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26.05.2024

Schützt Iran! Von europäischer Arroganz und vergessenen linken Tugenden

freedert.online, 26 Mai 2024 07:00 Uhr,Von Oleg Jassinski

Der aktuelle Zustand der Linken in Europa ist ein wichtiger Etappensieg des US-Imperiums. Statt Länder, die im Fadenkreuz des korporativen Faschismus stehen, zu verteidigen, kämpfen sie an der Seite des eigenen Imperialismus gegen sie. Ihr Iran-Hass ist da nur ein Beispiel.


Quelle: Gettyimages.ru © Sebastian Willnow/dpa


Ist dies das Gesicht der modernen Linken? Teilnehmer einer Demonstration am 30. April 2024 in Leipzig tragen ein Transparent mit der Aufschrift "MILITANT FEMINIST". Mehrere Hundert Menschen nahmen an einer sogenannten antifaschistisch-feministischen Demonstration im Westen der Stadt teil.


Es vergeht derzeit kein Tag ohne Nachrichten, bei denen man das Gefühl nicht loswird, dass sie eine nicht mehr zu kontrollierende Ereigniskette einleiten. Eine sicher nicht zufällige Häufung tragischer "Unfälle", deren Opfer (oder Zielobjekte?) allesamt Gegner der Pläne des globalen Konzernimperiums waren. Die Nachrichtensendungen tun bereits ihr Bestes, um uns von der Hauptsache abzulenken – der täglichen Provokation eines Weltkriegs durch die Verrückten, ihrer permanenten Suche nach dem casus belli, der nicht mehr auszuhalten sein wird.

Heute, wo die Welt einem außer Kontrolle geratenen Zug gleich auf die ultimative Katastrophe zurast, muss man leider nüchtern feststellen: Der aktuelle Zustand der Linken in Europa ist einer der größten Siege des imperialistischen Systems, auf den der Feind jahrzehntelang planvoll hingearbeitet hat. Er ist das vielleicht entscheidende Element in dem für den Weltkrieg präparierten Setting. Sogar die  russische Presse bezeichnet europäische Neoliberale und amerikanische Demokraten inzwischen als "Linke", während echte Linke, die sich dem Imperium entgegenstellen könnten, ein Schattendasein fristen.


Freiheit, wessen Freiheit? Die Zeit verlangt nach neuen Ideen





Meinung

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Generell ist das globale ideologische Feld so mit Unkenntnis der Weltgeschichte und Ignoranz gegenüber den Grundlagen der Philosophie vermint, dass es für jeden lebendigen Geist Selbstmord ist, sich auf ihm zu bewegen.

Unter Ausnutzung der wachsenden menschlichen Verzweiflung und des großen Bedürfnisses, die unerträgliche Realität zu verändern, bietet der Weltmarkt der populistischen Slogans alle möglichen Mittel zur Betäubung von Ideen. Um die bloße Möglichkeit auszuschalten, dass die Massen einen wirklichen Wandel anstreben, versorgen uns speziell geschulte "Meinungsführer" mit lauter Simulationen eines Kampfes für die bessere Welt. Da wird schon mal behauptet, dass "die einzige wirkliche Revolution unserer Zeit die feministische Revolution ist" und dass "die Abschaffung von Plastikverpackungen die Welt vor dem ökologischen Kollaps retten wird". Und natürlich gehört auch der "Kampf gegen Tyrannen" (wer Tyrann ist, bestimmen die Meinungsführer) in diese Reihe.

Menschen, die von der Tradition der europäischen Überheblichkeit geprägt sind, sind es nicht gewohnt, zuzuhören, die Welt mit offenen Augen und offenem Geist zu sehen und zu versuchen, das zu verstehen, was außerhalb ihres engen, karikierten Wahrnehmungsfeldes liegt. Kein Wunder, dass die Slogan-Kampfparolen hier so gut ankommen. Ihr Hauptmerkmal ist die Intoleranz gegenüber allem, was gegen ihren Narzissmus und ihre Selbstzufriedenheit mit der eigenen Toleranz verstößt.

Seit einiger Zeit demonstriert die westliche "progressive Öffentlichkeit" eine eklatante kognitive Dissonanz: einerseits tritt sie leidenschaftlich für Rechte der Palästinenser ein, andererseits verurteilt sie ebenso leidenschaftlich das "faschistische Regime" in Iran. Um niemanden zu beleidigen, werde ich diesen Geisteszustand nicht Schizophrenie nennen.


Bodo der Erste löst das Volk auf und wählt sich ein treues





Meinung

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Ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass alle unsere Traditionen ewig, schön und schützenswert sind. Im Gegenteil – wir sind historische Wesen und sind ständig auf einer unendlichen Reise durch die Weltgeschichte, wenn auch nicht immer in die richtige Richtung. Der Westen, der versucht, die Welt zu beherrschen, versteht sie, die Welt, nicht. In seiner Wahrnehmung sind Inder, Muslime und Russen genauso minderwertig, wie es Juden in einer gewissen europäischen Demokratie vor knapp einem Jahrhundert waren.

Wenn ich hysterische Argumente über das "iranische Regime" höre, bei denen sich die Verteidiger der israelischen Politik und die "demokratische Linke" (diese beiden Wörter in einer Million Anführungszeichen) völlig einig sind, werde ich an die bekannte Geschichte der "Pussy Riots" und ihren Kampf gegen das "Regime" erinnert. Arrogante Ignoranten drangen in das Territorium eines anderen Glaubens ein, um die Gefühle von Menschen, die die Welt anders sehen, absichtlich und öffentlich zu verletzen, und ergingen sich dann in einem ohrenbetäubenden Geheul darüber, dass ihre eigenen Rechte durch das spätere Strafverfahren "verletzt" wurden.

Vieles an der iranischen Innenpolitik mag mir nicht gefallen, aber ich habe nicht das Recht, anderen Nationen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Schon gar nicht habe ich dieses Recht gegenüber Nationen, die im Fadenkreuz des Imperiums stehen. Ist es doch unser aller moralische Pflicht, die Unabhängigkeit jedes Staates, den der Faschismus der globalen Konzerne und der Finanzwelt bedroht, zu verteidigen. 

Echter Respekt vor dem Anderen ist keineswegs "Toleranz", sondern in erster Linie ist es die Einsicht in die Grenzen der eigenen Wahrnehmung. Es ist die Fähigkeit und der Wunsch, vom Anderen zu lernen. Völker und Kulturen befinden sich in ihrer eigenen historischen Zeit, und der Versuch, ihnen seine vermeintlich "fortschrittlichen" Kalender und Uhren aufzuzwingen, ist eine der Hauptursachen für Kriege.

Es ist unmöglich, das reale Russland, das reale China, jedes beliebige Land durch Berichte in der Presse oder sogar durch gute Filme zu spüren und wenigstens ein wenig zu begreifen. Man muss das jeweilige Land betreten und zumindest eine Zeit lang seine Luft atmen, um die eigenen Lungen von Stereotypen und Vorurteilen zu reinigen. Wahrscheinlich ist es dasselbe mit Iran, worüber wir kaum etwas wissen und worüber uns die Medien nichts außer Karikaturen vorsetzen.


Raisis Tod im Wertewesten: "Keinerlei Verständnis" für Solidarität



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Der Kampf für eine wirkliche Veränderung erfordert einen offenen Geist. Er erfordert Bildung und Kultur, die eine kritische Analyse der uns vorgesetzten Slogans überhaupt erst möglich macht. Das ist auch der Grund, warum die westliche Zivilisation in den von ihr kontrollierten Gebieten Bildung und Kultur so gezielt zerstört.

Die einzige Chance, die ich sehe, ist, dass die Feinde der Menschheit etwas in ihren Kalkulationen übersehen haben. Dass der Mensch viel zu komplex und zu widersprüchlich ist, als dass man einen gegen ihn gerichteten Plan perfekt durchkalkulieren könnte. Er hat die Fähigkeit, im Inneren zu wachsen und aus den Fesseln falscher Narrative auszubrechen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: werden der Larve noch rechtzeitig Flügel wachsen, dank derer sie einem Schmetterling gleich aus ihrem Gefängnis entschweben kann, bevor die ganze Welt im Höllenfeuer verbrennt?


Oleg Jassinski (englische Transliteration: Yasinsky), ein aus der Ukraine stammender Journalist, lebt überwiegend in Chile und schreibt für RT Español sowie unabhängige lateinamerikanische Medien wie Pressenza.com und Desinformemonos.org. Man kann ihm auch auf seinem Telegram-Kanal folgen.


Mehr zum Thema - Nahost: Der unendliche Kreislauf aus Rache und Vergeltung muss durchbrochen werden


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Info: https://freedert.online/meinung/206630-schuetzt-iran-von-europaeischer-arroganz


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26.05.2024

Ukraine: Johnson-Asow-Bataillon /Stoltenberg-Angriffe auf Russland

aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. Mai 2024, 11:11 Uhr


*Johnson hofiert Neonazi-Gruppe des Asow-Bataillons im britischen Parlament

*Johnson sagte: "Meine Botschaft an Sie ist einfach. Vielen Dank an die

Helden der Asow-Brigade, die uns heute Abend mit ihrer Anwesenheit beehren."

/Siehe

Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/Vom-Mainstream-komplett-ignoriert--Johnson-hofiert-Neonazi-Gruppe-des-Asow-Bataillons-im-britischen-Parlament-:9


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26.05.2024

Der Denunziant als neuer Held – Die Wiederbelebung einer deutschen Tradition

freedert.online, 25 Mai 2024 20:28 Uhr Von Felicitas Rabe

Ungestraft durfte die Medienagentur Brain’n’Dead im Frühjahr 2021 den mörderischen Slogan veröffentlichen: "Querdenker müssen sterben!". Doch zum Melden mutmaßlicher "Desinformation" seitens politisch Andersdenkender wird eine vielfältige Petzkultur unter den Bürgern etabliert.


Quelle: www.globallookpress.com © imago stock&people



Beobachter mit Fernglas, 17. April 2016


Lange Zeit waren Menschen, die andere bei der Obrigkeit anschwärzten – wenn es sich nicht gerade um Kapitalverbrechen handelt –, von der Gesellschaft eher schlecht angesehen. Insbesondere in Deutschland, wo die Bespitzelung und Denunzierung Andersdenkender durch Blockwarte, Verfassungsschutz- und Stasi-Agenten als langjährige deutsche Negativtradition gebrandmarkt ist.


Neues Greenpeace-Meldeportal: "MeldeheldIn" oder schlichtes Denunziantentum




Meinung

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Daher scheint es umso verwunderlicher, welche Blockwartmentalität gleich zu Beginn der Coronakrise im deutschen Volk nahtlos wieder abgerufen werden konnte. Besonders pikant: Damals wie heute durften sich Denunzianten darauf berufen, dass sie doch nur zum Schutz der deutschen Volksgesundheit handeln würden. Interessant wäre in jedem Fall eine Untersuchung, ob der Petzcharakter hierzulande besonders verbreitet ist ‒ im Vergleich zu anderen Nationen.

Dabei soll es ihn doch nach Meinung vieler deutscher Cancel-Culture-Befürworter gar nicht mehr geben, den typischen Deutschen. Womöglich merken dabei die überzeugten deutschen Kulturverleugner gar nicht, wie typisch deutsch die herausragend fanatische Auffassung von Cancel-Culture, Flaggensymbolik und Klimahysterie eigentlich ist. Am deutschen Wesen soll die Welt mal wieder genesen, könnte man meinen.

Zum Schutze der Volksgesundheit ‒ Denunziantentum in der Coronazeit

Jedenfalls gab es zu Coronazeiten nicht nur diejenigen Menschen in Supermärkten, die ihre Mitmenschen mit Masken auf halbmast übereifrig bei Marktleitern anschwärzten und ihren Rausschmiss forderten. Wie Pilze aus dem Boden schossen auch Behördendienste, Meldestellen, Onlineportale und Petzeinrichtungen aller Art – und dieser "Petzeraufschwung" hält bis heute an, beziehungsweise nimmt immer weiter Fahrt auf. Corona diente quasi als Startschuss zur Legitimierung einer neuen positiven gesellschaftlichen Akzeptanz von Denunziantentum.

Als Beispiel für eine der vielen Meldestellen in der Coronazeit, bei der man Verstöße gegen die Pandemiemaßnahmen melden sollte, sei die Melde-App der Stadt Frankfurt am Main genannt. Wie die Frankfurter Rundschau im Oktober 2020 schrieb, konnten Bürger ganz anonym ihre Mitmenschen samt Foto bei einer städtischen Behörde anprangern: "Dort nämlich können Bürgerinnen und Bürger auf einem Online-Portal Verstöße gegen die 'Coronaschutz-Verordnung' melden. Da kann man mit maximal 45 Zeichen den "Ort des Verstoßes" angeben, Datum und Uhrzeit der 'Feststellung' sowie Art und 'nähere Beschreibung des Verstoßes'. Ein Foto beizufügen, ist selbstverständlich auch möglich."


Zensur und Meldung der vom offiziellen Narrativ abweichenden Meinungen

Das politisch geförderte Denunziantentum gipfelte zuletzt in der Verabschiedung des 'Digital Service Act' in der Europäischen Union. Diese ab dem 17. Februar 2024 geltenden Vorschriften haben zum Ziel, "illegale oder schädliche Online-Aktivitäten sowie die Verbreitung von Desinformation zu verhindern", und gelten fortan für alle Internetplattformen.


Dresdener wettern gegen "Denunzianten-Hotline"




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Wogegen die Aufgabe des deutschen Verfassungsschutzes von jeher darin besteht, Informationen über politische Abweichler zu sammeln. Das schaffen die Verfassungsschützer allerdings nach eigenen Angaben nur noch mithilfe von Denunzianten aus der Bevölkerung, die bei der offiziellen Meldestelle der Behörde gesellschaftliche  Extremisten melden sollen.

Nur gemeinsam mit denunzierenden Bürgern könne der Verfassungsschutz seinen Auftrag erfüllen: "Sicherheit und Freiheit sind unabdingbare Pfeiler unserer Gesellschaft und gehen alle an, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Sicherheitsbehörden. Nur gemeinsam mit Ihnen können wir unseren Auftrag erfüllen." Seit Februar 2022 fordert auch das Bundeskriminalamt die Bevölkerung auf, gemeinsam gegen unspezifische "Hass und Hetze" im Netz vorzugehen. Bei der dafür eingerichteten Meldestelle "Hetze im Internet" sollten Bürger unter anderem Straftaten wie "Propagandadelikte" melden. Auf der BKA-Webseite heißt es dazu: "Mit dieser Kooperation soll einer zunehmenden Verrohung der Kommunikation in sozialen Netzwerken entgegenwirkt und eine effektive Strafverfolgung der dort begangenen Straftaten wie Propagandadelikten, Volksverhetzungen oder Bedrohungen ermöglicht werden."


Was als Desinformation und was als Propaganda gilt, bestimmen die Produzenten von Fake News und Propaganda selbst

Nach all den Fake News und der Propaganda in Bezug auf die vermeintliche Coronapandemie – was mittlerweile durch die RKI-Dokumente bestätigt wird – und all der Hetze gegen diesbezüglich Andersdenkende seitens Politik und Medien kommt man bei aktuellen Melde-Kampagnen gegen Desinformation aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ganz selbstverständlich wird seitens der Behörden davon ausgegangen, dass potenzielle Petzer nur solche Menschen als "Propaganda-Verbreiter" in Betracht ziehen, die dem offiziellen Narrativ widersprechen. Es wird offenbar in Deutschland wieder vorausgesetzt, dass Regierung und Medien keine (nie und nimmer?) Propaganda und Hetze betreiben könnten. Und es wird wieder vorausgesetzt, dass die Petzbereiten ganz gehorsam auf Seiten der Regierung stehen, um die Regierungsungehorsamen zu diffamieren.

Insofern kann man getrost davon ausgehen, dass jener Hass und die Desinformation, die von Regierung, Medien und anderen Personen des öffentlichen Lebens seit ein paar Jahren mit zunehmender Bösartigkeit gegen Andersdenkende verbreitet werden, nicht denunziert werden. Desinformation wird nur einseitig diffamiert. Bis heute wird die seinerzeitige Desinformation der Bundeskanzlerin Merkel bei einer Pressekonferenz auf dem G7-Gipfel am 19. Februar 2021 von offizieller Stelle nicht bekrittelt. Merkel behauptete:

"Die Pandemie ist erst besiegt, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind."

Gleichzeitig durfte die Berliner Medienagentur Brain’n’Deadim Frühjahr 2021 im Rahmen einer Impfkampagne ungestraft den mörderischen Slogan veröffentlichen: "Querdenker müssen sterben!". An Hass und sexistischer Hetze mangelt es auch nicht in der sachlich falschen Beschuldigung, mittels welcher der ZDF-Mitarbeiter Jan Böhmermann im November 2021 die Impfverweigerer beschimpfte (ab circa Minute 3:04):

"Schuld daran [...] sind die Wichser, die immer noch nicht in der Lage sind, sich zu impfen."

Wie extreme Hetzkampagnen gegen Andersdenkende auch nach Corona weiter betrieben werden, sofern sie nur der herrschenden Politik dienen, kann man aktuell in Deutschland ganz besonders an der hetzerischen Aufstachelung gegen eine in Deutschland offiziell zugelassene Partei feststellen.  

Zur Entsolidarisierung der Gesellschaft: Angebotsvielfalt für die Denunzierung Andersdenkender

Nachdem das Denunziantentum in der Coronazeit gesellschaftlich eine solche Aufwertung erfuhr, werden inzwischen von offiziellen Stellen für die abstrusesten Anschuldigungen neue Meldemöglichkeiten für Petzbegeisterte geschaffen.


Mörig-Mails an Wagenknecht bei Lanz – War Correctiv-Denunziation gegen Wagenknecht gerichtet?




Meinung

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Bei einem neuen Portal der Amadeu-Antonio-Stiftung dürfen sich Denunzianten austoben, die andere Menschen verdächtigen, sich einer Sprache mit "antifeministischer Dimension" zu bedienen. Sofern jemand den Eindruck habe, ein Mitbürger würde sich einer sogenannten antifeministischen Ausdrucksweise bedienen, solle er ihn bei der Meldestelle für Antifeminismus denunzieren. Zwar sei ein antifeministischer Sprachstil nicht strafbar, wird auf dem Meldeportal explizit erklärt, aber es zähle schließlich die subjektive "Erfahrung von Betroffenen":

"Antifeminismus ist kein Straftatbestand. Wir erfassen Fälle, unabhängig davon, ob sie angezeigt wurden, und unabhängig davon, ob sie einen Straftatbestand erfüllen oder unter der sogenannten Strafbarkeitsgrenze liegen. Relevant ist die antifeministische Dimension. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Betroffenen."

Im Rahmen dieses Beitrags kann nur ein kleiner Einblick in das weite Feld des vielfältigen neuen Petzwesens gegeben werden: Von falschen Sprachgebrauchlern, über Falschparker bis hin zu Menschen mit unliebsamen politischen Einstellungen und mutmaßlich falschen Meinungen – für fast alles gibt es neuerdings Denunziantentools. So ruft sogar die Deutsche Umwelthilfe den Bürger zur Anzeige von Falschparkern auf.

Während die NRW-Landesregierung seit dem Juli 2022 gleich vier Meldestellen zum Anzeigen von queerfeindlichen Vorfällen eingerichtet hat. Hinsichtlich so vieler Meldestellen fragt man sich schließlich auch, was die Verwaltung eigentlich damit bezweckt? Geld sparen bei hoheitlichen Aufgaben des Ordnungsamts? Oder soll die Bevölkerung durch möglichst weit verbreitete gegenseitige Überwachung und Verpetzen noch mehr gespalten und von gegenseitigem Misstrauen durchsetzt werden ‒ im Sinne einer Entsolidarisierung und einer grundsätzlichen Abschaffung von gesellschaftlichem Zusammenhalt?


Sag bloß nicht "Ausländer"! Neue Sprachregeln für Berliner Beamte





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Jedenfalls richtet auch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen laut eigenen Angaben "ein bundesweit einzigartiges Netz in Form mehrerer Meldestellen ein, die Vorfälle auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfassen, analysieren und dokumentieren". Gemeldet werden sollen Queerfeindlichkeit, antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus sowie antischwarzer, antiasiatischer und weitere Formen von Rassismus – und zwar auch hier ausdrücklich auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze.

Dagegen ermutigt die Veritas-Beratungsstelle für Betroffene von Verschwörungserzählungen Freunde und Verwandte von sogenannten "verschwörungsgläubigen Menschen", über Erfahrungen mit Andersdenkenden aus ihrem Umfeld zu berichten. Die Beratungsstelle behält sich dann im Falle von andersdenkenden Eltern vor, diese beim Jugendamt anzuschwärzen. Die Behörde würde daraufhin prüfen, ob den andersdenkenden Eltern ihre Kinder entzogen werden müssten.

Denunziantentum fördern heißt, "aus Überzeugung Gutes zu tun"

"Zivile Helden" nennt sich eine Webseite, auf der rund 20 Beratungsstellen ihre Dienste für Denunzianten unterschiedlicher Themen anbieten. Hier wird der Denunziant zum Helden stilisiert, wenn er Anhänger von "Verschwörungsmythen" und mutmaßliche Antisemiten meldet. Unerschöpflich scheinen die Möglichkeiten, die Menschen bei jeglicher Gelegenheit zum Denunzianten zu dressieren: Seit ein paar Wochen wirbt man in Kölner Schwimmbädern mit der Kampagne "Ich sag's – Hilfe holen ist kein Petzen" für das Denunzieren von Mitschwimmern. Als seien Bademeister nicht selbst in der Lage, sexistisches Belästigen zu identifizieren, sollen sich die Besucher von Badeanstalten nun gegenseitig beschuldigen.


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Kampagne "Ich sag's" in Kölner Schwimmbädern, Mai 2024Felicitas Rabe


Obendrein sollen die zumeist betroffenen Mädchen und Frauen den in der Regel männlichen Bademeistern erklären, wo und wie sie unsittlich berührt wurden. Mal abgesehen davon, dass diese Kampagne bei wohl nicht wenigen Mädchen und deren Eltern dazu führen wird, vor lauter Sorge vor Übergriffen den Töchtern den Schwimmbadbesuch zu untersagen. Das wird als kleiner Kollateralschaden entweder in Kauf genommen – oder beabsichtigt.

