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07.04.2024

"Vertreter Putins" im Bundestag? Lösen wir es doch per Quote!

meinungsfreiheit.rtde.life, vom 6 Apr. 2024 07:45 Uhr, Von Dagmar Henn

Wenn jetzt gerade mal wieder über AfD-Abgeordnete hergezogen wird, weil sie Einfluss im Sinne Russlands nehmen sollen, ist die Argumentation natürlich solange unredlich, solange nicht auch andere Einflüsse angesprochen werden. Wie wäre es denn mit Offenlegung und Quotenregelung?


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/M. Popow


Petr Bystron, 16.10.2023


Jedem, der die Meldungen um das tschechische Portal "Voice of Europe" gelesen hat, war klar, dass damit eine Absicht verfolgt wird. Inzwischen ist auch deutlich, welche – man hat sich auf den AfD-Abgeordneten Petr Bystron eingeschossen, und jetzt soll sogar die Generalstaatsanwaltschaft München gegen ihn ermitteln, weil er angeblich in Prag 20.000 Euro entgegengenommen habe. Sowieso sei er nach Meinung der deutschen Medien ein Vertreter Putins.


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Zwanzigtausend Euro? Dann muss der Kurs für Bundestagsabgeordnete gewaltig gefallen sein. Oder war da gerade Winterschlussverkauf? Mal ernsthaft, weder ist das finanziell überzeugend, noch würde jemand, weil er von einer Firma eines Ukrainers Geld annimmt, zu einem russischen Einflussagenten … die Süddeutsche ist sich zumindest noch bewusst, dass das etwas schief sitzt:

"Wenn Bystron in seiner Erklärung bestreitet, Geld von Voice of Europe oder "irgendeinem Russen" erhalten zu haben, so schließt er damit Geldzahlungen von Medwedtschuk und Martschewskij nicht unbedingt aus. Sowohl Martschewskij als auch der Putin-Vertraute und frühere Abgeordnete Medwedtschuk stammen aus der Ukraine."

Ach, wie konnte ich es nur vergessen, Medwedtschuk ist ja kein Bandera-Ukrainer, womit ihm der aktuelle Ariernachweis fehlt, um in der EU als solcher anerkannt zu werden.

Von den Grünen heißt es inzwischen, man müsse gegen alle AfD-Abgeordneten Ermittlungen einleiten, die womöglich Geld erhalten haben könnten. "Russland probiert mit allen Mitteln, unsere Demokratie in der Sicherheit zu untergraben", tönte der Vorsitzende der deutschen Grünen im EU-Parlament. Wobei Rasmus Andresen, selbst dänischer Abstammung, im Jahr 2008 in den USA den Wahlkampf von Barack Obama begleitet haben soll … nach den Kriterien, die gerade so kursieren, um festzulegen, wer ein "Vertreter Putins" ist, müsste Andresen damit ein US-dänischer Doppelagent sein. Solche Dinge führt ntv beispielsweise als Beleg an:

"Gleich drei Abgeordnete der AfD aus dem bayerischen Landtag flogen nach Russland, um dem dortigen Diktator Putin zu bescheinigen, eine demokratische Wahl abgehalten zu haben. Chrupalla und der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland spazierten im Mai 2023 in die russische Botschaft, um dort mit dem russischen Botschafter den Tag des Sieges über Nazideutschland zu feiern."


Europa übernehmen, ohne einen Schuss abzugeben: Der Westen hat Putins heimtückischen Plan aufgedeckt




Meinung

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Übrigens, ein ganz typisches Verhalten für Nazis, mit Russen den Tag des Sieges zu feiern. Aber nun gut. Sagen wir einfach mal, es ist ein Problem, wenn Politiker eines Landes den Interessen eines anderen Landes zu eng verbunden sind. Und halten wir fest, dass die Variante, die andernorts gewählt wird, um derartige Einflüsse unter Kontrolle zu halten, wie eine Kennzeichnung von Organisationen als aus dem Ausland finanziert, in Deutschland nicht erwünscht ist. Dann gäbe es immer noch eine andere Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Souveränität nicht untergraben wird, wie es ja durch Abgeordnete geschehen sein soll, die nach Russland fahren oder die russische Botschaft betreten: die Quote.

Das wäre ganz einfach. Man wendet die Kriterien, die derzeit so kursieren, auf alle gleichermaßen an. Das hieße, Abgeordnete, begeisterte Skifahrer, die öfter in Tirol und dann womöglich am 26. Oktober in der österreichischen Botschaft sind, zählen als österreichische Agenten, jene, die am 4. Juli die US-Botschaft betreten und womöglich in den USA studiert haben, als US-amerikanische, die am 14. Juli in der französischen Botschaft feiern und gern in der Normandie Urlaub machen, werden … – das gäbe dann eine interessante und bunt gemischte Liste, vermutlich mit einem deutlichen US-amerikanischen Übergewicht. Selbstverständlich muss auch die Mitgliedschaft in entsprechenden Organisationen wie der Atlantik-Brücke etc. mitgezählt werden.

Wenn das nun alles erfasst ist, greift man zum altbekannten Mittel der Quotierung. Heißt, entweder, das Wahlrecht muss eine Verpflichtung zur Ausgewogenheit für die Landeslisten aufnehmen, oder aber die Abgeordneten müssen womöglich die Zugehörigkeit wechseln, bis Ausgewogenheit erreicht ist, oder alle Parteilisten müssen in Unterlisten unterteilt werden … oder man schreibt es in die Satzungen, wie bei der Frauenquote. Egal.

Auf jeden Fall sollte das Ergebnis dann so aussehen, dass die Anzahl der Abgeordneten, die einem spezifischen Land zugeordnet werden, keinesfalls die Mehrheit im Bundestag erreichen darf, weil andernfalls die Souveränität der Entscheidungen bedroht wäre. Man könnte natürlich künftige Anbindungen auch per Los vergeben. Ja, das ist eine besonders lustige Vorstellung. Wenn dann ein Grüner (denken wir mal Markus "Tessa" Ganserer) Russland zieht und erst einmal ein halbes Jahr dorthin muss, um ihn von seiner vorhergehenden Abhängigkeit zu kurieren … da lässt sich doch einiges machen.


Vor EU-Wahl "enthüllt": AfD-Kandidat Petr Bystron soll Geld aus Russland bekommen haben




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Das Ergebnis würde jedenfalls der ganz klassischen Vorstellung von "checks and balances" entsprechen. Die von außen einwirkenden Kräfte würden dermaßen austariert, dass am Ende wieder eine unbeeinflusste politische Debatte stattfinden kann (kleiner ernsthafter Zwischenruf: genau das war einmal mit dem berüchtigten Begriff der "Ausgewogenheit" gemeint). Das wäre doch was, oder?

Passiert natürlich nicht. Nie und nimmer. Einfach schon deshalb nicht, weil eigentlich das Wort Souveränität seit dieser Geschichte mit Nord Stream tabu ist und nur auftauchen darf, wenn man einen Grund angeben muss, warum Reisen nach Moskau ganz, ganz böse sind. Zum Anderen aber auch, weil das Ergebnis einer realistischen Betrachtung, welchen Einflüssen die deutsche Politik aus welcher Richtung unterliegt, ganz und gar nicht gewünscht ist. Das könnte nicht nur EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen nicht gut bekommen.

Trotzdem, bei dem ganzen Geschrei ist es zumindest ein angenehmer Tagtraum, sich vorzustellen, für jeden US-hörigen Bundestagsabgeordneten müsste ein russlandfreundlicher hinzutreten. Auch wenn das vermutlich zur Folge hätte, dass der Bundestag noch einmal deutlich vergrößert werden muss – so viel sollte einem die Souveränität wert sein.


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Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/201730-vertreter-putins-im-bundestag-machen


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07.04.2024

Stoltenberg: Die Kampfhandlungen in der Ukraine sind für die Sicherheit der NATO notwendig

anti-spiegel.ru, vom 4. April 2024 16:44 Uhr, von Anti-Spiegel

Der NATO-Generalsekretär hat Waffenlieferungen an Kiew als Investitionen in die Sicherheit der NATO-Staaten bezeichnet

Die Kampfhandlungen in der Ukraine sind für die Sicherheit der NATO notwendig, während Waffenlieferungen an Kiew eine Investition in die Sicherheit der NATO-Länder sind. Diese Meinung hat NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem gemeinsamen Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Dmitri Kuleba im Rahmen eines geplanten Treffens des Ukraine-NATO-Rates auf Außenministerebene gegenüber Journalisten geäußert.

„Was Sie tun, ist für die Sicherheit der NATO sehr wichtig. Die Unterstützung der Ukraine ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Investition in die eigene Sicherheit der NATO-Länder“, sagte Stoltenberg.

Er bekräftigte, dass die NATO beabsichtige, die Waffenlieferungen an die Ukraine auf eine geplante obligatorische Basis für alle NATO-Länder zu stellen, im Gegensatz zu den freiwilligen Lieferungen, die es jetzt gibt. Darüber hinaus wies der NATO-Generalsekretär die von NATO-Ländern wiederholte These zurück, dass etwa 50 Länder Waffen an Kiew liefern würden.

„Gestern haben wir (die NATO-Außenminister – Anm. TASS) darüber gesprochen, wie wir eine stärkere institutionalisierte Struktur schaffen können, um die Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten. 99 Prozent der gesamten Militärhilfe für die Ukraine kommt von [32 Ländern] der NATO, aber wir müssen garantieren, dass das alles vorhersehbar und gerecht unter den NATO-Ländern verteilt wird“, sagte er. „Langfristig sollte die Ukraine weniger von freiwilligen Waffenlieferungen abhängig sein und mehr im Rahmen eines festen NATO-Engagements erhalten“.

Kuleba sagte seinerseits, er werde die NATO vorrangig um neue US-Patriot-Systeme bitten, die seiner Meinung nach „dringend benötigt werden“.

Am 3. April zitierte die New York Times Quellen, wonach eine Reihe von NATO-Ländern Stoltenbergs Vorschlag, einen 100-Milliarden-Dollar-Fonds zur Finanzierung von Waffenlieferungen an die Ukraine über einen Zeitraum von fünf Jahren einzurichten, in Frage gestellt hätten. Der Zeitung zufolge haben einige Verbündete in Frage gestellt, wie die NATO 100 Milliarden Dollar aufbringen kann, wenn sie keinen Einfluss auf die Beschaffung von Geld unter den Mitgliedstaaten hat. Eine andere Quelle der Zeitung sagte, Ungarn habe sich „dem Versuch widersetzt, die Verwaltung der Kontaktgruppe für die militärische Unterstützung Kiews unter die Kontrolle der NATO zu stellen“, die nun vom Pentagon durchgeführt wird.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2024/der-franzoesische-verteidigungsminister-bat-um-telefonat-mit-russischem-amtskollegen


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07.04.2024

Man darf doch noch für Frieden sein – oder?

HAZ (Hildesheimer Allgemeine Zeitung),  7. April 2024, Seite 6, Michael Schulze von Glaßer, Deutsche Friedensgesellschaft


Die Teilnehmerzahlen der Ostermärsche blieben auch 2024 übersichtlich. Kritiker von
Waffenlieferungen an die Ukraine werden verbal teilweise maßlos angegriffen, das Wort
Verhandlung soll möglichst niemand in den Mund nehmen. Hat die Friedensbewegung noch
mehr Probleme?
Zuletzt wurde es für Rolf Mützenich ungemütlich. Der SPD-Fraktionschef hatte am 14. März
im Bundestag in der Debatte über eine Lieferung der Taurus-Marschflugkörper gefragt: „Ist
es nicht an der Zeit, dass wir nicht nur darüber reden, wie man einen Krieg führt, sondern
auch darüber nachdenken, wie man einen Krieg einfrieren und später auch beenden kann?“

Das Echo war gewaltig.


Im Parlament selbst waren die Koalitionspartner zunächst eher verblüfft. Die Vorsitzende des
Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), merkte später an: „Ich
bin sicher, dass die Ukraine genauso entsetzt war wie wir alle im Bundestag, als wir das

gehört haben.“


In der SPD gingen Genossen wie Verteidigungsminister Boris Pistorius zu Mützenichs
Äußerungen auf Distanz. „Es würde am Ende nur Putin helfen“, sagte er. Immerhin: SPD-
Chef Lars Klingbeil sprang Mützenich jüngst in einem RND-Interview bei. „Im Übrigen
verstehe ich nicht, wie aktuell versucht wird, den Wunsch nach Frieden als etwas Anrüchiges
darzustellen. Es ist doch wohl hoffentlich politischer Konsens, dass die Sicherung des

Friedens Kern all unseres Handelns ist.“


Es ging in der Debatte aber auch übel zu. Der inzwischen in Brasilien tätige, frühere
ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, bezeichnete Mützenich als
„widerlichsten Politiker“ des Landes.
In den deutschen Medien wurde der SPD-Fraktionschef
Mützenich wahlweise als „eine verächtliche Figur“ oder „Chamberlain unserer Tage“
(„FAZ“) attackiert. Die Einstufung als Putinist, moskautreuer Vasall oder Mitglied im

Wagenknecht-Fanklub verstand sich in der Debatte fast von selbst.


Eine lächerliche Debatte?
Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit SPD-Parteibuch um den
renommierten Historiker Heinrich August Winkler bezeichnete in einem vor Ostern
veröffentlichten Brandbrief an den Parteivorstand Mützenichs Äußerungen als „fatal“ und
„kurzsichtig“.
Der Bundeskanzler hatte zwar seinen Unterstützer Mützenich zuvor gestützt,
goss jedoch verbal ordentlich Öl ins Feuer. Olaf Scholz fand, „die Debatte in Deutschland ist

an Lächerlichkeit nicht zu überbieten“.


Doch die Debatte über Waffen, Munition sowie Krieg und Frieden ist nicht nur nicht
lächerlich. Sie wird vor allem erbittert, rechthaberisch und geradezu feindselig geführt. Und

sie verschränkt sich mitunter politisch, menschlich und fachlich sonderbar.


So zählt etwa der Kriegsdienstverweigerer Anton Hofreiter (Grüne) zu den eifrigsten
Befürwortern von Waffen- und Munitionslieferungen in die Ukraine. Hingegen hält der
hochrangige Ex-Nato-General Harald Kujat einen militärischen „Sieg oder gar
Kriegsgewinn“, also das Erreichen der politischen Ziele, „für völlig ausgeschlossen“. Die
Hoffnung, durch die Lieferung von „ausreichend Munition“ ließe sich das ändern, bezeichnete

der General vor wenigen Tagen im RBB-Inforadio als „völligen Unsinn“.


Zu allem Überfluss erhalten Scholz und Mützenich auch noch Applaus von rechts außen.
AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla appellierte an den Bundeskanzler: „Lassen Sie sich vor

allem nicht von den Kriegstreibern in FDP, CDU und von den Grünen erpressen!“


Doch ist deswegen die Forderung, nach anderen Wegen zum Frieden zu suchen als allein mit
kriegerischen Mitteln, gleich falsch? Oder anders gefragt: Man wird ja wohl noch für Frieden

sein dürfen – oder etwa nicht?


So verlaufen auch außerhalb des eigentlichen Kriegsgebiets Fronten in Europa: Befürworter
nahezu uneingeschränkter Waffen- und Munitionslieferungen in die Ukraine werfen Kritikern
vor, sie würden Putins Aggression unterstützen und keine Lösungen anbieten –
Friedensbewegte stellen nach mehr als zwei Jahren Krieg infrage, dass die Waffenhilfen ein

Erfolg waren, und warnen vor weiteren sinnlosen zivilen Opfern.


Friedensaktivisten wie Michael Schulze von Glaßer, die Jahr für Jahr Ostermärsche in der
Bundesrepublik organisieren, wurden gleich anfangs des russischen Überfalls auf die Ukraine
als „Lumpen-Pazifisten“ („Spiegel“-Kolumnist Sascha Lobo) diskreditiert. Der politische
Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-
VK) sieht sich und seine Mitstreiter durch solche Beschimpfungen in einer Art
geschichtlichen Kontinuität. „Schon seit Gründung unserer Gesellschaft 1892 durch die
späteren Friedensnobelpreisträger Bertha von Suttner und Alfred Herrmann Fried gelten wir

manchen als ‚Friedenshetzer‘.“


Von Glaßer hält dem entgegen: „Man muss für Frieden sein.“ Dass die Friedensbewegung im
Moment in der politischen Auseinandersetzung über Waffenlieferungen „gewissermaßen
marginalisiert“ wäre, räumt er ein. „Unsere Positionen sind wahrscheinlich vielen zu klar und

überlegt.“


Ein offener Brief an den Kanzler
Die derzeitige politische und verbale Überhitzung in der Taurus-Frage erinnert manch einen
deutlich an die Auseinandersetzungen in den Anfangstagen des russischen Angriffs auf die
Ukraine im Frühjahr 2022.
Zu ihnen gehört der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel.
Der frühere Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zählte zu den Erstunterzeichnern des
„Offenen Briefs an Kanzler Olaf Scholz“ vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem
dritten Weltkrieg gegen die Lieferung weiterer schwerer Waffen an Kiew und für
Verhandlungen aussprach. Anschließend, berichtet Merkel, machte er erstaunliche

Erfahrungen.


Nach Auftritten in Talkshows von „Markus Lanz“ bis „Hart aber fair“ hätte eine Flut von
Nachrichten per Mail, auf Twitter oder per SMS eingesetzt. „Die Absender, vornehmlich
Männer, beschimpften mich zum Teil auf unflätigste Weise und unterstellten mir
unpatriotisches, unmoralisches oder einfach saudummes Verhalten. Diese einseitige

Kommunikation hat mich ungefähr ein Jahr lang beschäftigt“, so Merkel.


Seine Schlussfolgerung war, sich aus diesen TV-Debatten zurückzuziehen. „Ich empfinde in
den derzeitigen Diskussionen über Krieg und Frieden einen Subtext selbstgewisser
moralistischer Art. Dabei besitzen die Befürworter von Waffenlieferungen – derzeit des

Systems Taurus – anscheinend die richtige Moral und alle anderen die falsche.“


Merkel hat an sich selbst beobachtet, dass er, der sich für einen „robusten Debattierer“ hält,
sich zunehmend beim Sprechen zu diesem Thema selbst kontrollierte. „Dann stellte ich mir
die Frage, wie weit ich noch im Set der akzeptierten Meinungen wäre. Nicht, dass man sich
danach richtet – aber diese Art Selbstkontrolle hat mich an mir außerordentlich überrascht.“
Der Wissenschaftler hält die Ukraine-Debatten in Deutschland für „verschoben“. „Diejenigen,
die sich Gedanken machen um Frieden und wie man Menschenleben schützen sollte, werden
als unmoralisch und unzuverlässig hingestellt. Und natürlich, das steckt ebenfalls zwischen
den Zeilen, sind sie sozusagen die nützlichen Idioten, um Lenin zu zitieren, oder sie stecken

mit Putin unter einer Decke.“


Dabei, so Merkel, werde paradoxerweise nie die tatsächlich moralische Frage diskutiert, wie
viele Menschenleben der anhaltende Krieg auf beiden Seiten koste und ob bei anhaltendem
Sterben am Ende überhaupt noch genügend ukrainische Soldaten vorhanden seien, um diesen

Krieg weiterzuführen.


Reaktionen auf Mützenich-Rede
Wolfgang Merkel beobachtete dieselben Beißreflexe wie vor zwei Jahren nach dem offenen
Brief an Scholz heute in den Reaktionen auf die Rede Rolf Mützenichs im Bundestag. „Es ist
so, als hätte Mützenich etwas Obszönes, Unmoralisches gesagt oder einen rhetorischen
Dolchstoß im Parlament geführt.
Dabei, so habe ich es jedenfalls verstanden, hat Mützenich
lediglich gefragt, welche zu denkenden Alternativen zu Krieg und Sterben es gebe, nachdem
zwei Jahre lang die Erfolge nicht so eingetroffen sind, wie es die medial omnipräsenten
‚Experten und Expertinnen‘ vorausgesagt hatten – wenn man nur die richtigen Waffen

liefert.“


Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative gehört zu denjenigen, die zu den
Ostermärschen für den Frieden aufrufen. Zum Beispiel vor dem Unternehmensgelände des
Rüstungskonzerns Rheinmetall im niedersächsischen Unterlüß. Dort entsteht eine
Munitionsfabrik, die der Ukraine zu mehr Artilleriegeschossen verhelfen soll. „Ich finde es
befremdlich“, so Golla, „dass eine Firma, die eben noch der russischen Armee Trainingsareale

für den Häuserkampf liefern wollte, nun plötzlich als Retterin des Abendlandes gilt.“


Der Friedensaktivist stellt grundsätzlich infrage, dass Waffenzufuhren helfen, einen Konflikt
zu beenden. „Wir müssen uns anstrengen, zivile Antworten zu geben.“ Der Ukraine-Krieg, so
Golla, sei Beleg dafür, dass das Konzept mit immer mehr und immer neuen Waffen
gescheitert sei. „Es wird doch seit zwei Jahren nichts anderes getan, als Waffen zu liefern.“
Dass sie als Friedensaktivisten und Gegner von Waffenlieferungen inzwischen als Putinisten
und Verräter gescholten werden, daran würden sie sich nicht gewöhnen, so Golla. „Die
Ausgrenzungserfahrungen in den laufenden deutschen Diskussionen sind mitunter recht
krass“, findet er. „Denn die Meinungsbildung scheint immer nur in eine Richtung zu gehen:
mehr Waffen, mehr Waffen. Über Frieden und wie er zu erreichen wäre, darüber wird gar

nicht mehr geredet. Wir kommen jedenfalls nicht vor.“


Ist die Friedensbewegung am Ende zu schwach? Golla sagt, das täusche. Zwar seien die
Ostermärsche und Friedenskundgebungen nicht mehr so gewaltig wie zu Zeiten des Nato-
Raketen-Doppelbeschlusses in den 1980er-Jahren. „Die Friedensbewegung wirkt vielleicht
auf den einen oder anderen ein bisschen oldschool, sie ist jedoch stabil und ein Spiegelbild
der Gesellschaft. Engagements sind mitunter kurzlebig oder verlagern sich auf

Onlinepetitionen und Social-Media-Aktivitäten.“


Auch Michael Schulze von Glaßer von der Deutschen Friedensgesellschaft bleibt
optimistisch. „Die Friedensbewegung wächst immer wie eine Welle, die sich langsam aufbaut
und mächtig wird.“ Glaubt von Glaßer an die Renaissance des Friedensstrebens? „Sag

niemals nie.“


Die Friedensbewegung wächst immer wie eine Welle, die sich langsam aufbaut und mächtig wird.

Michael Schulze von Glaßer, Deutsche Friedensgesellschaft


Info: HAZ (Hildesheimer Allgemeine Zeitung), 7. April 2024, Seite 6


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2024

Wann, wo und wie entsteht der Terrorismus? Eine Spurensuche

ssl2.cms.fu-berlin.de, vom 1. Februar 2018, Prof, Dr. Daniel Schönpflug

Die Lehrbücher zur Geschichte des Terrorismus sind sich weitgehend einig: Jene spezifische Form der Gewalt, die noch unsere Gegenwart erschüttert, hat mit einer Welle anarchistischer Attentate in Russland ab 1878 ihren Anfang genommen. Doch die Forschung über politische Gewalt im 19. Jahrhundert hinterfragt diese Gewissheit und wirft Rätselfragen auf: Warum wird die nicht geringe Zahl früherer Attentate ähnlicher Art in der Geschichte des Terrorismus nicht berücksichtigt? Was genau unterscheidet eigentlich Terrorismus von anderen Formen der Gewalt? Falls man nachweisen könnte, dass Terrorismus früher und an anderem Ort entstand als bisher angenommen, müsste man dann nicht auch die Vorstellungen von seinem Entstehungszusammenhang und seinem Wesen überdenken?


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Video  Dauer 1:10:58 h


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Screenshot_2024_04_07_at_13_13_42_Wann_wo_und_wie_entsteht_der_Terrorismus_Eine_Spurensuche


Info: https://ssl2.cms.fu-berlin.de/geschkult/e/fmi/bereiche/ab_baltrusch/studium/Ringvorlesungen/PM_Raetsel-der-Geschichte/video11/index.html <https://ssl2.cms.fu-berlin.de/geschkult/e/fmi/bereiche/ab_baltrusch/studium/Ringvorlesungen/PM_Raetsel-der-Geschichte/video11/index.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2024

Man muss die Debatte um den gesellschaftlichen Ursprung des Terrors führen

aus e-mail Friedenbüro Hannover, 6. April 2024, 12:50 Uhr


Man muss die Debatte um den gesellschaftlichen Ursprung des Terrors führen, auch aktuell. Terror ist eine Erscheinungsform in der historischen Entwicklung - er war beispiellos grausam in der Französischen Revolution.

Die Debatte um ihn hat die Linke immer begleitet. In Frankreich wird sie geführt, Judith Butler hat Stellung bezogen, die SZ hat darüber berichtet:


Debatte um den Nahostkonflikt

:

Verharmlosung aus Prinzip

6. März 2024, 16:02 Uhr

Die große Denkerin Judith Butler sieht in den Hamas-Massakern vom 7. Oktober keinen Terrorismus und legitimiert sie als "bewaffneten Widerstand". Warum tut sie das?

Von Jens-Christian Rabe <https://www.sueddeutsche.de/autoren/jens-christian-rabe-1.1408927>

Die amerikanische Philosophin und Feministin Judith Butler, die seit ihrem 1990 erschienen Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" zu den berühmtesten Intellektuellen der Welt zählt, hält den Anschlag der Hamas auf Israel vom 7. Oktober für einen Akt "bewaffneten Widerstands". Die Bemerkung fiel in einer Diskussion über den Nahostkonflikt vor Publikum bei einer Veranstaltung zweier linker jüdischer Organisationen und des französischen Debattenforums "Paroles d'Honneur" am Sonntagnachmittag in Paris. Letzerem geht es laut Selbstauskunft darum, einen "neuen Blick auf aktuelle Ereignisse zu werfen", in dem es Menschen aus den Vierteln zu Wort kommen lässt, die einen hohen Anteil von Einwanderern aus ehemaligen Kolonien haben.


Knapp zweieinhalb Minuten von Butlers Auftritts sind auf dem Youtube-Kanal von Paroles d'Honneur seit Mittwochnachmittag zu sehen und wurden seither millionenfach aufgerufen. Man könne, so Butler in dem Ausschnitt, "unterschiedliche Ansichten über die Hamas als politische Partei haben und darüber, was bewaffneter Widerstand ist". "Ehrlicher und historisch korrekt" sei es jedoch, "zu sagen, dass der Aufstand vom 7. Oktober ein Akt des bewaffneten Widerstands" gewesen sei: "Es war kein terroristischer Angriff und es war kein antisemitischer Angriff. Es war ein Angriff auf die Israelis."


