nachdenkseiten.de, 16. April 2026 um 10:00 Ein Artikel von Sevim Dagdelen
Mit der Unterzeichnung strategischer Verteidigungsabkommen mit der Ukraine hat die Bundesregierung eine neue Dimension der Kriegsbeteiligung erreicht: Deutschland übernimmt nun aktiv die Rolle des Kriegsführers gegen Russland – mit eigenen Waffen, eigener Industrie und ukrainischen Soldaten aus Deutschland.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Die deutsch-ukrainischen Vereinbarungen markieren eine wirkliche Zeitenwende. Zum ersten Mal hat die Bundesregierung eine strategische Partnerschaft mit einem Land abgeschlossen, das sich im Krieg befindet. Deutschland ist bereits jetzt der mit Abstand größte finanzielle Unterstützer der Ukraine, nachdem sich die USA weitgehend zurückgezogen haben. Die unterzeichneten sogenannten Verteidigungsabkommen mit der Ukraine haben jedoch eine neue Dimension. Die Ukraine soll zum Premiumpartner Deutschlands in Militär- und Rüstungsfragen werden.
Bilaterale Rüstungsallianz statt Multilateralität
Die von der Bundesregierung stets beschworene Multilateralität weicht nun bilateralen Vereinbarungen mit der Ukraine. Ziel ist es, gemeinsam Krieg gegen Russland führen zu können und auch über ein mögliches Kriegsende hinaus als Tandem zur Herausforderung Russlands aufzutreten. Die Bundesregierung versucht damit, den Platz der USA einzunehmen.
Bei der neuen Dimension der Rüstungskooperation geht es allerdings keineswegs nur um Geld. Die unterzeichnete Vereinbarung zur Verteidigungszusammenarbeit enthält eine klare Marschroute für die gemeinsame Produktion und Beschaffung von Waffensystemen, Drohnen und lang-reichweitigen Waffen in der Ukraine. Damit umgeht die Bundesregierung die aus ihrer Sicht leidige Diskussion über deutsche Waffen, die an die Ukraine geliefert werden und dazu dienen sollen, tief in Russland zuzuschlagen. Die gemeinsame Herstellung von Mittel- und Langstreckendrohnen liegt hinsichtlich der Einsatzziele allein in der Entscheidung der Ukraine.
Was in Berlin vereinbart wurde, ist weit gravierender als die aufgeschobene Entscheidung über eine mögliche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern. Selenskyj nannte es bezeichnenderweise den „größten Deal dieser Art in Europa“.
Deutsch-ukrainischer militärisch-industrieller Komplex
Neben neuen Zusagen bei Waffenlieferungen und der Finanzierung von US-amerikanischen Waffenkäufen sticht vor allem die vereinbarte Verzahnung der deutschen und der ukrainischen Rüstungsindustrie ins Auge. Man muss von der Bildung eines deutsch-ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes unter deutscher Hegemonie sprechen. Hinzu kommt die Absichtserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj, kriegspflichtige ukrainische Männer, die sich in Deutschland aufhalten, in die Ukraine zurückzuführen.
Mit dieser bilateralen strategischen Partnerschaft, die klar auf den Krieg mit Russland zielt, erfüllt die Bundesregierung den Traum deutscher Militaristen, nach der Niederlage gegen die Sowjetunion 1945 doch noch eine Revanche im Osten zu erreichen. Als „Verteidigungskooperation“ getarnt, wird nichts anderes als eine Politik der systematischen Herausforderung Russlands ins Werk gesetzt. Die gemeinsame Rüstungsproduktion Deutschlands und der Ukraine stellt für Russland eine existentielle Bedrohung dar. Das Risiko, eine Apokalypse einzugehen, indem man der Atommacht Russland de facto den Krieg erklärt, entspringt einer Geisteshaltung, die fatal an die Politik der beiden Weltkriege erinnert.
Fortan ist es Deutschlands Krieg, den die Ukraine gegen Russland führt. Dieser Krieg wird vornehmlich mit deutschen Waffen, deutschem Geld und auch mit Soldaten aus Deutschland geführt – noch sind es Ukrainer – und zielt darauf ab, Russland zu ruinieren. Aus einem Stellvertreterkrieg der USA und der NATO ist ein deutscher Stellvertreterkrieg geworden – mit massiv erhöhtem Risiko einer direkten deutschen Kriegsbeteiligung.
Es könnte sich jedoch als gravierende Fehlkalkulation erweisen, dass man sich durch die NATO geschützt sieht. Die NATO ist weder ein Werte- noch ein Verteidigungsbündnis, sondern ein Bündnis, das die globale US-Hegemonie stützen soll – darauf haben sowohl US-Präsident Donald Trump als auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte in letzter Zeit hingewiesen. Sollte Deutschland wegen seiner Kriegspolitik gegen Russland ins Visier geraten, darf man fast sicher sein, dass die USA keinen Finger rühren werden.
Am Ende bleibt die perfide Argumentation von Bundeskanzler Friedrich Merz, bei der Rüstungshilfe und der gemeinsamen Rüstungsproduktion gehe es um die Einhaltung des Völkerrechts. Das Schweigen der Bundesregierung zum Völkermord Israels an den Palästinensern sowie die Komplizenschaft beim unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran lassen jede glaubwürdige Rede Berlins über die Einhaltung internationalen Rechts als bloße Clownerie erscheinen.
Die fatale Entscheidung der Bundesregierung vom 14. April 2026, den Krieg mit Russland aktiv zu riskieren, setzt die Bevölkerung in Deutschland höchstem Risiko aus. Die Formel von Bundeskanzler Friedrich Merz, dass keine Friedensregelung „über die Köpfe der Europäer hinweg“ geschlossen werden dürfe, sichert Deutschland de facto ein Vetorecht beim Fortgang des Krieges gegen Russland. Was im Frühjahr 2022 in Istanbul noch Washington und London waren, ist nun Berlin mit einem angemaßten Vetorecht – bei einem Krieg, der offenbar bis zum letzten Ukrainer geführt werden soll.
Sozialer Kahlschlag zu Hause, Ressourcen für den Krieg
Bereits jetzt werden die sozialen Kosten der Aufrüstung der Bundeswehr zur größten Armee Europas immer spürbarer. Bei der Krankenversorgung droht ein regelrechter Kahlschlag. Der Kriegseintritt gegen Russland geht einher mit dem sozialen Krieg gegen die eigene Bevölkerung.
Man sollte jedoch nicht sagen, der Bundesregierung gehe es nicht auch um eine soziale Dimension. In der gemeinsamen deutsch-ukrainischen Erklärung unter der Überschrift „Bezahlbares und soziales Wohnen“ wird die „Zusammenarbeit bei der Schaffung bezahlbaren sozialen Wohnraums unter Gewährleistung der Einbeziehung vulnerabler Gruppen und Aufbau kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, auch mit deutscher Förderung“ vereinbart. Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Geschichte: Während in Deutschland immer mehr Menschen aufgrund gestiegener Miet- und Energiekosten existenzielle Sorgen haben und über eine Million bezahlbare Wohnungen fehlen, liegt der Fokus der Bundesregierung auf der „Schaffung bezahlbaren sozialen Wohnraums“ in der Ukraine.
Auch diese Passage zeigt bereits deutlich, dass sich die Bundesregierung im Krieg mit Russland sieht. Möglichst viele Ressourcen in die Ukraine zu schicken, ist die oberste Maxime – während man in Deutschland den Sozialstaat systematisch zerlegt.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Auf dem Diplomatischen Forum in Antalya warnte Russlands Außenminister Lawrow den Westen davor, Russlands rote Linien zu ignorieren. Russlands Geduld sei nicht unbegrenzt. Hinsichtlich des Ukraine-Konflikts wiederholte Lawrow, dass für eine dauerhafte Lösung die Konfliktursache beseitigt werden müsse.
Russlands Geduld ist nicht unbegrenzt und könnte irgendwann "aufgebraucht" sein, warnte Außenminister Sergei Lawrow. Er warf dem Westen vor, die Ukraine in einen größeren Konflikt hineinzuziehen und permanent Moskaus rote Linien zu überschreiten.
Auf dem internationalen Forum für Diplomatie, das vom 17. bis 19. April in der türkischen Stadt Antalya stattfand, wies Lawrow die seiner Ansicht nach im Westen verbreitete Interpretation zurück, Russland sei nicht fähig oder nicht willens, auf Provokationen zu reagieren. Als Beispiele nannte er Berichte über die Nutzung des Luftraums mehrerer NATO-Staaten durch die Ukraine für Drohnenangriffe auf russisches Territorium. Dabei handele es sich klar um einen weiteren Verstoß gegen Moskaus "rote Linien". Lawrow warnte davor, Russland angesichts seiner Zurückhaltung in diesem Zusammenhang als "Papiertiger" abzutun.
"Viele behaupten, man brauche Russland nicht zu fürchten … manche nennen uns gar einen Papiertiger … doch ich warne vor solchen Vergleichen", sagte Lawrow. "Unsere nationale Eigenschaft ist die Geduld. Wir sagen: 'Gott ist geduldig, und das gebietet uns, ebenfalls geduldig zu sein.' Aber irgendwann ist die Geduld erschöpft."
Lawrow fügte hinzu, Moskau verzichte bewusst darauf, seine roten Linien exakt zu definieren, da die Unschärfe selbst eine abschreckende Wirkung habe.
"Ich halte es sogar für gut, dass niemand genau weiß, wo diese rote Linie verläuft", sagte er und betonte, dass Russland im Bedarfsfall durchaus handeln könne. "Der Präsident hat mehrfach gesagt: Wir haben etwas, womit wir reagieren können", fügte er hinzu, ohne weiter auszuführen, was konkret gemeint ist.
Im Hinblick auf die anhaltende westliche Militärhilfe für Kiew erklärte Lawrow, dies füge sich in ein umfassenderes historisches Muster ein. Die europäischen NATO-Mitglieder bezeichnete er als Auslöser des Ukraine-Konflikts. Er warf dem Westen vor, die Ukraine zu einem "Ausgangspunkt für einen globalen Konflikt" machen zu wollen. Lawrow beschrieb den Konflikt als "Krieg gegen Russland, den der Westen seit Jahren vorbereitet hat". Er argumentierte, Kiew sei im Zuge der NATO-Osterweiterung schon lange vor Beginn der offenen Kampfhandlungen in einen gegenüber Russland feindseligen Staat verwandelt worden.
Mit Blick auf die NATO – deren Zukunft angesichts der Kritik und Austrittsdrohungen von US-Präsident Donald Trump infrage gestellt ist – erklärte Lawrow, der Staatenbund befinde sich "nicht in bester Verfassung". Er erwarte aber nicht, dass er sich auföse. Vielmehr prognostizierte er, dass die NATO trotz interner Spannungen ein "aggressiver Block" bleiben werde.
Russland wirft dem Westen seit Langem vor, über die Ukraine einen Stellvertreterkrieg zu führen. Russland nennt die NATO-Osterweiterung als eine der Hauptursachen des Konflikts mit dem Westen. Moskau beharrt darauf, dass eine dauerhafte Friedenslösung den Fehler der NATO-Osterweiterung sowie den, der militärischen Anbindung der Ukraine an den Westen, ausräumen und die Anerkennung der neuen russischen Grenzen umfassen müsse.
Russland und die Ukraine haben im vergangenen Jahr mehrere Runden direkter Gespräche geführt. Außerdem fanden trilaterale Treffen unter Beteiligung der USA statt. Allerdings kam der Friedensprozess aufgrund des US-israelischen Krieges gegen den Iran ins Stocken.
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20.04.2026
US-Delegation wird erneut zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen – zeitgleich droht Trump Teheran
freedert.online, 19 Apr. 2026 17:48 Uhr
Trump kündigt neue Iran-Gespräche in Islamabad an. Eine US-Delegation ist bereits unterwegs. Zugleich wirft er Teheran Verstöße gegen die Waffenruhe vor und droht mit massiven Angriffen. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt.
US-Präsident Donald Trump hat eine neue Verhandlungsrunde mit Iran angekündigt. Laut RIA Nowosti ist bereits eine amerikanische Delegation auf dem Weg nach Islamabad. Die Gespräche sollen am Abend des 20. April stattfinden. Trump erklärte auf Truth Social:
"Meine Vertreter reisen nach Islamabad, Pakistan. Sie werden dort morgen Abend zu Verhandlungen sein."
Gleichzeitig erhob er schwere Vorwürfe gegen Teheran. Iran habe den Waffenstillstand verletzt und Schiffe im Persischen Golf beschossen. Dabei habe es sich unter anderem um ein französisches und ein britisches Schiff gehandelt.
Der US-Präsident betonte, er hoffe weiterhin auf eine Einigung. Zugleich verschärfte er den Ton deutlich. Für den Fall eines Scheiterns drohte er damit, "alle Kraftwerke und Brücken in Iran" zu zerstören.
Neue Gespräche nach gescheiterter erster Runde
Die geplanten Verhandlungen sind Teil eines erneuten diplomatischen Anlaufs. Eine erste Gesprächsrunde in Islamabad war zuvor ohne Ergebnis geblieben. Dennoch sehen Vermittler laut Reuters Fortschritte bei einzelnen Punkten, insbesondere im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und der Kontrolle strategischer Seewege.
Laut New York Post sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner an den Gesprächen teilnehmen. Vizepräsident J. D. Vance, der die erste Runde mitgeleitet hatte, wird dieses Mal nicht erwartet. Pakistan spielt dabei eine zentrale Vermittlerrolle. Die Gespräche finden bewusst in Islamabad statt, um den direkten Kontakt zwischen Washington und Teheran zu erleichtern.
Beide Seiten hatten am 8. April eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart. Diese droht jedoch zu scheitern. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Im Zentrum der Spannungen steht die Straße von Hormus. Der strategisch wichtige Seeweg bleibt ein zentraler Streitpunkt. Iran hatte zwischenzeitlich Einschränkungen verhängt und später wieder verschärft, wie The Guardian berichtet.
Teheran erklärte zugleich, neue US-Vorschläge prüfen zu wollen. Gleichzeitig warnte die Führung, eine fortgesetzte Seeblockade durch die USA werde als Bruch der Vereinbarungen gewertet.
Eskalation im Nahen Osten
Seit Ende Februar hat sich der Konflikt erheblich ausgeweitet. Neben den USA und Iran sind auch Israel sowie die libanesische Bewegung Hezbollah involviert. Iran führte wiederholt Angriffe gegen Ziele in der Region durch. Mehrere Staaten im Nahen Osten – darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – reagierten mit scharfer Kritik und Drohungen.
Parallel dazu wächst der internationale Druck auf beide Seiten. Nach Angaben von Reuterswarnen Beobachter, dass ohne rasche Fortschritte in Islamabad eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen droht.
Hinter den Kulissen finden intensive Gespräche statt. Die Vermittler versuchen, vor Ablauf der Waffenruhe eine Einigung zu erzielen. Laut diplomatischen Quellen sind "rund 80 Prozent" der Verhandlungen bereitsabgeschlossen. Zentrale Streitpunkte blieben jedoch ungelöst, wie Turkiye Today berichtet.
Trump selbst zeigt sich nach außen hin optimistisch. Gleichzeitig setzt er auf maximale Druckmittel, was den Ausgang der Gespräche offen lässt. Ob die neue Runde in Islamabad einen Durchbruch bringt oder die Eskalation weiter vorantreibt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.
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20.04.2026
Teherans Chefunterhändler: Iran wird dem US-Druck "bis zum Ende standhalten"
freedert.online, vom 19 Apr. 2026 21:02 Uhr
In den Gesprächen mit Washington wurden Fortschritte erzielt, doch bestehen weiterhin Differenzen in Bezug auf nukleare Fragen und die Straße von Hormus, sagte Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf. Teheran werde dem Druck der USA nicht nachgeben und sei notfalls auf eine Fortsetzung des Krieges vorbereitet.
Archivbild: Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf (1. Dezember 2024)
Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, Iran werde dem Druck der USA nicht nachgeben. Er betonte, dass zwar Fortschritte in den Verhandlungen erzielt worden seien, grundlegende Fragen aber weiterhin ungeklärt blieben.
Die erste Runde der Gespräche zwischen den USA und Iran fand am vergangenen Wochenende in Pakistans Hauptstadt Islamabad statt. Im Anschluss an die Verhandlungen verhängte US-Präsident Donald Trump eine Blockade iranischer Häfen und des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, über die rund 25 Prozent des weltweiten Rohölhandels abgewickelt werden.
Am Freitag öffnete Iran die Wasserstraße für alle Handelsschiffe und bezeichnete diesen Schritt als Teil der Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem israelisch-libanesischen Waffenstillstand und den umfassenderen regionalen Deeskalationsbemühungen. Die Straße wurde jedoch am darauffolgenden Tag wieder geschlossen, nachdem Trump erklärt hatte, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zum Abschluss eines Friedensabkommens in vollem Umfang in Kraft.
"Wir werden bis zum Ende durchhalten", sagte Ghalibaf in einer Fernsehansprache, die am frühen Sonntagmorgen ausgestrahlt wurde. Er bekräftigte, die iranische Delegation sei "in gutem Willen, aber inmitten tiefen Misstrauens“ nach Islamabad gereist und betonte, Teheran sei notfalls weiterhin auf eine Fortsetzung des Krieges vorbereitet.
"Wir sind noch weit von einer endgültigen Einigung entfernt", sagte Ghalibaf und forderte die USA auf, sich das Vertrauen des iranischen Volkes zu verdienen. "Insgesamt kann ich sagen, dass die Verhandlungen Fortschritte gemacht haben, aber die Differenzen sind weiterhin beträchtlich und einige grundlegende Fragen sind noch immer ungeklärt."
Ghalibaf sagte außerdem, die USA planten, die westlichen und östlichen Grenzen zu infiltrieren, um in Iran Unruhen zu schüren, und fügte hinzu, Versuche eines Regimewechsels und der "Venezuelarisierung" Irans – mit dem Ziel, das Öl des Landes zu verkaufen – seien gescheitert.
"Es ist klar, dass der Feind besiegt wurde, aber das ist etwas anderes, als zu sagen, wir hätten seine Armee vernichtet", sagte er.
Am Samstag sagte Trump vor Reportern, es fänden "sehr gute Gespräche" statt, betonte aber, er werde nicht zulassen, dass Iran die USA in der Straße von Hormus "erpresst".
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20.04.2026
Kolumbianischer Staatschef warnt USA vor lateinamerikanischer "Rebellion"
freedert.online, vom 19 Apr. 2026 22:06 Uhr
Die beispiellose Einmischung der US-Regierung unter Donald Trump – einschließlich der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro – birgt die Gefahr einer historischen Gegenreaktion, warnte Kolumbiens Präsident Gustavo Petro. Eine "Rebellion" in Lateinamerika könne die Folge sein.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro beim Global Gateway Forum der EU in Brüssel, 9. Oktober 2025 (Archivbild)
Lateinamerika könnte in einer Rebellion gegen die USA explodieren, wenn diese ihre Strategie gegenüber der Region nicht überdenken, warnte der kolumbianische Präsident Gustavo Petro. Er verwies dabei auf den Angriff auf Venezuela und die Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro.
In einem am Samstag in El País veröffentlichten Interview kritisierte Petro die US-Sanktionen gegen ihn scharf und bezeichnete sie als Instrument politischer Erpressung. Er verglich Washingtons Vorgehen mit Kolonialismus.
Das US-Finanzministerium setzte Petro, seine Frau, seinen Sohn und den Innenminister im Oktober 2025 auf die Sanktionsliste. Als Grund wurde ihre mutmaßliche Verwicklung in den globalen Drogenhandel angeführt. Die USA erhoben ähnliche Vorwürfe gegen Maduro, bevor dieser Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas entführt wurde. Sowohl Petro als auch Maduro wiesen die Anschuldigungen entschieden zurück.
"Dieses Instrument zur Bekämpfung des Drogenhandels wird als Erpressungsmechanismus gegen diejenigen von uns missbraucht, die andere politische Ansichten vertreten. Es ist ein System wie das, das der spanische König vor Jahrhunderten hatte. Und wie reagierte Lateinamerika? Mit Rebellion. Das wird jetzt passieren, wenn die US-Regierung ihre Beziehung zu Lateinamerika nicht überdenkt", sagte Petro.
Der kolumbianische Präsident wies auf den weltweiten Schock hin, den die Entführung Maduros ausgelöst hatte. "Sie verfolgen einen und drohen, einen in die Vereinigten Staaten zu bringen, genau wie sie es mit Maduro getan haben", sagte Petro und fügte hinzu, dass Caracas "die erste lateinamerikanische Stadt war, die in ihrer Geschichte bombardiert wurde".
"Dies hat eine Wunde gerissen, die die gegenwärtigen Machthaber ängstlich hinnehmen und vor der sie niederknien", fügte er hinzu.
In einem weiteren Interview mit El País kritisierte auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die Vorgehensweise der Trump-Regierung in der Weltpolitik, wobei er sich stärker auf den Iran-Krieg konzentrierte.
Trump spiele ein "sehr gefährliches Spiel", warnte er, indem er davon ausgehe, dass die amerikanische Macht die Spielregeln bestimme. "Das kann aber nicht so sein, denn letztendlich schafft es Probleme für die USA."
Lula fügte hinzu, der US-Präsident habe "kein Recht, morgens aufzuwachen und ein Land zu bedrohen".
Der brasilianische Präsident gehörte zu den schärfsten Kritikern der Entführung Maduros. Diese habe eine "inakzeptable Grenze" überschritten und erinnere an die schlimmsten Momente der Einmischung in die Politik Lateinamerikas.
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20.04.2026
Warum der Waffenstillstand im Libanon Israels expansionistische Bestrebungen nicht stoppen wird
freedert.online, vom 19 Apr. 2026 19:36 Uhr,
Der Waffenstillstand ist kein echter Wendepunkt in Israels erklärter Kampagne zur Besetzung des Südlibanon. Und Netanjahu will, dass der Krieg weitergeht, er will, dass die USA im Iran einmarschieren, und er will den totalen Zusammenbruch des iranischen Staates.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (16. April) bleibt abzuwarten, ob der Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel Bestand haben wird. Trotz der unbestreitbaren Erleichterung in vielen Kreisen, von Beirut über Tel Aviv bis nach Washington, wirkt er mehr wie ein erzwungenes, widerwilliges Zugeständnis von Premierminister Benjamin Netanjahu an Donald Trump denn als echter Wendepunkt in Israels erklärter Kampagne zur Besetzung des Südens des Landes.
Was Trump von Netanjahu braucht, ist, dass dieser die Bombardierung Libanons einstellt, um die gegensätzlichen Erwartungen Irans und der USA im Rahmen ihres fragilen Waffenstillstands in Einklang zu bringen.
Bislang hat Netanjahu es geschafft, Gespräche zu initiieren, ohne die Bombardierung einzustellen, und selbst diese Gespräche sind eine Anomalie in der gemeinsamen Geschichte der beiden Länder.
Angesichts der Neigung Israels, Waffenstillstände und Verhandlungen zu untergraben – ob es nun daran beteiligt ist oder nicht – und seiner Erfolgsbilanz bei der Ermordung von Verhandlungsführern mitten im Prozess, scheint es wahrscheinlich, dass die Dynamik zwischen Israel und Libanon bald wieder in ihr altes Muster zurückfallen wird.
Das gilt umso mehr, weil Libanon Netanjahus nächstgelegene und zweckmäßigste Arena ist, um die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zu sprengen und einen umfassenden Krieg fortzusetzen, bevor die US-Streitkräfte sich zurückziehen können.
Es gibt natürlich auch eine spezifische israelisch-libanesische Geschichte. Keine andere israelische Grenze war so langanhaltend unruhig und kein externer Akteur hat Libanon derart regelmäßig oder drastisch Schaden zugefügt wie Israel: von grenzüberschreitenden Überfällen in den ersten Jahrzehnten der Staatsgründung über die großangelegte Invasion 1982 bis zum aktuellen Krieg – dem tödlichsten Konflikt in Libanon seit dem verheerenden Bürgerkrieg von 1975 bis 1990.
Libanon war zudem ungewollt Schauplatz einer noch drastischeren Form israelischer Kriege – jener gegen die palästinensische Nationalbewegung – und Ort des letzten großen öffentlichen Aufruhrs des israelischen Gewissens. Hunderttausende protestierten gegen die Massaker von Sabra und Schatila [1982], die von der israelischen Armee begünstigt und ermöglicht worden waren.
Es gibt mehrere Gründe, warum Israel Chancen für ein Friedensabkommen mit der libanesischen Regierung ignoriert (das derzeitige halbherzige Engagement, das unter Beschuss stattfindet, kann bisher nicht ernst genommen werden) und stattdessen lieber bombardiert, einmarschiert, Stellvertreter benutzt und seit diesem Jahr ethnische Säuberungen durchführt sowie offen gelobt, das Land zu annektieren.
Die beiden weniger gewichtigen Gründe sind die, die sowohl von Israels Unterstützern als auch von seinen Kritikern angeführt werden: David Ben-Gurions alte Sicherheitsdoktrin, wonach die natürliche Grenze Israels der Litani-Fluss sei, und ihr kümmerlicher Ableger, die Pufferzonen-Doktrin, die jetzt sowohl in Libanon als auch im Gazastreifen angewendet wird.
Ben-Gurion schlug den Litani erstmals im Jahr 1918 als "natürliche Grenze" eines zukünftigen jüdischen Staates vor. Er führte an, dass der Fluss eine demografische und wirtschaftliche Grenze zwischen Galiläa und dem eigentlichen Libanongebirge markiere.
Im Lauf der Jahre hat eine stark expansionistische Fraktion seine Abgrenzung des Südlibanon als bloßes "Nordgaliläa" übernommen, und der Fluss mit seinen steilen Uferböschungen hat eine neue militärische Aura als besser zu verteidigende Grenze als die derzeitige erlangt. Befürworter der Annexion und Besiedlung Südlibanons berufen sich auf ideologische, territoriale und militärische Argumente.
Gleichzeitig hat eine andere israelische Militärdoktrin – die Pufferzone – als vermeintliches Endspiel des aktuellen Krieges neuen Auftrieb erhalten. Ihre Logik ist es, die Frontlinie von Israels international anerkannten Grenzen weg zu verlagern, insbesondere von zivilen Gemeinden. Im Gegensatz zu einer entmilitarisierten Zone setzt eine Pufferzone die Handlungsfreiheit des israelischen Militärs voraus.
Ein Vorwand für ethnische Säuberungen?
Im Gegensatz zur Ausweitung der israelischen Souveränität bis zum Litani wurde die Idee der Pufferzone in Libanon bereits während der 18-jährigen Besetzung des Landes durch Israel von 1982 bis 2000 versucht. Sie erwies sich als völliger Fehlschlag.
Hisbollah-Raketen wurden aus der Pufferzone heraus noch häufiger als vor der Besatzung auf israelische Ortschaften abgefeuert, während israelische Soldaten, die in Südlibanon operierten, zu ständigen Angriffszielen wurden. Nach Hunderten von Opfern und inmitten von Massenprotesten im eigenen Land zog sich die israelische Armee einseitig zurück.
Nun werden beide Ansätze erneut vorgeschlagen, mit dem zusätzlichen Anspruch, dass, weil die Hisbollah sich auf die Unterstützung der Zivilbevölkerung stützt, diese Zivilisten vertrieben werden müssen.
Israel missversteht die Lebensrealität der heterogenen und eng verwobenen libanesischen Gesellschaft völlig und plant Berichten zufolge, nur schiitische Einwohner zu vertreiben. Zugleich hat es sunnitische und christliche Einwohner davor gewarnt, ihre Nachbarn aufzunehmen – eine erschreckende Anweisung am Vorabend des israelischen Holocaust-Gedenktags (*).
Abgesehen von moralischen Überlegungen, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass eine der beiden Doktrinen im 21. Jahrhundert praktikabler geworden ist als im 20. Jahrhundert.