Bei der Feierveranstaltung zum Internationalen Tag gegen Transfeindlichkeit vor dem Kölner Dom wurde am 17. Mai 2024 mit großen Plakaten für neu eingerichtete Meldestellen geworben, wo man tatsächliche oder vermeintliche Abwertung und Diffamierung von transsexuellen Menschen anzeigen sollte.


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"Anzeigen statt Aushalten", Feier zum Internationalen Tag gegen Transfeindlichkeit, Köln, 17. Mai 2024Felicitas Rabe


Was soll man zum Schluss noch sagen ‒ all diese Petzangebote werden von selbsternannten Gutmenschen eingerichtet. Wie zum Beispiel das Angebot der Meldestelle REspect!, bei der man unter anderem ebenfalls mutmaßliche Verbreiter von Desinformation melden kann. REspect! rühmt sich auf der eigenen Webseite damit, von knapp 60.000 Meldungen (Stand 23. Mai 2024) rund 15.000 bei der Polizei zur Anzeige gebracht zu haben. Die Sammlung von Petzereien falle den Meldestellen-Betreibern nicht immer leicht, heißt es auf deren Internetseite – aber man sei überzeugt, Gutes zu tun.

"Das machen wir – auch wenn es nicht immer leichtfällt – mit viel Spaß und der Überzeugung, etwas Gutes zu tun."

Mehr zum Thema – Ahrtal: Wer Katastrophen verschwinden lassen will, braucht Denunzianten

 

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26.05.2024

Der Westen zerstört sich selbst

freedert.online, vom 25 Mai 2024 16:25 Uhr,Von Rainer Rupp

In den vergangenen Jahren waren vor allem die Eliten des Wertewestens unübertroffen in ihrer Fähigkeit, sich selbst in den Fuß zu schießen. Man hätte erwarten können, dass Schaden klug macht. Aber stattdessen haben sie nicht aufgehört, diese Fähigkeit, weiter zu perfektionieren. In dieser Woche lieferten sie ein weiteres Beispiel.


Quelle: Legion-media.ru © APAimages


US-Außenminister Anthony Blinken stellt sich schützend vor Isreals Premier Benjamin Netanjahu. Das Bild zeigt beie bei Blinkens Besuch in Isreal im vergangenen Jahr.


Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, kündigte am Montag, dem 20. Mai, Haftbefehle gegen Netanjahu und Galant wegen ihrer Rolle bei der Abschlachtung der Palästinenser im Gazastreifen an, was implizit auch US-Außenminister Blinken und andere hochrangige US-Beamte, aber auch Baerbock und Co. der Beihilfe der israelischen Verbrechen bezichtigt. Zugleich verlangte Ankläger Khan Haftbefehle für drei Hamas-Führer wegen des Angriffs auf Südisrael am 7. Oktober und der Geiselnahme.

Die Haftbefehle waren noch nicht ausgestellt, als die amerikanische Führung und der US-Kongress dem IStGH bereits empört Antisemitismus vorwarfen und dem Gericht und den Richtern persönlich mit Sanktionen drohten. Unglaublich, aber wahr: Im Kongress wird derzeit ein entsprechendes Gesetz gegen das Gericht vorbereitet und es besteht kein Zweifel, dass es verabschiedet werden wird.

Am Dienstag dieser Woche, dem 21. Mai, berichtete CNN, dass US-Außenminister Antony Blinken, der amerikanische Baerbock, öffentlich erklärt hat, er wolle mit dem US-Kongress an einem Gesetz arbeiten, um den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) dafür zu bestrafen, dass er Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen Verteidigungsminister Joaw Galant beantragt hat.


"Sehen Gleichsetzung kritisch" – Regierungssprecher zu möglichem Haftbefehl gegen Netanjahu


"Sehen Gleichsetzung kritisch" – Regierungssprecher zu möglichem Haftbefehl gegen Netanjahu





In einer Anhörung des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen war Blinken von dem republikanischen Senator Jim Risch gefragt worden, ob er das Gesetz zur Bestrafung des IStGH unterstützt, weil der Gerichtshof "seine Nase in die Angelegenheiten von Ländern steckt, die über ein unabhängiges, legitimes demokratisches Rechtssystem verfügen". Blinken stimmte zu und bekräftigte, "dass wir (das Weiße Haus und der Senat) die geeigneten Schritte ergreifen müssen, um mit dieser zutiefst falschen Entscheidung (des IStGH) umzugehen".

Der IStGH war schon einmal wegen seiner Pläne, mutmaßliche US-Kriegsverbrechen in Afghanistan zu untersuchen, von den USA unter der Trump-Administration sanktioniert worden. Die Biden-Regierung hob die Sanktionen gegen den Gerichtshof bei ihrem Amtsantritt auf. Aber der Druck der USA bewirkte, dass der Gerichtshof ankündigte, nicht länger die US-Kriegsverbrechen in Afghanistan zu untersuchen, sondern sich stattdessen auf die der Taliban und ISIS-K zu konzentrieren.

Offiziell sind die USA der Ansicht, dass der IStGH nicht für die Verfolgung israelischer Führer zuständig ist, da Israel kein Mitglied des Gerichtshofs ist. Die USA, Russland und die Ukraine sind das auch nicht. Die Palästina-Behörde ist zwar noch kein UN-Vollmitglied, aber sie hat das Römische Statut unterzeichnet und ist damit Mitglied des IStGH.


Joe Biden gibt zu Protokoll: "Es gibt keinen Völkermord in Gaza"





Joe Biden gibt zu Protokoll: "Es gibt keinen Völkermord in Gaza"






Wegen der Bemühungen des IStGH gegen die rechtsextremistischen israelischen-Führer bereiten die USA ein Gesetz zur Bestrafung des IStGH vor, während dieselben Leute in Washington den Haftbefehl des IStGH gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bejubeln, der überhaupt erst unter dem kollektiven Druck von US/NATO/EU zustande gekommen ist. Diese erneute Demonstration krasser westlicher Doppelzüngigkeit bleibt weder der internationalen Gemeinschaft verborgen noch jenem Teil der Menschen, die zwar im Westen leben, aber noch nicht Opfer der dort herrschenden, zunehmend totalitären Gehirnwäsche geworden sind.

Dessen ungeachtet ziehen in den USA die Unterstützer des zionistischen Genozids in Gaza jetzt eine Wagenburg um die Kriegsverbrecher Netanjahu und seinen Kriegsminister Galant.

Mit einigen wenigen Ausnahmen herrscht in der politischen Kaste des kollektiven Westens große Empörung über den IStGH. Forderungen, den Gerichtshof zu bestrafen, kommen nicht nur aus den USA. Vor dem Hintergrund des politischen Einflusses mächtiger zionistischer Lobbyverbände im kollektiven Westen, vor allem in den USA, war die Aufregung über den beantragten Haftbefehl gegen die Top-Zionisten an der Spitze der israelischen Regierung natürlich keine Überraschung.


Im Unterschied zu Deutschland: Paris stellt sich hinter IStGH-Haftbefehle





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Sofort sprang die mächtige Propagandamaschine an, die auf dem im Westen bereits fest verankerten Glaubenssatz basiert, dass Juden per Definition Opfer sind und keine Verbrechen begehen können; und implizit trifft dies natürlich auch auf gewalttätig-rassistische und rechtsextremistische Zionisten wie Netanjahu und Galant zu. Außerdem hatte Netanjahu noch vor wenigen Monaten allen besorgten Beobachtern versichert, dass "die israelische Armee die humanitärste der Welt ist".

Das wäre alles gut und schön, wenn es da nicht die Tatsache der 35.000 getöteten und über 70.000 schwer verwundeten Zivilisten in Gaza gäbe, darunter 15.000 getötete Kinder und Babys. Die Doppelmoral des Westens rückt besonders scharf in den Fokus, wenn man sich vor diesem Hintergrund vor Augen führt, wie der kollektive Westen den Haftbefehl des IStGH gegen Wladimir Putin wegen der lächerlichen Anklage der angeblichen "Entführung ukrainischer Kinder" bejubelt hat.

Was war geschehen: Vor der Kulisse des Krieges in der Ukraine hatten die vorrückenden russischen Soldaten in der Kriegszone allein zurückgelassene Kinder entlang der Frontlinie eingesammelt und in Kinderheime in Russland in Sicherheit gebracht. Die Namen der Kinder und die Ortschaften, wo sie gefunden worden waren, hatten die Russen auf Listen veröffentlicht. Alle ukrainischen Eltern, die sich – über Umwege – bei den Russen gemeldet haben, haben ihre verlorenen Kinder wiederbekommen. Das war schon damals bekannt. Trotzdem haben eifrige und juristisch kreative West-Propagandisten daraus einen Fall russischer Kindesentführung konstruiert, wobei Putin als Hauptbeschuldigter des Kriegsverbrechens angeklagt und vom IStGH entsprechend verurteilt wurde.


Entdollarisierung: Russland und Iran arbeiten an einer gemeinsamen BRICS-Währung





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Deshalb ist der russische Präsident ein international gesuchter Kriegsverbrecher, und die US/NATO/EU-Propagandisten nutzten den Haftbefehl, um Putins Reisen zu internationalen Gipfeltreffen (zum Beispiel in Südafrika) zu behindern. Doch sobald die Vorwürfe gegen Netanjahu erhoben wurden, änderte sich das alles schlagartig: Die Vorwürfe gegen Netanjahu und Galant seien "weit hergeholte, unberechtigte Entscheidungen", das sei "Antisemitismus" und so weiter.

Aber im Unterschied zu Putin hat Netanjahu das Blut zehntausender palästinensischer Kinder an seinen Händen, und es ist schwer, sein Handeln in Gaza nicht als Völkermord zu bezeichnen. Und dies wird nicht nur von den Ländern des Globalen Südens, sondern auch von vielen westlichen Juristen so gesehen. Daher war die Entscheidung des IStGH absehbar, wenn das Gericht nach der Verurteilung Putins auf der internationalen Bühne nicht auch noch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verlieren wollte.

Nun wäre die vernünftigste Reaktion für die westlichen Propagandisten gewesen, zu schweigen. Aber stattdessen erleben wir Drohungen und Verurteilungen gegen das Gericht. Außerdem wird offen gesagt, dass der Gerichtshof nicht versteht, was er tut. Schließlich sei er nicht zum Zweck der Verurteilung prowestlicher Verbrecher geschaffen worden! Dies wird zwar nicht öffentlich gesagt, aber westliche Politiker haben sich nicht gescheut, dies in Gesprächen mit dem IStGH-Ankläger Karim Khan zu äußern. Khan selbst sagte in einem Interview mit Christiane Amanpour vom US-Nachrichtensender CNN:

"Ich wurde von einigen gewählten westlichen Vertretern kontaktiert. Sie waren sehr offen und sagten: 'Dieser Gerichtshof wurde für Afrika und für Schurken wie Putin geschaffen'".


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Damit wurde offen ausgesprochen, was man schon lange weiß: Der Internationale Strafgerichtshof ist keine UNO-Organisation, sondern er wurde vom Westen geschaffen, um über Nichtwestler zu urteilen und westliche Kriegsverbrecher wie Tony Blair, George W. Bush, Gerhard Schröder, Joschka Fischer und viele andere zu schützen. Das gilt auch für die Zio-Kriegsverbrecher, denn Israel gehört zum geopolitischen Westen.

Deshalb ist es einfach unanständig und nicht hinnehmbar, wenn der IStGH gegen westliche Herrenmenschen ermittelt. Das ist Neokolonialismus in seiner reinsten Form. Und mit der Hysterie über den drohenden Haftbefehl gegen Netanjahu demonstrierten die westlichen Eliten der Welt einmal mehr ihre Doppelzüngigkeit – und das in einer Situation, in der die Weltmehrheit ohnehin bereits von der Doppelmoral des Westens absolut überzeugt ist.

Aber was erklärt dieses schizophrene Verhalten der westlichen Eliten? Sie scheinen in ihrer eigenen Vorstellungswelt gefangen zu sein, in der sie sich wie früher alles erlauben konnten, was sie anderen verboten haben. In der Vergangenheit hatten sie allerdings noch die Macht und das Prestige, anderen die eigenen Lügen als Wahrheit zu verkaufen oder aufzuzwingen.


Putin und Xi - Der Hybridantrieb der multipolaren Welt





Meinung

Putin und Xi - Der Hybridantrieb der multipolaren Welt






Inzwischen aber haben sich die Zeiten beziehungsweise die Machtverhältnisse geändert. Des Kaisers neue Kleider können die Falschheiten und Lügen nicht mehr verhüllen. Der westliche Kaiser steht nackt da und mit jeder neuen Lüge und mit jedem neuen Beweis seiner Doppelmoral zerstört er ein weiteres Stück seines noch verbliebenen Prestiges und Goodwills, die ihm geholfen haben, die Welt zu kontrollieren.

Und damit wären wir bei der zweiten, noch wichtigeren Konsequenz der westlichen Reaktion auf den IStGH-Beschluss, nämlich die Demontage der vom Westen geschaffenen Institutionen der Globalisierung.

Es liegt auf der Hand, dass die Glaubwürdigkeit des IStGH bereits untergraben war, und nachdem es den "Putin-Haftbefehl" gab, wurde das Gericht außerhalb des kollektiven Westens gänzlich als Instrument zur Ausübung von Druck auf Russland behandelt.

Der Fall Netanjahu bot dem IStGH jedoch die Chance einer teilweisen Rehabilitierung: Der Westen hätte den Ländern des Globalen Südens erklären können, dass der Gerichtshof versucht, objektiv zu sein. Das wäre selbstredend im Interesse des Westens gewesen, nicht nur im Kontext seiner Bemühungen um die Isolierung Russlands, sondern auch in Bezug auf die Propaganda und sicherlich auch, um den russisch-chinesischen Bemühungen entgegenzuwirken, den Süden auf einer antikolonialen, das heißt antiwestlichen Plattform zu vereinen.


"Vorherrschaft der USA am Ende" – Indien beginnt großes Projekt mit Iran





Analyse

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Aber anstatt zu versuchen, den IStGH zu retten, ist der Westen gerade dabei, ihm den Gnadenschuss zu geben, womit er jedoch seinen eigenen Untergang beschleunigt. Warum macht er das?

Aus Verzweiflung! Er sieht, wie seine hegemoniale Position dahinschmilzt wie Schnee in der Frühlingssonne. Die will er aber auf Teufel komm raus mit Zähnen und Klauen verteidigen. Die zutage tretenden, zunehmend skrupellosen und widersprüchlichen Aktionen untergraben jedoch nur noch mehr die Fundamente der westlichen Hegemonie. Sie gehen auf Kosten der Glaubwürdigkeit angeblich demokratischer internationaler Organisationen wie des IWF, der Weltbank, der WTO, der NATO oder der EU, die die West-Eliten zum Management ihrer globalen Vorherrschaft geschaffen hatten.

Auch der IStGH war ein wesentlicher Teil eines weiteren vom Westen aufgebauten institutionellen Rahmens, nämlich der internationalen und teilweise bereits supranationalen Justiz. Sie spielte eine wichtige Rolle im Prozess der Globalisierung nach angelsächsischem Vorbild. Auch darüber verliert der Westen zunehmend die Kontrolle.

Die Ironie des Schicksals besteht nun darin, dass der Westen sich bei jedem Versuch, den weltgeschichtlichen Wandel aufzuhalten, selbst in den Fuß schießt. Dies ist bereits mit der Sanktionspolitik gegen Russland, aber auch gegen Iran oder China, mehr als deutlich geworden. Indem jetzt russische Vermögenswerte beschlagnahmt werden, untergräbt der Westen endgültig das Vertrauen in die westlichen Währungen und somit in die Haupt-Säule seiner globalen Dominanz – das internationale Finanzsystem.

Allerdings wird der Prozess der Umstrukturierung dieses internationalen Finanzsystems nicht von heute auf morgen geschehen, aber er ist bereits jetzt unumkehrbar. Mit dem zunehmenden Verlust der Kontrolle über die internationalen Finanzen, über den internationalen Handel und über die internationale Justiz wird die globale Herrschaft für den Westen immer schwieriger. Der Prozess ist unumkehrbar und darin liegt auch der Grund für die verwirrenden Handlungen der westlichen Eliten. Das ist offensichtlich ein Ausdruck von Panik, wodurch sie ihre Weltherrschaft mit eigenen Händen zerstören.


Mehr zum Thema – Netanjahu kontert Chefankläger Khan: In den USA sterben mehr Menschen an Hunger als in Gaza


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26.05.2024

Orwell lässt grüßen: Nancy Faesers "repressive Maßnahmen zum Schutz der offenen Gesellschaft"

freedert.online, 25 Mai 2024 07:00 Uhr,Von Richard Mahnke

Nancy Faeser möchte die "offene Gesellschaft" und die Demokratie beschützen – vor "Hass" und "Desinformation". Doch wer sich das entsprechende Strategiepapier der Regierung durchliest, merkt schnell: Eigentlich geht es um das genaue Gegenteil.


Quelle: www.globallookpress.com © Sebastian Gollnow/dpa


"Putins Regime versucht, dies durch Lügen, Propaganda und Einflussnahme noch zu verstärken": Nancy Faeser bei der Vorstellung des Papiers am Mittwoch in Berlin


Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat am Mittwoch die Strategie der Bundesregierung "Gemeinsam für Demokratie und gegen Extremismus" vorgestellt. Der Untertitel der dazugehörigen Pressemitteilung lautet vielsagend:

"Präventive und repressive Maßnahmen zum Schutz der offenen, vielfältigen Gesellschaft und der Demokratie."


USA bestellen – EU bezahlt: Mechanismen medialer Gleichschaltung in Deutschland und Österreich





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In dem knapp 60-seitigen Papier wird dargestellt, wie die Regierung gegen Kritik ("Hass und Hetze") und unerwünschte Informationen und Meinungen ("Desinformation") vorzugehen gedenkt.

Natürlich führt der Inhalt der Schrift die Sprechblasen von Regierung und Ministerin ad absurdum, das in einer Art und Weise, die an einen George Orwell erinnern. Statt um den Schutz von Demokratie und offener Gesellschaft geht es um deren ideologische Gleichschaltung, das Ausschalten von Kritik und um die Sicherung einer autoritären Ordnung – gegen das Volk.

Faeser erwähnt in ihrer Pressekonferenz zur Vorstellung des Strategiepapiers ausdrücklich den 75. Jahrestag des Grundgesetzes. Die darin verankerten Grundrechte, die, das wird heute gerne verschwiegen, Abwehrrechte gegen den Staat sind, würden durch die skizzierten Maßnahmen massiv verletzt.


Nancy gibt den Orwell

Die Ministerin begründet in ihrer Pressemitteilung die Notwendigkeit ihres Strategiepapiers mit "extremistischen" inneren und äußeren Bedrohungen:

"Wir sind eine starke Demokratie. Aber unsere Demokratie ist auch unter Druck – durch extremistische Bedrohungen im Inneren ebenso wie durch äußere Bedrohungen wie die russische Aggression. Diejenigen, die in unserer Gesellschaft Wut und Hass säen, sind lauter geworden. Der Hass im Netz ist weiter explodiert. Putins Regime versucht, dies durch Lügen, Propaganda und Einflussnahme noch zu verstärken. Das alles sind Bedrohungen, denen wir uns als Rechtsstaat und Demokratie sehr deutlich entgegenstellen."

Und weiter:

"Gerade jetzt in diesen Tagen, in denen unser Grundgesetz 75 Jahre alt wird und wir unsere Demokratie zu Recht feiern werden, gilt es, unsere Demokratie zu schützen. Wir müssen unser Zusammenleben in Freiheit und Sicherheit aktiv verteidigen. Damit dies gelingt, muss unsere Demokratie wehrhaft bleiben und ihren Feinden effektiv begegnen. Dafür haben wir heute die gemeinsame Strategie der Bundesregierung für eine starke Demokratie und gegen Extremismus beschlossen. Damit bündeln wir viele unserer Maßnahmen und richten sie so aus, dass wir den aktuellen Bedrohungslagen effektiv begegnen."

"Fundamentale Transformationsprozesse" – "im Interesse der Menschen"

Interessant ist auch die Beschreibung der "gesellschaftspolitischen Ausgangslage" im Papier mit der Betonung "fundamentaler Transformationsprozesse" und dem in Klammern gesetzten Hinweis, dass die Regierung im Interesse der Menschen agiere:

"Die Gesellschaft und unsere Demokratie […] stehen angesichts von Klimawandel, sozialer Ungleichheit, demografischem Wandel, Digitalisierung, der Frage des Umgangs mit Flucht- und Migrationsbewegungen sowie zunehmender Unsicherheiten in der globalen Sicherheits- und Wirtschaftsordnung auch vor langfristigen und fundamentalen Transformationsprozessen, die die Bundesregierung (im Interesse der Menschen in unserem Land) auf Grundlage der Werte und Normen unseres Grundgesetzes gestaltet."


Pressefreiheit – Für den Bundeskanzler in Deutschland alles schick




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Bemerkenswert ist auch, welche Politikfelder für problematisch gehalten werden:

"Besonders polarisierende Themenfelder sind derzeit vor allem Migration, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der Nahost-Konflikt oder auch Klimaschutzmaßnahmen. Damit können Sorgen und Ängste in der Bevölkerung verbunden sein, die auch und vor allem das alltägliche Leben betreffen. Bewusst eingesetzte Desinformation z. B. hybrid agierender fremdstaatlicher Akteure trägt zu einer weiteren Polarisierung bei."

Wohlgemerkt, der Gedanke, die Bürger über die richtige Politik abstimmen zu lassen, taucht weder hier noch an anderer Stelle auf. Es geht immer nur um die Markierung des Unerwünschten als "Hass und Hetze" sowie als "Desinformation" – und um deren Bekämpfung.

Indoktrination von der Wiege bis zur Bahre

Die beschriebenen Maßnahmen zu dieser Bekämpfung lassen aus? Es wird unterschieden zwischen der "Stärkung der Demokratie" von innen heraus und Maßnahmen gegen "demokratiegefährdende Entwicklungen". In das erste Themengebiet fällt die "politische Bildung". Dazu heißt es:

"Ziel der Bundesregierung ist es, politische Bildung entlang der Bildungskette zu stärken. Angebote der politischen Bildung und Demokratiebildung von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter werden von der Bundesregierung in Entwicklung und Umsetzung gefördert. Hierzu gehören Angebote der schulischen und außerschulischen politischen Jugendbildung, die in allen Praxisfeldern der Kinder- und Jugendarbeit wie zum Beispiel der offenen Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit, der Jugendsozialarbeit oder im Sport als Querschnittsaufgabe verankert ist."


