aus e-mail von Internationaler Versöhnungsbund, 7. April 2026, 17:55 Uhr
Grußwort April 
Grußwort April
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Mitglieder des Versöhnungsbundes,
die Ostertage liegen hinter uns – vielleicht noch spürbar wie ein warmer Nachklang. Ein paar ruhige Stunden, ein Gespräch, ein Gedanke, der geblieben ist.
Und nun: April.
Nicht als lauter Neubeginn, sondern als leises Weitergehen.
Das, was an Ostern anklingt – Hoffnung, Vertrauen, die Idee von Wandel – trägt sich weiter in diesen Wochen. Nicht spektakulär, sondern Schritt für Schritt. So, wie es auch unsere Arbeit oft ist: dranbleiben, zuhören, aushalten, neu ansetzen.
Gerade in Zeiten,
die uns herausfordern, ist es nicht selbstverständlich, im Gespräch zu bleiben. Und doch liegt genau darin unsere Kraft. Frieden entsteht selten im Großen und Sichtbaren – sondern oft dort, wo Menschen sich die Zeit nehmen, einander wirklich zu begegnen.
Auch in diesem Newsletter findet Ihr wieder viele solcher Spuren: Gedanken, Initiativen und Einladungen, die zeigen, wie lebendig und vielfältig unser gemeinsames Engagement ist.
Vielleicht ist dieser April genau das: kein Aufbruch mit Trompeten, sondern ein stilles, entschlossenes Weitergehen. Und vielleicht ist genau das die Form von Hoffnung, die wir gerade brauchen.
Wir freuen uns auf alles, was kommt – und ganz besonders auf das Wiedersehen bei unserer
Jahrestagung im Mai.
Bild von Alicja auf Pixabay
17. Fastenaktion bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland – 2026 Atomwaffen bedrohen das Leben von Menschen und
Mitwelt in existenzieller Weise. Seit 2010 findet deshalb die Fastenaktion bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland statt – als geistliche Praxis und öffentliches Zeichen für Abrüstung und Frieden.
Auch 2026 wird die Fastenaktion fortgeführt. Sie verbindet individuelles Fasten mit öffentlicher Mahnwache und erinnert an die Zerstörung Hiroshimas und Nagasakis ebenso wie an die bis heute bestehende atomare Bedrohung.
Wie ist die Fastenaktion organisiert?
Gefastet wird in der Regel am 6. eines Monats
(im April am Karfreitag).
Diese Fastentage werden individuell zu Hause begangen – im jeweils eigenen Rahmen und in
der persönlich gewählten Form.
Am 9. eines jeden Monats findet unabhängig vom Wochentag eine öffentliche Mahnwache / Schweigezeit in Köln statt.
Sie erinnert an den Nagasaki-Gedenktag und macht das Anliegen der Fastenaktion im öffentlichen Raum sichtbar.
Eine Beteiligung ist auch punktuell oder zeitweise möglich – beim Fasten, bei der Mahnwache oder bei beidem.
Die nächsten Termine
Karfreitag, den 3. April 2026 – 7. Fastentag (bereits gefastet)
Donnerstag, den 9. April 2026 – 8. Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der
Schildergasse, Köln
Mittwoch, den 6. Mail 2026 – 9. Fastentag
Samstag, den 9. Mai 2026 – 10. Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der Schildergasse, Köln
Samstag, den 6. Juni 2026 – 11. Fastentag
Dienstag, den 9. Juni 2026 – 12. Fastentag – 17.00-18.00 Uhr IVB/pX-Köln-Mahnwache / Schweigezeit in der Schildergasse, Köln
Weitere Termine finden sich auf der Webseite
Dem Frieden Raum geben 
Geschichten und Märchen als Wegweiser zum Frieden
Manchmal braucht Frieden keine großen Reden, sondern eine gute Geschichte.