Passend zu ihrem viel beachteten Essay "Der Kompass des Trauerns", den sie kurz nach dem 7. Oktober in der London Review of Books veröffentlichte, fügt Butler zudem an, dass die Ereignisse des 7. Oktobers "quälend und schrecklich" für sie gewesen seien. "Dennoch wäre ich töricht, wenn ich der Ansicht wäre, dass die einzige Gewalt die gegenüber Israelis war. Die Gewalt, die den Palästinensern widerfährt, besteht seit Jahrzehnten. Der jüngste Aufstand kam aus einer Lage der Unterworfenheit und war gegen einen gewalttätigen Staatsapparat gerichtet." Man könne "für oder gegen bewaffneten Widerstand sein, für oder gegen Hamas, aber lass uns die Sache wenigstens bewaffneten Widerstand nennen". Dann nämlich, so Butler unter dem Applaus des Publikums, "können wir darüber streiten, ob wir denken, dass es richtig war, ob wir denken, dass die Hamas das Richtige getan hat, oder ob es andere Strategien geben müsste."


Butler ahnte, dass ihre Aussagen Ärger auslösen werden


Die Empörung, die ihre Äußerungen auslösen würden, waren ihr sichtlich in der Sekunde bewusst. Der Abschnitt endet mit den - in Jubel und Applaus hineingesprochenen - Worten: "I will get in trouble for this", das wird mir Ärger einbringen. Der Suhrkamp Verlag, seit jeher Butlers deutscher Hauptverlag, teilt auf Nachfrage der SZ mit, dass er es für seine Aufgabe halte, etwas über die Bücher seiner Autorinnen und Autoren zu sagen, nicht über deren je aktuelle öffentliche Äußerungen. 2020 erschien dort etwa ihr Buch "Die Macht der Gewaltlosigkeit - Über das Ethische im Politischen". Geplante Veranstaltungen an der Pariser Elite-Universität École normale supérieure, wo Butler am 6. und am 13. März über Trauer und die "Beweinbarkeit" von Leben sprechen sollte, wurden - wie die Hochschule auf X mitteilte ­- umgehend abgesagt.


Es ist tatsächlich nicht einfach, Butlers Ausführungen zunächst in aller Ruhe zu analysieren. Schließlich nobilitiert sie Terror - und nichts anderes war das gezielte Abschlachten von israelischer Zivilbevölkerung, das die Hamas am 7. Oktober auch selbst in den sozialen Medien dokumentierte - als "bewaffneten Widerstand" und damit als legitim. Versucht man es trotzdem, um besser zu verstehen, was Butlers Position genau ausmacht, lässt sich vielleicht dies sagen: Butler ist der Ansicht, dass die Deutung und Verurteilung des 7. Oktobers als antisemitischer Terror jede Diskussion über die "politische und gewaltsame Struktur, aus der der Aufstand hervorging" sofort unmöglich mache. Dies erscheint allerdings, auch das ist Teil des Bildes, nicht nur auf der postkolonialen Linken längst viel mehr Menschen plausibel, als einer vernünftigen Diskussion zu wünschen ist.


Die Denkerin, die 1956 in Cleveland als Tochter einer ungarisch-jüdischen Ökonomin und eines russisch-jüdischen Zahnarztes geboren wurde und die im Hauptberuf Rhetorik-Professorin an der Universität Berkeley ist, wittert also hinter der bloßen Beschreibung eine Kommunikationsstrategie. Völlig beispiellos ist das nicht. Es ist in der Politik gang und gäbe, Zuschreibungen durchzusetzen, um damit bestimmte Reaktionen zu rechtfertigen - und andere unmöglich zu machen.


Verharmlosung, Einseitigkeit und rhetorische Tricks helfen bei diesem Konflikt nicht weiter


Butlers eigenes kommunikatives Manöver ist allerdings aufgrund der Belege zum Hergang des 7. Oktobers absurd. Die genuin terroristische Natur des Angriffs in dieser Form infrage zu stellen, lässt nur den bestürzenden Eindruck zu: Hier wird sehenden Auges verharmlost. Nur warum sollte sie das wollen? Ein weiteres Mal ist die berühmteste linke Denkerin der Gegenwart damit viel mehr Teil des Problems als Teil der Lösung dieses zweifellos aufwühlendsten und verzwicktesten Konflikts des Planeten, der scheinbar unaufhaltsam bloß immer weiter eskaliert. Eines Konflikts, der - gerade wenn weitab vom Geschehen über ihn geredet und nachgedacht wird - nicht nach Verharmlosung, Einseitigkeit und rhetorischen Tricks verlangt, sondern unendlich viel Fingerspitzengefühl und Umsicht gegenüber Vorannahmen und Gleichzeitigkeiten aller Art. Die Anerkennung etwa, dass der weltweite Antisemitismus kein der Netanjahu-Regierung nützliches Phantasma ist - und die Tatsache, dass das brachiale Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen ein Grauen ist, das nicht passieren dürfte.


Von Jean Améry, dem österreichischen Autor und KZ-Überlebenden, stammt der Satz: "Jeder Jude ist ein 'Katastrophen-Jude', einem katastrophalen Schicksal ausgeliefert, ob er es erfasst oder nicht." 1976 schrieb er in dem Essay "Der ehrbare Antisemitismus - Rede zur Woche der Brüderlichkeit": "Was ich noch sah: Besatzung. Es war nicht schön. Jeder bewaffnete Okkupant nimmt gegenüber dem waffenlosen Okkupierten die Allüre des Herrenmenschen an." Dass andererseits "die Araber Israel zerstören wollen, (...), ist so klar, dass ein Narr sein muss, wer es nicht sehen will". Die Araber forderten ihr Recht, die Juden das ihre, beide stünden gegeneinander. "Das Ganze ist buchstäblich zum Irrsinnigwerden in seinen Kontradiktionen. Und doch erscheint es vielen so einfach.“


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07.04.2024

Varoufakis Interview mit FR

aus e-mail Friedensüro Hannover, 7. April 2024, 10:45 Uhr


Liebe Friedensfreund*innen,

ihr habt vermutlich das Interview längst gelesen. Ich fand es erst

heute. Untenstehend ein Auszug mit Hervorhebungen von mir. Und der Link

zum ganzen Intereview. Yanis Varoufakis: „Verantwortlich für die

Niederlage der Linken“

<https://www.fr.de/politik/yanis-varoufakis-interview-niederlage-linke-deutschland-israel-ukraine-krieg-israel-gaza-usa-nato-92986509.html>


Herzlich, Hiltraud


*Auszug aus Interview mit FR im März 2024*


*Es regen sich auch Zeichen von Widerstand. In Deutschland demonstrieren

immer noch tausende Menschen gegen rechte Politik. Mit dabei auch CDU

<https://www.merkur.de/politik/cdu-org26591/> und die

Regierungsparteien, die aufgrund ihrer Politik für den Rechtsruck

mitverantwortlich gemacht werden. Wie beurteilen Sie das? *


*Die Regierungsparteien haben den Rechtsruck geschaffen. Ich erinnere

mich, dass ich Schäuble damals gesagt habe: „Ich weiß, dass ihr uns

nicht mögt, weil wir Linke sind. Aber wir sind Demokrat:innen und wir

sind Europäer:innen. Wenn ihr uns zerquetscht, habt ihr es mit

anti-europäischen Rechten zu tun.“ Er sah mich an, als ob ich ihn

veräppeln wollte. Aber genau das ist eingetroffen. Die Geschichte der

30er Jahre wiederholt sich. *


Aber eine Bemerkung zu diesen Demonstrationen gegen Rechts: Ich bin

froh, dass die Menschen sofort auf die Straße gegangen sind, als sie

hörten, dass es ein geheimes Treffen gab zwischen der AfD und den

anderen Mistkerlen … äh … Gruppen, in dem die Beseitigung von Bürgern

mit Migrationshintergrund geplant wurde. Aber wie kann ein Teil von den

Demonstrierenden gleichzeitig die ethnische Säuberung durch Israel

unterstützen? Hier werden die Einheimischen deportiert, aus dem Land

Palästina.



*V**iele Deutsche würden dem nicht zustimmen. *


Die Palästinenser:innen sind Einheimische. Sie sind nicht erst vor 20

Jahren gekommen

<https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/krieg-israel-gaza-hamas-terror-netanjahu-bodenoffensive-historiker-tom-segev-92766549.html>

und haben sich ihren Pass geholt. Viele Deutsche wissen das gar nicht?

Ich glaube nicht, dass sie nicht wissen, dass die Palästinenser:innen

seit tausend Jahren dort sind. Und jetzt werden sie von Siedler:innen

vertrieben, die aus New Jersey stammen.



      Zur Nahost-Debatte


/*(Varoufakis *steht für seine Aussage, er verurteile weder die Hamas,

noch israelische Siedler oder Benjamin Netanjahu, sondern Europäer:innen

als Verantwortliche für den Nahostkonflikt (FR berichtete) in der

Kritik. Auch in diesem Interview verwendet er kontrovers diskutierte

Begriffe./


/*Der Internationale Gerichtshof *in Den Haag hat nach einer Klage

Südafrikas festgestellt, dass er Anzeichen für einen mögichen Genozid

beziehungsweise ethnische Säuberungen in Gaza sieht. Diese Ansicht wird

nicht allgemein geteilt. Die israelische Regierung sieht darin eine

antisemitische Haltung./


/*Die Bezeichnung *von Israels Ungleichbehandlung palästinensischer

Menschen als „Apartheid“ ist umstritten und bezieht sich auf ungleiche

Rechtssysteme vor allem im Westjordanland./


/*Die Formulierung *„from the river to the sea, Palestine will be free“

zu deutsch „vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein“ wird mit

Vernichtungserzählungen der Hamas in Verbindung gebracht. Die Parole

gilt seit dem Hamasangriff vom 7. Oktober in manchen Orten als strafbar.

Schon in den in den 1960ern wurde sie von der Partei „Palästinensische

Befreiungsorganisation“ verwendet./


/*Mit der Parole *drücken manche einen Exklusiv-Anspruch der

palästinensischen Menschen auf das Gebiet aus, aber auch auf einen

gemeinsamen Staat für Israelis und Palästinenser:innen, welcher durch

das Völkerrecht gedeckt wäre. Die rechts- konservative Likud-Partei des

israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnte sich im

Wahlkampf von 1977 an diese Formuli/e/rung an, als Unterstreichung eines

Großisraels, das sich vom Jordan bis hin zum Mittelmeer erstreckt. FR)/


*Wie könnte eine Lösung für den Krieg gegen Gaza aussehen? *


Wie wäre es mit der Beendigung der Apartheid? Ich war 1978 Mitglied des

African National Congress. Wer hat die Apartheid in Südafrika beendet?

Die internationale Gemeinschaft. Als einige von uns in London gegen die

Apartheid demonstrierten, wurden wir von der Polizei verprügelt. Wir

hatten einen Premierminister, der behauptete, Mandela sei ein Terrorist.

Was wir damals gegen die Apartheid in Südafrika gemacht haben, war

Boykott, Desinvestition und Sanktionierung.


Das müssen wir auch gegen Israel

<https://www.fr.de/politik/israel-juedischer-staat-judentum-jerusalem-tel-aviv-zionismus-palaestina-naher-osten-nahost-90824848.html>

betreiben. Die internationale Gemeinschaft kann den Israelis und

Palästinenser:innen nicht sagen, wie ihr Staat aussehen soll. Das ist

deren Aufgabe. Aber es ist unsere Aufgabe, für Gleichberechtigung

einzutreten

<https://www.fr.de/politik/die-welt-wird-nach-dem-krieg-zwischen-israel-und-hamas-nicht-mehr-dieselbe-sein-zr-92682636.html>.

Vom Fluss bis zum Meer. Ob es dann ein Staat ist, zwei Staaten, sechs

oder ein halber Staat, werden die Menschen dort entscheiden müssen.



    Ein Dialog zwischen Kriegstreibern und Waffenhändlern - Varoufakis

    wirbt für Friedensbemühungen


*Im Februar haben Sie in München gegen die Sicherheitskonferenz

protestiert. Am selben Wochenende haben Sie gesagt, dass der Dialog in

der Außenpolitik nicht abreißen darf. Nun fanden zum Krieg gegen Gaza

Dialoge auf der Konferenz statt, wenn auch hinter verschlossenen Türen. *


Erinnern Sie sich an die Scorsese-Filme über die Mafia in New York? Sie

treffen sich, sie geben ihre Waffen am Eingang ab, sie sitzen alle an

einem Tisch, essen Pasta und unterhalten sich. Das ist ein Dialog. Aber

ein Dialog unter Mafiosi. So sieht es auch auf der Münchener

Sicherheitskonferenz aus. Es ist ein Dialog zwischen Kriegstreibern und

Waffenhändlern. Und ich bin nicht daran interessiert, denen zuzuhören,

wie sie versuchen, ihren Begriff der Sicherheit zu verkaufen, nachdem

sie die Kriege erst verursacht haben. Genau wie die Mafia.


*Die Mafia schafft eine Bedrohung und bietet den Menschen dann ihren

Schutz an. So wie die Nato. Die Nato hat Europa nichts zu bieten außer

wirtschaftlichem Niedergang, geopolitischer Bedeutungslosigkeit und

Unterordnung unter den Vereinigten Staaten und ihrer endlosen Kriege.*


*Für einige Länder ist die Nato die einzige Möglichkeit, sich geschützt

zu fühlen. *


Nun, ich habe meinen Genoss:innen in Polen und Litauen Folgendes gesagt:

Ich verstehe, dass ihr unter den Stiefeln der russischen Soldaten, der

sowjetischen Soldaten, gelebt habt. Aber wer hat Putin

<https://www.fr.de/politik/wladimir-putin-per42970/> geschaffen? Putin

ist eine Schöpfung des Westens. Ohne die Verelendung und Verarmung

Russlands durch den Westen wäre Russland nach 1991 nicht

zusammengebrochen. Und die russische politische Klasse unter Jelzin

hatte kein Interesse mehr an einem Rüstungswettlauf mit dem Westen. Sie

war dem Westen gegenüber völlig offen. Putin selbst hat in den ersten

Monaten seiner Präsidentschaft vorgeschlagen, dass Russland der Nato

beitritt.


Und was macht die Nato? Sie sagt Nein und fängt an, zunehmend

expansionistisch zu werden. Das gibt jemandem wie Putin die perfekte

Gelegenheit, Alarmbereitschaft und Militarismus zu propagieren,

aufzurüsten und dann eine Bedrohung für Polen und Litauen darzustellen.

Die Nato hat die Bedrohung geschaffen, die sie nachts um den Schlaf

bringt. Und sie wird diese Bedrohung nicht beseitigen. Denn es liegt im

Interesse derjenigen, die hinter der Nato stehen, diese Bedrohung auf

dem höchsten Niveau zu halten. Wenn sie aber Putin so sehr hassen wie

ich, wissen Sie, was sie tun sollten? Schließen Sie mit ihm ein Abkommen

über den Frieden in der Ukraine.


*Wie würde das aussehen? *


Putin erklärt sich bereit, seine Truppen bis hinter die Grenzen vom 22.

Februar 2022 zurückzuziehen

<https://www.fr.de/politik/zukunft-ukraine-krieg-zwei-jahre-bilanz-ausblick-nato-putin-russland-prognose-zr-92852848.html>.

Zurück zurzeit vor dieser Invasion. Gleichzeitig gibt es ein

internationales Abkommen, das die Unabhängigkeit und Souveränität der

Ukraine gewährleistet und Putin verspricht, dass die Ukraine nicht der

Nato beitreten wird. Man muss dafür China als Garant dabei haben. Man

braucht die Europäische Union. Und die Vereinigten Staaten, denn

natürlich kann man Putin nicht trauen. Putin braucht etwas, um sich in

Russland als Sieger zu präsentieren. So könnte er sagen: Ich bin

einmarschiert und habe die Zusage bekommen, dass die Ukraine nicht Teil

der Nato wird. Der Donbass ist allerdings kompliziert. Ich habe dort

Menschen getroffen, die sich als Ukrainer:innen sehen und Menschen, die

sich als Russ:innen sehen. In den 1970er- und 80er-Jahren war das in

Nordirland ähnlich.


Es schien unmöglich, dass sich Protestant:innen und Katholik:innen

einigten. Am Ende gab es das Karfreitagsabkommen. Das könnte für den

Donbass eine Blaupause sein. Das System ist sehr umständlich und schafft

Probleme, aber es funktioniert. Das ist eine gute Alternative zu Krieg

oder ethnischer Säuberung. Unter diesen Bedingungen sollten die

Ukrainer:innen in einem Referendum abstimmen, ob sie der EU beitreten

wollen. Die Frage nach der Zugehörigkeit der Krim soll über die

kommenden 500 Jahre in den Vereinten Nationen erörtert werden. Das wäre

doch die pragmatischste Lösung, oder?


*Zumindest in der Theorie klingt das so. Aber woran scheitert der Dialog? *


Ich denke, die Antwort ist ganz einfach: Washington will das nicht. Wenn

jemand zu mir sagt, aber Putin würde dem nicht zustimmen. Wissen Sie,

was ich sagen würde? Haben Sie es ihm schon vorgeschlagen

<https://www.merkur.de/politik/nato-jubilaeum-zukunftsforscherin-warnt-putins-intention-russland-ukraine-krieg-frieden-92984912.html>?

Was haben Sie zu verlieren? Ich kann nicht garantieren, dass Putin dem

zustimmen würde. Ich weiß es nicht. Aber ich sehe es als Pflicht an, es

zu probieren. Und wenn er ablehnt, können wir wieder an das Reißbrett gehen.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2024

Angst vor Krieg, Katzenjammer in der Nato – und Ärger für von der Leyen

lostineu.eu, vom 6. April 2024

Die Watchlist EUropa vom 06.April 2024 – heute mit der Wochenchronik.

Die Menschen in Deutschland haben Angst vor Krieg. Eine deutliche Mehrheit (67 Prozent) sieht Frieden und Sicherheit in Europa sehr stark oder stark bedroht. Dieses Ergebnis des ARD-Deutschland-Trends war für mich die Nachricht der Woche.

Sie bedeutet nichts anderes, als dass die EU und die Nato ihre (angeblich) zentrale Aufgabe nicht erfüllen: Den Frieden in Europa zu sichern. Statt sich um Frieden zu bemühen, lassen sie sich immer tiefer in den Krieg mit Russland um die Ukraine ziehen.

Statt sich endlich einzugestehen, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist, bereiten die EU- und Nato-Politiker die Menschen auf eine Eskalation vor. Die Bundeswehr müsse „kriegstüchtig“ werden, heißt es seit Wochen in Berlin. Kein Wunder, dass sich nun Kriegsangst ausbreitet!

Alternativen sind kein Thema, wie auch das letzte Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel gezeigt hat. Man müsse sich auf einen langen Krieg vorbereiten, sagte Nato-Generalsekretär Stoltenberg. Die Ukraine sei in die Defensive geraten, umso mehr müsse man ihr nun helfen.

Kein Wort von Frieden oder Verhandlungen. Kein Wort von angeblichen Teilungsplänen für die Ukraine, über die „BILD“ berichtet. Stattdessen präsentierte Stoltenberg Ideen, die Aufrüstung stärker in europäische Hände zu legen und sich von den USA unabhängiger zu machen.

Vertrauen verloren

Begründet werden sie mit der Sorge, der Republikaner Trump könne erneut ins Weiße Haus einziehen und der Ukraine die militärische Unterstützung versagen. Deshalb sollen nun die EUropäer mehr in die Verantwortung gezogen werden – und auch mehr zahlen.

Doch es ist eine Illusion, dass die Nato in wenigen Wochen „Trump-proof“ werden könnte. Es ist auch eine Illusion, dass die EUropäer die Ukraine im Alleingang stabilisieren oder gar „retten“ könne. Dafür haben sie weder die militärischen noch die finanziellen Mittel.

Und so breitet sich ausgerechnet zum 75. Jubiläum der Nato-Gründung der große Katzenjammer aus. Das US-geführte Militärbündnis ist nicht nur hoffnungslos überdehnt, es hat auch das Vertrauen in die US-Führung verloren – und damit in seine eigene Existenzgrundlage…

Siehe auch „Panik in der Nato“ und „75 Jahre Nato: Der Fluch der Osterweiterung“

Was war noch? Nach einer tödlichen Attacke auf humanitäre Helfer haben die USA angefangen, Israel unter Druck zu setzen. Daraufhin sollen nun mehr Hilfslieferungen nach Gaza erlaubt werden. Die EU unterstützt dies, hat jedoch nichts unternommen, um selbst Druck auszuüben. Die Statements aus Brüssel waren windelweich.

Außerdem laufen sich die EU-Politiker langsam warm für die Europawahl. Umfragen zeigen, dass Kommissionschefin von der Leyen der Wind ins Gesicht bläst. Zuletzt haben sich sogar vier EU-Kommissare von ihr distanziert. Nun soll ihr langjähriger Berater Seibert die Wahlkampagne organisieren – bisher war er ihr Kabinettschef…

Mehr zu von der Leyens Problemen hier. Mehr Newsletter hier.

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:

Kungelei, Willkür, Korruption: Neue Vorwürfe gegen von der Leyen
Kungelei, Willkür, Korruption: Neue Vorwürfe gegen von der Leyen 5. April 2024

Zwei Monate vor der Europawahl ist EU-Chefin von der Leyen in die Defensive geraten. Wegen ihrer Amtsführung kommen immer neue Vorwürfe. Nun gibt es auch noch Ärger mit dem Europa-Wahlkampf.

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selenskyi-den_haag

Russische Kriegsverbrechen: Zentrale Fragen weiter offen 2. April 2024

In Den Haag hat eine Konferenz zu mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine begonnen. Sie soll für Gerechtigkeit sorgen und Entschädigungen vorbereiten – doch zentrale Fragen sind auch zwei Jahre nach Beginn des Krieges immer noch offen.

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Cicero Keine Wahl

Warum diese Europawahl eine Mogelpackung ist 1. April 2024

Der Europa-Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf. Die Parteien versuchen, mit dramatischen Appellen zur Wahl im Juni zu mobilisieren. Dabei haben die Wähler diesmal weniger zu melden als früher.

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1 Comment

  1. european
    6. April 2024 @ 21:05

    Stoltenberg ist in meinen Augen einer der Ober-Kriegstreiber. Die Nato lässt sich damit nicht hineinziehen, sondern er scharrt schon mit den Hufen, damit es endlich losgeht. Endlich wieder Krieg. Her mit den Waffen, nachdem nun schon die Dependence in Japan nichts geworden ist.

    Spätestens nach seiner Rede im EU-Parlament, als er ganz munter über die Kommunikation mit Russland vor dem Krieg plauderte, als Russland die schriftliche Zusage haben wollte, dass sich die Nato nicht weiter an Russland’s Grenzen ausdehnt. Russland hatte einen Vertragsentwurf darüber geschrieben.

    https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_218172.htm

    „The background was that President Putin declared in the autumn of 2021, and actually sent a draft treaty that they wanted NATO to sign, to promise no more NATO enlargement. That was what he sent us. And was a pre-condition for not invade Ukraine. Of course we didn’t sign that.“

    Nicht nur das. Danach kam der Triumpf. Ha! „The opposite happened“

    „So he went to war to prevent NATO, more NATO, close to his borders. He has got the exact opposite. He has got more NATO presence in eastern part of the Alliance and he has also seen that Finland has already joined the Alliance and Sweden will soon be a full member.“

    Denen sind wir also auf die Pelle gerückt. Das hat er nun davon, der Russe. Und nun wissen wir nicht mehr wie wir da rauskommen sollen. Die US-Administration macht gerade in Taiwan ein weiteres Fass auf. Mit geschickter Planung gibt es einen Bündnisfall und natürlich nur auf unserem Kontinent. In USA klirrt keine Fensterscheibe. Stoltenberg wird in der Zwischenzeit abgelöst und kann sich sein Flammenwerk aus der Ferne ansehen.

    Colonel Wilkerson hat mal in einem seiner vielen Interviews eine ziemlich gute Einschätzung der Nato gegeben. Er sagte nämlich, dass die Nato auf dem Weg ist „unmanageable“ zu werden. Zu groß, zu unhandlich, zu viele unterschiedliche Interessen und Kulturen. Damit dürfte er so ziemlich den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Die Frage ist nur, wie sich das auf den europäischen Kontinent auswirken wird.


info: https://lostineu.eu/angst-vor-krieg-katzenjammer-in-der-nato-und-fuer-von-der-leyen-wirds-eng


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Kungelei, Willkür, Korruption: Neue Vorwürfe gegen von der Leyen


lostineu.eu, vom 5. April 2024

Zwei Monate vor der Europawahl ist EU-Chefin von der Leyen in die Defensive geraten. Wegen ihrer Amtsführung kommen immer neue Vorwürfe. Nun gibt es auch noch Ärger mit dem Europa-Wahlkampf.

Es begann mit der Meldung, dass die europäische Staatsanwaltschaft ermittelt. Dabei geht es um Korruption, Einmischung in öffentliche Ämter und Interessenskonflikte bei den Impfstoffdeals – also um das so genannte „Pfizergate“. Kein Kommentar von der Staatsanwaltschaft und der EU-Kommission, wie üblich.

Dann kam der Vorwurf der Vetternwirtschaft. Die Ernennung des CDU-Politikers M. Pieper zum Mittelstandsbeauftragten der Kommission werfe „Fragen zur Transparenz und Unvoreingenommenheit“ des Verfahrens auf, heißt es in einem Schreiben von vier EU-Kommissaren an die CDU-Politikerin.

Vier Kommissare begehren gegen VDL auf

Das Kollegium müsse „gemeinsam über eine Antwort auf die Vorwürfe und über mögliche Auswirkungen auf die nächsten Schritte im Einstellungsverfahren beraten“, fordern die Kommissare Thierry Breton, Nicolas Schmit und Paolo Gentiloni sowie der EU-Außenbeauftragten Josep Borrell.

Abgeordnete von Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linken werfen von der Leyen vor, bei der Besetzung könne „die Parteizugehörigkeit des Kandidaten eine entscheidende Rolle gespielt haben“.

Damit nicht genug: Der EU-Chefin, die von der CDU zur Spitzenkandidatin für die Europawahl nominiert wurde, wird auch der Verrat europäischer Werte vorgeworfen. Dieser Vorwurf wurde nach ihrem Ägpyten-Deal laut, aber auch nach einem Telefonat mit dem azerbaidschanischen Machthaber Alijev.