Faesers Rechtsstaatsmassaker und seine Vorläufer





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Auch die Erwachsenen sind nicht außen vor. Sie sollen auch über ihre Arbeitsplätze erreicht werden:

"Daneben werden wir die politische Erwachsenbildung weiter fördern. Besonders intermediäre Organisationen wie Gewerkschaften und Betriebe als "Werkbänke der Demokratie" erscheinen hierbei als zentrale Partner. Betriebe und Unternehmen sind unabhängig vom Vorhandensein eines Betriebsrates Lernorte demokratischen Denken und Handelns. Kooperationen mit betrieblichen und berufsbildenden Trägern, die (lebens-) praxisnahe Angebote umsetzen, wollen wir ausbauen. Hierfür sollen neue Formen der Zusammenarbeit von Unternehmen, Verbänden oder Kammern mit staatlichen Institutionen und Trägern der politischen Bildung aufgebaut werden. Darüber hinaus wollen wir verstärkt auch ältere Menschen in der nachberuflichen Lebensphase erreichen."

Wie diese "Bildung" etwa in den "polarisierenden Themenfeldern" Migration, Ukraine und "Klimaschutz" aussieht, ist bekannt. Es ist eben nicht Bildung, sondern Indoktrination und, hier tatsächlich, Propaganda.


Polizeistaat zum Schutz von Systemträgern

Ausdrücklich und ausführlich befasst sich die Strategie mit dem "Schutz von demokratisch Engagierten", also von Systemträgern, zu denen neben Politikern auch die einschlägig bekannten Meldestellen gehören dürften. Diesen wird gegen Kritiker direkte Unterstützung der Sicherheitsbehörden in Aussicht gestellt:

"Die Bundesregierung wird zudem die Entwicklung von Schutzkonzepten für bedrohte zivilgesellschaftlich Engagierte sowie Entscheidungs- und Mandatsträgerinnen und Mandatsträger noch intensiver fördern. Für einen wirksamen Schutz von Betroffenen unterstützt die Bundesregierung den Aufbau und die Weiterentwicklung von Netzwerken zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Sicherheitsbehörden, die Betroffenen zügig und effektiv Schutz, Beratung und Unterstützung bieten."


Überwachung und Zensur im Netz

Angekündigt wird auch die "Förderung des demokratischen Engagements im digitalen Raum":

"Für eine nachhaltige Förderung konstruktiven, demokratischen Engagements im Netz ist die Stärkung der Medien- wie Debattenkompetenz aller Beteiligten sowie eine enge Begleitung und Moderation der Foren und Prozesse erforderlich. Dies wird die Bundesregierung in ihrer Förderpraxis berücksichtigen und den Aufbau und die Weiterentwicklung entsprechender Kompetenzen in der Bevölkerung, Zivilgesellschaft und Verwaltung fördern."

"Enge Begleitung" und "Moderation", das klingt auf den ersten Blick harmlos. Allerdings kann "enge Begleitung" im Netz nichts anderes heißen als umfassende Überwachung – "Moderation" steht für Zensur und Löschung.


"Vielfalt" im Öffentlichen Dienst – Postenvergabe nach Hautfarbe

Sehr viel Platz nimmt auch das Thema "Anerkennung und Wertschätzung einer vielfältigen Gesellschaft sowie Abbau von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" ein – volle vier Seiten, die inhaltlich nichts Neues hergeben. Interessant wird es beim nächsten und inhaltlichen verwandten Thema "Förderung von Demokratie und Vielfalt im Öffentlichen Dienst".

Hier wird erklärt, dass Posten im öffentlichen Dienst künftig auch nach Hautfarbe vergeben werden sollen:

"Darüber hinaus plant die Bundesregierung ein Bundespartizipationsgesetz auf den Weg zu bringen, um damit die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am öffentlichen Dienst zu stärken."


Erfassen und Verfolgen von Kritikern

Im zweiten Abschnitt der Handlungsschwerpunkte der Bundesregierung ("Demokratiegefährdenden Entwicklungen begegnen") geht es zunächst einmal ausführlich um "Prävention von Extremismus und Demokratiefeindlichkeit". Doch spätestens im Abschnitt "Umgang mit Hass im Netz und Desinformation" auf Seite 42 wird es wieder interessant. 

Spannend ist hier zunächst einmal die Beschreibung des Begriffes "Hass", die natürlich vollkommen vage bleibt und auch bleiben muss, damit der Begriff in der heute üblichen Weise verwendet werden muss:

"Hass im Netz verletzt nicht nur subjektive Rechte, sondern gefährdet auch den freien Meinungsaustausch und damit das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Einerseits werden Betroffene aus dem öffentlichen Diskurs im Netz zurückgedrängt. Andererseits wird eine polarisierte und vergiftete Debattenkultur befördert."


Faesers Reichstagsbrand: Der Schritt in die Rundumverfolgung





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Hier wird mit dem Begriff "Hass" nicht etwa eine Straftat beschrieben. Letztlich geht es um nicht genehme Äußerungen, die unterdrückt und verfolgt werden sollen. Man beachte die Logik: "Hass" verletze das Grundrecht auf Meinungsfreiheit – deshalb, so der nicht erwähnte Schluss, muss das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt werden.

Genauso beim Thema "Desinformation". Was hier beschrieben wird, sind nicht irgendwelche Unwahrheiten, sondern nicht genehme Informationen und Meinungen. Natürlich sollten sich gerade auch Leser (und Autoren) alternativer Medien angesprochen fühlen:

"Desinformation aus dem Ausland, aber auch von Akteuren und Einzelpersonen aus dem Inland destabilisiert die staatliche Ordnung und den Zusammenhalt. Denn sie manipuliert den Prozess der Meinungsbildung und schürt gesellschaftliche Konflikte. Mit Desinformation werden nicht nur Personen des öffentlichen Lebens und demokratische Institutionen gezielt delegitimiert, sondern unser gesamtes demokratisches System."


Und weiter:

"Gerade im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie im Zuge des Nahostkonflikts ist eine Zunahme von Desinformation vor allem in den Sozialen Medien zu beobachten. Ein konsequentes Vorgehen gegen Hass im Netz und Desinformation ist daher essentiell zur Aufrechterhaltung unserer wehrhaften Demokratie sowie unserer offenen freiheitlichen Gesellschaft."


Angekündigt wird ein "Aktionsplan", der jeden Journalisten und Autor betreffen könnte, der nicht in der großen Konsensmanufaktur des Mainstreams tätig ist:

"Zusammen mit den Ländern arbeitet die Bundesregierung zudem an einem gemeinsamen Aktionsplan gegen Desinformation und für eine wehrhafte Demokratie. Der Aktionsplan hat zum Ziel, Strukturen und die Zusammenarbeit zur frühzeitigen Erkennung, Analyse und Abwehr von Desinformation auszubauen, gemeinsame öffentlichkeitswirksame Maßnahmen im Umgang mit Desinformation durchzuführen, Maßnahmen zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz gegen Desinformation zu fördern, die Medien- und Nachrichtenkompetenz zu stärken sowie die Forschung zu Produzenten und zur Wirkung von Desinformation und möglichen Gegenmaßnahmen gezielt zu fördern."


Gesetze dürfen dem Polizeistaat nicht im Weg stehen

Für den Kampf gegen "Hass" plant die Regierung ein privates Auskunftsverfahren, das auch Nutzungsdaten erfassen soll, und "mit dem die Identität der Verfasserin oder des Verfassers rechtswidriger Inhalte einfacher geklärt und damit eine praktikable zivilrechtliche Verfolgung rechtswidriger Inhalte ermöglicht wird".

Kurioserweise beklagt sich die Regierung in ihrem Strategiepapier über die Vielzahl von Gesetzen, die ihrem Kampf gegen "Hass" und "Desinformation" im Wege stehen:

"Beispielsweise ist festzustellen, dass die Sicherheitsbehörden in Deutschland mit Blick auf die bestehenden, jeweils unterschiedlichen bundes- und landesspezifischen Rechtsgrundlagen uneinheitlich aufgestellt sind. Das Nebeneinander von 18 bundes- bzw. landesspezifischen Polizeigesetzen, 17 Versammlungsgesetzen sowie von 19 verschiedenen Nachrichtendienstgesetzen darf die Erfüllung des sicherheitsbehördlichen Auftrags nicht erschweren."

Die Lösung lautet auch hier mehr "Gleichklang":

"Wir setzen uns in diesem Zusammenhang dafür ein, zugunsten der besseren Wehrhaftigkeit unserer Demokratie auf dem größtmöglichen gemeinsamen Nenner einen besseren Gleichklang herzustellen. Bei dieser Harmonisierung wollen wir die bestehenden föderalen Gremien einbinden."

Fazit

Nancy Faeser hat am Mittwoch ein Strategiepapier vorgestellt, das das Gegenteil von dem enthält, was es laut ihrer Ankündigung enthalten sollte. Es geht um die Sicherung von Herrschaft, aber sicherlich nicht der des Volkes. Und die Verteidigung der "offenen Gesellschaft" besteht letztlich in deren Gleichschaltung.

Erst einmal sind das alles nur Ankündigungen, doch schon diese wirken reichlich dystopisch. Leider wird das Papier nur wenig Aufmerksamkeit erfahren, doch wer wenigstens in Umrissen wissen möchte, wie die Regierung die erwarteten "langfristigen und fundamentalen Transformationsprozesse" im Informationsraum absichern möchte, wird hier fündig.


Mehr zum Thema - "Hass im Netz" oder eher Hass auf ein Grundrecht?


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Info: https://freedert.online/inland/206871-orwell-laesst-gruessen-nancy-faesers


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26.05.2024

Wie Habeck Lobbyist der deutschen Rüstungsindustrie wurde

aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. Mai 2024, 11:10 Uhr


https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukraine-krieg-robert-habeck-er-wird-zum-lobbyisten-der-deutschen-waffenindustrie-li.2217391

25.5.2024


*Waffen für die Ukraine: Wie Robert Habeck zum Lobbyisten der deutschen

Rüstungsindustrie wurde

*Nicolas Butylin


Robert Habeck befindet sich im Krieg. Mitte April, bei noch kühlen

einstelligen Temperaturen, ist der grüne Bundeswirtschaftsminister zum

insgesamt dritten Mal in die kriegsgebeutelte Ukraine

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/ukraine> gereist. Die Bilder des

54-Jährigen aus dem Schutzkeller in der ukrainischen Hauptstadt gehen

viral – Ukraine-Besuche deutscher Politiker sind allerdings nach mehr

als zwei Jahren Krieg eher Alltag als Ausnahme.


„Solidarität mit der Ukraine“, heißt es in Behörden, Ministerien und

Parteien der Mitte. Doch Habecks Reise speist sich nicht nur aus einer

intrinsischen Kameradschaftlichkeit zum politischen Kiew. Es geht auch

um deutsche Interessen, um die deutsche Wirtschaft

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/wirtschaft> und ihre

Wehrfähigkeit. Wenn man hinschaut, hat der Krieg der deutschen

Wirtschaft geschadet. Doch eine Branche ist im Aufwind: die deutsche

Waffenindustrie.


„Der Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz,

Robert Habeck, ist heute für einen Besuch in der Ukraine eingetroffen.

Dort führt er politische Gespräche und trifft Vertreterinnen und

Vertreter der Wirtschaft“, heißt es im Behördendeutsch auf der Webseite

des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) im April. Dazu schreiben

Dutzende Medien auffallend zurückhaltend und kryptisch, der Minister

werde von einer „Wirtschaftsdelegation“ begleitet.


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/wolodymyr-selenskyj> spricht da

weitaus offener über das Treffen mit Habeck. „Es ist wichtig, die

Luftabwehr unseres Landes mit modernen Systemen westlicher Produktion

weiter zu stärken“, schreibt Selenskyj auf X. Er habe gemeinsam mit der

Delegation aus Berlin über die „gemeinsamen Anstrengungen“ im

Wirtschaftsbereich gesprochen. Dann verlautbart Selenskyj: „Wir haben

vereinbart, uns auf den militärisch-industriellen Komplex zu konzentrieren.“


Statt in den – in Anbetracht der militärischen Vorstöße der Russen im

Osten der Ukraine eher fernen – zivilen Wiederaufbau des EU

<-Beitrittskandidaten" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/topics/eu>-Beitrittskandidaten zu

investieren, werden deutsche Steuergelder also verstärkt in

deutsch-ukrainische Waffenprojekte fließen. Und dabei sind gewiss nicht

Kurzzeitprojekte wie eine Tranche Munition oder eine Handvoll

Leopard-2-Panzer gemeint. Es geht um längerfristige Kooperationen in der

Waffen- und Munitionsproduktion, in hochtechnologischen

Verteidigungssystemen, in der Cybersicherheit, so Branchenkenner in

Hintergrundgesprächen mit der Berliner Zeitung. Dabei fällt immer wieder

der Begriff des „militärisch-industriellen Komplexes“.


*Warum will Deutschland in den militärisch-industriellen Komplex

investieren?


*Doch was bedeutet dieser Begriff, der in der sicherheitspolitischen

Literatur eher im amerikanischen oder russischsprachigen Raum zu

verorten ist? Der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower warnte in

einer Rede 1961 erstmals vor dem „militärisch-industriellen Komplex“,

kurz MIK, der mit dem Kalten Krieg

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/kalter-krieg> herangewachsen

sei. Der MIK ist – in kurzen Worten – die Verknüpfung und gegenseitige

Interessenverbindung zwischen Politikern, Militärs und Vertretern der

Rüstungsindustrie. Später wurden in gesellschaftskritischen Analysen

auch Militärinstitute und Denkfabriken aufgenommen. Der MIK ist also

eine Art militärpolitisches Fundament für höhere Rüstungsausgaben.


Ein solcher militärisch-industrieller Komplex soll nach Wünschen Robert

Habecks und der Rüstungsbranche nun auch in Deutschland allumfassend

aufgebaut werden. Wer sich dagegen positioniert, sei „aus der Zeit

gefallen“, so der Tenor. Man kann es den Akteuren im Waffenbusiness auch

nicht verübeln, denn alle Seiten profitieren: Die politischen

Entscheidungsträger bekommen Waffen, die Industrie findet neue

Absatzmärkte, die Ukraine erhält dringend benötigte militärische

Unterstützung, während Militärexperten ihre Daseinsberechtigung

bestätigt sehen. Eine Win-win-win-Situation.


Obgleich Militärs und ihre Berater den MIK-Begriff teilweise ablehnen,

wissen auch sie, dass die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen in der

Verteidigungspolitik in Berlin, Paris

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/paris> und Brüssel zum Thema

Nummer eins geworden sind. Die Europäische Kommission, das Exekutivorgan

der EU, schlägt beispielsweise vor, über eine Milliarde Euro auszugeben,

um den EU-Mitgliedsstaaten Anreize zu schaffen, primär bei europäischen

Unternehmen einzukaufen und nicht außerhalb Europas. Die

Rüstungsindustrie soll hingegen ermutigt werden, neue Technologien zu

entwickeln und die eigenen Kapazitäten stetig weiter zu erhöhen.


Und an genau diesem Aufbau militärisch relevanter Produktionskapazitäten

wollen deutsche Rüstungsunternehmen teilhaben. Vielmehr noch: Während

Deutschland in diesem Sommer Fußball-Europameister werden will, haben

sich ein Großteil des Politikestablishments, Militärs und ihre Berater

das Ziel gesetzt, in wenigen Jahren Waffenexport-Europameister zu

werden. In Branchenkreisen sagt man deshalb voraus, dass der Ausbau

jener Produktionsstätten bis zu vier Jahre dauern werde.


m weltweiten Vergleich zeigt sich jedoch, dass die

militärisch-industriellen Bestrebungen Deutschlands noch in den

Kinderschuhen stecken. Dazu zwei Vergleiche: Laut dem Stockholmer

Friedensforschungsinstitut Sipri liegen die USA

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/usa> mit 42 Prozent aller

weltweiten Waffenexporte fast konkurrenzlos vorne; Deutschland liegt bei

knapp über fünf Prozent. Und auch die Umsätze von amerikanischen

Rüstungskonzernen wie Raytheon oder Lockheed Martin liegen für hiesige

Firmen wie Rheinmetall und Thyssenkrupp außer Reichweite.


Auch Russland <https://www.berliner-zeitung.de/topics/russland> spielt

militärisch in einer anderen Liga als die Bundesrepublik. Dort lag der

Anteil der weltweiten Waffenexporte bei elf Prozent – Russland teilt

sich mit den Franzosen den zweiten Platz. Hinzu kommen die für die

Waffenproduktion großen territorialen Vorteile des geografisch größten

Landes der Erde sowie der gesellschaftspolitische „Freifahrtschein“

unter dem Vorzeichen der Kriegsindustrie und eines Krieges, der für die

Russen existenziell erscheint. Nicht zu vergessen: Das nukleare Arsenal

mit knapp unter 5900 Atomsprengköpfen, die für Interkontinentalraketen,

Atom-U-Boote oder Langstreckenbomber vorgesehen sind. Deutschland hat im

Vergleich dazu keine Atomwaffen – kann sich jedoch, Stand Mai 2024, auf

die westlichen Nuklearmächte Frankreich, Großbritannien und die USA

verlassen.


*Welche Rüstungsfirmen wollen in der Ukraine „Business“ machen?


*Doch schauen wir zunächst zurück auf Habecks bisherige Ukrainepolitik.

Bevor der Grünenpolitiker nämlich – mit eher wenigen Vertretern von

Rüstungsunternehmen wie Diehl Defence, Quantum Systems oder Global

Clearance Solutions – im April in die Ukraine reiste, kam es Ende März

im Wirtschaftsministerium zu einem noch viel brisanteren Auftakttreffen.


Geschäftsführer und ranghohe Gesandte, quasi die Crème de la Crème

deutscher Rüstungsunternehmen, diskutierten an einem Tisch mit Habeck

über „Fragen der nationalen und europäischen Sicherheit und

Wehrhaftigkeit“. Das politische Gebot der Stunde sei es,

„sicherheitsfähig“ zu werden, so der Tenor. Die Weltbedrohungslage habe

sich geändert, sie nicht zu reflektieren sei naiv, so Habeck. Deshalb

solle, so der grüne Vizekanzler, die Waffenproduktion hochgefahren

werden. Im Kern allerdings, so heißt es aus Branchenkreisen, sei es bei

dem Treffen mit führenden Rüstungsunternehmen um die militärische

Unterstützung der Ukraine gegangen.


Mit dabei waren laut Bild-Zeitung auf jeden Fall zwölf Unternehmen,

darunter: Airbus Defense and Space, die militärische Luftsysteme und

Drohnen herstellen; Airbus Helicopters; Rheinmetall

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/rheinmetall>, bekannt für die

Wartung und Instandsetzung von Panzern; Thyssenkrupp Marine Systems, die

Technologien für nicht-nuklear angetriebene U-Boote und Marineschiffe

herstellen; die Renk AG baut Antriebstechniken für militärische

Landfahrzeuge; Helsing, ein Unternehmen, das Künstliche Intelligenz im

Verteidigungssektor nutzt; der Softwaregigant Palantir; die

Funktechnikspezialisten Rhode und Schwarz; die Drohnenhersteller von

Quantum Systems; Schiffbauer von Naval Vessels Lürssen; Raketenbauer von

Diehl Defence und das Rüstungsunternehmen Hensoldt, das sich auf

militärische Technologien spezialisiert hat.


Wie das Handelsblatt berichtete, waren auch das Kanzleramt, das

Auswärtige Amt und Staatssekretäre aus Verteidigungs- und

Finanzministerium bei dem ranghohen Treffen zugegen. Man wolle die

sicherheitspolitische Lage in Anbetracht des Ukrainekrieges um eine

industriepolitische Komponente bereichern. In anderen Worten: In

Deutschland soll auf lange Sicht ein bedeutender

militärisch-industrieller Komplex aufgebaut werden.


Für ein solches Unterfangen haben Rheinmetall, Diehl und Co. allerdings

ihre ganz eigene Wunschliste mitgebracht: Wie gestaltet sich für die

Unternehmen die Planungssicherheit? Schließlich bestehen die Firmen auf

zuverlässige Abnehmer ihrer Rüstungsprodukte. Was kann die

Bundesregierung zur Verfahrensbeschleunigung tun? Hier nimmt sich die

Rüstungsbranche laut Handelsblatt das Tempo beim Bau neuer Terminals für

LNG-Gas als Vorbild.


Zentral war auch die Finanzierungsfrage: Wie kann man Anreize bei

Investoren schaffen und was passiert mit der Schuldenbremse? Wird es zu

einem zweiten Sondervermögen kommen? Denn 80 Prozent aus dem

Sonderbudget sind schon aufgebraucht. Und auch wenn

„Kreditermächtigungen des Sondervermögens im Wesentlichen europäischen

Rüstungsunternehmen zugutekommen“, wie eine Sprecherin aus dem

Finanzministerium sagt, so sagen Branchenkenner, dass insbesondere

amerikanische Konzerne mehrere milliardenschwere Großaufträge

abgewickelt haben.


Außerdem werden nach den aktuellen Planungen die Mittel aus dem

Sondervermögen bis Ende 2027 aufgebraucht sein; ab 2028 sind die

Militärausgaben wieder aus dem Kernhaushalt bereitzustellen, so das

FDP-geführte Finanzministerium. Und wie steht Christian Lindner

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/christian-lindner> überhaupt zu

den Rüstungsambitionen im Wirtschaftsministerium? Mit dem

100-Milliarden-Sondervermögen habe der Finanzminister bewiesen, dass er

unorthodox denken könne, sagt er im Interview mit der

Funke-Mediengruppe. Für das Finanzministerium sei es jedenfalls von

„herausragender Priorität, ausreichend Mittel für die Wehrhaftigkeit der

Bundeswehr bereitzustellen“.


*Was sagen die deutschen Rüstungsunternehmen zum Ukraine-Geschäft?


*Die Unternehmen hierzulande, die für die Ukraine alle Sorten von Waffen

– von der Patronenhülse bis zum Kampfpanzer – herstellen, äußern sich

naturgemäß ungern oder nur sehr verhalten öffentlich zu ihren

Waffengeschäften. Dabei ist die Sparte von hoher volkswirtschaftlicher

Relevanz in Deutschland: Mehr als 130.000 Menschen sind in der

Rüstungsbranche tätig, 30 Milliarden Euro Umsatz werden erwirtschaftet,

Rüstungsaktien an der Börse seien in heutigen Zeiten „eine sichere Bank“.


