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04.04.2026

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nachdenkseiten.de, 04. April 2026 um 12:00 Ein Artikel von Magda von Garrel

Bekanntermaßen schnürt die EU ein Sanktionspaket nach dem anderen, die der Unterstützung der Ukraine dienen sollen. Diese betrafen zunächst hauptsächlich Waren, Dienstleistungen und Organisationen, aber inzwischen werden immer häufiger auch Einzelpersonen auf die Sanktionsliste gesetzt. Die daraus resultierenden Folgen möchte ich am Beispiel des Berliner Journalisten Hüseyin Dogru erläutern. Zu diesem Zweck zitiere ich nachfolgend eine (bislang unbeantwortet gebliebene) E-Mail, die ich einem in Berlin ansässigen Mitarbeiter von ver.di geschrieben habe.

Beginn E-Mail and ver.di

„Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich fragen, ob sich ver.di mit den personenbezogenen EU-Sanktionen bereits befasst hat. Anlass meiner Frage ist die Tatsache, dass in Berlin der Journalist Dogru sanktioniert worden ist. Konkret bedeutet das, dass er keinen Zugriff auf sein Konto mehr hat und seitdem mit etwas mehr als 500 Euro eine fünfköpfige Familie (mit drei kleinen Kindern) ernähren muss. Das ist (schon allein wegen der Mietzahlungen) völlig unmöglich, weshalb ihm und seiner Familie eine baldige Obdachlosigkeit droht.

Hinzu kommt, dass die Familie in keiner Weise unterstützt werden darf. Jede Person, die es dennoch versucht, macht sich sofort selbst strafbar. Das gilt sogar für Dogrus Ehefrau, die ihn wegen der festgestellten „Nähebeziehung“ erst recht nicht unterstützen darf. Kurzum: Personenbezogene EU-Sanktionen werden mit modernsten Mitteln durchgeführt (De-Banking) und stellen zugleich einen Rückfall ins Mittelalter dar („Vogelfreiheit“).

Dieser absolut menschenrechtswidrige Bannstrahl beruht weder auf einer Anklage noch auf einem Gerichtsverfahren und ist somit völlig illegal. Als einzige Begründung wird Dogrus Parteinahme für die Palästinenser angegeben. Mit anderen Worten haben wir es hier mit einem früher nicht für möglich gehaltenen Fall von Zensur zu tun, dem eine enorme gesellschaftspolitische Sprengkraft innewohnt.

Selbstverständlich kann man völlig anderer Meinung als Herr Dogru sein, aber das rechtfertigt auf keinen Fall die Zerstörung der Familie. Wer das auch nur stillschweigend hinnimmt, trägt zum Abbau der Meinungsfreiheit bei. Die Angst vor derartigen Repressalien wird dazu führen, dass sich zukünftig immer weniger Menschen trauen werden, sich offen zu ihrer Meinung zu bekennen.

Davon können auch friedenspolitische Positionen betroffen sein, die der EU nicht genehm sind. Schon allein deshalb erwarte ich von ver.di, sich für eine Rücknahme aller personenbezogenen Sanktionen einzusetzen, die eine existenzvernichtende Bestrafung unliebsamer Meinungen zum Ziel haben.“

Ende E-Mail an ver.di

Inzwischen habe ich erfahren, dass die von Herrn Dogru selbst ausgesandten Hilferufe an die Adresse von ver.di, DJU und NGOs unbeantwortet geblieben sind. Der von der Tageszeitung junge Welt unternommene Versuch, Herrn Dogru einzustellen, wurde von der Bundesbank als wirtschaftliche Beihilfe eingestuft. In diesem Zusammenhang sollte auch noch erwähnt werden, dass es in der BRD eine Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS) gibt, die dem Finanzministerium von Lars Klingbeil (SPD) untersteht.

Der von Herrn Dogru gestellte Eilantrag, mit dem er eine Lockerung der Nutzungseinschränkung seines eigenen Kontos bei der Comdirect erwirken wollte, um seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, ist ebenfalls gescheitert. Das Amtsgericht Frankfurt am Main befand, dass die ihm genehmigten 506 Euro für die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Familie ausreichen.

Auch die „christlichen“ Parteien und die Kirchen halten sich bedeckt. Dabei könnten die Letztgenannten der Familie doch zumindest ein vorübergehendes Kirchenasyl anbieten, um die Familie wenigstens für eine gewisse Zeit vor der drohenden Obdachlosigkeit zu bewahren.

Zu den ermutigenden Ausnahmen gehört Frau Dagdelen vom BSW, die sich für eine Initiative gegen die Sanktionen einsetzen will. Insgesamt ist das Schweigen und Wegducken aber so groß, dass ich mich frage, ob die Menschlichkeit schon völlig auf der Strecke geblieben ist. Möglich ist natürlich auch, dass derartige Vorgänge noch weitgehend unbekannt sind, aber dann wird es höchste Zeit, das zu ändern. Eine größere Bekanntheit würde auf jeden Fall die Chance erhöhen, die Familie Dogru durch einen kraftvollen und uns alle zugutekommenden Einsatz für Menschlichkeit und Meinungsfreiheit vor einer Zerstörung zu bewahren.


Titelbild: Screenshot NachDenkSeite


Rubriken: einzelne Politiker/Personen der Zeitgeschichte Erosion der Demokratie Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


Schlagwörter: 


Info:  https://www.nachdenkseiten.de/?p=148614


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

04.04.2026

Lawrow enthüllt, wer hinter Bahrains Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat steckt.

seniora.org, 4. April 2026, 03.04.2026 Von Karl Sanchez - übernommen von karlof1.substack.com


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Heute traf Lawrow mit dem ägyptischen Außenminister Benjamin Abdelati zusammen und gab anschließend eine Pressekonferenz, in der er wie üblich seine Ausführungen zu den Gesprächen darlegte und einige Fragen beantwortete.

Wir haben die vorherige Resolution des UN-Sicherheitsrates von Bahrain gesehen, in der die Kriegsverbrecher   – das US-Imperium und das besetzte Palästina   – nicht erwähnt wurden, sondern Iran beschuldigt wurde, in Ausübung seines durch die UN-Charta garantierten Selbstverteidigungsrechts dort gehandelt zu haben, wo die Aggressoren ihre Angriffe gestartet hatten   – auf Stützpunkten in den GCC-Staaten, die eigentlich deren Verteidigung dienen sollten. Die Formulierung der ersten Resolution ließ den wahrscheinlichen Verfasser erkennen, genau wie die Formulierung dieses jüngsten Versuchs   – das US-Imperium. Ich habe Folgendes in einem Kommentar im aktuellen Iran-Thread auf Moon of Alabama geschrieben, aber der Seitenbetreiber hat ihn aus unbekannten Gründen gelöscht, obwohl er offensichtlich von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Ereignisse rund um diesen Krieg ist. Es folgt ein Auszug aus Lawrows einleitenden Bemerkungen zum Thema, gefolgt von einem Auszug aus der ersten Fragerunde und anschließend der wichtigsten gestellten Frage:

Anmerkungen:

Wir haben der akutesten Krise der Gegenwart besondere Aufmerksamkeit gewidmet: der beispiellosen Eskalation am Persischen Golf infolge der unprovozierten Aggression der Vereinigten Staaten und Israels gegen die Islamische Republik Iran. Russland und Ägypten befürworten einen sofortigen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme des politischen und diplomatischen Prozesses, um die bestehenden Differenzen beizulegen und gleichzeitig die Sicherheitsinteressen aller Staaten der Region   – einschließlich der befreundeten arabischen Länder am Persischen Golf (Irak, Jordanien, Syrien, Libanon und natürlich der Islamischen Republik Iran)   – zu wahren.

Wir haben die Lage im palästinensisch-israelischen Konfliktgebiet erörtert, die mittlerweile aus den Schlagzeilen verschwunden ist, und ich halte das für ungerechtfertigt, denn das Problem ist nicht verschwunden. Wir haben die Notwendigkeit betont, die im Oktober 2025 erreichte Waffenruhe im Gazastreifen, die maßgeblich den aktiven Vermittlungsbemühungen Ägyptens zu verdanken ist, nachhaltig zu gestalten.

Wir sind beide besorgt über die Entwicklungen im Westjordanland, wo die israelischen Behörden konsequent eine Politik der Stärkung der administrativen und rechtlichen Kontrolle durch den Bau immer neuer Siedlungen verfolgen. Wir teilen die Überzeugung, dass es keine Alternative zu einer umfassenden Lösung des Palästinaproblems auf der bestehenden und weiterhin gültigen völkerrechtlichen Grundlage mit einer zentralen Zwei-Staaten-Lösung gibt. [Hervorhebung von mir]

Erster Auszug aus der Fragerunde:

Frage (aus dem Arabischen übersetzt): In Ihrer Rede sprachen Sie wichtige regionale Probleme an. Angesichts der rasanten Entwicklungen im Nahen Osten erörterten Sie unter anderem die Frage der regionalen Sicherheit im Hinblick auf die Lage im Iran und im Gazastreifen.

Welche Aussichten bestehen auf eine Stärkung des gegenseitigen Verständnisses und der Koordination zwischen Russland und Ägypten in diesen Fragen? Besteht eine Übereinkunft über eine gemeinsame Antwort auf diese Herausforderungen? …

Das ist nicht immer einfach, denn manchmal entstehen so gravierende Widersprüche ( in der Regel durch äußere Einflüsse ), dass selbst eine Kommunikation schwierig ist. Wir sehen dies in einigen der heute genannten Fälle, aber das ändert nichts an der Grundaussage: Wasser höhlt Steine ​​aus. So lautet unser Sprichwort.

Es ist unerlässlich, die Kampfhandlungen einzustellen und Verhandlungen aufzunehmen. Nur so lässt sich feststellen, wie aufrichtig die Parteien Frieden und eine gute Zukunft für ihre Bürgerinnen und Bürger, die Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Länder, wollen.

Wir schätzen die Rolle Ägyptens als Vermittler in zahlreichen Krisensituationen und die Bereitstellung einer Plattform für verschiedene Treffen zu afrikanischen Krisen. Auch in anderen Angelegenheiten ergreift Ägypten stets die Initiative. Dies wird nicht immer offenkundig verkündet. Für unsere ägyptischen Kollegen wie auch für uns geht es nicht darum, reißerische Schlagzeilen zu produzieren (bitte entschuldigen Sie den Ausdruck), sondern konkrete Ergebnisse zu erzielen.

Echte Arbeit braucht Stille. Wer sich nicht der Selbstdarstellung, sondern der echten Arbeit widmet, ist überzeugt, dass er am Ende Erfolg haben wird. [Meine Hervorhebung]

Wichtige Fragen und Antworten:

Frage: Moskau hat stets die Priorität einer politischen und diplomatischen Lösung im Nahen Osten gefordert. Russland rief zu einem Waffenstillstand auf, um einen umfassenden militärischen Konflikt in der Region zu verhindern. Sehen Sie eine Reaktion der Konfliktparteien auf Russlands Initiativen? Oder stehen wir kurz davor, den Konflikt in eine gefährlichere Phase zu führen? Wie steht es um Bahrains Vorschlag für einen Resolutionsentwurf zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus? Wie positioniert sich Russland zu diesem Thema?

Sergej Lawrow: Wir machen aus unserer Position kein Geheimnis. Wir äußern sie regelmäßig seit Beginn der US-israelischen Aggression gegen den Iran am 28. Februar dieses Jahres. Das Präsidialamt und Präsident Wladimir Putin selbst sprechen dieses Thema regelmäßig in ihren Gesprächen an.

In den vergangenen Tagen führte der russische Präsident Wladimir Putin mehrere Telefongespräche mit den Staatschefs Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate . Zuvor gab es Kontakte zum Präsidenten der Islamischen Republik Iran. Über die Außenminister arbeiten wir eng mit unseren iranischen Kollegen zusammen. Gestern, am 2. April, telefonierte ich mit dem iranischen Außenminister Araghchi. Selbstverständlich pflegen wir auch weiterhin Kontakte zu unseren Freunden in den Golfstaaten. Am Montag, dem 30. März, führten wir eine Videokonferenz, in der wir die aktuelle Lage über zwei Stunden lang ausführlich erörterten, einschließlich der Diskussionen im UN-Sicherheitsrat.

Wir können das von Bahrain eingereichte Projekt, das mehrere Tage im UN-Sicherheitsrat beraten wurde, selbst diskutieren. Viele tun dies   – sie nehmen den Text und beginnen zu diskutieren. Das ist die professionelle Vorgehensweise derjenigen, die letztendlich für das Ergebnis des UN-Sicherheitsrats verantwortlich sind. Doch selbst aus dieser rein fachlichen Perspektive zeigen sich zahlreiche Probleme.

Abgesehen von der Beschreibung der Schwierigkeiten   – der Aufforderung an den Iran, nicht auf Angriffe auf sein Territorium zu reagieren   – ist der Hauptzweck und Kernpunkt dieser Resolution ein Absatz, der alle interessierten Staaten, sei es in ihrer nationalen Eigenschaft oder als Teil einer vereinten Koalition, dazu ermächtigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten . Während der Gespräche wurde der Zusatz „alle notwendigen Verteidigungsmaßnahmen“ hinzugefügt, jedoch sogleich mit dem Vorbehalt: „ den Umständen entsprechend “ .

Wer wird diese Umstände bestimmen? Natürlich jene Staaten, denen das Recht eingeräumt wird, alle „notwendigen Verteidigungsmaßnahmen“ zu ergreifen. Wir wissen, wie unsere westlichen Kollegen mit scheinbar rein defensiven Beschlüssen des UN-Sicherheitsrats umgegangen sind   – sie wurden umgehend ins Gegenteil verkehrt und für ihre aggressiven Aktionen instrumentalisiert.

Der zweite Punkt. Diese Maßnahmen sind den betroffenen Staaten zwar gestattet, sie werden aber auch „den Umständen entsprechend“ auf dem Territorium jener Küstenstaaten des Persischen Golfs angewendet, die sich in keiner Weise an den „Verteidigungsmaßnahmen“ beteiligen. Dies stellt einen direkten Verstoß gegen deren Souveränität dar. Eine solche Entscheidung des UN-Sicherheitsrats dürfte die Chancen auf eine friedliche Beilegung des Konflikts kaum erhöhen. Ganz zu schweigen von der Autorität dieses Gremiums.

All dies geschieht vor dem Hintergrund von Äußerungen aus Washington, darunter die Behauptungen von US-Präsident Donald Trump, dass „Verhandlungen laufen“ und die Gesprächspartner der Amerikaner „deutlich vernünftiger“ seien. Sie würden zuhören und reagieren. Die Iraner bestreiten die Kontakte nicht, sprechen aber von einem Austausch von Positionen, nicht von Verhandlungen. Dennoch handelt es sich bereits um einen Prozess. Vorgestern erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Schifffahrt in der Straße von Hormus sofort wieder aufgenommen werde, sobald die Kampfhandlungen beendet seien (seinen Angaben zufolge seien dort fast alle Aufgaben erledigt). Es geht also nicht darum, Forderungen an den Iran zu stellen. Vielmehr müssen die Kampfhandlungen eingestellt werden, damit die Schifffahrtsordnung in der Straße von Hormus wiederhergestellt werden kann. Diese basiert vollständig auf dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 , das alle Schifffahrtsnormen in Friedenszeiten festlegt. In Kriegszeiten ist dieses Übereinkommen nicht gültig.

Unsere chinesischen Kollegen betonen in ihren Kontakten mit ihren Partnern am Golf dieselben Punkte: Die Kampfhandlungen müssen eingestellt werden, um den Schiffsverkehr wiederherzustellen. Wenn wir überzeugt werden, dass wir diese Resolution inmitten dessen verabschieden müssen, was die Vereinigten Staaten als Verhandlungen bezeichnen (es ist klar, dass die Verabschiedung dieser Resolution, die nicht einmal erwähnt, dass Iran Opfer einer Aggression geworden ist, die Machthaber in Teheran verärgern wird), bedeutet dies, dass jemand die bestehenden oder sich abzeichnenden Verhandlungsperspektiven untergraben will. Es sei denn natürlich, alle, die von Friedensgesprächen sprechen, wollen diese tatsächlich. Es wäre absolut falsch, solche Absichten zu untergraben.

Sollten die Verhandlungen erneut dazu genutzt werden, einen weiteren Angriff auf den Iran „heimlich“ durchzuführen (wie es im Juni 2025 und im Februar dieses Jahres der Fall war), dann soll diese Resolution alle aggressiven Aktionen gegen den Iran „rückwirkend“ legitimieren.

Zum Schluss möchte ich noch etwas dazu sagen. Dies fällt bereits in den Bereich der juristischen Auslegung. Unsere Freunde am Golf berichten, dass der Iran sie angegriffen hat und dass ihnen das in Artikel 51 der UN-Charta verankerte Recht auf Selbstverteidigung zusteht . Das stimmt. Dieser Artikel existiert. Um ihn jedoch anzuwenden und konkrete Schritte zur Ausübung dieses Rechts auf Selbstverteidigung zu unternehmen, bedarf es keiner Resolution des UN-Sicherheitsrates.

Als die USA gemeinsam mit Israel den Iran angriffen, erklärten sie öffentlich, dies sei ein Akt der Selbstverteidigung. Auf die Frage „Der Iran hat euch doch nicht angegriffen?“ antworteten sie, Artikel 51 sehe auch präventive Verteidigungsmaßnahmen vor, um dem Angreifer jegliche Angriffsmöglichkeit zu nehmen, selbst wenn dieser keine Angriffspläne gehabt habe.

Während der Videokonferenz fragte ich unsere Freunde am Golf, ob der Iran sie angegriffen habe. Es gab keine entsprechenden Belege. Daraufhin wurde die Ansicht geäußert, dass die Islamische Republik Iran in all den Jahren ihres Bestehens immer ihre Nachbarn angreifen wollte. Dann ergab sich eine günstige Gelegenheit   – die Republik wurde von den Amerikanern und Israelis angegriffen, und nun begann sie, die arabischen Staaten anzugreifen.

Vielleicht gelangen all diese Argumente in bester Absicht in die Medien. Doch das Endergebnis bleibt dasselbe. Sicherlich wurde diese Resolution in bester Absicht geplant, aber entweder wird sie dazu benutzt, die ohnehin fragilen Verhandlungschancen zu untergraben, oder sie dient dazu, Aggressionen gegen den Iran nachträglich zu legitimieren .

Ich hoffe, dass unsere Freunde in der Golfregion und in der gesamten arabischen Welt unsere ausführlichen Erklärungen zur Kenntnis genommen haben. [Meine Hervorhebung]

Es ist wichtig zu beachten, dass der Iran zwar das UN-Seerechtsübereinkommen unterzeichnet, aber nicht ratifiziert hat und daher keine Zuständigkeit besitzt, während Oman es unterzeichnet und ratifiziert hat. In dem gemeinsamen Vertrag, den der Iran und Oman derzeit zur Verwaltung von Hormus ausarbeiten, müssen diese Differenzen berücksichtigt werden. Wie Lawrow anmerkte, ist der Vertrag durch den Konflikt hinfällig, weshalb der Iran das Recht hat, Hormus zu schließen. Aufmerksame Leser werden Lawrows Seitenhieb auf Trump   – den „Selbstdarsteller“   – bemerkt haben und darauf hingewiesen haben, dass die Kampfhandlungen eingestellt werden müssen, damit Verhandlungen beginnen können. Das Hauptproblem ist die völlige Glaubwürdigkeitslosigkeit des US-amerikanischen „Outlaw“-Imperiums, wenn es um Verhandlungen geht. Deshalb hat der Iran erklärt, die Lösung werde auf dem Schlachtfeld gefunden   – eine Entscheidung, die der Russlands hinsichtlich seiner Militäroperation in der Ukraine aus sehr ähnlichen Gründen sehr ähnelt. All diese Anrufe bei Putin waren Versuche, Russland davon abzuhalten, den Entwurf des UN-Sicherheitsrats für Bahrain mit einem Veto zu belegen. Mir scheint jedoch klar, dass sowohl Russland als auch China dies tun werden, und es heißt auch, dass Frankreich dies tun wird, was etwas überraschend ist.

Wie schon bei der ersten Bahrain-Resolution geht es natürlich darum, das US-Imperium, das als Verbrecher gilt, von dem monströsen Verbrechen freizusprechen, das es gemeinsam mit den Zionisten begangen hat   – dem Nürnberger Hauptverbrechen des Angriffskrieges. Dieses Ziel verrät uns, wer der eigentliche Urheber ist: jemand aus Trumps Umfeld. Und dann sind da noch die Gangster der Golfstaaten, die dachten, der große Gangster würde sie beschützen, nur um festzustellen, dass er lediglich seinen zionistischen Drahtzieher schützt   – dass sie nichts weiter als Tributpflichtige des US-Imperiums und seines zionistischen Stellvertreters sind. Manche haben schnell gelernt   – Katar   –, andere haben enorm profitiert   – der Irak, der sich fast vollständig aus den Fängen des Imperiums befreit hat.

Mir ist durch einen Artikel in Guancha aufgefallen , dass der ehemalige iranische Außenminister Javad Zarif einen Friedensvorschlag verfasst hat, der in der Zeitschrift Foreign Affairs veröffentlicht wurde und lesenswert ist. Hier die ersten vier Absätze:

Der Iran hat seinen Krieg gegen die Vereinigten Staaten und Israel nicht begonnen. Doch nach über einem Monat ist die Islamische Republik klar auf dem Siegerpfad . Amerikanische und israelische Streitkräfte bombardieren seit Wochen unaufhörlich iranisches Territorium, töten Tausende von Menschen und beschädigen Hunderte von Gebäuden   – alles in der Hoffnung, die iranische Regierung zu stürzen. Doch der Iran hat standgehalten und seine Interessen erfolgreich verteidigt. Er hat die Kontinuität seiner Führung gewahrt, obwohl hochrangige Beamte ermordet wurden, und er hat seine Angreifer immer wieder zurückgeschlagen, selbst als diese seine militärischen, zivilen und industriellen Einrichtungen angriffen. Die Amerikaner und Israelis, die den Konflikt mit der Illusion einer erzwungenen Kapitulation begonnen haben, befinden sich nun in einer Sackgasse ohne Ausweg. Die Iraner hingegen haben eine historische Leistung des Widerstands vollbracht.

Für manche Iraner ist dieser Erfolg Grund genug, den Kampf fortzusetzen, bis die Aggressoren angemessen bestraft sind, anstatt nach einer Verhandlungslösung zu suchen. Seit dem 28. Februar versammeln sich jeden Abend große Menschenmengen stolzer Iraner im ganzen Land, um ihren Widerstand mit dem Ruf „Keine Kapitulation, kein Kompromiss, Kampf mit Amerika!“ zu demonstrieren. Schließlich haben die Vereinigten Staaten bewiesen, dass man ihnen in Gesprächen nicht trauen kann und dass sie die Souveränität Irans nicht respektieren. Nach dieser Logik gibt es keinen Grund, jetzt mit dem Land in Dialog zu treten und ihm einen Ausweg anzubieten. Stattdessen sollte Teheran seinen Vorteil nutzen, weiterhin US-Stützpunkte angreifen und den Handel in der Straße von Hormus blockieren, bis Washington seine regionale Präsenz und Haltung grundlegend ändert.

Obwohl der Kampf gegen die USA und Israel psychologisch befriedigend erscheinen mag, führt er nur zu weiterer Zerstörung von Zivilbevölkerung und Infrastruktur. Verzweifelt, nachdem sie keines ihrer Ziele erreicht haben, greifen diese Akteure zunehmend wichtige Produktionsstätten der Pharma-, Energie- und Industriebranche an und attackieren wahllos unschuldige Zivilisten. [Dies verschärft ihre ohnehin schon zahlreichen Verbrechen.] Die Gewalt reißt zudem immer mehr Länder mit hinein und droht, einen regionalen Konflikt zu einem globalen auszubauen. Bedauerlicherweise wurden internationale Organisationen von den USA unter Druck gesetzt, angesichts der vielen Gräueltaten Washingtons zu schweigen, darunter das Massaker an fast 170 Schulkindern am ersten Kriegstag .

Teheran sollte daher seine Überlegenheit nutzen, nicht um den Kampf fortzusetzen, sondern um den Sieg zu verkünden und ein Abkommen zu schließen, das diesen Konflikt beendet und einen neuen verhindert. Es sollte anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, im Gegenzug für die Aufhebung aller Sanktionen   – ein Abkommen, das Washington zuvor abgelehnt, nun aber möglicherweise akzeptiert hätte. Der Iran sollte außerdem bereit sein, einen gegenseitigen Nichtangriffspakt mit den Vereinigten Staaten zu schließen, in dem sich beide Länder verpflichten, einander künftig nicht anzugreifen. Er könnte wirtschaftliche Kooperationen mit den Vereinigten Staaten anbieten, was sowohl für das amerikanische als auch für das iranische Volk von Vorteil wäre. All diese Maßnahmen würden es den iranischen Verantwortlichen ermöglichen, sich weniger auf den Schutz ihres Landes vor ausländischen Gegnern und mehr auf die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung im Inland zu konzentrieren. Mit anderen Worten: Teheran könnte die neue, glänzende Zukunft sichern, die die Iraner verdienen. [Hervorhebung durch mich]

Das Hauptproblem von Zarifs Vorschlag ist meiner Meinung nach, dass er auf der Annahme beruht, Irans Atomprogramm sei das Problem, während es in Wirklichkeit um Irans Existenz geht. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Weg, Irans Fortbestand zu sichern: die Einbeziehung Russlands und Chinas in jedes Abkommen. Hinzu kommt die Rolle der Zionisten, die die Feinde der Welt sind und die Ursache dieses Krieges mit dem US-Imperium teilen. Meiner Meinung nach sind Zarif und viele andere nicht in der Lage zu erkennen, dass das Ziel der Zionisten ein Großzionistischer Staat namens Großisrael ist, der nur durch eine eigene Version von Hitlers Plan Ost für alle Völker der Region erreicht werden kann, deren Hauptverteidiger Iran ist   – die GCC-Staaten sind schwach und dazu bestimmt, zionistische Sklaven zu werden, sofern die wenigen den Völkermord überleben   – und daher muss Iran als Haupthindernis beseitigt werden.

Die Welt   – die Menschheit   – steht somit vor einer entscheidenden Wahl: Die kleine Gruppe von Zionisten, die auch in anderen Ländern existieren und dieselbe Geisteskrankheit verinnerlicht haben, muss in Westasien und den anderen Ländern, in denen sie leben   – insbesondere im US-amerikanischen Imperium   –, von der Macht entfernt werden. Die Menschheit leidet zu ihrem großen Unglück unter einem bösartigen Tumor, der äußerst schmerzhaft ist und aus dem politischen System entfernt werden muss, bevor er weiteren Schaden anrichtet. Iran und die Widerstandsbewegung müssen als Werkzeuge für diese Operation zur Entfernung des Tumors gefördert werden. Sie sind diejenigen, die die nötige Motivation haben, diese Aufgabe zu erfüllen. Sicher, es wäre wünschenswert, wenn die Zionisten und andere Anhänger des Zionismus die Macht abgeben und den Humanisten die Kontrolle überlassen würden, aber wie wir in den letzten 80 Jahren gesehen haben   – und wir könnten noch viel weiter in die Vergangenheit zurückblicken   – wird das nicht geschehen. Entfernt man den Stellvertretertumor, so lässt sich das Imperium, das ihn genährt hat, leichter in einen eingedämmten, halb gescheiterten Zustand versetzen, in dem es der Bevölkerung erlaubt ist, ihr Wesen zu verändern.

Der Autor: 

karlof1’s Geopolitical Gymnasium

 

Quelle: Karl Sanchez Karlof1 - Automatische Übersetzung

https://karlof1.substack.com/p/lavrov-reveals-who-lurks-behind-bahrains?triedRedirect=true



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/lawrow-enthuellt-wer-hinter-bahrains-resolutionsentwurf-im-un-sicherheitsrat-steckt


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04.04.2026

Hinweise von Arnd Henze zu Differenzierungen in der MAGA-Bewegung

aus e-mail von Doris Pumphrey, 4. April 2026, 14:54 Uhr


Liebe Leute,

 

unten Hinweise von Arnd Henze

(https://de.wikipedia.org/wiki/Arnd_Henze,

manchen ist er möglicherweise auch noch bekannt aus seiner Zeit im friedensbüro hannover während der „lila Kirchentags-Kampagne“ 1983)

zu Differenzierungen in der MAGA-Bewegung, die er auf facebook veröffentlicht hat.

Das ist natürlich noch nicht das Ende der Trump-Ära; aber die Risse sind doch bemerkenswert

 

Besten Gruß

Bernhard

 


Facebook-Beitrag von Arnd Henze:

 

Wer einen neuen Beleg für die Fliehkräfte innerhalb der MAGA-Bewegung sucht - here we go:

Im Pentagon wurde am gestrigen Karfreitag (in den USA ein Feiertag) ein Gottesdienst nur für Protestanten angeboten. Pete Hegseth, selbst Mitglied eines extrem theokratisch ausgerichteten calvinistischen Kirchenverbundes, verletzt mit seinen monatlichen Prayer Services ja schon seit längerem die verfassungsmäßige Trennung von Staat und Religion - deren Sinn sich ja gerade aus der Vielfalt religiöser Bekenntnisse in den USA speist. Nun demonstriert Hegseth ganz offen, dass es ihm mit seinem Schlachtruf "Christ is King" nicht nur um christlich-nationalistische, sondern um die Wiederherstellung einer explizit protestantische (weiße) Vorherrschaft geht.

 

Noch zu meinen Studienzeiten in den USA gab es für diese Bevölkerungsgruppe mit diesem Selbstverständnis die gängige Abkürzung WASP: White Anglo Saxon Protestant. Sie hat in der zunehmend diverser gewordenen Bevölkerung längst seine herausgehobene Bedeutung verloren - auch gegenüber den Katholiken, die z.B. sechs der neun Richterstellen am Supreme Court besetzen und mit J.D. Vance, Marco Rubio u.a. herausgehobene Posten in der Regierung besetzen.

 

Vance wiederum bewirbt grad sein im Juni erscheinendes Buch "Communion - Finding my Way back to Faith", in dem er sich als frommen Katholiken erzählen wird. Und jetzt wird´s wieder politisch: Vance gehört zum Lager der "America First"-Isolationisten, was ihn zumindest in der Frage des Irankriegs nicht mit Papst Leo in Konflikt bringt, der (allerdings aus ganz anderen Gründen) auf offene Konfrontation zu Hegseths Kriegs-Theologie gegangen ist.

 

Ihr merkt: das Religiöse ist politisch.

Und noch ein Funfact:

Das neue Vance-Buch findet schon vorab viel Spott, weil das Coverfoto ausgerechnet eine methodistische Kirche zeigt....🙂


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04.04.2026

gewerkschaftsforum.de / neue artikel

aus e-mail von Laurenz Nurk, 4. April 2026, 14:50 Uhr


Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wir möchten euch auf neue Artikel auf 

https://gewerkschaftsforum.de/ aufmerksam machen:



Der SPD zur Erinnerung: „Dem Karl Liebknecht haben wir’s geschworen…“

Bei vielen SPD-Mitgliedern schlug das wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein, als Bundeskanzler Scholz am Sonntag, dem 27.02.2022 im Bundestag eine Zeitenwende verkündete. Damit meinte er eher eine politische 180-Grad-Wende: Deutschland will Waffen an die Ukraine liefern und unterstützt weiterhin harte Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Vor allem aber kündigte Olaf Scholz an, ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Aufrüstung zu bilden, das im Grundgesetz verankert werden soll und wie schon lange von den USA gefordert, dauerhafte Rüstungsausgaben von über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr bereitzustellen.Besonders die älteren SPD-Mitglieder, das sind vielfach Menschen, die noch die Parteischulungen engagiert mitgemacht haben und die Parteigeschichte aus dem Effeff aufsagen können, wollten es nicht wahrhaben, was sie da hörten. Hatten sie doch sofort Kaiser Wilhelm vor Augen, der bei Kriegsbeginn 1914 keine Parteien mehr kannte, sondern nur noch Deutsche und erinnerten sich an den mutigen Karl Liebknecht, der als SPD-Reichstagsabgeordneter gegen die Kriegskredite stimmte und dafür in seinem weiteren kurzen Leben schlimm büßen musste.  weiterlesen →---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nicht unser Krieg!? – Organisierte Beihilfe zum Krieg

Ramstein, Völkerrecht und die systematische Missachtung des Friedensgebots des Grundgesetzes durch die Verfassungsfeinde der deutschen KriegsregierungVon Andreas BuderusDer Bundespräsident identifiziert den US-Israelischen Angriffskrieg als „völkerrechtswidrig“ – und doch bleibt die deutsche Unterstützung bestehen. Militärische Infrastruktur steht weiter bereit, politische Konsequenzen bleiben aus.[1] Das ist kein Widerspruch, sondern System.Wer verstehen will, was hier geschieht, muss sich von der Vorstellung verabschieden, es handele sich um ein außenpolitisches Problem.Wann, wenn nicht jetzt…?!Der Bundespräsident hat es ausgesprochen. Nicht in einer Kampfrede, nicht als Anklage, sondern fast nebenbei: Der Angriff auf den Iran sei „völkerrechtswidrig. Ein bemerkenswerter Satz – weniger wegen seines Inhalts als wegen dessen, was danach nicht geschieht.Denn wenn ein Krieg völkerrechtswidrig ist, dann ist er kein außenpolitisches Problem, das man kommentieren oder einordnen kann. Dann ist er ein Rechtsbruch. Und wer ihn unterstützt, unterstützt diesen Rechtsbruch. So schlicht ist das.
Und genau deshalb wird es nicht ausgesprochen.
  • Statt Konsequenzen: Ausflüchte.
  • Statt Klarheit: Prüfaufträge.
  • Statt Bruch: Kontinuität.[2]
Während offiziell noch „geprüft“ wird, läuft der Betrieb weiter: Militärische Infrastruktur bleibt verfügbar, Bündnistreue wird beschworen, politische Verantwortung verdampft im Nebel technokratischer Formeln.Das eigentliche Problem ist also nicht Unwissen.
Es ist die Weigerung, aus erkanntem Unrecht Konsequenzen zu ziehen.Damit verschiebt sich die Frage.
Es geht nicht mehr nur um Krieg und Frieden im Nahen Osten. Es geht um die Bundesrepublik Deutschland selbst. weiterlesen →------------------------------
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Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist nicht nur Vorreiter für die grottenschlechten Ergebnisse bei den Tarifverhandlungen der letzten Jahre, sie reitet auch vor, wenn sie in die Verhandlungen geht, ohne ihre Lohnforderungen zu beziffern

Am 3.2.2026 starteten die Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie auf Bundesebene. Der Vorsitzende der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michail Vassiliadis, erteilte der Forderung der Unternehmerschaft nach einer Nullrunde bereits eine „klare Absage“. Die Gewerkschaft forderte dagegen eine Lohnsteigerung für Auszubildende und Tarifbeschäftigte, „die die Kaufkraft stärkt“. Konkrete Zahlen nannte die IG BCE nicht. Zudem wünschte sich die Gewerkschaft tarifvertragliche Lösungen, die Arbeitsplätze in der Branche sichern.Keine zwei Monate später liegt das Verhandlungsergebnis vor: 2026 gibt es eine Nullrunde. Ab Januar 2027 steigen die Löhne um 2,1 Prozent und ein Jahr später um weitere 2,4 Prozent. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 27 Monaten bis Ende Mai 2028 und umfasst auch „beschäftigungssichernde Instrumente“. So zahlen die Unternehmen für die Jahre 2026 und 2027 einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 300 Euro pro Kopf und Jahr in den betrieblichen Fonds ein (für Auszubildende 150 Euro pro Kopf und Jahr).Im Folgenden soll die Vorreiterfunktion als Supersozialpartner, die die IG BCE seit Jahren spielt, einmal näher betrachtet werden.  weiterlesen →---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Unterschriftenaktion: Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU!

