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26.04.2026

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Jetzt ist es “unser” Krieg, Sanktionen zur Unzeit – und Sanchez wehrt sich

lostineu.eu, vom 25. April 2026

Die Watchlist EUropa vom 25. April 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Der EU-Gipfel auf Zypern und die deutsche Aufrüstung, das 20. Sanktionspaket gegen Russland und die Energiekrise sowie dicke Luft in der Nato

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Zwanzig Sanktionspakete gegen Russland – aber keine einzige Sanktion gegen Israel. 90 Milliarden Euro für die Ukraine – aber kein EU-Geld für Bürger, die gegen die explodierenden Energiekosten und die steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. 

Das waren die wichtigsten EU-Entscheidungen der letzten Woche. Möglich wurden sie, weil der “Störer” Orban den Weg frei gemacht hat. „Endlich ein Treffen ohne Russland“, jubelte Polens Tusk beim EU-Gipfel auf Zypern.

Thema Nummer eins war die Ukraine. Präsident Selenskyj war extra angereist, um mit merkwürdig heiserer Stimme und wirrem Blick den “historischen” Kriegskredit für sein Land zu feiern und einen schnellen EU-Beitritt zu fordern.

Pistorius prescht vor

Weitere Themen waren die Beistandsklausel im EU-Vertrag und das künftige Mehrjahresbudget. Entscheidungen wurden keine getroffen. Wohin die Reise geht, haben die EU-Chefs nicht verraten – sie wissen es wohl selbst nicht.

Nur ein Ziel haben sie klar vor Augen: die Ukraine für mindestens zwei weitere Jahre gegen Russland zu rüsten – und sich auf einen großen Krieg in EUropa vorzubereiten, der wenn nötig auch ohne die USA geführt werden soll.

Eine besonders prominente – und problematische – Rolle übernimmt dabei Deutschland. Das größte EU-Land will nicht nur die größte konventionelle Armee Europas haben, womit es in Konkurrenz zu Polen und Frankreich tritt.

Russland als Feind

Verteidigungs- bzw. Kriegsminister Pistorius hat nun auch Russland ganz offiziell zum Feind erklärt – so steht es in seiner neuen Militärdoktrin. Russland müsse abgeschreckt, die Ukraine zum Bollwerk ausgebaut werden.

Jetzt ist es “unser” Krieg” – so die bittere Botschaft aus Berlin und Brüssel bzw. Nikosia. Einziger Hoffnungsschimmer: Es regt sich Widerstand. Die Europalinke will im Juni sogar auf die Straße gehen…

Mehr dazu hier: Linke mobilisieren in Brüssel – gegen EU und Nato

Meine two Cents: Mein Krieg ist es nicht, viele Deutsche dürften ähnlich denken. Doch sie werden nicht gefragt. Mit ihrer Ukraine- und Russland-Politik legen die deutschen Politiker eine unglaubliche Arroganz an den Tag, die sich als fatal erweisen könnte – wie so oft in der deutschen Geschichte…

ebo

ebo

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂

Was war noch?

EnergieSanktionen zur Unzeit. Die EU setzt ihre nächste Sanktionsstufe gegen Russland um – ausgerechnet in einer Phase, in der die globalen Gasflüsse ohnehin unter Druck stehen. Wie Bloomberg berichtet, verbietet die EU ab dem 25. April den Import von russischem Flüssigerdgas (LNG), das über kurzfristige Verträge mit weniger als einem Jahr Laufzeit gehandelt wird. Der Kauf auf dem Spotmarkt ist bereits seit dem 18. März untersagt. – Das Verbot kommt zur Unzeit – die Gasspeicher sind ohnehin schon leer, die Preise steigen, neben der Gas- haben wir auch noch eine Ölkrise. Das hindert die EU aber nicht, gleich das nächste Sanktionspaket anzukündigen…

Spanien wehrt sich gegen Nato-Rauswurf. Angesichts von Berichten über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der Nato-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont. „Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten“, sagte er beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur „im Rahmen des internationalen Rechts“ erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Der Euro-Michel rechnet mit der EU-Chefin ab. Der frühere EU-Ratspräsident Michel hat eine vernichtende Bilanz seiner Jahre mit Kommissionschefin von der Leyen gezogen. Die CDU-Politikerin sei nicht nur selbstherrlich und pflege einen autoritären Führungsstil. Sie habe auch ihr Kommissarsteam entmachtet und ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigt. “There is a super authoritarian governance,” so Michel. “Commissioners have absolutely no role anymore.” Mehr hier

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:

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Der EU-Gipfel feiert den Kriegskredit für die Ukraine, Präsident Selenskyj spricht von einer “historischen” Entscheidung. Doch wie steht es um die Kontrolle? Nicht gut – weder in Brüssel, noch in Kiew.

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7 Comments

  1. Fubar
    26. April 2026 @ 00:12

    “Energie–Sanktionen zur Unzeit.”

    4 Jahre nun diese 2,5 – 3-fachen Gasrechnungen und das trotz erheblich abgesenkter Raumtemperatur, mithin ca. 1200 eingesparten Kilowattstunden laut letzter Abrechnung ggü. eigentlich eingeplantem Verbrauch und das inkl. Warmwasser.
    Mehr geht nicht!

    Volksversorgung und das Wohl des DEUTSCHEN Volkes mehren ist der Auftrag!

    Tut dies endlich!

Antworten

  • Nobody
    25. April 2026 @ 23:51

    ” “Commissioners have absolutely no role anymore.” ”
    Um mit Rubio in D.C. die Tage ein MoU über Seltene Erden zu unterschreiben, hat es für den Handelskommissar aus der Slovakei und von Ficos Partei aber noch gereicht.

    Sein Englisch war sogar eine Stufe über Oettinger…

    Antworten

  • Arthur Dent
    25. April 2026 @ 14:39

    Wenn der ehemalige Obergefreite aus der Friedensstadt Osnabrück den Krieg und die Kriegsertüchtigung so liebt, warum meldet er sich nicht freiwillig zum Fronteinsatz?
    Reservisten sollen ja demnächst bis 70 verpflichtet werden können.

    Antworten

    • KK
      25. April 2026 @ 16:55

      “…warum meldet er sich nicht freiwillig zum Fronteinsatz?”

      Diese Art Leute halten sich selbst für so wichtig und unverzichtbar, dass sie selbstverständlich nicht an der Front verheizt werden dürfen. Wo kämen wir denn da hin?

      Antworten

  • KK
    25. April 2026 @ 11:22

    Der “Euro-Michel” hätte seine Kritik anbringen müssen, als er noch Einfluss hatte! Das hätte uns ggf. ein zweites Regime von der Leyen erspart!

    Antworten

    • ebo
      25. April 2026 @ 11:43

      Er hat’s versucht, doch er drang nicht durch…

      Antworten

    • Michael
      25. April 2026 @ 20:57

      Nun, sich post officio und in retrospect über die eigene Vergangenheit auszulassen und alles auf die Formel „schwarz-weiß“ oder „right and wrong“ zurückzuführen ist billig! Nicht Leyen „oder“ Michel waren eine Katastrophe, sondern Leyen „und“ Michel !

      Antworten

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    • Blog-Kommentare (7)

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    Nachrichten von Pressenza: Gezielte Tötung der Journalistin Amal Khalil: RSF prangert Kriegsverbrechen an

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 26. April 2026, 7:15 Uhr

    Nachrichten von Pressenza - 26.04.2026
    Gezielte Tötung der Journalistin Amal Khalil: RSF prangert Kriegsverbrechen anReporters Sans Frontières
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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    führt die Bundesregierung Deutschland in den Krieg gegen Russland?

    aus e-mail von Karin Gerlich, 25. April 2026, 18:08 Uhr


    ---------- Forwarded message ---------
    Von: Karin Gerlich <karin.gerlich@t-online.de>
    Date: Sa., 25. Apr. 2026, 18:08
    Subject: Re: führt die Bundesregierung Deutschland in den Krieg gegen Russland?
    To: irene eckert <irene.eckert@gmail.com>



    Ich bin eine ehemalige hauptamtliche Gewerkschaftssekretärin und jetzt in der Friedensarbeit aktiv. 

     Herzliche Grüße und in der Hoffnung, das reicht als Auskunft

    Am 23.04.2026 um 08:37 schrieb irene eckert:

    Danke Frau Gerlich, für die Weiterleitung außerhalb des üblichen Kreises wüsste ich gerne Ihre aktuelle Position. Sind Sie Gewerkschafterin, Wissenschaftlerin, Pensionärin?

    Mit solidarischen Grüßen Irene Eckert


    Am Di., 21. Apr. 2026 um 16:28 Uhr schrieb Karin Gerlich <karin.gerlich@t-online.de>:

    Mit der Unterzeichnung strategischer Verteidigungsabkommen mit der Ukraine hat die Bundesregierung eine neue Dimension der Kriegsbeteiligung erreicht.“

     Die Bundesregierung - Kanzler Merz - handelt mit dieser „Erklärung über eine strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine“ vom 14. April 2026*) genauso verantwortungslos wie Exkanzler Scholz, der am 16. Februar 2024 die 10 Jahre gültige „Vereinbarung über Sicherheitszusammenarbeit und langfristige Unterstützung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Ukraine“**) unterzeichnete. Der zweite Absatz dieses Vertrages lautet: „Deutschland ist unerschütterlich in seiner Unterstützung für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine innerhalb der Grenzen, die seit 1991 international anerkannt sind, einschließlich des Küstenmeers und der freien (maritimen) Wirtschaftszone.“ Da die Krim seit dem 18. März 2014 zur Russischen Föderation gehört, ist diese „Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine innerhalb der Grenzen von 1991“ kaum durch Verhandlungen, also auf friedlichem Wege, erreichbar, sondern nur durch einen Angriffskrieg gegen Russland! 

    Mit anderen Worten: Die Bundesregierung führt Deutschland in den Krieg gegen Russland! 

    *) https://www.bundesregierung.de/resource/blob/974430/2420616/2810b1a2113c7d4687e75b47251397bc/2026-04-14-erklaerung-deutsch-ukrianische-regierungskonsultationen-deutsch-data.pdf?download=1 

    **) https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/2260264/8efa1868839ede7609437b341d75c3c5/2024-02-16-ukraine-sicherheitsvereinbarung-deu-data.pdf

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=149141

    dringend, diese Beiträge lesen!


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 





    Screenshot_2026_04_20_at_07_12_26_Bundesregierung_f_hrt_Deutschland_in_den_Krieg_gegen_Russland


    nachdenkseiten.de, 16. April 2026 um 10:00 Ein Artikel von Sevim Dagdelen, (doppelt vorhanden)

    Mit der Unterzeichnung strategischer Verteidigungsabkommen mit der Ukraine hat die Bundesregierung eine neue Dimension der Kriegsbeteiligung erreicht: Deutschland übernimmt nun aktiv die Rolle des Kriegsführers gegen Russland – mit eigenen Waffen, eigener Industrie und ukrainischen Soldaten aus Deutschland.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Deutschland wird Premiumpartner im Krieg

    Die deutsch-ukrainischen Vereinbarungen markieren eine wirkliche Zeitenwende. Zum ersten Mal hat die Bundesregierung eine strategische Partnerschaft mit einem Land abgeschlossen, das sich im Krieg befindet. Deutschland ist bereits jetzt der mit Abstand größte finanzielle Unterstützer der Ukraine, nachdem sich die USA weitgehend zurückgezogen haben. Die unterzeichneten sogenannten Verteidigungsabkommen mit der Ukraine haben jedoch eine neue Dimension. Die Ukraine soll zum Premiumpartner Deutschlands in Militär- und Rüstungsfragen werden.

    Bilaterale Rüstungsallianz statt Multilateralität

    Die von der Bundesregierung stets beschworene Multilateralität weicht nun bilateralen Vereinbarungen mit der Ukraine. Ziel ist es, gemeinsam Krieg gegen Russland führen zu können und auch über ein mögliches Kriegsende hinaus als Tandem zur Herausforderung Russlands aufzutreten. Die Bundesregierung versucht damit, den Platz der USA einzunehmen.

    Bei der neuen Dimension der Rüstungskooperation geht es allerdings keineswegs nur um Geld. Die unterzeichnete Vereinbarung zur Verteidigungszusammenarbeit enthält eine klare Marschroute für die gemeinsame Produktion und Beschaffung von Waffensystemen, Drohnen und lang-reichweitigen Waffen in der Ukraine. Damit umgeht die Bundesregierung die aus ihrer Sicht leidige Diskussion über deutsche Waffen, die an die Ukraine geliefert werden und dazu dienen sollen, tief in Russland zuzuschlagen. Die gemeinsame Herstellung von Mittel- und Langstreckendrohnen liegt hinsichtlich der Einsatzziele allein in der Entscheidung der Ukraine.

    Was in Berlin vereinbart wurde, ist weit gravierender als die aufgeschobene Entscheidung über eine mögliche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern. Selenskyj nannte es bezeichnenderweise den „größten Deal dieser Art in Europa“.