„Mit umfangreichen Lieferungen und Unterstützungsleistungen für die

Ukraine ist Rheinmetall inzwischen der wichtigste rüstungsindustrielle

Partner des Landes bei seinem Abwehrkampf gegen die russische

Aggression“, heißt es beispielsweise auf der Rheinmetall-Homepage. Der

börsennotierte Düsseldorfer Konzern will bei der Waffenproduktion ganz

vorne mitspielen. Mit der staatlich-ukrainischen Rüstungsvereinigung

Ukroboronprom hat man deshalb im Oktober 2023 ein

Gemeinschaftsunternehmen gegründet: Rheinmetall Ukrainian Defense Industry.


Branchenkenner sagen ganz unverblümt, dass mit dem Ukrainekrieg das

Geschäftsfeld der Waffenindustrie in neue Dimensionen vorgestoßen sei:

Der massive Ausbau von Fabriken könnte sich für die vielen nord-, west-

und süddeutschen Unternehmen auszahlen: niedrige Produktionskosten

gepaart mit einer steten Nachfrage.


Ähnlich sehen die Ambitionen mit dem Ukrainegeschäft in den anderen

deutschen Unternehmen aus: Quantum Systems, ein Hersteller von Drohnen

mit Sitz in Gilching bei München, sucht aktiv nach neuen Mitarbeitern in

der Ukraine. Bei Habecks Ukrainereise im April weihte der

Quantum-Systems-Chef Florian Seibel vor den Toren Kiews ein neues Werk

ein. Bis Ende des Jahres sollen rund 100 Mitarbeiter beschäftigt werden;

darüber hinaus will Quantum Systems in den nächsten zwei Jahren bis zu

sechs Millionen Euro in das Ukrainegeschäft investieren.


Die Sensorenspezialisten von Hensoldt, ein weiteres Unternehmen aus dem

Münchener Landkreis, liefern Hochleistungsradare für die

Luftverteidigung der Ukraine. „Wir sehen in der Ukraine, wie wichtig es

ist, zuverlässig und in hoher Geschwindigkeit aus Daten Informationen zu

gewinnen, die zur Informationsüberlegenheit auf dem Gefechtsfeld

beitragen“, schreibt ein Sprecher auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Dabei ist die Ukraine mit einer Bestellung von insgesamt 26

Hensoldt-Radaren TRML-4D der weltweit größte Betreiber dieses Systems.

„Die Technologie von Hensoldt rettet hier jeden Tag Leben und schützt

die Einwohner von Kiew, Odessa und anderen Städten“, so das

Rüstungsunternehmen.


Andere Unternehmen wie zum Beispiel die Renk AG oder Helsing wollen sich

über geschäftliche Beziehungen oder zu ihren Kunden nicht öffentlich

äußern. Einige wenige Unternehmen waren lediglich bereit, sogenannte

Hintergrundgespräche zu führen.


*Was bedeutet die deutsch-ukrainische Kooperation im Rüstungsgeschäft?


*Mit dem Wiederaufbau der Ukraine lässt sich Geld verdienen. Da sind

sich Politiker, Militärs und Unternehmer einig. Die

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht von einem

Marshallplan für die Ukraine; Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wirbt für

„eine Generationenaufgabe, die jetzt beginnen“ müsse. Selenskyj sagte in

einer Videoansprache, die Rekonstruktion der Ukraine werde das „größte

Wirtschaftsprojekt unserer Zeit“ in Europa. Der ukrainische Präsident

rechnet mit bis zu einer Billion US-Dollar – so viel soll der

Wiederaufbau der Ukraine in den kommenden Dekaden kosten. Solche Summen

ziehen viele Interessierte an. Waffenlobbyisten sagen hinter

vorgehaltener Hand: In der Ukraine seien „gigantische

Geschäftsmöglichkeiten“ gegeben.


In erster Linie treibe die Rüstungsunternehmen ein – rein ökonomisch

logisches – „kommerzielles Interesse“ an, um in der Ukraine

Waffengeschäften nachzugehen, sagt Severin Pleyer der Berliner Zeitung.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter von der Helmut-Schmidt-Universität der

Bundeswehr in Hamburg erklärt jedoch auch, dass die Unternehmen auf

„Wunsch der Bundesregierung“ und ihrer Unterstützungspolitik für die

Ukraine verstärkt im osteuropäischen Land agieren.


In diesem Zusammenspiel aus Politik und Industrie nimmt Robert Habeck

eine eminent wichtige Rolle ein: „Das Bundeswirtschaftsministerium ist

das zentrale Ministerium, das über die Anträge zur Ausfuhr von

Kriegswaffen entscheidet“, so Pleyer. „Reisen wie diese von Minister

Habeck verleihen hierbei der politischen Absicht der Regierung

Nachdruck, die Ukraine in ihrer Verteidigungsfähigkeit zu ertüchtigen.“


Und so hat sich der potenziell nächste Kanzlerkandidat der Grünen zum

Wortführer der deutschen Rüstungsindustrie gemausert. Unter dem Leitwort

der ausgerufenen „Zeitenwende“ sollen nämlich sämtliche Arbeitsbereiche

im BMWK der Ukraine-Unterstützung untergeordnet werden. In den Fluren

des Wirtschaftsministeriums hört man sogar, dass wichtige Aufgabenfelder

im Nahen Osten oder in Nordafrika kaum noch eine Rolle spielen würden.

Nach der überhasteten Suche nach Gas- und Ölalternativen, kurz nach

Beginn des Krieges vor über zwei Jahren, genieße das Rüstungsgeschäft in

der Ukraine im Frühjahr 2024 die mit Abstand höchste Priorität.


Dabei ist es kein Geheimnis, dass die militärischen Hilfsmaßnahmen für

die Ukraine zu einer Hochkonjunktur für die deutsche Waffenindustrie

führen. Denn ein Großteil der 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen

gehen nicht in die Ukraine, sondern in Aufträge an die Rüstungsbranche.


*Welche Strategie verfolgt die Ukraine?


*Allerdings sei das Rüstungsgeschäft zwischen dem politischen Kiew und

der hiesigen Industrie keine Einbahnstraße, sagt der ukrainische

Militärexperte Oleksiy Melnyk im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Der

renommierte Fachmann vom Razumkov-Zentrum, einem Kiewer Think-Tank,

kündigt zwischen Berlin und Kiew eine langjährige Partnerschaft im

Waffensektor an: „Es ist ein weltweiter Trend, dass erfolgreiche

Produktionsfirmen sich internationalen Kooperationen anschließen.“

Melnyk sagt, dass beispielsweise der Deal zwischen Rheinmetall und dem

staatlichen Konzern Ukroboronprom als ein Paradebeispiel für viele

weitere deutsch-ukrainische Rüstungskooperationen dienen wird.


Der Vize-Direktor des Razumkov-Zentrums verweist in diesem Zusammenhang

auf den erst kürzlich erschienenen Sipri-Bericht. Die Ukraine war im

vergangenen Jahr der weltweit größte Waffenimporteur war. Die meisten

Militärpakete bekam Kiew im Zeitraum von 2019 bis 2023 aus den USA (39

Prozent), gefolgt von Deutschland (14 Prozent) und Polen

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/polen> (13 Prozent).


Rheinmetall, Thyssenkrupp, Diehl und Co. können sich laut Melnyk zudem

auf weitere günstige Grundvoraussetzungen in der Ukraine freuen. „Auch

wenn die Zeiten, in denen wir die Waffenkammer der Sowjetunion waren und

Interkontinentalraketen und Gefechtsfahrzeuge en masse hergestellt

wurden, längst vorbei sind, so haben wir – historisch bedingt aus

Sowjetzeiten – mit die weltweit besten Ingenieure, Mechaniker und

Techniker hervorgebracht“. Und eben diese Berufsposten werden von den

Unternehmen massiv gesucht, wie ein Blick in die Stellenangebote bei

Quantum Systems zeigt. Zudem seien die Ukrainer schlichtweg günstigere

Arbeitskräfte als beispielsweise Produktionsstandorte in anderen

osteuropäischen Ländern.


„Nimmt man jedoch all die gutgemeinten Aussagen und

Solidaritätsbekundungen zur Seite, dann ist die Ukraine für die deutsche

Rüstungsbranche natürlich eine Art Testfeld“, sagt Melnyk. „Welche

Systeme funktionieren? Was können wir vom Markt nehmen? Was brauchen die

Geschäftspartner? Nach welchem Tier benennen wir unser nächstes

Produkt?“, seien die Fragen, die unternehmensintern gestellt werden.


Im Interview mit der Berliner Zeitung

<https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/melnyk-deutschland-und-ukraine-koennen-weltspitze-bei-ruestung-werden-li.351083

äußerte sich auch der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland,

Andrij Melnyk, zur deutsch-ukrainischen Rüstungskooperationen: „Die

Ukraine war vor dem Krieg immer unter den Top 15 der Rüstungsexporteure.

Deutschland hat ebenfalls hervorragende Kapazitäten. Wir könnten diese

Synergien nutzen, um Weltspitze zu werden und modernste Waffensysteme

gemeinsam herzustellen“. Einerseits müsse, so der ehemalige Botschafter,

die Ukraine massiv aufgerüstet werden, um genug Abschreckungspotenzial

zu schaffen und somit neue Aggressionen Russlands zu verhindern.

Andererseits könnten die Ukraine und Deutschland gemeinsam die gesamte

Welt mit den besten Panzern und anderen Waffen beliefern. „Das würde

sowohl den strategischen Interessen unserer beiden Länder entsprechen

als auch der deutschen Rüstungsindustrie einen riesigen Schub geben“, so

Melnyk.


*Krieg ist Geschäft – nicht mehr, nicht weniger


*Der Militärexperte Oleksiy Melnyk sagt zudem, die Ukraine habe in der

jetzigen Lage keine andere Wahl, als eine Art Testfeld für die neueste

Militärtechnik zu sein. Der akute Soldatenmangel, der zermürbende

russische Bomben- und Drohnenterror in frontnahen Städten und

Siedlungen, die Kriegsmüdigkeit unter Ukrainern: Je stärker die Ukraine

in Rüstungsfragen mit Deutschland – aber auch mit anderen Partnern wie

den USA, der Türkei <https://www.berliner-zeitung.de/topics/tuerkei

oder Frankreich – zusammenarbeitet, desto unabhängiger fühle man sich.

Unabhängiger von Russland. Für sicherheitstheoretische und

philosophische Debatten, ob mehr Waffen auch automatisch mehr Kriege

bedeuten, habe die Ukraine laut Melnyk derzeit keine Kapazitäten.


Robert Habeck und die Grünen, eine Partei, deren Laufbahn sich

ursprünglich aus einem pazifistischen Grundkonsens definierte, sind

derweil nach mehr als 800 Tagen Krieg europaweit zu den unangefochtenen

Wortführern verstärkter Waffenlieferungen avanciert. Das Wählerklientel

unterstützt das – es sind schließlich die Grünenwähler, die in

verschiedensten Umfragen am stärksten immer mehr und immer größere

Waffen für die Ukraine befürworten.


Dabei passen die Klimaziele

<https://www.berliner-zeitung.de/topics/klimawandel> und ambitionierte

Rüstungsprojekte nur schwer zusammen. Der Kampfpanzer Leopard-2

verbraucht auf 100 km etwa 530 Liter Diesel – so viel wie 100

Kleinwagen. Raketen, Panzer und Kampfjets belasten das Klima erheblich.

Doch im Pariser Klimaabkommen tauchen die Waffen nicht auf. Zudem gibt

es für die Rüstungsindustrie keine Berichtspflicht für militärische

Treibhausgasemissionen. Es ist deshalb schwierig, die Mengen an CO2 zu

bestimmen, die die Rüstungsbranche verursacht. Konzerne und Staaten

argumentieren mit der „nationalen Sicherheit“. Wie soll Habeck, der ja

auch Klimaminister ist, diesen Spagat nur schaffen?


Es bleiben viele weitere offene Fragen. Die deutsche Rüstungsindustrie

wird neue Werke in der Ukraine aufbauen, Technologien werden übertragen,

Kooperationen entstehen: Doch was passiert mit all dem (geheimen)

Wissen, falls die Ukraine in zehn oder 15 Jahren plötzlich nicht mehr

zum westlichen Lager gehören sollte? In der Branche stellt man sich

durchaus solche Fragen. Doch diese fallen eher unter den Reiter

„Sonstiges“. Und geht es bei den Rüstungsambitionen um die Verteidigung

der Ukraine oder die Wehrtüchtigkeit Deutschlands? Ein weiterer Gedanke:

Wenn heutzutage Raketenstarts schon aus dem All detektiert werden können

und Raketen effektiv abgefangen werden – wie geschehen beim Angriff des

Iran auf Israel <https://www.berliner-zeitung.de/topics/israel> – warum

sollten dann Panzer noch eine effektive Waffe sein? Dass die ukrainische

Militärführung einen Teil ihrer amerikanischen Abrams-Panzer erst gar

nicht an die Front schickt, da russische Drohnen die Gefährte leicht

zerstören können, sollte mehr als nur eine Randnotiz sein.


Robert Habeck wird sich deshalb im kommenden Wahlkampf stärker mit der

softwarebasierten Rüstungsfrage auseinandersetzen müssen: Vielleicht

profiliert er sich damit sogar. Jedenfalls verspricht der Vizekanzler,

die Interessen der Waffenindustrie ins Zentrum der

Ukraine-Wiederaufbaukonferenz zu rücken, die im Juni in Berlin

stattfinden soll. Neben ranghohen Politikern aus Deutschland und Europa

soll auch Selenskyj in die Hauptstadt kommen. Die CEOs der großen

Waffenkonzerne werden ebenfalls nicht fehlen.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2024

Fabian Scheidler *Nahostkonflikt, Ukraine-Krieg: Militarisierung und Aufrüstung machen den Westen noch unsicherer*

übernommen aus e-mail, 26. Mai 2024, 10:28 Uhr


*  Nahostkonflikt, Ukraine-Krieg: Militarisierung und Aufrüstung machen

den Westen noch unsicherer  *


Die Kriegsrhetorik des Westens verhindert, über Visionen des Friedens zu

sprechen. Westliche Gesellschaften müssen andere Antworten auf Gewalt

und Krisen finden. Ein Gastbeitrag.


Fabian Scheidler - Berliner Zeitung 04.05.2024


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In den vergangenen 20 Jahren hat sich die westliche Welt immer weiter in

einen dauerhaften Krisen- und Ausnahmezustand hineinbewegt, der sich

inzwischen, wenn man der Rhetorik einiger Spitzenpolitiker folgt, zu

einem regelrechten Kriegszustand ausgeweitet hat.


Es begann mit dem „Krieg gegen den Terror“ nach dem 11. September 2001

und den späteren Anschlägen in Europa, es folgten die Antworten auf den

Einmarsch Russlands in die Ukraine und schließlich auf den Gazakrieg,

den Deutschland und die USA mit massiven Waffenlieferungen unterstützen.



Auch als Antwort auf die

Pandemie[https://www.berliner-zeitung.de/topics/pandemie] wurde von

vielen westlichen Staatschefs ein Kriegszustand ausgerufen, Emmanuel

Macron etwa verkündete: „Wir befinden uns im Krieg. Und das erfordert

unsere allgemeine Mobilmachung.“


Im Namen der Bekämpfung der jeweiligen Feinde wurde eine massive

Aufrüstung von Militär, Polizei und Überwachungstechniken in Gang

gesetzt, grundlegende Bürgerrechte wurden eingeschränkt. Dringende

Anliegen wie soziale Gerechtigkeit und

Klimaschutz[https://www.berliner-zeitung.de/topics/klimaschutz] wurden

und werden immer wieder mit Verweis auf den aktuellen Ausnahmezustand

und die übermächtige Bedrohung durch den jeweiligen Feind an den Rand

gedrängt. Inzwischen hören wir von deutschen Spitzenpolitikern zunehmend

militaristische Töne, die an die Spätzeit des deutschen Kaiserreichs

erinnern – Stichwort „Kriegstüchtigkeit“. In der Kriegslogik verengt

sich der Blick auf den äußeren Feind, die Gesellschaft wird

aufgefordert, zu seiner Bekämpfung zusammenzurücken. Wer widerspricht,

läuft Gefahr, zu einem Verbündeten des Feindes erklärt zu werden.



*Die Bilanz des Westens sieht unbefriedigend aus*


Es liegt auf der Hand, dass diese Entwicklungen für eine Demokratie

äußerst gefährlich sind. Auch angesichts der globalen Herausforderungen,

die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten durch geopolitische

Verschiebungen und zunehmende Umweltkrisen wahrscheinlich noch zunehmen

werden, ist es höchste Zeit zu fragen, ob die Kriegslogik tatsächlich

die richtige oder gar einzig mögliche Antwort auf diese Entwicklungen ist.


Zunächst einmal ist festzuhalten, dass vom Zweiten Weltkrieg bis heute

weder die USA noch ein Land der EU militärisch angegriffen wurden. Der

Anschlag vom 11. September 2001 war ein schweres Verbrechen, aber – wie

die Bezeichnung Terroranschlag bereits sagt – per definitionem kein

militärischer Angriff.



Andersherum sieht die Sache anders aus: Allein die USA waren seit 1950

in etwa 200 militärische Interventionen rund um den Globus involviert,

die Dutzende von Ländern in jahrzehntelanges Chaos stürzten. Hinzu kamen

mehr als 70 überwiegend verdeckte Regime-Change-Operationen – oft gegen

demokratisch gewählte Regierungen. Auch Großbritannien, Frankreich,

Deutschland und andere westliche Länder waren an zahlreichen

Militäreinsätzen im Ausland beteiligt, die der Öffentlichkeit meist als

hehre Missionen zur Verteidigung der Menschenrechte verkauft wurden.

Doch die reale Bilanz sieht anders aus.



*Wie der Krieg den Terror anheizte*


Allein der Krieg in Afghanistan, das Herzstück des „Kriegs gegen den

Terror“, hat 176.000 Menschenleben gekostet, davon 98 Prozent

Afghanen[https://watson.brown.edu/costsofwar/figures/2021/WarDeathToll].

Die Anschläge vom 11. September, auf den dieser Krieg die Antwort war,

hatten 2996 Menschenleben gefordert – ein Sechzigstel der Opfer des

folgenden Krieges. Während vor dem Krieg 80 Prozent der Afghanen in

Armut lebten, waren es nach Abzug der USA und ihrer Verbündeten 97

Prozent[https://watson.brown.edu/costsofwar/Afghanistanbeforeandafter20yearsofwar].

Der Terrorismus ist infolge dieses und anderer „Kriege gegen der Terror“

weltweit geradezu explodiert. Ob in Afghanistan, Irak oder Libyen: Wo

immer die westlichen Missionen aktiv waren, haben sie /failed states/

und eine Spur der Verwüstung hinterlassen.


Als Folge dieser Interventionen kam der Terror schließlich nach Europa.

Auf die Anschläge in Madrid, London, Paris und anderswo reagierten

westliche Gesellschaften keineswegs mit Selbstreflexion und einer

Änderung ihrer Politik gegenüber arabischen Staaten, sondern mit mehr

Militäreinsätzen nach außen sowie Massenüberwachung, Militarisierung der

Polizei und Einschränkungen von Bürgerrechten im Inneren. Und das,

obwohl selbst in den Jahren der opferreichsten Anschläge in Europa mehr

als 100-mal so viele Menschen durch multiresistente Krankenhauskeime wie

durch Terror umkamen.



*Die Entstehungsgeschichte der Gewalt*


Hier begegnen uns bereits die beiden wesentlichen Charakteristika der

Kriegslogik. Zum einen die extreme Disproportionalität zwischen Ereignis

und Reaktion. Die Bedrohung durch den Feind wird überdimensional groß

gezeichnet, die Antworten stehen in keinem Verhältnis zur ursprünglichen

Tat. Zum anderen die Unfähigkeit, den Kreislauf von Ursache und Wirkung

zu erfassen. Gewaltakte wie Terroranschläge werden als geschichtslose

Manifestationen eines Urbösen gedeutet, die Welt zerfällt in eine

manichäische Dualität von Gut und Böse, die keine Komplexität, keine

Schattierungen mehr zulässt. Eine Analyse der Ursachen und der

Vorgeschichte findet nicht statt, insbesondere nicht, wenn es um eigene

Fehler oder gar eine Mitschuld geht. Im Gegenteil: Wer die

Entstehungsgeschichte der Gewalt und die Rolle der eigenen Regierungen

dabei thematisiert, wird der Relativierung und Verharmlosung des Feindes

bezichtigt.



Nach dem blutigen Anschlag der Hamas auf Israel, dem 1140 Menschen zum

Opfer fielen, hätte man erwarten können, dass aus der verheerenden

Bilanz des Kriegs gegen den Terror gelernt worden wäre. Doch stattdessen

unterstützten westliche Regierungen die israelische Regierung dabei, die

Fehler von damals zu wiederholen. Erneut erleben wir eine geradezu

obszöne Disproportionalität der militärischen Reaktion, der mittlerweile

34.000 Menschen, davon 14.000 Kinder, zum Opfer gefallen sind. Das sind

30-mal so viele Tote wie am 7. Oktober. Die Ursachen der Gewalt werden

dabei nicht nur ausgeblendet, sondern durch permanente Traumatisierung

und Erniedrigung des Gegners sogar potenziert. Eine Analyse der Gründe

der Eskalation, die etwa Israels 16-jährige völkerrechtswidrige Blockade

des Gazastreifens mit in den Blick nimmt, wird als Relativierung der

Hamas-Verbrechen und Verrat an Israel denunziert.



*Ursachenforschung ist nicht die Legitimierung von Verbrechen*


Die Unfähigkeit, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu

verstehen, die Maßlosigkeit der Reaktionen, die pompös-narzisstische

Selbstinszenierung als Vertreter des Guten, die Denunzierung und

Unterdrückung von Kritik, das Fehlen von Empathie gegenüber den Opfern

und die Unfähigkeit, auch nur ein Minimum an Komplexität zu erfassen,

sind Zeichen einer beängstigenden geistigen Regression in den

politischen Eliten der westlichen Welt. Tatsächlich erinnert diese

Regression auf beunruhigende Weise an die „Schlafwandler“ am Vorabend

des Ersten Weltkrieges.


