: „Frauen und indigene Frauen in Lateinamerika“


    Unter dem Motto „Frauen und indigene Frauen in Lateinamerika – auf dem Weg zu Gleichstellung und Demokratie“ kamen in Guatemala rund hundert weibliche Führungskräfte aus dem Gastgeberland sowie aus Bolivien, Mexiko, Chile und Costa Rica zusammen. Während der zweitägigen Konferenz&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/internationales-treffen-in-guatemala-frauen-und-indigene-frauen-in-lateinamerika/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 





    Francesca Albanese und die Würde der Intelligenz: wenn eine Universität sich weigert, sich zu beugen


    pressenza.com, vom, 29.01.26 - Montreal, Canada - Claudia Aranda

    Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch verfügbar

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    (Foto: Wikipedia)


    In Zeiten von systematischer Einschüchterung, von Schweigen als Mittäterschaft und von institutioneller Feigheit ist die gemeinsame Entscheidung der Universitäten von Vrije-Brüssel, Antwerpen und Gent, Francesca Albanese einen Ehrendoktortitel zu verleihen, keine routinemäßige akademische Geste. Es ist eine Stellungnahme. Es ist eine ethische Bestätigung. Und vor allem ist es eine Erklärung intellektueller Unabhängigkeit in einem globalen Klima, in dem es zu einem riskanten Akt geworden ist, die Wahrheit zu sagen.

    Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben diese drei flämischen Universitäten – allesamt europäische Benchmark-Institutionen in der Forschung, im Völkerrecht, in den Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften – gemeinsam beschlossen, in einer feierlichen Zeremonie am 2. April in Antwerpen die höchste akademische Auszeichnung an eine Juristin zu verleihen, deren beruflicher Werdegang mit seltener Kohärenz die Werte verkörpert, für die die Universität als solche steht: Strenge, Ehrlichkeit, Mut und Dienst am Gemeinwohl. Das ist weder Zufall noch ein symbolisches Zugeständnis. Es handelt sich um einen Zusammenschluss auf höchstem intellektuellem Niveau, der sich entschieden hat, mit einer einzigen Stimme zu sprechen.

    Francesca Albanese ist eine Völkerrechtsanwältin mit einer soliden, umfangreichen und höchst angesehenen Karriere im Bezug auf das Themengebiet der Menschenrechte. Bevor sie 2022 die Stellung als Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Menschenrechtslage in den besetzten palästinensischen Gebieten übernahm, arbeitete sie mehr als ein Jahrzehnt als Rechtsberaterin und Expertin in verschiedenen UN-Gremien, spezialisiert dabei auf humanitäres Völkerrecht, Zivilschutz, Zwangsvertreibungen und staatliche Verantwortung. Ihr Mandat wurde 2025 erneuert, eine ausdrückliche Anerkennung ihrer fachlichen Fähigkeiten und der Unabhängigkeit, mit der sie eine Funktion ausübte, die politischem Druck besonders ausgesetzt war.

    Die offiziellen Statements der Universitäten sind klar und deutlich. In ihrer gemeinsamen Erklärung unterstreichen die Institutionen das „außergewöhnliche Engagement von Francesca Albanese für den Schutz der Menschenrechte und die Stärkung des Völkerrechts“ sowie ihre Fähigkeit, ihr Mandat „mit beruflicher Unabhängigkeit und juristischer Strenge in Kontexten extremer Polarisierung“ auszuüben. Das ist kein inhaltsleeres Lob: Es ist eine zutreffende Beschreibung einer Karriere, die auf Fakten, auf Recht und Verantwortung basiert.

    Für die Vrije Universität Brüssel hat deren Rektor darauf hingewiesen, dass die Universität angesichts von Ungerechtigkeiten kein neutraler Raum sei, sondern ein Ort, an dem kritisches Denken frei von äußerem Druck fortbestehen muss. Die Universität Antwerpen betonte, dass diese gemeinsame Anerkennung eine von allen geteilte Überzeugung zum Ausdruck bringt: dass die Wissenschaft eine soziale Verantwortung trägt, der sie sich nicht entziehen kann, wenn Völkerrecht systematisch verletzt wird. Die Universität Gent betonte ihrerseits, dass die Ehrung von Albanese das Prinzip honoriert, dass Forschung und Analyse von Rechtsangelegenheiten nicht Einschüchterungskampagnen oder bedingten politischen Interessen untergeordnet werden können.

    Dieser letzte Punkt ist nicht unbedeutend. Denn auf die Bekanntgabe der Promotion folgte, wie zu erwarten war, eine Verleumdungsoffensive durch zionistische Organisationen, die als politische Lobbyisten und nicht als akademische Akteure agieren. Wir reden nicht von Religionsgemeinschaften oder kulturellen Identitäten. Wir sprechen hier von organisierten politischen Strukturen, die seit Jahren versuchen, jede Stimme, die die Verbrechen des Staates Israel und die koloniale und gewalttätige Natur des zionistischen Projekts in seiner aktuellen Form dokumentiert, entweder zu diskreditieren, zum Schweigen zu bringen oder aus der Öffentlichkeit auszuschließen.

    Das Muster ist vertraut und grobschlächtig: Verzerrung von Aussagen, unbegründete Anschuldigungen, Druck auf die Medien, verschleierte Drohungen gegen Einrichtungen, moralische Erpressung durch den instrumentalisierten Vorwurf des Antisemitismus. Nichts davon hält einer ernsthaften Analyse stand. Und nichts davon hat ausgereicht, um drei Eliteuniversitäten zum Rückzug zu bewegen. Im Gegenteil: Sie haben ihre Entscheidung klar bekräftigt und die abgrundtiefe Kluft zwischen strikter intellektueller Arbeit und dem schmutzigen Spiel derjenigen offengelegt, die Einschüchterung mit Argumentation verwechseln.

    Der Hintergrund dieses Streits ist nicht abstrakt. Er ist konkret. Er ist menschlich. Er ist blutig. Die von Francesca Albanese den Vereinten Nationen vorgelegten Berichte stellen eine der schwerwiegendsten und sorgfältigst belegten Dokumente über die Zerstörung Gazas dar. Darin erklärt die Berichterstatterin, dass wenn man nicht nur direkte Todesfälle durch Bombenanschläge und Militärangriffe, sondern auch indirekte Todesfälle durch erzwungenen Hunger, durch den Zusammenbruch des Gesundheitssystems, durch die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur, durch Dehydrierung, durch vermeidbare Krankheiten und durch massive Zwangsvertreibungen betrachtet, die tatsächliche Zahl der getöteten Palästinenser sich auf mindestens 680.000 Menschen beläuft, eine Zivilbevölkerung, die überwiegend aus Kindern, Frauen und älteren Menschen bestand.

    Diese Zahl ist nicht rhetorisch. Es ist keine Propaganda. Sie ist das Ergebnis der Anwendung von rechtlichen und epidemiologischen Standards, die historisch zur Bewertung der Sterblichkeit in Massenvernichtungskontexten verwendet wurden. Und sie ist zudem eine konservative Zahl. Albanese selbst hat ausdrücklich betont, dass die Unmöglichkeit, die Toten präzise zu zählen – auf Grund von unter Trümmern begrabenen Leichen, vernichteter Unterlagen, zerstörter Krankenhäuser – Teil des Verbrechens selbst sei. Völkermord tötet nicht nur: er löscht aus.

    Angesichts dieser Realität ist die Reaktion der zionistischen Organisationen, die heute versuchen, diese akademische Anerkennung zu sabotieren, keine Verteidigung von Ethik oder der Bewahrung von historischer Erinnerung. Es ist die Reaktion eines politischen Apparats, der sich selbst angesichts der Beweise entlarvt, herausgefordert und zunehmend isoliert sieht. Es ist die symbolische Gewalt derer, die die Fakten nicht widerlegen können und stattdessen denjenigen angreifen, der sie benennt.

    Die Antwort der belgischen Universitäten ist daher von großer Bedeutung. Sie belohnen nicht eine Meinungsäußerung. Sie würdigen ein Berufsleben, das dem Recht, der strikten Forschung und der Verteidigung der grundlegendsten Prinzipien internationaler Rechtmäßigkeit gewidmet ist. Sie sagen unmissverständlich, dass die Universität sich nicht politischem Mobbing oder moralischer Erpressung beugt. Sie erinnern uns daran, dass Wissen nicht vor der Macht kapituliert, wenn Macht Verbrechen begeht.

    Francesca Albanese ist weder eine vorübergehende Erscheinung noch eine kurzzeitige Provokateurin. Sie ist eine solide Juristin, eine ernsthafte Forscherin und eine internationale öffentliche Dienerin, die bereit ist, vieles in Kauf zu nehmen, indem sie ausspricht, was viele lieber zum Schweigen bringen. Und deshalb wird sie heute angegriffen. Und genau deshalb wird sie geehrt.

    Weder das ganze Geld noch all der Einfluss noch die gesamte Desinformationsmaschinerie dieser Verbrecher, die heute Gaza verwüsten, werden in der Lage sein, eine ehrliche Stimme zum Schweigen zu bringen, und noch viel weniger, ihre Brillanz auszulöschen. Denn wenn Intelligenz zusammen mit ethischen Werten ausgeübt wird und die Universität sich an den Grund ihrer Existenz erinnert, findet die Wahrheit immer ihren richtigen Standpunkt.

