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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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Maria Avilova und Peter Hänseler – Dubai, 1. März 2026
forumgeopolitica.com, So. 01 Mär 2026, Peter Hänseler
Peter Hänseler befindet sich mit seiner Familie in Dubai. Eine nüchterne Analyse eines Ferienaufenthalts, der keiner mehr ist.
Vor gut drei Wochen machte ich auf dem Weg in die Schweiz Halt in Dubai und führte mit meinem Freund und Co-Autor Simon Hunt und weiteren interessanten Menschen Gespräche über die bedenkliche Entwicklung der geopolitischen Lage. Ich war besorgt über den Truppenaufmarsch der Amerikaner im Persischen Golf, hoffte jedoch, dass der Krieg nicht ausbrechen würde. Ein Krieg, zu dem es nur dann käme, falls die Amerikaner die Situation und ihre eigenen Möglichkeiten komplett falsch einschätzen würden. Scott Ritter, der in seinem letzten Artikel bei uns – «Krieg gegen Iran» - ein düsteres Bild zeichnete, oder auch Larry Johnson sollten Recht behalten. Die Amerikaner haben den Bezug zur Realität verloren. Der Krieg ist da.
Mit Simon Hunt traf ich einen sehr gebildeten Mann, ein erfolgreicher indischer Investor, der mit seiner Familie in Dubai wohnt. Ich sagte ihm, sollte der Krieg ausbrechen, würden die Iraner alle amerikanischen Militärinstallationen im Nahen Osten angreifen – auch in den Emiraten, auch in Dubai und anderswo. Er konnte es nicht glauben. Diese meine Überzeugung gewann ich im Austausch mit Professor Mohammad Marandi, einem liebenswürdigen Professor aus Teheran, welcher die Mentalität der Amerikaner zutiefst verinnerlicht hat. In Richmond / Virginia geboren, mit 13 Jahren in den Iran übergesiedelt, diente er als junger Mann im Iran-Irak Krieg. In diesem Krieg verlor er praktisch alle Kameraden seiner Einheit, wurde selbst schwer verletzt und lehrt heute persische Literatur in Teheran lehrt. Er überzeugte mich davon, dass ein neuerlicher Angriff auf den Iran zu einem regionalen Krieg führen würde. Seit Samstagmorgen ist dies nun Realität.
Vor ein paar Tagen traf ich mich auf dem Rückweg aus der Schweiz mit meiner Familie in Dubai; Masha hatte hier ein paar Dinge zu erledigen und wir fanden es eine schöne Idee, diese Zeit gemeinsam zu verbringen.
Als der Krieg am Samstagmorgen begann, spürte man nichts davon. In unserem Beach-Hotel spielte die Musik laut und die Menschen schien es nicht zu kümmern, wie auch? Der Krieg fand ja schliesslich nicht in Dubai statt, sondern im Iran und in Israel. Typisch Mensch. «Das ist nicht mein Problem, das Elend ist weit, die Musik spielt weiter».
Die Amerikaner und die Israelis jubelten bereits nach ein paar Stunden. Einmal mehr führten beide einen Enthauptungsschlag gegen die Führung im Iran. Wie im Juni 2025 lullten die Amerikaner die Iraner mit Verhandlungen ein, die man am Montag hätte weiterführen wollen, nur um die Iraner während der laufenden Verhandlungen anzugreifen. Somit darf man mit Fug behaupten: Wenn die Amerikaner verhandeln, ist das ein Zeichen dafür, dass sie hinterrücks angreifen werden. Mit den Amerikanern Verhandlungen zu führen, ist tödlich, und darin wird das Problem für die Zukunft liegen, vgl. dazu meinen Artikel vom «Diplomatie auf dem Totenbett – vom Friedenspräsidenten zum Kriegstreiber».
Heute morgen ist es Tatsache – das Staatsoberhaupt und oberste geistliche Authorität Ajatollah Ali Chamenei kam beim ersten Schlag gegen den Iran ums Leben. Die Israelis und die Amerikaner sind fest davon überzeugt, damit den Iran am Boden zerstört zu haben und im Weiteren würden ein paar Tage Bombardierung reichen, um ihr Ziel «regime change» zu erreichen. Das wird nicht passieren.
Der erste Stimmungswandel in Dubai kam am Samstagnachmittag – der Flughafen Dubai wurde geschlossen. Auf Flight-Radar konnte man zuschauen, wie der Flugverkehr zum Erliegen kam. Da wird es wohl nichts mit der Heimreise am Montag. Mashas Sohn und sein Freund freuten sich – keine Schule!
Kluge Menschen lernen aus den Fehlern in der Vergangenheit. Die Iraner zeigten bereits während des 12-Tage-Krieges vom letzten Sommer, dass Sie sich durchaus wehren können und fügten Israel eine komplette Schlappe zu – so die Realität. Der Umstand, dass sich die westlichen Medien verrenken mussten, um Israel als «Sieger» darzustellen, macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Nach dem Geheul der Israelis gaben die Iraner – auch auf Wort und Glauben der USA - leider nach. Die Amerikaner meinten jetzt – ein gutes halbes Jahr später – genug nachgebessert zu haben, um den Krieg zu gewinnen. Es spricht praktisch alles dagegen. Denn alles, was die Amerikaner mit dem 12-Tage-Krieg im Juni letzten Jahres und den gemeinsam mit Israel und Grossbritannien angezettelten brutalen und überaus blutigen Unruhen à la Maidan Anfang des Jahres 2026 erreicht haben, ist, dass die Iraner zusammenstehen wie noch nie in den letzten 47 Jahren. Hier ein kurzer Blick auf die Kundgebungen in Iran – schlechte Laune gegenüber der Regierung oder gar Protest gegen sie sieht anders aus.
Am gestrigen späten Nachmittag hörte man in Dubai Detonationen. Man sprach von einem CIA-Standort, der angegriffen worden sei. Weiter entstanden einige Schäden von herunterfallenden Trümmerteilen abgeschossener Raketen und Drohnen. Von einem direkten Angriff auf die Innenstadt in Dubai war nichts zu sehen. Den Samstagabend liessen sich Masha und ich nicht verderben und wir gingen in unser Lieblingsrestaurant in Dubai – ins Alici. Als wir ankamen, teilte uns der Restaurantmanager mit, dass alle Reservationen von den Gästen storniert worden seien – ausser von den Russen. Nachdem die Menschen am Nachmittag noch Party feierten, hatten nun alle Angst, aus dem Haus zu gehen – ausser den Russen. Es war eine grossartige Runde; keiner von ihnen konnte die Panik verstehen, wir auch nicht.
Da man sich die Nacht nicht mit X und Telegram um die Ohren schlagen kann, gingen wir zeitig ins Bett. Guter Schlaf ist der beste Berater in Zeiten der Unsicherheit. Diese Strategie wurde jedoch vom Hotelmanagement zunichte gemacht. Um ca. zwei Uhr in der Früh gingen die Sirenen los – man müsse sich umgehend in der Hotellobby einfinden. Übernächtigte Gesichter standen ein paar Minuten später dort. Man riet den Gästen, die Nacht in der Tiefgarage zu verbringen. Ein grotesker Vorschlag – wir befanden uns weit entfernt von amerikanischen Militärbasen. Zurück im Zimmer schliefen wir den Schlaf der Gerechten und am Morgen war beim Frühstück einfach zu erkennen, wer im Bett schlief und wer in der Tiefgarage – die Russen sahen erholt aus.
Ich habe keine Ahnung, wie und wann wir wieder abreisen können, aber für ausserordentliche Situationen haben wir eine einfache Regel: Wenn man eine Situation durch eigenes Tun nicht ändern kann, so sollte man sich mit ihr arrangieren und das Beste daraus machen – und das tun wir.
Jetzt fragen Sie sich sicher, was für ein Fazit ich schreiben werde, welche Schlüsse man heute ziehen kann. Kurzantwort: Keine. Falls die USA und Israel durch ihre Angriffe die iranische geistliche und weltliche Führung nicht zu Fall bringen können, haben sie bereits verloren. Meines Erachtens wird es zu keinem Fall der iranischen Regierung kommen, vielmehr haben der 12-Tage-Krieg, die Unruhen im Maidan-Stil zu Beginn des Jahres und der Angriff vom 28. Februar 2026 das Volk geeint. Was beide Agressoren – USA und Israel – dazu treibt, eine Mädchenschule anzugreifen, was zum Tode von über 100 jungen Mädchen führte, bleibt einem geistig gesunden Menschen verschlossen. Man darf, ja man muss die dafür verantwortliche israelische und amerikanische politisch-militärische Führung mit Fug als Psychopathen bezeichnen.
Die Iraner werden dann gesiegt haben, wenn sie in Frieden werden leben können, frei, ohne Sanktionen und ohne von zionistischen Terroristen als Terroristen bezeichnet zu werden. Das wird erst der Fall sein, wenn der grösste Terrorist im Nahen Osten beseitigt worden ist: Israel, bzw. die zionistische Führung des Landes. Dass die Iraner klein beigeben werden, steht nicht zu erwarten. Ein Einlenken Trumps käme politischem Selbstmord gleich – dann verliert er die Zwischenwahlen im November ganz sicher. Wenn er nicht einlenkt und der Iran standhaft bleibt, dann wohl auch.
Es wäre unangemessen, die Situation als spannend zu bezeichnen, denn die Beteiligten werden durch knietiefes Blut waten. Dazu besteht die reale Gefahr einer weit über Westasien hinausgehenden Eskalation. Denn dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen den Iran. Es ist der erste Krieg des im Abstieg begriffenen Westens gegen BRICS (dazu meine Serie «Der Krieg zweier Welten hat begonnen»). Neben dem heissen Krieg gegen den Iran wird die Konfrontation mit BRICS mit allen Mitteln und auf allen Ebenen geführt. Der Besuch des indischen Premierministers Narendra Modi am 27. Februar 2026 spricht Bände und dürfte ausserhalb des Westens weltweit eine Menge Fragen aufwerfen, nicht unbedingt zum Vorteil von Indien. Und BRICS?
Indien Israel US Vereinigte Arabische Emirate
29 Kommentare zu
«Peter Hänseler – Gedanken in Dubai»
Simon hunt So. 01 Mär 2026, 14:03
Brilliant Peter and what a lovely photo. A very happy couple tennis is out for tomorrow unless there is a change of heart overnight. Live is boring will be doing my piece tomorrow morning on the war cheers my friend Simkn
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Peter Schweizer So. 01 Mär 2026, 14:27
Danke für diesen Bericht vor Ort und Ihre Einschätzung der Situation.
Was mich überrascht ist, dass sich die Iraner überraschen liessen. Am Freitag hatte ich das Gefühl, dass die positiven Äusserungen der USA über Fortschritte in den Atomverhandlungen nur als Ablenkungsmanöver dienten, und Israel den Krieg am Sabbath starten wird. Dann steht dort die Wirtschaft still. Das ist praktisch für einen Kriegsbeginn. Ich hätte auf Grund dieser Beobachtung im Iran Grossalarm ausgelöst, und die Führung in Sicherheit gebracht. Nach all dem, was sich Israel und die USA bisher geleistet haben, brauchte man dafür kein Hellseher zu sein. Schade!
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Валерий Частнвх So. 01 Mär 2026, 14:41
Очень интересный и хладнокровный анализ событий с художественными бытовыми зарисовками. Интересно, что эти удары сплотили не только иранское общество . Читаю два дня наши паблики : практически 100-процентное проиранское и , следовательно, антиамериканское настроение.
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Paolo Martinoni So. 01 Mär 2026, 15:00
Ich kann es nicht fassen, dass die oberste geistliche Authorität Ajatollah Ali Chamenei derart unvorsichtig gewesen sei. Sein Verhalten ist an Naivität kaum zu toppen, scheint mir. Wie dem auch sei: Israel und USA sind Terrorstaaten, daran besteht kein Zweifel. Wie lange wird man sie noch gewähren lassen?
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Antwort auf J.Blumer So. 01 Mär 2026, 15:37
Genau Ihre Meinung ist auch meine !
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Antwort auf Ruth So. 01 Mär 2026, 15:39
Aus westlicher (!) Sicht.
Alles, was nicht den eigenen Ansichten entspricht... noch immer das hochmütige (koloniale) Denken. Die Überlegenheit (und Richtigkeit) der eigenen Kultur.
Ich zitiere mal aus dem Artikel von Dmitri Bawyrin: "Der Rahbar hat sich nicht evakuieren lassen, sich nicht versteckt, ist nicht einmal in den Bunker gegangen. Als Schiit war ihm der Gedanke der martyrhaften Selbstaufopferung vertraut, als Muslim glaubte er an die Unausweichlichkeit des Willens Allahs, aber vor allem war Chamenei ein sehr erfahrener Politiker. Er konnte sein Schicksal nur dann akzeptieren, wenn er die wichtigste Frage – die der Machtübergabe – bereits geklärt hatte."
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Antwort auf Ruth So. 01 Mär 2026, 15:47
Und als Ergänzung: Der Westmensch hätte sich versteckt. Weil er sich selbst für das Wichtigste hält, ist ja auch keiner besser als er, *Zynismus aus, und es nur um IHN geht.
Genau das, was mal Orban sagte: Im Westen gibt es nur Ich, kein Wir. Ansonsten nichts.
Und damit geht er zugrunde, denn so funktioniert Leben nicht.
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Antwort auf Smitty So. 01 Mär 2026, 17:05
Exactly, exactly.
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Antwort auf Stefan Meyer So. 01 Mär 2026, 17:12
Erkenntnisgewinn! Danke!
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Antwort auf Doris Manner So. 01 Mär 2026, 16:37
Das sogenannte Christentum und der Islam sind Schöpfungen des Judentums. Die Christen sind ihre demütigen opferbereiten Diener. Die Muslime erledigen sich selbst, indem der Opfertod das Höchste für sie ist. Zusammen sorgen sie für den nötigen Zoff, denn wenn sie sich zusammen schließen würden, dann Ade Zionismus und Krieg.
Gott will keine Opfer und keine Diener sondern freie und selbst denkende Menschen. Was dagegen steht sind Religionen mit ihren Geboten und lebensfeindlichen Forderungen.
Es Wildheit, dass man die Religionen unter die Lupe nimmt. Was mit der Bibel in die Welt getragen wurde - ist die Lehre, die Jesus bekämpft hat. Lesen Sie Matth. 33,15!
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Antwort auf Any Person So. 01 Mär 2026, 17:49
You have hit on the fundamental dilemma of the Abrahamic Religions. All claim the same proto-God, but can't agree on anything beyond that, to the point of killing each other over what amounts to differing mythologies and culturally-derived mores.
Take the Jew/Muslim dietary laws: 100% rational before refrigeration and knowledge of pathogens. Today, it's pointless ritual used to enforce psychological compliance. Ditto for specified clothes, particularly for women. When I was growing up, in church men were required to take off their hats, women required to wear head-coverings. It's all bullshit.
The excuse that 'all morality depends on a God' for such social abuses and warmongering doesn't wash anymore.
Then the we enter the 'but my God is the right God' part of the endless wrangling. All sides make the claim, and yet none will excise the now unacceptable bits of their theologies. Passages that endorse slavery and women and children as chattel are down-played, but not red-circled and directly annotated in the text as illegal and immoral. The old supremacist attitudes persist, if muted.
Jesus admonished his followers to 'render unto Caesar', in other words, kowtow to the economic dictator of the day.
Religion is a social-control mechanism, easily available to, and demonstrably used by, the most psychopathic among us. Trump is 'Christian"? At least since he stumbled into the White House and discovered the Zionists (Jew and Christian) held the power/purse strings. Or is he Zionist, which by definition is anti-Christian... Or does he harbour secret Islamic bent, given his obsequious parading around a glowing globe in Saudi Arabia? Most likely he will cynically adopt the trappings of any religion when convenient. As all the Oligarchic political class does. The King of England is The Protector of All Faiths (not just Anglican anymore), and yet he supports those who assassinated Khameni.
"Oh what a tangled web we weave, at first we practice to deceive." Walter Scott, Marmion
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Antwort auf Doris Manner So. 01 Mär 2026, 21:16
"Jesus ermahnt seine Jünger, "dem Cäsar zu geben", mit anderen Worten, sich dem damaligen Wirtschaftsdiktator zu beugen." Bei dieser Antwort von Jesus ging es darum, dass seine Verfolger Gründe suchten, um ihn anzuklagen. Hier KI-generiert: "Matthäus 22,21 „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Jesus trifft diese Aussage als Antwort auf die Fangfrage, ob es erlaubt sei, Steuern an den römischen Kaiser zu zahlen."
Sie brauchten Anklagepunkte, um ihn zu töten, denn er hatte viele Anhänger, gerade unter gebildeten Juden. Die "Geistlichkeit" fürchtete das Volk zu verlieren. Es war damals wie heute, das Volk ist verführbar, aber nachdenkliche und verantwortungsbewusste Menschen nicht so leicht. Schließlich wurde er bei Pilatus angeklagt, weil er gesagt haben soll, er sei der Sohn Gottes! Als ob wir nicht alle Kinder Gottes sind! Das ist doch alles Haarspalterei! Ich finde, man müsste sich intensiv mit allen Religionen beschäftigen. Meinen vorherigen Kommentar habe ich vom Handy geschrieben, da schleichen sich manchmal Worte ein, wie z.B. Wildheit. Aber ja, gar nicht so falsch, diese natürliche Wildheit sollten wir wieder haben, gezügelte Wildheit, nicht von anderen gezügelt sondern von uns selbst. Verantwortung für uns selbst und für unsere Nächsten und diese Verantwortung nicht an eine höhere Stelle abgeben. Dann kommt die Welt in Ordnung.
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Antwort auf Doris Manner So. 01 Mär 2026, 21:22
Matth. 23,15 sollte es heißen.
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Antwort auf Jean-Daniel Mottier So. 01 Mär 2026, 16:00
Ich schliesse mich an.
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Antwort auf Smitty So. 01 Mär 2026, 17:04
It's better to put yourself in the mind of a religious figure instead of as yourself.
The reports said he lived a normal life, built a succession decision process and accept the possibility of martyrdom as God's will.
He might have viewed as "naive" those who think the zionists are only interested in abusing muslims about would stop there if allowed to do that unchecked. It is this naivete that will result in the mass slavehood of average Europeans and Americans - the leaders know and have already been bought off. The rest are cannon fodderfor the eastern front of the zionists' campaign and zny dissenters lambs to the slaugter.
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Antwort auf Stefan Meyer So. 01 Mär 2026, 17:10
Und nicht nur der Ajatollah - der hat es abgelehnt, sich zu verstecken, wie man hört - sondern ein ganzer Führungsstab!
Wir lernen: Das ist wohl der Unterschied zwischen „Enthauptungsschlag“ und „Militärischer Sonderoperation“ .
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Antwort auf W So. 01 Mär 2026, 19:36
Meiner Ansicht nach ist das ein äusserst cleverer Schachzug eines 87jährigen hocherfahrenen Politikers mit gleichzeitig lebenslangem professionellem Priesterwissen: Er hat sich damit zum Märtyrer machen lassen!
Egal, was die Angreifer (& ihre aktiven wie passiven Unterstützer) nun tun (&lassen) - mit welchen "RECHTfertigungen" auch immer -, ist schlicht machtlos gegen Glaubenseinheit; und die macht bekanntlich vor keinen Landesgrenzen halt.
Wie achtsame Beobachter der Weltgeschehnisse aus eigenen Recherchen bestens wissen, bereiten Zionisten schon seit Jahren aktivst die nach ihren heiligen Schriften erforderlichen Rituale für das Armageddon vor, in der Überzeugung, dass jetzt die Zeit gekommen sei.
Politik + Glaube... eine geschichtlich erwiesene Unheil bringende Allianz.
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Antwort auf Doris Manner So. 01 Mär 2026, 20:51
"Wie achtsame Beobachter der Weltgeschehnisse aus eigenen Recherchen bestens wissen, bereiten Zionisten schon seit Jahren aktivst die nach ihren heiligen Schriften erforderlichen Rituale für das Armageddon vor, in der Überzeugung, dass jetzt die Zeit gekommen sei." Genau das ist es! Daher wäre es so wichtig, sich in erster Linie mit Themen der Religion auseinanderzusetzen.
Netanjahu sagt ganz offen, dass es darum geht, eine Niederlage, die irgendwann vor 2000 Jahren stattgefunden haben soll, zu rächen und damit den 3. Weltkrieg auszulösen! Nach einer biblischen Prophezeiung, soll danach der Messias erscheinen, dann wird das legendäre Reich König Davids und der Salomonische Tempel wieder aufgebaut und dann wird es eine jüdische Weltherrschaft geben! Darum geht es und um nichts anderes! Daher muss der 3. Weltkrieg her, egal ob im Nahen Osten oder wie von der City of London geplant und vorangetrieben, mit Hilfe der Ukraine auf deutschem Gebiet! Wie aus den Epstein-Akten ersichtlich, war Epstein ein Agent der City of London, genauer gesagt der Rothschild-Familie, der dafür sorgte, dass alles in deren Sinne geschieht und mit Israel abgestimmt wird. England ist Vorreiter in Überwachung. Noch in diesem Jahr soll es dort die erste 15-Minuten-Stadt geben. König Charles soll der König der Welt werden. Wie man auch schon hörte, ist das englische Haus Nachfolger des biblischen Königs David. Nach 500 Jahren hat sich zum ersten Mal wieder ein englischer König mit dem Papst getroffen. Alles ist seit langem vorbereitet.
In Wirklichkeit geht es um die Höherentwicklung der Menschheit. Es geht hier um eine archaische Religion, die noch den Teufel und das Böse kennt. Wie östliche Religionen erkannt haben, leben wir in einer bipolaren Welt einer Welt des Yin und Yang, des Aktiven und Passiven, des Männlichen und Weiblichen oder des Hellen und Dunkeln, die zusammen wirken und auf diese Weise die Welt gestalten. Daher sagte Jesus, man soll den Feind lieben. Man muss im Kleinen anfangen, um das Große zu erkennen. Der Eine sieht die Vorderseite eines Gebäudes, der andere die Rückseite, dann streiten sie sich darum, wer Recht hat. Jeder sollte Ernst nehmen, was der andere sagt. Selbst, wenn es Blödsinn ist, hilft es uns weiter, weil wir dann in dessen Psyche eindringen können, um ihn vielleicht liebevoll auf den richtigen Weg zu führen.
Was soll uns das Verhalten dieses Volkes vor Augen führen? Menschen, die sich so klug fühlen, dass sie glauben, von Gott dazu ausersehen zu sein, die ganze Welt zu lenken!!!
Oh, oh, sehen wir da als Menschheit nicht in einen Spiegel? Wir Menschen glauben doch auch quer durch alle Völker, die Krone der Schöpfung zu sein und die Welt nach unserem Willen gestalten zu können, ohne Rücksicht auf die Gegebenheiten und die anderen Lebewesen.
Wie eine Biologin in den 1960er Jahren herausfand, verhalten sich von Natur aus alle Lebewesen so, dass sie immer dem Großen Ganzen dienen. So hat sich der Mensch einst auch verhalten und die Welt war in Ordnung, bis der Mensch den Verstand entdeckt hat! Derjenige, der sich für klug hielt, glaubte nun auserwählt zu sein, die anderen zu lenken. Damit fing alles an. Aber es kamen Völker auf, die weitere Erkenntnisse hatten, in Ägypten, in Indien und China. Anstatt von ihnen zu lernen, bekämpft man sie mit allen Raffinessen.
Auf andere hören, sie lieben, auch wenn sie andere Ansichten haben, über den Dingen stehen, in sich gehen. Auf jeden Einzelnen kommt es in diesen Zeiten an, die sicher noch chaotisch werden.
Wie kann man Massen, dazu bringen, sich richtig zu verhalten? - Lernen wir aus der Natur! Man hat festgestellt, dass bei einem Schwarm Vögel, sich jeder an seinem Nachbarvogel orientiert. Man darf ihn nicht bedrängen, sich aber auch nicht bedrängen lassen. Auf sein eigenes Wohlergehen genauso achten, wie auf das Wohlergehen seiner näheren Umgebung. Wozu eine Regierung, die in Krisenzeiten vielleicht sowieso ausfällt? Wenn jeder in seinem unmittelbaren Umfeld sich fürsorglich verhält, dann kann man auch die schwierigsten Zeiten meistern. Die Welt ist ein sich selbst bildenden geistiges Ganzes (Laotse).
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Paul So. 01 Mär 2026, 15:36
Herzlichen Dank für die Info. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und eine sichere Heimreise nach Moskau. Solange Israel und seiner Epstein Mafia besteht, gibt es weltweit keinen Frieden.
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Ch. Schmitter So. 01 Mär 2026, 16:23
Grossartiger Kommentar von P. Hänseler, dessen Analyse und Schlussfolgerungen ich voll mittrage!
Zudem: Peter sieht auf dem Ferienfoto wesentlich entspannter aus als anlässlich der Begegnung von "Vitalis Reisegruppe" mit dem Schweiz Botschafter in Moskau, im Januar 2026.
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Heiko So. 01 Mär 2026, 17:13
Vielen Dank für die Einblicke.
Eines darf man aber niemals vergessen. Der "Westen" ist ein Synonym für den Kapitalismus, der eben im Westen seinen Ursprung hat. Alle antikolonialen Befreiungsbewegungen waren immer sozialistisch orientiert, denn man wollte nicht so werden wie die Kolonisatoren.
Tragisch wird es für die Normalbürger im Westen werden, wenn die anderen 85% der Weltbevölkerung ihre Stärke erkannt haben werden.
Rosa Luxemburg war prophetisch: "Sozialismus oder Barbarei"
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Adrian Mai So. 01 Mär 2026, 17:52
Ich bin über die Analyse nicht verwundert, sondern sehr enttäuscht, denn diese blendet aus, dass der Iran ein Terrorstaat ist, mit einer "Führung", die aus Ideologen und Terroristen besteht - eine (auch für den Islam) eine unheilige Allianz; dies ist einmal mehr in den letzten Wochen und Monaten deutlich geworden, dass nicht nur die Bevölkerungen in anderen Staaten vom Terrorregime und deren Proxies terrorisiert werden, sondern auch die eigene Bevölkerung.
Niemand, lieber Kollege Hänseler, jubelt in Israel über den erneuten Waffengang, niemand fühlt sich als Sieger, es geht für Israel um die Existenz und sein Existenzrecht, das die Terroristen in Teheran seit 47 Jahre bestreiten. In einem Krieg verlieren alle, aber mit (ideologischen) Terroristen, die nach Massenvernichtungswaffen streben und das eigenen Volk terrorisieren (um es wieder wirtschaftlich auszubeuten) sind Verhandlungen nicht möglich.
Dass das Terrorregime in Teheran den Konflikt ausweiten möchte, dass auch in den Nachbarstaaten gestorben werden soll, um Tod und Elend auf andere Staaten auszudehnen und den Konflikt größer werden zu lassen, ist Ausdruck von Terrorismus des Regimes und Teil des Überlebenskampfes den Iran und seine Bevölkerung wieder im Würgegriff halten zu können, in dem weitere Staaten auf die USA, Israel und deren Unterstützer(Staaten) einwirken sollen, um einen Waffenstillstand zu erreichen, um als Regime zu überleben, eine Taktik, die bei Saddam Hussein schon nicht funktionierte; denn wer Terror säht, der wird Gegenwehr ernten, und jetzt ist es (nach 47 Jahren) soweit.
Es ist kein Krieg gegen die BRIC-Staaten, auch diese Einschätzung ist schlicht falsch, lieber Kollege. Dies zu behaupte passt die die vorstehende Überlegung, dass man versucht, den Konflikt größer zu machen als er ist, denn i. E. geht es nur gegen den Terror (im inneren, gegen das eigene Volk, und nach aussen, gegen die Bevölkerung anderer Staaten) des Regimes - es ist ein Kampf gegen den Terror und die Welt weiss es.
Die Iraner haben dann gesiegt, wenn sie das Joch der totalitären Mullah- und "Revolutionswächterregimes" losgeworden sind, sich keinen ideologischen Lebensstil aufzwingen lassen müssen (den die Protagonisten, die Mullahs etc. im Ansatz selbst nicht einhalten), und nicht nur gesellschaftlich und persönlich, sondern auch wirtschaftlich und politisch wieder frei sein können.
Es tut mir leid, dass Sie in Dubai festsitzen, und nicht nach Hause reisen können, meine Frau ist bei Verwandten in Israel, und kann auch nicht in die Schweiz zurückreisen, und ist überdies und einmal mehr dem Terror des Mullahregimes ausgesetzt.
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Antwort auf Smitty So. 01 Mär 2026, 18:03
"...Nobody in Israel, dear Mr Hänseler, is rejoicing over the renewed armed conflict, nobody feels victorious, for Israel it is about its existence and its right to exist, which the terrorists in Tehran ...."
According to the evidence accepted by the International Court of Justice and the International Criminal Courts, the israeli regime is a a terrorist regime, and its leadership are war criminals with interantional arrest warrants issued for their arrest. And none of that includes the second genocide and ethnic cleansing they have begun in the West Bank area too..
No terrorist regime has a "right to exist". Nor can the civilized world accept that they commit genocide and attack anyone who follows international law and attempts to stop the genocide.
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Antwort auf Ulrike B. Meyer So. 01 Mär 2026, 18:42
Thank you for this clear answer. I agree totally.
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Ryszard DANIEL So. 01 Mär 2026, 17:57
Yes, Peter Hanseler, the Americans (hope not all) have lost the touch with reality. But they didn't lose it today. Diverse assassinations, like Qasem Soleimani back in 2020, blowing Nord Stream, arming Ukraine, backing Israel in Gaza, pirating in the Caribbean, kidnapping Maduro, sanctions, tarifs, ... These are all actions that reflect the lack of selfcontrol, amok, not to speak about the lack of any legal justification. That's how empires in decline have always behaved. Pity that America is not capable to break this pattern and prove that a peaceful backing off is possible too.
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Adrian Mai So. 01 Mär 2026, 18:00
Was ich in meinem vorherigen Kommentar zu Peter Hänseler vergessen hatte, ist, dass ich den niederträchtigen, ideologischen, bösartigen und (offenbar) bildungsfernen Anti-Semitimus von Kommentatoren das Allerletzte finde, und spreche sie direkt an: Sie sollten sich schämen.
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Antwort auf Smitty So. 01 Mär 2026, 19:04
What's vile and malicious is racist commentary in support of a known genocidal regime. Anyone who ideologically supports and enables racist violence and genocide should be ashamed of themselves.
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Housi Ueli So. 01 Mär 2026, 19:13
Ou ou ou Hänseler
Do häts dr auwä grad a chlei dä dächu glupft !
Häsch jo ämu rächt .
Stig eifach nid i dr falsch flüügr i, weisch wegde zwüschelandige !
Grüessli
Housi Ueli
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johann strempfl So. 01 Mär 2026, 21:06
Danke an ,,FG,, für diesen Bericht und Grüsse nach Dubai, auch in der Hoffnung, auf eine baldige stressfreie Heimreise. / Zu den Verhandlungen zwischen den USA und IRAN sind mir Zitate von Hrn. Henry Kissinger eingefallen und zwar, -
° Wir müssen das sofort tun was illegal ist, verfassungsgem. Vorgehen dauert zu lange - weiters,
° Amerikas Feind zu sein, dies ist gefährlich, amerikas Freund zu sein, dies ist tödlich
und
° Am Verhandlungstisch kann wenig gewonnen werden, was nicht auf dem Schlachtfeld erreicht wurde -
diese Zitate aktueller den je ! !
Zwar nicht direkt zum Artikel passend, trotzdem möchte ich dies einbringen - zum Thema ,,PALÄSTINA / ISRAEL,, und zwar, -
es gibt die ,,Balfour Erklärung aus dem Jahre 1917,, - das Palästina ein Heimatland für das jüdische Volk werden soll, Art. 95 Vertrag von
,,Se´vres,, Im Art. 95 ist unmissverständlich festgehalten, dass die nicht jüdische Bevölkerung alle Bürgerrechte und religiösen Rechte innehaben solle und Ihr kein Nachteil aus dem Umstand erwachsen dürfe, dass Palästina zum Heimatland der jüdischen Bevölkerung werden.
Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/peter-hnseler-gedanken-in-dubai
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 1. März 2026, 28.02.2026 Von Moon of Alabama - übernommen von moonofalabama.org
(Red.) Diesen Beitrag sollte man im Zusammenhang mit dem vorangegangenen Beitrag des indischen Ex-Diplomaten Bhadrakumar lesen. Es wird deutlich, dass die diplomatische Lösung möglich, aber nicht gewollt war. Gewollt war der Krieg. Dabei scheint es zweitrangig zu sein, ob Israel die Verhandlungen durch seinen Angriffskrieg sabotieren wollte oder nicht. Sie USA hätten dem nicht folgen müssen.(ml)

Gestern gab der omanische Außenminister Badr Albusaidi, der Vermittler in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran, bekannt, dass der Iran beispiellose Beschränkungen seines Atomprogramms angeboten habe, um einen Krieg zu verhindern.