Der Kabinettschef als Wahlkampf-Manager

Last but not least vermischen von der Leyen und ihr Kabinettschef Seibert nun auch noch ihre offiziellen Funktionen in der Kommission mit dem Europa-Wahlkampf. Seibert wird nämlich von der Leyens Wahl-Kampagne leiten, wie die konservative EVP bekannt gab.

Offiziell wird er dafür zwar von seinem Job als Kabinettschef freigestellt. Doch gleich nach der Europawahl Anfang Juni will Seibert wieder auf seine alte Stelle zurückkehren – und wie bisher die Strippen in der EU-Kommission ziehen.

Und von der Leyen denkt gar nicht daran, eine Pause zu machen – sie will auch während des Wahlkampfs die EU-Kommission leiten. Die Brüsseler Behörde wird damit zu einem Ableger der EVP und der dort tonangebenden CDU…

Siehe auch Bei einer Direktwahl würde von der Leyen durchfallen und „Warum diese Europawahl eine Mogelpackung ist“

P.S. Nach den Leitlinien der EU-Kommission für Wahlen dürfen Kommissare keine „menschlichen und sachlichen Ressourcen“ aus der EU-Behörde für ihren Wahlkampf nutzen. Seibert wird zwar für ein paar Wochen aus dem Kommissionsgebäude herausgeholt – aber seine menschlichen Ressourcen wird VDL dennoch Tag und Nacht nutzen. Ein Verstoß gegen die eigenen Regeln?

2 Comments

  1. Helmut Höft
    6. April 2024 @ 09:25

    „Vetternwirtschaft, Willkür, Korruption: Neue Vorwürfe gegen von der Leyen“ *huch* Iss dess jezz neu? Hab‘ isch da was verpasst?

    Wer mit Papas Protektion aus dem Stadtrat von Sehnde – dann noch Frau, dann noch 7 Kinder, dann noch Familienmini, dann noch Kriegsmini – nach „Europa regieren“ kommt … der kann nur so enden: Im Sumpf (siehe oben).

Reply

  • KK
    6. April 2024 @ 11:02

    Ist das korrupt – oder kann das bleiben?
    Oder beides?


info: https://lostineu.eu/immer-neue-vorwuerfe-gegen-von-der-leyen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

07.04.2024

Nachrichten von Pressenza: 45 Jahre nach Three Mile Island brauchen wir ein „Atomstopp“-Comeback

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 7. April 2024,


Nachrichten von Pressenza - 07.04.2024


45 Jahre nach Three Mile Island brauchen wir ein &#8222;Atomstopp&#8220;-Comeback


Während Biden Milliarden in die Atomenergie versenkt, schließen sich Mitglieder der historischen Clamshell Alliance zusammen, um eine neue Welle des Anti-Atom-Widerstands zu entfachen. Von Arnie Alpert Als 1979 der Atomreaktor auf Three Mile Island in Pennsylvania innerhalb weniger Augenblicke von&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/45-jahre-nach-three-mile-island-brauchen-wir-ein-atomstopp-comeback/


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Rüstungsexport-Studie Missachtung des Völkerrechts und unzureichende Kontrolle


Deutschland wird seinen europäischen und internationalen Verpflichtungen bei der Rüstungsexportkontrolle nicht gerecht. Die Bundesregierung muss die bestehende Praxis und Gesetzeslage maßgeblich verschärfen. Das ist das Ergebnis der Studie „Deutsche Rüstungsexporte vor dem Hintergrund europäischer und internationaler Verpflichtungen&#8220; des Völkerrechtlers Prof.&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/ruestungsexport-studie-missachtung-des-voelkerrechts-und-unzureichende-kontrolle/


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Milagro Sala: 3.000 Tage willkürliche Inhaftierung


Auf Einladung der ACAF (Versammlung der argentinischen Bürger in Frankreich) kamen zahlreiche Verbände und prominente Persönlichkeiten aus dem Bereich der Menschenrechte und der Politik zusammen, um die 3.000-tägige Inhaftierung von Milagro Sala anzuprangern und ein Ende dieser schändlichen illegalen Inhaftierung&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/milagro-sala-3-000-tage-willkuerliche-inhaftierung/


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Ben Arad, junger israelischer Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen: &#8222;Ich werde nicht an einem Rachekrieg teilnehmen&#8220;


Ben Arad, ein 18-Jähriger aus Ramat Hasharon kam heute morgen in die Einberufungsstelle Tel Hashomer und weigerte sich aus Protest gegen den Gaza-Krieg, der israelischen Armee beizutreten. Er wurde zu 20 Tagen Militärhaft verurteilt, die voraussichtlich verlängert wird, falls er&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/ben-arad-junger-israelischer-kriegsdienstverweigerer-aus-gewissensgruenden-ich-werde-nicht-an-einem-rachekrieg-teilnehmen/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

07.04.2024

Pepe Escobar: Der Mechanismus: Wie die auf frei erfundenen Regeln basierende "Ordnung" in Barbarei abgleitet

seniora.org, vom 06. April 2024, 5. April 2024 Von Pepe Escobar  – übernommen von strategic-culture.su

Die Europäer werden niemals in der Lage sein, die altbewährte Geldwäschemaschine des Hegemonen zu kopieren, schreibt Pepe Escobar.


Screenshot_2024_04_08_at_09_12_22_Seniora.org_Pepe_Escobar_Der_Mechanismus_Wie_die_auf_frei_erfundenen_Regeln_basierende_Ordnung_in_Barbarei_abgleitet

© Photo: Public domain


The awful shadow of some unseen Power
Floats tho’ unseen amongst us, -visiting
This various world with as inconstant wing
As summer winds that creep from flower to flower.-
Like moonbeams that behind some piny mountain shower,
It visits with inconstant glance
Each human heart and countenance;
Like hues and harmonies of evening,-
Like clouds in starlight widely spread,-
Like memory of music fled,-
Like aught that for its grace may be
Dear, and yet dearer for its mystery.

Shelley, Hymn to Intellectual Beauty


Pepe Escobar Independent geopolitical analyst, writer and journalist 

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, Pepe Escobars nachstehend treffende und erschreckende Analyse über die Barbarei unserer Zeit möchten wir Ihnen nicht zumuten, ohne darauf hinzuweisen, dass unsere Unmenschlichkeit nicht vom Himmel gefallen ist, nicht in der Natur des Menschen begründet liegt, sondern unserem Unwissen   – unserem Nichtwissen und Falschwissen   – über die Sozialnatur des Menschen geschuldet ist. Unser Wissen, bewusst und vor allem unbewusst beruht auf unserem falschen Menschenbild, auf einem gigantischen Irrtum: Der Mensch sei böse oder sündig und muss zum Guten gezwungen werden. Die Ideen von Hobbes: «Homo homini lupus» sind noch nicht wirklich überwunden. Auch religiöse Glaubensüberzeugungen, dass der Mensch eine Erbsünde habe, belastet viele von uns, was sich dann locker mit einem «inneren Schweinehund» erklären lässt, den ja jeder habe. Solche Gefühle sind unbewusst und werden von Generation zu Generation tradiert. Angeboren sind sie nicht, was die entscheidende Erkenntnis ist, sonst werden wir alle schwermütig, ob der aktuellen Barbarei. Die Aussicht auf einen Ausweg beschreibt Polybios vorzüglich in seinem grossen Aufsatz, den wir Pepes Analyse voranstellen: Der Mensch im Lichte der modernen Psychologie  Hoffnungsvoll und herzlich Margot und Willy Wahl


Während die nordatlantische de facto Terrororganisation ihren 75. Geburtstag feiert und Lord Ismays Motto in immer neue Höhen treibt ("die Amerikaner drinnen, die Russen draußen und die Deutschen unten halten"), hat dieser dicke norwegische Holzklotz, der sich als Generalsekretär ausgibt, eine fröhliche "Initiative" zur Schaffung eines 100-Milliarden-Euro-Fonds zur Bewaffnung der Ukraine für die nächsten fünf Jahre ergriffen.


Übersetzung, was die entscheidende Geldfront im NATO-Russland-Konflikt betrifft: Teilweiser Austritt des Hegemons   – der bereits vom nächsten ewigen Krieg gegen China besessen ist; Auftritt der bunt zusammengewürfelten Mannschaft zerlumpter, entindustrialisierter europäischer Chihuahuas, die alle hoch verschuldet sind und die mehrheitlich in der Rezession stecken.

Ein paar IQs über der durchschnittlichen Raumtemperatur im NATO-Hauptquartier in Haren, Brüssel, hatten die Frechheit, sich zu fragen, wie man einen solchen Betrag aufbringen kann, da die NATO keinerlei Einfluss auf die Geldbeschaffung unter den Mitgliedsstaaten hat.


Schließlich werden die Europäer niemals in der Lage sein, die bewährte Geldwäschemaschine des Hegemonen zu kopieren. Angenommen, das vom Weißen Haus vorgeschlagene 60-Milliarden-Dollar-Paket für die Ukraine würde vom US-Kongress gebilligt   – was nicht der Fall sein wird   –, so werden nicht weniger als 64 % der Gesamtsumme Kiew nie erreichen: Sie werden innerhalb des industriell-militärischen Komplexes [der USA] gewaschen werden.

Doch es wird noch dystopischer: Norwegian Wood, mit roboterhaftem Blick und fuchtelnden Armen, glaubt tatsächlich, dass der von ihm vorgeschlagene Schritt keine direkte NATO-Militärpräsenz in der Ukraine   – oder im Land 404   – nach sich ziehen wird; etwas, was bereits seit geraumer Zeit eine Tatsache ist, ungeachtet der kriegstreiberischen Wutanfälle von Le Petit Roi in Paris (Peskow: "Die Beziehungen zwischen Russland und der NATO sind in eine direkte Konfrontation übergegangen.").


Kombinieren Sie nun das tödliche Looney Tunes-Spektakel an der NATO-Stan-Front mit der Flugzeugträger-Performance des Hegemons in Westasien, die sein industrielles Abschlachtungs-/Verhungerungs-Völkermord-Projekt in Gaza konsequent in unbeschreibliche Höhen treibt   – den akribisch dokumentierten Holocaust, dem die "Führer" des globalen Nordens mit verzerrtem Schweigen zusehen.


Die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese brachte es auf den Punkt: Das biblische psychopathologische Gebilde "tötete die WCK-Mitarbeiter absichtlich, damit sich die Geber zurückziehen und die Zivilbevölkerung in Gaza weiterhin in aller Ruhe verhungern kann. Israel weiß, dass die westlichen Länder und die meisten arabischen Länder keinen Finger für die Palästinenser rühren werden."


Die "Logik" hinter dem absichtlichen dreimaligen Angriff auf den klar gekennzeichneten humanitären Konvoi von Helfern zur Linderung der Hungersnot in Gaza bestand darin, ein noch schrecklicheres Ereignis aus den Nachrichten zu verdrängen: den Völkermord im Völkermord am Al-Shifa-Krankenhaus, das für mindestens 30 % aller Gesundheitsdienste in Gaza verantwortlich ist. Al-Shifa wurde bombardiert, verbrannt und über 400 Zivilisten wurden kaltblütig getötet, in mehreren Fällen buchstäblich von Bulldozern zermalen, darunter Ärzte, Patienten und Dutzende von Kindern.


Fast gleichzeitig hat die biblische Psychopathologie-Bande die Wiener Konvention vollständig ausgehöhlt   – etwas, was selbst die historischen Nazis nie getan haben   – und die konsularische Vertretung/Botschafterresidenz des Iran in Damaskus getroffen.


Es handelte sich um einen Raketenangriff auf eine diplomatische Mission, die Immunität genießt, auf dem Territorium eines Drittlandes, gegen das die Bande nicht im Krieg ist. Und obendrein wurden General Mohammad Reza Zahedi, der Kommandeur der Quds-Truppe der IRGC in Syrien und im Libanon, sein Stellvertreter Mohammad Hadi Hajizadeh, fünf weitere Offiziere und insgesamt 10 Personen getötet.


Übersetzung: ein Terrorakt gegen zwei souveräne Staaten, Syrien und Iran. Das ist vergleichbar mit dem jüngsten Terroranschlag auf das Moskauer Krokus-Rathaus.


In den Ländern der globalen Mehrheit stellt sich unweigerlich die Frage: Wie können diese De-facto-Terroristen mit all dem ungestraft davonkommen, immer und immer wieder?


Die Sehnen des liberalen Totalitarismus

Vor vier Jahren, zu Beginn dessen, was ich später als die "Raging Twenties" ("Die rasenden Zwanziger") bezeichnet habe, begannen wir, die Konsolidierung einer Reihe von miteinander verflochtenen Konzepten zu beobachten, die ein neues Paradigma definieren. Wir machten uns mit Begriffen wie "circuit breaker", "negative feedback loop", "state of exception", "necropolitics" und "hybrid neofascism" vertraut.


Mit dem Fortschreiten des Jahrzehnts wurde unsere Notlage zumindest durch einen doppelten Hoffnungsschimmer gemildert: das Streben nach Multipolarität, angeführt von der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China, wobei der Iran eine Schlüsselrolle spielt, und all dies in Verbindung mit dem totalen Zusammenbruch der "regelbasierten internationalen Ordnung".


Doch zu behaupten, dass noch ein langer und kurvenreicher Weg vor uns liegt, ist die Mutter aller Euphemismen.


Um Bowie zu zitieren, den ultimativen späten, großen Ästheten: Where Are We Now? (Wo sind wir jetzt?) Nehmen wir diese sehr scharfe Analyse des stets engagierten Fabio Vighi von der Universität Cardiff und entwickeln sie noch ein wenig weiter.


Jeder, der kritisches Denken auf die Welt um uns herum anwendet, kann den Zusammenbruch des Systems spüren. Es handelt sich um ein geschlossenes System, das sich leicht als liberaler Totalitarismus definieren lässt. Cui bono? Die 0,0001%.


Daran ist nichts Ideologisches. Folgen Sie dem Geld. Die entscheidende negative Rückkopplungsschleife ist eigentlich die Schuldenschleife. Ein krimineller, asozialer Mechanismus, der durch   – was sonst   – eine Psychopathologie in Gang gehalten wird, die so akut ist wie die der biblischen Völkermorde in Westasien.


Der Mechanismus wird von einer Triade durchgesetzt.

1. Die transnationale Finanzelite, die Superstars der 0,0001%.

2. Die politisch-institutionelle Schicht, vom US-Kongress bis zur Europäischen Kommission in Brüssel, sowie die "Führer" der Kompradoren-Elite im globalen Norden und Süden.

3. Die frühere "Intelligenz", die heute im Wesentlichen aus bezahlten Schreiberlingen besteht, von den Medien bis zu den Hochschulen.


Diese institutionalisierte Hyper-Vermittlung der Realität ist (Kursivschrift von mir   – PE), in der Tat, der Mechanismus.


Es ist dieser Mechanismus, der die Verschmelzung der vorgefertigten "Pandemie"   – komplett mit dem Hardcore-Sozial-Engineering, das als "humanitäre Abriegelungen" verkauft wird   – in   – wieder einmal   – Ewige Kriege gesteuert hat, vom Projekt Völkermord in Gaza bis zur Russophobie/Kulturbesessenheit, die im Projekt Stellvertreterkrieg in der Ukraine eingebaut ist.

Das ist die Essenz der totalitären Normalität: das Projekt für Humanität durch die entsetzlich mittelmäßigen, selbsternannten Great Reset"-Eliten" des kollektiven Westens.


Sanftes Töten mit KI

Ein Schlüsselvektor des gesamten Mechanismus ist die direkte, bösartige Verflechtung zwischen einer technologisch-militärischen Euphorie und dem hyperinflationären Finanzsektor, der jetzt im Bann der KI steht.


Man denke nur an KI-Modelle wie "Lavender", die im Gaza Killing Field Lab vor Ort getestet werden. Im wahrsten Sinne des Wortes: künstliche Intelligenz, die die Ausrottung von Menschen programmiert. Und es geschieht, in Echtzeit. Nennen Sie es Projekt KI-Genozid.


Ein weiterer Vektor, mit dem bereits experimentiert wird, ist in der indirekten Behauptung der toxischen EU-Medusa Ursula von der Lügen enthalten: im Wesentlichen die Notwendigkeit, Waffen als Covid-Impfstoffe herzustellen.


Das ist der Kern eines Plans, die Finanzierung der EU durch die europäischen Steuerzahler zu nutzen, um die "Finanzierung" von "gemeinsamen Verträgen für Waffen" zu erhöhen. Das ist ein Ableger von von der Lügens Vorstoß zur Einführung von Covid-Impfstoffen   – ein gigantischer, mit Pfizer verbundener Betrug, der bald von der EU-Staatsanwaltschaft untersucht und vermutlich aufgedeckt werden wird. In ihren eigenen Worten über den geplanten Waffenbetrug: "Wir haben das für Impfstoffe und Gas gemacht."


Nennen Sie es "Weaponization of Social Engineering 2.0".

Inmitten all des Geschehens in diesem riesigen Korruptionssumpf bleibt die Agenda des Hegemons ziemlich offenkundig: die Aufrechterhaltung seiner   – schwindenden   – überwiegend thalassokratischen, militärischen Hegemonie, egal was passiert, als Grundlage für seine finanzielle Hegemonie; der Schutz des US-Dollars; und der Schutz dieser unermesslichen, unbezahlbaren Schulden in US-Dollar.


Und das bringt uns zu dem geschmacklosen Wirtschaftsmodell des Turbokapitalismus, wie es von den kollektiven Medienschreiberlingen des Westens verkauft wird: der Schuldenkreislauf, das virtuelle Geld, das ununterbrochen geliehen wird, um mit dem "Autokraten" Putin und der "russischen Aggression" fertig zu werden. Das ist ein wichtiges Nebenprodukt von Michael Hudsons scharfer Analyse des FIRE-Syndroms (Finance-Insurance-Real Estate).


Der Ouroboros greift ein: Die Schlange beißt sich selbst in den Schwanz. Jetzt führt die dem Mechanismus innewohnende Torheit den Kasinokapitalismus unweigerlich in die Barbarei. Unverfälschte Grausamkeit   – nach Art des Crocus City Hall und nach Art des Project Gaza Genocide.

Und so bringt der Mechanismus Institutionen hervor   – von Washington über Brüssel bis hin zu den Zentren des globalen Nordens und dem völkermordenden Tel Aviv   –, die auf den Status psychotischer Killer herabgestuft werden und der Gnade von Big Finance/FIRE ausgeliefert sind (oh, welch fabelhafte Immobilienmöglichkeiten am Meer im "freien" Gaza).


Wie können wir einer solchen Torheit entkommen? Werden wir den Willen und die Disziplin haben, Shelleys Vision zu folgen und in "diesem düsteren, weiten Tal der Tränen" den transzendenten Geist der Schönheit   – und der Harmonie, des Gleichmuts und der Gerechtigkeit   – zu beschwören?


Quelle: https://strategic-culture.su/news/2024/04/05/mechanism-how-order-based-on-made-up-rules-descending-into-savagery/

Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=5167&mailid=2155


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

06.04.2024

Parteienlandschaft im Umruch

aus Titelseite der Frankfurter Rundschau, 6. April 2024


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Info: https://www.fr.de/

06.04.2024

Filmtipp: Der Fall Selensky (auf youtube)

aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. April 2024, 19:14 Uhr


*Filmtipp: */(auf youtube)/*


Der Fall Selensky*/


Von Thomas Röper - Anti-Spiegel 5.4.2024

<https://www.anti-spiegel.ru/2024/filmtipp-fuer-das-wochenende-der-fall-selensky/>/Ich 

habe schon auf die russische Doku „Der Fall Selensky“ hingewiesen, die

in Russland entstanden ist und für die auch ich als Experte befragt

wurde. Die Doku wurde auch mit deutschen Untertiteln versehen und

inzwischen sind alle vier Teile der Doku veröffentlicht worden, weshalb

ich sie als interessanten Filmtipp für das Wochenende empfehle. Die

Links zu den vier Folgen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Die Doku zeichnet das ganze Leben des heutigen ukrainischen Präsidenten

nach, der früher ein in Russland und der Ukraine gleichermaßen beliebter

Komiker war. In der Doku werden die Anfänge von Selenskys Karriere in

den 90er Jahren gezeigt und es kommen viele ehemalige Weggefährten von

ihm zu Wort.

Es ist eine sehr detaillierte Doku, die für deutsche Zuschauer teilweise

vielleicht etwas schwer verständlich ist, weil sie einiges Wissen über

diese Zeit in Russland und der Ukraine voraussetzt. Trotzdem empfehle

ich sie, denn sie zeigt vieles auf, was in Deutschland unbekannt ist.


*Der Fall Selensky 1/4

*https://www.youtube.com/watch?v=U3yYtjjRAaM&t=145s 

<https://www.youtube.com/watch?v=U3yYtjjRAaM&t=145s>


*Der Fall Selensky 2/4

*https://www.youtube.com/watch?v=2sup7PguxVc&t=21s 

<https://www.youtube.com/watch?v=2sup7PguxVc&t=21s>


*Der Fall Selensky 3/4

*https://www.youtube.com/watch?v=-BMjHdVd2pA&t=6s 

<https://www.youtube.com/watch?v=-BMjHdVd2pA&t=6s>


*Der Fall Selensky 4/4

*https://www.youtube.com/watch?v=I6cF0RRDNU8&t=6s 

<https://www.youtube.com/watch?v=I6cF0RRDNU8&t=6s>


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

06.04.2024

Das Ausmaß der Krise in der US-Wirtschaft lässt sich nicht mehr lange unter den Teppich kehren.

Screenshot_2024_04_07_at_10_09_12_Seniora.org_Biden_wendet_sich_mit_Blick_auf_die_Finanzstabilit_t_an_Xi_Jinping

Die US-Finanzministerin Janet Yellen ist auf der ersten Etappe eines sechstägigen Besuchs in China in Guangzhou eingetroffen, 4. April 2024


seniora.org, 06. April 2024, 5. April 2024 Von M. K. Bhadrakumar - übernommen von indianpunchline.com

(Red.)Bhadrakumar schreibt wie immer sehr kenntnisreich, besonnen und sachlich. Wenn die USA sagen, dass es im Interesse "der Welt" sei (will sagen: "Wir sind die Welt!" ), dass China "Erfolg" habe, zeigt das nur, dass der Hegemon genau weiss, wer ihn finanziert. Wie heisst es so schön: "Don't bite the hand that feeds you." In der Ansage von Xi zeigt sich der gewaltige Kulturunterschied: Frieden, Stabilität und Verlässlichkeit sind die Basis der weltweiten Kooperation und nicht Drohungen, Verursachung von Chaos und Lug und Trug. Die Quadratur des Zirkels für BRICS wird sein, den Hegemon zu entwaffnen ohne uns alle dabei in die Abgrund zu reissen. Die nächsten Schritte werden ausserordentlich vorsichtig aber kraftvoll ausfallen - wir dürfen darauf hoffen, dass sie uns alle dem Frieden und der Stabilität näher bringen.(am)


Im Mittelpunkt des Telefongesprächs zwischen US-Präsident Joe Biden und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Dienstag stand der Konsens, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und China seit ihrem Gipfeltreffen in Woodside, Kalifornien, im November 2023 "zu stabilisieren beginnen".

Beide Seiten waren sich einig, dass ihr Gespräch "offen und konstruktiv" war. Nach Einschätzung der chinesischen Analysten besteht in Peking und Washington der gemeinsame Wille, "zu verhindern, dass negative Faktoren die allgemeine Stabilität der bilateralen Beziehungen beeinflussen."

Xi schlug drei "übergreifende Prinzipien" für das Jahr 2024 vor: "Frieden muss geschätzt werden", "Stabilität muss Vorrang haben" und den Zusagen sollten Taten folgen.

Im Allgemeinen kann das Telefonat positiv bewertet werden. Sowohl Xi als auch Biden äußerten den Wunsch, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren, Differenzen zu bewältigen und die Zusammenarbeit auszubauen, und stimmten darin überein, dass eine stabile und berechenbare Beziehung zwischen China und den USA in ihrem Interesse liegt.

Washington gab nach dem Telefonat bekannt, dass Finanzministerin Janet Yellen vom 3. bis 9. April zu einem längeren Besuch nach China reisen wird. Das US-Finanzministerium erklärte, dass sie "auf der intensiven Diplomatie aufbauen wird, die sie betrieben hat, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen verantwortungsvoll zu verwalten und die amerikanischen Interessen zu fördern".

Zuvor hatte eine hochrangige Regierungs-Offizielle bei einem Pressegespräch im Weißen Haus betont, dass die Regierung Biden ihren Ansatz gegenüber China nicht geändert habe, "der sich weiterhin auf den Rahmen von Investieren, Angleichen und Konkurrieren konzentriert. Ein intensiver Wettbewerb erfordert eine intensive Diplomatie, um Spannungen zu bewältigen, Fehlwahrnehmungen zu beseitigen und unbeabsichtigte Konflikte zu vermeiden. Und dieser Anfruf ist eine Möglichkeit, dies zu tun".

Allerdings nannte sie auch Bereiche der Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen, "in denen unsere Interessen übereinstimmen"   – Drogenbekämpfung, künstliche Intelligenz, militärische Kommunikationskanäle und Klimafragen. Sie rechnete damit, dass "je nachdem, was im kommenden Jahr passiert, die Chance für ein weiteres persönliches (Gipfel-)Treffen besteht, aber wir können nicht einmal darüber spekulieren, wann das sein könnte. Aber sicherlich sind dieses persönliche Treffen und die Anrufe in der Zwischenzeit von großem Wert."

Dem sechstägigen Besuch Yellens wird "in den kommenden Wochen" eine Reise des Außenministers Antony Blinken nach Peking folgen. Auch ein Telefonat zwischen den Verteidigungsministern wird "in Kürze" erwartet. In der Tat ist eine ständige Intensivierung im Gange.

Biden hat das Gespräch initiiert. Es ist denkbar, dass Washington, das mit zahlreichen Problemen im In- und Ausland konfrontiert ist, China mehr braucht als umgekehrt. Angesichts der Konflikte in Gaza und der Ukraine kann es sich eine Konfrontation in der Straße von Taiwan kaum leisten. Auch hier sind die USA auf die Zusammenarbeit mit China in wichtigen Bereichen wie der Bekämpfung von Fentanyl, dem Klimawandel, der künstlichen Intelligenz, der Umstellung auf grüne Energie usw.   – und vor allem der finanziellen Stabilität   – angewiesen.