Und damit wären wir beim Ukrainekrieg, der ebenso wie der Gazakrieg das

Risiko einer globalen Eskalation birgt. Der Einmarsch Russlands in die

Ukraine war zweifellos ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht und

ein Verbrechen gegen das ukrainische Volk. Und doch enthebt uns dieser

Befund nicht einer Analyse der Ursachen und der Frage, ob und wie dieser

Krieg hätte vermieden werden können, welche Rolle der Westen dabei

spielte – und wie er wieder beendet werden kann. Es sollte zum

selbstverständlichen Rüstzeug politischer Analyse gehören, dass

Ursachenforschung nichts mit der Legitimierung von Verbrechen zu tun hat.



*Opferkulte sind stets Teil der Kriegslogik*


Doch selbst diese Minimalanforderungen an rationales Denken scheinen

westliche Außenpolitiker zu überfordern. Statt den Krieg in der Ukraine

als Ausdruck von geopolitischen und regionalen Interessenkonflikten zu

sehen, die eine Vorgeschichte haben und sich möglicherweise sogar

diplomatisch lösen ließen, wird er als manichäischer Kampf des stets

tugendhaften Westens gegen den teuflischen Drachen aus dem Osten

dargestellt, der getrieben ist von einer unersättlichen Gier nach Macht,

Blut und Land.


Typisches Indiz dieses Rückfalls in mythisches Denken ist die Inflation

von Hitler-Vergleichen, denen sich jüngst auch

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hingab. Das Ganze gipfelt in

der durch und durch regressiven Fantasie, dass dieses satanische Untier

uns alle – sprich: ganz Europa – verschlingen wolle. Pistorius, der

offenbar über eine Kristallkugel verfügt, orakelte bereits, dass es in

„fünf bis acht Jahren“ soweit sei. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass

die russische Führung so selbstmörderisch sein würde, ein Nato-Land

anzugreifen und sich damit selbst ins nukleare Nirvana zu befördern.


Nüchtern betrachtet verfolgt Russland mit diesem Krieg klar umrissene

und regional begrenzte Ziele. Dazu gehört insbesondere eine Neutralität

der Ukraine, die auch im Zentrum eines möglichen

Waffenstillstandsabkommens im Frühjahr 2022 stand. Doch anstatt sich an

den zahlreichen Verhandlungsinitiativen zu beteiligen, hat die westliche

Politik jede Diplomatie abgelehnt und auf einen Siegfrieden gesetzt, der

selbst nach den Einschätzungen des Pentagons und des langjährigen

Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Walerij

Saluschnyj[https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-krieg-oberbefehlshaber-walerij-saluschnyj-wir-sind-in-einem-stellungskrieg-gefangen-li.2154770],

schon lange unrealistisch ist.


So taumelt der Westen ohne politisches Ziel, dafür aber mit pompöser

Rhetorik in eine permanente Eskalation hinein, während sich in der

Ukraine ein neues Verdun abzeichnet. Auf die geopolitischen

Veränderungen, die mit dem Aufstieg Chinas und dem Abstieg der USA

verbunden sind, kennt die intellektuelle Schlichtheit unserer

politischen Führung nur eine Antwort: mehr Waffen. Dabei werden auf dem

Altar der angeblich alternativlosen Aufrüstung so gut wie alle anderen

drängenden gesellschaftlichen Aufgaben geopfert, von der Sozialpolitik

bis zu einem ernsthaften Schutz der Biosphäre. Opferkulte sind stets

Teil der Kriegslogik.



*Der Westen ist keine von Gott erwählte Macht des Guten*


Doch die Logik des Krieges ist kein Schicksal. Die Antwort auf die

Gewaltakte der jüngeren Vergangenheit liegt in unserer Hand. Weder der

russische Einmarsch in die Ukraine noch der Anschlag der Hamas zwingen

uns in eine Spirale von Militarisierung, Aufrüstung und Krieg. Im

Gegenteil: Diese Spirale macht unser Leben und das Überleben unserer

Spezies auf dem schwer geschundenen Planeten Erde nur noch unsicherer.

Sicherheit können wir nur erreichen, indem wir die Ursachen der Gewalt

angehen und eine neue Friedensordnung schaffen, die die

Sicherheitsinteressen aller Beteiligter in gleicher Weise

berücksichtigen: die von Israelis /und/ Palästinensern, von Ukrainern

/und/ Russen, von Amerikanern /und/ Chinesen.


Dafür müssen wir wieder lernen, die Welt auch durch die Augen der

anderen zu sehen. Der Westen ist keine von Gott erwählte Macht des Guten

in der Welt, er hat im Gegenteil eine 500-jährige Spur der Gewalt auf

der Erde hinterlassen. Seine Vorherrschaft geht im 21. Jahrhundert

unweigerlich zu Ende. Mögen wir die Weisheit finden, diesen Übergang zu

akzeptieren und vielleicht sogar als Chance für eine neue, friedlichere

Welt zu begreifen.


https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/nahostkonflikt-ukraine-krieg-militarisierung-und-aufruestung-machen-den-westen-noch-unsicherer-li.2211702


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2024

Namentliche Abstimmung 
Ablehnung eines Antrags gegen den WHO-Pandemievertrag

bundestag.de, vom 16. Mai 2024

Ablehnung eines Antrags gegen den WHO-Pandemievertrag


Deutscher Bundestag Drucksache 20/11196
20. Wahlperiode 25.04.2024
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)


a) zu dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU – Drucksache 20/9737 – Für transparente Verhandlungen über das WHO-Pandemieabkommen – Gegen Fehlinformationen und Verschwörungstheorien


b) zu dem Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Jörg Schneider, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 20/10391 –
Ablehnung des WHO-Pandemievertrags sowie der überarbeiteten Internationalen Gesundheitsvorschriften


A. Problem


Zu Buchstabe a
Nach Ansicht der Antragsteller trat die Notwendigkeit für ein WHO-Pandemie-
abkommen während der COVID-19-Pandemie deutlich zutage. Auf den Aus-
bruch der Pandemie war die internationale Gemeinschaft demnach nicht gut vor-
bereitet. Früh sei ersichtlich geworden, dass die vorhandenen Internationalen Ge-
sundheitsvorschriften (IGV) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unzu-
reichend gewesen seien, um wirksames und abgestimmtes Handeln gegen die
Pandemie sicherzustellen.


Zu Buchstabe b
Die Antragsteller sind der Auffassung, dass der Entwurfstext zum Pandemiever-
trag und die Änderungsvorschläge zu den IGV gefährliche Demokratieverluste
durch die Machtkonzentration bei geographisch immer größer werdenden Rege-
lungsentitäten und privaten Einrichtungen oder durch Informationskontrolle zur
Einhegung der öffentlichen Meinung erkennen lassen. Ein Demokratiedefizit
Drucksache 20/11196 – 2 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
entstehe auch dadurch, dass die gesamte WHO-Dokumentation über Vertragsent-
würfe und Verhandlungsverlauf, soweit sie überhaupt veröffentlicht werde, nicht
in deutscher Sprache vorliege.


B. Lösung


Zu Buchstabe a


Die Antragsteller fordern die Bundesregierung auf, sich bei den Verhandlungen
zum WHO-Pandemieabkommen konsequent für den Präventionsansatz und die
umfassende Vorbeugung von Pandemien einzusetzen und auf eine ausgewogene
Berücksichtigung des PPR-Zyklus (Pandemic Prevention, Preparedness and
Response) in der abschließenden Fassung sowie auf eine enge Abstimmung zwi-
schen dem Globalen Pandemieabkommen und den IGV zu drängen, um somit die
Einbeziehung von Gesundheitsfragen in allen betroffenen Politikbereichen zu för-
dern.
Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 mit den Stimmen der Frak-
tionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD gegen die Stimmen
der Fraktion der CDU/CSU bei Stimmenthaltung der Gruppe Die Linke und
bei Abwesenheit der Gruppe BSW.


Zu Buchstabe b
Die Antragsteller fordern die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit inter-
nationalen Partnern einen Untersuchungsbericht zur Rolle der WHO während der
Corona-Krise vorzulegen und sich bei der Weltgesundheitsversammlung (WHA)
für die Entwicklung und Umsetzung eines Finanzierungsmodells für die WHO
einzusetzen, welches die Unabhängigkeit und Neutralität der WHO wiederher-
stellt und die Durchsetzung von Partikularinteressen sowie eine ausschließlich in-
dustrie-, staaten- oder stiftungszentrierte Politik unterbindet.


Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/10391 mit den Stimmen der Frak-
tionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sowie der
Gruppe Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD
und bei Abwe-
senheit der Gruppe BSW.


C. Alternativen


Annahme der Anträge.


D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 3 – Drucksache 20/11196
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
a) den Antrag auf Drucksache 20/9737 abzulehnen;
b) den Antrag auf Drucksache 20/10391 abzulehnen.
Berlin, den 24. April 2024
Der Ausschuss für Gesundheit
Dr. Kirsten Kappert-Gonther
Amtierende Vorsitzende
Johannes Wagner
Berichterstatter
Drucksache 20/11196 – 4 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
Bericht des Abgeordneten Johannes Wagner


I. Überweisung


Zu Buchstabe a
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 154. Sitzung am 22. Februar 2024 den Antrag auf Drucksache 20/9737 in erster Lesung beraten und zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Gesundheit überwiesen. Außerdem hat er die Vorlage zur Mitberatung an den Auswärtigen Ausschuss, den Rechtsausschuss, den Haushaltsausschuss, den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, den Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union überwiesen.


Zu Buchstabe b
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 154. Sitzung am 22. Februar 2024 den Antrag auf Drucksache 20/10391 in erster Lesung beraten und zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Gesundheit überwiesen. Außerdem hat er die Vorlage zur Mitberatung an den Auswärtigen Ausschuss und den Haushaltsausschuss überwiesen.


II. Wesentlicher Inhalt der Vorlagen


Zu Buchstabe a
Während der COVID-19-Pandemie gab es den Antragstellern zufolge große Lücken und schwerwiegende Schwachstellen in der Pandemiebewältigung, beginnend bei dem fehlenden Zugang zu Ausbruchsgebieten und unklaren Kriterien für das Ausrufen einer Pandemie über unzureichende Krisenantworten und sich teilweise widersprechende Eindämmungsmaßnahmen bis hin zur ungleichen Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen.


Die internationale Gemeinschaft und die WHO seien nicht genügend vorbereitet gewesen. In pandemiebezogenen Feldern sehen die Antragsteller daher die Erforderlichkeit und Gebotenheit der finanziellen und strukturellen Stärkung der Handlungsfähigkeit der WHO durch die Einführung eines Pandemieabkommens. Im Rahmen dessen soll die Bundesregierung konsequent für den Präventionsansatz der umfassenden Vorbeugung von Pandemien eintreten. Befugnisse müssten indes klar abgegrenzt und die zentrale Rolle der Mitgliedstaaten und die Rechte der
Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden. Die Umsetzung des Abkommens soll in Übereinstimmung mit den nationalen Gesundheitspolitiken der Mitgliedstaaten der WHO erfolgen und einzelstaatliche Souveränitätsrechte vollumfänglich bestehen bleiben. Zudem soll auf eine enge Abstimmung zwischen dem globalen Pandemieabkommen und den IGV gedrängt werden, wobei der One-Health-Ansatz verankert werden soll, da nur die zusammenhängende Betrachtung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt einen nachhaltigen und ganzheitlichen Gesundheitsbegriff darstellt. Außerdem soll aktiv gegen die negativen Auswirkungen von gesundheitsbezogenen Fehlinformationen und Hassreden besonders in sozialen Medien vorgegangen und das Vertrauen in die öffentlichen Gesundheitssysteme und -behörden gefördert werden. Die Vorbeugung und Vermeidung des Entstehens von Fehlinformationen und Verschwörungstheorien zu den Verhandlungen erfordere zudem eine breit angelegte öffentliche Debatte über die Ziele und Inhalte des Pandemieabkommens unter Einbeziehung von Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Parlamenten.


Zu Buchstabe b
Der erklärte Zweck des Pandemievertrages besteht den Antragstellern zufolge darin, Pandemien zu verhindern, sich auf sie vorzubereiten, ihre Bekämpfung zu unterstützen und Gesundheitssysteme nach Pandemien wiederherzustellen. Die IGV der WHO hingegen stellen das Regelwerk für die Bewältigung grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren dar und beziehen sich dabei auf Infektionskrankheiten sowie auf biologische, chemische und radionukleare Ereignisse. Das geplante Pandemieabkommen sowie die Reform der IGV seien abzulehnen, da beide Initiativen auf eine erhebliche Erweiterung des Einflusses der WHO durch Kompetenz- und Mittelstärkung
abzielten. Zudem fordern die Antragsteller, dass dem Bundestag bis zum 1. Juni 2025 in Zusammenarbeit mit Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 5 – Drucksache 20/11196 internationalen Partnerinnen und Partnern ein Untersuchungsbericht zur Rolle der WHO während der Corona-Krise vorgelegt wird. Auf der 77. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2024 soll sich die Bundesregierung überdies für die Entwicklung und Umsetzung eines Finanzierungsmodells für die WHO einsetzen, das die Unabhängigkeit und Neutralität der WHO wiederherstellen und die Durchsetzung von Partikularinteressen sowie eine ausschließlich industrie-, staaten- oder stiftungszentrierte Politik unterbinden soll.


III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse


Zu Buchstabe a
Der Auswärtige Ausschuss hat in seiner 64. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD sowie der Gruppe BSW gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU und bei Abwesenheit der Gruppe Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Rechtsausschuss hat in seiner 100. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU bei Stimmenthaltung der Gruppe Die Linke und bei Abwesenheit der Gruppe BSW beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Haushaltsausschuss hat in seiner 79. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD sowie der Gruppen Die Linke und BSW gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hat in seiner 70. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU bei Stimmenthaltung der Gruppe Die Linke und bei Abwesenheit der Gruppe BSW beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe hat in seiner 60. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU (?) und bei Abwesenheit der Gruppe Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat in seiner 56. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD  (???) gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU (?) und bei Abwesenheit der Gruppe Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat in seiner 65. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD (?) sowie der Gruppe BSW gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU (?) bei Stimmenthaltung der Gruppe Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/9737 zu empfehlen.


Zu Buchstabe b
Der Auswärtige Ausschuss hat in seiner 64. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sowie der Gruppe BSW gegen die Stimmen der Fraktion der AfD und bei Abwesenheit der Gruppe Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/10391 zu empfehlen.


Der Haushaltsausschuss hat in seiner 79. Sitzung am 24. April 2024 mit den Stimmen der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sowie der Gruppen Die Linke und BSW gegen die Stimmen der Fraktion der AfD beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 20/10391 zu empfehlen.


Drucksache 20/11196 – 6 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Gesundheit hat in seiner 100. Sitzung am 13. März 2024 die Beratungen zu dem Antrag auf Drucksache 20/9737 (Buchstabe a) und Drucksache 20/10391 (Buchstabe b) aufgenommen und beschlossen, eine Anhörung im Unterausschuss Globale Gesundheit durchzuführen.


Die öffentliche Anhörung zu beiden Vorlagen fand in der 23. Sitzung des Unterausschusses Globale Gesundheit am 22. April 2024 statt. Als Sachverständige waren eingeladen: Roland Göhde (German Health Alliance), Philipp Kruse (Rechtsanwalt, Schweiz), Dr. Anja Maria Rittner (Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.), Melissa Scharwey (Ärzte ohne Grenzen) und Dr. Pedro Villarreal (Stiftung Wissenschaft und Politik). Auf das Protokoll der Anhörung und die als Ausschussdrucksachen verteilten Stellungnahmen wird verwiesen (Ausschussdrucksachen 20(14-1)78-79).
Der Ausschuss für Gesundheit hat in seiner 104. Sitzung am 24. April 2024 seine Beratungen zu beiden Vorlagen fortgesetzt und abgeschlossen.


Zu Buchstabe a
Als Ergebnis empfiehlt der Ausschuss für Gesundheit mit den Stimmen der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und AfD gegen die Stimmen der Fraktion der CDU/CSU bei Stimmenthaltung der Gruppe Die Linke und bei Abwesenheit der Gruppe BSW, den Antrag auf Drucksache 20/9737 abzulehnen.


Zu Buchstabe b
Als Ergebnis empfiehlt der Ausschuss für Gesundheit mit den Stimmen der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sowie der Gruppe Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD und bei Abwesenheit der Gruppe BSW, den Antrag auf Drucksache 20/10391 abzulehnen.



Die Fraktion der SPD begrüßte ausdrücklich die öffentliche Debatte über den Abschluss eines Pandemieabkommens und die Reform der Internationalen Gesundheitsvorschriften. Die Anhörung habe sowohl die Transparenz der Verhandlungen offengelegt sowie die Bedeutung der Ratifizierung der Vorhaben in den Vordergrund gerückt.


Maßnahmen wie der Austausch über die Struktur von möglichen Erregern (Patogen Access Benefit Sharing) seien für zukünftige Pandemien essenziell, um Gegenmittel oder Impfungen zu entwickeln und somit Menschenleben zu retten. Harte nationale Maßnahmen hingehen, wie beispielsweise Schulschließungen oder Ausgangssperren, seien nie Gegenstand der Verhandlungen gewesen. Viele der in dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU (?) aufgeführten Aspekte, wie die Stärkung der internationalen gemeinschaftlichen Finanzierung und der Unabhängigkeit der WHO durch einen höheren Anteil staatlicher Finanzierung, seien bereits in vergangenen Anträgen gefasst worden und dem Deutschen Bundestag längst zugegangen. Der Titel des Antrages der Fraktion der CDU/CSU (?) sei zudem irreführend, da er suggeriere, dass die Verhandlungen zu den Vorhaben nicht transparent seien, was nicht stimme. Die Fraktion der SPD lehne daher beide Anträge ab.



Die Fraktion der CDU/CSU erklärte, es gelte aus den Erfahrungen der Vergangenheit die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen und das möglichst strukturiert. Anliegen des Antrags sei es daher zu verdeutlichen, dass Deutschland sehr wohl die Auffassung habe, dass die WHO legitimiert sei, solche Überlegungen vorzunehmen, den Beratungsverlauf zu koordinieren und im Idealfall zu einer Vereinbarung zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden zu gelangen, um bei zukünftigen weltweiten Herausforderungen in der Lage zu sein, koordiniert Wissenstransfer und Auswertungen vorzunehmen, Empfehlungen nicht bindender Art abzugeben und auf diese Art und Weise den gesundheitlichen Schaden für die Weltbevölkerung zu minimieren. Die Anhörung im Unterausschuss Globale Gesundheit habe dieses Ansinnen bestätigt. Die Fraktion der CDU/CSU werbe bei den übrigen demokratischen Parteien, sich diesem Bekenntnis zur WHO, dem Prozess an sich und den bisher getätigten Schritten anzuschließen. Im Gegenzug dazu seien die Versuche der Fraktion der AfD, sich auf Formalismen zurückzuziehen und die Legitimation der WHO zu untergraben, gescheitert, weshalb dieser Antrag abzulehnen sei.



Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bekräftigte, dass Pandemien nur durch internationale Zusammenarbeit bekämpfbar seien. Deswegen müsse die Finanzierung der WHO nachhaltig gesichert werden. Daher unterstütze man ausdrücklich den Abschluss eines Pandemieabkommens und die Reform der Internationalen Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 7 – Drucksache 20/11196 Gesundheitsvorschriften. Einige im Antrag der Fraktion der CDU/CSU enthaltenen Forderungen, wie den One-Health-Ansatz, die nachhaltige Sicherung der Finanzierung der WHO oder die Vorbeugung und Bekämpfung von Fehlinformationen unterstütze man, wichtige Punkte wie Transparenzbestimmungen oder die Bestimmung der Technologie und des Wissenstransfers seien jedoch nicht ausreichend adressiert. Die Verhandlungen zum Pandemie-Vertrag seien, wie auch die Fraktion der CDU/CSU in ihrem Antrag richtigerweise feststelle, bisher von Fehlinformationskampagnen begleitet. Das zeige der vorliegende Antrag der Fraktion der AfD. Die in der Anhörung im Unterausschuss Globale Gesundheit geäußerten Lügen und unwahren Behauptungen seien sehr deutlich widerlegt worden. Internationale Organisationen wie die WHO und der weltweite Schutz der Bevölkerung, insbesondere dort wo Gesundheitssysteme nicht vorbereitet seien, seien essenziell. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehne daher beide Anträge ab.



Die Fraktion der FDP erklärte, der Antrag der Fraktion der AfD, sei falsch, da dieser den Pandemievertrag pauschal ablehne, obwohl ein endgültiger Entwurf noch nicht einmal vorliege. Dies sei kurzsichtig und verkenne die Notwendigkeit einer koordinierten internationalen Antwort auf Gesundheitskrisen. Der abzulehnende Antrag der Fraktion der AfD schüre zudem unberechtigte Ängste und verbreite Falschmeldungen, anstatt konstruktive Lösungen zur Stärkung der globalen Gesundheitssicherheit zu fördern. Der Antrag der Fraktion der CDU/CSU beziehe sich zwar auf wichtige Punkte des WHO-Pandemieabkommens. Dazu gehörten vor allem der Schutz geistiger Eigentumsrechte, die Stärkung des One-Health-Ansatzes, die Aufwertung der Rolle der WHO, die Harmonisierung von Regulierungsvorschriften sowie die Festlegung von Mindeststandards für die Datensammlung und deren Auswertung und Aufbereitung. Gleichwohl fehlten in dem Antrag einige wesentliche Punkte, die für ein umfassendes und wirkungsvolles Pandemieabkommen von großer Bedeutung seien, insbesondere die Frage der Finanzierung der Ziele des Abkommens und der Schaffung wirkungsvoller Mechanismen zur Einrichtung eines unabhängigen, regelmäßigen Monitoringmechanismus, der die Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele
überwache und deren Einhaltung sicherstelle.