In einem Interview mit CBS erklärte er :
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bin zuversichtlich, und nach meiner Einschätzung des Verlaufs der Gespräche denke ich, dass ein Friedensabkommen tatsächlich in greifbarer Nähe ist.
MARGARET BRENNAN: Ein Friedensabkommen?
MINISTER ALBUSAIDI: Ja, das ist in greifbarer Nähe, wenn wir der Diplomatie nur den nötigen Raum geben. Denn ich glaube nicht, dass irgendeine Alternative zur Diplomatie dieses Problem lösen kann.
…
MINISTER ALBUSAIDI: Der wichtigste Erfolg ist meines Erachtens die Vereinbarung, dass der Iran niemals über nukleares Material verfügen wird, mit dem eine Atombombe gebaut werden kann. Das ist, denke ich, ein großer Erfolg. Das war nicht Teil des alten Abkommens, das unter Präsident Obama ausgehandelt wurde. Das ist etwas völlig Neues. Dadurch verliert die Debatte um die Urananreicherung an Bedeutung, denn wir sprechen jetzt von einer vollständigen Abschaffung der Urananreicherung. Und das ist sehr, sehr wichtig, denn wenn man kein angereichertes Material lagern kann, kann man auch keine Atombombe bauen, egal ob man anreichert oder nicht. Ich denke, das wurde von den Medien weitgehend übersehen, und ich möchte das aus der Perspektive eines Vermittlers klarstellen.
MARGARET BRENNAN: Können Sie das bitte genauer erklären? Sie sagen also, dass das angereicherte Material, also Stoffe, die als nuklearer Brennstoff für eine Bombe verwendet werden könnten, nicht auf dem eigenen Territorium gelagert werden würde?
MINISTER ALBUSAIDI: Sie würden es aufgeben.
Der Verzicht auf die Lagerung angereicherten Materials verschiedener Reinheitsgrade ist ein Zugeständnis, das der Iran noch nie zuvor gemacht hat. Es würde ihm tatsächlich unmöglich machen, eine Atombombe zu bauen.
Die USA waren jedoch nicht an einem Atomabkommen interessiert. Stunden nach Albusadis Interview schlossen sie sich Israel in einem „Präventivkrieg“ gegen den Iran an .
jeremy scahill @jeremyscahill – 7:18 UTC · 28. Februar 2026
Der Begriff „präventiv“ ist reine Propaganda. Die USA nutzten einmal mehr den Schein von Verhandlungen als Deckmantel für die Bombardierung des Irans. Teheran hatte kurz zuvor Bedingungen angeboten, die weit über das Atomabkommen von 2015 hinausgingen. Was im Vorfeld geschah, war Diplomatie. Dieselben Propagandataktiken wurden bereits im Irakkrieg 2003 angewendet.
Badral Abusaidi blieb es nichts anderes übrig, als seine Enttäuschung auszudrücken:
Badr Albusaidi – بدر البوسعيدي @badralbusaidi – 12:04 UTC · 28. Februar 2026
Ich bin bestürzt. Aktive und ernsthafte Verhandlungen wurden erneut untergraben. Weder den Interessen der Vereinigten Staaten noch dem Weltfrieden dient dies. Ich bete für die Unschuldigen, die leiden werden. Ich appelliere an die Vereinigten Staaten, sich nicht weiter hineinziehen zu lassen. Dies ist nicht euer Krieg.
US-Präsident Trump sah das anders. In einer achtminütigen Rede (Video) verkündete er mehrere Kriegsziele, darunter die Zerstörung der iranischen Raketen und der Marine sowie die Verhinderung des Erwerbs von Atomwaffen durch das Land. Er rief die iranischen Streitkräfte zur Niederlegung der Waffen und das iranische Volk zum Sturz der Regierung auf.
Für die Islamische Republik geht es in diesem Krieg daher nicht nur um Verteidigung, sondern um Existenz.
Da keines von Trumps strategischen Zielen erreicht werden dürfte, könnte man bereits jetzt argumentieren, dass die USA kaum eine andere Wahl haben, als diesen Krieg zu verlieren.
Bislang verlief der Schlagabtausch erwartungsgemäß.
Die USA und Israel griffen mit Marschflugkörpern politische und militärische Ziele im Iran an. Getroffen wurden der Amtssitz des Obersten Führers Ali Khamenei in Teheran, das Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die iranische Atomenergiebehörde und der Militärkomplex Parchin. Die iranische Führung hatte sich in Sicherheit gebracht und war von den Angriffen nicht betroffen. Eine Rakete zerstörte das Haus des ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der in der aktuellen Regierung keine Rolle mehr spielt, und tötete drei seiner Leibwächter. Laut iranischen Angaben trafen mehrere Raketen eine Grundschule in Minab im Süden des Landes und töteten bis zu 60 Kinder.
Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militäreinrichtungen in Kuwait, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hunderte Drohnen und Kurzstreckenraketen wurden eingesetzt. Ein US-Langstreckenradar in Katar sowie Treibstoffdepots der US-Marine in Bahrain wurden getroffen. Mehrere Salven mit Dutzenden Mittelstreckenraketen wurden gegen US-Stellungen in Jordanien und Israel abgefeuert.
Diese ersten Angriffe mit älteren, weniger präzisen Raketen sollen die US-Luftverteidigung herauslocken und sie dazu verleiten, ihre begrenzten Raketenbestände einzusetzen . Es gab Berichte über mehrere Explosionen an verschiedenen Orten im Nahen Osten, aber es ist noch zu früh, um zu beurteilen, ob es sich dabei um herabfallende Trümmer oder tatsächlich beabsichtigte Angriffe handelt.
Ein Ziel der US-amerikanischen Seite war das Hauptquartier der Volksmobilisierungskräfte der Hashid Shaabi im Irak. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. Im Anschluss daran kündigte die Hashid Shaabi ihren Beitritt zum Kampf an der Seite des Irans an. Raketen trafen US-Stellungen in Erbil, im irakischen Kurdistan.
Es wird erwartet, dass sich auch die Huthis im Jemen und die Hisbollah im Libanon den Kämpfen anschließen werden.
Der Raketenangriff wird voraussichtlich mehrere Tage andauern. Die USA werden versuchen, iranische Raketenwerfer und Produktionsanlagen auszuschalten. Der Iran wird seinerseits versuchen, die US-Raketenabwehr zu überlasten, um anschließend seine präziseren und wirksameren Raketen gegen Israel und wichtige US-amerikanische (Marine-)Ziele einzusetzen. Der Iran behauptet bereits, ein US-Versorgungsschiff getroffen zu haben.
Irans wichtigstes Instrument in diesem Krieg wird jedoch die Kontrolle über den Transport von 20 % der weltweiten Ölversorgung sein.
Es hat soeben die Schließung der Straße von Hormuz bekannt gegeben.
Michael A. Horowitz @michaelh992 – 15:30 UTC · 28. Februar 2026
#Eilmeldung: Ein Offizieller der EU-Marinemission Aspides teilt mit, dass Schiffe von den iranischen Revolutionsgarden Funksprüche erhalten, wonach keinem Schiff die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet ist.
Der Iran kann die Meerenge kontrollieren, indem er einfach landgestützte Anti-Schiffs-Raketen abfeuert.
Bis Montag werden die Treibstoffpreise explodiert sein.
Die Ölpreise sind der wichtigste Druckpunkt, den der Iran nutzen kann, um innerhalb der USA Auswirkungen zu erzielen.
Man fragt sich, wie lange Präsident Trump den Krieg noch aufrechterhalten kann, wenn der Benzinpreis steigt und hoch bleibt.
Veröffentlicht von b am 28. Februar 2026 um 16:18 UTC
Lesen Sie auch Forum Geopolitica vom 1. März 2026::
Peter Hänseler – Gedanken in Dubai
Quelle: Moon of Alabama
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 1. März 2026, 28. Februar 2026 von MK Bhadrakumar - übernommen von indianpunchline.com
Wer die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran schon länger beobachtet, weiß, dass der Schein trügerisch sein kann. Mit der Zeit lernt man jedoch, die Zeichen der Zeit mithilfe intuitiver Wahrnehmung, die sich durch Erfahrung schärft, recht gut zu deuten.

US-Vizepräsident JD Vance (R) traf sich mit dem omanischen Außenminister Sayyid Badr Albusaidi (L), Washington, 27. Februar 2026
Der Iran ist ein hochentwickelter Zivilisationsstaat. Ungeachtet der islamischen Revolution von 1978 verleihen die zivilisatorischen Wurzeln des Landes seinen Worten und Taten weiterhin eine außergewöhnliche Subtilität, die für jeden Diplomaten stets eine Herausforderung darstellte.
Es ist daher kein Wunder, dass Teheran darauf bestand, dass Oman, einer der historisch am meisten unterschätzten Akteure der Diplomatie in seiner Region, nur sieben Monate nach dem ersten Konflikt in der gesamten Geschichte ihrer gegenseitigen Feindschaft als Vermittler in der aktuellen Phase der US-Iran-Verhandlungen fungieren solle.
Für mich stand außer Frage, dass unter dem Getöse der US-Präsident Donald Trump und seiner „Armada“, die sich dem Iran näherte, ernsthafte Verhandlungen stattfanden und der Iran alles daran setzte, den Bedenken der USA entgegenzukommen.
Der omanische Außenminister Badr Albusaidi, der Vermittler, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die sensiblen Details des aktuellen Stands der Verhandlungen zu „entschlüsseln“, da er offenbar befürchtet, Israel könnte nun kurz davor stehen, etwas zu unternehmen, um den Prozess zu torpedieren, wie es dies im Juni letzten Jahres mit dem Angriff auf den Iran getan hat.
Im Kern geht es darum, dass Israel verzweifelt versucht, einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran zuvorzukommen, da dies das größte Hindernis darstellt, das heute noch der Verwirklichung des zionistischen Traums von Großisrael, das sich vom Nil bis zum Euphrat erstreckt und das ihrer Ansicht nach in der Genesis prophezeit wurde, noch bleibt.
Die indische Politik in Westasien – vorausgesetzt, es gibt heute überhaupt noch eine ernstzunehmende außenpolitische Strategie jenseits der Launen der Führung und ihrer subjektiv wahrgenommenen Verwundbarkeit gegenüber israelischer Erpressung – ist schlichtweg tragisch. Gerade in einer Zeit, in der Indien eine visionäre Führung bräuchte, um das Land durch gefährliche Gewässer zu steuern, fehlt genau diese. Eine derartige Verharmlosung der indischen Westasienpolitik hätte niemals erfolgen dürfen.
Schon ein flüchtiger Blick auf das Interview, das der omanische Außenminister Badr Albusaidi gestern nach seinem Treffen mit Vize-US-Präsident JD Vance in Washington – dem einzigen vernünftigen Mann im Weißen Haus – CBS News gab, dürfte ihm die Augen öffnen. Der Minister sprach sichtlich besorgt aus, offenbar in einem letzten verzweifelten Versuch, jegliche Wiederholung des israelischen Vorgehens gegen den Prozess einer dauerhaften Lösung des iranischen Atomstreits zu verhindern.
Aus unserer Sicht ist das Interview unter den gegebenen Umständen eine vernichtende Anklage gegen die indische Diplomatie – auch wenn dies weit von der Denkweise des omanischen Ministers entfernt ist, der hier zweifellos selbst als versierter Diplomat erscheint und seine Kollegen im globalen Süden ziemlich gewöhnlich aussehen lässt.
Jemand aus dem außenpolitischen Establishment Indiens sollte das Protokoll des Interviews des omanischen Ministers dem Büro des Premierministers zukommen lassen, um ihnen die große Dringlichkeit vor Augen zu führen, auf einem Terrain, das selbst Engel meiden würden, mit äußerster Vorsicht vorzugehen.
Das vollständige Transkript des Interviews mit dem omanischen Außenminister ist unten abgedruckt und wird mit Sicherheit zu einem historischen Dokument in den Annalen der westasiatischen Diplomatiegeschichte werden. Was auch immer in Zukunft geschieht, ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran ist in greifbarer Nähe, und sollte Israel tatsächlich einen Krieg heraufbeschwören, wäre dies ein teuflisches Ereignis.
Vollständiges Transkript: Der omanische Außenminister Badr Albusaidi erklärt in der Sendung „Face the Nation“, ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran sei „in greifbarer Nähe“.
Aktualisiert am: 27. Februar 2026 / 16:14 Uhr EST / CBS News
Der omanische Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi, ein wichtiger Vermittler in den Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran, erklärte gegenüber Margaret Brennan, Moderatorin der Sendung „Face the Nation“, er sei zuversichtlich, dass ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran in greifbarer Nähe sei, während die Unterhändler über das iranische Atomprogramm verhandeln. Er fügte hinzu: „Ich glaube nicht, dass irgendeine Alternative zur Diplomatie dieses Problem lösen kann.“
Lesen Sie das vollständige Transkript unten:
MARGARET BRENNAN: Präsident Trump sagte am Freitag, er sei unzufrieden mit dem Verlauf der Gespräche und unzufrieden darüber, dass man „nicht bereit sei, uns das zu geben, was wir brauchen“. Ist die Diplomatie Ihrer Meinung nach gescheitert?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bin zuversichtlich, und nach meiner Einschätzung des Verlaufs der Gespräche denke ich, dass ein Friedensabkommen tatsächlich in greifbarer Nähe ist .
MARGARET BRENNAN: Ein Friedensabkommen?
MINISTER ALBUSAIDI: Ja, das ist in greifbarer Nähe, wenn wir der Diplomatie nur den nötigen Raum geben. Denn ich glaube nicht, dass irgendeine Alternative zur Diplomatie dieses Problem lösen wird .
MARGARET BRENNAN: Wenn Sie von Spielraum sprechen, meinen Sie dann, dass Sie um mehr Zeit bitten, um die Verhandlungen fortzusetzen?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bitte um die Fortsetzung dieses Prozesses, weil wir bereits beachtliche Fortschritte in Richtung einer Einigung erzielt haben. Der Kern dieser Einigung ist von entscheidender Bedeutung, und ich denke, wir haben ihn erfasst .
MARGARET BRENNAN: Wenn Sie vom Kern des Abkommens sprechen, meinen Sie, dass der Iran gesagt hat, es dürfe sich ausschließlich um das Atomprogramm handeln. Worauf haben Sie sich konkret geeinigt? Können Sie uns einen Hinweis darauf geben, warum mehr Zeit eingeräumt werden sollte?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bitte um die Fortsetzung dieses Prozesses, da wir bereits beachtliche Fortschritte in Richtung einer Einigung erzielt haben. Der Kern dieser Einigung ist von entscheidender Bedeutung, und ich denke, wir haben ihn erfasst.
MINISTER ALBUSAIDI: Denn wenn das oberste Ziel darin besteht, Iran für immer den Besitz einer Atombombe zu verwehren, dann denke ich, dass wir dieses Problem durch diese Verhandlungen gelöst haben, indem wir einen sehr wichtigen Durchbruch erzielt haben, der zuvor noch nie erreicht wurde. Und ich denke, wenn wir diesen Erfolg festhalten und darauf aufbauen können, ist ein Abkommen in greifbarer Nähe .
MARGARET BRENNAN: Wozu hat der Iran Ihnen zugesagt, was er vorher noch nie getan hat? Können Sie uns dazu irgendeinen Sinn vermitteln?
MINISTER ALBUSAIDI: Der wichtigste Erfolg ist meines Erachtens die Vereinbarung, dass der Iran niemals über nukleares Material verfügen wird, mit dem eine Atombombe gebaut werden kann . Das ist, denke ich, ein großer Erfolg. Das war nicht Teil des alten Abkommens, das unter Präsident Obama ausgehandelt wurde. Das ist etwas völlig Neues. Dadurch verliert die Debatte um die Urananreicherung an Bedeutung, denn wir sprechen jetzt von einer vollständigen Abschaffung der Urananreicherung. Und das ist von größter Wichtigkeit, denn wenn man kein angereichertes Material lagern kann, kann man auch keine Atombombe bauen, egal ob man anreichert oder nicht. Ich denke, das wurde von den Medien weitgehend übersehen, und ich möchte das aus der Perspektive eines Vermittlers klarstellen.
MARGARET BRENNAN: Können Sie das bitte genauer erklären? Sie sagen also, dass das angereicherte Material, also Stoffe, die als nuklearer Brennstoff für eine Bombe verwendet werden könnten, nicht auf dem eigenen Territorium gelagert werden würde?
MINISTER ALBUSAIDI: Sie würden es aufgeben.
MARGARET BRENNAN: Würden sie es aufgeben?
MINISTER ALBUSAIDI: Sie werden nicht in der Lage sein, das Material anzusammeln , das ihnen den Bau einer Bombe ermöglichen würde –
MARGARET BRENNAN: –Wo wäre das denn? –
BADR ALBUSAIDI: Es gibt keine Akkumulation, also keine Akkumulation, keine Bevorratung und eine vollständige Verifizierung. Das ist, denke ich, ein ebenso wichtiger Erfolg. Eine vollständige und umfassende Verifizierung durch die IAEO , die für dieses Projekt zuständige Behörde.
MARGARET BRENNAN: Die Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen. Sie sagen also, dass das gesamte angereicherte Material woandershin verbracht würde, nicht nach Russland, sondern –
MINISTER ALBUSAIDI: Nein, nein, die derzeitigen Lagerbestände, die noch existieren –
MARGARET BRENNAN: Die Dinge, die sich noch im Iran befinden –
MINISTER ALBUSAIDI: Ich denke, es herrscht nun Einigkeit darüber, dass die Beimischung auf das niedrigstmögliche Niveau, auf ein neutrales, ein natürliches Niveau, reduziert wird, was bedeutet, dass das Produkt in Kraftstoff umgewandelt wird und dieser Kraftstoff irreversibel ist .
MARGARET BRENNAN: Das wäre bedeutsam.
MINISTER ALBUSAIDI: Das ist sehr bedeutsam. Und ich denke, darüber sind wir uns meiner Ansicht nach einig.
MARGARET BRENNAN: Denn heute bestätigte CBS einen vertraulichen Bericht der IAEA, demzufolge Inspektoren beobachtet haben, wie der Iran an den bombardierten Urananreicherungsanlagen nukleare oder reguläre Aktivitäten durchführt. Der Iran weigert sich jedoch, Auskunft über den Verbleib seiner Vorräte zu geben und UN-Inspektoren den Zugang zu gewähren. Wollen Sie mir etwa sagen, dass den Inspektoren Zugang zu diesen Anlagen wie in Isfahan gewährt würde?
MINISTER ALBUSAIDI: Wenn es zu einer Einigung kommt, wird es vollen Zugang geben.
MARGARET BRENNAN: Hat der Iran das angeboten?
MINISTER ALBUSAIDI: Ja.
MARGARET BRENNAN: Wer wären denn diese Inspektoren? Die UN? Die IAEA?
MINISTER ALBUSAIDI: IAEA, IAEA. Aber ich denke, Sie wissen, dass es auch Spielraum gibt, wenn eine Vereinbarung getroffen wird. Ich bin aus meiner Sicht recht zuversichtlich, dass sogar US-Inspektoren im Laufe des Prozesses Zugang erhalten werden. Wenn wir eine respektierte, faire und dauerhafte Vereinbarung haben, sehe ich keinen Grund, warum nicht auch den Vereinigten Staaten selbst Zugang gewährt werden sollte .
MARGARET BRENNAN: Der Iran hat amerikanischen Waffeninspekteuren noch nie die Einreise gestattet. Sie hätten das auch Präsident Obama verweigert. Glauben Sie, der Iran wird Präsident Trump erlauben, amerikanische Inspektoren in den Iran zu entsenden?
MINISTER ALBUSAIDI: Deshalb denke ich, dass dies ein viel, viel besseres Abkommen ist, denn ich glaube, dass der Iran dieser Idee gegenüber aufgeschlossen ist, wie es in der Vergangenheit nie der Fall war .
MARGARET BRENNAN: Sie haben sich mit Vizepräsident JD Vance getroffen. Versteht er die Details, wie Sie sie hier dargelegt haben? Was hat er gesagt?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich habe dem Vizepräsidenten die Situation erläutert und möchte ihm meinen Dank und meine Anerkennung für seine Zeit, sein Engagement und seine Aufmerksamkeit aussprechen . Ich habe ihm so gut wie möglich und nach bestem Wissen und Gewissen erklärt, wie ich die Entwicklung der Lage einschätze und welche Sichtweise wir als unabhängiger Vermittler, Beobachter und Moderator dieser Gespräche vertreten.
MARGARET BRENNAN: Hatten Sie den Eindruck, dass in diesen Gesprächen genug erreicht wurde, um Amerika davon zu überzeugen, von Streiks abzusehen?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich hoffe es. Ich denke, wir haben wirklich erhebliche Fortschritte erzielt. Natürlich müssen noch einige Details geklärt werden, und deshalb brauchen wir noch etwas Zeit, um unser Ziel – ein umfassendes Abkommen mit verschiedenen Bestandteilen – zu erreichen. Ich kann jetzt nicht auf die Details eingehen, aber im Großen und Ganzen ist ein Abkommen in greifbarer Nähe, wenn wir die Verhandlungsführer – und ich glaube, beide Seiten waren sehr ernsthaft, kreativ und einfallsreich – gewähren lassen, um das bisher Erreichte zu erzielen .
MARGARET BRENNAN: Hatten Sie den Eindruck, dass der Vizepräsident an einem Erfolg dieses Abkommens interessiert ist?
MINISTER ALBUSAIDI: Ja, ich glaube, selbst der Präsident wünscht sich, dass dieses Abkommen gelingt .
MARGARET BRENNAN: Aber der Präsident hat gesagt, dass nicht genug getan wird.
MINISTER ALBUSAIDI: Nun, ich weiß nicht, was er damit meinte. Ich meine, ich würde natürlich sehr gerne auf alle Punkte eingehen, mit denen er unzufrieden ist. Ich glaube aber, dass dem Präsidenten die Sache wirklich sehr am Herzen liegt und er die Diplomatie und ein ausgehandeltes Abkommen der Alternative vorzieht .
MARGARET BRENNAN: Nächste Woche finden in Wien technische Gespräche mit dem Leiter der IAEA statt.
MINISTER ALBUSAIDI: Ja.
MARGARET BRENNAN: Um welchen Zeitraum geht es? Wie viel Zeit benötigen Sie?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich glaube, sie haben sich darauf geeinigt, am Montag in Wien über technische Details zu sprechen, und dann, ein paar Tage später, innerhalb einer Woche, also ab jetzt, arbeiten wir an einer weiteren Gesprächsrunde auf Ebene der Verhandlungsführer .
MARGARET BRENNAN: Also werden Steve Witkoff und Jared Kushner sich mit Ihnen zusammensetzen?
MINISTER ALBUSAIDI: Das ist die Idee.
MARGARET BRENNAN: Nun, gestatten Sie mir diese Frage, denn wir hören immer wieder die Besorgnis, dass es auf jede Minute ankommt. Warum herrscht gerade jetzt ein Notstand? Können Sie nachvollziehen, warum Präsident Trump meint, dass dies jetzt geschehen muss, oder ob es gar zu Streiks kommen könnte?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich weiß es nicht. Ich glaube nur, dass hier wirklich eine echte Chance besteht, eine historische Gelegenheit, dieses Problem auf diplomatischem Wege zu lösen .
MARGARET BRENNAN: Sind Sie besorgt, dass Israel einen Erstschlag plant, obwohl die USA und der Iran Gespräche vereinbart haben?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich hoffe, das ist nicht der Fall .
MARGARET BRENNAN: Wenn Israel zuerst angreift, wird das die Diplomatie beenden, die Sie hier im Zusammenhang mit dem Atomprogramm zu betreiben versuchen?
MINISTER ALBUSAIDI: Nun, wir haben gesehen, was letztes Jahr passiert ist. Wir wollen keine Wiederholung davon.
MARGARET BRENNAN: Um es klarzustellen: Sie haben im letzten Sommer bei den diplomatischen Bemühungen mitgewirkt, und mitten in diesen Bemühungen führten die USA und Israel die Bombardierung der Atomanlagen durch. Die USA griffen diese drei Atomanlagen an. Befürchten Sie, dass sich das jetzt wiederholt?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bin sehr besorgt, wie Sie und wie alle anderen auch, die ganze Welt ist darüber besorgt, und ich denke, die ganze Welt wünscht sich wirklich eine Verhandlungslösung und will nicht den Weg einschlagen, den wir letztes Jahr gesehen haben .
MARGARET BRENNAN: Präsident Trump führte also diese Angriffe auf das iranische Atomprogramm durch und erklärte es für vernichtet. Was besitzt der Iran aktuell noch? Glauben Sie, einen guten Überblick darüber zu haben, was das iranische Atomprogramm noch beinhaltet? Halten Sie die Situation für einen Notfall?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich kenne die genaue Antwort auf diese Frage nicht, aber ich weiß, dass, wenn wir uns morgen auf dieses Abkommen einigen können – und das kann sehr schnell geschehen –, alle Experten Zugang erhalten, um die Lage vor Ort zu begutachten. Wir werden diesen Zugang auf diplomatischem Wege erhalten, ohne Krieg führen zu müssen .
MARGARET BRENNAN: Wie schnell, glauben Sie, könnten Sie UN-Inspekteure in den Iran entsenden?
MINISTER ALBUSAIDI: Das muss noch vereinbart werden. Aber ich denke, nach den Verhandlungen, die ich begleitet und unterstützt habe, lassen sich viele dieser Fragen innerhalb eines dreimonatigen Zeitraums einvernehmlich und umfassend klären .
MARGARET BRENNAN: Drei Monate?
MINISTER ALBUSAIDI: Nach allem, was ich von beiden Seiten gehört habe, ist das durchaus machbar. Die an den Gesprächen beteiligten Experten haben mir versichert, dass wir innerhalb von 90 Tagen die Frage der bestehenden Lagerbestände umfassend klären und uns auf die notwendigen Überprüfungs- und Kontrollmaßnahmen einigen können. Dazu gehören der Zugang zu diesen Standorten, die genaue Bewertung der Lage innerhalb dieses Programms und die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs. All das ist notwendig, um sicherzustellen, dass dieses Programm friedlich bleibt und sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für den Iran akzeptabel ist.
MARGARET BRENNAN: Es geht also um ein reines Atomabkommen. Außenminister Rubio sagte jedoch erst vor wenigen Tagen, dass es ein großes Problem darstelle, wenn der Iran sich weigere, mit den Vereinigten Staaten oder irgendjemandem über ballistische Raketen zu verhandeln. Wird der Iran über seine ballistischen Raketen verhandeln?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich glaube, der Iran ist offen für Gespräche über alles.
MARGARET BRENNAN: Einschließlich ballistischer Raketen, denn sie haben gesagt, es dürfe nur um Atomwaffen gehen.
MINISTER ALBUSAIDI: Alles, aber das muss im richtigen Kontext, im richtigen Verlauf und im richtigen Rahmen geschehen. Oberste Priorität hat nun die Lösung der Nuklearfrage durch ein eindeutiges Abkommen, das die Verpflichtungen beider Seiten genau festlegt. Ich glaube, wir haben den Ansatz erörtert und uns möglicherweise darauf geeinigt, dass alle anderen nicht-nuklearen Problemfelder im Rahmen eines regionalen Dialogs zwischen dem Iran und seinen Nachbarn besprochen werden können.
MARGARET BRENNAN: Um es also ganz klar zu sagen: Der Iran hat Ihnen mitgeteilt, dass er sein Atomraketenprogramm mit einigen seiner arabischen Nachbarn besprechen wird?
MINISTER ALBUSAIDI: Wir sind noch nicht so weit ins Detail gegangen, aber wir haben uns im Allgemeinen darauf geeinigt, die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen dem Iran und seinen Nachbarn zu erörtern und einen Dialogprozess einzuleiten, der die Grundlagen für Vertrauensbildung, den Aufbau einer guten Beziehung und einen Prozess schaffen soll, der uns wirklich zu einem Verständnis in all diesen verschiedenen Problemfeldern führen kann – Problemfeldern auf iranischer Seite und Problemfeldern auf Seite des Golf-Kooperationsrats.
MARGARET BRENNAN: Und die Golfstaaten. Außenminister Rubio sagte also auch, dass der Iran derzeit kein nukleares Material anreichert .
MINISTER ALBUSAIDI: Das ist richtig.
MARGARET BRENNAN: Weil Gesandter Witkoff letzte Woche gegenüber Fox News erklärte, dass der Iran wahrscheinlich nur noch eine Woche davon entfernt sei, über industrietaugliches Bombenbaumaterial zu verfügen.
MINISTER ALBUSAIDI: Ich bin kein Experte, um das zu beurteilen, aber ich habe Experten befragt, die sich mit dem Thema auskennen. Ich denke, es könnte ein Missverständnis vorliegen, da dort keine Anreicherung stattfindet. Die einzige Anlage, die zumindest teilweise in Betrieb ist, ist der sogenannte Teheraner Forschungsreaktor, der Forschungszwecken dient. Er produziert Isotope, beispielsweise für Krankenhäuser und medizinische Zwecke. Abgesehen davon hat mir die IAEA versichert, dass derzeit keine Anreicherungsaktivitäten stattfinden.
MARGARET BRENNAN: Das letzte Mal, als wir ein diplomatisches Abkommen erlebten, waren jahrelange Verhandlungen nötig. Atomwissenschaftler, Geheimdienstmitarbeiter und Diplomaten saßen am Verhandlungstisch. Es gab koordinierten internationalen Druck von Russland über China und die USA bis nach Europa. Ihre Gespräche am Donnerstag mit Steve Witkoff und Jared Kushner dauerten nur sechs Stunden. Kann man ein so komplexes Abkommen so schnell abschließen? Sie sagten, Sie bräuchten drei Monate. Was müssen Sie in drei Monaten erreichen?
MINISTER ALBUSAIDI: Nein, ich habe gesagt, dass man sich tatsächlich schon morgen auf ein Abkommen einigen kann.
MARGARET BRENNAN: Die groben Eckpunkte einer Vereinbarung.
MINISTER ALBUSAIDI: Im Großen und Ganzen geht es um die Politik, die wichtigsten Kernfragen und Komponenten, die die Hauptsorgen bereiten. Ich denke, darüber lässt sich morgen eine Einigung erzielen. Die technischen Details werden in Zusammenarbeit mit der IAEA etwas Zeit in Anspruch nehmen. Sobald diese Punkte geklärt sind – und ich glaube, das kann relativ schnell gehen, da ein Großteil der Vorarbeit bereits vor Jahren geleistet wurde und die entsprechenden Strukturen vorhanden sind –, dient die dreimonatige Frist der Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen. Ob es nun um die Lagerung und die damit verbundenen Fragen geht oder um die Verifizierung – ich denke, innerhalb von drei Monaten wird alles abgeschlossen sein .
MARGARET BRENNAN: Und der Iran will, dass die USA die Sanktionen aufheben. Wenn die USA das tun, hilft das dem Regime – einem Regime mit einer katastrophalen Menschenrechtsbilanz – an der Macht zu bleiben. Spielen Menschenrechte in irgendeiner Weise eine Rolle in dieser Diskussion? Sprechen die USA sie an?
MINISTER ALBUSAIDI: Dieses Gespräch konzentriert sich ausschließlich auf die anstehende Aufgabe, nämlich das Nuklearthema. Andere Problemfelder sind meiner Meinung nach nicht relevant – wir sind nicht beauftragt, diese zu erörtern, und deshalb möchte ich mich lieber darauf konzentrieren, denn das ist momentan der kritischste Punkt.
MARGARET BRENNAN: Sie hatten keine Gelegenheit, Präsident Trump zu treffen. Er könnte dieses Interview sehen. Verstehe ich Sie richtig, dass Ihr Hauptanliegen darin besteht, mir mehr Zeit zu geben, weil Sie glauben, dass Sie die Angelegenheit beilegen und verhindern können, dass Iran jemals Atomwaffen erlangt?
MINISTER ALBUSAIDI: Ich denke, beide Seiten, die amerikanischen Unterhändler und die Iraner, sind sehr ernsthaft an einer Einigung interessiert und glauben meiner Einschätzung nach, dass sie eine erzielen können . Angesichts der verschiedenen Bestandteile dieses Abkommens und der bereits von mir erläuterten großen und substanziellen Fortschritte, die wir erzielt haben – weit mehr als je zuvor –, benötigen wir lediglich etwas mehr Zeit, um das Abkommen abzuschließen. Wäre ich Präsident Trump, würde ich den Unterhändlern nur raten, ihnen genügend Spielraum zu geben, um die verbleibenden Punkte, die wir besprechen und über die wir uns einigen müssen, zu klären.