Mit ihrem jüngsten Sanktionspaket hat die EU den Militärhistoriker und ehemaligen Oberst der Schweizer Armee und des Schweizer Strategischen Nachrichtendienstes sowie Mitglied des Schweizer Generalstabs Jacques Baud mit Sanktionen belegt. Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und lebt in Brüssel. Er darf Belgien nicht mehr verlassen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Konten sind eingefroren, seine Bücher dürfen nicht mehr verkauft werden.Jacques Baud hat unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist ein untadeliger Wissenschaftler und ein Ehrenmann. Seine Bücher erfüllen die höchsten Maßstäbe der fachlichen historischen Analyse. Er arbeitet strikt neutral nach dem Grundsatz: Beide Seiten müssen gehört werden.Es ist kein Verbrechen, die wahren Gründe des Ukraine-Krieges zu nennen. Es ist kein Verbrechen, die Leser auf Unwahrheiten und die eigene Propaganda der EU und der NATO aufmerksam zu machen. Es ist kein Verbrechen, auf die gedankenlose Kooperation des Westens mit ukrainischen Kräften hinzuweisen, die eine gefährliche Nähe zu Faschisten aufweisen.Der Ministerrat der EU zerstört mit willkürlichen Strafmaßnahmen gegen Jacques Baud und insgesamt gegen 59 Journalisten und Wissenschaftler die Grundlagen der Meinungsfreiheit.Diese Sanktionen sind illegal und völkerrechtswidrig, denn sie wurden nicht durch den UN-Sicherheitsrat verhängt.  weiterlesen →---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises – die Feinde der Gewerkschaften

Im Jahr 1947 beschlossen einige Männer auf dem Schweizer Berg Mont Pèlerin, die Regeln für das weltweite Zusammenleben grundlegend zu ändern. Zu der Gruppe gehörten Friedrich August von Hayek, Frank Knight, Karl Popper, Ludwig von Mises, George Stigler und Milton Friedman.Sie gründeten die „Mont Pèlerin Society (MPS)“, eine Gruppe von Industriellen, Erben und Superreichen, die seit dem ein Netzwerk finanzierten, in dem sich Denkfabriken, Journalisten und Politiker zusammengeschlossen haben, um die wirtschaftspolitische Ideologie des Neoliberalismus durchzusetzen.Im Staat, in der Wirtschaft und vor allem in den Köpfen der Menschen sollte der Liberalismus als dominantes, wenn nicht sogar als absolutes Prinzip sozialer Organisation gelten. Damals nahm dies kaum jemand ernst, doch hat man es mit viel Macht und Geld im Hintergrund über die Jahrzehnte geschafft, dieses absolute Prinzip zum weltweiten Einfluss verholfen zu haben und zum Mainstream zu machen. Zum großen Schaden der Allgemeinheit und vor allem der Gewerkschaften.  weiterlesen →--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Den Betriebserfolg mitbestimmen?

Was leisten deutsche Betriebsräte, die sich zur Zeit wegen der laufenden Wahlen, aber auch wegen der Kalamitäten bei VW oder Karstadt besonderer öffentlicher Aufmerksamkeit erfreuen?Eine Kontroverse von Andreas Buderus und Suitbert CechuraZur Zeit finden die Betriebsrätewahlen statt, die „zu den größten demokratischen Wahlen in Deutschland (gehören)“, wie die Presse (Bonner General Anzeiger, 14./15.3.26) das Selbstverständnis der Gewerkschaften wiedergibt. Bis Ende Mai können Millionen Beschäftigte in Zehntausenden Betrieben (die in der BRD aber eine Minderheit darstellen) die Arbeitnehmervertretungen neu wählen.Das Lob, das von Gewerkschaftsseite kommt, hat jedoch schon etwas Verräterisches. So vermeldet die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, dass Beschäftigte in Firmen mit Betriebsrat häufiger „das Gefühl“ haben, gemeinsam etwas bewirken zu können. Studien zeigten, dass betriebliche Mitbestimmung das „politische Interesse“ von Arbeitnehmern erhöht und sich so auch „jenseits der Werkstore positiv“ auswirkt. Demnach sind, wie die Presse erfreut meldet, diese Beschäftigten „im Schnitt zufriedener mit der Demokratie in Deutschland als diejenigen ohne Interessenvertretung.“ Ein gutes Gefühl zu haben und mit der politischen Herrschaft zufrieden zu sein – geht es etwa darum, brave Bürger zu erzeugen?  weiterlesen →--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Stehen wir politisch am gleichen Punkt wie 1933?

Vortrag auf der Veranstaltung „Weltfrauentag und Politik“ des Solinger Stadtverbands des DGB, des Solinger Ortsvereins der Gewerkschaft ver.di, der Gruppe Solingen der Omas gegen Rechts und der Ortsgruppe Solingen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e. V.), Solingen, Deutsches Klingenmuseum, 8. März 2026 (1)Von Jörg Becker„Wir lernen aus der Geschichte, dass wir nichts lernen.“[2]Mit dieser Erfahrung meiner Frau, die mehr als vierzig Jahre an zwei Gymnasien Geschichte unterrichtet hat, will ich nicht provozieren, sondern auf das grundsätzlich fragwürdige von historischen Vergleichen aufmerksam machen. Mit Recht betont der Historiker Martin Sabrow die Ambivalenz jedes historischen Vergleichs: „Er ist ein unentbehrliches Instrument der Geschichtsschreibung, tendiert aber dazu, die Vergangenheit aus der Perspektive der Gegenwart zu beleuchten und damit zu verengen. Seine Stärke liege in der selbstreflexiven Herausforderung, da die Wahl des Vergleichsfalls, mit dem ein Untersuchungsgegenstand in Beziehung gesetzt wird, immer eine ‚normative Vorentscheidung‘ bedeute.“[3] Meine eigene „normative Vorentscheidung“ besteht darin, dass ich erstens Antifaschist bin und zweitens, dass ich Ähnlichkeiten zwischen 1933 und 2025 ahne, aber angestrengt darüber nachdenken muss, ob es mehr Ähnlichkeiten oder mehr Differenzen gibt. Sicher aber ist, dass die gegenwärtigen Bedingungen einerseits auf denen der Vergangenheit stehen, andererseits aber auch einem Wandel unterliegen. Gegenwärtig haben wir das Wissen, wie sich Anfang 1933 der deutsche Faschismus kontinuierlich entwickelte – dieses Wissen hatte die deutsche Bevölkerung vor 1933 nicht.Um das Ergebnis meines Nachdenkens und meines Vortrags vorwegzunehmen: Ich glaube nicht, dass wir 2026 am gleichen Punkt stehen wie Anfang 1933[4] und ich will das kurz begründen. weiterlesen →--------------------------------

Herzliche Grüßevon den Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftsforum.de


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

04.04.2026

Warum das jüngste „Stillhalten“ des Goldpreises ein deutliches Kaufsignal ist

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forumgeopolitica.com, Fr. 03 Apr 2026,  Claudio Grass

In einer Krise verkauft man nicht das, was man will – man verkauft das, was man muss. Der jüngste Kursrückgang bei Gold ist kein Zeichen dafür, dass es seinen Status als sicherer Hafen verloren hätte, sondern ein Beweis für seine eigentliche Rolle: eine Quelle der Liquidität, wenn alles andere erstarrt ist.


Die jüngste „Ruhe“ auf dem Goldmarkt hat viele Beobachter – und insbesondere die Kritiker des Edelmetalls – dazu veranlasst, sich zu fragen, ob die These vom „sicheren Hafen“ noch immer Bestand hat oder ob ihre Zeit vorbei ist. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus blieb der sofortige, parabolische Preisanstieg aus, den viele angesichts einer globalen Energiekrise erwartet hatten. Stattdessen erlebten wir das Gegenteil: eine Korrektur gegenüber den Höchstständen vom Januar. Für den Laien sieht dies wie ein Versagen des Hauptzwecks von Gold aus. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass dies keine Ablehnung der Fundamentaldaten von Gold ist, sondern vielmehr ein Lehrbuchbeispiel für die Ruhe vor dem Sturm.

Der Hauptgrund für diesen Abwärtsdruck ist nicht mangelnde Überzeugung, sondern ein dringender und unmittelbarer Bedarf an Liquidität. Wenn es an den globalen Märkten zu einem „Snap“-Ereignis kommt, neigen die Korrelationen zwischen den Anlageklassen dazu, vorübergehend zu konvergieren. In diesen Momenten akuter und weit verbreiteter Anspannung und Unsicherheit verkaufen institutionelle Anleger oft nicht das, was sie verkaufen wollen, sondern das, was sie verkaufen können. Als die Aktien- und Anleihemärkte einbrachen, wurden gehebelte Fonds von einer Welle von Margin Calls getroffen. Nachdem Gold im Vorjahr deutlich gestiegen war, wurde es zum „Sparschwein“, das geplündert wurde, um die Sicherheitenanforderungen an anderer Stelle zu erfüllen.

Dies ist in keiner Weise ein Zeichen für eine Schwäche des Goldes. Es ist vielmehr das Gegenteil: Es ist ein Beweis für seine Zuverlässigkeit in Krisenzeiten und seine Fähigkeit, eine Rettungsleine zu bieten, wenn alle anderen Türen verschlossen sind. Dies wird noch eindrucksvoller durch die Tatsache verdeutlicht, dass nicht nur institutionelle Anleger von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sondern ganze Länder.

Nach der Eskalation des Iran-Konflikts verkaufte die türkische Zentralbank innerhalb von nur zwei Wochen rund 58,4 Tonnen Gold im Wert von etwa 8 Milliarden US-Dollar, um die Lira gegen kriegsbedingte Belastungen zu stützen. Mehr als die Hälfte des Goldes wurde verwendet, um über Swap-Geschäfte US-Dollar aufzunehmen, der Rest wurde direkt auf dem freien Markt verkauft. Dieser Abbau stellt den größten Rückgang seit sieben Jahren dar, und dieser Schritt ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie eine Zentralbank Gold als ihre ultimative strategische Reserve behandelt. Die türkischen Zentralbanker verkauften nicht, weil sie das Vertrauen in den Vermögenswert verloren hatten, sondern weil Gold das einzige Instrument ist, das in der Lage ist, während eines systemischen Schocks eine derart massive, sofortige Kapitalzufuhr zu gewährleisten. Mit anderen Worten: Gold hat genau das getan, was es tun sollte.

Wenn man darüber nachdenkt, nutzen Menschen Gold schon seit Jahrtausenden auf genau dieselbe Weise. In guten Zeiten sammeln und sparen sie darin, um in Krisenzeiten darauf zurückgreifen zu können. Dieses Szenario haben wir auch zu Beginn dieses Krieges beobachtet. In konfliktnahen und betroffenen Gebieten wie Dubai versuchten viele Einwohner, ihre Bestände in Bargeld umzuwandeln, um ihre Umsiedlung zu erleichtern oder vor potenzieller Gefahr zu fliehen. Tatsächlich war der Verkaufsdruck so groß, dass Gold vorübergehend mit einem erheblichen Abschlag gegenüber dem globalen Londoner Referenzpreis gehandelt wurde. Da der Luftraum teilweise gesperrt war und die Logistik in dem kleinen Land und insbesondere in Dubai auf jeder erdenklichen Ebene gestört war, kam es zu einem erheblichen „Flaschenhals“-Effekt. Das hat natürlich nichts mit Gold zu tun (obwohl es eine Lektion darüber erteilt, wie man seine Vermögenswerte in einer bewährten, sicheren und geopolitisch stabilen Jurisdiktion aufbewahrt), aber es zeigt, dass das gelbe Metall vielen Menschen einen Ausweg bot, als sie ihn am dringendsten brauchten. Genau so sieht ein „harsches Krisenszenario“ aus, vor dem ich Kunden und Leser schon seit sehr langer Zeit warne.

Trotz dieses taktischen Rückzugs beim Goldpreis waren die strukturellen Argumente für das Edelmetall vielleicht noch nie so stichhaltig wie heute. Wenn wir über das unmittelbare Getöse des Krieges von 2026 hinwegsehen, offenbart sich ein Gesamtbild eines globalen Finanzsystems, das unter einer fortgeschrittenen „Fiat-Müdigkeit“ leidet. Die weltweite Verschuldung hat einen mathematischen Bruchpunkt erreicht, und die fortwährenden „Tricks“, mit denen die Zentralbanken die Inflationsdaten frisieren, haben das Vertrauen der Öffentlichkeit endgültig erschöpft. Die Menschen glauben die offizielle Darstellung nicht mehr. Sie schauen auf ihren Einkaufskorb und erkennen, dass ihre Kaufkraft heimlich und absichtlich ausgehöhlt wird. Die Tatsache, dass die offiziellen CPI-Daten ihnen sagen, sie lägen falsch und die „Inflation sei unter Kontrolle“, macht die Sache nur noch schlimmer, da sie dadurch den Daten und der Währung selbst noch mehr misstrauen.

Wir müssen auch den unmittelbaren Druck berücksichtigen, den die Golfkrise ausübt und der die Ölpreise gefährlich in die Höhe treibt. Der Markt wappnet sich für eine neue Welle aggressiver Inflation, die die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe schnellen ließ, da Investoren höhere Renditen verlangen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Unter normalen Umständen würde die Wirtschaft von den Zentralbanken eine Kehrtwende hin zu niedrigeren Zinsen und neuer Liquidität erwarten, um die Auswirkungen des Krieges abzufedern. Die Zentralbanken befinden sich jedoch derzeit in einer Zwickmühle: Sie können weder die Zinsen senken noch die Gelddruckmaschinen wieder anwerfen, ohne eine massive Explosion der Inflationserwartungen zu riskieren. Während diese steigenden Renditen und ein stärkerer Dollar kurzfristig Gegenwind für Gold bedeuten, sind sie letztlich Symptome eines Systems, das zunehmend brüchig wird, da die Zentralbanken mit dem Rücken zur Wand stehen.

Insgesamt ist diese Konsolidierungsphase sowohl völlig normal als auch gesund. Märkte, die sich ausschließlich in eine Richtung bewegen, steuern unweigerlich auf einen Einbruch zu, während diese „Atempause“ am Goldmarkt tatsächlich die Grundlage für den nächsten großen Aufschwung stärkt. Für Anleger bedeutet dies, dass die derzeitige Ruhe am Markt eine günstige Gelegenheit bietet, eine Position aufzubauen oder aufzustocken, bevor sich der übergeordnete Trend wieder durchsetzt.


Analyse Türkei

3 Kommentare zu
«Warum das jüngste „Stillhalten“ des Goldpreises ein deutliches Kaufsignal ist»


Alexander J. Fr. 03 Apr 2026, 14:41

Bevor ich den Beitrag von Herr Grass zum zweiten mal lese und im Denkapparat verarbeite: endlich auch ein Lob für die stets guten Bilder und Grafiken auf Augenhöhe mit den Worten!
Heute die diskrete Bildkorrektur von "in god we trust" zu "in gold we trust".
Im Beitrag von Herrn Hänseler vom 29. März die 4 Lämmer mit MAGA-Caps, wohl smbolisch für nachläufige EU-Nationen...
Grossen Dank auch dafür!
Und falls sich ein Attentäter im mit Sprengstoff beladenem Laster auf der Golden-Gate, Verrazano etc. Brücke in die Luft sprengt: die Idee ist nicht von mir. Ehrenwort!

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P. Martinoni Sa. 04 Apr 2026, 11:34

Im historischen Vergleich ist eine Anlage in Gold bislang stets lohnenswert gewesen, obwohl es bisweilen auch Jahre gedauert hat, bis der Kurspreis höher war als der Einstandspreis. Es gab also auch unschöne Phase, die dem Anleger etwas Geduld abverlangt haben. Man kann daher nicht davon ausgehen, dass der Goldpreis weiterhin derart anzieht wie in den letzten paar Jahren, es wird wiederum flaue bzw. negative Phasen geben, das halte ich für unvermeidlich, für langfristig operierende Anleger dürfte es aber kein Grund zur Sorge sein.

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Hank Sa. 04 Apr 2026, 15:17

Last year an economic podcaster traveled to Argentina with bitcoin, some gold and some silver. What he found was the government and banks were only allowing a set amount of currency to be withdrawn each day; the amount that would cover a normal days expenses for food and necessities. So when he tried to sell his gold the dealers were not buying because they had no buyers. He did sell or barter some silver. There were few bitcoin exchanges and none near his location. We do not know if currency limits were set at these exchanges.

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Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/warum-das-jngste-stillhalten-des-goldpreises-ein-deutliches-kaufsignal-ist


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

04.04.2026

Nicht nur der Iran: „Israel würde Millionen Menschen töten“ | Rabbi Elhanan Beck | UNAPOLOGETIC

seniora.org, 4. April 2026,  30.03.2026 Interview mit Rabbi Elhanan Beck - übernommen von youtube.com


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Rabbi Elhanan Beck - Bildquelle: nkusa.org


(Red.) Weil schwierige Fragen zu Judentum, Existenzrecht Israels und Zionismus im Interview aus der Sicht eines Rabbi erörtert werden, haben wir das Transkript mit KI übersetzt(ww).


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Video https://www.youtube.com/watch?v=Td23chkYKzMm Dauer 1:11:20 Min.


Moderator: Hallo, guten Tag. Willkommen zu einer weiteren Folge von Unapologetic. Ich bin euer Gastgeber Karim, und ich freue mich sehr, heute   – zum ersten Mal seit etwa 18 Monaten, glaube ich   – Rabbi Ilan wieder in der Sendung begrüßen zu dürfen. Rabbi, willkommen bei der Show.

Rabbi Ilan: Danke. Ich weiß. Danke.

Moderator: Rabbi, Sie haben zuletzt mit mir gesprochen, ich glaube, es war Mai oder April 2024. Sie werden sich vielleicht nicht an das Datum erinnern, aber ich weiß, Sie erinnern sich, dass Sie hier saßen und mit mir gesprochen haben. Damals hatte Israel bereits etwa 40.000 oder 45.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet. Es hatte einen großen Teil Gazas zerstört. Aber seitdem hat Israel wahrscheinlich noch viel mehr in Gaza zerstört. Die offizielle Todeszahl liegt jetzt bei 75.000. Wahrheit ist, sie ist wahrscheinlich viel höher, weil viele Menschen unter den Trümmern liegen, viele Menschen werden vermisst. 90 % der Gebäude in Gaza sind zerstört. Israel begeht im Westjordanland auch durch Siedler und mit Unterstützung des Staates eine Art Pilgerfahrt? Es gibt kein anderes Wort dafür. Es ist eine Pilgerfahrt. Täglich werden palästinensische Kinder von Siedlern geschlagen oder verprügelt oder schlimmeres, Häuser werden beschlagnahmt. Immer mehr Siedlungsland wird palästinensisches Land, das für verstärkte Siedleraktivitäten beschlagnahmt wird.

Gleichzeitig werden jetzt mit dem Krieg gegen den Iran, dem von den USA und Israel geführten Krieg gegen den Iran, weite Teile des Südlibanon evakuiert. Israel bombardiert den Südlibanon mit einer noch heftigeren Intensität, als selbst auf dem Höhepunkt des Krieges zuvor. Und natürlich bombardieren sie den Iran, was eine sehr große Sache ist und das Potenzial hat   – es hat bereits viele andere Nationen mit hineingezogen   –, zu einem regionalen Krieg zu werden. Und wieder, wie in Gaza, als Netanjahu Amalek anrief, als er über den Iran sprach, rief er Amalek an. Nun weiß ich, dass Sie ein Rabbi sind und dass Sie sehr wütend sind über Israels Handlungen. Nur um anzufangen: Wie ist Ihre Reaktion auf all das, was ich gerade gesagt habe?

Rabbi Ilan: Sie fragen sehr viele Dinge in einer Frage. Ich werde mit einem beginnen, und dann kommen wir vielleicht eins nach dem anderen. Erstens müssen wir verstehen, dass nach der Tora der Staat Israel kein Existenzrecht hat. Nicht nur haben sie kein Recht, Kriege gegen andere Länder wie Gaza, Iran und Libanon zu führen. Sie müssen also verstehen, dass das jüdische Volk heutzutage kein Recht hat, über das Land zu herrschen, nicht einmal einen einzigen Zentimeter von irgendeinem Land, und natürlich auch nicht im Heiligen Land. Das Heilige Land gehört heutzutage nach der Tora vollständig den Palästinensern, nicht einem Staat oder all dem   – vom Fluss bis zum Meer sollte vollständig an die Palästinenser zurückgegeben werden.

Die Juden könnten dort unter einer palästinensischen Regierung leben, so wie Juden heute im Iran leben. Selbst während des Krieges haben sie kein Problem mit Juden. Sie haben ein Problem mit Besatzern. Sie haben ein Problem mit einem Völkermord. Sie haben kein Problem mit Juden. Genauso könnten wir als friedliche Bürger sogar in Palästina leben. Aber das ganze Land, die Regierung sollte vollständig an die Palästinenser zurückgegeben werden, und alle palästinensischen Flüchtlinge sollten zurückkommen und ihre Häuser in den Dörfern zurückbekommen, so wie es vorher war. Das ist nach der Tora. Und das gilt selbst dann, wenn die Zionisten das Land friedlich ohne Kriege genommen hätten   – ein freies Land. Aber besonders, wenn sie das auf dem Rücken der Palästinenser tun, indem sie sie töten und aus dem Land vertreiben, verdoppelt und verdreifacht das die Verbrechen noch viel mehr.

In der Tora steht es in den Zehn Geboten: Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen. Genau das tun die Zionisten. Also gehört natürlich heutzutage nach der Tora das ganze Land vollständig an die Palästinenser zurück. Sogar in Israel selbst gibt es Hunderttausende von antizionistischen Juden, stark antizionistische Juden. Sie dienen nicht in der Armee. Heute, heute während wir sprechen, ja, gibt es 55.000 von ihnen   – aber sie weigern sich, zur Armee zu gehen. Unsere Rabbiner haben ihnen gesagt, lieber ins Gefängnis zu gehen, als in diese Armee zu gehen. Ja, 55.000. Aber wenn die Polizei sie erwischt, steckt man sie ins Gefängnis.

Und das kann man in den sozialen Medien sehen, bei großen Protesten in Israel selbst   – sie schlagen sie. Nicht wie die englische Polizei, die so nett kommt, dich verhaftet, bla bla bla, das ist alles   – nein, sie kommen, schlagen den Leuten überall auf den Kopf. Das sieht man nur in den sozialen Medien, weil die Mainstream-Medien das nicht zeigen. Es gibt viele Menschen, die keine Leistungen vom Staat Israel nehmen, wie es hier zum Beispiel Universal Credit heißt, oder so. Sie nehmen nichts. Ich habe meinen Cousin, er heißt Rah, er lebt in Israel und sie haben eine große Familie, Enkelkinder, Enkelkinder. Er hat nichts vom Staat genommen. Er will das nicht   – es heißt, ich glaube, es ist wie Universal Credit   – er bekommt jeden Monat einen Scheck. Er macht eine große Party, alle Kinder, die Enkelkinder. Er zerreißt den Scheck, um es seinen Feinden zu zeigen. Ich will das Geld nicht. Jeden Monat machen sie das, jeden Monat. Es gibt viele Menschen, aber sie weigern sich, zur Armee zu gehen, sie nehmen keine Leistungen und sie beteiligen sich nicht an den Wahlen. Aber das ist in Israel   – Hunderttausende. Aber außerhalb Israels sind die meisten Menschen, die so aussehen wie ich, gegen den Staat Israel.

Moderator: Kommen wir noch einmal darauf zurück, denn Sie haben ein paar interessante Dinge gesagt. Erzählen Sie uns und dem Publikum: Was ist die Geschichte von Amalek?

Rabbi Ilan: Amalek ist nicht wirklich eine Person. Es ist eine Person, aber was bedeutet es, dass es nicht wirklich eine Person ist? Amalek ist ein Konzept. Amalek beschreibt die Menschen, die andere Menschen von Gott wegreißen. Damals, vor dreieinhalbtausend Jahren, als das jüdische Volk aus Ägypten auszog   – als Gott uns aus Ägypten herausführte   –, da sah die ganze Welt es, glaubte an Gott und sah die große Macht Gottes, und jeder hatte Angst und erkannte: Oh, es gibt einen Gott in der Welt, er lenkt die Welt. Dann kam zu jener Zeit eine Nation namens Amalek und zeigte der Welt: Nein, wir brauchen Gott nicht zu fürchten, wir können tun, was wir wollen. Seitdem ist Amalek das Symbol, das Symbol für Menschen, die Menschen von Gott wegführen.

Heutzutage können wir keine bestimmte Nation benennen und sagen: Das ist Amalek oder das ist Amalek. Amalek ist heute ein Konzept, ein Konzept für die Menschen, die andere von Gott wegführen. Sie müssen nicht einmal auf meine Antwort warten. Sie haben die Antwort selbst. Wer führt heute die Menschen von Gott weg? Nicht die Palästinenser, nicht der Iran. Der Iran ist ein gottesfürchtiges Volk. Sie beten Gott an. Wer führt von Gott weg? Die Rechten, die von Gott wegführen, das sind Netanjahu und die ganzen Zionisten. Sie führen heute 18 Millionen Juden weg. 16 von ihnen sind säkular. Sie glauben nicht an Gott. Wessen Aufgabe ist das? Das ist die Aufgabe der Zionisten. In den letzten 140 Jahren, seit sie die zionistische Bewegung gestartet haben, führen sie die Menschen ständig, ständig, ständig von Gott weg.

Moderator: Sie sagen also, Netanjahu ist Amalek.

Rabbi Ilan: Netanjahu   – ich musste es nicht sagen. Das ist eine Tatsache. Amalek bedeutet Menschen, die andere von Gott wegführen. Besonders die Juden von Gott wegführen. Das ist das Werk des Juden. Und genau er ist Amalek. Aber ich musste es nicht sagen. Das ist nur die Tatsache. Ich lege die Tatsache auf den Tisch. Aber ich sage das mit vollem Nachdruck. Ich habe kein Problem damit zu sagen, dass er der wahre Amalek ist. Wer gibt ihm das Recht zu sagen, wer Amalek ist und wer nicht? Natürlich wird jeder, der sein Feind ist, sagen, er sei Amalek. Ich kann das für Sie sagen, ich kann es für jeden sagen. Sie müssen verstehen, was es bedeutet: Amalek. Nun komme ich zu einem anderen Punkt. Vor 500 Jahren, einer unserer größten Rabbiner zu jener Zeit   – das war vor der Staatsgründung Israels, aber nachdem die zionistische Bewegung begonnen hatte. Ja, 40 Jahre nach Beginn der zionistischen Bewegung. Einer unserer größten Rabbiner, genannt der […]   – seine Bücher finden Sie in jeder einzelnen Synagoge auf der ganzen Welt. Sie werden keine einzige Synagoge ohne seine Bücher finden. Er war sehr berühmt, einer der größten Rabbiner. Er sagte sehr klar, dass die Zionisten heute Amalek sind.

Moderator: Und wann sagte er das?

Rabbi Ilan: Vor 100 Jahren.

Moderator: Vor der Staatsgründung?

Rabbi Ilan: Bevor der Staat überhaupt gegründet wurde. Als der Zionismus eine Bewegung war, die versuchte, mit vielen Mitteln Menschen nach Israel zu bringen, um dort eine Mehrheit zu werden, und sie arbeiteten sehr hart daran, Menschen aus Russland, Polen, Ungarn, der Ukraine, aus all diesen Ländern zu bringen, um vor 100 Jahren eine Mehrheit im Heiligen Land zu werden. Er sagte damals   – sein Name war […] und die Referenz dazu findet sich im Buch des Maschiach, einer seiner größten Anhänger, sein Name war wie meiner, Rabbi Elchanan Wassermann, der dann leider im Holocaust starb, ich meine, er wurde im Holocaust getötet. Rabbi Wassermann schrieb in seinem Buch, dass der Maschiach, die Worte seines Rabbis, dass die Zionisten die wahren Amalekiten heute sind. Also erstens: Wer ist zu sagen, wer Amalek ist? Jeder kann das sagen. Wer gibt ihnen das Recht, das zu sagen? Und zweitens: Wenn wir verstehen, was Amalek bedeutet, dann verstehen wir selbst, wer Amalek ist.

Moderator: Das ist klar.

Moderator: Sie haben ein wenig darüber gesprochen, und eine andere Sache, die auch oft von Netanjahu und anderen, besonders von Smotrich und Ben-Gvir, beschworen wird, ist die Idee von Groß-Israel. Viele Menschen, die Israel dabei sehen, Chaos in der Region zu stiften   – jetzt mit dem Iran-Krieg, Angriffen auf Syrien, Angriffen auf den Libanon   – glauben, dass es ein Projekt von Groß-Israel gibt. Was denken Sie über das Projekt Groß-Israel?

Rabbi Ilan: Wirklich, ich bin kein Experte in Politik. Ich bin ein Experte in unserer Religion. Und Sie stellen mir jetzt eine politische Frage. Ich kann Ihnen nur sagen, was ich denke. Ich musste die Ideen des Zionismus studieren   – kenne deinen Feind, um gegen sie zu kämpfen. Also musste ich die Bücher von Theodor Herzl studieren, was er erreichen wollte und was sie wollen. Ich kann Ihnen nur von dieser Seite her etwas sagen. Aber was in der politischen Welt wirklich vor sich geht   – ich kann sagen, dass ich es nicht weiß. Es könnte sein, dass ich nicht den richtigen Blick darauf habe.

Rabbi Ilan: Wie auch immer, soweit ich verstehe, geht es bei dem Ziel der Zionisten, ein sicheres Israel zu bekommen, natürlich darum, die größten Grenzen vom Fluss bis zum Meer zu haben. Ja, sie wollen alle Muslime da raus haben. Alle Palästinenser vollständig raus, das ganze Westjordanland. Sie wollen ganz Gaza nehmen, alles. Sie wollen ganz Israel nehmen, mit den Golanhöhen, mit allem, was sie wollen. Sie wollen zu 100 % sicher sein, egal, was der Preis dafür ist. Wenn der Preis dafür ist, 100 Millionen Menschen zu töten, werden sie das tun.

Moderator: 100 Millionen Menschen.

Rabbi Ilan: Egal, was der Preis ist   – Jordanien, Syrien, Libanon, Ägypten auszulöschen, sie vollständig auszulöschen. Wenn sie das für ihre Sicherheit brauchen, werden sie das tun. Sie haben kein Problem damit. Sie haben nicht einmal normale menschliche Gefühle. Sie sehen nur sich selbst, nur das, was sie wollen, und das ist es, was sie wollen.

Moderator: Aber ist die Idee   – entschuldigung, dass ich unterbreche   – ist die Idee, all diese Länder zu erobern, oder glauben Sie, die Idee ist einfach, so viel Chaos in diesen Ländern zu schaffen, dass sie so viel von Israel und vielleicht auch über Israel hinaus kontrollieren können, wie sie wollen?