Die Fraktion der AfD führte aus, dass man sich als Fraktion als die Stimme derjenigen Menschen sehe, die dem Pandemieabkommen kritisch gegenüberstünden. Grundlage dessen sei, dass eine Analyse der Pandemie tatsächlich nie stattgefunden habe. Ein umfassendes neues Regelwerk sei ohne eine solche Aufarbeitung indes kaum ermittelbar. Vielmehr entstehe der Eindruck, dass vorangehendes Handeln so gerechtfertigt werden solle. In der Anhörung habe sich offenbart, dass vieles noch völlig unklar sei, etwa ob bestimmte rote Linien tatsächlich nicht überschritten würden. Dazu gehörten etwa zentrale Fragen des Daten- und auch des Patentschutzes. Auch seien die Formalien der internationalen Gesundheitsvorschriften nicht eingehalten worden, wonach derartige Dokumente vier Monate vor der Abstimmung diskussionsfähig vorliegen müssten. Insgesamt werbe man daher dafür, den Pandemievertrag in seiner jetzigen Form abzulehnen.



Die Gruppe Die Linke führte aus, dass man sich dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU nur enthalten könne. Zwar enthalte der Antrag wichtige Punkte, wie zum Beispiel den One-Health-Ansatz oder die Verbesserung der finanziellen Situation der Weltgesundheitsorganisation, allerdings keine zur Freigabe von Patenten, einem für die Gruppe Die Linke zentralen Anliegen. Ohne die Freigabe von Patenten habe der globale Süden keine Chance darauf, ausreichend Impfstoffe und andere wichtige Medikamente zu erhalten, die für eine erfolgreiche Pandemiebewältigung nötig seien. Im Gegensatz zum seriösen Antrag der demokratischen Opposition enthalte der An-
trag der Fraktion der AfD demgegenüber Verschwörungstheorien und Unwahrheiten. Der abzulehnende Antrag zudem enthalte keinen einzigen Vorschlag, wie man im Pandemiefall künftig eine bessere internationale Koordination gewährleisten könne.
Überdies enthalte der Antrag zahlreiche Widersprüche, etwa in Bezug auf die Finanzierung der WHO, um deren Unabhängigkeit sicherzustellen. Angesichts der sonst erhobenen Forderung, aus der WHO auszutreten oder Mittelzusagen extrem zu reduzieren, sei dies absurd.


Berlin, den 24. April 2024
Johannes Wagner
Berichterstatter
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333


Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss) zum Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Jörg Schneider, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Ablehnung des WHO-Pandemievertrags sowie der überarbeiteten Internationalen Gesundheitsvorschriften (Drucksachen 20/10391 und 20/11196 b)


Screenshot_2024_05_26_at_09_44_50_Deutscher_Bundestag_Namentliche_Abstimmungen


Info: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=915


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2024

Lebenshaus-Newsletter vom 26.05.2024

aus e-mail von  Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., 26. Mai 2024, 8:00 Uhr


im Browser anzeigen (https://mailchi.mp/1e0162003f34/lebenshaus-newsletter-vom-26052024?e=51d2a34ef5)


26. Mai 2024

Liebe Freundinnen und Freunde,


heute zu Beginn des Newsletters ein kleiner Anstoß aus einer Zeit heftigen Protests und vielgestaltiger Aufbrüche. Aus dem Jahr 1968.

Rudi Dutschke, Jesus von Nazareth

und die Befreiung im Diesseits


Christen und Touristen! Unser Freund

Rudi Dutschke sollte ermordet werden,

weil er gegen den amerikanischen Imperialismus

und gegen die politische und kulturelle Reaktion kämpfte.

Jesus von Nazareth wurde ermordet,

weil er gegen den römischen Imperialismus

und gegen die politische und theologische Reaktion kämpfte.

Er stürmte den Tempel von Jerusalem,

weil dieser Tempel Symbol und Zentrum

der religiösen und gesellschaftlichen Unterdrückung war...


Kündigt endlich den Vertrag mit jenen Mächten,

gegen die Jesus revoltierte, hört endlich auf,

denen zu folgen, die auch unter dem Vorwand

der Erlösung im Jenseits die Befreiung im Diesseits verweigern.

Kommt mit auf die Straßen, diskutiert und schimpft mit uns!


Flugblatt der West-Berliner "Aktion Kulturrevolution", 1968,

zit. nach: "Unter dem Pflaster liegt der Strand". Kleine theologische

Anstöße: Kirche 1968. Hrsg. von: Institut für Theologie und Politik (ITP),

Münster 2018.


Herzliche Grüße

Ihr / Euer

Michael Schmid


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** Artikel

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** IPPNW fordert Rückbesinnung auf Friedensgebot im Grundgesetz

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Die IPPNW fordert anlässlich des 75. Jahrestags des Grundgesetzes eine Rückbesinnung auf das Friedensgebot des deutschen Grundgesetzes, das mit der Präambel und dem Artikel 1, Abs. 2 und weiteren Regelungen fest verankert ist. Die Politik der "Zeitenwende" und der Ruf nach "Kriegstüchtigkeit" stehen dazu im eklatanten Widerspruch. Kriege werden als Mittel der Politik wieder salonfähig oder gar als alternativlos dargestellt während heroische Tugenden und mit ihnen problematische Männlichkeitskonstruktionen neu aufgelegt werden. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=d354dc1aed&e=51d2a34ef5



** Das Friedensgebot des Grundgesetzes entfalten

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Anlässlich des 75. Jahrestages der Proklamation des Grundgesetzes erklärt pax christi Rottenburg-Stuttgart: Der 75. Jahrestag der Proklamation des Grundgesetzes ist für pax christi Anlass zur dankbaren Erinnerung und mahnenden Verpflichtung. Auf den Trümmern, die der 2. Weltkrieg und das nationalsozialistische Terrorregime hinterlassen hatten, ging es darum, eine demokratische Gesellschaft aufzubauen, die für alle Zukunft Totalitarismus, Rassismus und Kriegstreiberei aus ihrer Mitte verbannen sollte. Das Grundgesetz ist ein Versprechen des Staates gegen alle totalitären Versuchungen und für den Vorrang der Freiheit der Bürger:innen gegenüber dem Staat. "Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen" - so fasst die Präambel das Friedensgebot des Grundgesetzes zusammen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=31b083575b&e=51d2a34ef5



** Die Vernichtung Gazas darf in Europa nicht zum akzeptierten Alltag werden!

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So fürchterlich es klingt: Berichte wie die folgende Schilderung der Journalistin Amira Hass kann man auf der englischen Ausgabe der israelischen Zeitung Haaretz jeden Tag lesen. Und in Europa? Hier streiten sich die Direktionen der Universitäten mit ihren demonstrierenden Studenten, was an Protest erlaubt und was nicht erlaubt ist. Die Realität der Vernichtung der Städte in Gaza, die Vertreibung der Einwohner aus ihren vermeintlich sicheren Fluchtstätten, der Mangel an Nahrungsmitteln und sogar an Wasser, all diese Gräueltaten der israelischen Armee sind kaum mehr ein Thema. Das aber darf nicht sein! Was sich in Gaza abspielt, ist absoluter Wahnsinn! Deshalb hier ein Bericht über den "Alltag" in Gaza – der von allen, auch von Deutschland und den USA, durch politischen und wirtschaftlichen Druck auf Israel gestoppt werden muss. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e20bc99ed0&e=51d2a34ef5



** Kein Waffenstillstand und keine Freilassung von Geiseln

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Die Hamas akzeptierte die von den USA angebotenen Bedingungen für einen Waffenstillstand, Israel jedoch nicht. Trotz des internationalen Drucks, der darin gipfelte, dass die USA einen Teil ihrer Waffenlieferungen an Israel einstellten, ist die israelische Regierung entschlossen, den Kampf gegen den Gazastreifen fortzusetzen, selbst um den Preis, dass die von der Hamas festgehaltenen israelischen Geiseln getötet werden. Die USA haben ihre Position geändert und rufen nun vergeblich zu einem Waffenstillstand auf, denn sie haben ihren Einfluss auf die israelische Regierung verloren. Netanjahu widersetzt sich offen der US-Regierung und sabotiert die Gespräche. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=cdf91272b2&e=51d2a34ef5



** Gaza-Krieg: Keine Zuflucht, nirgends

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Die Offensive auf Rafah beginnt, eine Million Menschen sind bedroht. Wer kann das Töten noch aufhalten? Von Riad Othman. >>  https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=de23857e38&e=51d2a34ef5



** Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai

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Seit 1982 wird der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai jedes Jahres begangen. Einer der Schwerpunkte dieses Jahr ist erneut der Krieg in der Ukraine: 35 Organisationen haben dieses Jahr dazu aufgerufen, Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine zu schützen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=5ee733b999&e=51d2a34ef5



** #RefuseWar: Internationale Aktion gegen Militarismus, Kriegsdienst und Kriegsvorbereitung

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Anlässlich des Internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai 2024 starten Connection e.V., War Resisters' International und das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung die internationale Öffentlichkeitskampagne #RefuseWar, um das Recht auf Kriegsdienstverweigerung weltweit zu stärken. Machen Sie mit - Ihre Erklärung auf einer interaktiven Karte. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9861dacc9f&e=51d2a34ef5



** Connection e.V., DFG-VK, BSV und EAK fordern die Innenminister*innen auf: Kriegsdienstverweigerer*innen aus der Ukraine brauchen Schutz

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Connection e.V., die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und die Evangelische Arbeitsstelle für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) wenden sich entschieden gegen eine drohende Ausweisung ukrainischer Männer, die keinen gültigen Pass mehr haben. "Die Ukraine erkennt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an", so heute Rudi Friedrich von Connection e.V. "Am 2. Mai erst hatte der Oberste Gerichtshof der Ukraine das Urteil gegen den Kriegsdienstverweigerer Mykhailo Yavorsky bestätigt. Damit verstößt die Ukraine gegen die Menschenrechte. Es sind bereits mehrere Urteile zu mehrjährigen Haftstrafen gegen Kriegsdienstverweigerer bekannt geworden." >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=eb49863d40&e=51d2a34ef5



** Russland – und wie weiter? Unbedingt anhören!

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Die Journalistin und Publizistin Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, eine intensive Beobachterin und Kennerin Russlands, erklärt in einem Referat, wie die (meisten) großen deutschsprachigen Medien die Vorgeschichte und den bisherigen Verlauf des Ukraine-Krieges – manchmal vielleicht fahrlässig, oft aber bewusst – unvollkommen und falsch darstellen. Und sie erklärt, warum Deutschland mittlerweile ein kriegsbeteiligter Staat ist. – Das Referat dauert lediglich 48 Minuten und ist sehr hörenswert! (Christian Müller, Redaktion Globalbridge). >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=c11ed7e18f&e=51d2a34ef5



** Glückssüchtig: "Ich werde kein Soldat!"

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Leo Tolstois Weg als Propagandist der Kriegsdienstverweigerung - die Anfänge während der eigenen Militärzeit des russischen Dichters. Von Peter Bürger. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=29a85630f6&e=51d2a34ef5



** Die Rückkehr zum menschlichen Maß

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Bruno Kern macht in seinem neuen Buch mit dem Titel "Industrielle Abrüstung jetzt! Abschied von der Technik-Illusion" deutlich, warum es dringend einen "system change" geben und worin dieser bestehen muss. Wenn unsere Spezies auf diesem Planeten weiter gedeihen will, dann gilt es, jetzt angesichts des Überschreitens des 1,5-Grad-Zieles das Feuer unter Kontrolle zu bringen und möglichst einzuhegen, zumindest bestimmte Kipppunkte noch zu vermeiden und Katastrophen in Grenzen zu halten. Und je konsequenter wir handeln, umso mehr erhöhen sich die Chancen, dass unser Planet am Ende des Jahrhunderts wieder auf einen Pfad Richtung Gleichgewicht kommt. Eine Chance darauf besteht aber nur, wenn Klimapolitik nicht nur auf ein technisches Problem reduziert wird. Es gilt, sowohl die wachstumsgetriebene kapitalistische Ökonomie zu überwinden, aber darüber hinaus auch die uns bekannte Industriegesellschaft, welche die aktuelle Situation heraufbeschworen hat. Diese muss zurückgebaut werden, eine Rückkehr

zum menschlichen Maß ist unbedingt notwendig. Von Michael Schmid. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=7919d07ac6&e=51d2a34ef5



** Die Rechnung ist da: die Klimatragödie in Rio Grande do Sul

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Aufgrund der Umwelttragödie in Rio Grande do Sul unterbreche ich meine Überlegungen zu den Vektoren der aktuellen Systemkrise und möglichen Auswegen aus der Krise. Die heftigen Regenfälle und die katastrophalen Überschwemmungen, bei denen das Wasser in ganze Städte eindrang, sie teilweise zerstörte, Hunderte von Familien vertrieb und Tausende von Flüchtlingen, Vermissten und Toten zur Folge hatte, geben uns zu denken. Von Leonardo Boff. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=6225436b01&e=51d2a34ef5



** Warum ist gesellschaftspolitisches Engagement heute so schwierig?

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Wir erleben derzeit einen besorgniserregenden Rückzug der Basis und verschiedener sozialer Bewegungen, vor allem der politischen, aus dem Engagement für die Umgestaltung der Gesellschaft, sei es auf nationaler oder globaler Ebene. Es ist wichtig zu erkennen, dass es ein starkes Gefühl der Ohnmacht und auch der Melancholie gibt. Abgesehen davon erleben wir auch, dass die Universitätsjugend in den zentralen Ländern (USA und Europa) gegen die unverhältnismäßige, wahllose und volksmörderische Reaktion des Staates Israel gegen die Bevölkerung des Gazastreifens als Reaktion auf den Terrorakt der Hamas am 7. Oktober letzten Jahres rebelliert. Das politische Establishment, das die Welt vom globalen Norden aus dominiert, reagiert mit ungewöhnlicher Gewalt gegen die Demonstranten. Von Leonardo Boff. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ca1b2dd3c4&e=51d2a34ef5



** Stanislaw Petrow in Oberhausen - Ausgerechnet im Ruhrpott steht das weltweit erste Denkmal für den "Man who saved the world"

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Heute vor fünf Jahren, am 19. Mai 2019, dem zweiten Todestag des Mannes, der im Herbst 1983 durch besonnenes Handeln vermutlich einen Atomkrieg verhindert hatte, wurde zu dessen Ehren in Oberhausen das weltweit erste (und bislang einzige) Denkmal enthüllt. Warum gerade dort? Dahinter verbirgt sich eine herzzerreißende deutsch-russische Geschichte. Von Leo Ensel. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=28a7b54251&e=51d2a34ef5



** "Nicht aufgeben im Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt"

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Nicht aufgeben im Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt und weitere Schritte für eine nukleare Abrüstung gehen, dazu hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, beim 7. Kirchlichen Aktionstag gegen Atomwaffen in Büchel aufgerufen. Und auch die Politik müsste alles unternehmen, um eine Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen zu erreichen. "Wir sind hier, weil wir sagen: Atomwaffen dürfen keinen Platz mehr in der Welt haben, sie dürfen kein Mittel der militärischen Auseinandersetzung mehr sein und man darf auch nicht mit ihnen drohen", unterstrich der EKD-Friedensbeauftragte in seiner Predigt in Büchel vor rund 120 Menschen. >>  https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=95291fdd9e&e=51d2a34ef5



** Für ein Europa der nuklearen Abrüstung - Offene Briefe gegen die Eurobombe!

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Mit Offenen Briefen wenden sich verschiedene deutsche ICAN-Partnerorganisationen an die Politik. Sie fordern unter anderem von den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten für die Europawahl 2024 ein klares Bekenntnis zum Ziel einer atomwaffenfreien Welt. >>  https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=7d68c35591&e=51d2a34ef5



** Hinweise

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** Kollektive Verweigerungserklärung 2024: Für Gewaltverzicht, einseitige Abrüstung und Entmilitarisierung

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Die Initiative "Frieden Jetzt" ist zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai mit einer einer kollektiven Verweigerungserklärung an die Öffentlichkeit gegangen, die sich an Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Robert Habeck und Boris Pistorius richtet. Diese Erklärung beginnt wie folgt: "Rechnet nicht mit uns. Wir werden nicht für eure Kriege herhalten. Wir, Menschen im Alter zwischen 16 und 86 Jahren, erklären heute gemeinsam laut und klar, dass wir uns an keiner Kriegsvorbereitung beteiligen werden. Wir verweigern die Pflicht zum Töten. Wir verweigern mögliche Wehrpflicht und andere Dienstpflichten. Wir werden keinem allgemeinen Pflichtjahr Folge leisten. Wir sind unserem Gewissen verpflichtet, unserem gesunden Menschenverstand und der eigenen Intuition. Wir werden keinen Befehlen gehorchen. Wir verweigern jegliche Kriegsdienste und widersetzen uns einer Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wir erklären heute öffentlich, dass wir für eure Kriegsplanungen nicht zur Verfügung

stehen. Ihr plant ohne uns. Über alle Ländergrenzen hinweg solidarisieren wir uns mit den Menschen, die weltweit jegliche Kriegsdienste verweigern."

Diese Verweigerungserklärung kann unterstützt und unterzeichnet werden. Mehr unter >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=2fc7e28a31&e=51d2a34ef5



** Wahlprüfsteine: Für ein friedensfähiges und solidarisches Europa

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Mehrere Friedensverbände und Organisationen rufen im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament am 9. Juni dazu auf, Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, die sich für ein friedensfähiges und solidarisches Europa einsetzen. Dazu haben sie Wahlprüfsteine veröffentlicht.

Wahlprüfsteine für die Europawahl 2024 >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=8461eda838&e=51d2a34ef5

Antworten der Parteien auf schriftliche Anfragen zu den Themen der Wahlprüfsteine finden Sie auf der Internetseite von "Ohne Rüstung leben". >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=dd5bb42895&e=51d2a34ef5



** "Wehrpflicht schwächt Bundeswehr ernsthaft" – Punkt.PRERADOVIC mit Jürgen Rose

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Eine erstaunliche Kriegslust macht sich in Deutschland breit. Verteidigungsminister Pistorius verlangt zig Milliarden für die Ukraine und will die Deutschen kriegstauglich machen. Sogar Kinder sollen in der Schule auf Krieg vorbereitet werden. Und die Wehrpflicht soll wieder kommen. "Eine neue Wehrpflicht würde die Bundeswehr auf mindestens 10 Jahre enorm schwächen", sagt Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr Jürgen Rose. Ein Gespräch über verbale Aufrüstung, schlechten Aussichten für die Ukraine und einer problematischen Aufrüstung mit Hyperschallwaffen, die auch in Deutschland stationiert werden sollen. „Diese Waffen sind so schnell, es gäbe praktisch keine Reaktionszeit mehr. Und das vergrößert die Gefahr von Präventivschlägen. Schlecht vor allem für Deutschland“, so Rose. Zum Video >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=a77a61ab34&e=51d2a34ef5



** Zivilgesellschaftliche Handlungsräume in Deutschland im Wandel?

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Der zivilgesellschaftliche Handlungsraum in Deutschland wurde im CIVICUS-Ranking erstmals auf "beeinträchtigt" herabgestuft. „Diese Veränderung ist ein deutlicher Weckruf, der auch international Beachtung findet", heißt es in dem Online Artikel, erschienen im VENRO Blog. Obwohl Deutschland im globalen Vergleich noch immer eine privilegierte Position einnimmt, dürfen die bestehenden Einschränkungen nicht übersehen werden. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=7ef168a417&e=51d2a34ef5



** Termine

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** :: 30.05.-01.06.2024 - Marktstraße 6 in Erfurt: Friedenszentrum anlässlich des Katholikentags

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Wie schon bei anderen Katholikentagen und evangelischen Kirchentagen wird es auch diesmal beim Katholikentag zu Erfurt vom 29. Mai bis 2. Juni 2024 (Motto: "Zukunft hat der Mensch des Friedens" Psalm 37,37b) ein unabhängiges kleines "Friedenszentrum" geben. Das Zentrum soll durch verschiedene Veranstaltungen der pazifistisch gewaltfreien Stimme auf dem Katholikentag etwas mehr Gehör verschaffen. Weitere Infos und das Programm finden sich hier >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=a2c8ba66ac&e=51d2a34ef5



** :: 19.10.2024 - 10:00 bis 18:45 Uhr in Gammertingen: 12. Tagung 2024: "We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht. Biografische Zugänge"

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Bei der 12. Tagung "We shall overcome!" von Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie am 19. Oktober 2024 in Gammertingen werden u.a. Jürgen Grässlin und Leo Ensel über ihr langjähriges Engagement berichten. Gabriele Lang und Bernd Geisler werden wieder das Tagungsprogramm musikalisch bereichern. Zur Tagung sind Menschen eingeladen, die sich ermutigen lassen wollen in ihrem eigenen Engagement für eine gerechtere, friedvollere und zukunftsfähige Welt. Unter anderem wird nach den Vorträgen Gelegenheit zum Austausch sein. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=23527c2f69&e=51d2a34ef5

Veranstaltungstermine finden sich u.a.:

* Netzwerk Friedenskooperative (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=65b34827bb&e=51d2a34ef5)

* Die AnStifter (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=abb8fb9dac&e=51d2a34ef5)

* Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=c364e80362&e=51d2a34ef5)

* Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=11e0a497e7&e=51d2a34ef5)

* .ausgestrahlt Termine (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=2dbebe1198&e=51d2a34ef5)


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Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.

Bubenhofenstr. 3

D-72501 Gammertingen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2024

Ukraine-Krieg: Nato will Angriffe auf Russland erlauben

lostineu.eu, vom 25. Mai 2024

Noch bis vor kurzem undenkbar, nun offiziell: Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat sich dafür ausgesprochen, Russland mit Waffen der Alliierten anzugreifen. Natürlich nur zur Verteidigung ????

Stoltenberg sagte dies in einem Interview mit dem “Economist”. Deutsche Medien haben bisher kaum berichtet. Dabei richtet sich sein Appell nicht nur an die USA, sondern auch an Deutschland.

“The time has come for allies to consider whether they should lift some of the restrictions they have put on the use of weapons they have donated to Ukraine,” said Mr Stoltenberg. “Especially now when a lot of the fighting is going on in Kharkiv, close to the border, to deny Ukraine the possibility of using these weapons against legitimate military targets on Russian territory makes it very hard for them to defend themselves.”

The Economist

Zuvor hatte die “New York Times” berichtet, dass US-Außenminister Antony Blinken dafür werben will, der Ukraine Schläge gegen russisches Gebiet mit US-Waffen zu ermöglichen.

In Deutschland hat sich für solche Attacken der Grünen-Politiker Anton Hofreiter ausgesprochen. Hofreiter fordert auch eine Freigabe der deutschen “Taurus”-Flugkörper.