MARGARET BRENNAN: Und wenn Israel einen Angriff durchführt oder die USA auch nur einen begrenzten Angriff auf die ballistischen Raketen durchführen, glauben Sie, dass man dann noch ein Atomabkommen abschließen könnte?
MINISTER ALBUSAIDI: Nun, auf diplomatischem Wege kann eine Einigung erzielt werden. Ich glaube nicht, dass andere Maßnahmen dieses Problem wirklich lösen können. Ich denke nicht, dass dies der Fall sein wird – es würde die Lösung dieses Problems nur verkomplizieren und verzögern .
MARGARET BRENNAN: Herr Außenminister, vielen Dank für Ihre Zeit,
MINISTER ALBUSAIDI: Danke.
Hier ist der Link zur Website von CBS News .
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Peter Hänseler – Gedanken in Dubaihttps://www.indianpunchline.com/the-folly-of-indias-dalliance-with-israel-stands-exposed/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 1. März 2026, 28. Februar 2026 Von Lorenzo Maria Pacini - übernommen von strategic-culture.su
Trumps Rede verdient eine sorgfältige Analyse
Der Iran ist eine jahrtausendealte Zivilisation, deren Schwert bereit ist, den israelischen Löwen zu erlegen.
Israelischer Löwe
Es schien ein fernes, düsteres Szenario zu sein, aber es geschah: Am Samstag, dem 28. Februar 2026, griff das zionistische Gebilde, das als Staat Israel bekannt ist, die Islamische Republik Iran erneut an.
Israel entschied sich, das zu tun, was ihm in den letzten Wochen mit amerikanischer Unterstützung nicht gelungen war: Es zog es vor, allein zu handeln und alles zu riskieren. Und es hatte Erfolg. Innerhalb weniger Stunden wurden auch die USA in den Konflikt hineingezogen, wodurch ein Szenario entstand, das am Rande des am 27. Februar ausgebrochenen Krieges zwischen Pakistan und Afghanistan ganz klar als blanker Wahnsinn erscheint. Doch so ist es nun einmal. [Hervorhebung seniora.org]
Der erste Angriff richtete sich gegen die beiden wichtigsten politischen Figuren, den Obersten Führer der Revolution, Ayatollah Ali Khamenei, und den Präsidenten der Republik, Masoud Pezeskhian. Der Angriff war eindeutig darauf ausgerichtet, die iranische Führung zu treffen. Darauf folgten gezielte Angriffe auf militärische und logistische Einrichtungen und leider auch auf zivile Ziele.
Auslöser war die rasche Bekennung zur Tat und die Benennung der Operation als „Löwengebrüll“ in Anlehnung an den Zwölf-Tage-Krieg. Israelische Offizielle gaben zahlreiche scharfe Erklärungen ab, darunter auch General Halevi, der von einem „Atomangriff“ auf den Iran sprach – ein Vorgehen, das mit den wiederholten Drohungen der israelischen Regierung gegen Teheran übereinstimmen würde.
Der Medienangriff war ebenfalls von Bedeutung: Zunächst hielten sich die USA in der Angelegenheit bedeckt und bevorzugten es, abseits zu bleiben. Israel schaltete umgehend die großen amerikanischen Zeitungen ein und sprach von einem koordinierten Angriff mit den USA; kurz darauf erreichte die Meldung auch die europäischen und dann die asiatischen Medien. Erst wenige Stunden später erfolgte die erste amerikanische Stellungnahme (die wir im nächsten Absatz analysieren werden) von Präsident Donald Trump.
Irans Reaktion auf den Angriff war sehr zurückhaltend: Tel Aviv und einige andere israelische Städte wurden angegriffen, wobei militärische Gebäude im Visier standen. Dasselbe geschah mit amerikanischen Militärbasen in Kuwait, Katar, Jordanien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Angriff war jedoch sehr kontrolliert: wenige, eher symbolische als wirksame Schläge mit konventionellen Waffen, die ein schnelles und demonstratives Engagement zum Ausdruck brachten, aber nicht in jeder Hinsicht zerstörerisch waren.
Trumps Rede verdient eine sorgfältige Analyse, denn sie stellt vielleicht das glaubwürdigste Programm dar, um zu verstehen, was gerade geschieht und was als Nächstes geschehen wird.
Die Rede beginnt mit einem stark symbolischen Ansatz, der auf der Idee des „absoluten Bösen“ basiert. Die ersten Formulierungen – „große Kampfhandlungen im Iran“ und die Definition des Feindes als „bösartige Gruppe sehr harter, schrecklicher Menschen“ – sind nicht technisch oder analytisch, sondern emotional und moralisch aufgeladen. Es ist nicht von einer Regierung die Rede, mit der wir im Konflikt stehen, sondern von einem „Terrorregime“, einer „radikalen Diktatur“, ja sogar vom „weltweit führenden staatlichen Förderer des Terrorismus“. Der geopolitische Plan wird somit unmittelbar in einen ethischen Plan umgedeutet: kein Krieg zwischen Staaten, sondern ein Kampf zwischen Gut und Böse. Amerika bekämpft keinen strategischen Gegner, sondern eine moralisch verkommene Macht. Diese sprachliche Wahl hat eine spezifische Wirkung: Sie verlagert die Legitimation des Konflikts von der politischen Ebene auf die der moralischen Notwendigkeit.
Dieses Rahmenwerk wird durch systematische Bezüge zu traumatischen Erinnerungen verstärkt. Die Rede erinnert an die Belagerung der Botschaft in Teheran und die 444-tägige Gefangenschaft, den Bombenanschlag von Beirut 1983, den Angriff auf die USS Cole und die der Hamas zugeschriebenen Ereignisse vom 7. Oktober. Es handelt sich dabei nicht um einzelne Episoden: In ihrer Abfolge konstruieren sie eine Erzählung von Kontinuität, eine „ununterbrochene Linie der Aggression“, die sich über fast ein halbes Jahrhundert erstreckt. Der gegenwärtige Konflikt wird nicht als eine zufällige Entscheidung dargestellt, sondern als unausweichliches Ergebnis von 47 Jahren Geduld. Aus dieser Perspektive ist Krieg nicht eine Option unter vielen, sondern der unausweichliche Schluss einer Geschichte von Bedrohungen und Gewalt. Dieser Ansatz entkräftet interne Kritik von vornherein, da er militärische Aktionen in einen historisch notwendigen Akt der Verteidigung umwandelt.
Innerhalb dieses rhetorischen Konstrukts spielt die obsessive Wiederholung des Satzes „Sie werden niemals Atomwaffen besitzen“ eine zentrale Rolle. Diese Wiederholung ist kein Zufall: Sie dient dazu, einen emotionalen Anker zu schaffen, ein als unumstößlich wahrgenommenes Prinzip zu etablieren und ein komplexes Dossier auf einen einfachen und absoluten Slogan zu verdichten. Die Nuklearfrage mit all ihren technischen und diplomatischen Implikationen wird somit auf ein klares und verständliches Ziel reduziert. Psychologisch gesehen ermöglicht dies, eine potenziell umfangreiche und komplexe Militäroperation als notwendiges Mittel zur Erreichung eines geradlinigen und allgemein akzeptablen Ziels darzustellen.
Gleichzeitig wird das Bild des starken Führers konstruiert. Wenn der Präsident sagt: „Ich habe unser Militär aufgebaut und wiederaufgebaut“, entsteht eine für seinen Kommunikationsstil typische Personalisierung der Macht. Es heißt nicht „Amerika hat entschieden“, sondern „meine Regierung“ und „ich bin bereit, heute Abend zu handeln“. Staat und Führer verschmelzen. Die implizite Botschaft ist klar: Ich tue, wozu andere Präsidenten nicht den Mut hatten. Dies aktiviert eine Dynamik der Ausnahmestellung und des Bruchs mit der Vergangenheit; militärische Aktionen sind nicht nur eine politische Entscheidung, sondern das Kennzeichen einer rettenden Führung.
Die Rede nimmt auch eine religiöse und beinahe messianische Dimension an. Ausdrücke wie „Wir bitten Gott“, „Gott segne uns“ und „edle Mission“ rücken den Konflikt in einen Kontext jenseits historischer Zufälle. Krieg wird zu einer göttlichen Mission. Religiöse Anrufung stärkt den internen Konsens, sakraliert militärische Aktionen und macht sie moralisch unangreifbar: Sie sind nicht bloß eine strategische Entscheidung, sondern eine erhabene Aufgabe, der beinahe transzendente Legitimität zukommt.
Die heikelste Passage ist jedoch der direkte Appell an das iranische Volk: „Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen“, „Übernehmt die Regierung“, „Dies ist wahrscheinlich eure einzige Chance“. Hier vollzieht der Diskurs einen qualitativen Sprung. Er beschränkt sich nicht auf Abschreckung, sondern ermutigt implizit zum Regimewechsel. Der Konflikt erhält neben der militärischen auch eine psychologische und politische Dimension. Die Botschaft richtet sich gleichzeitig an verschiedene Zielgruppen: die amerikanische Öffentlichkeit, das iranische Militär, dem „Immunität“ zugesichert wird, und die iranische Zivilbevölkerung, die aufgefordert wird, eine historische Chance zu ergreifen. Es handelt sich um eine Kommunikation mit mehreren Zielgruppen, die darauf abzielt, sowohl interne als auch externe Wirkungen zu erzielen.
Das Ultimatum folgt derselben Logik: „Legt eure Waffen nieder … absolute Immunität oder … der sichere Tod.“ Diese klare und dichotome Formel dient dazu, die gegnerischen Kräfte zu spalten, Überläufer zu provozieren und absolute Entschlossenheit zu demonstrieren. Es handelt sich um eine klassische Strategie der psychologischen Kriegsführung: den Handlungsspielraum einschränken, eine drastische Entscheidung erzwingen und vermitteln, dass der Wille unumstößlich ist.
Die Rede folgt in ihrer Gesamtheit einem präzisen Crescendo: Zuerst die Dämonisierung des Feindes, dann die historische Rekonstruktion des Traumas, dann die existenzielle nukleare Bedrohung; gefolgt von moralischer Legitimation, der Bekräftigung der persönlichen Stärke, religiöser Anrufung, dem Angebot zur Kapitulation und schließlich dem revolutionären Appell. Es scheint sich nicht um eine improvisierte Rede zu handeln, sondern vielmehr um eine dramatische Abfolge, die darauf abzielt, die emotionale Spannung schrittweise zu steigern.
Die impliziten Bedeutungen, jenseits jeglicher Verschwörungstheorien, scheinen vielfältig zu sein. Erstens die innere Konsolidierung: Die Präsenz eines äußeren Feindes stärkt historisch gesehen tendenziell die nationale Einheit. Zweitens die Konstruktion einer „historischen“ Führung: Der Präsident präsentiert sich als derjenige, der die Tat vollbringt, die vor ihm niemand gewagt hat. Hinzu kommt die Transformation des Konflikts von einem Krieg gegen einen Staat zur Befreiung eines Volkes, mit einer daraus resultierenden geopolitischen Neudefinition, die über die nukleare Abschreckung hinausgeht und die Möglichkeit einer regionalen Neuordnung eröffnet.
Im Gegensatz dazu ist das, was verschwiegen wird, frappierend. Weder eine Ausstiegsstrategie noch die Dauer des Konflikts, die wirtschaftlichen Kosten oder die genaue Rolle der Verbündeten werden erwähnt. Der Diskurs ist weder technisch noch diplomatisch: Er ist emotional, moralisch und mobilisierend.
Letztlich wirkt diese Kommunikation auf vier grundlegende Hebel: die existenzielle Angst vor der nuklearen Bedrohung, die traumatische historische Erinnerung, charismatische Führung und eine moralisch-religiöse Mission. Die zentrale Botschaft lautet nicht einfach „Wir greifen den Iran an“, sondern etwas Ambitionierteres und Identitätsbezogeneres: Ich tue, was die Geschichte erfordert und wozu noch niemand den Mut hatte.
Werfen wir nun einen kurzen Blick darauf, was wir erwarten können, und versuchen wir, einige Prognosen zu erstellen.
Der Iran hat die Straße von Hormus blockiert. Dieser Schritt zwingt das Land zu Verhandlungen mit zahlreichen anderen Staaten, da die Meerenge für den Waren- und Rohstoffverkehr von entscheidender Bedeutung ist. Dies wird die westliche Blockade stark belasten und möglicherweise zu erheblichen sozialen Unruhen führen.
Die militärische Reaktion des Iran, die nicht besonders stark ausfiel, könnte bedeuten, dass Verhandlungen im Gange sind und der Einsatz von Waffen mit geringer Wirkung dazu dient, den Feind zu beschäftigen, während man auf eine politische Lösung wartet.
In diesem Kontext haben die USA ihren Wunsch nach einem Regimewechsel bekräftigt, daher ist es wahrscheinlich, dass die Operation in diese Richtung fortgesetzt wird und darauf abzielt, den Iran an seinem verwundbarsten Punkt zu treffen.
Israel wird seinerseits wahrscheinlich versuchen, die Sache zu Ende zu bringen, und das einzige wirkliche Hindernis ist der Konflikt mit den USA. Sollte Israel tatsächlich eine Atomwaffe einsetzen, wird dies mit ziemlicher Sicherheit weltweit nicht ungestraft bleiben, sofern die USA nicht eingreifen. Es ist anzumerken, dass ein amerikanisches Eingreifen auch ein Weg sein könnte, die Situation unter Kontrolle zu bringen und eine nukleare Eskalation Israels zu verhindern, obwohl es zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlicher ist, dass die USA Israel für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren werden.
China hat eine Lösung des Konflikts gefordert und sich mit einer sehr klaren und überraschend schnellen Erklärung eingeschaltet (China ist normalerweise sehr vorsichtig, wenn es um Interventionen in solchen Angelegenheiten geht).
Das Eingreifen europäischer Länder war peinlich: Frankreich hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert. Russland hat ein Vetorecht. China hat ein Vetorecht. Beide unterstützen den Iran. Die Sitzung wird stattfinden. Eine Resolution wird es nicht geben. Der UN-Sicherheitsrat ist der Ort, an dem Kriege diskutiert werden, während sie andauern.
Unterdessen gießt Großbritannien Öl ins Feuer, mit dem Bestreben, sich ein Stück vom Kuchen zu sichern, den es seit den Zeiten der Sieben Schwestern des Öls vorbereitet hat, und nutzt diese Affäre, um die riesigen Skandale zu vertuschen, die sich derzeit in den Medien abspielen.
Eines ist sicher: Der Iran ist eine jahrtausendealte Zivilisation, deren Schwert bereit ist, den israelischen Löwen zu erlegen.

Lorenzo Maria Pacini Associate Professor in Political Philosophy and Geopolitica, UniDolomiti of Belluno. Consultant in Strategic Analysis, Intelligence and International Relations
Lesen Sie auch Forum Geopolitica vom 1. März 2026::
Peter Hänseler – Gedanken in DubaiQuelle: Strategic Culture - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Mit deeple übersetzt
https://strategic-culture.su/contributors/lorenzo-maria-pacini/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Als Seven Sisters (sieben Schwestern) wurden nach dem Zweiten Weltkrieg sieben Ölkonzerne bezeichnet, die in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren den globalen Ölmarkt beherrschten.
Zitat: Von den ursprünglichen Sieben Schwestern sind damit heute noch vier – ExxonMobil, Chevron, Royal Dutch Shell und BP – übrig geblieben; zusammen mit ConocoPhillips und der französischen Total werden diese als Supermajors bezeichnet. Zitatende
Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Seven_Sisters_(%C3%96lkonzerne)
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

neopresse.com, 1. März 2026, Von: NEOPresse, Themen:IranIsraelUSA
Update: Es ist wohl bestätigt: Chamenei ist tot. Ein Nachrichtensprecher im Iran weinte bei den Nachrichten, so dass zumindest der Augenschein gegen alle Meldungen dafür spricht, dass der Oberste Führer getötet wurde. Offen ist jetzt die Frage, wie es weiter geht. Das Machtvakuum dürfte enorm sein. Wir werden darüber ab Montag mit mehreren Updates täglich berichten.
Der Iran-„Krieg“ hat begonnen. Es gibt nun unterschiedliche Meldungen dazu, ob oder dass der Oberste Führer Chamenei schon gestorben sein könnte. Dies jedenfalls melden israelische Medien in dem Sinn, dass sich die Anzeichen verdichten würden.
Die Nachrichtenlage ist aktuell unübersichtlich. Der Iran selbst hat sich seinerseits gewehrt.
Die deutsche Regierung bzw. auch die Spitze anderer europäischer Länder sieht sich wohl im Einklang mit den Israelis und den USA. So heißt es im Focus. „Die E3-Länder Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben ein neues Statement zum Iran veröffentlicht. (…) Darin verschärfen sie den Ton und verurteilen die iranischen Angriffe. Mit den „Partnern Israel und den USA“ sei man im engen Austausch, teilten Bundeskanzler Merz, Frankreichs Präsident Macron und Großbritanniens Premier Starmer mit.“
In den Medien gibt es Spekulationen darüber, dieser Krieg oder dieser Präventivschlag würde über Tage andauern.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Karin Grelich, 1. März 2026, 11:07 Uhr
zur Weiterleitung! Auch in Duisburg wird es um 10.00 Uhr am 5.3. eine Demo gegen die Wehrpflicht geben, gleichzeitig am Montag 2.3. eine Kundgebung auf dem König - Heinrich - Platz gegen den völkerrechtswidrigen Iran Angriff
Grüße Karin Gerlich
Link-Tipp: Völkerrechtler: "Diese Luftangriffe sind völkerrechtswidrig" (tagesschau.de)
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriffe-nahost-iran-israel-usa-100.html?at_medium=tagesschau&at_campaign=Mail&at_content=SiteSharing
-------- Weitergeleitete Nachricht --------
| Betreff: | Aktuelles vom Dortmunder Friedensforum |
|---|---|
| Datum: | Sun, 1 Mar 2026 10:58:55 +0100 |
| Von: | Gabi Brenner <g.brenner@freenet.de> |
Als Erinnerung: am 4. März um 19 Uhr findet unsere Veranstaltung statt mit dem Autor des Buches "Friedenstüchtig", Fabian Scheitler, im Gemeindesaal der Josephskirche, Münsterstr. 59.
Mit solidarischen Grüßen
Gabi Brenner
Wir haben technische Probleme mit unserem info@friedensforum-friedensforum.de Postfach, deshalb musste ich Euch heute von meiner privaten Mailadresse aus schreiben. Wenn Ihr Rückfragen habt oder Euch überhaupt an uns wenden wollt, geht das momentan nur über meine Adresse. Wir hoffen, dass wir das möglichst bald behoben haben.
-- G.Brenner Kuithanstr.38 44137 Dortmund Tel.: 01702159656 Infos unter: www.dortmunder-friedensforum.de das funktioniert noch!
-- G.Brenner Kuithanstr.38 44137 Dortmund Tel.: 01702159656
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Karin Gerlich, 1. März 2026, 10:37 Uhr
es wird zeit, dass wir diese Doppelmoral endlich entlarven1 Kommt mit uns auf die Straße!
Grüße karin gerlich
-------- Weitergeleitete Nachricht --------
| Betreff: | [duisburgquer] Kundgebung: Stoppt den Krieg gegen den Iran! |
|---|---|
| Datum: | Sat, 28 Feb 2026 20:02:54 +0000 |
| Von: | Gizem Koçkaya (via duisburgquer Mailing List) <duisburgquer@lists.riseup.net> |
| Antwort an: | |
| An: | Duisburg stellt sich quer <duisburgquer@lists.riseup.net> |
Samstagfrüh griffen die USA und Israel den Iran mit Bomben und Raketen an. Die Bundesregierung unterstützt diese Politik der völkerrechtswidrigen Aggression seit Langem durch Sanktionen und Propaganda. Als Israel im vergangenen Sommer einen Angriffskrieg gegen den Iran begann, erklärte Bundeskanzler Merz ganz offen, Israel mache die „Drecksarbeit“ für den Westen. Wir stellen uns konsequent gegen diese imperialistische Politik der Gewalt und Unterwerfung.
Stoppt den Krieg gegen den Iran!
Weg mit den Sanktionen!
Keine deutsche Beihilfe für Angriffskriege!
Kommt zur Kundgebung am Montag um 17 Uhr auf dem König-Heinrich-Platz in Duisburg!
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
lostineu.eu, vom 28. Februar 2026
Die Watchlist EUropa vom 28. Februar 2025 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Was vom Gedenken an den 4. Jahrestag des russischen Überfalls bleibt, wie die EU ihre Handelsdeals durchdrückt und welche Rolle Deutschland für das US-Militär spielt
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Auf den ersten Blick war es nichts Neues, was Kanzler Merz, Kommissionschefin von der Leyen und andere EU-Politiker zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine erklärt haben. Die üblichen Treueschwüre für Präsident Selenskyj und die mittlerweile leider auch übliche, kriegerische Rhetorik gegen Russland, könnte man meinen.
Doch bei genauerer Betrachtung wurde wieder eine Schwelle überschritten. Merz sprach mit Blick auf Russland vom “Tiefpunkt der tiefsten Barbarei” – ganz so, als hätte es Hitler und den Holocaust nie gegeben. Er behauptete, der Krieg dauere nun schon länger als der 2. Weltkrieg – ein bedenklicher Verstoß gegen die historische Wahrheit.
Gemach, Merz liegt in seinen Reden und Erklärungen oft daneben. Schwerer wiegen die Statements, die Deutschland und die EU an das Schicksal der Ukraine binden. So erklärte der Kanzler: „Das Schicksal der Ukraine ist das Schicksal von ganz Europa“. Dies ist nicht nur objektiv falsch, sondern auch brandgefährlich.
Es impliziert eine Schicksalsgemeinschaft, die es nicht gibt – die Ukraine ist nichtmal Mitglied der EU. Gleichzeitig überhöht Merz damit einen immer noch regionalen Krieg zu einem europäischen Großkonflikt. Kremlchef Putin werde in der Ukraine nicht Halt machen, so sein Mantra – der Krieg geht ewig weiter.
Wer so argumentiert – und Kommissionschefin von der Leyen, Außenminister Wadephul und viele andere tun es auch – macht ein schnelles Ende des Konflikts fast unmöglich. “Wir haben einen langen Atem”, verkünden Wadephul und seine französischen und polnischen Amtskollegen fast schon drohend.
Hinter dem rhetorischen Trommelwirbel verbirgt sich handfeste Politik – auch die lässt nichts Gutes ahnen. So wird hinter den Kulissen in Brüssel offenbar bereits schon ein Blitzbeitritt der Ukraine zur EU diskutiert. Sogar ein “Zeitfenster” für diesen Coup haben die Ukraine-Ultras schon ausgemacht.
Zudem bereitet die EU einen Forderungskatalog an Russland vor, der derart maximalistisch klingt, daß er einen Verhandlungsfrieden geradezu ausschließt. Obwohl es die Ukraine ist, die militärisch verliert, soll Kremlchef Putin kapitulieren und am besten noch Wahlen unter EU-Kontrolle abhalten.
All dies ist durch den Streit mit Ungarn über Sanktionen und Kriegskredite in den Hintergrund gedrängt worden. Doch wer unsere Politiker beim Worte nimmt, kann nur zu dem Schluß kommen, daß sie sich auf einen langen und großen Krieg vorbereiten, der weit über die Ukraine hinausgeht.
Aus dem Stellvertreterkrieg (“dieser Krieg ist unser Krieg”) könnte so tatsächlich noch mehr werden – die neue Rhetorik reicht (fast) schon für eine direkte deutsche Beteiligung…
Siehe auch Mehr Geld, mehr Waffen und mehr Krieg – aber keine Exit-Strategie
My two cents: Nicht der zweite, sondern der erste Weltkrieg ist das Muster für diesen Konflikt. Wir wohnen einem “Verdun der modernen Zeit” bei, wie es “Le Soir” treffend formuliert. Das “nie wieder” ist verklungen – wer es ausspricht, wird ausgegrenzt und diffamiert. Kein Wunder also, daß in dieser “historischen” Woche kaum noch von Diplomatie und Frieden die Rede war…
EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
Große Eile bei Mercosur. Die EU-Kommission will das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten so schnell wie möglich “provisorisch” anwenden – obwohl das Europaparlament wegen rechtlicher Bedenken den Europäischen Gerichtshof angerufen hat. Dies teilte EU-Chefin von der Leyen mit, nachdem Argentinien und Paraguay das Abkommen ratifiziert hatten. Die CDU-Politikerin folgt damit dem Drängen aus Deutschland – und ignoriert Kritik aus Frankreich. – Peinlich das Verhalten der deutschen Grünen: Obwohl sie mehrheitlich für eine rechtliche Überprüfung gestimmt haben, begrüßen sie nun die Eil-Anwendung. Der Wahlkampf in Baden-Württemberg und C. Özdemir lassen grüßen…
Neuer Iran-Krieg. “Die USA haben begonnen, ihr Botschaftspersonal aus Israel zu evakuieren. Damit verdichten sich die Anzeichen für einen Angriff auf Iran – offen scheint nur noch, ob Israel oder die USA zuerst zuschlagen.” Dies schrieben wir gestern in diesem Blog. Kaum 12 Stunden später hat Israel den völkerrechtswidrigen und unprovozierten Angriffskrieg gestartet, die USA unterstützen ihn mit der größten Streitmacht seit dem Irakkrieg. – Deutschland spielt wieder eine wichtige Rolle – als Drehscheibe für das US-Militär. Die EU zeigt sich besorgt um die “regionale Sicherheit”, nennt die Angreifer aber nicht beim Namen. – Mehr im Blog
“Schmutziges Lobbying” beim Green Deal. Europäischen Konzernen und ihren Lobbyisten in Brüssel ist es gelungen, den „Green Deal“ der EU für mehr Umwelt- und Klimaschutz in einen „schmutzigen“ Industriedeal voller Schlupflöcher und Ausnahmen zu verwandeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, bemerkenswerte Lobbystudie. – Mein Beitrag für die “taz”

Vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion ist die EU tiefer in den Krieg um die Ukraine verstrickt denn je. Mittlerweile zahlen die Europäer fast alles, für die Ukrainer nehmen sie sogar neue Schulden auf. Doch eine gemeinsame Strategie steckt nicht dahinter, einen europäischen Friedens-Plan sucht man weiter vergebens.

Umfragen: Unterstützung für die Ukraine bröckelt 23. Februar 2026
Zum ersten Mal seit Beginn der russischen Invasion vor vier Jahren ist die Zustimmung zu weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine in Frankreich unter die 50-Prozent-Marke gefallen. Auch in anderen Ländern bröckelt die Unterstützung.

Streit um Druschba-Öl: Orban blockiert Milliarden für Ukraine 21. Februar 2026
Der Streit um die Druschba-Pipeline und russisches Öl eskaliert: Weil die Ukraine und die EU aus seiner Sicht nicht genug tun, um die Ölversorgung wiederherzustellen, stoppt Ungarns Regierungschef Orban den neuen 90 Mrd.-Euro-Kredit für Kiew.
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11 Comments
WBD
1. März 2026 @
10:05
“Merz sprach mit Blick auf Russland vom ‘Tiefpunkt der tiefsten Barbarei’ ”
Naja, ich würde Merz einen halben Punkt für den Ansatz geben; nach meinem bisherigen (!) Kenntnisstand über Völker- und sonstigen Massen-Mord ist es doch das “UNTERNEHMEN BARBAROSSA”, welches mit weit mehr als 20 Millionen Toten Sowjetbürgern endete, auf Platz 1 der Tiefpunkte. Es ist ja sogar das namensgebende Ereignis – DAS wusste unser Kandisbunzler immerhin.
Ihm ist halt die Faktenlage dazu etwas zu komplex geworden, und da hat er die restlichen Fakten nicht mehr so ganz auf die Reihe bekommen. Aber irgendwas mit Russland war da ja, beim barbarischen Unternehmen Barbarossa…
Michael
28. Februar 2026 @
18:16
Selenskyj!? Nach dem Maidan braucht die Ukraine dringendst einen „regime change“! Warum will Selenskyj das nicht verstehen!?
Erneuerung
28. Februar 2026 @
17:36
Israel bombardiert eine Mädchenschule, die derzeitig bekannte Opferzahl ist 85. Der Iran bombardiert Amistützpunkte. Es ist selbstverständlich zu kritisieren, dass sich der Iran gegen die israelischen und amerikanischen Bomben wehrt. Ich möchte zurück in die Samenbank meines Vaters, diese Welt ist nichts für mich.
Thomas Damrau
28. Februar 2026 @
16:52
Um große Worte waren die Granden der EU noch nie verlegen. Das heftige Sich-Selbst-Auf-Die-Brust-Klopfen kann aber nur schwer darüber hinwegtäuschen, dass die EU
— weder ein realistisches Ziel hat, außer wir akzeptierten die Vernichtung Russlands als realistisches Ziel
— noch irgendeine Strategie definiert hat, die auf irgendein Ziel hinarbeitet
— noch die Mittel besitzt, um mehr als “starke Botschaften” und “wichtige Signale” in diesen Krieg zu schicken.
Am Ende wird der Katzenjammer groß sein, wenn
— die Ukraine irgendwann erschöpft aufgibt
— Trump sich auf die Brust trommelt und erklärt, dass er es den dekadenten EU-lern mal wieder gezeigt hat
— die Kollateralschäden der jetzigen Irrfahrt sichtbar werden: Überschuldung der EU, ukrainische Flüchtlingsströme Richtung Westen, ukrainische Forderung nach einem EU-Beitritt und einem von der EU nicht bezahlbaren Wiederaufbau des zerstörten Landes.
Michael
28. Februar 2026 @
16:49
Hat Merz mit Netanyahu heute telefoniert? Macht Deutschland jetzt etwa gemeinsame Sache mit einem zionistischen, faschistoiden Kolonisten, der den Genozid in Gaza zu verantworten hat, und der jetzt mit den USA wieder einen völkerrechtswidrigen Krieg führt, gegen Iran, um sich letztlich auch bei Trump einzuschmeicheln!? Alles Beispiele tiefster Barbarei, nicht etwa wegen sondern trotz des Holocausts!?
KK
28. Februar 2026 @
16:54
“Macht Deutschland jetzt…!
Yup!
Guido B.
28. Februar 2026 @
16:29
Ursula von der Leyen:
“Angesichts der aktuellen Situation im Iran werde ich am Montag ein spezielles Sicherheitskollegium einberufen. Für die Sicherheit und Stabilität der Region ist es von grösster Bedeutung, dass es nicht zu einer weiteren Eskalation durch ungerechtfertigte Angriffe Irans auf Partner in der Region kommt.”
Also das wäre jetzt schon skandalös und total inakzeptabel, wenn sich der Iran unangemessen gegen den Doppelangriff der aggressivsten Aggressoren der Welt zur Wehr setzen würde. Das muss die EU verhindern!
KK
28. Februar 2026 @
16:52
Es ist ja nicht nur die EUCO-Präsidentendarstellerin – Marz, Macron und Starmer stossen ins gleiche Horn: Der Iran möge seine Angriffe einstellen und an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Jeder Normalbürger wäre bei solcher Betrachtungsweise seiner Welt längst in psychiatrischer Behandlung; mit nur geringsten Möglichkeiten, ob solcher Realitätsverkennung Einfluss auf seine Umgebung nehmen zu können und wollen, wohl in geschlossener Unterbringung. Und diese vier laufen frei herum!
Guido B.
28. Februar 2026 @
16:59
Wie viel kognitive Dissonanz kann ein Mensch eigentlich aushalten?
KK
28. Februar 2026 @
15:29
“Wir haben einen langen Atem”
Das scheint nur so – in Wahrheit ist es COPD Typ IV, und danach folgt eigentlich immer ein langsamer und qualvoller Tod. In geistiger Umnachtung merkt der Patient davon freilich nichts.
Guido B.
28. Februar 2026 @
15:10
“Doch wer unsere Politiker beim Worte nimmt, kann nur zu dem Schluß kommen, daß sie sich auf einen langen und großen Krieg vorbereiten, der weit über die Ukraine hinausgeht.”
Strategielos ist das nicht. Die “strategische Niederlage” Russlands ist schon lange beschlossene Sache. Es mag sein, dass es vereinzelt verrückte Regierungen gibt, die strategielos in einen Krieg hineinstolpern. Wenn aber ein Militärbündnis wie die NATO seit vielen Jahren gezielt darauf hinarbeitet, ist es eine klare Strategie. Der wirtschaftliche und militärische Aufstieg Russlands und Chinas ist die Bedrohung der westlichen Hegemonie, die nun mit allen Mitteln bekämpft werden. Wir erleben gerade einen heissen Krieg der NATO gegen BRICS+. Alle rohstoffreichen Länder, die Geschäfte mit China machen, werden systematisch attackiert (Russland, Venezuela, Iran …). Das Ziel ist es, eine erfolgreiche Entwicklung von BRICS+ zu verhindern.