    Deutsch-ukrainischer militärisch-industrieller Komplex

    Neben neuen Zusagen bei Waffenlieferungen und der Finanzierung von US-amerikanischen Waffenkäufen sticht vor allem die vereinbarte Verzahnung der deutschen und der ukrainischen Rüstungsindustrie ins Auge. Man muss von der Bildung eines deutsch-ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes unter deutscher Hegemonie sprechen. Hinzu kommt die Absichtserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj, kriegspflichtige ukrainische Männer, die sich in Deutschland aufhalten, in die Ukraine zurückzuführen.

    Mit dieser bilateralen strategischen Partnerschaft, die klar auf den Krieg mit Russland zielt, erfüllt die Bundesregierung den Traum deutscher Militaristen, nach der Niederlage gegen die Sowjetunion 1945 doch noch eine Revanche im Osten zu erreichen. Als „Verteidigungskooperation“ getarnt, wird nichts anderes als eine Politik der systematischen Herausforderung Russlands ins Werk gesetzt. Die gemeinsame Rüstungsproduktion Deutschlands und der Ukraine stellt für Russland eine existentielle Bedrohung dar. Das Risiko, eine Apokalypse einzugehen, indem man der Atommacht Russland de facto den Krieg erklärt, entspringt einer Geisteshaltung, die fatal an die Politik der beiden Weltkriege erinnert.

    Fortan ist es Deutschlands Krieg, den die Ukraine gegen Russland führt. Dieser Krieg wird vornehmlich mit deutschen Waffen, deutschem Geld und auch mit Soldaten aus Deutschland geführt – noch sind es Ukrainer – und zielt darauf ab, Russland zu ruinieren. Aus einem Stellvertreterkrieg der USA und der NATO ist ein deutscher Stellvertreterkrieg geworden – mit massiv erhöhtem Risiko einer direkten deutschen Kriegsbeteiligung.

    Es könnte sich jedoch als gravierende Fehlkalkulation erweisen, dass man sich durch die NATO geschützt sieht. Die NATO ist weder ein Werte- noch ein Verteidigungsbündnis, sondern ein Bündnis, das die globale US-Hegemonie stützen soll – darauf haben sowohl US-Präsident Donald Trump als auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte in letzter Zeit hingewiesen. Sollte Deutschland wegen seiner Kriegspolitik gegen Russland ins Visier geraten, darf man fast sicher sein, dass die USA keinen Finger rühren werden.

    Am Ende bleibt die perfide Argumentation von Bundeskanzler Friedrich Merz, bei der Rüstungshilfe und der gemeinsamen Rüstungsproduktion gehe es um die Einhaltung des Völkerrechts. Das Schweigen der Bundesregierung zum Völkermord Israels an den Palästinensern sowie die Komplizenschaft beim unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran lassen jede glaubwürdige Rede Berlins über die Einhaltung internationalen Rechts als bloße Clownerie erscheinen.

    Die fatale Entscheidung der Bundesregierung vom 14. April 2026, den Krieg mit Russland aktiv zu riskieren, setzt die Bevölkerung in Deutschland höchstem Risiko aus. Die Formel von Bundeskanzler Friedrich Merz, dass keine Friedensregelung „über die Köpfe der Europäer hinweg“ geschlossen werden dürfe, sichert Deutschland de facto ein Vetorecht beim Fortgang des Krieges gegen Russland. Was im Frühjahr 2022 in Istanbul noch Washington und London waren, ist nun Berlin mit einem angemaßten Vetorecht – bei einem Krieg, der offenbar bis zum letzten Ukrainer geführt werden soll.

    Sozialer Kahlschlag zu Hause, Ressourcen für den Krieg

    Bereits jetzt werden die sozialen Kosten der Aufrüstung der Bundeswehr zur größten Armee Europas immer spürbarer. Bei der Krankenversorgung droht ein regelrechter Kahlschlag. Der Kriegseintritt gegen Russland geht einher mit dem sozialen Krieg gegen die eigene Bevölkerung.

    Man sollte jedoch nicht sagen, der Bundesregierung gehe es nicht auch um eine soziale Dimension. In der gemeinsamen deutsch-ukrainischen Erklärung unter der Überschrift „Bezahlbares und soziales Wohnen“ wird die „Zusammenarbeit bei der Schaffung bezahlbaren sozialen Wohnraums unter Gewährleistung der Einbeziehung vulnerabler Gruppen und Aufbau kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, auch mit deutscher Förderung“ vereinbart. Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Geschichte: Während in Deutschland immer mehr Menschen aufgrund gestiegener Miet- und Energiekosten existenzielle Sorgen haben und über eine Million bezahlbare Wohnungen fehlen, liegt der Fokus der Bundesregierung auf der „Schaffung bezahlbaren sozialen Wohnraums“ in der Ukraine.

    Auch diese Passage zeigt bereits deutlich, dass sich die Bundesregierung im Krieg mit Russland sieht. Möglichst viele Ressourcen in die Ukraine zu schicken, ist die oberste Maxime – während man in Deutschland den Sozialstaat systematisch zerlegt.


    Titelbild: Runawayphill / Shutterstock


    Rubriken: Außen- und SicherheitspolitikAudio-PodcastAufrüstungBundesregierungMilitäreinsätze/Kriege


    Schlagwörter: 


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    26.04.2026

    Das Recht auf Bildung

    aus e-mail von Karin Gerlich, 25. April 2026, 18:02 Uhr


    und Grüße



    -------- Weitergeleitete Nachricht --------

    Betreff:Fwd: Das Recht auf Bildung
    Datum:Sat, 25 Apr 2026 11:27:59 +0200
    Von:


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    Anfang der weitergeleiteten Nachricht:

    Von: "Gaza: Gegen Totschweigen und Vergessen!" <comment-reply@wordpress.com>
    Datum: 24. April 2026 um 16:11:46 MESZ
    An: dieter@kaltenhaeuser.de
    Betreff: Das Recht auf Bildung
    Antwort an: "Gaza: Gegen Totschweigen und Vergessen!" <comment+r3v4fg1h23ss9ecb4r1vnhyvg@comment.wordpress.com>


    Gaza: Gegen Totschweigen und Vergessen! site icon Gaza: Gegen Totschweigen und Vergessen! Im Blog weiterlesen oder Reader
    Das Recht auf Bildung
    Avatar von Maria Reicher-Marek

    von Maria Reicher-Marek am 24. April 2026

    Bild: Umm al-Khair, Westjordanland, 19. April 2026. Kinder protestieren an einem illegal errichteten Stacheldraht-Zaun gegen die Blockade ihres Schulwegs durch jüdische Siedler. [Activestills, Mosab Shawer]
    Die UN-Kinderrechtskonvention (die auch von Israel unterzeichnet wurde) postuliert in Artikel 28 das Recht des Kindes auf Bildung. Dort ist auch festgehalten, dass das Recht auf Bildung in seiner elementarsten Form durch die Ermöglichung des Schulbesuchs gewährleistet sein muss.
    Im Westjordanland waren von 28. Februar bis Mitte April alle Schulen geschlossen, wegen des Krieges gegen den Iran. Mit Beginn des Waffenstillstandes Mitte April erlaubte die israelische Besatzung die Wieder-Öffnung der Schulen im Westjordanland.
    Am Morgen des Montag, den 13. April, machten sich daher auch die Kinder aus dem Dorf Umm al-Khair [sprich: Umm al cher] in Masafer Yatta auf ihren gewohnten Fußweg über die Hügel. Sie waren etwa 50 an der Zahl, die jüngsten gerade einmal fünf Jahre alt. Etwa einen Kilometer von der Schule entfernt stießen sie auf einen Stacheldrahtzaun. Dieser war in der Nacht zuvor von jüdischen Siedlern eines Außenpostens der Siedlung Carmel errichtet worden. Dieser Außenposten war erst im Sommer 2025 errichtet worden, und zwar wenige Tage, nachdem der jüdische Siedler Yinon Levy den palästinensischen Lehrer Awdah Hathaleen ermordet hatte.
    Als die Kinder versuchten, den Zaun zu umgehen, erschienen Soldaten der israelischen Armee und feuerten Tränengas auf die Kinder.
    Seither kämpfen die BewohnerInnen von Umm al-Khair um das Recht der Kinder, ihre Schule zu besuchen, das heißt konkret: Um die Entfernung des Stacheldrahts, der den Kindern den Schulweg versperrt.
    Der Zaun war ohne offizielle Genehmigung der israelischen Behörden errichtet worden. Dennoch weigert sich die israelische Verwaltung, ihn zu entfernen. Hingegen müssen die Einwohner von Umm al-Khair mit der Demolierung eines großen Teils ihrer Häuser rechnen, weil diese ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Umm al-Khair befindet sich in der Zone C des Westjordanlandes, die unter ausschließlicher israelischer Verwaltung steht. In diesem Gebiet erhalten die Palästinenser seit Jahrzehnten praktisch nie eine Baugenehmigung. Zugleich schießen im selben Gebiet die jüdischen Siedlungen wie die Pilze aus dem Boden, teils von den israelischen Behörden genehmigt, teils selbst nach israelischem Recht illegal.
    Nun versammeln sich Kinder und Erwachsene aus Umm al-Khair täglich am Stacheldrahtzaun, um gegen die Sperre des Schulwegs zu protestieren. Die Kinder konfrontieren die israelischen Soldaten und bewaffnete jüdische Siedler auf der anderen Seite des Zauns mit selbst gemalten Schildern und Sprechchören. Sie rufen (auf Englisch): „Freedom!“ und „Open the road!“. Sie schlagen auf Trommeln und singen Lieder. Sie haben auch ihre Schulbücher dabei. Sie setzen sich auf Steine, nehmen ihre Bücher heraus. Lehrer bieten Unterricht unter freiem Himmel an. Sie nennen es die „Umm-al-Khair-Freiheitsschule“.
    Nicht alle 55 Schulkinder aus Umm al-Khair beteiligen sich an den Protesten. Manche haben zu viel Angst. Das Erlebnis vom 13. April hat sie traumatisiert. Manche können seither nicht mehr schlafen.
    Auch die Kinder am Zaun haben Angst. Manche bekommen Panikattacken, beginnen zu zittern und zu weinen, wenn sich die Soldaten ihnen nähern. Die 13jährige Sara Hathaleen sagt, unter Tränen: „Ich habe Angst. Ich habe Angst.“ Dann wischt sie ihre Tränen weg und sagt: „Es ist eine Herausforderung, hierher zu kommen. Wir müssen unsere Angst überwinden, um in die Schule gehen zu können.“ Sara möchte Rechtsanwältin werden, um für die palästinensische Sache und für ihr Dorf zu kämpfen.
    Der nun gesperrte Weg wurde 1980 als Fußweg für Schülerinnen und Schüler errichtet und ist sowohl auf palästinensischen als auch auf israelischen Karten verzeichnet. Er wird auch von Frauen benutzt, die zu einem Gesundheitszentrum wollen, und von Gläubigen als Fußweg zur Moschee.
    Die israelische Verwaltung hat einen anderen Weg als Alternative angeboten. Doch die Dorfbewohner weigern sich, ihre Kinder auf diesen Weg zu schicken, denn dieser würde direkt durch neu errichtete Siedler-Außenposten führen. Das wäre viel zu gefährlich für die Kinder. Für die Kinder im Westjordanland gehören Belästigungen durch jüdische Siedler auf ihrem Schulweg zum Alltag, selbst wenn der Weg nur in der Nähe einer Siedlung verläuft. Die Siedler in den Außenposten sind besonders gewalttätig. Erst vor wenigen Wochen war ein fünfjähjriges Mädchen aus Umm al-Khair von einem Siedler in einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Selbst wenn das nicht mit Absicht geschehen sein sollte, sind die Autofahrer aus den Siedlungen eine permanente Gefahr: Sie fahren schnell und rücksichtslos, und nicht alle haben einen Führerschein.
    Die Leute von Umm al-Khair wollen ihren friedlichen Kampf fortsetzen, bis der Schulweg wieder geöffnet ist. Zugleich kämpfen sie gegen die drohenden Abrisse in ihrem Dorf.
    ***
    Während in Umm al-Khair Kinder mit Stacheldraht und Tränengas daran gehindert werden, ihre Schule zu erreichen, werden andernorts Schulen direkt angegriffen. Am 21. April ereignete sich folgender Vorfall in einer Schule in dem Dorf al-Mughayyir, in der Nähe von Ramallah: Zunächst beschossen bewaffnete Siedler die Schule mit scharfer Munition. Dann feuerte auch die israelische Armee auf die Schule. Es gab zwei Tote. Ein 14jähriger Schüler wurde in den Kopf geschossen. Beim Versuch, die Schüler zu evakuieren, wurde ein Mann erschossen.
    In einem Video sieht man, wie Männer von außen das Feuer auf die Schule eröffnen. Ein Augenzeuge berichtet:
    „Siedler griffen die Schule an und begannen, mit scharfer Munition auf sie zu schießen. Die Armee schloss sich ihnen sofort an und eröffnete das Feuer, als wir versuchten, die Schüler zu evakuieren
    Sie tun das jeden Tag, als eine Vertreibungs-Operation. Sie machen Kindern und Schülern Angst. Jeden Tag tun sie das, um Menschen zu zwingen, ihr Land zu verlassen und aus al-Mughayyir wegzugehen. Wir bleiben, Gottseidank, standhaft und geduldig, und auch wenn alle Menschen unseres Ortes ermordet worden sind, werden wir uns der Besatzung nicht ergeben.“
    ***
    Die Angriffe auf das Bildungssystem in den besetzten Gebieten sind ein wesentlicher Teil der Vertreibungspolitik. Hier einige Vorfälle nur aus den vergangenen Monaten:
    Im Dezember 2025 drangen israelische Soldaten in eine Schule im besetzten Ostjerusalem ein und erklärten sie für geschlossen.
    Am 20. Jänner 2026 griffen israelische Soldaten im besetzten Ostjerusalem eine Berufsschule der UNRWA mit Tränengas an.
    Am 23. März 2026 stürmten israelische Siedler in der palästinensischen Stadt Huwara eine Schule, richteten Verwüstungen an, hissten auf dem Dach die israelische Flagge und beschmierten die Wände mit rassistischen Botschaften, wie „Nur ein toter Araber ist ein guter Araber“.
    Im Februar 2026 stürmten bewaffnete Siedler mehrmals die Dorfschule von Ibziq, nördlich von Tubas, im nördlichen Jordantal. Das Inventar wurde teils gestohlen, teils verwüstet. Zerstört wurde auch die Straße, die zur Schule führte.
    Überall in der West Bank ist der Schulweg für die SchülerInnen sowohl beschwerlich als auch gefährlich. Sofern sie Fußwege benutzen, müssen sie mit Belästigungen und Angriffen durch jüdische Siedler rechnen. Auf den Straßen müssen sie Checkpoints passieren, die oft willkürlich geschlossen werden – insbesondere zu Zeiten, zu denen die Kinder in die Schule müssen. Oft können die kürzesten Wege nicht benutzt werden, weil Soldaten Straßensperren errichtet haben.
    In Gaza ist freilich die Lage noch viel dramatischer. Fast alle Schulen wurden zerstört. Bisher konnten nur wenige wieder (teilweise) instand gesetzt werden. Teilweise wird der Unterricht in Zelten abgehalten. Teils wird Online-Unterricht angeboten. Doch die meisten Menschen in Gaza verfügen nicht über geeignete Endgeräte; und selbst das Aufladen eines Handys ist in Gaza eine Herausforderung. Im November 2025 berichtete UNICEF, dass Israel es nicht erlaubt, Unterrichtsmaterialien für Kinder in den Gazastreifen zu bringen. 
    Quellen:
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/22/israeli-settlers-block-palestinian-children-from-school-in-the-west-bank
    https://www.kinderrechtskonvention.info/recht-auf-bildung-recht-auf-schule-3620/
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/20/as-barbed-wire-blocks-kids-from-class-palestinians-stage-freedom-school
    https://aje.news/3i78ht?update=4507447
    https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/4/13/israeli-forces-fire-tear-gas-near-palestinian-schoolchildren#flips-6393010072112:0
    https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/4/22/deadly-israeli-settler-attack-on-school-kills-two-in-ramallah
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/21/israeli-soldiers-and-settlers-kill-11-palestinians-across-gaza-west
    https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/3/24/israeli-settlers-vandalise-school-raise-israeli-flag-in-occupied-west-bank#flips-6391488554112:0
    https://www.aljazeera.com/news/2026/1/21/barbaric-new-era-palestinians-un-slam-israeli-demolition-of-unrwa-hq
    https://aje.io/jiruiy?update=4188328
    https://aje.io/kcstwh?update=4083380
    https://aje.io/kcstwh?update=4083380
    https://www.middleeastmonitor.com/20260205-israeli-settlers-attack-school-in-jordan-valley-as-terror/