Rabbi Ilan: Es ist nicht nur Chaos. Was sie wollen, könnte sein, dass sie 500 Meilen um Israel herum leer haben wollen, so etwas in der Art, um sicherzustellen, dass niemand sie treffen kann. Sie wollen alle Länder um sie herum schwächen. Aber ich glaube nicht, dass sie die Führung der ganzen Welt übernehmen wollen. Sie wollen ihr eigenes Land, aber ein sicheres Land, und es gibt keinen Preis, der ihnen zu hoch wäre.

Moderator: Wenn Sie also sagen, es gibt keinen Preis   – jetzt gerade läuft ein Krieg, der Iran wird stark bombardiert, und der Iran ist eine starke Nation, was Armee usw. betrifft. Glauben Sie also, wenn dieser Krieg weitergeht, glauben Sie dann   – ich meine, wenn Sie sagen, sie würden 100 Millionen Menschen töten, bedeutet das, sie könnten eine Atombombe auf den Iran werfen, wenn sie wollten. Glauben Sie, dass sie das tun würden, wenn es dazu kommt?

Rabbi Ilan: Ich denke ja, 100 %.

Moderator: 100 %?

Rabbi Ilan: Ja.

Moderator: Sie würden nicht zweimal überlegen?

Rabbi Ilan: Wenn sie das Gefühl haben, dass sie es tun müssen   – in meinen Augen, ja.

Moderator: Und was das andere betrifft, was gerade passiert   – ich meine, was auch im Krieg passiert, ist, dass der Iran Vergeltung übt, indem er amerikanische Stützpunkte und strategische Ziele in den Golfstaaten, in Katar, den VAE, Saudi-Arabien, Oman, Bahrain usw. angreift. Ich meine, also, was Sie sagen, ist, dass es den Zionisten völlig egal ist, ob diese Länder getroffen werden, ob ihre Wirtschaft zerstört wird, ob irgendetwas   – wahrscheinlich wären sie sogar ziemlich froh darüber, dass diese Länder jetzt miteinander kämpfen.

Rabbi Ilan: Sie denken nicht, sie denken nicht einmal über andere Menschen nach. Es ist nicht wie in England   – aber ich will nicht sagen, ob unsere Regierung richtig oder falsch handelt. Ich bin nicht in der politischen Welt. Aber sie kümmern sich um andere Menschen. Wenn England in den Krieg mit Frankreich zieht, wird es sich um die Zivilbevölkerung kümmern. Sie   – sie kümmern sich um nichts. Sie denken nichts. Sie denken nur an sich selbst. Und kein Preis ist ihnen zu hoch. Kein Preis ist ihnen zu hoch. Es ist nicht wie Amerika. Es ist nicht wie Großbritannien. Es ist nicht wie alle anderen…

Moderator: Sagen Sie das wegen dem, was wir sie in Gaza tun sehen, und was sie im Libanon tun, oder hätten Sie das vor zehn Jahren auch schon gesagt?

Rabbi Ilan: Ich hätte das auch vor zehn Jahren gesagt. Das steht geschrieben. Das ist wirklich, was unsere Rabbiner sagten: Dass jüdische Menschen, wenn sie sich von Gott entfernen, schlimmer sind als Tiere.

Moderator: Ihre Rabbiner haben das gesagt?

Rabbi Ilan: Ja. Ja, das steht sehr klar im Talmud. Sehr klar. Das ist ein berühmter Rabbiner.

Moderator: Das sagt der Talmud? Der Talmud selbst sagt das?

Rabbi Ilan: Dass jüdische Menschen, wenn sie Gott nahe sind, heilige Menschen sind. Sie sind das auserwählte Volk. Sie dienen Gott und sind heilige Menschen. Aber wenn sie sich von Gott entfernen, sind sie schlimmer als Tiere. Und das können Sie mit eigenen Augen sehen. Sie haben mir vom Krieg in Gaza erzählt. Der Krieg in Gaza war nicht der erste Krieg. Das geht schon seit 77 Jahren, voller Kriege, und wir sehen das jedes Mal. Ja. Ich selbst wurde in Jerusalem geboren. Ja.

Meine Mutter hat mir erzählt, was sie 1948 gesehen hat. Ich wollte das nicht sagen. Ich kann das nicht sagen. Was sie gesehen hat, wie ihr Verhalten gegenüber den Palästinensern war. Verrückt. Verrückt. Und was in Sabra und Schatila passiert ist, Sie wissen, all diese Dinge, die sie schon seit   – nicht seit Jahrhunderten, ich meine seit …

Moderator: 77 Jahren, und ein paar Jahre davor auch in Palästina.

Rabbi Ilan: Ja, ja, ja, was sie tun. Aber meine Mutter erinnert sich, sie hat das mit eigenen Augen gesehen. Mein Vater hat mir erzählt, was er damals gesehen hat. Mein Vater ist bereits verstorben, aber er war 1948 etwa 20 Jahre alt und hat alles gesehen. Er hat mir alles erzählt, was er mit eigenen Augen gesehen hat. Die Zionisten sind nicht wie die westlichen Länder, die an Zivilisten denken. Nein, sie denken an niemanden. Sie sind völlig egoistisch. Sie denken nur an sich selbst.

Moderator: Wie funktioniert das? Ich meine, die Sache ist die: Was Sie sagen, ist, dass die Zionisten   – und wir haben zum Beispiel gesehen, wenn sie Gaza bombardieren, veranstalten sie diese Partys, bei denen sie hingehen und die Bombardierungen beobachten. Wir sehen jetzt, wenn sie den Iran bombardieren und den Libanon bombardieren, sieht man Leute   – wenn Sie israelische Medien sehen und israelische YouTuber sehen, sehen Sie viele feiernde Äußerungen. Sie feiern die Tatsache, dass Menschen sterben und bombardiert werden. Aber Sie sagen, dass dies eine Sache ist, dass die Zionisten in ihrer Absicht viel tödlicher sind. Sie sagen, dass sie wie westliche Imperialisten sind oder andere Imperialisten   – es gibt ja viel Imperialismus auf der Welt. Warum? Wie funktioniert das?

Rabbi Ilan: Schauen Sie, ein jüdischer Mensch   – Gott hat das jüdische Volk erschaffen, um mit ihm verbunden zu sein, um an ihn zu glauben. Und wenn sie sich entfernen, entfernen sie sich davon. Sie haben den Glauben an Gott verloren. Sie haben die Menschlichkeit verloren. Sie haben völlig die Menschlichkeit verloren, das können Sie mit eigenen Augen sehen. Sie fragen mich, warum das so ist. Ich kann verstehen, dass das tiefer zu erklären ist. Aber Sie können die Tatsache sehen. Sie können die Tatsache sehen: Wenn England in einen Krieg zieht, kümmern sie sich um alle Zivilisten, und wenn sie einige Zivilisten treffen …

Moderator: Manchmal.

Rabbi Ilan: Okay, aber sie entschuldigen sich, wenn etwas passiert. Sie   – die Zionisten haben kein Problem damit. Sie feiern es, Kinder in Gaza zu töten. Sie feiern es. Sie sagen, sie sind Kreaturen, die wir töten dürfen. Sie sagen, sie sind Tiere, sie sind nichts, wir dürfen sie alle töten. Sie kümmern sich überhaupt nicht um sie, überhaupt nicht. Ich meine, das können Sie mit eigenen Augen sehen, leider. Leider, ich meine, Menschen, die den Glauben an Gott verloren haben, haben alles verloren. Sie haben die Menschlichkeit verloren. Sie haben völlig verloren.

Moderator: Wie fühlen Sie sich? Ich meine, diese Menschen handeln in Ihrer Religion. Sie handeln im Namen Ihrer Religion. Sie sind offensichtlich ein gläubiger Jude. Sie lieben das Judentum. Sie hoffen, dass das Judentum in der Welt gedeiht, dass Ihre Kinder und Enkel und viele Generationen weiterhin das Judentum ausüben können. Wenn Sie so viele Menschen sehen, die sagen, sie seien Juden, sich aber so verhalten, wie fühlen Sie sich dann? Was sind Ihre Sorgen bezüglich der Zukunft?

Rabbi Ilan: Schauen Sie, ich komme wieder von einem religiösen Standpunkt. Wir glauben, dass die schlechte Seite ein Ende haben wird. Auch das sind nicht meine Worte, es steht in der Tora. Die Referenz dazu ist in Numeri, Kapitel 14, Vers 41. Es gab eine ähnliche Situation, als Gott das jüdische Volk aus Ägypten herausführte. Und dann befahl er ihnen, 40 Jahre in der Wüste zu bleiben. Ich weiß nicht, ob Sie manchmal in der Tora lesen, aber die meisten Menschen waren nicht einverstanden. Sie sagten: Nein, wir wollen ins Heilige Land hinaufziehen, sogar mit Gewalt. Und der Prophet Mose sagte ihnen: Nein, bleibt 40 Jahre in der Wüste. Gott befiehlt euch, aus Ägypten auszuziehen und befiehlt euch, 40 Jahre in der Wüste zu bleiben. Erst danach könnt ihr ins Heilige Land gehen. Aber diese Menschen stimmten nicht zu und zogen hinauf. Da sagte der Prophet Mose zu ihnen: Warum rebelliert ihr gegen Gott? Ihr werdet keinen Erfolg haben. Und dann geschah es: Sie versuchten hinaufzuziehen, und sie wurden alle getötet. Ja. Eine Rebellion gegen Gott kann nicht erfolgreich sein. Solange der Staat Israel eine Rebellion gegen den Allmächtigen ist   – Er befiehlt uns, im Exil zu bleiben und nicht gegen Ihn zu rebellieren, was die Zionisten tun   –, ist unsere Rebellion eine Rebellion gegen Gott. Sie werden wieder keinen Erfolg haben. Wenn Sie heute mit politischen Augen schauen, sind sie stark. Sie sind sehr stark, alle starken Länder unterstützen sie, und aus politischer Sicht sehen Sie, dass sie für die nächsten tausend Jahre Erfolg haben werden. Aber ich komme wieder vom religiösen Standpunkt. Aus religiöser Sicht bin ich mir 100 % sicher, dass sie ein Ende nehmen werden. Und das sind nicht meine Worte   – erstens sind es die Worte der Tora, und dann haben viele Rabbiner, unsere großen Weisen, das bereits vor der Gründung des Staates Israel gesagt, wie ich bereits erwähnt habe, der … Er sagte auch, dass selbst wenn sie zustimmen, einen Staat zu gründen, er nur für eine gewisse Zeit bestehen wird   – das Ende wird kommen. Ich bin mir dessen 100 % sicher, dass das Ende kommen wird. Wir hoffen und beten auf ein friedliches Ende. Niemand wünscht sich Blutvergießen. Aber der Tag wird kommen   – das Ende zu 100 %. Nun, wenn ich sehe, wie so viele Menschen von Gott weggeführt werden   – 16 von 18 Millionen sind heute Ungläubige, durch den Einfluss der Zionisten   –, dann ruft das natürlich sehr schlechte Gefühle hervor.

Rabbi Ilan: Und wenn man nicht an die jüdischen Prinzipien glaubt, fühlt man sich verloren. Okay, wir sind am Ende. Noch eine Generation, noch eine Generation, zwei, drei Generationen, dann sind wir am Ende.

Moderator: Okay.

Rabbi Ilan: Aber wir wissen, dass dies nicht der Fall sein wird. Sie werden ein Ende nehmen, und wir werden am Ende erfolgreich sein.

Moderator: Okay. Sie sagen also, Sie bezeichnen die Mehrheit   – ich schätze, weltweit   – 16 von 18 Millionen als Ungläubige, und der Grund, warum Sie das sagen, ist, dass sie Ihrer Meinung nach nicht an diese 13 Prinzipien des Judentums glauben. Aber sie würden sich selbst als Juden sehen, richtig?

Rabbi Ilan: Ja, das tun sie.

Moderator: Aber Sie würden sie nicht als Juden sehen. Ich möchte das nur klarstellen.

Rabbi Ilan: Ja, genauso wie ein säkularer Muslim sich selbst als Muslim sehen würde.

Moderator: Okay, ich verstehe diesen Punkt.

Moderator: Also, wir haben über Amalek gesprochen und über das Gelobte Land, gewissermaßen, als wir über Zionismus und Judentum gesprochen haben. Können Sie mir mehr über einige der anderen theologischen Argumente erzählen, die Menschen innerhalb Israels   – ich meine, Ihrer Ansicht nach   – falsch verwenden? Zum Beispiel der Wiederaufbau des Tempels. Es gibt seit einiger Zeit Diskussionen, es gibt einige Bewegungen in Israel, die versuchen, die Al-Aqsa-Moschee zu entweihen oder zu zerstören, weil sie den Tempel bauen wollen. Ein anderes Thema ist die rote Kuh. Es gibt die Idee des Messias, über den Sie gesprochen haben. Erzählen Sie mir aus Ihrer Perspektive: Was ist ihre falsche Auslegung davon, und was sollte die richtige Auslegung dieser Dinge sein?

Rabbi Ilan: Ich werde das in mehrere Teile aufteilen.

Moderator: Ja.

Rabbi Ilan: Weil ich keine lange Abhandlung machen möchte. Zuerst werden wir über den Messias sprechen, denn das ist ernst. Das andere sind nur Fantasien. Das ist nicht die Realität. Ich werde darauf zurückkommen. Aber der Messias, das ist eine Realität. Wir Juden glauben an den Messias. Wir glauben, dass der Messias kommen wird. Aber machen Sie keinen Fehler: Der Messias wird nicht kommen und unschuldige Männer, Frauen, Kinder töten, nur eine rebellische Ameise. Der Zweck des Messias wird es sein, alle Menschen der Welt zurückzubringen, um denselben Gott zu verehren. Zur Zeit des Messias wird es Einheit auf der ganzen Welt geben. Der Messias wird überhaupt nicht mit physischer Macht kommen. In unseren Schriften wird der Messias beschrieben   – das bedeutet, ein armer Mann, der auf einem weißen Esel kommt. Wir wissen nicht, was es bedeutet. Heute gibt es keine Esel. Wie viele Prophezeiungen werden wir das erst verstehen, wenn es Wirklichkeit wird. Der Messias wird jedoch nicht als starker Mensch beschrieben. „Ich komme, ich bin der König, ich werde jeden töten. Jeder ist mein Sklave.“ Nein, ein armer Mann, der auf einem weißen Esel kommt. Das ist alles. Der Messias wird nicht mit physischer Macht kommen. Er wird mit spiritueller Macht in den Herzen aller Menschen kommen. Dann werden ich mit den Palästinensern   – nicht ich, das jüdische Volk mit dem palästinensischen Volk   – nicht auf zwei Seiten des Zauns sein. Wir werden auf derselben Seite des Zauns sein. Wir alle gemeinsam werden hinaufziehen, werden demselben Gott dienen, in Harmonie und Frieden. Und das Heilige Land, das ist ein heiliger Ort. Das ist seit jeher ein heiliger Ort. Und das Heilige Land wird der Hauptort sein, an den die Menschen kommen werden, um Gott näher zu sein. Sogar Menschen, die auf der ganzen Welt leben, werden dorthin hinaufkommen, um Gott zu dienen, um im Heiligen Land Gott näher zu sein. Aber es werden nicht nur wir sein. Es werden wir sein mit den Palästinensern, mit allen Menschen. Das ist unser Glaube an den Messias. Der Messias wird nicht kommen und Menschen töten, unschuldige Menschen, für nichts.

Moderator: Was ist Ihrer Ansicht nach die Vorstellung vom Messias in den Köpfen der Siedler zum Beispiel, wie Leute wie Daniela Weiss oder Leute wie Ben Gvir oder Smotrich? Ich meine, ich bin sicher, Sie haben nicht mit ihnen darüber gesprochen, was sie denken, aber Ihrer Ansicht nach, was können Sie sich vorstellen, wie ihre Sicht auf den Messias ist?

Rabbi Ilan: Ja, man muss das trennen. Netanjahu ist ein Ungläubiger. Sie glauben überhaupt nicht an den Messias.

Moderator: Er benutzt das nur.

Rabbi Ilan: Aber die anderen Leute, die Siedler und die anderen Leute, die gläubig sind, die sind völlig verwirrt. Völlig verwirrt von der Religion, die viele Dinge aus dem Zusammenhang gerissen und an die falsche Stelle gesetzt hat. Nehmen wir zum Beispiel die Siedler. Ja, die Siedler sagen, sie sind religiös, aber sie sehen mit eigenen Augen   – das Ziel des Zionismus ist es, Menschen von Gott zu entfernen, Menschen von Gott wegzunehmen. Wie setzt man das zusammen? Sind Sie ein Gläubiger oder nicht? Wollen Sie, dass alle Menschen gläubig werden, oder wollen Sie, dass alle Menschen ungläubig werden?

Rabbi Ilan: Sie sind ein Gläubiger. Was wollen Sie genau? Wie retten Sie diese Menschen? Was   – Menschen von Gott wegzuführen? Wie retten Sie sie? Sie sind völlig verwirrt in ihren Köpfen. Sie nehmen auch das Konzept des Messias aus dem richtigen Kontext und sagen, der Messias bedeute, dass er der Messias sei oder so etwas in der Art. Das ist es, was sie über den Messias denken. Aber zu wissen, was der Messias ist, ist nichts, was man im Internet googeln kann. Man muss die echten heiligen jüdischen Bücher lesen, um zu verstehen, was das Konzept des Messias ist. Und es ist sehr klar. Wenn Sie in den Büchern der Propheten nachschlagen, den 24 Büchern, werden Sie sehr klar den Zweck des Messias sehen und was er tun wird, wenn ein Messias kommt. Es steht in den Psalmen, ja, Kapitel 97. Es steht hunderte Male in den Psalmen. Ich gebe Ihnen nur ein Beispiel, aber es gibt hunderte Stellen. Wenn Gott sein Königreich auf der Welt offenbaren wird, wird die ganze Welt glücklich sein. Alle Nationen und die Welt werden glücklich sein. Wir sagen in unseren Gebeten, dass die ganze Welt, nicht nur Juden, die ganze Welt zusammenkommen wird, um demselben Gott in Harmonie und Frieden zu dienen. Und so haben wir viele, viele Verse, Hunderte und Tausende von Versen in unseren Gebeten, in den Büchern der Propheten, immer wieder und wieder und wieder. Was die Zionisten tun, was die Siedler tun, das nimmt völlig das Konzept aus dem Zusammenhang, viele Dinge. Und ich werde auf den anderen Punkt kommen, den Sie gefragt haben.

Moderator: Es geht um die rote Kuh, die rote Kuh auf dem Tempelberg.

Rabbi Ilan: Ich werde Ihnen ein Beispiel geben. Das ist völlig fantasiert, Fantasie. Es ist nicht real. Schauen Sie. Netanjahu ist ein Mörder. Er ist sehr schlimm. „Schlimm“ ist nicht das richtige Wort für ihn. Ja. Aber er ist nicht verrückt. Leider ist er nicht verrückt. Es wäre viel besser, wenn er verrückt wäre. Aber leider ist er nicht verrückt. Er wird niemals über die rote Kuh sprechen. Er wird niemals über den Bau des Tempelbergs sprechen, weil er nicht verrückt ist. Die Siedler sind verrückte Leute. Verrückte Leute sprechen über Fantasien, über Dinge. Warum hören Sie Netanjahu nie über die rote Kuh sprechen? Er ist nicht verrückt. Das ist alles. Das ist keine Realität. Die rote Kuh   – das ist wieder ein Konzept, ein heiliges Konzept. Man kann keine Männer, Frauen und Kinder töten in der Hoffnung, dass Gott mit einem sein wird. Das passt nicht zusammen. Gott sagt: Du sollst nicht töten. Wenn du so etwas tust   – Gott behüte   – dann ist Gott nicht mit dir. Wenn sie den Tempelberg wollen   – in unserem Glauben. Ja, kommen wir zu diesem Punkt. Viele Leute fragen mich …

Moderator: Es tut mir leid, bevor Sie zum Tempelberg kommen. Was ich meine: In der orthodoxen, in der reinen Auslegung der roten Kuh   – was ist die rote Kuh? Nicht in dieser verrückten Siedler-Auslegung, wo sie versuchen, Menschen zu töten und zu hoffen, dass die rote Kuh kommt. In Ihrem Verständnis der roten Kuh   – was ist die rote Kuh?

Rabbi Ilan: Die rote Kuh ist einfach, dass zu jener Zeit   – wenn Sie in die Tora schauen, können Sie sehen, dass es viele Situationen gibt   – Menschen werden unrein (tum’a). Und wie werden sie wieder rein (tahor)? Ich versuche es Ihnen zu erklären. Zum Beispiel hatten wir einen Tempel. Um in den Tempel zu gehen, muss man rein sein, ja? Wenn man unrein ist   – wenn man zum Beispiel einen Toten berührt hat, wird man unrein. Wie wird man wieder rein? Normalerweise gibt es etwas, das man Mikwe nennt. Ich weiß, dass auch die Muslime eine Mikwe haben. Mikwe bedeutet ein Wasserbecken, ein kleines Wasserbecken. Man geht hinein und wird wieder rein. Aber es gibt einige besondere Dinge, bei denen man die rote Kuh braucht. Die rote Kuh bedeutet, dass man eine Kuh nehmen muss, die vollständig rot ist. Aber heute sieht man sie nicht. Das war wie ein Wunder. Es gab nur neun rote Kühe. Seit Gott die Tora am Berg Sinai gegeben hat   – die zehnte wird kommen, wenn der Messias kommt. Weil wir heute sowieso unrein sind, wir sind im Exil. Also haben wir die rote Kuh nicht, und wir haben nicht die ganze Prozedur der roten Kuh. Wir schlachten sie, dann verbrennen wir sie, und dann geben wir die Asche ins Wasser …

Moderator: Das Blut ins Wasser?

Rabbi Ilan: Nicht das Blut. Wir verbrennen die Kuh zu Asche. Die Asche. Ja.

Moderator: Ja, die Asche.

Rabbi Ilan: Nach dem Schlachten machen wir sie zu Asche, und die Asche geben wir ins Wasser.

Rabbi Ilan: … in dieses Wasser   – unter bestimmten Bedingungen steht geschrieben, dass man es auf unreine Menschen gibt und sie werden rein.

Moderator: Okay.

Rabbi Ilan: Wir verstehen es nicht. Das ist ein Gebot Gottes. Eines der Gebote, aber wir verstehen es nicht. Es gibt viele Gebote, die wir verstehen, wie „Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen“   – wir verstehen sie. Aber es gibt viele Gebote, bei denen wir nicht verstehen, warum es so ist. Es ist einfach so, wie es in der Tora geschrieben steht. Jeder kann sehen, dass die Tora offen ist. Das ist das Konzept der roten Kuh. Nachdem wir weggegangen sind, nachdem wir aus dem Heiligen Land hinausgegangen sind   – ja   – sind wir sowieso unrein. Also gerät die rote Kuh außer Gebrauch. Wir brauchen sie nicht mehr. Das nächste Mal werden wir sie brauchen, wenn der Messias kommt. Dann werden wir die rote Kuh haben.

Moderator: Okay. Nun zum Tempelberg.

Rabbi Ilan: Nein. Jetzt komme ich zum Tempelberg. Aber ich komme aus einem anderen Blickwinkel. Ich komme darauf zurück. Dasselbe: Viele Leute fragen mich, ob ich an den Tempel glaube, wo er gebaut werden soll. Und was ich glaube   – wieder dasselbe, was ich über den Messias gesagt habe: Um das Konzept des Tempelbergs zu verstehen, ist das nichts, was man im Internet googeln kann. Man muss in den Büchern der Propheten nachschlagen, darüber lernen, um zu verstehen, was es ist. In unseren Schriften steht geschrieben, dass der Tempel vom Himmel herabkommen wird   – ein Tempel aus Feuer   – und wir werden Gott in diesem Tempel dienen. Können wir das verstehen? Nein, wir können nicht ins Feuer gehen. Wir wissen nicht, wie es sein wird, wie es geschehen wird. Es ist nichts, was wir mit unseren Händen bauen können. Ja, das ist etwas, woran wir glauben. Warten wir ab, bis der Messias kommt. Es wird eine viel spirituellere Welt sein, und dann werden viele spirituelle Dinge geschehen, aber wir können sie heute nicht verstehen. Das ist jedoch der jüdische Glaube an den Tempel. Wie er gebaut wird, wer ihn bauen wird, was passieren wird   – so wie wir nicht verstehen, wie es sein kann, dass wir Gott in einem Tempel aus Feuer dienen werden. Genauso verstehen wir nicht genau, was passieren wird. Es steht in den Schriften: Gott wird den Tempel mit Feuer bauen. Wir verstehen nicht, was das ist. Warten wir ab und schauen wir. Das ist alles. Aber eines wissen wir zu 100 %: Dass es zu jener Zeit Frieden auf der ganzen Welt geben wird. Ich muss hier noch einen weiteren, sehr wichtigen Punkt ansprechen. Die Leute fragen mich oft über den Tempelberg, über den Messias, und ich sage ihnen: Wenn in unseren Schriften der Messias, auf den wir warten, der Messias ist, der Frieden auf der ganzen Welt bringen wird. Ich erzähle Ihnen eine schöne Geschichte, die sich mit einem unserer größten Rabbiner ereignet hat, den ich bereits erwähnt habe: Maimonides. Maimonides lebte vor etwa 800 Jahren. Er war der Arzt, der Leibarzt des Sultans. Ich erinnere mich nicht an den Namen des Sultans.

Moderator: Wo, in welchem Land?

Rabbi Ilan: In Ägypten.

Moderator: In Ägypten. Okay.

Rabbi Ilan: Ja. Und er war der Leibarzt. Einmal fragte ihn der Sultan: „Schau, du bist mein Leibarzt, das Leben meiner Familie liegt in deinen Händen, aber du bist mir nicht loyal. Wie kann das sein?“ Er sagte: „Sie sehen, dass ich nicht loyal bin?“ Er sagte: „Weil du an meinen Messias glaubst. Wenn ein Messias kommt, glaubst du, er wird der König sein. Ich bin der König.“ Maimonides antwortete ihm: „Schauen Sie, der Messias wird kommen. Wenn Sie nicht der Erste sein werden, der Erste, der seine Krone nimmt und sie auf sein Haupt setzt   – dann ist er nicht der richtige Messias. Denn der Messias wird kommen, und jeder wird ihm zustimmen. Ich und Sie gemeinsam   – der Messias wird spirituell in unser Herz bringen, um denselben Gott in Harmonie und Frieden zu sehen und zu dienen. Das ist es, wofür der Messias hier auf der Welt stehen wird: um uns eine spirituelle Welt zu bringen. Das ist die Aufgabe des Messias. Und wenn Sie nicht der Erste sein werden, der ihm die Krone gibt, dann ist das nicht der richtige Messias. Das ist der falsche Messias.“ Genauso ist es mit dem, was die Zionisten als Messias bezeichnen. „Messias“ so etwas in der Art. Ich möchte zuerst beim Messias sehen   – was sie sagen wollen   –, dass jeder mit ihm übereinstimmt. Leider, Gott sei Dank, stimmen 90 % der Welt nicht mit ihm überein. Also ist er überhaupt kein Messias. Wie auch immer.

Moderator: Ich meine, aber glauben Sie, dass manche Menschen ihn (Netanjahu) als Messias sehen? In gewisser Weise als verrückten Messias?

Rabbi Ilan: Als tatsächlichen Messias oder nur als Helden oder Kämpfer? Oder nennen sie ihn tatsächlich so?

Moderator: Sie geben Namen   – sie geben den Namen Amalek dem, dem sie wollen, sie geben den Namen Messias dem, dem sie wollen.

Rabbi Ilan: Die Aufgabe des Messias ist es, die Menschen Gott näher zu bringen. Das ist die Aufgabe des Messias. Die gesamte Aufgabe, die er auf dieser Welt tun wird, ist es, die Menschen zusammenzubringen, um Gott zu dienen. Was ist die Aufgabe der Zionisten? Menschen von Gott wegzuführen, Menschen zu töten, Hass zwischen Menschen zu säen   – nicht Menschen zu vereinen. Genau das Gegenteil von dem, was der Messias tut. Aber diese Leute sind verrückt. Die Siedler sind verrückt. Und sie vergeben Namen. Jeder kann Namen vergeben. Und wenn man die Macht dazu hat   – okay, sie haben die Macht. Aber das macht nicht aus Unrecht Recht, nur weil man die Macht dazu hat.

Also komme ich auf diesen Punkt zurück, den die Leute fragen: Okay, ich verstehe alles, was er über den Messias sagt, über den Tempelberg. Fein. Aber Sie glauben, dass der Messias kommen wird. Dann wird die ganze Welt Gott dienen. Auf welche Weise? Die Juden glauben auf jüdische Weise. Die Muslime glauben auch an den Messias. Sie glauben, es wird auf muslimische Weise sein. Die Christen glauben, es wird auf christliche Weise sein. Also hat man wieder etwas, worüber man streiten kann, um sich gegenseitig umzubringen. Meine Antwort darauf ist: Die Religion ist nie das Problem. Das ist sehr, sehr wichtig zu verstehen. Die Religion ist nie das Problem. Das Problem ist, anderen Menschen etwas aufzuzwingen, andere Menschen zu besetzen, sie zu zwingen, so zu denken oder zu tun, wie man es selbst will. Das ist das Problem. Aber die Religion selbst ist kein Problem. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Sie sind Muslim. Können Sie sich mit einem christlichen Freund in ein Café setzen und eine Tasse Tee trinken? Ich und Sie sitzen hier, haben eine gute Zeit bei einer Tasse Tee, teilen unsere Überzeugungen. Sie erklären ihm: Sie glauben an den Messias. Er erklärt, was er glaubt. Sie hassen einander nicht. Sie sind gute Freunde. Warten wir ab und schauen. Das ist alles. Es liegt nicht an der Religion selbst. Sie ist kein Grund, einander zu hassen. Das Problem beginnt erst mit der Besetzung, mit dem Aufzwingen von etwas gegenüber anderen Menschen, und selbst mit dem Aufzwingen der Religion gegenüber anderen Menschen. Ja, wie bei der spanischen Inquisition. Ja, sie haben anderen Menschen ihre Religion aufgezwungen. Das erzeugt Hass. Das erzeugt Tötungen. Das erzeugt all die Probleme. Aber nicht die Religion selbst. Die christliche Religion, die muslimische Religion, die jüdische Religion   – sie können in Frieden zusammenleben. Sie haben kein Problem damit, beste Freunde zu sein. Wie der Sultan in Ägypten, sein Arzt, sein Leibarzt, war ein jüdischer Rabbiner   – und nicht irgendein jüdischer Rabbiner, sondern Maimonides, einer der berühmtesten jüdischen Rabbiner, war sein Leibarzt   – weil die Religion selbst kein Problem ist. Das Problem ist, anderen Menschen etwas aufzuzwingen.

Also komme ich auf den Punkt zurück: Wir haben unseren Glauben an den Messias. Sie haben Ihren Glauben an den Messias. Die Christen haben ihren Glauben an den Messias. Das ist kein Problem. Wir können zusammenleben. Warten wir einfach ab. Das ist alles. Ich glaube, Sie glauben, dass, wenn der Messias kommt, jeder erkennen wird, was auf der Welt richtig ist. Okay, warten wir ab. Wenn Gott herabkommt, wird jeder Gott sehen. Jeder wird ihn erkennen, und jeder wird ihm natürlich folgen.

Moderator: Okay. Sie sind offensichtlich   – ich meine, Sie haben offensichtlich die meisten Demonstrationen gegen die Bombardierung Gazas und den Völkermord in Gaza und jetzt die Bombardierung des Iran besucht, in den letzten zweieinhalb Jahren oder etwa zwei Jahren (es sind noch keine zweieinhalb, aber mehr als zwei Jahre). Sie tragen palästinensische Gewänder. Offensichtlich, nur aufgrund dessen, was Sie sagen, haben Sie erwähnt, dass die Zionisten Ihrer Ansicht nach fast wie Amalek sind. Sie haben also offensichtlich einen großen Teil Ihres religiösen Lebens dem Versuch gewidmet, dieses Judentum zu reinigen, indem Sie dem Zionismus widerstehen und diesen Menschen widerstehen, die Ihre Religion an sich gerissen haben. Sehen Sie das als die wichtigste religiöse Pflicht an, die Sie heutzutage haben?

Rabbi Ilan: Ja. Schauen Sie: Wenn jemand zum muslimischen Volk kommen würde und es schaffen würde, so viele Muslime von ihrer Religion wegzuführen   – ja, dann wäre es natürlich eine der wichtigsten Aufgaben eines Muslims, die Dinge für sich selbst, für die Kinder und Enkel und für die Welt an den richtigen Platz zu bringen, um das richtige Bild des Islam für die Welt zu geben. Genauso ist es mit dem Judentum. Wenn jemand im Namen des jüdischen Volkes kommt, andere Menschen tötet und so viele Mordtaten begeht   – und das in meinem Namen tut. Wenn ich auf die Straße gehe und hinter mir jemand „Hitler, Hitler“ ruft   – ich weiß, wir haben gestern einen Film über Gaza gesehen. Ja, sie tun das in meinem Namen. Ja, natürlich. Das ist unsere wichtigste Pflicht, hinauszugehen, und das ist wichtig für uns selbst, für unsere Kinder, für die nächste Generation und für die Welt, um zu zeigen, was das wahre Judentum ist.