    Und diesmal wird sie von einer Gemeinschaft höchsten akademischen Niveaus getragen, die beschlossen hat, nicht wegzusehen.

     

    Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Ursula Nollenberger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!



    Info: https://www.pressenza.com/de/2026/01/francesca-albanese-und-die-wuerde-der-intelligenz-wenn-eine-universitaet-sich-weigert-sich-zu-beugen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.01.2026

    Der Weg zur Bombe (II)  Forderungen nach Bau einer deutschen Atombombe begleiten Merz‘ Plädoyer für eine neue „Machtpolitik“ der EU. Brigadegeneral der Bundeswehr dringt auf taktische Nuklearwaffen.

    german-foreign-policy.com, 30. Januar 2026

    BERLIN (Eigener Bericht) – Forderungen nach dem Bau einer deutschen Atombombe haben am gestrigen Donnerstag den Ruf von Bundeskanzler Friedrich Merz nach einer neuen „Machtpolitik“ der Europäischen Union begleitet. Die EU müsse endlich „die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“ und „europäische Macht werden“, verlangte Merz in seiner Regierungserklärung mit Blick auf die Eskalation des Machtkampfs mit den USA. Ebenfalls am Donnerstag hatte nicht nur der einstige Außenminister Josef Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) eine „europäische“ Nuklearbewaffnung gefordert. Es wurden außerdem im Anschluss an ein Plädoyer eines Brigadegenerals an der Führungsakademie der Bundeswehr für eine deutsche Atombombe Fragen nach deren Machbarkeit diskutiert. So ließ sich etwa ein langjähriger Experte des Forschungszentrums Jülich mit der Einschätzung zitieren, an der Anreicherungsanlage Gronau könne problemlos genug Uran für „rund 340 Sprengköpfe“ angereichert werden. Als problematisch gilt allerdings, dass der Zwei-plus-Vier-Vertrag dafür aufgeschnürt werden müsste; dann kämen Reparationsfragen aus dem Zweiten Weltkrieg erneut auf die Tagesordnung, warnt der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter.


    Zitat: „Die Sprache der Machtpolitik“

    In einer Regierungserklärung hat Bundeskanzler Friedrich Merz am gestrigen Donnerstag eine aggressivere Politik Deutschlands sowie der EU in Aussicht gestellt. Im Hinblick auf die in der vergangenen Woche mitgeteilte Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Zoll- und Annexionsdrohungen im Konflikt um Grönland zurückzuziehen, deutete Merz an, dies sei auf den Widerstand der Staaten Europas zurückzuführen gewesen. Merz appellierte: „Machen wir etwas aus diesem sich neu regenden Selbstbewusstsein der Europäer.“[1] Es gelte, sich künftig stärker gegen die Vereinigten Staaten „zur Wehr zu setzen“: Man sei „Partner und Verbündete“, „nicht Untergebene“. Voraussetzung sei freilich, dass „wir … die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“, dass „wir selbst eine europäische Macht werden“. Das sei anzustreben, aber auch realistisch: „Europa ist immer dann gewachsen, wenn es unter Druck stand, wenn es Krisen gab.“ Merz wies ergänzend darauf hin, „in dieser sich neu ordnenden Welt“ gebe es alternative Kooperationspartner – „aufstrebende Demokratien mit offenen und wachsenden Märkten“ auf der Suche nach „Partnerschaften“, die „geprägt“ seien „von gegenseitigem Respekt, von Vertrauen und von Verlässlichkeit“. Die Kooperation mit Drittstaaten gilt als Option, sich stärkeren Rückhalt gegen US-Pressalien zu sichern.[2]


    Die europäische Bombe

    Merz‘ Appell wird von neuen Forderungen nach atomarer Aufrüstung begleitet – entweder auf EU- oder auch auf nationalstaatlicher Ebene. Am gestrigen Donnerstag meldete sich dazu der ehemalige Außenminister Josef Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort. Fischer hält Plädoyers für eine atomare Bewaffnung der Bundesrepublik „für einen großen Irrtum“: „Eine deutsche Atombombe würde uns nicht wirklich schützen und zudem großen Ärger für uns bringen.“[3] Fischer äußert jedoch: „Europa muss das machen“ – denn die Schutzgarantie der Vereinigten Staaten sei „ab sofort ungewiss“. Tatsächlich wird seit vergangenem Jahr eine Ausdehnung des französischen Nuklearschirms über die EU verstärkt diskutiert. Bislang aber scheitert sie daran, dass Deutschland Mitbestimmung über die französischen Atomwaffen verlangt, was Paris ablehnt (german-foreign-policy.com berichtete [4]).


    Die skandinavische Bombe

    Waren Forderungen nach einer atomaren Bewaffnung nicht auf EU-, sondern auf nationaler Ebene bislang vor allem aus Polen und den baltischen Staaten zu hören [5], so wird seit der Eskalation des Konflikts um Grönland Anfang vergangenen Jahres darüber hinaus in den Ländern Skandinaviens über eine eigene nukleare Bewaffnung nachgedacht. Im März 2025 brachte der Vorsitzende der ultrarechten Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, den Bau einer schwedischen Atombombe ins Gespräch.[6] Experten und weitere Politiker schlossen sich an. Kürzlich hat sich diesbezüglich auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im dänischen Parlament, Rasmus Jarlov, zu Wort gemeldet. „Europas Verteidigung muss unabhängig von den USA werden“, sagte Jarlov; „das bedeutet: Wir brauchen eigene Atomwaffen.“[7] Nuklearer Schutz durch Europas heutige Atommächte genüge nicht: „Wir machen uns Sorgen, dass in einem der wichtigen europäischen Länder vielleicht einmal jemand wie Trump an die Macht kommt“. Eine etwaige schwedische Bombe jedoch „unterstütze“ er „zu 100 Prozent“. „Ich sage nicht: Dänemark allein braucht Atomwaffen“, erklärte Jarlov. „Aber eine Atombombe der nordischen Länder würde ich begrüßen.“


    „Dem Hegemon ist nicht zu trauen“

    Die Forderung nach der Beschaffung von Atomwaffen auf nationaler Ebene wird nun zum wiederholten Male auch in Deutschland laut. Kurz nach dem US-Überfall auf Venezuela und mit Blick auf die Annexionsdrohungen gegenüber Grönland erklärte Brigadegeneral Frank Pieper, Direktor Strategie an der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr, in einem Textbeitrag auf LinkedIn: „Deutschland braucht eigene taktische Atomwaffen“, „Waffen, die sich der finalen Bedrohung durch Russland entgegenstellen“. Pieper, der die Forderung „absolut und ausschließlich“ als „persönliche Meinung“ verstanden wissen wollte, urteilte explizit, es genüge nicht, „die stärkste[n] konventionellen Streitkräfte Europas“ aufzubauen, wie es Bundeskanzler Friedrich Merz anstrebt. Der Hauptgrund sei: „Dem Hegemon“ – also den Vereinigten Staaten und ihrer nuklearen Abschreckung – „ist nicht (mehr) zu trauen.“ Pieper mahnte zur Eile: „Raus aus den Federn und ran ans Arbeiten.“ Insider berichten, zwar wage „bisher kaum jemand in der Bundeswehr“, das Plädoyer für eine deutsche Bombe „derart deutlich auszusprechen“. Doch werde es „intern zunehmend diskutiert“.[8]


    „Technisch banal“

    Dabei wird inzwischen auch die Frage nach der konkreten Machbarkeit einer deutschen Bombe aufgeworfen. „Technisch ist das relativ banal“, wird Christian Mölling, Militärexperte am European Policy Center in Brüssel, zitiert: „Wir haben sowohl die Ingenieursfähigkeiten als auch die Möglichkeit, Uran oder Plutonium anzureichern“.[9] Letzteres könnte in der Anreicherungsanlage Gronau geschehen. „Es bräuchte nur ausreichend Zentrifugen“, wurde am gestrigen Donnerstag ein langjähriger Mitarbeiter am Atomforschungszentrum Jülich zitiert; dann sei man „innerhalb von drei Jahren in der Lage“, Nuklearwaffen zu fertigen.[10] „Bei der genehmigten Anreicherungskapazität in Gronau könnte man jährlich rund 17 Tonnen waffenfähiges Uran herstellen“, erklärt der Experte; das genüge für „rund 340 Sprengköpfe“. Als problematisch werden eher die rechtlichen und die politischen Folgen eingeschätzt. So sei es erforderlich, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten, heißt es; das aber könne zur Folge haben, dass andere Staaten folgten – von Schweden über Südkorea bis Saudi-Arabien. Auch müsse man den Zwei-plus-Vier-Vertrag aushebeln, in dem die Bundesrepublik ihren Verzicht auf Atomwaffen „erklärt“ und „bekräftigt“ habe.[11] Dann freilich werde sich wohl die Reparationsfrage „neu stellen“, warnt der CDU-Außen- und Militärpolitiker Roderich Kiesewetter.[12] Diese galt mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag als erledigt.


