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19.04.2026

Geheimpapier das öffentlich ist -Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen

aus e-mail von Karin Gerlich, 19. April 2026, 9:17 Uhr


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit Monaten tagt eine Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden hinter verschlossenen Türen im Kanzleramt. Der offizielle Titel klingt technokratisch harmlos: „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“. Ein erstes Dokument aus diesem Zusammenhang liegt nun vor: ein 108-seitiges „Vorschlagsbuch“ zu einem Arbeitstreffen vom 25.03.2026. Schon ein Blick in das Papier zeigt, worum es geht: Es versammelt Vorschläge aus Bundesressorts, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden und bündelt sie unter dem Vorzeichen von Einsparung, Steuerung und Begrenzung. Was dort verhandelt wird, ist aus meiner Sicht hoch problematisch.

 Denn unter dem Deckmantel von Effizienz werden nicht in erster Linie bessere Hilfen entwickelt, sondern vor allem Leistungsbegrenzungen vorbereitet: weniger Individualansprüche, mehr Pooling, mehr Pauschalierung, mehr Kostendruck, weniger Wunsch- und Wahlrecht, restriktivere Hilfen für junge Volljährige, Verschiebungen in Regelsysteme und zusätzliche Hürden für besonders vulnerable Gruppen. Das betrifft gerade diejenigen, die auf einen verlässlichen Sozialstaat besonders angewiesen sind: Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien. Besonders irritierend ist die Logik des Papiers: 

Nicht Teilhabe, Rechtsanspruch und Kindeswohl bilden den Ausgangspunkt, sondern die Frage, wie Leistungen gedeckelt, standardisiert, verschoben oder abgesenkt werden können. Wer so argumentiert, verändert schleichend den Charakter sozialstaatlicher Sicherung. 

Aus bedarfsgerechter Unterstützung wird dann eine nach Kassenlage optimierte Minimalversorgung. Natürlich braucht der Sozialstaat wirksame Strukturen, weniger Bürokratie und bessere Kooperation. Aber eine Debatte, die im Verborgenen vor allem über Kürzungen an den verletzlichsten Stellen des Systems nachdenkt, ist kein Beitrag zu einer sozialen Reformkultur. Sie ist ein Warnsignal. Wir sollten sehr genau hinschauen, was hier vorbereitet wird. Denn wer Rechte unter Effizienzvorbehalt stellt, spart am Ende nicht nur Geld – sondern an Schutz, Teilhabe und Zukunftschancen. Hinzu kommen: Gesundheit, Grundsicherung und Verzicht auf Tariferhöhungen.

 Wird, in der von Arbeitslosigkeit gebeutelten Stadt Duisburg, die Bundesarbeits - und Sozialministerin Bärbel Bas, am Tag der Arbeit, diese geplanten Grausamkeiten dann, den staundenden Arbeiterinnen und Arbeitern verkünden? 

 Grüße Karin Gerlich


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

19.04.2026

Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an dem sowjetischen Volk

aus e-mail von Doris Pumphrey, 19. April 2026, 8:35 Uhr


https://mailchi.mp/russische-botschaft/newsletter-der-russischen-botschaft-11047076?e=34bdcd87f0

Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa

zum Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an dem sowjetischen Volk während des Großen Vaterländischen Krieges

Es ist hervorzuheben, dass der 19. April ab 2026 in unserem Land als Gedenktag für die Opfer des von den Nazis und ihren Helfershelfern während des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945 begangenen Völkermordes an dem sowjetischen Volk gilt. Die Nazis vernichteten planmäßig die gesamte Bevölkerung unseres Landes – ungeachtet ihrer ethnischen, rassischen oder religiösen Zugehörigkeit. Russen, Juden, Belarussen, Tataren, Ukrainer, Tschuwaschen waren Bürger der UdSSR und lebten in den Gebieten, die nach dem verbrecherischen Plan Hitlers einer „schonungslosen Germanisierung“ unterworfen werden sollten. Es ist unsere Pflicht gegenüber dem Andenken unserer Vorfahren, nicht zuzulassen, dass diese Verbrechen ohne Verjährung in Vergessenheit geraten.  

Moderne Historiker haben berechnet, wie viele friedliche sowjetische Bürger zu Opfern der erbarmungslosen nazistischen Vernichtungspolitik wurden. Selbst nach zurückhaltenden Schätzungen, die auf historischen Fakten beruhen, handelt es sich um rund 13,7 Millionen Menschen. Nachgewiesen ist, dass mindestens 7,4 Millionen sowjetische Zivilisten vorsätzlich ermordet wurden – erschossen, verbrannt oder lebendig begraben. Die Zwangsarbeit in Konzentrationslagern führte zudem zum qualvollen Tod weiterer 2,2 Millionen Menschen unter jenen, die zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden. Unter der Bevölkerung der besetzten Gebiete starben mehr als 4,1 Millionen Menschen vorzeitig. Sie kamen infolge der allgemeinen Verschlechterung der Lebensbedingungen, durch Krankheiten und Hunger ums Leben.

Kann man auch die in den hitlerischen Lagern umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des von den Nationalsozialisten verübten Völkermords betrachten? Von den Hitleristen wurden vorsätzlich – durch Aushungerung und Folter – etwa 3,1 Millionen sowjetische Kriegsgefangene vernichtet, was ungefähr 60 Prozent ihrer Gesamtzahl entspricht. Gleichzeitig lag die Sterblichkeit von Soldaten der alliierten Staaten – der USA, Großbritanniens und Frankreichs –, die in deutsche Gefangenschaft gerieten, auf einem völlig anderen Niveau, nämlich bei 3–4 Prozent.

Demografen schätzen den gesamten Bevölkerungsverlust der UdSSR in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges auf 30 bis 40 Millionen Menschen. Die genaue Zahl werden wir wohl niemals ermitteln können, doch bereits die Größenordnung ist erschütternd. Von dieser Zahl aus sollte man die Berechnungen über die tatsächlichen Verluste, über das Ausmaß der Tragödie und über den echten Genozid am sowjetischen Volk beginnen. Das Echo des Krieges hallte noch lange über unserem Land nach.

Heute werden die Soldaten der Roten Armee, die Europa und die ganze Welt vom Faschismus befreit haben, nicht mehr zu den Siegern gezählt. Man spricht nicht über jene, die den entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung der braunen Pest geleistet haben. Straßen werden umbenannt, Denkmäler abgerissen, Gräber geschändet. Die heutigen Regierungen jener Länder, die unmittelbar an der größten Tragödie der Menschheit – dem Zweiten Weltkrieg – beteiligt waren, scheuen sich nicht, ein Gleichheitszeichen zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion zu setzen. Sie stellen das Hakenkreuz und den roten Stern in eine Reihe. Deshalb ist es unter den heutigen Bedingungen, die von derartigen verlogenen Auslegungen erfüllt sind, besonders wichtig, die damaligen Ereignisse klar zu benennen und weder Begriffe zu verfälschen noch Sinnzusammenhänge zu verdrehen.

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

19.04.2026

Der gute HirteAndacht zum Sonntag Micericordias Domini

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Andacht vom 19. April 2026

Gerade in diesen Tagen frage ich mich, ob Menschen grundsätzlich einen Hirten wollen oder ob es eher das Bedürfnis von Einzelnen ist, so ein Hirte zu sein.

Psalm 23 singt davon, dass Gott unser Hirte ist. Ganz sicher einer der populärsten Texte aus unserer Bibel. Jesus benutzt das Bild des Hirten an mehreren Stellen. 

Der gute Hirte ist eines der religiösen Bilder, das auch heute noch trägt. Die Darstellung von Jesus als Hirten, der ein Schaf auf seinen Schultern nach Hause trägt, empfinden wir vielleicht schon als kitschig. Aber die Worte aus Psalm 23 sind nach wie vor lebendig. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln...

Das ist erstaunlich, weil die Bilder des Psalms nicht unserer eigenen Lebenswirklichkeit entstammen. Hirten und Schafe bekommen wir nur in seltenen Fällen zu sehen. Die schwierige Suche nach Weideplätzen und die Bedrohungen der Schafe kennen wir allenfalls aus Dokumentarfilmen.
Umso mehr haben die Bilder vom Hirten und seiner Herde – und natürlich jedem einzelnen Schaf – wohl mit der inneren Welt zu tun. Dem Wunsch, nicht verloren zu gehen und getragen zu sein. Der Hoffnung, dass sich jemand um mich kümmert, der Sehnsucht nach Geborgenheit. Das Bild des Hirten ist – wohl auch durch kirchliches Predigen – inzwischen verklärt.

Jesus, der grundsätzlich gerne und oft Wertevorstellungen auf den Kopf stellt, wertet die Arbeit der Hirten auf. Er betont dabei die Fürsorge der Hirten für ihre Herdentiere.

Wer ist uns ein Vorbild? Sind das Menschen, denen wir begegnet sind? Sind es historische Persönlichkeiten? Und wie groß ist unser Abstand zu diesen Vorbildern? Wie unerreichbar ist das, worin sie uns ein Vorbild sind, für uns? Kritisch gefragt: Wie hilfreich sind uns diese Vorbilder?

Kinder haben in ihren Eltern Vorbilder. So lernen Kinder. Sprechen und Essen. Laufen und Streiten. Vorbilder – auch und gerade in der Erziehung – können keine strahlenden Alleskönner sein. Da geht es um glaubwürdiges Vorleben. Nicht nur Kinder brauchen das.

Wir brauchen Menschen in der Familie, in der Gesellschaft, auch in der Gemeinde, die sich persönlich einbringen und zur Verfügung stellen. Im griechischen Urtext steht für Vorbild das Wort "Typos". Wir brauchen solche Typen, an die sich diejenigen, die von ihnen geprägt sind, später gern wieder erinnern! An denen man sich orientieren kann. An denen man lernen kann, wie man lebt. Wie man auch ein Scheitern überleben kann.

Vorbilder können eigentlich erst dann hilfreich sein, wenn ihr Tun für mich auch erreichbar ist. Sodass ich nicht auch noch an meinen Vorbildern scheitern muss. Wenn also mein Vorbild ein Schaf ist, wie ich selbst eines bin.

Amen.

Biblischer Text, 1. Petrusbrief 2, 21b - 25

Denn dazu seid Ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für Euch und Euch ein Vorbild hinterlassen, dass Ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand, der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid Ihr heil geworden. Denn Ihr wart wie irrende Schafe; aber Ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof Eurer Seelen.

Jakob Kampermann



landeskirche-hannovers.de, Seite besucht am 19. april 2026, 8:21 Uhr


Info: https://www.landeskirche-hannovers.de/presse/andachten/2026/04/19-der-gute-hirte


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19.04.2026

Nachrichten von Pressenza: Luis Silva: Ein Leben für Menschlichkeit und Gewaltfreiheit

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 19. April 2026, 7.15 Uhr

Nachrichten von Pressenza - 19.04.2026
Luis Silva: Ein Leben für Menschlichkeit und GewaltfreiheitJuana Pérez Montero
Pressenza
Ein Andalusier, der tief mit seiner Heimat verbunden war, aber eine universelle Vision besaß, hat uns verlassen. Das Interview von Álvaro Orús weiter unten Der Humanist Luis Silva García (1964–2026) hat uns verlassen – in einen anderen Raum und eine…
Europa, Frieden und Abrüstung, Gewaltfreiheit, Humanismus und Spiritualität
Nein zum Beitritt der Schweiz zum Zentrum für multinationale HelikopterausbildungPressenza Zürich, Schweizerische Friedensbewegung SFB
Pressenza
Nein zum Beitritt der Schweiz zum Zentrum für multinationale Helikopterausbildung Gemäß einer Mitteilung des Bundesrates vom 10. April ist die Schweiz dem Zentrum für multinationale Helikopterausbildung (MHTC) beigetreten. Das MHTC ist eine militärische Organisation, die im Zusammenhang mit dem neuen…
Europa, Frieden und Abrüstung, Politik, Pressemitteilungen
Ungarn: EU vs MAGAGERMAN-FOREIGN-POLICY.com, BRÜSSEL/WASHINGTON/BUDAPEST
Pressenza
Die ungarische Wahl war Schauplatz eines offenen Machtkampfs zwischen EU und USA. Beide griffen massiv in den Wahlkampf ein – mit gegensätzlichen Interessen. (Eigener Bericht) – Deutschland und die EU haben sich im Machtkampf um Ungarn gegen die Trump-Administration durchgesetzt.…
Europa, Politik
Rassistische Morde und Gewalt sind keine Einzelfälle – Gerechtigkeit für Yosef und alle anderenUntergrund-Blättle
Pressenza
Im Januar diesen Jahres wurde Yosef, ein 14-jähriger schwarzer Junge aus Eritrea, in der nordrhein-westfälischen Stadt Dormagen tot aufgefunden. Schnell war klar: Es handelt sich um ein Tötungsdelikt. Mittlerweile konnte ein Tatverdächtiger ausgemacht werden. Offenbar ein 12-jähriger deutscher Mitschüler von…
Europa, Menschenrechte, Politik
Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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18.04.2026

Russlands Botschafter im Theater OST

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. April 2026, 18:38 Uhr


Russlands Botschafter im Theater OST:
„Mit wem sollen wir einen Krieg anfangen?“
Hier zum Mitschnitt  der Veranstaltung:: https://www.youtube.com/watch?v=JeQVMOwjbq8


RTDE 18.4.2026

Russlands Botschafter Netschajew:
Wir haben überhaupt keine Probleme mit dem deutschen Volk

Russlands Botschafter Sergej Netschajew präsentierte sich in Berlin als Teilnehmer einer Diskussionsrunde zu den deutsch-russischen sowie den internationalen Beziehungen. Das Publikum erhielt die Chance, direkte Fragen zu stellen.

Russlands Botschafter Sergej Netschajew ist der Einladung des "KulturKreis Pankow" gefolgt, in einem Berliner Theater mit der Journalistin Gabriele Krone-Schmalz und der Politologin Petra Erler zu diskutieren sowie auf Fragen des Publikums zu reagieren. Moderiert wurde das Panel von dem Journalisten Tilo Gräser. Der Diplomat Netschajew reagierte auf eine Publikumsfrage, die die medial geschürten Ängste vor einer angeblichen russischen Expansions- und Kriegsabsicht widerspiegelte, mit der Antwort: "Mit wem sollen wir einen Krieg anfangen?"

Die Veranstaltung mit dem russischen Botschafter Sergej Netschajew war ausverkauft, wie die Berliner Zeitung feststellte. Ein Mitschnitt der rund zweistündigen Gesprächsrunde ist auf YouTube verfügbar. Die Berliner Zeitung konstatiert zudem, dass sich die meisten Publikumsfragen an den Diplomaten richteten.

Vor der Frage- und Gesprächsrunde zitierte Diskussionsleiter Gräser den von der EU sanktionierten Militäranalysten Jacques Baud, der in seinem aktuellen Buch daran erinnert, dass "Europa seit dem Jahr 2014 alle möglichen Hindernisse für ein Abkommen mit Russland aufgebaut" habe. Die Veranstaltung trug den Titel "Verständigung zwischen Ost und West – Mehr Diplomatie wagen".

Auf die Eingangsfrage an Netschajew nach dem aktuell desaströsen politischen Verhältnis zwischen Moskau und Berlin führte der Botschafter unter Verweis auf den internationalen Kontext aus:
"Wir verfolgen eine ziemlich enttäuschende Dynamik. Wir sehen, dass einige westliche Länder, die früher unsere guten Partner waren, eine absolut einseitige Position eingenommen haben in diesem Konflikt mit der Ukraine. Eine absolut eindeutige ukrainische und antirussische Position eingenommen, mit dem Ziel, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen."

Und weiter:
"Der Sanktionsdruck gegen Russland ist absolut einmalig: über 30.000 Sanktionen verschiedener Art, obwohl wir nicht viel verlangen. Wir wollten diesen Krieg nicht und wir haben mehrmals versucht, unsere Vorschläge zur Friedensregelung und zur Regelung der Situation in der Ukraine vorzuschlagen."

Der Botschafter erläuterte dem Publikum anschließend die andauernden Hürden und Belastungen für Russland, die im Wesentlichen auf die jahrelange massive finanzielle und militärische Unterstützung der NATO-Verbündeten für die Machthaber in Kiew zurückgehen.

Auf eine Frage nach der Verweigerungshaltung des Westens, jegliche direkte Gesprächskanäle mit Moskau zu suchen, und warum es "den westlichen Regierenden in Berlin und anderen westlichen Hauptstädten heute so schwerfällt", mehr zuzuhören und Respekt walten zu lassen, erklärte Netschajew den Anwesenden:
"Wir verzichten nicht auf den Dialog und sind immer gesprächsbereit mit allen, die es richtig wollen. Auf … Augenhöhe und konstruktiv. Wenn es darum geht, uns die Leviten zu lesen, dann geht es nicht, ganz bestimmt nicht. [Nur] konstruktive Vorschläge können akzeptiert werden."

Die Berliner Zeitung fasst den Verlauf des Abends folgendermaßen zusammen:
"Netschajew schlug auf dem Podium einen demonstrativ ruhigen Ton an. Mehrfach forderte er das Publikum auf: 'Seien Sie etwas optimistisch, meine Damen und Herren'. Spekulationen über einen russischen Angriff auf NATO-Staaten in den Jahren 2029 oder 2030 wies er zurück: 'Mit wem sollen wir einen Krieg anfangen?'."

Zum Status quo des ruhenden Kontakts mit den Hauptstädten der "Koalition der Willigen" lautete die Antwort:
"Das ist schade. Mit einigen Politikern haben wir seit einem Jahr, mehr als seit einem Jahr, überhaupt nicht gesprochen. Kein Wort. Tut mir leid, aber wir werden uns nicht aufdrängen. Wir haben gute Gesprächsbereitschaft, aber aufdrängen werden wir uns nicht. Wer will? Bitte."

Zu den aktuell eingestellten Konsultationen mit Washington führte der Botschafter aus:
"Natürlich gibt es entsprechende Voraussetzungen, was die NATO anbetrifft, was die russischsprachige Bevölkerung anbetrifft. Dafür brauchen wir Diplomatie … unter gewissen Bedingungen. Jetzt sind die US-amerikanischen Kollegen beschäftigt mit sich und anderen Dingen. Sie waren gute Vermittler, haben alles versucht, mit guten Leistungen."

Im Rahmen der Möglichkeit für das Publikum, direkte Fragen an die Panel-Teilnehmer zu stellen, führte der Diplomat laut der Berliner Zeitung aus, dass Russland keine neuen Gebiete brauche: "Rare Erden haben die Europäer wenig, Erdgas auch." Weiter heißt es:
"Sein Satz 'Eigentlich haben wir überhaupt keine Probleme mit dem deutschen Volk' wurde mit Applaus quittiert. Netschajew griff die Reaktion auf: Das Publikum klatsche, weil es selbst nicht aus Europa verschwinden wolle – ebensowenig wie Russland."

Befragt zu den weiteren Kontakten in das Regierungsviertel in Berlin sagte Netschajew, dass Moskau generell in der Vergangenheit "mit allen demokratischen Parteien eine gemeinsame Sprache gefunden habe". Ob "rot, schwarz, blau, violett, wie sie alle heißen", so der russische Botschafter.

Auf die Frage nach der Mitverantwortung Russlands am heutigen Status quo in der Kriegsregion verwies Netschajew der Berliner Zeitung zufolge auf den "Putsch in Kiew 2014, das Verbot der russischen Sprache und der russisch-orthodoxen Kirche in der Ukraine" sowie auf die "nicht umgesetzten Minsker Vereinbarungen von 2015".

Russland habe dabei zuletzt am 15. Dezember 2021 den USA, den NATO-Staaten und der OSZE umfassende Sicherheitsvorschläge unterbreitet, jedoch "ohne Resonanz".

Vor dem Gebäude habe sich vor der Veranstaltung "eine kleine Kundgebung von rund zehn Personen formiert", wie die Berliner Zeitung abschließend anmerkt.

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.04.2026

BRD/EU: Wer nicht spurt, der soll auch nicht essen

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. April 2026, 18:39 Uhr


(…) Wer dieses Sanktionsregime mitträgt, der ist verantwortlich für den Übergang in offen tyrannische Verhältnisse in der EU und in Deutschland. Und jeder Journalist, der den Sanktionen nicht aktiv widerspricht, ist genau der Duckmäuser, zu dem die neuen Tyrannen der EU jeden kritischen Geist erniedrigen wollen. (…)


Berliner Zeitung 18.4.2026

Politische Willkür: Wer nicht spurt, der soll auch nicht essen

In der BRD und EU ist es offizielle Politik, die freie Rede zu unterdrücken und gut sichtbare Abweichler vom politischen Leitdiskurs wirtschaftlich zu bedrängen.

Michael Andrick

Das deutsche Regime, das ich vor einem Jahr hier beschrieben habe, muss jetzt im EU-Kontext gesehen werden. Wir blicken erst auf Deutschland, dann auf die EU-Ebene. Dort wird mit willkürlichen Sanktionen gegen Journalisten mit Zustimmung der Bundesregierung gerade ein offen tyrannisches Handeln erprobt. Es entscheidet sich jetzt, ob der Vorrang jedes Bürgers und seiner Rechte vor den Machtinteressen staatlicher Akteure, der der europäischen Zivilisation zugrunde liegt, bei uns noch Bestand hat.

Deutsche Wissenschaftsunfreiheit

Die wirtschaftliche Bedrängung von Bürgern aufgrund von rechtmäßigen, aber als politisch „unkorrekt“ gesehenen Meinungsäußerungen ist in Deutschland an der Tagesordnung. Mehr und mehr Fälle der willkürlichen, manchmal wiederholten Kündigung von Bankkonten bei regierungskritischen Journalisten sind in faktenreichen Artikeln, etwa in der Berliner Zeitung, der Epoch Times oder im Multipolar-Magazin, im Detail nachzuvollziehen – während alle anderen Zeitungen darüber schweigen. Der Bundestag diskutierte das Phänomen im Sommer 2025.


Dutzende Fälle der beruflichen Zurücksetzung bis zur Entlassung belegten die Wissenschaftlerinnen Heike Egner und Anke Uhlenwinkel gerade in ihrem Buch „Wer stört, muss weg!“ für deutsche Universitäten. In der Zeitschrift des Verbandes Hochschule und Wissenschaft im Deutschen Beamtenbund (VHW, 01/2026) zogen sie meinen wertneutral bestimmten Begriff von Regime (Berliner Zeitung, 03.05.2025) als Hilfsmittel ihrer Analyse heran.


Als Merkmale des spezifisch deutschen Regimes nannte ich damals: politische Willkür in der Justiz, Postenhoheit über Einflusszentren, enge Kontrolle des Leitdiskurses und eine realitätsferne Ideologie innerer und äußerer Bedrohung. Egner und Uhlenwinkel erkennen diese Struktur im universitären Biotop an den untersuchten Einzelfällen wieder.