Moderator: Wir haben all die Zerstörung in Gaza und im Libanon und im Iran und überall sonst gesehen, die jetzt von einem Staat dargestellt wird, der behauptet, ein jüdischer Staat zu sein. Gibt es in Ihrem Verständnis der jüdischen Geschichte andere Geschichten von Menschen, die behaupten, Juden zu sein, oder die Juden sind, die sich so schlecht benehmen wie diese?

Rabbi Ilan: Schauen Sie in die Geschichte. Sie sehen so etwas überhaupt nicht.

Moderator: Das ist also einzigartig.

Rabbi Ilan: Jüdische Menschen waren die ganze Zeit über Gläubige an Gott. Loyal gegenüber allen Ländern, in denen sie lebten, und waren jedes Mal loyal. Sie können in den gesamten 2.000 Jahren, seit wir im Exil sind, nicht einmal eine Rebellion von Juden sehen. Es gab eine, aber sie war nicht mit Gewalt   – es war eine Sekte in einer Stadt, ich weiß nicht, ob Sie davon gehört haben   – eine messianische Bewegung, eine falsche messianische Bewegung, aber sie war nicht mit Gewalt, sie dauerte nur ein paar Jahre, bis der Sultan der Türkei die ganze Sache beendete. Aber Sie sehen so etwas in der gesamten langen Geschichte des jüdischen Exils nicht. Sie sehen nicht einmal etwas, das dem nahekommt. Die ganze Zeit über lebten Juden als friedliche Bürger in allen Ländern, weil Juden gläubig waren und glaubten, dass Gott uns ins Exil geschickt hat. Wir versuchen nicht einmal, mit Gewalt auszubrechen. Wir sind in den Händen Gottes. Gott hat uns in die Ecke gestellt. Wir bleiben in der Ecke. Wir versuchen nicht, mit Gewalt aus der Ecke herauszukommen.

Moderator: Ich meine, es gibt viele Leute, die diesem Gespräch zuhören, und offensichtlich sprechen Sie als jüdische Person, als Rabbi.

Moderator: Aber es gibt Leute, die dem zuhören und sagen: „Auf der Grundlage dessen, was wir sagen, machen wir es wahrscheinlich Israelis   – oder Leute, die sagen, sie seien jüdisch, aber Israel unterstützen   – unsicher.“ Und sie werden Sie wahrscheinlich beschuldigen, ein selbsthassender Jude zu sein. Sie werden mich beschuldigen, ein Antisemit zu sein. Sie beschuldigen jetzt viele Menschen aufgrund dessen, Antisemiten zu sein. Jeder, der jetzt für Frieden ist und sicherstellen will, dass Kinder in Gaza nicht getötet werden, den nennen sie Antisemiten. Was ist Ihre Antwort darauf?

Rabbi Ilan: Schauen Sie, es gab überhaupt keinen Antisemitismus unter Muslimen. Die Muslime waren nie antisemitisch, und sie sind es heute noch nicht. Jeder, der ein wenig Geschichte kennt, weiß, dass Juden und Muslime ein goldenes Leben hatten. Seit Jahrhunderten leben wir zusammen. Und der Wahrheit zuliebe muss man sagen, dass wir in den muslimischen Ländern viel besser lebten als im Rest der Welt. Und das ist offene Geschichte. Das kann jeder sehen.

Moderator: Ich meine, ich stimme Ihnen zu. Aber es gab einige Fälle, in denen einige Muslime antisemitisch waren. Aber im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu.

Rabbi Ilan: Nein, nein, nein. Es tut mir leid. Lesen Sie einfach die Geschichte. Sie sind ein wenig beeinflusst von den Zionisten.

Moderator: Nein, ich weiß. Ich habe nur einige muslimische Freunde, die ziemlich … ich meine, deshalb weiß ich es. Aber ich stimme Ihnen im Großen und Ganzen zu.

Rabbi Ilan: Ich werde das erklären. Ihre muslimischen Freunde   – ja, bringen Sie sie mit mir zusammen.

Moderator: Nein, nein, sie werden Sie lieben.

Rabbi Ilan: Ja, 100 %, denn sie hassen keine Juden. Sie hassen Besatzer. Sie hassen den Völkermord. Genau das hassen sie. Sie haben überhaupt nichts gegen Juden. Schauen Sie, ich selbst komme aus Jerusalem. Ja, ich bin bereits die siebte Generation dort im Heiligen Land. Wir sind ausgewandert. Wir wollten nicht unter der israelischen Regierung leben. Wir sind ausgewandert. 1970 ist meine ganze Familie ausgewandert. Es ist nicht nur meine Familie. Seit 1948 sind Zehntausende jüdische Familien aus Israel ausgewandert. Noch heute, in meiner Gegend, in Stamford, gibt es etwa 150 Familien, die erst in den letzten 10 Jahren ausgewandert sind. Sie wollten dort nicht leben. Aber meine Mutter hat mir viel erzählt   – sie erinnert sich an das gute Leben zwischen Juden und Palästinensern. Sie lebten zusammen. Sie haben gegenseitig auf die Kinder aufgepasst. Sie erinnert sich, dass palästinensische Nachbarn die Kinder zu den Eltern brachten, damit sie auf sie aufpassen, wenn sie zu irgendeiner Feier gingen. Und genauso brachten jüdische Eltern ihre Kinder zu den palästinensischen Nachbarn, damit sie auf sie aufpassten. Und wir tanzten auch bei den Hochzeiten der anderen. Ich selbst kenne viele palästinensische Lieder   – wir haben sie einfach gesungen, was wir bei palästinensischen Hochzeiten hörten. Wir hatten ein goldenes Leben miteinander. Und ich gebe Ihnen ein Beispiel: Noch heute, ja, ich lebe in Stamford. In Stamford leben Zehntausende jüdische Menschen, es leben Tausende Muslime   – ich weiß nicht wie viele   – in Synagogen Seite an Seite mit Moscheen, sie helfen einander. Wenn die jüdische Synagoge einen Anbau machen will, etwas vergrößern, helfen die muslimischen Gemeinderäte ihnen. Wenn die Moschee erweitern will, helfen die jüdischen Gemeinderäte ihnen, eine Zahlung zu bekommen. Einer der jüdischen Gemeinderäte hat sein Büro in der Moschee   – in der Moschee von Keighley   – dort ist sein Büro, zu dem die Leute kommen. Wir haben ein goldenes Leben zusammen. Ich kann sagen, dass alle Minibus-Fahrer in unserer Gegend, etwa 4.500, alle Muslime sind. Wenn man kleine Kinder von zwei, drei Jahren in die Spielgruppen schickt, mit den muslimischen Fahrern   – ich habe noch nie ein einziges Problem zwischen ihnen gehört. Ich erzähle Ihnen etwas Nettes: Vor etwa zwei Jahren war ich bei einer Kundgebung hier, einer propalästinensischen Kundgebung, und ich habe dort die israelische Flagge verbrannt.

Moderator: Sie haben die Flagge verbrannt?

Rabbi Ilan: Ja. Ja.

Moderator: Das ist eine Straftat, wissen Sie?

Rabbi Ilan: Die Polizei hat mich festgenommen.

Moderator: Okay. Sicher. Also wurden Sie dafür festgenommen?

Rabbi Ilan: Und ich fragte die Polizei, warum sie mich festnehmen. Was ist daran   – es ist nicht gegen das Gesetz.

Moderator: Doch, das ist Rassenhass.

Rabbi Ilan: Ich sagte ihnen: Die Kinder in Gaza zu töten ist kein Rassenhass, aber eine israelische Flagge unter 10.000 Muslimen zu verbrennen ist Rassenhass? Ich war in Hammersmith, hier in der Polizeiwache. Und das erste Verhör hatte ich   – es war Samstag, Freitagnacht, halb drei Uhr morgens. Sie riefen mich zum ersten Verhör.

Moderator: Halb drei morgens, also spät in der Nacht. Ja.

Rabbi Ilan: Ja. Ja. Und sie fragten mich: Warum tun Sie das? Was wollen Sie?

Rabbi Ilan: Am Ende des Gesprächs fragte ich die Polizei: „Darf ich Sie etwas fragen?“ Ja. Ich sagte zu ihm: „Ich glaube, ich kenne Sie. Vielleicht gehen Sie in meiner Gegend in Stamford Hill spazieren. Sagen Sie mir.“ Ja. „Ich gehe in der Polizeiwache von Stoke Newington. Ich erinnere mich von meiner Gegend. Ich habe ihn gesehen. Ich erinnere mich an sein Gesicht. Was machen Sie hier?“ Manchmal wechseln wir. Wir gehen von einem Ort zum anderen. Also gehe ich jetzt hier. Aber normalerweise gehe ich in Stoke Newington. Ich sagte ihm: „Kann ich Ihnen eine Frage stellen?“ Ja. In Stamford kennen Sie natürlich die Gegend. Ja, Sie patrouillieren in dieser Gegend. Dort leben Zehntausende jüdische Menschen und Zehntausende Muslime. Die meisten von ihnen haben   – wie viele Anrufe haben Sie pro Tag wegen Streitigkeiten zwischen den jüdischen und den muslimischen Bewohnern? Sie sagen: nichts. Wie oft pro Woche? Wie oft im Monat? Im Jahr? Nie. Ich sagte ihm, warum. Warum? Das ist nicht normal.

Ja, da sind zwei Volksgruppen, die sich bekämpfen sollten. Sie wissen es nicht. Ich sagte ihm: „Wissen Sie warum? Das liegt an meinem Rassenhass.“ Was wird verbreitet? Der Hass trennt sie nicht. Die Muslime wissen, dass Leute wie ich, die Leute in Stamford, gegen den Staat Israel sind. Sie haben kein Problem mit Juden. Wir leben dort als beste Freunde. Und man muss nicht zu weit in die Geschichte zurückgehen. Schauen Sie: Jüdische Menschen leben heute im Iran. Ich nehme das extreme Beispiel, den Iran. Der Iran ist der größte Feind Israels mitten im Krieg. Der Iran hat die Juden nicht in Konzentrationslager gesteckt. Sie beschützen sie wie normale Bürger. Es leben gerade 35.000 Juden im Iran, und sie haben ein goldenes Leben dort, sogar mitten im Krieg. Sie haben kein Problem.

Die Iraner haben keinen Hass gegen Juden. Sie haben ein Problem mit der Besatzung. Das sagen die Iraner immer wieder und wieder und wieder in den Medien. Wir sind nicht gegen Juden. Wir sind gegen die Besatzung. Aber die Mainstream-Medien stehen unter zionistischem Einfluss, und sie wollen alle mit Antisemitismus bewerfen, damit sie dann sagen können: „Oh, das sind Nazis, das sind Antisemiten.“ Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Warum, warum, warum bringen die Medien nicht diesen Punkt, dass jüdische Menschen jetzt im Iran leben   – unter den Raketen, sie leben frei, sie haben heute ihre Schulen, die weiterführenden Schulen, all ihre Einrichtungen? Es gibt ein jüdisches Krankenhaus im Iran, das vollständig von der Regierung finanziert wird. Warum sieht man das nicht in den Nachrichten? Sie sagen nur, die Iraner seien Antisemiten, Nazis. Warum sind die Menschen so blind? Warum denken sie nicht? Öffnet doch einfach die Augen.

Und nicht nur im Iran, alle muslimischen Länder sind voller Juden   – in Marokko, Tunesien, Algerien, der Türkei, überall sind Juden. Jüdische Menschen leben dort friedlich. Sie haben dort keine Probleme. Warum ignorieren die Leute das? Das beweist und zeigt alles, dass das nichts mit Antisemitismus zu tun hat. Sie sagen, Sie hätten antisemitische Freunde. Ich kann Ihnen versprechen: Bringen Sie sie an meinen Tisch. Sie werden sehen, sie werden mich lieben. Sie haben kein Problem mit einem Juden. Sie haben ein Problem mit Besatzung. Sie haben ein Problem mit dem Völkermord. Sie wollen Palästina zurück an die Palästinenser sehen. Das will ich auch. Ich warte auf diesen Tag, und an diesem Tag werde ich stolz sein, nach Palästina zurückzugehen.

Ich war   – ich habe einen palästinensischen Botschafter getroffen. Ich sagte ihm: Ich bin ein palästinensischer Jude. Ich möchte einen palästinensischen Pass. Er sagte mir: „Leider stellen wir im Moment keine Pässe aus, aber wenn wir wieder welche ausstellen, wird einer der ersten Pässe für Sie sein.“ Ich möchte der Welt demonstrieren, dass es eine Ehre für uns ist, einem jüdischen Rabbiner einen Pass zu geben, um zu zeigen, dass das nichts mit Antisemitismus zu tun hat. Wir sind nicht gegen Juden. Juden werden in Palästina willkommen sein, wenn es ein palästinensisches Land sein wird, solange sie keine Ziele haben, das Land zu übernehmen, sondern als loyale Bürger leben wollen. Und ich erzähle Ihnen noch etwas Nettes   – Entschuldigung.

Moderator: Das war vor 30 Monaten?

Rabbi Ilan: Das war drei Monate nach dem 7. Oktober.

Moderator: Drei Monate davor oder danach?

Rabbi Ilan: Danach, im Januar.

Moderator: Es ist nicht 30 Monate her, es ist etwa zwei Jahre her.

Rabbi Ilan: Im Januar. Es war im Januar. Im Januar, drei Monate später, wurden wir in die Türkei zu einer großen Konferenz für Palästina eingeladen. Wir kamen dorthin, und in der Mitte der Konferenz erschien Ismail Haniyeh. Sie wissen, wer das ist?

Moderator: Ich darf hier gesetzlich den Namen dieser terroristischen Vereinigung nicht nennen, aber Ismail Haniyeh, ja. Er war der Anführer der Hamas, der politische Führer der Hamas.

Rabbi Ilan: Er erschien auf der Konferenz. Er kam herauf und sah die Rabbiner. Er sagte ihnen, sie sollten heraufkommen. Er umarmte unsere Rabbiner und sagte: „Wir haben kein Problem mit Juden. Ich möchte der Welt demonstrieren, dass Juden wie diese Rabbiner in unserem Palästina willkommen sein werden. Wir haben kein Problem mit Juden. Wir haben ein Problem mit der Besatzung. Wir haben ein Problem mit dem Völkermord, aber nicht mit Juden. Juden wie diese werden willkommen sein.“

Moderator: Okay.

Rabbi Ilan: Und wir sehen das an vielen Orten. Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

Moderator: Wir werden langsam zum Abschluss kommen, aber nur noch ein paar Fragen. Viele Menschen, die den israelischen Staat unterstützen   – nicht nur Zionisten, ich meine Leute, die vielleicht sogar weiche Zionisten sind, aber sogar Fernsehmoderatoren, jeder sagt irgendwie: Die Zionisten und Israel haben das Recht, sich zu verteidigen. Netanjahu benutzt diese Rhetorik oft. Es gibt diese Idee, dass wegen des Holocaust die Juden einen eigenen Staat haben sollten, damit sie sicher sein können. Was denken Sie dazu?

Rabbi Ilan: Wirklich? Sie haben zwei Fragen gestellt, aber ich werde versuchen, zuerst diese zu beantworten. Sie sagen, die Zionisten hätten das Recht, sich zu verteidigen. Aber wer gibt ihnen überhaupt das Recht, dort zu sein? Es ist nicht ihr Land. Man kann nicht das Haus eines anderen ausrauben und dann sagen: „Ich habe das Recht, mich zu verteidigen.“ Gib das Haus dem rechtmäßigen Besitzer zurück. Dann hast du keine Feinde. Du bist nicht in Gefahr. Du bist in Gefahr, weil du das Haus eines anderen genommen hast. Gib das Haus zurück. Wer gibt den Zionisten das Recht, das Land überhaupt erst wegzunehmen von den Menschen, die dort gelebt haben? Sie haben mit Geldtricks Juden aus der ganzen Welt hergebracht, um eine Mehrheit zu werden und das Land zu übernehmen. Jeder, der die Geschichte kennt, weiß, dass Juden vor 100 Jahren im Heiligen Land nur 10 % ausmachten, vielleicht weniger. Die Zionisten haben mit Geldtricks eine Mehrheit herbeigeschafft, dann haben sie das Land den rechtmäßigen Besitzern weggenommen, den Menschen, die dort lebten, und sagen: „Ich habe das Recht, mich zu verteidigen.“ Wer gibt dir das Recht, dort zu sein? Und ich muss noch mehr sagen   – ich will nicht in die Politik gehen   – aber niemand auf der Welt hat das Recht, ein Land den Menschen, die dort leben, wegzunehmen und es einem anderen Volk zu geben. England   – wer gibt das Land?

Das Vereinigte Königreich hat das Land den Zionisten durch die Balfour-Deklaration gegeben. Wer ist England, dass es das Land einem anderen Volk weggeben kann? Kann ich dein Haus an jemand anderen verschenken? Das gehört nicht England. Und selbst die Vereinten Nationen haben nicht das Recht dazu. Und ich sage Ihnen noch mehr: Keir Starmer, der Premierminister   – ja, er ist unser Premierminister, sehr respektiert, gut, er führt das Land, sehr gut. Wenn er eines Tages beschließen würde, England als Geschenk an Italien zu geben   – was würde passieren? Jeder würde sich gegen ihn stellen. Er hat kein Recht dazu. Es ist nicht sein Land. Nicht einmal der König kann das. Es ist nicht sein Land. Das Land gehört den englischen Menschen, die hier leben. Palästina gehört den Menschen, die dort leben. Das sind die Palästinenser. Das ist alles. Niemand auf der Welt, nicht die UN, nicht das Vereinigte Königreich und niemand auf der Welt hat das Recht, dieses Stück Land wegzunehmen und es anderen Menschen zu geben, nur weil sie sie mögen. Nichts wird das richtig machen. Dieses Unrecht wird niemals zu Recht werden. Egal, wer dieses Unrecht begangen hat. Also kommt jetzt Israel und sagt: „Wir haben das Recht, uns zu verteidigen.“ Aber wer gibt dir das Recht, es als Erstes zu nehmen? Es ist nicht dein Land. Gib das Land an die Palästinenser zurück.

Und jetzt komme ich auf die andere Frage zurück, die Sie zum Holocaust gestellt haben. Die Juden haben einen Holocaust durchgemacht, und die Juden brauchen ein sicheres Land. Und die Zionisten sagen: „Wir werden euch retten, wir werden euch ein sicheres Land geben, und wir werden alle Juden auf der ganzen Welt vor Antisemitismus retten.“ Ich muss nicht antworten. Ich sage nur: Öffnet die Augen. Heutzutage, wo ist der gefährlichste Ort für einen Juden? Nicht für einen Palästinenser, für einen Juden, um zu leben? Ein Ort: Israel. Wir leben auf der ganzen Welt   – schön, friedlich. Wir haben kein Problem. Ich lebe hier in England seit fast 40 Jahren. Ja, ich habe noch nie einen Soldaten auf der Straße gesehen. Ich habe noch nie jemanden mit einer Waffe gesehen.

Rabbi Ilan: Das sehen wir nicht auf der Straße. Das bedeutet ein sicheres Land. In Israel wächst jedes kleine Kind mit Soldaten, mit Waffen, mit Panzern, mit all dem auf. Das ist ein sicheres Land? Jeden Tag eine neue Bombe, neue Tötungen, neuer Tod. Das ist der unsicherste Ort für einen Juden. Als Jude leben wir in der muslimischen Welt viel sicherer als in Israel. Jüdische Menschen haben ein goldenes Leben im Iran, ein goldenes Leben in Marokko, ein goldenes Leben in der Türkei. Überall leben Juden friedlich. Der einzige gefährliche Ort für einen Juden ist der Staat Israel. Haben sie irgendeine Sicherheit für Juden gebracht? Sie bringen nur Hass, Tötung und Gefahr für jüdische Menschen. Sie sagen, sie retten Juden vor Antisemitismus. Sie schüren nur Antisemitismus auf der ganzen Welt. Seit dem Zweiten Weltkrieg war Antisemitismus aus der Mode gekommen. Jeder, der auch nur ein Wort sagt, das antisemitisch klingt, muss sich entschuldigen, entschuldigen, entschuldigen. Wer schürt heute Antisemitismus? Wie ich Ihnen sagte: Ich gehe auf die Straße und höre hinter mir „Hitler, Hitler“   – das bedeutet, er hat gestern einen Film über Gaza gesehen.

Sie schüren den Antisemitismus auf der ganzen Welt, sie bringen jüdische Menschen in Gefahr. Warum, glauben Sie, passiert all das mit den Krankenwagen? Was ist da passiert? Nur wegen des Krieges im Iran, wegen des Krieges in Gaza werden die Leute so wütend. Leider vermischen die Leute Juden mit Zionismus, weil sie säkulare Zionisten nicht unterscheiden können. Aber sie sehen Menschen wie mich   – oh, er ist der Zionist, er ist der Jude. Sie vermischen Judentum und Zionismus. Also passiert das. Sie schüren den Antisemitismus, und dann kommen sie und schreien: „Oh, das ist antisemitisch, antisemitisch, antisemitisch.“ Ich sage jedes Mal zur Polizei   – sie kommen, um uns zu beschützen, um in unserer Nachbarschaft zu schützen. Ich sagte ihnen: Ich bin sehr dankbar, dass ihr kommt, um uns zu beschützen, sehr nett, sehr gut. Aber ihr braucht nicht   – wir brauchen nur eine palästinensische Flagge zu hissen. Das wird alle Fragen beantworten. Schluss. Wir brauchen das nicht. Wir brauchen keinen Polizeischutz. Die Muslime hassen uns nicht. Sie hassen Zionisten.

Wenn sie sehen, dass wir gegen den Staat Israel sind, haben sie kein Problem mit Juden. Sie werden nicht einmal einen Vorfall sehen. Also komme ich wieder auf den Punkt zurück: Zionismus rettet keine Juden. Zionismus erzeugt nur Hass gegen Juden und bringt Juden in Gefahr. Und was Sie über den Holocaust gesagt haben: Erstens, bevor wir in irgendeine Erklärung gehen   – der Holocaust rechtfertigt nicht, anderen Menschen das Land wegzurauben. Wenn du Land willst, geh und fordere von den Nazis, dass sie dir ein Stück ihres Landes geben. Ich weiß nicht, da gibt es keine Nazis mehr. Ich meine, geh zu ihnen. Geh nach Deutschland und bitte um Land. Was haben die Palästinenser mit dem Holocaust zu tun? Warum müssen sie die Rechnung für das bezahlen, was die Nazis getan haben? Das ist völlig unvernünftig. Wenn die Nationen der Welt den Juden helfen wollen, gut. Gebt ihnen Amerika. Gebt ihnen den Bundesstaat Florida für das jüdische Volk. Aber das dürfen wir auch nicht nehmen, weil wir im Exil sind   – wir haben ein Gebot, nicht aus dem Exil auszubrechen. Aber wenn ihr ihnen etwas geben wollt, gebt ihnen etwas von England. Bitte gebt ihnen Newcastle für das jüdische Volk. Sehr schön. Was wollt ihr von den Palästinensern? Sie haben den Holocaust nicht begangen. Erstens. Zweitens, wie ich sagte: Der Zionismus rettet die Juden nicht vor einem Holocaust. Er schürt nur Antisemitismus.

Moderator: Es waren schwierige zweieinhalb Jahre, besonders, und es sieht so aus, als würde der Krieg nicht so bald aufhören, obwohl wir es hoffen. Krieg mit dem Iran und ein großer regionaler Krieg. Was denken Sie über die Zukunft?

Rabbi Ilan: Schauen Sie, ich bin kein Prophet, ich bin ein jüdischer Rabbiner. Aber ich kann nur aus religiöser Sicht sagen, was ich bereits erwähnt habe: Nach der Tora wird der Staat Israel ein Ende nehmen. Es steht in der Tora, Numeri 14:41   – eine Rebellion gegen Gott kann nicht erfolgreich sein. Der Staat Israel wird ein Ende nehmen. Wir hoffen und beten auf ein friedliches Ende, und dass das ganze Land vom Fluss bis zum Meer an die Palästinenser zurückgehen wird. Wie es geschehen wird   – ich bete jedes Mal zu Gott, dass es auf friedliche Weise geschehen soll. Die Leute sagen: „Oh, das kann nicht sein, das wird Millionen von Leben kosten.“ Ich sage den Leuten jedes Mal: Nein, erinnert euch einfach, was vor 35 Jahren passiert ist. Ich weiß nicht, ob das zu eurer Zeit war.

Moderator: Es war zu meiner Zeit.

Rabbi Ilan: Ja. Es war 1990, als die UdSSR verschwand.

Rabbi Ilan: Die UdSSR war eine der zweiten Weltmächte. Sie war eine der größten Mächte. Und für die Menschen, die dachten, dass die UdSSR ein Ende nehmen würde   – die Leute dachten, das könne nicht sein, das werde mit Millionen von Leben geschehen. Aber es kostete nicht einmal ein einziges Menschenleben. Nicht ein einziges Leben. Das zweite Beispiel sehen Sie in Südafrika. In Südafrika kostete es Leben, aber nicht so viele, wie die Leute denken   – nicht Millionen. Es kostete viel, viel, viel weniger. Das beweist, dass es einen Weg gibt. Wenn es einen Willen gibt, gibt es einen Weg. Und das ist immer meine Botschaft an das Vereinigte Königreich, an die Vereinigten Staaten und an die EU, die Israel so blind unterstützen. So blind. Es könnte sein, dass sie gute Absichten haben   – sie wollen Juden helfen und verwechseln Juden mit Zionisten. Es könnte sein, dass sie Juden helfen wollen. Ich bin nicht Gott, um ihre Absichten zu beurteilen. Aber was ihre Taten betrifft, die sie tun, ist völlig falsch.

Sie helfen den Juden nicht mit dem Staat Israel. Der Staat Israel bringt Juden nur in Gefahr. Wenn ihr Juden helfen wollt, dann bringt bitte ein friedliches Ende für den Staat Israel. Und noch einmal: Wenn es einen Willen gibt, gibt es einen Weg. Die UdSSR ist der Beweis dafür. Südafrika ist der Beweis dafür. Der Staat Israel wird ein Ende nehmen. Wir hoffen auf friedlichem Wege, dass das Land an die Palästinenser zurückgeht. Das bedeutet nicht, dass Juden getötet werden müssen. Nein, wir können weiterhin in Palästina leben, so wie wir im Iran leben, wie wir in Marokko leben, wie wir in der Türkei leben, wie wir im Irak leben, wie wir in allen muslimischen Ländern friedlich leben. Wir können weiterhin in Palästina leben, aber gebt die Regierung vollständig an die Palästinenser zurück   – vom Fluss bis zum Meer.

Dann können Juden und Muslime dort zusammenleben, Seite an Seite, und wieder unter einer palästinensischen Regierung, unter einer palästinensischen Flagge. Und wieder: Nach der Tora wird dies geschehen. Ich bin kein Politiker, aber nach der Tora wird dies geschehen. Ich sage das noch einmal aus jüdischer Perspektive, aus der jüdischen Religion, aus Numeri, Kapitel 14, Vers 41: Der Staat Israel wird ein Ende nehmen. Hoffentlich wird es noch zu unseren Lebzeiten geschehen. Sie werden ein Ende nehmen, zu einem friedlichen Land, und das Land wird an die Palästinenser zurückgehen. Ich hoffe, dass ich das noch zu meinen Lebzeiten sehen werde. Inschallah.

Moderator: Rabbi Ilan, vielen Dank.

Rabbi Ilan: Danke.


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„Wann beginnt der Neue Tag?“   – oder die Weisheit des Rabbi


Quelle: Unapologetc - Transkript mit KI übersetzt

https://www.youtube.com/watch?v=Td23chkYKzM



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/israel/nicht-nur-der-iran-israel-wuerde-millionen-menschen-toeten-rabbi-elhanan-beck-unapologetic


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

04.04.2026

Mit Kirchen-Segen in den Krieg

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freidenker.org, vom 27. März 2026 


Ein Meinungsbeitrag von Klaus Hartmann


Erstveröffentlichung  am 27.03.2026 auf apolut.net

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar:

Bereitgestellt von apolut.net
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Nach einem guten Jahr Vorbereitungszeit mit Seelenmassage und Gehirnwäsche bei ihren Schäfchen haben es die Oberhirten geschafft – nach dem „Operationsplan Deutschland der Bundeswehr“ gibt es jetzt den „Geistlichen Operationsplan Deutschland“ mit der offenbar lustig gemeinten Abkürzung „GOD“. Man erinnert sich: „In God we trust“ – das Motto ziert alle Münzen und Geldscheine der USA; seit 1955 ist das gesetzlich vorgeschrieben. Von Gottvertrauen haben sich die beiden Kirchen beim Verfassen des Plans eher nicht leiten lassen, zumindest nicht von Jesu Wort nach dem Johannes-Evangelium „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.


Bild: KI-generiert


Für ihren göttlichen „GOD“-Plan haben sich evangelische und katholische Kirche zusammengetan und ein „ökumenisches Rahmenkonzept“, ein Arbeitspapier verfasst, mit dem sperrigen und fast harmlos klingenden Namen „Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“.

Schon 2024 und 2025 wurden entschlossene Schritte in Richtung der sogenannten „Kriegstüchtigkeit“ unternommen, die Verteidigungsminister Pistorius unter Verwendung der Losung von Joseph Goebbels proklamiert hat. Möglicherweise ist es auch als Besinnung auf die kirchliche Kernkompetenz zu deuten: die Frage eines Lebens nach dem Heldentod.

Wo es langgeht (zur Front), machte schon der Evangelische Kirchentag 2025 in Hannover deutlich. Dort diskutierten u.a. der russophobe Roderich Kiesewetter (CDU), Militärhistoriker Sönke Neitzel, Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck über Waffen. Neitzel sieht „den Westen im Kampf der demokratischen Systeme gegen eine Autokratie, gegen eine Diktatur, gegen Russland“ (zdf heute, 07.06.2024). Kiesewetter beim Kirchentagspodium: „Waffen sind notwendig, aber nicht hinreichend, ein nachhaltiger Friede, ist einer der bewaffnet ist. Er muss stark genug abgesichert werden.“ Christliche Friedensaktivisten mussten sich auf einem „Alternativen Kirchentag“ treffen, mit der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann als Schirmherrin. Sie will sich weiterhin „der Aufrüstung entgegenstellen“ und bedauerte die Entfremdung zwischen Friedensbewegung und Kirchentag. (BR24, 02.05.2025)

Katholische Bischöfe: Militärische Antworten

Am 13. Oktober 2025 hat die Deutsche Bischofskonferenz eine „Erklärung zum Wehrdienst“ veröffentlicht, in der sie „angesichts der aktuellen sicherheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen“ den Regierungsentwurf zum Wehrdienst begrüßt, „der darauf abzielt, die personelle Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr zu stärken“. Ziel müsse sein, „zu einem breiten Konsens in der Bevölkerung zu gelangen“, um „die Resilienz der Gesellschaft (zu) stärken“. „Die Bischöfe fordern eine breite Debatte darüber, wie Deutschland militärisch ‚verteidigungsbereit‘ werden kann“, meldet domradio am 14.10.2025.

Die Bischöfe erklären, „dass die Gewährleistung einer angemessenen Verteidigungsfähigkeit notwendig ist und in der aktuellen Situation deshalb eine Stärkung der Verteidigungsbereitschaft gut begründet erscheint“. Als hätten sie am Gesetzentwurf mitgeschrieben befürworten die Bischöfe „ein gestuftes Modell: Zunächst freiwillige Wehrdienstleistende“ und „verpflichtende Maßnahmen, die nur als letztes Mittel ergriffen werden – wenn nämlich nicht anders die militärische Verteidigung sichergestellt werden könne“. Schließlich wollen sie „die Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und der Generationengerechtigkeit bedacht“ sehen.

Dann kommen die Gottesmänner zur Sache und treten das Achte Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ in die Tonne, wenn sie schreiben: „Bereits mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat sich seit 2014 die sicherheitspolitische Lage für Deutschland, die EU und die NATO grundlegend gewandelt.“ Das entspricht zwar der NATO-Propaganda, aber nicht den Tatsachen. Der einzige Angriffskrieg, der 2014 begann, war die „Anti-Terror-Operation“ der von den NATO-Ländern unterstützten Kiewer Putschisten gegen die verfassungstreue Bevölkerungsmehrheit im Osten und Süden der Ukraine. Gegen sie wurden Armee und Nazi-Bataillone in Marsch gesetzt, dieser Feldzug forderte nach den Zahlen der OSZE bis Ende 2021 über 14.000 Tote. Davon wollen die Bischöfe wohl ebenso wenig wissen, wie vom Aufmarsch von über 120.000 Soldaten zur Unterwerfung des Donbass Anfang 2022, mit Angriffstermin Anfang März. Wie auch von den Minsker Abkommen, die 2014 und 2015 die Lage befrieden sollten, die aber – obwohl vom UN-Sicherheitsrat als bindend beschlossen – von der NATO genutzt wurden, um Zeit für den Krieg gegen Russland zu gewinnen.

Weiter im katholischen Kriegstreibertext: „Mit der Vollinvasion 2022 hat sich diese Situation noch einmal dramatisch verschärft. Die realistischen Bedrohungsszenarien erfordern politische und militärische Antworten auf verschiedenen Ebenen. Dazu gehört die Gewährleistung einer angemessenen Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit.“ Die „Bedrohungsszenarien“ können sie „realistisch“ nur von den Propagandastäben der Kriegsministerien übernommen haben, die mit Bedrohungslügen die wahnsinnige Hochrüstung befeuern wollen. „Militärische Antworten“ sind ihr frommer Wunsch! Bischofsmund tut Lügen kund.