    „Kern der nationalen Souveränität“

    Dessen ungeachtet erklärt etwa der frühere Leiter des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel und langjährige Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Joachim Krause: „Wir müssen dringend über den Schutz Deutschlands durch eigene oder europäische Atomwaffen reden“.[13] Der Präsident der Bonner Stiftung Haus der Geschichte, Harald Biermann, erklärt: „Die nukleare Frage ist der Kern der nationalen Souveränität eines Staates. Auch Deutschland muss sich dieser Frage stellen.“[14] Biermann fordert, die Bevölkerung diesbezüglich zu „sensibilisieren“. „Am Ende wird die Mehrheit erkennen: Die Entscheidung über Atomwaffen ist mehr als Politik“, behauptet Biermann. „Es geht hier um die Existenz der Bundesrepublik.“

     

    [1] Volker Petersen: Merz will Trump mit Europa Grenzen aufzeigen. n-tv.de 29.01.2026.

    [2] S. dazu Bruch in der Weltordnung und Auf der Suche nach Alternativen (II).

    [3] Esther Kogelboom, Anja Wehler-Schöck: Joschka Fischer über die neue Weltlage: „Als junger Mann würde ich mich freiwillig zum Wehrdienst melden“. tagesspiegel.de 29.01.2026.

    [4] S. dazu Der Weg zur Bombe und Den Atomkrieg üben.

    [5] Jochen Wegner: Braucht Deutschland die Atombombe, Claudia Major? zeit.de 30.10.2025.

    [6] Eden Maclachlan: Swedish hawks want their own nuclear weapon. thetimes.com 28.09.2025.

    [7] Steffen Gassel: „Wir können den Amerikanern nicht mehr trauen. Wir brauchen eigene Atomwaffen“. stern.de 21.01.2026.

    [8] Georg Ismar: Braucht Deutschland die Bombe? sueddeutsche.de 11.01.2026.

    [9] Steffen Gassel: Eine Atombombe für Deutschland? „Technisch ist das relativ banal“. stern.de 22.01.2026.

    [10] Martin Debes, Nico Fried, Miriam Hollstein, Veit Medick, Viktar Vasileuski: Wie der Weg zu einer deutschen Atombombe aussehen könnte. stern.de 29.01.2026.

    [11], [12] Georg Ismar: Braucht Deutschland die Bombe? sueddeutsche.de 11.01.2026.

    [13], [14] Martin Debes, Nico Fried, Miriam Hollstein, Veit Medick, Viktar Vasileuski: Wie der Weg zu einer deutschen Atombombe aussehen könnte. stern.de 29.01.2026.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10283


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.01.2026

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 29. Januar 2026, 8:32 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,


    nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen

    in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema

    Militarisierung in Deutschland - auch heute mit dem

    Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel

    übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.



    1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


    2. Tagesschau: Nach Treffen mit Trump - Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien


    3. Politico: US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche


    4. Länderanalysen: Zwischen Krieg und Prekarität: Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine


    5. Watson: Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut


    6. Die Zeit: Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück


    7. SZ: Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?



    8. FP: Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein

    9. taz: Säbelrasseln zwischen Iran und den USA - Hohn bei der Freitagspredigt


    10. n tv: Iran warnt Trump vor Angriff - US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten


    11. Agios: Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft



    12. SWP: Mit, ohne, gegen Washington:  Die Neubestimmung der Bezie­hungen Europas zu den USA


          Gerrit Kurtz: Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«

    13. PZKB: "Wege zum Frieden“ - Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival


    14. Buechner-Verlag: Bruno Kern. »… den Krieg gründlich verlernen«



    ——



    1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


    https://www.n-tv.de/politik/17-00-Schlimme-Wetterprognose-fuer-Kiew-article23143824.html



    Ukraine-Krieg im Liveticker


    28.01.2026


    16:06 Russland, Ukraine und USA setzen Gespräche am Sonntag fort


    Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über einen

    Waffenstillstand sollen am Sonntag dieser Woche fortgesetzt werden.


    Gastgeber für die Beratungen sei erneut Abu Dhabi, meldet die

    staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf

    das Präsidialamt in Moskau. (…)

    (…)



    15:07 Russland: Putin hat über mögliches Selenskyj-Treffen mit Trump gesprochen


    Bei den Telefonaten zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

    und US-Präsident Donald Trump ist Russland zufolge mehrfach auch ein

    Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr

    Selenskyj Thema gewesen.


    Trump habe eine solche Möglichkeit vorgeschlagen, sagt Juri Uschakow,

    Putins außenpolitischer Berater, im staatlichen russischen Fernsehen.

    Russland verweigere einen solchen Kontakt nicht, behauptet er.


    Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj müsse aber gut vorbereitet

    und ergebnisorientiert sein. Wenn Selenskyj dazu bereit sei, könne er

    nach Moskau kommen, und seine persönliche Sicherheit sei

    gewährleistet.


    Daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel, da Russland seit Jahren

    erfolglos versucht, die Regierung von Selenskyj zu entfernen. Der

    ukrainische Staatschef lehnte im vergangenen Jahr die Idee eines

    Treffens in Moskau ab und schlug stattdessen vor, Putin solle nach

    Kiew kommen.


    (…)

    11:01 Selenskyj: An Abkommen zum Wiederaufbau muss noch gearbeitet werden


    In einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten über den Wiederaufbau

    nach dem Krieg gibt es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr

    Selenskyj zufolge Punkte, die noch eingehender besprochen werden

    müssen. Das Wiederaufbauabkommen ist Teil eines umfassenderen Plans

    zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges mit Russland.


    "Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Seite schreitet aktiv

    voran, und auf ukrainischer Seite arbeiten wir mit maximaler

    Effizienz", schreibt Selenskyj auf der Online-Plattform X.

    (…)


    01:52 Ukrainischer Außenminister: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit


    Der ukrainische Präsident Selenskyj ist laut seinem Außenminister

    bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt

    mit Kremlchef Putin über heikle Fragen zu verhandeln.


    Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch

    nicht geklärt, so Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit

    dem ukrainischen Portal "Jewropejska Prawda“.


    Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russisch besetzte Atomkraftwerk

    in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit,

    sich mit Putin zu treffen, sagt Sybiha. Schon in der Vergangenheit

    hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef

    gefordert, während Moskau stets bremste.



    ——



    2. Tagesschau: Nach Treffen mit Trump - Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien



    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/selenskyj-usa-ukraine-sicherheitsgarantien-100.html


    Nach Treffen mit Trump Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien


    Stand: 22.01.2026 19:19 Uhr



    Einen Tag vor den direkten Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands

    und der Ukraine hat Präsident Selenskyj bereits einen Fortschritt

    bekannt gegeben - eine Einigung mit den USA über Sicherheitsgarantien.


    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einigung mit

    US-Präsident Donald Trump über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

    verkündet. Das Thema sei damit "erledigt", sagte Selenskyj nach seinem

    Treffen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.


    Zunächst müsse die Vereinbarung noch von beiden Präsidenten

    unterzeichnet werden, dann gehe sie an die nationalen Parlamente. Eine

    Bestätigung der USA gibt es bisher nicht.



    ——


    3. Politico: US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche



    https://www.politico.com/news/2026/01/24/ukraine-russia-talks-war-ceasefire-00745581


    US-Beamte: Mehr Ukraine- und Russland-Gespräche kommen nächste Woche


    Die Treffen in dieser Woche waren das erste Mal, dass alle drei Länder persönlich zu Gesprächen saßen,


    um zu versuchen, einen Waffenstillstand auszuhandeln.



    Von  Paul McLeary <https://www.politico.com/staff/paul-mcleary> und  Felicia Schwartz <https://www.politico.com/staff/felicia-schwartz>.


    24.01.2026       01:26 PM EST


    (…)


    Einer der großen Knackpunkte in den Verhandlungen waren die westlichen

    Sicherheitsgarantien für die Ukraine in jedem Nachkriegsszenario. Die

    europäischen Länder haben auf eine kleine Truppenpräsenz in der

    Ukraine gedrängt, um einen Waffenstillstand zu überwachen, wobei

    Frankreich und Deutschland den Vorstoß zur Entsendung von Truppen

    anführen.


    Präsident Donald Trump hat gesagt, dass die USA in der Ukraine keine

    Stiefel auf den Boden legen, sondern helfen werden.


    Verteidigungsbeamte haben gesagt, dass das amerikanische Engagement

    wahrscheinlich Satelliten- und Geheimdienstunterstützung, einige

    Drohnenflüge zur Überwachung der Trennungslinie und

    Logistikunterstützung beinhalten würde.


    (…)


    Die US-Beamten sagten, ein großer Teil der Gespräche dieser Woche

    konzentrierte sich auf die Wirtschaft und die Kontrolle des

    ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja, das von russischen

    Streitkräften besetzt wird. Es gab keine Einigung, aber der von Moskau

    favorisierte Vorstoß besteht darin, dass die Ukraine und Russland die

    elektrische Leistung aus dieser Anlage teilen, die die größte in

    Europa ist.


    "Beide Parteien beginnen sich vorzustellen, was sie aus dem Frieden

    gewinnen können, wie der Wohlstandsplan für die Ukraine, einige dieser

    Möglichkeiten für Russland, Geschäftsabschlüsse mit den Vereinigten

    Staaten von Amerika zu machen", sagte der zweite Beamte.


    "Es gibt im Moment offensichtlich nicht viel Vertrauen zwischen Europa

    und Russland, aber wir wollen einen Rahmen schaffen, in dem das ein

    neues Paradigma beginnen kann, das Vertrauen aufbauen kann, indem es

    eine echte Deeskalation zeigt."