Vom 10. bis 12. April 2026 lädt die
Katholische Landvolkshochschule Petersberg zu einem besonderen Seminar ein: „Dem Frieden Raum geben – Geschichten und Märchen als Wegweiser zum Frieden“. Gemeinsam mit dem Märchenerzähler Volker Patalong und dem Friedensreferenten des Internationaler Versöhnungsbund, Clemens Ronnefeldt, gehen die Teilnehmenden der Frage nach, was alte Geschichten über unsere Gegenwart erzählen können.
Denn während Geschichtsbücher meist von Kriegen berichten, erzählen Märchen der Völker oft von etwas anderem: von Mut, von Versöhnung und von dem langen Weg zum Frieden.
Clemens Ronnefeldt bringt in dieses Seminar einen besonderen Erfahrungsschatz ein. Seit vielen Jahren reist er in Konfliktregionen, spricht mit Menschen
vor Ort und sucht nach Wegen, wie Gewalt überwunden werden kann. Seine Vorträge sind keine abstrakten Analysen, sondern lebendige Begegnungen mit Menschen, die sich trotz schwieriger Umstände für Verständigung einsetzen.
Im Zusammenspiel mit den bildreichen Märchen und Geschichten von Volker Patalong entsteht ein besonderer Lernraum: Hier treffen uralte Weisheiten auf aktuelle politische Fragen. Gemeinsam wird erkundet, welche Orientierung Geschichten für unser eigenes Handeln geben können und wie persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Verantwortung und politische Friedensarbeit zusammenfinden.
Seminar „Dem Frieden Raum geben – Geschichten und Märchen als Wegweiser zum
Frieden“
10.–12. April 2026
Katholische Landvolkshochschule Petersberg, Erdweg
Seminargebühr: 90 €
Pensionskosten: 128 €
Information und Anmeldung
FriedensWeg 2026 – Gemeinsam gegen Atomwaffen 
FriedensWeg 2026 – Atomwaffen weg!
Am 18. April 2026 beginnt in Köln die erste Etappe des FriedensWeges 2026 – Atomwaffen weg!. Der Weg führt in mehreren Etappen von Köln bis zum Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Dort lagern bis heute US-amerikanische Atomwaffen – rund 100 Kilometer von Köln entfernt – während deutsche Soldaten weiterhin den Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen
üben.
Dabei sind Atomwaffen seit dem Atomwaffenverbotsvertrag von 2021 weltweit geächtet. Deutschland ist diesem Vertrag bislang jedoch nicht beigetreten. Der FriedensWeg macht auf diese widersprüchliche Situation aufmerksam und verbindet politisches Engagement mit gemeinschaftlichem Unterwegssein.
Die Botschaft ist klar: Atomwaffen gefährden das Leben von Menschen und Mitwelt.
Darum fordern die Initiatorinnen und Initiatoren:
Erste Etappe: Von Köln-Gremberg nach Rodenkirchen
Die erste
Etappe startet am Samstag, den 18. April 2026, und führt über rund neun Kilometer durch den Kölner Süden. Der Weg verbindet Erinnerungsorte, aktuelle Umweltfragen und Friedensengagement miteinander. Musik, Gespräche, Beiträge und gemeinsame Weggedanken begleiten die Stationen.
Ablauf der ersten Etappe – 18. April 2026
11:30 Uhr
Einfinden am Treffpunkt – Haltestelle Buslinie 153, Kürtenstraße (Köln)
12:00 Uhr
Start des FriedensWeges – Gang zum Gremberger Wäldchen
ca. 12:30 Uhr
Station 1 – Gremberger Wäldchen
Bürgerinitiative zum Erhalt des Gremberger Wäldchens
Musik vom Kwaggawerk – gemeinsam feiern und teilen
ca. 13:15
Uhr
Station 2 – Mahnmal KZ-Krankenlager im Gremberger Wäldchen
Gesang der GREMBI Widerstandssänger*innen
ca. 13:45 Uhr
Beiträge: Strukturen der Ausbeutung – damals und heute
ca. 14:10 Uhr
Station 3 – Munitionsfabrik Westhoven
Verseuchter Boden – Weggedanken
ca. 15:00–15:10 Uhr
Station 4 – Friedensbrücke Rodenkirchen (vom Abriss bedroht)
anschließend
Zwischenhalt – Rodenkirchen Wochenmarkt, Sürther Straße
16:15 Uhr
Station 5 – Diakonie Michaelshoven
Grußwort von Pfarrer R. Schmidt
anschließend
Empfang mit Musik und Abschlusskundgebung
WiSü – Willkommen im Rheinbogen e. V.
18:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Der FriedensWeg wird
organisiert vom Initiativkreis gegen Atomwaffen gemeinsam mit der Regionalgruppe Cochem-Zell des Internationalen Versöhnungsbundes und unterstützt unter anderem von der Regionalgruppe Köln des Versöhnungsbundes sowie Greenpeace Köln. Mehr Informationen hier.
Der Weg steht allen offen, die gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Atomwaffen setzen möchten.
Nächste Etappe:
26. September 2026 – von Rodenkirchen nach Wesseling (ca. 8,6 km).
Bild: Pixabay_tomnn-radiation
Earth Day - Gemeinsam aktiv werden 
Am 22. April ist Earth Day – ein weltweiter Aktionstag, der Menschen, Initiativen und Organisationen dazu einlädt, sich für den Schutz
unserer Erde einzusetzen.
Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll:
Der Earth Day versteht sich als offene Plattform. Nicht als zentral organisierte Veranstaltung, sondern als Bühne für Engagement vor Ort. Menschen, Gruppen und Einrichtungen bringen ihre eigenen Ideen ein, machen sie sichtbar und setzen Impulse für einen bewussteren Umgang mit unserer Umwelt.
In Deutschland beteiligen sich jedes Jahr zahlreiche Akteure – in Schulen, Gemeinden, Verbänden, Kirchen und Initiativen.
Das Spektrum ist bewusst breit:
Müllsammelaktionen (Clean-ups)
Baumpflanzungen oder Blühprojekte
thematische Gottesdienste oder Andachten
Gesprächsrunden
zu Umwelt, Gerechtigkeit und Frieden
Aktionen im öffentlichen Raum oder im eigenen Umfeld
Der Gedanke dahinter: Veränderung beginnt lokal – und bei jedem Einzelnen.
Auch der Versöhnungsbund kann Teil dieser Bewegung sein. Vielleicht nicht durch große Veranstaltungen, sondern durch das, was ihn ausmacht: Begegnung, Dialog und gemeinsames Handeln.
Warum nicht rund um den Earth Day selbst aktiv werden?
Sich mit anderen zusammentun – vor Ort, in der Gemeinde, im Freundeskreis?
Eine kleine Aktion ins Leben rufen, die sichtbar macht: Wir übernehmen Verantwortung.
Ob im Kleinen oder im größeren Rahmen – vieles ist möglich. Entscheidend ist nicht die Größe,
sondern die Haltung dahinter.
Und vielleicht gehört noch ein weiterer Schritt dazu:
Erzählt davon.
Berichtet über eure Aktionen. Teilt eure Erfahrungen, eure Gedanken, eure Fragen. So entsteht Verbindung – und aus einzelnen Impulsen wird ein gemeinsamer Weg.
Weitere Informationen und Anregungen findet ihr unter:
Earth Day Deutschland entdecken
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Heilung von Konflikten – Wege, die entstehen 
Unsere Partnerorganisation Church and
Peace lädt zur Europäischen Konferenz „Heilung von Konflikten“ vom 24. bis 26. April 2026 nach Milton Keynes in Großbritannien ein.
Im Zentrum steht eine Frage, die viele Zusammenhänge unserer Zeit berührt: Wie können Menschen und Gemeinschaften nach Konflikten wirklich heilen?
Zwischen persönlichen Erfahrungen, gesellschaftlichen Spannungen und internationalen Krisen wird spürbar, wie sehr es Räume braucht, in denen nicht nur analysiert, sondern auch neu begonnen werden kann.
Die Konferenz öffnet solche Räume – mit Vorträgen, Workshops und kreativen Einheiten ebenso wie mit Zeit für Begegnung und Austausch. Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kirchen und Friedensinitiativen kommen zusammen, um
Erfahrungen zu teilen und Wege zu erkunden, die über Eskalation und Sprachlosigkeit hinausführen.