    https://www.instagram.com/reel/DXMbV4sDTJY/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading

    ***
    Was noch geschah
    Eine Gruppe von mehr als 50 indischen Physikern hat in einem gemeinsamen Statement Solidarität mit AkademikerInnen in Palästina, dem Libanon und dem Iran ausgedrückt. Sie wiesen darauf hin, dass Israel sowohl im Iran als auch in Palästina und im Libanon Universitäten und andere Bildungseinrichtungen angegriffen hat und dass in Gaza fast alle Universitäten und Schulen zerstört wurden. Sie schrieben: „Wir verurteilen in aller Klarheit diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese werden negative Langzeitfolgen für die Zukunft der Bildung und der Forschung in der Region haben, abgesehen vom tragischen Verlust an Menschenleben.“
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/23/indian-physicists-voice-solidarity-with-iran-palestine-lebanon-academics
    ***
    Gaza:
    Am Dienstag dieser Woche starben sieben Menschen durch mehrere israelische Angriffe. Die israelische Armee griff Zeltlager an.
    Am Mittwoch dieser Woche gab es einen Luftangriff auf eine Gruppe von ZivilistInnen in der Nähe einer Moschee. Bisher wurden fünf Todesopfer registriert, darunter drei Kinder. Die Zahl der Toten wird wahrscheinlich noch steigen, weil einige Verwundete in kritischem Zustand sind.
    https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/4/23/israeli-strike-near-mosque-kills-five-in-gaza-including-three-children#flips-6393707004112:0
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/23/israeli-strike-kills-five-in-gaza-including-three-children
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/21/israeli-soldiers-and-settlers-kill-11-palestinians-across-gaza-west
    ***
    Dr. Hussam Abu Safiyah wurde in ein Gefängnis in den Süden des Negev verlegt, das schwer zu erreichen ist. Er hat derzeit keinerlei Kontakt zur Außenwelt. Die Gefängnisverwaltung hat die letzten drei Besuchstermine seines Anwalts jeweils kurzfristig abgesagt. Der nächste Anwaltsbesuch ist für 28. April geplant.
    Die amerikanische AktivistInnen-Gruppe CODEPINK hat der American Medical Association (AMA) eine Petition übergeben, in der gefordert wird, dass sich die AMA für die Freilassung von Dr. Abu Safyah einsetzt.
    https://www.instagram.com/reels/DXXsBmGk7SB/
    ***
    Jene Soldaten, die in Sde Teiman einen palästinensischen Gefangenen vergewaltigt hatten, sind wieder im Dienst. Sie arbeiten wieder als Wächter in israelischen Militärgefängnissen.
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/21/israeli-sexual-violence-helping-push-palestinians-from-west-bank-report
    ***
    In der israelischen Stadt Beit Shemesh entfernte eine Gruppe von ultraorthodoxen Juden israelische Fahnen von Straßenmasten. Sie wurden umgehend verhaftet.
    https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/4/21/israeli-police-arrest-two-ultra-orthodox-jews-for-removing-israeli-flags
    ***
    Westjordanland:
    Am Dienstag dieser Woche wurde in Hebron ein 16jähriger Palästinenser von einem Auto überfahren, das einen israelischen Minister zu einer jüdischen Siedlung eskortierte. Der Bursche war mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule gewesen.
    Am selben Tag starb eine 49jährige Frau an Schussverletzungen, die ihr bei einer Razzia der israelischen Armee im Flüchtlingslager Dschenin zugefügt worden waren.
    Weitere Nachrichten aus der West Bank aus der vergangenen Woche:
    • Israelische Bulldozer planierten palästinensisches Land in Ostjerusalem, auf dem vor einigen Wochen palästinensische Häuser abgerissen worden waren.
    • Israelische Bulldozer zerstörten Wasserleitungen östlich von Tammun.
    • Israelische Bulldozer planieren palästinensisches Land zwischen Nablus und Tubas, um dort eine Straße zu errichten, die zwei israelische Kontrollposten verbindet.
    • Bei mehreren Razzien wurden mehr als 50 Palästinenser verhaftet.
    • Es wurden mehrere neue Kontrollposten und Straßensperren errichtet.
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/21/israeli-soldiers-and-settlers-kill-11-palestinians-across-gaza-west
    https://aje.news/3i78ht?update=4507315
    ***
    Ebenfalls am Dienstag dieser Woche trafen sich in Brüssel die EU-Außenminister, um über eine Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens zu beraten. Spanien, Irland und Slowenien hatten darauf gedrängt. Deutschland, Österreich und Italien verhinderten es.
    https://www.aljazeera.com/news/2026/4/21/spain-slovenia-ireland-push-eu-to-debate-israel-pact-suspension
    Dies ist ein Grund mehr, die EU-Petition zur Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens zu unterzeichnen:
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/#/screen/home
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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    Butscha: Vier Jahre fabrizierte Narrative statt Fakten

    Screenshot_2026_04_28_at_07_53_09_Butscha_Vier_Jahre_fabrizierte_Narrative_statt_Fakten_GlobalBridge

    Schon die genaue Analyse der zu Butscha um die Welt gegangenen Fotos zeigt aufgrund des mitgetragenen Gepäcks, dass die Leichen selber Russen und Russland-freundliche Ukrainer waren.


    globalbridge.ch, 24. April 2026 Von: in Geschichte, Medienkritik

    (Red.) Auch vier Jahre nach dem formellen Beginn des Ukraine-Krieges 2022 – in Wirklichkeit begann er schon mit dem von den USA inszenierten Putsch auf dem Maidan 2014 – werden von den westlichen Medien noch immer konkrete Kriegsereignisse missbraucht, um aufzuzeigen, wie brutal die Russen in der Ukraine vorgehen – mit nachweislich gefälschten Informationen. Das bekannteste Beispiel ist die Auffindung von zahlreichen Leichen in Butscha, ein Vorfall, der nie eingehend und unabhängig abgeklärt werden konnte. Aus Anlass des „Vier-Jahr-Jubiläums“ zu diesem Vorfall ein Gastkommentar von Andrej Jurjewitsch Grosow, Botschafter der Russischen Föderation in Österreich, und danach der Link auf ein deutsches Video, das einiges klar macht. (cm)

    Vier Jahre nach den Ereignissen in Butscha bleibt nicht Klarheit, sondern eine auffällige Leerstelle an Fakten. Statt einer unabhängigen, transparenten Untersuchung erleben wir bis heute die fortgesetzte Reproduktion eines Narrativs, das von Kiew und seinen westlichen Unterstützern von Anfang an als unumstößliche Wahrheit präsentiert wurde – ohne belastbare Beweise, ohne kritische Prüfung, ohne Raum für Zweifel.

    Bei den damaligen Geschehnissen handelt es sich nicht um eine aufgeklärte Tragödie, sondern um eine gezielt inszenierte Provokation, deren politischer Zweck von Beginn an klar war: Russland international zu diskreditieren, Verhandlungen zu torpedieren und eine neue Eskalationsstufe – einschließlich umfassender Sanktionen – zu rechtfertigen.

    Die Parallelen zur Geschichte sind dabei schwer zu übersehen. Bereits 1944 wurden ähnliche Vorwürfe gegen die Rote Armee im ostpreußischen Nemmersdorf erhoben – Vorwürfe, die später als gezielte Propagandafälschungen entlarvt wurden. Heute bedienen sich jene, die Russland beschuldigen, auffallend ähnlicher Methoden: Emotionalisierung, Vorverurteilung und systematische Ausblendung widersprüchlicher Fakten.

    Dabei sind die offenen Fragen zahlreich – und sie wurden nie beantwortet: Warum existiert bis heute keine vollständige Liste der angeblichen Opfer von Butscha, obwohl Russland wiederholt entsprechende Anfragen an internationale Organisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, gerichtet hat? Warum bleiben diese Anfragen unbeantwortet? Wie lässt sich erklären, dass die weltweit verbreiteten Bilder von Leichen auf den Straßen erst mehrere Tage nach dem Abzug russischer Truppen auftauchten? Warum berichteten weder die lokalen Behörden noch der Bürgermeister unmittelbar nach dem Rückzug über angebliche Massenexekutionen?

    Noch gravierender sind folgende Unstimmigkeiten: Die Behauptung, die Opfer seien bereits Ende Februar oder Anfang März getötet worden, widerspricht dem Zustand der Leichen, die auf den veröffentlichten Aufnahmen keinerlei typische Verwesungsspuren aufweisen. Unter den klimatischen Bedingungen eines milden Frühjahrs ist ein solcher Zustand nach Wochen im Freien schlicht nicht plausibel. Ebenso ungeklärt bleibt, wo und wann die Menschen tatsächlich ums Leben kamen. Moderne forensische Methoden könnten präzise Antworten liefern, doch die entsprechenden Daten werden nicht veröffentlicht. Stattdessen wird pauschal behauptet, russische Soldaten hätten die Taten begangen, ohne dass überprüfbare Belege vorgelegt werden.