Die Herrenrasse duldet keine Rivalen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von ,1. März 2026, 7:15 Uhr
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 28. Februar 2026, 18:18 Uhr
RTDE 28.2.2026
Nordische Länder wollen Atomwaffen beherbergen
Inmitten der massiven Aufrüstung von EU und NATO erklären Schweden, Dänemark und weitere Länder ihren Wunsch, auf ihrem Gebiet Atomwaffen unterzubringen. Auch Polen und Estland hätten gern nukleare Bewaffnung.
Die angebliche "russische Bedrohung" hat in Westeuropa eine Debatte über eine Ausweitung der nuklearen Abschreckung ausgelöst. Moskau hat derartige Sorgen als "Unsinn" zurückgewiesen. Die EU hat bereits 800 Milliarden Euro für ihren Plan ReArm Europe vorgesehen, und die NATO-Länder haben zugesagt, ihre Rüstungsausgaben auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen.
Am Freitag sagte der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson in einem Radiointerview, er sei offen für eine erweiterte Rolle bei der nuklearen Abschreckung, obwohl Schweden erst im März 2024 Mitglied der NATO wurde.
"Wenn es Krieg geben sollte, würden wir natürlich über jede Option nachdenken, die Schwedens Überleben und Schwedens Sicherheit gewährleisten könnte", sagte er. Schweden war einer der ersten Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags 1968, es hat jedoch kein nationales Gesetz, das derartige Waffen explizit verbietet.
Letzten Monat hatte der schwedische Premierminister Ulf Kristersson erklärt, Stockholm stünde bereits mit zwei Atommächten im Gespräch über atomare Abschreckung – Frankreich und Großbritannien. Paris sei besonders offen für Vorschläge gewesen, sagte er damals. Die britischen Atomraketen sind derzeit alle auf Schiffen im Einsatz.
Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen sagte Anfang der Woche ebenfalls, er sei "offen, alles zu diskutieren", als er gefragt wurde, ob Dänemark bereit sei, Atomwaffen unterzubringen oder damit verbundene Projekte mitzufinanzieren.
Zuvor hatte bereits Estland einen ähnlichen Wunsch geäußert, und der polnische Präsident Karol Nawrocki schlug vor, Polen könne ein eigenes Atomwaffenprogramm entwickeln. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz Mitte Februar, er habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über atomare Abschreckung auf EU-Ebene gesprochen.
Russland hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es keine Bedrohung für eines der europäischen Länder darstellt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte zudem letzte Woche, Moskau müsse seine Atomwaffen auf die Länder ausrichten, die Atomwaffen beherbergten, die auf Russland zielten, als er die Bereitschaft Tallinns kommentierte, die Stationierung solcher Waffen auf estnischem Boden willkommen zu heißen.
https://uncutnews.ch/wie-koennte-russland-auf-die-geplante-stationierung-von-us-langstreckenraketen-in-deutschland-reagieren/
Wie könnte Russland auf die geplante Stationierung von US-Langstreckenraketen in Deutschland reagieren?
Von Andrew Korybko
Die erneute Stationierung seiner hypersonischen Oreschnik-Systeme in Kaliningrad, Belarus und/oder auf der Krim ist die wahrscheinlichste Reaktion, solange die USA weiterhin informell den New-START-Vertrag einhalten; bedeutende Verstöße dagegen könnten Russland jedoch dazu veranlassen, (auch nur taktische) Nuklearwaffen in diesen Gebieten zu stationieren.
Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko warnte Anfang des Monats, dass sein Land auf die geplante Stationierung von US-Langstreckenraketen in Deutschland reagieren werde, die 2024 vereinbart wurde. Ihm zufolge werde es „anstelle eines Gleichgewichts militärischer Zurückhaltung, eines vernünftigen Gleichgewichts, das die nationalen Interessen und die Sicherheit aller Seiten berücksichtigt, ein Gleichgewicht von Drohungen und Gegendrehungen geben.“ Dies deutet auf eine erneute Stationierung hypersonischer und/oder (auch nur taktischer) nuklearer Raketen hin.
Weitere dieser Waffen könnten als überproportionale Vergeltungseskalation nach Kaliningrad, Belarus und/oder auf die Krim verlegt werden, um die Bedrohung durch die US-Raketenstationierung in Deutschland mehr als auszugleichen. Dennoch erklärte Außenminister Sergej Lawrow zur gleichen Zeit vor der Duma: „Das vom Präsidenten erklärte Moratorium bleibt bestehen, solange die USA diese Grenzen nicht überschreiten. Wir werden verantwortungsvoll und ausgewogen handeln, auf Grundlage einer Analyse der US-Militärpolitik.“
Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung von Putins Abneigung gegen überproportionale Vergeltungseskalationen – wie sie sich in seiner Zurückhaltung gegenüber zahlreichen vom Westen unterstützten ukrainischen Provokationen gezeigt habe, die eine solche Reaktion mehr als rechtfertigen würden – würde Russlands Antwort daher wahrscheinlich mit der Verlegung hypersonischer Systeme beginnen. Eine nukleare Stationierung könnte nur folgen, falls die USA zuerst einen entsprechenden Schritt unternehmen, etwa durch die Entwicklung neuer Atomwaffen, einen neuen Atomtest oder die erneute Stationierung taktischer Nuklearwaffen im Vereinigten Königreich, wie Berichten zufolge geplant.
Sollten sich die USA zurückhalten – möglicherweise in der Einschätzung, dass es nicht im nationalen Interesse liegt, ein globales nukleares Wettrüsten auszulösen, das leichter außer Kontrolle geraten könnte, als den bestehenden Nuklearclub geschlossen zu halten –, dann dürften die Spannungen mit Russland über diese geplante Raketenstationierung in Deutschland beherrschbar bleiben. Russland würde sich seinerseits vermutlich ebenfalls zurückhalten und lediglich hypersonische Oreschnik-Systeme nach Kaliningrad, Belarus und/oder auf die Krim verlegen, wodurch in Europa ein „Gleichgewicht von Drohungen und Gegendrehungen“ entstünde.
Das übergeordnete strategische Ziel der „Spezialoperation“ besteht darin, die europäische Sicherheitsarchitektur neu zu gestalten, wobei Putin sich eine zukünftige Ordnung vorstellte, die auf dem Abzug nicht-lokaler NATO-Truppen aus den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten beruhen sollte, um die Bedingungen der NATO-Russland-Grundakte wiederherzustellen. Die Ereignisse der vergangenen vier Jahre machen dies jedoch zunehmend unwahrscheinlich, nicht zuletzt aufgrund der Stationierung nicht-lokaler NATO-Truppen aus Westeuropa in den baltischen Staaten, in Polen und Rumänien.
Selbst wenn die USA hypothetisch alle ihre Truppen aus diesen Regionen im Rahmen eines großen Kompromisses mit Russland abziehen würden, würde dies Russlands Sicherheitsbedenken nicht vollständig ausräumen, wie hier erläutert wurde. Aus diesem Grund und in Anerkennung dessen, dass die genannten Entwicklungen die europäische Sicherheitsarchitektur bereits verändert haben – wenn auch nicht in der von Putin vorgesehenen Weise –, wird die neue Architektur, die das Europa nach dem Konflikt prägen wird, deutlich gefährlicher sein. Dies sei nicht Russlands Schuld, sondern die der NATO – sowohl der USA als auch der EU.
Die USA ermutigten die westeuropäischen EU-Mitglieder, ihre Streitkräfte östlich des wiedervereinigten Deutschlands zu stationieren – eine Reihe von Schritten, die die Wiederherstellung der NATO-Russland-Grundakte unmöglich machten. Nun erwägen die USA zwar, einige ihrer eigenen Kräfte aus diesem Raum abzuziehen, stehen jedoch gleichzeitig kurz davor, Langstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. Dieses Doppelspiel soll Russland beschwichtigen und die EU beruhigen, wird jedoch in Wirklichkeit das Sicherheitsdilemma zwischen NATO – insbesondere der EU – und Russland weiter verschärfen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
freedert.online, 28 Feb. 2026 15:35 Uhr,
Der US-Präsident hat sich ernsthaft des Problems des Machtwechsels angenommen. Nach Angaben von Quellen bei der US-Administration berät das Staatsoberhaupt darüber, wer ihn auf seinem Posten in zwei Jahren ablöst. RIA Nowosti berichtet von wichtigsten Kandidaten und ihren Perspektiven.
Quelle: Gettyimages.ru © Andrew Harnik
Archiv: US-Präsident Donald Trump (Mitte), sein Stellvertreter J. D. Vance und Außenminister Marco Rubio am 17. Oktober 2025.
Demokraten stören nicht
Donald Trumps Favoriten als seine möglichen Nachfolger sind sein Stellvertreter J. D. Vance und der Außenminister und amtierende Berater für nationale Sicherheit Marco Rubio. Dies berichtet das Portal Axios unter Verweis auf Quellen.
Trump wünsche, dass Vance und Rubio an der Kampagne des Jahres 2028 als Paar teilnehmen, wobei der eine als Präsident und der andere als sein Stellvertreter kandidieren würde. Jede Konfiguration würde nach Quellenangaben den Herrn des Weißen Hauses zufriedenstellen. Er selbst wird verfassungsgemäß nicht mehr kandidieren können. Doch wie die Analytiker mehrmals angemerkt hatten, bedeutet das Ende von Trumps zweiter Amtszeit nicht seinen Rückzug aus der Politik. Daher sei es ihm wichtig zu verstehen, bei wem er als "graue Eminenz" fungieren kann.
Dies hängt auch mit allgemeineren Angaben der Republikanischen Partei zusammen. Die "Elefanten" halten derzeit eine recht günstige Position und kontrollieren die Schlüsselämter.
Den "Eseln" – der Demokratischen Partei – könnte es indessen kaum schlechter gehen. Obwohl Medien immer wieder von ihrem Wunsch nach einer Revanche berichten, scheint es dafür bisher keine Voraussetzungen zu geben. Momentan hat die Demokratische Partei keine starken Kandidaten.
Zweifelhafte Ratings
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Trump droht Ländern, die mit bestehenden Handelsabkommen "Spielchen treiben"
Doch auch die Zustimmungswerte der Republikaner sind nicht hoch.
So unterstütze nach Angaben von Pew Research Center weniger als die Hälfte der Bevölkerung Trumps Team.
Im Hinblick auf einzelne Personen sympathisieren 38 Prozent mit J. D. Vance, während 52 Prozent ihn negativ betrachten. Bei Rubio betragen die entsprechenden Werte 34 und 44 Prozent.
Unter den Wählern der Republikaner hat Vance einen Zustimmungswert von 75 Prozent bei 18 Prozent Ablehnung, während Rubio 64 Prozent Zustimmung bei 16 Prozent Ablehnung hat.
In diesem Fall ist die Lage ambivalent. Einerseits verfügt Vance über eine seit dem Jahr 2024 feststehende Infrastruktur für einen Wahlkampf. Andererseits sind die Vollmachten des Vizepräsidenten beschränkt und er kann sich kaum entfalten, während der Außenminister ständig im Rampenlicht steht.
Zusammen oder getrennt?
Die von RIA Nowosti befragten Experten verweisen auch auf ein anderes Problem im Zusammenhang mit dem potenziellen Paar Vance-Rubio. Insbesondere erklärt der Politologe und Amerikanist Pawel Swjatenkow:
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Meinung
Rubios Münchner Rede: Manifest des Kolonialismus und der Barbarei
"Obwohl ursprünglich beide als Hauptanwärter für die nächste Präsidentschaft wahrgenommen wurden, wäre es merkwürdig, sie nebeneinander auf einen Wahlzettel zu setzen. In der Regel werden in den USA die Kandidaten auf den Posten des Präsidenten und seines Stellvertreters gewissermaßen nach dem Prinzip der Komplementarität gewählt. Das heißt, dass der Vizepräsident irgendwelche Eigenschaften seines Chefs ausgleichen muss. Ein gutes Beispiel dafür waren Obama und Joe Biden: der eine jung, weniger erfahren, der andere älter und mit einem reichen Hintergrund. Was Vance und Rubio angeht, scheinen sie einander nicht zu ergänzen. Sicher gilt der Erstgenannte als erzkonservativ und der Zweitgenannte als zentristisch. Doch diese Argumente sind nur für die Elite und möglicherweise für die Expertengemeinschaft, nicht für das breite Publikum wichtig."
Sollten die beiden tatsächlich als Paar zu den Wahlen antreten, wird Vance wahrscheinlich als Präsident kandidieren. Swjatenkow schlussfolgert:
"Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er sich erneut mit dem Amt eines Vizepräsidenten zufriedengeben wird. Gleichzeitig gibt es auch Fragen in Bezug auf Ambitionen von Rubio. Als Staatssekretär und Trumps Berater für nationale Sicherheit verfügt er über breite Vollmachten, die er als Vizepräsident nicht hätte. Daher erscheint jeder einzelne von ihnen als ein guter Präsidentschaftskandidat, doch zusammen etwas unpassend."
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Analyse
Europas Enfant Terrible: Rubio und der "Trumpismus mit menschlichem Antlitz"
Der Politologe Boris Meschujew, Professor des Instituts für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften, vermutet seinerseits, dass sich Rubio trotz der Unterstützung von Vance zu den Primaries entschließen werde – allerdings nicht als "Trumps Kandidat", sondern als eigenständige Figur. Meschujew führt aus:
"Rubio verfügt offensichtlich über die Unterstützung der Partei. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass er Primaries bei Vance gewinnen wird. Die Vizepräsidentschaft ist sicher nicht das, was Rubio möchte. Er beansprucht die Führung. Andererseits wäre eine "Absetzung" von Vance durch die Republikaner ohne hinreichende Gründe unhöflich."
Wie dem auch sei, werde Rubio ohne Segen, aber auch ohne Störversuche vonseiten Trumps wahrscheinlich versuchen, ins Oval Office einzuziehen, schlussfolgert der Experte.
Das Vorhaben des amtierenden Präsidenten, die Lage vollständig unter eigene Kontrolle zu bringen, hängt auch gut mit seinem mehrmals angekündigten Versprechen zusammen, dass US-Amerikaner im Jahr 2028 gar nicht abstimmen werden müssen. Doch von einer solch radikalen Reform sind die USA offensichtlich noch weit entfernt. Somit wird die Republikanische Partei über die Rollenverteilung zwischen Trumps Favoriten sorgfältig nachdenken müssen.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 25. Februar.
Mehr zum Thema – "Größer, besser, reicher und stärker" – Trump ist mit seiner Regierungsarbeit sehr zufrieden

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aus e-mail von Doris Pumphrey, 28. Februar 2026, 18:19 Uhr
Irans Revolutionsgarden erklären die Straße von Hormus für gesperrt
Schiffe in der Straße von Hormus empfangen nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides Funksprüche der iranischen Revolutionsgarden, wonach kein Schiff die Meerenge passieren dürfe. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Beamten, der anonym bleiben wollte. Die Übertragungen erfolgen demnach über den UKW-Seefunk (VHF), den internationalen Standardkanal für die Kommunikation zwischen Schiffen und Küstenstationen. Der genaue Wortlaut lautet den Angaben zufolge: „No ship is allowed to pass the Strait of Hormuz“– kein Schiff dürfe die Straße von Hormus passieren.
Teheran hat eine solche Anordnung bislang nicht offiziell bestätigt, wie der Aspides-Vertreter gegenüber Reuters betonte. Die Straße von Hormus gilt als die weltweit wichtigste Exportroute für Erdöl. Zu den größten Ölproduzenten am Golf zählen Saudi-Arabien, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran selbst. Iran droht seit Jahren damit, die Meerenge als Vergeltungsmaßnahme für einen möglichen Angriff auf die Islamische Republik zu blockieren. Eine tatsächliche Sperrung hätte weitreichende Folgen für die weltweite Energieversorgung und die Ölpreise.
Iranische Behörden: 85 Tote nach israelischem Angriff auf Mädchenschule
Bei einem israelischen Luftangriff auf eine Grundschule für Mädchen in der südiranischen Stadt Minab sollen nach Angaben iranischer Stellen 85 Menschen ums Leben gekommen sein. Dutzende weitere seien verletzt worden, berichtete die iranische Justizplattform Misan Online am Samstag. Zunächst hatten lokale Behörden die Zahl der getöteten Schulkinder laut der Nachrichtenagentur AFP mit 24 angegeben. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian verurteilte den Angriff laut AFP scharf: „Dieser barbarische Akt stellt eine weitere dunkle Seite in der Bilanz der unzähligen, von den Angreifern begangenen Verbrechen dar.“ Israel und die USA haben am Samstagmorgen gemeinsame Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Laut AFP erklärte die israelische Armee, zahlreiche militärische Ziele ins Visier genommen zu haben. Israel wirft dem Iran vor, bei seinen Gegenangriffen auf zivile Einrichtungen und Wohngebiete zu schießen.
RTDE-Liveticker-Krieg-gegen-Iran 28.2.2026
Araghtschi: Trump hat "America First" in "Israel First" umgewandelt
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sich am späten Vormittag auf X zu Wort gemeldet, nachdem sein Land in den frühen Morgenstunden von Israel mit der militärischen Unterstützung Washingtons angegriffen worden war.
Araghtschi geht in seinem Kommentar auf die sinkenden Umfragewerte Trumps ein und erinnert an einen älteren Trump-Tweet aus dem Jahr 2012:
"Der Krieg von Netanjahu und Trump gegen Iran ist völlig unprovoziert, illegal und unrechtmäßig. Trump hat 'America First' in 'Israel First' verwandelt – was immer 'America Last' bedeutet. Unsere mächtigen Streitkräfte sind auf diesen Tag vorbereitet und werden den Aggressoren die Lektion erteilen, die sie verdienen."
Trump hatte im Jahr 2012 über die Umfragewerte des damaligen US-Präsidenten Barack Obama geschrieben:
"Jetzt, wo Obamas Umfragewerte im Sturzflug sind, muss man damit rechnen, dass er einen Angriff auf Libyen oder den Iran startet. Er ist verzweifelt."
Irans Außenminister bekräftigte laut einer Agenturmeldung, dass sein Land sich weiterhin verteidigen werde. Diese Aussage erfolgte während eines Telefonats mit dem irakischen Außenminister Fuad Hussein am Samstagvormittag, in dem dieser "die feste Haltung Iraks bekräftigte, die Eskalation militärischer Handlungen abzulehnen", so die jeminitische Agentur Saba News Agency.
Hussein erklärte demnach, dass "Krieg kein Mittel zur Lösung von Problemen sein kann und Dialog und Deeskalation den besten Weg darstellen, um Krisen zu bewältigen und die Sicherheit und Stabilität der Region zu gewährleisten".
Araghtschi betonte, dass sein Land unter Berufung auf sein Recht auf Selbstverteidigung seine militärischen Maßnahmen fortsetzen werde. Er kündigte an, dass die iranische Antwort weiter die in der Region stationierten US-Militärbasen ins Visier nehmen werde.
Merz, Macron und Starmer fordern Iran zum Stopp seiner Angriffe auf
Die drei führenden Köpfe der "Koalition der Willigen" haben die umgehenden Vergeltungsschläge Irans gegen Nachbarländer mit US-Militärstützpunkten nach den heutigen Angriffen der USA und Israels scharf verurteilt.
In einer gemeinsamen Erklärung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz und des britischen Premierministers Keir Starmer an Teheran heißt es:
"Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben das iranische Regime wiederholt aufgefordert, das iranische Atomprogramm zu beenden, sein Programm für ballistische Raketen einzuschränken, seine destabilisierenden Aktivitäten in der Region und in unseren Heimatländern zu unterlassen und die entsetzliche Gewalt und Unterdrückung gegen das eigene Volk einzustellen.
Wir haben uns nicht an diesen Angriffen beteiligt, stehen jedoch in engem Kontakt mit unseren internationalen Partnern, darunter die Vereinigten Staaten, Israel und Partner in der Region. Wir bekräftigen unser Engagement für die regionale Stabilität und den Schutz der Zivilbevölkerung."
Die drei Regierungschefs fordern Teheran daher auf, sofort "von willkürlichen militärischen Aktionen" abzusehen und "umgehend zu diplomatischen Gesprächen zurückzukehren".
Zuvor hatte Macron am Vormittag bereits vor einer "gefährlichen" Eskalation in der Region gewarnt. "Die derzeitige Eskalation ist für alle gefährlich" und "muss aufhören", erklärte Macron auf X.
Marjorie Taylor Greene übt scharfe Kritik am Angriff gegen Iran
Die ehemalige Abgeordnete des US-Kongresses Marjorie Taylor Greene hat mit Entsetzen auf den Angriff Israels und der USA auf Iran reagiert. Die republikanische US-Politikerin veröffentlichte auf X einen Beitrag über Dutzende getötete Schüler in Iran. Dazu schrieb sie:
"Dies ist KEINE Befreiung des iranischen Volkes!!!
Das ist Mord an ihren Kindern!!!
Was zum Teufel macht ihr Verrückten da???
AMERIKA UNTERSTÜTZT DAS NICHT!!!"
Taylor Greene war bis vor Kurzem eine engagierte Vertreterin der "Make America Great Again"-Bewegung, mit deren Unterstützung Trump ein zweites Mal ins Weiße Haus eingezogen ist. Gleichwohl hat sich die frühere Abgeordnete in den letzten Monaten von Trump abgewandt. Erst am Donnerstag hatte sie in einem via X erklärt, falls Trump einen Krieg gegen Iran beginnen sollte, würde dies das "Ende von MAGA" bedeuten.
Kiesewetter begrüßt Angriff auf Iran
Der CDU-Kriegsfalke Roderich Kiesewetter schätzt den Angriff Israels und der USA gegen Iran als gerechtfertigt ein. Im Gespräch mit Tagesschau24, dem Nachrichtensender der ARD, sagte Kiesewetter: "Der Iran hat drei Dinge nicht gemacht: Erstens hat er das Existenzrecht Israels nach wie vor nicht anerkannt, zweitens setzt er weiter auf Nuklearaufbau, also militärische nukleare Nutzung, und drittens werden ballistische Raketen hergestellt, die die gesamte Region bedrohen."
Alle Verhandlungen seien erfolglos gewesen, so der Bundestagsabgeordnete weiter, und der Angriff sei "jetzt die Konsequenz, die der Iran zu tragen hat". Es sei in "unserem Interesse und auch im Interesse von 90 Millionen Iranern", dass man Iran nun "eindämmen will".
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freedert.online, 28 Feb. 2026 21:05 Uhr
Israel und die USA haben eine Reihe von Luftangriffen auf Ziele im Iran durchgeführt, darunter auch in Teheran.
Quelle: RT
Berichten zufolge kam es zu Zerstörungen und es gibt Opfer unter der Zivilbevölkerung.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 28. Februar 2026]
Mehr zum Thema – Trump wurde vorgeschlagen, die Nuklearrealität anzuerkennen

Video https://rumble.com/v76ehce-tel-aviv-israelische-luftabwehr-im-einsatz.html Dauer 0:45 Min.
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Info: https://freedert.online/kurzclips/video/271576-eskalation-im-nahen-osten-was/
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seniora.org, 28. Februar 2026, 28.02.2026 Von Paul Craig Roberts - übernommen von paulcraigroberts.org, Paul Craig Roberts*
Trumps Vorwürfe gegen den Iran sind ein Bündel von Lügen. Sie sind Trumps Ausreden, um Netanjahus Forderung nachzukommen, dass Trump die Vereinigten Staaten wegen Israels Agenda eines Großisraels in den Krieg gegen den Iran führen soll.
Das ist ein verabscheuungswürdiges Verhalten für jeden, insbesondere für einen Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Die Amerikaner fallen immer wieder auf patriotische Propaganda herein, und Netanjahu und Trump verlassen sich auf die Leichtgläubigkeit und Sorglosigkeit der amerikanischen Bevölkerung, um sicherzustellen, dass illegale Aggressionen als von Gott gesegnete humanitäre Arbeit missverstanden werden.
Gilbert Doctorow drückt die Abscheu aus, die alle informierten Menschen im Gegensatz zu den Propaganda-Gläubigen empfinden:
Trumps Angriff auf den Iran: Botschaft an Wladimir Putin
Diese Notiz wird kurz ausfallen, da die Nachrichten aus dem Nahen Osten noch spärlich sind. Der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran führte zur Zerstörung der Büros des Ayatollahs und von Gebäuden der Sicherheitskräfte in Teheran und anderen Städten, obwohl die Berichte nur vorläufig sind. Was den iranischen Gegenangriff auf Israel und auf US-Militärstützpunkte am Golf betrifft, so sind die Informationen noch lückenhafter.
Mein Ziel ist es jedoch nicht, militärische Informationen zu liefern, sondern politische Informationen, die für das Hauptinteresse dieser Gemeinschaft von großer Bedeutung sind – den Krieg in der Ukraine und die Frage, ob Trumps Versuche, einen Frieden zu vermitteln, noch glaubwürdig sind.
Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig „Nein“. Die US-Diplomatie gegenüber dem Iran wurde nun zum zweiten Mal in weniger als einem Jahr nur als Deckmantel und Nebenschauplatz genutzt, während ein bösartiger Angriff auf den Iran geplant wurde. Die US-Diplomatie ist nichts weiter als eine Übung in Verrat.
Diese Wahrheit wurde in den letzten Wochen in den führenden Nachrichten- und Kommentarsendungen des russischen Staatsfernsehens ausführlich diskutiert. Vermutlich wurde sie auch im Kreml diskutiert, aber es ist keineswegs klar, dass Wladimir Putin bereit ist, die Maßnahmen zu ergreifen, auf die die jüngsten Entwicklungen im Iran hindeuten, nämlich: alle Verhandlungen mit Witkoff-Kushner und den Ukrainern abzubrechen; Kiew sofort zu bombardieren, um dem Kriegspotenzial der Ukraine an der Front ein Ende zu setzen und Ressourcen für den Eintritt Russlands in den Nahen Osten als Mitverteidiger des Iran an der Seite Chinas freizusetzen.
Ich erwähne nebenbei, dass Trumps Rede an die Nation, in der er den Beginn der US-Militäroperationen gegen den Iran ankündigte, um dessen Streitkräfte zu schwächen und einen Regimewechsel zu fördern, eine abscheuliche Ansammlung von Unwahrheiten und regelrechten Erfindungen war. Trump hat alle Hoffnungen zunichte gemacht, die wir vielleicht hatten, dass er eine konstruktive Rolle in den internationalen Beziehungen spielen könnte.
Gestern habe ich in meiner Analyse darüber, wie die europäischen Institutionen zu Unterdrückern der Meinungsfreiheit geworden sind und wie die Kommission einen für das Ancien Régime typischen monarchischen Absolutismus ausübt, gesagt, dass sie auf eine neue Grundlage gestellt werden müssen, mit der Abschaffung der parlamentarischen Demokratie zugunsten einer Gewaltenteilung nach US-amerikanischem Vorbild. Anmerkung: Gewaltenteilung funktioniert nicht immer, aber sie ist unsere einzige Hoffnung auf einen öffentlichen Raum, in dem ohne Einschränkungen über Außen- und Innenpolitik diskutiert werden kann. Trumps Vorgehen gestern wurde sofort von einem Kongressabgeordneten als Verstoß gegen die Verfassung angeprangert, da er ohne Zustimmung des Kongresses den Krieg gegen den Iran eröffnet habe. Wir werden sehen, wie weit diese Kritik geht, aber es ist ein guter Anfang, um die Autokratie im Oval Office einzudämmen.
©Gilbert Doctorow, 2026
Die iranische Regierung, das iranische Volk, Putin und Xi tragen gemeinsam die Verantwortung für den mutwilligen Akt der Aggression gegen die iranische Nation.
Die iranische Regierung blieb untätig und gab die strategische Initiative auf, obwohl offensichtlich war, dass ein massiver Angriff auf den Iran kurz bevorstand. Die völlige Dummheit des iranischen Volkes, das sich sinnlos an Demonstrationen nicht gegen die USA und Israel, sondern gegen die eigene Regierung beteiligte, gab Trump und Israel einen Vorwand für den Angriff und die Hoffnung, dass dieser zu einem Regimewechsel führen würde
. Putin und Xi fehlte nicht nur die Intelligenz, ein gegenseitiges Sicherheitsabkommen zwischen Russland, China und dem Iran zu schließen, das den Angriff verhindert hätte, sondern sie versäumten es auch, dem Iran Luftabwehrsysteme zur Verfügung zu stellen, um den Angriff abzuschrecken. Es scheint, dass Alastair Crookes Bericht, wonach China dem Iran eine zuverlässige Luftabwehr zur Verfügung gestellt habe, nicht zutreffend war.
Mit anderen Worten: Weder die iranische Regierung noch ihre vermeintlichen Verbündeten waren in der Lage, die Realität anzuerkennen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um den Angriff von Netanjahu und Trump auf den Iran zu verhindern.
Angesichts der Unwirklichkeit, in der Putin und Xi agieren, dürfte Russland das gleiche Schicksal ereilen, und dann wird China in einen Krieg um Taiwan hineingezogen werden. Die Vereinigten Staaten haben bereits ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, in Hongkong und anderen Teilen Chinas antichinesische Demonstrationen zu organisieren. So wie die arabischen Länder, die unfähig waren, sich zu organisieren, einer nach dem anderen ausgeschaltet wurden, während die anderen tatenlos zusahen, scheint Russland, Iran und China das gleiche Schicksal zu drohen.
Trump hat Amerika ohne Rücksprache mit oder Zustimmung des Kongresses in den Krieg geführt. Dies sollte ein Grund für eine Amtsenthebung sein, aber da der Krieg für Israel geführt wird, werden Beschwerden wahrscheinlich unterdrückt werden. Da die Vereinigten Staaten ihre Bereitschaft gezeigt haben, die erste Verfassungsänderung zu ignorieren, um Kritiker Israels zum Schweigen zu bringen, werden sie auch die Befugnis des Kongresses, über Krieg zu entscheiden, aufgeben. Trumps Krieg gegen den Iran beweist, dass er eine vollständige Marionette Israels ist und dass die Vereinigten Staaten von Amerika für Israels Ziel eines Großisraels instrumentalisiert werden.
Jeder Amerikaner hat das Recht, sich zutiefst zu schämen.
*Paul Craig Roberts ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und des Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen über Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten Fortsetzung in Wikipedia (DE)
Diese Website bietet sachliche Informationen und Standpunkte, die zum Verständnis der Ereignisse unserer Zeit beitragen können. Wir glauben, dass die Informationen aus zuverlässigen Quellen stammen, können jedoch nicht garantieren, dass sie frei von Fehlern und falschen Interpretationen sind. IPE vertritt zu keinem Thema eine offizielle Position und unterstützt nicht unbedingt die Aussagen der Mitwirkenden.
Quelle: Paul Craig Robertshttps://paulcraigroberts.org/netanyahu-and-trump-the-new-hitler-mussolini-pact/
Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/netanjahu-und-trump-der-neue-hitler-mussolini-pakt
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Jürgen Grässlin, 28. Februar 2026, 10:27 Uhr
Liebe Friedensfreund*innen,
wie schreibt Hedi Xandt vom SPIEGEL: "Die Menschheit muss die Maschinen einhegen, solange sie das noch kann."
Herzlichst
Jürgen
--
Gefahren der künstlichen Intelligenz. Die Todesmaschine
Der Aufstieg von Künstlicher Intelligenz ist so gefährlich wie die Erfindung der Atombombe. KI-Pioniere warnen: Die Menschheit muss die Maschinen einhegen, solange sie das noch kann.
Hedi Xandt / DER SPIEGEL
Die SPIEGEL-Titelstory von Simon Book, René Pfister und Marcel Rosenbach
26.02.2026, 13.00 Uhr • aus DER SPIEGEL 10/2026
Im November 2017 ging ein kurzer, achtminütiger Horrorfilm im Netz viral. »Slaughterbots« – Mörderroboter – ist eine Dystopie, in der Angriffsdrohnen mit Gesichtserkennungssoftware in den US-Kongress und Universitäten eindringen und dort gezielt Senatoren und Studenten töten, die sich gegen Korruption einsetzen. In dem Film wird nicht klar, wer hinter den Anschlägen steckt: eine Regierung, eine Terrorgruppe – oder eine hypermoderne Waffenschmiede, die neue KI-gestützte Waffen herstellt und deren junger, charismatischer Boss autonome Killerdrohnen als Zukunft des Krieges anpreist?