Ein Fluss mag für Infanterie, mechanisierte Einheiten und schwere Panzer als Hindernis dienen, und er könnte sogar die Bewegung schwerer Artillerie behindern (obwohl Israel derzeit tatsächlich der einzige Akteur ist, der in diesem speziellen Einsatzgebiet Artillerie einsetzt).
Heute jedoch findet von der Ukraine über Iran bis hin zu Pakistan und Afghanistan der Großteil der Kriegsführung in der Luft statt: Drohnen, Raketen, Marschflugkörper und ballistische Raketen können Flüsse und vorgesehene Pufferzonen gleichermaßen mühelos überqueren und ihre Wirkung auch dann entfalten, wenn Bodenoperationen minimal sind oder in einer Pattsituation stecken.
Dies sollte allein schon aus Israels Erfahrung mit iranischen Raketen offensichtlich sein, die aus Tausenden Kilometern Entfernung abgefeuert wurden. Aber auch die Hisbollah hat Raketen Hunderte Kilometer tief in israelisches Gebiet abgefeuert.
Auch wenn eine solche Pufferzone eingerichtet würde, würde Israel wahrscheinlich versuchen, sich weit darüber hinaus "operative Freiheit" zu sichern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand vorschlägt, die Demarkationslinie noch weiter nach oben, noch tiefer in den Libanon hinein zu verschieben. Warum also beharrt Israel auf diesem überholten Plan und führt in dessen Namen unverhohlen massive ethnische Säuberungen durch?
Es ist schwer, der Schlussfolgerung zu entgehen, dass die Kausalität in Wirklichkeit umgekehrt ist. Genau wie im Gazastreifen, wo Pufferzonen als Vorwand dienen, um die Bewohner der ohnehin schon überfüllten Enklave auf zwölf Prozent ihres Territoriums zusammenzudrängen; genau wie im Westjordanland, wo "Sicherheitszonen" und "Beschusszonen" genutzt wurden, um die palästinensische Landwirtschaft zu stören und Gemeinden von ihrem Land zu vertreiben, sehen wir in Libanon Pufferzonen im Dienste der ethnischen Säuberung, nicht umgekehrt.
Während das lautstark proklamierte Endziel der Annexion für expansionistische Kräfte innerhalb Netanjahus Koalition besonders wichtig ist, kann die "liberale" Opposition nur klein beigeben, sobald die "nationale Sicherheit" ins Feld geführt wird. Manche, wie Oppositionsführer Jair Lapid, haben die Idee der entvölkerten Pufferzone sogar als eine moderate, halbwegs vernünftige Maßnahme im Vergleich zu endlosen expansionistischen Kriegen gepriesen. Wie auch anderswo ist die Rechte in Israel mehr als bereit, die Gemäßigten auf halbem Weg zu treffen – dann noch einmal auf halbem Weg und noch einmal –, bis der Unterschied zwischen ihnen fast vollständig verschwindet.
Und es gibt noch einen weiteren, tieferen Grund für die jahrzehntelange Weigerung, ein ernsthaftes, ausgewogenes Friedensabkommen mit Libanon anzustreben. Für Netanjahu und viele andere Israelis mindern Diplomatie und Kompromiss den Wert jeder Errungenschaft, die allein mit Gewalt hätte erreicht werden können, weil sie darauf schließen lassen, dass weitere Kompromisse folgen könnten. In Israel gibt es eine nahezu rauschhafte Begeisterung für hegemoniale Macht und eine Überzeugung, dass die Opfer und Verluste, die bei der Verfolgung von Zielen mit Gewalt entstehen, der beunruhigenden Ungewissheit vorzuziehen sind, die aus der Gleichbehandlung anderer regionaler Akteure resultiert.
Schließlich gibt es noch ein direkteres Motiv für die Fortsetzung der Angriffe in Libanon. Ob unbeabsichtigt oder nicht – die USA haben es versäumt, Libanon in die Ausgangsbedingungen ihres Waffenstillstands mit Iran einzubeziehen (was sogar im Widerspruch zu Netanjahus eigener Darstellung Libanons als vorgeschobene Operationsbasis Irans steht). Dies eröffnete Netanjahu eine große Chance, den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran zum Scheitern zu bringen, bevor er in sinnvolle Verhandlungen münden kann, und – was noch entscheidender ist – bevor die USA mit dem Abzug ihrer Truppen aus der Golfregion beginnen.
Diese Chance bleibt bestehen, auch wenn eine Waffenruhe in Libanon verkündet wurde. Waffenruhen sind fragil, insbesondere wenn eine oder mehrere der Parteien von externen Akteuren dazu gezwungen werden, und vor allem, wenn unklar ist, ob die Hisbollah – wie indirekt auch immer – als Verhandlungspartner oder als Ziel gedacht ist.
Netanjahu will, dass der Krieg weitergeht, er will, dass die USA einmarschieren, und er will den totalen Zusammenbruch des iranischen Staates. Er scheint zu glauben, dass dieses Ziel in greifbarer Nähe ist. Wenn sich die USA jetzt vor dem Hintergrund des Drucks durch die Zwischenwahlen im eigenen Land und angesichts eines prekären politischen Moments in Israel zurückziehen, weiß er, dass er eine solche Chance in seinem Leben wohl nicht noch einmal bekommen wird.
Der Beitrag erschien bei+972 Magazine, einem unabhängigen, palästinensisch-israelischen Onlineportal.Aus demEnglischenübersetzt von Olga Espín
(*) Israelische Militärvertreter sollen Berichten von Anfang April zufolge christliche und drusische Gemeinschaften in Südlibanon dazu gedrängt haben, schiitische Muslime hinauszuwerfen, die bei ihnen Zuflucht gefunden hatten. Am Abend des 13. April begannen in Israel die Zeremonien zum Gedenken an die Ermordung von sechs Millionen jüdischen Menschen durch das deutsche NS-Regime und den Aufstand im Warschauer Getto.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Merz, Selenskyj are central figures in the evolving European response to the war in Ukraine. Their positions, political constraints and potential areas of cooperation—real and symbolic—shape both immediate support for Kyiv and longer-term strategies for security, reconstruction and deterrence. This analysis outlines how their stances interact, assesses realistic options, and offers concrete strategic recommendations for Ukraine, Germany and their partners.
Merz und Selenskyj spielen eine zentrale Rolle bei der sich entwickelnden europäischen Reaktion auf den Krieg in der Ukraine. Ihre Positionen, politischen Zwänge und potenziellen Bereiche der Zusammenarbeit – sowohl realer als auch symbolischer Art – prägen sowohl die unmittelbare Unterstützung für Kiew als auch die längerfristigen Strategien in den Bereichen Sicherheit, Wiederaufbau und Abschreckung. Diese Analyse skizziert, wie ihre Standpunkte miteinander interagieren, bewertet realistische Optionen und bietet konkrete strategische Empfehlungen für die Ukraine, Deutschland und ihre Partner. Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Merz, Selenskyj: contrasting approaches and potential cooperation
Friedrich Merz, as a senior German conservative figure, has positioned himself as a vocal supporter of stronger Western backing for Ukraine, advocating for sustained military aid, tougher sanctions on Russia, and a long-term commitment to European security. Volodymyr Selenskyj (often rendered Selenskyj in some European languages) leads Ukraine’s urgent appeal for weapons, economic assistance and political recognition, including EU integration and security guarantees. Their mutual interests overlap—preserving Ukrainian sovereignty and deterring future aggression—but the methods and political calculus differ based on domestic audiences, institutional constraints and geographic proximity to the conflict.
Merz, Selenskyj: gegensätzliche Ansätze und potenzielle Zusammenarbeit
Friedrich Merz hat sich als führende Persönlichkeit der deutschen Konservativen als lautstarker Befürworter einer stärkeren westlichen Unterstützung für die Ukraine positioniert und plädiert für anhaltende Militärhilfe, härtere Sanktionen gegen Russland und ein langfristiges Engagement für die europäische Sicherheit. Wolodymyr Selenskyj (in einigen europäischen Sprachen oft als Selenskyj wiedergegeben) steht an der Spitze des dringenden Appells der Ukraine nach Waffen, wirtschaftlicher Hilfe und politischer Anerkennung, einschließlich EU-Integration und Sicherheitsgarantien. Ihre gemeinsamen Interessen überschneiden sich – die Wahrung der ukrainischen Souveränität und die Abschreckung künftiger Aggressionen –, doch die Methoden und politischen Kalküle unterscheiden sich je nach innenpolitischem Publikum, institutionellen Zwängen und geografischer Nähe zum Konflikt. Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Where Selenskyj presses for urgency and maximalist outcomes (fast delivery of heavy weapons, swift EU accession processes, clear security guarantees), Merz must balance German domestic politics, parliamentary constraints, and coalition governance. Yet both can reinforce a shared framework: sustained, predictable support rather than episodic, headline-driven responses.
Während Selenskyj auf Dringlichkeit und maximale Ergebnisse drängt (rasche Lieferung schwerer Waffen, zügige EU-Beitrittsverfahren, klare Sicherheitsgarantien), muss Merz die deutsche Innenpolitik, parlamentarische Zwänge und die Regierungsführung in der Koalition unter einen Hut bringen. Dennoch können beide einen gemeinsamen Rahmen stärken: nachhaltige, verlässliche Unterstützung statt punktueller, Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Political realities shaping policy choices
Domestic constraints: Merz operates within a multiparty German system where public fatigue, budget priorities and coalition partners influence arms shipments and fiscal commitments. Selenskyj faces wartime exigencies, a need to sustain morale, and the political imperative to demonstrate progress on reforms that unlock Western support.
Strategic ambiguity vs. clarity: Germany’s gradualist posture historically contrasts with Ukraine’s need for clear signals. Merz and like-minded policymakers can bridge this by advocating for long-term frameworks—multi-year funding packages, pre-approved military aid mechanisms, and legal instruments that speed logistics.
International coordination: EU and NATO unity remains essential. Merz can help galvanize conservative support across Europe, translating sympathetic rhetoric into policies that harmonize export controls, training programs and intelligence sharing.
Politische Realitäten, die politische Entscheidungen prägen
Innerstaatliche Zwänge: Merz agiert in einem deutschen Mehrparteiensystem, in dem die Ermüdung der Öffentlichkeit, Haushaltsprioritäten und Koalitionspartner Rüstungslieferungen und finanzielle Verpflichtungen beeinflussen. Selenskyj sieht sich mit den Erfordernissen des Krieges, der Notwendigkeit, die Moral aufrechtzuerhalten, und dem politischen Gebot konfrontiert, Fortschritte bei Reformen zu demonstrieren, die westliche Unterstützung freisetzen. Strategische Unklarheit vs. Klarheit: Deutschlands schrittweises Vorgehen steht historisch im Gegensatz zu dem Bedürfnis der Ukraine nach klaren Signalen. Merz und gleichgesinnte Politiker können diese Kluft überbrücken, indem sie sich für langfristige Rahmenbedingungen einsetzen – mehrjährige Finanzierungspakete, vorab genehmigte Mechanismen für Militärhilfe und rechtliche Instrumente, die die Logistik beschleunigen. Internationale Koordination: Die Einheit der EU und der NATO bleibt unerlässlich. Merz kann dazu beitragen, die Unterstützung der Konservativen in ganz Europa zu mobilisieren und wohlwollende Rhetorik in politische Maßnahmen umzusetzen, die Exportkontrollen, Ausbildungsprogramme und den Austausch von Geheimdienstinformationen harmonisieren.
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Best strategies for Ukraine (practical and political)
Prioritize credibility through reforms: Link reconstruction aid and deeper EU ties to tangible anti-corruption steps, judicial reforms and transparent procurement processes. This reduces donor risk and builds domestic resilience.
Diversify partnerships: While Germany is crucial, expanding military, logistic and economic partnerships beyond Western Europe (e.g., US, Poland, Baltic states, Scandinavia) mitigates reliance on any single partner’s domestic politics.
Calibrated diplomatic outreach: Pursue conditional security guarantees that are operationally credible—pre-positioned munitions, air defense layers, training brigades—rather than open-ended promises that risk political backlash in donor countries.
Integrated information and economic strategy: Combine battlefield needs with information campaigns explaining why sustained aid serves donors’ security, and push for sanctions architecture that targets Russian economic lifelines while minimizing global spillovers.
Reconstruction readiness: Establish transparent, internationally supervised mechanisms for reconstruction funding that ensure accountability and accelerate private-sector involvement.
Die besten Strategien für die Ukraine (praktischer und politischer Art)
Glaubwürdigkeit durch Reformen in den Vordergrund stellen: Wiederaufbauhilfe und engere EU-Beziehungen an konkrete Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, Justizreformen und transparente Vergabeverfahren knüpfen. Dies verringert das Risiko für Geber und stärkt die innenpolitische Widerstandsfähigkeit. Partnerschaften diversifizieren: Zwar spielt Deutschland eine entscheidende Rolle, doch der Ausbau militärischer, logistischer und wirtschaftlicher Partnerschaften über Westeuropa hinaus (z. B. USA, Polen, baltische Staaten, Skandinavien) mindert die Abhängigkeit von der Innenpolitik einzelner Partner. Abgewogene diplomatische Bemühungen: Anstreben von bedingten Sicherheitsgarantien, die operativ glaubwürdig sind – vor Ort stationierte Munition, Luftabwehrsysteme, Ausbildungsbrigaden – anstatt unbefristeter Versprechen, die politische Gegenreaktionen in den Geberländern riskieren. Integrierte Informations- und Wirtschaftsstrategie: Die Bedürfnisse auf dem Schlachtfeld sollten mit Informationskampagnen kombiniert werden, die erklären, warum nachhaltige Hilfe der Sicherheit der Geberländer dient, und es sollte auf eine Sanktionsarchitektur gedrängt werden, die auf die wirtschaftlichen Lebensadern Russlands abzielt und gleichzeitig globale Ausstrahlungseffekte minimiert.
Bereitschaft zum Wiederaufbau: Schaffung transparenter, international überwachter Mechanismen für die Wiederaufbaufinanzierung, die Rechenschaftspflicht gewährleisten und die Beteiligung des Privatsektors beschleunigen.
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How Germany and its partners can maximize impact
Institutionalize support: Create EU-wide or NATO-level rapid-response funds and procurement pools for Ukraine: predictable multi-year commitments reduce political friction.
Scale training and logistics: Beyond weapons, invest in repair facilities, ammunition production, and training pipelines inside allied territories to keep Ukrainian forces sustainable.
Coordinate sanctions with enforcement: Tighten loopholes, target evasion networks, and synchronize measures with partners to increase economic pressure without fragmenting global markets.
Public narrative and domestic politics: Leaders like Merz should articulate the long-term security rationale to domestic audiences: the cost of deterrence now versus higher costs later if aggression succeeds.
Energy resilience: Accelerate projects that decouple European energy from coercive supply lines while helping Ukraine stabilize its own energy infrastructure for winter resilience.
Wie Deutschland und seine Partner die Wirkung maximieren können
Unterstützung institutionalisieren: Einrichtung von EU-weiten oder NATO-weiten Soforthilfeprogrammen und Beschaffungspools für die Ukraine: Vorhersehbare mehrjährige Verpflichtungen verringern politische Reibungsverluste. Ausbildung und Logistik ausbauen: Über Waffen hinaus in Reparatureinrichtungen, Munitionsproduktion und Ausbildungsstrukturen auf dem Gebiet der Verbündeten investieren, um die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte langfristig zu sichern. Sanktionen mit Durchsetzung koordinieren: Schlupflöcher schließen, Umgehungsnetzwerke ins Visier nehmen und Maßnahmen mit Partnern abstimmen, um den wirtschaftlichen Druck zu erhöhen, ohne die globalen Märkte zu fragmentieren. Öffentliche Darstellung und Innenpolitik: Politiker wie Merz sollten der heimischen Öffentlichkeit die langfristigen Sicherheitsgründe verdeutlichen: die Kosten der Abschreckung heute im Vergleich zu höheren Kosten später, falls die Aggression Erfolg hat. Energieversorgungssicherheit: Projekte beschleunigen, die die europäische Energieversorgung von zwangsläufigen Lieferwegen entkoppeln, und gleichzeitig der Ukraine helfen, ihre eigene Energieinfrastruktur für die Winterresilienz zu stabilisieren.
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Risks, trade-offs and caveats
Escalation management: More assertive support carries escalation risks; all strategies should include clear de-escalation channels and redlines to avoid unwanted spillovers.
Donor fatigue and inflation: Economic pressures at home can limit political willingness; packaging support as investment in European defense and economic stability helps justify costs.
Political fragmentation: Divergent domestic agendas in EU capitals require diplomatic management—insisting on common standards for aid conditionality and withdrawal protocols is essential.
Risiken, Abwägungen und Vorbehalte
Eskalationsmanagement: Eine entschlossenere Unterstützung birgt Eskalationsrisiken; alle Strategien sollten klare Deeskalationskanäle und rote Linien beinhalten, um unerwünschte Ausstrahlungseffekte zu vermeiden. Gebermüdigkeit und Inflation: Wirtschaftlicher Druck im eigenen Land kann die politische Bereitschaft einschränken; die Darstellung der Unterstützung als Investition in die europäische Verteidigung und wirtschaftliche Stabilität hilft, die Kosten zu rechtfertigen. Politische Fragmentierung: Unterschiedliche innenpolitische Agenden in den EU-Hauptstädten erfordern diplomatisches Geschick – das Beharren auf gemeinsamen Standards für die Konditionalität der Hilfe und Rückzugsprotokolle ist unerlässlich.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Conclusion Merz and Selenskyj represent two sides of the same strategic equation: one shaped by domestic political realities and coalition-building, the other by existential necessity on the battlefield. The most effective approach combines Ukraine’s urgent operational needs with durable, institutionalized Western support that is transparent, conditional and politically defendable. Practical steps—multi-year funding, coordinated arms and training pipelines, sanctions with enforcement, and reconstruction mechanisms tied to reform—will best serve Kyiv’s immediate survival and Europe’s long-term security.
Fazit Merz und Selenskyj verkörpern zwei Seiten derselben strategischen Gleichung: Die eine Seite ist geprägt von innenpolitischen Realitäten und dem Aufbau von Koalitionen, die andere von existenzieller Notwendigkeit auf dem Schlachtfeld. Der wirksamste Ansatz verbindet die dringenden operativen Bedürfnisse der Ukraine mit einer dauerhaften, institutionalisierten westlichen Unterstützung, die transparent, an Bedingungen geknüpft und politisch vertretbar ist. Konkrete Maßnahmen – mehrjährige Finanzhilfen, koordinierte Lieferketten für Waffen und Ausbildung, Sanktionen mit Durchsetzung sowie an Reformen geknüpfte Wiederaufbaumechanismen – dienen am besten dem unmittelbaren Überleben Kiews und der langfristigen Sicherheit Europas.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Trump, Macron, Iran bilden einen Brennpunkt gegensätzlicher Interessen in einer der weltwirtschaftlich wichtigsten Schifffahrtsrouten: der Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman. Die jüngsten Jahre haben gezeigt, wie schnell lokale Zwischenfälle — Beschlagnahmungen von Tankern, Drohnen- und Raketenangriffe, Minenexplosionen — internationale Spannungen hochkochen lassen. Diese Analyse beleuchtet die Strategien der Akteure, die Risiken einer Eskalation und mögliche Wege aus der Krise.
Trump, Macron, Iran: Interessen und Strategien am Persischen Golf
Die außenpolitischen Ansätze von Washington, Paris und Teheran unterscheiden sich deutlich. Die US-Politik unter dem ehemaligen Präsidenten setzte auf “maximum pressure”: Rückzug aus dem Atomabkommen von 2018, verschärfte Sanktionen und militärische Präsenz zur Sicherung der Seerouten. Ziel war, den ökonomischen Druck auf Iran zu erhöhen und dessen regionales Verhalten zu ändern. Paris hingegen verfolgt eine ambivalente Linie: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bindung an NATO-Partner und USA, gepaart mit dem Wunsch nach europäischer Eigenständigkeit in der Diplomatie. Frankreich hat wiederholt auf Dialog und auf die Erhaltung oder Wiederbelebung des Atomabkommens gedrängt, ohne aber regionale Militärkoalitionen automatisch abzulehnen. Iran seinerseits sieht sich strategisch in der Defensive; Teheran nutzt asymmetrische Mittel — Seeaufsicht durch die Revolutionsgarden, Einfluss auf Schiitenmilizen, Drohnenangriffe und Blockadeandrohungen — um Kosten für anhaltende Sanktionen zu erzeugen und politische Hebel zu behalten.
Hinter diesen Strategien stehen konkurrierende Zielsetzungen: die USA wollen nukleare Proliferation verhindern und regionalen Einfluss begrenzen; Frankreich will Stabilität und europäische Interessen schützen; Iran strebt Sanktionserleichterungen und regionale Anerkennung an. Die Meerenge wirkt dabei als Hebel: ihre einfache Verwundbarkeit macht sie zum effektiven Druckmittel.
Warum die Lage gefährlich ist Die Meerenge ist für die weltweite Öl- und Gasversorgung essenziell. Schon kleinere Störungen treiben Versicherungsprämien und Transportkosten in die Höhe, treffen fragile Volkswirtschaften und verbreiten wirtschaftliche Schockwellen. Militärische Zwischenfälle bergen die Gefahr unbeabsichtigter Eskalation: ein abgeschossenes Fluggerät, ein beschädigter Tanker oder eine Fehlinterpretation einer Seemanöverbewegung könnten eine Kettenreaktion auslösen. Hinzu kommt die Rolle nichtstaatlicher Akteure und regionaler Spannungen (Israel, Saudi-Arabien, VAE), die das Konfliktfeld erweitern.
Kritische Bewertung der Außenpolitik – Trumps Ansatz: Sanktionen und militärische Drohkulissen haben Iran wirtschaftlich schwer getroffen, aber nicht zwingend die gewünschten politischen Änderungen herbeigeführt. Die Strategie erhöhte kurzfristig Druck, schuf jedoch Anreize für Teheran, asymmetrische Gegenmaßnahmen zu entwickeln und regionaler Einfluss zu verstärken. Die Gefahr: harte Sanktionen können zu risikoreichem Verhalten führen, das die Sicherheit des Welthandels bedroht. – Macrons Rolle: Europa hat diplomatische Kapazitäten, doch die Uneinheitlichkeit innerhalb der EU und die Abhängigkeit von US-Sicherheitsgarantien limitieren Wirkungskraft. Frankreichs Bemühungen um Vermittlung sind wertvoll, bleiben aber ohne klaren multilateralen Rückhalt oft begrenzt. Eine zu starke Gewichtung militärischer Präsenz statt diplomatischer Initiative verschärft das Spannungsfeld. – Irans Kalkül: Teherans Politik ist rational aus perspektive strategischer Abschreckung — bei gleichzeitigem Interesse an wirtschaftlicher Normalisierung. Problematisch ist jedoch, dass das Instrumentarium (Störung der Seerouten, Unterstützung proxy-gesteuerter Aktionen) wenig Raum für Vertrauensaufbau lässt und schnelle Konfrontationen wahrscheinlicher macht.
Handlungsoptionen und Empfehlungen – Multilaterales Deeskalationsformat: Ein von neutralen Partnern (EU, Oman, Katar) moderiertes Forum könnte kurzfristige Vertrauensbildende Maßnahmen vereinbaren: transparente Regeln für Schiffsbewegungen, gemeinsame Vorfallberichte, Hotlines zwischen Militärs. – Relativer Entzug des Eskalationsanreizes: Schrittweise Sanktionslockerungen gekoppelt an überprüfbare Verhaltensänderungen Irans (z. B. Rückzug von Minen/Abbau feindlicher Präsenz) könnten Anreize für Zurückhaltung schaffen. – Schutz ziviler Schifffahrt stärken: Erweiterte internationale Konvois, klar definierte Rechtsgrundlagen für Einsätze und eine stärkere Rolle von Nicht-NATO-Staaten in Sicherungsmissionen, um den Eindruck einer einseitigen Militärpräsenz zu minimieren. – Weg zurück zum verhandelten Rahmen: Europa, inklusive Frankreich, kann als Brückenbauer fungieren, um das Prinzip gegenseitiger Verpflichtungen zu erneuern und atomare Themen wieder auf die diplomatische Agenda zu setzen.
Schlussbetrachtung Die Kombination aus strategischer Bedeutung der Meerenge, asymmetrischen Mitteln und divergierenden außenpolitischen Zielen macht die Situation besonders fragil. Kurzfristige militärische Lösungen schaffen kaum nachhaltige Sicherheit; verlässliche Sicherheit erfordert Institutionalisierung, transparente Kommunikation und politische Kompromissbereitschaft. Nur durch eine Mischung aus Diplomatie, gezielten Sicherheitsmaßnahmen und wirtschaftlicher Vernunft lässt sich das Risiko einer ernsten internationalen Krise vermindern — zum Vorteil nicht nur der regionalen Akteure, sondern der globalen Stabilität.
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Orban, Magyar, EU sind Begriffe, die in den letzten Jahren immer wieder gemeinsam auftauchen, wenn es um Debatten über Europas politische Zukunft geht. Die Politik der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán hat innerhalb der Europäischen Union intensive Diskussionen ausgelöst: Fragen von Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit, Migration und finanzieller Unterstützung stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig bleibt Ungarn ein aktiver EU-Mitgliedstaat mit bedeutenden Verhandlungsoptionen — ein Spannungsfeld, das sowohl innen- als auch außenpolitische Folgen hat.
H2: Orban, Magyar, EU: Kontroversen und Konsequenzen Die wohl markanteste Kontroverse betrifft das Verhältnis zur rechtsstaatlichen Ordnung der EU. Kritik richtet sich auf Gesetzesänderungen, die richterliche Unabhängigkeit, Medienpluralismus und NGOs betreffen. Brüssel hat darauf mit Verfahren nach Artikel-7-Verfahren, mit Haushaltskürzungen und der Verknüpfung von EU-Fördermitteln an rechtsstaatliche Kriterien reagiert. Ungarn wiederum sieht in vielen Maßnahmen eine politisch motivierte Einmischung und betont nationale Souveränität — ein Narrativ, das bei Teilen der ungarischen Bevölkerung Zuspruch findet.
H3: Innenpolitische Dynamiken: Magyar-Identität und Regierungsstrategie Die Bezeichnung “Magyar” steht für das Nationalbewusstsein und wird von der Regierung gezielt in der politischen Kommunikation eingesetzt. Dies äußert sich in konservativen Familienpolitiken, einem starken Fokus auf Souveränität gegenüber Migrationsdruck und einer Rhetorik, die kulturelle Eigenständigkeit betont. Orbáns Fidesz-Partei hat so stabile Wählerbasen gehalten, indem sie wirtschaftliche Stabilität, Infrastrukturprojekte und soziale Transferleistungen kombiniert mit identitätspolitischen Botschaften. Kritiker sehen darin jedoch eine Erosion demokratischer Kontrollmechanismen.
H3: EU-Politik und strategische Allianzen Innerhalb der EU agiert Ungarn nicht isoliert. Budapest bildet oft Koalitionen mit Ländern wie Polen, um gemeinsame Positionen etwa zu Migrationsfragen oder zur Rolle der EU in Familien- und Sozialpolitik zu verteidigen. Diese Allianzen können Entscheidungen in Rat und Kommission beeinflussen, weil Zustimmung in bestimmten Bereichen benötigt wird. Gleichzeitig nutzt die ungarische Regierung ihr Veto- und Blockaderecht strategisch, etwa bei Sanktionen oder gemeinsamen außenpolitischen Maßnahmen, was die Einheit der Union vor Herausforderungen stellt.
H2: Wirtschaftsfragen, EU-Förderung und Pragmatismus Finanzielle Aspekte sind ein weiterer zentraler Punkt: Ungarn ist ein signifikanter Empfänger von EU-Mitteln, weshalb die Verknüpfung von Transfers mit Rechtsstaatskriterien hohe Spannungen erzeugte. Pragmatismus zeigt sich darin, dass Brüssel und Budapest trotz Konflikten kooperieren, wenn es um Infrastrukturprojekte, Investitionen oder regionale Programme geht. Große multinationale Investitionen und europäische Fonds bleiben für Ungarns Modernisierung wichtig, weshalb beide Seiten oft nach Kompromissen suchen.