Beamte und Diskurs auf Linie bringen

Die Mitwirkung von Bundesbeamten an Maßnahmen, mit denen als missliebig eingestufte Personen wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden sollen, ist jedoch keineswegs gesichert. Beamte sind dem Grundgesetz verpflichtet und können sich jederzeit auf dessen Schutz berufen. Es bedurfte daher zusätzlich einer wirksamen Drohkulisse, um auch Bundesbeamte gefügig zu machen.

Folglich hat Innenministerin Faeser 2024 die Bundesbehörden ermächtigt, missliebige Beamte schlicht rauszuwerfen: „Künftig werden alle Disziplinarmaßnahmen, einschließlich der Entfernung aus dem Dienst, durch Disziplinarverfügung der zuständigen Behörde ausgesprochen. Das langwierige verwaltungsgerichtliche Disziplinarklageverfahren entfällt.“

Das wirkt in zwei Richtungen: Beamte, die als „Verfassungsfeinde“ und „Extremisten“ gebrandmarkt worden sind – was bei solchen moralisch aufgeladenen Kampfbegriffen ein Willkürakt ist –, können entlassen werden. Und solche Beamte, die sich der Verfolgung angeblicher „Verfassungsfeinde“ und „Extremisten“ verweigern, geraten selbst ins Visier.


Derweil wurden Politikerbeleidigungen 2021 unter verschärfte Strafe gestellt, was u.a. Baerbock, Habeck und Merz für Hunderte Klagen gegen Bürger nutzen, die teils von regierungsfinanzierten Agenturen gegen „Hass und Hetze“ vorangetrieben werden.

„Die Auflösung der Ordnung beginnt mit der Verwirrung der Begriffe“, sagt Konfuzius, und wir fügen hinzu: Die Tyrannei beginnt mit der juristischen Verwendung und richterlichen Akzeptanz moralisch aufgeladener Kampfbegriffe wie „Hass und Hetze“ oder „Extremist“ als Rechtsbegriffe.

Gekaufte Einheitlichkeit und Rüge von der UN

Begleitend werden 200 Millionen Euro jährlich allein im Programm „Demokratie leben!“ ausgegeben, um gesellschaftliches Engagement zu kaufen – und so das Feld des öffentlich Gesagten dem von der Regierung gewünschten Meinungs- und Faktenkorridor möglichst anzugleichen.

Dazu tragen auch Konstrukte wie Campact e.V. bei. Die nach eigener Aussage „grundsätzlich parteipolitisch neutrale“ Kampagnenplattform spendete allein 2024 fast 750.000 Euro direkt an Grüne, SPD und Linke und zahlte 325.000 Euro an die linke Antonio-Amadeu-Stiftung (wie Cicero berichtet).

In diesem Klima ist viel Mut erforderlich, etwas ganz anderes zu sagen als die scheinbar meisten. Die traditionellen Regierungsparteien haben sich einen Apparat geschaffen, um die freie Rede der Bürger juristisch und diskursiv einzuschüchtern. Nur noch 46 Prozent der Deutschen meinen laut Allensbach, ihre Meinung frei äußern zu können, ohne Repressalien befürchten zu müssen.

Irene Khan, Sonderberichterstatterin der UN zur Meinungsfreiheit, hat nach ihrem Deutschlandbesuch denn auch festgehalten, dass die rot-grün-schwarze Politik der letzten Jahrzehnte „im Widerspruch zu internationalen Menschenrechtsnormen“ steht und „Stigmatisierung und Selbstzensur“ fördert. Das sind die Verhältnisse im deutschen Regime „Unsere Demokratie“.

EU-Sanktionen: Der Schritt in die Tyrannei

Seit Mai 2025 ist die EU in Gestalt des Europäischen Rates dazu übergegangen, nicht nur EU-Ausländer willkürlich zu sanktionieren, d.h. auf Deutsch: zu bestrafen – für die Verbreitung dessen, was EU-Beamte selbst als „Desinformation“ betrachten. Und die deutschen Politiker aller Regierungsparteien stützen dies.

Dass Russen, Weißrussen und Angehörige anderer geopolitisch gerade kritisch beäugter Nationen sowie ihre Firmen mit immer neuen „Sanktionspaketen“ traktiert werden, ist allgemein bekannt. Die USA ruinieren seit Jahrzehnten mit solchen Paketen ganze Volkswirtschaften, etwa die Kubas oder früher die des Irak – und auch hier werden immer einzelne Personen identifiziert, deren Vermögenswerte „eingefroren“ und deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Zudem wird meist auch ein Bann ausgesprochen, mit diesen Personen oder ihren Firmen Geschäfte zu machen.

Nun treffen solche Sanktionen, die laut Gutachten der ehemaligen Richterin am EU-Gerichtshof Ninon Colneric einen „zivilrechtlichen Tod“ bezwecken und u.a. die EU Grundrecht-Charta verletzen, erstmals EU-Bürger direkt: Alina Lipp, Thomas Röper, Hüseyin Doğru und den Schweizer Jacques Baud.

Man darf sie nicht mehr beschäftigen oder materiell unterstützen. Ihre Konten werden eingefroren, sie dürfen in der EU nicht reisen. Sie sind damit wirtschaftlich handlungsunfähig, offiziell geächtet und haben Schwierigkeiten, ihr Überleben zu sichern.

Willkürliche außerrechtliche Brandmarkung

Wie wird das genau begründet? Alina Lipp und Thomas Röper z.B. werden mit demselben Textbaustein in die Acht getan: Sie haben laut EU-Sanktionsbeschluss, „systematisch Fehlinformation über Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine verbreitet, die ukrainische Regierung delegitimiert, insbesondere in Hinblick auf die Manipulation der deutschen öffentlichen Meinung bezüglich der Unterstützung für die Ukraine.“

Übersetzt von Bürokratisch ins Deutsche heißt das: Wer welche Verantwortung im Ukraine-Krieg trägt, ob ein seit 2024 wegen Wahlverschiebung nicht mehr vom Volk bestätigter ukrainischer Präsident noch demokratisch legitimiert ist, ob die Ukraine unterstützt werden sollte: All das soll nicht mehr offen diskutiert werden in Europa.

Abweichung von der offiziellen Linie wird willkürlich als „Desinformation“ bezeichnet – und wer solche verbreitet, dem wird schwerster Schaden zugefügt. Kein richterlicher Beschluss spielt hier eine Rolle, keine Anhörung, nichts, was an einem Ort üblich wäre, wo das Recht statt fürstlicher Willkür regiert.

Sprachlos macht der Fall Hüseyin Doğru. Der Vater dreier Kinder wurde 1983 in Berlin geboren, ist deutscher Staatsbürger und Journalist. Er schreibt über Themen, die manche in der EU schwitzen machen, wie israelische Kriegsverbrechen und palästinensischen Protest gegen den Krieg in Gaza. Dafür nennt ihn die EU jetzt einen „Desinformationsakteur“.

Sanktionierte müssen wie Bettler um „humanitäre Ausnahmen“ ersuchen, um zu überleben. 506 Euro monatlich hat die für Finanzsanktionen zuständige Bundesbank Doğru für die „grundlegenden Bedürfnisse“ seiner fünfköpfigen Familie freigegeben. Das Amtsgericht Frankfurt am Main wies seinen Eilantrag dagegen ab, da die Einschränkungen „in der Natur der Sache“ lägen. Als die Tageszeitung Junge Welt Doğru einstellen wollte, unterband die Bundesbank das als verbotene wirtschaftliche Beihilfe. Wer der Familie Doğru Nahrungsmittel spendet, der macht sich Stand heute strafbar.

Der deutsche Außenminister gehört zum verantwortlichen EU-Ministerrat. Sein Sprecher Josef Hinterseher hat auf die Nachfragen des Journalisten Florian Warweg von der Ostdeutschen Allgemeinen mehrfach geäußert, dass die Bundesregierung diese Willkürakte gegen Journalisten voll unterstützt.

Und er droht ganz offen allen, die in Europa weiter frei sprechen wollen: „Denjenigen, die das Sanktionsregime unterlaufen, muss bekannt sein, dass das Ganze mit Kosten verbunden ist und womit dann zu rechnen ist.“

Wer dieses Sanktionsregime mitträgt, der ist verantwortlich für den Übergang in offen tyrannische Verhältnisse in der EU und in Deutschland. Und jeder Journalist, der den Sanktionen nicht aktiv widerspricht, ist genau der Duckmäuser, zu dem die neuen Tyrannen der EU jeden kritischen Geist erniedrigen wollen.

Michael Andrick ist Philosoph, Kolumnist der Berliner Zeitung und Bestseller-Autor („Im Moralgefängnis“). Sein erster Essay- und Aphorismenband „Ich bin nicht dabei – Denk-Zettel für einen freien Geist“ erschien 2025.


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18.04.2026

USA verlassen alle Militärbasen in Syrien

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. April 2026, 18:39 Uhr

RTDE 17.4.2026

Übergabe erfolgt: USA verlassen alle Militärbasen in Syrien

Die USA haben die Übergabe all ihrer wichtigen Militärstützpunkte in Syrien abgeschlossen und beenden damit ihre über zehnjährige Präsenz im Land, die einst offiziell mit dem Kampf gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) begründet wurde. 

Wie das syrische Außenministerium in einer Erklärung mitteilte, hätten die US-Streitkräfte alle Militärstützpunkte übergeben, auf denen US-Soldaten stationiert waren. Dies spiegele die "Übernahme der vollen Verantwortung für die Terrorismusbekämpfung und die Bewältigung regionaler Bedrohungen auf seinem Territorium" wider, heißt es in der Erklärung.

Das US-Zentralkommando bestätigte und erklärte, es habe "die Übergabe aller unserer wichtigen Stützpunkte in Syrien abgeschlossen." Ein US-Militärvertreter sagte laut der New York Times, die amerikanischen Streitkräfte träten nun in eine neue Phase der militärischen Zusammenarbeit in Syrien ein, ohne permanente Stützpunkte. Diese werde voraussichtlich Ausbildung, Beratung, Aufklärung und möglicherweise logistische Unterstützung für die syrischen Sicherheitskräfte umfassen, insbesondere bei Operationen gegen den IS. 

"Die US-Streitkräfte unterstützen weiterhin die von Partnern geführten Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung, die unerlässlich sind, um den IS endgültig zu besiegen und die regionale Sicherheit zu stärken", heißt es in der Erklärung des US-Zentralkommandos.

Der schrittweise Abzug der US-Truppen aus Syrien begann vor einem Jahr, als das Militär drei seiner acht kleinen Stützpunkte im Nordosten des Landes schloss. Zuvor hatte Präsident Trump erhebliche Zweifel an der Stationierung von Truppen im Land geäußert. Monatelang war jedoch unklar, ob die US-Streitkräfte Syrien vollständig verlassen würden.

Für den syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa ist der Abzug ein politischer Erfolg in dem Bemühen seiner Regierung, die volle Kontrolle über das Land zu festigen. Nach dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad Ende 2024 hatte Al-Scharaa, der unter dem Kampfnamen "Al-Julani" den syrischen Al-Qaida-Ableger ("Nusra-Front") geführt hatte und von den USA per Steckbrief gesucht wurde, als "Übergangspräsident" die Macht in Damaskus übernommen.

Im November 2025 wurde Al-Schaara von Trump im Weißen Haus empfangen. Dort unterzeichnete er Syriens Beitritt zur US-geführten Koalition zur Bekämpfung des IS. Im Februar bezeichnete der IS ihn als "Wachhund" der USA und kündigte eine neue Phase der Operationen in Syrien an.

Wie der ehemalige Anti-Terror-Chef der Trump-Regierung, Joe Kent, vergangenen Monat einräumte, hat Washington syrische Terrorgruppen bewaffnet, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Dabei hätten die USA direkt mit Al-Qaida und dem IS kooperiert, um den Sturz von Assad voranzutreiben, so Kent, der kürzlich aus Protest gegen den Iran-Krieg von seinem Posten als Leiter des US-amerikanischen National Counterterrorism Center zurückgetreten war.

Der IS sei schließlich "außer Kontrolle" geraten, sodass die USA "zurückkehren und den von uns gelegten Flächenbrand erneut löschen mussten", sagte Kent mit Blick auf die US-Besetzung von Teilen Syriens unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung.

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.04.2026

Wenn der Täter sich zum Richter erhebt

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freidenker.org18. April 2026

Einige Anmerkungen zur Einführung der Todesstrafe für palästinensische „Terroristen“ in Israel von Arn Strohmeyer

Wer es bisher immer noch nicht geglaubt oder sogar abgestritten hat, dass Israel ein Apartheidstaat ist, jetzt hat er den endgültigen Beweis dafür. Der zionistische Staat hat die Todesstrafe eingeführt – aber nur für Palästinenser! So neu und umwerfend ist die Nachricht allerdings gar nicht. Denn wenn Soldaten, Polizisten oder Siedler bisher Palästinenser erschossen, gingen sie so gut wie immer straflos aus. Palästinensisches Leben ist eben in dem Staat, der sich auf das „Nie wieder!“-Vermächtnis des Holocaust beruft, nichts wert. Die indirekte Todesstrafe gibt es also in Israel schon lange. Dazu kommt etwas anderes, das auch ein Beleg für Apartheid ist: In Israel ist die Folter für Juden verboten, aber für Palästinenser erlaubt!

Der Todesstrafen-Beschluss des israelischen Parlaments ist selbst für westliche, mit Israel eng befreundete Staaten offensichtlich ein nicht hinnehmbarer Skandal, denn es hagelte Proteste von allen Seiten. Selbst die Bundesregierung mit Außenminister Johann Wadephul an der Spitze, die sonst hinter allem steht, was Israel tut – selbst hinter dem Genozid in Gaza – , schloss sich der Kritik an. Vermutlich fürchtet man auch in Berlin um Israels Image, das durch seinen Völkermord und seine zurzeit stattfindenden Kriege gegen die umliegenden Staaten (verbunden mit weiterem Landraub) sowie durch seinem im Inneren stattfindenden Marsch in Richtung rechtsextremer Diktatur (wenn nicht gar Faschismus) so ramponiert ist, dass man sich ernste Sorgen um den engen Bündnispartner macht. Und natürlich hat man auch Angst, dass der Antisemitismus deshalb weiter ansteigt – oder das, was man hierzulande Antisemitismus nennt, denn in Wirklichkeit stehen ja gar nicht die Juden in der Kritik, sondern die Politik des zionistischen Staates.

Die Einführung der Todesstrafe für palästinensische „Terroristen“ ist eigentlich ein absurder Widerspruch. Hier maßt sich ein Staat an, der selbst permanent furchtbare Verbrechen begeht und unter dem Verdikt des Staatsterrorismus steht, „Terroristen“ zu verurteilen, die nach dem Völkerrecht gar keine Terroristen sind. Denn nach dem Völkerrecht ist Widerstand gegen eine Besatzung – auch mit Gewalt – völlig legal, es darf nur die Zivilbevölkerung dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Israels Terrorismusbegriff ist also höchst fragwürdig, weil sich hier der Täter zum Richter erhebt. Genau gesehen ist dieser Terrorismus-Begriff völkerrechtswidrig – also ein Fall für die internationale Gerichtsbarkeit. Leider hat sich die Völkergemeinschaft noch nicht auf einen gemeinsamen Begriff für Staatsterrorismus einigen können.

Jeff Halpers Definition von Staatsterrorismus

Der israelische Anthropologe Jeff Halper hat aber schon vor Jahren klare Worte zu dem von Israel begangenen Staatsterrorismus formuliert: „Wichtig ist, dass sowohl ‚Araber‘ als auch Juden als vor-staatliche Milizen – und die Palästinenser/innen befinden sich immer noch in dieser Phase – ihre Zuflucht zum Terrorismus nahmen, den beide Seiten als eine effektive, sogar ausschlaggebende Strategie zur Erreichung politischer Ziele ansahen. Wichtig ist es festzuhalten, dass die jüdische Zuflucht zum Terrorismus 1948 nicht endete. Er wurde nur umgewandelt in eine Politik des Staates und als Methode in Israels offizielle Streitkräfte integriert. Die gewaltsame Ent-Arabisierung und Judaisierung des Landes Israel/Palästina, die massiven Häuserzerstörungen von 1948 bis heute, sowohl in Israel als auch in den besetzten Gebieten, ein vierzig Jahre (und länger) dauernder Krieg gegen Zivilisten/innen, um eine Besatzung auf ewig zu verlängern, wiederholte und rücksichtslose Angriffe auf den Libanon einschließlich der fern ‚gesteuerten‘ Massaker von Sabra und Schatila, eine Jahrzehnte währende Praxis der Ermordung palästinensischer Führungskräfte, die die Palästinenser einer effektiven politischen Führung beraubte – diese und andere Strategien und Aktionen machen den Israelischen Staatsterrorismus aus.“

Unter Bezug auf das Völkerrecht fährt Halper fort: „Das humanitäre Völkerrecht, im Besonderen die IV. Genfer Konvention, misst dem Schutz und dem Wohlergehen einer Zivilbevölkerung unter Besatzung eine besondere Bedeutung zu. Israel versucht, diese Verantwortung in vielfältiger Weise zu umgehen, sogar indem es die Tatsache der Besatzung selbst in Abrede stellt. Mit dem Ausbruch der zweiten Intifada boten sich ihm neue Möglichkeiten, Beschränkungen seines militärischen Vorgehens zu vermeiden. Israel erklärte die Intifada knapp als unterhalb der Kriegsschwelle und berief sich auf ein im Völkerrecht unbekanntes Konzept des ‚kriegsähnlichen Konflikts‘“.

Und weiter schreibt Halper: „Unterdrückte Völker haben nach dem Völkerrecht das Recht auf Widerstand, selbst auf bewaffneten Widerstand, wobei allerdings Angriffe auf Zivilisten ausgeschlossen sind. Der Begriff des „kriegsähnlichen Konflikts“ denunziert alle Formen des Widerstandes als ‚Terrorismus‘, gar als kriminelle Handlungen, wodurch das palästinensische Menschenrecht auf Selbstbestimmung praktisch aufgehoben wird. Dieses Konstrukt enthebt Israel jeder Verantwortung für Staatsterrorismus, für Angriffe auf die zivile Bevölkerung, die nach dem Völkerrecht auch dem Besatzer verboten sind.“

Halper fährt fort: „Seine Erfindungsgabe stellt dem Militär einen unbeschränkten Freibrief aus, alles unter dem Deckmantel eine ‚kriegsähnlichen Konflikts‘ ohne jede Zurückhaltung oder Verantwortlichkeit zu sehen. Palästinensische Politiker und alle, die legitimen Widerstand leisten, können so ‚legal‘ ermordet werden, wobei die Tötung von Zivilisten als Kollateralschäden gerechtfertigt wird. Unter denselben Vorzeichen können Tausende von Palästinensern festgenommen und unbefristet eingesperrt werden, ohne dass ihnen der Status und die Rechte von Kriegsgefangenen zugestanden würden. Unglücklicherweise ist das internationale Staatensystem noch nicht so weit entwickelt, dass seine Gesetze durchgesetzt werden könnten, sodass es außer Israel für seine Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, wenig gibt, was wir tun könnten, um seine Übergriffe zu beenden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Arn Strohmeyer lebt und arbeitet als Journalist und freier Schriftsteller in Bremen und ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes

Der Text wurde zuerst am 31.03.2026 per E-Mail verbreitet


Bild oben: Das Gebäude der Knesset, des israelischen Parlamentes, bei Nacht. Hier wurde das Gesetz über die Todesstrafe beschlossen.



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18.04.2026

Meomarandum Menschrechtskommissar u Menschenrechtsbericht Rüstung

aus e-mail von Karin Gerlich, 18. April 2026, 17:23 Uhr


Liebe Kolleginnen und Kollegen, 


Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Michael O’Flaherty, Stellungnahme Memorandum mit Deutschland hart ins Gericht gegangen. In seiner zehnseitigen Stellungnahme kritisiert der Ire "unangemessene Einschränkungen" der Versammlungsfreiheit in Deutschland sowie eine übermäßige Gewaltanwendung durch die Polizei bei Protesten. Deutschland müsse sicherstellen, dass das Recht auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung für alle Mitglieder der Gesellschaft uneingeschränkt geachtet und der zivilgesellschaftliche Raum geschützt werde. ⁠⁠Im Blick hat O’Flaherty dabei vor allem pro-palästinensische Kundgebungen. In Bezug auf Debatten über Rechte von Palästinensern und Kritik an der israelischen Regierung warnt der Kommissar zudem vor unverhältnismäßigen Einschränkungen der Meinungsfreiheit. 

Er verweist darauf, dass in Deutschland nur 1 Prozent aller angemeldeten Versammlungen verboten werden, 41 Prozent dieser Verbote aber Palästinademos betreffen.

Vor allem im Oktober und November 2023 verboten mehrere Städte und Bundesländer Palästinademos teils präventiv. Das Land Berlin etwa verwies dabei auf Risiken „antisemitischer Äußerungen, der Verherrlichung und Anstiftung zu Gewalt“, gestützt auf „Erfahrungen aus früheren Jahren“.

O’Flaherty hält dem entgegen, dass sowohl nach den Standards des Europarats als auch der OECD „bloße Verdachtsmomente, Befürchtungen oder Vermutungen nicht ausreichen, um im Vorfeld Einschränkungen von Versammlungen zu rechtfertigen“.

Besorgt zeigte sich der Europaratskommissar, dass in Deutschland die Kritik an der Politik des Staates Israels zunehmend als Antisemitismus bewertet werde, was in bestimmten Fällen wiederum zu unverhältnismäßigen Maßnahmen seitens deutscher Behörden führe. ⁠⁠Ein Grund dafür sei, dass Deutschland die sogenannte IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus in bestimmten Situationen falsch anwende bzw. zu weit auslege. Zudem beruft sich O'Flaherty darauf, dass im Zusammenhang mit Solidaritätsaktivitäten für Palästina Einwanderungs- und Aufenthaltsgesetze als Mittel zur Kontrolle der Meinungsäußerung eingesetzt würden. Memorandum im Anhang und zusätzlich die Langfassung des Menschenrechtsberichtes und hier abSeite 139 der Rüstungsbericht


 Grüße Karin Gerlich


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Weiteres: 




Memorandum Meinungsfreiheit in Deutschland


aus e-mail von Karin Gerlich, 18. April 2026, 16:19 Uhr


Liebe Kolleginnen und Kollegen, 


Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Michael O’Flaherty, Stellungnahme Memorandum mit Deutschland hart ins Gericht gegangen. In seiner zehnseitigen Stellungnahme kritisiert der Ire "unangemessene Einschränkungen" der Versammlungsfreiheit in Deutschland sowie eine übermäßige Gewaltanwendung durch die Polizei bei Protesten. Deutschland müsse sicherstellen, dass das Recht auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung für alle Mitglieder der Gesellschaft uneingeschränkt geachtet und der zivilgesellschaftliche Raum geschützt werde. ⁠⁠Im Blick hat O’Flaherty dabei vor allem pro-palästinensische Kundgebungen. In Bezug auf Debatten über Rechte von Palästinensern und Kritik an der israelischen Regierung warnt der Kommissar zudem vor unverhältnismäßigen Einschränkungen der Meinungsfreiheit. 