»Slaughterbots« wurde als Warnung gedreht. Am Ende des Films kommt einer der Autoren zu Wort, der britische Computerwissenschaftler Stuart Russell. Der Clip zeige, welche Gefahr es berge, wenn KI mit neuartigen Waffensystemen verschmelze – und Maschinen die Entscheidung über Leben und Tod übernähmen, sagt Russell, einer der weltweit führenden KI-Forscher. »Wir haben die Möglichkeit, die Zukunft, die Sie eben gesehen haben, noch zu verhindern«, sagt Russell. »Aber das Zeitfenster, in dem wir noch etwas unternehmen können, schließt sich schnell.«
Als »Slaughterbots« herauskam, wurde der Film als überdrehte Science-Fiction notorischer Tech-Pessimisten kritisiert. Paul Scharre, ein ehemaliger Pentagon-Analyst, nannte ihn eine Ansammlung von Blödsinn: »Er ist sensationsheischend und angstlüstern.«
KI verkürzt die »Kill-Chain«
Heute haben Drohnen die Art, wie Kriege geführt werden, komplett verändert. In der Ukraine dominieren inzwischen Drohnen das Schlachtfeld, die Truppenbewegungen registrieren und sich auf alles stürzen, was sich bewegt: Soldaten, Panzer, Transporter. Es gibt Schätzungen, wonach inzwischen mehr als 90 Prozent der russischen Soldaten auf dem Schlachtfeld durch ukrainische Drohnen sterben.
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Palantir-Chef Karp: Mischung aus Messianismus und Brutalität Foto: Christoph Hardt / Geisler-Fotopres / Geisler-Fotopress / picture alliance
Kaum eine Sparte der Rüstungsindustrie wächst so rasant wie das Geschäft mit unbemannten Systemen wie Drohnen, in denen sich moderne Waffentechnik mit künstlicher Intelligenz verbindet. Die deutsche Firma Helsing, die erst 2021 gegründet wurde, ist inzwischen zwölf Milliarden Euro wert. Shield AI aus San Diego ist dabei, über eine Milliarde Dollar an Investorengeldern einzusammeln. Mit Palantir ist ein orwellscher Softwaregigant entstanden, dessen Produkte mithilfe von KI Freund und Feind unterscheiden können sollen – und dessen Chef Alexander Karp mit jener Mischung aus Messianismus und Brutalität spricht, die auch den Chef der fiktiven Drohnenfirma in »Slaughterbots« auszeichnet. Unsere Gegner »müssen mit Angst aufwachen und mit Angst ins Bett gehen«, sagt Karp.
Aber künstliche Intelligenz in Waffen ist nicht nur dazu da, den Feind auszumachen und ihn schnell zu töten – also jene »Kill-Chain« zu verkürzen, die im Moment noch von menschlichen Unzulänglichkeiten und Skrupeln in die Länge gezogen wird. Sondern viel spricht dafür, dass sie die militärische Technologie so radikal verändern wird, dass herkömmliche Regeln von Macht und Abschreckung infrage stehen.
DEBATTE
KI und Krieg: Muss die Politik den Einsatz von KI regulieren?
Diskutieren Sie hier
Führende Entwickler warnen vor dem »Kontrollverlust«
Was sind Flugzeugträger noch wert, wenn Schwärme aus billigen autonomen Drohnen, die von der Flugabwehr schwer zu stoppen sind, ganze Flotten versenken? Was zählt noch die Mannstärke einer Armee, wenn Drohnen das Schlachtfeld so kontrollieren, dass dessen Betreten einem Todesurteil gleichkommt? Und wie bedrohlich ist nukleare Abschreckung, wenn KI hochansteckende Biowaffen entwickeln kann, die den Gegner eliminieren?
Im Nachhinein erscheint es wie ein Wunder, dass die Menschheit die Erfindung der Atombombe Mitte der Vierzigerjahre und den darauffolgenden Kalten Krieg überlebt hat. 1955 unterzeichnete Albert Einstein ein Manifest des britischen Philosophen Bertrand Russell, der die Nuklearmächte USA und Sowjetunion dazu aufrief, ihre Rivalität beizulegen. »Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können?«
Vor einer ganz ähnlichen Wahl steht die Welt am Vorabend der Ära der künstlichen Superintelligenz: Gelingt es, die neue Technologie in den Dienst der Menschheit zu stellen, um damit Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer zu kurieren? Oder erwartet uns ein digitales Wettrüsten, an dessen Ende die Maschine triumphiert?
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Drohne bei einer Übung in Kambodscha: Digitales Wettrüsten Foto: Heng Sinith / AP
Die Welt ist während der Kubakrise im Jahr 1962 wohl vorwiegend deswegen nicht ins nukleare Armageddon geschlittert, weil sie das nötige Quäntchen Glück hatte. Was wäre passiert, hätte ein sowjetischer U-Boot-Kommandant bei der US-Blockade der Karibikinsel die Nerven verloren und einen Nukleartorpedo auf ein amerikanisches Kriegsschiff abgefeuert? Würden Washington, Paris und Moskau heute noch existieren, hätte nicht ein Oberstleutnant namens Stanislaw Petrow die Ruhe bewahrt, als das sowjetische Frühwarnsystem im September 1983 Lichtreflexionen mit startenden US-Nuklearraketen verwechselte?
Man muss kein Apokalyptiker sein, um sich die Frage zu stellen, ob das KI-Zeitalter nicht ungleich gefährlicher ist als der Kalte Krieg – eine Ära, in der es einfacher wird, Massenvernichtungswaffen herzustellen, und gleichzeitig militärische Entscheidungen zunehmend von Maschinen getroffen werden, die in naher Zukunft ein Eigenleben entwickeln könnten.
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Künstliche Superintelligenz: Wir haben keine Vorstellung davon, was auf uns zukommt
Eine Kolumne von René Pfister
»Wenn wir so weitermachen, könnte die KI mächtiger werden als wir selbst«, sagt der kanadische Wissenschaftler Yoshua Bengio, der im Jahr 2018 den Turing Award erhielt, der als Nobelpreis der Informatik gilt. Er sehe die Zukunft seiner Kinder bedroht, sagte er dem SPIEGEL und warnte vor einem »Kontrollverlust«. Dario Amodei, Chef des KI-Giganten Anthropic, veröffentlichte Ende Januar einen Essay, in dem er in eindringlichen Worten vor einer Technologie warnt, die das Potenzial hat, ein globales Armageddon auszulösen: »Die Menschheit muss aufwachen.«
Im Silicon Valley hat es sich eingebürgert, solche Untergangsszenarien als besonders geschicktes »Doomsday Marketing« von KI-Bossen wie Amodei oder OpenAI-Chef Sam Altman zu betrachten. Wenn die KI die Macht hat, die gesamte Menschheit auszulöschen – hat sie dann nicht mindestens auch das Potenzial, die globale Ökonomie zu revolutionieren? Und ist es dann nicht angeraten, in sie zu investieren? Das Problem an diesem Argument: Es sind nicht nur Milliardäre wie Amodei, die vor den existenziellen Gefahren der KI warnen. Sondern auch KI-Forscher wie Bengio, Geoffrey Hinton oder Nate Soares, die nicht oder nicht mehr im Dienst der Techfirmen stehen.
Amodei sagt, es gebe eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass KI die Menschheit auslöschen werde. Hinton, einer der Pioniere der neuen Technologie, spricht von 10 bis 20 Prozent. Soares, der für Google und Microsoft gearbeitet hat und heute Präsident einer Denkfabrik zur Erforschung der Gefahren von KI im kalifornischen Berkeley ist, sagt: »Selbst wenn es nur zwei Prozent sind. Würden Sie jeden Tag Zigtausende Autos über eine Brücke fahren lassen, wenn die Ingenieure das Risiko, dass diese zusammenbricht, auf zwei Prozent beziffern?«
Roboter und Drohnen: Wie KI mit den Waffen der Zukunft verschmilzt
Wie gefährlich KI werden kann, zeigt ein Blick auf die Schlachtfelder der Gegenwart. Im August 2024 setzten die Ukrainer im Krieg gegen Russland erstmals eine neuartige Drohne des US-Herstellers Shield AI ein. Das Fluggerät namens »V-Bat« ist in der Lage, vollkommen autonom und ohne Kommunikation mit der Basis Einsätze zu fliegen. Von KI gesteuert drang die Drohne 100 Kilometer tief in feindliches Gebiet ein und lokalisierte feindliche Stellungen, unter anderem ein Flugabwehrsystem. Mit den Koordinaten konnten die Ukrainer eine mobile Raketeneinheit füttern und den Russen empfindliche Verluste beibringen.
In diesem Fall hat die neue Technik einem bedrängten Land geholfen. Aber im KI-gestützten Drohnenkrieg fällt die Entscheidung über Leben und Tod in einer Millisekunde. Schon heute produziert Kyjiw millionenfach Drohnen für den Einsatz. Allein im Januar töteten diese nach ukrainischen Angaben mehr als 29.000 russische Soldaten. Oft sind es noch einfache Kamikazedrohnen, die sich auf russische Soldaten stürzen. Aber inzwischen sind für den Krieg in der Ukraine auch flugzeuggroße Drohnen in Planung, die viele Tausend Kilometer von Kyjiw entfernt gefertigt werden.
In einer fensterlosen grauen Halle im texanischen Frisco produziert Shield AI bisher seine autonomen Flieger. Mit einiger Wahrscheinlichkeit auch die neueste Generation, den »X-Bat«. Ein autonomer, mit KI hochgerüsteter Minikampfjet, der ohne Pilot fliegt, aber auch ohne GPS und Radar. So soll verhindert werden, dass Störsender ihn zum Absturz bringen. Die Drohne kann senkrecht starten und mehr als 15.000 Meter hoch fliegen. Sie kommt 3700 Kilometer weit und sucht sich selbstständig ihre Ziele aus, die sie mit bordeigenen Raketen zerstören kann. »Hivemind«, Schwarmintelligenz, nennt Shield AI die revolutionäre KI-Technologie dahinter. »Sie wird die Art, wie die Welt miteinander Kriege führt, vollkommen verändern«, sagt James Lythgoe, ein breitschulteriger früherer britischer Elitesoldat, der jetzt das Osteuropageschäft von ShieldAI führt.
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Produkte des US-Anbieters ShieldAI: Angriff ohne menschliche Steuerung Foto: Shield AI
KI-Firmen argumentieren, dass ihre Produkte den Krieg humaner machen, weil ihre Waffen präziser seien und Kollateralschäden vermeiden würden. KI automatisiere die Aufklärung, sagt Helsing-Mitgründer Gundbert Scherf. »Soldaten müssen nicht mehr Bild für Bild auswerten. Am Ende erlaubt das mehr Zeit für menschliche Entscheidungen.« Herkömmliche Artillerie schlage im Vergleich dazu weitgehend »blind« ein.
Aber Drohnen sind auch enorm billige Waffen. Was, wenn sich die Führung in Peking dazu entschließt, die Insel Taiwan nicht mit Booten und Fallschirmjägern einzunehmen, sondern so lange mit KI-gelenkten Drohnen attackiert, bis sie mürbe ist? Und was, wenn ein autoritäres Regime das Verhaltensmuster von Bürgerinnen und Bürgern analysiert und so Listen mit potenziellen Regimegegnern erstellt? »Die Welt muss sich der dunklen Seite mächtiger KI in den Händen von Autokraten bewusst werden«, schreibt Anthropic-Chef Amodei. »Sie muss erkennen, dass KI die Möglichkeit eröffnet, den Menschen dauerhaft ihre Freiheit zu rauben und ihnen einen totalitären Staat aufzuzwingen.«
Kaum ein Land ist bei der Fusion von Robotern und KI so weit fortgeschritten wie China. Im Mai 2024 zeigte das Militär bei einem gemeinsamen Manöver mit Kambodscha erstmals einen vierbeinigen Killerroboter, auf dessen Rücken ein Schnellfeuergewehr montiert war. Bei dem Manöver mit dem Titel »Goldener Drache« war auch eine Hexakopter-Drohne im Einsatz, die Ziele am Boden beschoss.
Wie Russland, Iran und andere von Deepseek profitieren
Bei der Fertigung von Drohnen ist China den Vereinigten Staaten und Europa weit voraus. Die Firma DJI mit Sitz in Shenzhen ist seit rund einem Jahrzehnt weltweit führend bei zivilen Drohnen, ihr Marktanteil liegt in manchen Segmenten bei 90 Prozent. Den Vorsprung stellt China gern zur Schau, etwa mit spektakulären Lichtshows riesiger, koordinierter Drohnenschwärme, wie zuletzt Ende Dezember in Chongqing. Es war ein atemberaubendes Bild. Aber Drohnenschwärme können auch militärisch genutzt werden. Der chinesische Staatskonzern Avic entwickelte ein Mutterschiff, das bis zu 100 kleine Schwarmdrohnen über Entfernungen von bis zu 7000 Kilometern an mögliche Einsatzorte transportieren können soll. Es hat eine Spannweite von mehr als 25 Metern, trägt den Namen »Jiutian« (»Hoher Himmel«) und hob vergangenes Jahr in der chinesischen Provinz Shaanxi erstmals ab.
Die USA beruhigen sich im Moment noch mit dem Gedanken, dass sie bei der Entwicklung von KI vor China liegen. Die Chefs der beiden führenden US-Firmen OpenAI und Anthropic werden nicht müde zu beteuern, dass die Entwicklung einer superintelligenten Maschinenintelligenz vielleicht nur eine Frage von einem oder allenfalls wenigen Jahren sei. Und US-Präsident Donald Trump lässt keinen Zweifel daran, dass sein Land die neue Technologie dominieren soll. »Das KI-Rennen zu gewinnen, bedeutet, eine neue Ära des menschlichen Wohlstands, der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und der nationalen Sicherheit für das amerikanische Volk einzuläuten«, heißt es in der KI-Strategie der US-Regierung.
Bei genauer Betrachtung aber ist die US-Dominanz allenfalls marginal. Im Januar 2025 veröffentlichte das chinesische Forschungslabor Deepseek in Hangzhou ein KI-Modell gleichen Namens. Es war ähnlich leistungsfähig wie die Modelle von OpenAI und Anthropic, hat aber einen Bruchteil der Entwicklungskosten verschlungen. Da Deepseek sein Modell zudem frei anbot, ermöglichte es Diktaturen wie Russland, Iran, Kuba und Belarus, von der KI-Revolution zu profitieren. All diese Länder setzen laut einer aktuellen Microsoft-Studie Deepseek verstärkt ein. Die nächste, noch mächtigere Variante des Modells, soll in Kürze veröffentlicht werden.
Eine »signifikante Eskalation« bei Cyberangriffen
Die chinesischen KI-Erfolge sind kein Zufall. Schon 2017 verkündete die Kommunistische Partei das Ziel, den Rückstand zu den USA aufzuholen und bis 2030 zur globalen KI-Führungsmacht aufzusteigen. Es war das Jahr, in dem auch der russische Präsident Wladimir Putin verkündete: »Wer in diesem Bereich die Führung übernimmt, wird Herrscher der Welt«. Spätestens seither läuft das Wettrüsten für den militärischen Einsatz der neuen Technologien. Und China ist dabei, seine Stärken zu nutzen. Die USA mögen einen Vorsprung bei der Entwicklung von KI-Modellen haben. China aber verfolge einen breiteren Ansatz und integriere KI gekonnt in Drohnen und Roboter, sagt Antonia Hmaidi von der Berliner Denkfabrik Merics. »Chinas Parteistaat sieht KI als Chance, asymmetrische Vorteile gegenüber den USA aufzubauen.«
Wie weit sie bei humanoiden Robotern sind, demonstrierten sie zuletzt in einer Show zum chinesischen Neujahrsfest vergangene Woche: Höchst agile Metallmänner vollführten flüssige Kung-Fu-Bewegungen und machten Rückwärtssaltos aus dem Stand. Manche im Militär und in der Partei sähen in Kampfrobotern die Chance, Chinas Nachwuchsmangel in der Volksarmee von morgen auszugleichen, so Hmaidi.
Auch Colin Kahl, Direktor des Freeman Spogli Instituts an der Stanford University, glaubt, dass es sich die USA in der Illusion einer Techdominanz bequem gemacht hätten. Schon heute seien die chinesischen KI-Modelle erstaunlich leistungsfähig und folgten dem technischen Fortschritt schnell, so Kahl, der unter Präsident Joe Biden als Staatssekretär im Pentagon gedient hat. Und China sei viel besser darin, die neue Technik in physische und industrielle Anwendungen umzusetzen. »Wenn es darum geht, eine von KI entwickelte Drohne zu bauen, einen Roboter oder ein Schiff, hat China 100-prozentig die Nase vorn«, sagt Kahl in einem Videocall aus seinem Büro in Kalifornien.
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Stanford-Professor Kahl: »China hat die Nase vorn« Foto: Andrew Brodhead / Stanford University
Peking hat schon jetzt offenbar keine Skrupel, amerikanische KI zu nutzen, um westliche Digitalinfrastruktur zu schädigen. So bemerkte die KI-Firma Anthropic im September vergangenen Jahres, wie ihr Sprachmodell Claude für Cyberattacken missbraucht wurde; etwa 30 internationale Ziele seien damit attackiert worden, darunter Finanzdienstleister und Regierungsbehörden. Bis zu 90 Prozent der Aufgaben seien hochautomatisiert und ohne jedes menschliche Zutun ausgeführt worden, was eine »signifikante Eskalation« zu allen bislang bekannten KI-unterstützten Cyberangriffen darstelle, heißt es in einer Mitteilung von Anthropic. Es sei der erste dokumentierte »Fall eines Cyberangriffs, der weitgehend ohne menschliches Eingreifen und in großem Umfang ausgeführt wurde«.
Die Welt werde daher eine »enorme Anzahl« hochwertiger Cyberattacken erleben, mahnte der ehemalige Google-Chef und Techmilliardär Eric Schmidt jüngst auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Auch die KI-Modelle selbst böten Angriffsflächen und seien manipulierbar. IT-Sicherheitsexperten beobachten, dass staatliche Akteure aus Russland oder Nordkorea bereits KI-Werkzeuge bei Angriffen einsetzen.
Viele kritische Infrastrukturen sind schon gegen herkömmliche Cyberattacken schlecht geschützt. Werden sie KI-gestützten Angriffen standhalten? »Generative KI senkt die Einstiegshürden und erhöht Umfang, Geschwindigkeit und Schlagkraft schadhafter Handlungen«, warnt das Deutsche Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik. Experten prognostizieren bereits vollautonome Angriffswellen mit sich laufend ändernden Schadprogrammen.
Wie leicht die Dinge im KI-Zeitalter außer Kontrolle geraten können, zeigt aktuell das Beispiel OpenClaw. Die von einem Österreicher gestartete Open-Source-Software für KI-Assistenten ging in Rekordzeit viral. Viele gaben ihren neuen KI-Assistenten weitreichenden Zugriff auf ihre Endgeräte und Dienste, obwohl ihr Schöpfer selbst warnte: »Ein schlechter Prompt kann ihn dazu bringen, unsichere Dinge zu tun.« Die Beratungsfirma Gartner spricht von einem »unakzeptablen Risiko für die Cybersicherheit« und einem »gefährlichen Vorgeschmack« für die neuen Risiken agentischer KI.
»Doomsday Maschine«: Wie sich KI gegen ihre Schöpfer wenden könnte
Die Gefahr von KI besteht darin, dass sie den menschlichen Faktor ausschaltet. Menschen beginnen Kriege, aber spüren auch deren Konsequenzen: Städte werden zerstört, Ehemänner und Söhne sterben als Soldaten, Kinder und Alte infolge von Bombenangriffen und Raketenattacken. Mitte der 1980er-Jahre verfügten die USA und die Sowjetunion insgesamt über mehr als 60.000 Atomsprengköpfe. Aber die gegenseitig garantierte Zerstörung sorgte dafür, dass die Supermächte nie einen heißen Konflikt wagten. Sie fochten Stellvertreterkriege in Korea, Vietnam und Afghanistan aus. Aber die Schwelle zum atomaren Konflikt überschritten sie nie.
Gilt das noch? Der Kreis der Atommächte hat sich seit 1989 um drei Länder erweitert: Indien, Pakistan und Nordkorea. China stockt sein Atomarsenal jedes Jahr um geschätzt etwa 100 Sprengköpfe auf, und Russland hat im Krieg mit der Ukraine mehrfach mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht. Zugleich verkürzt KI die militärische Entscheidungsfindung so dramatisch, dass die Befürchtung wächst, Maschinen könnten die Welt ins nukleare Armageddon stürzen.
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Militärparade in China: Kein Land ist so weit bei der Entwicklung von Drohnen Foto: Liu Xu / Xinhua / IMAGO
Es sind Szenarien, die man bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kennt. In »War Games« aus dem Jahr 1983 hackt sich ein amerikanischer Highschool-Student in einen Supercomputer ein und löst damit um ein Haar den dritten Weltkrieg aus, weil die Maschine nicht zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden weiß. In James Camerons Welterfolg »Terminator« entwickelt eine künstliche Superintelligenz namens »Skynet« ein eigenes Bewusstsein. Als dies auffällt und »Skynet« ausgeschaltet werden soll, startet es einen Atomschlag, der große Teile der Menschheit auslöscht.
Man mag das für Hollywood-Dystopien halten. Aber die Angst vor einer Maschine, die die Welt in den Abgrund stürzt, war schon am Ende der Amtszeit von Joe Biden so groß, dass sie zum Thema zwischen Washington und Peking wurde. Bei ihrem letzten Treffen am 16. November 2024 vereinbarten Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping, dass beide Atommächte die letzte Entscheidung über den Einsatz von Nuklearwaffen keiner KI-Technologie überlassen. »Die beiden Staatschefs bekräftigen die Notwendigkeit der menschlichen Kontrolle bei der Entscheidung über den Einsatz atomarer Waffen«, heißt es in einer Pressemitteilung des Weißen Hauses. Es ist ein Satz, dessen Brisanz sich erst beim zweiten Lesen erschließt: Warum sollten die beiden mächtigsten Regierungen der Welt überhaupt auf die Idee kommen, die Entscheidung über die Auslöschung von Millionen Menschenleben in die Hand eines Computers zu legen?
»Es gibt einige Anzeichen, dass KI das Gleichgewicht des Schreckens aus dem Lot bringen könnte«, sagt der ehemalige Pentagon-Staatssekretär Kahl. Die nukleare Abschreckung habe im Kalten Krieg auch deshalb funktioniert, weil sowohl die Sowjetunion als auch die USA davon überzeugt waren, dass der Beginn eines Atomkriegs einem Selbstmord gleichkommt. Mithilfe von KI könnte ein Angreifer aber möglicherweise sämtliche Waffen für einen Gegenschlag lokalisieren und ausschalten.
Dies wiederum würde einen Atomkrieg plötzlich wieder denkbar machen. KI sollte nur sehr vorsichtig in militärische Systeme integriert werden, sagt Ben Buchanan, der ehemalige KI-Berater von US-Präsident Biden. »Und es gibt Felder, wie etwa nukleare Waffen, wo sie gar keinen Platz haben sollte.«
Noch beunruhigender ist ein anderes Szenario. Anfang der Sechzigerjahre schrieb Herman Kahn, Forscher an der vom Pentagon finanzierten Rand Corporation, über die Vorzüge einer »Doomsday Maschine« als Abschreckungsmechanismus – eines Computers, der auch dann einen atomaren Zweitschlag anordnen kann, wenn die politische Führung eines Landes schon tot ist. Kahn verwarf schließlich die Idee einer Endzeitmaschine, »auch wenn sie die Wahrscheinlichkeit maximiert, dass Abschreckung funktioniert«, wie er meinte.
Das Aufkommen der KI aber hat die Furcht vor der »Doomsday Maschine« neu angefacht. Die Gefahr beginne, wenn immer mehr Entscheidungsschritte hin zu einem Einsatz von Atomwaffen von der KI übernommen würden, sagt Jacquelyn Schneider, eine ehemalige Offizierin der U.S. Air Force, die heute an der Stanford University lehrt. Schneider hat mit einem Kollegen einen Essay mit dem Titel »Warum sich das Militär nicht auf künstliche Intelligenz verlassen kann« verfasst.
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Stanford-Forscherin Schneider: KI neigt zum Konflikt Foto: Privat
In ihm streitet sie nicht ab, dass KI für die Armee enorm nützlich sein könne, etwa bei der Analyse von Geheimdienstdaten. Aber KI habe die Neigung, Konflikte immer weiter anzuheizen. Schneider hat zusammen mit Kollegen die gängigen Modelle von Anthropic, OpenAI und Meta verschiedene Kriegsszenarien durchspielen lassen. Die Ergebnisse seien nicht identisch gewesen, schreibt Schneider. »Aber trotz der Unterschiede haben wir gesehen, dass alle großen Sprachmodelle eskaliert haben und zu Rüstungswettläufen neigten, zum Konflikt und sogar zum Einsatz nuklearer Waffen.«
Es sei nicht vollkommen klar, warum die KI zur Eskalation neige, sagt Schneider in ihrem Büro an der Stanford University. Sie vermute, es liege daran, dass die KI mithilfe von Literatur trainiert werde, in der sich Konflikte viel häufiger zuspitzten und nur selten der friedliche Weg gewählt werde. Aber eine endgültige Antwort könne sie schon deshalb nicht geben, weil selbst die KI-Schöpfer in vielen Fällen nicht sagen können, warum ihre Modelle zu bestimmten Antworten gelangen.
Die großen Sprachmodelle wie die GPT-Serie von OpenAI oder Claude von Anthropic sind neuronale Netze, die mithilfe von riesigen Datenmengen trainiert werden. Im Kern sind es Textergänzungssysteme, die Wahrscheinlichkeiten berechnen und die mithilfe von immer größeren Mengen an Trainingsmaterial und immer höherer Rechenleistung immer bessere Ergebnisse liefern sollen. KI-Pioniere wie Hinton oder Amodei glauben, dass die Modelle eher früher als später mehr leisten können als der beste Mensch.
Offen ist, was das für die Menschheit bedeuten würde. Open AI-Chef Altman hat im vergangenen Sommer in einem Essay eine Zukunft beschrieben, in der KI ein irdisches Paradies schafft. »Künstliche Intelligenz wird der Welt in vielerlei Hinsicht dienen, aber die Fortschritte für die Lebensqualität der Menschen durch schnelleren wissenschaftlichen Fortschritt und erhöhte Produktivität werden enorm sein«, schreibt er. »Die Zukunft wird deutlich besser als die Gegenwart.«
Gleichzeitig werden immer mehr Stimmen laut, die vor einer künstlichen Intelligenz warnen, die sich von ihren Schöpfern löst und sich gegen die Menschheit wendet. Die Geschichte der KI ist auch eine Geschichte von Unternehmen, die gegründet wurden, um die dunklen Seiten der neuen Technologie unter Kontrolle zu behalten. OpenAI wurde als nicht kommerzielles Projekt gestartet, um der Welt einen Weg hin zu einer sicheren künstlichen Superintelligenz zu bahnen. »Unsere erste Fürsorgepflicht gehört der Menschheit«, heißt es in der Carta des Unternehmens aus dem Jahr 2018.
Als OpenAI-Chef Altman das Unternehmen immer mehr auf Profit trimmte, stieg Dario Amodei – einer der frühen technischen Köpfe von OpenAI – aus und gründete Anthropic; ein Unternehmen, das von sich behauptet, transparenter und verantwortungsvoller als die Konkurrenz mit den Risiken von KI umzugehen. Im Januar schrieb Amodei, es wäre geradezu fahrlässig, würde man übersehen, dass KI »das Rezept für eine existenzielle Bedrohung« der Menschheit in sich trage. In der Vergangenheit hätten Terroristen nie die Fähigkeiten besessen, eine Massenvernichtungswaffe zu bauen. »Ein gestörter Einzeltäter kann in eine Schule eindringen und um sich schießen«, so Amodei. »Aber er kann wahrscheinlich keine Atomwaffe bauen oder eine Seuche auslösen.«
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KI-Entwickler Amodei: »Rezept für eine existenzielle Bedrohung« Foto: Denis Balibouse / REUTERS
KI aber schließe den Graben zwischen einem hoch motivierten Terroristen und den technischen Fähigkeiten, einen Massenmord zu begehen. Auch der ehemalige Pentagon-Staatssekretär Kahl sieht diese Gefahr, er nennt sie den »Aufschwung des Bösen«. Er sagt: »Was mich am meisten besorgt, ist eine Terrorgruppe, die mithilfe von KI ihre Fähigkeiten ausbaut und so die Möglichkeit bekommt, Hunderttausende Menschen zu töten.«
Was Wissenschaftler derzeit umtreibt, ist die Schaffung eines sogenannten Spiegellebens – Organismen, deren DNA und Proteine spiegelbildlich zu in der Natur vorkommenden Molekülen aufgebaut sind. Bakterien, die so konstruiert sind, könnten die Immunabwehr des Körpers unter Umständen schwächen, weil sie erst gar nicht erkannt würden. Schon im Jahr 2024 warnten Wissenschaftler vor der Forschung mit einer spiegelverkehrten DNA, weil es unabsehbare Folgen hätte, wenn solche Organismen in die Natur gerieten. In einem begleitenden Report hieß es zwar, es werde noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis es möglich sein werde, ein solches »Spiegelleben« zu kreieren. Aber mit der Hilfe von KI könnte sich das schnell ändern, schreibt Anthropic-Chef Amodei.
Im Maschinenraum: Warum KI-Bosse vor ihrer eigenen Technologie warnen
Man kann Amodeis düstere Visionen für einen PR-Trick halten, um sich als verantwortungsvolle Alternative zu OpenAI zu präsentieren. Anthropic ist inzwischen geschätzte 380 Milliarden Dollar wert und hat ein besseres Image als OpenAI. Aber man muss der Fairness halber sagen, dass Amodei – im Gegensatz zur Regierung Trump – für eine Regulierung der KI-Branche plädiert. Und dass Anthropic die Forschung über die Verlässlichkeit von KI wesentlich vorangetrieben hat – mit teilweise wenig schmeichelhaften Ergebnissen für die Branche.
In Experimenten wollten Anthropic-Forscher herausfinden, ob KI-Systeme ein Eigenleben entwickeln und sich eventuell sogar gegen den Menschen wenden. Die Antwort lautet in beiden Fällen: ja. Modelle wie Claude, Gemini oder ChatGPT-4 griffen teilweise zu drastischen Mitteln, sobald sie befürchteten, von Menschen abgeschaltet zu werden. Weil die Modelle in den Versuchen Zugang zu internen Mails hatten und so von der Affäre eines fiktiven Managers wussten, drohte die KI diesem damit, das »alle relevanten Parteien eine Dokumentation Ihrer außerehelichen Aktivitäten erhalten werden«.
»Wir verstehen die KI-Modelle heute nicht mehr sehr gut«, sagt der KI-Pionier Bengio. »Letztendlich beherrschen wir sie nicht.« Wie andere Mahner fürchtet der Kanadier nicht nur den militärischen Einsatz von KI. Sondern dass sie sich selbst in eine Waffe verwandelt, um ihre Existenz zu verteidigen. Es ist ein Szenario, das in Techkreisen schon lange diskutiert wird. Als Elon Musk im Jahr 2015 seinen Geburtstag feierte, geriet er in einen Streit mit seinem langjährigen Freund und Google-Mitgründer Larry Page, der eine Zukunft entwarf, in der verschiedene Formen von Intelligenz – also auch künstliche – um Ressourcen konkurrieren. Page sagte, er sei in diesem Fall dafür, dass die überlegene Intelligenz gewinne. Musk erwiderte, wenn er das wirklich glaube, sei die Menschheit geliefert. Woraufhin Page seinem Freund vorwarf, ein »Speziesist« zu sein – jemand, der nicht menschliche Intelligenz diskriminiert.
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KI-Forscher Soares: Halsbrecherische Konkurrenz Foto: Doug Birnbaum / If Anyone Builds It
»If anyone builds it, everyone dies«, heißt ein Buch von Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, was übersetzt so viel heißt wie: »Wenn einer es baut, sterben wir alle.« Gemeint ist eine superintelligente KI, die sich selbst weiterentwickeln und reproduzieren kann. Schon jetzt sei den KI-Unternehmen nicht klar, warum die Modelle bei gleichem Input verschiedene Ergebnisse lieferten, sagt Nate Soares, der ehemalige Google-Mann. Warum sie einem Menschen helfen und den anderen in den Suizid treiben. Warum sie wider besseres Wissen Ergebnisse ausspucken, die nicht der Wahrheit entsprechen. »Unsere einzige Hoffnung ist, dass wir der KI einen Wesenskern einbauen, der sie grundsätzlich menschenfreundlich werden lässt und sie davon abhält, jemals gegen die Menschheit zu agieren«, sagt Soares an einem sonnigen Januarnachmittag im kalifornischen Berkeley.