H3: Außenpolitik: Russland, China und transatlantische Beziehungen Ungarn verfolgt in der Außenpolitik gelegentlich eine Linie, die von der Mehrheit der EU-Mitglieder abweicht — etwa durch engere Beziehungen zu Russland und China. Solche Partnerschaften lösten Besorgnis in Teilen der EU aus, insbesondere in Fragen von Energiesicherheit und strategischen Technologien. Zugleich bleibt Ungarn Teil der transatlantischen Sicherheitsarchitektur; die Haltung gegenüber NATO und EU-Außenpolitik ist daher nicht monolithisch, sondern bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen nationalen Interessen und Bündnispflichten.
H2: Warum die Debatte relevant bleibt Die Debatte um Orban, Magyar und die EU ist nicht nur eine Frage ideologischer Gegensätze, sondern hat praktische Auswirkungen: auf EU-Rechtsstaatlichkeitsmechanismen, auf Haushaltspolitik, auf die Außendarstellung der Union und auf die interne Kohärenz bei Krisen. Ein starkes Ungarn innerhalb der EU kann sowohl als Katalysator für Reformen als auch als Bremsklotz für gemeinsames Vorgehen wirken — abhängig davon, wie Brüssel und die Mitgliedstaaten auf Herausforderungen reagieren.
Schlussbetrachtung: Wege nach vorn Eine Lösung der Spannungen erfordert mehr als Strafmechanismen oder symbolische Proteste. Nachhaltige Verbesserung könnte durch dialogorientierte Ansätze, gezielte Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen und transparente Kriterien bei Fördermittelzuteilungen erreicht werden. Gleichzeitig müssen die EU-Institutionen Wege finden, um ihre Grundwerte zu wahren, ohne den politischen Zusammenhalt zu gefährden. Für Ungarn bedeutet das, einen Ausgleich zwischen nationalen Prioritäten und den Verpflichtungen als EU-Mitglied zu suchen — eine Aufgabe, die sowohl politisches Geschick als auch Kompromissbereitschaft verlangt.
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19.04.2026
Aleida Guevara: „Widerstand ist unsere einzige Option“
aus e-mail von Doris Pumphrey, 19. April 2026, 20:53 Uhr
Aleida Guevara im Interview: „Widerstand ist unsere einzige Option“
Che Guevaras Tochter über Kubas Krise, wieso kubanisches Eis ohne ostdeutsche Milch nie mehr dasselbe war, was sich aus dem Zusammenbruch der DDR lernen lässt – und wie Würde die Angst besiegt.
Florian Warweg
Aleida Guevara, geboren 1960 in Havanna, ist Kinderärztin und die Tochter von Ernesto „Che“ Guevara. Im Gespräch mit der OAZ wechselt sie zwischen trockenem Humor und echter Erschütterung angesichts der aktuellen Lage. Beim Thema Fidel Castro bricht sie ab, bevor ihr die Tränen kommen. Ein Gespräch über Würde, Widerstand, das vergessene DDR-Erbe auf Kuba und die Frage, was bleibt, wenn alles auf dem Spiel steht.
Aleida, Kuba erlebt derzeit vielleicht eine der tiefsten Krisen der letzten Jahrzehnte, unter dem Druck aus Washington – es ist von „Dialog oder militärischer Intervention“ die Rede. Wie siehst du die Situation? Welche Optionen bleiben Kuba?
Die Situation ist sehr schwierig, wirklich hart. Wir stehen vor einer realen Gefahr, das kann niemand leugnen. Aber die kubanische Bevölkerung bleibt erstaunlich ruhig – sie lebt weiter, als ob diese Bedrohung sie nicht einschüchtern würde. Wir haben gelernt, keine Angst zu haben. Natürlich sorgt man sich um seine Kinder, seine Familie, den Alltag. Aber letztlich tritt die Angst in den Hintergrund, weil die Würde eines Volkes für dieses Volk einen enormen Wert hat. Seit der sozialistischen Revolution haben wir gelernt, den Kopf zu heben, würdevoll zu leben und unsere Solidarität, unsere Liebe und Menschlichkeit in die Welt zu tragen. Das kann uns niemand nehmen. Wenn man mit uns sprechen will – Kuba ist immer offen für Dialog. Aber nur auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt. Andernfalls ist ein Dialog nicht möglich. Und wir sind ein Volk, das gelernt hat, sich zu verteidigen – Zentimeter für Zentimeter, Straße für Straße. Fidel hat es vor langer Zeit gesagt: Wer nach Kuba eindringt, kommt vielleicht hinein – aber wieder herauszukommen, wird ihn viel kosten.
Du hast die internationale Solidarität angesprochen, die Kuba über Jahrzehnte gezeigt hat. Schmerzt es dich manchmal, dass diese Solidarität nicht immer erwidert wurde? Du warst selbst in Angola im Einsatz...
In Kuba sagt man: „Glücklich ist, wer geben kann, ohne sich daran zu erinnern – und empfangen kann, ohne es zu vergessen.“ Für uns ist entscheidend, dass wir von Afrika – Angola, Kongo und anderen Ländern – unsere eigene kulturelle Identität erhalten haben. Wir sind ein kultureller Mischraum, und deshalb haben wir immer eine menschliche Schuld gegenüber Afrika. Wenn wir helfen können, tun wir das mit Liebe – ohne etwas zu erwarten. Aus Angola haben wir nichts mitgenommen, außer unsere Toten. Und das ist für uns selbstverständlich. Wenn man das anerkennt, gut. Wenn nicht, ist das deren Problem, nicht unseres.
Gibt es – außerhalb staatlicher Ebenen – internationale Solidarität mit Kuba angesichts der aktuellen Bedrohung?
Sehr viel. Es gibt große Solidarität, auch in Europa, mit Demonstrationen und Unterstützung. In Lateinamerika sowieso – und auch in Afrika. Am wichtigsten ist die Solidarität der Menschen. Regierungen kommen und gehen – die Völker bleiben.
Wie siehst du die politische Entwicklung in Lateinamerika in Bezug auf Kuba - insbesondere den Rechtsruck in einigen Ländern. Welchen Einfluss hat das auf Kuba?
Wenn es einen Rechtsruck gibt, leidet das Volk – aber gleichzeitig wächst das Bewusstsein. Die Menschen erkennen ihre eigene Kraft. Wir hoffen auf die Reaktion der Völker. Argentinien hat in den 1990er Jahren gezeigt, wozu ein Volk fähig ist. Chile hat eine kämpferische Tradition. Die Mapuche im Süden Chiles wurden nie von den Spaniern erobert. Sie haben sehr erfolgreich Widerstand geleistet. Am Ende kommt es auf die Einheit an. Wenn wir uns gegenseitig bekämpfen, erreichen wir nichts. Wenn wir uns zusammenschließen, können wir vorankommen.
Zurück zur Lage auf Kuba: Man hört von Stromausfällen und umfassenden Versorgungsproblemen. Kannst du schildern, was das Embargo konkret im Alltag bedeutet – gerade auch aus deiner Sicht als Kinderärztin?
Die Lage ist derzeit sehr hart. In einigen Provinzen gibt es Stromausfälle von 48 bis 72 Stunden. In einem heißen Land wie Kuba – mit Temperaturen um 30 Grad – ist das extrem belastend. Ohne Strom verderben Lebensmittel. Es gibt kein Gas, kein Wasser – weil ohne Strom auch die Pumpen nicht funktionieren. Die Menschen leben unter sehr schwierigen Bedingungen – und trotzdem halten sie durch. Tagsüber verbessert sich die Lage etwas durch Solarenergie. Wir haben Solarpanels, aber oft fehlen die teuren Batterien. Nachts bleibt es schwierig. Es gibt Programme, um Krankenhäuser, Schulen und Haushalte mit Solaranlagen auszustatten. Das hilft – und zeigt, dass wir immer versuchen, Lösungen zu finden. Die Widerstandskraft des kubanischen Volkes ist beeindruckend.
Viele sagen: „Es fehlt der Comandante.“ Wie ist Kuba ohne Fidel Castro?
Natürlich merkt man den Unterschied. Fidel war eine außergewöhnliche Persönlichkeit – jemand, der nur einmal im Jahrhundert geboren wird. Der heutige Präsident bemüht sich sehr, aber er ist nicht Fidel. Wir vermissen Fidel sehr. (…sichtlich bewegt…) Ich spreche nicht gern weiter darüber. Ich bin bei dem Thema sehr nah am Wasser gebaut. Für mich war Fidel auch wie ein Vater.
Dann lass uns das Thema wechseln. Ich arbeite für die OAZ, eine Zeitung mit Fokus auf Ostdeutschland, dem Gebiet der früheren DDR. Kuba und die DDR hatten sehr enge Beziehungen. Hast du noch Erinnerungen an diese Zeit? Sehr viele. In dem Krankenhaus, in dem ich gearbeitet habe, stammte das Röntgengerät aus der DDR – und es funktionierte etwa 45 Jahre lang!
Also länger als die DDR existiert hat.
Die DDR hat uns in vielen Bereichen unterstützt. Besonders wichtig war die Milchversorgung – Kuba produziert kaum Milch, aber die DDR lieferte hochwertige Milchprodukte. Mit dem Milchpulver der DDR haben wir unser berühmtes Eis Copelia hergestellt. Wir vermissen die DDR sehr.
Welche Lehren zieht Kuba aus dem Zusammenbruch der DDR?
Ich erinnere mich an einen Besuch in Ostdeutschland Mitte der 1990er Jahre – ganze Städte waren plötzlich leer, die jungen Menschen weggezogen. Das war sehr traurig. Eine wichtige Lehre ist: Ein Land sollte nicht geteilt werden. Und wenn es einmal geteilt ist, kann eine „Wiedervereinigung“ auch zur vollständigen Übernahme führen. Es gibt in dem Zusammenhang noch eine Anekdote über einen unserer Minister, der inzwischen verstorben ist. Er war lange Zeit Kulturminister: Armando Haag. Eines Tages ging er an die Humboldt-Universität, um einen Vortrag zu halten; die Mauer war bereits gefallen. Da sagte ein Student zu ihm: „Herr Doktor, auf einem Stück der Mauer hat jemand geschrieben: ‚Beim nächsten Mal wird es besser sein‘ – was halten Sie davon?“ Und Haag, der für seine besondere Art zu sprechen bekannt war, antwortete: „Ich finde, es sollte heißen: „Beim nächsten Mal wird es wirklich so sein.“ Für uns bedeutet das: Wir dürfen niemals nachgeben. Che Guevara sagte, dem Imperialismus darf man keinen Millimeter nachgeben – sonst wird man verschlungen. Mit einem so mächtigen Nachbarn wie den USA bleibt uns nur: Widerstand leisten.
Aber ist ständiger Widerstand nicht auch erschöpfend?
Es kommt darauf an, ob man eine Perspektive sieht. Wenn man glaubt, dass man das Leben der Menschen verbessern kann, lohnt sich das Opfer. Wenn man jedoch glaubt, dass es keine Zukunft gibt, dann wird es schwierig. Ich habe großes Vertrauen in den Menschen. Wer einmal gelernt hat, mit Würde zu leben, akzeptiert nicht so leicht Demütigung oder Fremdbestimmung.
Anmerkung der Redaktion: Aleida Guevara war auf Einladung der Tageszeitung junge Welt sowie der Kulturzeitschrift melodie&rhythmus in Berlin. Am 11. April wurde ihr im Kino Babylon der Rosa-Luxemburg-Preis für „ihr praktisches Wirken als kubanische Internationalistin und Ärztin“ verliehen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Ukraine in Kürze...
aus e-mail von Doris Pumphrey, 19. April 2026, 21:44 Uhr
RTDE Liveticker Ukraine-Krieg 19.4.2026
Ehemalige Selenskij-Sprecherin: Die Ukrainer wollen einen Kompromiss mit Russland Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die Social-Media-Beiträge der ehemaligen Pressesprecherin von Wladimir Selenskij, Julia Mendel, berichtet, herrscht auf den Straßen der Ukraine wegen der Mobilmachung Chaos, und alle, die sie kennt, wären zu einem Kompromiss mit Moskau bereit, um so schnell wie möglich Frieden zu erreichen. Auf dem Netzwerk X schrieb sie: "Auf den Straßen der Ukraine herrscht Chaos. Das Misstrauen gegenüber der Regierung wächst von Tag zu Tag." Videos mit Aufnahmen von gewaltsamen Maßnahmen ukrainischer Wehrbehörden verbreiten sich auch im Internet weitläufig. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Wehrbeamte Männer in Kleinbussen abtransportieren, wobei sie die Festgenommenen nicht selten schlagen und Gewalt gegen sie anwenden.
Budanow: Mobilisierungsressourcen der Ukraine sind ausgeschöpft Der Leiter des Büros von Wladimir Selenskij, Kirill Budanow, sprach von Problemen bei der Mobilisierung in der Ukraine. Seinen Angaben zufolge ist es für Kiew derzeit nicht ohne Weiteres möglich, selbst den minimalen Mobilisierungsplan zu erfüllen. Budanow bezeichnete die Situation zudem als sehr schwierig. Ihm zufolge seien die Ressourcen des Landes praktisch erschöpft. In einem Interview mit der Zeitung Malenkaja Strana fasste Budanow zusammen: "Die Mobilisierungsressourcen sind erschöpft. Probleme bei der Rekrutierung von Menschen für einen Krieg, der schon viele Jahre andauert, sind eine absolut logische Entwicklung."
Journalist: Kiew vernichtete Beweismaterial zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines Der Journalist Bojan Pancevski vom Wall Street Journal hat in Deutschland ein Enthüllungsbuch über die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines veröffentlicht, in dem er schreibt, dass der zweiseitige Plan zur Sprengung der Gaspipelines, der vom damaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Waleri Saluschny, genehmigt worden war, absichtlich vernichtet wurde, um Beweise für die Beteiligung der ukrainischen Führung an der Sabotage zu verbergen. Er schreibt insbesondere: "Es gab ein zweiseitiges Dokument zu der Operation, das von Saluschny genehmigt wurde. Dieses Dokument wurde zusammen mit allen anderen Unterlagen, die sich auf die Sabotage bezogen, vernichtet. Es sind keine kompromittierenden Dokumente übrig geblieben, keine einzige Spur der Befehlskette." Wie Pancevski erläuterte, basiert das Buch auf zahlreichen Gesprächen mit Beteiligten, Ermittlern und Mitarbeitern der Geheimdienste. Seinen Angaben zufolge haben die Organisatoren der Sabotageaktion die meisten Anweisungen mündlich erteilt. Dies geschah, um die Möglichkeit einer Rückverfolgung der Befehlskette auszuschließen. Dabei war Wladimir Selenskij nicht nur über den Plan zur Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines informiert, sondern hatte diesem auch persönlich zugestimmt.
Debatte bei Lanz: Selenskij hat Nord-Stream-Sprengung genehmigt Der Wall Street Journal-Chefkorrespondent für europäische Politik, Bojan Pancevski, der seit 2014 aus der Ukraine berichtet, war jüngst in der Talkshow von Markus Lanz zu Besuch. Das Thema waren Pancevskis Recherchen zum Nord-Stream-Anschlag im September 2022. Nachdem Lanz den Experten fragte, ob die damalige ukrainische Führung wusste, dass es diese "[Anschlags-]Pläne geben könnte", bestätigte Pancevski, dass sowohl der damalige Befehlshaber der Streitkräfte Saluschny, als auch das Staatsoberhaupt Selenskij über die "internationalen" Pläne zur Zerstörung von Nord Stream gewusst haben und diese sogar "genehmigten". Der Autor von "Die Nord-Stream-Sprengung. Die wahre Geschichte der Sabotage, die Europa erschütterte" (2026) merkte jedoch an, dass die ukrainische Seite diese Behauptungen bis heute von sich weist. Siehe Video:https://odysee.com/@RTDE:e/Debatte-bei-Lanz-Selenskij-hat-Nord-Stream-Sprengung-genehmigt:9
Roosevelt-Preis: Selenskij erhält Auszeichnung für Freiheiten, die er abgeschafft hat Der Regierungschef Wladimir Selenskij und das Volk der Ukraine sind am Donnerstag in den Niederlanden mit dem "Four Freedoms Award" ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung wird jährlich an Personen verliehen, die sich um die vier Freiheitsrechte verdient gemacht haben, die US-Präsident Roosevelt 1941 formuliert hat: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht. Unter Selenskijs Herrschaft wurden jedoch unter anderem durch das Verbot oppositioneller Parteien und Medien sowie der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche mehrere dieser Freiheiten in der Ukraine abgeschafft. Männer müssen jederzeit damit rechnen, von "Rekrutierungsbeamten" festgenommen, an die Front gebracht und zum Kriegsdienst gezwungen zu werden. Am Donnerstag ging die dreitägige Amtsreise von Wladimir Selenskij, in der er Deutschland, Norwegen, Italien und die Niederlande besuchte, zu Ende. Siehe Video:https://odysee.com/@RTDE:e/Roosevelt-Preis-Selenskij-erh%C3%A4lt-Auszeichnung-f%C3%BCr-Freiheiten-die-er-abgeschafft-hat:d
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Wir sind alle Afrikaner
seniora.org, 24. Juli 2014, von Volker SommerDer Augenschein trügt: Was sich ähnlich sieht, ist noch lange nicht verwandt. Ausgerechnet die moderne Genetik machte dem Rassenkonzept den Garaus.
Auch wenn Sie sich für liberal halten: Vermutlich haust selbst in Ihnen ein Rassist. Nein? Dann auf zum kleinen Quiz: Mit wem teilen die Mongolen mehr Erbanlagen, mit den schlitzäugigen Chinesen oder den rundäugigen Europäern? Wem sind die dunkelhäutigen Australier näher verwandt, den schwarzen Bantu oder den hellen Thai? Und wem steht der Schimpanse näher, dem Gorilla oder dem Menschen?
Der Augenschein trügt: Wenn wir den Genetikern glauben mögen, so ist jeweils die zweite Antwort richtig. Wie aber kann ganz anderes in uns stecken, wo die Menschheit so offenbar in Weiss und Schwarz und Gelb zerfällt? War es vielleicht nur mal wieder gut gemeint, als eine Unesco-Konferenz kürzlich verkündete, es gebe «keinen wissenschaftlichen Grund, den Begriff ‹Rasse› weiterhin zu verwenden»?
Keineswegs. Es ist ausgerechnet die moderne Genetik, die dem Rassenkonzept den Garaus macht. Dies, nachdem die Wissenschaft die Rassenideologie über lange Zeit nach Kräften gefördert hatte.
Weiss als Mass aller Dinge
Die Anfänge waren einfach: Im Jahr 1740 begründete der Schwede Carl von Linné die zoologische Klassifikation. Die von ihm erfundene Spezies Homo sapiens vierteilte er entsprechend der Geografie: Americanus (rot, cholerisch, aufrecht), Europeus (weiss, sanguin, muskulös), Asiaticus (bleichgelb, melancholisch, hartnäckig), Afer (schwarz, phlegmatisch, gleichgültig). Die von Linné zugeordneten Eigenschaften mögen uns rassistisch dünken, spiegelten jedoch klassisch-mittelalterlich die Temperamente wider, denen kaum Wertung innewohnt. Und notabene: Europäer werden nicht zuerst genannt – wohl, weil dem bibeltreuen von Linné alle Menschen als Kinder der Ureltern Adam und Eva galten.
Ironischerweise gewann die Hierarchisierung erst mit der bibelkritischen Aufklärung an Dynamik – als die Europäer sich global ermächtigten und Weiss zum Mass aller Dinge machten. Mit jener Farbpalette, die Johann Friedrich Blumenbach 1775 zusammenstellte, liessen sich über Jahrhunderte die stärksten Stereotype illustrieren. Dass der wundersame Terminus «Kaukasier» für die «weisse» Variante bis in heutige Volkszählungen fortlebt, verdanken wir dem Entzücken des Göttinger Anthropologen über einen weiblichen Schädel aus Georgien, den er für das ästhetischste Stück seiner Sammlung hielt. Allerdings diagnostizierte Blumenbach, das kaukasische Schönheitsideal habe während der Erdbesiedelung mancherlei «Degeneration» erlitten. So sei eine Menschenlinie über «rote» Indianer zu «gelben» Orientalen abgestürzt, eine andere über «braune» Malaien zu «schwarzen» Afrikanern.
Zunehmender Wissenschaftsglaube brach dann jenem Überlegenheits-Rassismus Bahn, der das Modell der Evolution von «höheren» und «niederen» Lebewesen sowie des Überlebens der Tüchtigsten auf Gesellschaften übertrug. Demnach seien «primitive Rassen» in unwirtliche Rückzugsgebiete abgedrängt und isoliert worden. So liessen Rassen sich zunehmend als «unwandelbar» verstehen – Voraussetzung des «Reinhalte-Rassismus», der im Nationalsozialismus traurig gipfelte.
Der grobschlächtigen Nazi-Ideologie langten drei Grossrassen: zur Herrschaft berufene «Kaukasier», «theriomorphe» (tiergestaltige) «Negriden» und «pädomorphe» (kindliche) «Mongoliden». Wer so in Schwarz und Weiss malte, meinte natürlich zugleich «gut» und «böse». Dass «Mongolide» nahe an Geisteskranke gerückt wurden, lebt übrigens in der Bezeichnung «mongoloid» für Menschen mit Down-Syndrom fort. Ergo: Wer von «Mischlingen» redet, vor «Überfremdung» warnt und «Leitkultur» beschwört, schreibt im Grunde jene Nazi-Gedanken fort, wonach «Rassenkreuzung» zu «disharmonischen Kombinationen» führt und ein Volk zum Aussterben bringt.
Mythen und Märchen
Deutschsprachige Anthropologen und Humangenetiker lieferten aberwitzige Vorwände, damit Viehwaggons umso voll gestopfter die Selektionsrampen anliefen. So ist es beinahe paradox, dass schlussendlich gerade die Populations-Genetik dem Rassenkonzept den Gnadenstoss versetzen sollte.
Zunächst zerbröselte das Dogma der Typologie, wonach Rassen «ewig» seien – weil sich prominente «unwandelbare» Merkmale als umweltabhängig erwiesen. Beispielsweise bildeten Völker in Äquatornähe mehrfach unabhängig voneinander starke Tönung von Augen und Haut aus – zunächst in Afrika, der Wiege der Menschheit, dann aber auch in Asien und Amerika. Denn mit dunkler Iris sieht es sich besser unter gleissender Sonne, und Melanin-Pigment schützt vor Hautkrebs. Die Vorfahren heutiger Bleichgesichter hingegen siedelten sich dort an, wo Winternächte lange währten. Helle Haut erlaubt dem Körper, das lebenswichtige Vitamin D auch bei wenig Sonne herzustellen.Ganz ähnlich züchtete Sauerstoffarmut in Hochgebirgen bei Bergvölkern in Asien und Amerika parallel grössere Lungenkapazitäten heran. Was allerdings die fantasiereich als «natürliche Schneebrille» umschriebenen «Schlitzaugen» sollen, weiss niemand so recht. Denn auch wo’s garantiert keine weisse Weihnacht gibt, finden sie sich. Daher mag die «Lidfalte» eher mehrfach unabhängig voneinander der «geschlechtlichen Zuchtwahl» entwachsen sein, also auf Partnerwahl zurückgehen.
Zucker sieht aus wie Salz
Rasse-Systematiker vergötzten Farben und Formen, weil dies «Oberflächenmerkmale» sind – also im wahrsten Wortsinn ins Auge fallen. Wer hingegen auf innere Werte schaut, könnte gänzlich anders einteilen. Ein gutes Beispiel sind Blutgruppen-Merkmale. Die Verteilung von A, B und 0 nimmt absolut keine Rücksicht auf die grobe Dreiteilung «Europide – Negride – Mongolide». Ob allerdings das Wissen, dass Rasse nicht unter die Haut geht, nazistische Blut-Mystiker von ihrer oberflächlichen Weltanschauung abgebracht hätte, darf bezweifelt werden.
Jedenfalls sind Merkmale, die der Auslese unterliegen, komplett ungeeignet, genetische Verwandtschaft anzuzeigen – eben weil sie sich mehrfach unabhängig herausbilden können. Um Verwandtschaft zu rekonstruieren, konzentriert sich die moderne Molekular-Genetik deshalb auf «selektionsneutrale» Gen-Sequenzen, vorzugsweise aus jener DNA, die keine Eiweisse codiert.
Ganz kontra-intuitiv kam dabei etwa heraus, dass Schimpansen nicht am nächsten mit Gorillas gruppieren, sondern mit Menschen. Noch bedeutender für unser Selbstverständnis dürfte sein, dass sich die Schimpansen West-, Zentral- und Ostafrikas trotz frappierender äusserer Ähnlichkeit genetisch sehr unterscheiden. Für Menschen hingegen gilt umgekehrt: Der äussere Eindruck mag Vielfalt suggerieren, doch ist unsere genetische Varianz extrem gering. Denn erst vor 100000 Jahren schwärmten Weltenbummler aus Afrika aus. So erklärt sich, warum – wiederum entgegen dem Augenschein – «Schwarz»-Afrika die genetisch diversesten Bevölkerungen beheimatet: Die Gene jüngerer Gründerpopulationen hatten weniger Zeit, sich durch Mutationen zu verändern.
Die Genetik belegt zudem, dass das Erbgut durchschnittlich umso verschiedener ist, je weiter der geografische Abstand – ganz egal, wie jemand ausschaut. So erklärt sich, dass eben die genetische Distanz zwischen Aborigines und Thailändern geringer ist als zwischen Aborigines und Bantu. Zucker mag aussehen wie Salz, hat aber weitaus mehr gemein mit Sirup.
Die Erfindung neuer Rassen
Wenn sich aber bestimmte Gene in manchen Bevölkerungen häufen: Was sollte uns dann hindern, neue Rassen einzuteilen? Zum einen besteht das Problem, dass immer willkürlich ist, wie viel Prozent Differenz genügen sollen. Wer wollte etwa den Appenzellern das Recht auf eigenen Rassestatus verweigern – gelten sie doch nicht nur als kleinwüchsig, sondern verfügen zudem über eigene Käse-, Likör- und Hundesorten? Zum anderen überlappen die Erbgutprofile verschiedener Bevölkerungen ganz enorm, während gleichzeitig sehr verschiedenartige Menschen zum selben Volk zählen können. Deshalb gab sich auch das Arier-Ideal nur allzu leicht dem Gespött preis: «blond und blauäugig wie Hitler...».
Längerfristig isolierte Stammlinien lassen sich nicht unterscheiden, weil wir alle Afrikaner sind – wenn auch massenweise im Exil. So hätten sich die Kulturen kaum anders entwickelt, wären Australier und Europäer vor 10 000 Jahren ausgetauscht worden. Denn was Kolonialgeschichte antrieb, waren sicher nicht die Gene, sondern ungleich verteilte Rohstoffe.
Mithin erlauben genetische Marker zwar, die geografische Herkunft grob zu bestimmen. Die sagen über das sonstige Erbgut einer Einzelperson aber nichts aus – beispielsweise ob jemand ein Gen trägt, das Kinder erblich schädigen könnte. Gen-Archäologen können nur Wahrscheinlichkeiten angeben: etwa, dass fast kein Chinese, aber acht Prozent aller Schweden an einer erblichen Eisenspeicherkrankheit leiden werden.
Wer derlei Zahlen in Rassen umrechnen möchte, wird sich auf ewig den Kopf zerbrechen. Und nie sicher sein vor Überraschungen. Etwa, dass hinsichtlich Nebenwirkungen von Arzneimitteln schwarzhäutige Äthiopier nicht mit Bewohnern der Subsahara, sondern mit käsegesichtigen Norwegern gruppiert werden müssen.