Parallel läuft eine Debatte über die Frage, ob westliche Truppen und/oder die Nato die Luftverteidigung in der Ukraine sichern sollen – zunächst von Polen oder Rumänien aus.

Derweil wurde bekannt, dass ein strategisch wichtiges russisches Radarsystem zur Früh-Erkennung (nuklearer) ballistischer Angriffe attackiert wurde. Vermutlich steckt die Ukraine dahinter.

Sie dürfte den Angriff aber nicht ohne US-Hilfe ausgeführt haben. Das zeigt, dass jetzt schon alle roten Linien überschritten werden – selbst Anlagen, die einen Atomkrieg auslösen können, sind nicht mehr tabu…

Siehe auch Ukraine-Krieg: Lautes Nachdenken über westliche Intervention


Info: https://lostineu.eu/ukraine-krieg-nato-will-angriffe-auf-russland-erlauben


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Weiteres:




Von der Leyen’s five explosive secrets


lostineu.eu, vom 25. Mai 2024

Even as the top candidate for the CDU, EU leader von der Leyen is dragging a few unpleasant affairs with her that could pop up at any time. “Follow the Money” has tracked down five of them.

The website lists five cases in which the EU Commission refuses to provide information. That is why there is hardly anything to read or hear about them in the media. Here they are:

  • The SMS-Pfizer affair. This is about vaccines worth billions that von der Leyen is said to have ordered from Pfizer boss Bourla by text message. Several court proceedings are ongoing, and the European Public Prosecutor’s Office is also investigating.
  • The Pegasus affair. This involves spy software called Pegasus, which is also alleged to have been used to spy on MEPs. Poland, Spain and Greece are apparently involved – but the EU Commission is keeping everything under wraps.
  • Secret minutes of Commission meetings. Some documents are kept under lock and key for 30 years – despite public interest. Because there were several cases in which the EU Commissioners clashed with von der Leyen.
  • The luxury trips of EU Commissioner Schinas. Among other things, the Greek was a guest in Qatar, which is involved in a corruption affair in the EU Parliament that has still not been resolved (“Qatargate”). However, he does not want to disclose his trips and their costs; VDL covers for him.
  • The use of EU billions from the Corona recovery fund. The EU Commission refuses to provide any information on the conditions it imposes on the EU states for disbursement – and on the use of the money. Tens of billions of euros are at stake!

All the details on the “Follow the money” website. More EU affairs here (German blog


Info: https://lostineu.eu/von-der-leyens-five-explosive-secrets


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Weiteres:




Israel am Abgrund, AfD im Abseits – und Frust über die Spitzenkandidaten


lostineu.eu, vom 25. Mai 2024

Die Watchlist EUropa vom 25. Mai 2024 – heute mit der Wochenchronik.

An Warnungen hat es nicht gefehlt. Sogar die USA – die engsten und militärisch wichtigsten Verbündeten Israels – haben die Regierung Netanjahu davor gewarnt, den Krieg gegen die islamistische Hamas in Rafah rücksichtslos weiterzuführen.

Doch Netanjaha und seine rechtsradikale Regierung waren unbelehrbar. Nun müssen sie einen außenpolitischen Totalschaden gewärtigen.

Antrag auf Haftbefehl gegen Netanjahu, Anerkennung Palästinas durch Spanien und Irland, Verbot der Rafah-Offensive durch den Gerichtshof der Uno – die Bilanz dieser Woche ist verheerend, das Land steht am Abgrund.

Doch statt endlich einzulenken, bombt Israel weiter – und es droht Spanien, Irland und allen EU-Staaten, die Palästina anerkannt haben oder dies planen.

Und was macht die EU?

Der Außenbeauftragte Borrell weist die “Drohungen” und “Einschüchterungen” aus Jerusalem zurück. Der IStGH müsse respektiert werden, sagte Borrell dem spanischen TV-Senders RTVE.

Der Chefdiplomat der EU beklagt auch eine Doppelmoral. “Es kann nicht sein, dass wir die Entscheidungen der Richter nur dann beklatschen, wenn sie zu unseren Gunsten ausfallen. Es kann nicht sein, dass wir den Entscheidungen des Internationalen Strafgerichtshofs nur dann Beifall zollen, wenn sie gegen Putin gerichtet sind.”

Die Anschläge der Hamas am 7. Oktober seien schrecklich gewesen, so Borrell, “aber man kann nicht alle Palästinenser dafür verantwortlich machen”.

Doch seinen Worten sollen und werden keine Taten folgen. Beim nächsten Treffen der EU-Außenminister am kommenden Montag ist nicht einmal die Aussetzung des Kooperationsabkommens mit Israel geplant.

Von Sanktionen oder einem Ende der Waffenlieferungen ist erst recht keine Rede. Vor allem Deutschland wäre hier gefordert.

Doch trotz des außenpolitischen Totalschadens sieht es nicht so aus, als wenn Berlin von seiner unbedingten Unterstützung Israels abrücken würde.

Steht die deutsche “Staatsräson” über dem Völkerrecht? Das müssen die nächsten Tage erweisen…

Mehr dazu hier

Was war noch? Die offizielle Debatte der Spitzenkandidaten für die Europawahl konnte nicht überzeugen. Sie drehte sich vor allem um die Zusammenarbeit mit Nationalisten und Rechtspopulisten, die EVP-Kandidatin von der Leyen nicht mehr kategorisch ausschließt.

Doch die Rechten waren nicht mal eingeladen! Da die TV-Show auch noch Nachmittags stattfand und nicht in den großen Sendern übertragen wurde, dürfte die Mobilisierungs-Wirkung gegen Null tendieren. Glück für von der Leyen, denn sie geriet unter Rechtfertigungs-Druck…

Überschattet wurde die Debatte zudem noch vom Ausschluß der AfD aus der rechten ID-Fraktion im Europaparlament. Nach dem Streit zwischen Le Pen und Krah steht die deutsche Partei der SS-Versteher nun EU-weit im Abseits…

Mehr Newsletter hier.

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:


Ukraine-Krieg: Lautes Nachdenken über westliche Intervention 21. Mai 2024

Die Lage an der Front verschlechtert sich. Höchste Zeit, über ein Ende des Krieges nachzudenken, sollte man meinen. Stattdessen laufen Planspiele für eine westliche Intervention.

Mehr


Aufgelesen: Die Ukraine retten 19. Mai 2024

In den Vereinigten Staaten weitet sich die Diskussion aus, wie man den Krieg in der Ukraine mit einem Waffenstillstand beendet und in Verhandlung tritt. Höchste Zeit, dass auch die EU-Politiker aufwachen! – Aufgelesen im Blog von Prof. Dr. Hajo Funke.

Mehr


Krise in Georgien: Was man jetzt wissen sollte 19. Mai 2024

Nach der Verabschiedung des umstrittenen Gesetzes zu “ausländischer Einflussnahme” in Georgien hat Staatschefin Salome Surabischwili ihr Veto eingelegt. Was man dazu wissen muß.

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Info: https://lostineu.eu/totalschaden-in-israel-afd-im-abseits-und-spitzenkandidaten-enttaeuschen


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26.05.2024

Nachrichten von Pressenza: Der Frieden wird kommen – was können die Menschen tun, um einen Weltkrieg zu vermeiden?

aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 26. Mai 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 26.05.2024


Der Frieden wird kommen &#8211; was können die Menschen tun, um einen Weltkrieg zu vermeiden?


Ich schloss mich über 90 Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt an, die sich am 19. Mai 2024 zu einem Dialog und Austausch über eine düstere Aussicht für die Menschheit trafen &#8211; die Bedrohung eines bevorstehenden dritten Weltkriegs. Es war&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/05/der-frieden-wird-kommen-was-koennen-die-menschen-tun-um-einen-weltkrieg-zu-vermeiden/


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Einstimmiges Gutachten des Internationalen Seegerichtshofs


Der Internationale Seegerichtshof hat ein einstimmiges Gutachten im Fall Nr. 31 auf Ersuchen der Kommission der kleinen Inselstaaten für Klimawandel und Völkerrecht abgegeben. Die historische Ankündigung des Gutachtens findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Die Klimakrise fordert einen immer höheren&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/05/einstimmiges-gutachten-des-internationalen-seegerichtshofs/


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Frieden ist möglich – aber man muss ihn auch wollen


Der US-Intellektuelle Noam Chomsky analysierte den israelisch-palästinensischen Konflikt vor 14 Jahren ungeschönt. Eine Erinnerung. Klaus Mendler für die Online-Zeitung INFOsperber Der Krieg im Gazastreifen begann nicht erst am 7. Oktober 2023. Um die Vorgeschichte in Erinnerung zu rufen, veröffentlichte die&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/05/frieden-ist-moeglich-aber-man-muss-ihn-auch-wollen/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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25.05.2024

Schlagzeile




Info:


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25.05.2024

Einmischung zu Ausbildungszwecken USA erwägen, eigenes Militär in die Ukraine zu entsenden

n-tv.de, vom 23.05.2024 18:33 Uhr – 02:36 min

Eigentlich dürfen aus den USA an die Ukraine gelieferte Waffen nur innerhalb der Ukraine eingesetzt werden. Nun wollen die USA offenbar von der Regel abrücken. Laut Medienberichten arbeitet das US-Außenministerium an einem Vorschlag, der vorsieht, dass die Ukraine auch russische Ziele beschießen darf.


Info: https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/USA-erwaegen-eigenes-Militaer-in-die-Ukraine-zu-entsenden-article24962327.html


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25.05.2024

DEN FRIEDEN GEWINNEN-NICHT DEN KRIEG!!

aus e-mail der Friedensglockengesellschaft Berlin e.V., 25. Mai 2024, 9:24 Uhr


W.Adolphi 75 Jahre Grundgesetz


Heute - am 23. Mai - also 75 Jahre Grundgesetz. Ein Grundgesetz, das es schon gab, als noch gar kein Staat dafür da war. Sehr interessant! Ein Drei-Besatzungszonen-Provisorium, mit dem die Spaltung Deutschlands besiegelt wurde. Ganz offensiv. Ohne noch irgendwelche gesamtdeutsche Varianten ins Auge zu fassen. Erst am 7. Oktober 1949 - viereinhalb Monate später - trat die DDR ins Leben.


Das Grundgesetz war so gut, dass im Zuge des Anschlusses der DDR nach Artikel 23 am 3.10.1990 sein großartiger Artikel 146, demzufolge sich im Falle seiner Wiedervereinigung das deutsche Volk eine das Grundgesetz ablösende Verfassung geben sollte, einfach mal ignoriert wurde. Dass gerade einige entscheidende Persönlichkeiten der friedlichen Revolution genau auf diesen Artikel gesetzt und einen eigenen Verfassungsentwurf präsentiert hatten, um tatsächlich eine Vereinigung - und eben nicht einen Beitritt oder Anschluss - in die Tat umzusetzen, hat die Töchter und Söhne der Mütter und Väter des Grundgesetzes nicht die Bohne interessiert.


Die Kraft des Grundgesetzes reicht nun leider auch nach 35 Jahren noch nicht aus, die in ihm selbst beschworenen gleichwertigen Lebensbedingungen herzustellen. Noch immer liegen die Osteinkommen nur bei 75 bis 80 % derer im Westen. Nun ist die Nachwendezeit schon fast so lang wie die Zeit der staatlichen Teilung, und trotzdem lebt die Teilung fort ...


Im Osten, hört man heute, falle das Lob fürs Grundgesetz deutlich geringer aus als im Westen. Nur etwas mehr als 60 % der Menschen im Osten fänden es wirklich gut. Und wie seit 35 Jahren rätseln die Mütter und Väter des Beitritts nach Artikel 23 darüber, was denn die Gründe sein könnten ...


Bringen wir's nochmal auf den Punkt: Das Ereignis "Wiedervereinigung" war nicht bedeutsam genug, um in Deutschland eine Verfassung  hervorzubringen. Es reichte die Fortschreibung eines Provisoriums, in dem die 40 Jahre umfassende Erfahrung der Menschen in der DDR keinerlei Rolle spielte und spielt. (Und übrigens: Das Ereignis "Wiedervereinigung" war auch nicht bedeutsam genug, um die Zählweise der Legislaturperioden des Bundestages oder des Berliner Abgeordnetenhauses zu ändern. Man zählte einfach weiter wie bisher.)


So viel zu 75 Jahren Grundgesetz und zur tatsächlichen Bedeutung der "Brüder und Schwestern im Osten" für die, die Deutschland schon immer besitzen.


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25.05.2024

Neues vom “Piepergate” – Dokumente geschwärz

lostineu.eu, vom 24. Mai 2024

Die schwarze Serie will nicht enden: Nachdem EU-Kommissionschefin von der Leyen auf ihren neuen Mittelstandsbeauftragten Pieper verzichten mußte, legt sie nun geschwärzte Dokumente vor. Transparenz? Fehlanzeige!

Ans Tageslicht brachte die Dokumente der frühere EU-Abgeordnte Fabio De Masi, der für das BSW fürs Europaparlament kandidiert.

Die EU-Kommission hat ihm auf Anfrage zahlreiche Dokumente zum Bewerbungsverfahren ausgehändigt. Allerdings wurden alle relevanten Angaben geschwärzt (aus dem etwa das ursprüngliche Bewerber Ranking sichtbar würde.)

Die Dokumente sagen also wenig zum – mutmaßlich getürkten – Bewerbungsverfahren um den CDU-Politiker Markus Pieper aus. Doch sie bleiben interessant, so De Masi.

So warnt der stellvertretende Generalsekretär der EUKommission, Pascal Leardini, in einer E-Mail vor massiven Interessenkonflikten eines Bewerbers – und dass der falsche Eindruck entstehen könne, dass es sich um einen Teilzeitjob neben dem Abgeordnetenmandat handeln könne.

Man darf gespannt sein, wie VDL darauf reagiert. Ich vermute: “No comment”. Denn bekanntlich wird in ihrem Haus ja Transparenz ganz groß geschrieben…

Mehr hier (Twitter / X). Mehr zum Piepergate hier


Info: https://lostineu.eu/neues-vom-piepergate-dokumente-geschwaerzt


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Weiteres:




EU droht Georgien, USA verhängen Sanktionen


lostineu.eu, vom 24. Mai 2024

Nach der Verabschiedung des umstrittenen Transparenz-Gesetzes verstärken die EU und die USA den Druck auf die Regierung in Georgien. Dabei geht es nicht immer fein zu.

Nach nicht bestätigten Berichten aus Tiflis soll die EU der georgischen Regierung massiv gedroht haben. Ein EU-Kommissar sei besonders weit gegangen, behauptet Regierungschef Kobachidse.

“Haben Sie gesehen, was (Robert) Fico passiert ist”, soll der Kommissar gesagt haben, “Sie sollten sehr vorsichtig” sein. Das klingt fast schon wie eine Morddrohung!

Natürlich wurde dieser Bericht in Brüssel nicht bestätigt. Der für die Erweiterung zuständige Kommissar Várhelyi erklärte, er habe vor einer gesellschaftlichen Polarisierung warnen wollen.

Dabei dürfte es allerdings nicht bleiben. Am Montag wollen sich die EU-Außenminister mit der Lage beschäftigen. Dann werden wohl auch Sanktionen gegen die demokratisch gewählte Regierung in Tiflis ins Gespräch kommen.

Die USA sind schon einen Schritt weiter: US-Außenminister Antony Blinken hat neue Visa-Beschränkungen und eine Überprüfung der Beziehungen zu Georgien angekündigt.

Die neuen Visa-Richtlinien würden für Menschen gelten, die “für die Untergrabung der Demokratie in Georgien verantwortlich oder daran beteiligt sind, sowie für deren Familienangehörige”, erklärte Blinken.

Die USA würden auch eine “umfassende Überprüfung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Georgien” einleiten, fügte er hinzu.

Auch darin kann man einen Beitrag zur Polarisierung sehen. Ist es nicht auch eine “ausländische Einmischung” – noch dazu in europäische Angelegenheiten?

P.S. A propos Fico: Laut “Politico” sagt der mutmaßliche Attentäter, er habe geschossen, weil Ficos “Judas-Regierung” die Ukraine nicht unterstütze…

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3 Kommentare

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Michael Conrad

12 Stunden zuvor

Jetzt muss eigentlich den Georgiern klar werden, dass man nicht gleichzeitig ein souveräner Staat und Mitglied von EU und NATO sein kann. Das wird den Menschen schon aus der Sowjetunion bekannt vorkommen .
Georgien ist schon 2008 zwischen die Mühlsteine NATO und Russland geraten und es ist dem Land nicht gut bekommen.
Die meisten Georgier haben darauf keine Lust mehr. Trotzdem versuchen NATO und EU weiter Georgien vor den Bus zu werfen.

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european

1 Tag zuvor

Nicht nur Sanktionen. Karim Khan hat auf CNN ein Interview gegeben und berichtet, wie er bedroht wurde, weil die die Haftbefehle gegen Netanjahu und Verteidigungsminister Gallant ausgesprochen hat.

“I’ve had some elected leaders speak to me and uh very be you be very blunt

“This court is built for Africa and for thugs like Putin” was what one senior leader

told me”, ICC prosecutor Karim Khan says

He received threats dising him from seeking arrest warrants for Israeli

Prime Minister Benjamin Netanyahu and his exclusive interview with CNN”

https://youtu.be/zrWToOULrls?feature=shared

 

Afrikanische Laendervertreter haben das schon immer gesagt. Und auch jetzt faellt uns unsere Doppelboedigkeit auf die Fuesse.


Info: https://lostineu.eu/eu-droht-georgien-usa-verhaengen-sanktionen


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25.05.2024

Nachrichten von Pressenza:  Kleiner Sieg im Fall Assange: Erlaubnis zur Berufung gegen US-Auslieferung

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 25. Mai 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 25.05.2024


Kleiner Sieg im Fall Assange: Erlaubnis zur Berufung gegen US-Auslieferung


In diesem Video geben wir einen aktuellen Überblick über den Auslieferungsfall des WikiLeaks-Gründers Julian Assange aus London, England. Während einer zweistündigen Anhörung zur Zulassung der Berufung am Montag, den 20. Mai, am Royal Courts of Justice hörten sich die Richter&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/05/kleiner-sieg-im-fall-assange-erlaubnis-zur-berufung-gegen-us-auslieferung/


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Sieg der Sozialisten in Katalonien und Rückzug der Unabhängigkeitsbefürworter


Nach Auszählung von 89% der Stimmen gewann die Sozialistische Partei Kataloniens die katalanischen Regionalwahlen am Sonntag mit 41 Abgeordneten, fünf mehr als die Unabhängigkeitsbefürworter Junts. Die regierende ERC &#8211; ebenfalls Unabhängigkeitsbefürworter &#8211; brach ein und erhielt 13 Sitze weniger als&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/05/sieg-der-sozialisten-in-katalonien-und-rueckzug-der-unabhaengigkeitsbefuerworter/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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24.05.2024

„Konsequenzen“ für Georgien    Die Regierung Georgiens sucht mit einem „Transparenzgesetz“ die Finanzierung der Opposition durch NATO-Staaten offenzulegen. Georgiens Opposition wird bei ihren Versuchen, die Regierung zu stürzen, aktiv auch aus Deutschland unterstützt.

german-foreign-policy.com, 24. Mai 2024

BERLIN/BRÜSSEL/TIFLIS (Eigener Bericht) – Berlin und die EU erhöhen ihren Druck auf die Regierung Georgiens und unterstützen Proteste der Opposition gegen das neue Transparenzgesetz. Das Gesetz ist kürzlich von der Mehrheit des georgischen Parlaments verabschiedet worden. Es soll Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die vor allem aus NATO-Staaten finanziert werden und die Regierung der Partei Georgischer Traum stürzen wollen, zur Offenlegung der Herkunft ihrer Gelder zwingen. Damit soll es die Voraussetzungen dafür schaffen, sie von ihren ausländischen Geldgebern im transatlantischen Westen abzuschneiden. Die Verabschiedung des Gesetzes, das teilweise wörtlich einem US-Gesetz entspricht, gegen das Georgiens Staatspräsidentin aber jetzt ihr Veto eingelegt hat, hat zu öffentlichen Zerwürfnissen nicht zuletzt mit hochrangigen deutschen Politikern geführt; der SPD-Politiker Michael Roth, einst Staatsminister im Auswärtigen Amt, hat sich in Tiflis persönlich in eine Protestdemonstration eingereiht. Georgien wendet sich ökonomisch von Europa ab und weicht im Ukraine-Krieg von westlichen Vorgaben ab: Es sucht neutral zu bleiben und die Handelsbeziehungen mit Russland nicht zu schädigen.


Zitat: Transparenzgesetz

Das georgische Parlament hat in der vergangenen Woche ein Transparenzgesetz verabschiedet, das Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die Geld aus dem Ausland erhalten, verpflichtet, sich zu registrieren. Die Registrierung führt zu einer strengeren Kontrolle durch die georgischen Behörden, die auch Sanktionen verhängen können.[1] Das Gesetz hat das Registrierungsgesetz für Auslandsvertreter (Foreign Agents Registration Act, FARA) der Vereinigten Staaten zum Vorbild und ist teilweise eine wortgleiche Kopie seines US-Modells.[2] Georgiens Präsidentin Salome Surabischwili hat inzwischen ihr Veto gegen es eingelegt.