Er verweist darauf, dass in Deutschland nur 1 Prozent aller angemeldeten Versammlungen verboten werden, 41 Prozent dieser Verbote aber Palästinademos betreffen.

Vor allem im Oktober und November 2023 verboten mehrere Städte und Bundesländer Palästinademos teils präventiv. Das Land Berlin etwa verwies dabei auf Risiken „antisemitischer Äußerungen, der Verherrlichung und Anstiftung zu Gewalt“, gestützt auf „Erfahrungen aus früheren Jahren“.

O’Flaherty hält dem entgegen, dass sowohl nach den Standards des Europarats als auch der OECD „bloße Verdachtsmomente, Befürchtungen oder Vermutungen nicht ausreichen, um im Vorfeld Einschränkungen von Versammlungen zu rechtfertigen“.

Besorgt zeigte sich der Europaratskommissar, dass in Deutschland die Kritik an der Politik des Staates Israels zunehmend als Antisemitismus bewertet werde, was in bestimmten Fällen wiederum zu unverhältnismäßigen Maßnahmen seitens deutscher Behörden führe. ⁠⁠Ein Grund dafür sei, dass Deutschland die sogenannte IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus in bestimmten Situationen falsch anwende bzw. zu weit auslege. Zudem beruft sich O'Flaherty darauf, dass im Zusammenhang mit Solidaritätsaktivitäten für Palästina Einwanderungs- und Aufenthaltsgesetze als Mittel zur Kontrolle der Meinungsäußerung eingesetzt würden. Memorandum im Anhang


 Grüße Karin Gerlich


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18.04.2026

Trump verbreitet Fantasien über Iran, Hormuz und angereichertes Uran

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SONAR21 Son of the New American Revolution


seniora.org, 18. April 2026, 18.04.2026 Von Larry C. Johnson - übernommen von larrycjohnson.substack.com - bezahlter Beitrag

Larry Johnson: Die Iraner weichen keinen Millimeter von ihrem Zehn-Punkte-Plan ab


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Am Freitag, dem 17. April 2026, veröffentlichte Präsident Donald Trump auf Truth Social eine Reihe optimistischer Nachrichten (die auch in Interviews erwähnt wurden), in denen er den Krieg zwischen den USA und dem Iran alsweitgehend beendet oder kurz vor einer schnellen Lösung darstellte. Seine Behauptungen konzentrierten sich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, Fortschritte hin zu einem umfassenderen Friedensabkommen und den Einfluss der USA. Die meisten seiner Aussagen wurden vom Iran entschieden zurückgewiesen (siehe Abbildung oben). Hier eine Zusammenfassung seiner verschiedenen Behauptungen vom Freitag:

  • Die „Situation in der Straße von Hormus ist beendet“, und der Iran hat zugestimmt, die Straße von Hormus nie wieder zu schließen . Er beschrieb sie als „völlig offen und bereit für Handel und ungehinderten Schiffsverkehr“.
  • Der Iran entfernt (mit Hilfe der USA) die Minen, die er letzten Monat in der Straße von Hormus verlegt hat.
  • Der Iran hat fast allen (oder „praktisch allen“) seiner Forderungen zugestimmt , einschließlich der Forderung nach einem „endgültigen“ Ende seines Atomprogramms.
  • Der Krieg steht kurz vor dem Ende , und eine endgültige Einigung soll sehr schnell erzielt werden (möglicherweise noch an diesem Wochenende). Er sagte, die meisten Punkte seien bereits ausgehandelt.
  • Nach Bitten pakistanischer Führungskräfte stimmte er einem zweiwöchigen beidseitigen Waffenstillstand (Aussetzung der Bombardierungen/Angriffe) zu , unter der Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormus vollständig öffnet. Trotz der iranischen Erklärung, die Straße sei geöffnet, bleibt die US-Seeblockade iranischer Häfen bis zum vollständigen Abschluss des Abkommens mit dem Iran in vollem Umfang bestehen.
  • Chinas Präsident Xi Jinping ist „ sehr erfreut “ über die Öffnung bzw. rasche Öffnung der Meerenge. Trump behauptete, er tue dies „auch für sie   – und für die Welt“, und diese Situation werde sich „nie wieder ereignen“.
  • China hat zugesagt, keine Waffen an den Iran zu liefern . Trump sagte voraus, sein bevorstehender Besuch in China werde „ besonders “ und „möglicherweise historisch“ sein, und Präsident Xi werde ihn herzlich umarmen .
  • Er bezeichnete die NATO als „ Papiertiger “, der „im Bedarfsfall nutzlos“ sei. Nach der Wiedereröffnung der Meerenge bot die NATO Berichten zufolge Hilfe an, doch Trump wies sie an, sich fernzuhalten, es sei denn, sie wollten lediglich „ihre Schiffe mit Öl beladen“.
  • Er betonte, die USA hätten ihre militärischen Ziele bereits erreicht und übertroffen . Er behauptete, Iran habe nun ein „ neues Regime “, das „weit weniger radikalisiert und deutlich intelligenter“ sei als zuvor, was ein langfristiges Friedensabkommen möglich mache. Er bekräftigte, die USA würden bei der Finalisierung des Abkommens mit Iran „in gemächlichem Tempo“ zusammenarbeiten.

Trumps Hetzkampagne zielte vor allem darauf ab, die Aktien- und Ölmärkte zu manipulieren. Er hatte Erfolg: Der US-Aktienmarkt schoss in die Höhe, während der Ölpreis für zukünftige Kurse deutlich fiel. Anleger glaubten fälschlicherweise, Trump habe die Wahrheit gesagt. Doch er log.

Trumps Behauptung, die Situation in der Straße von Hormus sei beigelegt, ist falsch. Der Iran hat die Straße weiterhin fest im Griff. Der Iran gab bekannt, dass die Straße von Hormus für Handelsschiffe geöffnet sei, die nicht mit den USA oder Israel verbunden sind. Diese Schiffe müssen jedoch weiterhin die Erlaubnis der Revolutionsgarden einholen. Der Iran legte außerdem fest, dass keine Militärschiffe in den Persischen Golf einlaufen dürfen. Hier ist das Foto von marinetraffic.com vom 18. April, 00:20 Uhr Ostküstenzeit. Kein einziges US-Militärschiff ist zu sehen.


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Trump beharrte darauf, dass ein Abkommen mit dem Iran bezüglich seines angereicherten Urans praktisch beschlossene Sache sei. Er behauptete, die USA könnten das iranische Uran mit zahlreichen Baggern bergen und Washington werde „gemeinsam mit dem Iran vorgehen“, um es in die Vereinigten Staaten zu bringen. Der Iran wies diese Behauptung umgehend zurück. Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei erklärte, der Iran werde sein angereichertes Uran unter keinen Umständen weitergeben.

Trump verfolgt eines von zwei Zielen: 1) Er manipuliert die amerikanische Öffentlichkeit, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges abzuschließen, den Sieg zu verkünden und nach Hause zurückzukehren, oder 2) er konstruiert einen Scheinargument, indem er behauptet, ein Abkommen stehe unmittelbar bevor, und dann, wenn die USA die im Zehn-Punkte-Plan dargelegten Forderungen Irans ablehnen, Iran die Schuld für die Verhandlungsverweigerung gibt und bis zum 26. April neue Angriffe auf das Land befiehlt. Angesichts des anhaltenden Zustroms von US-Militärflugzeugen in die Region glaube ich, dass Trump noch vor Ende April neue Angriffe auf Iran anordnen wird. Die Iraner weichen keinen Millimeter von ihrem Zehn-Punkte-Plan ab. Die USA müssen zwei Dinge tun: die Sanktionen gegen Iran aufheben und die eingefrorenen iranischen Vermögenswerte freigeben.

Israel bleibt der Unsicherheitsfaktor. Es scheint, als hätten Trump und seine Regierung Israel erfolgreich zum Waffenstillstand gezwungen. Sollte die Waffenruhe mit der Hisbollah halten und die Waffenruhe zwischen den USA und Israel mit dem Iran verlängert werden, dann glaube ich, dass Trump ernsthaft nach einem Ausweg sucht. Wir bleiben gespannt.

Oberst Wilkerson und ich führten unser übliches Freitagsgespräch mit Nima:

Hier ist mein Counter Current- Gespräch mit dem großartigen Robert Barnes:

Danny Davis hat mich eingeladen, um die jüngsten Entwicklungen rund um Hormuz und den Waffenstillstand mit der Hisbollah und Israel zu besprechen:

https://www.youtube.com/live/uDovYahftB4?si=ho8R-6wtvqiQ13kH

Scott Ritter gesellte sich zu Ray und mir für Judge Napolitanos Intel Roundtable hinzu :

https://www.youtube.com/watch?v=-jrevdyOsXw


Quelle: SONAR21 - Autom. Übersetzunghttps://larrycjohnson.substack.com/p/trump-pushes-fantasy-about-iran-hormuz?triedRedirect=true



Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/iran/trump-verbreitet-fantasien-ueber-iran-hormuz-und-angereichertes-uran


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.04.2026

Orban wankte – und fiel

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freidenker.org18. April 2026


Ungarn hat gewählt. Viele hoffen, dass die EU ihre Probleme löst – ein möglicher Irrtum Ein Kommentar von Tilo Gräser

Erstveröffentlichung am 15.04.2026 auf apolut.net

„Orban wankt“ habe ich im Juni vergangenen Jahres nach einem meiner Aufenthalte in Ungarn geschrieben. In dem Beitrag habe ich auf eine Stimmung in dem Land an Donau und Theiß aufmerksam gemacht, die in Richtung Veränderung nach 16 Jahren Amtszeit von Viktor Orbán drängte. Nun ist der dienstälteste Ministerpräsident innerhalb der Europäischen Union (EU) gewissermaßen gefallen. Dafür dürften zuallererst innenpolitische Themen und Probleme gesorgt haben, und eben der Wunsch insbesondere der jungen Ungarn nach Veränderung. Natürlich reichen die Folgen weit über das Land hinaus.

Den bisherigen Angaben nach erhielt am Sonntag die Tisza-Partei um Herausforderer Péter Magyar knapp über 53 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das Bündnis aus Fidesz und der Partei KDNP um Orbán kam auf etwas über 38 Prozent. Nach 16 Jahren im Amt muss Orbán das nun wieder abgeben. Gemeldet wurde eine hohe Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent. Demnach bekommt die Tisza-Partei 138 der 199 Sitze im Parlament und damit die für grundlegende Gesetzesänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit. Fidesz und KDNP kommen nur noch auf 55 von bisher 135 Abgeordneten. Die restlichen sechs Sitze bekommt die kleine Partei Mi Hazánk Mozgalom (Unsere Heimat Bewegung), die als „rechtsextrem“ und „prorussisch“ bezeichnet wird.

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über Einschätzungen gegeben werden, die im deutschen Medienmainstream eher selten zu finden sind, die aber auf interessante Aspekte aufmerksam machen.

Zu den Ursachen für den Wahlausgang wird unter anderem die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage Ungarns gezählt, die sich auf den Lebensstandard seiner Bürger spürbar auswirkt. Noch am 11. April hatte die Zeitung Das Handelsblatt den „wirtschaftlichen Niedergang“ des Landes beschrieben und als Schlussfolgerung einen „Regimewechsel“ in Budapest gefordert. Zumindest hieß es dabei:

„Das Haushaltsproblem besteht seit der Coronapandemie, als der Staat hohe Schulden aufnehmen musste. Es verschärfte sich 2022, als die EU-Kommission aufgrund von Rechtsstaatsverstößen der Orban-Regierung Fördermittel in Milliardenhöhe zurückhielt.“

Bei der Aufzählung der Faktoren und Ursachen für die schlechter werdenden Wirtschaftszahlen ließ das Blatt nicht nur die politischen Ursachen der Corona-Krise, sondern auch etwas anderes Wichtiges aus: Durch die enge Verflechtung der ungarischen Wirtschaft mit bundesdeutschen Unternehmen wirkt sich der Konjunkturrückgang in Deutschland – dem wichtigsten Handelspartner Ungarns – auch auf diese aus. Darauf machte der ungarische Journalist Gabór Stier gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass am Montag aufmerksam. Aus seiner Sicht kommt der Konflikt in der Ukraine hinzu, der Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland nach sich zog, der sich ebenfalls „äußerst negativ“ auf die Lage im Land auswirke.

Hoffnung auf die EU

Ein zentrales Wahlkampfthema von Magyar war das Ziel, die Freigabe von 17 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Mitteln zu erreichen. Die machen rund zehn Prozent des ungarischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, wie das außenpolitische Onlinemagazin German-Foreign-Policy.com (GFP) in einer Analyse am Dienstag feststellte. Die EU habe sie in ihren erbitterten Machtkämpfen mit Orbán auf Eis gelegt, um den Druck auf ihn zu erhöhen und seine Regierung zu schwächen.

„Der Preis, den Magyar zahlen muss, ist hoch. Um die Gelder zu erhalten, muss Budapest 27 von Brüssel vorgegebene Bedingungen erfüllen, darunter Reformen der öffentlichen Vergabepraxis, die Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit sowie der Ausbau akademischer Freiheiten.“

Die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit habe die Tisza erreicht. Der angekündigte Reformkurs laufe damit auf eine vertiefte Integration in die EU-Strukturen hinaus, so das Magazin. Gleichzeitig wird auf eine deutliche Folge hingewiesen: die damit verbundene „weitere Einschränkung nationaler Souveränität“. Gerade die Souveränität Ungarns und die nationalen Interessen des Landes waren Orbáns Argument für eine eigenständige Außenpolitik, die zu einem abweichenden Kurs gegenüber der EU nicht nur beim Ukraine-Krieg führte. So stimmte Ungarn zuletzt gegen die Auszahlung von weiteren 90 Milliarden Euro durch die EU an die Ukraine und blockierte das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland.

In einem aktuellen Interview mit der Schweizer Zeitschrift Zeitgeschehen im Fokus kritisierte der ungarische Diplomat und Botschafter a. D. György Varga, dass weder die Mainstream-Medien noch die EU-Elite die wahren Hintergründe beleuchten würden. Er stellt klar, dass das „vertragskonforme Veto von Ungarn und der Slowakei eine konkrete Ursache hat“. Die Ukraine verhindere aktiv die strategische Energieversorgung dieser EU-Länder. Seit über einem Jahr erhielten beide Staaten kein Gas und seit Januar 2026 auch kein Öl mehr durch die Ukraine. Dies wiegt schwer, da bis vor kurzem rund 85 Prozent der ungarischen Ölversorgung aus Russland stammten.

Die Tisza-Partei verfolgte über Monate eine programmatische „Strategie des Vakuums“, stellte die Journalistin Éva Péli in einer Analyse für das Schweizer Onlinemagazin Transition News fest. Das sei geschehen, um den staatlich dominierten Medien in Ungarn keine inhaltlichen Angriffsflächen zu bieten. Erst im Endspurt des Wahlkampfes sei das Grundsatzdokument „Grundlagen für ein funktionierendes und menschliches Ungarn“ veröffentlicht worden. Die Kernziele seien die Sanierung des maroden Gesundheits- und Bildungswesens sowie die Freischaltung der blockierten EU-Gelder durch den sofortigen Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EUStA).

Wirtschaftspolitische Illusionen

Der aus Deutschland stammende und in der Schweiz sowie in Ungarn lebende Ökonom Richard Werner hat sich mit den wirtschaftspolitischen Forderungen von Wahlsieger Magyar beschäftigt. In einem am Vorabend der Wahl veröffentlichten Beitrag für das Magazin The European Conservative warnte Werner vor den Folgen des zu erwartenden Tisza-Wahlsieges. Die angekündigten wirtschaftspolitischen Vorhaben der Partei seien „nicht hilfreich“ für die Entwicklung Ungarns. Zwar wolle Magyar die kleinen und mittleren Unternehmen unterstützen, doch das solle nur mit den EU-Mitteln erfolgen, die Brüssel derzeit blockiere. Diese seien entscheidend für die ungarische Wirtschaft, habe der Wahlsieger 2025 in einem Interview erklärt. Werner widerspricht:

„Die Vorstellung, dass Ungarn ‚ausländisches Geld‘ brauche, um die Wirtschaft anzukurbeln, ist falsch. Wenn ausländische Investitionen getätigt werden, fließt kein ausländisches Geld in die ungarische Wirtschaft.“

In den modernen, auf dem Bankenwesen basierenden Volkswirtschaften würden Euro immer in Banken mit Sitz im Euro-Raum verbleiben, erklärte der Ökonom dazu. Die ungarische Regierung unter Orbán sei so klug gewesen und habe die nationale Währung Forint nicht durch den Euro ersetzt. Damit habe die ungarische Zentralbank die Kontrolle über die Forint-Menge, die im Umlauf ist, behalten. Deshalb seien keine ausländischen Investitionen erforderlich, damit Ungarn mehr Forint erhält. Sie würden das Wirtschaftswachstum in Ungarn nicht steigern können, solange sie nicht zu einer größeren Schaffung ungarischer Forint durch ungarische Banken führen. Letzteres sei „genauso gut ohne jegliche Beteiligung externer Akteure“ möglich.

Werner verwies auf seine Untersuchungen zu Spanien, einem der größten Empfänger ausländischer Direktinvestitionen in Europa. Diese hätten gezeigt, dass das spanische Wirtschaftswachstum nicht von diesem ausländischen Geld beeinflusst wurde. Auch der Beitritt zum Euro sei für das Wachstum nicht hilfreich gewesen.

„Um also die Unternehmensinvestitionen in Ungarn zu steigern und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie das Wirtschaftswachstum zu fördern, werden Euro aus Brüssel nicht benötigt.“

Wenn die Tisza-Partei wie erklärt die Wettbewerbsfähigkeit ungarischer Unternehmen steigern wolle, sei vor allem eine Reform des Bankenwesens notwendig. Mehr als 99 Prozent der Unternehmen in fast allen Ländern, einschließlich Ungarn, seien kleine und mittlere Unternehmen. Um ihre Produktivität zu steigern, müssten sie in Technologie investieren. Die notwendigen Kredite würden sie aber oft von großen Banken nicht bekommen. Deshalb seien mehr kleine Banken notwendig, die den KMU Kredite geben, so der Ökonom.

„Um die Produktivität zu steigern, sollten in Ungarn künftig viele neue kleine lokale Banken gegründet werden – eine Politik, die von Tisza nicht erwähnt wird und von dieser Partei wahrscheinlich nicht umgesetzt werden wird.“

Euro statt Forint

Orbán habe als einer der wenigen Regierungschefs in der EU auf ein höheres Wirtschaftswachstum gesetzt. Das Ungarns liege weiterhin über dem EU-Durchschnitt, schreibt Werner. Er warnte, das Ziel von Tisza, die Politik stärker an der EU auszurichten, bedeute „Maßnahmen zur Verringerung des Wirtschaftswachstums“ und werde den einfachen Ungarn schaden. Die EU-Kommission verfolge in vielen Bereichen ideologiegetriebene Ziele, so bei der „Klimapolitik“, der Energiepolitik, der Migration oder beim Ukraine-Krieg, kritisierte der Ökonom. Daher sei es „für jeden europäischen Staats- oder Regierungschef, der im Interesse seines Volkes handelt, notwendig, gegen die Brüsseler Bürokraten zu kämpfen“, was Orbán gut gelungen sei.

„Mit anderen Worten: Dieser Kampf gegen die EU und ihre fehlgeleitete Politik ist keine unnötige Ablenkung von anderen Problemen, wie Tisza behauptet, sondern für diejenigen, die ihr Volk vertreten, unvermeidlich, angesichts der Korruption der EU, ihrer undemokratischen Organisation und der externen Kontrolle durch den internationalen Deep State.“

Werner betont ebenso, dass das andere politische Ziel von Tisza – die Verringerung der Abhängigkeit von billigen und zuverlässigen russischen Energielieferungen – durch die jüngsten geopolitischen Ereignisse wie den Krieg gegen den Iran bereits ad absurdum geführt wurde. Angesichts der von der EU durchgesetzten Reduzierung der russischen Energielieferungen in den letzten Jahren seien die Energiekosten in anderen EU-Ländern drastisch gestiegen. Es drohe sogar eine Energierationierung in naher Zukunft. „Ungarn ist solchen erfolglosen Politiken nicht gefolgt“, stellte der Ökonom fest. In einem solchen Umfeld sei es „eindeutig eine schlechte Idee für Ungarn“, dem Druck der EU nachzugeben und die russischen Energiekäufe zu reduzieren, wie Tisza es offenbar gerne tun würde. „Das Gegenteil wäre eine bessere Idee“, meinte Werner dazu.

Er machte auch darauf aufmerksam, dass Wahlsieger Magyar in Ungarn die eigene Währung Forint durch den Euro ablösen will. Werner warnt vor diesem Schritt, weil damit die Geldpolitik nicht mehr in Ungarn, „sondern von der supranationalen Organisation namens Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt würde, der unabhängigsten Zentralbank der Welt, die keinem Parlament oder einer anderen Institution Rechenschaft schuldig ist“. Zudem ist der Forint als „schwache Währung“ ein Wettbewerbsvorteil für alle Unternehmen, die in Ungarn produzieren und ihre Waren exportieren.

Der Ökonom warnt vor der zerstörerischen Rolle der EZB, die für durch Bankkredite getriebene Immobilienblasen, Bankenkrisen und lange Rezessionen verantwortlich sei. Das habe sich unter anderem in Irland, Portugal, Spanien und Griechenland gezeigt, kurz nachdem diese Länder den Euro eingeführt hatten.

„Darüber hinaus hat die EZB seit Aufnahme ihrer Tätigkeit bereits 6.000 kleine Banken in den Ruin getrieben. Dies war ein Hauptgrund für den Rückgang der europäischen Produktivität und des Wirtschaftswachstums – offenbar ein von den zentralen Planern angestrebtes Ziel. Die daraus resultierende Kreditklemme für kleine Unternehmen hat der Mittelschicht geschadet.“

Die EZB sei auch dafür verantwortlich, die Inflationspolitik der US-Notenbank von 2020 nach Europa exportiert zu haben. Das habe zu der zweistelligen Inflation in den Jahren 2021 und 2022 geführt. Als kleine offene Volkswirtschaft sei es für Ungarn schwierig, sich den Auswirkungen dieser Inflation zu entziehen. Für Werner ist das ein weiterer Beweis, „dass es naiv ist zu glauben, Ungarn würde davon profitieren, sich unkritisch der Politik der EU und der EZB zu unterwerfen“. Er warnte, durch die erklärte Tisza-Politik der „stärkeren Angleichung an die EU“ dürfte das Wirtschaftswachstum zurückgehen, was die Steuereinnahmen drastisch verringern und das Haushaltsdefizit vergrößern werde.