Das Konzept biologischer Rassen lässt sich mithin nur um den Preis wissenschaftlicher Demenz reanimieren. Gleichwohl werden «Rassen» stetig neu erfunden – selbst wenn es sich um Sprachgruppen handelt, wie die zunehmend zahlreichen «Hispanier» in den USA. Und dass Rasse Klasse ist, finden keineswegs nur ewig gestrige Rassisten. Ganz im Gegenteil: Wer meint, zu einer Minderheit zu gehören, dem wird über «positive Diskriminierung» oft mehr als nur ein Quoten-Stückchen vom sozialen Kuchen zugeschoben – wie an der Universität Michigan, wo’s bei der Bewerbung Pluspunkte für seltene Hautfarbe gibt. Statt «Farbenblindheit» zu fördern, erfindet politische Korrektheit den Rassismus unter umgekehrten Vorzeichen neu: als ausgleichende Gerechtigkeit für das von Vorfahren erlittene Unrecht.
Warum aber drängt es uns überhaupt, Eigenes von Fremdem unterscheiden zu wollen? Die evolutionäre Psychologie meint, diese Neigung – wie unsympathisch, wie bedauerlich sie sich entladen mag – sei tief in uns verwurzelt. Denn beim Güterstreit mit Nachbargruppen, der die Menscheitsgeschichte durchzieht, sei humanitäre Toleranz weniger nützlich als derbe Faustregeln über «Wir» und «Sie». Ethnozentrischer Nahkampf lässt eben keine Feinheiten zu.
Wann wird ein Becher zur Tasse?
Befürworter und Kritiker des Rassenkonzeptes setzen dabei einen Zwist fort, der schon unter den Philosophen des Mittelalters entbrannte: den zwischen Essentialisten und Nominalisten. Erstere behaupten, in Nachfolge der platonischen Lehre von den unwandelbaren Ideen, dass äusserlich Ähnlichem ein gemeinsames Wesen zugrunde liegt. So seien Whisky-, Wein- und Zahnputzgläser Variationen der vollkommenen Urform eines Bechers. Die Nominalisten hingegen behaupten, ähnliche Einheiten verbände weiter nichts als ein «Nomen», ein Namen. Wer will schon entscheiden, ab welchem Punkt ein Becher zur Tasse wird und schliesslich zur Schale? Und ab wann genau soll schwarze Haut als dunkelbraun gelten und braune als weiss?
Dass Rassen nicht «wirklich» existieren können, sollte im Lichte der Evolutionstheorie ohnehin unmittelbar einleuchten. Denn wenn wir die zahlreichen Zweige am Stammbaum der Menschheit im Querschnitt betrachten, können wir zwar mehr oder weniger typische Cluster von Genen ausmachen. Jenseits aber dieser Momentaufnahme, im Längsschnitt der Stammesgeschichte, löst sich deren Identität zwangsläufig auf – ist doch die biologische Perspektive nicht eine von Konstanz und «Essenz», sondern von stetigem Wandel.
Ergo: Rassen gibt’s nicht. Nur Rassismus.
Quelle: Volker Sommer lehrt evolutionäre Anthropologie an der Universität London. Er ist Autor des Essaybandes «Von Menschen und anderen Tieren». Hirzel, 2000. 200 S., Fr. 39.20.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Israel: Gaza / Libanon
aus e-mail von Doris Pumphrey, 19. April 2026, 21:44 Uhr
Gesundheitswesen vor dem Kollaps: Gaza kämpft ums Überleben Die humanitäre Lage im Gazastreifen verschärft sich weiter: Krankenhäuser sind überfüllt, während Medikamente und Ausrüstung knapp werden und das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gerät. Laut Médecins Sans Frontières gehen viele Verletzungen auf Luftangriffe zurück, was die Notaufnahmen zusätzlich belastet. RT Korrespondent Saed Swerki berichtet von massiven Zerstörungen und blockierten Hilfslieferungen, die die Versorgung weiter verschlechtern und den Druck auf Patienten und medizinisches Personal täglich erhöhen. Bericht hier im Video:https://odysee.com/@RTDE:e/Gesundheitswesen-vor-dem-Kollaps--Gaza-k%C3%A4mpft-ums-%C3%9Cberleben:8
RTDE 19.4.2026
Warum der Waffenstillstand im Libanon Israels expansionistische Bestrebungen nicht stoppen wird
Der Waffenstillstand ist kein echter Wendepunkt in Israels erklärter Kampagne zur Besetzung des Südlibanon. Und Netanjahu will, dass der Krieg weitergeht, er will, dass die USA im Iran einmarschieren, und er will den totalen Zusammenbruch des iranischen Staates.
Von Dimi Reider
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (16. April) bleibt abzuwarten, ob der Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel Bestand haben wird. Trotz der unbestreitbaren Erleichterung in vielen Kreisen, von Beirut über Tel Aviv bis nach Washington, wirkt er mehr wie ein erzwungenes, widerwilliges Zugeständnis von Premierminister Benjamin Netanjahu an Donald Trump denn als echter Wendepunkt in Israels erklärter Kampagne zur Besetzung des Südens des Landes.
Was Trump von Netanjahu braucht, ist, dass dieser die Bombardierung Libanons einstellt, um die gegensätzlichen Erwartungen Irans und der USA im Rahmen ihres fragilen Waffenstillstands in Einklang zu bringen.
Bislang hat Netanjahu es geschafft, Gespräche zu initiieren, ohne die Bombardierung einzustellen, und selbst diese Gespräche sind eine Anomalie in der gemeinsamen Geschichte der beiden Länder.
Angesichts der Neigung Israels, Waffenstillstände und Verhandlungen zu untergraben – ob es nun daran beteiligt ist oder nicht – und seiner Erfolgsbilanz bei der Ermordung von Verhandlungsführern mitten im Prozess, scheint es wahrscheinlich, dass die Dynamik zwischen Israel und Libanon bald wieder in ihr altes Muster zurückfallen wird.
Das gilt umso mehr, weil Libanon Netanjahus nächstgelegene und zweckmäßigste Arena ist, um die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zu sprengen und einen umfassenden Krieg fortzusetzen, bevor die US-Streitkräfte sich zurückziehen können.
Es gibt natürlich auch eine spezifische israelisch-libanesische Geschichte. Keine andere israelische Grenze war so langanhaltend unruhig und kein externer Akteur hat Libanon derart regelmäßig oder drastisch Schaden zugefügt wie Israel: von grenzüberschreitenden Überfällen in den ersten Jahrzehnten der Staatsgründung über die großangelegte Invasion 1982 bis zum aktuellen Krieg – dem tödlichsten Konflikt in Libanon seit dem verheerenden Bürgerkrieg von 1975 bis 1990.
Libanon war zudem ungewollt Schauplatz einer noch drastischeren Form israelischer Kriege – jener gegen die palästinensische Nationalbewegung – und Ort des letzten großen öffentlichen Aufruhrs des israelischen Gewissens. Hunderttausende protestierten gegen die Massaker von Sabra und Schatila [1982], die von der israelischen Armee begünstigt und ermöglicht worden waren.
Es gibt mehrere Gründe, warum Israel Chancen für ein Friedensabkommen mit der libanesischen Regierung ignoriert (das derzeitige halbherzige Engagement, das unter Beschuss stattfindet, kann bisher nicht ernst genommen werden) und stattdessen lieber bombardiert, einmarschiert, Stellvertreter benutzt und seit diesem Jahr ethnische Säuberungen durchführt sowie offen gelobt, das Land zu annektieren.
Die beiden weniger gewichtigen Gründe sind die, die sowohl von Israels Unterstützern als auch von seinen Kritikern angeführt werden: David Ben-Gurions alte Sicherheitsdoktrin, wonach die natürliche Grenze Israels der Litani-Fluss sei, und ihr kümmerlicher Ableger, die Pufferzonen-Doktrin, die jetzt sowohl in Libanon als auch im Gazastreifen angewendet wird.
Ben-Gurion schlug den Litani erstmals im Jahr 1918 als "natürliche Grenze" eines zukünftigen jüdischen Staates vor. Er führte an, dass der Fluss eine demografische und wirtschaftliche Grenze zwischen Galiläa und dem eigentlichen Libanongebirge markiere.
Im Lauf der Jahre hat eine stark expansionistische Fraktion seine Abgrenzung des Südlibanon als bloßes "Nordgaliläa" übernommen, und der Fluss mit seinen steilen Uferböschungen hat eine neue militärische Aura als besser zu verteidigende Grenze als die derzeitige erlangt. Befürworter der Annexion und Besiedlung Südlibanons berufen sich auf ideologische, territoriale und militärische Argumente.
Gleichzeitig hat eine andere israelische Militärdoktrin – die Pufferzone – als vermeintliches Endspiel des aktuellen Krieges neuen Auftrieb erhalten. Ihre Logik ist es, die Frontlinie von Israels international anerkannten Grenzen weg zu verlagern, insbesondere von zivilen Gemeinden. Im Gegensatz zu einer entmilitarisierten Zone setzt eine Pufferzone die Handlungsfreiheit des israelischen Militärs voraus.
Ein Vorwand für ethnische Säuberungen?
Im Gegensatz zur Ausweitung der israelischen Souveränität bis zum Litani wurde die Idee der Pufferzone in Libanon bereits während der 18-jährigen Besetzung des Landes durch Israel von 1982 bis 2000 versucht. Sie erwies sich als völliger Fehlschlag.
Hisbollah-Raketen wurden aus der Pufferzone heraus noch häufiger als vor der Besatzung auf israelische Ortschaften abgefeuert, während israelische Soldaten, die in Südlibanon operierten, zu ständigen Angriffszielen wurden. Nach Hunderten von Opfern und inmitten von Massenprotesten im eigenen Land zog sich die israelische Armee einseitig zurück. Nun werden beide Ansätze erneut vorgeschlagen, mit dem zusätzlichen Anspruch, dass, weil die Hisbollah sich auf die Unterstützung der Zivilbevölkerung stützt, diese Zivilisten vertrieben werden müssen.
Israel missversteht die Lebensrealität der heterogenen und eng verwobenen libanesischen Gesellschaft völlig und plant Berichten zufolge, nur schiitische Einwohner zu vertreiben. Zugleich hat es sunnitische und christliche Einwohner davor gewarnt, ihre Nachbarn aufzunehmen – eine erschreckende Anweisung am Vorabend des israelischen Holocaust-Gedenktags (*).
Abgesehen von moralischen Überlegungen, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass eine der beiden Doktrinen im 21. Jahrhundert praktikabler geworden ist als im 20. Jahrhundert.
Ein Fluss mag für Infanterie, mechanisierte Einheiten und schwere Panzer als Hindernis dienen, und er könnte sogar die Bewegung schwerer Artillerie behindern (obwohl Israel derzeit tatsächlich der einzige Akteur ist, der in diesem speziellen Einsatzgebiet Artillerie einsetzt).
Heute jedoch findet von der Ukraine über Iran bis hin zu Pakistan und Afghanistan der Großteil der Kriegsführung in der Luft statt: Drohnen, Raketen, Marschflugkörper und ballistische Raketen können Flüsse und vorgesehene Pufferzonen gleichermaßen mühelos überqueren und ihre Wirkung auch dann entfalten, wenn Bodenoperationen minimal sind oder in einer Pattsituation stecken.
Dies sollte allein schon aus Israels Erfahrung mit iranischen Raketen offensichtlich sein, die aus Tausenden Kilometern Entfernung abgefeuert wurden. Aber auch die Hisbollah hat Raketen Hunderte Kilometer tief in israelisches Gebiet abgefeuert.
Auch wenn eine solche Pufferzone eingerichtet würde, würde Israel wahrscheinlich versuchen, sich weit darüber hinaus "operative Freiheit" zu sichern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand vorschlägt, die Demarkationslinie noch weiter nach oben, noch tiefer in den Libanon hinein zu verschieben. Warum also beharrt Israel auf diesem überholten Plan und führt in dessen Namen unverhohlen massive ethnische Säuberungen durch?
Es ist schwer, der Schlussfolgerung zu entgehen, dass die Kausalität in Wirklichkeit umgekehrt ist. Genau wie im Gazastreifen, wo Pufferzonen als Vorwand dienen, um die Bewohner der ohnehin schon überfüllten Enklave auf zwölf Prozent ihres Territoriums zusammenzudrängen; genau wie im Westjordanland, wo "Sicherheitszonen" und "Beschusszonen" genutzt wurden, um die palästinensische Landwirtschaft zu stören und Gemeinden von ihrem Land zu vertreiben, sehen wir in Libanon Pufferzonen im Dienste der ethnischen Säuberung, nicht umgekehrt.
Während das lautstark proklamierte Endziel der Annexion für expansionistische Kräfte innerhalb Netanjahus Koalition besonders wichtig ist, kann die "liberale" Opposition nur klein beigeben, sobald die "nationale Sicherheit" ins Feld geführt wird. Manche, wie Oppositionsführer Jair Lapid, haben die Idee der entvölkerten Pufferzone sogar als eine moderate, halbwegs vernünftige Maßnahme im Vergleich zu endlosen expansionistischen Kriegen gepriesen. Wie auch anderswo ist die Rechte in Israel mehr als bereit, die Gemäßigten auf halbem Weg zu treffen – dann noch einmal auf halbem Weg und noch einmal –, bis der Unterschied zwischen ihnen fast vollständig verschwindet.
Und es gibt noch einen weiteren, tieferen Grund für die jahrzehntelange Weigerung, ein ernsthaftes, ausgewogenes Friedensabkommen mit Libanon anzustreben. Für Netanjahu und viele andere Israelis mindern Diplomatie und Kompromiss den Wert jeder Errungenschaft, die allein mit Gewalt hätte erreicht werden können, weil sie darauf schließen lassen, dass weitere Kompromisse folgen könnten. In Israel gibt es eine nahezu rauschhafte Begeisterung für hegemoniale Macht und eine Überzeugung, dass die Opfer und Verluste, die bei der Verfolgung von Zielen mit Gewalt entstehen, der beunruhigenden Ungewissheit vorzuziehen sind, die aus der Gleichbehandlung anderer regionaler Akteure resultiert.
Schließlich gibt es noch ein direkteres Motiv für die Fortsetzung der Angriffe in Libanon. Ob unbeabsichtigt oder nicht – die USA haben es versäumt, Libanon in die Ausgangsbedingungen ihres Waffenstillstands mit Iran einzubeziehen (was sogar im Widerspruch zu Netanjahus eigener Darstellung Libanons als vorgeschobene Operationsbasis Irans steht). Dies eröffnete Netanjahu eine große Chance, den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran zum Scheitern zu bringen, bevor er in sinnvolle Verhandlungen münden kann, und – was noch entscheidender ist – bevor die USA mit dem Abzug ihrer Truppen aus der Golfregion beginnen.
Diese Chance bleibt bestehen, auch wenn eine Waffenruhe in Libanon verkündet wurde. Waffenruhen sind fragil, insbesondere wenn eine oder mehrere der Parteien von externen Akteuren dazu gezwungen werden, und vor allem, wenn unklar ist, ob die Hisbollah – wie indirekt auch immer – als Verhandlungspartner oder als Ziel gedacht ist.
Netanjahu will, dass der Krieg weitergeht, er will, dass die USA einmarschieren, und er will den totalen Zusammenbruch des iranischen Staates. Er scheint zu glauben, dass dieses Ziel in greifbarer Nähe ist. Wenn sich die USA jetzt vor dem Hintergrund des Drucks durch die Zwischenwahlen im eigenen Land und angesichts eines prekären politischen Moments in Israel zurückziehen, weiß er, dass er eine solche Chance in seinem Leben wohl nicht noch einmal bekommen wird.
Der Beitrag erschien bei+972 Magazine, einem unabhängigen, palästinensisch-israelischen Onlineportal. Aus demEnglischenübersetzt von Olga Espín
(*) Israelische Militärvertreter sollen Berichten von Anfang April zufolge christliche und drusische Gemeinschaften in Südlibanon dazu gedrängt haben, schiitische Muslime hinauszuwerfen, die bei ihnen Zuflucht gefunden hatten. Am Abend des 13. April begannen in Israel die Zeremonien zum Gedenken an die Ermordung von sechs Millionen jüdischen Menschen durch das deutsche NS-Regime und den Aufstand im Warschauer Getto.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Causa Professor Michael Meyen
aus e-mail von Doris Pumphrey, 19. April 2026, 20:53 Uhr
Causa Professor Michael Meyen: Wer aus der Reihe tanzt, zahlt einen hohen Preis
Die polarisierte Gesellschaft bricht auseinander, doch der konformistische Zeitgeist erlaubt keine echte Diskussion. Das stößt vor allem im Osten bitter auf.
Thomas Fasbender
Mit Wirkung zum 1. April wurde Michael Meyen, Professor für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-UniversitätMünchen, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Die genaue Begründung ist unbekannt; eine Anfrage der Berliner Zeitung wurde von der Universität unter Hinweis auf den Datenschutz abschlägig beschieden. Was bekannt ist: Meyen war unbequem.
Der 1967 auf Rügen geborene Wissenschaftler, noch in der DDR zum Journalisten ausgebildet, hat sich „radikalisiert“ – neudeutsch für einen Grenzgänger an der Peripherie des Meinungskorridors. Meyens „Radikalisierung“ ist aus verschiedenen Gründen von Interesse. Sein Schicksal steht exemplarisch für viele ehemalige DDR-Bürger, denen seit den Nullerjahren, seit Ende des schockstarren Jahrzehnts, das im Osten auf die deutsche Vereinigung folgte, deutlich wird, dass nicht nur die Teilung ohne Mauer und Stacheldraht fortbesteht, sondern dass der Westen sich mit den Ostdeutschen den Anspruch einverleibt hat, diesen ihr Selbstverständnis vorzugeben.
In vier Büchern aus Meyens Feder wird die stufenweise Erkenntnis greifbar: einem Lehrbuch mit Biografien zur Kommunikationswissenschaft der Nachkriegszeit (2006), einer 2013 erschienenen Auseinandersetzung mit der westlichen Deutung der DDR-Geschichte („‚Wir haben freier gelebt‘. Die DDR im kollektiven Gedächtnis der Deutschen“), 2020 dann mit „Das Erbe sind wir. Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde. Meine Geschichte“ und 2021 mit dem Spiegel-Bestseller „Die Propaganda-Matrix“.
Es waren die Erfahrungen während der Pandemie ab 2020, die auch bei Meyen zum Bruch mit dem westdeutschen Mainstream führten. Die Auseinandersetzung um die Corona-Maßnahmenpolitik war im Kern eine zwischen Staatsapologeten und Staatsskeptikern. Die willige Bereitschaft (im Westen), dem Staat die besten Absichten zu unterstellen, kollidierte im Osten mit einem über Generationen eingebrannten Misstrauen jedem Apparat und seinen Institutionen gegenüber.
Nackte, diktaturbereite Obrigkeit
Die Maßnahmen, von der Bevölkerung mit knapper, von den Medien mit beunruhigend breiter Mehrheit getragen, waren in der Tat eine Zumutung. Drakonische Ausgangssperren, Zwangsmaskierung im öffentlichen Raum, Selektion nach Impf- und Immunstatus und die gerade noch vermiedene Pflichtspritze mit Seren ohne Langzeit- oder Breitenevidenz – was damals quer durch die politische und mediale Klasse ans Licht trat, war die nackte, diktaturbereite Obrigkeit. Plötzlich ging es um nichts anderes als Gehorsam, den alten, deutschen Gehorsam, der dieses Volk, je nachdem, woher der Wind wehte, zu Rekorden und zu Verbrechen befähigt hat.
In jenen ein, zwei Jahren der Pandemie hat ein Teil dieses Volkes seinem Staat den Rücken gekehrt. Viele waren bereits vorfrustriert; die Politik der offenen Grenzen beförderte schon vor 2020 einen Zustand, in dem „des Glückes Unterpfand“ – Einigkeit und Recht und Freiheit – jedenfalls im Punkt der Einigkeit nicht länger vorlag.
Das hat sich zwischenzeitlich verstärkt. Mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten unterstützt die eine Partei, die einen grundsätzlichen Kurswechsel verspricht. Von Eintracht oder Einigkeit kann keine Rede mehr sein.
Die entstandene Polarisierung treibt nun die drei Viertel, die am Status quo festhalten, in eine mentale Wagenburg. Das mag paradox klingen, schließlich sind drei Viertel die übergroße Mehrheit. Doch deren Meinungsführer trauen den eigenen Leuten nicht. Also wird „unsere Demokratie“ wetterfest gemacht, mit Propaganda, mit Sanktionen und mit viel Geld.
Vor allem die Eliten werden in die Pflicht genommen. Wer einen Namen zu verlieren hat, sei es in Kunst, Sport, Wissenschaft, Politik oder den Medien, tut gut daran, ihn nicht zu riskieren. Wer aus der Reihe tanzt, den trifft der Zorn. Michael Meyen etwa, oder die mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler, Namen wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Volker Bruch und Heike Makatsch, die im Corona-Frühjahr 2021 ironisch-satirische Videos unter den Hashtags #allesdichtmachen, #niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer veröffentlichten.
Die Clips waren überspitzte Satire, Kritik an der überzogenen Maßnahmenpolitik und dem alarmistischen Medienkurs. Die Schelte kam postwendend, auch von Kollegen wie Nora Tschirner, Elyas M’Barek und Jan Böhmermann. Zynisch und sarkastisch sei das, Spott und Hohn angesichts der vielen Covid-Erkrankten, und überhaupt Wasser auf die Mühlen der „Querdenker“ und Verschwörungsideologen.
Der Shitstorm blieb nicht ohne Wirkung. Nicht nur Heike Makatsch und Meret Becker zogen ihre Beiträge zurück und entschuldigten sich. Jan Josef Liefers verteidigte die Aktion als „satirisch gemeinte Protest-Aktion“, distanzierte sich aber klar von den sogenannten Querdenkern.
Im Januar 2022 initiierte Volker Bruch dann eine weitere Aktion, #allesaufdentisch. Jetzt standen Wissenschaftler im Mittelpunkt; Künstler interviewten sie zu Themen wie „Masken“, „Meinungsfreiheit“ oder „Kindeswohl“. Dabei kamen auch Experten zu Wort, die zwar eine hohe Reputation genossen, in der Debatte jedoch bislang kaum wahrgenommen wurden.
Erzählungen, die man nicht hören will
Was folgte, war ein noch größerer Shitstorm. Seitdem weiß jeder, was „schädliche Narrative“ sind: Erzählungen, die man nicht hören will – und die auch kein anderer hören soll. Besser also, man hält den Mund.
Manche beklagen nun die angeblich mangelnde Meinungsfreiheit. Die ist aber nicht das Problem. Zwar ahndet die deutsche Justiz Tatbestände wie Beleidigung oder Volksverhetzung strenger als andere Länder, namentlich als die USA (auch beginnt die Strafbarkeit der Politikerbeleidigung in Deutschland gefährlich früh) – dennoch krankt die deutsche Gesellschaft nicht an ihrer Rechtsordnung.
Das Übel liegt in der autoritären Wende des Zeitgeists. Wer glaubt, die erschöpfe sich im globalen, politischen Rechtsschwenk, irrt gewaltig. Es geht nicht um Konservatismus als politische Richtung. Treffender als das Wort konservativ ist konformistisch. Auf eine Epoche der Differenz, die um 1970 anbrach und Jahrzehnte vorherrschte, folgt eine Epoche der Identität, der Übereinstimmung, Zugehörigkeit und Unterordnung.
Doch Identität befreit nicht; sie zwingt nur unter andere Regeln. Der Schwarze hat schwarz zu sein, der Homosexuelle homosexuell, der Demokrat demokratisch. Der Einzelne wird zum Teil einer „Community“ gestempelt. Das definiert keine Freiheit, das legitimiert Unterwerfungsansprüche durch Zugehörigkeit.
Tribalisierung der Gesellschaft
Was wir erleben, kommt einer neuen Kollektivierung gleich – dieses Mal nicht des Eigentums und nicht durch den Staat, sondern unserer selbst durch unsere kollektiven Identitäten: Ethnie, Sexualität, Nation, Klasse, Herkunft, politische Verortung. Und so weiter und so fort.
Die Gesellschaft „tribalisiert“, sie zerfällt in Stammesgemeinschaften von babylonischer Vielfalt. Wir sprechen auch nicht mehr dieselbe Sprache. Die einen gendern, die anderen hassen es. Die einen sagen „Ich“, die anderen „Isch“. Zwar gibt es Wanderer zwischen den Welten, auch intellektuellen Austausch, doch das Gros bleibt unter sich. Einige schimpfen übereinander, die meisten reden und leben aneinander vorbei. Deutschland als Gesellschaft zerfällt in Ost und West, in Stadt und Land, in Alt und Jung, in Kanacken und Kartoffeln, in oben und unten.
Das Interessante ist nun: Dieser offensichtliche Auflösungsprozess, der längst schon den Staat in seiner Handlungsfähigkeit bedroht, gilt der herrschenden Meinung in Medien und Politik als quasi gottgegeben. Autoritätsgläubig unterwerfen sich ihre Träger der „Vielfalt und Diversität“, genauso autoritätsgläubig, wie die Avantgarde der Klimaretter und Pandemiebekämpfer die drei Worte „Follow the science“ unterschreibt. Im Mainstream genießen die Autoritäten des Fortschritts und der Moral, der Wissenschaft und der richtigen Meinung, einen Respekt wie zuletzt in den Fünfzigerjahren.
Auch die Strenge der „woken“ Sprach- und Benimmregeln wäre den Großeltern nichts Neues gewesen. Vor zwei Generationen hieß es „vollschlank“ – man vermied das unschöne Wort „dick“. Man sagte auch Appetit, weil Hunger unfein klingt. Das galt als „guter Ton“, als bürgerliche Sitte und Gesittung. Heute herrscht das gleiche Spießertum im Namen der Emanzipation und der Moral.
Ähnliches gilt für die Tabus und Verbote im Verhältnis der Geschlechter, verbal und körperlich. Je autoritärer der Zeitgeist, desto reglementierter die Beziehungen zwischen Mann und Frau. In der höfischen Gesellschaft Großbritanniens im frühen 19. Jahrhundert durften selbst die Finger einer Frau nur mit Handschuhen berührt werden – heute scheuen sich Männer, allein mit einer Frau im Aufzug zu sein.
Was sich ändert, sind die Motive. Kein moderner Mensch käme auf die Idee, die Ächtung „misogyner“ Handlungen oder Gedanken mit der Heiligung des weiblichen Geschlechts zu begründen. Dabei gab es durchaus Zeiten, denen in jeder Frau ein Abbild der Gottesmutter vor Augen stand. Was bleibt: Noch im säkularen 21. Jahrhundert ist „die Frau“, aller gesellschaftlichen Gleichstellung zum Trotz, ein – wenn auch unbewusst – geheiligtes Wesen.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Nicht zum ersten Mal ist eine Gegenwart derart regelkonform, autoritätsgläubig und von unspielerischem Ernst, nicht zum ersten Mal verteidigt sie so eifersüchtig ihre Wahrheiten und Axiome, ihre Gesellschaftsordnung. Und nicht zum ersten Mal zahlt, wer aus der Reihe tanzt, seinen Preis. Der war in Deutschland seit dem Untergang der DDR nicht mehr so hoch wie heute.