Finanzielle Stabilität ist ein zentrales Thema. Im Mittelpunkt von Yellens Reiseplan stehen ihre ausgedehnten Treffen mit Vizepremier He Lifeng, die sich über zwei Tage erstrecken. He Lifeng wurde im November letzten Jahres zum Leiter des Büros der Zentralen Finanzkommission ernannt und ist nun der Chef des wichtigsten Finanz- und Wirtschaftsstabs der Kommunistischen Partei Chinas.

Yellen wird mit Finanzminister Lan Fo'an, Premierminister Li Qiang, Pekings Bürgermeister Yin Yong, dem Gouverneur der People's Bank of China, Pan Gongsheng, und führenden chinesischen Wirtschaftswissenschaftlern zusammentreffen. Das Hauptaugenmerk von Yellen wird eindeutig auf der Finanzstabilität liegen, die für die Beziehungen zwischen den USA und China von entscheidender Bedeutung ist.

Die US-Geldpolitik befindet sich an einem Wendepunkt. Die finanziellen Risiken haben zugenommen, und die Unsicherheit auf dem Weltmarkt steigt. Die von den Anlegern geteilte Besorgnis zeigt sich in der zunehmenden Attraktivität von Gold als sicherer Hafen.

Das globale Finanzsystem wird von zahlreichen Faktoren erschüttert, wie z.B. einer untragbaren Verschuldung, geopolitischen Konfrontationen und einer neuen Ära mit geringem Wachstum, niedrigen globalen Investitionen und einer De-Globalisierung. Ein wichtiger Faktor, der sich auf die Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems auswirkt, sind jedoch die aktuellen Spekulationen über eine Zinssenkung in den USA, die die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würde.

In der Vergangenheit war die Lockerung der US-Geldpolitik der Vorbote globaler Finanzkrisen. Als erste und zweite Volkswirtschaften der Welt werden die USA und China im Cockpit sitzen, um eine globale Finanzkrise zu steuern, für die der Run der Anleger auf Gold als sicheren Hafen ein frühes Warnsignal ist.

Der Anstieg der Goldpreise spiegelt sowohl die Panik vor den Risiken des globalen Finanzsystems als auch das mangelnde Vertrauen in auf US-Dollar lautende Vermögenswerte wider. Der Punkt ist, dass die unverantwortliche Geldpolitik der USA die internationale Nachfrage nach Dollar und auf Dollar lautenden Vermögenswerten stark beeinträchtigt hat.

Das Ausmaß der Krise in der US-Wirtschaft lässt sich nicht mehr lange unter den Teppich kehren. Die Staatsverschuldung der USA, die heute auf 34 Billionen Dollar geschätzt wird, entspricht fast dem Gesamtwert der Volkswirtschaften von China, Deutschland, Japan, Indien und dem Vereinigten Königreich.

Jetzt tritt China auf. Chinas konsequente Geldpolitik hat Peking politischen Spielraum und Instrumente in Reserve geschaffen, um alle neuen Herausforderungen im globalen Finanzsystem zu bewältigen, während sein Devisenmarkt widerstandsfähiger geworden ist.

Während eine Zinssenkung durch die Fed weitere Kapitalabflüsse aus den USA befürchten lässt (da niedrigere Zinssätze eine geringere Rendite für Investitionen in auf US-Dollar lautende Vermögenswerte bedeuten), ist es sehr wahrscheinlich, dass sie China zum bevorzugten Ziel internationaler Kapitalzuflüsse machen würde.

Entgegen dem Hype in den westlichen Medien, dass China für ausländische Investoren an Attraktivität verliert, strömten im letzten Monat führende US-Unternehmen nach China, sagten ihr Engagement auf dem chinesischen Markt zu, kündigten neue Investitionsabkommen an und errichteten neue Geschäfts- oder Fabrikhallen.

China kann ein sicherer Hafen für internationales Kapital werden. Die chinesische Wirtschaft befindet sich in einem Aufwärtstrend, und angesichts der Instrumente, die dem Land zur Verfügung stehen, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten, wird erwartet, dass sich der chinesische Devisenmarkt in einer Zeit zunehmender Unsicherheit auf dem globalen Finanzmarkt relativ stabil entwickeln wird.

Warum ist das eine große Sache? Der Kern der Sache ist, dass China in dem Maße, wie der Goldpreis weltweit ansteigt, ein Zinssenkungszyklus beginnt und sich die finanziellen Risiken verschärfen, mehr Optionen bei der Verwaltung seiner Vermögensportfolios erhält, was sich auf Pekings Bestand an US-Staatsanleihen auswirken könnte.

Pekings umfangreiches Konjunkturprogramm half dem Westen, sich von der Finanzkrise 2008 zu erholen. Da der Rest der Welt am Rande einer Rezession steht, ist es das Letzte, was westliche Politiker wollen, China, den größten Motor des globalen Wirtschaftswachstums, zu verärgern. Sie erwarten, dass China dazu beiträgt, eine erwartete Verlangsamung [der Wirtschaftsaktivität] in anderen Teilen der Welt auszugleichen.

Aber es kommen auch geopolitische Fragen ins Spiel. Die Taiwan-Frage und Pekings freundschaftliche Beziehungen zu Moskau stehen ganz oben auf der Liste der strittigen Themen. Biden äußerte gegenüber Xi Bedenken über Chinas "Unterstützung für die russische Verteidigungsindustrie und deren Auswirkungen auf die europäische und transatlantische Sicherheit".

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, wehrte sich prompt: "Andere Länder sollten die normalen Beziehungen zwischen China und Russland nicht verleumden und angreifen, die legitimen Rechte Chinas und chinesischer Unternehmen nicht untergraben und China nicht mutwillig die Schuld zuschieben und eine Konfrontation der Lager provozieren."

Peking wird nicht vergessen haben, dass sich die Obama-Regierung wenige Jahre nach der Finanzkrise von 2008 mit der Vorstellung der "Pivot-to-Asia"-Strategie, die China die Flügel stutzen und seinen Aufstieg eindämmen sollte, "erkenntlich" zeigte   – eine Denkweise, die noch immer die Flugroute der Biden-Regierung bestimmt.

Xi warnte Biden unumwunden, dass "China angesichts der Ermutigung und Unterstützung der Unabhängigkeit Taiwans von außen nicht untätig bleiben wird". China werde auch nicht tatenlos zusehen, wenn die USA weiterhin "unnachgiebig Chinas Hightech-Entwicklung eindämmen und China seines legitimen Rechts auf Entwicklung berauben".

Biden antwortete: "Es liegt im Interesse der Welt, dass China Erfolg hat."

Quelle: https://www.indianpunchline.com/biden-reaches-out-to-xi-jinping-with-eye-on-financial-stability/
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=5164&mailid=2154


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06.04.2024

Krieg gegen Gaza Rund um die Uhr gefesselt

jungewelt.de, 06.04.2024,

Mediziner von israelischem Gefängnis für in Gaza inhaftierte Palästinenser prangert unhaltbare Zustände an – etwa Amputationen nach Entzündungen


Moti Milrod/REUTERS

Abtransport gefangener Palästinenser durch die israelischen Besatzertruppen (Gazastreifen, 8.12.2023)


Das israelische Guantanamo heißt Sde Teiman. Manche sagen, das Lager auf einer Militärbasis in der Wüste Negev sei sogar noch schlimmer. Ein im Feldlazarett von Sde Teiman beschäftigter Arzt hat sich nun mit einem Brief über die unfassbaren Zustände an den Verteidigungs- sowie den Gesundheitsminister und den Generalstaatsanwalt gewandt. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete am Donnerstag über dessen Inhalt. »Von den ersten Tagen des Betriebs der medizinischen Einrichtung bis heute war ich mit ernsthaften ethischen Dilemmata konfrontiert«, klagt der Arzt. Alle Gefangenen seien rund um die Uhr an Händen und Füßen gefesselt, die Augen ständig verbunden. Durch das dauernde Tragen der Fesseln zögen sich die Inhaftierten häufig Schnittwunden zu, die sich langsam entzünden. »Erst diese Woche wurden zwei Gefangenen die Beine amputiert«, so der Mediziner.

Sde Teiman wurde unmittelbar nach Beginn des israelischen Angriffs auf den Gazastreifen eingerichtet, um Gefangengenommene vorübergehend zu verwahren und eingehend zu verhören, bis sie in reguläre Gefängnisse überführt werden. Wer seine Unschuld beweisen kann, wird in der Trümmerwüste ausgesetzt. Weil Palästina kein anerkannter Staat ist, betrachtet Israel die Inhaftierten nicht als Kriegsgefangene, sondern als illegale Kombattanten. Das bedeutet verschärfte Haftbedingungen. Ein Richter kann ihnen beispielsweise 180 Tage lang den Besuch eines Anwalts verweigern. Wie viele Palästinenser aus Gaza in Sde Teiman oder anderen Militärstützpunkten festgehalten werden, ist unbekannt. Es könnten Tausende sein, vermutet die NGO Hamoked. Die Angehörigen erfahren nichts über ihren Verbleib.

In Sde Teiman werden jeweils einige Dutzend zusammen eng an eng in Käfigen gehalten. Es gibt weder Betten noch Stühle. Die Inhaftierten sitzen und schlafen auf dünnen Matten auf dem Boden. »Eine Quelle teilte Haaretz mit, dass sie Gewalt und Strafen ausgesetzt seien«, berichtete die Zeitung bereits im Januar. »Zu diesen Handlungen gehören Schläge und das Fesseln von Häftlingen an den Zaun oder mit den Händen über dem Kopf.«


Wer in einem Krankenhaus operiert werden muss, komme schon nach einer Stunde in die medizinische Einrichtung in Sde Teiman zurück, wo fast immer nur ein Arzt Dienst habe, heißt es in dem Brief. Dabei handele es sich nicht selten um fachfremde Mediziner: Orthopäden oder Gynäkologen – obwohl keine Frauen in Sde Teiman einsitzen. »Dies führt (…) manchmal sogar zum Tod des Patienten«, schreibt der Arzt. »Das macht uns alle – die medizinischen Teams und Sie, diejenigen, die für uns im Gesundheits- und Verteidigungsministerium verantwortlich sind – mitschuldig an der Verletzung israelischen Rechts.«

Weil die Patienten gefesselt seien, müssten sie Nahrung durch Strohhalme zu sich nehmen. Den Stuhlgang verrichteten sie in Windeln. Der Mediziner berichtet, dass das Lazarett nicht regelmäßig mit medizinischer Ausrüstung oder Medikamenten versorgt werde. Haaretz erfuhr von einem anderen Informanten, dass die meisten gar nicht auf der Krankenstation behandelt werden, sondern in ihren Zellen. Bis Mitte März sollen nachweislich 27 Inhaftierte aus Gaza in den Internierungslagern der Armee gestorben sein. Wie viele es wirklich waren, wird nicht preisgegeben. Die Leichen werden auch nicht – wie in regulären israelischen Gefängnissen üblich – zur Autopsie freigegeben. »Jedes Verfahren wird dokumentiert und überwacht und mit äußerster Sorgfalt für die Menschenwürde der Gefangenen durchgeführt«, wiegelte ein Sprecher gegenüber Haaretz ab. Die Gefangenen seien »Terroristen oder mutmaßliche Terroristen«, unter denen »sich solche befinden, die als sehr gefährlich gelten«.

Der Arzt hatte die Zustände schon vor seinem Brief mehrfach gegenüber dem Gesundheitsministerium kritisiert und nach Informationen von Haaretz habe es diverse Treffen dazu gegeben. Auch wurde ein Ausschuss zur Überwachung der Einrichtung gebildet. »Leider gab es trotz all dieser Maßnahmen und trotz der guten Absichten und des guten Willens des Ausschusses keine wesentlichen Änderungen«, schreibt der Mediziner.


Siehe auch

'

info: https://www.jungewelt.de/artikel/472788.krieg-gegen-gaza-rund-um-die-uhr-gefesselt.html


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06.04.2024

Neues vom Wirtschaftskrieg (233): Borrell sieht Russland im Niedergang

lostineu.eu, vom 5. April 2024

Deutsche Unternehmen sind an russischen Bauprojekten in Mariupol beteiligt. Russlands Wirtschaft ist resistent gegen Sanktionen. Doch der EU-Außenbeauftragte Borrell sieht Russland im Niedergang.

  • Borrell sieht Russland im Niedergang: Russian authorities regularly claim that the Russian economy would not really suffer from Western sanctions and that time would be on Russia’s side in its war of aggression against Ukraine. However, these ideas do not stand up to scrutiny. Our sanctions have already significantly weakened the Russian economy, and the future of the country becomes bleaker each day as Russia continues its war of aggression against Ukraine. (Blog des RU-Außenvertreters) – Wishful thinking aus Brüssel – nach zwei Jahren immer noch nichts gelernt…
  • Russlands Wirtschaft ist resistent gegen Sanktionen. While Russian President Vladimir Putin’s overwhelming election victory was expected —preordained, actually — his regime’s resistance to Western sanctions continues to surprise. The U.S. and its allies understand that their measures could be tighter — the current price cap on Russian oil, for example, only crimps exports to Europe. And yet, expectations held as late as the winter of 2023 were that the policy could derail the Kremlin’s war effort. (Politico) – Trotz der Sanktionen hat Moskau seinen Krieg sogar noch intensiviert…
  • Deutsche Unternehmen an russischen Bauprojekten in Mariupol beteiligt. In der 2022 von Russland eroberten ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind laut einer Recherche des ARD-Politikmagazins Monitor zwei deutsche Unternehmen an Bauarbeiten der Besatzer beteiligt. Der Gipshersteller Knauf und die Firma WKB Systems, die Beton für Bauprojekte liefert, versorgen demnach Baustellen in der Stadt mit Material. (Die Zeit) Die Bundesregierung hat deutsche Firmen davor gewarnt, sich am Wiederaufbau zu beteiligen. Jetzt sind wir auch noch gegen Wiederaufbau…

Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

3 Comments

  1. Robby
    5. April 2024 @ 23:35

    Friedrich List, Nationalökonom, kennt Borrell offensichtlich nicht, nie davon gehört.
    Naja, EU-Spitzenpersonal.
    Siehe Uschi.
    Südkorea und Japan haben dessen Werke aber aufmerksam studiert und so ihren Aufstieg geschafft.
    Erschreckend die Februar Zahlen der russischen Wirtschaft, der private Konsum ist um fast 8% gestiegen, und die Investitionsquote gar um 12%.
    Annalena, bitte aufpassen, so geht Wirtschaft.

Reply

  • Thomas Damrau
    5. April 2024 @ 17:55

    Nicht die erste Marien-Erscheinung, die Borrell hatte. So what ….

    Solange er an der Weisheit des Papstes (bzgl. Ukraine-Krieg) zweifelt, wird es nix mit der Heiligsprechung – Marienwunder hin, Marienwunder her.

    Reply

    • KK
      5. April 2024 @ 23:38

      „Wishful Thinking“ – war das nicht die Band mit dem einen Hit „Hiroshima“? Wenn das mal kein böses Omen ist…
      „Jetzt sind wir auch noch gegen Wiederaufbau…“
      Wenn man den Zustand deutscher Infrastruktur betrachtet, ist man in Deutschland bereits gegen die Erhaltung des Bestehenden… kein Wunder, dass deutsche Baufirmen dort hingehen, wo investiert wird und es keinen Fetisch namens Schuldenbremse gibt.


  • Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-borrell-sieht-russland-im-niedergang


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    Weiteres:




    Vetternwirtschaft, Willkür, Korruption: Neue Vorwürfe gegen von der Leyen


    lostineu.eu, vom 5. April 2024

    Zwei Monate vor der Europawahl ist EU-Chefin von der Leyen in die Defensive geraten. Wegen ihrer Amtsführung kommen immer neue Vorwürfe. Nun gibt es auch noch Ärger mit dem Europa-Wahlkampf.

    Es begann mit der Meldung, dass die europäische Staatsanwaltschaft ermittelt. Dabei geht es um Korruption, Einmischung in öffentliche Ämter und Interessenskonflikte bei den Impfstoffdeals – also um das so genannte „Pfizergate“. Kein Kommentar von der Staatsanwaltschaft und der EU-Kommission, wie üblich.

    Dann kam der Vorwurf der Vetternwirtschaft. Die Ernennung des CDU-Politikers M. Pieper zum Mittelstandsbeauftragten der Kommission werfe „Fragen zur Transparenz und Unvoreingenommenheit“ des Verfahrens auf, heißt es in einem Schreiben von vier EU-Kommissaren an die CDU-Politikerin.

    Das Kollegium müsse „gemeinsam über eine Antwort auf die Vorwürfe und über mögliche Auswirkungen auf die nächsten Schritte im Einstellungsverfahren beraten“, fordern die Kommissare Thierry Breton, Nicolas Schmit und Paolo Gentiloni sowie der EU-Außenbeauftragten Josep Borrell.

    Abgeordnete von Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linken werfen von der Leyen vor, bei der Besetzung könne „die Parteizugehörigkeit des Kandidaten eine entscheidende Rolle gespielt haben“.

    Damit nicht genug: Der EU-Chefin, die von der CDU zur Spitzenkandidatin für die Europawahl nominiert wurde, wird auch der Verrat europäischer Werte vorgeworfen. Dieser Vorwurf wurde nach ihrem Ägpyten-Deal laut, aber auch nach einem Telefonat mit dem azerbaidschanischen Machthaber Alijev.

    Der Kabinettschef als Wahlkampf-Manager

    Last but not least vermischen von der Leyen und ihr Kabinettschef Seibert nun auch noch ihre offiziellen Funktionen in der Kommission mit dem Europa-Wahlkampf. Seibert wird nämlich von der Leyens Wahl-Kampagne leiten, wie die konservative EVP bekannt gab.

    Offiziell wird er dafür zwar von seinem Job als Kabinettschef freigestellt. Doch gleich nach der Europawahl Anfang Juni will Seibert wieder auf seine alte Stelle zurückkehren – und wie bisher die Strippen in der EU-Kommission ziehen.

    Und von der Leyen denkt gar nicht daran, eine Pause zu machen – sie will auch während des Wahlkampfs die EU-Kommission leiten. Die Brüsseler Behörde wird damit zu einem Ableger der EVP und der dort tonangebenden CDU…


    Info: https://lostineu.eu/immer-neue-vorwuerfe-gegen-von-der-leyen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

    06.04.2024

    Ich kann nicht mehr   (Ivon II)

    Bild: Shutterstock

    multipolar-magazin.de, OLE SKAMBRAKS, 5. Oktober 2021, 15 Kommentare, PDF       (evtl. doppelt vorh.)

    In einem offenen Brief äußert sich ein ARD-Mitarbeiter kritisch zu anderthalb Jahren Corona-Berichterstattung: Ole Skambraks arbeitet seit 12 Jahren als redaktioneller Mitarbeiter und Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.


    Hinweis: Dieser Beitrag ist auch auf Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch verfügbar.

    Ich kann nicht mehr schweigen. Ich kann nicht mehr wortlos hinnehmen, was seit nunmehr anderthalb Jahren bei meinem Arbeitgeber, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk passiert. In den Statuten und Medienstaatsverträgen sind Dinge wie „Ausgewogenheit“, „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ und „Diversität“ in der Berichterstattung verankert. Praktiziert wird das genaue Gegenteil. Einen wahrhaftigen Diskurs und Austausch, in dem sich alle Teile der Gesellschaft wiederfinden, gibt es nicht.

    Ich war von Anfang an der Ansicht, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk genau diesen Raum füllen sollte: den Dialog fördern zwischen Maßnahmenbefürwortern und Kritikerinnen, zwischen Menschen, die Angst haben vor dem Virus, und Menschen, die Angst haben ihre Grundrechte zu verlieren, zwischen Impfbefürworterinnen und Impfskeptikern. Doch seit anderthalb Jahren hat sich der Diskussionsraum erheblich verengt.

    Wissenschaftlerinnen und Experten, die in der Zeit vor Corona respektiert und angesehen waren, denen Raum im öffentlichen Diskurs gegeben wurde, sind plötzlich Spinner, Aluhutträger oder Covidioten. Als vielzitiertes Beispiel sei hier auf Wolfgang Wodarg verwiesen. Er ist mehrfacher Facharzt, Epidemiologe und langjähriger Gesundheitspolitiker. Bis zur Coronakrise war er zudem im Vorstand von Transparency International. 2010 hat er als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Europarat den Einfluss der Pharmaindustrie bei der Schweinegrippe-Pandemie aufgedeckt. Damals konnte er seine Meinung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk persönlich vertreten, seit Corona geht das nicht mehr. An seine Stelle sind sogenannte Faktenchecker getreten, die ihn diskreditieren.

    Lähmender Konsens

    Anstelle eines offenen Meinungsaustausches wurde ein „wissenschaftlicher Konsens“ proklamiert, den es zu verteidigen gilt. Wer diesen anzweifelt und eine multidimensionale Perspektive auf die Pandemie einfordert, erntet Empörung und Häme.

    Dieses Muster funktioniert auch innerhalb der Redaktionen. Seit anderthalb Jahren arbeite ich nicht mehr im tagesaktuellen Newsgeschehen, worüber ich sehr froh bin. An Entscheidungen, welche Themen wie umgesetzt werden, bin ich in meiner aktuellen Position nicht beteiligt. Ich beschreibe hier meine Wahrnehmung aus Redaktionskonferenzen und einer Analyse der Berichterstattung. Lange Zeit habe ich mich nicht aus der Rolle des Beobachters getraut, zu absolut und unisono wirkte der vermeintliche Konsens.

    Seit einigen Monaten wage ich mich aufs Glatteis und bringe hier und da eine kritische Anmerkung in Konferenzen ein. Oft folgt darauf betroffenes Schweigen, manchmal ein „Dankeschön für den Hinweis“ und manchmal eine Belehrung, warum das so nicht stimme. Berichterstattung ist daraus noch nie entstanden.

    Das Ergebnis von anderthalb Jahren Corona ist eine Spaltung der Gesellschaft, die ihresgleichen sucht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat daran großen Anteil. Seiner Verantwortung, Brücken zwischen den Lagern zu bauen und Austausch zu fördern, kommt er immer seltener nach.

    Oft wird das Argument angeführt, dass die Kritikerinnen eine kleine, nicht beachtenswerte Minderheit darstellen, denen man aus Proporzgründen nicht zu viel Platz einräumen dürfe. Dies sollte spätestens seit dem Referendum in der Schweiz über die Coronamaßnahmen widerlegt sein. Obwohl auch dort ein freier Meinungsaustausch in den Massenmedien nicht stattfindet, ging die Abstimmung nur 60:40 für die Regierung aus. (1) Kann man bei 40 % der abgegebenen Stimmen von einer kleinen Minderheit sprechen? Dabei sei noch erwähnt, dass die Schweizer Regierung die Corona-Hilfszahlungen an die Abstimmung geknüpft hatte, was die Entscheidung mancher, ihr Kreuzchen bei „Ja“ zu machen, beeinflusst haben könnte.

    Die Entwicklungen dieser Krise finden auf so vielen Ebenen statt und haben Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft, dass es genau jetzt nicht weniger, sondern mehr freien Debattenraum braucht.

    Dabei ist nicht aufschlussreich, was alles im öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert wird, sondern was unerwähnt bleibt. Die Gründe dafür sind vielfältig und bedürfen einer ehrlichen internen Analyse. Dabei helfen können die Publikationen des Medienwissenschaftlers und ehemaligen MDR-Rundfunkrats Uwe Krüger, wie zum Beispiel sein Buch „Mainstream – Warum wir den Medien nicht mehr trauen“.

    In jedem Fall erfordert es einiges an Mut, in Konferenzen, in denen Themen diskutiert und besprochen werden, gegen den Strom zu schwimmen. Oft setzt sich derjenige durch, der seine Argumente am eloquentesten vortragen kann, im Zweifel entscheidet natürlich die Redaktionsleitung. Schon sehr früh galt die Gleichung, dass Kritik am Coronakurs der Regierung dem rechten Spektrum angehört. Welche Redakteurin wagt es da noch, einen Gedanken in diese Richtung zu äußern?

    Offene Fragen

    So ist die Liste der Ungereimtheiten und offenen Fragen, die keine substanzielle Berichterstattung bekommen haben, sehr groß:

    • Warum wissen wir so wenig über „gain of function research“ (Forschung daran, wie man Viren für den Menschen gefährlicher machen kann)?

    • Warum steht im neuen Infektionsschutzgesetz, dass das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung fortan eingeschränkt werden kann – auch unabhängig von einer epidemischen Lage?

    • Warum müssen sich Menschen, die bereits Covid-19 hatten, nochmal impfen, obwohl sie mindestens genauso gut geschützt sind, wie geimpfte Menschen?

    • Warum wird über das „Event 201“ und die globalen Pandemieübungen im Vorfeld der Ausbreitung von SARS-CoV-2 nicht oder nur in Verbindung mit Verschwörungsmythen gesprochen? (2)

    • Warum wurde das den Medien bekannte, interne Papier aus dem Bundesinnenministerium nicht in Gänze veröffentlicht – und in der Öffentlichkeit diskutiert, in dem gefordert wurde, dass Behörden eine „Schockwirkung“ erzielen müssten, um Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die menschliche Gesellschaft zu verdeutlichen?

    • Warum schafft es die Studie von Prof. Ioannidis zur Überlebensrate (99,41 % bei unter 70-Jährigen) in keine Headline, die fatal falschen Hochrechnungen des Imperial College aber schon (Neil Fergusson prophezeite im Frühjahr 2020 eine halbe Million Coronatote in Großbritannien und über 2 Millionen in den USA.)?

    • Warum steht in einem Gutachten, erstellt für das Bundesgesundheitsministerium, dass die Auslastung der Krankenhäuser im Jahr 2020 durch Covid-19-Patienten nur 2% betragen hat?

    • Warum hat Bremen mit Abstand die höchste Inzidenz (113 am 4.10.21) und gleichzeitig mit Abstand die höchste Impfquote in Deutschland (79 %)?

    • Warum sind Zahlungen von 4 Millionen Euro eingegangen auf einem Familienkonto der EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, die verantwortlich war für das Abschließen der ersten EU-Impfstoffverträge mit den Pharmakonzernen? (3)

    • Warum werden Menschen mit schweren Impfnebenwirkungen nicht im gleichen Maß portraitiert wie 2020 Menschen mit schweren Covid-19-Verläufen? (4)

    • Warum stört niemanden die unsaubere Zählweise bei „Impfdurchbrüchen“? (5)

    • Warum melden die Niederlande deutlich mehr Nebenwirkungen der Covid-19-Impfstoffe als andere Länder?