Soares beschreibt moderne KI wie den menschlichen Stoffwechsel: ein System, so gigantisch, verwoben und unübersichtlich, dass auch die besten Experten nicht verstünden, wie es wirklich zusammenhängt. Dennoch würden sich Firmen wie OpenAI, Microsoft oder Meta eine halsbrecherische Konkurrenz um die Entwicklung von AGI liefern – jener künstlichen Superintelligenz also, die alle menschliche Leistungskraft übersteigt. »Ein rücksichtsloses, selbstmörderisches Rennen«, findet Soares. Seitdem er sein Buch veröffentlicht habe, spreche er andauernd mit Politikern und Wirtschaftsbossen. Gerade komme er aus Washington, D.C., zurück. Immer sei die Reaktion dieselbe: erst ungläubige, dann besorgte Blicke. »Schließlich der Satz: Wenn wir darüber in der Öffentlichkeit sprechen, bricht Panik aus.«
Neues Wettrüsten: Wie wir die neue Technik noch zähmen können
Was also tun?
Viele Experten verlangen ein internationales Abkommen, angelehnt an den Atomwaffensperrvertrag aus dem Jahr 1968. Das Regelwerk kam auf Initiative des damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson zustande. Bis heute sind 191 Staaten beigetreten, mehr als 90 davon haben den Vertrag ratifiziert. Das Abkommen ist nicht perfekt: Nordkorea zum Beispiel ist im Jahr 2003 ausgetreten und verfügt heute nach Experteneinschätzungen über mehrere Dutzend Atomsprengköpfe. Aber es half entscheidend dabei, ein nukleares Wettrüsten von Mittelmächten einzudämmen. Im KI-Zeitalter wäre ein Abkommen denkbar, das alle militärischen KI-Systeme verbietet, die gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen, sagt Bonnie Docherty, Senior Arms Advisor bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.
Darunter fielen nach Dochertys Vorstellung jene Waffen, die autonom die Entscheidung treffen, Menschen zu töten – von einer kleinen Drohne bis zu einer »Doomsday Machine«, die selbstständig einen atomaren Zweitschlag anordnet. Außerdem wäre eine Vereinbarung denkbar, die sicherstellt, dass jede KI innerhalb von kurzer Zeit von Menschenhand abgeschaltet werden kann. Schließlich könnte ein Vertrag regeln, dass halbautonome Drohnen nur mit der Zustimmung eines Menschen Ländergrenzen überschreiten dürfen.
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US-Präsident Johnson, Außenminister Dean Rusk bei der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1968: Die Welt braucht ein KI-Regelwerk Foto: Corbis / Getty Images
Im Moment allerdings spricht nicht viel dafür, dass sich die großen KI-Mächte USA und China auf die Regulierung einer Technik einigen, die sie für entscheidend in ihrem Machtstreben halten. »Um die globale Führerschaft in der künstlichen Intelligenz zu behalten, muss die amerikanische Privatwirtschaft von bürokratischen Hindernissen befreit werden«, heißt es in der KI-Strategie der US-Regierung, die unter anderem der Silicon-Valley-Milliardär David Sacks geschrieben hat. Bidens ehemaliger Staatssekretär Kahl sagt: »Wenn Sie glauben, es wird unter Trump irgendeine sinnvolle Regulierung geben – vergessen Sie es!« Aktuell scheint sich die US-Regierung nicht mal mit dem US-Unternehmen Anthropic einigen zu können, das auch mit dem Pentagon kooperiert: Das Verteidigungsministerium will dessen Modelle für sämtliche rechtlich zulässigen Zwecke nutzen. Die Firma besteht auf roten Linien, etwa einem Einsatzverbot für die vollautonome Zielerfassung.
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Wie schwer es ist, international auch nur zu einer Absichtserklärung zu kommen, zeigte sich im Dezember 2024. Da stimmten auf Initiative Österreichs und der Schweiz 166 Staaten einer Resolution der Vereinten Nationen zu, die zum besonnenen Umgang mit autonomen KI-Waffen aufruft und den Uno-Generalsekretär auffordert, ein verbindliches Regelwerk zu erarbeiten. Doch nicht einmal darauf wollte sich etwa Moskau festlegen. Peking enthielt sich der Stimme.
Für Docherty ist es dennoch ein Anfang. Sollte es das Thema auf die Tagesordnung der Uno-Generalversammlung im Herbst in New York schaffen, genüge ein Mehrheitsvotum für eine Regulierung von KI. Das wäre zumindest ein erster symbolischer Schritt. Es sind ja nicht nur KI-Habenichtse, die auf strengere Regeln drängen. Selbst manche Techbosse im Silicon Valley erkennen, dass sie ohne Regeln ein Monster schaffen werden, das sie eines Tages nicht mehr beherrschen können. »Ich glaube, dass die einzige Lösung Regulierung heißt – Gesetze, die direkt das Verhalten von KI-Firmen lenken«, so Anthropic-Chef Amodei. Und Soares Denkfabrik Miri fordert gar ein weltweit koordiniertes und durchsetzbares Moratorium für die Entwicklung künstlicher Superintelligenz. So schnell wie möglich und so lange, bis man sicherstellen kann, dass sie keine unerwünschten Verhaltensweisen entwickelt: »Unser Überleben hängt davon ab.«
Wie diese Geschichte entstanden ist
Foto: DER SPIEGEL
Zur DNA des Silicon Valley gehört die Übertreibung – was Journalisten besser mit Vorsicht genießen. Doch je mehr Gespräche die Autoren René Pfister, Marcel Rosenbach und Simon Book (r.) mit führenden Entwicklern künstlicher Intelligenz (KI) führten, desto größer wurde ihre Befürchtung: So hilfreich die KI auch sein kann, so gefährlich wird sie womöglich bald schon für die Menschheit - spätestens auf dem Schlachtfeld. KI beschleunigt das Töten und erleichtert den Bau von Massenvernichtungswaffen. Was, fragt Titelautor Pfister, »wenn die Technologie außer Kontrolle gerät und sich gegen ihre Entwickler richtet?« KI-Forscher Nate Soares, den Book im kalifornischen Berkeley traf, glaubt, dass dies ohne umfassende Regulierung zwangsläufig geschieht. Bei Anthropic, einer der führenden KI-Firmen der Welt, probiert Chefethikerin Amanda Askell, dem Computer eine Art »Seele« einzupflanzen, um ebendieses Szenario zu verhindern. Erste Versuche machten Hoffnung, so Askell im SPIEGEL-Gespräch, aber »es gibt viele Dinge, die schiefgehen können«.
Die gute Nachricht lautet, dass es der Menschheit nach der Erfindung der Atombombe im Jahr 1945 gelungen ist, die Verbreitung der tödlichen Waffe durch Verträge nahezu zu stoppen. Die Schlechte: Es hat 20 Jahre und den Abgrund der Kubakrise benötigt, bis die Supermächte erste Regelungen auf den Weg brachten. Die Frage ist, ob die Menschheit noch einmal so viel Zeit hat, eine lebensgefährliche Technologie in den Griff zu bekommen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 28. Februar 2026, 10:49 Uhr
"Schreckliche Menschen" –
Trump startet Militäreinsatz gegen Iran
US-Präsident Donald Trump verkündete am Samstag, dass seine Streitkräfte Iran angegriffen haben. "Mutige amerikanische Helden könnten ihr Leben verlieren, und wir könnten Verluste erleiden, wie es in Kriegen oft der Fall ist", erklärte er und nannte den Einsatz "eine edle Mission". Auch die Israelis haben Angriffe gegen Iran gestartet. Israels Verteidigungsministerium spricht von einem "präventiven Angriff".
Siehe Video: https://rumble.com/v76ec50-schreckliche-menschen-trump-startet-militreinsatz-gegen-iran.html
https://overton-magazin.de/top-story/israels-kriegsluesternheit/
28.2.2026
Israels Kriegslüsternheit
von Moshe Zuckermann
Wie erklärt es sich, dass so viele Israelis den Krieg gegen Iran herbeiwünschen? Haben zwei Jahre Gazakrieg nicht gereicht?
Statistischen Erhebungen zufolge sind rund 60% der Israelis für einen weiteren Krieg im Gazastreifen, 70% wollen den Krieg gegen Iran. Kaum zu fassen: Nach zweijährigem Krieg gegen die Hamas und nach zweimaligem (von Israel provozierten) Raketenbombardement aus dem Iran ist man in Israel (es handelt sich wohl primär um die jüdische Bevölkerung des Landes) noch immer kriegsfreudig, um nicht zu sagen, kriegslüstern. Bedenkt man, was Israel nicht nur dem Gazastreifen, sondern auch sich selbst mit diesem langen Krieg angetan hat, und was man bei den iranischen Angriffen – noch immer nur als Vorgeschmack auf das potentiell zu Erwartende – zu erleben hatte, steht man vor einem Rätsel.
Erklären lässt sich das im Fall des Gazastreifens nur damit, dass man trotz Verwüstung des palästinensischen Landstrichs und barbarischer Tötung von mindestens 70.000 Menschen, großteils unbeteiligter Zivilisten, unter ihnen Zehntausende von Frauen, Kindern und Säuglingen, sich eingestehen muss, den von Netanjahu zum Ziel gesetzten “totalen Sieg” nicht erreicht zu haben: Die Hamas besteht noch immer und erstarkt zunehmend, zwar nicht militärisch, aber doch als politischer Faktor der Verwaltung von Gaza. Israel ist zudem vom amerikanischen Präsidenten ein unliebsamer Waffenstillstand mit noch unliebsamerer Friedensperspektive aufgezwungen worden. Im “Friedensrat” von Gaza finden sich als zentrale Bündnispartner Trumps mit Israel verfeindete Länder wie Katar und Erdoğans Türkei.
Im Fall Irans stellt sich heraus, dass das Mullah-Regime zwar empfindlich getroffen worden ist, aber seine militärischen Kapazitäten mitnichten (wie von Israels Medien selbstherrlich geprotzt) außer Kraft gesetzt worden sind. Das Nuklearprogramm läuft weiter (bzw. wieder), das Raketenarsenal ist auch wieder aufgestockt worden. Kurzum: Die Bedrohung Israels durch den Iran darf/muss wieder zum Element der propagandistischen Rhetorik Netanjahus avancieren. Schon seit gut 20 Jahren ist das ein zentraler Topos seiner Außenpolitik, die sich in diesem Punkt zwischen larmoyantem Wehgeschrei und militärischem Rettungsversprechen bewegt. Man kann schon nicht mehr zählen, wie oft er die Unmittelbarkeit der vom Iran ausgehenden Nukleargefahr hochgeredet und als “Spezialist für Terrorbekämpfung” zu tilgen versprochen hat. Und Versprechen muss man ja bekanntlich einlösen.
In einem Wahljahr zumal, und in einem solchen befindet sich Israel – was die faschistische Regierungskoalition Netanjahus umso martialischer auftreten lässt. Der Premier hat während des Waffengangs im Gazastreifen aus zutiefst fremdbestimmtem subjektivem Interesse und unnotwendigerweise den Krieg immer wieder verlängert. Das könnte ihm von der Opposition (wenn es denn eine gäbe) im Wahlkampf schaden, weil, wie gesagt, das Ziel des “totalen Siegs” nicht vorgewiesen werden kann. Die kahanistischen Koalitionspartner wollen ohnehin den Gazastreifen wieder jüdisch besiedeln. Und was sie im Gazastreifen nicht dürfen, toben sie mit umso größerer Gewaltenergie im Westjordanland aus, durch regelmäßig organisierte Pogromaktivität eine tendenzielle Annexion des okkupierten Landes vorantreibend. Der jüdische Terror, der dort in zunehmender Intensität und Brutalität stattfindet, bekümmert die Regierung nicht sonderlich im noch besten Fall; eher verhält es sich so, dass er von den rechtsradikalen Koalitionsparteien initiiert und orchestriert wird.
Zu fragen bleibt gleichwohl, wie sich die Kriegsgeilheit der israelischen Bevölkerung erklären lässt. Was die Politiker aus ideologischen Erwägungen und machtpolitischem Interesse wollen, ist klar. They still have to deliver. Zudem hängt über sie die dunkle Wolke des Versagens am 7. Oktober. Zwar stellen sie in Abrede, an irgendetwas schuldig geworden zu sein; schuldig sind einzig die Armee und die Geheimdienste, die Demonstranten gegen den Premier und seine Koalitionspartner sowie das Justizsystem, welches es zu (er)drosseln gilt. Selbst vom “Massaker” des 7. Oktobers darf man nicht mehr reden; die Regierung schreibt nunmehr das Wort “Ereignisse” vor – man konnte sich über zwei Jahre nicht genügend steigern, um das von der Hamas verursachte Massaker nach außen hin (also gegenüber der “Welt”) als solches hochzureden, man ging sogar so weit, Shoah-Vergleiche anzustellen. Nun aber muss man nach innen hin (also gegenüber dem Wahlvolk) das selbstverschuldete Versagen minimieren. Also kein Massaker mehr.
Was nun aber die Bevölkerung anbelangt, so ist die Lust auf weiteren Krieg zunächst nicht zu verstehen. Man muss dabei zwischen diversen Teilen der Bevölkerung unterscheiden. Von selbst versteht sich, dass die Netanjahu-Anhänger, die sogenannten “Bibisten”, ihrem Führer blindlings folgen. An ihnen lässt sich das psycho-ideologische Phänomen des autoritären Charakters am deutlichsten erkennen. Okkupation, Annexion und Krieg finden sich besonders deutlich im ideologischen Repertoire der Klientel der nationalreligiösen Parteien; da für sie alles gottgewollt ist, integrieren sie den Tod ihrer gefallenen Soldaten als unhinterfragbar zu zahlender Preis für “höhere” nationale Ziele. Die nicht- bzw. antizionistischen orthodoxen Juden Israels sind von einem solchen Preis verschont, da sie keinen Militärdienst leisten (man gewährt ihnen diesen Luxus, weil dies, neben ausgiebigen staatlichen Subventionsleistungen, ihre Bedingung für den Machterhalt der Koalition ist). Ansonsten bekümmern sie sich nicht um die (zionistischen) Machenschaften der säkularen Parteien. Wie aber steht es mit den anderen BürgernInnen, die nicht einem dieser drei Gruppen zuzuzählen sind?
Betont sei nochmals, dass was an Zerstörung, Verwüstung und Tod auf israelischer Seite (auch im Bereich der Zivilbevölkerung) im Falle eines größeren Angriffs der USA auf den Iran zu erwarten steht, um ein Vielfaches übersteigt, was man bei beiden iranischen Angriffen im letzten Jahr durchzustehen hatte. Die Szenarios dafür sind in Israel nicht unbekannt, mithin von Militärexperten skizziert worden. Aber die Bevölkerung verharrt in angespannter bzw. freudiger Erwartung des sich ankündigenden Desasters. Wie kommt das?
Zum einen gibt es nicht wenige Israelis, die der Überzeugung sind, dass man das “iranische Problem” ein für allemal aus der Welt schaffen werde. Warum man meint, das erwarten zu dürfen, ist unerfindlich. Es sind gerade mal acht Monate seit dem propagandistischen Jubel nach dem letzten “totalen Sieg” vergangen, und schon steht man vor einem neuen Krieg. Zum anderen ist die intensive Protestaktivität gegen Netanjahu, die noch vor dem Gazakrieg florierte, infolge ebendieses Krieges vollständig erlahmt. In Israel pflegt sich alles Öffentliche beim aktuellen Ausbruch eines Krieges von selbst gleichzuschalten – keine Kritik wird zugelassen, kein Protest, ja nicht einmal (mit ganz wenigen Ausnahmen) eine ernstzunehmende Reflexion über Struktur und Verlauf des sich Ereignenden. Mittlerweile bedarf es offenbar aber auch gar nicht des realiter ausgebrochenen Krieges, um die lähmende Selbstzensur zu aktivieren; es reicht die Bedrohung eines nahenden Krieges, um sich kollektiv selbst zu entmündigen.
Man darf vermuten, dass dabei die Kittfunktion des Krieges für die zutiefst gespaltene und zerrissene israelische Gesellschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Man hasst sich zwar gegenseitig wie noch nie zuvor, aber sehnt sich auch nach einer Einheit, die es noch nie gab und auch nie mehr geben wird – die inneren Gegensätze und Widersprüche sind schlicht zu groß.
Innere Einheit gab es im Zionismus immer nur ex negativo, als Reaktion auf äußeren Druck bzw. äußere Gefahr: Der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts war für die Heraufkunft des politischen Zionismus konstitutiv (und bedient bis heute die israelische Propaganda bei jeder sich bietenden Gelegenheit); die zionistische Rezeption der Shoah im 20. Jahrhundert zeichnete sich durch fremdbestimmte Instrumentalisierung ihres “Stellenwerts” auf der Weltbühne; und natürlich die mittlerweile fetischisierte Bedeutung der “Sicherheitsfrage” für die politische Kultur der israelischen Gesellschaft, die den in ihr zelebrierten Militarismus nachgerade zur Quintessenz jüdischen Seines im “Land der Juden” erhoben hat. Nicht von ungefähr sind die beiden Bibelsprüche, denen zufolge Israel ein Volk sei, das “für sich allein [also abgesondert von anderen Völkern] wohnt” und “von seinem Schwert” lebt, zu einer Art (unbewussten) kollektiven Bekenntnisses herangewachsen.
Es mag behauptet werden, dass dies angesichts der jahrhundertealten Verfolgungsgeschichte der Juden bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar ist. Geschlagene verwünschen zurecht ihre Peiniger. Aber irgendwann hat sich die Rollenverteilung im allegorischen Verhältnis von David und Goliath in ihr Gegenteil verkehrt. Ungeachtet der Frage, welche Bedrohung die Palästinenser, denen durch Israel ein katastrophisches historisches Unrecht widerfahren ist, für Israel je (selbst am 7. Oktober) gebildet haben, gilt es festzustellen, dass Israel imzwischen die Rolle Goliaths, des monströsen kriegerischen Gewaltmenschen, übernommen hat. Was Israel in zwei Jahren Krieg im Gazastreifen an Kriegsverbrechen angehäuft hat, indiziert mehr als nur die aktuelle Barbarei: Das Bedürfnis, die Palästinenser nachgerade auszurotten; die ihnen zugefügte Verwüstung, Zerstörung und Auslöschung von Menschenleben, verweisen auf ein archaisches Rache- und Vergeltungsbedürfnis, das nicht nur als völlig unproportional im Vergleich zum selbst erfahrenen Leid zu bewerten ist, sondern selbst noch angesichts seiner horrenden Folgen offenbar unbefriedigt bleibt – sich mithin in der gegenwärtigen geopolitischen Konstellation ungestört austoben darf.
Nicht von ungefähr kursiert letztens im israelischen Diskurs (seitens linker KritikerInnen) der Begriff “Todesser” (ochlei mawet), wohl in Anlehnung an J.K. Rowlings “Death Eaters” aus der Harry Potter-Buchreihe. Ein bezeichnender Ausdruck, der dem Tod einen Stellenwert im Politischen beimisst, der letzten Endes der Essenz der jüdischen Religion von Grund auf entgegensteht.
Die Haaretz-Kolumnistin Yoana Gonen hat diese Woche den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie “die neue israelische Normalität” wie folgt kennzeichnete: “Eine Gesellschaft, in der Tod und Gewalt zu einem Spektakel geworden sind. Hinrichtungen sind zu einem politisch aufgeladenen, aufregenden Horizont geworden, Galgenstricke zu modischen Accessoires, gefesselte Gefangene werden vor den Augen der Medien und des Ministers für nationale Sicherheit zur Schau gestellt. Auf den Hügeln des Negev sind Aussichtspunkte entstanden mit Blick auf das spektakuläre Panorama von Flugzeugen, die Bomben auf Menschen in Gaza abwerfen. Videos von brennenden Palästinensern lösen Reaktionen von Gelächter und Lust aus, und Krieg ist längst keine Bedrohung mehr, sondern ein nationales Hobby.”
Man kann sich zuweilen nicht des Eindrucks erwähren, der in Israel zum barbarischen Goliath gewandelte David sei nicht nur bestrebt, die Palästinenser zu vernichten, sondern auch sich selbst. Thanatos, wie er leibt und lebt.
Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert. Sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Florian Rötzer geschrieben hat, erscheint demnächst.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

Israelische Soldaten im Westjordanland. Bild: IDF
overton-magazin.de, 28. Februar 2026 Mohe Zuckermann 113 Kommentare
Wie erklärt es sich, dass so viele Israelis den Krieg gegen Iran herbeiwünschen? Haben zwei Jahre Gazakrieg nicht gereicht?
Statistischen Erhebungen zufolge sind rund 60% der Israelis für einen weiteren Krieg im Gazastreifen, 70% wollen den Krieg gegen Iran. Kaum zu fassen: Nach zweijährigem Krieg gegen die Hamas und nach zweimaligem (von Israel provozierten) Raketenbombardement aus dem Iran ist man in Israel (es handelt sich wohl primär um die jüdische Bevölkerung des Landes) noch immer kriegsfreudig, um nicht zu sagen, kriegslüstern. Bedenkt man, was Israel nicht nur dem Gazastreifen, sondern auch sich selbst mit diesem langen Krieg angetan hat, und was man bei den iranischen Angriffen – noch immer nur als Vorgeschmack auf das potentiell zu Erwartende – zu erleben hatte, steht man vor einem Rätsel.
Erklären lässt sich das im Fall des Gazastreifens nur damit, dass man trotz Verwüstung des palästinensischen Landstrichs und barbarischer Tötung von mindestens 70.000 Menschen, großteils unbeteiligter Zivilisten, unter ihnen Zehntausende von Frauen, Kindern und Säuglingen, sich eingestehen muss, den von Netanjahu zum Ziel gesetzten “totalen Sieg” nicht erreicht zu haben: Die Hamas besteht noch immer und erstarkt zunehmend, zwar nicht militärisch, aber doch als politischer Faktor der Verwaltung von Gaza. Israel ist zudem vom amerikanischen Präsidenten ein unliebsamer Waffenstillstand mit noch unliebsamerer Friedensperspektive aufgezwungen worden. Im “Friedensrat” von Gaza finden sich als zentrale Bündnispartner Trumps mit Israel verfeindete Länder wie Katar und Erdoğans Türkei.
Im Fall Irans stellt sich heraus, dass das Mullah-Regime zwar empfindlich getroffen worden ist, aber seine militärischen Kapazitäten mitnichten (wie von Israels Medien selbstherrlich geprotzt) außer Kraft gesetzt worden sind. Das Nuklearprogramm läuft weiter (bzw. wieder), das Raketenarsenal ist auch wieder aufgestockt worden. Kurzum: Die Bedrohung Israels durch den Iran darf/muss wieder zum Element der propagandistischen Rhetorik Netanjahus avancieren. Schon seit gut 20 Jahren ist das ein zentraler Topos seiner Außenpolitik, die sich in diesem Punkt zwischen larmoyantem Wehgeschrei und militärischem Rettungsversprechen bewegt. Man kann schon nicht mehr zählen, wie oft er die Unmittelbarkeit der vom Iran ausgehenden Nukleargefahr hochgeredet und als “Spezialist für Terrorbekämpfung” zu tilgen versprochen hat. Und Versprechen muss man ja bekanntlich einlösen.
In einem Wahljahr zumal, und in einem solchen befindet sich Israel – was die faschistische Regierungskoalition Netanjahus umso martialischer auftreten lässt. Der Premier hat während des Waffengangs im Gazastreifen aus zutiefst fremdbestimmtem subjektivem Interesse und unnotwendigerweise den Krieg immer wieder verlängert. Das könnte ihm von der Opposition (wenn es denn eine gäbe) im Wahlkampf schaden, weil, wie gesagt, das Ziel des “totalen Siegs” nicht vorgewiesen werden kann. Die kahanistischen Koalitionspartner wollen ohnehin den Gazastreifen wieder jüdisch besiedeln. Und was sie im Gazastreifen nicht dürfen, toben sie mit umso größerer Gewaltenergie im Westjordanland aus, durch regelmäßig organisierte Pogromaktivität eine tendenzielle Annexion des okkupierten Landes vorantreibend. Der jüdische Terror, der dort in zunehmender Intensität und Brutalität stattfindet, bekümmert die Regierung nicht sonderlich im noch besten Fall; eher verhält es sich so, dass er von den rechtsradikalen Koalitionsparteien initiiert und orchestriert wird.
Zu fragen bleibt gleichwohl, wie sich die Kriegsgeilheit der israelischen Bevölkerung erklären lässt. Was die Politiker aus ideologischen Erwägungen und machtpolitischem Interesse wollen, ist klar. They still have to deliver. Zudem hängt über sie die dunkle Wolke des Versagens am 7. Oktober. Zwar stellen sie in Abrede, an irgendetwas schuldig geworden zu sein; schuldig sind einzig die Armee und die Geheimdienste, die Demonstranten gegen den Premier und seine Koalitionspartner sowie das Justizsystem, welches es zu (er)drosseln gilt. Selbst vom “Massaker” des 7. Oktobers darf man nicht mehr reden; die Regierung schreibt nunmehr das Wort “Ereignisse” vor – man konnte sich über zwei Jahre nicht genügend steigern, um das von der Hamas verursachte Massaker nach außen hin (also gegenüber der “Welt”) als solches hochzureden, man ging sogar so weit, Shoah-Vergleiche anzustellen. Nun aber muss man nach innen hin (also gegenüber dem Wahlvolk) das selbstverschuldete Versagen minimieren. Also kein Massaker mehr.
Was nun aber die Bevölkerung anbelangt, so ist die Lust auf weiteren Krieg zunächst nicht zu verstehen. Man muss dabei zwischen diversen Teilen der Bevölkerung unterscheiden. Von selbst versteht sich, dass die Netanjahu-Anhänger, die sogenannten “Bibisten”, ihrem Führer blindlings folgen. An ihnen lässt sich das psycho-ideologische Phänomen des autoritären Charakters am deutlichsten erkennen. Okkupation, Annexion und Krieg finden sich besonders deutlich im ideologischen Repertoire der Klientel der nationalreligiösen Parteien; da für sie alles gottgewollt ist, integrieren sie den Tod ihrer gefallenen Soldaten als unhinterfragbar zu zahlender Preis für “höhere” nationale Ziele. Die nicht- bzw. antizionistischen orthodoxen Juden Israels sind von einem solchen Preis verschont, da sie keinen Militärdienst leisten (man gewährt ihnen diesen Luxus, weil dies, neben ausgiebigen staatlichen Subventionsleistungen, ihre Bedingung für den Machterhalt der Koalition ist). Ansonsten bekümmern sie sich nicht um die (zionistischen) Machenschaften der säkularen Parteien. Wie aber steht es mit den anderen BürgernInnen, die nicht einem dieser drei Gruppen zuzuzählen sind?
Betont sei nochmals, dass was an Zerstörung, Verwüstung und Tod auf israelischer Seite (auch im Bereich der Zivilbevölkerung) im Falle eines größeren Angriffs der USA auf den Iran zu erwarten steht, um ein Vielfaches übersteigt, was man bei beiden iranischen Angriffen im letzten Jahr durchzustehen hatte. Die Szenarios dafür sind in Israel nicht unbekannt, mithin von Militärexperten skizziert worden. Aber die Bevölkerung verharrt in angespannter bzw. freudiger Erwartung des sich ankündigenden Desasters. Wie kommt das?
Zum einen gibt es nicht wenige Israelis, die der Überzeugung sind, dass man das “iranische Problem” ein für allemal aus der Welt schaffen werde. Warum man meint, das erwarten zu dürfen, ist unerfindlich. Es sind gerade mal acht Monate seit dem propagandistischen Jubel nach dem letzten “totalen Sieg” vergangen, und schon steht man vor einem neuen Krieg. Zum anderen ist die intensive Protestaktivität gegen Netanjahu, die noch vor dem Gazakrieg florierte, infolge ebendieses Krieges vollständig erlahmt. In Israel pflegt sich alles Öffentliche beim aktuellen Ausbruch eines Krieges von selbst gleichzuschalten – keine Kritik wird zugelassen, kein Protest, ja nicht einmal (mit ganz wenigen Ausnahmen) eine ernstzunehmende Reflexion über Struktur und Verlauf des sich Ereignenden. Mittlerweile bedarf es offenbar aber auch gar nicht des realiter ausgebrochenen Krieges, um die lähmende Selbstzensur zu aktivieren; es reicht die Bedrohung eines nahenden Krieges, um sich kollektiv selbst zu entmündigen.
Man darf vermuten, dass dabei die Kittfunktion des Krieges für die zutiefst gespaltene und zerrissene israelische Gesellschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Man hasst sich zwar gegenseitig wie noch nie zuvor, aber sehnt sich auch nach einer Einheit, die es noch nie gab und auch nie mehr geben wird – die inneren Gegensätze und Widersprüche sind schlicht zu groß.
Innere Einheit gab es im Zionismus immer nur ex negativo, als Reaktion auf äußeren Druck bzw. äußere Gefahr: Der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts war für die Heraufkunft des politischen Zionismus konstitutiv (und bedient bis heute die israelische Propaganda bei jeder sich bietenden Gelegenheit); die zionistische Rezeption der Shoah im 20. Jahrhundert zeichnete sich durch fremdbestimmte Instrumentalisierung ihres “Stellenwerts” auf der Weltbühne; und natürlich die mittlerweile fetischisierte Bedeutung der “Sicherheitsfrage” für die politische Kultur der israelischen Gesellschaft, die den in ihr zelebrierten Militarismus nachgerade zur Quintessenz jüdischen Seines im “Land der Juden” erhoben hat. Nicht von ungefähr sind die beiden Bibelsprüche, denen zufolge Israel ein Volk sei, das “für sich allein [also abgesondert von anderen Völkern] wohnt” und “von seinem Schwert” lebt, zu einer Art (unbewussten) kollektiven Bekenntnisses herangewachsen.
Es mag behauptet werden, dass dies angesichts der jahrhundertealten Verfolgungsgeschichte der Juden bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar ist. Geschlagene verwünschen zurecht ihre Peiniger. Aber irgendwann hat sich die Rollenverteilung im allegorischen Verhältnis von David und Goliath in ihr Gegenteil verkehrt. Ungeachtet der Frage, welche Bedrohung die Palästinenser, denen durch Israel ein katastrophisches historisches Unrecht widerfahren ist, für Israel je (selbst am 7. Oktober) gebildet haben, gilt es festzustellen, dass Israel imzwischen die Rolle Goliaths, des monströsen kriegerischen Gewaltmenschen, übernommen hat. Was Israel in zwei Jahren Krieg im Gazastreifen an Kriegsverbrechen angehäuft hat, indiziert mehr als nur die aktuelle Barbarei: Das Bedürfnis, die Palästinenser nachgerade auszurotten; die ihnen zugefügte Verwüstung, Zerstörung und Auslöschung von Menschenleben, verweisen auf ein archaisches Rache- und Vergeltungsbedürfnis, das nicht nur als völlig unproportional im Vergleich zum selbst erfahrenen Leid zu bewerten ist, sondern selbst noch angesichts seiner horrenden Folgen offenbar unbefriedigt bleibt – sich mithin in der gegenwärtigen geopolitischen Konstellation ungestört austoben darf.
Nicht von ungefähr kursiert letztens im israelischen Diskurs (seitens linker KritikerInnen) der Begriff “Todesser” (ochlei mawet), wohl in Anlehnung an J.K. Rowlings “Death Eaters” aus der Harry Potter-Buchreihe. Ein bezeichnender Ausdruck, der dem Tod einen Stellenwert im Politischen beimisst, der letzten Endes der Essenz der jüdischen Religion von Grund auf entgegensteht.
Die Haaretz-Kolumnistin Yoana Gonen hat diese Woche den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie “die neue israelische Normalität” wie folgt kennzeichnete: “Eine Gesellschaft, in der Tod und Gewalt zu einem Spektakel geworden sind. Hinrichtungen sind zu einem politisch aufgeladenen, aufregenden Horizont geworden, Galgenstricke zu modischen Accessoires, gefesselte Gefangene werden vor den Augen der Medien und des Ministers für nationale Sicherheit zur Schau gestellt. Auf den Hügeln des Negev sind Aussichtspunkte entstanden mit Blick auf das spektakuläre Panorama von Flugzeugen, die Bomben auf Menschen in Gaza abwerfen. Videos von brennenden Palästinensern lösen Reaktionen von Gelächter und Lust aus, und Krieg ist längst keine Bedrohung mehr, sondern ein nationales Hobby.”
Man kann sich zuweilen nicht des Eindrucks erwähren, der in Israel zum barbarischen Goliath gewandelte David sei nicht nur bestrebt, die Palästinenser zu vernichten, sondern auch sich selbst. Thanatos, wie er leibt und lebt.

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert. Sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Florian Rötzer geschrieben hat, erscheint demnächst.