„Marsch auf Tiflis“

Hintergrund der Verabschiedung des Gesetzes, das die Regierungspartei Georgischer Traum für notwendig hält, sind verstärkte Bemühungen der Opposition, mit allen Mitteln wieder an die Macht zu gelangen. Im Oktober 2021 kehrte der frühere georgische Präsident Micheil Saakaschwili (im Amt von 2004 bis 2013) aus dem Exil in seine Heimat zurück und rief zu einem „Marsch auf Tiflis“ auf. Die Polizei nahm ihn jedoch kurz nach seiner Ankunft fest; seitdem sitzt er in Haft. Saakaschwilis Mutter zahlte daraufhin der US-amerikanischen Anwaltskanzlei Akerman LLP 900.000 US-Dollar, um ihren Sohn durch Lobbying, Medienkampagnen und die gezielte Veröffentlichung medizinischer Befunde aus dem Gefängnis herauszubekommen. Dazu soll Akerman LLP unter anderem ausländische Würdenträger, Intellektuelle, NGOs und vor allem US-Diplomaten auf Saakaschwilis Haft aufmerksam machen. Die Arbeit der Anwaltskanzlei wurde nur bekannt, da das US-Gesetz FARA vorschreibt, über derlei aus dem Ausland finanzierte Aktivitäten zu berichten.[3]


Eine NGO-Übergangsregierung

Saakaschwilis Aussichten auf eine Freilassung sind trotz des US-Lobbyings gering. Hauptsächlicher Anlass für die Verabschiedung des neuen Transparenzgesetzes sind die Aktivitäten einer Gruppe von 20 NGOs, in denen eine Reihe von Ex-Regierungsmitgliedern aus Saakaschwilis Amtszeit tätig sind. Diese Gruppe spricht der aktuellen georgischen Regierung die Legitimität ab, ruft regelmäßig zu Protesten gegen sie auf und arbeitet offen auf einen Regierungswechsel hin. Im Jahr 2022 rief eine Reihe dieser Organisationen – sie werden nahezu ausschließlich aus NATO-Staaten finanziert – zur Bildung einer Übergangsregierung auf; diese solle sich aus ihren Reihen zusammensetzen, hieß es.[4] Der US-Propagandasender Radio Liberty berichtete damals wohlwollend über die von den NGOs angeführten Proteste.[5]


Ende der Verhandlungen

Um den offen umstürzlerischen Aktivitäten etwas entgegenzusetzen, verhandelten laut Berichten georgischer Oppositioneller Regierungsvertreter in Tiflis mit Abgesandten der verschiedenen im Land vertretenen Botschaften von NATO-Staaten. Dabei war es Ziel der Regierung des Georgischen Traums zu erreichen, dass die betreffenden NGOs nicht mehr aus NATO-Staaten finanziert werden. Hinter vorgehaltener Hand sollen westliche Diplomaten damals sogar zugegeben haben, dass das Verhalten der von ihnen finanzierten NGOs Grenzen überschreite. Während einige von ihnen zustimmten, die NGOs müssten sich an Verhaltenskodizes halten, und wenn sie dies nicht täten, solle ihre Finanzierung enden, lehnten andere Vertreter von NATO-Staaten dies ab.[6]


Ein zweites Ungarn

Vorbild der Regierungspolitik in Tiflis bei der Einschränkung der vom Ausland finanzierten subversiven NGOs bzw. der „Zivilgesellschaft“ ist Budapest. Die Regierungspartei Georgischer Traum arbeitet laut Berichten an einem mehrstufigen Plan, der sich an der Politik des NATO- und EU-Mitglieds Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán orientiert.[7] In den vergangenen Jahren haben die Regierungen in Tiflis und in Budapest die bilateralen Beziehungen ihrer Länder ausgebaut. Nach dem Beginn der Covid-19-Pandemie war der ungarische Außenminister Péter Szijjártó der erste hochrangige auswärtige Politiker, der Georgien besuchte. Als die NATO-Staaten im Jahr 2021 ihre Truppen aus Afghanistan abzogen, wo auch georgische Soldaten stationiert waren, flogen ungarische Militärs eine Gruppe von Georgiern aus.[8]


Weniger Europa, mehr Asien

Im Gegensatz zu Ungarn ist Georgien freilich nicht in die EU oder gar in die NATO eingebunden. Seit dem Beginn der Eurokrise im Jahr 2010 sinkt der Anteil des georgischen Außenhandels, der mit den westlichen Staaten und allen voran mit den Ländern der EU abgewickelt wird. Laut Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank gingen Georgiens Exporte im Jahr 2022 hauptsächlich nach Aserbaidschan, Armenien, Russland, in die Türkei und in die Volksrepublik China. Bei den Importen dominierten die Türkei, Russland, die USA und China. Als einziger EU-Staat in den Top 5 der Außenhandelspartner Georgiens tauchte Deutschland an fünfter Stelle bei den Einfuhren auf.[9] Die wirtschaftliche Neuorientierung des Landes hat mittlerweile auch politische Konsequenzen: Als im Februar der neue georgische Ministerpräsident Irakli Kobachidse sein Amt antrat, aktualisierte er das Regierungsprogramm seines Kabinetts. In dem neuen Programm wird nun eine „Strategische Partnerschaft“ mit der Volksrepublik China gleichrangig mit der sogenannten euro-atlantischen Integration genannt.[10]


Neutralität im Ukraine-Krieg

Im Ukraine-Krieg positioniert sich die Regierung des Georgischen Traums weitgehend neutral. Zwar stimmte der Vertreter des Kaukasuslandes bei den Vereinten Nationen allen Resolutionen der UN-Generalversammlung zur Verurteilung des russischen Angriffskrieges zu; doch schloss sich Georgien nicht den wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen der EU- und NATO-Staaten gegen Russland an. Der neue Ministerpräsident Kobachidse weigert sich außerdem explizit, Russland öffentlich als „Feind“ zu bezeichnen.[11] Während Georgien keine Sanktionen gegen Russland eingeführt hat, sieht sich der eigentliche starke Mann der Regierungspartei, Bidzina Iwanischwili, damit konfrontiert, dass zwei Milliarden US-Dollar seines Vermögens in der Schweiz eingefroren wurden.[12] Die exzessive Sanktionspolitik des Westens scheint dazu beizutragen, dass der einflussreichste Politiker Georgiens der Integration in EU und NATO keine Priorität mehr einräumt.


In Demonstrationen eingereiht

In Berlin und der EU setzen einige Politiker alles daran, die Opposition gegen den Georgischen Traum zu stärken und ihr bei ihren Versuchen zu helfen, die Macht in Tiflis zu erlangen. Der SPD-Politiker Michael Roth, einst Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen und derzeit Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, reiste Mitte des Monats nach Georgien, um dort mit der Opposition gegen das Transparenzgesetz zu demonstrieren. Roth kündigte dabei an, eine Verabschiedung des Gesetzes werde „Konsequenzen“ für das Kaukasusland haben.[13] Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs rechtsliberaler Präsident Emmanuel Macron erklärten Ende vergangener Woche, sie nähmen „mit tiefem Bedauern“ zur Kenntnis, dass Georgien von den „gemeinsamen europäischen Werten“ abrücke, indem es das Gesetz über die Pflicht zur Transparenz bezüglich ausländischen Einflusses verabschiede.[14] Der Druck aus Brüssel nimmt zu.

 

[1] Donnacha Ó Beacháin: Georgia unrest. thejournal.ie 17.05.2024.

[2] Joshua Kucera: Why Georgia's Government Is Trying (Again) To Introduce An Unpopular 'Foreign Agents’ Law. rferl.org 04.04.2024.

[3] David X. Noack: Fällt Georgien jetzt wirklich an Moskau? telepolis.de 22.04.2023.

[4] Loren Balhorn: Zivilgesellschaft ist noch keine Politik | Jacobin Weekly mit Almut Rochowanski. youtube.com 10.05.2024.

[5] Andy Heil: Georgia’s Shame Movement Is Getting Protesters Out On The Streets. But Is It Enough To Trouble The Government? rferl.org 01.07.2022.

[6] Almut Rochowanski, Sopo Japaridze: Die georgische Demokratie krankt nicht an einer Nähe zu Russland. jacobin.de 07.05.2024.

[7] Alec Gitelman: Georgia: Tracing the rise of illiberalism in Tbilisi. eurasianet.org 15.05.2024.

[8] Soso Chachanidze: What Lies Behind the Growing Cooperation of the Georgian and Hungarian Governments. gfsis.org.ge 29.11.2021.

[9] Key Indicators for Asia and the Pacific 2023: Georgia. adb.org 25.08.2022.

[10], [11] Beka Chedia: Georgia’s New Anti-Western Prime Minister Seeks Ties With China. jamestown.org 06.02.2024.

[12] Donnacha Ó Beacháin: Georgia unrest. thejournal.ie 17.05.2024.

[13] Thomas Franke: EU warnt Georgien vor negativen Auswirkungen. das-parlament.de 17.05.2024.

[14] «Loi Poutine» en Géorgie : la présidente oppose son véto et appelle Macron à la rescousse. liberation.fr 19.05.2024.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9567


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.05.2024

Wie ich Erdogan traf und der Westen den Frieden in der Ukraine verspielte

seniora.org, 24. Mai 2024,
Von Jean-Daniel Ruch 22.05.2024 - übernommen von weltwoche.ch

Auszug aus den Memoiren des Schweizer Spitzendiplomaten Jean-Daniel Ruch


«Toll, was ihr Schweizer da macht!»: Präsident Erdogan, Autor Ruch (l.), September 2021. Bild: Mustafa Kamacı


Im September 2021 überreichte ich Recep Tayyip Erdogan, dem Präsidenten der Republik Türkei, mein Beglaubigungsschreiben. Diese Zeremonie ist ein Muss für jeden Botschafter. Beglaubigungsschreiben sind schön gestaltete Dokumente, in denen das entsendende Staatsoberhaupt dem empfangenden Staatsoberhaupt bestätigt, dass der Gesandte sein volles Vertrauen geniesst und befugt ist, ihn als «ausserordentlicher und bevollmächtigter» Botschafter zu vertreten. Diese veralteten Formeln haben heute kaum noch eine Bedeutung. In Zeiten, in denen man drei Monate mit dem Schiff brauchte, um eine Anweisung aus der Hauptstadt zum Botschafter zu bringen, war das noch anders. Ein älterer Kollege erinnerte sich an eine Geschichte, die sich die Älteren erzählten, als er selbst in den diplomatischen Dienst eingetreten war. Ein Missionschef in Indien, der sich nach alten Sitten und Gebräuchen zurücksehnte, hatte eine Methode gefunden, um sich gegen eine äusserst destabilisierende technologische Neuerung zu wappnen: das Telefon. Wenn Bern ihn anrief, nahm er den Hörer zwar ab   – zugegeben, sonst hätte es schlecht ausgesehen. Aber er hielt ihn in der Hand und brüllte: «Die Leitung ist schlecht! Schicken Sie eine Anweisung!» Und legte auf. Und die Anweisung kam Gott weiss, wann   – mit dem Boot.


Zange und Zahnstocher

Das gibt es heute natürlich nicht mehr. Das Überreichen von Beglaubigungsschreiben und das Gewicht eines Botschafters ist heute sicherlich nicht mehr dasselbe, da wichtige Angelegenheiten direkt am Telefon oder per Whatsapp zwischen Ministern, Premierministern oder Präsidenten geregelt werden können. Aber eine Gelegenheit, das Staatsoberhaupt zu treffen, ist manchmal denkwürdig. Diejenige mit Recep Tayyip Erdogan war es aufgrund ihres ungewöhnlichen, ja sogar lustigen Verlaufs. RTE, wie er genannt wurde, las die Notizen, die seine Dienststellen für ihn vorbereitet hatten. Er war gerade bei den Wirtschaftsbeziehungen, als er mir direkt in die Augen schaute: «Herr Botschafter, lassen Sie uns vereinbaren, dass, wenn Sie die Türkei verlassen, unser Handelsvolumen auf 10 Milliarden pro Jahr angestiegen sein wird!» Wir waren bei etwas mehr als 5 Milliarden angelangt. Ich antwortete, dass dies nicht von mir, sondern vom Privatsektor abhänge, als ich sah, wie Erdogan etwas in seiner Hosentasche suchte. Er holte ein kleines Victorinox Messer heraus, das Modell Lilliput. «Das ist ja toll, was ihr Schweizer da macht!», schwärmte er. «Sehen Sie sich dieses Messer an: Es hat eine Schere, eine Zange und sogar, ja, sogar einen Zahnstocher!» Dann gab er einen Befehl, und zwanzig Sekunden später erhielten meine Delegation und ich jeweils ein kleines Messer mit dem Wappen der türkischen Präsidentschaft, auf dem die Initialen des Präsidenten prangten: RTE. Ich fand es lustig, aber auch ziemlich schmeichelhaft, dass der türkische Präsident dem Schweizer Botschafter ein Schweizer Taschenmesser schenkte. Im Gegenzug schickte ich ihm eine etwas verbesserte Version, natürlich mit Zahnstocher, aber auch mit Taschenlampe und Kugelschreiber. Mit seinem Namen eingraviert, wie es sich gehört.

Man brauchte drei Monate, um eine Anweisung aus der Hauptstadt zum Botschafter zu bringen.Als ich die Türkei verliess, hatte das Handelsvolumen die Zehn-Milliarden-Marke weit überschritten. 80 Prozent des Anstiegs waren allerdings auf das exponentielle Wachstum der Schweizer Goldexporte zurückzuführen. Und auf die Exporte von Rolex-Uhren. In einem Land mit einer dreistelligen Inflation sind Gold und Luxusuhren nach wie vor die bevorzugten Mittel, um den Wert des eigenen Einkommens zu erhalten! Victorinox und Rolex sind die beiden Zitzen der Schweizer Soft Power.

* * *

Der Vizeminister war ein erfahrener Diplomat. Er war eine Art türkischer Edouard Brunner. Er war es, der die Vermittlungsgespräche zwischen den Russen und den Ukrainern leitete. Im März hatte es zwei persönliche Treffen in Antalya und Istanbul gegeben, einen Monat nach dem Beginn der russischen Invasion. Die beiden Teams verhandelten weiterhin per Videokonferenz. Ignazio Cassis hatte seinen türkischen Amtskollegen, Aussenminister Mevlüt Çavusoglu, einige Tage zuvor angerufen. Dieser hatte sein Ministerium angewiesen, uns gegenüber völlig transparent zu sein. So tat sich eine Möglichkeit für die Schweiz auf, sich an der türkischen Vermittlung zu beteiligen. Nach diesem Anruf erklärte sich der Vizeminister bereit, mich am 13. April 2022 zu empfangen, und informierte mich ausführlich über den Stand der Verhandlungen, die inhaltlich gut vorankamen. Bei den vier heiklen Punkten zeichneten sich Bereiche ab, wo eine Einigung erzielt werden könnte:

  – Die Lösung territorialer Fragen um fünfzehn Jahre hinausschieben;
  – Entnazifizierung: symbolische Massnahmen wie die Änderung von Strassennamen und das Ablegen von militärischen Abzeichen, die an die ukrainischen Nazi-Brigaden des Zweiten Weltkriegs erinnern;
  – Abrüstung: Einrichtung entmilitarisierter Zonen, Massnah- men zur gegenseitigen Abrüstung;
  – Neutralität der Ukraine mit Sicherheitsgarantien von Drittstaaten.
Bezüglich des letzten Punkts fragte mich der Vizeminister, ob die Schweiz interessiert wäre, denn, so sagte er: «Wir haben keine Erfahrung mit der Neutralität, während Sie das anerkannte Vorbild sind.»

Ich schätzte diese Offenheit und freute mich schon darauf, dazu beitragen zu können, diesen sinnlosen Krieg schnell zu beenden.

«Aber», fuhr er fort, «ich bin nicht optimistisch. Es gibt einige westliche Mächte, die eine globale Agenda verfolgen.» Fünf Tage zuvor, am 8. April, war Boris Johnson in Kiew gewesen, um die Ukrainer zur Fortsetzung des Krieges zu ermutigen. Später wurde mir gesagt, dass Selenskyj nichts gegen einen schnellen Waffenstillstand einzuwenden gehabt hätte. Doch er musste sich mit den Hardlinern in seinem Regime arrangieren, die durch Signale aus London und Washington ermutigt worden waren. Am 26. April er- klärte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, dass es Washingtons Ziel sei, Russland zu schwächen. Das war das Ende der Hoffnungen auf die türkische Vermittlung mit Schweizer Beteiligung.

«Wir haben keine Erfahrung mit der Neutralität, während Sie das anerkannte Vorbild sind.»Es gab noch einen Moment, in dem die Schweiz ihren Fuss in die Tür hätte setzen und eine nützliche Rolle hätte spielen können. Mitte Mai 2022 hatten russische Soldaten die Schlüsselstadt Mariupol ein- genommen und damit die Krim auf dem Landweg mit Russland verbunden. Rund 1500 ukrainische Kämpfer wurden im riesigen Stahlkomplex Asowstal belagert. Die Vereinten Nationen und die Türkei versuchten, einen Ausweg zu finden. Die Schweiz wurde angesprochen. Sie wurde gefragt, ob sie damit einverstanden wäre, ukrainische Soldaten zu internieren. Nach internationalem Recht würde dies voraussetzen, dass sie bis zum Ende des Krieges in der Schweiz bleiben würden.

Die Schweiz hat in diesem Bereich eine lange Erfahrung. Im Februar 1871 internierte die Schweiz die Armee von General Bourbaki, die gegen die Armee Bismarcks eine Niederlage erlitten hatte. 87 847 französische Soldaten wurden aufgenommen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 42 000 Soldaten, Franzosen (30 000) und Polen (12 000), in der Eidgenossenschaft interniert. Meine Familie, die Ganguin, Bauern aus Eschert, nahm zwei von ihnen als Hofbedienstete auf. Es gab sogar eine Romanze zwischen meiner Tante Madeleine und einem von ihnen. Auf dem Bauernhof gibt es noch heute ein Zimmer, das wir «das Polenzimmer» nennen. Noch 1982 stimmte die Schweiz zu, eine kleine Anzahl von sowjetischen Soldaten zu internieren, die von afghanischen Widerstandskämpfern gefangen genommen worden waren.


Grosszügige Geste Berns

Als Bern mich anrief, um zu hören, wo die Türken standen, rief ich Ibrahim Kalin, den politischen Berater von Präsident Erdogan, an. Wir hatten uns zur Zeit des Arabischen Frühlings oft gesehen und schätzten uns gegenseitig sehr. Seine Rolle als Schattenaussenminister liess ihm wenig Zeit, und er war sehr schwer zu erreichen. Ich hinterliess ihm eine Whatsapp-Nachricht. Er rief mich sofort zurück, was zeigte, dass die Angelegenheit ernst war. Im Wesentlichen bestätigte er, dass die Unterstützung der Schweiz beim Erreichen einer friedlichen Lösung für die Belagerung von Asowstal durch die Internierung ukrainischer Soldaten willkommen wäre. Ich erstattete dem EDA sofort Bericht und ... hörte nichts mehr. Später erfuhr ich, dass es in Bern Treffen zwischen den zuständigen Stellen gegeben hatte. Die Diplomaten waren für eine grosszügige Geste der Schweiz, die Armee und die Polizei dagegen. Schliesslich einigte man sich auf den Vorschlag, zwanzig Ukrainer aufzunehmen. Es wurde nichts weiter unternommen. Die Belagerten ergaben sich den Russen.

Ich war ein wenig verblüfft über die Bescheidenheit unseres Angebots. Die arme Schweiz des 19. Jahrhunderts schaffte es, fast 90 000 Soldaten aufzunehmen, die reiche Schweiz des 21. weigerte sich, mehr als zwanzig von ihnen zu internieren. Reichtum macht nicht grosszügig.


Ruch.jpg
Jean Daniel Ruch

Quelle: https://weltwoche.ch/story/wie-ich-erdogan-traf-und-der-westen-den-frieden-in-der-ukraine-verspielte/
Mit freundlicher Genehmigung von Weltwoche.ch
Foto eingefügt seniora.org


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=5850&mailid=2199


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.05.2024

Deutsch-Russische Beziehungen: Diskussion / Reisebericht

aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Mai 2024, 17:30 Uhr


*_Diskussion am 9. Februar 2024

_**Deutsch-Russische Beziehungen*


Das Freiberger Forum e.V. präsentiert eine Diskussionsveranstaltung zum

Thema:

Deutsch-Russische Beziehungen Vergangenheit, Gegenwart und Perspektiven

*

Ein Gespräch mit Alexander Milyutin (Botschaftsrat der Russischen

Föderation)

und Patrik Baab (Journalist & Autor)


*/Hier zum Video:

/https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0


0:00 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=0s> Einführung

5:17 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=317s> Alexander

Milyutin

28:20 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=1700s> Moderation

29:50 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=1790s> Patrik Baab

1:22:27 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=4947s> Diskussion

2:22:43 <https://www.youtube.com/watch?v=781_FQ4zyD0&t=8563s> Schluss


*


Der Russland-Feindschaft die kalte Schulter gezeigt –


**Ein Reisebericht Teil 1

*https://transition-news.org/der-russland-feindschaft-die-kalte-schulter-gezeigt-ein-reisebericht-teil-1


*Ein Reisebericht Teil 2

*https://transition-news.org/der-russland-feindschaft-die-kalte-schulter-gezeigt-ein-reisebericht-teil-2


*Ein Reisebericht Teil 3

*https://transition-news.org/der-russland-feindschaft-die-kalte-schulter-gezeigt-ein-reisebericht-teil-3


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24.05.2024

IStGH Probleme der Rechtmäßigkeit seiner Tätigkeit

aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Mai 2024, 21:04 Uhr


https://mailchi.mp/russische-botschaft/newsletter-der-russischen-botschaft-10438145?e=34bdcd87f0


*Wir präsentieren Ihnen den Abschlussbericht des Völkerrechtsrates beim

russischen Außenministerium „Probleme der Rechtmäßigkeit der Tätigkeit

des Internationalen Strafgerichthofs“*


*Hier sind einige der Schlussfolgerungen des Berichts: *


In seiner Praxis hat der IStGH wiederholt sowohl gegen die Bestimmungen

seines eigenen Statuts als auch gegen allgemein anerkannte Normen des

Völkerrechts verstoßen. Zu den offensichtlichsten Verstößen gehören die

Versuche, die Gerichtsbarkeit über Handlungen auszuüben, die angeblich

auf dem Hoheitsgebiet und von Staatsangehörigen eines Staates begangen

wurden, der nicht Vertragspartei des Römischen Statuts ist.


Bezugnehmend auf Gerichtsverhandlungen wirft die Tätigkeit des

Gerichtshofs erhebliche Fragen auf. In seiner Praxis kam es wiederholt

zu widersprüchlichen Urteilen. Die Sondervoten werden missbraucht und

ersetzen öfters die offiziellen Entscheidungsgründe. Fraglich ist auch

das Zusammenwirken zwischen den Gerichtskammern und dem Chefankläger,

dessen exklusive Befugnisse die Richter de facto abhängig von ihm machen.


Die sogenannten Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs gegen

den Präsidenten der Russischen Föderation und die Beauftragte des

russischen Präsidenten für Kinderrechte sind sowohl nach allgemeinen

Regeln des Völkerrechts als auch nach dem Römischen Statut rechtswidrig.

Mit dem Erlass dieser Haftbefehle hat der IStGH als internationale

Organisation einen völkerrechtswidrigen Akt begangen


Read in English

<https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/legal_problems_of-international_cooperation/1949021/?lang=en>


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