Dann mahnen die Bischöfe an, „Vertrauen in der Bevölkerung (zu) schaffen, das für das Mittragen weitgehender Einschnitte in die persönlichen Freiheitsrechte“ erforderlich sei, dies aber sehen sie durch „gefährliche gesellschaftliche Spaltungsprozessen bedroht“, und zwar durch „populistische Kräfte, die Ängste und Vorurteile schüren, die Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung angreifen und zur Polarisierung in der Gesellschaft beitragen. Diese Entwicklungen werden auf Dauer nicht ohne Auswirkungen auf die Bereitschaft bleiben, sich in einen Dienst für die Gesellschaft zu stellen.“ Und dafür lasset uns beten …


Evangelische Kirche: Ohne Waffen geht es nicht


Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland


Auch bei der Konkurrenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ist es um den Frieden nicht besser bestellt. Bei ihrer Synode vom 9. bis 12. November 2025 in Dresden, wo sie eine neue „Friedensdenkschrift“ vorstellte, war Bundesaußenminister Johann Wadephul als Gastredner eingeladen, um die neue Denkschrift zu loben: „Sie erkennt an, dass die Anwendung von Gegengewalt durch einen angegriffenen Staat nicht nur völkerrechtlich, sondern auch ethisch gerechtfertigt ist“. Und sie akzeptiere, dass ein kategorischer Pazifismus als universale politische Ethik nicht zu legitimieren sei. Zur Frage der Waffenlieferung in die Ukraine – die Denkschrift fordert hier eine „Prüfung im Einzelfall“ – hätte sich der Außenminister einen „klareren Schritt“ gewünscht: „Denn zumindest für mich ist klar, dass hier, in der Ukraine, die Bedingungen für das Vorliegen der ‚rechtserhaltenden‘ Gewalt so eindeutig erfüllt sind wie in kaum einer anderen denkbaren Konstellation. Denn die Alternative zur Gegengewalt ist Butscha.“

Natürlich will der Märchenonkel nicht auf den Schauer verzichten, der dem westlichen Propagandakonsumenten beim Stichwort „Butscha“ über den Rücken läuft. Das ist jener Ort nahe Kiew, in dem alle Indizien darauf verweisen, dass nach Abzug der russischen Soldaten die Russland-loyalen Einwohner durch ukrainische Nazis niedergemetzelt wurden, um dann den Russen die Morde anzulasten. Da hilft auch der EKD nur ein starker Glaube.

Da gab es für Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, kein Halten mehr: „Erlauben Sie mir, Ihnen meinen aufrichtigen Respekt auszusprechen: Sie sind mit Aufrichtigkeit, Klarheit und Empathie ein Christenmensch in der Politik, der sich zutiefst den Grundwerten des christlichen Glaubens verbunden weiß, schleimte die Bischöfin. Und sie sekundierte: „ein Friede, der nur auf die Abwesenheit von Gewalt setzt, die anderen Dimensionen aber vernachlässigt, (bleibt) instabil“. Gelehrig zeigte sich Fehrs, als sie fast wörtlich den Text der Seite des Verteidigungsministerium zu „hybridem Krieg und Destabilisierung“ aufsagte:

„Angefangen von (stattfindenden) Cyberangriffen über gezielte Desinformation bis zur Unterwanderung öffentlicher Diskurse zielt hybride Kriegsführung auf alles, was plurale Gesellschaften und Demokratien im Kern ausmacht: Vertrauen, Debattenkultur und die Stärke des Rechtsstaats.“

„Unsere Demokratie“ hat es der Bischöfin ohnehin angetan, sie mahne „zum aktiven Eintreten für eine offene Gesellschaft“, nicht zu offen allerdings, denn sie sieht die AfD „außerhalb der Grundlagen des Grundgesetzes“, und ließ in ihrer Dresdner Rede „Sympathien für Forderungen nach einem Verbot der AfD erkennen“, so die ARDTagesschau am 09.11.2025. Bischöfin Fehrs predigt aber auch die Worte des Propheten Merz:

„Dieser Angriffskrieg bleibt ein himmelschreiendes Unrecht, das wir niemals akzeptieren dürfen. Der russische Diktator könnte das Morden von heute auf morgen beenden, wenn er das wollte.“

Von ihrer lernfähigen Seite zeigte sich auch Katrin Göring-Eckardt; der Rat der EKD hatte die grüne Bundestagsabgeordnete und gelernte Küchenhilfe als Mitglied der 13. EKD-Synode berufen. Dort gab sie zum Besten: „Man könnte auch sagen, die evangelische Kirche hat etwas gelernt: Um Frieden sicherzustellen, ist es nötig, sich selbst verteidigen zu können – bis hin zu einem gezielten Militäreinsatz, wenn etwa ein Diktator nach Massenvernichtungswaffen strebt.“ Leider ist nicht überliefert, ob sie dabei den Bundeskanzler Merz gemeint hat, der zwar keine „deutschen“ Atomwaffen will, aber einen „europäischen nuklearen Schutzschirm“, für den er gerne Bundeswehrflugzeuge bereitstellt. (Spiegel, 18.02.2026)

Wie viel Friede steckt in der EKD-„Friedensdenkschrift“?

Die bei der Synode in Dresden vorgestellte neue „Friedensdenkschrift“ trägt den Titel „Welt in Unordnung“; sie begründet gewissermaßen ihr Zustandekommen mit den Worten: „Die Welt ist in Unordnung: Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht ins vierte Jahr. Seit dem Terrorakt der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verschärft sich die Situation im Nahen Osten immer weiter – mit grausamen humanitären Folgen.“ Die NATO-Propagandaformel vom russischen Angriffskrieg wird fromm nachgebetet, vom Völkermord in Palästina kein Sterbenswörtchen, und den Hinweis, dass bewaffneter Widerstand gegen ein Besatzerregime völkerrechtlich legitim ist, scheut man wie der Teufel (angeblich) das Weihwasser.

Entstanden sei das Werk wegen „sicherheitspolitischen Herausforderungen gerade nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine, aber auch nach dem überhasteten Ende des Einsatzes in Afghanistan“. Der Umfang von fast 150 Seiten lässt erahnen, wie viele davon mit Friedens-„Visionen“, „friedensethischen Erwägungen“, biblischen Friedensverheißungen und allerlei schmückendem Beiwerk vollgeschrieben sind. Über lange Strecken finden sich wohlklingende Formulierungen über gerechten Frieden, Entwicklungszusammenarbeit und zivile Konfliktbearbeitung. Wer sich durchkämpft, findet Passagen, wo die „Katze aus dem Sack gelassen“ wird, wie die Forderung nach „friedensethische(r) Güterabwägungen in Bezug auf konventionelle und nukleare Abschreckung, um Waffenlieferungen, um Wehr- und Dienstpflicht, um die Herausforderungen hybrider Kriegsführung und Terrorismus.“

Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass die Autoren zur Legitimierung von Gewalt und Waffen nicht erfinderisch waren. Dazu haben sie eine „Figur“ erfunden, die „rechtserhaltende Gewalt“. Die geht so: Im staatlichen und zwischenstaatlichen Handeln kann zur Durchsetzung des Rechts „Gegengewalt nötig sein. Diese Gegengewalt wird in der Figur ‚rechtserhaltender Gewalt‘ gefasst. Sollten Waffenlieferungen erfolgen, sind die Kriterien rechtserhaltender Gewalt analog anzuwenden“, und auch völkerrechtswidrige „Wirtschaftssanktionen als Zwangsmaßnahmen stellen eine Möglichkeit im Sinne einer Ethik rechtserhaltender Gewalt dar.“ Die Synodalen „erkennen an, dass der Staat in bestimmten Fällen Gewalt mit Gegengewalt begrenzen oder eindämmen muss“ und kritisiert die EKD-Synode von 2019, weil damals „die Notwendigkeit einer Ethik der rechtserhaltenden Gewalt abgeblendet wurde“.

Es folgen Glaubensbekenntnisse, dabei hatte man keine Hemmungen, die berüchtigte imperialistische Floskel zu benutzen: „Die Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands, die insbesondere seit 1990 auf die Stärkung der internationalen regelbasierten Ordnung setzte, ist unter Druck geraten.“ Die NATO-Aggression gegen Jugoslawien haben die Pfaffen vergeben und vergessen. Denn „die liberale Demokratie ist und bleibt jene Staatsform, die die Menschenrechte in allen Dimensionen am umfassendsten gewährleisten kann“, aber „Demokratien sind besonders anfällig für hybride Kriegsführung.“ Woraus folgt: „Alle Bürgerinnen und Bürger sollten im Sinne einer umfassenden sicherheitspolitischen Widerstandsfähigkeit verteidigungsfähig sein.“ Da kann ein klares Feindbild behilflich sei, weswegen die Evangelen behaupten, es würden „vom Moskauer Patriarchat der Russisch-Orthodoxen Kirche Teile der Menschenrechte als ‚westliche Werte‘ diffamiert und mit der angeblichen Notwendigkeit ihrer Bekämpfung der völkerrechtswidrige Krieg gegen die Ukraine gerechtfertigt“.


Bild: KI-generiert



Die Regierungsparole, dass „Deutschland wieder kriegstüchtig werden“ muss, erhält eine fromme Überzuckerung, denn wenn „Kriegstüchtigkeit auf die Bereitschaft zielt, die eigenen Werte auch unter Androhung und im äußersten Fall unter Einsatz ethisch verantworteter Gewalt zu verteidigen, nimmt dieser Terminus ein Anliegen auf, das mit der hier entwickelten Position vereinbar ist.“ So „muss Deutschland in enger Abstimmung mit den Staaten der Europäischen Union und der NATO in die sicherheitspolitische, aber auch in die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit investieren“.

Wie ein Kommentar zum US-israelischen Überfall auf den Iran liest sich: „Wenn der Erwerb von Massenvernichtungswaffen unmittelbar bevorsteht, ihr Einsatz konkret angedroht ist und alle diplomatischen Mittel erschöpft sind, kann eine militärische Reaktion bei Abwägung aller Umstände des Einzelfalls als Selbstverteidigung gegen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff betrachtet werden.“

Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) kommentierte am 10.11.2025: „Für die Evangelische Kirche ist es eine Zeitenwende“, mit der „Friedensdenkschrift unternimmt die EKD eine deutliche Abkehr vom Pazifismus der 70er- und 80er-Jahre (…) unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs in der Ukraine (…) Sicherheitspolitik dürfe niemals ausschließlich auf militärische Stärke setzen – ganz ohne Waffen, ganz ohne Militär, ganz ohne Bündnispartner geht es aber eben auch nicht“. So würden auch die Evangelen anschlussfähig für die Bundeswehr. Die Friedensinitiative Dresden fragt:

„Wo bleibt in der Öffentlichkeit der hörbare Aufschrei? – Wer vertritt heute die Traditionslinie der Bekennenden Kirche und wer hält den Geist der Barmer Erklärung wach?“

Militärbischöfe leisten Beistand

Für eine „langsame Annäherung an Wehrpflicht“ hat sich bereits am 2. April 2025 der EKD-Militärbischof Bernhard Felmberg im Interview mit evangelisch.de ausgesprochen, wobei er in aller Offenheit die wieder geltende Maxime „Kanonen statt Butter“ erklärt: Da die Bundeswehr deutlich mehr Geld bekommt, „muss auch klar sein: Dafür muss woanders gespart werden. Das wird ein schmerzhafter Prozess werden in der Gesellschaft.“

Immerhin gibt es Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze: „Ich glaube, dass mittelfristig die Anzahl der Militärpfarrerinnen und -pfarrer steigen wird. Im Moment haben wir 104 evangelische Militärgeistliche, 100 in Deutschland, 4 im Ausland. Wir müssen das Netz verdichten, weil wir momentan nicht in der Lage sind, all das nachzuhalten, was von uns gefordert wird. Konkret: Wir wollen in einem Katastrophenfall in der Lage sein, als Kirche den Menschen beizustehen, die uns brauchen.“ Und zwar so:

„Was meine ich? Ein ganz plastisches Beispiel: Wenn mich ein 19-jähriger Soldat fragt, ob ich an der Seite seiner Familie bin, wenn er im Einsatz stirbt, möchte ich antworten können: Ja, das sind wir. Das kann aber die Militärseelsorge allein nicht leisten. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Kirche.“

„Die Militärgeistlichen sind im Auslandseinsatz eng dabei“, man werde auch die Brigade in Litauen begleiten, dem Vorposten der gegen Russland vorrückenden NATO. Militärbischof Felmberg: „Dort werden etwa 6.000 Soldatinnen und Soldaten stationiert, teilweise fest mit Familien, mit Zivilbeamten der Bundeswehr. Das heißt, man rechnet mit rund 10.000 Menschen vor Ort. Wir planen deshalb mit einer festen Pfarrstelle, vielleicht sogar mit zweien.“ Am 21. Juli 2025 feierte Felmberg seinen 60. Geburtstag mit einer Festveranstaltung in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, u.a. eingerahmt von Bundeswehrgeneral Carsten Breuer und der EKD-Ratsvorsitzenden Fehrs.

Als Gastredner sprach der Potsdamer Militärhistoriker Sönke Neitzel zur „Zeitenwende“ und fragte, ob die Bundeswehr und die NATO die richtigen Schlüsse aus dem Ukrainekrieg zögen, weil: „Wir leben eben nicht mehr im Frieden.“ Felmbergs katholisches Pendant, Militärbischof Franz-Josef Overbeck, „sieht Europa durch einen ‚Systemkrieg‘ Russlands herausgefordert“. Er findet „Waffenlieferungen moralisch vertretbar“, schließlich müsse man die „Freiheit notfalls mit Waffen verteidigen“. „Ebenso müsse die Rüstungsproduktion über die Landes- und Bündnisverteidigung hinaus ein angemessenes Engagement im Rahmen internationaler Krisenbewältigung ermöglichen, sagte Overbeck.“ (Domradio, 25.05.2024). Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gibt er zu Protokoll: „Russland hat Grenzen und Gesetze gebrochen. Frieden um jeden Preis ist ethisch nicht verantwortbar.“ (19.04.2025)


Der geistliche Plan für den Krieg


Militärbischof Franz-Josef Overbeck beim Pilgergottesdienst für die Bundeswehr 2014 (Foto: ACBahn, CC BY-SA 3.0)


Den eingangs erwähnten Plan namens „GOD“ wollten die Verfasser offenbar ebenso geheimhalten wie die Bundeswehr das weltliche Gegenstück „Operationsplan Deutschland“, aber die militärkritische Ökumenische Initiative zur Abschaffung / Reform der Militärseelsorge (https://www.militaerseelsorge-abschaffen.de/?ref=apolut.net) hat das 26-Seiten-Papier auf ihrer Internetseite öffentlich gemacht.

Ein Kommentar von Klaus-W. Müller aus Frankfurt/M. auf der Seite fasst den Plan der Geistlichen zusammen:

„In diesem Papier steht, dass wir (Diakone, Pfarrer, Pastor*innen) im Kriegsfall die vielen Todesnachrichten überbringen sollen, den Kriegswitwen und -waisen beistehen sollen, dass wir im Kriegsfall eng mit ‚staatlichen Stellen‘ zusammenarbeiten sollen und vor allem dass wir für ‚Ruhe und Ordnung‘ im Land sorgen sollen.

Und er fragt weiter:

  • Warum steht im oben genannten Plan NICHT, dass wir im Kriegsfall zur Kriegsdienstverweigerung aufrufen und Deserteure unterstützen sollen?
  • Warum steht im oben genannten Plan nicht, dass wir uns im Kriegsfall für einen sofortigen Waffenstillstand, für Abrüstung, Verhandlungen und gewaltfreie Methoden einsetzen sollen?“

Einleitend schreiben die göttlichen Autoren, der Plan benenne „angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen … die seelsorglichen Aufgaben in Szenarien militärischer Bedrohung und gewaltsamer Konflikte, die auch Deutschland unmittelbar betreffen können. Dabei werden mögliche Belastungen für Zivilbevölkerung, Soldatinnen und Soldaten, Einsatzkräfte, Verwundete, Gefallene, Kriegsgefangene und Geflüchtete in den Blick genommen. Das Konzept zeigt auf, wie kirchliche Strukturen vorbereitet, vernetzt und gestärkt werden können, um in Krisenfällen handlungsfähig zu bleiben und den Menschen beizustehen. Nicht zuletzt der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt, dass so ein Fall tatsächlich eintreten kann.“

Als „Ersatz-Katechismus“ gilt offenbar die Nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung, garniert mit neuen Lügen von der Bedrohung aus dem Osten: „Deutschland und seine europäischen Nachbarn sind jetzt schon Angriffsziel: Hybride Bedrohungen, Angriffe auf die kritische Infrastruktur, Cyberattacken sind nur einige Stichpunkte. Alle relevanten Akteure aus Militär, Nachrichtendiensten und Wissenschaft warnen davor, dass Russland bereits vor Ende dieses Jahrzehnts in der Lage sein könnte, NATO-Gebiet anzugreifen.“ Dabei stehen ihnen „drei Szenarien“ vor den geistlichen Augen:

  • „Im Spannungsfall steht eine militärische Auseinandersetzung bevor, auf die sich Deutschland und seine Bündnispartner vorbereiten.
  • Der Bündnisfall tritt ein, wenn ein Mitgliedsstaat oder mehrere Mitgliedsstaaten in Deutschlands Bündnissen (NATO oder EU) angegriffen werden. Damit tritt Deutschland ggf. in einen internationalen bewaffneten Konflikt ein. Deutschland ist aber selbst nicht Ort der militärischen Auseinandersetzung.
  • Im Verteidigungsfall wird Deutschland selbst durch militärische Kräfte angegriffen und wird somit selbst zum Gebiet militärischer Auseinandersetzungen.“

Allen Ernstes glauben die Verfasser, im „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr seien „Verfahren, Abläufe und Zuständigkeiten festgelegt, um die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zu schützen und den Einsatz der alliierten Streitkräfte im Grenzgebiet der NATO sicherzustellen“. Jetzt gehe es um die Erzeugung eines „gesamtgesellschaftlich resilienten Mindsets“, um Fragen nach „der Funktionsfähigkeit der Gesellschaft, wenn die Streitkräfte an der Ostflanke stehen und das Bündnis verteidigen“, und natürlich: „Welche Rolle und Aufgabe haben die Religionsgemeinschaften und ihre Seelsorgenden“? „Wenn eine erhöhte Anzahl von Soldatinnen und Soldaten im Inland betreut werden muss, erfordert das mehr Militärgeistliche und einen Ausbau der Struktur der Militärseelsorge.“

Der Ernstfall für die Gottesmänner (und -frauen)

Diese Lage erwarten die Propheten: „Im Bündnisfall wird die Hauptfunktion Deutschlands die einer logistischen Drehscheibe sein. Das heißt, durch Deutschland werden militärisches Material und Personal transportiert. Gleichzeitig werden Verwundete und Gefallene nach Deutschland zurückgebracht und von hier aus weitertransportiert werden. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sollte von einer hohen Anzahl an Verwundeten und Gefallenen ausgegangen werden.“ „Sowohl im Bündnis- wie auch im Verteidigungsfall werden gefallene Soldatinnen und Soldaten nach Deutschland gebracht werden. Für die Religionsgemeinschaften stellen sich hier insbesondere Fragen nach den Formen einer würdigen Bestattung und multireligiöser Trauerfeiern. Ferner ist zu fragen, in welcher Weise die Überbringung von Todesnachrichten erfolgen wird und wie diese seelsorglich begleitet werden kann. Wer begleitet die Hinterbliebenen? Was geschieht mit Gefallenen anderer Streitkräfte?“

In Deutschland erwarten die geistlichen Planer: „Durch (die) Bewegungen im Land wird es für die Zivilbevölkerung Einschränkungen in bisher unbekanntem Ausmaß geben. Das wird zu großer Verunsicherung führen und auch hier Betreuungsbedarf generieren.“ „Es ist mit einer hohen Anzahl von Soldatinnen und Soldaten zu rechnen, die stark belastet bzw. mit Traumafolgestörungen nach Deutschland zurückkehren. Wer steht für die Kriegsrückkehrenden und die Familien seelsorglich zur Verfügung?“ Danach werden Fragen zur organisatorischen Bewältigung der „weitreichenden Schadenslagen“ behandelt, und ein bemerkenswertes Beispiel in Erinnerung gerufen: Es gäbe „kaum Bedarf an neuen Strukturen – wo das Rahmenkonzept sie ausnahmsweise nahelegt, zieht es Lehren aus der Zeit der Corona-Pandemie.“

Die Kirchen sollen sich auf diese Katastrophe vorbereiten. „Unabdingbar ist die Einrichtung von Krisenstäben jeweils auf landeskirchlicher und diözesaner Ebene. Nur so wird sich die seelsorgliche Praxis bei verheerenden Ereignissen anpassen können.“ „Es geht dabei konkret um die nötige Unterstützung der Menschen, deren Dienst für die Aufrechterhaltung der Ordnung in einem Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall mitentscheidend ist.“ „Der weitaus größte Bereich seelsorglicher Praxis wird es mit Menschen zu tun haben, die in einem Spannungs-, Bündnis- oder Verteidigungsfall zur Zivilbevölkerung zählen.“ „Es ist mit Massentraumatisierungen zu rechnen. Diese setzen individueller psychologischer oder seelsorglicher Begleitung Grenzen.“ „Aus den Vorbereitungen zu einer Seelsorge im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall heraus entsteht zudem eine erweiterte liturgische Sprachfähigkeit in allen gottesdienstlichen Zusammenhängen.“ Das ist scheinbar ein Gewinn.

Für die medizinische Versorgung wird nicht Gutes erwartet. „Bei einem bewaffneten Konflikt auf deutschem Staatsgebiet im Verteidigungsfall ist davon auszugehen, dass die Opferzahl in der Zivilbevölkerung sehr hoch sein wird. Das Gesundheitssystem wird im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall vor größte Herausforderungen gestellt. Kapazitäten für verletzte Soldaten, möglicherweise auch Zivilisten, und psychisch überlastete Personen greifen tief in den Regelbetrieb ein und können selbstverständlich gewordene Standards der bestmöglichen individualmedizinischen Versorgung außer Kraft setzen. Triagierungen und die damit verbundenen Herausforderungen sind hier nur eine mögliche Intervention. Unabhängig davon, wie gut die Aufgabe bewältigt werden kann, wird der Bündnis- oder Verteidigungsfall für das medizinische Personal zu einer extremen Belastung: vermehrte Arbeitszeiten, Konfrontation mit ungewohnten Arten von Verletzungen, Umgang mit eigenen Sorgen und Ängsten.“


Bild: KI-generiert


Wenn schon die medizinische Betreuung nicht funktionieren wird, sollte es doch am religiösen Beistand nicht mangeln: „In einer solchen Situation kommt der Krankenhausseelsorge eine neue Bedeutung zu, die sich aus der aktuellen Praxis der Seelsorge in Gesundheitseinrichtungen ableitet, diese aber überschreiten wird. Eine möglicherweise erforderliche zivil-militärische Zusammenarbeit im Gesundheitssystem wird eine engere Vernetzung mit Militärseelsorgenden notwendig machen. Natürlich gilt es einerseits, den Regelbetrieb der Krankenhausseelsorge soweit wie möglich aufrechtzuerhalten. Ein verstärktes Angebot von Gottesdiensten, Ritualen und Gebeten wird ein kaum zu überschätzendes Element sein, um möglichst viele Menschen spirituell begleiten zu können.“

Fromme Worte und Gebete werden leider nur sehr begrenzt eine lebenserhaltende Wirkung entfalten, daher muss man dem Ende ins Auge sehen: Der „Seelsorge in Form der Trauerbegleitung und Gespräche zur Vorbereitung einer Trauerfeier.“ „In einem Bündnis- oder Verteidigungsfall mit Kampfeinsätzen und eventuell Anschlägen, Raketenbeschuss, Drohnenangriffen sowie Bombardierungen wird es zu Gefallenen und Verwundeten kommen. Den Gefallenen kommt eine besondere Fürsorge zu: Nach Möglichkeit werden die Gefallenen im Kreise der Familie bestattet. Wenn die Zahl der Gefallenen sehr hoch sein sollte und ein Transport in die Heimat nicht mehr möglich ist, werden andere Möglichkeiten des Gedenkens an die Gefallenen für die Zu- und Angehörigen außerhalb der Bundeswehr geschaffen werden müssen.“ Gedacht ist an die „Schaffung von temporären oder festen Gedenkorten und -zeiten (…). Neben dem Volkstrauertag, dem Ewigkeitssonntag und Allerseelen werden weitere Zeiten und Orte geschaffen …“

Das alles sollte am Geld – des Steuerzahlers – nicht scheitern. „Wenn rechtzeitig Vorbereitungen erfolgen, können im Ernstfall Ressourcen besser aktiviert und rascher ausgebaut werden. Aufgrund der finanziellen Situation der Kirchen werden zurzeit auch dort Stellen abgebaut, wo sie im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall gebraucht werden.“ Dabei dürfen wir nie vergessen, dass die segensreiche Tätigkeit von Militärbischöfen bis zur Militärseelsorge nicht aus Mitteln der Kirchensteuer, sondern aus dem „Verteidigungs“-Haushalt finanziert wird. Was zumindest den kleinen Trost spendet, dass diese paar Euro wenigstens nicht für scharfe Munition zur Verfügung stehen.

Sehenden Auges dem Ende entgegen

Die Pfaffen beschreiben in ihrem „Plan“ beängstigend realistisch die erwarteten Opfer unter der Zivilbevölkerung, die hohe Zahl an Toten und Verwundeten an der Front und ein kollabierendes Gesundheitswesen – und dazu fällt ihnen aber nur ein, wie sie das Kanonenfutter moralisch aufrüsten und nach dessen Ende dann mit christlichem Trost und Segen unter die Erde bringen. Und wie die Regierungslautsprecher haben sie keinen Zweifel, dass die Bedrohung aus dem Osten kommt, und der Krieg, auf den sie sich vorbereiten, gegen Russland geführt wird.

Kein Gedanke daran, sich dem Marsch in den Krieg zu widersetzen, stattdessen sehen sie ihren Platz als gut geschmierte Rädchen in der Kriegsmaschinerie. Dabei vergessen sie sogar ihre eigene Glaubensmaxime „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften“ (Jakobus 3, 18) oder „Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15) oder „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9). Die innerkirchliche Opposition gegen den militaristischen Kurs der Kirchenoberen ist leider sehr leise und scheint auf verlorenem Posten zu stehen.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es eine gute Nachricht, wenn die beiden großen Kirchen weiter in schnellem Tempo Mitglieder verlieren. Die EKD registrierte 2025 rund 350.000 Austritte, der katholischen Kirche kehrten gut 307.000 Menschen den Rücken, zusammen 657.000 „verlorene Schafe“. Den evangelischen Landeskirchen gehörten am 31. Dezember 2025 rund 17,4 Millionen Menschen an, Ende 2024 waren es noch 17,9 Millionen gewesen, die katholische Kirche hatte im Dezember 2025 noch 19,2 Millionen Mitglieder, im Jahr zuvor waren es noch 19,7 Millionen. Etwa 1,2 Millionen seien 2025 aus den beiden Kirchen ausgetreten oder verstorben, meldete die ARDtagesschau am 16.03.2026. Damit liegt ihr gemeinsamer Anteil nur noch bei etwa 44 Prozent der Bevölkerung, so die Stuttgarter Zeitung, ebenfalls am 16.03.2026.

Der neugewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, kommentierte die Entwicklung mit den Worten, die Kirche müsse „nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann“, (Klerikalportal katholisch.de, 17.03.2026). Ob der Weg in den Militarismus dazu geeignet ist?

Klaus Hartmann ist Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes



Info: https://www.freidenker.org/?p=24750


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:





Screenshot_2026_04_04_at_19_17_11_34_Thesen_aus_Wittenberg_kum._Initiative_zur_Abschaffung___Reform_der_Milit_rseelsorge


militaerseelsorge-abschschaffen.de, Seite besucht am 4. April 2026, ca. 19 Uhr

Diese Thesen wurden von Christ*innen verfasst, die im Internationalen Versöhnungsbund oder / und in der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) aktiv sind. Am 14.08.2014 und am 30.10.2017 wurden diese Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geheftet. Anmerkung: An der Tür der Schlosskirche in Wittenberg befindet sich ein Relief aus Metall, deshalb haben wir im Oktober 2017 unsere Thesen neben der Tür aufgehängt. Im August 2014 war ein Bauzaun um die Kirche, deshalb haben wir die Thesen in der Nähe der Tür an den Bauzaun gehängt.