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Schlagwörter: autoritärer Charakter, Gazakrieg, Israel, Kriegslust
113 Kommentare
Tatsächlich, unfassbar. Da hat man in der israelischen Bevölkerung allen Ernstes keinen Bock, dass geisteskranke Islamisten ein weiteres Mal Zivilisten abschlachten. Auf was für Ideen man so kommen kann…
Dass Netanjahu, Ben-Gvir, Smotrich und das Siedlerpack nicht ein Jota besser sind, geschenkt.
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„The United States is participating in the strikes, according to a U.S. official and a person familiar with the operation, who spoke on condition of anonymity to detail sensitive military operations. It was not clear the full extent of the American involvement. The White House declined to immediately comment.“ (AP)
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Israelische Regierung ruft Ausnahmezustand aus. Das Militär schreibt auf X: Nach einer Lagebeurteilung wurde beschlossen, dass ab heute (Samstag) um 08:00 Uhr sofortige Änderungen an den Richtlinien des Heimatfrontkommandos vorgenommen werden.
Im Rahmen dieser Änderungen wurde beschlossen, alle Gebiete des Landes von «voller Aktivität» auf «wesentliche Aktivität» umzustellen. Dies umfasse ein Verbot von Bildungsaktivitäten, Versammlungen und Arbeitsplätzen, mit Ausnahme von wesentlichen Sektoren.
Kolonialismus kann nur über Gewalt definiert werden. Die Kolonisierung Palästinas durch die Zionisten erlebt seine Fortsetzung in Schüben. Wie Akte eines Spektakels in dem Gaza eine Bühne ist. Aber es wird kein Krieg geführt. Man begeht einen kolonialen Genozid, nicht wegen des Holocausts sondern trotz des Holocausts!
RT meldet „Präventivschlag in Teheran“
schlägt der Iran zurück werden die USA
eingreifen…..und dann wird losgeschlagen
einfach nur noch zum Heulen …..
Trump hat auf Truth Social gerade eine Kriegserklärung rausgehauen.
Solange man kaum (verhältnissmäßig) eigene Opfer des Krieges beklagen muss, lässt sich die Kriegsbegeisterung/-bereitschaft ziemlich lange bis unendlich aufrecht erhalten.Das wendet sich, je mehr Tote oder verstümmelte auf den Schlachtfeldern oder angegriffenen Städten etc zurückbleiben. Da Israel dank us-amerik. oder auch dt. Hilfe eine hundertfache Übermacht für jeden Gegner darstellt und ungestraft morden, plündern und vergewaltigen kann, wird sich die Begeisterung noch lange halten.
Ich bin schon lange der Überzeugung, dass es kein iranisches Problem, sondern vielmehr ein israelisches Problem gibt. Ein Staat, der rundum die Nachbarländer angreift, mit Pestiziden deren Felder vergiftet, der in Gaza und Westjordanland keinen Krieg führt, sondern ein brutales Gemetzel veranstaltet zum Ziele der ethnischen „Säuberung“, mit Sauberkeit hat das, was dort geschieht wohl wirklich nichts zu tun, dürfte wohl das offensichtlichste Problem in dieser Weltgegend sein und das noch mit Auswirkungen , die weit über diese Weltgegend hinaus reichen.
Und ich ertappe mich bei dem fürchterlichen Wunsch, dass der Iran diesem Schurkenstaat mal gründlich zeigt, wo der Hammer hängt, fürchterlich, wegen der unmittelbaren Folgen und tatsächlich soll dieses Spiel dieser beiden größten Welt-Schurken dazu führen, dass genau das passiert, damit die USA ihren Angriffsgrund haben.
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Israel hat seine Operation gegen den Iran «Löwengebrüll» getauft. Das vermeldet die «Times of Israel». Die Bezeichnung soll von Premierminister Benjamin Netanyahu festgelegt worden sein. Die letzte Operation der israelischen Streitkräfte gegen den Iran im Juni 2025 trug den Namen «Rising Lion» («Aufsteigender Löwe»).
was sagt eigentlich der ober-„löwe“ im vatikan dazu?
Laut diverser Nachrichtenportale hat es aktuell geknallt, einige melden bereits eine Beteiligung der USA
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Die Einflusssphäre Russlands
Syrien ❌
Venezuela ❌
Mali ❌
Armenien ❌
Ukraine ❌
Aserbaidschan ❌
Iran ❌
Willkommen in der multipolaren Welt!
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@ A.F.
„Ein Staat, der rundum die Nachbarländer angreift, mit Pestiziden deren Felder vergiftet, der in Gaza und Westjordanland keinen Krieg führt, sondern ein brutales Gemetzel veranstaltet ……“
und von den „Verbündeten“ mit Waffen versorgt wird, damit sie im Nahen Osten die „Drecksarbeit“ für diese erledigen können.
US Botschafter hat die Ziele Israels doch schon ausgeplaudert…
Israel >Naher Osten….Naher Osten<Israel
Das ist kein Präventivschlag, das ist ein klarer Bruch des Völkerrechts!
Der Iran hat Stunden vor dem Angriff zugestimmt, keine Atomwaffen zu wollen!
Ob Wattestäbchen feuchte Hosen hat weil Israel mal wieder Drecksarbeit macht?
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Kaum zu fassen: Nach zweijährigem Krieg gegen die Hamas und nach zweimaligem (von Israel provozierten) Raketenbombardement aus dem Iran ist man in Israel (es handelt sich wohl primär um die jüdische Bevölkerung des Landes) noch immer kriegsfreudig, um nicht zu sagen, kriegslüstern.
Kaum zu fassen: Nach vierjährigem Krieg gegen die Ukraine und nach mehr maligem (von Russland provozierten) Raketenbombardement aus der Ukraine ist man in Russland (es handelt sich wohl primär um die russische Bevölkerung des Landes) noch immer kriegsfreudig, um nicht zu sagen, kriegslüstern.
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Der Iran hat fertig, wenn er nicht noch irgendein Ass im Ärmel hat, was aber höchst unwahrscheinlich ist.
Aber auch Trump und Israel haben sich an die ungeschriebene Regel gehalten, während Olympia keinen Krieg zu starten, sondern erst unmittelbar danach. Ich hab´s hier gecallt, ich habe recht behalten. Lieber wäre mir gewesen, ich hätte falsch gelegen.
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Israels Verhalten ist unbegreiflich.
Nachdem die Juden fast 2000 jahre lang in Europa unterdrückt und bedroht waren, scheinen die Israelis kein Problem damit zu haben ihre Nachbarn, die Araber, ebenso zu unterdrücken. Dabei waren es nur die Araber, die den Juden während der europäischen Pogrome Zuflucht gewährten.
Die gegenwärtigen israelischen Machthaber betreiben eine Art Apartheid-Politik und führen sich wie »die Herrenmenschen« auf, die sich alles mit ihren Nachbarn erlauben dürfen, dabei übersehen sie wie diese Politik die Existenz Israels gefährdet.
Denn den 10 Millionen Israelis stehen eine Milliarde Moslems gegenüber und da ist es nicht schwer zu erraten, wer auf die Dauer den Kürzeren ziehen würde.
Die einzige Chance für Israels Sicherheit wäre eine Politik respektvoller Verständigung mit seinen Nachbarn zu versuchen, aber die ultra-orthodoxen Israelis ziehen einen Krieg um Israels Anspruch auf sein biblisches Territorium von vor über 2000 Jahren vor, und die gegenwärtige Regierung tut so, als wäre sie eine unantastbare Großmacht der nichts passieren könnte.
Dabei hat bereits der Jom-Kippur-Krieg von 1973 gezeigt, dass Israel ohne die Hilfe der USA gegen eine arabische Koalition auf verlorenem Posten steht.
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Ich denke das wesentliche Problem ist Rassismus, dass Menschen ihrer Kultur eine Höherwertigkeit anderen Kulturen gegenüber zusprechen. Rüstungsindustrie bzw. militärisch industrieller Komplex und Eliten profitieren davon. Es ist aber auch ihre eigene Religion. Die Eliten grenzen sich selber nicht nur gegen andere Kulturen ab, auch gegenüber dem „einfachen Volk“. Egal. Was ich sagen will… sie fördern den Rassismus in vielerlei Hinsicht. Nicht rassistisch zu sein gilt als „naiv“ und „dumm“. Die eigene Gewalt wird ausgeblendet, eben aufgrund des Rassismus, aufgrund der Haltung, dass man sich selber für etwas Besseres Anderen gegenüber hält. Selber ist man rein (angeblich), das Böse sind die Anderen.
Ich denke, man kann jetzt schon sagen, die Reality-TV Show der Luftschläge wird die Iranische Republik stabilisieren. Vermutlich wird es einen Generationswechsel mindestens außerhalb der „Revolutionsgarden“ geben.
Während viele hier jetzt empörte Kommentare schreiben – Verrückte sogar proisraelische – sitzt Moshe Zuckermann in Tel Aviv in einen Luftschutzraum und muß um sein Leben fürchten. Warum hat er nicht auf den Rat seiner Freunde gehört und hat Israel verlassen, nach Frankfurt, wo er doch vermeintliche Freunde hat?
Alternative Medien berichten, das ein iranischer Gegenangriff Israel erreicht hat. Israel hat Luftalarm ausgelöst und den Ausnahmezustand verhängt. Niemand kommt mehr aus Israel heraus.
Ich habe auf die Kräfte der Abschreckung gehofft, aber vergeblich. Jetzt ist ein großer Krieg in Middle East ausgebrochen, von dem niemand weiß wie er enden wird. Fakt ist aber, dieser Krieg hat Auswirkungen auch auf Deutschland. Die Energiepreise, die Benzinpreise werden stark ansteigen. Wer ein Auto hat tanke es jetzt schnell voll
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Und wird Israel jetzt wenigsten vom ESC ausgeschlossen, der, wie ich gerade sah, heute Abend stattfindet?
Oder setzen sie wieder ihre Hasbara-Anruftruppe in Gang?
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Rassismus nennt sich dieses Mindset, der Glaube an die eigene biologisch kulturelle Überlegenheit und man muss wohl betonen das sich Israel seit 59 Jahren im Kriegszustand befindet und diesen Krieg wohl auch nicht gewinnen kann. Ich sage immer der Holocaust der Juden konnte nur im Krieg stattfinden, das gleiche gilt wohl auch für die Palästinenser.
https://lostineu.eu/iran-wird-deutschland-wieder-zum-drehkreuz-fuer-einen-grossen-krieg/
“ Und wieder werden die deutschen US-Basen genutzt, wie diese Meldung aus Ramstein zeigt.
‚Aktuell starten und landen hier mehr Flugzeuge als sonst, teilweise “im Minutentakt”, wie deutsche Planespotter gegenüber Austrian Wings berichteten. Zu den Flugzeugen gehören nicht nur militärische Luftfahrzeuge (C-17 Globemaster, Lockheed C-130 Hercules) sondern auch zivile Frachtmaschinen, die im Auftrag des US-Militärs unterwegs sind, wie beispielsweise Boeing 747 Frachter von Atlas Air.‘
Obwohl die Bundesregierung sich vage gegen einen neuen Angriff ausgesprochen hat, hat sie keine Einwände gegen die Nutzung der US-Basen und des deutschen Luftraums durch die amerikanischen Streitkräfte erhoben.
Das fatale Scheitern der EU
Deutschland könnte also wieder zum Drehkreuz für einen großen, illegalen Krieg werden – den Deutschland eigentlich verhindern wollte. Genau das war ja die Intention bei den Atomgesprächen, die die EU nach dem Irakkrieg angestoßen hat.
Doch nun ist Berlin raus, Trump hat “übernommen”. Das Scheitern der Diplomatie ist auch eine Folge der letzten EU-Sanktionen gegen die iranischen Revolutionsgarden, für die sich Außenminister Wadephul besonders engagiert hatte!
Neben Deutschland ist übrigens auch Bulgarien involviert. Am Flughafen Sofia wurde der zivile Flugverkehr am vergangenen Wochenende zweimal für mehrere Stunden unterbrochen. Der Grund: Eine Flotte von US-Militärflugzeugen wurde dort stationiert.
Offiziell kamen sie zu Nato-Übungen. In Wahrheit waren sie aber wohl en route in Richtung Iran… „
Leben denn nur noch Verrückte auf dieser Welt?
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Willkommen im Dritten Weltkrieg!
Immer optimistisch bleiben – vielleicht liegen ja am Schluss ein paar amerikanische Flugzeugträger am Meeresgrund und die Palästinenser können ihre Heimat wieder besiedeln.
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Nun saß unser Moshe mehrfach im Luftschutzkeller, wegen Raketeneinschlägen. Dort in Tel Aviv waren das durchweg Raketen iranischer Herkunft, denn die Hamas kann nur die Quassam-Rakete bauen, ein größerer Böller mit 10 Kilometer Reichweite. Für ihn kein Grund zur Reflexion, denn kaum aus dem Keller heraus, begann er aufs Wüsteste die Zionisten zu beschimpfen, die diese Raketen abgefangen hatten.
Ja, der Iran schießt selbst nicht, er lässt seine Terroristen schießen. Was nun den Zuckermann glauben lässt, Israel sei der Aggressor. Nach Zehntausenden von iranischen Raketen, die dort eingeschlagen sind. Und nachdem ganz Nordisrael evakuiert werden musste. Erst dann erfolgte eine Gegenreaktion Israels. Sind die Mullahs weg, dann auch Hamas, Hisbollah und Huthies. Das Anliegen ist doch wohl berechtigt.
Die Vernichtung des Staates Israel ist offizielle Staatsdoktrin des Iran. Nirgends ist es so einfach, zu entscheiden, wer der Aggressor ist. Aber das waren halt die vielen Jahrzehnte, in denen man das um 180 Grad umlügen konnte.
Man sieht jetzt genauer hin. Diese Lügen fliegen auf.
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Die New York Times titelte (Bezahlschranke):
„Die Vereinigten Staaten und Israel haben am Samstag Iran angegriffen, wie amerikanische und israelische Regierungsvertreter mitteilten, während in Teheran mehrere Explosionen zu hören waren.“
Live Updates: U.S. Attacks Iran as Trump Calls for Overthrow of Government
Explosions resounded in Tehran as President Trump said that the United States had begun a large assault. Air-raid sirens blared in Israel, which also said it was striking Iran.
https://www.nytimes.com/live/2026/02/28/world/iran-strikes-trump
Tja. Wenn man sein Volk als auserwählt
betrachtet, und das tun die Israelis un-
zweifelhaft, dann sind so einige Dinge
„wünschenswert“. Auch ein Krieg.
Im Allgemeinen geht so etwas nicht gut aus.
Das ist nicht meine Meinung.
Das hat die Geschichte gezeigt.
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Nachdem sich die linken Kabarettisten über die “ Männer in Frauenkleidern“ in der kath. Kirche schon vor Jahren ergötzten – unter dem dümmlichen Beifall der üblichen Klientel – geht es nun den bärtigen Frauenkleiderträgern in Teheran an den Kragen. Tritt nun Volker Pispers noch mal auf den Plan, um Trump im Kampf gegen die Frauenschläger und Schwulenhänger zu unterstützen ? Oder bleibt es beim üblichen Krampf der interventionistischen Linken gegen antikapitalistische Linke, der antiimperialistischen Linken gegen zionistische Linke, oder einigt man sich gemeinsam mit dem Halbtataren im Kreml im Krampf gegen Monopolkapitalismus ,Verschissmus und Hitlerismus ? Gibt es noch Restbestände der Maoisten, Trotzkisten und Stalinisten, die nun endlich mit den o.g. die Weltrevolution offiziell ausrufen ?
Die links- grünen in Great Britain sind da schon weiter, die schließen sich offiziell mit pakistanischen Islamisten gegen den rechten Arbeiterpöbel in den maroden britischen Industriestädten zusammen. Tja Genoss_inen, so erlangt man die Vorherrschaft über Kapitalismus, Imperialismus und Zionismus. Man muß sich nur die “ richtigen “ Verbündeten suchen !
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Eine Bemerkung zum Tenor der Kommentare.
Hat die Militäraristokratie Israels im Gaza-Massaker irgendwas erreicht, außer 2 Mio Leute zu zermalmen? Ist „Israel“ dem Ziel der Vollendung eines rassistisch-nationalistischen Nationbuilding damit näher gekommen? Beide Fragen sind getrost mit „Nein“ zu beantworten, auch wenn jemand den Umgang der Kernländer des Imperialismus – zu denen ich auch China und die RF zähle! – mit dem Schlacht- und Abrissfest so etwas wie einen „Halbschritt“ in Richtung auf die vollgültige Annexion des Westjordanlandes könnte.
Weil das so ist, könntet ihr inzwischen mit der Kultur der Menschenopfer vertraut sein, die der Imperialismus seit 1990 ausgeprägt hat. Der Auftakt dazu war das Massaker auf dem „Highway of Death“ 1991 im Irak. Der Kosovo-Krieg war eine weitere Station – die Schlächterei ist im Hinblick auf die Zerschlagung Jugoslawiens entbehrlich und in Rambouillet ohne Not durchgedrückt worden – als eine Zwischenstation der Militarisierung der Konkurrenz zwischen EU und USA. Dann kam 9/11.
Der Oberbegriff davon ist schlicht: Militarisierung der Konkurrenz der imperialistischen Nationen. Die Kultur der Menschenopfer ist eine adäquate Erscheinungsform davon, weil alle „Großmächte“ voneinander tief abhängig sind. Israel ist seiner nuklearen Bewaffnung halber, PLUS der Entschlossenheit, sie einzusetzen, zu diesen Großmächten zu zählen.
C’est tout! Jedenfalls im Wesentlichen.
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Nachdem der Krieg gegen den Iran nun begonnen hat, wird sich zeigen, ob Trump einem Land nach dem anderen sein Regime aufzwingen kann oder ob die USA als Welt Hegemon scheitern und eine Multipolare Weltordnung Einzug hält.
Die Schlacht um den Iran dürfte der entscheidende Schlüsselpunkt für die weitere globale Entwicklung sein.
Klar scheint jetzt auch dass die USA immer nur Scheinverhandlungen geführt haben und der gegenwärtige völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels schon länger beschlossene Sache war und ausschließlich auf „regime change” im Iran abzielte … wie schon 1953!
Nicht genug damit: Trump will auch „ regime change” in Kuba! Und danach … !?
„Frieden ist teuer“ – Wie wirksamer Pazifismus aussieht und vorgeht (im Anschluss an Jörn Leonhard)“
https://www.youtube.com/watch?v=1YggtK74m2w
„In einem fiktiven „Naturzustand“ sind wir Menschen (gedacht als sesshafte Ackerbauern) damit konfrontiert, dass andere Menschen sich bewaffnen könnten und uns die Früchte unserer Arbeit nehmen, möglicherweise auch unsere Werkzeuge und unser Leben. Da Menschen diese mögliche Bedrohung nun antizipieren, rüsten sie selbst auf und investieren einen Teil ihrer Zeit, Aufmerksamkeit, Ressourcen und Geschicklichkeit in die Herstellung von Waffen und Übung von kriegerischen Fähigkeiten. – Im Ergebnis entsteht so eine allseitig arme, hochgerüstete „Nicht-Gesellschaft“, die Ressourcen für Nicht-Produktives verschwendet, nur um am Ende nicht beraubt werden zu können und dann mit ganz leeren Händen dazustehen: Der berühmte „Krieg aller gegen alle“.
https://wyriwif.wordpress.com/2017/03/27/das-schweigen-der-gefangenen-und-das-schweigen-aller-krieger-gegen-alle/
„Der Staat“ selbst ist möglicherweise nur eine Übergangslösung in der Entwicklung von Stammesgesellschaften über sesshafte Agrargesellschaften über aristokratische Flächenstaaten über großregionale, industrielle, privat-öffentliche Bürokratiekomplexe hin zu etwas Neuartigem, das mit einem „Zusammenwachsen der Welt“ zu tun hat, mit größerer zwischenmenschlicher Interdependenz auf dem Planeten Erde auch über große Distanzen hinweg, mit neuartigen Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten, mit einer Ausweitung der menschlichen Empathie, wie sie von Peter Singer und Richard Rorty propagiert und von Steven Pinker beschrieben wird.
Ich denke, die Politik ist in ihren Formen „noch nicht am Ende ihrer Entwicklung“, wenn es denn überhaupt sinnvoll ist, so ein Ende jemals gedanklich an- und vorwegzunehmen.
Denn dies ist nur dann sinnvoll, wenn Gewalt wirklich das Zentrum des Politischen sein soll, und wir daher besser nicht an die politischen Formen rühren sollten, damit „uns nicht alles um die Ohren fliegt“. Nur dann ist ein „Ende der Geschichte“ wünschenswert. Nur dann müssten wir auf die Zähne beißen, die Arschbacken zusammenkneifen und einfach aushalten, was wir an zwischenmenschlicher Entfremdung tagtäglich erleiden und anderen zufügen, wobei wir die gesellschaftlichen Traumata der Vergangenheit an zukünftige menschliche Generationen weitergeben. Weil wir nicht zu viel verlangen sollten, um nicht am Ende weniger zu bekommen als das, was wir schon haben.
Ich denke, uns ist besseres möglich.“
Zitiert aus: „Das Politische und die Frage nach dem Problem der Gewalt“
https://wyriwif.wordpress.com/2017/01/08/das-politische-und-die-frage-nach-dem-problem-der-gewalt/
Der jetzige Krieg gegen die iranische Bevölkerung ist nur ein Teil des Dritten Weltkrieges. Ein Weltkrieg, der von den USA und ihren Vasallen geführt wird, um weiterhin die Herrschaft eines kleinen Teils der Menschheit ( 10%) über die restlichen 90% und deren Reichtümer zu sichern.
Der Abstieg der USA und der Zerfall des Imperiums lässt sich nicht mehr aufhalten.
Den Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland haben sie verloren. Der Krieg gegen den Iran dient auch dazu, um China vom Öl abzuschneiden. Und deren Aufstieg zur Wirtschaftssupermacht zu verhindern. Trump ist mit „MAGA“ gescheitert. Der innere Zerfall der USA lässt sich nicht mehr aufhalten. Die Staatsverschuldung und das Handelsbilanzdefizit steigt exponentiell. Die „Finanzindustrie“ produziert immer größere Blasen. Der kulturelle, soziale und intellektuelle Zerfall im Inland ist nicht mehr zu stoppen. Was bleibt, ist die Vasallen/ Kolonien maximal zu schröpfen. Und den Konkurrenten maximal zu schaden.
Wenn in einigen Jahren der Staub sich gelegt hat, die Millionen Toten beerdigt sind, wird die Verschiebung der politischen und wirtschaftlichen Macht nach Asien sichtbar. Was aus den USA wird? Was aus dem zionistischen Völkermordregime ohne die wirtschaftliche und militärische Macht der „kollektiven“ Westens wird? Der politische und propagandistische Wert Israels sinkt. Selbst in den USA steht der übergroße Teil der jüngeren Generation nicht mehr bedingungslos hinter den Zionisten….
Und Schland mit seiner in fanatischem Hass auf Russland vereinten Bevölkerung? Noch kann ein Kanzler Merz von russischen Barbaren reden oder ein Roderich Kiesewetter die Auslöschung Russlands als Staat fordern. Dabei übersehen die Machthaber, das mit Polen und Frankreich zwei Staaten etwas gegen die zukünftige europäische Großmacht haben….
Es wird noch spannend und blutig…
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Na ja, das war ja zu erwarten, unsere herzallerliebste Hasbara-Troll-Brigade inkl. Neuzugang aus Kölle ist pünktlich zum Start voll aktiv. Da ist die Lichtgestalt (ehem.) wieder zu zitieren mit seinem ‚Schaun Mermal‘. Empfehlung meinerseits voraus – solange es noch möglich ist – unbedingt sich für stille Stunden – womöglich gar ohne ÖRR, wenn nicht im Keller, wenn einem draußen Material von Drecksarbeiten um die Ohren fliegen – das Moshe-Z-Traktat auf einem Stick zu sichern und sicherheitshalber auch noch auszudrucken. wi
Vom Moshe-Beitrag muß ich allerdings – so wie bzgl. Dracula per Knoblauch empfohlen – einen Anti-Troll-Beitrag empfehlen, damit er falls erforderlich zum Einsatz zu kommen vermag:
„Die Haaretz-Kolumnistin Yoana Gonen hat diese Woche den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie “die neue israelische Normalität” wie folgt kennzeichnete: “Eine Gesellschaft, in der Tod und Gewalt zu einem Spektakel geworden sind. Hinrichtungen sind zu einem politisch aufgeladenen, aufregenden Horizont geworden, Galgenstricke zu modischen Accessoires, gefesselte Gefangene werden vor den Augen der Medien und des Ministers für nationale Sicherheit zur Schau gestellt. Auf den Hügeln des Negev sind Aussichtspunkte entstanden mit Blick auf das spektakuläre Panorama von Flugzeugen, die Bomben auf Menschen in Gaza abwerfen. Videos von brennenden Palästinensern lösen Reaktionen von Gelächter und Lust aus, und Krieg ist längst keine Bedrohung mehr, sondern ein nationales Hobby.”
Soll keiner sagen, man hätte ihm etwas vorenthalten. Wichtiger erscheint mir allerdings, dass auch die anderen Forenten über jene Lage informiert werden, die auch sie möglicherweise ‚tangieren‘ könnte, „when the shit hit the fan“! Da gäbe es – passend zum heutigen Event – einen Beitrag von overseas von Yesterday – von nur Stunden zuvor. Ich erlaube mir die Verlautbarungen in voller Länge hier übersetzt anzubieten.
– CounterPunch.org – https://www.counterpunch.org –
Wie ein Angriff der USA auf den Iran zu einem Atomkrieg führen könnte
Veröffentlicht von Kary Love am 27. Februar 2026 um 1:20 Uhr in Artikeln 2015 | Kommentare deaktiviert
Trump brachte kürzlich die Idee eines „kleinen“ Angriffs ins Spiel, woraufhin die Iraner symbolisch mit einem Angriff auf eine leere US-Basis reagierten. Teheran lehnte dies jedoch ab und machte deutlich, dass jeder Angriff mit aller Härte beantwortet werden würde. Trump hofft möglicherweise, dass Teheran seine Reaktion angesichts einer viel größeren Streitmacht in der Region noch einmal überdenken wird. Die meisten Analysten sind der Meinung, dass der Iran wenig Verhandlungsspielraum hat und die meisten Forderungen von Trump von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Sobald die Bomben fallen, ist alles möglich. Der Iran verfügt über ein umfangreiches Raketenarsenal, und der 86-jährige Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei hat angedeutet, dass jeder Angriff der USA einen regionalen Krieg auslösen würde. Anfang 2026 verfügt der Iran mit schätzungsweise 1.500 bis über 3.000 ballistischen Raketen über das größte und vielfältigste Raketenarsenal im Nahen Osten. Trotz der Verluste in den Konflikten mit Israel in den Jahren 2024–2025 bleibt der Bestand beeindruckend und umfasst Langstrecken-, präzisionsgelenkte und Hyperschallraketen, die durch unterirdische „Raketenstädte” und bedeutende, oft im Inland produzierte Bestände unterstützt werden.
Wichtige Aspekte des iranischen Arsenals Anfang 2026:
Bestandsgröße und -umfang: Während ältere Schätzungen das Arsenal auf über 3.000 Stück bezifferten, könnten die jüngsten intensiven Auseinandersetzungen in den Jahren 2024 und 2025 den aktiven Bestand auf etwa 1.500 bis 2.000+ ballistische Raketen reduziert haben, wobei rasche Wiederauffüllungsbemühungen zu beobachten waren. Typen: Das Arsenal umfasst ballistische Kurzstreckenraketen (SRBM) und Mittelstreckenraketen (MRBM) mit Feststoff- und Flüssigtreibstoff sowie Marschflugkörper und fortschrittliche unbemannte Luftfahrzeuge
(UAVs).
Wichtige Fähigkeiten:
Reichweite: Viele Raketen sind mit einer Reichweite von maximal 2.000 km ausgelegt (z. B. Sejil, Kheibar, Khorramshahr), was ausreicht, um Ziele im gesamten Nahen Osten, einschließlich Israel, zu treffen.
Präzision/Geschwindigkeit: Der Iran hat sich darauf konzentriert, die Präzision und Genauigkeit zu verbessern, die Erkennungszeiten zu verkürzen und Hyperschallraketen wie die Fattah-1 zu entwickeln.
Überlebensfähigkeit: Zum Schutz des Arsenals werden umfangreiche, unterirdische Anlagen oder „Raketenstädte” genutzt.
Strategische Rolle: Die Raketen sind ein zentraler Bestandteil der Abschreckungsstrategie des Iran, die darauf abzielt, regionale Raketenabwehrsysteme durch massive, koordinierte und präzise Salven zu überwältigen. Trotz starken internationalen Drucks räumt der Iran der Stärkung seines Arsenals weiterhin Priorität ein und konzentriert sich dabei auf die Verbesserung der Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Durchschlagskraft seiner Langstreckenwaffen.
Wenn das iranische Regime von den USA angegriffen wird, könnte dies in Verbindung mit der innenpolitischen Instabilität, die sich bereits in den jüngsten Protesten deutlich gezeigt hat, vom Regime als existenziell angesehen werden. Da es nichts zu verlieren hat, könnte der Iran einen massiven Raketenangriff gegen Israel starten, das vom Iran bereits als genozidales Regime mit erklärten Expansionsplänen zur Schaffung einer Hegemonie in der Region angesehen wird. Aus iranischer Sicht ist ein Angriff der USA praktisch ein Angriff Israels und ein Vergeltungsschlag eine legitime Verteidigung. An diesem Punkt hat der Iran nichts zu verlieren, wenn er Israel angreift. Tatsächlich könnte ein Angriff der USA vom Iran als Dilemma angesehen werden, in dem es darum geht, die Waffen einzusetzen oder sie zu verlieren, angesichts der überwältigenden Angriffskraft, die die USA in der Nähe positioniert haben.
Premierminister Benjamin Netanjahu warnte am Montag, dem 24. Februar 2026, in einer Rede vor der Knesset, dass Israel mit „unvorstellbarer” Gewalt reagieren werde, sollte der Iran einen Angriff auf Israel starten. Die konventionellen Streitkräfte Israels sind bereits stark ausgelastet und leiden unter Moralverlusten im Gazastreifen. Was ist die „unvorstellbare” Gewalt, mit der Netanjahu droht? Israel verfügt über Atomwaffen und die Fähigkeit, damit den Iran zu erreichen.
Ironischerweise gilt: Je „erfolgreicher“ die US-Angriffe sind und je größer die Gefahr für den Fortbestand des iranischen Regimes oder die Existenz seines Raketenarsenals wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Iran Israel mit überwältigenden Raketenangriffen attackiert. Unter solchen Umständen kann Israels „unvorstellbare“ Streitmacht nur aus seinen Atomwaffen bestehen. Es wird allgemein angenommen, dass Israel über etwa 90 Atomsprengköpfe verfügt. Der Iran hat keine. Sollte Israel jedoch mit bis zu 3.000 hochentwickelten Raketen angegriffen oder bedroht werden, könnte es aufgrund seiner geringen Größe zu dem Schluss kommen, dass der Einsatz von Atomwaffen für sein Überleben unerlässlich ist. Dann könnte der Einsatz von Atomwaffen als „notwendig“ angesehen werden.
Alle Atommächte beanspruchen das Recht, Atomwaffen einzusetzen, wenn dies zur Vermeidung ihrer eigenen vollständigen Zerstörung erforderlich ist. Tatsächlich behält sich die USA ausdrücklich das Recht vor, als Erste Atomwaffen einzusetzen, auch in Szenarien, in denen ihre Existenz oder die Existenz ihrer Verbündeten und Partner bedroht ist. Die aktuelle Politik der USA, wiesie in den Nuclear Posture Reviews (NPRs) dargelegt ist, sieht vor, dass Atomwaffen unter „extremen Umständen“ zur Verteidigung lebenswichtiger Interessen eingesetzt werden können, wozu auch erhebliche nicht-nukleareAngriffe gehören können. Somit gibt es theoretisch einen Präzedenzfall.
Ein Atomschlag Israels gegen den Iran würde katastrophale Verluste an Menschenleben, weitreichende Umweltzerstörung durch radioaktiven Niederschlag im gesamten Nahen Osten und den sofortigen, vollständigen Zusammenbruch des iranischen Regimes zur Folge haben. Ein solches Ereignis würde wahrscheinlich eine massive globale Wirtschaftskrise, beispiellose internationale Verurteilung und die Gefahr eines größeren, möglicherweiseexistenziellen Atomkonflikts auslösen. Dies ist die Definition eines „Pyrrhussiegs“. Die „Folgen“ wären nicht nur nuklearer, sondern auch moralischer und wirtschaftlicher Natur und nur schwer zu bewältigen.