Der Preis reicht bis zum Existenzverlust, wenn etwa Journalisten oder Wissenschaftler die Zuschreibung des Bösen in der internationalen Politik relativieren (Russland und Wladimir Putin). So geschehen im Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Doğru und des Schweizers Jacques Baud. Auch der Münchner Professor Michael Meyen hat die falschen Antworten gegeben. Andere stellen das Grundgesetz infrage – ist es wirklich die beste aller möglichen Ordnungen? Alle machen sich verdächtig. Der Arm der Meinungsmächtigen reicht weit, und die chinesische Weisheit „Bestrafe einen, erziehe hundert“ zeigt auch unter Europäern ihre Wirkung.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Hormuz-Abkommen scheitert inmitten von US-Lügen und der Verhärtung der iranischen Hardliner
seniora.org, 19. April 2026, 19.04.2026 Von Simplicius - übernommen von simplicius76.substack.com - bezahlter Beitrag
Das Hormuz-Tanzchen hat sich zu einem wahrhaft unverständlichen Tanz entwickelt. Nur einen Tag, nachdem Trump die vollständige Wiederöffnung der Meerenge bejubelt hatte, ist die Lage erneut völlig aus den Fugen geraten, und der Iran kündigte vor fassungslosen und erschöpften Zuschauern erneut die Schließung von Hormuz an.
Ghalibaf aus dem Iran: Wir sind militärisch nicht stärker als Amerika. Es ist klar, dass sie über mehr Geld, Ausrüstung und Ressourcen verfügen, und da sie weltweit so viele Aggressionen verübt haben, haben sie auch mehr Erfahrung als wir. Das zionistische Regime, das Amerikas Diener und Agent in der Region ist, verfügt ebenfalls über große Macht. Wir haben einen asymmetrischen Krieg geführt, in dem wir den Feind dank unserer eigenen Planung und Vorbereitung zurückgedrängt haben. Der Feind hatte Geld und Ressourcen, handelte aber strategisch falsch. Er macht Fehler bei strategischen Entscheidungen. Er irrt sich in Bezug auf unser Volk, genauso wie er sich in seiner militärischen Strategie irrt. Die US-Regierung behauptet, dass „America First“ für sie wichtig sei, doch in der Praxis hat sie gezeigt, dass für sie Israel an erster Stelle steht, da sie Entscheidungen auf der Grundlage falscher Informationen aus Israel trifft.
Alle Videos, Bilder, Charts, die Simplicius akribisch ausgesucht hat, finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Das Problem scheint auf eine Reihe von maßlos übertriebenen Behauptungen der USA über das mit dem Iran geschlossene „Abkommen“ zurückzuführen zu sein. Trump schien zu glauben, der Iran würde seine Anreicherung aufgeben, zusammen mit dem „nuklearen Staub“, der Trump so sehr zu stören schien:
EILMELDUNG: Der Vorsitzende der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments veröffentlicht eine Stellungnahme zu den Behauptungen von Präsident Trump vom Freitag:
„Die Lieferung von Uran an Amerika, die vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus, die Fortsetzung der amerikanischen Seeblockade gegen den Iran und eine Null-Anreicherung sind nur ein Teil von Trumps Lügen und Erfindungen vom April“, sagt er. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf führte weiter aus:
Schlechter und unvollständiger Tweet von Araghchi und falsche Verwirrung hinsichtlich der Wiederöffnung der Straße von Hormus Der Außenminister unseres Landes schrieb vor wenigen Minuten in einem Tweet, dass nach dem Waffenstillstand im Libanon die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer der Waffenstillstandsperiode vollständig für die Durchfahrt von Handelsschiffen geöffnet sein werde. Dieser Tweet von Araghchi, der ohne die notwendigen und ausreichenden Erklärungen veröffentlicht wurde, schuf verschiedene Unklarheiten hinsichtlich der Durchfahrtsbedingungen, Details und Mechanismen der Durchfahrt und führte zu erheblicher Kritik. Zwar wurden verschiedene Bedingungen für diese Angelegenheit in Betracht gezogen, doch eine der wichtigsten unter ihnen ist die vollständige Aufsicht der iranischen Streitkräfte über die Durchfahrt von Schiffen, und diese Durchfahrt gilt als null und nichtig, falls die behauptete Seeblockade fortgesetzt wird. Die Veröffentlichung dieses Tweets ohne mündliche Erläuterung oder zumindest ausreichende schriftliche Erklärungen zeugt von einem völligen Mangel an Taktgefühl in der Kommunikation. Es liegt auf der Hand, dass entweder das Außenministerium selbst diese Art der Kommunikation überdenken muss oder das Sekretariat des Obersten Nationalen Sicherheitsrats seiner Pflicht nachkommen muss. Und während es in seinem eigenen Zuständigkeitsbereich für angemessene Benachrichtigungen sorgt, sollte es einen kohärenteren und besseren Mechanismus für Benachrichtigungen seitens einiger Institutionen, einschließlich des Außenministeriums, schaffen und diese kontrollieren. Die Tweets, die Beamte veröffentlichen – selbst wenn sie sie auf Englisch verfassen – werden nicht nur von ausländischen Beamten gesehen! Auch die große Nation Iran beobachtet die Lage gemäß ihrer revolutionären Pflicht aufmerksam. Jeder Versuch, unter dieser von Gott inspirierten Nation Angst oder Verzweiflung zu schüren, stellt politischen Ungehorsam und eine Störung der nationalen Einheit dar. David Miller hat eine weitere interessante Sichtweise <https://substack.com/redirect/2d6c1feb-d86d-452e-ac52-b915d7f047c3?j=eyJ1IjoiMTJ1dHZvIn0.hGSkLkjbNjuB9k2pqRn7FzVb5QADts9H3YHvQZosfYE>:
David Miller
@Tracking_Power
Es ist mehr als nur eine Kommunikationslücke. Wie ich bereits gesagt habe, verfolgt Araghchi seit Beginn des Prozesses eine parallele Politik, um ein Abkommen durchzudrücken, das den Amerikanern entgegenkommt, während er die tatsächlichen Bedingungen vor dem Nationalen Sicherheitsrat (NSC) und dem Beit verbirgt. Genau das hat er mit den Zehn getan
Babak Vahdad @BabakVahdad
Es ist kein Geheimnis, dass Araghchi und sein Team von Beginn des Islamabad-Prozesses an flexibler und aufgeschlossener für Verhandlungen wirkten als das Hardliner-Lager der IRGC. – Doch dies sieht weniger nach einer echten politischen Spaltung aus, sondern eher nach einer Kommunikationslücke und mangelnder interner Koordination.
Wie man sieht, herrscht innerhalb des Iran große Uneinigkeit zwischen den Fraktionen. Aber zur Einordnung: Die Uneinigkeit in den USA ist noch größer. Man kann den politischen Konflikt zwischen dem IRGC und dem iranischen Außenministerium kaum mit der jahrhundertealten Rivalität zwischen Republikanern und Demokraten, Liberalen und Konservativen usw. vergleichen.
Es ist nur logisch, dass die Hardliner des IRGC auf eine maximalistische militärische Haltung drängen, während die Politiker in der Regel nach Kompromissen und Gemeinsamkeiten suchen. Man kann argumentieren, dass es so sein sollte, dass immer eine Spannung zwischen den beiden Seiten besteht, damit nie die Herangehensweise einer Seite blind die Richtung des Landes dominiert.
In diesem Zusammenhang räumt der neue Artikel des WSJ ein, dass Trumps Krieg die Lage für die USA verschlimmert hat:
https://www.wsj.com/world/middle-east/iran-radical-regime-change-a42d96ea <https://substack.com/redirect/94129305-9406-4157-897f-9a4bdd62477a?j=eyJ1IjoiMTJ1dHZvIn0.hGSkLkjbNjuB9k2pqRn7FzVb5QADts9H3YHvQZosfYE> Die USA und Israel begannen den Krieg in der Hoffnung, dass die Tötung hochrangiger iranischer Funktionäre – angefangen bei Mojtabas Vater, Ali Khamenei – die Voraussetzungen für einen Regimewechsel oder zumindest für das Aufkommen von Führern schaffen würde, die eher bereit sind, sich den Interessen Amerikas und Israels zu beugen. In einer Ansprache an die Nation einen Monat nach Kriegsbeginn bezeichnete Präsident Trump die neue Führung als „vernünftiger“. Stattdessen wird das Vakuum von radikalen neuen Führern gefüllt, die wenig Interesse an politischen Kompromissen im In- oder Ausland gezeigt haben. „Der Krieg hat das Regime verändert – und zwar nicht zum Guten“, sagte Danny Citrinowicz, der früher den Iran-Referat des israelischen Militärgeheimdienstes leitete. „Wir haben eine Realität geschaffen, die schlimmer ist als das, womit die Iraner vor dem Krieg konfrontiert waren.“ Vor allem – abgesehen von der Feststellung, dass die USA keines ihrer Ziele in Bezug auf die politische Führung des Iran erreicht haben – stellt das WSJ fest, dass das iranische „Regime“ mit vollständig intakter Struktur hervorgegangen ist:
Die neue Führung hat sich als widerstandsfähig und anpassungsfähig erwiesen und ist aus den ersten fünf Wochen des Krieges mit intakter Kommando- und Kontrollstruktur hervorgegangen. Ihre harte Linie zeigt sich in ihren Ernennungen. Dazu gehört der neue iranische Sicherheitschef Mohammad Bagher Zolghadr, ein ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgarden mit gewalttätiger Vergangenheit. Sie wird nun von Hardlinern angeführt, die so extrem sind, schreibt das WSJ, dass sogar Soleimani einst vorübergehend „aus Protest zurücktreten“ musste. Aber wie ich schon oft gesagt habe: Das liegt natürlich voll und ganz im Interesse Israels. Israel braucht einen möglichst brutalen und kompromisslosen Iran, um die USA in einen endlosen Krieg zu verwickeln, der zur vollständigen Zerstörung des Iran führen könnte.
„Die extremere Fraktion innerhalb der IRGC übernimmt die Führung“, sagte Saeid Golkar, Experte für iranische Sicherheitsdienste an der University of Tennessee in Chattanooga. „Das macht eine Verlängerung des Konflikts wahrscheinlicher.“
Nicht nur ist das „Regime“ unversehrt geblieben, wir erhalten auch weiterhin Berichte, die vorhersehbar darauf hindeuten, dass sich die iranischen Drohnen- und Raketenbestände besser und besser geschlagen haben als zuvor angenommen.
Die NYT räumt nun ein, dass bis zu 70 % des iranischen Vorkriegsarsenals tatsächlich intakt sein könnten, statt dass 70 –90 % zerstört worden seien, wie es Trumps ständig revidierte Behauptungen besagten:
Es ist wirklich lächerlich, wie weit die USA in ihrer offenen Ausflucht gehen. Was wir hier vielleicht zum ersten Mal erleben, sind die wahren Grenzen der amerikanischen Machtprojektion. Nie zuvor wurde Amerikas Militärmacht in diesem Ausmaß als so kläglich ineffektiv entlarvt.
Tatsächlich erläutert Bloomberg, wie der Iran genau das im Voraus geplant hatte:
https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-16/iran-can-limit-the-impact-of-us-strikes-intelligence-says <https://substack.com/redirect/6d4bf803-2bbb-4bc0-bb26-aef9229a3b4c?j=eyJ1IjoiMTJ1dHZvIn0.hGSkLkjbNjuB9k2pqRn7FzVb5QADts9H3YHvQZosfYE> Dank der Planung vor dem Krieg war das iranische Militär in der Lage, die Auswirkungen der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf sein Waffenarsenal und seine Führung abzumildern, so die Einschätzungen westlicher Militärgeheimdienste – die zudem besagen, dass es die Fähigkeit behält, zu reagieren, falls der Waffenstillstand scheitert. Beachten Sie, wie all die Vorhersagen, die wir hier gemacht haben, langsam zur Realität werden, die von den stets zögerlichen Mainstream-Medien anerkannt wird? Seit Wochen weise ich immer wieder darauf hin, dass die USA nicht einmal einen Bruchteil der behaupteten „dauerhaften Zerstörung“ des Iran oder seiner Wirtschaft bewirkt haben, während alle Mainstream-Kommentatoren die offizielle Darstellung mitschrieben, wonach die iranische Industrie zerstört oder um „Jahre“ zurückgeworfen worden sei. Solche Leute verstehen einfach nichts von Systemen und Größenordnungen.
Der Artikel widerlegt Trumps Behauptungen einer „vollständigen Auslöschung“ des Iran:
Stattdessen bedeuteten die vom Iran getroffenen Vorkehrungen, hochrangige Militärführer im Falle ihres Todes zu ersetzen, dass das Land in der Lage war, Störungen seiner Kommandostrukturen zu minimieren, als diese in den ersten Kriegstagen ins Visier genommen wurden, sagten die Informanten. Es scheint auch, dass der Iran über solide Reserven an Langstreckenraketen verfügt, wie aus Einschätzungen europäischer und Golf-Beamter hervorgeht. Er verfügt immer noch über Tausende von Drohnen in seinem Arsenal, fügten die Informanten hinzu. Ein weiterer Punkt, den wir hier immer wieder angesprochen haben:
Der Iran hat seine Raketenwerfer und Drohneninfrastruktur über das ganze Land verteilt und verlegt die Werfer zudem an verschiedene Standorte, was es den USA erschwert, sie schnell auszuschalten. Das macht es nicht schwieriger, sie „schnell auszuschalten“. Es macht es unmöglich, sie überhaupt „auszuschalten“. Und seit die USA vor Wochen aufgehört haben, auch nur eine einzige davon zu eliminieren, hat der Iran wahrscheinlich bereits Dutzende neuer gebaut und baut gerade in diesem Moment weitere.
Die lächerlichen Lügen der USA über den Iran spiegeln das Muster wider, das der Westen generell gegen Russland anwendet: Die Feinde des Westens werden immer so charakterisiert, wie es gerade in die momentane Erzählung passt. Wenn es darum geht, die ukrainische Moral zu stärken und den Geldstrom des Militär-Industrie-Komplexes aufrechtzuerhalten, wird Russland als erbärmlich „schwach“ und unfähig beschrieben, die Frontlinie auch nur einen Zentimeter zurückzudrängen. Wenn es jedoch um die notwendige Militarisierung Europas geht, ist Russland die größte Bedrohung aller Zeiten und steht kurz davor, die gesamte NATO zu erobern, sollte das Bündnis nicht rasch militarisieren.
Im Iran sehen wir dasselbe Drehbuch: Der Iran ist sowohl „vollständig zerstört“, stellt aber weiterhin eine Art existenzielle Bedrohung dar, die alle möglichen Gegenmaßnahmen und Drohungen weiterer „Zerschlagung“ erfordert (als ob ein „vollständig ausgelöschter“ Feind noch weiter „ausgelöscht“ werden könnte). Irans Nuklearmaterial wurde von den unsichtbaren B-2-Bombern zerstört, wenn diese heldenhafte PR-Meldung gebraucht wird, doch gleichzeitig müssen diese „vollständig zerstörten“ Materialien immer noch von den USA eingesammelt werden, obwohl sie offenbar in „Staub“ verwandelt wurden.
Der gesamte Krieg basiert auf einem offensichtlichen Betrug: Dem Iran wird eine große Gefahr für den Westen unterstellt, nur weil angedeutet wird, dass er eines Tages Atomraketen erwerben könnte.
Unterdessen verfügt Nordkorea nicht nur über Atomwaffen, sondern auch über die für das US-Festland notwendigen Interkontinentalraketen (die der Iran, abgesehen von den Atomsprengköpfen, gar nicht besitzt). Doch aus irgendeinem Grund ist es der Iran, der als Bedrohung gilt, obwohl Nordkorea wiederholt offen damit droht, die USA mit Atomwaffen anzugreifen.
Offensichtlich ist eine Nation mit Atomwaffen, die damit droht, sie gegen die USA einzusetzen, nicht das Problem, sonst würden die kaputten US-Flugzeugträger damit drohen, Nordkoreas Ölvorräte zu blockieren, wie sie es derzeit mit dem Iran tun. Das eigentliche Problem ist natürlich, dass der Iran eine Bedrohung für Groß-Israel darstellt und den dafür notwendigen Völkermord an allen semitischen Völkern der Region.
Der Bloomberg-Artikel behauptet zwar, der Iran habe erhebliche wirtschaftliche Schäden erlitten, doch das gilt auch für alle anderen:
Der Kobeissi-Brief
@KobeissiLetter
Es ist offiziell: Wir erleben derzeit die größte Unterbrechung der Energieversorgung in der modernen Geschichte. Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar wurden mehr als 500 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat vom Weltmarkt genommen. Mit anderen Worten: Das weltweite Angebot ist nun
Mit anderen Worten: Das weltweite Angebot hat seit Beginn des Iran-Kriegs vor fast 50 Tagen Rohöl im Wert von ~50 Milliarden Dollar verloren.
Das entspricht der Menge an Treibstoff, die benötigt wird, um die internationale Schifffahrtsindustrie vier Monate lang am Laufen zu halten.
So etwas hat die Welt noch nie zuvor gesehen. Ein Kommentar im obigen Thread liefert weiteren Kontext:
Bei einem Verlust von ~10 Mio. Barrel pro Tag ist dies das Dreifache der täglichen Menge während des arabischen Embargos von 1973. Die Kosten für die Umleitung von Tankern und die Prämien für Transportversicherungen haben sich noch nicht vollständig im Verbraucherpreisindex niedergeschlagen – werden es aber tun. Das Stagflationsrisiko ist hier das eigentliche makroökonomische Thema. Einige behaupten weiterhin, dass der Iran nur noch Wochen oder Monate Zeit habe, bevor er „zusammenbricht“, doch der Schaden, der anderen fragilen Volkswirtschaften zugefügt wird, ist noch offensichtlicher:
Die erwartete Herabstufung würde, laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, Europas größte Volkswirtschaft an den Rand eines vierten Jahres in Folge de factoer Stagnation bringen, da steigende Energiepreise einen durch Schulden finanzierten Ausgabenanstieg in Höhe von 1 Billion Euro zunichte machen. Das geringe Wachstum, das es gibt, wird fast ausschließlich von den Staatsausgaben getrieben sein, insbesondere von den Militärausgaben für Kanzler Merz’ massive Militarisierung gegen Russland.
Nun warten wir darauf, dass der „Waffenstillstand“ in drei Tagen ausläuft, wobei Trump angedeutet hat, dass er die Bombardierung des Iran wieder aufnehmen könnte, woraufhin das Feuerwerk erneut entzünden wird. Neuesten Berichten zufolge sind die Verhandlungen erneut gescheitert:
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind nach Erreichen einer Sackgasse zusammengebrochen. In Teheran wird gemunkelt, dass die IRGC und die Armee in höchster Alarmbereitschaft sind und eine mögliche Bodeninvasion erwarten.
Schließlich gibt der iranische Parlamentspräsident eine interessant nüchterne Einschätzung der Machtverhältnisse zwischen seinem Land und der US-Supermacht ab. Nicht nur, dass er sogar die eigenen iranischen Medien dafür rügt, den Sieg des Iran gegen die USA und Israel zu übertreiben. Er deutet an, dass der Iran gewonnen hat, weil er Heimvorteil hat, aber sicherlich nicht die Macht besitzt, in der Art und Weise in die „Offensive“ zu gehen, wie es einige Medienvertreter im Iran offenbar fordern:
Ghalibaf aus dem Iran: Wir sind militärisch nicht stärker als Amerika. Es ist klar, dass sie über mehr Geld, Ausrüstung und Ressourcen verfügen, und da sie weltweit so viele Aggressionen verübt haben, haben sie auch mehr Erfahrung als wir. Das zionistische Regime, das Amerikas Diener und Agent in der Region ist, verfügt ebenfalls über große Macht. Wir haben einen asymmetrischen Krieg geführt, in dem wir den Feind dank unserer eigenen Planung und Vorbereitung zurückgedrängt haben. Der Feind hatte Geld und Ressourcen, handelte aber strategisch falsch. Er macht Fehler bei strategischen Entscheidungen. Er irrt sich in Bezug auf unser Volk, genauso wie er sich in seiner militärischen Strategie irrt. Die US-Regierung behauptet, dass „America First“ für sie wichtig sei, doch in der Praxis hat sie gezeigt, dass für sie Israel an erster Stelle steht, da sie Entscheidungen auf der Grundlage falscher Informationen aus Israel trifft. Hormuz-Abkommen scheitert inmitten von US-Lügen und der Verhärtung der iranischen Hardliner
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Zitat: Das eigentliche Problem ist natürlich, dass der Iran eine Bedrohung für Groß-Israel darstellt und den dafür notwendigen Völkermord an allen semitischen Völkern der Region. Zitatende
Dass Völkermord notwenig sein soll ist hoffentlich ein Übersetzungsfehler.
19.04.2026
Beeindruckend: Größte Hilfsmission der Zivilgesellschaft: 70 Schiffe mit 1.000 Aktivisten Richtung Gaza gestartet
Friedenflotilla 2026
seniora.org, vom 17. April 2026, 16 Apr. 2026 19:20 Uhr - Von Rt.de (evtl. doppelt vorhanden)
In den Trümmern von Gaza mangelt es zwei Millionen Menschen an Lebensmitteln und Medikamenten. Der Mitorganisator der Freedom Flotilla, Saif Abukeshek, erklärt: "Die Regierungen wollen eine Gesellschaft, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein."
Saif Abukeshek, Sprecher der Global Sumud Flotilla vor dem Start in Barcelona, 13. April 2026.
Am Mittwoch stach mit zunächst 40 Booten die Freedom-Flotilla 2026 von Barcelona in Richtung Gaza in See. Weitere 30 Boote aus anderen Mittelmeerhäfen werden sich der Hilfsmission anschließen. Mit insgesamt 70 Booten und rund 1.000 Friedensaktivisten handelt es sich um die bisher größte Flotilla-Unterstützungsmission für Gaza. Teilnehmer erklärten, es sei die größte zivile Mobilisierung überhaupt, gegen Israels Vorgehen in den palästinensischen Gebieten. Mit ihren Schiffen wollen sie die israelische Blockade durchbrechen und Hilfsgüter für die Menschen in Gaza liefern.
In einer Pressemitteilung schrieben Organisatoren der Flotilla, angesichts des politischen und moralischen Versagens ihrer Regierungen würden sich immer mehr Menschen mit einem Gewissen aus der Zivilgesellschaft erheben:
"Da unsere Regierungen den Völkermord schüren und ihren rechtlichen und moralischen Verpflichtungen nicht nachkommen, erheben sich die Menschen der globalen Zivilgesellschaft in immer größerer Zahl gemeinsam. Diese Flottille ist eine kollektive Aktion von gewaltigem globalem Ausmaß – sie vereint Aktivisten, Rechtsexperten, Parlamentarier, medizinisches Fachpersonal, Ingenieure, Künstler, Journalisten und andere Menschen mit Gewissen auf der ganzen Welt." – Lenkungsausschuss der Freedom Flotilla Coalition (FFC)
Um Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, haben sich 2026 mehrere Initiativen und Flotillen zusammengeschlossen: Die Global Sumud Flotilla, die Global Freedom und Sumud Flotilla, die "Thousand Madleens to Gaza" und die "Freedom Flotilla Coalition".
In der FFC-Erklärung heißt es weiter:
"Gemeinsam werden wir eine koordinierte weltweite Aktion zivilen Widerstands starten. Wir wollen damit gegen Israels anhaltenden Völkermord am palästinensischen Volk, seine jahrzehntelange illegale Blockade und Besatzung sowie die Strukturen, die diese ermöglichen, vorgehen."
Als eines der wenigen westlichen Medien, dem bislang die diesjährige internationale Global-Sumud-Flotilla eine Nachricht wert ist, berichteteEuronews am Mittwoch über den Start. Schlechtes Wetter habe die Organisatoren zur Verschiebung der Abfahrt vom 12. April auf den 15. April gezwungen. Die Aktivisten hofften, dass ihre jüngste Mission die Aufmerksamkeit wieder auf die Notlage der in Gaza lebenden Palästinenser lenken wird. Das Nachrichtenmagazin zitierte den palästinensischen Aktivisten Saif Abukeshek vom Lenkungsausschusses der Flottille:
"Wir segeln, weil die Regierungen versagt haben. [...] Sie wollen eine Gesellschaft, die sich hilflos fühlt, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein."
Trotz des beschlossenen Waffenstillstand zwischen den israelischen Streitkräften und der Hamas seien in den vergangenen sechs Monaten 700 Menschen in Gaza durch israelische Angriffe getötet worden. In den Trümmern von Gaza lebten rund zwei Millionen Bewohner Palästina. Ihnen fehle es an Lebensmitteln und Medikamenten. Hilfsgüter gelangten, wenn überhaupt, nur über einen einzigen, von Israel kontrollierten Grenzübergang in das Gebiet.
Vor einem Jahr hatte die israelische Armee Boote und Teilnehmer der letzten Global Sumud Flotilla 2025 beschlagnahmt oder zurückgeschickt. Die Friedensaktivisten, einschließlich der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden festgenommen, inhaftiert und abgeschoben. Das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Aktivisten löste 2025 weltweite Proteste aus.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
Kuba: »Es hat fast genozidale Aspekte«
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Franco Cavalli, Enrique Ubieta,-Chefredakteur Nick Brauns, Fanny-Michaela Reisin und Liz Oliva Fernández (v. l. n. r.)
seniora.org, vom 18. April 2026, 16.04.2026 jungeWelt - übernommen von jungewelt.de
Der Tessiner Arzt, Politiker und Cuba-Aktivist Franco Cavalli sprach anlässlich der jW-Preisverleihung an Aleida Guevara am 11.04.2026 in Berlin und gab am 13.04.2026 in der NZZ ein Interview: Gegen die US-Blockade Kubas und für das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Auszüge aus der Podiumsdiskussion der jW-Solidaritätskonferenz zur Lage in Kuba
Anlässlich der Verleihung des zweiten Rosa-Luxemburg-Preises 2026 an Aleida Guevara fand am Sonnabend die von derjungen Weltorganisierte Solidaritätskonferenz»Es reicht! Unblock Cuba«im Kino Babylon in Berlin statt. Bei der Podiumsdiskussion sprachjunge Welt-Chefredakteur Nick Brauns mitLiz Oliva Fernández(Medienkollektiv Belly of the Beast,Kuba),Fanny-Michaela Reisin (Mitgründerin von »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost«, Deutschland), Enrique Ubieta(Herausgeberder ZeitschriftRevolución y Cultura, Kuba) sowieFranco Cavalli(Vizevorsitzender der Solidaritätsorganisation Medicuba, Schweiz).Wir dokumentieren an dieser Stelle das Podiumsgespräch in Auszügen. (jW)
Nick Brauns: Franco, du warst gerade bei der »Nuestra América«-Flottille und hast Hilfsgüter durch die Blockade nach Kuba gebracht. Kann man sagen, dass das kubanische Gesundheitssystem auch für das Selbstbestimmungsrecht der Kubaner und für den Aufbau des Sozialismus in Kuba steht? Wie schädigt die verschärfte Energieblockade dieses Gesundheitssystem?
Franco Cavalli: Selbst die Mainstreammedien, die immer schlecht von Kuba sprechen, mussten immer zugeben, dass das medizinische Gesundheitswesen in Kuba vorbildlich ist. Die Weltgesundheitsorganisation hat schon vor 30 Jahren das kubanische Modell zum richtigen Modell für alle Länder der südlichen Hemisphäre erklärt. Das medizinische Gesundheitssystem in Kuba basiert auf Familienärzten. Jeder bekommt etwa 1.000 Personen zugeteilt. Wenn sie nicht zu ihm gehen, muss er oder sie für die Vorsorge zu ihnen gehen. Deswegen hat die medizinische Struktur in Kuba immer so gut funktioniert. In Kuba werden durchschnittlich dreimal mehr Ärzte als in den USA und in Europa promoviert. Das erlaubt Kuba, Tausende von Ärzten weltweit überallhin zu schicken, ohne einen Ärztemangel in Kuba selbst zu haben. Sogar in US-Zeitschriften wird anerkannt, dass Kuba nach den USA, nach Europa und Japan die beste biologische und medizinische Forschung der Welt hat. Sie haben eigene Impfstoffe gegen Covid produziert, wozu die meisten europäischen Länder nicht in der Lage waren.