    Auf dem Weg zu den Gesprächen sagte Witkoff, dass nur noch ein Problem

    - von dem Selenskyj später sagte, dass es Territorium sei - gelöst

    werden müsse. Russland hat gefordert, dass es die gesamte östliche

    Donbass-Region der Ukraine nimmt, sogar Teile, die die Ukraine immer

    noch kontrolliert. Die Ukraine hat sich der Forderung widersetzt,

    angesichts der strategischen Bedeutung des Territoriums für das Land.


    (…)


    ———



    4. Länderanalysen: Zwischen Krieg und Prekarität: Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine


    https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/325/ukraineanalysen325.pdf?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Ukraine-Analysen+325&newsletter=Ukraine-Analysen+325



    Nr. 325 | 21.01.2026


    Ukraine-Analysen


    Journalistische / soziale Medien und Krieg


    (…)



    Zwischen Krieg und Prekarität:


    Die Lage von Medien und Journalist:innen in der Ukraine



    Dariya Orlova (Nationale Universität Kyjiw-Mohyla-Akademie),


    Vera Slavtcheva-Petkova (University of Liverpool)


    (…)


    (Seite 6)


    Fazit


    Die WJS-Studie zeigt, dass ukrainische Journalist:innen

    in einem äußerst belastenden und riskanten Umfeld

    arbeiten – einem der schwierigsten unter den 73 unter-

    suchten Ländern. Innerhalb Europas schneidet lediglich

    ein Land schlechter ab als die Ukraine, nämlich Alba-

    nien.


    (…)


    Der Wegfall von USAID als zentralem Geldge-

    ber und die darauffolgende Neuordnung der interna-

    tionalen Medienförderung stellen ein weiteres Risiko

    für ukrainische Medien dar, denen es in der kriegsbe-

    dingt geschwächten Wirtschaft zunehmend schwerfällt,

    ausreichende finanzielle Mittel zu sichern. Finanzielle

    Herausforderungen zeichnen sich kurz- und mittelfris-

    tig als besonders kritisch ab.


    Die psychische Belastung dürfte angesichts des ange-

    sammelten Stresses, der Erschöpfung und der hohen

    Arbeitsbelastung kaum abnehmen. Eine verschärfte Pre-

    karität zeigt sich zudem im Personalmangel. Journalis-

    mus bleibt ein schlecht bezahlter Beruf mit zahlreichen

    zusätzlichen Belastungen, was es erschwert, neue Fach-

    kräfte zu gewinnen.


    Es ist davon auszugehen, dass die Fortdauer des Krie-

    ges nicht nur die im Artikel beschriebenen strukturellen

    Herausforderungen weiter verschärfen, sondern auch neue

    hervorbringen wird. Ein langanhaltender Krieg der gegen-

    wärtigen Intensität neigt dazu, Institutionen zu untergra-

    ben und die Gesellschaft insgesamt massiv unter Druck

    zu setzen.


    Der ukrainische Journalismus wird daher wei-

    terhin auf die Probe gestellt werden. Die Antworten, die

    Medien, Journalist:innen und andere Akteur:innen auf

    Sicherheitsbedrohungen und Prekarität finden, werden

    den Journalismus prägen und darüber entscheiden, inwie-

    weit er in der Lage ist, den gravierenden Folgen von Russ-

    lands Krieg gegen die Ukraine zu begegnen.



    ————



    5. Watson: Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut



    https://www.watson.ch/international/wef/498900591-die-ganze-rede-vom-kanadischen-premierminister-mark-carney-am-wef-2026

    Dieser Auftritt sorgt für Aufsehen: Mark Carneys Rede am WEF im Wortlaut


    Die Rede von Mark Carney WEF wird in Erinnerung bleiben. Der

    kanadische Premierminister spricht davon, dass die internationale

    Ordnung zerbrochen ist und plädiert dafür, durch Zusammenhalt und

    eigene Autonomie gegen die verschärfte Rivalität der Grossmächte

    anzukämpfen. (…)



    21.01.2026, 14:3621.01.2026, 15:50



    Vielen Dank, Larry. Ich werde zunächst auf Französisch sprechen und

    dann wieder ins Englische wechseln.


    [Das Folgende ist aus dem Französischen übersetzt]


    Danke, Larry. Es ist mir eine Freude und eine Pflicht, heute Abend in

    diesem entscheidenden Moment, den Kanada und die Welt gerade

    durchleben, bei Ihnen zu sein. Heute werde ich über einen Bruch in der

    Weltordnung sprechen, über das Ende einer angenehmen Fiktion und den

    Beginn einer harten Realität, in der die grosse, führende Macht – die

    Geopolitik – keinen Grenzen und keinen Zwängen unterworfen ist.


    Andererseits möchte ich Ihnen sagen, dass die anderen Länder,

    insbesondere mittlere Mächte wie Kanada, nicht machtlos sind. Sie

    haben die Fähigkeit, eine neue Ordnung aufzubauen, die unsere Werte,

    wie die Achtung der Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung,

    Solidarität, Souveränität und territoriale Integrität der verschiedenen

    Staaten umfasst. Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit Ehrlichkeit.


    [Carney spricht wieder auf Englisch]


    Es scheint, als würden wir jeden Tag daran erinnert, dass wir in einer

    Zeit grosser Machtkonflikte leben, dass die regelbasierte Ordnung

    verblasst, dass die Starken tun können, was sie können, und die

    Schwachen erleiden müssen, was sie erleiden müssen. Und dieser

    Aphorismus von Thukydides wird als unvermeidlich dargestellt, als

    natürliche Logik der internationalen Beziehungen, die sich erneut

    durchsetzt. Angesichts dieser Logik neigen Länder stark dazu, sich

    anzupassen, um mitzukommen, Schwierigkeiten zu vermeiden, in der

    Hoffnung, dass Anpassung Sicherheit erkauft.



    Das wird es aber nicht.


    Was sind also unsere Optionen?


    1978 schrieb der tschechische Dissident Václav Havel, später

    Präsident, einen Aufsatz mit dem Titel „Die Macht der Machtlosen“ und

    stellte darin eine einfache Frage: Wie hielt sich das kommunistische

    System aufrecht? Seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler.


    Jeden Morgen hängt dieser Ladenbesitzer ein Schild in sein Fenster:

    „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“. Er glaubt nicht daran,

    niemand tut es, aber er hängt das Schild trotzdem auf, um

    Schwierigkeiten zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um

    zurechtzukommen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Strasse

    dasselbe tut, bleibt das System bestehen – nicht allein durch Gewalt,

    sondern durch die Beteiligung gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von

    denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind. Havel nannte dies

    „in einer Lüge leben“.


    Die Macht des Systems beruht nicht auf seiner Wahrheit, sondern auf

    der Bereitschaft aller, so zu handeln, als wäre es wahr, und seine

    Fragilität entspringt demselben Ursprung. Wenn auch nur eine Person

    aufhört, so zu handeln, wenn der Gemüsehändler sein Schild entfernt,

    beginnt die Illusion zu bröckeln.


    Freunde, es ist an der Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder

    entfernen.


    Jahrzehntelang prosperierten Länder wie Kanada unter dem, was wir als

    regelbasierte internationale Ordnung bezeichneten. Wir traten ihren

    Institutionen bei, wir lobten ihre Prinzipien, wir profitierten von

    ihrer Vorhersehbarkeit. Und deshalb konnten wir unter ihrem Schutz

    eine wertebasierte Aussenpolitik betreiben.



    Wir wussten, dass die Geschichte der internationalen regelbasierten

    Ordnung teilweise falsch war: dass sich die Stärksten bei Bedarf

    selbst von der Ordnung befreiten, dass Handelsregeln asymmetrisch

    durchgesetzt wurden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach

    Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher

    Strenge angewendet wurde.


    Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische

    Hegemonie half dabei, öffentliche Güter bereitzustellen: offene

    Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und

    Unterstützung für Rahmenwerke zur Streitbeilegung.


    Also haben wir das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den

    Ritualen teilgenommen und es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz

    zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen.


    Dieser Kompromiss funktioniert nicht mehr. Lassen Sie mich offen

    sprechen. Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang.


    In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben eine Reihe von Krisen in den

    Bereichen Finanzen, Gesundheit, Energie und Geopolitik die Risiken

    einer extremen globalen Integration offenbart. In jüngerer Zeit jedoch

    haben die Grossmächte begonnen, wirtschaftliche Integration als Waffe

    zu benutzen, Zölle als Druckmittel, Finanzinfrastruktur als

    Zwangsmittel und Lieferketten als auszunutzende Schwachstellen.



    Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration

    leben, wenn Integration zur Quelle der Unterordnung wird.


    Die multilateralen Institutionen, auf die sich die Mittelmächte

    verlassen haben – die WTO, die UNO, die COP –, die Architektur, die

    eigentliche Architektur der kollektiven Problemlösung, sind bedroht.


    Und infolgedessen kommen viele Länder zu demselben Schluss, dass sie

    eine grössere strategische Autonomie in den Bereichen Energie,

    Nahrungsmittel, kritische Mineralien, Finanzwirtschaft und

    Lieferketten entwickeln müssen.