    • Warum hat sich die Wirksamkeitsbeschreibung der Covid-19-Impfstoffe auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts in den letzten Wochen dreimal geändert? „COVID-19-Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus.“ (15. August 2021) „COVID-19-Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus.“ (7. September 2021) „COVID-19-Impfstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SARS-CoV-2-Virus verursachten COVID-19-Erkrankung.“ (27. September 2021) (6)

    Auf einige Punkte möchte ich im Detail eingehen.

    „Gain of function“ und „Lab leak“

    Zu „gain of function research“ – das ist Forschung, Viren gefährlicher zu machen, was im Institut für Virologie in Wuhan, China, betrieben und von den USA finanziert wurde – habe ich bis heute nichts Substanzielles gehört oder gelesen. Diese Forschung findet in sogenannten P4-Laboren statt, in denen seit Jahrzehnten daran gearbeitet wird, wie im Tierreich vorkommende Viren derart verändert werden können, dass sie auch für den Menschen gefährlich werden. ARD und ZDF haben um diese Thematik bis jetzt einen großen Bogen geschlagen – und das, obwohl hier deutlicher Diskussionsbedarf besteht. Eine erste zu diskutierende Frage könnte zum Beispiel sein: Wollen wir als Gesellschaft solche Forschung?

    Zur „lab leak theorie“ – also der Annahme, dass SARS-CoV-2 aus einem Labor stammt – gibt es mittlerweile zahlreiche Berichte. Dabei muss erwähnt werden, dass dieses Thema im letzten Jahr sofort als Verschwörungsmythos gebrandmarkt wurde. Alternative Medien, die dieser Spur nachgegangen sind, wurden von Sozialen Netzwerken wie YouTube und Twitter verbannt und die Informationen gelöscht. Wissenschaftler, die diese These geäußert haben, wurden massiv angegriffen. Heute ist die „lab leak theorie“ mindestens genauso plausibel wie die Übertragung durch eine Fledermaus. Der amerikanische Investigativjournalist Paul Thacker hat im British Medical Journal die Ergebnisse seiner minutiösen Recherche veröffentlicht. Dazu schreibt Dr. Ingrid Mühlhauser, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Uni Hamburg:

    „Schritt für Schritt zeigt er [Thacker] auf, wie Betreiber einer amerikanischen Laborgruppe gezielt eine Verschwörungstheorie entwickeln, um ihren Laborunfall in Wuhan als Verschwörung zu verschleiern. Gestützt wird der Mythos von renommierten Zeitschriften wie dem Lancet. Wissenschaftsjournalisten und Dienstleister für Faktenchecks übernehmen unreflektiert die Informationen. Beteiligte Wissenschaftler schweigen, aus Angst, Prestige und Forschungsförderung zu verlieren. Facebook blockiert fast ein Jahr lang Meldungen, die den natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 in Frage stellen. Sollte sich die These des Laborunfalls bestätigen, hätten ZDF und andere Medien Verschwörungsmythen verteidigt.“

    Ivermectin und Alternativen zur Impfung

    Seit Monaten ist auch ersichtlich, dass es effektive und kostengünstige Behandlungsmittel für Covid-19 gibt, die nicht eingesetzt werden dürfen. Die Datenlage dazu ist eindeutig. Doch die pseudowissenschaftlichen Desinformationskampagnen gegen diese Mittel sind bezeichnend für den Zustand unserer Medizin. Seit Jahrzehnten ist Hydroxychloroquin bekannt und wurde millionenfach bei Malaria und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Im letzten Jahr wurde es plötzlich für gefährlich erklärt. Die Aussage von Präsident Donald Trump, Hydroxychloroquin sei ein „game changer“ tat den Rest zur Diskreditierung. Die politische Räson ließ eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit HCQ nicht mehr zu.

    Über die katastrophale Lage in Indien durch die Verbreitung der Deltavariante haben alle Medien im Frühjahr groß berichtet (damals war noch von der indischen Variante des Virus die Rede). Dass Indien die Situation relativ schnell unter Kontrolle gebracht hat und dass dabei das Medikament Ivermectin in großen Bundesstaaten wie Uttar Pradesh eine entscheidende Rolle gespielt hat, war dagegen nicht mehr berichtenswert. (7)

    Ivermectin hat auch in Tschechien und der Slowakei eine vorläufige Zulassung für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Darüber berichtet immerhin der MDR, wenn auch mit negativer Konnotation.

    In der Liste möglicher Medikamente vom Bayerischen Rundfunk wird Ivermectin nicht einmal erwähnt, und zu Hydroxychloroquin werden nur negative und keine positiven Studien zitiert.

    Das Molekül Clofoctol zeigte in Labortests im Sommer 2020 ebenfalls eine gute Wirkung gegen SARS-CoV-2. Bis 2005 war das Antibiotikum in Frankreich und Italien unter den Namen Octofene und Gramplus im Handel. Mehrfach wurde das Institut Pasteur in Lille von den französischen Behörden daran gehindert, eine Studie mit Covid-19-Patienten aufzusetzen. Nach mehreren Anläufen haben sie Anfang September den ersten Patienten dafür rekrutiert.

    Warum stellen sich Gesundheitsbehörden vehement gegen Behandlungsmittel, die von Beginn der Pandemie an zur Verfügung gestanden hätten? Dazu hätte ich mir investigative Recherchen der ARD gewünscht! Es sei noch erwähnt, dass die neuen Corona-Impfstoffe nur deshalb eine Notzulassung bekommen konnten, weil es kein offiziell anerkanntes Behandlungsmittel für SARS-CoV-2 gegeben hat.

    Es geht mir nicht darum, irgendein Corona-Wundermittel anzupreisen. Ich möchte Sachverhalte aufzeigen, die nicht die nötige Beachtung bekommen haben. Von Anfang an wurde im öffentlichen Diskurs die Meinung verbreitet, dass nur eine Impfung Abhilfe schaffen kann. Die WHO ging zeitweise sogar so weit, die Definition von „Herdenimmunität“ in dem Sinne zu ändern, dass diese nur noch durch Impfungen erlangt werden könne und nicht mehr durch eine frühere Infektion wie das bisher der Fall war.

    Doch was, wenn der eingeschlagene Weg eine Sackgasse ist?

    Fragen zur Impfwirksamkeit

    Daten aus den Ländern mit besonders hohen Impfquoten zeigen, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 auch bei vollständig geimpften Personen keine Seltenheit, sondern an der Tagesordnung sind. Dr. Kobi Haviv, Direktor des Herzog-Krankenhauses in Jerusalem, spricht davon, dass 85 % bis 90 % der schwer Erkrankten auf seiner Intensivstation doppelt geimpft sind. (8)

    Das Magazin Science schreibt auf ganz Israel bezogen: „Am 15. August wurden 514 Israelis mit schweren oder kritischen Covid-19-Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert ... von diesen 514 Personen waren 59 % vollständig geimpft. Von den Geimpften waren 87 % 60 Jahre oder älter.“ Science zitiert einen israelischen Regierungsberater, der erklärt: „Eine der großen Geschichten aus Israel [ist]: ‘Impfstoffe funktionieren, aber nicht gut genug‘.“

    Weiterhin ist nunmehr ersichtlich, dass geimpfte Menschen genauso viel Virusmaterial der Deltavariante in sich tragen (und verbreiten) wie Ungeimpfte.

    Was folgt aus dieser Datenlage in Deutschland? – Ein Lockdown speziell für Ungeimpfte oder etwas euphemistisch ausgedrückt: die „2G-Regel“. Die Gesellschaft wird de facto in zwei Klassen gespalten. Die Geimpften bekommen ihre Freiheiten zurück (weil ohne Gefahrenpotenzial für andere), die Ungeimpften (weil mit Gefahrenpotenzial für andere) müssen sich Tests unterziehen, die sie selber bezahlen sollen, und bekommen im Quarantänefall keine Lohnfortzahlung mehr. Auch Beschäftigungsverbote und Kündigungen aufgrund des Impfstatus sind nicht mehr ausgeschlossen und Krankenkassen könnten Ungeimpften künftig ungünstigere Tarife vorschreiben. Warum dieser Druck auf Ungeimpfte? Wissenschaftlich ist das nicht begründbar und gesellschaftlich überaus schädlich.

    Die durch Impfungen erzeugten Antikörper nehmen nach einigen Monaten deutlich ab. Der Blick nach Israel zeigt, nach der zweiten Impfung gibt es für die gesamte Bevölkerung jetzt die dritte Dosis und die vierte ist auch schon angekündigt. Wer nach sechs Monaten die Impfung nicht auffrischt, gilt nicht mehr als immun und verliert seinen „Green Pass“ (der digitale Impfausweis, den Israel eingeführt hat). In den USA spricht Joe Biden mittlerweile von Corona-Boostern, die alle 5 Monate anstehen. Marion Pepper, Immunologin an der University of Washington, stellt diese Strategie allerdings in Frage. Gegenüber der New York Times erklärte sie, „die wiederholte Stimulierung der körpereigenen Abwehrkräfte kann auch zu einem Phänomen führen, das als ‘Immunerschöpfung‘ bezeichnet wird.“

    Wenig wird die Tatsache diskutiert, dass durch natürliche Infektion eine deutlich robustere Immunität aufgebaut werden kann. „Ultrapotente Antikörper“ oder eine „Super-Immunität“ wurde bei Menschen gefunden, die sich im letzten Jahr mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Diese Antikörper reagieren bei über 20 verschiedenen Virusmutationen und bleiben länger erhalten als Antikörper, die durch den Impfstoff erzeugt werden.

    Immerhin hat Gesundheitsminister Jens Spahn nun angekündigt, dass auch ein Antikörpernachweis zulässig werden soll. Um offiziell als immun zu gelten, muss aber immer noch eine Impfung folgen. Wer versteht diese Logik? Ein CNN-Interview mit Dr. Anthony Fauci, dem Vorsitzenden des National Health Institute (das amerikanische Pendant des RKI) macht die Absurdität anschaulich. Menschen mit natürlicher Immunität werden bis jetzt von der Politik nicht bedacht!

    Ich kenne eine Ärztin, die verzweifelt versucht, von Gesundheitsbehörden und dem RKI eine Antwort zu dieser Thematik zu bekommen: Einer ihrer Patienten hat einen IgG-Antikörper-Titer von 400 AU/ml – deutlich mehr als viele Impflinge. Sein Coronainfekt ist schon über sechs Monate her, damit gilt er nicht mehr als immun. Die Antwort, die sie bekommen hat war: „Impfen sie ihn doch!“, was die Ärztin bei diesem Titer ablehnt.

    Fehlendes journalistisches Grundverständnis

    Der von Politik und Medien propagierte Weg aus der Pandemie entpuppt sich als Dauerimpfabonnement. Wissenschaftlerinnen, die einen anderen Umgang mit Corona fordern, bekommen immer noch keine adäquate Bühne bei den öffentlich-rechtlichen Medien, wie die zum Teil diffamierende Berichterstattung zur Aktion #allesaufdentisch wieder gezeigt hat. Anstatt mit den Beteiligten über die Inhalte der Videos zu diskutieren, hat man sich Experten gesucht, die die Kampagne diskreditieren. Damit begehen die Öffentlich-Rechtlichen genau den Fehler, den sie #allesaufdentisch vorwerfen.

    Der Spiegel-Journalist Anton Rainer sagte im SWR-Interview über die Videoaktion, es handle sich nicht um Interviews im klassischen Sinne: „Im Prinzip sieht man jeweils zwei Menschen, die sich gegenseitig Recht geben.“ Ich hatte Bauchschmerzen, nachdem ich mir die Berichterstattung meines Senders angehört hatte, und war vollkommen irritiert vom fehlenden journalistischen Grundverständnis auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. (9) Meine Bedenken habe ich den Beteiligten und der Redaktionsleitung per Mail mitgeteilt.

    Ein klassischer Spruch ist in Konferenzen, dass ein Thema „schon gemacht“ sei. So zum Beispiel, als ich die sehr wahrscheinliche Untererfassung von Impfkomplikationen angesprochen habe. Ja, richtig, das Thema wurde erörtert mit dem hauseigenen Experten, der – es wundert wenig – zu dem Schluss gekommen ist, dass es keine Untererfassung gibt. „Die andere Seite“ wird zwar hier und da erwähnt, doch bekommt sie sehr selten Gesicht in der Form, dass tatsächlich mit den Menschen gesprochen wird, die kritische Standpunkte einnehmen.

    Kritiker unter Druck

    Die deutlichsten Kritikerinnen müssen mit Hausdurchsuchungen, Strafverfolgung, Kontosperrung, Versetzung oder Entlassung rechnen, bis hin zur Einweisung in die Psychiatrie. Auch wenn es sich um Meinungen handelt, deren Positionen man nicht teilt – in einem Rechtsstaat darf es so etwas nicht geben.

    In den USA wird schon diskutiert, ob Wissenschaftskritik als „hate crime“ (Verbrechen aus Hass) gelabelt werden sollte. Die Rockefeller Foundation hat 13,5 Millionen Dollar für die Zensur von Fehlinformationen im Gesundheitsbereich ausgelobt.

    WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn hat erklärt „Fakten sind Fakten, die stehen fest“. Wenn das so wäre, wie ist es dann möglich, dass hinter verschlossenen Türen sich Wissenschaftlerinnen unentwegt streiten und sich sogar in einigen recht grundlegenden Fragen zutiefst uneinig sind? So lange wir uns das nicht klar machen, führt jede Annahme einer vermeintlichen Objektivität in eine Sackgasse. Wir können uns „Realität“ immer nur annähern – und das geht nur in einem offenen Diskurs der Meinungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse.

    Was gerade stattfindet, ist kein aufrichtiger Kampf gegen „fake news“. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass jegliche Informationen, Beweise oder Diskussionen, die im Gegensatz zum offiziellen Narrativ stehen, unterbunden werden.

    Ein aktuelles Beispiel ist das sachliche und wissenschaftlich transparente Video des Informatikers Marcel Barz. Bei einer Rohdatenanalyse stellt Barz erstaunt fest, dass weder die Zahlen zur Übersterblichkeit noch zur Bettenbelegung oder zum Infektionsgeschehen dem entsprechen, was wir seit anderthalb Jahren von Medien und der Politik zu lesen oder hören bekommen. Er zeigt auch, wie man mit diesen Daten durchaus eine Pandemie darstellen kann, und erklärt, warum dies für ihn unredlich ist. Das Video wurde von You Tube bei 145.000 Klicks nach drei Tagen gelöscht (und erst nach Einspruch von Barz und viel Protest wieder zugänglich gemacht). Der angegebene Grund: „medizinische Fehlinformationen“. Auch hier die Frage: Wer hat auf welcher Grundlage so entschieden?

    Die Faktenchecker vom Volksverpetzer diskreditieren Marcel Barz als Fake. Das Urteil von Correctiv ist ein bisschen milder (Barz hat darauf öffentlich und ausführlich geantwortet). Das für das Bundesgesundheitsministerium erstellte Gutachten, dem zu entnehmen ist, dass die Auslastung der Krankenhäuser im Jahr 2020 durch Covid-19-Patienten nur 2 % betragen hat, gibt ihm recht. Barz hat mit seiner Analyse die Presse kontaktiert, doch keine Aufmerksamkeit bekommen. In einem funktionierenden Diskurs würden unsere Medien ihn zum Streitgespräch einladen.

    Millionenfach werden Inhalte zu Corona-Themen mittlerweile gelöscht, wie die Journalistin Laurie Clarke im British Medical Journal zeigt. Facebook und Co. sind private Unternehmen und können deshalb entscheiden, was auf ihren Plattformen publiziert wird. Aber dürfen sie damit auch den Diskurs steuern?

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk könnte einen wichtigen Ausgleich schaffen, indem er einen offenen Meinungsaustausch gewährleistet. Doch leider Fehlanzeige!

    Digitale Impfpässe und Überwachung

    Die Gates- und Rockefellerstiftungen haben die WHO-Richtlinien für die digitalen Impfpässe entworfen und finanziert. Weltweit werden sie mittlerweile eingeführt. Nur mit ihnen soll das öffentliche Leben möglich sein – egal, ob es darum geht, Straßenbahn zu fahren, einen Kaffee zu trinken oder eine medizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Ein Beispiel aus Frankreich zeigt, das dieser digitale Ausweis auch nach Beendigung der Pandemie bestehen bleiben soll. Die Abgeordnete Emanuelle Ménard hat folgenden Zusatz im Gesetzestext gefordert: Der digitale Impfpass „endet, wenn die Verbreitung des Virus keine ausreichende Gefahr mehr darstellt, um seine Anwendung zu rechtfertigen.“ Ihr Änderungsvorschlag wurde abgelehnt. Damit ist der Schritt hin zur globalen Bevölkerungskontrolle oder gar zum Überwachungsstaat durch Projekte wie ID2020 sehr klein.

    Australien testet mittlerweile eine Gesichtserkennungsapp, um sicher zu stellen, das Menschen in Quarantäne zu Hause bleiben. Israel benutzt dafür elektronische Armbänder. In einer italienischen Stadt werden Drohnen zur Temperaturmessung von Strandbesuchern getestet und in Frankreich wird gerade das Gesetz geändert, um Drohnenüberwachung großflächig möglich zu machen.

    All diese Themen brauchen einen intensiven und kritischen Austausch innerhalb der Gesellschaft. Doch er findet nicht zur Genüge in der Berichterstattung unserer Rundfunkanstalten statt und war auch nicht Wahlkampfthema.

    Verengter Blickwinkel

    Die Art und Weise, wie der Blickwinkel des Diskurses verengt wird, ist bezeichnend für die „Gatekeeper der Information“. Ein aktuelles Beispiel liefert Jan Böhmermann mit seiner Forderung, dem Virologen Hendrik Streeck und Professor Alexander S. Kekulé keine Bühne mehr zu geben, da sie nicht kompetent seien.

    Abgesehen davon, dass die beiden Mediziner eine äußerst respektable Vita haben, hat Böhmermann damit die Scheuklappen neu justiert. Sollen jetzt nicht einmal mehr die Menschen gehört werden, die ihre Kritik am Regierungskurs mit Samthandschuhen präsentieren?

    Die Einschränkung des Diskurses geht mittlerweile so weit, dass der Bayerische Rundfunk mehrfach bei der Übertragung von Parlamentsdebatten des Landtags die Reden von Abgeordneten, die kritisch zu den Maßnahmen stehen, nicht ausgestrahlt hat.

    Sieht so das neue Demokratieverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus? Alternative Medienplattformen florieren zuallererst, weil die Etablierten ihren Aufgaben als demokratisches Korrektiv nicht mehr nachkommen.

    Es ist etwas schiefgelaufen

    Lange Zeit konnte ich mit Stolz und Freude sagen, dass ich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeite. Viele herausragende Recherchen, Formate und Inhalte kommen von ARD, ZDF und dem Deutschlandradio. Die Qualitätsstandards sind extrem hoch und tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten auch unter erhöhtem Kostendruck und Sparvorgaben hervorragende Arbeit. Doch bei Corona ist etwas schiefgelaufen. Plötzlich nehme ich einen Tunnelblick und Scheuklappen wahr und einen vermeintlichen Konsens, der nicht mehr hinterfragt wird. (10)

    Dass es sehr wohl anders geht, zeigt der österreichische Sender Servus TV. In der Sendung „Corona-Quartett“ / „Talk im Hanger 7“ kommen Befürworterinnen und Kritiker gleichermaßen zu Wort. Warum soll das im deutschen Fernsehen nicht möglich sein? (11) „Man darf nicht jedem Spinner eine Bühne geben“, lautet die schnelle Antwort. Die false balance, der Umstand, dass seriöse wie auch unseriöse Meinungen gleichermaßen gehört werden, müsse vermieden werden. – Ein Totschlagargument, das zudem unwissenschaftlich ist. Das Grundprinzip der Wissenschaft ist das Anzweifeln, das Hinterfragen, das Überprüfen. Wenn das nicht mehr stattfindet, wird Wissenschaft zur Religion.

    Ja, es gibt tatsächlich eine false balance. Es ist der blinde Fleck, der in unseren Köpfen eingekehrt ist, der keine wahrhaftige Auseinandersetzung mehr zulässt. Wir werfen uns scheinbare Fakten um die Ohren, aber können uns nicht mehr zuhören. Verachtung tritt an die Stelle von Verständnis, das Bekämpfen der anderen Meinung ersetzt Toleranz. Grundwerte unserer Gesellschaft werden hopladihop über Bord geworfen. Hier sagt man: Menschen, die sich nicht impfen wollen, seien bekloppt, dort heißt es: „Schande über die Schlafschafe“.

    Während wir streiten, merken wir nicht, dass sich die Welt um uns herum in rasender Geschwindigkeit ändert. So gut wie alle Bereiche unseres Lebens befinden sich in einer Transformation. Wie diese verläuft, liegt maßgeblich an unserer Fähigkeit der Kooperation, des Mitgefühls und des Bewusstseins von uns selbst und unseren Worten und Taten. Für unsere geistige Gesundheit täten wir gut daran, den Debattenraum zu öffnen – in Achtsamkeit, Respekt und Verständnis für unterschiedliche Perspektiven. (12)

    Diese Zeilen schreibend komme ich mir vor wie ein Ketzer; jemand, der Hochverrat begeht und mit Strafe rechnen muss. Vielleicht ist es gar nicht so. Vielleicht riskiere ich hiermit gar nicht meinen Job, und Meinungsfreiheit und Pluralismus sind nicht gefährdet. Ich wünsche es mir sehr und freue mich über einen konstruktiven Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

    Ole Skambraks
    ole.skambraks@protonmail.com

    Über den Autor: Ole Skambraks, Jahrgang 1979, studierte Politikwissenschaften und Französisch an der Queen Mary University, London sowie Medienmanagement an der ESCP Business School, Paris. Er war Moderator, Reporter und Autor bei Radio France Internationale, Onlineredakteur und Community Manager bei cafebabel.com, Sendungsmanager der Morgenshow bei MDR Sputnik und Redakteur bei WDR Funkhaus Europa / Cosmo. Aktuell arbeitet er als Redakteur im Programm-Management/Sounddesign bei SWR2.

    Weitere Artikel zum Thema:

    Weiterführende Informationen des Autors

    PS: Für Faktenchecker und Menschen, die an einer Multiperspektive interessiert sind, hier die Gegenpositionen zu den im Text besprochenen Punkten:

    ARD-ZDF-Studie
    https://www.rnd.de/medien/kritik-an-corona-berichterstattung-von-ard-und-zdf-sender-wehren-sich-gegen-medienstudie-C3B4FEKAMNBFBNTKGO5EETMR3E.html

    Prof. John Ioannidis
    https://www.faz.net/aktuell/wissen/forscher-john-ioannidis-verharmlost-corona-und-provoziert-17290403.html

    https://sciencebasedmedicine.org/what-the-heck-happened-to-john-ioannidis/

    Imperial College Modelling
    https://blogs.bmj.com/bmj/2020/10/07/covid-19-modelling-the-pandemic/

    Gain of function reserch
    https://www.gavi.org/vaccineswork/next-pandemic/nipah-virus

    Hydroxychloroquin / Ivermectin
    https://www.br.de/nachrichten/wissen/corona-malaria-mittel-hydroxychloroquin-bei-covid-19-unwirksam,RtghbZ4

    https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-therapeutics-2021.2

    https://www.forbes.com/sites/siladityaray/2021/05/11/indian-state-will-offer-ivermectin-to-entire-adult-population---even-as-who-warns-against-its-use-as-covid-19-treatment/

    Immunität der Geimpften
    https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.08.23.457229v1

    Immunität der Genesenen
    https://science.orf.at/stories/3208411/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    https://www.businessinsider.com/fauci-why-covid-vaccines-work-better-than-natural-infection-alone-2021-5

    Impfdurchbrüche / Pandemie der Ungeimpften
    https://www.spektrum.de/news/corona-impfung-wie-viele-geimpfte-liegen-im-krankenhaus/1921090#Echobox=1631206725

    https://www.mdr.de/wissen/covid-corona-impfdurchbrueche-sind-selten-100.html

    https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/neue-daten-risiko-an-covid-19-zu-sterben-fuer-ungeimpfte-elfmal-hoeher-a/

    Pseudoexperten / Wissenschaftsleugner / PLURV-Prinzip
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/82-Coronavirus-Update-Die-Lage-ist-ernst,podcastcoronavirus300.html#Argument

    Anmerkungen:

    (1) Ausnahme war die Berichterstattung im Rahmen des Referendums, während der das Schweizer Fernsehen verpflichtet war beiden Parteien den gleichen Sendeplatz einzuräumen (Video hier)

    (2) Weitere Pandemie-Notfallübungen waren „Clade X“ (2018), „Atlantic Storm“ (2005), „Global Mercury“ (2003) und „Dark Winter“ (2001). Es ging bei diesen Übungen immer auch um Informationsmanagement.

    (3) Über die Zahlungen hat Panorama berichtet, doch die Rolle von Kyriakides bezüglich der Corona-Impfstoffverträge nicht deutlich dargestellt. Ansonsten hat das Thema in den Medien keine große Bedeutung gehabt.

    (4) Zum Beispiel wurde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum über den britischen Musiker Eric Clapton berichtet, der heftige Reaktionen nach der Impfung entwickelt hat und diese heute bereut.

    (5) Ein Impfdurchbruch liegt laut RKI vor, wenn ein Geimpfter sowohl einen positiven Test als auch Symptome vorweisen kann – bei Ungeimpften genügt ein positiver Test. Auf diese Weise fallen die Ungeimpften statistisch massiver ins Gewicht.

    (6) Jeweils unter der Überschrift „Auflistung der zugelassenen Impfstoffe“; zurückliegende Webseiteneditionen des PEI zugänglich über das Internetarchiv Wayback Machine (hier, hier, und hier.

    (7) Die WHO hat den indischen Bundesstaat Uttar Pradesh sogar gelobt für seine Coronapolitik, allerdings ohne Ivermectin zu erwähnen. Die Impfrate in Uttar Pradesh liegt unter 10 %.

    (8) Siehe auch FDA-Meeting vom 17. September 2021, bei 5:47:25

    (9) Die fairste Berichterstattung kommt vom BR, wobei auch hier über und nicht mit den Macherinnen gesprochen wurde. Der MDR bietet auf seinem Medienportal eine umfangreiche und differenzierte Analyse.

    (10) Von einer tatsächlichen „Einheitsmeinung“ der Öffentlich-Rechtlichen möchte ich nicht sprechen. Es hat immer wieder kritische Beiträge und Kurskorrekturen in der Berichterstattung gegeben. Doch ist es immer eine Frage des Kontextes, der Sendezeit und des Umfangs, wie ein Thema behandelt wird. Meine Beobachtungen haben auch andere Kolleginnen und Kollegen festgestellt.