„Als Deutscher, der die Politik der ungarischen Regierung und die Verbesserungen des Lebensstandards und der Lebensqualität in Ungarn in den letzten zehn Jahren beobachtet hat, befürchte ich, dass Ungarn unter Tisza aufgrund der irrigen Annahme, die Brüsseler Kommissare hätten alle Antworten, all die Stärken und vorteilhaften politischen Maßnahmen verlieren könnte, die Ungarn für Europäer wie mich so attraktiv gemacht haben.“

Ungarns Wahl für Krieg

Vor einer anderen Folge des Machtwechsels in Budapest warnt der US-amerikanische Finanzanalytiker Martin Armstrong: Orbáns Niederlage bedeute, dass die EU in den Krieg gegen Russland ziehe, dem der bisherige Ministerpräsident Ungarns im Wege stand. Das schrieb Armstrong in einem Blogbeitrag am Vorabend des Wahlsonntags. Er sagte voraus, dass die Niederlage Orbáns „nicht nur seine 16-jährige Herrschaft zu einem spektakulären Ende bringen, sondern Ungarn in den Krieg treiben könnte“. Der bisherige Ministerpräsident habe für „Souveränität zuerst“ gestanden, während Magyar als „Schoßhund der EU“ den Wiedereinstieg in den EU-Mainstream anstrebe.

Der Finanzanalytiker sieht Tiszas wirtschaftlichen Ansatz als „pragmatisch und nur dem Namen nach marktorientiert“ an, „da die EU die Industrie durch umfassende Regulierung in allen Bereichen unterdrückt“. Zu den Tisza-Schlüsselfiguren gehören demnach István Kapitány, ein ehemaliger Shell-Manager, und Anita Orbán (keine Verwandtschaft), eine Energieexpertin, die für ihre antirussische Haltung bekannt ist. Dies signalisiere eine Abkehr vom staatsorientierten, auf Vetternwirtschaft basierenden System der Regierung hin zu einer transparenteren und global integrierten Wirtschaft.

Zwar habe sich die Wahl vor allem um Innenpolitik gedreht, so Armstrong. Aber ihr Ergebnis werde „nicht nur Ungarns Rolle in Europa neu gestalten“, – insbesondere hinsichtlich der Unterstützung für die Ukraine und des Zusammenhalts der EU –, „sondern endlich auch der Tyrannei Brüssels bei der Föderalisierung Europas den Segen geben“. In einem weiteren Beitrag schrieb der Finanzfachmann am Wahlsonntag, Ungarn habe für den Krieg gestimmt, und erklärte:

„Viktor musste verlieren, damit die EU gegen Russland in den Krieg ziehen konnte. Es ist das Schicksal der EU. Viktor war die letzte Stimme der Vernunft in Europa.“

Abwartende Haltung in Russland

In Russland selbst wird das Wahlergebnis in Ungarn etwas gelassener kommentiert. So heißt es in einem Beitrag der russischen Zeitung Wsgljad vom Dienstag, die Freude in Brüssel und Kiew über Magyars Wahlsieg könnte verfrüht sein. Dessen erste Aussagen nach der Wahl würden darauf hindeuten, dass ein schneller ukrainischer EU-Beitritt ebenso nicht in Frage käme wie die direkte finanzielle Unterstützung des Krieges in der Ukraine. Allerdings wolle Magyar die EU-Gelder für Kiew nicht blockieren. Der Wahlsieger habe sich für eine „Politik des konstruktiven Dialogs mit Moskau“ ausgesprochen, heißt es weiter.

„Die geografische Lage weder Russlands noch Ungarns wird sich ändern“, habe Magyar erklärt und hinzugefügt: „Auch unsere Energieabhängigkeit wird noch für einige Zeit bestehen bleiben.“ Er beabsichtige nicht, auf den Kauf von russischem Öl zu verzichten. Die Zeitung zitierte den russischen Politologen Iwan Lizan:

„Selenskyj sollte sich wirklich nicht über den Sieg von Magyar freuen. Letztendlich geht es darum, dass in Ungarn ein ‚junger‘ Nationalist einen ‚alten‘ Nationalisten ablöst. Darüber hinaus stammt der Vorsitzende von Tisza buchstäblich aus Viktor Orbáns Partei Fidesz. Ihre politischen Ansichten sind in vielerlei Hinsicht ähnlich.“

Ähnlich schätzte der russische Politologe Fjodor Lukjanow in einem Beitrag für die russische Zeitung Rossijskaja Gaseta den Wahlausgang in Ungarn ein. Auch er sieht vor allem innere Probleme als Grundlage für die vorher absehbare Wahlniederlage Orbáns, der diese vor allem mit außenpolitischen Themen und aktiver Unterstützung aus den USA abwenden wollte. Doch der Sieg der Orbán-Herausforderer bestätige paradoxerweise genau jenen Trend, den er selbst jahrelang verkörperte: „Die nationale Agenda schlägt alles andere – ‚Mein Land zuerst‘.“

Während Orbán vor allem den Konflikt mit Brüssel und Kiew nutzen wollte, hätten seine Widersacher auf innenpolitische Themen gesetzt. „Sie rückten die Korruptionsbekämpfung in den Fokus und verkauften die Normalisierung mit der Europäischen Union als Mittel, um das Leben der einfachen Ungarn zu verbessern“, so Lukjanow. „Ob das stimmt, steht auf einem anderen Blatt“, fügte er hinzu. Doch die Botschaft selbst atme „den Geist des Souveränismus“.

Auch die verpuffte Wirkung der Wahlkampfunterstützung aus den USA für Orbán, einschließlich des Besuches von US-Vizepräsident James D. Vance in Budapest wenige Tage vor der Wahl, passen für den Politologen „ins Bild einer national orientierten Politik: Kaum jemand lässt sich gern vorschreiben, wie er zu wählen hat – schon gar nicht von außen.“ Für Russland sei eine „schlechte Nachricht“, dass Magyar mit symbolischen Gesten gegenüber Brüssel eine „Kehrtwende“ zeigen und dabei die 90 Milliarden Euro für Kiew nicht mehr blockieren werde.

„Ansonsten bleibt die Politik der neuen Regierung vage, trotz der liberalen Mantras“, die Magyar gebetsmühlenartig wiederhole, so Lukjanow. Magyars gesamter Wahlkampf sei auf ihn als Person zugeschnitten gewesen. Wer die Ministerposten besetzt und welche praktischen Prioritäten die Regierung setzt, müsse sich erst noch zeigen.

„Die geopolitische Lage und die Probleme Ungarns ändern sich nicht. Gut möglich, dass die Tisza-Partei die gefährlichen Realitäten stärker berücksichtigen muss, als ihr lieb ist. Magyar betonte bereits, er wolle den Dialog mit Russland suchen, weil das ungarische Interesse – vor allem im Energiebereich – dies verlange.“

Tilo Gräser ist diplomierter Journalist und Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes


Bild oben: Victor Orban im Juni 2025
Foto by © European Union, 1998 – 2026, Attribution,
Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=173183994


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Info: https://www.freidenker.org/?p=24906


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18.04.2026

Fico attackiert EU-Kurs:
„Russland lässt sich nicht in die Knie zwingen“

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. April 2026, 8:52 Uhr


Berliner Zeitung 17.4.2026

Fico attackiert EU-Kurs:
„Russland lässt sich nicht in die Knie zwingen“

Der slowakische Regierungschef erklärt die EU-Strategie gegen Russland für gescheitert. 
Mit seiner Warnung verschärft er den internen Machtkampf um Ukraine-Hilfen.

Nicolas Butylin

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat die Russland-Politik der Europäischen Union frontal angegriffen und die westliche Strategie als gescheitert bezeichnet. Bei einem Auftritt vor Studenten im slowakischen Galanta erklärte er, die EU sei weder in der Lage, Russland zu schwächen, noch ernsthafte Friedensinitiativen vorzulegen.

Seine Kritik richtet sich zentral gegen die Annahme, Russland könne durch wirtschaftlichen und militärischen Druck in die Knie gezwungen werden. „Es gibt eine Strategie: Lasst uns Russland in die Knie zwingen. Ich halte das für eine schlechte und nicht funktionierende Strategie“, sagte Fico laut einer Videoaufzeichnung des slowakischen Regierungsamts. Auf der Plattform YouTube gehen eben diese Videoausschnitte viral.

Besonders zugespitzt formulierte der Ministerpräsident seine Position mit einem Satz, der inzwischen international zitiert wird: „Die Russen sagen es sehr richtig: Wenn wir auf den Knien sind, dann nur, weil wir uns die Schnürsenkel binden“, so Fico. An anderer Stelle wurde der slowakische Regierungschef noch deutlicher. „Jeden Tag lese ich in den Nachrichten, dass die Russen auf den Knien sind. Aber sie sind es nicht.“ Die Vorstellung, Moskau durch Unterstützung für die Ukraine entscheidend zu schwächen, hält Fico für realitätsfern.

Kritik an EU-Kurs und Ukraine-Hilfe

Fico wirft der EU vor, sich einseitig auf militärische Unterstützung für die Ukraine zu konzentrieren, statt diplomatische Lösungen voranzutreiben. „Die EU kann heute keine Friedensinitiativen anbieten, sie sagt nur: Krieg, Krieg“, erklärte er. Seine Regierung verfolgt entsprechend einen deutlich abweichenden Kurs. Bratislava beteilige sich nicht an Waffenlieferungen an Kiew. „Wenn die Ukraine etwas kaufen will, soll sie es kaufen. Sie hat genug Geld, um das zu bezahlen.“

Diese Haltung passt zu früheren Aussagen Ficos, der seit 2023 die Regierungsgeschäfte in dem EU- und Nato-Land führt. Bereits von 2006 bis 2010 und von 2012 bis 2018 war Fico Ministerpräsident der Slowakei. Erst im vergangenen Jahr hatte er beispielsweise die Versuche westlicher Staaten kritisiert, den Krieg zu verlängern, um Russland zu schwächen. Immer wieder kritisierte Fico die Rolle des ehemaligen britischen Premiers Boris Johnson.

Ficos jüngste Aussagen verdeutlichen die wachsenden Spannungen innerhalb der EU. Während viele Mitgliedstaaten die Unterstützung für die Ukraine als zentral für die europäische Sicherheit betrachten, stellt Bratislava nationale Interessen stärker in den Vordergrund.

So hatte die slowakische Regierung zuletzt auch signalisiert, neue Sanktionen gegen Russland zu blockieren, falls zentrale Energiefragen – etwa Öllieferungen über die Druschba-Pipeline – nicht geklärt werden. Fico argumentiert, die EU dürfe „die Interessen der Ukraine nicht über die der Mitgliedstaaten stellen“. Damit steht er politisch in einer Reihe mit dem jüngst abgewählten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, auch wenn Bratislava zuletzt vorsichtiger agierte.

Fico, der neue Orbán?

Fico ist innerhalb der EU kein Neuling in der Rolle des Störfaktors. Schon in früheren Amtszeiten setzte er auf eine Mischung aus sozialpolitischem Populismus, EU-Skepsis und pragmatischer Russland-Politik. Anders als viele andere osteuropäische Regierungschefs verfolgt Fico traditionell einen stärker wirtschaftlich geprägten Zugang zu Moskau. Dieser ist weitaus weniger ideologisch geprägt als etwa in Polen.

Ficos politisches Auftreten weist dabei deutliche Parallelen zu Orbán auf, der über Jahre als großer Querulant innerhalb der EU galt. Beide eint die Betonung nationaler Souveränität, die Kritik an Sanktionen gegen Russland sowie die Ablehnung einer zu engen Bindung an die Ukraine-Politik Brüssels. Auch in praktischen Fragen – etwa beim Bremsen von Sanktionspaketen oder EU-Beschlüssen – agierten Bratislava und Budapest wiederholt im Gleichklang.

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18.04.2026

Kampf um Bulgarien

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. April 2026, 8:48 Uhr

RTDE 18.4.2026

Kampf um Bulgarien:
Warum die Ukraine für Sofia so wichtig ist

Am Sonntag wählt Bulgarien ein neues Parlament. Übergangs-Ministerpräsident Andrei Gjurow, ohne Aussicht auf einen Wahlsieg, bemüht sich daher, eilig Fakten im Sinne der Ukraine zu schaffen. Denn es droht ein Sieg von Rumen Radew, der Militärhilfe für Kiew ablehnt. Brüssel hat dafür bereits seine üblichen Mechanismen zur Wahleinmischung aktiviert.

Eine Analyse der RT-Redaktion

Die Tage des bulgarischen Ministerpräsidenten Andrei Gjurow sind gezählt, und seine Übergangsregierung versucht fieberhaft, Bulgarien an die Ukraine zu binden, um einem möglichen Volksaufstand zuvorzukommen. Es geht um Gaslieferungen, Einflussnahme und darum, Sofia weiterhin im Gleichschritt mit Brüssel zu halten.

Gjurow wurde im Februar zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt, nachdem Rossen Scheljaskow im November unter dem Druck von Straßenprotesten und anhaltenden Korruptionsvorwürfen zurückgetreten war. Er verfügt über kein eigenes Mandat, und seine Amtszeit beträgt bislang erst rund acht Wochen. Dennoch schließt er hektisch Abkommen mit Kiew vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag, die er und seine Verbündeten mit ziemlicher Sicherheit verlieren werden – alles in dem Versuch, seinen Gegner daran zu hindern, eine Politik umzusetzen, die Brüssel verärgern würde.

Seine Koalition "Wir setzen den Wandel fort" liegt in den Umfragen bei lediglich 10 Prozent. Der eigentliche Wettbewerb findet zwischen Bojko Borissow (der von 2009 bis 2021 Ministerpräsident war) und seiner proeuropäischen GERB-SDS-Koalition sowie der linksorientierten Koalition "Fortschrittliches Bulgarien" des ehemaligen Präsidenten Rumen Radew statt.

Borissow dürfte die etablierte Koalition kaum gefährden, doch Radew ist ein entschiedener Gegner des EU-Projekts Ukraine und führt in den Umfragen deutlich. Angesichts der drängenden Zeit reiste Gjurow letzten Monat nach Kiew.

Warum Gjurow Bulgarien an die Ukraine bindet

Bei einer Zeremonie in der ukrainischen Hauptstadt unterzeichneten Gjurow und der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij am 30. März ein zehnjähriges Militärkooperationsabkommen. Demnach wird Bulgarien der Ukraine in den nächsten zehn Jahren bilaterale Militärhilfe leisten, beide Länder werden gemeinsam Drohnen und Munition produzieren und ihre Streitkräfte werden gemeinsam trainieren. Sofia und Kiew werden ihre Sanktionspolitik angleichen, während Bulgarien sich am Wiederaufbau der Ukraine beteiligen und deren Beitrittsbemühungen zur NATO und zur EU unterstützen wird.

Für Gjurow war es entscheidend, dieses Abkommen vor der Wahl zu sichern. Radew lehnt sowohl das Abkommen als auch den NATO-Beitritt der Ukraine ab, und selbst die GERB-Partei unter Borissow zog ihre Unterstützung für den Pakt im Jahr 2024 zurück – Borissow erklärte, seine Partei werde ein Friedensabkommen zwischen Moskau und Kiew abwarten, bevor sie etwas unterzeichne.

Gjurow sah sich daheim heftiger Kritik ausgesetzt, weil er ein so weitreichendes Dokument unterzeichnet hatte, ohne durch eine Wahl legitimiert worden zu sein: Radew gehörte zu den schärfsten Kritikern und bezeichnete den amtierenden Ministerpräsidenten als "praktisch illegitim".

In einem Interview mit Politico diese Woche betonte Gjurow, Bulgarien könne in Sicherheitsfragen nicht auf den "richtigen Moment" warten. Bulgarien wurde seit 2021 von mehreren Übergangsregierungen geführt, von denen keine das Abkommen umgesetzt hat. Tatsächlich nutzte Gjurow den vermeintlich "richtigen Moment", um das Abkommen durchzusetzen, bevor Borissow es verzögern oder Radew es gar blockieren konnte.

Von den beiden Kandidaten stellt Radew die größere Bedrohung für die Ukraine und ihre Unterstützer in Sofia und Brüssel dar. Während Borissow das Sicherheitsabkommen hinauszögern wollte, unterstützt die GERB weiterhin Militärhilfe für Kiew. Radew legte als Präsident 2022 sein Veto gegen ein Abkommen zur Lieferung von Panzerfahrzeugen an die Ukraine ein, gab der Ukraine die Schuld am Ausbruch des Konflikts mit Russland und sagte Selenskij 2023 ins Gesicht, es gebe "keine militärische Lösung" für den Konflikt und "immer mehr Waffen würden ihn nicht lösen".

Im Kampf gegen die gut dokumentierte Korruption Borissows und seines Umfelds liegt Radews Koalition in den Umfragen neun Prozentpunkte vor der GERB. Gjurow hat sich darauf verlassen, dass die Ukraine diese Lücke schließen wird.

Die Ukraine nutzen

Gjurow und die amtierende bulgarische Außenministerin Nadeschda Nejnski bereisten Anfang des Monats die Ukraine. Nejnski vereinbarte einen "aktiven Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren" mit der ukrainischen Cybersicherheitsbehörde, dem Staatlichen Dienst für besondere Kommunikations- und Informationssicherheit (SSSCIP). Sie traf sich außerdem mit dem Kreml-Kritiker Peter Pomeranzew, um "Initiativen zur Bekämpfung von Propaganda und hybriden Bedrohungen" zu besprechen.

In derselben Woche richtete Nejnski im Außenministerium eine temporäre Einheit zur "Bekämpfung von Desinformation und hybriden Bedrohungen" ein, die vom ehemaligen Bellingcat-Ermittler Christo Grosew "beraten" werden soll. Grosew, der in Russland wegen seiner Rolle bei der Anstiftung russischer Kampfpiloten zur Flucht in die Ukraine zur Fahndung ausgeschrieben ist und der Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst MI6 beschuldigt wird, soll die Organisation "mit konkreten Informationen über schädliche Einflüsse" unterstützen, die anschließend mithilfe "von Mechanismen der Europäischen Kommission" bearbeitet werden sollen.

Gjurow hat die Europäische Kommission bereits aufgefordert, in die Wahlen einzugreifen, indem sie dieselben Zensurinstrumente aktiviert, die sie in Frankreich, Deutschland, Ungarn, Moldawien und Rumänien eingesetzt hat, um die Unterstützung für euroskeptische Populisten zu unterdrücken. Die Kommission hat dem Antrag stattgegeben, und wie zuletzt in Ungarn wurde das berüchtigte "Schnellreaktionssystem" der EU – das soziale Medien zwingt, von Brüsseler "Faktencheckern" markierte Inhalte zu entfernen – nun auch in Bulgarien aktiviert.

Was steckt dahinter?

Weitere Hinweise darauf, warum Gjurow so viel politisches Kapital für die Ukraine und gegen Radew einsetzt, finden sich an der Schnittstelle von Politik und Energie.
Ein Abschnitt des Abkommens, das Gjurow und Selenskij vergangenen Monat unterzeichnet haben, besagt, dass Bulgarien und die Ukraine "weiterhin aktiv daran arbeiten werden, alternative Gaslieferungen an die Ukraine sicherzustellen. Sie erkennen an, dass der Vertikale Korridor eine strategische Route für den Transport von zusätzlichem Erdgas aus alternativen Quellen in die Region darstellt, einschließlich Flüssigerdgas über bestehende und zukünftige Flüssigerdgas-Terminals (LNG)".

Der derzeit im Bau befindliche Vertikale Gaskorridor wird schätzungsweise 10 Milliarden Kubikmeter US-amerikanisches Flüssigerdgas pro Jahr von Terminals in Griechenland nach Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Serbien und in die Ukraine transportieren. Die USA und die EU unterstützen das Projekt. Brüssel investierte 2019 über 240 Millionen Euro in den Abschnitt zwischen Griechenland und Bulgarien. US-Außenminister Marco Rubio rief letzte Woche 
Ministerpräsident Gjurow an, um ihm für die Unterstützung beim Vertikalen Gaskorridor zu danken, der Chancen für US-amerikanische Flüssigerdgasexporte eröffnet.

Russisches Gas fließt weiterhin durch Bulgarien nach Ungarn, Serbien und Nordmazedonien über die Pipelines TurkStream und Transbalkan. Sofia plant, diesen Transit bis 2028 im Einklang mit der EU-Politik zu stoppen. Sobald kein russisches Gas mehr fließt, wird der bulgarische Abschnitt der Transbalkan-Pipeline auf umgekehrten Gasfluss umgestellt und in das Netzwerk des Vertikalen Gaskorridors integriert.

Der ukrainische Energieminister Denis Schmygal betonte, das Projekt werde den Zugang der Ukraine zu diversifizierten Erdgasquellen deutlich erweitern und Kiew helfen, seine unterirdischen Gasspeicher zu füllen. Die US Energy Association bezeichnet die ukrainische Speicherinfrastruktur als das größte und strategisch günstigste System in Europa.

Radew unterstützte das Projekt des Vertikalen Gaskorridors bereits als Präsident. Angesichts der Interessen der USA, der EU und der Ukraine dürfte Gjurow jedoch nichts dem Zufall überlassen. Schließlich befürwortete Radew den Korridor als Alternative – nicht als Ersatz – für russische Gasimporte. Bulgarien, so argumentierte er, dürfe sich bei der Wahl seiner Energiepartner nicht von Ideologie leiten lassen. Trotz Bulgariens Plan, den russischen Gastransit durch sein Territorium bis 2028 zu stoppen, hat der russische Energieriese Gazprom bereits Transitrechte bis 2039 erworben. Radews Gegner befürchten vermutlich, dass er diesen Vertrag einhalten wird, insbesondere nachdem er im November ein Gesetz per Veto blockiert hat, das der Regierung die Beschlagnahmung einer Raffinerie des russischen Konzerns Lukoil ermöglicht hätte.

Fazit

Der Vertikale Gaskorridor ist nur ein Faktor in einer Wahl, die Washington, Brüssel und Kiew als entscheidend einstufen. Die Möglichkeit, dass Radew Militärhilfe für die Ukraine blockieren könnte, hat Gjurow bereits zu einem Besuch in Kiew gezwungen, um ein zehnjähriges Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen. Gleichzeitig hat die Aussicht, dass der kürzlich abgesetzte ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán durch einen anderen Blockierer in Sofia ersetzt wird, die EU veranlasst, die politische Meinungsäußerung im Vorfeld der Wahl einzuschränken.

Angesichts des hohen Einsatzes hat Radew der EU und Gjurow vorgeworfen, sich verschworen zu haben, um die Wahlen durch Behauptungen über russische Einmischung zu diskreditieren und so die Macht der Übergangsregierung Gjurows zu verlängern. Sollte er gewinnen, deutete er an, dass Gjurow und die EU dem "rumänischen Modell" folgen könnten – eine Anspielung auf die von Brüssel unterstützte rumänische Regierung, die die Wahlen von 2024 aufgrund der falschen Behauptung annullierte, Russland habe zugunsten des populistischen Kandidaten Călin Georgescu eine Social-Media-Kampagne geführt. "Diese Leute können sich gar nicht vorstellen, in welchem ​​Ausmaß sie Bulgarien in der EU mit ihrem Verhalten diskreditieren", sagte Radew vergangene Woche in einem Interview mit dem Podcaster Martin Karbowski.