    Weitere Fragen drängen sich auf: Warum fehlen auf vielen Bildern Blutspuren unter den Leichen, was auf eine mögliche Verlagerung der Körper hindeuten könnte? Warum wurden viele der Toten mit weißen Armbinden gefunden – einem Symbol, das damals von Zivilisten getragen wurde, um ihre Neutralität oder Sympathie gegenüber russischen Truppen zu signalisieren? Könnte dies darauf hindeuten, dass diese Menschen nach dem Einrücken ukrainischer Einheiten als „Kollaborateure“ ins Visier geraten sind? Warum begann die ukrainische Nationalpolizei unmittelbar nach dem Einmarsch mit sogenannten „Säuberungsaktionen“? Und weshalb werden Zeugenaussagen, darunter jene ausländischer Kämpfer, die über Gewalt gegen Zivilisten berichten, im westlichen Diskurs systematisch ausgeblendet?

    Nicht zuletzt stellt sich die Frage, warum alternative Erklärungen – etwa der Tod von Zivilisten infolge von Artilleriebeschuss während der Kampfhandlungen – von vornherein ausgeschlossen wurden. Selbst auf veröffentlichten Bildern sind Einschlagskrater zu erkennen, doch diese Aspekte passen offenbar nicht zum vorgefertigten Bild. All dies ergibt kein geschlossenes Bild einer aufgeklärten Tragödie, sondern vielmehr das einer politisch instrumentalisierten Erzählung, die bis heute gegen jede kritische Hinterfragung abgeschirmt bleibt.

    Besonders besorgniserregend ist dabei die Rolle westlicher Medien und politischer Akteure, die diese Version nahezu widerspruchslos übernommen und verbreitet haben. Anstatt journalistische Sorgfalt walten zu lassen, wurde einseitig berichtet – mit weitreichenden politischen Konsequenzen. Heute wird das Thema erneut aufgegriffen, begleitet von pathetischen Inszenierungen und Gedenkveranstaltungen. Doch auch diese dienen weniger der Aufklärung als vielmehr der Aufrechterhaltung eines Narrativs, das weiterhin politische und finanzielle Unterstützung für Kiew sichern soll – sowohl innerhalb der Ukraine als auch in der Europäischen Union.

    Auch österreichische und andere europäische Politiker haben sich diesem Chor angeschlossen, etwa Außenministerin Meinl-Reisinger, die fleißig ukrainische Narrative wiedergibt und die Einrichtung eines „Sondertribunals“ fordert. Die Mühe dafür – und die dafür vorgesehene üppige EU-Finanzierung – könnten jedoch erspart bleiben. Schließlich ist der Schuldige bereits identifiziert. Ein von der Ukraine orchestriertes und von der EU bezahltes Tribunal hat kein Interesse daran, die Wahrheit zu ermitteln.

    Die Antworten auf die in diesem Beitrag gestellten Fragen werden vom ukrainischen Regime wohl nie geliefert, denn sie würden zur Wahrheit über die Ereignisse in der kleinen Ortschaft Butscha vor vier Jahren führen. Und die Wahrheit scheint die Machthaber in Kiew wie auch die jetzige EU-Führung am wenigsten zu interessieren. Ohne Antworten auf die zentralen Fragen bleibt Butscha nicht nur ein Symbol des Leids, sondern auch ein Beispiel dafür, wie schnell in Zeiten geopolitischer Spannungen fabrizierte Narrative an die Stelle von Fakten treten können.

    (Red.) Man beachte zum Thema Butscha den Vortrag des deutschen Majors a.D. Florian Pfaff, der aufgrund mehrerer Beweise aufzeigt, dass es sich bei den in Butscha gefundenen Leichen nicht um ein Kriegsverbrechen russischer Soldaten gehandelt hat, sondern um Russen und Russland-freundliche Einwohner von Butscha, die von der ukrainischen Seite abgeschlachtet wurden. Siehe dazu das Video von diesem Vortrag (https://www.youtube.com/watch?v=1bKmvxkk7mk&list=PLBo3lbNDEJgzNm_fzY9N3xZJbEOQnNBIc).

    Screenshot_2026_04_28_at_07_46_09_Butscha_Vier_Jahre_fabrizierte_Narrative_statt_Fakten_GlobalBridge

    Florian Pfaff hat einen ähnlichen Vortrag auch an der Tagung «Mut zur Ethik» der Genossenschaft «Zeit-Fragen» in Sirnach in der Schweiz gehalten, wo ich, Christian Müller, Herausgeber der Online-Plattform Globalbbridge.ch, anwesend war und Florian Pfaff live gehört habe. (Foto Christian Müller)


    Auch der renommierte deutsche Buchautor Wolfgang Bittner kommt zum Schluss: „Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Massenmord in Butscha um eine inszenierte Aktion gehandelt hat, um einen Friedensschluss in Istanbul zu verhindern und den Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland unter Beteiligung der NATO-Staaten zu befeuern.“ Siehe dazu hier und siehe zusätzlich auch hier.





    Info: globalbridge.ch 24.4.2026


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    [Friedens-Initiativen] Von Florian Warweg zum Nord Stream-Anschlag

    aus e-mail von Friedensinitiativen, 25. April 2026, 7:13 Uhr


    Hallo Mitstreiter,


    ich denke, Friedensbewegte sollten halbwegs den Überblick über die

    Räuberpistolen behalten, die rund um den Nord Stream-Anschlag eifrig

    gesponnen werden.


    Deshalb stelle ich diesen Artikel zur Verfügung.



    Mit bestem Gruß von Felix



    ---------------------------------------------

      / von Florian Warweg

    https://www.berliner-zeitung.de/article/nord-stream-anschlag-bundesregierung-verweigert-auskunft-zu-selenskyj-und-saluschnyj-10032353



    Nord-Stream-Anschlag

    Schweigen, mauern, leugnen: Bundesregierung mag nichts zur Rolle

    Selenskyjs sagen


    Neue Recherchen belasten die ukrainische Staatsführung im Fall Nord

    Stream. Die Bundesregierung mag das nicht kommentieren.


    ---------------------------------------------


    Es ist mittlerweile zur Routine geworden: Wer in der

    Bundespressekonferenz Fragen zur Causa Nord Stream stellt, erhält

    Verweise auf laufende Ermittlungen, die Unabhängigkeit der Justiz oder

    die Vertraulichkeit interner Gespräche. So auch diese Woche, als

    Regierungssprecher Steffen Meyer auf konkrete Nachfragen der OAZ zu

    jüngsten Enthüllungen über die mutmaßliche Verantwortung der

    ukrainischen Staatsführung mit den bekannten Floskeln reagierte.


    Anlass der Nachfrage waren die Aussagen des Chefkorrespondenten des Wall

    Street Journal, Bojan Pancevski, der am 17. April in der ZDF-Sendung

    „Markus Lanz“ seine Rechercheergebnisse präsentierte. Demnach soll der

    damalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und heutige

    Botschafter in London, Walerij Saluschnyj, die Sprengung der Pipelines

    in Auftrag gegeben haben. Präsident Wolodymyr Selenskyj habe – so

    Pancevski unter Berufung auf Saluschnyj selbst und dessen Berater – dem

    Anschlag zumindest vorerst zugestimmt. Erst als die CIA im Sommer 2022

    Wind von der Operation bekam und die Ukraine warnte, soll Selenskyj

    angeblich versucht haben, die Aktion zu stoppen – vergeblich.



    Eine Frage, eine Nicht-Antwort


    Die Frage an Regierungssprecher Meyer war präzise formuliert: Was ist

    der aktuelle und belastbare Kenntnisstand des Kanzlers? Waren die

    oberste Militärführung der Ukraine und der ukrainische Präsident in die

    Anschläge gegen die zivile Infrastruktur Nord Stream involviert, ja oder

    nein?


    Die Antwort fiel knapp aus: „Die Ermittlungen zu dem gesamten

    Sachverhalt laufen. Sie wissen, dass die Justiz in Deutschland

    unabhängig agiert. Dementsprechend kommentieren wir das nicht weiter.“


    Bemerkenswert ist hierbei, dass die Frage gar nicht auf den Stand der

    justiziellen Ermittlungen abzielte, sondern auf den politischen

    Kenntnisstand der Bundesregierung. Diese verfügt über eigene

    nachrichtendienstliche Quellen, ist Adressatin geheimdienstlicher

    Erkenntnisse und müsste – gerade bei einem Anschlag auf zivile

    Infrastruktur, in die deutsche Konzerne rund fünf Milliarden Euro

    investiert hatten – über einen belastbaren eigenen Lagebericht verfügen.

    Die Vermengung von justizieller Aufklärung und politischer Bewertung

    dient hier ersichtlich der Vermeidung jeder substanziellen Auskunft.



    Sechs Haftbefehle, ein hochrangiges Treffen – kein Wort?


    Auf die Nachfrage, ob Bundeskanzler Friedrich Merz die Thematik bei

    seinem Treffen mit Selensky am 14. April angesprochen habe, kam die

    ebenso bekannte Antwort: „Zu internen Gesprächen würde ich hier

    grundsätzlich nichts mitteilen.“ Meyer fügte hinzu, dies solle „nichts

    darüber sagen, ob etwas angesprochen wurde oder nicht“.


    Diese Formulierung ist diplomatisch geschickt – aber sie offenbart auch

    einen Widerspruch: Wenn die Bundesregierung tatsächlich auf laufende

    Ermittlungen verweist und die Justiz unabhängig agieren lässt, wäre es

    ja gerade ein Zeichen rechtsstaatlicher Konsequenz, dem ukrainischen

    Präsidenten gegenüber das Thema offensiv anzusprechen. Die

    Bundesanwaltschaft hat inzwischen Haftbefehle gegen sechs Ukrainer

    erlassen, allesamt mit engen Verbindungen zu staatlichen Stellen. Vier

    von ihnen sind flüchtig, zwei – beides ukrainische Offiziere – wurden

    festgenommen. Einer von ihnen, Serhij K., sitzt in Hamburg in

    Untersuchungshaft. Der Bundesgerichtshof bestätigte Mitte Januar in

    seinem Beschluss zur Haftbeschwerde, dass es sich um einen

    „geheimdienstlich gesteuerten Gewaltakt“ im Auftrag eines fremden

    Staates gehandelt habe.


    Vor diesem Hintergrund wäre die Auskunft, ob ein Bundeskanzler gegenüber

    dem Repräsentanten jenes Staates, dem deutsche Ermittlungsbehörden den

    Anschlag zurechnen, das Thema überhaupt anschneidet, von erheblichem

    öffentlichen Interesse. Das Schweigen der Bundesregierung lässt zwei

    Lesarten zu: Entweder das Thema wurde nicht angesprochen – was eine

    politische Brisanz eigener Art entfaltet. Oder es wurde angesprochen –

    dann müsste man fragen, warum die Öffentlichkeit darüber nichts erfahren

    soll.



    Widersprüchliche Recherchen, einheitliche Verweigerung


    Die Bundesregierung hätte durchaus Anlass, sich zu äußern. Denn die

    Recherchen zur Causa Nord Stream sind keineswegs eindeutig. Während

    Pancevski in seinem soeben erschienenen Buch „Die Nord-Stream-Sprengung“

    die These einer Genehmigung durch Selenskyj vertritt, kommen die

    deutschen Investigativjournalisten Oliver Schröm und Ulrich Thiele in

    ihrem zeitgleich erschienenen Buch „Die Sprengung. Deutschlands Verrat

    an der Ukraine“ zu einem anderen Schluss: Die Sprenger seien dezidierte

    Gegner Selenskyjs gewesen, die den Anschlag auf eigene Faust

    durchgezogen hätten.


    Beide Recherchen widersprechen einander in einem zentralen Punkt – dem

    Wissen und der Zustimmung der höchsten ukrainischen Staatsführung. Genau

    hier wäre eine Bundesregierung gefordert, die sich zu eigenen

    nachrichtendienstlichen Erkenntnissen verhalten müsste. Stattdessen

    erleben wir eine seit Jahren andauernde Strategie des Aussitzens.



    Aufklärungsverweigerung mit Tradition


    Bereits die Vorgängerregierung unter Olaf Scholz hatte sich in der Causa

    Nord Stream durch eine bemerkenswerte Distanz zur Aufklärung

    ausgezeichnet. Der damalige Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt –

    mittlerweile selbst in den Fokus journalistischer Recherchen geraten –

    soll laut Schröm und Thiele über einen engen Zirkel ausgewählter

    Journalisten dafür gesorgt haben, dass das Narrativ einer entschlossenen

    deutschen Ukraine-Unterstützung medial dominierte, während im

    Hintergrund stets gewarnt wurde, „man könne den Ukrainern nicht trauen“.

    „Zeit“-Investigativchef Holger Stark wies die Vorwürfe als „teils

    hanebüchenen, teils strafrechtlich relevanten Unsinn“ zurück.