  1. Re-formieren heißt zurück-formen, zurück zur Quelle, zu den Wurzeln; sich immer neu an Jesus Christus orientieren. Ecclesia semper reformanda! Die Kirche muss immer reformiert werden - auch heute.
  2. Martin Luther hat viele Bereiche der Kirche und des Lebens refor-miert. Dabei hat er aber das Thema „Militär“ weitgehend ausgeklammert. An der Zusammenarbeit der Kirche mit dem Militär hat sich durch die Reformation wenig geändert.
  3. Jesus von Nazareth hat Waffengewalt abgelehnt. Er hat die Friedensstifter selig gesprochen. Er hat gelehrt, wie man aufrecht blei-ben kann, auch wenn man angegriffen wird. Bei seiner Verhaftung hat er sich nicht gewehrt. [Die entsprechenden Bibelstellen: Mt 5,1-12; Mt 5,39 und Mt 26,52]
  4. Als ChristInnen sind wir berufen, mitten in dieser Welt, die voll Ge-walt ist, Zeug*innen seines Friedens zu sein. Wir dürfen im Geist seines Friedens leben.
  5. Jesus hat gesagt: Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen; es hat unter uns bereits begonnen. Zum Reich Gottes gehört die Gewaltlosigkeit.
  6. Die Christ*innen der ersten zwei bis drei Jahrhunderte, einschließ-lich der Bischöfe und „Kirchenväter“, lehnten alles Militärische ab.
  7. Der Gedanke, dass wir Christus nachfolgen sollen – wurde seit der Konstantinischen Wende (312 n.Chr.) verdrängt. Die Lehre von der Nachfolge Christi hat nur an den Rändern der Kirche überlebt. Nachfolge Christi ist ein Leben in seinem Geist und nach seinem Vorbild. Nachfolge Christi ist nicht Werkgerechtigkeit.
  8. Die großen Kirchen fahren noch immer zweigleisig: Frieden schaf-fen mit Waffen – aber notfalls auch ohne Waffen. Wir fordern: Die Kirchen sollen ganz auf gewaltlose Mittel setzen!
  9. Nicht nur der Glaube, sondern auch die Statistik  zeigt: Gewaltfreie Mittel sind in der Regel nachhaltiger, effektiver und kosten weniger Menschenleben als militärische Methoden. [Erica Chenoweth u.a., Why Civil Resistance Works, New York 2011. Für 2021 hat Chenoweth eine thematisch ähnliche aber weiter vertiefte Studie angekündigt.]
  10. Mit der Bergpredigt lässt sich Politik machen, sogar gute Politik. Beispiele: die Rosenkranzrevolution auf den Philippinen 1986, die friedliche Revolution in der DDR 1989 und die Revolution der „Frauen in Weiß“ in Liberia 2003.
  11. Der Aufruf zur Gewaltlosigkeit gilt nicht nur für eine ferne Zukunft, sondern für heute; nicht nur für das Privatleben, sondern auch für die internationale Politik. Der Aufruf zur Gewaltlosigkeit richtet sich an alle Menschen, nicht nur an wenige Auserwählte.
  12. Paulus schreibt: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."  Dies gilt auch für politische Konflikte. [Paulus an die Gemeinde in Rom, Kapitel 12, Vers 21]
  13. Soldat*innen und deren Angehörige sind in unseren Gemeinden herzlich willkommen. Jesus Christus hat sich allen Menschen zuge-wendet, auch den Soldaten. Aber es ist eine Sache, sich einem Menschen zuzuwenden; es ist eine andere Sache, seine Gewalttaten begleitend zu unterstützen.
  14. In der Bundeswehr arbeiten etwa 100 evangelische und 100 katholische Militärgeistliche. Sie sind Militärbeamte auf Zeit, manche auch auf Lebenszeit. Militärgeistliche werden von der Bundeswehr bezahlt. Sie haben ihre Büros in Kasernen, nutzen Fahrzeuge der Bundeswehr und tragen im Auslandseinsatz (sowie im Manöver und auf Kriegsschiffen) militärische Kleidung. [Auf katholischer Seite werden manche Stellen mit Pastoralreferenten und Diakonen besetzt. Auf evangelischer Seite gibt es auch Militärpfarrerinnen.]
  15. Militärgeistliche begleiten Soldaten in Einsatzländer. Sie unterhalten und erbauen die Soldaten. Sie vermitteln in Konflikten. Sie signalisieren: Gott ist mit euch. Gott vergibt euch. Ihr seid für eine gute Sache unterwegs. Am Grab verstorbener Soldaten finden sie tröstliche Worte.
  16. Die etwa 200 Militärgeistlichen werden verwaltet durch Militärdekane, Militärbischöfe und zwei leitende Behörden (das KMBA und das EKA, beide in Berlin). Die Militärseelsorge untersteht organisatorisch dem Bundesministerium für Verteidigung. Diese starke Einbindung ins Militär färbt deutlich auf das Reden und Denken der Militärgeistlichen ab.
  17. Die Militärseelsorge gehört zur „inneren Führung“ der Bundeswehr. Sie ist ein gut funktionierendes Rad der „Militär-Maschine“. Nur sehr selten fordern Militärpfarrer Soldaten dazu auf, die Waffen niederzulegen und nach Hause zu gehen.
  18. Katholische Militärgeistliche segnen immer wieder auch militärische Fahrzeuge und Immobilien. Evangelische Militärgeistliche be-ten ab und zu auch für militärische Einrichtungen.  Diese unselige Praxis ist endlich zu beenden! [Beispielsweise betete der evangelische Militärpfarrer Andreas Kölling am 26.10.2017 für die Militär-Übungsstadt Schnöggersburg.]
  19. Auch in der DDR gab es Soldatenseelsorge. Soldaten kamen in ihrer Freizeit in die Pfarrhäuser und Gemeindekirchen. Diese Praxis hat sich bewährt. Dennoch wurde nach der Wende das bequemere „Westmodell“ übernommen. Daher nun der Reformstau.
  20. Die Auslandspfarrer*innen unserer Kirchen, die sich heute schon um deutsche Christen (z.B. Urlauber und Diplomaten) in anderen Ländern kümmern, könnten auch Ansprechpartner für in dieser Region stationierte Soldat*innen sein.
  21. Die Bundeswehr finanziert und organisiert seit 2020 auch eine jüdische – und bald wahrscheinlich auch eine muslimische Militärseelsorge. Wir meinen: Keine Religion sollte Waffengewalt rechtferti-gen, unterstützen oder begleiten.
  22. In evangelischen und katholischen Kirchen finden pro Jahr etwa 100 Militärkonzerte statt. In diesen Konzerten werden christliche und populäre Stücke gespielt. Die besondere Atmosphäre der Kirche und die Schönheit der Musik überträgt sich auf die Bundeswehr. Auf diese Weise lassen sich Kirchengemeinden für die Image-Werbung der Bundeswehr instrumentalisieren. Was würde Jesus Christus zu Militär-Werbung in seinem Hause sagen?
  23. Auf Kirchentagen und Katholikentagen ist die Bundeswehr stark prä-sent: Bundeswehrvertreter dürfen ihre Sicht der Dinge im Rahmen von Podiumsdiskussionen ausführlich darlegen. Militärgeistliche setzen sich argumentativ für die Bundeswehr ein. Außerdem wird auf jedem Kirchen- und Katholikentag ein Militärgottesdienst gefeiert. Militärbischöfe und Militärgeistliche leiten diese Gottesdienste. Bundeswehrvertreter nehmen teil. Ein Bundeswehr-Musikkorps spielt. Die Militärpolizei sichert den Gottesdienst gegen „Störer“.  
  24. So wie Jesus Christus die Händler aus dem Tempel vertrieben hat – energisch aber ohne Waffengewalt – so sollten auch wir heute alles Militärische aus den Kirchen vertreiben. (Markus 11,15ff par)
  25. Die Kirchen sollten ihren Mitgliedern empfehlen, nicht beim Militär und nicht in Rüstungsfirmen zu arbeiten. Leider konnte sich bisher keine Kirchenleitung zu einer solchen Empfehlung durchringen.
  26. Kirchengemeinden, in deren Region sich Rüstungsfirmen befinden, verschließen oftmals die Augen davor. Diese Kirchengemeinden sollten ermuntert werden, hinzuschauen, Informationen zu sammeln und offen darüber zu sprechen.
  27. Immer wieder werden auch kirchliche Projekte von Rüstungsfirmen gesponsert, z.B. die Gemeindehausrenovierung. Als „Gegenleistung“ schweigt die Kirchengemeinde dann zur Waffenproduktion.
  28. Nicht wenige kirchliche Tagungshäuser und Akademien arbeiten mit der Bundeswehr zusammen, bieten Kurse für Soldat*innen an, laden Referent*innen der Bundeswehr ein und richten Tagungen für die Militärseelsorge aus. [Zum Beispiel wurde das Jubiläum „60 Jahre Militärseelsorge“ (1957-2017) in der Evangelischen Akademie Bad Boll gefeiert.]
  29. Auf Panzern, Kriegsschiffen und Militärflugzeugen sieht man das christliche Kreuz. Die Kirchen sollten gegen diesen Missbrauch des christlichen Kreuzes Einspruch erheben.
  30. Die Kirchenleitungen haben Angst, Kirchenmitglieder zu verlieren, wenn man sich gegen Rüstung und Militär aussprechen würde. Aber nicht die Angst soll unser Handeln bestimmen!
  31. Die Kirchen sollten bewaffnete Bundeswehr-Auslandseinsätze klar und eindeutig ablehnen. Die Kirchen sollten – ohne Hintertüren  – für die sofortige Abschaffung aller Atomwaffen eintreten. [Die EKD hält weiterhin an der 8. Heidelberger These fest: „Die Kirche muss die Beteiligung an dem Versuch, durch das Dasein von Atomwaffen einen Frieden in Freiheit zu sichern, als eine heute noch mögliche christliche Handlungsweise anerkennen.“ Bei diesem Thema bremst besonders die FEST, Heidelberg.]
  32. Die meisten Konflikte zwischen Staaten bzw. Volksgruppen werden ohne Waffengewalt beigelegt. Es gibt internationale Organisatio-nen, die zu diesem Zweck gegründet wurden. Es gibt zahlreiche Pro-jekte der Konfliktprävention und Völkerverständigung. Es gibt Organisationen, die wissen, wie man in Konflikten gewaltfrei handeln kann: Peace Brigades International (pbi), Nonviolent Peaceforce (NP), Christian Peacemaker Teams (cpt), Ziviler Friedensdienst (ZFD), Werkstatt für Gewaltfreie Aktion (WfGA), Kurve Wustrow und andere. Die Studie „Sicherheit neu denken“  zeigt, wie Deutschland von der militärischen "Sicherheit" auf zivile Sicherheit umsteigen könnte.
  33. Dem Vertrauen auf militärische „Lösungen“ sollten die Kirchen das Vertrauen auf den Gott des Friedens entgegensetzen.
  34. Dem „Bekenntnis zu Bundeswehr und Nato“ sollten die Kirchen das Bekenntnis zu Jesus Christus entgegensetzen. Er hat Waffengewalt abgelehnt.

Wittenberg, den 14.8.2014, hier die Fassung vom 3.9.2020
„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Micha 4, Vers 3)




Hier genau das Gegenteil von unseren 34 Thesen: Militärpfarrer Andreas Kölling rechtfertigt den Einsatz von Militär und Gewalt.

Leserbrief von Militärpfarrer Andreas Kölling zu den „34 Thesen von Christen bei der Deutschen Friedensgesellschaft“ (s.u. Anm. 1)

Ich bin evang. Pfarrer und nach zwölf Jahren im Gemeindepfarramt nun seit vier Jahren hauptamtlich bei der Seelsorge in der Bundeswehr in Burg (Sachsen-Anhalt) tätig. Ich betreue auch das "Gefechtsübungszentrum Heer", dass im Sommer Ort einer Protestaktion gewesen ist. 2013 habe ich den Kosovo-Einsatz begleitet. Ich möchte den Autoren danken, dass sie Soldaten in den Kirchengemeinden willkommen heißen. Auch habe ich großen Respekt vor dem pazifistischen Bekenntnis der Autoren. Mir selbst fällt so ein Bekenntnis schwer, weil ich um das Gewaltpotential in mir als Mensch weiß und Teil einer Kirche bin, die eine teilweise gewalterfüllte Geschichte hat. Einige Punkte muss ich anfragen:

1. Ist die Haltung Jesu so eindeutig pazifistisch? (These 1) Er lobt den Glauben des Hauptmanns aus Kapernaum und fordert von ihm keinen Verzicht auf den Kriegsdienst. Und seine Austreibung im Tempel dürften die Händler durchaus als gewaltsam erlebt haben (These 27).

2. Dass die Christen bis zur Konstantinischen Wende alles Militärische entschieden abgelehnt hätten (These 5) wird durch häufige Wiederholung nicht wahrer. Martin George, Professor für ältere Kirchengeschichte, meint, "dass die Kirche der ersten drei Jahrhunderte nicht in ihrer Gesamtheit als in ihrer Haltung grundsätzlich pazifistisch angesehen werden kann." (s.u. Anm 2)

3. Ob wir das Militär "stabilisieren" (These 14), ist eine berechtigte Frage. Manchmal stabilisiert Kirche wahrscheinlich ganze Gesellschaften. In der Bundeswehr erlebe ich jedoch alle Freiheiten, kritisch zu wirken und den Soldaten (willkommene) Freiräume für kritisches Denken zu schaffen. Generalleutnant Wolf von Baudussin wünschte sich einst von der Seelsorge in der Bundeswehr, wir sollten die Soldaten humanisieren, zivilisieren und pazifizieren. Mit diesem "Auftrag" kann ich mich sehr gut identifizieren.

4. Dass wir, wie in der DDR, genauso gut außerhalb der Kasernen (sprich: ohne staatliche Unterstützung) wirken könnten (These 16), bezweifle ich sehr. In der Bundeswehr muss ich vor allem missionarisch arbeiten. Und dazu muss ich zu den Soldaten gehen. Das gilt umso mehr für die Einsatzbegleitung (These 20). Nur wenn ich den Alltag der Soldaten teile, kann ich ihre Sorgen verstehen.

5. Das eigentliche Anliegen der 34 Thesen scheint mir eine Zukunft ohne Armee zu sein. Ich habe aber noch keine praxistauglichen Alternativen gesehen. Was sollen Streitschlichter tun, wenn die Streitenden nicht reden wollen? Polizei kann hier nur begrenzt wirken. Sie hat nicht genug Freiwillige. Und wenn die Situation außer Kontrolle gerät, ruft die Polizei nach dem Militär. So habe ich es im Kosovo selbst erlebt. Mein Wunsch ist, dass alle, die nach Wegen des Friedens suchen, in der Militärseelsorge einen Partner sehen, der Expertise aus Krisengebieten und dem Umgang mit dem Militär einbringen kann.

Andreas Kölling


Von der Bundeswehr-Website. Fragen an den neuen Militärseelsorger in Burg

Sachsen-Anhalt, 11.08.2010 (s.u. Anm. 3)

Pfarrer Andreas Kölling hat zum 1. August die Stelle als Leiter des Evangelischen Militärpfarramts Burg in Sachsen-Anhalt angetreten. Zu seinem Zuständigkeitsgebiet gehören außerdem die Standorte Havelberg und Magdeburg sowie einige Gefechts- und Truppenübungsplätze in der Region. Kölling ist Nachfolger von Militärpfarrer Friedrich Gebhardt und arbeitet in Burg zusammen mit seinem Pfarrhelfer Holger Kartheus.

Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Ich wurde 1967 in Münster (Westfalen) geboren. In Bethel, Halle (Saale) und Erlangen habe ich evangelische Theologie studiert. Seit 1990 bin ich in Sachsen-Anhalt und seit 1993 mit einer Pfarrerin verheiratet (zurzeit vom Dienst freigestellt). Ich habe zwei Kinder.

Was haben Sie zuletzt gemacht?

Ich war Gemeindepfarrer in Naumburg im Süden von Sachsen-Anhalt. Die Arbeit habe ich mir mit meiner Frau geteilt. Eigentlich wollten wir zehn Jahre bleiben. Doch dann sind es zwölf geworden.

War waren Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit?

Neben den klassischen Feldern wie Gottesdienst und Unterricht hat die Verwaltung – u. a. Bauaufgaben – viel Zeit in Anspruch genommen. Meine besondere Berufung sah ich aber in dem Kontakt zu Menschen am Rande der Kirche, die durch unsere traditionellen Angebote weniger angesprochen werden. Für sie entstand das Projekt "Den Himmel entdecken. Gottesdienst für Einsteiger & Entdecker" mit der Predigt im Kreuzverhör, Theater und Band. Ergänzend waren Tauf- und Glaubenskurse sowie die Öffentlichkeitsarbeit wichtig.

Was reizt Sie an der Militärseelsorge?

Bei meinen regelmäßigen Gottesdiensten zum Volkstrauertag und den Kontakten im Naumburger Bundessprachenamt habe ich die Klage von Soldaten über mangelndes Verständnis für ihre Arbeit in der Öffentlichkeit gehört. Ich habe verstanden: Sie werden zu Außenseitern gemacht. Und zu denen fühle ich mich besonders hingezogen.

Noch etwas?

Ja, ich freue mich darauf, dicht an Menschen – auch bei ihrer Arbeit – zu sein und mehr Zeit für Seelsorge zu haben. Schließlich hatte ich nach zwölf Jahren einfach auch Lust auf etwas ganz Neues.

Welche Akzente wollen Sie bei ihrer neuen Aufgabe setzen?

Zunächst einmal möchte ich viel hören und verstehen lernen, wie unsere Soldaten – und ihre Familien – leben, was sie bewegt und herausfordert. Dann ist es natürlich für mich wichtig, in Gottesdienst, Unterricht und Seelsorge die Soldaten in ihrem Alltag auch zu erreichen. Ich bin sicher, dass das auf viele Weisen möglich ist und dass die Ideen kommen, wenn ich ein wenig erfahren habe, wie es in Burg und den anderen Standorten "tickt". Ich freue mich sehr darauf!

_ _ _ _


Anmerkungen

(1.) Dieser Leserbrief erschien in der Zeitschrift Versöhnung, Rundbrief des Internationalen Versöhnungsbundes Deutscher Zweig, Ausgabe Nummer 4, Dezember 2014, und antwortet auf die "34 Thesen", die in derselben Zeitschrift, in der Ausgabe Nummer Nr. 3, Oktober 2014, erschienen sind.

(2.) Prof Martin George hat sich mit vielen Themen befasst (zum Beispiel mit Mystik, Ostkirche, Ehe). Aber er hat sich kaum oder gar nicht mit dem militärkritischen Gedankengut der frühen Kirche befasst.

(3.) Quelle: Website der Bundeswehr, download 29.12.2014


Mehr Infos: https://www.militaerseelsorge-abschaffen.de/erklarung/a34-thesen-aus-wittenberg/


Info: https://www.militaerseelsorge-abschaffen.de/erklarung/a34-thesen-aus-wittenberg/


Info: https://www.militaerseelsorge-abschaffen.de/?ref=apolut.net


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




30.10.2017

Reformation heute. 


Pfarrer schlägt 34 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg.

34 Thesen GEGEN DIE ZUSAMMENARBEIT DER KIRCHE MIT DEM MILITÄR an der Schlosskirche zu Wittenberg aufgehängt


Die 34 Thesen Download: https://media.sim-design.de/SIMloader/dl.php?id=6&kundennummer=734186-89&t

Screenshot_2026_04_04_at_19_18_55_20171018_Thesen_als_din3_plakat.pdf


Screenshot_2026_04_04_at_19_19_17_20171018_Thesen_als_din3_plakat.pdf


Pfarrer Rainer Schmid 

DSC03533_Kopie

Video https://media.sim-design.de/SIMloader/dl.php?id=212&kundennummer=734186-89&t Aufnahme u. Technik: Thomas Bauer - Dauer 1:36 Min. - Dateigröße: 43,2 MB)


Nachbearbeitet (Bilder und Texte hinzugefügt) am 5. April 2026, 6:37 Uhr


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

04.04.2026

Nach jahrelangem EU-Streit: Die umstrittene Chatkontrolle endet

lostineu.eu, 4. April 2026

Jahrelang konnten sich die 27 EU-Staaten und das Europaparlament nicht auf Regeln zum Schutz vor Kinderpornographie in Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Instagram einigen. Nun läuft eine umstrittene Übergangsregelung aus – die Chatkontrolle wird am 4. April beendet. US-Konzerne wie Meta, Google und Microsoft müssen das anlasslose Scannen privater Chats in der EU einstellen.

Für Datenschützer und Internet-Aktivisten wie Patrick Breyer ist das ein großer Erfolg. „Wir haben ein kaputtes und illegales System gestoppt“, jubelte Breyer nach dem letzten entscheidenden Parlamentsvotum Ende März. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur einer Stimme hatten sich die EU-Abgeordneten in einer Kampfabstimmung gegen eine Verlängerung der Übergangsregeln ausgesprochen.

Doch die EU-Kommission und die Bundesregierung fürchten nun das Schlimmste. „Der Schutz von Kindern, nicht der von Tätern, muss der leitende Grundsatz des Handelns der EU bleiben“, mahnt Digitalkommissarin Henna Virkkunen. „Dies ist ein schwerer Rückschlag für den Schutz unserer Kinder“, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Man müsse das Problem jetzt auf nationaler Ebene lösen.

Deutscher Sonderweg?

Deutschland könnte einen Sonderweg gehen – ausgerechnet mit den USA, die von Datenschutz ohnehin nicht viel halten. Das Datenschutzrecht der EU lasse Ausnahmen für die öffentliche Sicherheit oder für die Aufdeckung von Straftaten zu, sagte Unions-Vize-Fraktionschef Günter Krings der Nachrichtenagentur Reuters. Er schlug vor, auf bilateraler Ebene mit den USA eine Lösung zu finden.

Das wäre ein Affront – nicht nur für die EU, sondern auch für die Sozialdemokraten, die in Berlin mitregieren. Im Europaparlament in Brüssel haben die SPD-Abgeordneten gegen die Verlängerung der Chatkontrolle gestimmt. Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich immer wieder gegen eine verpflichtende Chatkontrolle ausgesprochen – Streit mit CDU/CSU ist programmiert.

Überwachung weiter möglich

Dabei ist es nicht so, daß nach dem Aus der Chatkontrolle plötzlich Tür und Tor für Kinderpornographie geöffnet wären. Die anlasslose Kontrolle fällt zwar weg, doch die gezielte Überwachung von mutmasslichen Straftätern bleibt erlaubt. Zuletzt seien ohnehin nur noch 36 Prozent der Verdachtsmeldungen aus der Überwachung privater Nachrichten gekommen, so Breyer. Soziale Medien und Cloud-Speicher würden für die Ermittler immer wichtiger.

Neue Techniken könnten auch den Weg nach vorn weisen, glaubt Breyer. Es gehe um „Security by Design“ – strenge Voreinstellungen und Schutzmechanismen sollen Pornos und anderen schädlichen Inhalten Einhalt gebieten. Neue Wege sucht auch das Europaparlament. „Wir haben eine starke Parlamentsposition verabschiedet, die sowohl Kinder als auch die Vertraulichkeit der Kommunikation der Nutzer* innen gleichermaßen schützt“, erklärte die SPD-Abgeordnete Birgit Sippel, die für die Sozialdemokraten die Feder führt. Nun liege der Ball bei den 27 EU-Ländern.

Neue Übergangslösung?

Doch der Rat, die Vertretung der Mitgliedsstaaten, zeigt bisher wenig Kompromissbereitschaft. Nicht nur Deutschland, sondern auch andere EU-Länder haben Gespräche mit den Abgeordneten immer wieder blockiert. Statt auf Verhandlungen setzten die konservativ geführten EU-Länder auf eine neue Abstimmung im Europaparlament – in der Hoffnung, den Widerstand gegen die Chatkontrolle doch noch zu brechen. Diese Hoffnung ist nun geplatzt.

Die Fronten sind verhärtet, das Aus für die Chatkontrolle lässt die EU ratlos zurück. Deshalb bleibt wohl nur noch Schadensbegrenzung. „Wir hoffen, so rasch wie möglich eine Einigung mit dem Parlament zu erzielen, um die durch die Gesetzeslücke entstehenden negativen Auswirkungen zu begrenzen“, hieß es in Zypern, das derzeit den Ratsvorsitz innehat. 

Nach dem Ende der unhaltbar gewordenen Übergangslösung sucht die EU eine neue Übergangslösung…

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Info: https://lostineu.eu/nach-jahrelangem-eu-streit-die-umstrittene-chatkontrolle-endet/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



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Fall Baud: Kallas kennt keine Gnade


lostineu.eu, vom 3. April 2026

Die EU-Sanktionen gegen den Bestseller-Autor Baud beschäftigen nun auch das Europaparlament. Ein fraktionsloser, offenbar ziemlich rechtslastiger Abgeordneter aus Luxemburg, F. Kartheiser, hat bei der EU nachgefragt, was es mit dem Fall auf sich hat. Zudem hat er den Auswärtigen Dienst aufgefordert, alle Sanktionen gegen Privatpersonen aufzuheben, da sie einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellten. Die Antwort der EU-Außenbeauftragten Kallas zeigt, daß sie die Härte der Sanktionen nicht verstanden hat und keine Gnade kennt. Sie behauptet, daß alles seine Ordnung habe und Baud vor EU-Gerichten klagen könne. Auf die existentiellen Probleme, in die Baud und andere durch die extralegalen, politisch motivierten EU-Strafen (Vermögenssperre, Reiseverbot) gestürzt werden, geht sie mit keinem Wort ein. Und zurücknehmen will sie offenbar auch nichts…

Mehr zum Fall Baud hier

P.S. Ein anderer Abgeordneter, Fidias PANAYIOTOU, hat ein Video zum Fall des sanktionierten deutschen Journalisten Dogru gedreht, es steht hier (X)


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Irankrieg und Energiekrise: Brüssel plant “Lockdown light”


lostineu.eu, vom 3. April 2026

Mehr als einen Monat hatte die EU-Kommission seit Beginn des Irankriegs Zeit, um sich auf mögliche Folgen für die Energieversorgung in Europa vorzubereiten. Doch statt einen eigenen, gut durchdachten Plan vorzulegen, verbreitet die EU-Kommission nun plötzlich Panik. 

Nach einer Krisensitzung der Energieminister in Brüssel trat der offenbar überforderte Energiekommissar Jörgensen vor die Presse und verlas Empfehlungen, die an die Ölkrise der 70er Jahre oder an die schlimmsten Zeiten der Corona-Pandemie erinnern.

Die EU-Staaten sollten ihre Bürger dazu anhalten, den Verbrauch von Benzin und Gas einzuschränken, sagte Jörgensen. „Je mehr Diesel und Flugbenzin wir sparen können, desto besser stehen wir da“, betonte er. Es klang nach Lockdown light – und nach Angst.

Zu den Empfehlungen, die der Däne mit Verweis auf die Internationale Energieagentur IEA vortrug, zählt der Verzicht auf Autofahrten und Flüge, die Absenkung von Tempolimits um 10 km/h sowie die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Homeoffices.

“Keine Normalität”

„Niemand weiß, wie lang die Krise dauern wird, aber ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass sie nicht kurz sein wird“, sagte der Energiekommissar. Selbst wenn der Krieg morgen beendet würde, “werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“. 

Einen eigenen Plan gegen die Krise legte Jörgensen nicht vor – der soll erst nach Ostern folgen. Zunächst gehe es darum, daß die EU-Staaten „koordiniert“ handeln und den Treibstoff-Verbrauch senken. Alle Maßnahmen müssten zielgerichtet und befristet sein.

Unklar blieb, wieso es so lange gedauert hat, bis Brüssel auf die Krise reagiert. Jörgensen und seine Chefin von der Leyen haben schon beim EU-Gipfel Ende März einen „Werkzeugkasten“ mit Hilfen für Bürger und Unternehmen angekündigt, aber immer noch nicht vorgelegt.

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04.04.2026

Macron warnt vor Hegemonie: "Keine Vasallen der USA oder Chinas"

freedert.online, 4 Apr. 2026 07:00 Uhr

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ruft "mittlere Mächte" dazu auf, sich gegen die Hegemonie der USA und Chinas zu formieren. Ziel sei es, "keine Vasallen zweier hegemonialer Mächte" zu sein, sagte er in Seoul.


Macron warnt vor Hegemonie: "Keine Vasallen der USA oder Chinas"

Während seiner Asienreise hat der französische Präsident Emmanuel Macron dazu aufgerufen, dass sich Staaten mit mittlerem Einfluss zusammenschließen, um der wachsenden Dominanz der USA und Chinas in globalen Angelegenheiten entgegenzuwirken. Laut Bloomberg richtete sich der Appell unter anderem an Japan, Südkorea, Australien, Brasilien, Kanada und Indien. Bei einem Auftritt vor Studierenden in Seoul formulierte Macron sein politisches Ziel klar:

"Unser Ziel ist es, keine Vasallen zweier hegemonialer Mächte zu sein."


Banque de France vollendet Transfer der Goldreserven von New York nach Paris





Banque de France vollendet Transfer der Goldreserven von New York nach Paris






Er betonte, Europa und andere Staaten dürften weder von China abhängig werden noch sich der Unberechenbarkeit der USA übermäßig aussetzen. Gleichzeitig sprach er sich für eine engere Zusammenarbeit dieser Länder aus. Eine solche Koalition könne in zentralen Zukunftsfeldern wie künstlicher Intelligenz, Raumfahrt, Energie, Kernenergie sowie Verteidigung und Sicherheit zusammenarbeiten.

Macron wies zudem auf die besondere Rolle Frankreichs in Europa hin. Als einziges EU-Mitglied verfügt das Land über ein eigenes nukleares Arsenal und eine hochentwickelte Verteidigungsindustrie. Seit Jahren wirbt der französische Präsident dafür, Europa als eigenständigen geopolitischen Akteur zwischen den USA und China zu positionieren.

Bereits im Jahr 2023 hatte er für Spannungen unter den Verbündeten gesorgt, als er erklärte, die Europäische Union dürfe kein "Vasall" der Vereinigten Staaten sein. Seine jüngsten Aussagen sind im Kontext der zunehmenden globalen Konkurrenz zwischen den Großmächten zu sehen. Macron betont dabei die Idee einer multipolaren Weltordnung, in der sogenannte "mittlere Mächte" mehr Eigenständigkeit gewinnen sollen.

Parallel dazu verschärfen sich die Spannungen zwischen Paris und Washington im Zusammenhang mit der Lage um Iran. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Verbündete, darunter Frankreich und Südkorea, wegen mangelnder Unterstützung kritisiert. Trump warf Paris öffentlich vor, US-Militärflugzeugen Überflüge zu verweigern, und kündigte an, Washington werde sich dies "merken".

Macron entgegnete, Frankreich sei bei den militärischen Entscheidungen nicht konsultiert worden und werde sich nicht an einem möglichen Krieg beteiligen. "Die USA sind eine große Nation", sagte er, fügte jedoch hinzu, dass der aktuelle Kurs "die Büchse der Pandora öffnen" könne. Der französische Präsident betonte, dass militärische Mittel die Lage im Nahen Osten nicht lösen könnten, und schlug einen "Mechanismus zur Verhinderung von Konflikten mit Iran" vor.

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Auf Druck der USA: Frankreich zieht seine Einladung an Südafrika zum G7-Gipfel zurück





Auf Druck der USA: Frankreich zieht seine Einladung an Südafrika zum G7-Gipfel zurück






Zudem regte er an, nach einem Ende der Bombardierungen eine internationale Mission zur Eskorte von Handelsschiffen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus einzurichten. Diese Route ist von großer Bedeutung für den globalen Energiehandel. Westliche Beobachter stufen die Differenzen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten im Zusammenhang mit der Iran-Politik als eine der tiefsten Krisen innerhalb der NATO ein.

Im weiteren Verlauf eskalierte die Rhetorik aus Washington erneut: Trump erklärte, Macron könne seinen Posten verlieren, da Paris eine Unterstützung möglicher US-Militäreinsätze abgelehnt habe. Zudem äußerte sich der US-Präsident spöttisch über die familiären Beziehungen Macrons. Später kündigte Macron an, die militärische Präsenz Frankreichs im Nahen Osten sowie die Unterstützung für Verbündete zu verstärken – vor dem Hintergrund iranischer Drohnenangriffe und in Abstimmung mit den USA, Deutschland und Großbritannien.

Mehr zum Thema Replik auf Trumps Verbalattacke: Merz kritisiert Vorgehen der USA im Iran-Krieg


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Video https://rumble.com/v77yxcw-trump-spottet-ber-macrons-ehe-erholt-sich-noch-von-einem-schlag-gegen-den-k.html Dauer 2:08 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/275877-macron-warnt-vor-hegemonie-keine-vasallen-usa-chinas/


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04.04.2026

NYT: Frankreich, China und Russland blockieren UN-Resolution zur Straße von Hormus

freedert.online, vom 3 Apr. 2026 19:51 Uhr

Frankreich, China und Russland blockieren im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zur Öffnung der Straße von Hormus. Der Entwurf hätte militärische Maßnahmen gegen Iran erlaubt. Die Schifffahrt bleibt eingeschränkt, die Spannungen im Golf verschärfen sich weiter.


© KI-generiert


Symbolbild


Frankreich, China und Russland haben im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf blockiert, der den Einsatz von Gewalt zur Öffnung der Straße von Hormus ermöglicht hätte. Dies berichtet die Zeitung The New York Times unter Berufung auf diplomatische Quellen und einen hochrangigen UN-Vertreter.

Demnach lehnten die drei Staaten insbesondere eine Passage ab, die internationalen Kräften den Einsatz "aller notwendigen Mittel" zur Sicherung der freien Schifffahrt erlauben würde. In der Veröffentlichung heißt es:


Verrät Polen die USA? Keine Patriots für den Iran-Krieg – Zerfällt die NATO?





Verrät Polen die USA? Keine Patriots für den Iran-Krieg – Zerfällt die NATO?






"Russland, China und Frankreich haben den Versuch arabischer Staaten, vom Sicherheitsrat eine Genehmigung für militärische Maßnahmen gegen Iran zu erhalten, faktisch vereitelt."

Der Entwurf ist eine bahrainische Initiative, die von mehreren Staaten des Persischen Golfs unterstützt wurde. Die Abstimmung ist für den 3. April vorgesehen. Der Text wurde bereits mehrfach überarbeitet und liegt derzeit in vierter Fassung vor. Uneinigkeit besteht jedoch nicht nur unter den fünf ständigen Mitgliedern mit Vetorecht, sondern auch unter den nichtständigen Mitgliedern des Gremiums.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten für Energie der Welt. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gaslieferungen passieren diese Meerenge. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und Iran ist der Schiffsverkehr dort jedoch weitgehend zum Erliegen gekommen.

Vor diesem Hintergrund gibt es erste Anzeichen für eine teilweise Wiederaufnahme der Passage. Wie Reuters unter Berufung auf Daten von MarineTraffic berichtet, hat der Containerfrachter Kribi der französischen Reedereigruppe CMA CGM die Straße von Hormus durchquert.

Demzufolge informierte die Besatzung vor der Passage die iranischen Behörden und wies darauf hin, dass es sich um ein Schiff eines französischen Unternehmens handelt. Das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff bewegt sich derzeit entlang der Küste Omans nach Süden.

Es handelt sich um den ersten bekannten Fall seit dem 1. März, dass ein Schiff eines großen europäischen Logistikkonzerns diesen Korridor passiert. Ursprünglich war Pointe-Noire in der Republik Kongo als Ziel angegeben. Inzwischen sendet das automatische Identifikationssystem jedoch statt eines Zielhafens die Nachricht: "Eigentümer – Frankreich".


Trumps Rede an die Nation: Wir werden Iran in die Steinzeit zurückversetzen



Trumps Rede an die Nation: Wir werden Iran in die Steinzeit zurückversetzen






Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der Militäroperation der USA und Israels blockiert. Am 25. März erlaubte Teheran die Passage für Schiffe aus befreundeten Staaten, darunter Russland, China, Indien und Pakistan.

Die Blockade hatte erhebliche Auswirkungen auf die Energiemärkte. In der Europäischen Union wurde vor möglichen langfristigen Störungen gewarnt. Seit Beginn der militärischen Eskalation sind die Gaspreise in Europa um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Parallel dazu beraten westliche Staaten über alternative Wege zur Sicherung der Schifffahrt. Laut Bloomberg diskutieren Verbündete der USA Optionen, die Passage auch ohne direkte Beteiligung Washingtons wiederherzustellen. Experten warnen jedoch, dass militärische Maßnahmen die Lage weiter eskalieren könnten.

Mehr zum Thema – Putin: Konflikt im Nahen Osten schadet globaler Entwicklung mehr als Corona-Krise


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Video https://rumble.com/v77zaom-hormus-blockade-belastet-weltwirtschaft-russland-bietet-alternativen-an.html Dauer 3:38 Min.