    Und dieser Impuls ist verständlich. Ein Land, das sich nicht selbst

    ernähren, nicht selbst mit Energie versorgen oder sich nicht selbst

    verteidigen kann, hat wenige Optionen. Wenn die Regeln Sie nicht mehr

    schützen, müssen Sie sich selbst schützen.


    Aber lassen Sie uns klar sehen, wohin das führt.


    Eine Welt der Festungen wird ärmer, fragiler und weniger nachhaltig

    sein. Und es gibt noch eine weitere Wahrheit. Wenn Grossmächte selbst

    den blossen Anschein von Regeln und Werten zugunsten der ungehinderten

    Verfolgung ihrer Macht und Interessen aufgeben, werden die

    transaktionalen Gewinne immer schwerer zu wiederholen sein.


    Hegemonialmächte können ihre Beziehungen nicht dauerhaft monetarisieren.


    Die Verbündeten werden sich diversifizieren, um sich gegen

    Unsicherheiten abzusichern.



    Sie werden Versicherungen abschliessen und ihre Optionen erweitern, um

    ihre Souveränität wiederherzustellen – eine Souveränität, die einst

    auf Regeln beruhte, aber zunehmend in der Fähigkeit begründet sein

    wird, Druck standzuhalten.


    Die Anwesenden in diesem Raum wissen, dass dies klassisches

    Risikomanagement ist. Risikomanagement hat seinen Preis, aber die

    Kosten für strategische Autonomie und Souveränität können auch geteilt werden.


    Gemeinsame Investitionen in Resilienz sind günstiger, als wenn jeder

    seine eigene Festung baut. Gemeinsame Standards reduzieren

    Fragmentierungen. Komplementarität ist ein Positivsummenspiel.


    Und die Frage für Mittelmächte wie Kanada ist nicht, ob wir uns an die neue

    Realität anpassen – das müssen wir. Die Frage ist, ob wir uns

    anpassen, indem wir einfach höhere Mauern bauen, oder ob wir etwas

    Ambitionierteres tun können.


    Kanada gehörte zu den ersten, die den Weckruf hörten, was uns zu einer

    grundlegenden Änderung unserer strategischen Haltung veranlasste.


    Die Kanadier wissen, dass unsere alten, bequemen Annahmen, dass unsere

    geografische Lage und unsere Bündnismitgliedschaften automatisch

    Wohlstand und Sicherheit garantieren, nicht mehr gültig sind. Unser

    neuer Ansatz beruht auf dem, was Alexander Stubb, der Präsident

    Finnlands, als „wertebasierten Realismus“ bezeichnet hat.



    Oder, anders ausgedrückt: Wir wollen sowohl prinzipientreu als auch

    pragmatisch sein – prinzipientreu in unserem Bekenntnis zu

    grundlegenden Werten, zu Souveränität, territorialer Integrität, dem

    Verbot der Anwendung von Gewalt, ausser im Einklang mit der UN-Charta,

    und der Achtung der Menschenrechte; und pragmatisch in der Erkenntnis,

    dass Fortschritt oft schrittweise erfolgt, dass Interessen auseinandergehen

    und dass nicht jeder Partner alle unsere Werte teilen wird.


    Wir engagieren uns also breit und strategisch, mit offenen Augen. Wir

    nehmen die Welt aktiv so an, wie sie ist, statt auf eine Welt zu

    warten, wie wir sie uns wünschen.


    Wir justieren unsere Beziehungen so, dass ihre Tiefe unsere Werte

    widerspiegelt, und wir priorisieren ein breites Engagement, um unseren

    Einfluss zu maximieren, angesichts der derzeitigen Unbeständigkeit der

    Welt, der damit verbundenen Risiken und der Herausforderungen für die

    Zukunft.


    Und wir verlassen uns nicht mehr nur auf die Stärke unserer Werte,

    sondern auch auf den Wert unserer Stärke.


    Wir bauen diese Stärke im eigenen Land auf.


    Seit meinem Amtsantritt haben wir die Steuern auf Einkommen,

    Kapitalerträge und Unternehmensinvestitionen gesenkt. Wir haben alle

    föderalen Hindernisse für den interprovinziellen Handel beseitigt.


    Wir treiben Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar in Energie,

    KI, kritischen Mineralien, neuen Handelskorridore und darüber hinaus,

    voran. Wir verdoppeln unsere Verteidigungsausgaben bis zum Ende dieses

    Jahrzehnts, und zwar auf eine Weise, die unsere heimischen Industrien stärkt.



    Und wir diversifizieren rasch im Ausland. Wir haben eine umfassende

    strategische Partnerschaft mit der EU vereinbart, einschliesslich des

    Beitritts zu SAFE, den europäischen Beschaffungsvereinbarungen für

    Verteidigungsgüter. Wir haben in sechs Monaten zwölf weitere Handels-

    und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet.


    In den letzten Tagen haben wir neue strategische Partnerschaften mit China

    und Katar geschlossen. Wir verhandeln Freihandelsabkommen mit Indien,

    ASEAN, Thailand, den Philippinen und Mercosur.


    Wir tun noch etwas anderes. Um globale Probleme zu lösen, verfolgen

    wir eine variable Geometrie, mit anderen Worten: unterschiedliche

    Koalitionen für unterschiedliche Themen auf der Grundlage gemeinsamer

    Werte und Interessen. So sind wir in Bezug auf die Ukraine ein

    Kernmitglied der Koalition der Willigen und einer der grössten

    Pro-Kopf-Beitragszahler zu ihrer Verteidigung und Sicherheit.


    In Bezug auf die Souveränität der Arktis stehen wir fest an der Seite

    Grönlands und Dänemarks und unterstützen uneingeschränkt ihr

    einzigartiges Recht, über die Zukunft Grönlands zu entscheiden.


    Unser Bekenntnis zu Artikel 5 des NATO-Vertrags ist unerschütterlich,

    daher arbeiten wir mit unseren NATO-Verbündeten, einschliesslich dem

    Nordic Baltic Gate, um die Nord- und Westflanke des Bündnisses weiter

    zu sichern, unter anderem durch Kanadas beispiellose Investitionen in

    Überhorizontradar, U-Boote, Flugzeuge und Bodentruppen sowie Truppen

    auf dem Eis.


    Kanada lehnt Zölle auf Grönland entschieden ab und fordert gezielte

    Gespräche, um unsere gemeinsamen Ziele der Sicherheit und des

    Wohlstands in der Arktis zu erreichen.


    Im Bereich des plurilateralen Handels setzen wir uns für den Aufbau

    einer Brücke zwischen der Transpazifischen Partnerschaft und der

    Europäischen Union ein, wodurch ein neuer Handelsblock mit 1,5

    Milliarden Menschen entstehen würde. Im Bereich der kritischen

    Mineralien bilden wir im Rahmen der G7 Einkaufsgemeinschaften, damit

    die Welt ihre Versorgung diversifizieren kann.


    Und im Bereich der künstlichen Intelligenz arbeiten wir mit gleichgesinnten

    Demokratien zusammen, um sicherzustellen, dass wir letztendlich nicht

    gezwungen sind, zwischen Hegemonialmächten und Hyperscalern zu wählen.


    Das ist weder naiver Multilateralismus noch eine Abhängigkeit von

    ihren Institutionen. Es geht darum, funktionierende Koalitionen zu

    bilden – Thema für Thema, mit Partnern, die genügend Gemeinsamkeiten

    teilen, um gemeinsam zu handeln.


    In einigen Fällen wird dies die überwiegende Mehrheit der Nationen sein.


    Dadurch entsteht ein dichtes Netz von Verbindungen in den Bereichen

    Handel, Investitionen und Kultur, auf das wir bei zukünftigen

    Herausforderungen und Chancen zurückgreifen können.


    Ich argumentiere dafür, dass die Mittelmächte gemeinsam handeln

    müssen, denn wenn wir nicht mit am Tisch sitzen, stehen wir auf der

    Speisekarte.



    Ich würde aber auch sagen, dass es sich die Grossmächte derzeit

    leisten können, alleine zu handeln. Sie verfügen über die Marktgrösse,

    die militärischen Kapazitäten und den Einfluss, um Bedingungen zu

    diktieren. Mittelmächte haben das nicht.


    Aber wenn wir nur bilateral mit einer Hegemonialmacht verhandeln,

    verhandeln wir aus einer Position der Schwäche heraus. Wir

    akzeptieren, was uns angeboten wird. Wir konkurrieren miteinander

    darum, am entgegenkommendsten zu sein.


    Das ist keine Souveränität. Es ist die Ausübung von Souveränität bei

    gleichzeitiger Akzeptanz der Unterordnung. In einer Welt der Rivalität

    zwischen Grossmächten haben die Länder dazwischen die Wahl – entweder

    miteinander um Gunst zu konkurrieren oder sich zusammenzuschliessen,

    um einen dritten Weg mit Einfluss zu schaffen.


    Wir sollten uns durch den Aufstieg der harten Macht nicht davon

    ablenken lassen, dass die Macht der Legitimität, Integrität und Regeln

    stark bleiben wird, wenn wir uns dafür entscheiden, sie gemeinsam

    auszuüben – was mich zurück zu Havel bringt.


    Was bedeutet es für Mittelmächte, die Wahrheit zu leben?