    (11) Frische Formate wie „Auf der Couch“ vom ZDF machen Hoffnung, auch wenn ich nicht glaube, dass dort demnächst eine Karina Reiß oder ein Wolfgang Wodarg Platz nehmen werden.

    (12) Die Initiative „Dialog Kultur“ eröffnet brauchbare Ansätze, die auch für Medienformate interessant sein können.

    Diskussion

    15 Kommentare

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    THOMAS ECKHARDT, 5. Oktober 2021, 10:15 UHR

    Ganz herzlichen Dank an Herrn Skambraks für diesen Artikel! Ich hoffe, ihm erwachsen aus der Veröffentlichung keine beruflichen Nachteile.

    Anmerkungen/Ergänzungen:

    Der alarmistische Brite heißt mit Nachnamen "Ferguson" mit einem "s".

    Der BR hat über das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München berichtet, das Ivermectin zur Behandlung einsetzt:

    https://www.br.de/mediathek/video/covid-19-therapie-hoffnungsschimmer-aus-muenchen-av:607c0f0afec1740008c2b5b1

    Die Fragwürdigkeit des PCR-Tests anzusprechen, der unstrittig keine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes nachweisen kann, und dem deshalb bei positivem Ergebnis selbst laut WHO eine klinische Diagnose folgen muss, was für das RKI ausdrücklich nicht der Fall ist, hätte wohl den Rahmen gesprengt. Ich verweise diesbezüglich nur auf die Studie der Universität Duisburg-Essen:

    -- „Ein positiver RT-PCR-Test allein ist nach unser Studie kein hinreichender Beweis dafür, dass Getestete das Coronavirus auf Mitmenschen auch übertragen können“, sagt Erstautor Prof. Dr. Andreas Stang, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) des Universitätsklinikums Essen. „Die am Ende errechnete Zahl von SARS-CoV-2 positiv Getesteten sollte daher nicht als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, wie Quarantäne, Isolation oder Lockdown, benutzt werden.“ --

    https://www.uni-due.de/2021-06-18-studie-aussagekraft-von-pcr-tests

    Herzlichen Dank auch an multipolar für die Veröffentlichung!


    THORSTEN ECKAU, 5. Oktober 2021, 11:00 UHR

    Sie schreiben: "Warum steht ebendort, dass Impfstoffe verwendet werden dürfen, die Mikroorganismen enthalten, welche von den Geimpften ausgeschieden und von anderen Personen aufgenommen werden können?" Bei aller Richtigkeit und Zustimmung aller anderen Punkte, dieser hier gehört nicht in diesen Kontext und macht keinen guten Eindruck, denn der Passus ist ja nicht erst mit den Neuerungen des Infektionsschutzgesetzes während Corona dazu gekommen, sondern befindet sich dort schon mindestens 20 Jahre (ich konnte es nicht konkreter ermitteln, aber 20 Jahre sind es wohl mindestens)... Natürlich steht das dort (wie Sie schreiben), aber es hat halt null Kontextbezug.

    PAUL SCHREYER, 5. Oktober 2021, 11:15 UHR

    Danke für den Hinweis! In Absprache mit dem Autor haben wir den Punkt entfernt.

    BERNHARD MÜNSTERMANN, 5. Oktober 2021, 13:45 UHR

    Thorsten Eckau "Warum steht ebendort, dass Impfstoffe verwendet werden dürfen, die Mikroorganismen enthalten, welche von den Geimpften ausgeschieden und von anderen Personen aufgenommen werden können?" Auch wenn das viele Jahre zurückliegend bereits wie von Ihnen erwähnt geändert wurde, ist es im aktuellen Kontext doch durchaus erwähnenswert. Denn das Motiv der camouflierten Bevölkerungsreduktion auf dem Globus ist auch aktuell Teil der Debatte und darf als Hypothese im Zusammenhang mit diesen genetischen von Mensch zu Mensch übertragbaren „Therapie“-techniken deshalb nach meiner Auffassung auch im öffentlichen Diskurs genannt werden. Der zeitlich lange Vorlauf kann auch für langfristige Planung solcher perfiden Strategien sprechen, die keineswegs abwegig ist als Arbeitshypothese. Die größere Zeitspanne vor dem Ausläuten einer „P(l)andemie“ durch die WHO sollte man dabei redlicherweise erwähnen. Dieser Punkt Ihrer Kritik am Artikel überzeugt mich deshalb nicht. Ihrer Hoffnung, dass dem couragierten Autor ohne einen tarnenden nom de plume hieraus keine Nachteile erwachsen werden, schließe ich mich hingegen ganz an.

    NORBERT PIECHOTTA, 5. Oktober 2021, 13:45 UHR

    Ein hervorragender Artikel mit vielen Informationen.

    1.) Corona ist psychologische Kriegsführung, folgend dem psychopathischen Event 201! Es ist eine Kombination von Konditionierung (Pawlow), Ash (Gruppendruck), Milgram – mittlerweile hat das zu einem Stockholm-Syndrom geführt. Mit "freiwilliger" Maske in fast jeder Lebenssituation, einem Testwahn selbst im Privaten, denn "man kann ja nicht wissen, ob man krank ist" und dem Pseudo-Schutz durch "Impfungen".

    2.) Zu kurz kommen – verständlich, da wahrscheinlich den Rahmen sprengend – die Zusammenhänge und Bezüge zum Great Reset, zur Vermögensumschichtung von 1,2 Billionen von arm zu reich, baldige Bargeldabschaffung und digitales Zentralbankgeld, die Totalüberwachung durch grünen Pass und Fixierung von ID2020. Im nächsten Jahr wird "Corona" durch Co2-Klima-Katastrophe abgelöst werden ... Die Corona-Religion und alle Nebel- und Desinfomationsaktionen in diesem Zusammenhang sind Ablenkung von dem "Zaubertrick", einen Neo-Feudalismus und Neo-Faschismus zu installieren, der 99,99x% der Menschen letztlich verklavt.

    RALF ARNOLD, 5. Oktober 2021, 17:50 UHR

    Vielen Dank für diesen ausgezeichneten Beitrag! Ein sehr mutiger Schritt des Autors, dies unter seinem richtigen Namen zu veröffentlichen. Ich kann aus eigener Erfahrung alles bestätigen. Im Grunde ist es noch viel schlimmer. Man mag täglich dutzende Artikel bei alternativen Medien (die ich auch stets kritisch lese) lesen und internationale Studien durchackern - wenn man in die Redaktion kommt, betritt man eine andere Welt, fast ein Paralleluniversum. Es ist die Kathedrale der Mainstreamreligion. Hier gibt es nur eine Meinung und die ist ein Konsens, der keiner offiziellen Anordnung bedarf. Die Liturgie wird von den Agenturen vorgegeben (hier findet bereits eine entscheidende Auswahl, oder besser gesagt Zensur, statt). Der Chor der Mainstreamredakteure singt einstimmig dasselbe Lied und die meisten glauben ganz fest daran. Die wenigsten lesen oder hören jemals etwas anderes als Mainstream. Sie lügen nicht. Nein, sie glauben fest daran und fühlen sich dabei völlig frei und unbeeinflusst. Einige wenige zweifeln heimlich, doch spüren sie mehr oder weniger unbewusst, dass sie Gefahr laufen, als Ketzer gebrandmarkt zu werden, als Gottes-, sprich Corona-Leugner. Der Fluss des Mainstream ist tief und reißend, aber gar nicht breit. Man weiß, dass man sich in der Mitte halten muss, um nicht am schroffen Ufer zu zerschellen. Und wenn man sie auf Widersprüche, Ungereimtheiten und journalistische Fehler hinweist, nicken sie artig oder bedächtig mit dem Kopf, nur um bereits am nächsten Tag alles wieder vergessen zu haben. Oder sie werden emotional. Sie kennen da einen, der war schwer krank oder ist daran gestorben. Wie pietätlos sei es doch, die Maßnahmen in Frage zu stellen!

    So läuft das. Eine sich ständig selbst bestätigende Blase mit kultartigen Zügen. Weist man auf gute Beiträge in alternativen Medien hin, wird - bevor der erste Absatz gelesen ist - bei Mainstream-Wikipedia die alternative Quelle überprüft, um erschrocken festzustellen, dass das ja gar nicht mainstreamig, sondern krude, wirr oder verschwurbelt ist. Was auch sonst? Oder man schaut bei der heiligen Inquisition, den "Faktencheckern". Die widerlegen alles. Am liebsten das, was nie behauptet wurde.



    HELENE BELLIS, 6. Oktober 2021, 12:40 UHR

    @Ralf Arnold

    wenn man in die Redaktion kommt, betritt man eine andere Welt, fast ein Paralleluniversum. Es ist die Kathedrale der Mainstreamreligion.

    Vielen Dank für diesen Satz. Mir geht es quasi andersherum als Ihren KollegInnen: ich studiere eigentlich nur die kritischen Artikel, die ja auch – einzeln sowie in ihrer Gesamtheit – sehr viel Sinn ergeben. Manchmal dann, sehr sehr selten, schaue ich irgendwo in die MSM oder lese, was Boris Reitschuster von der Bundespressekonferenz erzählt. Und dann wundere ich mich zutiefst, wie man diese, zum großen Teil an den Haaren herbeigezogenen Thesen (hier wäre »krude« oft genug das Wort der Wahl) auch nur im Ansatz glauben kann. Das ist so hanebüchen, so falsch und irrational – im besten Falle wundert man sich, im schlimmsten wird einem übel. Aber ein Paralleluniversum, das scheint es in jedem Fall zu sein.

    NORBERT PIECHOTTA, 5. Oktober 2021, 18:35 UHR

    Wieso gelingt das dem Mainstream? Antwort: Seit vielen Jahrzehnten wurde darauf hingearbeitet durch eine psychopathische "Elite" namens MIDMBK (Militärisch-Industrieller-Digital-Medien-Banken-Komplex) zur absoluten Sicherung ihrer Macht. (In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war. Franklin D. Roosevelt) Tittytainment durch Fernsehen, mediale Verblödung, Zerstörung der Familie, Zerstörung der Gewerkschaften, Zerstörung der Religionen, Angstproduktion durch Kriege, durch Terrorismus (Abschaffung der Grundrechte in den USA nach 9/11), Materialismus, Junk food, Konsum statt Sinn, Angstproduktion durch prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Angstproduktion durch Klima/Erderwärmung, ... alles Vorbereitungen für den finalen Schlag mit der Virus-Keule, die via ID2020, Corona-App, Bargeldabschaffung der sichere Weg in den Totalitarismus und die Versklavung sein wird ...

    PAUL SCHREYER, 6. Oktober 2021, 09:20 UHR

    Eine kurze Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag von Ole Skambraks trifft auf großes Interesse und hatte gestern 500.000 Aufrufe auf unserer Seite – Rekord für unser Magazin.

    HELENE BELLIS, 6. Oktober 2021, 12:45 UHR

    Herzlichen Glückwunsch zu den 500.000 Aufrufen! Sicherlich liegt es in erster Linie am Inhalt des Artikels, aber ich könnte mir auch den Titel als (einen) Grund dafür vorstellen. Denn mit »Ich kann nicht mehr« hat Herr Skambraks sicherlich bei den meisten von uns einen – mittlerweile komplett überreizten – Nerv getroffen.

    LEO HOHENSEE, 6. Oktober 2021, 20:30 UHR

    Dies ist eine sehr umfangreiche und sinnvolle Zusammenfassung der unterlassenen und umgangenen Berichtspunkte / Berichtsverpflichtungen unserer Öffentlich Rechtlichen. Diese Dinge nicht zu berichten, entspricht einer Täuschung der Öffentlichkeit.
    Zu Gain of function, der Forschung dazu, wie man Viren für Menschen gefährlicher macht, möchte ich meine Empörung zum Himmel schreien. Nach meinem Wissen sind solche Forschungen in den USA gesetzlich verboten !! Welche verbrecherischen Kräfte haben überhaupt die Möglichkeit, solche Forschungen im amerikanischen Ausland durchführen zu lassen? Das zum Ersten, und zweitens – wer muss alles sein Einverständnis dazu gegeben haben, dieses "Verbrechen" (Verstoß gegen US-Gesetz) gerade nach China auszulagern? Insbesondere im Verlauf jetzt, riecht mir das sehr nach Kooperation mit den Chinesen. Gibt es in den USA jemanden, der das untersucht?

    THOMAS ECKHARDT, 6. Oktober 2021, 22:15 UHR

    In aller gebotenen Kürze: Suchen Sie nach Ralph Baric, Peter Daszak, Anthony Fauci. Nach "Fauci Wuhan gain of function newsweek". Nach Faucis E-Mails, in denen auch unser Christian Drosten vorkommt, der selbst GOF-Forschung betreibt. Schauen Sie nach "dual use" und Biowaffen, womöglich gar Fort Detrick. Lesen Sie etwas von Richard Ebright. Daszak hat die Stellungnahme in The Lancet zum "lab origin" orchestriert, Drosten hat unterschrieben. Daszak war Mitglied der Untersuchungskommission der WHO in Wuhan. Und so weiter.

    06.04.2024

    Ich kann nicht mehr   (IIvon II)

    BF, 8. Oktober 2021, 14:00 UHR

    Danke für den Beitrag. Deckt sich mit meinen Beobachtungen während der Krise.
    Ich bin auch Medienmacherin.

    PAUL SCHREYER, 8. Oktober 2021, 15:00 UHR

    Eine weitere Anmerkung der Redaktion: Der offene Brief von Ole Skambraks ist bei Multipolar inzwischen mehr als eine Million mal aufgerufen worden. Er ist außerdem laut Statistik der in dieser Woche bei Facebook und Twitter mit Abstand meistdiskutierte und -verbreitete Beitrag ALLER Medien in Deutschland:

    https://www.10000flies.de/?timefilter=1_week&category=Alle (1)

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schweigt bislang dazu.

    (1) Link zur archivierten Statistik hier: https://archive.is/umRdm

    PHILIP LÄUBLER, 14. Oktober 2021, 15:45 UHR

    Vielen Dank für diesen Beitrag!
    Kurze Anmerkung zum offenen Brief: Wenn ich dies richtig aus der Studie von Ioannidis entnehme, ist die Überlebensrate von 99,41% bei den 60-69 Jährigen, und nicht "unter 70" wie im Brief, oder nicht?
    Nochmals vielen Dank an Ole Skambraks!
    Grüsse aus der Schweiz


    Info: https://multipolar-magazin.de/artikel/ich-kann-nicht-mehr


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

    06.04.2024

    Nachrichten von Pressenza: Der Rückfall der deutschen Politiker in die Sucht, Kriege zu führen

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 6. April 2024, 7:30 Uhr,


    Nachrichten von Pressenza - 06.04.2024


    Der Rückfall der deutschen Politiker in die Sucht, Kriege zu führen


    In einer Zeit, in der die Stimmen der Vergangenheit leiser werden und die Mahnungen der Kriegsgeneration allmählich verstummen, erhebt eine besorgte Bürgerin Anfang 70 ihre Stimme gegen das Wiederaufleben kriegerischer Rhetorik in Deutschland. Sie reflektiert besorgt über die Parallelen zwischen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/der-rueckfall-der-deutschen-politiker-in-die-sucht-kriege-zu-fuehren/


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    Appell an Präsident Lula: Für die Freiheit des Journalisten Prabir Purkayastha


    In einem offenen Brief an den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva fordern Gründungsmitglieder des Weltsozialforums und langjährige Aktivisten die Freilassung des indischen Journalisten Prabir Purkayastha. Mit 78 Jahren befindet sich Purkayastha, ein Mitbegründer des Weltsozialforums in Indien und&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/appell-an-praesident-lula-fuer-die-freiheit-des-journalisten-prabir-purkayastha/


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    Die anderen sollen es richten


    Oder: Wenn die Rendite der einzige Wert ist. Ein Kommentar von Urs Heinz Aerni Haben Sie gewusst, dass die Schweiz im Vergleich zu allen anderen Ländern Europas am wenigsten in den Naturschutz investiert und den kleinsten Anteil zur Gesamtfläche als&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/die-anderen-sollen-es-richten/


     -----------------------


    75 Jahre NATO, 75 Jahre Kriege: Kundgebung in Solbiate Olona


    Anlässlich des 75. Jahrestags ihrer Gründung fanden in Italien mehrere Initiativen statt, um die Rolle der NATO bei der globalen Aufrüstung und im „dritten Weltkrieg in Etappen“ anzuprangern. Eine dieser Kundgebungen wurde in Solbiate Olona (Varese) abgehalten, direkt vor der&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/75-jahre-nato-75-jahre-kriege-kundgebung-in-solbiate-olona/


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    Süd- und Mittelamerika: Was in vielen unserer Medien unterging


    Romeo Rey, früher Lateinamerika-Korrespondent von Tages-Anzeiger und Frankfurter Rundschau, fasst die jüngste Entwicklung zusammen. Romeo Rey  für die Online-Zeitung INFOsperber Wie schon in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise von 1929 und später im Kalten Krieg versucht sich der Subkontinent zwischen den&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/sued-und-mittelamerika-was-in-vielen-unserer-medien-unterging-5/


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    Howoge-Schattenhaushalt ist eine Vollbremsung


    Die gemeinnützige Initiative Gemeingut in BürgerInnenhand kritisiert den Senat scharf für sein Festhalten an der Howoge als Schulbauträger. Wie eine aktuelle parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Alexander King (BSW) zeigt, wird es die Wohnungsbaugesellschaft nicht schaffen, bis 2026 einen Schulplatz bereitzustellen.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/04/howoge-schattenhaushalt-ist-eine-vollbremsung/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.-

    06.04.2024

    —emanzipieren     (I von II)

    emanzipieren.wordpress.com, vom  June 2, 2013

    Emanzipation durch Gerechtigkeit, Emanzipation durch Informationsfreiheit, Emanzipation durch Lernen aus der Geschichte


    Arno Peters: Faire Geschichtsschreibung und Weltkarten für die ganze Welt, nicht nur aus Sicht Europas und seiner Herrschaftsinteressen über die Welt! Der studierte Historiker träumte von der Weltrevolution, von einer gerechten Gesellschaft und davon, dass der vorherrschende Eurozentrismus eines Tages überwunden sein würde. Der Professor ehrenhalber nannte sich selbst am liebsten einen Privatgelehrten. Schlagzeilen machte er mehrfach in seinen gut 86 Lebensjahren. So 1952, als er die “Synchronoptische Weltgeschichte” herausgab, mit der er das gängige Weltbild revolutionieren wollte. Auf der Buchmesse in Frankfurt noch gefeiert, landete das Werk in Zeiten des Kalten Krieges kurze Zeit später auf dem Index, wegen “eindeutiger kommunistischer Tendenzen.” DIE US-Regierung hatte Peters Buch noch unterstützt, als im Nach-Nazi-Deutschland schon eine westliche Auffassungen folgende “eindeutige politisch-korrekte” Auffassung der Geschichte durchgesetzt wurde. Willy Brandt machte die “Peterskarte” durch die Nord-Süd-Kommission zum Symbol für die Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit der farbigen Völker. Kirchliche Institutionen (in der Bundesrepublik Weltmission, Misereor und missio, in England Christian Aid, in den USA The National Council of Churches, in Frankreich das Comité Catholique, in Holland und Belgien die Caritas, in Italien ASAL) übernahmen sie aus dem gleichen Grund. Arno Peters 2. Dezember 2002 An Arno Peters scheiden sich bis heute die Geister. Für die einen ist er einer der letzten Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts, für andere nicht viel mehr als ein fleißiger Produzent von Windeiern.


    Der studierte Historiker träumte von der Weltrevolution, von einer gerechten Gesellschaft und davon, dass der vorherrschende Eurozentrismus eines Tages überwunden sein würde. Der Professor ehrenhalber nannte sich selbst am liebsten einen Privatgelehrten.


    Schlagzeilen machte er mehrfach in seinen gut 86 Lebensjahren. So 1952, als er die “Synchronoptische Weltgeschichte” herausgab, mit der er das gängige Weltbild revolutionieren wollte. Auf der Buchmesse in Frankfurt noch gefeiert, landete das Werk in Zeiten des Kalten Krieges kurze Zeit später auf dem Index, wegen “eindeutiger kommunistischer Tendenzen.”

    1973 war es dann seine flächentreue Karte, die er öffentlichkeitswirksam präsentierte – als angeblich erste, auf der die Dritte Welt politisch korrekt dargestellt wurde. Sie wurde – zum Ärger vieler Kartografen-Kollegen – zum globalen Erfolg.


    THE PETERS PROJECTION
    AN AREA ACCURATE MAP

    The Peters Projection World Map is one of the most stimulating, and controversial, images of the world. When this map was first introduced by historian and cartographer Dr. Arno Peters at a Press Conference in Germany in 1974 it generated a firestorm of debate. The first English-version of the map was published in 1983, and it continues to have passionate fans as well as staunch detractors. The earth is round. The challenge of any world map is to represent a round earth on a flat surface. There are literally thousands of map projections. Each has certain strengths and corresponding weaknesses. Choosing among them is an exercise in values clarification: you have to decide what’s important to you. That is generally determined by the way you intend to use the map. The Peters Projection is an area accurate map.

    =561&tbm=isch&tbnid=VFud2XI4MQWLvM:&imgrefurl=http://www.petersmap.com/&docid=5ouWPdzh12h6PM&imgurl=http://www.petersmap.com/peterms.gif&w=376&h=233&ei=mSWrUeHeJ4bVsgbFxoDwBg&zoom=1&iact=hc&vpx=4&vpy=200&dur=1175&hovh=177&hovw=285&tx=75&ty=76&page=1&tbnh=134&tbnw=216&start=0&ndsp=18&ved=1t:429,r:12,s:0,i:120



    Peters, Arno

    deutscher Historiker, Geograph und Ökonom; Prof. Dr. phil. /ml

    Geburtstag: 22. Mai 1916 Berlin-Charlottenburg


    Klassifikation: Historiker, auch Wissenschaftshistoriker, Geograph, Geologe, Wirtschaftswissenschaftler


    Nation: Deutschland

    Herkunft

    Arno Peters wurde am 22. Mai 1916 in Berlin-Charlottenburg als Sohn des Oberreichsbahnrates Bruno Peters und seiner Ehefrau Lucy geboren.


    Ausbildung

    Nach dem Abitur studierte P. an der Berliner Universität Geschichte, Kunstgeschichte und Zeitungswissenschaft und promovierte zum Dr. phil. Die Mittel für sein Studium verdiente er sich durch Arbeit bei Presse und Film. Nur 24 Jahre alt, stellte er als Produktionsleiter bei der Tobis u. a. den Musikfilm “Immer nur Du” her. Studienreisen führten ihn nach Frankreich, England, USA und UdSSR, Polen, Schweden, Griechenland, Türkei, Italien, Spanien, Portugal und Mexiko.


    Wirken

    Seit Abschluß seines Studiums ist P. als Privatgelehrter tätig. Schon als Student hatte er sich mit dem Plan einer räumlich-graphischen Darstellung der Zeit beschäftigt. 1941 schuf er den ersten Entwurf für eine Geschichtsdarstellung, die auf der Sichtbarmachung des Gleichzeitigen beruht und durch unmittelbare Anschauung des zeitlichen Miteinander und Nacheinander die Zusammenhänge der Geschichte vermittelt. Auf dieser Grundlage entstand seine “Synchronoptische Weltgeschichte”. Neben die europäische Geschichte stellte er gleichrangig die Geschichte der großen asiatischen und afrikanischen Kulturen sowie die Geschichte des vorkolumbischen Amerika. Es ging ihm auch darum, alle Lebensbereiche gleichwertig darzustellen, wodurch die sonst beherrschende Geschichte von Politik und Krieg hinter die der Kunst, der Wissenschaft und der Technik, der Religion, der Philosophie und des Rechts zurücktrat. “Peters Synchronoptische Weltgeschichte” erschien erstmals 1952 und seither in zahlreichen Neuauflagen, 1962 auch in einer französischen Ausgabe (übersetzt von Robert Minder), seit 1970 auch als zweibändige “Große Synchronoptische Weltgeschichte” (unter Einbeziehung der Frühkulturen) mit Indexband.

    1965 wandte sich P. geographischen Arbeiten zu, die ebenso wie seine Weltgeschichte die Überwindung des europazentrischen Weltbildes anstreben. 1973 legte er seine eigene Erdkartenprojektion vor unter dem Titel “Die Länder der Erde in flächentreuer Darstellung”. Seine rechtwinklige Anordnung der Längen- und Breitengrade verbindet mit der Flächentreue auch Lage- und Achstreue. Die unser geographisches Weltbild prägende Mercator-Projektion des deutschen Geographen Gerhard Kremer (1569) konnte bislang noch nicht verdrängt werden. Seit 1975 arbeitete P. an einem Weltatlas. Dieser “Peters-Atlas” erschien 1989 bei Longman in London und bei der UNICEF in Zürich. Es folgten 1990 fünf weitere inhaltsgleiche Ausgaben: Frankreich (Larousse), Italien (Rizzoli), Spanien (Vicens Vives), USA (Harper & Row), Dänemark (Politiken).

    Für die Universität der Vereinten Nationen legte P. 1984 seine kartographische Konzeption in einem theoretischen Werk nieder (“Die Neue Kartographie”). Darin entmythologisierte er die bisher herrschende kartographische Theorie. In seinem Katalog neuer Kartenqualitäten treten praktische, ästhetische und didaktische Qualitäten neben die bisher allein maßgebenden mathematischen Qualitäten. P. verlegte den Null-Meridian von Greenwich auf die Datumsgrenze und verschob diese in die Mitte der Beringstraße. Willy Brandt machte die “Peterskarte” durch die Nord-Süd-Kommission zum Symbol für die Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit der farbigen Völker. Kirchliche Institutionen (in der Bundesrepublik Weltmission, Misereor und missio, in England Christian Aid, in den USA The National Council of Churches, in Frankreich das Comité Catholique, in Holland und Belgien die Caritas, in Italien ASAL) übernahmen sie aus dem gleichen Grund.