In den Workshops werden vielfältige Perspektiven aufgegriffen: von gewaltfreiem Handeln in Zeiten zunehmender Militarisierung über Fragen der Abrüstung bis hin zu künstlerischen und körperlichen Zugängen zu Heilungsprozessen. Dabei wird deutlich, dass Versöhnung nicht als fertiges Konzept vorliegt, sondern als gemeinsamer Weg entsteht.
Die Konferenz ist ökumenisch ausgerichtet und steht Menschen aller Glaubensrichtungen und Weltanschauungen offen gegenüber. Mehrsprachige Verständigung gehört selbstverständlich dazu.
Ein Wochenende, das nicht nach schnellen Antworten sucht, sondern nach Wegen, die tragen können
– im Persönlichen wie im Gemeinsamen.
"Frieden in der Welt – Frieden in mir" Seminar mit Clemens Ronnefeldt in Grainau 
Und noch eine weitere Gelegenheit, mit unserem Friedensreferenten ins Gespräch zu kommen:
Wir leben in einer Zeit vielfältiger Krisen, die sich gegenseitig nicht nur addieren, sondern oft noch verstärken. Kriege, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung stellen viele Menschen vor die Frage: Wie können wir trotz all dessen menschlich, empathisch und friedensstiftend bleiben?
Im Seminar „Frieden in der Welt – Frieden in mir“ lädt der Friedensreferent des Versöhnungsbund e.V., Clemens Ronnefeldt, dazu ein, genau dieser Frage nachzugehen. Ausgehend von aktuellen Konflikten und globalen Herausforderungen gibt er einen Überblick über zentrale Themen der Friedensarbeit wie
Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.
Dabei werden auch aktuelle Konflikte – etwa der Krieg in der Ukraine oder der Nahostkonflikt – in den Blick genommen. Gleichzeitig geht es um eine grundlegende Frage: Wie können Menschen angesichts solcher Entwicklungen den inneren Frieden bewahren und daraus Kraft für verantwortliches Handeln schöpfen?
Clemens Ronnefeldt verbindet in diesem Seminar seine langjährige Erfahrung aus der internationalen Friedensarbeit mit persönlichen, ethischen und spirituellen Perspektiven. Die Teilnehmenden sind eingeladen, gemeinsam nach Orientierung zu suchen, Erfahrungen auszutauschen und darüber nachzudenken, wie innerer Frieden und gesellschaftliches Engagement miteinander
verbunden sind.
Seminar „Frieden in der Welt – Frieden in mir“
24.–26. April 2026 (Freitag bis Sonntag)
Seminarhaus Grainau
Kosten: 210 € inkl. Vollpension im Zweibettzimmer
Referent: Clemens Ronnefeldt
Organisation: Reiner Schmelz
Information und Anmeldung
Wissen neu sehen – machtkritische Zugänge in der Bildungsarbeit 
Wer bestimmt eigentlich, was als Wissen gilt – und was nicht? Diese Frage zieht sich durch eine zweiteilige Online-Fortbildung zum transformativen Lernen, die von der Erd-Charta-Initiative gemeinsam mit
Partnerorganisationen getragen wird.
Wissen entsteht nicht im luftleeren Raum. Es ist geprägt von Geschichte, gesellschaftlichen Strukturen und den Perspektiven, die gehört werden – oder eben nicht. Viele Lernmaterialien tragen bis heute stereotype Bilder und koloniale Denkmuster weiter. Die Fortbildung öffnet Räume, in denen eigene Prägungen hinterfragt und neue Zugänge erprobt werden können.
Am 6. Mai 2026 (10–13 Uhr, online) steht die Frage im Mittelpunkt, wie diskriminierungssensible Bildungsarbeit gelingen kann. Am 21. Mai 2026 (10–13 Uhr, online) richtet sich der Blick nach vorn: Unter der Frage „Wie wollen wir gelebt haben?“ entstehen Bilder von Zukunft – vielfältig, gerecht und lebenswert.