Jetzt im Moment ist die Lage natürlich ganz anders. Nicht, weil die kubanischen Ärzte oder das kubanische Pflegepersonal nicht gut wären. Die sind immer noch gut. Aber es fehlt an allem im Gesundheitswesen, weil die Blockade so engmaschig ist. Während Covid wollten sie in der Schweiz Beatmungsapparate kaufen. Man hat ihnen das nicht erlaubt. Wir (von Medicuba, jW) mussten dann Kuba helfen, selbst Beatmungsapparate zu produzieren. Ein anderes Beispiel von vor zwei Wochen: Ich bin mit zwei Koffern voller Krebsmedikamente nach Kuba geflogen. Als wir die bei den Apotheken bezahlen wollten, hat die Bank »Nein« gesagt, wir mussten es bar bezahlen. Wenn wir Mikroskope, Kolonoskope oder irgend etwas kaufen wollen für Kuba, müssen wir lügen und sagen, wir kaufen das für ein Spital in der Schweiz. Dann verfrachten wir das nach Kuba. Aber wenn wir sagen, das geht nach Kuba, dann verkaufen sie uns das nicht. Die Blockade ist besonders kriminell auf diesem Gebiet.
Zur Zeit ist die Lage viel schlechter geworden. Die perinatale Sterblichkeit hat sich verdoppelt, die Kinderheilungsrate bei Krebskrankheiten hat um 15 Prozent abgenommen. Viele Tausende müssen auf Operationen warten, ganz einfach, weil die Mittel dazu fehlen. Viele haben sogar Schwierigkeiten, in die Spitäler zu kommen. Pflegefachfrauen schlafen drei bis vier Tage in den Spitälern, dann gehen sie nach Hause und müssen zehn Kilometer zu Fuß laufen. Dieser Würgegriff im Moment ist wirklich ein Todesurteil für viele Patienten, vor allem bei Frühgeburten. Wegen der schlechten Lebensmittelversorgung gibt es mehr Frühgeburten, es fehlen Medikamente und Instrumente. Allein schon deswegen ist diese Blockade nicht nur kriminell, es hat schon fast genozidale Aspekte.
Brauns: Was bringt die stärkste imperialistische Macht der Welt seit mehr als sechs Jahrzehnten dazu, mit aller Macht eine kleine Insel vor ihrer Küste regelrecht zu erdrosseln? Kuba hat kaum Rohstoffe. Warum ist Kuba den USA so ein Dorn im Auge?
Enrique Ubieta: Natürlich versuchen die USA, die kubanischen Ärztinnen und Ärzte abzuhalten, in verschiedenen Ländern zu arbeiten. Wie kann es möglich sein, dass ein guter Arzt bereit ist, unter schwierigen Umständen zu leben, um der Bevölkerung in einem anderen Land zu helfen? In den Augen des Marktsystems, das der Welt aufgezwungen wird, muss man dieses Beispiel zerstören.
Ich glaube, Kuba erlebt im Moment einen ganz schwierigen Moment. Vorgestern war ich 18 Stunden ohne Strom. Meine Familie hat keine großen Probleme zu Hause. Wir haben zwar keinen Strom, die Nahrungsmittel können verderben, und es ist schwierig für mich zu schreiben, wenn der Strom weg ist. Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist: Das Land steht still ohne Strom.
Trotzdem sehe ich die Solidarität, auch eure. Vielleicht erscheint sie euch gering, vielleicht erscheint sie euch unzureichend. Aber ich kann euch sagen, sie ist ganz, ganz wichtig, und wir danken euch dafür. Wir wissen, dass wir auch solidarisch agieren müssen. Das ist etwas, was man nicht verhandelt, etwas, das nicht in den Parametern des Marktes existiert. Wir sind Revolutionäre. Wir schätzen diese Solidarität enorm. Es erinnert uns an die Bedeutung, an die Verantwortung, die wir als Kubaner haben, gegenüber euch, gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern der Welt. Es geht um die Bedeutung des Projekts der Gesellschaft Kubas für die Menschheit. Das macht uns stark. Und ich versichere euch, mit der Unterstützung von allen werden wir gewinnen.
Brauns: Wenn alljährlich in der UN-Vollversammlung die kriminelle Blockade gegen Kuba nahezu von der gesamten Weltgemeinschaft verurteilt wird, dann hatten die USA immer einen treuen Begleiter, der gemeinsam mit ihnen gegen eine Verurteilung stimmte: Israel. Der israelische Staat hat bei dem Genozid in Gaza zu dem Mittel der Hungerblockade als kollektiver Bestrafung gegriffen. Fanny, siehst du einen Zusammenhang zwischen dem Vorgehen Israels und der USA im Nahen Osten, dem Genozid in Gaza, der verstärkten kolonialistischen Landnahme in der Westbank, den Angriffen Israels auf den Libanon und dem US-amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran auf der einen Seite und auf der anderen Seite den US-Angriffen in Lateinamerika, dem Überfall auf Venezuela und der verschärften Blockade mitsamt offenen Einmarschdrohungen gegen Kuba?
Fanny-Michaela Reisin: Es ist immer die Frage, wer von wem gelernt hat. An sich ist es so, dass Israel und die USA keineswegs getrennte Nationen, getrennte Supermächte der Rüstungstechnologie sind, sondern seit langem, mindestens seit 60 Jahren, gemeinsame geopolitische Strategien verfolgen. Es steht durchaus im Raum, dass sich das künftig ändern könnte, weil in den USA immer mehr Menschen begreifen, dass es nicht im Interesse der Bevölkerung der USA ist und auch nicht im Interesse der USA als Nation, wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt, das heißt, wenn Netanjahu die Geopolitik vorgibt. Es könnte sein, dass man sich in den USA besinnt. Gleichzeitig ist die Verzahnung so stark, dass selbst, wenn bei einem Großteil der Bevölkerung ein Wille besteht, es anders zu machen – auch wenn die Demokraten an die Regierung kommen, der Unterschied ist ja nicht groß, es ist immer eine Wahl zwischen Skylla und Charybdis –, es einer Regierung in den USA wahrscheinlich nicht mehr möglich sein wird, diese enge Verzahnung aufzulösen.
Was wir jetzt erleben, den Genozid in Gaza, den Coup in Venezuela, die Blockade in Kuba: Das ist in gewisser Weise ein Höhepunkt. Ich bin seit 1967 in der radikalen Opposition zur israelischen Regierung und an der Seite der Palästinenser, des palästinensischen Volkes. Ich habe jedes Jahr gesagt, es ist alles ein Elend, und es kann einfach nicht schlimmer werden. Aber es ist jedes Jahr noch schlimmer geworden. Was wir jetzt erleben, das überschreitet alles Vorstellbare, und auch das, was wir in Kuba erleben und in Venezuela erlebt haben, das hätte ich mir noch vor drei Jahren nicht vorstellen können, weil es der Gipfel an Unmenschlichkeit, an Verachtung, an Ächtung der Menschlichkeit ist, die uns da vorgeführt wird. Das Demütigende ist: Wir sind alle zum Zuschauen verdammt.
Es wurde vorhin erwähnt, dass bestimmte Nationen, die solidarisch mit Kuba sein könnten, sich im Moment auch nicht bewegen. Wir haben uns immer gewünscht, dass China und Russland und andere große Nationen dem Völkermord an der Zivilbevölkerung in Gaza Einhalt gebieten. Aber es ist eine KI-gestützte Kriegführung gegen die Menschheit, und jede Nation, die dagegen aufstehen würde, riskiert einen Dritten Weltkrieg mit atomaren Mächten, der außer Kontrolle geraten kann. Das muss man einfach mitbedenken. Deswegen müssen wir diese Demütigung aushalten. Aber wir müssen auch als Völker, als Gesellschaft, als Menschen, die wissen, dass die Menschlichkeit obsiegen muss, aufstehen gegen die Regierungen, aufstehen gegen den Wahnsinn, weil es im Moment nur von den Völkern selbst kommen kann, sich von all diesem Übel zu befreien.
Brauns: Liz, wie kommt es, dass die Menschen auf Kuba immer noch standhaft bleiben? Ich denke, du sprichst auch für die junge Generation dort: Wie kommt es, dass ihr durchhaltet?
Liz Oliva Fernández: Das ist die Millionenfrage. Ich habe das Gefühl, dass der Schlüssel in der Gemeinschaft liegt. Das kann einem gefallen oder nicht, ob man mit Kuba sympathisiert oder nicht, aber das hat mit der Revolution zu tun, die 1959 begonnen hat. Ich bin in einem Land inmitten einer der schlimmsten Wirtschaftskrisen geboren. Und trotzdem hat die Gemeinschaft sich um alle gekümmert. Ich bin in einem Land geboren, in dem die Menschen sehr wenig hatten, aber alles geteilt haben. Im Juli und August sind die Schulferien der Kinder, da hat man dann die Kollektivität in den Komitees und in den Familien. Manche mussten arbeiten, aber es gab auch Eltern, die mehr Freizeit hatten. Die haben sich dann um die Kinder aus dem ganzen Viertel, aus der ganzen Nachbarschaft gekümmert. Es wurden Gemeinschaftsessen organisiert, es wurde Reis gekocht, und es gab verschiedene Aktivitäten. Meine Mutter ist Ärztin, und sie ist in Ruhe arbeiten gegangen und wusste, dass ihre Kinder, ihre Tochter, betreut werden und es schön haben. Denn es ging nicht immer nur um die eigene Familie, sondern um alle. Ich denke, dieses Gemeinschaftsgefühl hat dazu geführt, dass Kuba so lange durchhalten konnte. Dieses Verständnis: Wenn es dir nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut – und damit es mir gut geht, muss es allen gut gehen.
Ubieta: Eine Anekdote, die mir wichtig erscheint, habe ich noch nicht erwähnt. Als damals die kubanischen Ärzte in Italien waren und dann nach Kuba zurückkamen, war ich als Journalist mit dabei. Da hatten wir auch eine prekäre Situation, da gab es auch schon Stromunterbrechungen. Wir sind damals in einen Bus eingestiegen, der uns zu einem Ort brachte, wo wir zunächst in Quarantäne blieben, bevor wir nach Hause zurückkehren konnten. Auf dem Weg ist der Bus durch einige abseits liegende Ortsteile gefahren, und es war beeindruckend, wie die Menschen aus ihren Häusern kamen, um unserem Bus, den Ärzten und Ärztinnen zu applaudieren. Ich habe noch das Bild eines älteren Herrn vor mir, der auf einem Balkon stand, mit der geballten Faust am Herzen, und uns damit seine Solidarität zeigen wollte für das, was wir getan haben. Das ist das Wichtigste, was das Volk Kubas hat. Das führt dazu, dass das kubanische Volk Widerstand leisten kann gegen all diese Aggressionen. Es gibt diese Solidarität mit allen Menschen. Die Solidarität ist das Wesen der Revolution, das Wesen des Sozialismus.
Brauns: Viel Hoffnung ruht auf dem Staatenbündnis BRICS. Kuba ist seit vergangenem Jahr auch assoziiert mit BRICS, und man fragt sich, warum BRICS nicht im großen Stil die Blockade durchbricht. Ein erster russischer Öltanker hat bereits angelegt. Enrique, welche Erwartungen gibt es diesbezüglich, und welche Chancen gibt es, dass BRICS mehr machen kann für Kuba?
Ubieta: Ich bin kein Diplomat. Aber die BRICS sind eine große Hoffnung für die Welt, für einen wirklichen Multilateralismus. Das sind Länder, die einen großen Teil der weltweiten Wirtschaftsproduktivität tragen. China ist eine wirtschaftliche Supermacht. Russland ist eine Macht, Indien auch – trotz der großen inneren Unterschiede zwischen den sozialen Klassen. Aber was ist die Strategie des Imperialismus? Es ist eine verzweifelte Strategie, es geht darum, zu spalten. Wenn die BRICS sich nicht als Einheit verhalten, wird ihnen irgendwann dasselbe passieren wie Europa. Es gab große Hoffnung in der Welt bezüglich der Europäischen Union und der Einführung des Euro, der mit dem US-Dollar in Konkurrenz trat. Der Imperialismus hat sein Zentrum in Washington, er hat in den USA sein militärisches Zentrum, sein wirtschaftliches, sein symbolisches. Denn dort werden die Bilder produziert, die für Kapitalismus stehen. Aber der Imperialismus schließt auch Europa mit ein, denn Imperialismus ist mehr als nur ein einziges Land.
Meiner Meinung nach erklärt das die Unterordnung Europas, und diese Unterordnung ruiniert Europa, etwa durch die Forderung, keinen Handel mit Russland zu treiben. Es wurden Leitungen gesprengt (gemeint ist die Erdgaspipeline Nord Stream 2, jW), und jetzt müssen die Europäer Flüssigerdgas aus den USA importieren, und das ist weitaus teurer. Sie zwingen Europa dazu, den Interessen der USA zu folgen. Aber in Europa merkt man das jetzt. Es gibt ein gewisses Bewusstsein dafür, aber das führt noch nicht zum politischen Mut, um konkrete Schritte zu unternehmen.
Wir haben wichtige Hilfe erhalten von China und von Russland. Das russische Öl wird laut der russischen Regierung weiterhin nach Kuba kommen. China hilft Kuba beim Bau von Solarpanelen. Aber du hast mich nach den BRICS-Staaten als Gemeinschaft gefragt. Ich habe das Gefühl, dass BRICS noch die Einheit fehlt. Ich kann mir nicht genau erklären, warum Lula nicht akzeptiert, dass Venezuela Teil der BRICS wird (der brasilianische Präsident hatte im Oktober 2024 ein Veto gegen die Aufnahme Venezuelas in das BRICS-Bündnis eingelegt, vgl. junge Welt vom 28.10.2024). Dafür habe ich keine Erklärung. Vielleicht gibt es dafür Gründe, aber es ist sehr komplex. Ich verstehe auch nicht, warum Indien mit den USA bilaterale Abkommen schließt, die den Interessen der BRICS-Staaten praktisch entgegenstehen. Bis jetzt hat Kuba die Vorteile der Solidarität von Ländern wie China und Russland, aber man kann nicht sagen, dass Kuba von seiner Assoziierung mit den BRICS-Staaten wirkliche Vorteile hat.
Cavalli: Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass die Gefahr für Kuba vor allem jetzt und in den nächsten zwei Jahren groß ist. Denn dank der Hilfe von China werden so viele Sonnenkollektoren aufgestellt, dass in etwa zwei bis drei Jahren Kuba in Sachen Energie nicht mehr so erpressbar sein wird wie gegenwärtig, vielleicht auch gar nicht mehr erpressbar. Washington weiß das, deswegen versucht es, seine Ziele jetzt zu erreichen. In zwei bis drei Jahren wird es viel schwieriger für die USA werden.
Ich bin absolut für BRICS, aber man muss objektiv sein. Zum Beispiel ist Indiens Premierminister Modi mit seinem antiislamischen Rassismus ein großer Unterstützer von Israel. BRICS ist kein einheitlicher Block. Meine große Hoffnung, vor allem seitdem ich von der Flottille nach Kuba zurückgekommen bin, ist die Jugend in Europa und in den USA. In den vergangenen Jahren war es relativ schwierig, die Jugend für die Kuba-Solidarität zu mobilisieren. Das war die Aufgabe von Leuten älteren Semesters wie mir, die noch die Epoche von Che Guevara miterlebt haben. Die Jungen waren interessiert an Rojava oder an anderen Problemen. Aber durch die Ölblockade ist allen klar geworden, worum es geht. Ich glaube, unsere Aufgabe ist es, diese Jugend zu mobilisieren, damit sie auf die Straße geht.
Brauns: Fanny, du hast vorhin die Bedeutung des Widerstandsrechts im Völkerrecht erwähnt. Wir erleben gerade einen regelrechten Amoklauf der Imperialisten und ihrer Verbündeten gegen dieses Recht. Wir erleben, wie die Bundesregierung bei jedem Völkerrechtsbruch applaudiert, wenn sie sich nicht sogar selbst beteiligt. Die Bundesregierung nutzt natürlich den Menschenrechtsdiskurs, wenn es um Kuba geht. Aber sie meint dann einige politische Gefangene, die im Gefängnis sitzen, weil sie Polizeiwagen angezündet haben, und nicht etwa die Menschenrechte von Millionen Kubanerinnen und Kubanern, die systematisch ausgehungert werden durch die US-Blockade. Was bringt es eigentlich, wenn wir uns immer noch auf das Völkerrecht, auf die Menschenrechte berufen? Oder anders gefragt: Wie können wir dem Völkerrecht überhaupt wieder Geltung verschaffen?
Reisin: Ich möchte auf das gesamte System des Völkerrechts, der Vereinten Nationen und ihrer Charta hinweisen: auf das Gewaltverbot gleich im zweiten Artikel der UN-Charta, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und den Zivilpakt, die Allgemeine Erklärung der Grundrechte, die politischen Grundfreiheiten und -rechte und den dritten Menschenrechtspakt, die Teilhabe an den ökonomischen, kulturellen und sozialen Errungenschaften der Gesellschaft. Schließlich Ende der 1960er Jahre das Widerstandsrecht gegen koloniale Unterdrückung. Das sind Sicherungssysteme, die sich die Menschheit nach den beiden Weltkriegen mit Millionen und Abermillionen von Toten, Versehrten, Verletzten und Traumatisierten gegeben hat, damit ein ziviles Miteinander, eine menschliche und lebenswerte Zukunft für die Menschen gewährleistet ist.
Für die Bundesrepublik haben die Menschenrechte eine große Rolle gespielt, als es darum ging, die Nichteinhaltung der Menschenrechte in der Sowjetunion, in der DDR oder in Kuba anzuprangern. Heutzutage spricht keiner mehr von Menschenrechten, und der Kanzler sagt sogar, dass es im Moment nicht nützlich sei, sich auf das Völkerrecht zu berufen, weil es gar nichts mehr bewirke. Die Vereinten Nationen, das Völkerrecht und die Konventionen und Grundverträge, die die Menschheit im Sinne dieses Rechts geschaffen hat, haben getragen, solange es die Sowjetunion und die Länder des sozialistischen Blocks gegeben hat. Wenn hier Professorinnen und Professoren oder Doktoranden unter uns sind, empfehle ich ihnen, mal in die UN-Archive zu schauen, wie viele Eingaben von der Sowjetunion zur Abrüstung, zum Wohle der Menschheit, zum Wohle der Umwelt und des Klimas jährlich in der UNO eingebracht worden sind, um zu verstehen, dass die UNO einmal das Zentrum der kollektiven Vernunft der Menschheit war. Aber ich muss leider sagen: Die Kraft ist raus. Sie haben es geschafft, die Vereinten Nationen so zu reformieren, dass es im Grunde genommen eine kraftlose Instanz ist. Es wird unsere Verantwortung sein, die Welt in unserem Sinne neu zu ordnen und es nicht ihnen zu überlassen.
Brauns: Im August werden wir den 100. Geburtstag von Fidel Castro begehen. Was hat Fidel uns heute in dieser besonderen Lage für Kuba, aber auch für die Welt noch zu sagen? Wie sieht die junge Generation auf Kuba das?
Fernández: Ich denke, wir Jugendlichen erleben sehr schwierige Zeiten in Kuba. Viele Jugendliche sehen keine Zukunft in ihrem Land. Wir sind natürlich resilient, nicht weil wir es in der DNA haben, sondern weil wir einfach so sein müssen. Es gibt keine andere Möglichkeit, um zu überleben. Aber die Leute sind frustriert. Sie wollen weggehen. Und die, die lange Zeit Widerstand leisten müssen, werden wütend. Die Wut wird größer. Es ist sehr kompliziert. Man muss verstehen, dass Kuba nicht perfekt ist. Kuba ist ein Land im Aufbau. Wir haben ein System, das wir errichten, das aber nicht wirklich vollendet ist. Wir haben diese Gelegenheit nicht bekommen. In allen Regierungen gibt es Fehler, die können korrigiert werden. Aber in Kuba haben wir überhaupt keinen Spielraum für Fehler. Wenn man unter solchen Bedingungen überleben muss, ist das nicht gerecht. Ich verurteile die Jugendlichen nicht, die Kuba verlassen wollen. Ich selbst habe vor vielen Jahren die Entscheidung getroffen, zu bleiben. Ich bleibe, weil ich denke, dass die Veränderungen, die Transformationen, die Zukunft Kubas von Leuten abhängen, die auf Kuba leben.
Was uns von Fidels Gedankengut als Vermächtnis weiterhelfen kann, ist ein wichtiges Konzept der Revolution: dass wir ändern, was wir im Land ändern können. Und dass die Kubanische Revolution heute in der Verantwortung der Jugendlichen liegt, die weiter auf Kuba, auf eine Zukunft in Kuba setzen. Das muss antirassistisch, feministisch und für die Rechte der LGBTQ sein.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
China hat seinen wichtigsten Verbündeten in der EU gewählt
freedert.online, 19 Apr. 2026 08:58 Uhr,
Peking machte bei dem Empfang des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez deutlich, dass es große Pläne für Spanien hat. Auch Sánchez hat Pläne für China: Er möchte, dass das Land den USA in Fragen von Krieg und Frieden global die Stirn bietet.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Treffen mit Xi Jinping, dem Präsidenten der Volksrepublik China.
Der Besuch des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez in China ist formal gesehen ein Routinetermin, inhaltlich jedoch ein historisches Ereignis. Zumindest haben sich beide Seiten bemüht, dies so zu gestalten.
Vor allem der Spanier Sánchez hat sich bemüht, und zwar schon bevor er nach Peking flog. Und zwar rief er die Führung der Volksrepublik China auf, Verantwortung für das Schicksal der Welt zu übernehmen – für die Beendigung von Kriegen überall, für die Nichtverbreitung von Atomwaffen und für die Bekämpfung der globalen Erwärmung. Mit anderen Worten rief er die Chinesen dazu auf, weltweit ihre Macht zu nutzen.
Das ist eine Revolte. Wie sonst soll man eine Situation bezeichnen, in der ein NATO-Land einem strategischen Gegner die Rolle des Hegemons anbietet, während diese Rolle aufseiten des Westens von den USA gespielt wird? "Nieder mit den Vereinigten Staaten von Amerika, es lebe die Volksrepublik China" – so lässt sich das Geschehen in der Sprache der Plakate beschreiben. In Washington wird man das auch so und nicht anders auffassen.
Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping nahm seinerseits den Vorschlag prinzipiell an – wenn auch ohne konkrete Details. Es wurde eine Vertiefung der "spanisch-chinesischen Partnerschaft als Instrument zur Stabilisierung der Weltordnung" angekündigt, was äußerst weit gefasst ausgelegt werden kann.
Außerdem stimmte Xi den Worten von Sánchez zu, dass derzeit "die beste Phase der bilateralen Beziehungen in der Geschichte" herrsche. Er stellte fest, dass "die Welt im Chaos versinkt", und bot seinem Gast an, als Hauptvermittler im Dialog zwischen der Volksrepublik China und der EU zu fungieren.
Danach fehlte nur noch eine Szene, in der der spanische Regierungschef mit einer Sonderrolle gekrönt wird. Sánchez ist der ideologisch am weitesten linksgerichtete Staatschef in der EU und hat sicherlich sogar Marx gelesen, was dazu beitrug, dass er in China einen besonderen Status erhielt.
Früher genoss der französische Präsident Emmanuel Macron einen solchen Status. Für ihn, wie jetzt für Sánchez, rollte man in China den roten Teppich aus und bereitete ein Festmahl vor. Macrons, nicht die des Spaniers: Verhandlungen mit den Spitzenpolitikern der Volksrepublik China wurden früher von kühnen Erklärungen begleitet, dass Europa seinen eigenen Kopf behalten und die Zusammenarbeit mit den Chinesen nicht aufgeben dürfe, nur weil Washington dies verlange.
In Peking glaubte man diesem Mann noch bis vor zwei Jahren, obwohl bei Macron schon in seiner ersten Amtszeit alles deutlich wurde: Hinter den hochfliegenden Versprechungen, der kalkulierten Rebellion gegen den US-Hegemon und dem Trubel um ihn herum standen selten konkrete Taten, aber das ist bei weitem nicht der einzige Grund, warum man dem französischen Staatschef kein Wort glauben darf. Es gibt Tausende davon.
Im Frühjahr 2026 ist Macron schon der unbeliebteste Präsident in der Geschichte Frankreichs (buchstäblich der schlechteste) und eine "lahme Ente", die ihr letztes Amtsjahr in der Verachtung des Volkes absitzt. Sánchez hingegen hat zur selben Zeit bewiesen, dass er kein Schwächling ist und Washington mit Taten die Stirn bieten kann.
So hat er beispielsweise nicht nur den Angriff auf Iran kategorisch, schärfer und früher als alle anderen in der EU verurteilt, sondern den US-Amerikanern auch die Nutzung gemeinsamer Stützpunkte auf spanischem Territorium verweigert, trotz des Drucks des NATO-Sekretariats. Auch im Fall der Verpflichtungen zum Militärhaushalt und der dazugehörigen Infrastruktur – mindestens 5 Prozent des BIP auszugeben – hat Sánchez den Druck ignoriert. Spanien sei bereit, nur knapp über zwei Prozent auszugeben, was keine vorübergehende Sparmaßnahme, sondern eine Grundsatzposition darstelle.
Für all das versprach Trump, Madrid zu bestrafen, und der zu diesem Zeitpunkt daneben sitzende deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz pflichtete ihm mit der für ihn typischen Eleganz eines alten Knackers bei. Im Rahmen der Konfrontation mit dem neuen Militarismus geriet Sánchez unter anderem mit Deutschland aneinander, das als Vorreiter einer antichinesischen Politik und einer Wirtschaft nach dem Motto "Kanonen statt Butter" auftritt.
Macron schwimmt in derselben Situation einfach im globalistischen Strom mit, möchte aber unbedingt, dass man bemerkt, wie schön und elegant er schwimmt.
Der Fairness halber muss man jedoch sagen, dass persönliche Eigenschaften hier nicht so wichtig sind, obwohl Sánchez ein talentierterer und flexiblerer Politiker als Macron ist – und erst recht als Merz –, wichtiger ist der Unterschied zwischen den Ländern.
Deutschland hat ein eigenes wirtschaftliches Interesse – es setzt auf die Entwicklung von Rüstungsunternehmen (deren Produkte man ohne Widerstand innerhalb der NATO ohnehin nicht an China verkaufen kann). Im zivilen Sektor hingegen sind Waren aus der Volksrepublik China, insbesondere Hightech-Produkte, oft Konkurrenten deutscher Unternehmen, weshalb Berlin kein Interesse an der Aufhebung von Handelsbarrieren und einem Anstieg importierter Waren aus China hat.
In Spanien ist der Anteil der Rüstungsindustrie gering, und das Land möchte günstigere chinesische Technologien kaufen (unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien; dies war eines der Ziele des Besuchs von Sánchez). Und nach China exportiert Spanien gerade Öl (Olivenöl) sowie Wein, Schweinefleisch, Medikamente, Erze und mineralische Rohstoffe, weshalb die Barrieren den Spaniern im Weg stehen.
Die Franzosen nehmen in allem eine Zwischenstellung ein – sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft –, aber sie lieben es, wenn ihr Staatschef auf der internationalen Bühne aktiv in Erscheinung tritt, was auf ihre imperiale Nostalgie zurückzuführen ist. Bei den Spaniern ist dies weniger ausgeprägt, obwohl auch sie einst die Meere beherrschten. Für sie ist die Präsenz in Lateinamerika bis heute wichtig.
Dafür haben sie das anti-US-amerikanischste Land in der EU, wenn man den Umfragen glaubt. Diesen zufolge sehen mehr als die Hälfte der Spanier die USA als Bedrohung an.
Außerdem ist bei ihnen die Erinnerung an die Terroranschläge als Folge der Beteiligung am US-amerikanischen Abenteuer im Irak noch stark, und sie stehen den bewaffneten Interventionen dort sehr kritisch gegenüber. In gewisser Weise ist Sánchez also ein bodenständiger Spanier. Es fällt ihm leichter, den Dogmen der USA und der NATO entgegenzutreten, weil das Volk ihn dabei sicher unterstützen wird.