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04.04.2026

Nachrichten von Pressenza: „…dass der Krieg krank wird und stirbt“ – Abschied von Bert Heim

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 4. April 2026, 7:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 04.04.2026
„…dass der Krieg krank wird und stirbt“ – Abschied von Bert HeimPeter Grohmann
Pressenza
Peter Grohmann sprach am 31. März 2026 auf dem Ebershaldenfriedhof in Oberesslingen bei der Trauerfeier für Bert Heim (1948–2026) – Buchhändler, wacher Zeitgenosse und engagierter Mitstreiter der „AnStifter“. Heim war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur der Esslinger Zivilgesellschaft: ein…
Humanismus und Spiritualität, Kultur und Medien
Fußball-WM 2026: Fußballfest oder Bühne für Menschenrechtsverletzungen?Amnesty International
Pressenza
Abschiebungen in den USA, Militarisierung in Mexiko: Die Fußball-WM 2026 in Nordamerika findet inmitten einer akuten Menschenrechtskrise statt. Fans, Spieler*innen und lokale Gemeinschaften sind bei diesem Turnier enormen Risiken durch staatliche Repression, Überwachung und Diskriminierung ausgesetzt. Die FIFA und die…
Internationale Angelegenheiten, Menschenrechte, Nordamerika
Mohandas Gandhi spricht mit Abdullah Öcalan über Gewalt, Gewaltfreiheit und den StaatPressenza Berlin
Pressenza
Abdullah: Herr Gandhi,jin jiyan azadî, Grüße aus Kurdistan! Mohandas: Havel, Öcalan – namaste und zindabad aus Indien. Oh, danke, dass Sie unseren Ausdruck für eine respektvolle Anrede verwenden … und ich bemerke, dass Sie zindabad sagen …, hat das mit…
Gender und Feminismen, Gewaltfreiheit, Menschenrechte
Die ignorierte KrisePressenza Wien
Pressenza
Krieg, Energiekrise, Teuerung, Machtmissbrauch und Gewalt gegen Frauen. Die Medien sind voll mit Krisen. Nur über eine reden wir nicht mehr. Dabei ist es dringender denn je, denn ihre Lösung würde uns auch im Kampf gegen andere Krisen helfen. Ein…
Europa, Meinungen, Ökologie und Umwelt, Politik
Protest gegen Polizeigewalt in BerlinForum Gewerkschaftliche Linke Berlin
Pressenza
Schützen wir uns vor denen, die uns angeblich schützen sollen! Wir haben bereits über zahlreiche Beispiele von absolut unberechtigter bzw. unverhältnismäßiger Polizeigewalt in Berlin berichtet. Im Oktober letzten Jahres wurden Dutzende Mitglieder aus den DGB Gewerkschaften (Verdi, GEW, IG Metall,…
Europa, Menschenrechte, Politik
Geschichten des Vorausliebens: Freie WälderOya
Pressenza
Im Almanach 2026 von Oya erzählen Menschen in 21 Geschichten, wie sie vorauslieben – an Orten des guten Lebens, auf Wanderschaft, in Widerstands- und Suchbewegungen. Die Einführung dazu ist hier zu finden. Kiefernmonokulturen im Spreewald werden zu lebendigen Allmenden –…
Europa, Gemeinschaft, Ökologie und Umwelt
Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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03.04.2026

Neue Wehrpflicht-Regel !

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 17:08 Uhr


Berliner Zeitung 3.4.2026

Neue Wehrpflicht-Regel: Junge Männer dürfen Deutschland nicht mehr länger ohne Genehmigung verlassen

Änderung im Wehrdienst-Modernisierungsgese
tz trat weitgehend unbemerkt in Kraft. Demnach müssen Millionen Männer vor längeren Auslandsaufenthalten eine Genehmigung der Bundeswehr einholen.

Mario Jacob

Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle Männer zwischen 17 und 45 Jahren eine Genehmigung beim Karrierecenter der Bundeswehr einholen, wenn sie Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen – egal ob für ein Auslandssemester, einen Job oder eine längere Reise. Diese Pflicht gilt nun dauerhaft und nicht mehr nur im Spannungs- oder Verteidigungsfall, also bei einer konkreten militärischen Bedrohungslage. Die Änderung trat im Rahmen des Wehrdienst-Modernisierungsgese
tzes weitgehend unbemerkt in Kraft. Zuvor berichtete die Frankfurter Rundschau.

Konkret wurde Paragraph 2 des Wehrpflichtgesetzes (WPflG) neu gefasst. Bisher galten die Bestimmungen des Paragraphen 3, der die Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte regelt, ausschließlich in zwei Extremsituationen: dem Spannungsfall, also einer vom Bundestag oder der NATO festgestellten erhöhten äußeren Bedrohung, sowie dem Verteidigungsfall, wenn das Bundesgebiet tatsächlich mit Waffengewalt angegriffen wird. Seit Jahresbeginn gilt die Regelung jedoch auch außerhalb dieser Ausnahmesituationen – also im Normalzustand.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministerium
s bestätigte gegenüber Ippen.Media die neue Genehmigungspflicht. „Hintergrund und Leitgedanke dieser Regelung ist eine für den Bedarfsfall belastbare und aussagekräftige Wehrerfassung", erklärte sie. Man müsse „für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhält".

Ministerium räumt „tiefgreifende" Folgen ein – Details bleiben offen

Gleichzeitig räumte das Ministerium ein, dass die Folgen dieser Regelung „tiefgreifend" seien. Man arbeite derzeit an „konkretisierenden Regelungen für die Zulassung von Ausnahmen von der Genehmigungspflicht", auch um „überflüssige Bürokratie zu vermeiden". Allerdings bat die Sprecherin um Verständnis, dass man dem laufenden Prüfungsprozess nicht vorgreifen könne. Eine endgültige Beschreibung des Verfahrens sei „derzeit noch nicht möglich".

Paragraph 3 des Wehrpflichtgesetzes sieht zwar vor, dass Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen sind – eine Ablehnung ist also nicht vorgesehen. Dennoch bleibt die Antragstellung verpflichtend. Welche Konsequenzen drohen, wenn ein Mann die Genehmigung vor der Ausreise nicht einholt, ließ das Ministerium unbeantwortet.


Die Genehmigungspflicht ist Teil eines größeren Reformpakets. Die Bundesregierung will die Truppenstärke der Bundeswehr bis 2035 von derzeit rund 184.000 auf 255.000 bis 270.000 Soldaten steigern. Dazu erhalten alle jungen Menschen ab dem Geburtsjahrgang 2008 einen Fragebogen, in dem unter anderem die Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt wird. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig – da das Grundgesetz eine Wehrpflicht nur für Männer vorsieht.

Flächendeckende Musterung soll später erfolgen

Die eigentliche Musterung soll schrittweise eingeführt werden. Im Jahr 2026 werden zunächst diejenigen ärztlich untersucht, die im Fragebogen ihre Bereitschaft signalisiert haben. Die flächendeckende Musterung aller jungen Männer soll erst später folgen. Am Prinzip der Freiwilligkeit ändert sich nichts: Niemand wird zum Dienst an der Waffe gezwungen.

Für Millionen Männer in Deutschland bleibt vorerst unklar, wie die neue Ausreise-Genehmigungspflicht in der Praxis umgesetzt wird – und was passiert, wenn man sie schlicht nicht kennt.


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03.04.2026

Trotz NATO-Kritik: USA kündigen großes Militärmanöver an der Ostflanke an

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 17:08 Uhr


Berliner Zeitung 3.4.2026

Trotz Nato-Kritik:
USA kündigen großes Militärmanöver an der Ostflanke an

Die geplante Nato-Militärübung soll in acht europäischen Ländern stattfinden. Die USA und Verbündete testen dabei etwa KI-gestützte Kriegsführung.

Sophie Barkey

Rund 6000 US-Soldaten und 9500 Soldaten aus weiteren Nato-ländern werden ab Ende April an einer groß angelegten multinationalen Militärübung in acht europäischen Ländern teilnehmen. Das gab das US-Kommando für Europa und Afrika (USAREUR-AF) am Donnerstag bekannt. Sie werde abgehalten, um „das anhaltende Engagement für kollektive Verteidigung und Sicherheit“ zu demonstrieren.

Die Übung mit dem Namen „Sword 26“ soll der Ankündigung zufolge bis in den Mai hinein andauern und erstreckt sich über Estland, Deutschland, Italien, Litauen, Norwegen, Polen sowie die jüngsten Nato-Mitglieder Finnland und Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die Verteidigung der Nordflanke und des Baltikums sowie der Test moderner Technologien wie KI-gestützter Führungssysteme, domänenübergreifender Operationen und Drohnenabwehrsysteme. Mehr als 1000 militärische Ausrüstungsgegenstände kommen zum Einsatz – von Drohnen bis hin zu Patriot-Flugabwehrsystemen, wie der polnische Sender TVP World berichtete.

„Sword 26 testet unsere Kampfkraft und unsere Fähigkeit, Daten und KI-gestützte Kriegsführung im großen Maßstab gemeinsam mit Nato-Verbündeten einzusetzen“, erklärte General Christopher Donahue, Kommandeur von USAREUR-AF.

Die Übung ist eine Weiterentwicklung der bisherigen „Defender“-Übungsreihe. Die Umbenennung spiegelt laut USAREUR-AF einen strategischen Wandel wider: Statt die Verlegung von Truppen aus den USA nach Europa zu proben, sollen nun bereits in Europa stationierte Kräfte die regionalen Nato-Verteidigungspläne überprüfen.

Getestet wird dabei auch die sogenannte „Eastern Flank Deterrence Initiative" (EFDI) – ein Konzept, das die Nato als Reaktion auf Russlands Einmarsch in die Ukraine 2022 entwickelt hat. Es setzt auf unbemannte Systeme, Echtzeit-Datenvernetzung und schnellere Entscheidungsfindung, um zahlenmäßig überlegenen Gegnern entgegenzuwirken.

Trump sprach erst kürzlich über Nato-Austritt

Die Ankündigung fällt in eine Phase wachsender Unsicherheit über das langfristige Engagement der USA in Europa. Erst wenige Tage zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung The Telegraph erklärt, er erwäge ernsthaft einen Austritt der USA aus der Nato. Als Grund nannte er den Ärger über Verbündete, die sich weigerten, US-Militäroperationen im Iran zu unterstützen. Trump bezeichnete das Bündnis als „Papiertiger“ und sagte, ein Austritt gehe „über eine bloße Erwägung hinaus“.

Hintergrund ist unter anderem der Konflikt um die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden. Der Iran hat die Meerenge faktisch blockiert, was die globalen Energiepreise in die Höhe trieb. Nato-Partner wie Großbritannien zeigten sich zurückhaltend bei der Unterstützung einer Wiedereröffnung.

Zusätzlich forderte der republikanische Senator Lindsey Graham, ein Verbündeter Trumps, eine Neubewertung der US-Truppenstationierung in Europa. Er schlug vor, Stützpunkte aus Spanien abzuziehen, da das Land US-Operationen nicht unterstütze, und Truppen in „den USA freundlicher gesinnte Länder“ zu verlegen. Derzeit sind zwischen 80.000 und 100.000 US-Soldaten in Europa stationiert.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

USA Iran Infos

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 17:08 Uhr


"Nichts kann das Volk Gottes aufhalten" – Trumps Gruß an die Juden zum Pessachfest
Zum Auftakt des jüdischen Pessachfestes hat US-Präsident Donald Trump eine offizielle Botschaft an die jüdische Gemeinschaft gerichtet. Dabei erinnerte er an den biblischen Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten vor über 3.000 Jahren und zog Parallelen zur heutigen Zeit. Er schloss mit den Worten, dass es den USA derzeit besser gehe als je zuvor.
Siehe im Video: https://odysee.com/@RTDE:e/-Nichts-kann-das-Volk-Gottes-aufhalten--%E2%80%93-Trumps-Gru%C3%9F-an-die-Juden-zum-Pessachfest:8

"Die Raketen kommen vom Mars" –
Iranischer Brigadegeneral spottet über Trumps "Erfolge"
Hier im Video: https://odysee.com/@RTDE:e/-Die-Raketen-kommen-vom-Mars--%E2%80%93-Iranischer-Brigadegeneral-spottet-%C3%BCber-Trumps--Erfolge-:1

Theodore Postol: Irans Raketen und Drohnen wurden unterschätzt
Der MIT-Professor und Pentagon-Berater Ted Postol erläutert, in welchem Ausmaß die Menge und Qualität der iranischen Raketen und Drohnen unterschätzt wurden und welche Folgen diese Fehleinschätzung hat.
Siehe im Video: https://www.youtube.com/watch?v=dmeEUcgnscE

Andrei Martyanov: AUS UND VORBEI – Die USA haben gegen Iran verloren … Darum!
Siehe Im Video: https://www.youtube.com/watch?v=wl8OrjCoEMU


seniora.org/politik- 3.4.2026
Entlässt Trump Generäle, die gegen einen Bodenkrieg im Iran sind, oder steckt mehr dahinter?
Von Larry Johnson

Soldaten reden, und die Äußerungen in den sozialen Medien von aktiven und pensionierten US-Army-Rangers und anderen drücken größtenteils Schock und Empörung über die erzwungenen Rücktritte von General Randy A. George, General David M. Hodne und Generalmajor William „Bill“ Green Jr. aus. Es wird gemunkelt, dass General George gegen die Einleitung eines Bodenangriffs im Iran ist. Bevor ich auf die Auswirkungen davon eingehe, möchte ich Ihnen diese drei Männer vorstellen.

General Randy A. George ist der 41. Stabschef der US-Armee. Er wurde 1988 in West Point zum Infanterieoffizier ernannt und hatte in der gesamten Armee wichtige Kommando- und Führungspositionen inne. George trat als Infanterieoffizier in die Armee ein und war im Golfkrieg, im Irak und in Afghanistan in Kampf- und Kommandoeinsätzen tätig. Er befehligte Einheiten auf Kompanie-, Bataillons-, Brigaden-, Divisions- und Korps-Ebene, was eine übliche Laufbahn für hochrangige Armeeführer darstellt. Bevor er Stabschef wurde, diente er als 38. stellvertretender Stabschef der Armee und als leitender militärischer Berater des Verteidigungsministers. Außerdem befehligte er die 4. Infanteriedivision und das I. Korps. Stabschef George trat sein Amt als Stabschef der Armee am 21. September 2023 an. Während seiner Amtszeit konzentrierte er sich darauf, die Armee auf groß angelegte Kampfhandlungen vorzubereiten, die Rekrutierung zu verbessern, Drohnen zu bekämpfen sowie Langstreckenwaffen und die industrielle Unterstützung zu modernisieren.

General David M. Hodne ist ein hochrangiger Offizier der US-Armee und Absolvent von West Point, der als kommandierender General des U.S. Army Transformation and Training Command dient. Zuvor war er stellvertretender kommandierender General für Zukunftsplanung und Konzepte beim Army Futures Command, und davor befehligte er die 4. Infanteriedivision und Fort Carson. Außerdem leitete er zuvor die Army Infantry School und diente als Chef der Infanterie der Armee.

Generalmajor William „Bill“ Green Jr. ist der 26. Chef der Seelsorger der US-Armee und ein hochrangiger Armeeseelsorger. Er wurde 2023 zum Generalmajor befördert und übernahm am 5. Dezember 2023 offiziell die Rolle des Chefs der Seelsorger. Er wuchs in Savannah, Georgia, und auf Hilton Head Island, South Carolina, auf, trat nach der High School in die Armee ein, verließ später den aktiven Dienst, um ordinierter Pfarrer zu werden, und kehrte 1994 als Armeeseelsorger zurück. Zu seiner Ausbildung gehören ein Bachelor of Science der Savannah State University und ein Master of Divinity der Emory University; er war in einer Vielzahl von Seelsorgeaufgaben in der Armee tätig, unter anderem beim I. Korps, bei der US Army Pacific und bei der 1. Panzerdivision.

Dieser Schritt von Hegseth   – der vollständig mit der Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, abgestimmt war   – ist zumindest ein weiteres Zeichen für die Politisierung des Verteidigungsministeriums, äh, ich meine natürlich des Kriegsministeriums. Da die Abkürzung für Kriegsminister SOW lautet, können wir Hegseth dann als „Chief Pig“ bezeichnen? Entschuldigen Sie den persönlichen Angriff, aber ich konnte einfach nicht widerstehen.

Im Ernst: Diese Art von politischer Säuberungsaktion ist die Fortsetzung eines Trends, der unter Barack Obama ernsthaft begann. Das Letzte, was die USA brauchen, ist ein politisiertes Militär … eines, das sich eher wie eine Prätorianergarde verhält, deren einzige Mission darin besteht, einen Präsidenten auf der Grundlage parteipolitischer Erwägungen zu schützen und ihm zu dienen, anstatt die Verfassung zu schützen und zu verteidigen.

Ich kenne einige Leute beim Militär   – nicht nur Männer und Frauen aus der Armee   –, die fest davon überzeugt sind, dass General George zum Rücktritt gezwungen wurde, weil er die Entsendung von US-Bodentruppen nicht unterstützt hat. Zusätzlich zu den Verlegungen von A-10 Warthogs und Apache-Hubschraubern, über die ich in meinem letzten Beitrag berichtet habe, findet eine Aufstockung der US-Bodentruppen in Westasien statt.

Bedenken Sie Folgendes: Laut TheIntelFrog sind seit dem 12. März 63 C-17-Flüge von CONUS aus in Richtung Israel oder Jordanien gestartet, weitere 11 sind unterwegs. Zwölf dieser C-17-Flüge sind seit dem 12. März 2026 vom Pope Army Airfield gestartet. Da eine C-17 102 Fallschirmjäger mit Kampfausrüstung transportieren kann, sprechen wir hier von insgesamt 1.224 Soldaten … das entspricht in etwa der Größe eines Bataillons der 82. Luftlandedivision und vier Delta-Force-Staffeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine Bodenoperation im Iran starten und Delta-Force-Kräfte einsetzen, ist hoch. Es bleibt abzuwarten, ob General George sich gegen eine weitere Eskalation mit dem Iran aussprechen wird oder ob er den Mund hält und eine Pfründe bei einem der Giganten der Rüstungsindustrie annimmt.

Die Umwälzungen in der Trump-Regierung beschränken sich nicht auf das Militär. Trump hat gestern Abend auch Generalstaatsanwältin Pam Bondi entlassen, und The Atlantic berichtet unter Berufung auf Quellen, die mit den Plänen des Weißen Hauses vertraut sind, dass derzeit Gespräche über den möglichen Rücktritt von Tulsi Gabbard, der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, FBI-Direktor Kash Patel, Armeeminister Daniel Driscoll und Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer aus der Trump-Regierung geführt werden.

Diese Personalveränderungen   – sollten sie tatsächlich stattfinden   – könnten auf mehr hindeuten als nur die Entlassung von Personen, die nicht begeistert davon sind, Truppen im Iran einzusetzen… Gabbard und Driscoll passen genau in dieses Schema. Die Entlassung von Kash Patel und Arbeitsministerin Chavez-DeRemer könnte ein Schachzug von Stabschefin Susie Wiles sein, die die düsteren Umfragewerte zur Kenntnis nimmt und das Trump-Team mit weniger umstrittenen Persönlichkeiten neu aufstellen will, um im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November einen Neuanfang zu schaffen.

Quelle: Larry Johnson - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Autom Übersetzung
https://larrycjohnson.substack.com/p/is-trump-purging-generals-opposed?publication_id=1225061&post_id=193037252&isFreemail=false&r=484ski&triedRedir

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

Trump droht Iran: "Werden sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören"

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 16:56 Uhr


Siehe im Video: https://rumble.com/v77yhl4-trump-droht-iran-werden-sie-zurck-in-die-steinzeit-bringen-wo-sie-hingehren.html

Der Iran antwortete auf Trumps Drohung mit einer Karte des Großiran aus dem Mittelalter
und der Frage:  „Willst du das wirklich?“

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

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nachdenkseiten.de, 03. April 2026 um 15:00 Ein Artikel von Éva Péli

Russlands Botschafter Sergej Netschajew im Exklusivinterview zum 100. Geburtstag von Walentin Falin – (Teil 1)


In einer Ära diplomatischer Funkstille und massiver Aufrüstung stellt sich die Frage nach der künftigen Ordnung Europas dringender denn je. Zum 100. Geburtstag des legendären Diplomaten Walentin Falin – von 1971 bis 1978 Botschafter der UdSSR in Bonn – zieht sein Nachfolger Sergej Netschajew im Exklusivgespräch eine klare Bilanz. Das Interview führte Éva Péli. Netschajew mahnt eine Rückkehr zur Realpolitik an: „Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europäische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist.“ Lesen Sie im ersten Teil, warum Moskau heute auf völkerrechtlich harten Garantien beharrt und welches Erbe Falin der Diplomatie hinterlassen hat (Teil 2 des Interviews erscheint am Sonntag).

Éva Péli: Exzellenz, wir führen dieses Gespräch an einem besonderen Jahrestag. Walentin Michailowitsch Falin wurde heute vor genau einhundert Jahren, am 3. April 1926, in Leningrad geboren. Er verlor im „Großen Vaterländischen Krieg“ insgesamt 27 Familienmitglieder – eine Tragödie, die zeitlebens sein Motor als Brückenbauer blieb. Wie sehr bestimmt diese „genetische Erinnerung“ an das Leid und den extremen Preis des Friedens heute noch die russische Diplomatie in Berlin? Und wie vermitteln Sie einem modernen Deutschland die daraus resultierenden existenziellen Sicherheitsbedürfnisse der Russischen Föderation?

Sergej Netschajew: Der Schmerz der Tragödie des Großen Vaterländischen Krieges von 1941 bis 1945, der jede sowjetische Familie getroffen hat, lebt bis heute in den Seelen der Menschen in Russland fort. Vor 85 Jahren – im Juni 1941 – erhoben sich sämtliche Völker der Sowjetunion ohne Ausnahme, um ihr Vaterland zu verteidigen. Jedem war bewusst, dass es um das Überleben des Landes ging, um die Rettung des eigenen Hauses und der eigenen Familie. Für den Sieg wurden die Leben von 27 Millionen sowjetischen Bürgerinnen und Bürgern geopfert; der Großteil von ihnen waren Zivilisten – Senioren, Frauen und Kinder.

Die Nazis machten von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sie gegen die Sowjetunion einen Vernichtungs- und Unterwerfungskrieg zu führen beabsichtigten. Das war in den doktrinären Dokumenten des Dritten Reiches festgeschrieben und wurde durch die Entscheidungen des Nürnberger Tribunals bestätigt. Die vom Aggressor verübte Grausamkeit war in der Weltgeschichte beispiellos. Systematisch wurde die gesamte Bevölkerung unseres Landes vernichtet – ungeachtet ihrer ethnischen, rassischen oder religiösen Zugehörigkeit.

So etwas kann nicht vergessen werden. Genau deshalb setzt sich Russland auch heute weiterhin für die internationale Anerkennung der Verbrechen des Dritten Reiches und seiner Helfershelfer auf dem Gebiet der UdSSR als Völkermord an den Völkern der Sowjetunion ein. So wurde auf Beschluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein neuer nationaler Gedenktag am 19. April eingeführt: der Tag des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes am sowjetischen Volk.

Die Erinnerung an die beispiellosen menschlichen Opfer und an die unvergleichliche Heldentat der Vorfahren ist für die heutige russische Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Wie Sie zutreffend bemerkt haben, ist sie Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und zählt zu den wichtigsten kulturellen und moralischen Grundpfeilern. Sie verbindet die Menschen zu einer einheitlichen historischen und geistigen Gemeinschaft, dient der Prägung nationaler Identität und bildet die Grundlage für die patriotische Erziehung der heranwachsenden Generationen. Zugleich ist sie ein leitender Maßstab für die Arbeit von russischen Diplomaten und Germanisten, zu deren herausragenden Vertretern Walentin Falin gehörte.

Die Folgen eines derart zerstörerischen Krieges haben das nationale Selbstverständnis tief geprägt und in vielerlei Hinsicht die Innen- und Außenpolitik unseres Staates bestimmt. Dessen vorrangiges Ziel bleibt nach wie vor, die garantierte Sicherheit des Landes zu gewährleisten und eine Wiederholung groß angelegter Konflikte in Zukunft zu verhindern. Daher hält Russland an dem Konzept einer gleichen und unteilbaren Sicherheit fest, die nicht auf Kosten und zum Nachteil anderer Akteure der internationalen Beziehungen erreicht werden darf. Wir betrachten diesen Grundsatz als gerecht und fundamental für die Wahrung globaler Stabilität und die Herbeiführung eines dauerhaften Friedens auf unserem Planeten.

Der Vermittlung dieser Ansätze in Deutschland wird besondere Bedeutung beigemessen. Wir sind überzeugt, dass das historische Bewusstsein, das Verantwortungsgefühl Deutschlands für die schrecklichen Verbrechen des Nazismus ebenso wie das Gefühl der Dankbarkeit gegenüber dem sowjetischen Volk für die Befreiung, die Nachkriegsversöhnung und die deutsche Einheit weder von politischer Konjunktur beeinflusst werden dürfen noch der Erosion und dem Vergessen anheimfallen können.

Der Diplomat mahnte stets: „Um zu erkennen, was sein wird, muss man wissen, was war.“ Er warnte früh vor US-amerikanischen Strategiepapieren wie der „Operation Dropshot“ von 1949, die auf eine Zerschlagung Russlands abzielten. Wie erklären Sie sich die heutige Tendenz in Berlin, aktuelle Konflikte völlig isoliert von dieser historischen Kontinuität der USA zu betrachten? Welche Gefahr erwächst aus dieser Geschichtsvergessenheit für die strategische Stabilität in Europa?

Walentin Falin betrachtete die Geschichte zu Recht als einen der verlässlichsten Verbündeten der Diplomatie. In seiner Arbeit war er stets darum bemüht, die Hintergründe aktueller Ereignisse zu erfassen und ihren eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Seine Herangehensweisen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren, wie sich am Beispiel der Krise in der Ukraine deutlich zeigt. Die Tatsache, dass ihre Ursachen vom kollektiven Westen absichtlich ignoriert werden, darunter auch der verfassungswidrige Staatsstreich von 2014, erklärt in erheblichem Maße die unkonstruktive Haltung der transatlantischen Eliten.

Leider müssen wir feststellen, dass die meisten westeuropäischen Entscheidungsträger an einer politischen Beilegung des Konflikts, der den Kontinent gespalten hat, kein ernsthaftes Interesse zeigen. Sein Ende wird offiziell durch eine sanktionspolitische sowie militärische „Abnutzung“ Russlands und durch die Zufügung einer „strategischen Niederlage“ für unser Land angestrebt. In dieser Hinsicht erinnern die heutigen europäischen Regierungen an die Architekten der finsteren Operation Dropshot, die einen massiven nuklearen Schlag der USA gegen alle bedeutenden Städte der UdSSR vorsah.

Insofern ist eher von Kontinuität als von einem Vergessen der jüngeren Vergangenheit seitens der Europäer zu sprechen. Wie schon in der Zeit des Kalten Krieges wird auch im heutigen Europa die mythische „Bedrohung aus dem Osten“ erneut bereitwillig beschworen, um die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lage zu erklären, steigende Militärausgaben zu rechtfertigen und eine verunsicherte Wählerschaft hinter einer antirussischen Agenda zu mobilisieren. All das verringert die Aussichten auf eine echte Beilegung des Konflikts in der Ukraine, verlängert die Agonie des Kiewer Regimes und erhöht die Risiken einer groß angelegten Konfrontation.

Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, müssen die westlichen Staaten ihre feindselige Politik gegenüber unserem Land grundlegend überdenken und dabei die fundamentalen Sicherheitsinteressen Russlands sowie sein Recht auf eine kontinuierliche Entwicklung berücksichtigen. Die Eliten des Westens täten gut daran, sich an eine schlichte Grundwahrheit zu erinnern: Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europäische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist. Keinesfalls aber wird so eine Sicherheitsarchitektur tragfähig sein, wenn sie gegen Russland aufgebaut wird.

In den 1970er-Jahren schufen Walentin Falin und Egon Bahr durch vertrauliche Kanäle ein Fundament an Vertrauen, das den Kalten Krieg in geordnete Bahnen lenkte. Welche Mechanismen dieser Ära könnten heute als Vorbild dienen, um die totale Sprachlosigkeit zwischen Moskau und Berlin zu überwinden? Oder ist die Basis für eine solche souveräne „Geheimdiplomatie“ in der heutigen, medial getriebenen Politiklandschaft unwiederbringlich zerstört?

Der heutige Zustand der russisch-deutschen Beziehungen ist bedrückend. Auf Initiative der deutschen Seite sind sie fast bis auf die Grundmauern zerstört worden. Es liegt auf der Hand, dass die gegenwärtige Lage kontraproduktiv ist und den Interessen der beiden Seiten nicht entspricht. Das haben wir nicht entschieden, aber so sieht die Realität aus. Moskau hat sich nicht geweigert, mit Berlin zusammenzuarbeiten, und keine „Brücken“ abgebrochen.

Gleichzeitig ist es heute schwierig, über die Wiederaufnahme eines konstruktiven Dialogs auf Augenhöhe zu sprechen. Nach dem Beginn der Sondermilitäroperation in der Ukraine hat Berlin die „Zeitenwende“ verkündet, die darin besteht, die einzigartige Vielfalt der deutsch-russischen Beziehungen zu zerstören, die jahrzehntelang aufgebaut wurden. Im Rahmen dieses politischen Kurses haben die deutschen politischen Eliten enthusiastisch das Ziel unterstützt, Russland eine „strategische Niederlage“ zuzufügen. Das beinhaltet die Bündelung von Kräften und Mitteln durch den kollektiven Westen, um dem Kiewer Regime militärisch-technische, politische und finanzielle Unterstützung zu leisten, den Sanktionsdruck auf unser Land zu erhöhen und zu versuchen, es international zu isolieren und seine souveränen Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Diese Pläne haben sich als nicht zukunftsfähig erwiesen. Berlin ist in vielerlei Hinsicht weiterhin Geisel dieser Politik.

Angesichts der eindeutig antirussischen Position des offiziellen Berlins sind die Zeichen der von Ihnen erwähnten „Geheimdiplomatie“ immer noch nicht zu sehen. Wie allgemein bekannt ist, bevor der vertrauliche „Falin-Bahr“-Kanal entstanden war, waren zweieinhalb Jahrzehnte des Kalten Krieges vergangen, während deren die ursprüngliche Entfremdung zwischen unseren Ländern allmählich überwunden wurde. Allem Anschein nach wird es auch unter aktuellen Bedingungen Zeit brauchen, vor allem damit die deutsche Seite versteht, dass konstruktive Beziehungen zwischen Russland und Deutschland alternativlos sind, und Maßnahmen zu ihrer Normalisierung ergreift. Wir haben nichts dagegen, werden uns aber nicht aufdrängen.

Ehrlich gesagt ist die Hoffnung darauf, dass es in der absehbaren Zukunft geschehen wird, gering. Derzeit sehen wir keine Signale, die von einem Paradigmenwechsel in den deutschen politischen Kreisen zugunsten der Wiederaufnahme von Kontakten zwischen unseren Staaten zeugen könnten.

Falin zweifelte am Ende seines Lebens tief an der vertraglichen Verlässlichkeit Washingtons – der sogenannten „Dogoworosposobnost“. Er warf der sowjetischen Führung vor, die Sicherheit durch den Verzicht auf schriftliche Garantien gegen die NATO-Osterweiterung verspielt zu haben. Inwieweit dient diese Analyse heute als Lehrstück für die russische Diplomatie? Muss inzwischen jedes Wort völkerrechtlich mit harten Garantien zementiert sein, weil das „Gentleman-Ideal“ der 1970er-Jahre gegenüber dem Westen endgültig erloschen ist?

Walentin Falin war ein erfahrener und hervorragender Diplomat, deshalb warnte er immer davor, mündliche Absprachen – die sogenannten „gentlemen’s agreements“ – mit westlichen Partnern zu treffen, indem er zu Recht auf ihre Unzuverlässigkeit hingewiesen hat. Seine Befürchtungen haben sich mit der Zeit bestätigt.

Tatsächlich werfen heute die Zuverlässigkeit der Versprechen und die Glaubwürdigkeit des kollektiven Westens in den Augen Russlands viele Fragen auf. Die Gründe für solche Zurückhaltung sind denjenigen gut bekannt, die sich in der modernen Geschichte auskennen. Man braucht nur an die „Operation Unthinkable“ zu erinnern, die bereits im Frühjahr 1945 von den britischen Streitkräften auf Anweisung von Winston Churchill ausgearbeitet wurde und einen Plan der Kampfhandlungen gegen die sowjetischen Verbündeten mit dem Ziel darstellte, sie aus den besetzten Gebieten Deutschlands und Polens zu verdrängen. Dies gilt auch für die Versprechen, die NATO nach Osten nicht zu erweitern, die von den westlichen Politikern der sowjetischen Führung Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre gegeben wurden. Schließlich sind auch die jüngsten Geständnisse der Entscheidungsträger aus Frankreich und Deutschland zu erwähnen, dass ihre „Vermittlung“ beim Abschluss der Minsker Abkommen zur Regelung der Ukraine-Krise in der Tat darauf abzielte, Zeit für die Umrüstung des Kiewer Regimes und die Stärkung seiner Armee für die Konfrontation mit unserem Land zu gewinnen.

Wenig überraschend ist es, dass Russland dank solcher Erfahrungen in Bezug auf jegliche Verhandlungsvorschläge äußerst vorsichtig ist, indem es völlig begründet eine rechtlich verbindliche Festlegung der erzielten Vereinbarungen fordert. Daraus resultiert auch unsere Position bezüglich einer stabilen und langfristigen Regelung des Ukraine-Konflikts. Als Voraussetzung für die Herstellung eines dauerhaften Friedens sehen wir eine rechtlich bindende Vereinbarung, die die Ursachen des Konflikts beseitigen und sich auf die neuen territorialen Realitäten stützen würde, die in der russischen Verfassung festgeschrieben sind. Entscheidend ist hier die Anerkennung eines neutralen, blockfreien und nuklearwaffenfreien Status der Ukraine. Das alles muss in entsprechenden völkerrechtlichen Dokumenten verankert werden, die von allen Teilnehmern des Prozesses genehmigt und von legitimen Vertretern sämtlicher Vertragsparteien unterzeichnet werden.

Exzellenz, wenn Sie Walentin Michailowitsch Falin heute, an seinem 100. Geburtstag, Bericht über den Zustand der Welt erstatten müssten: Was würden Sie ihm sagen?