    Die Causa Nord Stream berührt damit nicht allein Fragen der

    Strafverfolgung, sondern grundlegende Fragen der außenpolitischen

    Verantwortung: Wie verhält sich die Bundesregierung gegenüber einem

    Staat, dessen Akteure dem deutschen Generalbundesanwalt zufolge für

    einen der größten Sabotageakte gegen zivile Infrastruktur in der

    europäischen Nachkriegsgeschichte verantwortlich sein sollen? Wie

    bewertet sie die Tatsache, dass deutsche Investitionen in Milliardenhöhe

    vernichtet wurden – und welche Konsequenzen zieht sie daraus für die

    deutsch-ukrainischen Beziehungen?


    Die Bundespressekonferenz  liefert auf all diese Fragen keine Antworten.

    Sie liefert lediglich eine weitere Bestätigung dessen, was sich seit

    September 2022 abzeichnet: Ein Großteil der deutschen Politik hat an

    einer Aufklärung des Anschlags auf Nord Stream offenbar kein Interesse.

    Wer für die Sprengung verantwortlich ist, scheint der Bundesregierung,

    um es mit den Worten des SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels zu

    sagen, weiterhin „völlig irrelevant“ zu sein.



    https://www.berliner-zeitung.de/article/nord-stream-anschlag-bundesregierung-verweigert-auskunft-zu-selenskyj-und-saluschnyj-10032353

    _______________________________________________

    Friedens-Initiativen mailing list

    Friedens-Initiativen@listi.jpberlin.de

    https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/friedens-initiativen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    Russisches Afrikakorps verhindert "syrisches Szenario" in Mali

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. April 2026, 16:33 Uhr


    RTDE 26.4.2026

    Vom Westen organisierte Attacke: Russisches Afrikakorps verhindert "syrisches Szenario" in Mali

    Das Afrikanische Korps Russlands hat in Mali nach eigenen Angaben eine auf den Staatsstreich abzielende Attacke von Terroristen abgewehrt. Die Kämpfer seien von westlichen und ukrainischen Drahtziehern ausgebildet worden, um in dem Land ein "syrisches Szenario" zu wiederholen.

    Wie das Afrikanische Korps der russischen Streitkräfte in Mali auf seinem Telegram-Kanal berichtet, hätten am 25. April 2026 gegen 5:30 Uhr die Terroristengruppen "Front für die Befreiung von Azawad" und "Al-Qaida im Islamischen Maghreb", die von westlichen Geheimdiensten mit umfangreichen Kräften (schätzungsweise 10.000 bis 12.000 Mann) ausgestattet worden seien, den Versuch eines Staatsstreichs unternommen. Demnach seien Versuche unternommen worden, in der Hauptstadt wichtige Objekte zu erobern, vor allem den Präsidentenpalast. Darüber hinaus seien große Städte des Landes angegriffen worden, um die Gebäude der Stadtverwaltungen zu erobern. Das Korps betonte:

    "In den Gebieten der Städte Kidal und Gao waren ukrainische und europäische Söldner in Afrika an Angriffen auf staatliche Einrichtungen und Einheiten der Regierungstruppen beteiligt, die westliche tragbare Luftabwehrsysteme vom Typ Stinger und Mistral einsetzten."

    Doch "dank des Mutes und des Heldentums der Soldaten des Afrikanischen Korps der Streitkräfte Russlands" sei es gelungen, in Mali ein "syrisches Szenario" zu verhindern. Das Afrikanische Korps betonte, dass "alle wichtigen Stellungen und Flugplätze sowie das nationale Waffenarsenal in der Stadt Kati" gehalten worden seien. Das Korps veröffentlichte Videos, auf denen der Einsatz gegen die Terroristen zu sehen ist.

    Durch den Einsatz der Soldaten und Offiziere des Korps sei zudem die Verteidigung mit Einheiten der Präsidentengarde und der malischen Nationalstreitkräfte organisiert worden, die die Einnahme des Präsidentenpalasts verhindert hätten. Weiter präzisierte das Afrikanische Korps:

    "Die Verluste der Militanten beliefen sich auf mehr als 1.000 Terroristen und über 100 Fahrzeuge."

    Es wird hervorgehoben, dass russische Soldaten, die einen groß angelegten Angriff entlang einer über 2.000 Kilometer langen Frontlinie abgewehrt hätten, einen "von westlichen Geheimdiensten sorgfältig vorbereiteten Versuch, die Regierung gewaltsam zu stürzen und die angebliche Unfähigkeit Russlands zu demonstrieren, nach Syrien auch seine strategischen Partner auf dem afrikanischen Kontinent zu schützen", vereitelt hätten. In der Mitteilung wird unterstrichen:

    "Die umfassenden Maßnahmen unserer Soldaten und Offiziere unter den schwierigen Bedingungen koordinierter Aktionen von Bandengruppen unter der Führung westlicher und ukrainischer Ausbilder haben es ermöglicht, die Pläne des Gegners zur Durchführung eines Staatsstreichs zu vereiteln und die Stabilität der Staatsführung zu gewährleisten."

    Allerdings sei die Lage in Mali noch angespannt. Doch das Personal sei bereit und setze die gestellten Aufgaben weiterhin um, heißt es in der Mitteilung.

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    Adam Smith  – nicht Wegbereiter des neoliberalen Turbo-Kapitalismus, sondern ein Sozialliberaler durch und durch

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    Heinrich Anker ist Mitgründer und Geschäftsführer des Management Zentrums Zug. Bild: institut-isf.ch


    seniora.org, 26. April 2026, 25.04.2026 Von Heinrich Anker - übernommen von globalbridge.ch

    (Red. Globalbridge) Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Das ist nicht nur eine Schande für unsere globale Wirtschaftssituation, es gibt dafür auch eine konkrete Ursache: die neoliberale Wirtschaftslehre, die, leider, schon fast zum unbestrittenen Wirtschaftswissen gehört. Es ist deshalb unendlich wichtig, dass kritische und aufklärende Stimmen gehört werden. Der Schweizer Wissenschaftler Heinrich Anker macht darauf aufmerksam, dass sich viele Ökonomen in puncto der von ihnen vertretenen neoliberalen Wirtschaftslehre auf Adam Smith berufen, der vor 250 Jahren ein fundamentales Werk verfasst hat   – aber dass sie dies eben zu Unrecht tun. (cm)

    (Red.) Heinrich Anker ist kein Journalist, er ist Wissenschaftler und verwendet auch Fachwörter, die nicht so bekannt sind. Die Redaktion hat sich deshalb erlaubt, hinter die Begriffe intrinsisch und extrinsisch eine vereinfachte Übersetzung einzufügen. (cm)


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    Adam Smith, 1723 - 1790, ein bedeutender schottischer Philosoph, wird zur Rechtfertigung des kommerziellen Eigeninteresses oft einseitig zitiert   – leider. Präzisierungen sind wichtig! Das Bild stammt aus einem deutschen Beitrag über Adam Smith.

    «Keine Gesellschaft kann gewiss blühen und glücklich sein, wenn der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist. Es ist zudem nur gerecht, dass diejenigen, die das gesamte Volk ernähren, kleiden und beherbergen, einen solchen Anteil an den Erträgen ihrer eigenen Arbeit erhalten, dass sie selbst einigermaßen gut ernährt, gekleidet und untergebracht sind.» Adam Smith [2010, S. 134].

    Zusammenfassung

    Der Essay beleuchtet die Bedeutung von Adam Smiths Werk «The Wealth of Nations» / «Wohlstand der Nationen» (1776) und «The Theory of Moral Sentiments» / «Theorie der ethischen Gefühle» (1759) im Kontext des heutigen neoliberalen Mainstreams der Wirtschaftslehre. Entgegen der von den Neoliberalen propagierten Ansicht, Smith sei ein Vordenker des radikalen Egoismusstrebens, postulierte dieser intrinsische (von innen her, aus eigenem Antrieb) menschliche Eigenschaften wie Empathie und das Gewissen als Gegenkraft zur Selbstliebe und als Grundlage einer prosperierenden Gesellschaft und Wirtschaft. Diese Sichtweise steht im völligen Gegensatz zum neoliberalen Bild des homo oeconomicus, der ausschließlich eigennützig handelt und einzig durch die sozialdarwinistischen Marktkräfte extrinsisch (von außen her bestimmt) diszipliniert wird   – ein Zerrbild Adam Smiths, das auch in Kreisen, die nichts mit dem Neoliberalismus am Hut haben, unablässig kolportiert wird. (Hinweis: Die Zitate von Adam Smith und Jesse Norman wurden vom Autor mit Hilfe von DeepL aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.)
     
    Sind der Metzger, der Brauer und Bäcker Prototypen des neoliberalen Egoismus? Zu Adam Smiths «Wohlstand der Nationen» von 1776
     
    Vor 250 Jahren, 1776, publizierte Adam Smith (1723   – 1790) die erste Auflage seines Werkes «An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations», kurz: «Wohlstand der Nationen». Dieses Jubiläum ist für den neoliberalen Mainstream der Wirtschaftslehre (und die neue Rechte) ein willkommener Anlass, einmal mehr im Rückgriff auf Adam Smith ihren kruden Dreisatz zu propagieren:

    - Die Hauptmotivation des Menschen ist das Eigennutzenstreben.
    - Es gibt eine «unsichtbare Hand».
    - Diese führt das Eigennutzenstreben der Individuen in das harmonische Gleichgewicht «des Marktes über».[1]
     
    Mit diesem Dreischritt versucht der neoliberale Mainstream[2] seit Mitte des 20. Jahrhunderts., Adam Smith zwecks Legitimation seiner allgemeinen Gleichgewichtstheorie für sich zu vereinnahmen.[3] Damit wird er Adam Smith aber nicht gerecht:

    Zu Punkt 1. Wissenschaftshistorisch machte erst Francis Ysidro Edgeworth (1845  –1926) [1881] in seinem Werk «Mathematical Psychics» («Mathematische Psychologie») das Eigennutzenstreben zur ultimativen Motivation des Menschen.

    Zu Punkt 2. Der Topos der «unsichtbaren Hand», auf welcher die Neoliberalen ihr ganzes eigennütziges Kartenhaus aufbauen, erwähnt Adam Smith in seinen beiden großen Werken, der «Theory of Moral Sentiments», erstmals erschienen im Jahre 1759, sowie im «Wealth of Nations» (1776) nur gerade je einmal, und dies eher beiläufig   – große Bedeutung scheint er diesem Begriff nicht beigemessen zu haben. (Für ihn war er bloss eine Chiffre für die Wirkung der Empathie und des Gewissens.)

    Zu Punkt 3: Adam Smith entwickelte ein Menschenbild und eine Gesellschaftstheorie (Ursache), auf deren Grundlage sich ein Marktgleichgewicht (Folge) einstellen kann. Die Neoliberalen stellen diesen Ursache-Wirkungszusammenhang auf den Kopf: Das Markt-Gleichgewicht ist für sie die oberste Instanz, welcher sich die Menschen unter allen Umständen   – wörtlich und im übertragenen Sinne: um jeden Preis   – zu unterwerfen haben.[4] Damit sich dieses Gleichgewicht einstellen kann, darf in keiner Weise in das Marktgeschehen eingegriffen werden   – die Kräfte «des Marktes» müssen sich völlig frei entfalten können. Letztlich läuft dieser Markt-«Liberalismus» auf ein sozialdarwinistisches Konzept hinaus: 1. Es gilt allein das Recht des wirtschaftlich Stärkeren, 2. The winner takes it all   – alles dem Gewinner! Nach diesen Prinzipien wollen die Neoliberalen und die neue Rechte nicht nur den Markt, sondern auch die Gesellschaft gestalten   – was ihnen angesichts der in weiten Teilen der Welt zunehmenden Einkommens- und Vermögensdisparitäten immer besser zu gelingen scheint.

    Wie bereits erwähnt, versucht der streng eigennützige neoliberale Mainstream der Ökonomik unablässig, Adam Smith aus Legitimationsgründen für sich zu beanspruchen, und verwendet als Beleg für das angebliche radikale Eigennutzenstreben der Individuen immer wieder folgendes Zitat aus dem «Wealth of Nations»: «Wir erwarten unsere Mahlzeit nicht von der Güte des Metzgers, des Brauers oder des Bäckers, sondern von ihrem Eigennutz. Wir appellieren nicht an ihre Menschlichkeit, sondern an ihre Selbstsucht und sprechen nie mit ihnen über unsere Bedürfnisse, sondern immer nur über ihre Vorteile.» [Smith, Adam, 2010, S. 24]. Diese Vereinnahmung von Adam Smith durch die Neoliberalen ist u.a. aus folgenden Gründen unhaltbar:

    Wissenschaftsgeschichtlich geht (wie bereits erwähnt) die Reduktion der menschlichen Motivationen auf das individuelle Eigennutzenstreben auf Y.F. Edgeworth zurück.Was Adam Smith mit dem durch die Neoliberalen verwendeten Zitat vom Metzger, Brauer und Bäcker nachzeichnet, ist nicht eine direkte eigennützige Konfrontation mit dem Ziel der rücksichtslosen   – sozialdarwinistischen   – Maximierung des Eigennutzens des Ich auf Kosten des Du, sondern das Gegenteil: der Appell an die Interessen des Du. Dies ist ein reziproker, auf Empathie und Gewissen basierender Dialog und Verständigungsprozess auf der Grundlage von «leben und leben lassen»..