Übersetzt aus dem Englischen

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18.04.2026

70 Schiffe mit 1.000 Aktivisten Richtung Gaza gestartet

aus e-mail von Doris Pumphrey, vom 18. April 2026, 8:42 Uhr


RTDE 16.4. 2026

Größte Hilfsmission der Zivilgesellschaft:
70 Schiffe mit 1.000 Aktivisten Richtung Gaza gestartet

In den Trümmern von Gaza mangelt es zwei Millionen Menschen an Lebensmitteln und Medikamenten. Der Mitorganisator der Freedom Flotilla, Saif Abukeshek, erklärt: "Die Regierungen wollen eine Gesellschaft, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein."

Am Mittwoch stach mit zunächst 40 Booten die Freedom-Flotilla 2026 von Barcelona in Richtung Gaza in See. Weitere 30 Boote aus anderen Mittelmeerhäfen werden sich der Hilfsmission anschließen. Mit insgesamt 70 Booten und rund 1.000 Friedensaktivisten handelt es sich um die bisher größte Flotilla-Unterstützungsmission
für Gaza. Teilnehmer erklärten, es sei die größte zivile Mobilisierung überhaupt, gegen Israels Vorgehen in den palästinensischen Gebieten. Mit ihren Schiffen wollen sie die israelische Blockade durchbrechen und Hilfsgüter für die Menschen in Gaza liefern.

In einer Pressemitteilung schrieben Organisatoren der Flotilla, angesichts des politischen und moralischen Versagens ihrer Regierungen würden sich immer mehr Menschen mit einem Gewissen aus der Zivilgesellschaft erheben:

"Da unsere Regierungen den Völkermord schüren und ihren rechtlichen und moralischen Verpflichtungen nicht nachkommen, erheben sich die Menschen der globalen Zivilgesellschaft in immer größerer Zahl gemeinsam. Diese Flottille ist eine kollektive Aktion von gewaltigem globalem Ausmaß – sie vereint Aktivisten, Rechtsexperten, Parlamentarier, medizinisches Fachpersonal, Ingenieure, Künstler, Journalisten und andere Menschen mit Gewissen auf der ganzen Welt." – Lenkungsausschuss der Freedom Flotilla Coalition (FFC)

Um Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, haben sich 2026 mehrere Initiativen und Flotillen zusammengeschlossen: Die Global Sumud Flotilla, die Global Freedom und Sumud Flotilla, die "Thousand Madleens to Gaza" und die "Freedom Flotilla Coalition".

In der FFC-Erklärung heißt es weiter:

"Gemeinsam werden wir eine koordinierte weltweite Aktion zivilen Widerstands starten. Wir wollen damit gegen Israels anhaltenden Völkermord am palästinensischen Volk, seine jahrzehntelange illegale Blockade und Besatzung sowie die Strukturen, die diese ermöglichen, vorgehen."

Als eines der wenigen westlichen Medien, dem bislang die diesjährige internationale Global-Sumud-Flotilla eine Nachricht wert ist, berichtete Euronews am Mittwoch über den Start. Schlechtes Wetter habe die Organisatoren zur Verschiebung der Abfahrt vom 12. April auf den 15. April gezwungen. Die Aktivisten hofften, dass ihre jüngste Mission die Aufmerksamkeit wieder auf die Notlage der in Gaza lebenden Palästinenser lenken wird. Das Nachrichtenmagazin zitierte den palästinensischen Aktivisten Saif Abukeshek vom Lenkungsausschusses der Flottille: 

"Wir segeln, weil die Regierungen versagt haben. [...] Sie wollen eine Gesellschaft, die sich hilflos fühlt, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein."

Trotz des beschlossenen Waffenstillstand zwischen den israelischen Streitkräften und der Hamas seien in den vergangenen sechs Monaten 700 Menschen in Gaza durch israelische Angriffe getötet worden. In den Trümmern von Gaza lebten rund zwei Millionen Bewohner Palästina. Ihnen fehle es an Lebensmitteln und Medikamenten. Hilfsgüter gelangten, wenn überhaupt, nur über einen einzigen, von Israel kontrollierten Grenzübergang in das Gebiet.

Vor einem Jahr hatte die israelische Armee Boote und Teilnehmer der letzten Global Sumud Flotilla 2025 beschlagnahmt oder zurückgeschickt. Die Friedensaktivisten, einschließlich der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden festgenommen, inhaftiert und abgeschoben. Das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Aktivisten löste 2025 weltweite Proteste aus. 

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18.04.2026

Digital EUrope
Uschis neue App wurde in zwei Minuten gehackt

lostineu.eu, vom 17. April 2026

Die EU-Kommission hat eine neue App zur Altersüberprüfung vorgestellt, die angeblich dem Jugendschutz dienen soll. Doch sie wurde schon nach zwei Minuten gehackt – und statt um Jugendschutz geht es wohl um weitgehende Kontrolle im Internet.

Erinnern Sie sich noch an die Corona-App der EU? Während der Pandemie ab 2020 dauerte es Monate, bis zu verfügbar war – und dann führte sie dazu, daß all jene ausgegrenzt wurden, die die App nicht hatten (oder nicht zum Laufen brachten).

Doch EU-Kommissionschefin Ursula “Uschi” von der Leyen hat das verdrängt. Voller Stolz verwies sie auf die “erfolgreiche” Corona-App, um eine neue Entwicklung anzupreisen: eine App zur Altersüberprüfung im Internet. Ganz freiwillig soll sie sein und nur dem Kinder- und Jugendschutz dienen.

Doch genau wie bei Corona werden auch diesmal wieder Menschen ausgegrenzt – denn ohne die App dürften bald viele Messenger, Plattformen und Spiele nicht mehr zugänglich sein.

In einem zweiten Schritt sollen nämlich EU-weite, verpflichtende Altersgrenzen eingeführt werden, und danach will Brüssel die Kontrolle über die Einhaltung übernehmen.

Genau wie 2020 stellt sich die Frage: Was geht das eigentlich die EU an? Wären nicht zuerst Eltern, Lehrer und die Mitgliedsstaaten gefordert?

Dieser Beitrag stand zuerst in unserem Newsletter. Mehr Newsletter hier. Abonnement hier (via STEADY)

P.S. Die neue App wurde schon nach zwei Minuten gehackt. Daraufhin kündigte die EU-Kommission eine Überarbeitung an. Dabei hatte Uschi doch stolz verkündet, die App sei einsatzbereit und absolut sicher…

7 Comments

  1. Karl
    18. April 2026 @ 13:05

    Die Krankenkassenkarte hat immerhin 30 Minuten geschafft, bevor sie gehackt wurde… In Zeiten der Serverfarmen kann es keine sichere Lösung für eine “App” geben.
    Für Leyen ist “App” ohnehin nur der Vorwand, um polizeistaatliche Maßnahmen zu verstecken.

Antworten

  • jjkoeln
    18. April 2026 @ 12:10

    Der Kinderschutz ist ein beliebter Strohmann. Wenn so ein Ding erst eingeführt ist, gibt es immer wieder Gründe es auszuweiten. Man kann dann auch gerne sanktionieren.

    Daneben ist die Frage, wie sie dies erzwingen wollen? Gilt das auch für Urlauber aus non-EU-Ländern? Oder wenn meine IP aus den USA kommt?
    Im Grunde funktioniert so etwas nur als Tor zum Internet an sich – für alle.
    Da ist China wohl großes Vorbild.

    Antworten

  • Mic
    17. April 2026 @ 18:01

    Die war schon als Familienministerin mit dem Anspruch auf Verhütung und 8 Kindern (viele davon adoptiert) eher fehlbesetzt

    Antworten

  • Mic
    17. April 2026 @ 17:59

    Hab ich schon bei der Corona – App.
    Auf Überwachung steh ich nicht und stand noch nie.
    Ich bin in den 11 Bundesländern geboren und aufgewachsen. Dort habe ich in der Oberstufe aufmerksamen Umgang mit Medien und Werbung gelernt.
    Ich bin völlig verblüfft, dass die Jüngeren in breiter Menge ihre Kritikfähigkeit der Hörigkeit geopfert haben..
    ..nur um ‚auf den Weihnachtsmarkt zu gehen‘ hat sich meine Tochter kritiklos 3x fixen lassen und das in ihrer App dokumentiert.
    Beim Gedanken dran weine ich immer noch.
    Die neue App wird sicher die Nutzung des Internets -mittelfristig- einschränken.
    Was wäre mit diesen technischen Möglichkeiten vor 90 Jahren passiert……
    Ein Horror, waren doch die Agitatoren damals erheblich intelligenter, wenn auch völlig in der kranken Richtung.

    Antworten

  • Guido B.
    17. April 2026 @ 17:58

    She made my day. EUropa hat noch eine kleine Überlebenschance. Nicht wegen Kaiserin Uschi, sondern wegen ihres durch Selbstüberschätzung potenzierten Dilettantismus.

    Antworten

  • Michael
    17. April 2026 @ 17:49

    Die Leyen war schon als Kriegsministerin in Berlin ein einziger Skandal! Also, auch aus Brüssel keine Neuigkeiten!

    Antworten

  • KK
    17. April 2026 @ 17:23

    “die App sei … absolut sicher…”

    Muahahahaha… ich näss mich ein!

    Antworten

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    • Blog-Kommentare (7)

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    Weiteres:




    Straße von Hormus: Wird es doch noch EUropas Krieg?


    lostineu.eu, vom 17. April 2026

    Europa leidet massiv unter der Schließung der Straße von Hormus. Doch statt sich für eine schnelle Friedenslösung in Iran einzusetzen und die US-Blockade zu verurteilen, wollen die Europäer selbst vor Ort tätig werden. Bundeskanzler Merz, der britische Regierungschef Starmer und Frankreichs Präsident Macron treffen sich in Paris, um über einen internationalen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus beraten. Merz erklärte vorab, daß erst die Kampfhandlungen beendet werden müssten. Mit Macron streitet er sich über die Frage, wie weit man Trump entgegenkommen soll. Macron will die Mission “ohne Beteiligung der Konfliktparteien” planen, Merz hingegen sieht “gute Argumente” für eine Beteiligung der Streitkräfte der USA. – Wird es am Ende also doch noch “unser” Krieg? Werden die EUropäer doch noch zu Hilfswilligen von Trump – oder schaffen sie es, eine eigenständige Rolle einzunehmen?

    Siehe auch Jetzt will Trump die Straße von Hormus sperren – die EU ist sprachlos

    P.S. Schon jetzt ist Europa nicht unbeteiligt am US-Krieg. Wie das Video zeigt, nutzen die Amis vor allem den deutschen Luftraum und die Basis in Ramstein…

    14 Comments

    1. garno
      18. April 2026 @ 11:03

      Sinn würde eine “Friedensmission” nur machen mit Beteiligung beider Konfliktparteien, also Iran und USA. Aber auf diese Idee kommen unsere “Friedensengel” erst gar nicht.

    Antworten

    • Der Skeptiker
      18. April 2026 @ 17:52

      Nicht ohne Israel, das sind die hauptschuldigen.

      Antworten

  • hutaekjango
    18. April 2026 @ 08:45

    Es scheint, als würde es dem Cowboy gelingen, Europa resp. erstmal wichtige NATO Staaten in diesen Konflikt hineinzuziehen, mit allen Konsequenzen, ohne Rückzugsmöglichkeit; hoffentlich erkennen Macron und Co es früh genug, trotz aller vorhandenen wirtschaftlichen und sonstigen Zwänge. Iran kann des Cowboys Blockaden nicht akzeptieren und es ist kaum vorstellbar, dass im Libanon es zur Ruhe kommt.
    China hatte sich kürzlich mit seinen Interessen dort gemeldet. Die Zündschnur zum 3. WK scheint zu glimmen. Dann Gnade der Welt!

    Antworten

  • Monika
    17. April 2026 @ 16:40

    Es ist bereits Europas und insbesondere Deutschlands Krieg!
    Spätestens nach der neuen “strategischen Einbindung Deutschlands” (als Kriegsteilnehmer im Wartestand u.a. wegen gemeinsamer Waffenfertigung, Finanzierung und militärischer Protegierung) in den Ukrainekrieg sind wir ebenso als Kriegsteilnehmer zu werten im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran über die Gestattung der völkerrechtswidrigen Nutzung der US-Bases und des deutschen Luftraums. Dazu kommt noch die Mitverantwortlichkeit durch die speziellen bilateralen Abkommen Deutschlands mit Israel an den völkerrechtswidrigen Angriffen auf den Libanon. Weiterhin schwelt unsere direkte Mitverantwortlichkeit am genozidalen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser in Gaza vor sich hin.
    Dafür dass “Nie wieder Krieg darf von deutschem Boden ausgehen darf” ist Deutschland wohl die Nation, die am meisten “stille Beteiligungen an heißen Kriegen” pflegt derzeit.
    Noch lassen wir offiziell nur unser Geld kämpfen, inoffiziell sind wir sicher schon weiter fortgeschritten.
    Aber wenn wir dann “aus heiterem Himmel” ein paar derbe Schläge ins eigene Kontor kriegen, dann können sich insbesondere unsere regierenden Militaristen und Kriegstreiber das “ganz und gar nicht erklären”. Wetten?
    Vielleicht beten ja Merz und Pistorius gemeinsam mit den Militärseelsorgern der Bundeswehr allabendlich das berühmte Gebet: Heiliger St. Forian, beschütz’ unser Haus, zündt andre an…

    Antworten

    • KK
      17. April 2026 @ 17:20

      “Aber wenn wir dann “aus heiterem Himmel” ein paar derbe Schläge ins eigene Kontor kriegen, dann können sich insbesondere unsere regierenden Militaristen und Kriegstreiber das “ganz und gar nicht erklären”.”

      Dann haben sie endlich den heissersehnten Grund, ab 5 Uhr 45 (0der so ähnlich) “zurückzuschiessen”! Wetten?

      Antworten

    • Guido B.
      17. April 2026 @ 17:29

      Deutschland wird immer übermütiger. Das liegt aber auch daran, dass Russland in der Ukraine offenbar die Orientierung verloren hat. Während die NATO längst Angriffe ins russische Kernland fliegt und eine russische Fabrik nach der andern in Rauch aufgeht, stammelt Putin immer noch von Friedensdiplomatie und Gebietsabtretungen. Das ist eine Einladung an die NATO, insbesondere Deutschland, mit ihrer Strategie der langsamen Zerstörung Russlands fortzufahren. Ja, Deutschland ist längst Kriegspartei. Aber leider kann es sich das völlig risikofrei leisten. Von Putin geht keine ernsthafte Gefahr mehr aus. Nun macht sich Merz daran, die Ernte für Deutschland einzufahren – mit der Ukraine als Verbündete bei der endgültigen Machtübernahme in der EU.

      Antworten

    • Ric
      18. April 2026 @ 12:07

      …vor allem werden wir dann sehen, wie schnell und erfolgreich Ratten das sinkende Schiff verlassen können.

      Antworten

  • jjkoeln
    17. April 2026 @ 16:14

    Warum nur sind Starmer, Merz und Macron in ihren Ländern so unbeliebt?
    Das kann doch so garnicht daran liegen, dass sie hunderte Milliarden in den MIK Umverteilung und die Sozialsysteme und die Infrastruktur vernachlässigen, oder?

    Antworten

    • Guido B.
      17. April 2026 @ 16:26

      Slava Ukraini! Ukraine über alles!

      Antworten

    • Oh Lordy
      18. April 2026 @ 03:04

      Sie vernachlässigen die Sozialsysteme nicht nur, sie holen all die alten Klamotten wieder hervor die sie Anfang der 00er Jahre schon durchsetzten wollten wie die Ausnahme der Zahnbehandlungen aus der GKV, Abschaffung oder Verringerung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Abschaffung der Familienversicherung etc.pp. .

      Hat man sich über die US Demokraten echauffiert die sich blöder und unfähiger verhielten als ihre fiktiven counterparts aus „The West Wing“ vor 20 Jahren, und muss einsehen dass es hier natürlich auch wieder so passiert.

      Antworten

  • Michael
    17. April 2026 @ 16:07

    Wieso!? Iran hat verkündet die Hormuz Straits seien geöffnet!? Und Trump soll gesagt haben: Thank you!?
    Wollen Merz und Konsorten die Straits evtl. wieder schließen!? Was für ein Affentheater!

    Antworten

  • Guido B.
    17. April 2026 @ 15:47

    Man will noch abwarten, bis Israel und die USA den Iran tot oder zum Krüppel geschossen haben. Hauptsache, er bewegt sich nicht mehr. Dann kommen die Helden Europas und winken den Verkehr durch die Strasse von Hormus. Vielleicht wollen sie den USA auch nur helfen, die iranischen Ölvorräte zu plündern, damit sie diese dann teuer nach Europa importieren können.

    Antworten

    • KK
      17. April 2026 @ 16:13

      “Dann kommen die Helden Europas und winken den Verkehr durch die Strasse von Hormus.”

      Als “Mullah-Lotsen”? 😉

      Antworten

  • KK
    17. April 2026 @ 13:45

    “Bundeskanzler Merz, der britische Regierungschef Starmer und Frankreichs Präsident Macron”

    Die altbekannte Koalition der unbedingt Kriegswilligen…

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/strasse-von-hormus-wird-es-doch-noch-europas-krieg/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2026

    Nachrichten von Pressenza: Geschichten des Vorausliebens: Spielraum

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 18. April 2026, 7:15 Uhr

    Nachrichten von Pressenza - 18.04.2026
    Geschichten des Vorausliebens: SpielraumOya
    Pressenza
    Im Almanach 2026 von Oya erzählen Menschen in 21 Geschichten, wie sie vorauslieben – an Orten des guten Lebens, auf Wanderschaft, in Widerstands- und Suchbewegungen. Die Einführung dazu ist hier zu finden. Die Theaterwerkstatt Pilkentafel in Flensburg ist eine Spielstätte…
    Europa, Gemeinschaft, Kultur und Medien, Kunst
    Marinepläne für MittelostGERMAN-FOREIGN-POLICY.com, BERLIN/PARIS/TEHERAN
    Pressenza
    Deutschland bereitet Teilnahme der Bundeswehr an von Frankreich geplantem Marineeinsatz in der Straße von Hormuz vor. Paris will die USA ausschließen, Berlin nicht. Schäden an US-Militärbasen in Mittelost stellen deren Zukunft in Frage. (Eigener Bericht) – Die Bundesregierung bereitet eine…
    Frieden und Abrüstung, Mittlerer Osten, Politik
    Kohlenstoff-Giganten vor GerichtGERMAN-FOREIGN-POLICY.com, ISLAMABAD/BERLIN
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    Bauern aus Pakistan klagen gegen RWE und Heidelberg Materials wegen ihrer Verluste durch die klimawandelbedingte Flutkatastrophe von 2022. Beide Konzerne zählen zu den 100 größten historischen Emittenten von klimaschädlichem CO2 weltweit. (Eigener Bericht) – Landwirte aus Pakistan verklagen zwei deutsche…
    Asien, Europa, Internationale Angelegenheiten, Menschenrechte, Ökologie und Umwelt, Wirtschaft
    Angriffe der USA in Pazifik und Karibik fordern über 160 TotePressenza Hannover, amerika 21
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    Von David Keck amerika21 Quito. Das Südkommando der USA (Southcom) hat am Mittwoch erneut ein sogenanntes „Drogenboot“ angegriffen und dabei drei Personen getötet. Southcom verkündete auf Twitter, das Schiff habe sich „auf bekannten Drogenhandelsrouten im östlichen Pazifik“ befunden und sei…
    Internationale Angelegenheiten, Menschenrechte, Mittelamerika, Nordamerika, Südamerika
    Gegen die Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes – Auftakt zum ErzwingungsstreikForum Gewerkschaftliche Linke Berlin
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    Erneut streiken die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen. Diesmal ist es nicht „nur“ ein Warnstreik. Es ist der Auftakt zum Erzwingungsstreik. Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Beschäftigten dafür ausgesprochen. Man muss „aufs Ganze zu gehen“. Das haben schon die Auseinandersetzungen bei…
    Europa, Politik, Pressemitteilungen, Wirtschaft
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    17.04.2026

    Aufgedeckt: Berlin liefert wieder massiv Rüstungsgüter an Israel

    freedert.online, 17 Apr. 2026 18:21 Uhr

    Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung Waffenlieferungen an Israel angesichts der Brutalität des Gaza-Krieges ausgesetzt. Nun enthüllen die parlamentarischen Anfragen zweier Linken-Abgeordneter: Deutschland liefert wieder im großen Stil Waffen an das Krieg führende Land.


    Aufgedeckt: Berlin liefert wieder massiv Rüstungsgüter an Israel© urheberrechtlich geschützt


    Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen, Mai 2025. Bestandteile für Panzer erhält Israel von der bayerischen Firma Renk.


    Wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Sören Pellmann ergibt, hat die deutsche Regierung seit Ende November 2025 den Export von Rüstungsgütern im Umfang von gut 170 Millionen Euro genehmigt. Der Co-Vorsitzende der Linken-Fraktion im Deutschen Bundestag erfuhr aus der Antwort der Bundesregierung, dass diese im Zeitraum vom 24. November 2025 bis zum 9. April 2026 insgesamt Ausfuhren im Wert von 170,9 Millionen Euro gestattet hatte.

    Es handelte sich dabei um sogenannte "sonstige Rüstungsgüter", also nicht um klassische Kriegswaffen wie Panzer oder vollautomatische Handfeuerwaffen, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen. Das Genehmigungsverfahren beim Export "sonstiger Rüstungsgüter" ist weniger restriktiv. Darunter kann man sich etwa leichte Waffen wie Pistolen, gepanzerte Fahrzeuge, militärische Software oder Drohnenbestandteile vorstellen. Welche Rüstungsgüter Deutschland in diesem Zeitraum konkret an Israel lieferte, ist nicht bekannt. Die Bundesregierung verweigert solche Auskünfte üblicherweise aus Gründen des Staatswohls.


    Rüstungskooperation: Lässt Rheinmetall Drohnen in Gaza testen?





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    Der Umfang der Waffenlieferungen ab November 2025 ist relativ groß. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2024 hatte die Bundesregierung nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums eine Rüstungsausfuhr an den nahöstlichen Staat im Wert von 161 Millionen Euro genehmigt. Insgesamt umfassten die genehmigten Lieferungen militärischer Güter seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 bis zum 13. Mai 2025 eine Summe von 485 Millionen Euro. 

    Angesichts des mit extremer Härte geführten Gaza-Krieges hatte die Regierung Merz im vergangenen August einen Export-Stopp für Rüstungsgüter verkündet, die Israel im Gazastreifen einsetzen könnte (RT DE berichtete). Dennoch kam es auch in diesem Zeitraum zu Exportgenehmigungen, wenn auch in geringerem Umfang; das Bundeswirtschaftsministerium spricht von zehn Millionen Euro. Da im Oktober 2025 eine – wenn auch prekäre – Waffenruhe, später auch ein Waffenstillstand eingetreten war, nahm die Bundesregierung ihre frühere Praxis der Rüstungsgenehmigungen bezüglich Israel im November des gleichen Jahres wieder auf.