    Begleitend zu seiner historischen und kartographischen Tatsachen-Darstellung arbeitet P. an einer Geschichtsphilosophie, deren Grundgedanken er 1978 vorgetragen hat (“Die Periodisierung der Geschichte und das historische Weltbild des Menschen”). P. sieht in der Stoffeinteilung (Periodisierung) der Geschichte die Quintessenz des geschichtlichen Denkens und die bestimmende Grundlage unseres historischen Weltbildes. Er teilt die heute gebräuchlichen Periodisierungen in zwei Gruppen: Lineare Periodisierung und zyklische Periodisierung. Linear ist danach die Grundlage der herkömmlichen bürgerlichen Geschichtstheorie (Altertum-Mittelalter-Neuzeit) wie ihrer marxistischen Variante (Sklaverei-Feudalismus-Kapitalismus) – zyklisch sind die von Spengler und Toynbee vertretenen Kulturkreislehren. Für P. widersprechen beide Periodisierungen dem wirklichen Ablauf der Universalgeschichte. Für ihn ist Geschichte weder ein Nacheinander von Epochen (= lineare Periodisierung) noch ein Nebeneinander von Kulturen (= zyklische Periodisierung), sondern ein Miteinander von Prozessen (= dialektische Periodisierung). Im Ablauf der Geschichte sieht P. eine Zeit der Differenzierung, die zwischen dem Naturzustand des Menschen in der Vorzeit und der in der Gegenwart anbrechenden Zukunft liegt (die P. als Epoche der “Kultur” bezeichnet). Für P. zerfallen die Prozesse der historischen Zeit in “teilende” (den Menschen in seiner natürlichen Ganzheit erhaltende) und “spaltende” (den Menschen von seiner natürlichen Ganzheit entfremdende) Prozesse. Das Ziel der revolutionären Umwälzung unserer Epoche sieht P. in der Überwindung der spaltenden Prozesse der historischen Zeit und in der Rückkehr des Menschen zur natürlichen Ganzheit seines Naturzustandes auf höherer Ebene (Kultur).

    1974 gründeten neun Gelehrte verschiedener Disziplinen (Fritz Fischer, Wilhelm Treue, Ernst Bloch, Herbert Kühn, Benno von Wiese, Walther Gerlach, Friedrich Klemm, Wolfgang Braunfels und Walter Zimmermann) für die Arbeiten von P. das Institut für Universalgeschichte. Das von P. geleitete Institut wurde finanziell vom Bremer Senator für Wissenschaft getragen, bis es sich selbst erhalten konnte.


    Der vielseitige P. hat auch an einer Verbesserung der musikalischen Notation gearbeitet und 1984 am Mozarteum in Salzburg seine neue Farbnotation vorgelegt (Peters-Notation). Darin hat er die für seine “Synchronoptische Weltgeschichte” entwickelte räumliche Darstellung der Zeit auf die Mitteilung der Tondauer angewendet. 1985 veröffentlichte er seine theoretische Grundlegung der neuen Notation (“Die maßstäbliche Darstellung der Tondauer als Grundlage oktav-analoger Farbnotation”; Akademische Verlagsanstalt, Vaduz) sowie eine Klavierfibel fürs Farbklavier (“Für Majenna”).


    Im Nov. 1989 sorgte P. für Aufsehen, als er Reparationsausgleichszahlungen der Bundesrepublik an die DDR forderte. P. begründete seine Forderung mit den von der DDR – stellvertretend für die Bundesrepublik – aufgebrachten Reparationsleistungen an die Sowjetunion (jeder Ostdeutsche leistete im Schnitt 16.124 Mark an Reparationen, jeder Westdeutsche nur 126 Mark). Zwar machte sich mit Unterstützung von Persönlichkeiten der Bundesrepublik der damalige DDR-Ministerpräsident Modrow diese Reparationsausgleichsforderung in Höhe von 727 Millarden DM zu eigen, konnte sie aber nicht durchsetzen.


    Seit 1983 hat sich P. zunehmend der Ökonomie zugewandt in dem Bestreben, die Weltwirtschaft auf die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse statt auf Angebot und Nachfrage zu richten. Sein Ziel ist die gleichzeitige weltweite Überwindung von Not und Überfluß. In seinem Vortrag “Das Äquivalenzprinzip als Grundlage der Global-Ökonomie” (Palermo, 5.5.1995, Istituto Gramsci Siciliano) sieht P. unsere Epoche als Übergang von der National-Ökonomie zur Global-Ökonomie mit dem Postulat, Güter und Dienstleistungen auf Grundlage ihres Wertes (= der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit) auszutauschen, wodurch der Einzelne, ebenso wie Betriebe, Gruppen und Staaten, nicht mehr Güter und Leistungen entnehmen, als sie selbst einbringen. Ein aus der Arbeitswertlehre Ricardos zu entwickelndes Wertmaß hätte der Ökonomie die exakte Grundlage zu geben.


    Werke

    Veröffentlichungen: “Peters Synchronoptische Weltgeschichte” (52, mehrere Neuauflagen), “Die Länder der Erde in flächentreuer Darstellung” (73), “Die Periodisierung der Geschichte und das historische Weltbild des Menschen” (78), “Die neue Kartographie” (84), “Die maßstäbliche Darstellung der Tondauer als Grundlage oktav-analoger Farbnotation” (85), “Peters Weltatlas” (89) u. a. m.


    Auszeichnungen

    1994 wurde P. mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon (Bremen) ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der bekannte Historiker Fritz Fischer.


    Mitgliedschaften

    P. ist seit 1965 Mitglied des PEN-Clubs.


    Familie

    P. ist seit 1987 in dritter Ehe mit Majenna, geb. Ruminski, verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder: Marco und Mirko. Aus zweiter Ehe stammt die Tochter Sabine, aus erster die vier Kinder Anja, Axel, Anita und Aribert. P., zu dessen Liebhabereien Segeln, Schwimmen und Radfahren gehören, malt und zeichnet auch: “Weimarer Skizzen” und “Mit dem Pinsel unterwegs”.


    Adresse

    Heinrich-Heine-Straße 93, 28211 Bremen; Tel.: 0421/23 20 22

    Arno Peters

    Arno Peters (22. Mai 1916 – 2. Dezember 2002), Historiker und Kartograph.

    Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

    Kritik am Eurozentrismus

    1941 schuf Peters den ersten Entwurf für eine Geschichtsdarstellung, die auf der Sichtbarmachung des Gleichzeitigen beruht und durch unmittelbare Anschauung des zeitlichen Miteinander und Nacheinander die Zusammenhänge der Geschichte vermittelt. Bekannt wurde Arno Peters zu Beginn der 1950er Jahre durch seine “Synchronoptische Weltgeschichte”, einem Geschichtsatlas, der durch seine synchronistische Form die europäische Geschichte gleichberechtigt neben die Geschichte der großen asiatischen, aber auch vorkolumbianischen Kulturen der beiden Amerikas stellte. Neben der eurozentrischen Sichtweise auf Geschichte kritisierte Peters auch die Fokussierung auf die Bereiche Politik und Kriege. Im Ergebnis war Geschichtsschreibung aus Peters Sicht geprägt von der Konzentration auf die politische Geschichte Europas der letzten 500 Jahre.


    Weltkartenprojektion

    Mitte der 1970er Jahre wurde Peters dann schlagartig durch seine neuartige Weltkarten-Projektion weltbekannt. Mit einer veränderten Darstellung der Weltkarte griff Peters die seit dem ausgehenden 16. Jahrhunderts dominierende Kartendarstellung Gerhard Mercators an. Die Peters-Projektion wurde von der deutschen Kartographie zwar zerrissen, wurde aber das Logo der Nord-Süd-Kommission unter Willy Brandt.


    Familiärer und politischer Hintergrund

    Weniger bekannt ist dagegen der familiäre und eigene politische Hintergrund Arno Peters in der sozialistischen und kommunistischen Bewegung.

    Wird weiter bearbeitet …Mueste300 19:16, 1. Jan. 2009 (CET)


    Links

    Literatur


    Literatur von Arno Peters

    • Arno Peters: Synchronoptische Weltgeschichte, Frankfurt am Main 2000. [Dies ist die Ausgabe von Zweitausendeins. Erstmals erschienen 1952]
    • Arno Peters: Die perspektivische Verzerrung von Raum und Zeit im historisch-geographischen Weltbilde der Gegenwart und ihre Überwindung durch neue Darstellungsweisen [Vortrag am 6. Oktober 1967 an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest], München-Solln 1967.
    • Arno Peters: Die neue Kartographie/The New Cartography, Klagenfurt/New York 1983.
    • Arno Peters: Die maßstäbliche Darstellung der Tondauer als Grundlage oktav-analoger Farbnotation [überarbeitete Fassung des Vortrages, den der Verfasser am 8. Mai 1984 vor Dozenten des Mozarteum in Salzburg gehalten hat], Vaduz 1985.
    • Arno Peters: Atlas, Vaduz 1990.
    • Arno Peters: Das Äquivalenz-Prinzip als Grundlage der Global-Ökonomie, Vaduz 1996.
    • Arno Peters: Was ist und wie verwirklicht sich Computer-Sozialismus? Gespräche mit Konrad Zuse, Berlin 2000.

    Literatur über Leben und Werk

    • Deutsche Gesellschaft für Kartographie & Verband der Kartographischen Verlage und Institute (1955): Ideologie statt Kartographie: Die Wahrheit über die “Peters-Weltkarte”, Dortmund/Frankfurt am Main.
    • Fischer, Fritz (1996): Der letzte Polyhistor. Leben und Werk von Arno Peters, Vaduz 1996.
    • Kachulle, Doris (2003): “Undeutsch”. Zum Tod des Historiker Arno Peters am 2. Dezember: Die Geschichte seiner “Synchronoptischen Weltgeschichte”, in: junge Welt, 9. Dezember 2002, 13.
    • Müller, Stefan (2009): Spartakist und Eisenbahner %u2013 Bruno Peters (1884-1960), in: Alfred Gottwaldt (Hrsg.): Reichsbahner im Widerstand, (hrsg. im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums), [im Erscheinen: Berlin 2009]
    • Monmonier, Mark (1995): Drawing the Line. Tales of Maps and Cartocontroversy, New York.
    • Monmonier, Mark (2004): Rhumb Lines and Map Wars. A Social History of the Mercator Projection, Chicago/London 2004.
    • Stauffenberg, Alexander Graf von (1953): Die Synchronoptische Frage, Frankfurt am Main 1953.
    • Vujakovic, Peter (1987): The extent of adoption of the Peters projection by “Third World” organizations in the UK, in: Society of University Cartographers, Bulletin, 21. Jg. (1987) Nr. 1, 11-15.
    • Weber, Hermann/Herbst, Andreas (2004): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2004, 558 (Kurzbiographien über die Eltern Bruno und Lucie Peters)
    • Wenzel, Siegfried (2003): Die Sozialismusvision eines bedeutenden Historikers. In memoriam Arno Peters, in: Utopie kreativ, 2003 (Nr. 4), Nr. 150, 365-367.

    Weitere Literatur

    • Heinz Dieterich: Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie nach dem globalen Kapitalismus, Berlin 2006.
    Synchronoptische Weltgeschichte

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    Die Synchronoptische Weltgeschichte von Arno Peters ist eine synchronistische Sonderform des Geschichtsatlas in der Tradition der synchronistischen Tabellen des 18. Jahrhunderts. Die auf Balkendiagrammen über dezimalem Streifenfeld basierenden Tabellen erschienen erstmals 1952. Im Jahr 1962 folgte eine von Robert Minder übersetzte französische Ausgabe. 1970 folgte die um die Vorgeschichte erweiterte zweibändige “Große Synchronoptische Weltgeschichte”.

    Der Zeitatlas stellt zeitgleich (synchron-) auf einen Blick (-optisch) die Geschichte der menschlichen Zivilisation dar. Peters legte besonderen Wert darauf, sich dabei nicht einseitig auf die europäische Zivilisation oder auf militärische und politische Ereignisse zu konzentrieren.

    Der Überblick umfasst den Zeitraum vom 30. Jahrhundert v. Chr. bis zum 20. Jahrhundert n. Chr. Die Darstellung ist quasi tabellarisch angelegt; jeweils 100 Jahre pro Doppelseite und je ein Jahr pro Spalte werden im Überblick aufgezeigt. Die Darstellung im Zeitatlas ist wie folgt organisiert:

    • Als Überschrift des Jahrhunderts steht eine Angabe über die Grundtendenzen und über die hervorragenden Geschehnisse.
    • In den folgenden beiden Zeilen werden die wichtigsten Ereignisse aus Wirtschaft und Geistesleben dargestellt. Peters differenziert hier weiter:
      • Den Bereich Wirtschaft in Technik, Naturwissenschaften, Entdeckungen, und Gemeinschaftsleben
      • Den Bereich Geistesleben in Kunst, Dichtung, Philosophie, Recht und Städtebau
    • In der Mitte sind Lebenslinien zeitgeschichtlicher Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Geistesleben, Religion und Politik dargestellt.
    • In den letzten beiden Zeilen stehen Fakten aus den Bereichen
      • Politik (Staatswesen, Gesellschaftsordnung) und
      • Kriege oder Revolutionen (Aufstände, Bürgerkriege).

    Der Grundband (Zeitatlas) wird ergänzt durch den Indexband, ein alphabetisch geordnetes Register. Er vertieft die einzelnen Themen anhand von Begriffen, Orten, Staaten, Personen, Epochen und Ereignissen. Farbige Schrift schafft indirekte Verweise zwischen dem historischen Zusammenhang im Grundband und den Details im Indexband.


    Ausgaben

    • Arno Peters, Anneliese Peters: Synchronoptische Weltgeschichte. Universum, Frankfurt am Main 1952
    • Arno Peters: Synchronoptische Weltgeschichte. 2 Bände. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-86150-370-0
    • Hans-Rudolf Behrendt, Thomas Burch, Martin Weinmann: Der Digitale Peters. DVD-ROM. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-386150833-5

    Weblinks

    http://derdigitalepeters.de/


    WELTGESCHICHTE


    Aus sozialistischer Sicht

    Am Mittwoch vergangener Woche nahm der Skandal um die “Synchronoptische Weltgeschichte” des Ehepaares Arno und Anneliese Peters eine neue Wendung: Das niedersächsische Kultusministerium verkündete, es werde den “Fall Peters” vor ein ordentliches Gericht bringen. Das Ministerium will 5000 Exemplare des neuen Geschichtswerkes wieder zurückgeben und den Universum-Verlag in Frankfurt am Main auf Rückerstattung von 50 000 Mark verklagen, die Niedersachsen für die Herausgabe des Buches aus Stiftungen zur Verfügung gestellt hatte.

    Die “Synchronoptische Weltgeschichte”, um die sich in den zwei letzten Wochen der größte Geschichtsbuch-Skandal seit Kriegsende entwickelt hat, erschien auf den ersten Blick als ein hervorragendes Unterrichtswerk: Auf achtfarbigen Tabellen bot sie einen fließbandartigen Überblick über die gleichzeitig abgelaufenen Ereignisse der Menschheitsgeschichte, unterteilt in sechs Sparten – Wirtschaft, Geistesleben, Religion, Politik, Kriege, Revolutionen.

    Das bunte Tafelwerk reicht von 1000 vor Christus (Das Heer des Königs David von Juda besiegt die Philister) bis 1952 nach Christus (Leninkanal zwischen Wolga und Don verbindet fünf Meere) und wurde auf der Frankfurter Buch-Messe als “Schlager” gefeiert.


    Erst bei näherem Studium erwies sich, daß Rot die eigentliche Grundfarbe der bunten Tabellen ist. Typische Zitate:

    * Judas Ischariot “versuchte vergeblich, Christus zur revolutionären Tat zu veranlassen”;

    * Paulus “entkleidete die Lehren Christi ihres sozialrevolutionären Charakters”;

    * Epiphanes “schuf die Lehre eines christlich-begründeten Kommunismus”;

    * Friedrich II. von Hohenstaufen “übernahm die Folterung, Verstümmelung und Verbrennung der Kirchengegner”;

    * Iwan der Schreckliche “führte den Buchdruck in Rußland ein”;

    * Manko Kapak, König der Inkas, “baute seinen Staat nach kommunistischen Grundsätzen auf”;

    * Spanischer Bürgerkrieg: “Faschisten unter Franco beseitigten mit Hilfe Deutschlands und Italiens die von Demokraten (vor allem Kommunisten) aus aller Welt unterstützte republikanische Ordnung.”

    * Stalin ist “ein sowjetischer Staatsmann aus Gori”, der die erste sozialistische Verfassung schuf, die Rote Armee als Volksheer ausbaute und “als anerkannter Führer der Sache des Weltkommunismus den Lehren von Marx-Engels-Lenin ihre für die Gegenwart gültige Ausprägung gab.”

    Kein Wort von sowjetischen Hungerrevolten, Schauprozessen oder Schweigelagern.

    Mit roten Gesichtern standen da:

    * führende Historiker, Soziologen und Publizisten der Bundesrepublik, die das Werk im voraus hymnisch gelobt hatten;

    * die amerikanische Hohe Kommission und die Kultusorgane westdeutscher Länder und Städte, die das Geld zur Drucklegung gegeben hatten.

    Der Skandal brodelte.

    Am Donnerstag wollen die Kultusminister und -Senatoren von Niedersachsen, Hessen, Bremen, Hamburg und Berlin beraten, was nun mit der “Synchronoptischen Weltgeschichte” werden soll. Trotz der frühzeitigen niedersächsischen Entscheidung, das Werk zurückzugeben und auf Rückerstattung der Gelder zu klagen, hoffen Arno und Anneliese Peters unverdrossen, daß die Kultus-Konferenz das in 13 Jahren zusammengebastelte Geschichtswerk doch nicht auf den Index für die bundesdeutschen Schulen setzen wird.


    Der Optimismus des Ehepaares Peters stützt sich unter anderem auf den beispielhaften Anschauungswandel, den der Dr. H. Heckel in puncto “Synchronoptische Weltgeschichte” durchgemacht hat. Dr. H. Heckel, Professor an der Frankfurter Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung, war bis zum 1. Oktober Ministerialrat im niedersächsischen Kultusministerium.

    In dieser Eigenschaft ließ er auf Weisung des SPD-Kultusministers Richard Voigt Ende September den ersten Warnruf an

    die Besteller des welthistorischen Tafelwerkes ertönen, nachdem ein Dr. Alfons Nobel in den Dortmunder “Ruhr-Nachrichten” auf die rote Tönung der “Synchronoptischen Weltgeschichte” hingewiesen hatte.

    Da Minister Voigts Unterschrift unter einer 5000-Stück-Festbestellung des niedersächsischen Kultusministeriums aus dem Jahre 1949 prangte, waren die Herren so aus dem Konzept gebracht, daß Heckel die Warnung ohne nähere Prüfung des Buches herausgehen ließ.

    So jedenfalls erklärte der inzwischen auf der Frankfurter Hochschule tätige Dr. Heckel dem in Hessen verantwortlichen Erziehungsmann, Ministerialdirektor Willy Wieweg, die Angelegenheit in einem Schreiben vom 3. Oktober: “… In Hannover war plötzlich an Hand einer Kritik von katholischer Seite eine Panik-Situation entstanden. Niemand sah sich die Sache richtig an, ich selbst kam in den letzten Tagen auch nicht dazu…”

    Erst als Synchronoptiker Dr. Peters von dem Warnruf Heckels hörte und den Professor in Frankfurt zur Rede stellte, bekannte der, das Buch nur flüchtig durchgeblättert zu haben. Und erst dann nahm er sich die Mühe, es zu studieren.

    Das Ergebnis dieses Studiums schlug sich in einem Brief nieder, den Professor Heckel ebenfalls am 3. Oktober an die rechte Hand seines alten Kultusministers, an den Regierungsdirektor Karl Turn im Hannoverschen Kultusministerium, richtete.

    In diesem Brief heißt es … “Gestern habe ich mir die ”Synchronoptische Weltgeschichte” einmal etwas gründlicher angesehen, und ich muß Ihnen gestehen, daß

    ich bedauere, in den letzten Tagen in Hannover nicht dazu gekommen zu sein. Denn nach meinen Feststellungen fallen die Vorwürfe, die gegen das Buch erhoben werden, doch eigentlich in sich selbst zusammen. Gewiß, es bleiben einige ungeschickte und unglückliche Formulierungen, man kann über Auswahl und Darstellungsart sicherlich oft streiten. Aber die Behauptung, das Werk sei aus kommunistischem Geist geschrieben und vom Osten her beeinflußt, hält meiner Überzeugung einer gründlichen Durchsicht nicht stand.”

    Weiter: “Das Werk ist sicherlich aus einer sozialistischen Sicht heraus gestaltet, aber dagegen sollte man doch in Hannover nichts einzuwenden haben. Es ist stark bemüht, die östliche Welt gleichberechtigt zum Ausdruck zu bringen…, daß dabei auch einmal ein kleiner Spritzer auf Amerika fällt, schadet doch wirklich nichts…”

    Weiter: “Ich möchte also meine persönliche Auffassung jetzt nach eingehendem Studium des Werkes dahin zusammenfassen, daß man es unbedenklich den Schulen, Hochschulen und Büchereien ausliefert, vielleicht in Begleitschreiben jedoch zum Ausdruck bringt, daß das Buch nur für den reiferen und verständigeren Leser seiner ganzen Anlage und Bedeutung nach geeignet ist, daß es sich hier um eine wissenschaftliche Arbeit großen Umfanges und großer Bedeutung handelt, die natürlicherweise mit einigen Mängeln behaftet ist, daß eine solche Auswahl und Sicht der Dinge immer subjektiv bleibt, daß aber im ganzen gesehen sich der Kultusminister vorbehaltlos dahinterstellt und hier den empfangenden Stellen ein Arbeitsmittel ersten Ranges zur Verfügung stellt.”


    Arno Peters klammert sich nun an die Hoffnung, daß sich die übrigen Erziehungsleute ebenfalls nur aus zweiter Hand informierten und bei ruhigem eigenem Studium sich der in fünf Nebensätzen verklausulierten 180-Grad-Wendung des Professors Heckel anschließen werden.

    Was aber auch immer am Donnerstag entschieden wird: die Vertreter von Niedersachsen und Hessen, von Bremen, Hamburg und Berlin werden an einer klaren und weit über den “Fall Peters” hinausgehenden Stellungnahme nicht vorbeikommen. Sie werden die Frage beantworten müssen, ob eine aus “sozialistischer Sicht” gestaltete Weltgeschichte, die bis zum Jahre 1952 reicht, zwangsläufig das enthalten muß, was jetzt dem Doktor Peters als “kommunistische Tendenz” vorgeworfen wird.

    Den Vorwurf der “intellektuellen Unredlichkeit” jedenfalls glaubt der Synchronoptiker” widerlegen zu können. Er ist sicher, den gerichtlichen Wahrheitsbeweis dafür führen zu können, daß er in seinen Verhandlungen mit den Kultusministerien stets zweierlei klar zu erkennen gegeben habe:

    * er sei erklärter Sozialist;

    * er wolle ein Geschichtswerk schaffen, das in West- und Ostdeutschland akzeptiert werden könne.

    “Nur ein Idiot konnte da glauben, daß Stalin in einem solchen Werk als ”größter Verbrecher aller Zeiten” erscheinen werde”, argumentiert Peters heute. Damals schon habe er einem Gremium von hessischen Schulleuten und Historikern eine ähnliche Erklärung gegeben wie jetzt dem NZ-Herausgeber Hans Wallenberg:

    “… Außerdem wollten wir mit unserem Werk die sich schon damals andeutende und inzwischen immer weiter aufreißende Kluft im geschichtlichen Denken Deutschlands schließen. Wir wollten ein Werk schaffen, das gleichermaßen im Osten wie im Westen Deutschlands benutzt werden kann, weil es einerseits die für jedes Weltbild erheblichen Tatsachen vermittelt

    und andererseits durch Vermittlung auch jener Tatsachen, die im Gegensatz zum eigenen Weltbild stehen, zur Duldsamkeit erzieht. Die Kultusminister haben diesen Plan gekannt und begrüßt oder zumindest gebilligt. Auch die Erziehungsabteilung von HICOG wußte von dieser unserer Absicht …”


    Diese Behauptungen müssen erst einmal widerlegt werden, bevor man das Doktoren-Ehepaar der “Erschleichung” von Subventionen zeihen kann, wie es das bayrische Kultusministerium tat.

    Wenn man in dem Versuch zur Schaffung eines west-östlichen Geschichtsbuch-Diwans schon 1949 die Utopie eines Mannes gesehen hätte, der sich selber als “idealistischen Sozialisten” bezeichnet (“ich weiß, daß dies schon ein Paradoxon ist, da der Sozialismus aus dem Materialismus kommt”), wäre die jetzige Ablehnung gerechtfertigt. Aber damals wurden von keiner Seite Bedenken vorgebracht.

    Im Gegenteil: der 36jährige Peters baute sich unter Vorlage eines handgeschriebenen Manuskripts (in dem allerdings die letzten 50 Jahre fehlten) eine Gutachten-Galerie zusammen, in der weder der Nestor der deutschen Geschichtsschreibung, Meinecke, noch der Heidelberger Soziologe Alfred Weber, noch der Freiburger Historiker Gerhard Ritter, noch der bei solchen Gelegenheiten unvermeidliche Thomas Mann fehlte, der dem Buch “von Herzen” wünschte, daß es “sein hohes völkerversöhnendes Ziel erreichen möge”.

    Der Münchner Historiker Schnabel, der sich heute als erster von der “Synchronoptischen Weltgeschichte” distanzierte, borgte sich das Hand-Manuskript sogar über eine Nacht aus und brachte es am nächsten Morgen dem Peters in das Hotel zurück.

    Peters: “Mir gegenüber hat er damals behauptet, er habe darin die halbe Nacht studiert. Trotzdem erhielt ich von ihm ein Gutachten, in dem es wörtlich heißt: … ”den wesentlichen Fortschritt darf man aber darin erblicken daß sowohl die einseitig politische als auch die einseitig nationale Geschichtsdarstellung in der ”Synchronoptischen Weltgeschichte” überwunden wurde”. Die Tendenz aber, die mir heute auch von Schnabel so übelgenommen wird, war in

    dem 2900 Jahre umfassenden Manuskript genau dieselbe wie in dem jetzt vorliegenden Buch.”

    Aber Hessens damaliger Kultusminister Dr. Erwin Stein (CDU) gab sich mit dem professoralen Gutachten-Katalog nicht zufrieden, als Peters ihn um eine Vorfinanzierung des in Heimarbeit entstandenen Werkes anging. Kultusminister Stein veranlaßte, daß die US-Militärregierung für Hessen das Manuskript acht Tage lang in ihre Testmühle nahm.