    Adam Smith [2010, S. 24] verweist auf die Vorteile dieser dialogischen Kooperation[5] gegenüber der eigennützigen Konfrontation: «Wer einem anderen ein Geschäft jeglicher Art anbietet, schlägt ihm damit Folgendes vor: Gib mir, was ich will, und du sollst bekommen, was du willst   – das ist der Sinn jedes solchen Angebots; und auf diese Weise erhalten wir voneinander den weitaus größten Teil jener Gefälligkeiten, die wir benötigen.» Den hier angesprochenen Topos der Reziprozität und deren Vorteile sieht auch Jesse Norman [2018, S. 57]: «Mitgefühl fördert Gegenseitigkeit, den Austausch von Hilfe und Verpflichtungen; Gegenseitigkeit fördert Handel und gegenseitige Sicherheit, und diese wiederum prägen die sozialen Tugenden in einem sich ausbreitenden und sich selbst verstärkenden Muster.» Reziprozität generiert weitere Reziprozität.

    Adam Smith sieht Selbstsucht bzw. Eigeninteresse in einem ganz anderen Kontext als der Neoliberalismus. Letzterer sieht sein Menschenbild, den homo oeconomicus, als rein instinkt- und emotionsgetriebenes (animalisches) Wesen, dessen Egoismus bzw. Selbstsucht allein extrinsisch   – von außen her   – gebremst wird: durch «den Markt» im Sinne des sozialdarwinistischen schrankenlosen Wettbewerbs, d.h. im unablässigen (Existenz-)Kampf jeder gegen jeden bzw. aller gegen alle. Adam Smith negiert keineswegs egoistische Strebungen des Menschen, er sieht diese jedoch intrinsisch   – von innen her   – ausbalanciert durch zwei im Menschen selber angelegte Gegenkräfte: 1. durch diejenige der menschlichen Empathie (Smith nannte sie «Sympathy» = mitleiden) und 2. des menschlichen Gewissens (Adam Smith sprach vom «unparteiischen inneren Beobachter bzw. Zuschauer»). Empathie und Gewissen sind das, was Adam Smith unter der «unsichtbaren Hand» und deren ordnenden Kraft verstand.
     
    Bereits hier stehen wir vor fundamentalen Widersprüchen des Neoliberalismus: 1. Wie lassen sich eine ausschließlich extrinsische Steuerung des Menschen und Liberalismus miteinander vereinbaren? 2. Traditionell wird menschliche Gesellschaft / Zivilisation als Resultat der Kooperation von Menschen verstanden, die zusammen etwas erreichen wollen, wozu sie alleine nicht in der Lage wären. Wie lässt sich demgegenüber Gesellschaft als neoliberale Arena eines erbarmungslosen, endlosen Kampfes jeder gegen jeden denken?[6] 3. Wenn der Neoliberalismus nicht in der Lage ist, menschliche Gesellschaft / Zivilisation zu begründen, wie ist er vereinbar mit dem Konzept dessen, was heute unter «liberaler Demokratie» verstanden wird? 4. Was bedeutet es unter diesen Umständen, dass der Neoliberalismus insbesondere in der westlichen Welt nach wie vor als Mainstream der Wirtschaftswissenschaften gelehrt und praktiziert wird?
     
    Dank der Fähigkeit zur Empathie und dank seines Gewissens ist der Mensch grundsätzlich in der Lage, sich willentlich nicht nur von seinen inneren psychischen Trieben und Instinkten zu emanzipieren, sondern auch gegenüber externen Mächten wie der Kirche, der Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Radikale Beispiele dafür sind die englische Revolution, welche zur konstitutionellen Monarchie führte, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und die Französische Revolution, welche die alten Eliten wegfegte und die Grundsteine zur modernen Demokratie legte. Die Fähigkeit des Menschen, seinen Instinkten und Trieben grundsätzlich[7] entgegenzutreten, nennt sich Selbstdistanzierung. Sie ist der Kern unserer Autonomie, d.h. unserer Freiheit, welche sich in den Augen von Adam Smith durch unsere Fähigkeit zur Verantwortung rechtfertigt. (Hervorhebung durch die Redaktion.)

    Die beiden Phänomene «Sympathy»/Empathie und «unparteiischer innerer Beobachter» / Gewissen waren für Adam Smith die Grundlagen einer blühenden Gesellschaft. In Adam Smiths Epoche war dies nicht nur wirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer, sondern auch gesellschaftlicher und politischer «Sprengstoff».[8]Mit ein Grund für die «explosive» Wirkung dieses «Sprengstoffs» ist wohl, dass «Sympathy» und der «unparteiische innere Beobachter» nicht bloss idealistische Postulate des Moralphilosophen Adam Smith waren, sondern dass er die Phänomene der Empathie und des Gewissens auf der Grundlage eigener empirischer Beobachtungen ins Spiel brachte.Das Phänomen der menschlichen Empathie ist heute längst eine streng wissenschaftlich untermauerte Wesenseigenschaft des Menschen (vgl. u.a. die Werke bekannter Neurobiologen wie Joachim Bauer und Gerald Hüther), derweil die Wissenschaft sich mit dem Phänomen des ethischen Gewissens vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Wertfreiheit bis heute schwertut. Im strengen Sinne ist seine Funktion wissenschaftlich nicht vollständig fassbar: Das Gewissen entzieht sich aufgrund subjektiver Anteile der vollständigen wissenschaftlichen Objektivierbarkeit bzw. Berechenbarkeit (s. weiter unten), aber eine Erfahrungstatsache ist auch dieses.[9]
     
    Nach der kritischen Auseinandersetzung mit der Verwendung des Zitats vom Metzger, Brauer und Bäcker im «Wohlstand der Nationen» durch die Neoliberalen gilt nachfolgend die Aufmerksamkeit Adam Smiths epochalem Erstlingswerk, «Die Theorie der ethischen Gefühle», erstmals erschienen 1759. In diesem Werk hat Adam Smith jenes Menschenbild entwickelt, dem auch sein «Wealth of Nations» von 1776 zugrunde liegt. Zentrale Punkte der «Theorie der ethischen Gefühle» sind die «Sympathy» / Empathie und der «innere unparteiische Beobachter» / Gewissen.
     
     
    Zu Adam Smiths «Theorie der ethischen Gefühle» (1759)
     Was wollte Adam Smith in der «Theory of Moral Sentiments» zeigen? Jesse Norman [2018, S. 51] : « Ein zentrales Anliegen der ‘Theorie der ethischen Gefühle’ besteht darin, durch die Erklärung, wie moralische Gefühle aus der menschlichen Geselligkeit entstehen, die Ansprüche der Zivilisation selbst als Triebkraft für moralische Verbesserung zu rechtfertigen.» Adam Smith vertritt demnach ein optimistisches Menschenbild: Der Mensch besitzt ethische Anlagen, und durch deren Ausübung durchdringen sie die Gesellschaft immer weiter.
     
    2.1   Zur «Sympathy»
    Die «Sympathy» entspricht bei Adam Smith dem, was die heutige Neurobiologie, die Anthropologie, die experimentelle Wirtschaftsforschung, Teile der Psychologie etc. als Empathie bezeichnen. In den Worten von Adam Smith handelt es sich um die empirische Tatsache, dass wir uns in unserer Vorstellung in die Schuhe des Gegenübers, des Du, stellen und durch dessen Augen auf uns selber blicken können:
    «Durch die Vorstellungskraft versetzen wir uns in seine Lage, stellen uns vor, all dieselben Qualen zu erdulden, schlüpfen sozusagen in seinen Körper und werden in gewisser Weise mit ihm zu ein und derselben Person; und so entstehen aus einer Vorstellung seiner Empfindungen sogar Gefühle in uns, die, wenn auch schwächer im Ausmaß, diesen doch nicht ganz unähnlich sind. (…) Es sind auch nicht nur jene Umstände, die Schmerz und Leid hervorrufen, die unser Mitgefühl wecken. Was auch immer die Leidenschaft ist, die bei der hauptsächlich betroffenen Person durch ein Objekt hervorgerufen wird, so entspringt doch bei jedem aufmerksamen Zuschauer beim Gedanken an diese Situation eine analoge Emotion. Unsere Freude über die Rettung jener Helden der Tragödie und der Romanze, die uns interessieren, ist ebenso aufrichtig wie unser Kummer über ihr Leid, und unser Mitgefühl für ihr Elend ist nicht realer als das für ihr Glück.» [Smith, Adam, 1777, Pos. 212  –236].
     
    Und:
    «(…) viel für andere und wenig für uns selbst zu empfinden, dass nämlich die Zügelung unserer selbstsüchtigen und die Entfaltung unserer wohlwollenden Gefühle die Vollkommenheit der menschlichen Natur ausmacht; und nur dies kann in der Menschheit jene Harmonie der Gefühle und Leidenschaften hervorbringen, in der ihre ganze Anmut und Angemessenheit besteht. So wie die Liebe zum Nächsten wie zu uns selbst das große Gesetz des Christentums ist, so ist es das große Gebot der Natur, uns selbst nur so zu lieben, wie wir unseren Nächsten lieben (…)» [Smith, Adam, 2006, S. 19].
     
    Ohne Einbindung in einen sozialen Kontext kann der Mensch nicht ein autonomes, zu Freiheit und Verantwortung fähiges Subjekt werden. Damit formulierte Adam Smith die Antithese zu den Neoliberalen, welche die Zivilisation auf der konsequenten Verfolgung des Eigennutzens aufbauen wollen.«Wäre es möglich, dass ein Mensch an einem einsamen Ort, ohne jeglichen Kontakt zu seinesgleichen, zum Erwachsenen heranwachsen könnte, so könnte er sich über seinen eigenen Charakter, den Wert oder die Unzulänglichkeit seiner eigenen Gefühle und seines Verhaltens, über die Schönheit oder Hässlichkeit seines eigenen Geistes ebenso wenig Gedanken machen wie über die Schönheit oder Hässlichkeit seines eigenen Gesichts. (…) Bringt man ihn in die Gesellschaft, erhält er sofort den Spiegel, den er zuvor vermisst hat. Dieser spiegelt sich im Gesichtsausdruck und im Verhalten derer wider, mit denen er zusammenlebt, die stets zeigen, wann sie seine Gefühle teilen und wann sie sie missbilligen; und dort erkennt er zum ersten Mal die Angemessenheit und Unangemessenheit seiner eigenen Leidenschaften, die Schönheit und Hässlichkeit seines eigenen Geistes.» [Smith, Adam, 1777, Pos. 2350 f.].
     
    Die Begegnung von Ich und Du versteht Adam Smith als einen reziproken Prozess: Das Ich vollzieht nach, was es beim Du auslöst. Damit findet sich das Ich in einer Doppelrolle: Es ist zum einen handelndes Subjekt, zugleich erlebt es im Rollentausch mit dem Du sein Handeln als Beobachteter, als Objekt. Vice versa gilt dies auch für das Du. Das Zusammenspiel der Subjekt- und Objekt-Ebene ist die Grundlage der Entwicklung einer persönlichen Identität   – und ein wichtiger Faktor der Gewissensbildung im Sinne des «unparteiischen inneren Beobachters», wie wir hinzufügen möchten.
     
    2.2   Zum «unparteiischen inneren Beobachter»
    Adam Smith beschreibt die Funktion des «unparteiischen inneren Betrachters» u. a. folgendermassen:
    «Es ist nicht die sanfte Kraft der Menschlichkeit, es ist nicht der schwache Funke des Wohlwollens, den die Natur im menschlichen Herzen entzündet hat, der es vermag, den stärksten Impulsen der Selbstliebe entgegenzuwirken. Es ist eine stärkere Kraft, ein gewichtigeres Motiv, das sich in solchen Fällen geltend macht. Es ist die Vernunft, das Prinzip, das Gewissen, der Bewohner der Brust, der innere Mensch, der große Richter und Schiedsrichter unseres Verhaltens. Er ist es, der, wann immer wir im Begriffe sind, so zu handeln, dass es das Glück anderer beeinträchtigt, mit einer Stimme zu uns ruft, die selbst unsere anmassendsten Leidenschaften in Erstaunen versetzen kann, und uns darauf hinweist, dass wir, wenn wir uns so schändlich und blind gegenüber anderen bevorzugen, selbst zum Gegenstand von Groll, Abscheu und Verfluchung werden.

    Nur von ihm lernen wir die wahre Kleinheit unserer selbst und all dessen, was mit uns selbst zu tun hat, und die natürlichen Fehlinterpretationen der Selbstliebe können nur durch das Auge dieses unparteiischen Beobachters korrigiert werden. Er ist es, der uns die Angemessenheit der Großzügigkeit und die Verwerflichkeit der Ungerechtigkeit zeigt; die Angemessenheit, unsere eigenen höchsten Interessen zugunsten der noch höheren Interessen anderer aufzugeben, und die Verwerflichkeit, einem anderen den geringsten Schaden zuzufügen, um uns selbst einen größeren Vorteil zu verschaffen.» [Smith, Adam, 1777, Pos. 2500  –2508]. 
     