    Italien tritt auf die Bremse: Militärabkommen mit Israel ausgesetzt





    Italien tritt auf die Bremse: Militärabkommen mit Israel ausgesetzt






    Während das israelische Vorgehen im Gazastreifen zumindest zu einer zeitweiligen Einschränkung der deutschen Rüstungslieferungen geführte hatte, ist dies beim Angriffskrieg Israels gegen Iran nicht der Fall. Wie aus Antworten der Bundesregierung auf Anfragen eines weiteren Abgeordneten der Linkspartei Ulrich Thoden hervorgeht, hatten die Ausfuhrgenehmigungen der Bundesregierung für Waffenlieferungen an Israel vom 28. Februar bis zum 27. März dieses Jahres einen Umfang von 6,6 Millionen Euro. 

    Sowohl Pellmann als auch Thoden kritisierten die Genehmigungspraxis der Bundesregierung scharf. Ulrich Thoden schrieb gegenüber der Tageszeitung junge Welt der Bundesregierung eine widersprüchliche Haltung zu. Diese beklage einerseits ständig "die Erosion der regelbasierten internationalen Ordnung", trage aber mit ihren Rüstungsexporten selbst zur Zerstörung des internationalen Regelsystems bei.

    Pellmann wiederum sprach gegenüber der Berliner Zeitung sogar von "Blutgeld", das die deutschen Rüstungskonzerne mithilfe der Bundesregierung verdienten. Er sieht im Handeln der deutschen Regierung einen Verstoß gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes. Pellmanns Forderung: "Die Bundesregierung muss endlich die Rüstungsexporte nach Israel endgültig stoppen, und das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Israel muss vollständig ausgesetzt werden."

    Deutschland gilt nach den USA als Hauptlieferant von Rüstungsgütern an Israel und deckte in den vergangenen Jahren etwa 30 Prozent der israelischen Rüstungsimporte ab.

    Mehr zum Thema – Schock für Tel Aviv: Belgien beschlagnahmt britische Militärgüter – Boykott beginnt?


    Screenshot_2026_04_18_at_17_56_55_Aufgedeckt_Berlin_liefert_wieder_massiv_R_stungsg_ter_an_Israel_RT_DE

    Video https://rumble.com/v78mcus-waffenstillstand-gebrochen-israel-bescheit-erneut-gaza.html

    Dauer 3:11 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/der-nahe-osten/277474-linken-anfragen-decken-auf-berlin-liefert-vermehrt-waffen-an-israel/


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    Sacharowa: "Deutschland wichtigster Partner Selenskijs
    bei Vernichtung des ukrainischen Volkes"

    aus e-mail von Dorisd Pumphrey, 17. April 2026, 20:21 Uhr


    Laut Sacharowa drückt sich die Liebe Berlins zu den Bürgern der Ukraine und zur Ukraine insgesamt in der Unterstützung Kiews aus, die sie als "tödliche Großzügigkeit" bezeichnete. Sacharowa wies darauf hin, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij Deutschland als "wichtigsten Partner der Ukraine in Verteidigungsfragen" bezeichnet habe.
    Am 14. April unterzeichneten die Ukraine und Deutschland während des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij in Berlin zehn Abkommen über Zusammenarbeit. Wie der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fedorow präzisierte, beläuft sich das Gesamtvolumen der Vereinbarungen auf schätzungsweise vier Milliarden Euro. Die Abkommen zielen auf die Stärkung der Luftabwehr, die Entwicklung eines Systems für Tiefschlagangriffe und die Produktion von Drohnen ab.
    Berlin wird 300 Millionen Euro für die Entwicklung von Systemen mit großer Reichweite bereitstellen. Außerdem ist der Start einer gemeinsamen Produktion von 5.000 Drohnen unter Einsatz von künstlicher Intelligenz geplant.
    Siehe Video: https://odysee.com/@RTDE:e/Sacharowa_Geld_fuer_Ukr:6


    RTDE 17.4.2026

    Kanonenfutter für die Ukraine ‒ Eine Frage der "Fairness"?

    Der ukrainische Präsidentschaft-Usurpator Wladimir Selenskij hat bei seinem jüngsten Besuch in Berlin seine beabsichtigte Missachtung von EU-Recht als eine harmlose, Zustimmung heischende Frage der "Fairness" präsentiert.

    Von Rainer Rupp

    Kanzler Friedrich Merz und Selenskij haben am Dienstag dieser Woche zum Ende des Staatsbesuchs in Berlin eine Pressekonferenz abgehalten. Der ehemalige Berufsschauspieler und Unterhaltungskünstler, der sich nur noch illegal in Kiew an der Macht hält, hat dabei ein Thema angesprochen, das ihm ganz besonders am Herzen liegt. Er braucht nämlich dringend mehr Kanonenfutter für die Front gegen Russland.

    Merz zeigte sich seinem Ansinnen gegenüber offen. Und wenn Selenskij damit Erfolg hätte, dann würden demnächst Zigtausende junger ukrainischer Männer aus Deutschland und anderen EU-Ländern zurück in die Ukraine und direkt an die Front in den fast sicheren Tod geschickt. Davon profitieren würde Selenskij, denn der könnte hoffen, dass seine lukrative Amtszeit (zum Beispiel einige Villen in Italien und Florida) noch etwas länger dauert.

    In Berlin sagte Selenskij in die Kameras der großen deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, dass die ukrainischen Streitkräfte die Rückkehr der jungen Männer wünschen würden, da dies eine Frage der "Fairness" sei. Wörtlich sagte Selenskij, an Friedrich Merz gerichtet:
    "Was die jungen Menschen betrifft, die sich derzeit nicht in der Ukraine, sondern im Ausland befinden: Erstens gibt es verschiedene Gruppen junger Menschen. Ich stimme Ihnen zu, was diejenigen im wehrpflichtigen Alter betrifft, die die Ukraine verlassen haben. Sie sind vorübergehend gegangen, sind aber jahrelang geblieben. Viele von ihnen haben die Ukraine unter Verstoß gegen ukrainisches Recht verlassen. Die zuständigen Behörden beider Länder sollten dieses Problem angehen."

    Selenskij betonte anschließend erneut, dass die Rückkehr von Männern im mobilisierbaren Alter in die Ukraine eine Frage der "Fairness" und des "Rechts" sei. Worauf Selenskij anspielt, ist offensichtlich brutal schmerzlich, weshalb er den Kern seiner Aussage nochmals in Begriffe wie "Fairness" und "Recht" kleidet. Wovon er jedoch tatsächlich spricht, ist keine Frage von "Fairness", sondern eine Frage des Völkerrechts, der Menschenrechte und einer ganzen Reihe von internationalen europäischen und deutschen Gesetzen. Das alles soll zurückstehen hinter dem von Selenskij demagogisch ins Spiel gebrachten Begriff der "Fairness". Die deutschen "Qualitätsmedien" schwiegen dazu.

    Tatsächlich hebt Selenskijs Aussage hervor, dass die Ukraine im Moment nicht nur vor schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, was die Finanzierung des EU-Kredits betrifft, sondern das Militär auch ein massives Personalproblem hat, das von regierungstreuen Sendern in Deutschland gern bestritten wird. Wenn es anders wäre, hätte Selenskij nicht in Berlin gestanden und solche Aussagen gemacht.

    Fakt ist aber, dass die Ukrainer, die derzeit in der EU leben, vom vorübergehenden Schutzstatus oder der Richtlinie zum vorübergehenden Schutz abgedeckt sind ‒ wie auch immer man es nennen möchte. Dieser Status gewährt ihnen ein Bleiberecht, Zugang zum Arbeitsmarkt sowie den Anspruch auf staatliche Leistungen. Aber noch wichtiger ist: Er gilt unabhängig von Alter, Wehrpflicht, Wehrtauglichkeit und allen möglichen anderen Kriterien.

    Aber selbst wenn die EU das irgendwie ändern würde, gäbe es immer noch die Frage der grundlegenden Menschenrechte. Aber natürlich spricht Selenskij über all das nicht. Stattdessen basiert sein Argument auf "Fairness". In einem Abnutzungskrieg gewinnt im Allgemeinen die Seite, die mehr Ressourcen hat. Und mit mehr Ressourcen sind nicht nur mehr Geld, mehr Produktionskapazitäten, mehr Rohstoffe und Energie sowie bessere Logistik gemeint, sondern auch die menschlichen Ressourcen.

    Je nach staatlichem System werden diese menschlichen Ressourcen als die wichtigsten betrachtet, die am besten behütet werden müssen, oder sie werden als rein biologische Verfügungsmasse der Generäle gesehen, die nach Belieben das Menschenmaterial als "Kanonenfutter" einsetzen. Letzteres wird beispielsweise selbst von ukrainischer Seite dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, General Syrski, vorgeworfen.

    Nun ist die Diskussion um menschliche Ressourcen für das Militär eine unangenehme Realität, die weder Selenskij noch Merz noch irgendjemand in Brüssel gern anspricht. Stattdessen ist es viel einfacher, dieses unangenehme Thema mit dem positiv empfundenen Begriff der "Fairness" zu umrahmen, was auch immer das bedeutet. Deshalb sei hier nochmals Selenskijs Aussage in Berlin wiederholt: "Unsere Streitkräfte würden sie, die Männer im wehrpflichtigen Alter, sicherlich gerne zurückhaben, weil es eine Frage der Fairness ist."

    Dem steht jedoch der in der Europäischen Union geltende vorübergehende Schutzstatus entgegen. Er beruht auf einer gemeinsamen europäischen Regelung, die nach Beginn des Krieges im Jahr 2022 aktiviert wurde (Grundlage ist die Richtlinie 2001/55/EG des Rates vom 20. Juli 2001; für die Ukraine wurde sie durch den Durchführungsbeschluss (EU) 2022/382 vom 4. März 2022 erstmals angewendet, nachdem ein Massenzustrom von Vertriebenen festgestellt worden war) und allen Geflüchteten aus der Ukraine einen einheitlichen Mindestschutz gewährt.
    Dieser umfasst insbesondere ein Aufenthaltsrecht, Zugang zum Arbeitsmarkt sowie soziale und medizinische Versorgung – und gilt ausdrücklich unabhängig von Wehrpflicht oder Alter.

    Hiernach einige Details, die deutlich machen, dass weder Selenskij noch Merz Ahnung haben, wovon sie sprechen, wenn sie glauben, sie könnten mit einem Fairness-Argument die komplexe und umfassende Rechtsgrundlage des Schutzstatus ukrainischer Männer im wehrpflichtigen Alter untergraben.

    Wer hat Anspruch?

    Der Schutz gilt automatisch für Personen, die vor dem 24. Februar 2022 in der Ukraine lebten und von dort geflohen sind.
    Wichtig: Es gibt keine Altersgrenze und keine Ausnahme für wehrpflichtige Männer. Der Schutz gilt unabhängig von Geschlecht, Alter oder Wehrtauglichkeit. Auch Männer im mobilisierbaren Alter erhalten denselben Status und dieselben Rechte.

    Welche Rechte gewährt der vorübergehende Schutz?

    Der Status garantiert einheitliche Mindestrechte in der gesamten EU (unabhängig vom Aufnahmeland):
    - Aufenthaltsrecht: Rechtmäßiger Aufenthalt im gewählten EU-Land (und Reisefreiheit innerhalb des Schengen-Raums unter bestimmten Bedingungen).
    - Arbeitsrecht: Sofortiger Zugang zum Arbeitsmarkt (ohne Arbeitserlaubnis in den meisten Ländern).
    - Sozialleistungen: Zugang zu Sozialhilfe, Wohnraum und sozialer Unterstützung (auf dem Niveau der jeweiligen nationalen Regelungen für Schutzberechtigte).
    - Gesundheitsversorgung: Medizinische Versorgung (mindestens wie für eigene Staatsangehörige).
    - Bildung: Kostenloser Schulbesuch für Kinder und Zugang zu Bildungsangeboten für Erwachsene.
    - Familienzusammenführung: Erleichterte Regelungen für enge Familienangehörige.
    - Freizügigkeit: Möglichkeit, innerhalb der EU zu reisen oder sogar den Wohnsitz zu wechseln (mit Registrierung im neuen Land).
    Zusätzlich dürfen Betroffene "ohne Verlust des Status" vorübergehend in die Ukraine zurückkehren (zum Beispiel für Besuche oder familiäre Gründe).

    Dauer und aktuelle Verlängerungen (Stand April 2026)
    - Ursprünglich für ein Jahr (bis 4. März 2023).
    - Mehrmals verlängert: bis März 2024, März 2025, März 2026 und zuletzt bis 4. März 2027.
    - Die letzte Verlängerung wurde am 13. Juni 2025 vom Rat der EU einstimmig beschlossen (Durchführungsbeschluss 2025/1460). Die EU begründet dies mit dem anhaltenden Krieg und der Notwendigkeit, die Asylsysteme weiter zu entlasten.
    Aktuelle Zahlen (Stand Februar/März 2026): Etwa 4,4 Millionen Menschen (überwiegend ukrainische Staatsangehörige) genießen diesen Schutz in der EU. Die meisten leben in Polen, Deutschland und Tschechien.

    Unterschied zu Asyl / internationalem Schutz
    - Vorübergehender Schutz ist kollektiv und befristet – keine individuelle Prüfung der Fluchtgründe.
    - Der vorübergehende Schutz verdrängt kein Asylrecht: Wer möchte, kann parallel oder später Asyl beantragen (und erhält dann gegebenenfalls stärkeren Schutz).
    - Nach Ende des vorübergehenden Schutzes (derzeit geplant für März 2027) müssen die EU-Staaten eine "koordinierte Übergangslösung" finden: Entweder Rückkehr (bei sicherer Lage in der Ukraine), Übergang in andere Aufenthaltstitel (zum Beispiel humanitäre Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis oder Familiennachzug) oder – falls nötig – eine weitere Verlängerung.
    - Die EU diskutiert derzeit bereits "Phasing-out"-Strategien, um eine einheitliche Nachfolgeregelung zu schaffen. Eine plötzliche Beendigung ohne Übergang ist unwahrscheinlich.

    Der Schutzstatus ist besonders wichtig im Kontext von Selenskijs "Fairness"-Aussage

    Er gilt unabhängig von Wehrpflicht oder Alter und gewährt Bleiberecht, Arbeitsrecht und Zugang zu Sozialleistungen. Selenskij argumentiert mit "Fairness" gegenüber den in der Ukraine verbliebenen Männern. Aus Sicht des Völkerrechts und der Menschenrechte steht jedoch der vorübergehende Schutz als geltendes EU-Recht über subjektiven Fairness-Überlegungen eines Kriegstreibers. Eine Rückkehr der Männer in die Ukraine kann nicht erzwungen werden, solange der Schutz läuft – auch nicht für wehrpflichtige Männer.
    Der Status läuft derzeit bis 4. März 2027 und wird voraussichtlich nicht abrupt enden.



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    EU hat Selenskij die Tür vor der Nase zugeschlagen


    aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. April 2026, 20:21 Uhr


    RTDE 17.4.2026

    Die Europäische Union hat Selenskij die Tür vor der Nase zugeschlagen

    Bei einem Dringlichkeitstreffen auf Zypern sollten die EU-Staats- und Regierungschefs eigentlich über die Erweiterung der Europäischen Union um die Ukraine beraten. Stattdessen werden sie nun darüber diskutieren, wie man die Energiekrise während des Krieges mit Iran überstehen kann.

    Von Dmitri Bawyrin

    Die Frage des EU-Beitritts der Ukraine wurde von der Tagesordnung des EU-Gipfels gestrichen – eines informellen, aber hochrangigen Treffens, das in einer Woche auf Zypern stattfinden wird. Wladimir Selenskij forderte für sich ein beschleunigtes Beitrittsprogramm, damit die Ukraine bereits 2027 EU-Mitglied werden könne. Die Hoffnungen darauf wurden durch die Wahlniederlage von Viktor Orbán in Ungarn wiederbelebt, der als Hauptgegner einer EU-Erweiterung um die Ukraine galt. Nun wird Orbán gar nicht erst nach Zypern fliegen – er hat selbst abgesagt, doch er diente ohnehin nur als Vorwand. In Wirklichkeit gefällt das Vorhaben Kiews fast niemandem in der EU, mit Ausnahme der Europäischen Kommission und von Ursula von der Leyen persönlich.

    Innerhalb von drei Tagen sprachen sich die Regierungen aller europäischen Schwergewichte – der Niederlande, Italiens, Frankreichs und Deutschlands sowie Polens, das sich ebenfalls als Schwergewicht betrachtet – gegen einen beschleunigten Beitrittsprozess für die Ukraine aus. Dies machte eins deutlich, nämlich die Tatsache, dass sich nichts ändern wird, selbst wenn es Ursula von der Leyen gelingen sollte, einen Übergang zum Abstimmen von außenpolitischen Beschlüssen ohne Vetorecht – also mit Stimmenmehrheit – durchzusetzen. Die Ukraine verfügt also keineswegs über eine Stimmenmehrheit in der Beitrittsfrage binnen der EU.

    Darüber hinaus wurde beschlossen, grundsätzlich nicht über eine Erweiterung der EU zu diskutieren. Die Idee, die Reihen der EU zu erweitern, verliert in der Bevölkerung an Popularität, und die EU-Bürokraten befürchten, dass eine Diskussion die Situation verschlimmern würde, da Nationalisten, Populisten und andere Euroskeptiker dies ausnutzen könnten.

    Anonyme Diplomaten haben gegenüber der Zeitung Politico zugegeben, dass Brüssel populistische Parolen erwartet, die behaupten würden, dass die Ukrainer den Europäern Arbeitsplätze wegnehmen würden.

    In der offiziellen Propaganda sieht das natürlich etwas anders aus. Dort wollen die Europäer die neuen Mitglieder der Euro-Familie mit offenen Armen empfangen und verweisen stets auf die optimistischen Ergebnisse des Eurobarometers – jenes fast schon legendären Dienstes, der seit dem Jahr 1973 im Auftrag der Europäischen Kommission Meinungsumfragen durchführt. So würden laut den Ergebnissen einer Studie aus dem letzten Jahr, an die sich die Deutsche Welle und die Frankfurter Allgemeine Zeitung "zufällig" erinnert haben, durchschnittlich 56 Prozent der Bürger eine Erweiterung der EU unterstützen.

    Doch dieselben Medien weisen auch darauf hin, dass es in Deutschland nur 49 Prozent, in Österreich 45 Prozent und in Frankreich lediglich 43 Prozent sind. Zwar standen die Franzosen einer EU-Erweiterung vor fast 15 Jahren noch kritischer gegenüber – mit 40 Prozent Zustimmung –, was die EU jedoch nicht daran hinderte, seitdem um fast das Doppelte zu wachsen und 13 Staaten aufzunehmen. Der letzte Beitritt erfolgte vor 13 Jahren durch Kroatien; seitdem wurde kein einziger Kandidat aus dem Beitrittskandidatenkreis aufgenommen.

    Im Allgemeinen gelten die Franzosen als notorische Nörgler, während die Deutschen als die größten Euro-Optimisten angesehen wurden, da sie die Hauptnutznießer des Binnenmarktes und die treibende Kraft der führenden EU-Wirtschaft sind. Nun hat sich das Blatt zugunsten der Euro-Pessimisten gewendet.

    Vermutlich hat der Rückgang des Lebensstandards zu diesem Sturz der Stimmung beigetragen, da die Deutschen einen beträchtlichen Teil der Kosten dafür tragen müssen, die neuen Mitglieder auf ein akzeptables sozioökonomisches Niveau zu bringen. Und in Deutschland gelten die eigenen Leistungsindikatoren bereits nicht mehr als akzeptabel.

    In dieser Woche zeigten Umfragen in der Bundesrepublik, dass die Unbeliebtheit der Koalitionsregierung einen neuen Rekord erreicht hat – fast drei Viertel lehnen ihre Arbeit ab, nur 21 Prozent unterstützen Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich, und unter den Parteien haben die Euroskeptiker der Alternative für Deutschland mit 27 Prozent die höchste Zustimmungsrate (wahrscheinlich hat ihnen der erneute Anstieg der Kraftstoffpreise aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten einen Vorsprung verschafft).

    Was jene Deutschen betrifft, die nach wie vor dafür sind, die EU weiter aufblähen (bis sie platzt), verdient die Beliebtheitsskala der Beitrittskandidaten besondere Beachtung. Es wäre unmöglich zu erraten, wen man am liebsten und wen man am wenigsten in der Euro-Familie sehen möchte.

    Den besten Wert erzielt Bosnien und Herzegowina. Etwa ein Viertel der deutschen Bürger spricht sich dafür aus, diesen armen, zersplitterten und überwiegend islamischen Staat in die Euro-Familie aufzunehmen. Der Anteil der Muslime in der Bundesrepublik Deutschland steigt, und die bosnische Diaspora dort ist ebenfalls beträchtlich, doch lassen sich derart hohe Zustimmungswerte für ein Land, das für eine EU-Mitgliedschaft bekanntermaßen ungeeignet ist, nicht allein damit erklären.

    Vielmehr liegt es daran, dass Deutschland eine bedeutende (und äußerst negative) Rolle beim Zerfall Jugoslawiens und beim Schicksal Bosniens gespielt hat – so weit, dass dort eine Zeit lang mit D-Mark als Landeswährung bezahlt wurde. Dementsprechend musste die deutsche Bevölkerung einen erheblichen Propagandaschlag über sich ergehen lassen, der die aktive Einmischung des Landes rechtfertigte. Es gab zahlreiche Lügenberichte über "serbische Gräueltaten" und Ähnliches.

    Wahrscheinlich ist den Menschen in Erinnerung geblieben, dass Völkermorde in Europa nicht nur von Deutschen begangen werden.    

    Dies erklärt auch Serbiens "letzten" Platz – nur 15 Prozent der Deutschen befürworten eine EU-Mitgliedschaft für das Land. Genauso viele wie im Falle Kosovos, das man, offen gestanden, nicht als vollwertigen Staat bezeichnen kann (auch wenn die offizielle Berliner Regierung anders darüber denkt; die Grenze der EU zu diesem serbischen Gebiet verläuft ohnehin durch Serbien).

    Sicherlich spielt auch die jüngste Propaganda eine Rolle, die sich gegen den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić richtete und die Massenproteste unterstützte, die in der Republik bereits das zweite Jahr andauern (und man kann nicht behaupten, dass diese unter proeuropäischen Parolen stattfinden).

    Weiter unten in der Rangliste der Kandidaten gibt es lauter Paradoxien. Trotz zunehmender antiislamischer Stimmungen wird Albaniens EU-Mitgliedschaft mehr befürwortet als Moldawiens – 17 Prozent gegenüber 16 Prozent Zustimmung. Entweder liegt es an den Roma oder an Maia Sandu (und über Moldawien weiß man ohnehin kaum etwas).

    Und die Mitgliedschaft des winzigen (630.000 Einwohner) und wohlhabendsten (unter anderem laut der EU-Kommission) Landes auf der Kandidatenliste – Montenegro – wird von ebenso vielen Deutschen unterstützt wie die Mitgliedschaft der riesigen, durch Kriegshandlungen verwüsteten Ukraine: jeweils 20 Prozent.