    Zunächst einmal bedeutet es, die Realität beim Namen zu nennen. Hören

    Sie auf, sich auf eine regelbasierte internationale Ordnung zu

    berufen, als ob diese noch so funktionieren würde, wie sie angepriesen

    wird. Nennen wir es beim Namen – ein System, das die Rivalität

    zwischen den Grossmächten verschärft, in dem die Mächtigsten ihre

    Interessen verfolgen und wirtschaftliche Integration als Zwangsmittel einsetzen.



    Es bedeutet, konsequent zu handeln und dieselben Massstäbe auf

    Verbündete wie auf Rivalen anzuwenden. Wenn Mittelmächte

    wirtschaftliche Einschüchterung aus einer Richtung kritisieren, aber

    schweigen, wenn sie aus einer anderen Richtung kommt, dann lassen wir

    das Schild im Fenster hängen.


    Es bedeutet, das aufzubauen, woran wir vorgeben zu glauben, anstatt

    darauf zu warten, dass die alte Ordnung wiederhergestellt wird. Es

    bedeutet, Institutionen und Abkommen zu schaffen, die wie beschrieben

    funktionieren. Und es bedeutet, den Hebel zu verringern, der Zwang

    ermöglicht – das heisst, eine starke Binnenwirtschaft aufzubauen. Das

    sollte die unmittelbare Priorität jeder Regierung sein.


    Und internationale Diversifizierung ist nicht nur ökonomische

    Vorsicht, sondern eine wesentliche Grundlage für eine ehrliche

    Aussenpolitik, denn Länder verdienen sich das Recht auf

    prinzipientreue Standpunkte, indem sie ihre Verwundbarkeit für

    Vergeltung verringern.


    Also Kanada. Kanada hat das, was die Welt will. Wir sind eine

    Energiesupermacht. Wir verfügen über riesige Reserven an kritischen

    Mineralien. Wir haben die am besten ausgebildete Bevölkerung der Welt.

    Unsere Pensionsfonds gehören zu den grössten und anspruchsvollsten

    Investoren der Welt. Mit anderen Worten: Wir haben Kapital, Talente

    ... wir haben auch eine Regierung mit enormer fiskalischen

    Handlungsfähigkeit, um entschlossen zu handeln. Und wir haben Werte,

    nach denen viele andere anstreben.


    Kanada ist eine pluralistische Gesellschaft, die funktioniert. Unser

    öffentlicher Raum ist laut, vielfältig und frei. Die Kanadier bekennen

    sich weiterhin zur Nachhaltigkeit. Wir sind ein stabiler und

    verlässlicher Partner in einer Welt, die alles andere als stabil und

    verlässlich ist. Ein Partner, der langfristige Beziehungen aufbaut und

    wertschätzt.


    Und wir haben noch etwas anderes. Wir haben die Erkenntnis dessen, was

    geschieht, und die Entschlossenheit, entsprechend zu handeln. Wir

    verstehen, dass dieser Bruch mehr als nur Anpassung erfordert. Er

    erfordert Ehrlichkeit gegenüber der Welt, wie sie ist.


    Wir nehmen das Schild aus dem Fenster. Wir wissen, dass die alte

    Ordnung nicht zurückkommen wird. Wir sollten ihr nicht nachtrauern.

    Nostalgie ist keine Strategie, aber wir glauben, dass wir aus diesem

    Bruch etwas Grösseres, Besseres, Stärkeres und Gerechteres aufbauen

    können. Das ist die Aufgabe der Mittelmächte, der Länder, die in einer

    Welt der Festungen am meisten zu verlieren und durch echte

    Zusammenarbeit am meisten zu gewinnen haben.


    Die Mächtigen haben ihre Macht.


    Aber auch wir haben etwas – die Fähigkeit, aufzuhören, so zu tun als

    ob, die Realität beim Namen zu nennen, unsere Stärke im eigenen Land

    aufzubauen und gemeinsam zu handeln.


    Das ist der Weg Kanadas. Wir wählen ihn offen und selbstbewusst, und

    er steht jedem Land offen, das bereit ist, ihn mit uns zu gehen.


    Vielen Dank.



    ——————



    6. Die Zeit: Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück


    https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/trump-friedensrat-carney-davos-usa-kanada-gxe



    Davos: Trump zieht Friedensrat-Einladung für Kanadas Premier Carney zurück


    US-Präsident Donald Trump will Kanadas Regierungschef nicht mehr in

    seinem "Friedensrat" haben. Zuvor hatte Mark Carney eine viel

    beachtete Rede in Davos gehalten.


    Aktualisiert am 23. Januar 2026, 8:36 Uhr



    (…)


    Nach offiziellen Angaben des US-Präsidialamtes soll sich der

    Friedensrat in seiner Arbeit nicht mehr nur auf den Gazastreifen

    konzentrieren, sondern sich auch anderer Konflikte und Krisen auf der

    Welt annehmen.


    Trump hat sich selbst auf Lebenszeit zum Vorsitzenden seines neuen

    Rates bestimmt – auch wenn er nicht mehr der US-Präsident wäre. Er

    selbst werde seinen späteren Nachfolger bestimmen. Länder wie Israel,

    Ungarn und Belarus haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.


    Die ersten drei Jahre dürfen Länder kostenlos im Rat sitzen. Danach

    soll eine einmalige Zahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar

    fällig werden, wodurch die Staaten für unbegrenzte Zeit ihren festen

    Sitz in Trumps Gremium behalten. Wofür das Geld verwendet werden soll,

    ist unklar.

    ———



    siehe auch:


    https://www.sueddeutsche.de/meinung/weltgeschehen-trump-folgen-deutschland-2026-kommentar-li.3373406?reduced=true

    Meinung  


    Januar 2026


    Liebe Menschheit, was macht ihr eigentlich da?



    Kommentar von Sara Maria Behbehani <https://www.sueddeutsche.de/autoren/sara-maria-behbehani-1.4137401>

    23. Januar 2026, 11:18 Uhr|



    Was in den ersten dreieinhalb Wochen des Jahres auf dem Globus passiert ist,

    reicht schon für einen Jahresrückblick.


    Aber noch sind 49 Wochen Zeit, sich nicht immer nur an Trump auszurichten.


    Sondern auch an einem Mann namens Mark Carney. (…)



    ----------



    7. SZ: Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?



    Hinweis von C. Ronnefeldt zum folgenden SZ-Artikel:


    „Zhongnanhai“ ist ein um zwei Seen herumgruppierter Park- und Gebäudekomplex in Peking, der


    als Hauptquartier der Kommunistischen Partei Chinas wie auch der Regierung der Volksrepublik China dient.



    https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/usa-trump-aussenpolitik-chaos-strategie-america-first-groenland-e496459/?reduced=true


    USA


    Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie?


    Der US-Präsident umschmeichelt Amerikas Feinde, Amerikas Freunde

    behandelt er schlecht. Dahinter dürfte weit mehr als nur die Launen

    eines Narzissten stecken.


    Von Reymer Klüver


    23. Januar 2026


    Er hat Iran bombardieren lassen, und nebenbei Syrien und Nigeria. Er

    hat einen Flugzeugträger in die Karibik beordert und Venezuelas

    Staatschef in einer Kommandoaktion verhaften lassen. Er hat den

    ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij vor laufender Kamera

    gedemütigt und dem Menschenschlächter Wladimir Putin den roten Teppich

    ausgerollt.


    Und zu guter Letzt hat er mit seinen Annexionsplänen für Grönland das

    erfolgreichste Bündnissystem der Neuzeit faktisch gesprengt; im Kreml

    und in Pekings Zhongnanhai dürften sie sich vor Vergnügen auf die

    Schenkel schlagen. Donald Trump umschmeichelt Amerikas Feinde,

    Amerikas Freunde aber disst er. (…)


    ---------



    In der Printausgabe der SZ vom 24./25.1.2026 steht der Artikel auf Seite 7 unter der


    Überschrift „Chaos oder Strategie“ - und darin die Sätze:


    (…)



    Trumps Vize J. D. Vance war es, der nach den Bombenangriffen auf Iran

    im Sommer die neue außenpolitische Dok-trin" der USA am besten auf den

    Punkt brachte. „Was ich als Trump-Doktrin bezeichne, ist ganz einfach.


    Erstens formuliert man ein klares amerikanisches Interesse", sagte er

    damals. „Zweitens versucht man, dieses Problem aggressiv auf

    diplomatischem Wege zu lösen. Und drittens, wenn man es nicht auf

    diplomatischem Wege lösen kann, setzt man überwältigende militärische

    Macht ein, um es zu lösen.“


    Diese bis heute vielleicht präziseste Definition Trumpscher

    Außenpolitik hat sich fast wie ein Drehbuch für den Grönland-Konflikt

    gelesen, ehe Trump Mitte der Woche das Skript - fürs Erste - zur Seite

    gelegt und ein militärisches Eingreifen ausgeschlossen hat. (…)



    ——



    8. FP: Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein



    https://foreignpolicy.com/2026/01/23/iran-israel-netanyahu-war-detente-nuclear-program-missiles/



    Die Entspannung zwischen Israel und Iran wird nicht von Dauer sein


    Die nächste Runde könnte größer und hässlicher sein als der 12-tägige

    Krieg im letzten Jahr.


    Von Raphael S. Cohen, der Direktor des Strategie- und Doktrinprogramms

    bei der Projektluftwaffe der Rand Corporation.