Die
Workshops werden von Nora Peulen und Nele Sander vom Konzeptwerk Neue Ökonomie gestaltet. Die Teilnahme ist an beiden Terminen oder einzeln möglich, der Beitrag liegt zwischen 10 und 60 Euro. Für die Teilnahme an beiden Terminen kann ein Zertifikat ausgestellt werden.
Die Erd-Charta bildet dabei den inhaltlichen Hintergrund: ein weltweit entwickelter ethischer Rahmen für nachhaltige Entwicklung, der die Verbundenheit globaler Herausforderungen betont und Perspektiven für ein friedliches, gerechtes Zusammenleben eröffnet.
Wann: Mittwoch 6. Mai & Donnerstag 21. Mai 2026, 10-13 Uhr
Wo: Online über Zoom, den Zugang erhaltet ihr nach Anmeldung
Referent*innen: Nora
Peulen und Nele Sander, Konzeptwerk Neue Ökonomie
Kosten: Teilnahmebeitrag zwischen 10 – 60 Euro.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Bild mit freundlicher Genehmigung von erd-charta
Wilde FriedensKirche in Dortmund Keine Gewöhnung an Gewalt – Gedenken an Mehmet Kubasik 
Am Sonntag, den 10. Mai 2026, lädt die Initiative „Wilde FriedensKirche“ zu einem besonderen Friedensgottesdienst unter freiem Himmel nach Dortmund ein. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs (Königswall 15).
Im Mittelpunkt dieses Treffens steht das Gedenken an Mehmet Kubasik, der am 4. April 2006 in Dortmund vom rechtsextremen
NSU ermordet wurde. Die Wilde FriedensKirche erinnert an ihn und setzt damit zugleich ein Zeichen gegen das Vergessen und gegen jede Form der Gewöhnung an Gewalt.
Die Wilde FriedensKirche versteht sich als eine offene Gemeinschaft von Menschen, die den Frieden bewusst ins Zentrum ihres Glaubens und Handelns stellen. Inspiriert von der Botschaft Jesu suchen die Teilnehmenden nach Wegen, Gewalt nicht mit Gegengewalt zu beantworten, sondern ihr mit Haltung, Mitgefühl und gewaltfreier Praxis entgegenzutreten. Im Evangelium, so die Überzeugung der Gruppe, findet sich keine Rechtfertigung von Gewalt. Stattdessen zeigen Jesu Worte und Taten Möglichkeiten auf, Konflikte friedlich zu lösen oder zumindest auszuhalten, ohne die eigene
Menschlichkeit zu verlieren.
Die Gottesdienste der Wilden FriedensKirche finden bewusst im öffentlichen Raum statt. Die Gruppe geht gemeinsam an Orte, an denen Gewalt sichtbar wurde oder bis heute spürbar ist – und setzt dort Zeichen der Hoffnung und des Friedens.
Der Gottesdienst ist offen gestaltet und lädt ausdrücklich zur Beteiligung ein. Lieder, Gebete, Texte und Fürbitten wechseln sich ab mit Zeiten der Stille und des Gesprächs. Wer möchte, kann eigene Gedanken oder Beiträge einbringen. Im Anschluss wird gemeinsam geteilt, was an Essen und Getränken mitgebracht wurde – eine einfache Form gelebter Gemeinschaft.
Eingeladen sind alle Menschen, die sich auf den Weg der
Gewaltfreiheit einlassen möchten – unabhängig davon, ob sie einer Kirche angehören oder nicht.
Der Internationale Versöhnungsbund unterstützt die Initiative als Bündnispartner und freut sich über Menschen, die den Mut haben, Friedensarbeit sichtbar zu machen – mitten im Alltag unserer Städte.
Vorsicht vor Phishing-Mails 
Einige Mitglieder von uns haben Mails bekommen, die einen Absender aus dem Versöhnungbund vortäuschen. Bitte prüft genau, was da von Euch verlangt oder erbeten wird. Beim geringsten Zweifel reagiert auf keinen Fall so wie in der Mail erbeten, sondern versucht, den eventuell vorgetäuschten Absender auf anderem Weg zu erreichen.