Vielen Dank für Ihre treffenden Einschätzungen und präzisen Prognosen, die der russischen Diplomatie insbesondere in den ersten Jahren nach dem Ende der Sowjetunion sehr geholfen haben. Sie hatten recht, als Sie feststellten, dass „das Ignorieren von Fakten die durch sie hervorgerufenen Umstände nicht aufhebt, sondern deren Folgen verschärft“. Das bedeutet, dass russischen Diplomaten und Germanisten auch künftig noch viel Arbeit bevorsteht.

Exzellenz, wir danken Ihnen sehr für den Austausch und die Würdigung des Erbes von Walentin Falin in diesen herausfordernden Zeiten.

Am Sonntag in Teil 2: Botschafter Netschajew über die Zerstörung von Nord Stream, die Frage der deutschen Souveränität und die wirtschaftliche Resilienz Russlands gegenüber den Sanktionen.


Titelbild: commons.wikimedia.org / www.rusemb.at / Creative Commons Attribution 3.0 Unported


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Interviews


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=148687


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03.04.2026

Francesca Albanese / Israel und die Atombombe




aus e-mail von Karin Gerlich, 3. April 2026, 15:14 Uhr


Francesca Albanese in Berlin: 
„Ich bin schockiert über Deutschlands Rolle im Gaza-Krieg“
Bei der Vorführung des Films „Disunited Nations“ im Babylon kritisierte die UN-Expertin die westliche Israel-Politik scharf. 
Währenddessen kam es vor dem Kino zu Protesten.
Hier weiterlesen: Berliner Zeitung 31.3.2026  (andere Quelle.)


Zur Erinnerung: Israel und die Atombombe
Zwei Dokumentationen:
hier zu sehen:
https://afsaneyebahar.com/2026/04/01/20706592/

● Israel und die Bombe – Ein radioaktives Tabu
Ein Dokumentarfilm von Dirk Pohlmann
arte, 2012


● Geheime Kommandosache – Israels Atombombe –
aus dem Nazi-Schoß gekrochen?
Ein Dokumentarfilm von Gaby Weber
Dezember 2018


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Weiteres: 




Geheime Kommandosache - Israels Atombombe - aus dem Nazi-Schoß gekrochen ?  (Dez. 2018)

Am 13. Dezember 1960 alarmierte die "Time" die Weltöffentlichkeit: Israel baue heimlich an der Atombombe. Die Aufregung war groß; niemand wollte etwas gewusst haben. Auch die gerade erst gegründete Internationale Atomenergie-Organisation hüllte sich in Schweigen. Sie schweigt bis heute. Systematisch wurden die Öffentlichkeit und die Parlamente betrogen. Die Wahrheit ist: Schon 1960 wussten die westlichen Regierungen Bescheid. Sie hatten den Bau abgenickt und sogar aktiv unterstützt. Die israelische Atombombe war mit deutschem Geld und deutscher Technologie entstanden, einer Technologie, die im Auftrag des Führers am Kaiser-Wilhelm-Institut entwickelt und für das Oberkommando der Wehrmacht patentiert worden war. Dieses Wissen wurde ab Ende der fünfziger Jahre in den Dienst Israels gestellt. Das Schwere Wasser kam aus Norwegen, wo es die Nazis während des Krieges produziert hatten. Das Uran lieferte die argentinische Atomkommission, die nach 1945 von Nazis-Wissenschaftlern aufgebaut worden war.
 

link https://youtu.be/rJClsenkrgA

 
Der Audio-Podcast zum Film ist auf dieser homepage unter "Interviews" zu hören.


Info: https://www.gabyweber.com/index.php/de/154-geheime-kommandosache


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03.04.2026

Nachrichten von Seniora.org | Heute neue Nachrichten

Die Schlinge, die die Scofield-Bibel-Verblendeten Psychopathen längst um den Rest der Gesellschaft gelegt haben, droht jetzt gänzlich zugezogen zu werden.

Gruß Thomasaus e-mail von seniora.org
, 3. April 2026, 15:07 Uhr


Was tun?

Ein treuer Seniora-Leser bringt hier sein Entsetzen über Zustände in Deutschland zum Ausdruck





Andrej Martyanow: Hegseth entlässt Generalstabschef

Oh, ich weiß warum.... Das tun wir alle.





Entlässt Trump Generäle, die gegen einen Bodenkrieg im Iran sind, oder steckt mehr dahinter?

Soldaten reden, und die Äußerungen in den sozialen Medien von aktiven und pensionierten US-Army-Rangers und anderen drücken größtenteils Schock und Empörung über die erzwungenen Rücktritte von General Randy A. George, General David M. Hodne und Generalmajor William „Bill“ Green Jr. aus. Es wird gemunkelt, dass General George gegen die Einleitung eines Bodenangriffs im Iran ist.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Ein treuer Seniora-Leser bringt hier sein Entsetzen über Zustände in Deutschland zum Ausdruck


seniora.org, 3. April 2026, 02.04.2026 Leserzuschrift eines Seniora-Lesers

Was tun?

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In Wendezeiten traf ich (Ossi) einen neuen Kollegen (aus dem Westen, FDP), der sich bei überbordender Ignoranz der Bürokratie sehr erfolgreich mit dem Spruch „Wir sind doch nicht bei den Nazis“ zur Wehr zu setzen wusste. Damals war das ein etwas kesser Vorwurf an die Behörden, der aber sofortige Wirkung zeigte: Das wollte wirklich niemand auf sich sitzen lassen.

Heute agieren die neuen Nazis in Brüssel und Berlin ohne jede Scham gegen grundgesetzgarantierte Menschenrechte und gegen jegliche menschliche Moral.


Der Berliner Journalist Hüseyin Doğru wurde wegen propalästinensischer Berichterstattung (also: er hat gegen den Völkermord an den Palästinensern angeschrieben) durch die Brüsseler Bürokratie (durch wen mit deutschem Parteibuch wohl veranlasst?) jenseits von Recht und Gesetz auf die Sanktionsliste gesetzt, „weil er damit russische Narrative befördere“. Ihm wurde jegliche Existenzgrundlage in der EU entzogen. Aus „humanitären“ Gründen wurden ihm aber monatlich 506€ für sich (und seine fünfköpfige Familie) belassen. Schließlich könnten ja Frau und Kinder Sozialhilfe beantragen…

Aber das ist noch nicht alles: die faschistoide Bestie der deutschen Bürokratie hat „herausgefunden“, dass die Ehefrau des Journalisten (durch Bezahlung der Versicherung für den gemeinsamen PKW) Umgehung der Sanktionen betreibe und hat deshalb auch ihr den Zugang zu ihrem Konto gesperrt. Das bürokratische Monster in Deutschland funktioniert, wie immer, wie geschmiert: schon wie 33-45. Getreu geltendem Recht agiert das Frankfurter Verwaltungsgericht absolut gesetzeskonform, wie seinerzeit der Volksgerichtshof. Dass damit eine Familie mit 3 kleinen Kindern auf die Straße getrieben wird, interessiert den faschistoiden Amtsschimmel nicht.

Ja, wir stehen vor dem Antritt einer neuen faschistischen Diktatur, aber nicht wegen der AfD, sondern wegen der gegenwärtigen Regierungskoalition, wegen des kranken politischen Systems in Deutschland, wegen des kakistokratischen Auswahlsystems der „Eliten“, weil der „Westen“ einfach am Ende ist.

Das Friedensprojekt EU ist zu einem Anhängsel der US-dominierten NATO mutiert, die Bundesregierung (u.a.) führen Krieg gegen das eigene Volk:

  • mit exorbitanten Rüstungsausgaben, weil man der eigenen verlogenen Propaganda glaubt, mit glasklar absehbaren Folgen für die wahren Grundbedürfnisse der Menschen in diesem Land (Bildung, ÖPNV, bezahlbare Energie, öffentliche Sicherheit, Kultur, funktionierendes Gesundheitswesen, …)
  • durch vernunftwidrige energiepolitische Entscheidungen, weil man in seiner bildungsfernen Blase manipulierten „Modellrechnungen“ eher vertraut, als dem eigenen gesunden Menschenverstand (und der daraus entstandenen Wissenschaft),
  • durch feige Vasallentreue gegenüber einem pathologisch narzistischen, senilen Mafioso hinterm großen Teich, der sich als neuer „Führer der Welt“ produziert,

Heutzutage braucht man keine KZs mehr, um Menschen ihre Würde zu nehmen, sie zu brechen   – Brüssel kann das eleganter!

Was tun?

Durch den barbarischen Terror der Bürokraten der „Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS)“ unter Lars Klingbeils Kuratel (das soll ein Sozialdemokrat sein???) werden die Kinder von Hüseyin Doğru und seiner Frau einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt.

Wir sollten einen Weg finden, Spenden für den Lebenserhalt der Kinder in ihrer Familie zu organisieren. Kluge Ideen sind gefragt, um den Klingbeilschen Barbaren den Zugriff auf die den Kindern zu schenkenden Mittel zu verwehren.

Ein Spendenkonto in der Schweiz (außerhalb des Zugriffs tollwütiger deutscher Bankmanager) oder  Sammlung von Bargeld vor Ort zwecks Alimentierung minderjähriger, unschuldiger Kinder, die unter der rechtswidrigen Sanktionierung ihrer Eltern leiden sollen?

Und wenn diese Barbaren es wagen sollten, den Kindern die durch uns gesammelten Spenden zu nehmen, sollten wir uns alle vor dem Finanzministerium in Berlin friedlich versammeln und Klingbeil zur Verantwortung ziehen.

Vorerst friedlich. Nachfolgend gemäß Art. 20(4) GG:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/deutschland/was-tun


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


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Andrej Martyanow: Hegseth entlässt Generalstabschef


seniora.org, 3. April 2026, 02.04.2026 Von Andrej Martyanow - übernommen von smoothiex12blogspot.com


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General Randy George, Chief of Staff of the U.S. Army speaks during a ceremony honoring prisoners of war, at the Pentagon in Washington, D.C. U.S., September 19, 2025. REUTERS/Daniel Becerril © Thomson Reuters


Oh, ich weiß warum.... Das tun wir alle.

"WASHINGTON, 2. April (Reuters)   – Verteidigungsminister Pete Hegseth hat US-Generalstabschef Randy George aufgefordert, von seinem Posten zurückzutreten und mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand zu treten. Dies bestätigten zwei US-Verteidigungsbeamte und eine mit dem Vorgang vertraute Quelle am Donnerstag gegenüber Reuters. Hegseth, ein ehemaliger Moderator von Fox News, hat das Verteidigungsministerium zügig umstrukturiert und hochrangige Generäle und Admiräle entlassen, um Trumps nationale Sicherheitsagenda umzusetzen. Die Quellen gaben keine Auskunft darüber, warum Hegseth George zum Rücktritt aufgefordert hatte. CBS News hatte zuerst darüber berichtet. George, ein Infanterieoffizier, der im Irak und in Afghanistan gedient hatte, wurde 2023 zum Generalstabschef der US-Armee ernannt. Die Amtszeit beträgt in der Regel vier Jahre. Vor seiner Ernennung zum Generalstabschef war George stellvertretender Generalstabschef der Armee und davor hochrangiger Militärberater des damaligen Verteidigungsministers Lloyd Austin."

Wie bereits richtig angemerkt wurde, ist Pittie ein ehemaliger FOX-News-Moderator mit einem Abschluss in der Scofield-Bibel, einer Art Todessekte, und der Mentalität eines Unteroffiziers oder bestenfalls eines Zugführers. Pittie hat keine Ahnung von echten Operationen, und seine „Erfahrung“ in Afghanistan ist wertlos. Randy George hingegen kommandierte die 4. Infanteriedivision (denken Sie daran   – die Division ist die erste operative Einheit), dann das I. Korps, bevor er in hohe Stabsfunktionen aufstieg. Er absolvierte die USMA in West Point und das Naval War College. Randy hat Hegseth also wahrscheinlich gesagt, dass Militärwissenschaft und operative Planung in diesem Krieg die US-Armee ins Verderben geführt haben. Aber Pittie ist nun mal Pittie, und er hält sich für einen großartigen Strategen, weil das so in der Scofield-Bibel steht und amerikanische Jungen und Mädchen für Israel sterben müssen. Wer anderer Meinung ist, ist also … ein Antisemit. Nun gut. Es gibt viele christlich-zionistische Fanatiker im Pentagon, also wird er im Handumdrehen Ersatz finden.


Quelle: Smoothiex12 - Autom. Übersetzung

https://smoothiex12.blogspot.com/2026/04/oh-i-know-why.html?m=1




Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/andrej-martyanow-hegseth-entlaesst-generalstabschef


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Die Schlinge, die die Scofield-Bibel Psychopathen längst um den Rest der Gesellschaft gelegt haben, droht jetzt von denen gänzlich zugezogen zu werden.
Gruß Thomas


                                                                         _ ___ _



Entlässt Trump Generäle, die gegen einen Bodenkrieg im Iran sind, oder steckt mehr dahinter?


seniora.org, 3. April 2026, 03.04.2026 Von Larry Johnson - übernommen von //substack.com/@larrycjohnson">Larry C Johnson - bezahlt


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Larry C. Johnson


Soldaten reden, und die Äußerungen in den sozialen Medien von aktiven und pensionierten US-Army-Rangers und anderen drücken größtenteils Schock und Empörung über die erzwungenen Rücktritte von General Randy A. George, General David M. Hodne und Generalmajor William „Bill“ Green Jr. aus. Es wird gemunkelt, dass General George gegen die Einleitung eines Bodenangriffs im Iran ist. Bevor ich auf die Auswirkungen davon eingehe, möchte ich Ihnen diese drei Männer vorstellen.


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General Randy George


General Randy A. George ist der 41. Stabschef der US-Armee. Er wurde 1988 in West Point zum Infanterieoffizier ernannt und hatte in der gesamten Armee wichtige Kommando- und Führungspositionen inne. George trat als Infanterieoffizier in die Armee ein und war im Golfkrieg, im Irak und in Afghanistan in Kampf- und Kommandoeinsätzen tätig. Er befehligte Einheiten auf Kompanie-, Bataillons-, Brigaden-, Divisions- und Korps-Ebene, was eine übliche Laufbahn für hochrangige Armeeführer darstellt. Bevor er Stabschef wurde, diente er als 38. stellvertretender Stabschef der Armee und als leitender militärischer Berater des Verteidigungsministers. Außerdem befehligte er die 4. Infanteriedivision und das I. Korps. Stabschef George trat sein Amt als Stabschef der Armee am 21. September 2023 an. Während seiner Amtszeit konzentrierte er sich darauf, die Armee auf groß angelegte Kampfhandlungen vorzubereiten, die Rekrutierung zu verbessern, Drohnen zu bekämpfen sowie Langstreckenwaffen und die industrielle Unterstützung zu modernisieren.

General David M. Hodne ist ein hochrangiger Offizier der US-Armee und Absolvent von West Point, der als kommandierender General des U.S. Army Transformation and Training Command dient. Zuvor war er stellvertretender kommandierender General für Zukunftsplanung und Konzepte beim Army Futures Command, und davor befehligte er die 4. Infanteriedivision und Fort Carson. Außerdem leitete er zuvor die Army Infantry School und diente als Chef der Infanterie der Armee.

Generalmajor William „Bill“ Green Jr. ist der 26. Chef der Seelsorger der US-Armee und ein hochrangiger Armeeseelsorger. Er wurde 2023 zum Generalmajor befördert und übernahm am 5. Dezember 2023 offiziell die Rolle des Chefs der Seelsorger. Er wuchs in Savannah, Georgia, und auf Hilton Head Island, South Carolina, auf, trat nach der High School in die Armee ein, verließ später den aktiven Dienst, um ordinierter Pfarrer zu werden, und kehrte 1994 als Armeeseelsorger zurück. Zu seiner Ausbildung gehören ein Bachelor of Science der Savannah State University und ein Master of Divinity der Emory University; er war in einer Vielzahl von Seelsorgeaufgaben in der Armee tätig, unter anderem beim I. Korps, bei der US Army Pacific und bei der 1. Panzerdivision.

Dieser Schritt von Hegseth   – der vollständig mit der Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, abgestimmt war   – ist zumindest ein weiteres Zeichen für die Politisierung des Verteidigungsministeriums, äh, ich meine natürlich des Kriegsministeriums. Da die Abkürzung für Kriegsminister SOW lautet, können wir Hegseth dann als „Chief Pig“ bezeichnen? Entschuldigen Sie den persönlichen Angriff, aber ich konnte einfach nicht widerstehen.

Im Ernst: Diese Art von politischer Säuberungsaktion ist die Fortsetzung eines Trends, der unter Barack Obama ernsthaft begann. Das Letzte, was die USA brauchen, ist ein politisiertes Militär … eines, das sich eher wie eine Prätorianergarde verhält, deren einzige Mission darin besteht, einen Präsidenten auf der Grundlage parteipolitischer Erwägungen zu schützen und ihm zu dienen, anstatt die Verfassung zu schützen und zu verteidigen.

Ich kenne einige Leute beim Militär   – nicht nur Männer und Frauen aus der Armee   –, die fest davon überzeugt sind, dass General George zum Rücktritt gezwungen wurde, weil er die Entsendung von US-Bodentruppen nicht unterstützt hat. Zusätzlich zu den Verlegungen von A-10 Warthogs und Apache-Hubschraubern, über die ich in meinem letzten Beitrag berichtet habe, findet eine Aufstockung der US-Bodentruppen in Westasien statt.

Bedenken Sie Folgendes: Laut TheIntelFrog sind seit dem 12. März 63 C-17-Flüge von CONUS aus in Richtung Israel oder Jordanien gestartet, weitere 11 sind unterwegs. Zwölf dieser C-17-Flüge sind seit dem 12. März 2026 vom Pope Army Airfield gestartet. Da eine C-17 102 Fallschirmjäger mit Kampfausrüstung transportieren kann, sprechen wir hier von insgesamt 1.224 Soldaten … das entspricht in etwa der Größe eines Bataillons der 82. Luftlandedivision und vier Delta-Force-Staffeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine Bodenoperation im Iran starten und Delta-Force-Kräfte einsetzen, ist hoch. Es bleibt abzuwarten, ob General George sich gegen eine weitere Eskalation mit dem Iran aussprechen wird oder ob er den Mund hält und eine Pfründe bei einem der Giganten der Rüstungsindustrie annimmt.

Die Umwälzungen in der Trump-Regierung beschränken sich nicht auf das Militär. Trump hat gestern Abend auch Generalstaatsanwältin Pam Bondi entlassen, und The Atlantic berichtet unter Berufung auf Quellen, die mit den Plänen des Weißen Hauses vertraut sind, dass derzeit Gespräche über den möglichen Rücktritt von Tulsi Gabbard, der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, FBI-Direktor Kash Patel, Armeeminister Daniel Driscoll und Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer aus der Trump-Regierung geführt werden.

Diese Personalveränderungen   – sollten sie tatsächlich stattfinden   – könnten auf mehr hindeuten als nur die Entlassung von Personen, die nicht begeistert davon sind, Truppen im Iran einzusetzen… Gabbard und Driscoll passen genau in dieses Schema. Die Entlassung von Kash Patel und Arbeitsministerin Chavez-DeRemer könnte ein Schachzug von Stabschefin Susie Wiles sein, die die düsteren Umfragewerte zur Kenntnis nimmt und das Trump-Team mit weniger umstrittenen Persönlichkeiten neu aufstellen will, um im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November einen Neuanfang zu schaffen.

Ich hatte heute ein tolles Gespräch mit Sabby Sabs: https://www.youtube.com/watch?v=mSyP6Ceedf0 

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Quelle: Larry Johnson - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Autom. Übersetzunghttps://larrycjohnson.substack.com/p/is-trump-purging-generals-opposed?publication_id=1225061&post_id=193037252&isFreemail=false&r=484ski&triedRedirect=true



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/entlaesst-trump-generaele-die-gegen-einen-bodenkrieg-im-iran-sind-oder-steckt-mehr-dahinter


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

Inszenierung in Butscha / Riga: Aufmarsch von Legionären der „Waffen-SS“

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 14:45 Uhr


https://mailchi.mp/russische-botschaft/newsletter-der-russischen-botschaft-11047076?e=34bdcd87f0

Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa äußert sich 
zum Jahrestag der zynischen Inszenierung in Butscha

Diese Woche sind es vier Jahre her, seit die blutige und zynische Inszenierung in Butscha von dem Selenskij-Regime und seinen westlichen Sponsoren organisiert wurde. Am 2. April 2022 beschuldigten ausländische Medien (in erster Linie britische) und dann auch die ukrainischen Behörden die russischen Soldaten, die die Stadt Butscha im Gebiet Kiew am 30. März 2022 verlassen hatten, „massive Gewaltaktionen gegen die Zivilbevölkerung dieser Stadt“ verübt zu haben.

Der falsche Charakter dieser Inszenierung war von Anfang an offensichtlich. Denn solange sich die Streitkräfte der Russischen Föderation in Butscha befanden, wurde die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung von ihnen nicht eingeschränkt, und die Ausfahrten aus der Stadt wurden nicht blockiert.

Mehr noch: Die Einwohner nutzten ganz ungehindert Mobilfunk und Internet. Wenn, wie es sich das Kiewer Regime und die westliche Presse ausgedacht haben, auf den Straßen „ununterbrochen Hunderte Ukrainer getötet und in Kerkern gefoltert“ worden wären, dann hätte es zahlreiche Fotos und Videos, Belege und chronologische Dokumentationen geben müssen. Es gab jedoch in diesem Zeitraum keinerlei Beschwerden über das Vorgehen der russischen Militärangehörigen, was der Bürgermeister dieses Ortes, Anatolij Fedoruk, am Tag nach dem Abzug unserer Einheiten öffentlich bestätigte.

Warum änderte Anatolij Fedoruk seine „Aussagen“ buchstäblich innerhalb eines Tages? Warum veröffentlichte er zunächst offen zugängliche Videos über den Abzug der russischen Streitkräfte aus der Stadt, ohne mit einem Wort die „Massenmorde“ zu erwähnen, berichtete davon, dass sich das normale Leben wieder einstelle, alles in gewohnten Bahnen verlaufe und alles in Ordnung sei, und erzählte erst danach herzzerreißende Geschichten über von russischen Militärangehörigen „zu Tode gequälte“ und „getötete“ Einwohner der Stadt?

Die Antwort auf all dies ist bekannt. Als Anatolij Fedoruk seine Videos für die sozialen Netzwerke aufnahm, wusste er noch nicht, dass eine Inszenierung organisiert, die Leichen der Toten auf den Straßen von Butscha ausgelegt und die russischen Soldaten, die während ihres Aufenthalts im Gebiet Kiew 452 Tonnen humanitärer Hilfe zu den Anwohnern gebracht und an sie verteilt hatten, schamlos beschuldigt würden, diese Menschen angeblich getötet zu haben.

Butscha ist eine schmutzige, zynische Fälschung, die nicht zum Symbol für „Verbrechen Russlands“ geworden ist, sondern für das, wozu der „kollektive Westen“ und das Kiewer Regime bereit sind, um an der Macht zu bleiben, den antirussischen Kurs aufrechtzuerhalten und ihre eigenen Kriegsverbrechen zu rechtfertigen. In dieselbe Kategorie gehören auch die Verleumdungen über „Zehntausende von Russland entführten Kindern“, die Zerstörung einer Geburtsklinik und die Explosion des Dramentheaters in Mariupol sowie andere derartige Vorwürfe.

Wir rufen erneut alle vernünftig denkenden Menschen dazu auf, nicht jenen blind zu glauben, die bereits wiederholt bei der Verbreitung von Lügen ertappt wurden, sondern sich ausschließlich auf Fakten und verlässliche Informationen zu stützen.


Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa
zum Aufmarsch von Legionären der „Waffen-SS“ in Riga

Am 16. März 2026 fand im Zentrum von Riga ein traditioneller Aufmarsch ehemaliger Legionäre der „Waffen-SS“ sowie ihrer Anhänger aus den Reihen lokaler nationalradikaler Organisationen statt. Erneut haben die lettischen Behörden diesem für das moderne Europa beschämenden Phänomen Vorschub geleistet. Unter den Teilnehmern dieser beschämenden Versammlung befanden sich hochrangige lettische Beamte, Abgeordnete der Saeima sowie Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrats von Riga aus rechtsextremen Parteien.

Wir bewerten diese Veranstaltung, die auf die Verherrlichung ehemaliger SS-Angehöriger abzielt, als offene Verhöhnung des Andenkens jener, die unter Einsatz ihres Lebens die Welt vor der „braunen Pest“ gerettet haben. Die heute verherrlichten „Helden“ waren unmittelbar an der Ermordung von Juden in der Lettischen SSR beteiligt und führten blutige Strafoperationen in der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, der Belarussischen SSR und Polen durch. Sie verschonten weder Kinder noch Frauen noch Alte.

Versuche, die Geschichte umzuschreiben, nazistische Helfershelfer und ihre Komplizen zu glorifizieren, sind zynisch, unzulässig, unmoralisch und rechtswidrig. Unser Land verteidigt konsequent die Wahrheit über den Großen Vaterländischen Krieg und unterbindet entschieden jegliche Versuche der Rehabilitierung des Nazismus. Diejenigen, die heute versuchen, unter den Fahnen zu marschieren, die mit dem Blut von Millionen befleckt sind, sollten sich daran erinnern, dass die Vergeltung unausweichlich ist, und die heutigen Förderer solcher Aufmärsche einen Weg beschreiten, der in einen politischen und moralischen Abgrund führt.







unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.04.2026

Russischer Botschaftsrat Alexander Miljutin im Berliner Sprechsaal

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. April 2026, 14:45 Uhr


(...) "Wir haben keine Probleme mit dem deutschen Volk, sondern mit der deutschen Regierung."

RTDE 3.4.2026

Russischer Botschaftsrat Alexander Miljutin über die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen

Von Felicitas Rabe

Am Montag hielt der russische Botschaftsrat Alexander Miljutin im Berliner Sprechsaal einen Vortrag über den aktuellen Zustand der deutsch-russischen Beziehungen. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Vortrags war der Sprechsaal mit 90 Besuchern komplett gefüllt. Das öffentliche Interesse an Miljutins Bewertung war so groß, dass Besucher wegen Überfüllung der Räumlichkeit abgewiesen werden mussten. Die Veranstaltung wurde vom Berliner Gesprächskreis der Nachdenkseiten organisiert.  

Heutzutage brauche man Mut, um einen russischen Vertreter einzuladen, erklärte der russische Botschaftsrat Alexander Miljutin zu Beginn seiner Rede. In der Beziehung zwischen Deutschland und Russland passiere aktuell ungefähr Vergleichbares wie in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Entwicklung sei dabei stark von der Ukraine-Krise geprägt.

Der Einfluss des Ukraine-Kriegs auf die deutsch-russischen Beziehungen

Jahrzehntelang seien bei der Aufrüstung der Ukraine durch NATO-Staaten russische Sicherheitsinteressen ignoriert worden. Im russischen Interesse sei eine neutrale Ukraine und ein Abbau ukrainischer Militärkapazitäten. Des Weiteren müsse die Ukraine entnazifiziert werden und den dort lebenden russischstämmigen Bürgern Rechte zur sprachlichen und kulturellen Selbstbestimmung gewährt werden.

Bei den Friedensverhandlungen im März 2022 in Istanbul hatte die Ukraine den damaligen Bedingungen der russischen Seite umfänglich zugestimmt: Die Ukraine würde ein neutraler Staat, alle ausländischen Truppen und sämtliche ausländische Infrastruktur würden aus der Ukraine abziehen. Die Vereinbarung habe allerdings den westlichen Plänen widersprochen, Russland mittels der Ukraine als Stellvertreterkrieger für die USA und westliche Länder zu destabilisieren. Seitens dieser Länder sei der Ukraine die Umsetzung der Friedensverhandlungen untersagt worden. Stattdessen wurden die Ukrainer vom Westen "absolut zynisch als Verbrauchsmaterial und als Kanonenfutter missbraucht." Die deutschen Waffenlieferungen seien dabei ein besonderes Thema. Miljutin betonte:
"Erstmals seit 80 Jahren werden Russen wieder von deutschen Waffen getötet."  

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine habe der Westen dem Land militärische Hilfe in Höhe von 220 Milliarden Euro geleistet. Von der damit finanzierten Rüstung habe Russland nach offiziellen Statistiken inzwischen unter anderem folgende Waffen zerstört: 670 Militärflugzeuge und Kampfjets, 280 Militärhubschrauber, 130.000 Drohnen, 28.000 Panzer, 1.700 große Raketenwerfer und 34.000 tragbare Raketenwerfer.

Den Krieg in der Ukraine rechtfertige der Westen im Wesentlichen mit der Behauptung, Russland plane einen Angriff auf europäische NATO-Länder. Daher müsse Europa angeblich präventiv in der Ukraine verteidigt werden. Allerdings sei die ukrainische Bevölkerung immer weniger motiviert, Europa zu verteidigen. Erst kürzlich habe der ukrainische Verteidigungsminister erklärt, dass inzwischen 2 Millionen wehrpflichtige Männer auf der Fahndungsliste der ukrainischen Behörden stünden. Die Donald Trumps Friedensbemühungen seien von europäischen Ländern boykottiert worden.

Das deutsch-russische Verhältnis seit Ende des Kalten Krieges

Seit Ende des Kalten Kriegs habe Russland mit keinem Land so intensive Beziehungen gepflegt wie mit der Bundesrepublik Deutschland. Beispielsweise habe es bis 2022 zwischen den Regierungen beider Länder rund 100 Treffen auf höchster Ebene gegeben. Es seien 150 Städtepartnerschaften und rund 400 Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Hochschulen etabliert worden. Dazu seien tausende gemeinsame Projekte in vielfältigen kulturellen, politischen und ökonomischen Bereichen initiiert und organisiert worden.

In den Wirtschaftsbeziehungen mit Russland habe Deutschland in vielerlei Hinsichten eine priviligierte Position gehabt, zum Beispiel im Bereich von Energielieferungen und beim Bau der Nordstream-Pipelines. Dadurch sei Deutschland in Europa zur führenden Energie-Drehscheibe aufgestiegen. Auch deutsche Unternehmer seien in Russland priviligiert behandelt worden.

Im Jahr 2021 habe es in Russland 3.700 deutsche Unternehmen gegeben. Viele von ihnen hätten mittlerweile ihre Geschäfte in Russland aufgegeben. Infolge der EU-Sanktionen habe es seit 2022 einen massiven Handelsrückgang zwischen Deutschland und Russland gegeben. Der deutsche Anteil am Handelsumsatz mache in Russland nurmehr 1 Prozent des Handels aus. Dabei gerate die EU-Sanktionpolitik nicht zum Vorteil der EU-Wirtschaft. Die europäische Wirtschaft sei massiv von wirtschaftlichem Niedergang betroffen.

Folgen der EU-Sanktionen für deutsch-russische Kooperationen

Mittlerweile habe die deutsche Politik der "Zeitenwende" das Fundament der deutsch-russischen Beziehungen zerstört. Jegliche offiziellen deutsch-russischen Kooperationen mussten gestoppt werden, selbst Schulprojekte und Schüleraustauschsprogramme seien davon betroffen. Zwar seien die diplomatischen Kontakte zwischen den Ländern noch nicht komplett abgebrochen, aber auf ein Minimum reduziert worden. Vier von fünf russischen Konsulaten in Deutschland sei der Betrieb verboten worden. Russische Künstler in Deutschland müssten sich öffentlich von der Politik der russischen Regierung distanzieren, ansonsten dürften sie hierzulande nicht auftreten.

Auf einem Gebiet würden die deutschen Behörden sich indes untadelig verhalten: Bei der Instandhaltung und Pflege der Gräber der in Deutschland getöteten sowjetischen Soldaten der Roten Armee. Diese Kriegsgräberstätten seien alle in angemessen gepflegten Zustand. Neben den Behörden hätten sich zunehmend auch private Initiativen gegründet, die sich in gemeinsamen Arbeitsaktionen – "Sobotnik des Andenkens" – der Gräberpflege widmeten.

Private Verbindungen zwischen Deutschen und Russen 

Im Gegensatz zu den größtenteils zerstörten Beziehungen auf offizieller Ebene pflegten Menschen beider Länder auf privater Ebene lebendige Beziehungen. Dabei spiele es auch eine Rolle, dass rund 5 Millionen Russen oder russischstämmige Menschen in Deutschland lebten, die kontinuierliche Beziehungen zu ihren Verwandten und Freunden in Russland pflegten. Grundsätzlich sei die deutsche Bevölkerung und insbesondere die Bevölkerung in Ostdeutschland trotz aller russophober Propaganda in der Mehrheit nicht russlandfeindlich eingestellt.

Hoffnung für die deutsch-russischen Beziehungen äußerte Alexander Miljutin auch. Dafür gebe es drei bedeutsame Indizien: Viele Menschen aus dem deutschen Volk wünschten sich Freundschaft mit Russland, das sei der wichtigste Aspekt. Zudem gebe es in der politischen Opposition Kräfte, die die russisch-deutschen Beziehungen wieder aufnehmen wollten. Schließlich spielten auch diejenigen Medien eine konstruktive Rolle, die keine Propaganda sondern professionellen Journalismus betreiben würden. Miljutin erklärte: 

"Wir haben keine Probleme mit dem deutschen Volk, sondern mit der deutschen Regierung."

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