    Dass der «unparteiische innere Richter» unbestechlich ist, unterstreicht Adam Smith auch im folgenden Zitat:
    «(…) Angesichts der egoistischen und ursprünglichen Leidenschaften der menschlichen Natur erscheint der Verlust oder Gewinn eines noch so kleinen eigenen Interesses von weitaus größerer Bedeutung (…) als das größere Anliegen eines anderen, zu dem wir keine besondere Verbindung haben. Seine Interessen (…) können uns niemals davon abhalten, alles zu tun, was zur Förderung unserer eigenen Interessen beiträgt, wie ruinös dies für ihn auch sein mag. Bevor wir diese gegensätzlichen Interessen angemessen vergleichen können, müssen wir unsere Perspektive wechseln. Wir müssen sie weder von unserem eigenen Standpunkt noch von seinem betrachten, weder mit unseren eigenen Augen noch mit seinen, sondern vom Standpunkt und mit den Augen einer dritten Person, die zu keinem von beiden eine besondere Verbindung hat und die unparteiisch zwischen uns urteilt.» [Smith, Adam, 1777, Pos. 2475  –2480].
     
    Wohl nicht aus Zufall[10] fühlte sich Kant vom Gedanken dieser «dritten Person» angesprochen. Eine der Varianten des Kategorischen Imperativs lautet [Gerhardt, Volker, 2002, S. 222]: «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. (4.421)» Der Königsberger zollte dem Schotten Anerkennung dafür, „dass der Gründliche jeden Gegenstand ‚nicht bloss aus seinem, sondern aus gemeinschaftlichem Gesichtspunkt‘ betrachtet, in Klammern die Worte beigefügt: ‚der Unpartheyische Zuschauer‘. “ [Eckstein, Walter, 1985, S. XXXIII f.]   – der «unpartheyische Zuschauer» nach Adam Smith als Pendant zum «allgemeinen Gesetz» nach Kant.
     
     Das «Adam-Smith-Problem»   – die Neoliberalen in der selbst gestellten Falle
    Die Vertreter des Neoliberalismus versuchen immer wieder, die beiden Werke von Adam Smith, die «Theorie der ethischen Gefühle» von 1759 und den «Wohlstand der Nationen» von 1776 in Bezug auf das dahinter stehende Menschen- und Gesellschaftsbild auseinander zu dividieren und konstruieren ein «Adam-Smith-Problem»: Sie behaupten, in den 17 Jahren zwischen 1759 und 1776 habe Adam Smith sein auf Empathie und Gewissen basierendes Menschenbild zugunsten desjenigen des rational-eigennützigen homo oeconomicus revidiert. Aber dies ist falsch: Bereits im Winter 1749/50, lange vor dem Erscheinen der «Theory of Moral Sentiments», hielt Adam Smith in Edinburgh einen Vorlesungskurs zum Thema «Nationalökonomie», der zum großen Teil Theorien seines «Wohlstand der Nationen» vorweggenommen hat [Eckstein, 1985, S. XIII, XVIII].

    Und Adam Smith hat auch nach Erscheinen des «Wealth of Nations» immer wieder Ausgaben der «Theorie der ethischen Gefühle» publiziert. Er sah offensichtlich keinen Widerspruch zwischen dem Menschenbild seines ersten und seines zweiten magistralen Werks. Weshalb sollte er auch? Ohne das in der «Theory of Moral Sentiments» entwickelte Menschenbild ist weder eine gedeihliche freiheitliche Gesellschaft noch eine prosperierende Wirtschaft denkbar.
     
    2.4   Neoklassischer Neoliberalismus empirisch längst widerlegt   – ein Beispiel
    Dass sich der Neoliberalismus mit seinem eigennützigen homo oeconomicus bis dato als Mainstream der Wirtschaftslehre zu halten vermag, obgleich nicht nur die Neurobiologie, die Anthropologie etc., sondern auch die experimentelle Ökonomik ein ganz anderes Menschenbild und ganz andere Verhaltensweisen zutage fördern, ist mehr als nur erstaunlich. Dies lässt sich nur mit Macht und Ideologie erklären   – oder vielleicht mit der kruden Simplizität dieses Ansatzes?Nachfolgend ein Befund aus der experimentellen Ökonomik, von welchem Jesse Norman mit Berufung auf «Nobel»-Preisträger Vernon Smith berichtet:

    Davon ausgehend, dass sich zwei Wirtschaftssubjekte, die sich vor einem Handel nie begegneten und auch danach nie mehr treffen würden, wäre zu erwarten, dass der neoliberale homo oeconomicus völlig kompromisslos   – auf Kosten des anderen   – seinen Eigennutzen maximieren würde, da er ja nicht mit einem zweiten Geschäft zu rechnen hat, in dem der andere Akteur seinerseits kompromisslos seinen Eigennutzen maximieren könnte. Das Resultat war immer dasselbe: Die Partner verhielten sich nicht wie der homo oeconomicus: Sie wählten die kooperative Variante, selbst mit dem Risiko, einen persönlichen Nachteil zu erleiden. Sie respektierten die Normen der Fairness, des Vertrauens und der Reziprozität, respektierten Eigentums- und Besitzerrechte und eine Reihe anderer Verhaltensnormen sowie kulturelle Faktoren. «(…) es war eine direkte Infragestellung der zentralen Annahme des Eigeninteresses, die mit dem rationalen Wirtschaftsmenschen verbunden ist. Diese Annahme war kein blosser Zusatz, sondern stand im Zentrum der gängigen Theorie.» [Norman, Jesse, 2018, S. 177].
     
    Nachwort
    Es geht nicht um l’art pour l’art! Dieser Beitrag soll eine konkrete Ahnung davon vermitteln, auf welchen ideologischen Grundlagen (Menschen- und Gesellschaftsbild) sich der Neoliberalismus der Wirtschaftslehre und in der Folge der Wirtschaftspolitik (mittels Finanzialisierung und Privatisierung der Wirtschaftswelt, mittels Steuerrecht, Abbau von Sozialleistungen, Inflationierung u.a. Maßnahmen der Umverteilung von unten nach oben, begleitet durch ihre Medien) bemächtigte, und wie er damit in weiten Teilen der Welt die Weichen zu einem immer erbarmungsloseren, sozialdarwinistischeren Krieg aller gegen alle gestellt hat und immer noch stellt. Und dieser Krieg ist nicht weniger blutig als viele durch Armeen ausgefochtene sogenannte «heisse» Kriege!

    Nicht nur, dass die gewissenlose neoliberale Unternehmenswelt direkt von Kriegen profitiert   – allein schon im indischen Bhopal fielen der gewissenlosen Profitgier eines einzelnen Unternehmens auf einen Schlag möglicherweise bis zu 25’000 Menschen zum Opfer [Deutschlandfunk, 2014]. Der Krieg, den der Neoliberalismus in die Wirtschaftswelt und in die Gesellschaft gebracht hat und bis heute nach Kräften weiter anheizt, hat aufgrund der Umverteilung von unten nach oben, aufgrund unsicherer Produkte und Dienstleistungen, untragbarer Arbeitsbedingungen, einer zerstörten Umwelt, die ihrerseits Leben kostet und unsere Gesundheit schädigt, einen ungeheuren Blutzoll, eine unvorstellbare Zahl vernichteter oder beeinträchtigter Menschenleben zu verantworten.

    Der Neoliberalismus hat nichts mit Liberalismus, mit Freiheit zu tun   – er ist ein larvierter (versteckter, Red.), äußerst gewalttätiger (Markt-)Totalitarismus.[11]. Adam Smith, ein Gelehrter des 18. Jahrhunderts, war wissenschaftlich moderner als die Neoliberalen von heute: Mit Edgeworth und ihrem Sozial-Darwinismus sind sie im 19. Jahrhundert stecken geblieben   – eine Katastrophe für Zivilisation und Menschenwürde. Aber unser Schicksal liegt nach Adam Smith in unseren eigenen Händen …

    (Red.cm) In jüngerer Zeit war es vor allem die US-amerikanische „Philosophin“ und Publizistin Ayn Rand, die mit ihren Büchern in Millionenauflage den Egoismus als einzige ehrliche moralische Haltung propagierte. Zu ihren begeisterten Lesern gehörte nach deren eigenen Aussagen auch Donald Trump und Benjamin Netanyahu. Siehe hier.
     
    Verwendete Literatur
    Arrow, Kenneth J., Gerard Debreu (1954): «Existence of an Equilibrium for a Competitive Economy, in: Econometrica, Vol. 22, No. 3. (Jul., 1954) , S. 265  –290, Quelle: http:/ /links.jstor.org/sici?sici=0012-9682%28195407%2922%3A3%3C265%3AEOAEFA%3E2. .CO%3B2-B, Download : 20.01.2023. 
    Binswanger, Mathias (2010): Die Tretmühlen des Glücks. Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun? Freiburg/Basel/Wien: Herder. 
    Deutschlandfunk (2014) «30 Jahre Bhopal. Eine Chemiekatastrophe ohne Ende», 3. Dezember 2014, Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/30-jahre-bophal-eine-chemiekatastrophe-ohne-ende-100.html, Download 07.01.2022.
    Eckstein, Walter (Hg.) (1985): Adam Smith. Theorie der ethischen Gefühle, Hamburg: Felix Meiner.
    Edgeworth, Francis Ysidro (1881), Mathematical Psychics. An Essay on the Application of Mathematics to the Moral Sciences, C. Kegan Paul & Co., London.
    Gerhardt, Volker (2007): Immanuel Kant. Vernunft und Leben, Stuttgart: Philipp Reclam jun.
    Keay, Douglas (1987) «Aids, education and the year 2000!», in: Woman’s Own, October 31, 1987, Quelle: https://www.margaretthatcher.org/document/106689, Download: 19.01.2023. 
    Gibbs, David N. [2024]: Revolt of the Rich. How the Politics of the 1970s widened America’s Class Divide, Columbia University Press, New York.
    Neuweiler, Gerhard (2009): Und wir sind es doch   – die Krone der Schöpfung, Berlin: Wagenbach.
    Norman, Jesse (2018): Adam Smith. What He Thought and Why it Matters, UK etc.: Allan Lane.
    Smith, Adam (2010): Wealth of Nations, pdf., Mark Biernat, Kraków, Quelle: https://vle.pce.edu.bt/pluginfile.php/32283/mod_page/content/6/wealth%20of%20nations%20adam%20smith.pdf, Download 20.03.2026.
    Smith, Adam (1777): The Theory of Moral Sentiments / Or, an Essay Towards an Analysis of the Principles by Which Men Naturally Judge Concerning the Conduct and Character, First of Their Neighbours, and Afterwards of Themselves. to Which Is Added, a Dissertation on the Origin of Languages, 6th edition, Verlag: The Project Gutenberg eBook of The Theory of Moral Sentiments, by Adam Smith, Kindle-Version. Release Date: February 9, 2022 [EBook #67363].
    Tomasello, Michael (2011), Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation, Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
     