Gerne könnt Ihr Euch auch an die Geschäftsstelle wenden.
©Image by Cliff Hang from Pixabay
Mut zur Menschlichkeit – Die Erinnerungen der Pazifistin Magda Trocmé 
Die Erinnerungen der christlichen Pazifistin und Widerstandskämpferin Magda Trocmé (1901–1996) sind nun erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Der Theologe und Religionspädagoge Prof. em. Dr. Gottfried Orth hat die beiden Bände aus dem Französischen übersetzt und neu herausgegeben.
Magda Trocmé war gemeinsam mit ihrem Mann, dem Pfarrer André Trocmé, Teil des gewaltfreien Widerstands gegen das NS-Regime und das französische Vichy-Regime. Das Ehepaar lebte im Dorf Le Chambon-sur-Lignon, das während der deutschen Besatzung vielen verfolgten Menschen – insbesondere jüdischen Flüchtlingen – Zuflucht bot. Für ihr Engagement wurde Magda Trocmé später als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
Die nun
erschienenen Erinnerungen umfassen nahezu ein ganzes Jahrhundert und wurden ursprünglich für den engen Familienkreis geschrieben. In Frankreich wurden sie bereits 2017 und 2021 veröffentlicht und nun erstmals einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht.
Der erste Band „Eine Jugend außerhalb der Normen“ schildert Magda Trocmés ungewöhnliche Kindheit und Jugend. Schon früh widersetzte sie sich gesellschaftlichen und religiösen Erwartungen und suchte nach eigenen Wegen des Glaubens und der Verantwortung.
Der zweite Band „Ein Leben in Widerstand und Solidarität“ erzählt von ihrem Erwachsenenleben: vom gemeinsamen Wirken mit André Trocmé über den Einsatz im Widerstand
bis hin zu ihrem späteren Engagement in internationalen Friedens- und Versöhnungsbewegungen sowie in der Antiatomwaffenbewegung.
Magda Trocmés Erinnerungen verbinden persönliche Lebensgeschichte mit einem eindrucksvollen Zeugnis gelebter Solidarität. In einer Zeit zunehmender Militarisierung erinnern sie daran, dass mutige Zivilcourage, gewaltfreier Widerstand und gelebte Menschlichkeit Geschichte verändern können.
Die Bände
Magda Trocmé: Eine Jugend außerhalb der Normen – Erinnerungen, Band I.
Hamburg: BoD 2026, 312 Seiten, 14,99 €
ISBN 978-3-6957-1521-3
->
buchshop
Magda Trocmé: Ein Leben in Widerstand und Solidarität – Erinnerungen, Band II.
Hamburg: BoD 2026, 312 Seiten, 14,99 €
ISBN 978-3-6957-3181-7
-> buchshop
In Zeiten wachsender Spannungen, militärischer Aufrüstung und neuer Feindbilder erinnert das Leben von Magda Trocmé daran, dass Frieden nicht abstrakt entsteht. Er wächst aus mutigen Entscheidungen einzelner Menschen, aus Solidarität mit Verfolgten und aus der Bereitschaft, sich auch gegen den Strom für Menschlichkeit einzusetzen.
Magda Trocmés Lebensgeschichte ist deshalb nicht nur Erinnerung – sie ist
Ermutigung.
15 Jahre Fukushima – Erinnerung, Verantwortung und die Frage nach unserer Zukunft 
Am 11. März 2011 erschütterte ein starkes Seebeben vor der japanischen Küste das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Der anschließende Tsunami zerstörte die Stromversorgung und Kühlung der Reaktoren. Drei Kernschmelzen, Explosionen und die Freisetzung großer Mengen radioaktiver Stoffe waren die Folge. Mehr als 160.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen; ganze Landstriche wurden unbewohnbar. Noch heute leben viele Menschen in provisorischen Situationen, und die Stilllegung des Kraftwerks wird noch Jahrzehnte dauern.