    23. Januar 2026, 15:39



    Wenn es eine einzige Linie der Außenpolitik des israelischen

    Premierministers Benjamin Netanjahu gibt, war es seine harte Haltung

    gegenüber dem Iran. Seit Jahrzehnten warnt er vor den Gefahren, die

    von Atomwaffen in den Händen der Ayatollahs ausgehen.


    Verständlicherweise sieht er ein Regime, dessen Refrain „Tod für

    Israel“ ist und das eine Countdown-Uhr für Israels Zerstörung hat, die

    sich in der Mitte Teherans als Bedrohung für das Überleben seines

    Landes darstellt.


    Israel und der Iran führten viele Jahre lang einen Schattenkrieg, und

    seit dem 7. Oktober 2023, dem Massaker, das von der vom Iran

    unterstützten Hamas verübt wurde, gipfelten drei Anfälle direkter

    Konfrontationen, die im vergangenen Juni in einem begrenzten

    12-tägigen Krieg gipfelten. Und der Konflikt zeigt keine Anzeichen,

    dass er vorbei ist.


    Aber wie im Nahen Osten gelegentlich, stellte sich das Unerwartete.

    Als der Iran mit weit verbreiteten Unruhen konfrontiert war, die durch

    eine hohe Inflation und Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime

    ausgelöst wurden, zog sich der langjährige Iran-Falke Netanyahu

    zurück.


    Berichten zufolge hat Israel ein Abkommen mit dem Iran geschlossen,

    damit keiner der beiden die anderen angreifen und zusammen mit den

    Golfstaaten dazu beigetragen hat, über die USA zu sprechen. Präsident

    Donald Trump hat diesmal den Iran bombardiert.


    (…)


    ———————


    9. taz: Säbelrasseln zwischen Iran und den USA - Hohn bei der Freitagspredigt



    https://taz.de/Saebelrasseln-zwischen-Iran-und-den-USA/!6148320/


    Säbelrasseln zwischen Iran und den USA


    Hohn bei der Freitagspredigt


    Der Iran habe seine Hinrichtungen nicht gestoppt, sagt dessen Justiz.


    Die UN werfen dem Regime „brutale Unterdrückung“ vor.


    Kriegsdrohungen nehmen zu.



    23.1.2026


    18:05 Uhr



    dpa/rtr | Irans Justiz hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump

    dementiert, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden

    sei. „Diese Behauptung ist völlig falsch. Weder existiert eine solche

    Zahl noch hat die Justiz eine derartige Entscheidung getroffen“,

    zitierte der staatliche Rundfunk den Generalstaatsanwalt Mohammed

    Mowahedi-Asad.


    US-Präsident Donald Trump hat die Führung im Iran erneut vor

    Hinrichtungen von Regierungsgegnern gewarnt. Eine „Armada“ der USA sei

    auf dem Weg in Richtung Iran, sagte er am Donnerstag an Bord der

    Präsidentenmaschine Air Force One.


    Er habe der Regierung in Teheran einen Militärschlag angedroht, falls

    weiter Demonstranten erhängt würden. Die Lage werde genau beobachtet.

    Er hoffe aber, dass die USA ihre mächtige Flotte nicht einsetzen müssten.


    Mohammed Dschawad Hadsch Ali Akbari, ein einflussreicher Geistlicher,

    der die Freitagsgebete in Teheran als Vorbeter leitet, verhöhnte den

    US-Präsidenten indessen. Der Republikaner sei ein „gelbgesichtiger,

    gelbhaariger und in Ungnade gefallener Mann“ und „wie ein Hund, der

    nur bellt“, sagte der Kleriker, dessen Worte vom iranischen

    Staatsradio verbreitet wurden.


    Für den Fall „irgendeines Schadens“ drohte er den USA damit, dass „all

    Eure Interessen und Stützpunkte in der Region klare und präzise Ziele

    der iranischen Streitkräfte werden“.


    Justiz hat erste Anklagen auf den Weg gebracht


    Die Proteste im Iran wurden Ende Dezember zunächst durch eine

    Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die

    Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre

    Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat

    ging brutal gegen die Proteste vor und schlug sie nieder. Inzwischen

    sind die Demonstrationen völlig verstummt.


    Vor zehn Tagen erklärte die iranische Justiz, erste Anklagen im

    Zusammenhang mit den Protesten in die Wege geleitet zu haben.

    Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden vorrangig und

    gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der „Kriegsführung

    gegen Gott“ – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit

    der Todesstrafe geahndet werden kann.


    Menschenrechtsgruppen zufolge wurden während der Proteste, die Ende

    Dezember begonnen hatten und inzwischen angesichts des massiven Drucks

    der Sicherheitskräfte weitgehend abgeflaut sind, Tausende Menschen

    getötet und zahlreiche festgenommen.


    Die in den USA ansässige Organisation HRANA spricht von mehr als 5000

    bestätigten Todesfällen, Tausende weitere Fälle würden noch überprüft.

    Zudem seien rund 26.800 Menschen festgenommen worden, hieß es in dem

    Bericht bei HRANA. Nach Angaben eines Insiders aus der Regierung in

    Teheran wurden mindestens 5000 Menschen getötet. Darunter seien etwa

    500 Angehörige der Sicherheitskräfte.


    Iran macht „Terroristen“ für Tote verantwortlich


    Das iranische Regime macht Israel und USA für die vielen Toten

    verantwortlich. Deren Agenten sollen in den Nächten vom 8. und 9.

    Januar gezielt „zahlreiche terroristische Handlungen“ in weiten Teilen

    des Landes verübt haben. Dem gegenüber stehen zahlreiche Videos, die

    trotz der Internetsperre nach außen drangen. Sie sollen

    Sicherheitskräfte zeigen, die auf offenbar unbewaffnete Demonstranten

    schießen. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden

    so viele Demonstranten bei Protesten getötet.


    Seit mehr als zwei Wochen ist die Bevölkerung im Iran weitgehend vom

    Internet abgeschnitten. Am Donnerstag und Freitag konnten einige

    Nutzer erstmals wieder Nachrichten über Messenger verschicken. Daten

    des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Freitag weiterhin nur

    minimalen Datenverkehr im Internet des Iran.


    Einwohner der Hauptstadt Teheran berichteten telefonisch von der weit

    verbreiteten Sorge vor neuen Angriffen – sei es durch Israel oder die USA.


    Auch iranische Medien kritisierten die Blockade. „Journalistisches

    Arbeiten ohne Internet ist wie Schwimmen mit gefesselten Händen“,

    sagte Mehdi Rahmanian, Chefredakteur der Tageszeitung Shargh. Mit Hohn

    reagierte das Webportal „Digiato“: „Unter diesen Umständen sollten wir

    umgehend das Brieftauben-System wieder einführen.“


    Amnesty: Bewaffnete Patrouillen in Städten


    Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf warf

    der UN-Hochkommissar ‌für Menschenrechte, Volker Türk, dem Iran eine

    „brutale Unterdrückung“ von Protesten vor und forderte ein Ende der

    Gewalt. Unter den Getöteten seien auch Kinder. Zugleich warnte Türk

    vor einer militärischen Eskalation.


    „Aggressive Rhetorik und Drohungen sind äußerst kontraproduktiv.“ Dass

    jemand für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werde,

    könne nicht „durch militärische Gewalt aus dem Iran oder von

    außerhalb“ erreicht werden, sagte er.


    Amnesty International kritisierte die staatlichen Repressionen

    ebenfalls scharf und sprach von einem „beispiellosen Ausmaß“. Schwer

    bewaffnete Einheiten der Sicherheitskräfte seien landesweit im Einsatz

    und hätten ein dichtes Netz aus Kontrollpunkten und bewaffneten

    Patrouillen in Städten und auf Überlandstraßen errichtet, heißt es in

    einem Bericht.


    „Durch die anhaltende Sperre des Internets isolieren die Behörden

    bewusst über 90 Millionen Menschen vom Rest der Welt, um ihre

    Verbrechen zu vertuschen und sich ihrer Verantwortung zu entziehen“,

    sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den

    Nahen Osten.


    ———


    10. n tv: Iran warnt Trump vor Angriff - US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten



    https://www.n-tv.de/politik/US-Flugzeugtraeger-Abraham-Lincoln-erreicht-Ziel-im-Nahen-Osten-id30287357.html


    Iran warnt Trump vor Angriff


    US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erreicht Ziel im Nahen Osten


    26.01.2026, 20:33 Uhr


    Wegen der brutalen Niederschlagung von Protesten im Iran verlegen die

    USA einen Flugzeugträger in die Region. Nun befindet sich die "USS

    Abraham Lincoln" mit ihren Begleitschiffen im Indischen Ozean. Teheran

    warnt Washington vor einem Schlag gegen das Mullah-Regime.


    Vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran haben die USA nach

    eigenen Angaben einen Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt.


    Die "USS Abraham Lincoln" und ihre Begleitschiffe seien dort

    eingetroffen, "um die regionale Sicherheit und Stabilität zu fördern",

    teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom)

    im Onlinedienst X mit. Aktuell befindet sich der Flugzeugträger im

    Indischen Ozean. Nähere Angaben zur Position gibt es nicht.