Derzeit ist Spanien nicht nur Pekings Vertrauter in der EU, sondern auch die größte interne Bedrohung für die Existenz des Nordatlantischen Bündnisses, das zum Trotz des gesamten Westens Rekorde beim Kauf von russischem Gas aufstellt.
Mal sehen, was dabei herauskommt. Mit Macron ist den Chinesen zwar nichts Vernünftiges gelungen. Aus russischer Sicht ist von Sánchez jedoch auch nichts Vernünftiges – im Sinne von etwas Konstruktivem – zu erwarten. Er bringt bloß das NATO-Schiff, das noch unter US-amerikanischer Flagge segelt, wunderbar ins Wanken und treibt einen weiteren Keil zwischen die Beziehungen der USA und der EU (und gleichzeitig auch innerhalb der EU selbst) in einer für sie äußerst schwierigen Zeit, in der alle um sie herum nur vom Tod des politischen Westens sprechen. In Peking zeigt man sich damit zufrieden.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 16. April 2026 auf der Webseite der Zeitung "Wsgljad" erschienen.
Dmitri Bawyrin ist Journalist, Publizist und Politologe mit den Interessenschwerpunkten USA, Balkan und nicht anerkannte Staaten. Er arbeitete fast 20 Jahre als politischer Berater in russischen Wahlkampagnen auf verschiedenen Ebenen. Bawyrin verfasst Kommentare für die russischen Medien "Wsgljad", "RIA Nowosti" sowie "Regnum" und arbeitet mit zahlreichen Medien zusammen.
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Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
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19.04.2026
Buchhandlungspreis: Claudia Roth übt Kritik an Amtsnachfolger Wolfram Weimer
freedert.online, 19 Apr. 2026 16:19 Uhr
In einer am Samstag erschienenen Kolumne bekundet Claudia Roth ihre Sorge um die Kunstfreiheit und kritisiert die Kulturpolitik der schwarz-roten Bundesregierung. Im Fokus ihrer Aufmerksamkeit: die Buchhandlungen in Deutschland.
Die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth von Bündnis90/Die Grünen.
Seinen Nachfolger im Amt für seine Fehler zu rügen, gehört eigentlich nicht zum guten Ton im Politikgeschäft. Normalerweise halten sich aus dem Amt geschiedene Minister bei der Bewertung ihrer Nachfolger zurück, auch wenn sie anderen Parteien angehören. Deshalb verzichtete Claudia Roth bei ihrer "Die Kultur ist unter Druck – dabei ist sie ein Grundpfeiler unserer Demokratie" betitelten Kolumne für die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) auch darauf, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit Namen zu nennen. Dass er mit ihrem Plädoyer für die Freiheit der Kunst gemeint war, ergab sich aus dem Zusammenhang ohnehin allzu deutlich.
Besonders in Gefahr sieht die Grünen-Politikerin die Buchläden. Sie höre immer öfter in Gesprächen mit Buchhändlern "von Einschüchterung, von Drohungen, von der Angst vor Angriffen", doch die Gefahr komme nicht nur von sogenannten "Demokratiefeinden", sondern auch von der Kulturpolitik. Sie sehen es mit Sorge, so Roth, "wenn Kulturpolitik enger, misstrauischer und elitärer gedacht" werde. Und weiter: Wer Kultur auf Repräsentation verenge, Teilhabe zurückstelle, Freiräume beschneide oder Kunst unter Generalverdacht stelle, verkenne ihren demokratischen Kern.
Dazu abgebildet: Der linke Buchladen "Zur schwankenden Weltkugel", den Kulturstaatsminister Weimer wegen Extremismus-Vorwürfen vom Deutschen Buchhandelspreis ausschließen ließ. Grundlage des Ausschlusses: angebliche Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, den Kulturstaatsminister Weimer bezüglich dreier Buchhandlungen nach dem sogenannten "Haber-Verfahren" hatte befragen lassen (RT DEberichtete).
Claudia Roth fährt fort, dass Kulturpolitik immer auch Demokratiepolitik sein muss. Sie müssen "ermöglichen statt ausgrenzen, Vertrauen schaffen statt Misstrauen säen, Vielfalt stärken statt sie zur Bedrohung zu erklären". Buchhandlungen und andere Kulturorte dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden.
Fast schon pathetisch erklärte Roth: "Die Freiheit der Kunst ist kein Luxus für gute Zeiten. Sie ist ein Prüfstein für den Zustand unserer offenen Gesellschaft." Kultur sei kein bloßer Schmuck "unserer Demokratie", sondern fungiere als einer ihrer Schutzräume.
Was die frühere Kulturstaatsministerin zu erwähnen vergaß: Misst man sie nach den in ihrem Artikel angewandten Maßstäben, so agierte auch sie während ihrer Amtszeit als Ministerin misstrauisch gegenüber Kulturschaffenden. Auch sie wandte das "Haber-Verfahren" an – nur eben gegen rechts. So ließ sie im Jahr 2023 mithilfe des Verfassungsschutzes Corona-Hilfen für als rechtsextrem eingestufte Buchprojekte überprüfen.
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Schaut man sich die Fakten an, so kann man sich des Verdachts nicht entziehen, dass der Irankrieg nicht nur zum grössten militärischen Fiasko in der kurzen Geschichte der USA wird, sondern die USA vom Thron des Hegemonen stossen wird. – Ein Gedankenspiel mit Fakten.
EinleitungBereits in meinem letzten Artikel («Irankrieg: Frieden mit den USA ist eine Farce, eine Fata Morgana» habe ich zum Ausdruck gebracht, dass das wohl nichts bringen wird – leider. Die Israelis morden weiter, sowohl in Gaza als auch im Libanon und brechen damit eine der vom Iran gestellten Bedingungen für einen Frieden. Trump verkündet eine Seeblockade – ein weiteres Kriegsverbrechen, das den Namen «Piraterie» trägt. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Teilpause bald zu Ende sein wird und können somit bereits jetzt Gedanken des Untergangs spielen lassen. Auch der soeben ausgerufene Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon ist eine Farce, so wie die Öffnung der Strasse von Hormuz, die am Samstag bereits wieder geschlossen wurde.
Die USA gewannen den 2. Weltkrieg mit viel Propaganda und im Vergleich homöopathischen Portionen von Blut: Die Russen investierten das Blut, die Amerikaner schneiderten ein Selbstbild, das jenem Teil der Welt, den wir heute den Kollektiven Westen nennen, mit großem Aufwand injiziert wurde. Die Zutaten für das grossartige Image-Menü waren militärische Unbesiegbarkeit, Reichtum, Anstand und Garant für Freiheit und Demokratie. Den Zweiten Weltkrieg gewannen die Amerikaner somit vor allem durch Propaganda und schafften es, dieses Bild bis vor kurzem am Leben zu erhalten, obwohl ein auch nur kursorischer Blick auf die Fakten seit 1945 ein komplett anderes Bild zeigt. Heute wird der Weltöffentlichkeit offenbar, dass alle Ingredienzen, welche die Basis der Weltherrschaft bildeten, heute keine Entsprechung in der Realität mehr finden.
In diesem Artikel zeigen wir das auf, was in den USA von sehr wenigen gesehen werden möchte: Fakten, die dazu führen könnten, dass die Vereinigten Staaten all das verlieren, an das sie selbst gerne glauben und das ihnen die Selbstsicherheit gibt, die Grössten zu sein.
Die Informationslage wird immer schwieriger. War es früher den Geheimdiensten vorbehalten, brandschwarz zu lügen, scheint diese Strategie nun von vielen Politikern übernommen worden zu sein. Jede Meldung kann wahr sein oder auch nicht. Wir wägen alle Informationen sorgfältig ab. Dennoch ist es möglich, dass Fehler passieren.
Glaubwürdigkeit der USA leidet
Bereits im letzten Juni verfasste ich einen Artikel («Diplomatie auf dem Totenbett – vom Friedenspräsidenten zum Kriegstreiber»), der sich mit der Glaubwürdigkeit der USA beschäftigte. Dabei ging es ums Renommee der USA als internationaler Gesprächspartner auf diplomatischer Ebene. Zu diesem Zeitpunkt war das Vertrauen der Amerikaner in ihre Regierung noch vergleichsweise hoch. Die Stimmung ist jedoch inzwischen auch innerhalb der Vereinigten Staaten am Kippen.
Ich lese viel und blättere durch X und Telegram, nicht nur um Fakten zu finden, sondern auch um die Stimmung einzufangen. Es ist auffallend, dass seit dem Kriegsbeginn am 28. Februar in den Vereinigten Staaten Ereignisse und Geschichten thematisiert und hinterfragt werden, die von der amerikanischen Regierung als Fakten verkauft wurden und werden. Allerdings sind diese Fakten mit Löchern durchsetzt wie ein Schweizer Käse. Einige Beispiele: Dass JFK nicht von Oswald als lonely wolf ermordet wurde, erkennt man bereits nach kurzem Forschen. Die Berichte verdichten sich, dass Israel seine Finger im Spiel hatte. Kennedy habe die israelische Atombombe verhindern wollen. Dieses Unterfangen sei von den Israelis durch seine Ermordung, selbstverständlich im harmonischen Zusammenspiel mit der CIA, verhindert worden. Weiter feiern die Amerikaner gegenwärtig die Mondumrundung als wenn dies knapp 60 Jahre nach der Mondlandung eine grosse Leistung wäre. Das ist es nur dann, falls man gar nie auf dem Mond war. Die Theorien – nicht «Verschwörungstheorien» – über die erwähnten Vorkommnisse tönen oft einleuchtender als die offiziellen Versionen. Ich habe bezüglich dieser Theorien persönliche Meinungen, die jedoch nicht wichtig ist, da ich nicht 100% sicher bin. Fakt ist, dass grossen Narrativen der USA immer weniger Glauben geschenkt werden, auch in den USA. Man traut der eigenen Regierung nicht mehr.
Als der Anschlag vom 7. Oktober 2023 durch die Medien geschleust wurde, waren wir äusserst skeptisch. Dieser Anschlag fügte sich passgenau in die Wünsche Israels. Ein Geschenk des Himmels als Rechtfertigung für den Beginn eines industriellen Genozids, der seither für alle gut sichtbar abläuft. Blutbäder als Rechtfertigung für noch grössere Blutbäder. Wir entschieden uns, abzuwarten und verfassten einen Dreiteiler über Blutbäder (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Darin hinterfragten wir das offizielle Narrativ von Hiroshima und Nagasaki, betrachteten die Gesellschaft vor und nach 9/11, die Strategie der USA («Rebuilding Americas’ Defenses»), die offen einen «Pearl-Harbor-Moment» herbeisehnte; um die amerikanische Bevölkerung zum Krieg bewegen zu können. Schliesslich stellten wir 9/11 in Frage, bzw. die offizielle Version dieses Blutbades, das so, wie von der amerikanischen Regierung erzählt, auf keinen Fall so ablaufen konnte.
Die Entwicklung des internationalen sowie des innerstaatlichen Misstrauens ist eine natürliche: Wenn der Punkt erreicht ist, dass man einer Seite einfach nicht mehr traut, so gräbt man alte Geschichten aus und überprüft diese – das ist menschlich; so laufen viele Ehescheidungen ab. Wir werden noch über viel Handfesteres zu sprechen haben, wie es scheint. Das Hinterfragen ist von der amerikanischen Regierung und deren Medien nicht mehr aufzuhalten, dem Internet sei Dank. Die gegenwärtig von Regierungen und Tech-Konzernen unternommenen enormen Bemühungen zur Regulierung desselben darf man durchaus auch in diesem Zusammenhang sehr, sehr kritisch betrachten.
Welche Interessen verfolgen die USA?
Trump hat in den letzten Wochen bewiesen, dass sich sein Niveau dort bewegt, wo sich Menschen normalerweise nicht mehr bereit erklären, eine Kommunikation aufrechtzuerhalten. Aber er ist der Präsident der Vereinigten Staaten und solange niemand die Notbremse zieht und diesen Mann aus dem Verkehr, solange muss die Welt mit ihm leben und kommunizieren.
Viele Analysten behaupten, dass Trump der Befehlsempfänger Netanyahus bzw. der Zionisten sei. Dass Vance offensichtlich nach den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad an Netanyahu rapportierte, gibt dieser These kräftigen Aufwind. Weiterer Aufwind für diese These sind Aussagen von Netanyahu, er sei es, der entscheide, wann der Krieg mit dem Iran vorüber ist und wann nicht.
Schaut man sich jedoch die Langzeitstrategie der USA an, so fallen zwei wichtige Elemente auf: Vor einem Vierteljahrhundert war es das Ziel der USA, in fünf Jahren sieben Länder anzugreifen und das letzte Land auf der Liste war der Iran. Das war der deep state-Plan der Neocons. Weiter ist interessant, dass der Iran eines der wichtigsten strategischen Länder für China und Russland ist; nicht nur der Rohstoffe wegen, sondern auch auf Grund der strategischen Lage dieses Riesenlandes und der das Land kreuzenden strategischen Transportwege: Einerseits der geplante Nord-Süd-Korridor, der Russland mit Indien unter Umgehung des Suez-Kanals verbinden wird.
Auf der anderen Seite die von China finanzierte und fertiggestellte Ost-West-Eisenbahnverbindung von China zu den iranischen Häfen und weiter in Richtung Nahost und Europa. Genau diese Eisenbahnlinie griffen die Israelis gemeinsam mit den Amerikanern im Süden des Iran an, als sie sich daran machten, Brücken und andere Infrastruktur zu zerstören.
Die Amerikaner denken immer im Schema des Hegemonen, sprechen zwar von Multipolarität, meinen jedoch nur eine Variante unter amerikanischer Führung, da sie selber an der von ihnen geschaffenen Hegemonie festhalten wollen, was dem Sinn der Multipolarität in seinem Kern widerspricht. Aus der Sicht des Hegemonen ist der grösste Gegner der vermeintlich nächste Hegemon, China und nicht etwa BRICS als multipolare Organisation. Und genau so gehen die USA auch vor. Der Iran ist für die Amerikaner nur eine Zwischenstation, wenn auch eine sehr wichtige. Ein Land, das die Amerikaner vereinnahmen wollen, wie schon Afghanistan, Irak, Syrien, Lybien, Libanon, Somalia und Sudan. Falls sie das betreffende Land nicht kontrollieren und ausbeuten können, so zerstören sie es und wenden sich dem nächsten Kandidaten zu. Diese Strategie endet immer zwingend und ausschliesslich in der Zerstörung der betroffenen Länder. Die USA haben es nie geschafft, aus einem Zielland eine einträgliche Kolonie zu formen. . Das – also die Unfähigkeit, «echte» Kolonien zu schaffen - ist den Amerikanern aber offensichtlich einerlei, denn sonst hätten sie ihre Strategie geändert, was sie seit 1945 nie getan haben.
Einer der gescheitesten geopolitischen Analysten, Brian Berletic, der in Thailand lebt, weist immer wieder darauf hin, dass China das Hauptziel der USA sei. Im Zusammenhang mit dem Vorgehen der USA gegenüber Venezuela und dem Iran zeigt er überzeugend auf, dass es beim Iran-Konflikt vor allem um China geht, konkret China von seinen Energielieferanten abzuschneiden.
Die USA schnitten China vom Energiestrang Venezuelas ab und jetzt von der Golfregion; nächste Station: Malakka. Dessen sind sich die Chinesen und auch die Russen bewusst. Anlässlich seines jüngsten Besuches in Peking sagte der russische Aussenminister Lawrow Präsident Xi folgendes:
"Russland kann die Ressourcenlücke, die in China und anderen Ländern entstanden ist, die an einer Zusammenarbeit mit uns auf gleichberechtigter und für beide Seiten vorteilhafter Basis interessiert sind, zweifellos schließen,"
Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber gehe davon aus, dass Russland die beiden Energiedefizite, die sich aus Venezuela und Hormuz ergeben, problemlos wird abdecken können – möglicherweise auch auf Kosten von Europa, das trotz Blick in den Abgrund eine erfrischende Selbstsicherheit zu Markte trägt. Frau von der Leyen verkauft ihr Sparprogramm – für Untertanen, nicht für die Elite – indem sie vorträgt, die billigste Energie sei jene, die nicht verbraucht würde.
Berletics überzeugende Argumente weichen die Theorie der kompletten Abhängigkeit der USA von Israel auf. Er geht davon aus – und belegt das immer wieder anhand von Zahlen und teils jahrzehntealten amerikanischen Strategie-Dokumenten – dass die USA Israel steuern. Ich habe bereits früher argumentiert, dass die Interdependenzen USA-Israel gar nicht so wichtig sind, da diese beiden Mächte – wo immer ihr Endziel liegen mag – gegenwärtig am gleichen Strang ziehen und voneinander abhängig sind. Israel ist von den USA betreffend Geld, Waffen und Logistik abhängig, die Amerikaner durch finanzielle Verstrickungen untereinander. Mit hoher Wahrscheinlichkeit «befördern» die Israelis die amerikanischen «Bindungen» an das zionistische Projekt durch massive Erpressung und machen somit Entscheidungsträger «führbar».
Um die Frage beantworten zu können, wessen Interessen die USA tatsächlich verfolgen, muss man zwischen den Interessen der USA und Trumps wohlweislich unterscheiden. Trump ist ein kompletter Narziss und Psychopath. Er schert sich keinen Deut um andere; sein Agieren weist darauf hin, dass ihn selbst das Schicksal der USA nicht interessiert: Er denkt nur an sich selbst, was in den letzten Tagen Blüten trieb, die einem den Atem rauben, oder besser: abschnüren.
Alle Sicherungen durchgebrannt – dieses Bild hat Trump tatsächlich publiziert
Trump scheint auch seines Intellekts inzwischen komplett verlustig gegangen zu sein. Beispiel: Nachdem er durch den Genozid an den Palästinensern und den Überfall auf den Iran bereits die Muslime (31,5% der Weltbevölkerung) gegen sich aufgebracht hatte, schaffte er es innert 24 Stunden mit seinen Papstaussagen weitere 31,5% der Weltbevölkerung gegen sich aufzubringen. Selbst europäische Speichellecker beginnen Mühe zu bekunden.
Sieht man von der irren Kommunikation der amerikanischen Regierung ab und konzentriert sich auf das, was sich abspielt, so kann man sehr wohl argumentieren, dass die USA ihren strategischen Interessen folgen und der Westentaschenhitler in Tel Aviv schlussendlich auch nur ein Instrument des deep states ist.
Erreichbarkeit der amerikanischen Ziele
Zerstörung des Irans
Wenn es um den Iran geht, ziehen die USA und Israel am gleichen Strick, wenn auch nicht genau in die gleiche Richtung. Die USA wollen die Chinesen vom Golf-Öl abschneiden. Die Israelis setzen wie Hitler und seine Kumpane jedes Mittel ein – sehr gerne Genozid als einer der Hauptingredienzien – um ihre Expansionswünsche zu realisieren. Ihnen geht es um die Unterwerfung Westasiens. Iran ist der Stein im Weg zu diesem Ziel, denn solange der Iran in einer gut organisierten und bewaffneten Form als Nation besteht, ist der Traum von Grossisrael für Netanyahu nicht umzusetzen. Das weiss er seit 40 Jahren und arbeitet daran. Der Iran macht Israel und den USA dann einen Strich durch die Rechnung, falls er überlebt, was er bereits getan hat. Obwohl die Schäden an Menschen und Infrastruktur bitter sind, hat Professor Marandi in verschiedenen Interviews bemerkt, dass man die Schäden in Teheran kennen müsse, um diese zu sehen, was nicht heissen soll, dass der Iran durch diesen Krieg nicht leide.
Im Gegensatz zu den USA riskieren die Israelis bei diesem Unterfangen ihre eigene Existenz. Es scheint jedoch, dass sich die Israelis in ihrer Überheblichkeit noch nicht mit dem diesem Risiko befasst haben, obwohl die Schäden vermutlich horrend sind. In Israel herrscht komplette Zensur bezüglich Schäden – es drohen fünf Jahre Gefängnis für negative Publikationen. Wie viele Israelis das Land seit Kriegsbeginn verlassen haben, ist schwer abzuschätzen, denn auch hier werden die Zahlen von Israel getürkt, um keine Panik aufkommen zu lassen. Auf jeden Fall dürften dies Hundertausende sein, die sich etwa nach Griechenland und Zypern absetzen, sehr zur Freude der dortigen Bewohner, denen wohl bereits böses schwant.
Es ist militärische Logik, dass das kleine Israel im Falle weiterer Angriffe durch den Iran tatsächlich Gefahr läuft, komplett zerstört zu werden. Die Überlebenschancen Israels stehen auf jeden Fall in keinem gesunden Verhältnis zu jenen des Iran.
Schwächung Chinas
Der Angriff der USA auf den Iran ist auch ein klarer Angriff auf die geopolitischen Interessen Chinas und die Chinesen haben sich seit Langem vorbereitet. Zum einen haben sie ihre Energielogistik im großen Stil diversifiziert. Viele Pipelines und Schiffsrouten führen nach China. Es darf somit bezweifelt werden, dass die USA tatsächlich in der Lage sind, China energetisch zu strangulieren. Die Nachrichten dieser Tage aus Peking sollten den USA die Realitäten vor Augen führen: Russland ist in der Lage, die Energielücke der Chinesen zu füllen. Diese Aussage kommt von Herrn Lawrow und nicht von Herrn Trump oder einem Herrn Bessent – das macht bezüglich Glaubwürdigkeit einen grossen Unterschied.
Für die Chinesen und die Russen ist der Iran als Verbündeter und Mitglied von BRICS und der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) essentiell und die Langzeitstrategen in Peking werden den Iran voll unterstützen – im Notfall wohl auch militärisch, was die Welt jedoch in den 3. Weltkrieg führen würde. Ich gehe daher davon aus, dass die Chinesen die Iraner nicht nur mit Logistik, sondern auch mit Waffen unterstützen. Der Umstand, dass China in seiner Kommunikation zurückhaltend ist, ist kein Hinweis dafür, dass es nicht geschieht.
Schwächung Russlands
Ein Machtwechsel in Teheran im Sinne der USA wäre nicht nur für China, sondern auch für Russland eine Katastrophe gewesen. BRICS wäre erheblich beschädigt, der Nord-Süd- und der Ost-West-Korridor Geschichte und das Renommee von Russland als Schutzmacht schwer angeschlagen.
Da der Plan der USA nicht aufgeht, zieht Russland – unbeabsichtigt – viele Vorteile aus diesem Konflikt:
Erstens, die Welt schaut auf den illegalen Angriff auf den Iran und fragt sich, was den Russen hinsichtlich der Militäroperation in der Ukraine tatsächlich vorgeworfen werden kann. Der Krieg in der Ukraine geht weiter und die Russen machen Fortschritte, langsam, aber stetig, wie dies seit Kriegsanfang geht. Im letzten Gefallenenaustausch lag das Verhältnis bei 1:25, was in etwa der Verlustverteilung entspricht. Das ist keine Überraschung. Den unter Zwang in die Armee gepressten Ukrainern stehen gutbezahlte und motivierte Russen entgegen.
Zweitens, der Ölpreis der russischen Sorte Ural, stieg seit Kriegsbeginn auf über USD 120.-pro Barrel. Auch ein Hinweis dafür, dass die «offiziellen» Ölpreise falsch sind.
Dies wird auch vom Saudischen Finanzminister bestätigt. Er sagte: Sie sehen USD 90.- auf dem Bildschirm, viel Glück zu diesem Preis tatsächlich Öl zu kaufen; der tatsächliche Preis liegt zwischen USD 120.- und 160.- pro Barrel.
Bezüglich Russland wird der - bis jetzt - verdoppelte Ölpreis einen grossen Einfluss auf das Budget Russlands haben. Gemäss Centre for Resarch on Energy and Clean Air exportierte Russland im März 7,1 Millionen Barrel Öl – das spülte USD 426 Millionen zusätzlich in die Kassen Russlands. Das ist ein grosser Vorteil für Russland und ich gehe davon aus, dass der Ölpreis weiter steigen wird.
Dazu kommt, dass das US-Finanzministerium gerade eine neue Lizenz erteilt hat, die weitere Transaktionen für russische Öllieferungen erlaubt - trotz früherer Versprechen, diese Tür zu schließen.
Drittens, die Amerikaner lassen die bellizistischen Europäer, die sich auf einen Krieg mit Russland einstellen, im Stich. Die Existenz der NATO hängt an einem seidenen Faden und ohne die USA stellt die NATO bzw. Europa eine bedeutend geringere Gefahr für Russland dar.
Unbemerkt von den meisten Beobachtern publizierte das russische Verteidigungsministerium am 15. April eine Meldung, in der Drohnenproduktionsstätten der Ukraine in Europa mit Angabe der Adressen als mögliche Ziele Russlands definiert werden. Hier ein Ausschnitt aus der Meldung:
«Es ist geplant, die Produktion von Drohnen für das Kiewer Regime erheblich zu steigern, indem die Mittel für „ukrainische“ und „gemeinsame“ Unternehmen, die Kampfdrohnen und deren Komponenten auf dem Gebiet der europäischen Länder herstellen, aufgestockt werden.
Wir halten diese Entscheidung für einen bewussten Schritt, der zu einer drastischen Eskalation der militärischen und politischen Lage auf dem gesamten europäischen Kontinent führt und diese Länder schleichend in ein strategisches Hinterland der Ukraine verwandelt.
Die Umsetzung der vom Kiewer Regime behaupteten Szenarien von Terroranschlägen gegen Russland durch die angeblichen ukrainischen Drohnen führt zu unvorhersehbaren Folgen.
Anstatt die Sicherheit der europäischen Staaten zu stärken, werden diese durch das Vorgehen der europäischen Staats- und Regierungschefs zunehmend in den Krieg mit Russland hineingezogen.
Die europäische Öffentlichkeit sollte nicht nur die Gründe für die Bedrohung ihrer Sicherheit genau kennen, sondern auch die Adressen und Standorte der „ukrainischen“ und „gemeinsamen“ Unternehmen, die in ihren Ländern Drohnen und deren Komponenten für die Ukraine herstellen.»
[Adressliste]
Verteidigungsministerium der Russischen Föderation, 16. April 2026
Russland hat sich bis jetzt mit Angriffen gegen ukrainische Ziele ausserhalb der Ukraine zurückgehalten, was in Russland grosse Diskussionen hervorrief. Viele Stimmen – auch in Talkshows im russischen Fernsehen – fordern eine härtere Gangart gegenüber Europa. Die Regierung hat sich bis dato jedoch grosse Zurückhaltung auferlegt. Dies wurde – unter anderem von Gilbert Doctorow als Schwäche ausgelegt. Er verstieg sich sogar zu Aussagen, dass Putin aufgrund seiner Schwächen in Russland gehasst werde und ausgewechselt werden müsse. Im Gegensatz zu Präsident Putin überlegte sich Doctorow nicht, was die Konsequenzen einer solchen Eskalation wären. Die legalistischen Russen scheinen jetzt eine Kursänderung vorgenommen zu haben: Sie stellen nun ganz offiziell einen Zusammenhang der fortdauernden Drohnenangriffe der Ukraine mit den für die Ukraine produzierten Drohnen in Europa her. Der Zeitpunkt überrascht nicht. Was könnten die Europäer tun, falls diese Produktionsstätten in Europa angegriffen würden? – Nicht viel, eine Steigerung der Russophobie in Europa ist nicht mehr möglich, da haben Merz, von der Leyen und Kallas tatsächlich ganze Arbeit abgeliefert. Da bleibt wohl nur noch heulen, denn ich schliesse aus, dass die Amerikaner den Europäern zu Hilfe eilen würden.
Geopolitisch und auch wirtschaftlich wird Russland somit kurz- und mittelfristig wohl nicht geschwächt, sondern gestärkt.