Fukushima wurde weltweit zum Symbol für die Risiken der Atomenergie. Auch in Deutschland veränderte die Katastrophe die energiepolitische Landschaft grundlegend. Nur wenige Tage nach dem Unfall
verhängte die Bundesregierung ein Moratorium für ältere Reaktoren und beschloss später den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie. Die letzten drei deutschen Kernkraftwerke wurden schließlich im April 2023 abgeschaltet.
Doch der Atomausstieg ist nicht vollständig abgeschlossen. In Deutschland laufen weiterhin zentrale Anlagen der nuklearen Infrastruktur, darunter die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen. Kritikerinnen und Kritiker aus Umwelt- und Friedensorganisationen weisen darauf hin, dass von hier aus weiterhin nukleare Brennstoffe für Reaktoren in Europa produziert werden. Aus Sicht vieler Initiativen ist der Ausstieg erst vollständig, wenn auch diese Anlagen stillgelegt
sind.
Fünfzehn Jahre nach Fukushima scheint die Katastrophe in vielen politischen Debatten bereits zu verblassen. In einigen Ländern wird Atomkraft erneut als klimafreundliche Lösung präsentiert, und von einer „nuklearen Renaissance“ ist die Rede. Doch die grundlegenden Probleme bleiben bestehen: ungelöste Endlagerfragen, enorme Kosten, Sicherheitsrisiken und die enge Verbindung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomtechnologie.
Für Organisationen wie den Internationalen Versöhnungsbund, für Umweltinitiativen und Friedensbewegungen ist Fukushima daher mehr als ein historisches Ereignis. Die Katastrophe erinnert daran, dass technische Risiken immer auch gesellschaftliche und ethische Fragen aufwerfen.
Sie fordert uns auf, über Energie, Verantwortung und globale Gerechtigkeit neu nachzudenken.
Gerade in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen wird diese Verbindung sichtbar. Während viele Staaten ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen und über neue nukleare Abschreckungssysteme diskutieren, wächst zugleich die Gefahr eines atomaren Wettrüstens. Die Geschichte der Atomenergie zeigt jedoch: Die Grenzen zwischen ziviler Nutzung und militärischer Macht sind fließend.
Fukushima mahnt deshalb auch heute noch. Es erinnert daran, dass Sicherheit nicht allein durch Technik geschaffen wird, sondern durch politische Entscheidungen, internationale Zusammenarbeit und eine Kultur der Gewaltfreiheit. Die Frage, wie wir
Energie erzeugen und wie wir Konflikte lösen, gehört letztlich zusammen.
Vielleicht liegt gerade darin die wichtigste Lehre aus Fukushima: Eine friedliche Zukunft braucht nicht nur erneuerbare Energien, sondern auch den Mut, die Logik der atomaren Abschreckung zu überwinden.
Bild generiert mit Dall.e
Jahrestagung 
Zwischen Fachwerkhäusern, offenen Türen und weiten Blicken über das Eichsfeld entsteht im Mai ein Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Nachdenken. Vom 14. bis 17. Mai 2026 findet die Jahrestagung des Versöhnungsbundes in Duderstadt statt. Mehr Informationen findet ihr hier.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die sich leise, aber bestimmt in viele Gespräche unserer
Zeit legt: Wie lässt sich Menschenwürde schützen und Rechtsstaatlichkeit stärken, ohne selbst in Abgrenzung, Angst oder Verhärtung zu geraten? Gewaltfreiheit zeigt sich dabei nicht als Konzept, sondern als Haltung – im Gespräch, im Widerstand, im Alltag.
Die Tage sind gefüllt mit Impulsen, Workshops und offenen Räumen für Austausch. Ein öffentlicher Vortrag von Fabian Virchow eröffnet Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen der extremen Rechten. In Arbeitsgruppen geht es unter anderem um zivilen Widerstand, den Umgang mit Desinformation, antifeministische Strategien oder die Frage, wie Dialog möglich bleibt, ohne Klarheit zu verlieren.