    US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche den Druck auf den

    Iran erhöht und die Verlegung einer "riesigen Flotte" in die

    Golfregion angekündigt. "Wir haben viele Schiffe in diese Richtung

    geschickt, nur für den Fall", sagte Trump am Donnerstag an Bord der

    Präsidentenmaschine Air Force One.


    "Mir wäre es lieber, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie

    sehr genau", fügte er mit Blick auf die Führung in Teheran und das

    brutale Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten

    hinzu.


    Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" war von Manövern im

    Südchinesischen Meer in den Nahen Osten beordert worden. Das von einem

    Atomreaktor angetriebene Schiff transportiert normalerweise mehrere

    Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern

    der Marine begleitet.


    Das iranische Außenministerium warnte die USA vor einem Angriff.

    Ministeriumssprecher Esmail Baghaei sagte heute, der Iran sei "von

    seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt". Die Ankunft "eines solchen

    Kriegsschiffes wird die Entschlossenheit (...) des Iran, die iranische

    Nation zu verteidigen, nicht beeinträchtigen", fügte mit Blick auf den

    US-Flugzeugträger hinzu.


    Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg

    eingegriffen. Trump drohte seitdem mehrfach mit einem erneuten

    militärischen Einsatz im Iran, zuletzt während der Niederschlagung der

    jüngsten Massenproteste.


    Diese hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte

    Wirtschaftslage im Iran entzündet, weiteten sich in diesem Monat aber

    rasch zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. (…)


    ——


    11. Axios: Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft


    https://www.axios.com/2026/01/26/trump-iran-deal-strike-protests



    Jan 26, 2026 - Welt <https://www.axios.com/world>

    Exklusiv: Trump sagt, der Iran will einen Deal, da die US-"Armada“ eintrifft


    Barak Ravid <https://www.axios.com/authors/barak_ravid>

    Präsident Trump sagte Axios in einem Interview am Montag, dass die

    Situation mit dem Iran "im Fluss" sei, weil er eine "große Armada" in

    die Region geschickt habe, aber der Meinung sei, dass Teheran wirklich

    einen Deal abschließen wolle.


    Warum es wichtig ist: Trump war kurz davor, Anfang des Monats einen

    Angriff auf Regimeziele im Iran wegen der Tötung von Tausenden von

    Demonstranten anzuordnen. Stattdessen verzögerte er die Entscheidung

    und verlegte gleichzeitig militärische Vermögenswerte in die Region.

    Beamte des Weißen Hauses sagen, dass ein Angriff immer noch auf dem

    Tisch liegt, obwohl die Proteste weitgehend unterdrückt wurden.


    -------


    12. SWP: Mit, ohne, gegen Washington:  Die Neubestimmung der Bezie­hungen Europas zu den USA


          Gerrit Kurtz: Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«



    https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2026S03_Ausblick_Studie_Gesamt.pdf


    Barbara Lippert

    Stefan Mair (Hg.)

    Mit, ohne, gegen Washington:


    Die Neubestimmung der Bezie­hungen Europas zu den USA


    SWP-Studie 2026/S 03, 22.01.2026, 92 Seiten


    (…)


    Seit 46 ff


    Gerrit Kurtz


    Nachhaltiges Friedensengagement in Zeiten kurzlebiger »Deals«


    (…)


    Schlussfolgerungen


    Deutschland sieht sich vor der Aufgabe, die eigentlich

    reformbedürftige Architektur und Praxis internatio-

    naler Konfliktbearbeitung gegen die Angriffe und

    Kürzungen der Trump-Administration zu verteidigen.

    Denn das bisherige System eines »liberalen Friedens«

    befindet sich in einer tiefen Krise.



    Vier notwendige Weichenstellungen lassen sich

    identifizieren. Erstens sollte die Bundesregierung für

    sich und in Abstimmung mit zentralen Partnern wie

    der EU ausdrücklich Mindestkriterien definieren, die

    US-geführte Vermittlungsprozesse erfüllen müssten,

    um explizite (finanzielle und politische) Unterstüt-

    zung zu erhalten. Das Selbstbestimmungsrecht der

    Ukraine und das der Palästinenser:innen sind solche

    Bedingungen. Jeder Prozess sollte überdies danach

    beurteilt werden, inwiefern er tatsächlich bewaffnete

    Gewalt reduziert und humanitäre Lebensbedingun-

    gen der Zivilbevölkerung verbessert.


    Zweitens sollte die Bundesregierung dort, wo sie

    selbst Einfluss hat, diplomatische Impulse geben, die

    Alternativen zu (möglichen) US-Initiativen bieten. Ein

    Beispiel dafür wäre Deutschlands Unterstützung für

    den Übergangsprozess in Syrien, auch in Kooperation

    mit der Türkei und den Golfstaaten.


    Drittens sollte Deutschland (weiterhin) gerade die

    Art des inklusiven, multilateral koordinierten und

    lokal geführten Friedensengagements (wie etwa am

    Tschadseebecken) unterstützen, an welcher es der

    Trump-Administration fehlt. Dies erfordert jedoch,

    dass die Bundesregierung den selbst eingeleiteten

    Kürzungsprozess im Bereich internationale Zusam-

    menarbeit umkehrt sowie politisch und finanziell wie-

    der mehr in zivile Konfliktbearbeitung investiert.


    Viertens schließlich sollte Deutschland diejenigen

    Hebel, über die es in Konfliktkontexten verfügt, stär-

    ker für die Aufrechterhaltung prinzipienorientierter

    Friedensförderung nutzen. Deutschland sollte Wie-

    deraufbauhilfe davon abhängig machen, dass bei den

    Konfliktparteien grundlegende Weichenstellungen

    stattfinden, beispielsweise dass kein Gewaltakteur

    Teil einer zukünftigen Regierung in Sudan sein darf.


    Während viele internationale Akteure wie die USA

    zunehmend auf wirtschaftliche oder geopolitische

    Anreize setzen, um Kriege zu beenden, wäre Deutsch-

    land gut beraten, die zentrale Rolle interner und

    internationaler Legitimität hervorzuheben. Nur mit

    dieser wird nachhaltiger Frieden möglich.



    ———


    13. PZKB: "Wege zum Frieden“ - Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival



    https://pzkb.de/publikationen/wege-zum-frieden/

    "Wege zum Frieden"


    Mitschnitt vom Tollwood Winterfestival


    Die Podiumsdiskussion „Wege zum Frieden“, die am 17. Dezember 2025 im

    Rahmen des Tollwood Winterfestivals in München stattfand, brachte

    Expertinnen wie Anna Kreikemeyer (Friedensforscherin, Institut für

    Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg, IFSH), Vered Berman

    (Friedensaktivistin, Parents Circle – Families Forum, Berlin) und

    Amelie Overmann (Brot für die Welt und Mitglied im Sprecherinnenrat

    der Plattform ZKB) zusammen, um Wege und Herausforderungen für

    Friedensprozesse auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu diskutieren.


    Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist nun online verfügbar.

    https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/wege-zum-frieden-mitschnitt-vom-tollwood-winterfestival-100.html


    Wie kann Frieden entstehen, wie können wir ihn dauerhaft sichern - lokal, regional und global?



    ————



    14. Buechner-Verlag: Bruno Kern. »… den Krieg gründlich verlernen«


    https://www.buechner-verlag.de/wp/wp-content/uploads/2025/12/Buchflyer_9783963174353_Kern.pdf



    Bruno Kern

    »… den Krieg gründlich verlernen«


    Büchner-Verlag, 2026, 148 Seiten 16,00 €



    Zum Buch


    Wenn wir uns noch eine geringe Chance bewahren wollen, die

    Überlebenskrise der Menschheit zu bewältigen, dann müssen wir uns

    zugleich von jeder militärischen Logik radikal verabschieden. So

    lautet die zentrale These, die Bruno Kern hier vertritt.


    Allein aus ökologischen Gründen können wir uns Rüstung, Militär und

    Krieg gar nicht mehr leisten. Auch "militärische Verteidigung" führt

    sich angesichts der Zerstörungskraft der heutigen Waffen selbst ad

    absurdum.


    Anhand einer gründlichen Analyse des Ukrainekrieges entlarvt der Autor

    die dahinter stehenden geopolitischen Interessen und stellt die "Lüge

    von der Zeitenwende" bloß.


     Er setzt sich mit den wichtigsten Gewaltmythen und bellizistischen

     Ideologien auseinander und entwickelt eine pazifistische Ethik auf

     der Höhe der Zeit. In deren Zentrum steht die Unüberbietbarkeit des

     einzelnen Menschenlebens.


    Der Autor führt uns exemplarisch auch in die jüdisch-christliche

    Tradition ein. Das "subversive Unterlaufen der Gewalt" in der

    Bergpredigt hat eine säkulare politische Entsprechung: soziale statt

    militärische Verteidigung als einzige aussichtsreiche Antwort auf

    einen Aggressor.



    Bruno Kern, geb. 1958 in Wien, Dr. theol. M. A.,

    Theologe und Philosoph, lebt heute als freischaffen-

    der Autor und Übersetzer in Mainz. Zahlreiche und

    breit wahrgenommene Veröffentlichungen in den

    Bereichen Ökologie, Politik, Literatur und Theologie.


    Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zäh-

    len "Das Märchen vom grünen Wachstum" und

    "Industrielle Abrüstung jetzt!“



    ——



    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.01.2026

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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