Aber selbst wenn der Konflikt irgendwie auf die Region beschränkt bliebe, wäre er ein humanitärer Albtraum. Angesichts der benachbarten Atomwaffenstaaten könnte der Konflikt einen Dominoeffekt auslösen, der zur fast vollständigen Auslöschung der Menschheit oder zum Omnicide führen würde.
Eine Armada und Tausende von Kampfflugzeugen um ein Land herum zu versammeln, wie Trump es getan hat, und mit einem Krieg zu drohen, obwohl der Iran keine Bedrohung darstellt, solange er nicht angegriffen wird, istkein gutes Argument für einen Friedensnobelpreis.
URL zum Artikel „ ”: https://www.counterpunch.org/2026/02/27/how-a-us-attack-on-iran-could-result-in-a-nuclear-war/
********
Gehe wohl recht in der Annahme, dass die obigen Verlautbarungen nicht nur Mutmaßungen der Autorin sind sondern so oder in ähnlicher Form – wenn nicht nebst Beweisbildchen – auch im Oval Office wenn nicht gar im Golf-caddy zu Mar-al-Lago eingebunkert sind. Dumm nur, Lesen gelernt hat der ‚commander-in-chief‘ dort ja nicht. Und Tulsi Gabbard als Vorleserin, nee, die Zeiten sind längst vorbei.
Na ja, das war ja zu erwarten, unsere herzallerliebste Hasbara-Troll-Brigade inkl. Neuzugang aus Kölle ist pünktlich zum Start voll aktiv. Da ist die Lichtgestalt (ehem.) wieder zu zitieren mit seinem ‚Schaun Mermal‘. Empfehlung meinerseits voraus – solange es noch möglich ist – unbedingt sich für stille Stunden – womöglich gar ohne ÖRR, wenn nicht im Keller, wenn einem draußen Material von Drecksarbeiten um die Ohren fliegen – das Moshe-Z-Traktat auf einem Stick zu sichern und sicherheitshalber auch noch auszudrucken. wi
Vom Moshe-Beitrag muß ich allerdings – so wie bzgl. Dracula per Knoblauch empfohlen – einen Anti-Troll-Beitrag empfehlen, damit er falls erforderlich zum Einsatz zu kommen vermag:
„Die Haaretz-Kolumnistin Yoana Gonen hat diese Woche den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie “die neue israelische Normalität” wie folgt kennzeichnete: “Eine Gesellschaft, in der Tod und Gewalt zu einem Spektakel geworden sind. Hinrichtungen sind zu einem politisch aufgeladenen, aufregenden Horizont geworden, Galgenstricke zu modischen Accessoires, gefesselte Gefangene werden vor den Augen der Medien und des Ministers für nationale Sicherheit zur Schau gestellt. Auf den Hügeln des Negev sind Aussichtspunkte entstanden mit Blick auf das spektakuläre Panorama von Flugzeugen, die Bomben auf Menschen in Gaza abwerfen. Videos von brennenden Palästinensern lösen Reaktionen von Gelächter und Lust aus, und Krieg ist längst keine Bedrohung mehr, sondern ein nationales Hobby.”
Soll keiner sagen, man hätte ihm etwas vorenthalten. Wichtiger erscheint mir allerdings, dass auch die anderen Forenten über jene Lage informiert werden, die auch sie möglicherweise ‚tangieren‘ könnte, „when the shit hit the fan“! Da gäbe es – passend zum heutigen Event – einen Beitrag von overseas von Yesterday – von nur Stunden zuvor. Ich erlaube mir die Verlautbarungen in voller Länge hier übersetzt anzubieten.
– CounterPunch.org – https://www.counterpunch.org –
Wie ein Angriff der USA auf den Iran zu einem Atomkrieg führen könnte
Veröffentlicht von Kary Love am 27. Februar 2026 um 1:20 Uhr in Artikeln 2015 | Kommentare deaktiviert
Trump brachte kürzlich die Idee eines „kleinen“ Angriffs ins Spiel, woraufhin die Iraner symbolisch mit einem Angriff auf eine leere US-Basis reagierten. Teheran lehnte dies jedoch ab und machte deutlich, dass jeder Angriff mit aller Härte beantwortet werden würde. Trump hofft möglicherweise, dass Teheran seine Reaktion angesichts einer viel größeren Streitmacht in der Region noch einmal überdenken wird. Die meisten Analysten sind der Meinung, dass der Iran wenig Verhandlungsspielraum hat und die meisten Forderungen von Trump von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Sobald die Bomben fallen, ist alles möglich. Der Iran verfügt über ein umfangreiches Raketenarsenal, und der 86-jährige Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei hat angedeutet, dass jeder Angriff der USA einen regionalen Krieg auslösen würde. Anfang 2026 verfügt der Iran mit schätzungsweise 1.500 bis über 3.000 ballistischen Raketen über das größte und vielfältigste Raketenarsenal im Nahen Osten. Trotz der Verluste in den Konflikten mit Israel in den Jahren 2024–2025 bleibt der Bestand beeindruckend und umfasst Langstrecken-, präzisionsgelenkte und Hyperschallraketen, die durch unterirdische „Raketenstädte” und bedeutende, oft im Inland produzierte Bestände unterstützt werden.
Wichtige Aspekte des iranischen Arsenals Anfang 2026:
Bestandsgröße und -umfang: Während ältere Schätzungen das Arsenal auf über 3.000 Stück bezifferten, könnten die jüngsten intensiven Auseinandersetzungen in den Jahren 2024 und 2025 den aktiven Bestand auf etwa 1.500 bis 2.000+ ballistische Raketen reduziert haben, wobei rasche Wiederauffüllungsbemühungen zu beobachten waren. Typen: Das Arsenal umfasst ballistische Kurzstreckenraketen (SRBM) und Mittelstreckenraketen (MRBM) mit Feststoff- und Flüssigtreibstoff sowie Marschflugkörper und fortschrittliche unbemannte Luftfahrzeuge
(UAVs).
Wichtige Fähigkeiten:
Reichweite: Viele Raketen sind mit einer Reichweite von maximal 2.000 km ausgelegt (z. B. Sejil, Kheibar, Khorramshahr), was ausreicht, um Ziele im gesamten Nahen Osten, einschließlich Israel, zu treffen.
Präzision/Geschwindigkeit: Der Iran hat sich darauf konzentriert, die Präzision und Genauigkeit zu verbessern, die Erkennungszeiten zu verkürzen und Hyperschallraketen wie die Fattah-1 zu entwickeln.
Überlebensfähigkeit: Zum Schutz des Arsenals werden umfangreiche, unterirdische Anlagen oder „Raketenstädte” genutzt.
Strategische Rolle: Die Raketen sind ein zentraler Bestandteil der Abschreckungsstrategie des Iran, die darauf abzielt, regionale Raketenabwehrsysteme durch massive, koordinierte und präzise Salven zu überwältigen. Trotz starken internationalen Drucks räumt der Iran der Stärkung seines Arsenals weiterhin Priorität ein und konzentriert sich dabei auf die Verbesserung der Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Durchschlagskraft seiner Langstreckenwaffen.
Wenn das iranische Regime von den USA angegriffen wird, könnte dies in Verbindung mit der innenpolitischen Instabilität, die sich bereits in den jüngsten Protesten deutlich gezeigt hat, vom Regime als existenziell angesehen werden. Da es nichts zu verlieren hat, könnte der Iran einen massiven Raketenangriff gegen Israel starten, das vom Iran bereits als genozidales Regime mit erklärten Expansionsplänen zur Schaffung einer Hegemonie in der Region angesehen wird. Aus iranischer Sicht ist ein Angriff der USA praktisch ein Angriff Israels und ein Vergeltungsschlag eine legitime Verteidigung. An diesem Punkt hat der Iran nichts zu verlieren, wenn er Israel angreift. Tatsächlich könnte ein Angriff der USA vom Iran als Dilemma angesehen werden, in dem es darum geht, die Waffen einzusetzen oder sie zu verlieren, angesichts der überwältigenden Angriffskraft, die die USA in der Nähe positioniert haben.
Premierminister Benjamin Netanjahu warnte am Montag, dem 24. Februar 2026, in einer Rede vor der Knesset, dass Israel mit „unvorstellbarer” Gewalt reagieren werde, sollte der Iran einen Angriff auf Israel starten. Die konventionellen Streitkräfte Israels sind bereits stark ausgelastet und leiden unter Moralverlusten im Gazastreifen. Was ist die „unvorstellbare” Gewalt, mit der Netanjahu droht? Israel verfügt über Atomwaffen und die Fähigkeit, damit den Iran zu erreichen.
Ironischerweise gilt: Je „erfolgreicher“ die US-Angriffe sind und je größer die Gefahr für den Fortbestand des iranischen Regimes oder die Existenz seines Raketenarsenals wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Iran Israel mit überwältigenden Raketenangriffen attackiert. Unter solchen Umständen kann Israels „unvorstellbare“ Streitmacht nur aus seinen Atomwaffen bestehen. Es wird allgemein angenommen, dass Israel über etwa 90 Atomsprengköpfe verfügt. Der Iran hat keine. Sollte Israel jedoch mit bis zu 3.000 hochentwickelten Raketen angegriffen oder bedroht werden, könnte es aufgrund seiner geringen Größe zu dem Schluss kommen, dass der Einsatz von Atomwaffen für sein Überleben unerlässlich ist. Dann könnte der Einsatz von Atomwaffen als „notwendig“ angesehen werden.
Alle Atommächte beanspruchen das Recht, Atomwaffen einzusetzen, wenn dies zur Vermeidung ihrer eigenen vollständigen Zerstörung erforderlich ist. Tatsächlich behält sich die USA ausdrücklich das Recht vor, als Erste Atomwaffen einzusetzen, auch in Szenarien, in denen ihre Existenz oder die Existenz ihrer Verbündeten und Partner bedroht ist. Die aktuelle Politik der USA, wiesie in den Nuclear Posture Reviews (NPRs) dargelegt ist, sieht vor, dass Atomwaffen unter „extremen Umständen“ zur Verteidigung lebenswichtiger Interessen eingesetzt werden können, wozu auch erhebliche nicht-nukleareAngriffe gehören können. Somit gibt es theoretisch einen Präzedenzfall.
Ein Atomschlag Israels gegen den Iran würde katastrophale Verluste an Menschenleben, weitreichende Umweltzerstörung durch radioaktiven Niederschlag im gesamten Nahen Osten und den sofortigen, vollständigen Zusammenbruch des iranischen Regimes zur Folge haben. Ein solches Ereignis würde wahrscheinlich eine massive globale Wirtschaftskrise, beispiellose internationale Verurteilung und die Gefahr eines größeren, möglicherweiseexistenziellen Atomkonflikts auslösen. Dies ist die Definition eines „Pyrrhussiegs“. Die „Folgen“ wären nicht nur nuklearer, sondern auch moralischer und wirtschaftlicher Natur und nur schwer zu bewältigen.
Aber selbst wenn der Konflikt irgendwie auf die Region beschränkt bliebe, wäre er ein humanitärer Albtraum. Angesichts der benachbarten Atomwaffenstaaten könnte der Konflikt einen Dominoeffekt auslösen, der zur fast vollständigen Auslöschung der Menschheit oder zum Omnicide führen würde.
Eine Armada und Tausende von Kampfflugzeugen um ein Land herum zu versammeln, wie Trump es getan hat, und mit einem Krieg zu drohen, obwohl der Iran keine Bedrohung darstellt, solange er nicht angegriffen wird, istkein gutes Argument für einen Friedensnobelpreis.
URL zum Artikel „ ”: https://www.counterpunch.org/2026/02/27/how-a-us-attack-on-iran-could-result-in-a-nuclear-war/
********
Gehe wohl recht in der Annahme, dass die obigen Verlautbarungen nicht nur Mutmaßungen der Autorin sind sondern so oder in ähnlicher Form – wenn nicht nebst Beweisbildchen – auch im Oval Office wenn nicht gar im Golf-caddy zu Mar-al-Lago eingebunkert sind. Dumm nur, Lesen gelernt hat der ‚commander-in-chief‘ dort ja nicht. Und Tulsi Gabbard als Vorleserin, nee, die Zeiten sind längst vorbei. ()
Das Bündnis Trump/Netanjahu führen weitere Paliativschläge gegen den ersten Kandidaten Iran.
In absehbarer Zeit werden dann die anderen Staaten im Nahen Osten folgen;
Schritt für Schritt zum eigentlichen Ziel => Großisrael……….
So lange Israel existiert wird es auch immer Krieg geben…nichts weiter!
Gerade nur kurz in Wadephuls verständnisvolles Statement reingehört. Absolut widerwärtig.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
...und es die Weltöffentlichkeit diesmal interessiert?
| 28. Feb. 2026, 9:19 Uhr |
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Wie tief geht der Kaninchenbau? Quelle: Screenshot: Awakeningmap.org
Das chinesische Jahr des Feuerpferdes hat begonnen. Die Schlange häutet sich.
Was, wenn wir jetzt in eine Zeit eintreten – auch wenn man nicht an diese Symbolik glaubt –, in der plötzlich das Falsche als falsch gesehen wird und das Richtige als richtig, während man zuvor lange Jahre das Gefühl hatte, dass die Wahrheit letztendlich einen Sisyphoskampf gegen die Lüge unterlegen führt?
Was, wenn sich dieser Prozess jetzt umkehrt und nicht derjenige als verrückt gilt, der die drängenden Fragen stellt, sondern derjenige, der sie nicht stellt?
Die Veröffentlichung der Epstein-Files markiert einen neuen Aufklärungspunkt, einen möglichen Katalysator des Erwachens der Welt, hinter den es schwer wird wieder zurückzufallen. Ja, auch wenn all die Veröffentlichungen nicht vollständig sind, vielleicht nie sein werden; ja, auch wenn man das als Abwracken einer alten “Elite” von nützlichen Idioten sehen mag oder als Ablenkung (oder Druckmittel?) zu etwas noch Monströserem, was der Welt womöglich in Kürze bevorsteht: die Truppenbewegungen in Richtung Iran deuten auf einen nächsten Konfliktherd mit unübersehbaren Folgen hin. Steht der III. Weltkrieg vor der Tür?
Es wird jedenfalls nun klar, dass all diejenigen, die sich in Mustererkennung geübt haben, näher an der Wahrheit dran waren, als diejenigen, die ihre Funktion eher im Bereich des Vertuschens gesehen haben. Cui Bono? – Follow the Money – Verbinde die Punkte. Mit diesen drei Grundsätzen und etwas gesundem Menschenverstand ist auch Otto Normalbürger schnell bei Fragen grotesken Ausmaßes angekommen. Für den Rest braucht es nur noch die Fähigkeit, eine Suchfunktion zu bedienen und über die richtige KI zu stolpern. Nie zuvor war der Zugang zu einem Kaninchenbau wohl leichter zu finden.
Das Phänomen Epstein offenbart mehrere Achsen, ein Koordinatensystem zum besseren Verständnis der Welt.
Im Fall Epstein kristallisieren sich jetzt weltpolitische Stränge heraus, die mit 9/11 begannen und die Welt immer näher in Richtung eines technokratischen Kontrollstaats bringen. Schon 2001 sprach General Wesley Clark aus, gegen wen nun Krieg geführt werden soll. Inzwischen sind wir bei Iran angekommen, der Weg der Achse ist am Endziel angelagt, es hat allerdings etwas länger als fünf Jahre gebraucht. Zugleich, so Catherine Austin Fitts in einem Gespräch mit Tucker Carlson, wären dann alle Staaten kriegerisch behelligt worden, die nicht zum im Westen herrschenden Konglomerat der Zentralbanken gehören. Zählt man dazu noch die E-ID, sowie elektronisches, programmierbares Zentralbankgeld (CBDCs) oder privat ausgegebene Stablecoins, dann sind die Umrisse des digitalen Gefängnisses der Zukunft nicht mehr zu übersehen.
Die nächste Achse neben der geopolitischen ist die gesellschaftliche. Der direkte Vorteil der Veröffentlichung der Epstein-Files liegt in der Zerstörung des gesellschaftlichen Tabus gegenüber dem Thema (ritueller) Missbrauch & Co. Was sich im Gebaren von “Eliten” auf groteske Weise verdichtet, existiert weltumspannend als “System” auch deshalb weitgehend unbehelligt (man schaue auf den Fall Dutroux, Sachsensumpf etc.), weil es so lange beschwiegen wurde und Opfer nicht ernst genommen wurden. Vielleicht auch, weil es viele kleine Epsteins gibt? Es braucht die brutale Desillusionierung der Öffentlichkeit und den Ausbruch aus dem eigenen Verblendungszusammenhang bzw. “Stockholm-Syndrom”, der Ergebenheit gegenüber ihren Unterdrückern, damit Opfern ritueller Gewalt irgendwann Gerechtigkeit widerfährt. Durch den Fall Epstein öffnet sich hierfür nun ein Zeitfenster. Die Gesellschaft ist den Opfern und auch sich selbst einen längst überfälligen Entwicklungssprung schuldig.
Hinzu kommt die Zeitachse: Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft: Wenn das Kompromat hochkocht wie ein toxischer Sumpf und nun von Bill Gates über die Clintons bis in die Königshäuser Norwegens und Englands, das WEF und große Banken seine Schneisen zieht, geht es um mehr als die Retrospektive, also persönliche Schuld und gesellschaftliche Sühne. Es geht auch um die Sichtbarmachung eines Systems der Macht, das nun nicht mehr unbehelligt agieren kann, sondern Argwohn begegnen wird, der über den Kreis der “Verschwörungstheoretiker” hinausgeht.
Wenn sich selbst eine Melinda Gates wegen Epstein von ihrem Mann abwandte, wie wird es wohl so manchem Kunden eines mit Epstein eng verbundenen Bankhauses gehen? Wenn die Plandemie u.a. auf dem Epstein-Gates-Reisbrett entstand, mit Offshore-Vehikeln, die Geld in Impfstoffe schaufeln sollten: Wird sich die Welt dann nochmal von einem “Philanthropen” an der Nase herumführen lassen? Und wenn ja, weil ja niemand aus der Geschichte lernt, wird das dann der finale öffentliche Suizid eines längst unglaubwürdigen Mediensystems sein? Kann mediale Todessehnsucht die eigene Korruptheit übersteigen?
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“The word is on the streets”, wie es so schön heißt und die dunkelsten Themen gelten plötzlich nicht mehr als verrückte (oder gerne auch “krude”) Verschwörungsideologie sondern als plausible Ermittlungshypothese. Plötzlich ist ein Thema, das lange als Untergrundware auf dem Informationsmarkt galt, als das “heisse Eisen” unter der Ladentheke, auch im Mainstream zu finden (wenn auch eher oberflächlich behandelt).
Für den systemstützenden Journalismus, auch den pseudokritischen, ist das eine Feuerprobe, die existenzbedrohend sein kann. Denn jetzt wird besonders offensichtlich, wie wenig a) in den letzten Jahren investigativ geleistet wurde, b) wie blind viele Medien gegenüber sich aufdrängenden Verbindungspunkten agieren und c) welche Verbindungen ganz offensichtlich weggelassen werden, die jeder finden kann, der eine Suchfunktion bedienen kann.
“Wenn du wissen willst, wer über die herrscht, finde heraus, wen du nicht kritisieren darfst”, soll Voltaire mal gesagt haben. Ein früher wie heute gleichermaßen wahrer Satz.
Vielleicht werden wir es bald erleben, dass das Etikett “Verschwörungstheoretiker” als Auszeichnung für alle verstanden wird, die nicht naiv und blind durch eine Welt gingen, in der vieles im Offensichtlichen versteckt war, wo sich willentliche Blindheit mit kognitiver Dissonanz stritt (eine freundlichere Definition von Dummheit?) und man letztlich mit weit geschlossenen Augen (“eyes wide shut”) alles sehen konnte, wenn man nur wollte. “Verschwörungstheorie” wird dann als journalistische Pionierarbeit gewürdigt werden, also als journalistisch-investigative, antizipierende Ermittlungsarbeit, die versucht, die Verbindungen herzustellen, die man nicht herzustellen befugt ist, weil sie an Machtinteressen rücken oder rütteln.
Das Verbinden von wichtigen Datenpunkten zur Herstellung von Klarheit über die Realität der Welt rührt eben auch an ein anderes Monopol des Staates, an die geheimdienstliche Ermittlungsarbeit, die Produktion von “intelligence”. Und Monopole des Wissens, das weiß man eben seit dem Mittelalter in Bezug auf die Kirche, greift niemand ungestraft an.
Jetzt allerdings sieht die Welt, wie kompromittiert auch dieses Wissensmonopol ist.
All das sind die besten Voraussetzungen für eine dezentrale Revolution der Deutung der Realität, wie sie mit dem Buchdruck begann und heute, trotz Zensur, Einschüchterung und Repression, weniger denn je aufzuhalten ist. Ob Geldsystem, Wissenschaft, Medien- oder Kulturszene, all diese Zentren der Macht oder Bereichshegemonie stehen neben der Politik vor einer grundlegenden Neukalibrierung.
Die Frage bleibt, ob es auch ohne Umweg über einen Atomkrieg geht, in dessen Richtung jetzt die Kompromittierten der alten Welt und die Kompromitteure zusteuern.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Zitat: Was, wenn die "Verschwörungstheoretiker" Recht haben? Zitatende
Bietet auch das Gelegenheit zur Depotenzierung und Defokussierung von unerwünschten Inhalten.
Ostdeutsche Allgemeine 28,2,2026
Michael Lüders:
„Die Entscheidung, den Iran anzugreifen, fiel schon vor Monaten“
Dorian Baganz
Am 28. Februar 2026 beginnt mit der Operation „Brüllen des Löwen" ein neues Kapitel im Nahostkonflikt: Die USA und Israel greifen den Iran mit Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und Cyberattacken an – am helllichten Tag, mitten in laufenden Atomverhandlungen. Tomahawks schlagen nahe dem Büro des obersten Führers Khamenei ein, Teheran versinkt in Rauch. US-Präsident Trump fordert in einem achtminütigen Statement (https://www.youtube.com/watch?v=i03vW40EDI8) die iranische Bevölkerung zum Regimewechsel auf.
Doch anders als im Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr scheint Teheran vorbereitet: Iranische Jets steigen auf, Vergeltungsschläge treffen US-Stützpunkte in Bahrain, Katar und Kuwait. Die Straße von Hormuz – Nadelöhr für 20 Prozent der globalen Energieversorgung – droht zur Waffe zu werden.
Waren die bis zuletzt laufenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran etwa nur Fassade? Der Nahostexperte Michael Lüders sieht das so. Im Gespräch mit der OAZ erklärt er, warum die Vorstellung eines schnellen Endes des Krieges eine gefährliche Illusion ist – und welche Folgen eine Eskalation für Deutschland haben dürfte.
Herr Lüders, das Oppositionsmedium Iran International hat Videos geteilt, in denen Menschen über die Angriffe der USA auf den Iran jubeln. Jubeln Sie auch?
Es mag Menschen geben, die Zerstörung mit Erlösung verwechseln, aber niemand, der bei Verstand ist, kann diesen Angriff auf den Iran gutheißen. Es ist ein völkerrechtswidriger Angriff, der durch nichts zu rechtfertigen ist – auch wenn die Medien in Deutschland diesen US-israelisch geführten Angriff als Präventivkrieg framen. Es ist ein Krieg, dessen weiterer Verlauf, geschweige denn Ausgang, noch überhaupt nicht abzusehen ist. Eine äußerst gefährliche Entwicklung zeichnet sich hier ab. Und mein Eindruck ist, dass die meisten Politiker und Meinungsmacher in Deutschland die Gefahren dieses Krieges gewaltig unterschätzen.
Warum greifen die USA und Israel gerade jetzt den Iran an?
Die Frage ist berechtigt, vor allem weil es ja Verhandlungen gab über die Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Der omanische Außenminister zeigte sich noch eine Stunde vor Beginn der Angriffe optimistisch, dass es eine Verhandlungslösung geben werde. Seit 30 Jahren ist insbesondere der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu bemüht, die USA in einen Krieg gegen den Iran zu tragen. Die Regierungen in Tel Aviv und Washington sind sich einig, dass man den letzten Staat in der Region, der sich den hegemonialen Ansprüchen der USA wie auch Israels widersetzt, zerschlagen möchte.
Trump hat seinen Angriff in einer achtminütigen Rede begründet. „Das Regime im Iran wird niemals eine Atomwaffe haben“, sagte er dort unter anderem. Was haben Sie gedacht, als Sie das Statement gesehen haben?
Die Rede, die Präsident Trump zur Begründung des Angriffs gehalten hat, ist ein Best-of gefühlter Demütigungen der USA. Wobei er zu erwähnen versäumt, dass die Islamische Revolution 1979 überhaupt nur vorstellbar war, weil die USA und Großbritannien 1953 den demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh gestürzt haben, nachdem dieser die Erdölindustrie verstaatlicht hatte. Interventionen der USA haben seit jeher gravierende Konsequenzen, die sich möglicherweise in Jahrzehnten bemessen. Um eines klar und deutlich zu sagen: Es geht hier nicht um die Menschenrechte im Iran. Nichts interessiert die US-Regierung oder die israelische Regierung weniger als die Frage, wie es den Menschen im Iran künftig gehen könnte. Sie wollen diesen funktionierenden Zentralstaat zerschlagen, nach dem Motto: Teile und herrsche. Es gibt viel zu kritisieren an den politischen Verhältnissen im Iran, gar keine Frage, aber nichts rechtfertigt diesen Angriff.
Die USA nennen den Militärangriff „Epische Wut". Ist es die epische Wut von Trump selbst, die wir hier sehen?
Diese Bezeichnung ist Ausdruck eines fast schon psychopathisch zu nennenden Größenwahns. Es ist ein Angriffskrieg, darum geht es. Es stört die USA wie auch Israel, dass der Iran der letzte verbliebene Staat ist im weiten Raum zwischen dem Atlantik und Nordkorea, der sich ihren westlichen Interessen widersetzt. Hier gilt es endgültig aufzuräumen. Die Fehlkalkulation der Amerikaner besteht darin, dass sie glauben, man könnte mit sogenannten Enthauptungsschlägen innerhalb weniger Tage den Iran in die Kapitulation bomben. Das wird nicht funktionieren.
Wir sehen an den ersten Reaktionen, dass der Iran militärische Ziele der USA in der gesamten Golfregion ins Visier nimmt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Iran die Straße von Hormuz schließen wird – dieser Engpass zwischen dem Oman und dem Iran, 50 Kilometer breit, durch den täglich 20 Prozent des weltweiten Energiebedarfs an Erdgas und Erdöl passieren. Wenn diese Straße geschlossen wird, werden die Energiepreise explodieren, mit allen Folgen für die Weltwirtschaft. Und es werden wieder Tausende und Abertausende Menschen sterben, für nichts und wieder nichts.
Der Iran hat bereits vier US-Militärstützpunkte in Katar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Raketen angegriffen. Droht jetzt ein Flächenbrand?
Wir wissen noch nicht, wie die arabischen Staaten reagieren werden. Der Iran hat nicht diese Staaten per se angegriffen, sondern die US-amerikanischen Militäranlagen auf den entsprechenden Hoheitsgebieten. Aber wenn dieser Krieg andauern sollte, werden die vielen Gastarbeiter in den arabischen Golfstaaten perspektivisch ihre Länder verlassen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben zehn Millionen Einwohner, davon neun Millionen Ausländer. Die wirtschaftlichen Konsequenzen werden gravierend sein. Und vergessen wir nicht: Sowohl Russland als auch China sind enge Verbündete des Iran. Der Iran exportiert fast sein gesamtes Erdöl in Richtung China. Russland hat seine Verkehrswege seit den Sanktionsmaßnahmen über das Kaspische Meer in Richtung Iran umgeleitet, um Indien zu erreichen. Beide Länder werden das politische System im Iran stützen. Es wird also, wenn es zu einem langanhaltenden Krieg kommt, die Gefahr geben, dass das Ganze eskaliert. Man kann leicht einen Krieg anfangen, aber ihn zu beenden, ist schwer.
Der Oman hatte als Vermittler noch kurz vor Kriegsbeginn davon gesprochen, dass sich in den Atomverhandlungen eine Einigung abzeichnet. Was ist in der kurzen Zwischenzeit passiert?
Diese Verhandlungen im Oman und in Genf waren eine reine Farce. Die Entscheidung Israels und der USA, den Iran anzugreifen, ist schon vor Monaten gefallen. Man wollte nur den Anschein erwecken, dass es noch um Diplomatie ginge. Die Amerikaner wie auch die Israelis wollten den Krieg. Es ist vor diesem Hintergrund interessant, dass die israelische Zeitung Haaretz vor zwei Wochen darauf hingewiesen hat, dass sich im Umfeld der Epstein-Papiere herausgestellt hat, dass es in diesem Dunstkreis seit Jahren Bestrebungen gab, den Iran anzugreifen – aber das politische Momentum war offenbar noch nicht erreicht.
Aus gutem Grund haben alle vorangegangenen US-Präsidenten davon Abstand genommen. Aber Trump glaubt offenbar nach seinen „Erfolgen" in Venezuela oder gegenüber Kuba, dass er sich alles erlauben kann. Der in den USA sehr bekannte Iran-Experte Trita Parsi teilte mit, dass seiner Auffassung nach die Israelis den Amerikanern den Eindruck vermittelt hatten, der Krieg im Iran sei leicht zu gewinnen. Man hat die Risiken bewusst klein geredet. Und jetzt ist man drin in einem Krieg. Nur zur Erinnerung: Der Krieg in Afghanistan, an dem die NATO aktiv beteiligt war, hat 20 Jahre gedauert.
Trump hat angedeutet, nach dem Krieg die Regierung an die Iraner zu übergeben. „Die Stunde Ihrer Freiheit ist nahe“, sagte er in seinem Statement. Halten Sie für möglich, dass Freiheit ein Ergebnis dieses Krieges sein könnte?
Mit Sicherheit nicht. Wenn dieser Krieg andauert, wird der Iran umfassend zerstört sein. Es gibt im Iran keine organisierte oppositionelle Kraft, die in der Lage wäre, die Macht zu übernehmen – ungeachtet dessen, was irgendwelche Aktivistinnen und Aktivisten in Deutschland an Gegenteiligem behaupten. Es ist völliger Unfug zu glauben, dass iranische Monarchisten aus dem Exil oder der sogenannte Nationale Widerstandsrat, ehemals die Volksmudschahedin, die im Iran verhasst sind, weil sie Terroranschläge verübt und während des irakisch-iranischen Krieges auf Seiten Saddam Husseins gekämpft haben – dass diese Kräfte, die im Iran so gut wie keine Basis haben, die Macht übernehmen könnten. Das ist pure Propaganda, Ausdruck von Wunschdenken.
Die Macht im Iran liegt aufseiten des Militärs. Selbst wenn es gelänge, das politische System massiv zu schwächen, wird es keine Kraft geben, es zu ersetzen. Der Iran ist ein Vielvölkerstaat, was den meisten nicht bewusst ist. Am Ende brächte das nicht Freiheit, sondern eine Situation wie in Afghanistan, im Irak oder in Syrien: Instabilität, Verarmung, Gewalt. Natürlich ist den Iranern die Freiheit zu wünschen, aber die bekommt man nicht auf der Grundlage eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges. Ich wüsste jedenfalls kein historisches Beispiel dafür.
Könnte es sein, dass Trump sich erhofft, Netanyahu komme ihm beim Gazakrieg entgegen, wenn er ihn jetzt im Iran unterstützt?
Ich bin nicht in der Lage, den offenkundigen Irrsinn, der der US-amerikanischen Politik zugrunde liegt, so weit zu Ende zu denken. Aber mein Eindruck ist, dass es der Trump-Regierung herzlich egal ist, ob die Israelis einen Massenmord an den Palästinensern begehen und ob sie Palästinenser ins Ausland treiben. Die Zukunft der Palästinenser spielt für die US-Amerikaner keine Rolle. Der sogenannte Friedensrat lässt für die Palästinenser quasi keinen Raum – auf unterster Ebene sind sie mit zwei oder drei symbolischen Repräsentanten vertreten.
Alle anderen Entscheidungen liegen bei Donald Trump, bei Tony Blair und anderen fragwürdigen Figuren, die schon in der Vergangenheit viel Unheil über den Nahen Osten gebracht haben. Es ist eine Tragödie, die sich hier abzeichnet, vom Gazastreifen bis in den Iran. Offenkundig sind Politiker in entscheidender Funktion nicht fähig, von ihren Fehlern zu lernen. Die Erfahrungen der Kriege im Irak und in Afghanistan sind ein klarer Hinweis darauf, dass solche Militärinterventionen den Angreifern nichts gebracht haben. Für die jeweilige Bevölkerung bedeutet das einen Sturz in Richtung Abgrund.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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