Zwischen den inhaltlichen Einheiten entstehen immer wieder Momente des
Ankommens: in Mosaikgruppen, bei gemeinsamen Mahlzeiten, im Jugendforum oder beim abendlichen Ausklang. Am Samstag öffnet sich die Tagung in die Stadt hinein – mit einem Mosaik der Friedens- und Ökologiebewegung in der Fußgängerzone.
Duderstadt selbst trägt seinen Teil dazu bei: eine Stadt, die Geschichte sichtbar macht und Begegnung selbstverständlich wirken lässt.
Ein paar Tage, die Raum geben für Fragen, für Haltung – und für das, was entsteht, wenn Menschen einander wirklich zuhören.
Wer sich noch einbringen möchte: Im Raum- und Technikteam sind noch Plätze frei. Und auch an der Rezeption wird Unterstützung gebraucht – dort laufen viele Fäden zusammen, Fragen tauchen auf, Dinge
wollen koordiniert werden.
Image by wal_172619 from Pixabay
Friedenszentrum am Rande des Kirchentages 2027 in Düsseldorf 
Für den Kirchentag 2027 gibt es bereits erste Bewegung: Ein Mitglied aus unseren Reihen hat seine Bereitschaft signalisiert, die Initiative für ein Friedenszentrum mit anzustoßen – und bringt dafür ein wertvolles Netzwerk mit.
Doch wie bei allen selbstorganisierten Projekten gilt: Eine einzelne Person kann den Funken entzünden, aber ein Feuer entsteht nur gemeinsam. Damit aus der Idee Wirklichkeit wird, braucht es weitere Menschen, die Lust haben, mitzudenken, mitzuplanen und Verantwortung zu übernehmen.
Ob sich ein Friedenszentrum 2027 realisieren lässt, hängt also ganz konkret davon ab, ob sich ein engagiertes Team findet.
Wer Interesse hat, sich einzubringen und gemeinsam etwas auf die Beine
zu stellen, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Die Geschäftsstelle unterstützt gern bei der Vernetzung – der erste Schritt aber kommt von Euch.
Bild: geralt-play-stone via Pixabay
Redaktionsteam Du hast eine Idee, eine Geschichte, ein Bild oder eine Aktion, die in unseren Newsletter gehört? Dann lass sie nicht in der Schublade liegen!
Die
Beiträge in diesem Newsletter wurden von Karin Weise für die Redaktion zusammengestellt und verfasst.
Gleichzeitig lebt unser Newsletter davon, dass viele Stimmen zu Wort kommen. Wir freuen uns über jede Erfahrung, die Mut macht, jeden Bericht aus der Friedensarbeit, jede Veranstaltungsidee oder Inspiration, die andere weiterdenken lässt.
Ob Bericht, Kommentar, Bild oder Hinweis auf eine Aktion – wir sind gespannt auf das, was dich bewegt.
Schreib uns einfach bis zum letzten Tag des Monats an:
newsletter@versoehnungsbund.de
Nach redaktioneller Prüfung können Beiträge im Newsletter des
folgenden Monats erscheinen.
Karins Randnotitz In diesem April bleibt mir kein einzelner Satz im Herzen, sondern ein Bild: Menschen, die nicht einfach vorbeigehen.
Sie gehen Wege, halten Mahnwachen, heben auf, was liegengelassen wurde, erzählen alte Geschichten neu und suchen nach Worten für eine Welt, die oft aus dem Gleichgewicht geraten ist. Manche sind jung und fragen erst
noch. Andere tragen längst Erinnerung in sich. Und doch stehen sie nicht getrennt da.
Vielleicht ist es genau das, was mich berührt:
Dass Frieden nicht aus Gewissheit wächst.
Sondern aus Nähe.
Aus dem Aushalten.
Aus dem Versuch, einander nicht zu verlieren.
Dass Menschen sich zeigen – mit dem, was sie können.
Und auch mit dem, was sie nicht wissen.
Und manchmal, ganz leise, entsteht daraus etwas, das man nicht machen kann.
Ein Gefühl von:
Wir lassen das nicht einfach so stehen.
Und vielleicht ist es genau dieser Gedanke, der bleibt.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.