    Man kann diese Menschen nur als Opfer der Propaganda bezeichnen, aber es sind nicht allzu viele. Ein Anteil von 20 Prozent klingt bereits wie ein Todesurteil für Selenskijs Ambitionen, auch wenn in diesem Anteil Ursula von der Leyen enthalten ist.

    Pech gehabt, Wolodja. Die Chancen dafür waren da.

    Noch vor kurzem schien es tatsächlich so, als würde die Ukraine (genauer gesagt, das, was von ihr übrig bleibt) in die EU hineingezogen werden, und sei es nur als leere Hülle. Vor allem, nachdem die US-Amerikaner beschlossen hatten, sich aus diesem Projekt zurückzuziehen, da sie die EU-Mitgliedschaft als Trostpreis für Kiew betrachteten.

    Formal gesehen ist es nicht Sache der US-Amerikaner, zu entscheiden, wen man in die EU aufnimmt, aber Europa gelingt es chronisch nicht, Washington eine Absage zu erteilen und sich davor zu drücken, dessen Rechnungen zu bezahlen. Die gesamte EU sprach davon, eine "europäische Ukraine" zu unterstützen, nur Orbán war immer dagegen. Doch Orbán geht, und die Gegner eines EU-Beitritts der Ukraine sind bereits eine ganze Schar.

    Was soll man dazu sagen? Am besten die einfache und etwas harte Wahrheit: Selenskij ist als Politiker zu talentlos, um die Ukraine in die Europäische Union zu führen, und die Ukraine selbst ist zu unattraktiv und hoffnungslos, als dass man dort auf sie warten würde.

    Sie passt mit ihrer Nase nicht in die EU-Reihe, auch wenn man in den letzten Jahren nicht ohne Schaudern auf die EU blicken kann. Wie sehr sie auch verfallen sein mag, die Ukraine ist in diesem Sinne dennoch definitiv kein Konkurrent.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2026

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    nachdenkseiten.de, 16. April 2026 um 11:00 Ein Artikel von Ralf Wurzbacher

    Ein Tankrabatt von 17 Cent und ein „Krisenbonus“. Viel steht nicht auf der Habenseite des Energiepreisgipfels der Koalition vom Wochenende. Aber maulen muss man deshalb nicht. Denn viel bedeutender ist, was CDU und CSU nicht haben durchsetzen können: die Abschaffung des 1. Mai. Bei dem Triumph erscheinen die Opfer, die Klingbeil, Bas und Co. bringen mussten, ziemlich kleinteilig. Eine Danksagung von Ralf Wurzbacher.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Wussten Sie es schon? Die SPD hat den 1. Mai gerettet. Ja, den 1. Mai, den Kampftag der Arbeiterbewegung. Welch ein heroischer und historischer Akt! Denn hätte sie das nicht getan, hätten Sie vielleicht am Freitag in zwei Wochen bei ihrem Boss auf der Matte stehen müssen, wo sie sonst hätten zu Hause bleiben oder auf der Straße die Internationale schmettern können. Aber die deutsche Sozialdemokratie meint es gut mit Ihnen, so wie mit allen Geknechteten, Geschundenen und Ausgebeuteten dieser Welt.

    Bisher war von der Stimmungslage beim Koalitionsgipfel vom Wochenende in der Villa Borsig am Tegeler See im Norden Berlins nur so viel bekannt: Es sei „hart gerungen“ worden um Mittel und Maßnahmen zur Entlastung der Bürger angesichts des Preisschocks, den der Iran-Krieg speziell an der Tanksäule ausgelöst hat. Aber der Spiegel weiß wie immer mehr. Demnach standen die Verhandlungen kurz vorm „Abbruch“, berichtete das Magazin am Dienstag (hinter Bezahlschranke). Weil die Beteiligten nach stundenlangen Gesprächen jedoch nicht splitternackt vor die Kameras treten wollten, habe man „sich am Ende zusammengerauft“.

    Gut so! Aber es kommt eben noch viel besser. Die Union hatte nämlich ganz viel Übles im Sinn. Sie pochte nicht nur darauf, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu schleifen und einen Karenztag einzuführen, also einen Tag im Krankenbett für lau. Merz, Reiche, Söder und Dobrindt wollten überdies den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag aus dem Kalender löschen. Ganz ohne Vorankündigung passierte das, wie Kai aus der Kiste ohne jede Rücksicht auf den „kleinen Mann“. Aber der ist bekanntlich und zum Glück bei der SPD an der ersten Adresse, weshalb Klingbeil und Bas auf den Putz gehauen und gepoltert haben. Nicht mit uns!

    Laut Spiegel-Überlieferung haben die Genossen den Vorstoß als „Affront“ wahrgenommen, aber letztlich abgewehrt. Das ging bestimmt hoch her. Man hat Bilder im Kopf, wie der Finanzminister dem Kanzler Kopfnüsse verpasst und die Sozialministerin die Wirtschaftsministerin im Schwitzkasten hält. Alles nur, um den Millionen Werktätigen im Land ihren Stolz und ihre Würde zu bewahren, „und weil der Mensch ein Mensch ist …“, wie einst Berthold Brecht in seinem Einheitsfrontlied textete. Fast 90 Jahre später hat die SPD die sozialdemokratische Seele gegen die Reaktion verteidigt. Ein Hoch auf Lars und Bärbel!

    Auch schön ist, dass die SPD mit ihrem Ruhm nicht hausieren geht. Man hätte auch herausposaunen können: Seht her, was wir für tolle Hechte sind, wie wir Eure Ehre behauptet haben. Nein, nein, bloß nicht zu viel Wind darum machen, auch um des Koalitionsfriedens willen. Man hat ja schließlich gemeinsam noch so viel vor: eine Rentenreform, eine Gesundheitsreform und eine Bahn, die wieder Bahn fahren kann. Für all das braucht es eine stabile und handlungsfähige Regierung und keine, die sich vor aller Augen zerfleischt.

    Das bringt dann mitunter Kompromisse mit sich, die wehtun können. Was hatte die SPD nicht alles an Konzepten zum Energiekrisentreffen mitgebracht, um den einfachen Menschen beizustehen und endlich für mehr Gerechtigkeit zu sorgen? Eine Übergewinnsteuer für die Mineralölmultis, eine höhere Besteuerung von Reichen und Superreichen, niedrigere Steuern für Gering- und Normalverdiener, ja sogar ein Tempolimit auf Autobahnen und Bundesstraßen. Aus all dem wurde leider nichts. Dabei seien, wie es heißt, die Verhandlungen über Grundzüge einer Einkommenssteuerreform „weit fortgeschritten“ gewesen. Nur dann habe die Union diese „plötzlich“ beendet. Wie schäbig.

    Geliefert wurde am Ende trotzdem. Von gefühlt hundert Ideen machten konkret zwei das Rennen: Ein Tankrabatt von 17 Cent pro Liter, befristet auf zwei Monate, vorausgesetzt Shell, ExxonMobil, BP und TotalEnergies geben die Ermäßigung an die Kunden weiter. Und ein abgabenfreier „Krisenbonus“ von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte, deren Arbeitgeber sich zur Zahlung bereit finden. Prima! Mehr war einfach nicht drin – für Klingbeil und seine linke Rasselbande. Und dass die Opposition, Umweltverbände und Ökonomen anschließend über ein „teures Geschenk“ für Ölkonzerne moserten – geschenkt.

    Fast vergessen auch der Zwist zwischen dem SPD-Chef und Katherina Reiche, der im Vorfeld die Schlagzeilen bestimmte. Die Ministerin wurde sogar von ihrem Chef persönlich in aller Öffentlichkeit in den Senkel gestellt. Er sei „befremdet“ über ihre Kritik an den SPD-Vorschlägen, besonders dem zu einer Übergewinnsteuer, hatte Friedrich Merz gerügt. Aber der Mann kann verzeihen. BILD schrieb am Montag über „trommelnden“ Beifall, der Reiche in der Sitzung des CDU-Bundesvorstands zuteilwurde. Merz schwärmte: „Der Applaus für Dich zeigt die volle Unterstützung, die Du von uns allen hast.“ Und Jens Spahn frohlockte: „Katherina, Du hast wichtige, richtige Impulse gegeben.“

    Die Tageszeitung junge Welt titelte am Dienstag, „Reiche holt den Klassensieg“, und befand, die Situation des Koalitionspartners sei „mit ‚gedemütigt‘ noch nett umschrieben“. Das Urteil war freilich hochgradig unfair und zu diesem Zeitpunkt ganz ohne Kenntnis davon, dass die SPD gerade den 1. Mai gerettet hatte. Außerdem ist die Abzockersteuer für Ölmagnaten nicht ganz vom Tisch. Das Instrument soll laut Verhandlungsergebnis auf EU-Ebene geprüft werden – na dann.

    Wirklich hoch im Kurs stehen dagegen weiterhin Einschnitte bei der Lohnfortzahlung und besagter Karenztag bei Krankheit sowie zahllose andere soziale Grausamkeiten. Diese Karten hat sich die Union offenbar für die anstehenden Pokerrunden zurückgelegt. Deshalb diesmal um so mehr: „Heraus zum 1. Mai!“ Und danke SPD, dass es Dich gibt – noch …


    Titelbild: PhotoSGH/shutterstock.com


    Rubriken: Audio-Podcast Gedenktage/Jahrestage Sozialstaat SPD


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=149157


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres: 



    Gesinnungschecks und Antikommunismus: DGB Leipzig will staatstreue Mai-Kundgebung


    freedert.online, vom 16 Apr. 2026 20:54 Uhr

    Der DGB ist voll auf Staatsräson-Linie. In einem internen Dokument markiert sein Leipziger Verband kommunistische, antiimperialistische und pro-palästinensische Mitglieder als Störgruppen. Er will sie zusammen mit vermuteten "Rechten" von seiner Kundgebung am 1. Mai ausschließen.


    Gesinnungschecks und Antikommunismus: DGB Leipzig will staatstreue Mai-Kundgebung© Urheberrechtlich geschützt


    Archivbild: Eine Demonstration zum Internationalen Tag der Arbeiterbewegung am 1. Mai 2024 in München


    Von Alexandra Nollok

    Gewerkschaften existieren nicht ohne Grund. Sie sollen die Arbeiterklasse organisieren. Dass es ohne gemeinsamen Kampf schlecht um ihre Rechte bestellt ist, belegt die Geschichte. Gerade eskaliert die Bundesregierung ihre Angriffe auf hart Erkämpftes: den Achtstundentag, die Rente, das Arbeitslosen- und Krankengeld und einiges mehr. Die mangelnde Gegenwehr verwundert nicht: Längst marschiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), durchbürokratisiert mit hochbezahlten Spitzenfunktionären, an der Seite von Staat und Kapital. Er ist ein wesentlicher Faktor für zunehmende Probleme der Lohnabhängigen.


    Wirtschaftskrise: Merz fordert längere Arbeitszeiten




    Wirtschaftskrise: Merz fordert längere Arbeitszeiten






    Geht es nach dessen Leipziger Verband, darf nicht einmal diese Kritik laut äußern, wer an seiner Kundgebung zum Internationalen Tag der Arbeiterbewegung am 1. Mai teilnehmen will. Der DGB legt fest, wer noch zur Arbeiterbewegung gehören darf. Sein Kriterium dafür ist nicht die Lohnabhängigkeit, sondern die Gesinnung, genauer: der Grad der Treue zum deutschen Staat, der gerade die Arbeiterrechte torpediert. Das belegt ein geleaktes internes Papier, das "potentielle Störgruppen" auflistet, die abzudrängen oder auszuschließen seien. Dazu zählt er neben AfD-Anhängern und sonstigen mutmaßlichen "Rechten" auch große Teile der politischen Linken.

    Politische Säuberung

    Das Papier könnte von hartgesottenen "Antideutschen" stammen, die schon wegen ihrer Affinität zum kriegerischen US-Imperialismus nicht zum "linken Spektrum" gezählt werden können. Es sieht abgestufte Maßnahmen gegen Personen mit "vollkommen inakzeptablen Positionen" sowie mit "unpassenden, aber nicht strafbaren Äußerungen" vor. Es lese sich "wie ein Handbuch politischer Säuberung", schrieb kürzlich die marxistische Zeitung junge Welt dazu. 

    Zuvorderst und am ausgiebigsten klassifiziert der Gewerkschaftsverband unerwünschte linke Gruppen. Als Hauptfeind markiert er eine angebliche "Autoritäre / Antisemitische Linke". Diese Begriffskreation verwendet der deutsche Inlandsgeheimdienst in seinen jährlichen Berichten für alle, die sich kommunistisch, sozialistisch, pro-palästinensisch und/oder antiimperialistisch positionieren. Deutsche Leitmedien schwurbeln sich zuweilen ganze Essays oder Dokumentationen darüber zusammen, der rechtsextreme Pro-Israel-Aktivist und taz-Autor Nicholas Potter hat sogar ein bauchgefühliges Buch darüber verfasst.

    Der DGB zählt die gleichen Gruppen wie der Verfassungsschutz dazu, darunter die "Kommunistische Organisation", "Gewerkschafter4Gaza", "Handala Leipzig" und weitere. Diese gelten für ihn als "höchstproblematisch" und seien sofort aus der Kundgebung zu entfernen. Als "problematisch" und ebenso unerwünscht stuft der DGB-Verband zum Beispiel die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) ein.

    Auf Staatsräson-Linie

    Auch zahlreiche Symbole will der Leipziger DGB-Ableger verbieten, darunter nicht nur strafbare wie etwa ein rotes Dreieck (das die Bundesregierung der in Deutschland als "palästinensische Terrororganisation" eingestuften Hamas zuordnet), sondern auch Palästina-Fahnen und -tücher. Interessanterweise gilt das nicht für andere Staatsflaggen und -symbole, etwa der USA oder Israels. Auch gegen rassistische Äußerungen stellt er sich nicht, untersagt aber politische Aussagen, die den DGB "als Teil des Problems / des Klassenstaats" werten oder Israel Genozid oder Massenmord vorwerfen – was vielfach belegt ist.


    Deutsche Gedenk-Heuchelei: Leitmedien verleugnen antizionistische Juden





    Meinung

    Deutsche Gedenk-Heuchelei: Leitmedien verleugnen antizionistische Juden





    Damit steht der DGB-Verband zwar nicht an der Seite der Arbeiterbewegung, vertritt aber punktgenau die Linie der deutschen Staatsräson. So hätte er wohl kein Problem damit, wenn geschehen würde, was letzten Sonntag vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk von einer Pro-Israel-Kundgebung nahe der KZ-Gedenkstätte Buchenwald übertragen wurde.

    Der Zuschauer bekam zur besten Sendezeit Folgendes zu sehen: Während der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) vor Israelflaggen und dem Logo der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) eine Rede zum Gedenktag an die Opfer schwang, hielt das Vorstandsmitglied der DIG Nürnberg-Mittelfranken, Johannes Loesch (FDP), eine Hitler-Karikatur mit Palästinensertuch direkt in die Kamera.

    Diese Gleichsetzung von unterdrückten Palästinensern mit den deutschen Faschisten dürften viele zu Recht als dreiste Verharmlosung der Naziverbrechen werten – insbesondere vor einem ehemaligen KZ. Man könnte es durchaus auch als Aufruf zu rassistischer Gewalt gegen markierte Gruppen interpretieren. Der Staatsräson zumindest lief das offensichtlich nicht zuwider.

    "Gewerkschaft" für Gesinnungsschnüffelei...

    Nachdem die Autoren also ausgiebig die Antisemitismus-Keule gegen linke Organisationen geschwungen haben, verweisen sie so kurz wie inhaltsleer auf "Rechte". Wer "AfD-Symbole oder andere rechte Symbole" zeige, "ausufernde Gespräche mit Kollegen" mit rechten Inhalten beginne oder ein "rechter Streamer" sei, solle von Ordnern des Platzes verwiesen oder dazu angehalten werden, "sich zurückzuziehen".

    Welche Symbole, Gesprächsinhalte oder "Streamer" aus welchem Grund als "rechts" und damit unerwünscht zu werten seien, erfahren die Adressaten des Papiers nicht. So bleibt es offensichtlich den Ordnern überlassen, wen sie einer unlauteren Gesinnung verdächtigen. Das kann letztendlich jeder sein, der irgendwie nur ansatzweise aus der Norm fällt. Zu gelten scheint die Norm der autoritären "Mitte" – die übrigens nach klassischer Definition selber rechts ist, da sie bekanntlich (einschließlich des DGB) den Klassenstaat verteidigt. Vermutlich will der Verband es deshalb auch verbieten, selbigen nur zu erwähnen.

    ... und Kapitalinteressen


    Blutroter Protest gegen Rheinmetall





    Blutroter Protest gegen Rheinmetall







    Damit verabschiedet sich der große Gewerkschaftsbund einmal mehr von seiner Aufgabe, die Arbeiterklasse im Kampf gegen Ausbeutung durch Staat und Kapital zu unterstützen – und zwar ohne vorauseilende Gesinnungsschnüffelei. Dafür aber bräuchte er tatsächlich eine materialistische Klassenanalyse, heißt: die Erkenntnis, dass die Widersprüche des Systems sich immer im Bewusstsein ideologisch niederschlagen, was aber nichts an der Lohnabhängigkeit der DGB-Mitglieder ändert. Nur darauf käme es an.

    Von derart staatlich integrierten "Gewerkschaften", die seit beinahe 80 Jahren mit schönen Worten von einer angeblichen "Sozialpartnerschaft" zwischen Arbeitern und Konzern fantasieren, während sie sich zuweilen aktiv an drastischen Kürzungsorgien beteiligen, kann man das freilich nicht erwarten. Nicht mehr die Abwehr des Klassenkampfes von oben ist ihr Ziel, sondern gehorsame Arbeiter, die für profitable (gern auch kriegerische) Kapitalinteressen stets verfügbar und verwertbar sind.

    Ja, der Deutsche Gewerkschaftsbund ist Teil des Klassenstaats – und damit Teil der Probleme, die Lohnabhängigen zu schaffen machen – vom Sozialabbau bis hin zur fortschreitenden Entrechtung.

    Mehr zum ThemaBerlin: Mehrjährige Haftstrafen für vier "Auslandsoperateure" der Hamas


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    Video https://rumble.com/v782eic-ostermrsche-in-deutschland-protest-gegen-krieg-und-aufrstung.html Dauer 5:26 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://freedert.online/meinung/277329-gesinnungschecks-und-antikommunismus-dgb-leipzig/


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    17.04.2026

    Das geheime libanesische Panoptikum des britischen Geheimdienstes

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    Ein libanesisches Viertel, das von der zionistischen Entität in Schutt und Asche gelegt wurde


    uncutnews.chApril 17, 2026,  Aktuelles oder Allgemein 


    Von Kit Klarenberg

    Am 7. März startete der undurchsichtige britische Geheimdienstdienstleister Siren Associates „Monitor Lebanon“. Die „Plattform zur Lageerfassung in Echtzeit“ soll „Einzelpersonen und Organisationen dabei helfen, das sich rasch wandelnde Sicherheitsumfeld im Libanon zu verstehen und sich darin zurechtzufinden“. Das Tool durchforstet riesige Mengen an „Open-Source-Informationen“ aus „Nachrichtenagenturen, verifizierten Social-Media-Konten, Telegram-Kanälen, Initiativen zur Konfliktbeobachtung und Verkehrsdatensystemen“. Präsentiert als unverzichtbare Ressource, die Journalisten, „humanitären“ Helfern, lokalen Unternehmen und besorgten Bürgern hilft, sicher zu bleiben, während sich Israels genozidale Invasion verschärft, ist die Realität weitaus finsterer.

    Das Herzstück von „Monitor Lebanon“ ist eine ständig aktualisierte interaktive Karte, die „gemeldete Sicherheitsereignisse und wichtige operative Informationen“ visualisiert. Die Daten sind äußerst detailliert und umfassen Informationen zu „betroffenen Gebieten, Straßenverhältnissen, Krankenhausstandorten und anderen Indikatoren, die den Nutzern helfen zu verstehen, wie sich die Entwicklungen auf Mobilität und Zugänglichkeit auswirken können“. In einer Pressemitteilung zum Start der Plattform wird behauptet, Monitor Lebanon sei ursprünglich entwickelt worden, um den Mitarbeitern von Siren Associates „einen klareren Überblick“ über lokale Ereignisse zu verschaffen, bevor es für die allgemeine Öffentlichkeit freigegeben wurde:

    „Teammitglieder, die aufgrund der anhaltenden Feindseligkeiten ihre Heimat verlassen mussten, nutzen die Plattform bereits, um sich über gemeldete Angriffe in der Nähe ihrer Wohnorte zu informieren und Evakuierungsanordnungen zu verfolgen. Doch noch viel mehr Menschen sind mit derselben Unsicherheit konfrontiert, weshalb wir dieses Tool allen zur Verfügung stellen möchten, die von klareren Echtzeitinformationen profitieren könnten.“

    Man könnte sich zu Recht fragen, wie Siren ein derart detailliertes Projekt zur Kartierung nationaler Vorfälle so umgehend auf die Beine stellen konnte, nachdem die zionistische Entität die Feindseligkeiten mit der Hisbollah wieder entfacht und in den Südlibanon einmarschiert war, um eine vollständige Annexion zu erreichen. Seit fast zwei Jahrzehnten agiert das Unternehmen – dessen Mitarbeiter aus dem britischen Militär, den Geheimdiensten und der Polizei stammen – weitgehend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung, wenn auch in aller Öffentlichkeit. Wie dieser Journalist im September 2021 enthüllte, erhält Siren jährlich mehrere zehn Millionen Pfund vom britischen Staat für die „Professionalisierung“ der libanesischen Sicherheitskräfte.


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    Das Dashboard von „Monitor Lebanon“


    Siren kann dementsprechend zahlreiche ehemalige hochrangige ISF-Mitarbeiter in seinen Reihen vorweisen und unterhält enge Beziehungen zu hochrangigen Politikern, Ministerien und anderen Teilen des Sicherheits-, Militär- und Geheimdienstapparats in Beirut. Das Unternehmen betreibt zudem Programme zur Identifizierung und Förderung künftiger ISF-Führungskräfte. Im Mai 2019 gründete Siren auf Kosten Londons das erste Kommando- und Kontrollzentrum des Libanon. Die Einrichtung versorgt die ISF mit „modernster Ausrüstung, Informations- und Kommunikationstechnologiesystemen [sowie] einem Analyse- und Planungsraum“, um Beiruts Spionagefähigkeiten zu stärken.

    Eine solche Durchdringung gewährt dem britischen Geheimdienst per Definition auch einen direkten Hintereingang zu – und Einfluss auf – alle Aktivitäten und Ermittlungen der ISF. Die von Siren in den Jahren seitdem über libanesische Bürger gesammelten Daten haben sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch der Vielfalt rasant zugenommen. So baute das Unternehmen beispielsweise still und leise COVAX auf, eine digitale Infrastruktur, die die Einführung des COVID-19-Impfstoffs durch die libanesische Regierung untermauerte. Nutzer konnten sich registrieren, Termine vereinbaren und Impfbescheinigungen erhalten. Über vier Millionen Menschen nutzten den Dienst und hinterließen dabei eine außerordentliche Menge an persönlichen Daten.