    Der Bescheid der amerikanischen Education Branch, Office of Military Government, Hesse, vom 15. Juni 1949, schwelgte im Lob: “Die ”Synchronoptische Weltgeschichte” ist einzig in ihrer Art; sie ist das ausgezeichnete Ergebnis eines langwierigen Studiums und einer sorgfältigen Vorbereitung. Die neue Art der Darstellung führt zu unabhängigem Denken und einer objektiven Haltung gegenüber der Weltgeschichte im allgemeinen. Was die Genauigkeit der Daten, die Erleichterung des Verständnisses und die Ausgestaltung des Werkes betrifft, so ist das Buch von höchstem Wert… und kann für den Gebrauch in den Schulen eindringlich empfohlen werden.

    “Einwände: Keine.

    “Änderungsvorschläge: Keine.”

    Minister Stein verschaffte sich aber auch deutsche Rückendeckung. Er ließ Peters vor einem eilig zusammentelegraphierten Gremium von hessischen Historikern und Schulleuten referieren. Das Manuskript wurde gründlich durchgehechelt. Am Ende der Diskussion stand der einstimmige Beschluß, die Regierung möge alles tun, um die Herausgabe der “Synchronoptischen Weltgeschichte” zu ermöglichen.

    Auch vor dem Hauptschulausschuß des Landes mußte Peters Rede und Antwort stehen. Ein Ausschußmitglied stellte an ihn die ganz konkrete Frage: “Herr Peters, Sie sagen, Sie seien Sozialist. Zu welcher Form von Sozialismus bekennen Sie sich?” Darauf Peters: “Ich glaube, daß es nur einen Sozialismus gibt.”

    Nachdem Peters und sein Manuskript von Deutschen und Amerikanern, von Lehrern und Historikern so gründlich durchgetestet und ausgehorcht waren, ging man an die Finanzierung. Vorher allerdings reiste Peters – mit Wissen des hessischen Kultusministeriums – nach Leipzig, um am dortigen Bibliographischen Institut Material locker zu machen und die Ostveröffentlichung vorzubereiten.

    Die hessische Begeisterung gegenüber dem erklärten Sozialisten nahm zwar bald etwas ab, und die bevorschußte Bestellung des Landes wurde von 12 000 auf 25000 Stück gedrosselt. Aber sonst ging es herrlich voran. Minister Voigt bestellte für Niedersachsen beim Universum-Verlag*) 5000 Exemplare zum Preise von 12 DM das Stück und schoß auch die 60 000 DM vor.

    Bremen zahlte 18 000 DM, Hamburg 14 600, Berlin 12 000, Hessen war mit 30 000 DM dabei. Es handelte sich also fast ausschließlich um Länder mit SPD-Regierungen, die

    sich gar nicht darüber im unklaren sein konnten, daß ihnen Peters für ihre Schulen ein sozialistisches Werk liefern würde.


    Die sozialistische Geisteshaltung, die Peters nie geleugnet hat und auch gar nicht leugnen kann, mußte seine Geschichtsdarstellung

    * anti-dynastisch,

    * anti-kapitalistisch und

    * anti-klerikal

    ausfallen lassen.


    Trotzdem nennt Peters seine Weltgeschichte “apolitisch und unmarxistisch”. Letzteres bescheinigte ihm dann auch das Ost-Berliner “Amt für Literatur” in lakonischer Kürze, als es die ostzonale Veröffentlichung mit der zutreffenden Begründung “abweichend vom wissenschaftlichen Sozialismus” ablehnte.

    Die “Synchronoptische Weltgeschichte” löckt nämlich in zwei entscheidenden Punkten wider den Stachel des Marxismus-Leninismus-Stalinismus:

    * sie leugnet den Primat des Ökonomischen;

    * sie entwickelt ihr Geschichtsbild aus Persönlichkeiten, wogegen die Menschheitsentwicklung nach allen marxistischen Dogmen gerade mit “außermenschlicher naturwissenschaftlicher Gesetzlichkeit abrollt”.

    In seiner (nur bei einem deutschen Wissenschaftler begreiflichen) Naivität kann Peters bis heute nicht verstehen, warum nicht Ost und West brüderlich sein Tafelwerk verbreiten. Er sträubt sich immer noch, einzugestehen, daß er sich mit seinem Geschichts-Diwan genau zwischen alle Stühle gebettet hat.

    In der sinnlosen Spekulation, das Buch hüben und drüben gesellschaftsfähig zu machen, sind dem Doktor Peters denn auch in der Darstellung der letzten 52 Jahre

    Dinge unterlaufen, die jetzt von den Kultusministern mit Recht attackiert werden können, da sie ihnen ja im Gegensatz zu den 2900 vorhergehenden Jahren nicht zur Begutachtung vorlagen.

    Und bei diesen 52 Jahren kann man ihm den Vorwurf einer in Liebedienerei ausartenden Überloyalität gegenüber dem Osten nicht ersparen. So, wenn er als eins der drei wesentlichen Kulturereignisse des Jahres 1936 Muchinas Plastik “Arbeiter und Kolchosbäuerin” zitiert – neben Picassos “Guernica” und Honeggers Oratorium “Johanna auf dem Scheiterhaufen”.


    Als die amerikanische “Neue Zeitung” nach dem großen Erwachen eine voreilige Lobeshymne ihres Feuilleton-Chefs Bruno E. Werner*) auf die “Synchronoptische Weltgeschichte” in einer Art Selbstkritik widerrief, hätte sie sich besser den Schlußsatz verkniffen. Der lautete: “Aufklärung verlangt die Frage, wie es zu der ersten Auflage von 50 000 Exemplaren gekommen ist, und wer zu ihrer Finanzierung beigetragen hat.”

    Die Antwort darauf wollte Dr. Peters den Lesern der NZ in einer schriftlichen Erwiderung geben, aber Chefredakteur Hans Wallenberg ließ den von ihm Angegriffenen nicht zu Worte kommen. 


    Sonst hätten die NZ-Leser folgendes gelesen:


    “Die Finanzierung der Herausgabe unseres Werkes wurde allein aus Mitteln bestritten, die uns als Vorauszahlungen für bestellte Exemplare der ”Synchronoptischen Weltgeschichte” von öffentlicher Seite zugeflossen sind. Wir haben von 1949 bis heute von den nachfolgend genannten Stellen eine Gesamtsumme von 183 660 DM in bar sowie Papier und Bindematerial im Werte von 146 967 DM erhalten:

    * Kultursenat der Stadt Bremen;

    * Kultursenat der Stadt Hamburg;

    * Kultusministerium des Landes Niedersachsen;

    * Kultusministerium des Landes Hessen;

    * Erziehungsabteilung der HICOG;

    * Kultursenat der Stadt Berlin;

    * Hauptschulamt der Stadt Frankfurt.

    Obige Stellen haben durch diese Anzahlung das Anrecht auf Lieferung von 25 820 Exemplaren der ”Synchronoptischen Weltgeschichte” erworben und so zugleich die Herausgabe des Werkes ermöglicht.”

    Peters hatte dabei noch verschwiegen, daß die amerikanische Hohe Kommission mit 55 000 DM in bar, einer großen Papierlieferung und der Festbestellung von 14 000 Exemplaren (gegenüber 11 820 von deutschen Stellen) den Bärenanteil übernommen hatte.

    Bei seinen Bemühungen um die Drucklegung der Weltgeschichte nämlich hatte der Doktor Arno Peters erfahren, daß die Amerikaner größere Papiermengen für gemeinnützige pädagogische Publikationen verteilten. Am Verteilerkopf saß Mr. John

    Riedel, Chef der HICOG-Erziehungsabteilung. Die Unterredung, rekapituliert Peters, sei überraschend erfolgreich verlaufen. Riedel habe sein Muster-Exemplar und die amerikanischen Zeugnisse aus Wiesbaden betrachtet und ihn dann gefragt: “Wieviel wollen Sie denn zunächst drucken?”

    Peters: “Zwanzigtausend.”

    Riedel: “Warum drucken Sie nicht das Doppelte?”

    Die Verhandlungen endeten damit, daß John Riedel 55 000 DM in bar und Papier- und Bindematerial im Werte von etwa 147 000 DM als Anzahlung auf eine Lieferung von 14 000 Exemplaren der “Synchronoptischen Weltgeschichte” à 12 DM herausrückte.

    Daß ihre Blamage nicht noch größer wurde, verdanken die Amerikaner einzig und allein dem deutschen Nationalempfinden und den Ost-Rücksichten des Dr. Peters. Wenn es nach dem Willen der US-Erziehungsabteilung gegangen wäre, würden die von den Amerikanern bestellten Bände jetzt sogar einen Eindruck mit zwei US-Flaggen-Emblemen und der Widmung “Presented by the people oft the United States” aufweisen.

    So aber blieb es bei einem eingeklebten Begrüßungsschreiben, unterzeichnet von George A. Selke, Chief, Division of Cultural Affairs, Bad Godesberg, Mehlemer Aue. Datum: August 1952. Nach diesem Schreiben erfolgt die Überreichung des Bandes “in der Absicht, deutschen Bildungsinstituten wertvolle Literatur zugänglich zu machen und die Verständigung der Nationen untereinander zu fördern”.

    *) Der Universum-Verlag, der als Familien G. m. b. H. mit der Einzelprokura von Frau Anneliese und dem Ziel “der Herstellung und des Vertriebes der ”Synchronoptischen Weltgeschichte” auf gemeinnütziger Grundlage” am 30. Juni 1952 in das Handelsregister des Frankfurter Amtsgerichtes eingetragen wurde, weist nur ein Stammkapital von 20 000 DM auf.*) Bruno E. Werner wurde inzwischen zum Kultur-Attaché beim deutschen Geschäftsträger in Washington ernannt. – Aber nicht nur die “Neue Zeitung” lobte die “Synchronoptische Weltgeschichte”, auch 42 andere Blätter brachten positive Besprechungen des Geschichtswerkes, offenbar ohne es gründlich gelesen zu haben. So Erik Reger im “Tagesspiegel” am 27. September 1952: “Das Werk empfiehlt sich als eine der brauchbarsten Waffen im Kampfe gegen die Unwissenheit.”



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    Info: https://emanzipieren.wordpress.com/2013/06/02/arno-peters-faire-geschichtsschreibung-und-weltkarten-fur-die-ganze-welt-nicht-nur-aus-sicht-europas-und-seiner-herrschaftsinteressen-uber-die-welt-der-studierte-historiker-traumte-von-der-weltrevo/

    06.04.2024

    —emanzipieren     (II von II)

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    Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren – in einer Welt, die einen irrwitzigen Überfluss produziert und eigentlich viel mehr Menschen ernähren könnte. Natürlich kann einer wie er über Hunger unendlich viel erzählen. Und schlimmer noch: Er weiß, wie wenig es braucht, um all das zu verhindern. Er beobachtet das große Geschacher lange genug von innen, er hat gesehen, wie schmierige Deals immer zugunsten der Reichen ausgehandelt werden, wie sich Länder vor ihrer Verantwortung drücken, wie Politiker lieber die Hände aufhalten, als sie zu benutzen, wie Staaten willenlos herumlavieren. Er hat die Ministererklärung zur Aufhebung der Exportsubventionen gelesen und dann beobachtet, wie die Verhandlungen nie über das Stadium von Absichtserklärungen hinausgingen. Während in Dritte-Welt-Ländern wie Haiti oder Sambia unter dem Diktat des Internationalen Währungsfonds den dortigen Bauern die Subventionen schon vor Jahren gestrichen wurden. In Haiti müssen die ruinierten Reisbauern jetzt den Reis der Amerikaner kaufen, zum Weltmarktpreis. In Sambia ist die Kindersterblichkeit seitdem explodiert. Gerechtigkeit? Ziegler hat Weltgipfel für Ernährungssicherheit miterlebt, bei denen sich die westlichen Staatschefs nicht mal die Mühe machten, so zu tun, als interessiere sie der Welthunger. Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern: “Schäbiges Raubgesindel” Profit über alles: Für Jean Ziegler ist der Hunger in der Welt die Folge grenzenloser Habsucht räuberischer Oligarchen des globalisierten Finanzkapitals und der Weltwirtschaftsordnung. Alles nicht neu. Doch bemerkenswert in seinem aktuellen Buch über “die Massenvernichtung in der Dritten Welt” beschrieben.May 2, 2013In "Emanzipation durch politische Kontrolle der Wirtschaft durch die Gesellschaft"


    Info: https://emanzipieren.wordpress.com/2013/06/02/arno-peters-faire-geschichtsschreibung-und-weltkarten-fur-die-ganze-welt-nicht-nur-aus-sicht-europas-und-seiner-herrschaftsinteressen-uber-die-welt-der-studierte-historiker-traumte-von-der-weltrevo/

    05.04.2024

    N75 Jahre NATO – von außen gesehen

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    Nikolai Patruschew, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, betont vor allem die Führungsrolle der USA in der NATO. (Foto TASS)

    globalbridge.ch, 04. April 2024 Von: in Geschichte, Militär, Politik

    (Red.) Zum runden Jahrestag der NATO-Gründung hat der Sekretär des russischen Sicherheitsrates Nikolai Patruschew der Zeitschrift «Argumenty i Fakty» – aif.ru – ein Interview gegeben. Dabei äussert er sich nicht nur zur Rolle der NATO im Hinblick auf die Auseinandersetzungen in und um die Ukraine, sondern auch zu den Aktivitäten der NATO in Jugoslawien, im Nahen Osten und in Libyen. (cm)


    Eine langjährige Quelle von Gefahren, Krisen und Konflikten.

    Vitaly Tseplyaev, aif.ru: Nikolai Patruschew, die Staatsoberhäupter der NATO-Mitgliedsstaaten planen, den Jahrestag im Juli während des Washingtoner Gipfels der Allianz zu feiern. Aber im Rest der Welt werden viele Menschen nicht feiern, weil diese Organisation in ihren Augen in diesen 75 Jahren den Ruf als Hauptaggressor der Welt erworben hat. Sind Sie damit einverstanden?

    Nikolai Patruschew: Urteilen Sie selbst. Der Jahrestag der Gründung der NATO fiel praktisch mit dem 25. Jahrestag der groß angelegten Bombardierung Jugoslawiens zusammen, als die Flugzeuge der Nordatlantischen Allianz unter dem Deckmantel der „Verteidigung der Menschenrechte und der Demokratie“ unbewaffnete Menschen gnadenlos massakrierten. Bei den Bombardierungen wurden mehr als 2500 Menschen getötet und mehr als 12.000 Zivilisten verletzt. Die genaue Zahl der Todesopfer der Operation steht noch nicht fest. Der Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran führte zu einer Verseuchung des Bodens und einem mehrfachen Anstieg von Krebserkrankungen in der Bevölkerung, die auch ein Vierteljahrhundert nach der NATO-Aggression noch immer Menschen töten.

    Die NATO hat in den 75 Jahren ihres Bestehens mehr als 20 größere militärische Operationen durchgeführt. Darüber hinaus haben sich einzelne Länder des Bündnisses wiederholt an nicht-blockübergreifenden Militärkoalitionen beteiligt, die von den USA gebildet wurden, um ihre globalen Ambitionen in verschiedenen Regionen der Welt zu verwirklichen – in Vietnam, Irak, Libyen, Afghanistan und Dutzenden anderer bewaffneter Konflikte. Es ist daher lächerlich, dass der Block versucht, die Tatsachen der Zerstörung von Städten und Ländern und der Tötung Tausender friedlicher Menschen zu leugnen und zu verschweigen.

    Ich werde das Thema der blutigen Geschichte der NATO jetzt nicht vertiefen, aber es ist notwendig, sie zu kennen, um das Wesen des Bündnisses als stabile, langjährige Quelle von Gefahren, Krisen und Konflikten zu verstehen.

    aif: Nach dem Text des Nordatlantikpaktes ist das Bündnis nicht nur ein militärisches, sondern auch ein politisches Bündnis. Wie sieht Ihrer Meinung nach seine Politik aus?

    Patruschew: Die gesamte Politik der NATO beruht auf den Anweisungen aus Washington. Washington nutzt das Bündnis, um seine bewaffnete Präsenz in Europa aufrechtzuerhalten und um zu demonstrieren, dass seine Satelliten seine Unverzichtbarkeit bei der Gewährleistung der Sicherheit dieses Kontinents unterstützen. Darüber hinaus soll der von den USA kontrollierte Militärblock mit Hilfe militärischer, wirtschaftlicher, informationeller und sonstiger Mittel ungebührlichen Druck des so genannten „kollektiven Westens“ auf die souveränen Staaten der Welt ausüben.

    Die Nordatlantikpakt-Organisation wird als Instrument Washingtons zur Führung „hybrider Kriege“ eingesetzt. Ihre Mitglieder befolgen gehorsam die Anweisungen zur Verhängung von Wirtschaftssanktionen, zum „Einfrieren“ von Finanzmitteln, zur Durchführung von nachrichtendienstlichen Aktivitäten, psychologischen Operationen und Cyberangriffen und beteiligen sich an Aktionen zur Untergrabung und Desorganisation des Systems der staatlichen Verwaltung von Ländern, die nicht mit der Politik der Angelsachsen einverstanden sind. Gleichzeitig schreckt das Bündnis nicht davor zurück, terroristische Organisationen für seine Interessen einzusetzen.

    aif: Es ist bekannt, dass ursprünglich 12 Länder Europas und Nordamerikas der NATO beigetreten sind, um dem Einfluss ihres jüngsten Verbündeten in der Anti-Hitler-Koalition — der Sowjetunion — entgegenzuwirken …

    Patruschew: Damals zögerten die USA, England und ihre Satelliten nicht, fälschlicherweise zu behaupten, das Bündnis sei gegründet worden, um den „aggressiven Bestrebungen“ der Warschauer-Pakt-Organisation zu begegnen. Gleichzeitig verschweigen sie, dass der Warschauer Pakt am 14. Mai 1955, d.h. sechs Jahre nach der Gründung der NATO, unterzeichnet wurde. Es sei daran erinnert, dass dank der Gründung der Warschauer-Pakt-Organisation viele Jahre lang militärisches Gleichgewicht und Frieden in Europa herrschten.

    Von seiner Gründung bis zum Ende des Kalten Krieges wuchs das Nordatlantische Bündnis um nur vier Mitglieder. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung der Warschauer-Pakt-Organisation durchlief die NATO mehrere Erweiterungswellen, vor allem durch die Aufnahme ehemaliger europäischer Verbündeter der UdSSR. Heute umfasst die NATO 32 Staaten mit insgesamt etwa 4 Millionen Mann Truppenstärke. Weitere fünf Staaten nehmen an den Partnerschaftserweiterungsprogrammen der NATO teil.

    aif: Der NATO-Block, ein Produkt des Kalten Krieges, schien nach dem Zusammenbruch der UdSSR und der Warschauer-Pakt-Organisation den Sinn seiner Existenz verloren zu haben. Sogar die Frage eines NATO-Beitritts Russlands wurde ernsthaft diskutiert. Wer hat Ihrer Meinung nach davon profitiert, dass wir wieder zu Gegnern geworden sind?

    Patruschew: In den 1990er Jahren versuchten die NATO-Mitglieder bewusst, uns davon zu überzeugen, dass sie Pragmatiker sind, die an einer gemeinsamen militärischen und politischen Zusammenarbeit mit Russland interessiert sind, um Frieden und Stabilität in Europa zu erhalten. In Wirklichkeit sah der Westen den Zusammenbruch der Sowjetunion nur als eine der Etappen der Konfrontation mit Russland. Die Schwächung unseres Landes als wirtschaftlicher und politischer Konkurrent und seine anschließende Entfernung von der politischen Weltkarte durch seine Zerstückelung waren die langfristigen strategischen Ziele Washingtons, Londons und der von ihnen kontrollierten Länder des kollektiven Westens. Deshalb haben die Verantwortlichen in Brüssel unseren Staat als die Hauptquelle der Bedrohung für die europäische Sicherheit bezeichnet und dies ausdrücklich im strategischen Konzept der NATO verankert.

    aif:  Neulich erklärte der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Rob Bauer, dass das Nordatlantische Bündnis zu einem offenen Krieg mit Russland bereit sei. Sieht es so aus, als ob sie nicht an eine Aussöhnung denken?

    Patruschew: Diese Aussage steht im Einklang mit der gesamten NATO-Politik. Im März legte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg einen Jahresbericht über die Aktivitäten der Organisation im vergangenen Jahr vor. Das gesamte Dokument konzentriert sich auf eine Hauptaufgabe: die „Eindämmung“ Russlands und insbesondere Chinas, d.h. das Nordatlantische Bündnis zögerte nicht, über sein geografisches Mandat hinauszugehen und erklärte offen seine globalen Ambitionen.

    Die NATO verstärkt systematisch ihr militärisches Potenzial entlang unserer Grenzen von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. In den Reden und Dokumenten der Staats- und Regierungschefs taucht sogar der Begriff „Ostflanke der NATO“ auf, zu der alle osteuropäischen Länder gehören, die an Russland und unserem verbündeten Belarus grenzen, sowie Rumänien und seit kurzem auch Schweden und Finnland. Die Bündnisführung macht keinen Hehl daraus, dass das größte Militärmanöver in der Nähe der russischen Grenzen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, „Steady Defender 2024“, das derzeit in Europa stattfindet, darauf abzielt, Russland „einzudämmen“. Allein im letzten Jahr haben die NATO und ihre Mitgliedsstaaten 130 Bündnis- und über 1000 nationale Militärübungen durchgeführt. Wohlgemerkt, nicht in einem Jahrzehnt, sondern in einem Jahr 2023.

    aif:  In Russland sind viele Menschen davon überzeugt, dass Washington seit den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der UdSSR versucht, die Ukraine in einen militärischen Brückenkopf zu verwandeln, um unserem Land eine strategische Niederlage beizubringen. Teilen Sie diese Meinung?

    Patruschew: Seit 1995 finden regelmäßig NATO-Übungen auf dem Territorium der Ukraine statt. Und 2004 verabschiedete die Werchowna Rada ein Gesetz über den freien Zugang der NATO-Streitkräfte auf ukrainischem Gebiet und opferte damit die Souveränität des Landes, um dem Bündnis zu gefallen.

    Die verstärkte Militarisierung der Ukraine begann nach dem Staatsstreich des Westens in Kiew im Februar 2014 und dem von den ukrainischen Nazis verübten Völkermord an der russischsprachigen Bevölkerung. Es gibt unwiderlegbare Beweise dafür, dass Kiew auf Geheiß der USA und der NATO die Absicht hatte, das Problem mit den „rebellischen“ Regionen mit äußerster Gewalt zu lösen.

    Das Nordatlantische Bündnis ist de facto eine Partei im Ukraine-Konflikt und ist aktiv an der Organisation des Beschusses russischer Gebiete durch Neonazis beteiligt. In ihrem Rahmen werden kollektive Beschlüsse über neue Waffenlieferungen mit verbesserten technischen und weitreichenden Fähigkeiten gefasst, und NATO-Ausbilder in mehreren Ländern bilden Söldner und Saboteure für ihre Teilnahme an antirussischen Operationen aus.

    Der Plan der USA und der NATO besteht darin, die Ukraine oder zumindest einen Teil davon als antirussisches Territorium vollständig unter ihrer Kontrolle zu halten, was ganz im Dienste der Interessen des nordatlantischen Blocks steht. In diesem Zusammenhang bleibt unser Ziel der Entmilitarisierung der Ukraine aktuell.

    aif:  Martin Wijnen, Generalleutnant der niederländischen Armee, sagte, dass dringend bis zu 3000 Freiwillige rekrutiert werden müssen, die bereit sind, an einem bewaffneten Konflikt mit Russland teilzunehmen. Glauben Sie, dass die Europäer ernsthaft bereit sind, zu kämpfen?

    Patruschew: Das Schüren von Russophobie, die Einschüchterung der eigenen Bürger durch die imaginäre „russische Bedrohung“ ist zum wichtigsten Bestandteil der Politik der europäischen Regierungen geworden, die auf diese Weise versuchen, die Aufmerksamkeit der Menschen von den wachsenden innenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen abzulenken.

    Darüber hinaus wird die Russophobie von Washington und London genutzt, um andere NATO-Länder durch wirtschaftliche Verpflichtungen fest an sich zu binden. Die USA profitieren davon, indem sie die Kapazitäten des militärisch-industriellen Komplexes ausbauen und den Verbündeten die Bedingungen für den Kauf ganz bestimmter Arten von Waffen und Uniformen von ihren Herstellern diktieren.

    Die Verteidigungsausgaben der NATO-Mitgliedstaaten sind in diesem Jahr auf 50 % der weltweiten Gesamtausgaben gestiegen. Der Haushalt des Bündnisses ist das neunte Jahr in Folge gewachsen und hat im Jahr 2023 mehr als 1,1 Billionen Dollar erreicht.

    Neulich hat die estnische Premierministerin erklärt, dass die Militärausgaben wachsen werden und dafür die Steuern im Land erhöht werden müssen. Sie ist zu diesem politischen Selbstmord gezwungen, da die Mitglieder des Bündnisses durch die Erhöhung der Militärausgaben der „Blockdisziplin“ gehorchen müssen. In diesem Jahr haben bereits 18 Länder des Bündnisses die „Anweisung“ Washingtons erfüllt, indem sie die Militärausgaben der NATO auf 2 Prozent des BIP erhöht haben.

    aif: Glauben Sie, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs bereit sind, den Anweisungen des Weißen Hauses gehorsam zu folgen, selbst wenn dies ihren Ländern schadet?

    Patruschew: Die europäischen Länder des Blocks haben schon vor langer Zeit viele Elemente ihrer Souveränität verloren und sind in Wirklichkeit nur noch das wirtschaftliche und politische Rückgrat des Bündnisses. Unter diesen Bedingungen werden alle militärischen Pläne der NATO von den europäischen Regierungen gehorsam erfüllt, für die die Ideale der Unabhängigkeit und der Verantwortung gegenüber den Menschen in ihren eigenen Ländern und deren Zukunft dem Wunsch gewichen sind, den globalen Ansprüchen Washingtons zu genügen.

    Im Gegenteil, die internationale Sicherheit sollte als ein einziges und unteilbares Gut betrachtet werden, das ausnahmslos allen Staaten gleichermaßen zugutekommen sollte. Genau diesen Ansatz verfolgt Russland, und es gibt eine große Zahl von Gleichgesinnten, die wie Russland denken, und diese Zahl wächst weiter.

    Zum Interview-Original im russischer Sprache. Die Übersetzung besorgte Stefano di Lorenzo.

    Siehe dazu auch den Beitrag von Christian Müller über die Rolle der NATO im Hinblick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine.

    Und siehe dazu auf dem Bildschirm rechts oben – «Empfohlene Artikel auf anderen Plattformen» – auch den Link zu einem äusserst informativen Bericht zur Geschichte der NATO (in englischer Sprache).


    Info: https://globalbridge.ch/75-jahre-nato-von-aussen-gesehen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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