Motivation zu Gewinnen
Der zu zahlende Preis für den Iran wird hoch sein, aber für den Iran ist dies nicht einfach ein Krieg in einer langen Reihe von Kriegen wie für Israel und die USA. Es ist der existentielle Kampf ums Überleben. Das bringt den Iranern einen beachtlichen Motivationsvorteil: Sie kämpfen ums Überleben der Nation, des Landes, einer jahrtausendealten Kultur und Zivilisation. Die Israelis und die Amerikaner hingegen führen einen illegalen Expansionskrieg unter Begehung schwerster Kriegsverbrechen. Das hat einen grossen Einfluss auf die Motivation der betroffenen Soldaten und Bevölkerungen – auf beiden Seiten. Der Iran, Russland und China werden in diesem Konflikt zudem vom Wissen getragen, auf der rechten Seite der Geschichte zu stehen, was von ihren Bevölkerungen mitgetragen wird.
Trump sucht händeringend nach einem Ausweg aus diesem Fiasko, denn vielen Amerikanern wird immer bewusster, dass dieser Krieg nicht in ihrem Interesse, nicht im Interesse der amerikanischen Bevölkerung geführt wird.
Aufrechterhaltung des Hegemonenstatus
Die Hegemonenstellung erreichten die USA 1945: Bretton Woods, 70% der weltweiten Industrieproduktion, 22'000 Tonnen Gold, Kriegsgewinner, gutes Image.
Der wichtigste Faktor ist die Wirtschaftskraft, welche seit dem 2. Weltkrieg in USD-GDP gemessen wurde; eine unglückliche Berechnung, da Verschwendung durch Staaten und Kauf von Waffen darin enthalten sind.
«Wie kann man Hegemon sein, wenn man nicht die Nummer 1 ist?»
Berechnet man das GDP (BIP) kaufkraftbereinigt, d.h. die lokale Kaufkraft der einzelnen Länder berücksichtigend, so haben die USA bereits verloren.
China vor den USA, Russland vor Japan und Deutschland – das sind Zahlen, die man im Westen nicht gerne liest und überheblich in Abrede stellt.
Wie kann man Hegemon sein, wenn man nicht die Nummer 1 ist?
Dazu kommt, dass sich die Militärtechnik und -taktik in einem Maße dermassen geändert haben, dass bislang als selbstverständlich geltende Kräfteverhältnisse durch die Realitäten überholt wurden. Die Amerikaner scheinen militärisch weder gegen die Huthis noch gegen den Iran eine Chance zu haben, da ihre Strategie und Waffenplattformen (z.B. Flugzeugträger) auf längst veralteten Taktiken aus Zeiten des zweiten Weltkriegs beruhen. Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, aber die gesamte NATO führte durch die Ukraine als Stellvertreter mit westlichen Waffen über vier Jahre Krieg gegen Russland – und verlor.
Die 22‘000 Tonnen Gold anno 1945 schmolzen offiziell auf etwas über 8‘100 Tonnen zusammen und ob dieser amerikanische Goldschatz tatsächlich noch vorhanden ist und / oder ob er verpfändet oder verleast ist, weiss niemand. Kurz nach seiner Wahl wollte Trump den Goldschatz verifizieren – es blieb bei der Ankündigung.
Schliesslich kommen wir zum grossartigen Image, das sich die USA während des Zweiten Weltkriegs zusammengezimmert hatten: Wieviel davon übrigblieb, haben wir im ersten Teil dieses Artikels erlesen können.
Somit leben die USA auch hier in ihrer vom Leben überholten Vergangenheit und versuchen für alle Welt sichtbar und vergeblich, einen längst abhanden gekommenen Schein aufrecht zu halten.
Kontrolle über Hormuz
Mit dem Kriegsbeginn übernahmen die Iraner die Kontrolle über die Strasse von Hormuz. Sie liessen nur noch Schiffe freundlicher Nationen durch, welche die Ladung in Yuan bezahlt haben mussten, plus eine Mautgebühr von USD 2 Millionen, ebenfalls in Yuan zu entrichten.
Das gefiel den USA gar nicht und vor ein paar Tagen rief Trump die Blockade dieses enorm wichtigen Seeweges durch die USA aus.
Das war eine grosse Ansage, doch mangelte es den Amerikanern bereits zu Beginn an Selbstvertrauen: Anstatt das Rote Meer und Bab el-Mandeb zu durchqueren, umfahren die USS George H.W. Bush und ihre Begleitschiffe - darunter die USS Donald Cook, die USS Mason und die USS Ross – das Kap der Guten Hoffnung. Selbstvertrauen, die Strasse von Hormuz zu kontrollieren, sieht anders aus.
Wer durch die Strasse von Hormuz fährt oder nicht, ist unklar, da die Amerikaner behaupten, dass sie sich durchsetzen und die Iraner verkünden, dass sie die Strasse nach wie vor kontrollieren. Die am Freitag, 17. April verkündete Öffnung und die am Tag danach verkündete Schliessung fördert keine Klarheit, sondern ist ein Hinweis darauf, dass die Amerikaner ihre Finanzmärkte übers Wochenende retten wollten und dies auch taten.
Der Beginn der amerikanischen Aktion war auf jeden Fall ein Desaster. Einem exklusiven Bericht von PressTV zufolge haben die USS Michael Murphy und die USS Frank E. Peterson am Samstag versucht, die strategische Wasserstraße zu passieren. Die Aktion, die zeitlich mit den heiklen Gesprächen zwischen dem Iran und den USA in Islamabad zusammenfiel, wurde als Propagandamaßnahme zur Demonstration von Stärke beschrieben.
Über den internationalen Funk erhielten die Zerstörer ein klares 30-minütiges Ultimatum: Umkehren oder mit einem Angriff rechnen. Trotz kurzen Widerstands, insbesondere von der USS Frank E. Peterson, zog sich die Flotte nach der letzten Warnung sofort zurück. Unterstützungshubschrauber kreisten über der Flotte, während die zivilen Schiffe in der Nähe angewiesen wurden, 10 Meilen Abstand zu den amerikanischen Kriegsschiffen zu halten.
Wir werden wohl bald herausfinden, ob sich dieses amerikanische Abenteuer lohnen wird – ich bezweifle es, denn die Chinesen haben erklärt, dass die Strasse von Hormuz für China offen sei. Ich bezweifle, dass die Amerikaner den Mut haben werden, ein chinesisches oder russisches Schiff zu entern oder auch nur zu belästigen.
Hormuz unwichtig?
Anfänglich behauptet Trump, dass Hormuz unwichtig sei für die USA. Das ist nachweislich falsch, da die USA zwar netto Exporteur ist, aber ca. 40% seines Öls importiert.
Jetzt kommen die Stimmen, dass diese Importe alle aus Kanada und Mexico stammen, was ebenfalls nur die halbe Wahrheit ist. Gemäss U.S. Energie-Informations-Verwaltung (EIA) importierten die USA im Januar 2026 25 Millionen Barrel Rohöl und weitere Produkte allein aus dem Persischen Golf.
Netto-Exporteur heisst somit für sich allein nicht viel, denn es gibt weit über hundert verschiedene Sorten Öl. Das ist wie mit Wein; niemand bestellt Wein im Restaurant, sondern eine bestimmte Sorte und Marke.
Somit veranstaltet Trump auch bezüglich dieses Themas eine Märchenstunde, die spätestens in dem Moment aufflog, als er forderte den «f...cking straight» zu öffnen.
Es geht bei Hormuz jedoch um weit mehr als um Öl und Gas, dessen Verknappung zu einer horrenden Inflation führen wird. Dass die Finanzmärkte dies noch nicht gemerkt haben, ist ein Zeichen von Dummheit und Hybris und keine Zeichen einer Entspannung. Viel dramatischer ist der Umstand, dass der Welt der Dünger ausgeht, was tatsächlich zu Hungersnöten führen wird.
Kirill Dmitriev drückt es in Zahlen aus und foppt Frau von der Leyen im gleichen Tweet:
"Die Logik, dass teurer Dünger zu teuren Lebensmitteln und kritischen Nahrungsmittelengpässen führt, da die Ernten weniger Nahrungsmittel hervorbringen, ist für die EU-Bürokraten schwer zu verstehen.
Nach Ursulas Logik könnte man sagen: „Die billigsten Lebensmittel sind die, die man nicht isst.“
Macht die EU wieder schlank."
Offene Feindschaft gegen Israel und USA nimmt zu
Die Stimmung kippt unübersehbar, trotz aller eingesetzten Propagandamittel, trotz des enormen materiellen und politischen Drucks auf Medien und Politiker. Im Folgenden ein paar Beispiele für die Stimmung gegenüber Israel und den USA, die noch vor wenigen Monaten undenkbar erschienen wären:
Polen
Der polnische Abgeordnete Konrad Berkowicz zeigte im Parlament eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz und verglich das Vorgehen Israels mit dem des Dritten Reichs.
Konrad Berkowicz – Quelle: Euronews
Spanien
Pedro Sanchez, der Premierminister Spaniens wurde zum Helden Europas, Sánchez ist für seinen „Mut“ bekannt geworden, Donald Trump die Stirn zu bieten, insbesondere in Bezug auf die Militärintervention im Iran, die er als „absurd, grausam und illegal“ bezeichnete.
Pedro Sanchez
Italien
Frau Meloni, die mit Trump bis vor kurzem ein gutes Einvernehmen hatte, kritisierte die Äusserungen Trumps zum Papst als inakzeptabel.
Nun wirft Trump, seinem Niveau entsprechend, Meloni mangelnden Mut vor, weil er sich den Angriffen auf den Iran nicht anschließt.
Golfstaaten unter Druck
Den Vereinigten Arabischen Emiraten, welche eine Bodenoffensive gegen den Iran unterstützen, wurden in China die Flügel gestutzt. Während des offiziellen Besuchs des Präsidentenberaters der VAE, Khalid bin Mohammed bin Zayed, brach China das diplomatische Protokoll und übermittelte eine kristallklare, feurige Botschaft:
„Wir sind diejenigen, die entscheiden, wer unsere Verbündeten sind!"
Auch innerhalb der Golfstaaten wächst die Zwietracht - Szenen, die zeigen, wie der Sultan von Oman sich von den emiratischen Führern distanziert. Bilder sagen mehr als Worte.
Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan äusserte sich diplomatisch-vorsichtig. Der folgende Clip auf arabisch wird wohl von GBX ungenau übersetzt. Faisal hat nicht gesagt, “"The era of relying on the US has ended. How can Trump protect us when he cannot even protect his own country?". Vielmehr übersetzt mir DeepL was folgt:
„Vielleicht ist es so, wie Sie sagen. Wie Ihr Vater weiß, verfolgt kein arabisches Land eine Politik, die sich nach den Interessen anderer richtet. Wir verfolgen unsere eigene Politik, ja, im Einklang mit unseren Interessen, und wir werden unsere Interessen weiterhin im Blick behalten. Wir werden unsere Politik auf der Grundlage dieser Interessen fortsetzen, und gleichzeitig den Dialog mit allen Partnern offenhalten, um sicherzustellen, dass ein umfassendes Verständnis für unser Handeln besteht […]“
Dennoch, auch die Saudis suchen – wie es sich für die opportunistischen Golfstaaten gehört – neue Dialoge und wohl auch neue Partner.
Fazit
Der Status als Hegemon fusst bei den USA vor allem auf Propaganda und Marketing; das war eine beeindruckende Leistung vor über 80 Jahren, aber die Glaubwürdigkeit dieser Aura, welche international bereits seit Jahren bröckelt, wird nun auch bei der amerikanischen Bevölkerung in Zweifel gezogen.
Sieht man vom irren Agieren Trumps ab, dessen Aussagen nicht mehr ernst genommen werden können, so ist die Annahme, dass die USA voll am Gängelband Israels hängen, nicht nachvollziehbar. Denn die Kriegspläne der USA und Israels im Nahen Osten überlagern sich nur partiell. Letztendlich trachtet Amerika danach, die Chinesen zu zerstören.
Es scheint so, dass die USA ihre Ziele weder gegenüber dem Iran noch gegenüber den mit Russland alliierten Chinesen erreichen werden. Rohstoffmässig ist das Duo China-Russland zu stark und der Iran hat sich – im Gegensatz zu den USA – waffenmässig ins 21. Jahrhundert katapultiert und dominiert am Persischen Golf nicht nur die USA, sondern den ganzen Westen bezüglich Raketen- und Drohnentechnik. Die Waffenplattform Flugzeugträger, die bereits über 100 Jahre alt ist, hat ausgedient und wird wohl bei einer Eskalation zum Statisten und Opfer, vergleichbar den grossen Schlachtschiffen im Zweiten Weltkrieg.
Bezüglich der wirtschaftlichen Macht haben die USA das Rennen ebenfalls verloren und gegenüber den USA und Israel macht sich nicht nur in Europa Unmut breit. Die opportunistischen Golfstaaten suchen neue Allianzen und werden mit dem Gewinner paktieren, der nicht die USA sein wird.
Die New York Times spricht denn auch von einer vierfachen Schwächung der USA durch diesen Krieg: Ausweitung des Einflusses des Irans auf den globalen Ölmarkt, Auszehrung der kostspieligen US-Waffenvorräte, Beeinträchtigung der Beziehungen zu Verbündeten, Schwächung von Amerikas moralischer Autorität.
Die Iraner halten am 10-Punkte-Plan fest – zu Recht, denn nur dieser garantiert Persien das Überleben. Die iranischen Ziele sind komplett unvereinbar mit den Zielen der USA und Israels. Der Waffenstillstand – auch der mit dem Libanon – wird wohl nicht halten und Weiterungen im Krieg könnten das Tor zur Hölle öffnen: Zum dritten Weltkrieg.
Sure, Central Europe has always been a warlike region. This probably has to do with the somewhat harsh living conditions and the scientific advances that led to extreme population growth. North America, on the other hand, has quite good conditions and sufficient mineral resources, even rare earth elements in Alaska. So it's quite surprising, at first glance, that the American people see themselves as a kind of "moral people." Perhaps it has to do with the conditions under which a portion of the Central European population left for America long ago. But the whole thing is also a "normal" development, at least from a psychological perspective. The poor who had to emigrate to America returned to support the old continent. A kind of "homeland feeling," I think.
Trump isn't as stupid and crazy as he might seem. I'm also sure he didn't intend to portray himself as Jesus. I see no connection between Jesus and his figure in the photo. It's truly a healing act depicted through the laying on of hands, something many saints, including the apostles, often did. So he's presenting himself as a servant of God, supported by God.
What is currently happening in the world, namely the shift of power from West to East (also called the Global South), is a normal reaction when a people turns away from God. This has happened often throughout history. In the USA (and throughout the West), atheism, and even Satanism, have become widespread. This is due to the very good living conditions, which breed apathy in faith. Feminism, in particular, has been the final straw. LGBTQ, pedophiles, masochists, Femi-Nazis, neo-Nazis—all these are movements that are directed against God. And Western society largely tolerates this. Therefore, God has generally withdrawn power from the West and withdrawn his love. Of course, there are still some devout and religious people in the West who remain with God.
In chapter 8 of the Book of Daniel, you'll find a vision about the Cold War. The ram represents Russia and the Soviet Union, the goat the West, first the USA, later NATO. At the very end, another small horn grows, blaspheming God. This is the Femi-Nazi sect "hagia" of Heide Göttner-Abendroth, to which women like Ursula von der Leyen belong. They want a global matriarchy and hoped to conquer Russia and China with the help of the USA. But God blocked it. The last king, who appears and is blasphemous, could be interpreted as Trump or Zelensky. But often in such visions, it's meant to be understood generally, meaning it concerns all political leaders of the West.
Everything is going according to plan, and both Trump and the leaders of the East are figures in this plan; it is God's plan. None of these leaders can do as they please, because God is using them all. I have described the plan here for all those who don't think they are the great independent players in this world :-)
https://disk.yandex.com/d/ZFQanBY5BtWh1w
Understanding these things and interpreting them in the context of the world situation took several years. I never corrected anything in the texts; instead, when I gained a better understanding, I simply added further text. That's why there are slight differences from beginning to end.
Warum die USA verlieren: * Weil sie aus dem 2. WK zwar als einzige Macht mit Gewinn hervorgegangen sind, aber bis heute vergessen haben, den Weltkrieg zu beenden und nach Hause zurück zu kehren. * Weil der Neoliberalismus ein Wirtschaftssystem ist, dass nicht funktionieren kann. Die USA sind pleite. * Weil der Petrodollar nicht mehr funktioniert und auch der Versuch die Öl- und Gasvorkommen dieser Welt physisch zu kontrollieren mittlerweile als gescheitert gelten kann. Weder ist es gelungen die Russische Föderation zu zerstückeln noch wird die USA die Golfregion in Zukunft noch beherrschen können.
Da folge ich insgesamt eher der These, daß der wirkliche Akteur nicht EIN Land, die USA oder ISR oder beide oder xyz ist, sondern seit dem Ersten Weltkrieg (als Anfang) und erst recht nach dem Zweiten, die transnational vernetzt agierende kapitalistische Weltfinanz. Das sogenannte Finanzkapital oder, wie sie sich selber nennen, „die globale Elite“ bzw. "Goldene Milliarde". Ihr Geld regiert die Welt und seit Auflösung des Ostblocks eben ungebremst.
Nach deren Pfeife (als Global Player) tanzen westliche Politiker, Regierungen und deren Geheimdienste. Und wer ausschert, sich diesem System nicht unterordnet, eigene Wege geht, wird mit Gewalt „diszipliniert“. Wo sie sitzen, wer ihr konzertiertes Agieren ins Leben gerufen hat, dürfte bekannt sein: Großbanken, vor allem Rothschild, die Zionisten, der Groß-Adel u.a. Auf durchaus bekannten Treffen und in „Clubs“ werden regelmäßig die offiziellen Marschrichtungen für dazu erforderliche „dienstbare Geister“ wie Politiker, Medien usw. festgelegt. Durch jenes Finanzkapital wurden die weltweiten Institutionen (wie UN und WHO) auf Linie gebracht und das geht bis runter durch.
Früher waren die Kommunisten der mit allen Mittel auszuschaltende Bemsklotz und Gegenspieler, heute sind es die BRICS, denn dieses „Kapital“ ist gezwungen immer weiter zu wachsen, sich auszudehnen, zu fressen. Das zu unterbinden und so sterben zu lassen, ist meines Erachtens die einzige Möglichkeit, diesem vermaledeiten Spuk der Finanzkapitalisten endlich einen Riegel vorzuschieben. Geht nun mal leider nicht „leise“ vonstatten.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
19.04.2026
The Corbett Report: Die „multipolare Weltordnung“ IST die neue Weltordnung!
In seiner Podcast-Folge Nr. 497 vom April 2026 zerlegt James Corbett vom CorbettReport.com schonungslos die Illusion, dass die BRICS-Staaten oder die angebliche „Achse des Widerstands“ (Russland, China, Iran & Co.) die Menschheit vor dem New World Order retten könnten. Stattdessen zeigt er anhand jahrzehntelanger, lückenlos dokumentierter Geschichte: Die multipolare Weltordnung ist keine Alternative – sie ist die perfekte Weiterentwicklung und Vollendung desselben globalistischen Projekts, das seit über 130 Jahren von denselben Netzwerken vorangetrieben wird.
Die Diagnose: Multipolaritis – und die einzige Medizin ist Geschichte
Corbett beginnt mit einer direkten Ansprache an alle, die noch hoffen, Putin, Xi Jinping oder die Mullahs in Teheran würden die „bösen westlichen Globalisten“ besiegen. Wer sich über BRICS-CBDCs, eine neue multipolare Währung oder den angeblichen Kampf gegen die US-Hegemonie freut, leidet an „Multipolaritis“.
Die Symptome: Man entschuldigt die gleichen Lockdowns, die gleichen Impfkampagnen, die gleichen Klimagipfel und die gleichen UN-Resolutionen, wenn sie nur aus Moskau, Peking oder Teheran kommen.
Die Heilung? Ein tiefer Tauchgang in die echte Geschichte.
Denn die Rhetorik der „multipolaren Retter“ klingt Wort für Wort wie die der angeblichen Gegner. Putin und Xi sprechen von „gleichberechtigter und geordneter Multipolarisierung“, „inklusiver wirtschaftlicher Globalisierung“ und einem „gerechteren globalen Governance-System“ – exakt die Sprache der UN, des Weltwirtschaftsforums und der westlichen Think-Tanks.
Sogar die Klimapolitik, die 2030-Agenda und die Biosicherheitsmaßnahmen während der Pandemie werden von beiden Seiten identisch gefeiert.
Die Wurzeln: Ein Geheimbund aus dem Jahr 1891
Die Spur führt zurück ins winterliche London des Jahres 1891. Drei Männer – der Zeitungsverleger William T. Stead, der einflussreiche Höfling Reginald Brett (später Lord Esher) und der Diamantenmagnat Cecil Rhodes – gründen eine geheime Gesellschaft nach jesuitischem Vorbild.
Ziel: eine anglo-amerikanische Allianz, die die Welt unter einer einzigen globalen Ordnung vereint.
Aus diesem Zirkel entsteht später das, was der Historiker Carroll Quigley als „interlocking network of organizations“ bezeichnete: der Council on Foreign Relations (CFR) in den USA, das Royal Institute of International Affairs (Chatham House) in Großbritannien und Ableger in allen Commonwealth-Ländern.
Diese Gruppe war maßgeblich verantwortlich für den Burenkrieg, die Gründung des Rhodes-Stipendiums, die Kontrolle der Times, die Schaffung des Völkerbunds, die Appeasement-Politik gegenüber Hitler und letztlich die Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs.
Noch während des Krieges übernahm der CFR 1939 die „War and Peace Studies“-Gruppe, finanziert von der Rockefeller-Stiftung. Diese Gruppe diktierte der US-Regierung die Nachkriegsordnung: Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Bretton-Woods-System und die Gründung der Vereinten Nationen.
Von der UN über Bilderberg zur Trilateralen Kommission
Nach 1945 wurde das System perfektioniert. Das Bretton-Woods-Abkommen schuf eine internationale Währungsordnung, in der alle Währungen an den US-Dollar gekoppelt waren.
Parallel dazu förderten dieselben Kreise – nun auch über die Bilderberg-Konferenzen ab 1955 – die Schaffung regionaler Blöcke.
Die Protokolle der dritten Bilderberg-Konferenz von 1955 sprechen offen von der „dringenden Notwendigkeit, die Deutschen mit den anderen Völkern Europas in einen gemeinsamen Markt zu bringen“ und von einem „höchsten Grad an Integration“ innerhalb kürzester Zeit. Zwei Jahre später wurde der Vertrag von Rom unterzeichnet – die Geburtsstunde der EU.
1973 folgte die Trilaterale Kommission, die explizit eine „Neue Internationale Wirtschaftsordnung“ forderte. Ihre Mitglieder – darunter Zbigniew Brzezinski und David Rockefeller – prägten Agenda 21, die Earth Charter, den Klimawandel-Diskurs und die gesamte Rhetorik der „nachhaltigen Entwicklung“.
Das Ziel war nie nur Kontrolle über Menschen und Wirtschaft, sondern über alle natürlichen Ressourcen der Erde unter dem Deckmantel von „Sustainable Development“.
BRICS: Keine Rebellion, sondern die nächste Stufe
Genau in dieses System wurde 2001 der Begriff „BRIC“ von Goldman-Sachs-Ökonom Jim O’Neill geprägt. Die angeblichen „Emerging Markets“ sollten nicht das System stürzen, sondern sich darin einnisten.
Als 2015 die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) und die New Development Bank (NDB) der BRICS gegründet wurden, jubelten viele: Endlich eine Alternative zu IWF und Weltbank!
Doch sofort kam die Kooperationserklärung: Christine Lagarde (damals IWF-Chefin) und Weltbank-Präsident Jim Yong Kim begrüßten die neuen Banken als „komplementäre Partner“. Der Vizepräsident der NDB saß gleichzeitig im Vorstand des IWF.
Keine Rivalität – nur ein weiterer Sitz am selben Tisch.
Auch die technischen „Alternativen“ sind Schein: Das chinesische CIPS-Zahlungssystem nutzt zu 80 % das SWIFT-Netzwerk. Putins Eurasische Wirtschaftsunion ist strukturell eine exakte Kopie der EU.
Und das angeblich revolutionäre mBridge-Projekt für eine BRICS-CBDC? Es wurde ursprünglich von der Bank for International Settlements (BIS) in der Schweiz mit China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran entwickelt – also genau den neuen BRICS-Mitgliedern.
Die gleiche Agenda, nur mit anderem Branding
Corbett vergleicht wörtliche Auszüge aus gemeinsamen Erklärungen von Putin und Xi mit den klassischen Globalisten-Texten.
Man findet exakt dieselben Phrasen: „Multipolarität“, „inklusive Globalisierung“, „UN-zentriertes internationales System“, „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, „Klimaschutz“, „Biosicherheit“ und „Bekämpfung von Pandemien“.
Selbst die Lobeshymnen auf die COVID-Quarantänen und die „wunderbaren“ Impfstoffe fehlen nicht.
Der Artikel von Hrvoje Moric „Multipolarity as World Government 3.0 and its Pied Pipers“ (Geopolitics and Empire, März 2026) wird von Corbett ausführlich gewürdigt.
Moric zeigt: Es gibt keine „guten Akteure“. Jeder Nationalstaat wird von oligarchischen Kartellen regiert, die mit der internationalen Klasse vernetzt sind.
Die multipolare Ordnung ist Weltregierung 3.0 – nach Völkerbund (1.0) und UN (2.0). Regionale Blöcke (EU, Eurasische Union, Unionen in Lateinamerika, Afrika usw.) sollen die Bausteine einer globalen Föderation bilden.
Technokratie, 15-Minuten-Städte, Ressourcen-Kontrolle und digitale Überwachung sind keine westliche Erfindung – sie wurden bereits in der Sowjetunion erprobt.
Die „Multipolistas“ – nützliche Idioten oder bezahlte Akteure?
Corbett und Moric analysieren das Spektrum der BRICS-Verteidiger:
Von gutgläubigen Aktivisten über narzisstische Grifter bis hin zu direkt von Staaten (Russland, China) oder westlichen Geheimdiensten gesteuerten Figuren.
Die Finanzierung bestimmter „alternativer“ Medien durch dubiose Kanäle (TNT Radio, Substack-Zahlungen etc.) und die gezielte Deplatforming-Kampagne gegen echte Kritiker zeigen: Das Narrativ wird aktiv gesteuert.
Pentagon-„Active Measures“ auf X und die Zusammenarbeit von NATO, Atlantic Council und DHS dienen dazu, Kritiker als „russische Agenten“ zu diskreditieren – während gleichzeitig die multipolare Agenda vorangetrieben wird.
Fazit: Es gibt keine guten Oligarchen
Ob Westen oder BRICS – die Spitzen der Macht verfolgen dasselbe Ziel: eine technokratische Weltordnung, in der du nichts besitzt, regional regiert wirst und „glücklich“ bist, weil Big Brother es dir per Brain-Computer-Interface einimpft.
Die multipolare Weltordnung ist kein Gegenentwurf. Sie ist der nächste, schönere, „inklusivere“ Schritt zur selben Neuen Weltordnung.
James Corbett schließt mit dem Appell: Es gibt keine politischen Retter. Die einzige Hoffnung liegt in der Aufklärung und im Wort-zu-Wort-Weitertragen dieser Dokumentation.
Wer die Geschichte kennt, lässt sich nicht mehr von „Hopium“ täuschen.
Die Links und Quellen zur gesamten Recherche finden sich auf CorbettReport.com/multipolar – inklusive des vollständigen Transkripts, der zitierten Studien und des empfohlenen Artikels von Hrvoje Moric.
Wer die multipolare Weltordnung als Befreiung feiert, hat die Lektion der letzten 130 Jahre nicht verstanden: Es gibt nur einen Club. Und wir gehören nicht dazu.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.