    „Sicherheitskrisen“

    Dies legte den Grundstein für Sirens umfassende digitale Durchdringung des Privatlebens der libanesischen Bevölkerung in der Folgezeit. Im Jahr 2021 stellte die Weltbank Beirut 246 Millionen US-Dollar zur Linderung der wirtschaftlichen Not vor Ort zur Verfügung. Siren nutzte seine COVAX-Erfahrung und -Infrastruktur, um „in Rekordzeit“ eine Plattform namens DAEM einzurichten. Diese ermöglichte es den Bürgern, Sozialhilfe zu beantragen. Carole Alsharabati, Sirens langjährige Forschungsleiterin, erklärte: „Die Idee [war], ein System einzuführen, das von A bis Z vollständig digitalisiert war, genau wie wir es beim Impfstoff getan haben“:

    „Die Registrierung, die Auswahl, dann die Zahlung, die Überweisung, die Überprüfung, das Dashboard und so weiter. Alles wurde digitalisiert. Und wir haben dasselbe Framework, dasselbe Ökosystem, dieselben Systeme, dieselben Sicherheitsvorkehrungen und denselben Ansatz zur Datenverwaltung verwendet wie beim Impfstoff.“

    Alsharabati beschrieb den Libanon zu jener Zeit als „sehr schwieriges Umfeld“, wobei der Aufbau von DAEM „eine wilde Reise“ gewesen sei. Dem Land fehlten ein einheitliches ID-System, digitale Identifizierungsmechanismen, etablierte Regeln zur Datenverwaltung oder gar interne Verfahren und Kapazitäten. Doch „nichts stand Sirens Entschlossenheit im Weg, diese und viele andere Herausforderungen anzugehen“. Offensichtlich waren die britische und die libanesische Regierung mit den Ergebnissen zufrieden. Es war erst der Anfang von Sirens neuer Rolle in Beirut: dem Aufbau tiefgreifender, in die Privatsphäre eingreifender Datenbanken über die Bürger.

    Diese Arbeit wurde im Laufe der Jahre in zahlreichen verschiedenen Bereichen wiederholt und gipfelte schließlich in der kürzlichen Einführung von „Monitor Lebanon“. Ein Großteil dieser Aktivitäten blieb der Öffentlichkeit völlig verborgen. Erst im Dezember 2024 wurde beispielsweise die zentrale Rolle von Siren bei COVAX auf der offiziellen Website des Unternehmens offen eingeräumt. Im selben Monat gab Siren bekannt, eine maßgeschneiderte Ressource für die ISF entwickelt zu haben, die „operative Daten sammelt, um die Entscheidungsfindung in Bezug auf Einsatzplanung, Ressourcenbeschaffung und Management zu unterstützen.“

    Unter der Schirmherrschaft des Projekts schuf der britische Geheimdienst ein Netzwerk aus sechs separaten Kommando- und Kontrollzentren im ganzen Land, die digital mit 22 regionalen Einsatzzentralen verbunden waren. Außerdem wurde eine „digitale Plattform entwickelt, die die Erfassung und Analyse von Kriminalitäts- und Einsatzdaten ermöglicht“. Ebenfalls im Dezember 2024 gab Siren bekannt, wie es „E-Governance-Tools eingeführt hat, die mehr als 20 Ministerien, 1.000 Gemeinden und 1.500 Mukhtars [lokale Verwaltungen] miteinander verbinden“. Unerwähnt blieb ein großer Skandal, der zwei Jahre zuvor bei der Einführung dieser Initiative ausgebrochen war.

    Al-Akhbar behauptete, die von Siren entwickelte Plattform sei nicht sicher und habe es dem Unternehmen ermöglicht, die Daten von Millionen von Nutzern zu sammeln. Die als IMPACT bezeichnete Ressource half Bürgern beim Zugang zu einer Vielzahl von staatlichen Dienstleistungen, darunter die Beantragung von Sozialleistungen. Die britische Botschaft in Beirut, die die Plattform mit 3 Millionen Dollar finanziert hatte, bestritt jegliches Fehlverhalten, ebenso wie Siren. Dennoch äußerte die lokale Digitalrechtsgruppe SMEX tiefe Besorgnis über die Sicherheit der von IMPACT gespeicherten privaten Informationen, die von Natur aus hochsensibel waren.

    Dass Siren infolge seiner Arbeit für und mit der ISF eine enorme Menge an invasiven personenbezogenen Daten hortet, wird durch eine im April 2025 durchgeführte Studie unterstrichen, die vom britischen Ministerium für internationale Entwicklung finanziert wurde. Sie untersuchte „irreguläre Seemigration aus dem Libanon in den letzten drei Jahren“ und stellte das Phänomen in den Kontext der „anhaltenden politischen, sozioökonomischen und sicherheitspolitischen Krisen“ in Beirut. Sirens Untersuchung zielte darauf ab, festzustellen, „wer migriert, warum sie sich für die Flucht auf dem Seeweg entscheiden und welchen Risiken sie ausgesetzt sind – insbesondere in Bezug auf die Geschlechter“.

    „Eigenes Volk“

    Im September 2025 wurde Sirens Vertrag mit dem britischen Außenministerium zur Fortsetzung seiner „Reform“ der ISF – unter dem Namen „Lebanon Internal Security Assistance Programme“ – verlängert. Bemerkenswert ist, dass die dem Unternehmen für die Durchführung dieser Arbeit zugewiesene gigantische Summe – 46.360.490 £ – deutlich höher ist als in den Vorjahren. Wir müssen uns fragen, ob ein Teil dieser riesigen Summe den Aufbau von Monitor Lebanon finanziert hat, im Vorgriff auf weitere erwartete Aggressionen der zionistischen Entität gegen das Land.

    Beunruhigende Anzeichen dafür, dass der britische Geheimdienst das westasiatische Schauplatz im Dienste eines totalen Krieges mit dem Iran gestaltet, häufen sich seit dem 7. Oktober 2023. Im November desselben Jahres wurde bekannt, dass London uneingeschränkten Zugang zu Libanons Land-, Luft- und Seegebiet forderte, um „Notfallmissionen“ durchzuführen. Britischen Streitkräften wäre es gestattet gewesen, bewaffnet und in Uniform überall im Land zu reisen, wo sie wollten, und dabei Immunität vor Strafverfolgung für begangene Straftaten zu genießen.

    Die öffentliche Empörung über den Plan trug sicherlich zu dessen Ablehnung durch Beirut bei. Doch obwohl es nie zu einer formellen britischen Militärbesetzung des Libanon kam, wird das Land und seine Bevölkerung dank Siren Associates unerbittlich überwacht.

    Der militärische und sicherheitspolitische Nutzen dieses Panoptikums aus Sicht der zionistischen Entität könnte nicht offensichtlicher sein. Solche Erkenntnisse könnten genutzt werden, um Mitglieder der Hisbollah und ihre Unterstützer sowie andere lokale Bürger, die als problematisch gelten und zur Liquidierung vorgesehen sind, zu identifizieren und aufzuspüren – ganz im Stil der prädiktiven Spionageplattformen von Palantir.

    Es ist kein Zufall, dass sich viele der digitalen Regierungsressourcen von Siren mit den von der Hisbollah angebotenen Diensten und Unterstützungsleistungen überschneiden. Der britische Geheimdienst führt seit Jahren verdeckte Operationen durch, um den gesellschaftlichen Einfluss der Widerstandsgruppe zu neutralisieren und Parallelstrukturen zu den von ihr verwalteten zu schaffen. So schuf London beispielsweise im Rahmen einer geheimen, vom Außenministerium finanzierten Initiative zur Radikalisierung von Jugendlichen eine Alternative zum von der Hisbollah geführten Ministerium für Jugend und Sport in Beirut. Man hoffte, dass „junge, talentierte Studenten und Absolventen“ die Gruppe dadurch ablehnen und als wirksame britische Informanten dienen würden.


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    Durchgesickertes Dokument des Außenministeriums


    Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass diese Initiativen Früchte getragen hätten. Ein Bericht des „Daily Telegraph“ vom 23. März, der umgehend zurückgezogen wurde, dokumentierte, wie libanesische Christen die Hisbollah von ganzem Herzen unterstützen und entschlossen sind, sich den vom Westen inspirierten Bemühungen der Armee von Beirut zu widersetzen, die Widerstandsgruppe zu entwaffnen. „Wie könnten wir als Christen in dieser Gegend nicht auf der Seite der Hisbollah stehen?“, fragte ein Anwohner, der in einem Dorf lebt, das die Gruppe nachdrücklich unterstützt, trotzig gegenüber der Zeitung:

    „Sie schützen unsere Kirchen. Sie haben uns im Kampf gegen den IS geholfen. Während der Corona-Pandemie haben sie uns in ihren Krankenhäusern kostenlos versorgt. Als der Strom ausfiel, haben sie uns Generatoren zur Verfügung gestellt. Zu Weihnachten haben sie sogar einen Weihnachtsbaum aufgestellt. Wie könnten wir jetzt nicht an ihrer Seite stehen?“

    Obwohl es praktisch unmöglich ist, die Hisbollah zu entwaffnen, ist dies eine seit langem von den westlichen Mächten gehegte Fantasie, die seit Beginn des zionistischen Völkermords in Gaza immer dringlicher geworden ist. In einem Informationsblatt des britischen Parlaments vom September 2025 wurde großer Optimismus zum Ausdruck gebracht, dass die Wahl des ehemaligen LAF-Kommandanten Joseph Aoun in jenem Jahr das Ende des bewaffneten Flügels der Hisbollah und damit der Organisation insgesamt bedeuten würde. Im selben Monat schlug der US-Sonderbeauftragte für Syrien, Tom Barrack, offen vor, die LAF auszurüsten, „damit sie gegen ihr eigenes Volk kämpfen können“.

    Er räumte ein, dass Israels wahnsinnige Aggression gegen die Palästinenser und seine Nachbarn seit dem 7. Oktober 2023 die öffentliche Unterstützung für die Hisbollah erheblich gestärkt habe, während sie der Gruppe „null“ Anreize biete, ihre Waffen freiwillig abzugeben. Aouns Wahl hat die Hisbollah nicht zerschlagen, und die zionistische Entität versucht nun erfolglos, diese Aufgabe zu Ende zu bringen. Während sich Israels katastrophale militärische Verluste täglich häufen, werden immer noch zahlreiche unschuldige libanesische Zivilisten getötet. Die Verantwortungskette für ihren Tod könnte direkt nach London zurückführen, dank Siren Associates.


    Quelle: British Intel's Secret Lebanese Panopticon

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2026

    Russland warnt: Firmen zur gemeinsamen Drohnenproduktion in Deutschland sind legitime Ziele

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    seniora.org, 17. April 2026, 16.04.2026 Von Thomas Röper - übernommen von anti-spiegel.ru

    (Red.) Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, liebe Leserinnen und Leser, das Adjektiv "unappetitlich", dass gestern vom Autor René Zittlau für seinen Bericht "Die Schlacht um Ungarn" verwendet wurde, passt auf sehr viele politische Prozesse, die uns von den Regierungen des Westens „serviert“ werden.
    Man muss sich nicht angesprochen fühlen, wenn wieder einmal ein Regierungsmitglied eines uns nahestehenden europäischen Landes einen bekennenden jüdischen Faschisten   – leider ist das kein Oxymoron - umarmt, wie auf unserem einleitenden Bild. Doch in letzter Konsequenz ist jede Geste dieses oder jedes beliebigen anderen Regierungsmitglieds eine Geste im Namen des durch ihn vertretenen Volkes. Und da darf dem einen oder anderen Bürger eines derart vertretenen Landes bei oder von dieser dargebotenen Polit-Kost durchaus der Appetit vergehen.

    Für mich ist das schwer verdaulich. Ich erlebte als Kind den zweiten Weltkrieg bewusst. So war das „Nie wieder Krieg!“ im Jahre 1945 für mich als 15-Jähriger nicht einfach ein Satz mit drei Worten. Wenn heute   – wieder   – ein deutscher „Verteidigungs“-minister in einer Felduniform den Präsidenten eines Landes umarmt, dessen Land mit deutscher Hilfe gegen Russland Krieg führt, ist das nicht einfach nur schmerzhaft. Es ist der offizielle deutsche Bruch mit dem Schwur des „Nie wieder Krieg!“. Es ist die (deutsche) Umarmung eines faschistischen Bandera-Verehrers, der es seinem vor Kurzem ins Amt gebrachten ukrainischen Verteidigungsminister zur Aufgabe machte, monatlich 35.000 Russen zu töten. Nicht Soldaten, nein, ausdrücklich RUSSEN. Frauen, Männer, Kinder, Alte, Junge und Soldaten.

    Dieser ukrainische Tod kommt inzwischen vor allem per Drohne, gefertigt zu Tausenden in gemeinsam mit der Ukraine in der EU betriebenen Werken. Drei davon in Deutschland.
    „Zugestellt“ nach Russland werden diese Ergebnisse des „Friedensprojekts EU“ unter wohlwollender Duldung von EU- und NATO-Staaten auch über EU-Territorien.

    Der Gouverneur des Gebietes Leningrad (das Gebiet rund um Sankt Petersburg) sprach dieser Tage von seiner Oblast als einem frontnahen Gebiet   – fast 1000 Kilometer von der Ukraine entfernt. Das gehört zum Hintergrund der Warnung des Russischen Verteidigungsministeriums, von der nachfolgend die Rede ist. (ww/rbz)

    Beim Besuch von Selensky in Berlin wurden Projekte zur gemeinsamen Produktion von Drohnen für Angriffe auf Russland verkündet. Russland warnt, dass diese Produktionsstätten in Deutschland legitime Ziele sind und veröffentlicht deren Adressen.


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    Wegen der Konferenz, auf der ich derzeit bin, bin ich noch nicht dazu gekommen, über den Besuch des ukrainischen Machthabers Selensky in Berlin zu schreiben, bei dem ein deutsch-ukrainisches Partnerschaftsabkommen verkündet wurde, das unter anderem die gemeinsame Produktion von Drohnen in Deutschland für Angriffe auf Russland vorsieht. Allerdings wird in Deutschland verschwiegen, wie heikel das ist.

    Kriegsbeteiligung

    Russland greift die Produktionsstätten für Waffen in der Ukraine an. Wegen der russischen Erfolge wurde in Europa beschlossen, die Produktionsstätten für Drohnen zumindest teilweise aus der Ukraine in europäische Länder zu verlegen, um sie vor russischen Angriffen zu schützen. Dass das die betroffenen Länder zur Kriegspartei im Krieg gegen Russland macht, ist offensichtlich.

    Wir müssen uns daran erinnern, dass der Iran umgehend Ziele in den arabischen Ländern angegriffen hat, die ihren Luftraum für Angriffe der USA und Israels auf Ziele im Iran zur Verfügung gestellt haben. Die Länder der Welt haben den Iran deswegen nicht verurteilt, denn es ist allen klar, dass das eine klare Kriegsbeteiligung darstellt und dass der Iran das Recht hat, Ziele in den betroffenen Ländern anzugreifen.

    Inzwischen wird offen gesagt, dass Polen, die baltischen Staaten und Finnland ihre Lufträume für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellen. Seit dem 22. März haben hunderte Drohnen aus deren Lufträumen kommend Ziele im Gebiet St. Petersburg angegriffen und Raffinerien und Häfen beschädigt. Auch hier sieht die Welt, dass diese Länder sich zu Kriegsparteien gegen Russland machen, und sollte Russland Ziele in Ländern angreifen, die sich offen militärisch am Krieg gegen Russland beteiligen, wird die nicht-westliche Welt dafür genauso Verständnis haben, wie für die iranischen Angriffe auf Ziele in arabischen Ländern.

    Gleiches gilt natürlich auch, wenn sich Länder offen dafür hergeben, die ukrainische Rüstungsindustrie bei sich aufzunehmen, um sie vor russischen Angriffen zu schützen.

    Selenskys Besuch und die Folgen

    Nun hat Selensky Kanzler Merz besucht und dabei wurde ein deutsch-ukrainisches Partnerschaftsprogramm beschlossen, über das ich noch gesondert berichten werde. Über die Produktion von Drohnen für die Ukraine heißt es darin in der offiziellen Erklärung der Bundesregierung:

    „Deutschland wird die Drohnenindustrie der Ukraine weiterhin unterstützen und darüber hinaus Gemeinschaftsunternehmen zur Drohnenproduktion ins Leben rufen. Dies wird ergänzt durch die Förderung von Partnerschaften basierend auf Datenkooperation und gemeinsamen Initiativen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Innovation.“

    Im Klartext bedeutet das, dass die Bundesregierung Teile der ukrainischen Drohnenproduktion in Deutschland unterbringen will, was die entsprechenden Firmen und deren Standorte zu legitimen Zielen für russische Angriffe macht.

    Russlands Warnung

    Am Mittwoch ist etwas passiert, was es bisher noch nicht gab. Das russische Verteidigungsministerium hat eine Erklärung herausgegeben, in der es davor warnt, diese Standorte anzugreifen. Es warnt die Bevölkerung der betroffenen europäischen Länder ziemlich deutlich davor, sich in der Nähe dieser Standorte aufzuhalten.

    Es gab in der Vergangenheit schon oft russische Warnungen wegen der offenen Kriegsbeteiligung europäischer Länder, man könnte diese russische Warnung also leicht abtun und sagen, dass Russland wieder nur blufft. Aber diese russische Warnung unterscheidet sich in einem Punkt deutlich von allem, was es bisher gab.

    Ab 2022 war ich bekanntlich im Donbass auf einigen Pressetouren für ausländische Journalisten, die das russische Verteidigungsministerium organisiert hat. Für jede Veranstaltung dieser Art wurde ein Telegram-Chat für die Teilnehmer eingerichtet, in dem die organisatorischen Fragen besprochen wurden. Dabei ging es beispielsweise um Details der Anreise, wann und wo welcher Bus bereit stand, und so weiter. Nach Ende der Veranstaltung „starben“ diese Chats und dort wurde nichts mehr veröffentlicht. Im meinem Telegram-Archiv sind sieben solcher „toter“ Chats aus den Jahren 2022 und 2023.

    Am Mittwoch sind alle diese Chats „wieder zum Leben erwacht“. Das russische Verteidigungsministerium hat seine Warnung in alle Chats gepostet, es hat also offenbar ein großes Interesse daran, dass seine aktuelle Erklärung bekannt wird, und zwar gerade für ausländische Journalisten und damit für das ausländische Publikum. Ich veröffentliche die Erklärung daher hier im Wortlaut zu Information:

    „Laut vorliegenden Informationen haben die Regierungen mehrerer europäischer Länder am 26. März 2026 angesichts steigender Verluste und eines sich verschärfenden Personalmangels in den ukrainischen Streitkräften beschossen, die Produktion und Lieferung von Drohnen für Angriffe auf russisches Territorium in der Ukraine zu erhöhen.
    Es ist eine signifikante Steigerung der Drohnenproduktion für das Kiewer Regime ist durch erhöhte Finanzmittel für „ukrainische“ und „gemeinsame“ Unternehmen in europäischen Ländern geplant, die Kampfdrohnen und deren Komponenten herstellen.
    Wir betrachten diese Entscheidung als einen bewussten Schritt, der zu einer drastischen Eskalation der militärpolitischen Lage in ganz Europa und zur schleichenden Umwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt.
    Die Umsetzung der von Vertretern des Kiewer Regimes angekündigten Szenarien von Terroranschlägen gegen Russland unter Einsatz angeblich „ukrainischer“ Drohnen aus europäischer Produktion führt zu unvorhersehbaren Konsequenzen.
    Anstatt die Sicherheit der europäischen Staaten zu stärken, ziehen die Handlungen der europäischen Regierungen diese Länder zunehmend in den Krieg mit Russland hinein.
    Die europäische Öffentlichkeit sollte nicht nur die wahren Ursachen der Bedrohungen ihrer Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen und Standorte von „ukrainischen“ und „gemeinsamen“ Unternehmen kennen, die in ihren Ländern Drohnen und deren Komponenten für die Ukraine herstellen:“

    Danach folgt eine Liste mit 21 Standorten, an denen in vor allem europäischen Ländern Drohnen oder deren Komponenten für die Ukraine gefertigt werden. In der Liste (hier auf Russisch, hier auf Englisch) werden auch drei in Deutschland ansässige Unternehmen genannt: In München sind das die DaVinci Avia GmbH, ein Hersteller von Drohnen, und das ukrainische Unternehmen Airlogix, das zusammen mit dem deutsch-amerikanischen Softwarehersteller Auterion ebenfalls Drohnen produziert. Das dritte Unternehmen ist laut der Erklärung die Firma 3W Professional aus dem hessischen Hanau.

    Dass Merz und Selensky bei dessen Berlin-Besuch den Beginn einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Ukraine verkündet haben, zu der auch eine „vertiefte Rüstungskooperation“ gehört, bedeutet, dass diese Dinge bereits angelaufen sind, denn diese Gemeinschaftsunternehmen sind ja bereits in Deutschland aktiv.

    Ukrainische Langstreckendrohnen aus Deutschland

    Eine der Drohnen, um die es dabei geht, ist eine Drohne namens „Anubis“ (siehe das Titelbild dieses Artikels), die auch von deutschen Medien genannt wurde. Dabei handelt es sich um eine Drohne, die nach dem Vorbild der iranischen Shahed-Drohnen entwickelt wurde und ihnen sehr ähnlich sieht. Offiziell ist sie eine Entwicklung der ukrainischen Firma Airlogix, die einen Standort in München hat, worauf ja auch das russische Verteidigungsministerium in seiner Erklärung hingewiesen hat.

    Über die Anubis ist offiziell wenig bekannt. Aber laut auf militärische Themen spezialisierten Portalen ist das keine ukrainische Entwicklung, sondern die „Anubis“ basiert auf der Drohne https://en.defence-ua.com/news/ai_enabled_ukrainian_american_shahed_analog_with_1600_km_range_tested_on_russian_targets_to_be_produced_in_ukraine_us_and_germany-16163.html&sa=U&ved=2ahUKEwjUhOmm4-2TAxWDNPsDHZAOB3M4ChAWegQIAxAC&usg=AOvVaw2HHkP8j76MmPmPCH13wrDw">Artemis ALM-20 der US-Firma Auterion, die das russische Verteidigungsministerium ebenfalls als Partner der ukrainischen Firma Airlogix genannt wird.

    Die Artemis hat eine Reichweite von 1.600 Kilometern und kann einen 45-Kilo-Sprengkopf tragen. Man kann also davon ausgehen, dass das wohl auch die technischen Daten der Anubis sind, die nun in München für die Ukraine produziert wird.

    Da Drohnen in heutigen Kriegen unglaublich wichtig geworden sind, sollte man die russische Warnung, dass Produktionsstätten für ukrainische Drohnen im Ausland für Russland legitime Ziele sind, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielleicht sollte man sich von den genannten Standorte in Zukunft wirklich besser fernhalten.

    Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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