     [1] «Der Markt» wird in Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt, weil es «den Markt» nicht gibt   – er ist eine neoliberale Fiktion.
    [2] Sein rascher und durchschlagender Erfolg hat einen wissenschaft­lichen und einen ideologischen Grund. Sein Aufstieg begann mit der Stagflation, welche in den späten 1960er Jahren ein­setzte und in die 1970er hinüberschwappte. In diesem Kontext war das keynesianische De­ficit Spending kontraproduktiv   – es begann die große Zeit der radikalen Marktliberalen von Hayek über Friedman bis Arrow, Buchanan, Stigler, Becker, Debreu, von Mises…. Der ideologische Grund: Der Keynesianismus war für die Reichsten der Reichen der USA schon immer ein rotes Tuch. Unter ihrem Druck nutzte Präsident Richard Nixon die damalige Krise auch zum Aufbau eines «rightist counterestablishments» [Gibbs 2024, S. 3-7] und enga­gierte dazu Neoliberale wie Friedrich Hayek und Milton Friedman als Policy Makers auf hoher politischer Ebene. Heute agieren in insgesamt 100 Ländern 500 neoliberale bis libertäre Think Tanks unter dem neoliberalen Dach von atlasnetwork.com.
    [3] Vgl. Norman, Jesse [2018, S. 176]: «Die Verwendung von Smiths Namen sollte offenbar der allgemeinen Gleichgewichtstheorie einen Kontext und historische Legitimität verleihen, doch die Andeutung, dass die Arbeiten von Arrow und Debreu in gewisser Weise den Höhepunkt von Smiths Denken darstellten, ist falsch.» 
    [4] Dogmengeschichtlich ist der Neoliberalismus (bzw. die Neoklassik) das Gegenkonzept zum Keynesianismus. Dieser hält unter bestimmten Bedingungen staatliche Marktinterventionen für legitim, derweil die Neoliberalen behaupten, «der Markt» strebe «automatisch»   – dank dem Walten der «unsichtbaren Hand»   – zu einem Gleichgewicht, sofern nicht von außen in seine Kräfte eingegriffen werde. Die «unsichtbare Hand» ist für die Neoliberalen jene obwaltende Kraft, die das Wunder vollbringt, das Chaos aller eigennützigen, sprich: antagonistischen Strebungen der Individuen in ein Marktgleichgewicht, verstanden als harmonisches oberstes Ganzes, zu transformieren. Die Neoliberalen berufen sich dabei auf eine Arbeit des französisch-amerikanischen Mathematikers und Ökonometrikers Gérard Debreu, der zusammen mit Kenneth Arrow [Arrow, Debreu, 1954, S. 265  –290] in der Fachzeitschrift Econometrica das Paper «Existence of an Equilibrium for a Competitive Economy» («Das Vorhandensein eines Gleichgewichts in einer Wettbewerbswirtschaft») publizierte. (Dafür erhielt Debreu 1983 auch den «Nobelpreis» für Wirtschaft.) Was bedeutete dieses Paper? Es liefert einen rein mathematisch-theoretischen   – von jeder Empirie freien   – «Nachweis», dass sich unter den Bedingungen des vollständigen Wettbewerbs, d.h. unter der Bedingung der konsequenten Eigennutzen- und Profitmaximierung der Individuen ein (dynamisches) Marktgleichgewicht einstellen kann. Mathematische Gleichungssysteme sind für die Neoliberalen Ersatz für Gewissen und Empathie, welche Adam Smith den Menschen zuschreibt.
    [5] Michael Tomasello [2011] bestätigt als Anthropologe, dass der Mensch dasjenige Wesen ist, dessen Kommunikation a priori auf Dialog und Verständigung ausgerichtet ist. Dieser Gedanke erinnert auch an Habermas’ Konzept des gewaltfreien Dialogs.
     [6] Margaret Thatcher, Galionsfigur des Neoliberalismus: «So etwas wie Gesellschaft gibt es nicht.» [Keay, Douglas, 1987]. Etwas wie menschliche Gesellschaft und Zivilisation gibt es für die Neoliberalen nicht. Sie reduzieren das Konzept von zwischenmenschlicher Interaktion und Gesellschaft auf rein eigennützige wirtschaftliche Transaktionen   – die Menschen als Monaden, welche ab und zu wie Gasmoleküle aufeinander prallen und dann wieder auseinanderdriften…
    [7] Die neoliberale Wirtschaftswelt setzt alles daran, die Fähigkeit des Menschen zur Selbstdistanzierung ausser Kraft zu setzen, indem sie ihre Botschaften emotional auflädt: Die insbesondere seit den 70er Jahren des 20. Jh. durch die Neoliberalen induzierte Einkommens- und Vermögensverteilung von unten nach oben [Gibbs [2024, S. 3-7] führt bei den Benachteiligten zu materiellen Existenzängsten und entsprechenden Verteilungskämpfen. Unter deren Druck agieren die Betroffenen zunehmend egoistisch (was die Neoliberalen dann als Beweis für die Eigennützigkeit ihres homo oeconomicus interpretieren). Die Politik ihrerseits diszipliniert die Bürgerinnen und Bürger mit Seuchen- und Kriegsängsten, und die heute ebenfalls neoliberal ausgerichteten Medien sorgen ihrerseits für emotionales Dauerfeuer einerseits und für jede Menge geisttötenden Schrott anderseits   – bis die Menschen nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, bis sie nicht mehr in der Lage sind, das Wichtige von Unwichtigem zu unterscheiden und sie immer weniger zu vernünftig-rationalem Handeln fähig sind. Nur deshalb konsumieren die Menschen immer mehr von dem, was sie gar nicht benötigen. Nur so gelingt es dem Neoliberalismus, die Illusion ewigen (Profit-)Wachstums   – nota bene in einer endlichen Welt!   – aufrechtzuerhalten. (Zum Konsumverhalten vgl. Binswanger [2010, S. 28 f.]) Heute ist die dem Neoliberalismus geschuldete emotionale Ausbeutung der Menschen so extrem, dass sie zu immer mehr psychischen Erkrankungen   – bis hin zu schweren Depressionen, bis hin zu Suiziden und Gewalttaten   – führt.
    [8] Für die absolutistischen Fürstenhäuser Europas war das von Thomas Hobbes’ (1588   – 1679) geprägte Bild des Menschen als eines durch und durch gewalttätigen Wesens («Der Mensch ist des Menschen Wolf») die Rechtfertigung, auch in einer immer wacher werdenden Aufklärung und trotz eines wirtschaftlich immer mehr aufstrebenden Bürgertums den Untertanen wirtschaftliche und politische Freiheitsrechte zu verweigern. Ihr Argument: Würden den Menschen solche gewährt, bräche unvermeidlich das totale Chaos aus. Es war eine politische Herausforderung ohnegleichen, als Adam Smith das Bild eines Menschen präsentierte, der nicht einer totalen äusseren Macht bedarf, um in Frieden zu leben, sondern in der Form der Empathie und des Gewissens Instanzen einer inneren Selbstkontrolle besitzt, dank welchen weder politisch noch wirtschaftlich das grosse Chaos ausbricht, wenn den Menschen Selbstverantwortung und Freiheit zugestanden werden. Der Neoliberalismus pflegt das Bild des grundsätzlich aggressiven, eigennützigen Menschen nach Hobbes. Für sie ist «der Markt» bzw. dessen «unsichtbare Hand» derjenige Leviathan, d.h. jener absolute Souverän, welcher bei Hobbes für Ruhe und Ordnung sorgt.
    [9] Wissenschaftliche Annäherungen an das Phänomen des Gewissens gibt es neben den Arbeiten von Forschern wie Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, John Rawls u.v.a. auch in den Neurowissenschaften. Mit Berufung auf Benjamin Libet sagt z.B. Neuweiler [2009, S. 180], «dass zwischen der unbewussten Aktionsvorbereitung und der bewussten Durchführung ausreichend Zeit für eine übergeordnete Instanz bleibt, ein willentliches Veto einzulegen. Mit dem dMPFC (dorsaler medialer präfrontaler Cortex   – der Verf.) ist diese Instanz gefunden worden.». Demnach ist der Mensch nicht ein reiner Reiz-Reaktions-Mechanismus wie der homo oeconomicus der Neoliberalen: Der dMPFC stellt sicher, dass es im menschlichen Handeln vor dessen Ausführung grundsätzlich eine Phase der Reflexion und des willentlichen Entscheidens gibt   – die anthropologische Grundlage des Gewissens. Allerdings ist damit noch nicht gesagt, wann ein Mensch sich unter welchen Bedingungen wie entscheidet.
    [10] Kant beschäftigte sich intensiv mit dem Werk David Humes (1711   – 1776), dem wohl grössten schottischen Aufklärer. Hume wiederum stand in engem Austausch mit Adam Smith.
    [11] Der Schlachtruf der Neoliberalen «Mehr Freiheit, weniger Staat!» könnte zynischer nicht sein.



    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/adam-smith-nicht-wegbereiter-des-neoliberalen-turbo-kapitalismus-sondern-ein-sozialliberaler-durch-und-durch


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.04.2026

    Jahrestag des Elbe-Treffens

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. April 2026, 

     

    Amerikanisch Russischer Handschlag - Elbe Day - historische Begegnung 1945

    Am 25.April 1945 trafen US amerikanische und sowjetische Soldaten auf der zerstörten Elbbrücke bei Torgau zusammen und besiegelten symbolisch das Ende des Zweiten Weltkriegs. On April 25,1945 US American and Soviet Soldiers met on the destroyed Elbe bridge near Torgau and symbolically sealed the end of the Second World War.

    Siehe Video: https://www.youtube.com/watch?v=zi2bjMryS6I

     

    Jahrestag des Elbe-Treffens: Mahnende Worte zur Deutsch-Russischen Freundschaft 

    Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat heute an den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Treffens alliierter Truppen an der Elbe am 25. April 1945 teilgenommen.

    Während der Zeremonie in Torgau äußerte sich der Diplomat zu den Perspektiven der deutsch-russischen Beziehungen vor dem Hintergrund des anhaltenden öffentlichen Interesses an gemeinsamen historischen Gedenkveranstaltungen.

    [Auszug aus den RT DE-LIVE Nachrichten aus dem 25.04.2026]

    Siehe Video: https://odysee.com/@RTDE:e/ELBE-25042026-2000:1

     

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    26.04.2026

    "Black Swan": Globaler Aluminiummarkt im Schockzustand

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. April 2026, 15:10 Uhr


    RTDE 26.4.2026

    "Black Swan": Globaler Aluminiummarkt im Schockzustand

    Der Konflikt im Nahen Osten hat nicht nur die Öl- und Gasmärkte in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Markt für Nichteisenmetalle ist der größte Angebotsschock seit den Nullerjahren zu beobachten. Werke am Persischen Golf stehen still und die Welt ist durch den Aluminiummangel in eine prekäre Lage geraten, ohne die kein Flugzeug fliegen und kein Auto fahren kann.

    Von Olga Samofalowa

    Der weltweite Aluminiummarkt wurde von einem sogenannten Black Swan getroffen, einem unvorhersehbaren, extrem seltenen Ereignis mit massiven Auswirkungen. Der Angebotsschock aufgrund des Konflikts im Nahen Osten war der größte auf dem Markt für Nichteisenmetalle seit den 2000er-Jahren, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Einschätzung des leitenden Metallanalysten beim Rohstoffhändler Mercuria.

    Seiner Meinung nach wird die Schließung von Schmelzwerken am Persischen Golf im Jahr 2026 zu einem gravierenden Aluminiumdefizit führen. Der Aluminiumpreis an der Londoner Metallbörse (LME) erreichte letzte Woche bereits ein Vierjahreshoch von 3.672 US-Dollar pro Tonne.

    Im Nahen Osten wurden jährlich etwa sieben Millionen Tonnen Aluminium produziert, was etwa neun Prozent des weltweiten Angebots ausmacht. Dabei ist das aus dem Nahen Osten stammende Aluminium schwer zu ersetzen. Mercuria prognostiziert von jetzt an bis zum Jahresende einen Aluminiumengpass von etwa zwei Millionen Tonnen. Diese Schätzung könnte jedoch sogar zu niedrig ausfallen, da sie von einer raschen Wiederherstellung der Bauxitlieferungen durch die Straße von Hormus und einer Wiederaufnahme des Betriebs der Werke bereits in diesem Quartal ausgeht. Sollte sich der Konflikt hinziehen und die Bauxitlieferungen in die Länder am Persischen Golf weiter eingeschränkt werden, könnte das Defizit noch größer ausfallen. Die globale Forschungs- und Beratungsgruppe Wood Mackenzie spricht von einem Defizit von bis zu vier Millionen Tonnen im Jahr 2026. Wladimir Tschernow, Analyst bei Freedom Finance Global, sagt:

    "Auf dem Markt gab es bereits extreme Phasen, wie zum Beispiel den Preisanstieg im Jahr 2022, als Aluminium einen Rekordwert von 4.073,50 US-Dollar pro Tonne erreichte. Mercuria meint, dass dies der größte einzelne Angebotsschock für den Markt für Nichteisenmetalle seit Beginn des 21. Jahrhunderts sei, stimme ich eher zu.
    Hier kamen physische Schäden an den Werken, eine logistische Lücke bei den Rohstofflieerungen, niedrige Börsenbestände und die schwachen Möglichkeiten, die ausgefallenen Mengen in den USA und Europa schnell zu ersetzen, gleichzeitig zusammen. Das macht die aktuelle Situation in ihrem Ausmaß tatsächlich einzigartig, gerade für die letzten gut 20 Jahre."

    Warum wurden die Aluminiumwerke im Nahen Osten stillgelegt? Tschernow antwortet:
    "Erstens wurde ein Teil der Produktionskapazitäten durch Angriffe beschädigt. Bei Emirates Global Aluminium am Standort Al Taweelah in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden erhebliche Schäden festgestellt. Dies ist das größte Werk der Region, das im Jahr 2025 1,6 Millionen Tonnen Metall produzierte. Zweitens begannen die Werke aufgrund von Störungen in der Straße von Hormus den Zugang zu Rohstoffen zu verlieren. Für die Verhüttung wird Bauxit benötigt, und Schiffe mit Bauxit und Aluminiumoxid änderten im März ihre Kurse."

    Tonerde ist ein Zwischenprodukt bei der Aluminiumherstellung. Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus ist der Transport dieses Rohstoffs drastisch zurückgegangen. Alexander Bachtin, Investmentstratege bei der Investmentfirma Garda Capital, sagt:

    "Die arabischen Länder verfügen über keine eigenen Rohstoffvorkommen; traditionell dienen sie als Umschlagplatz, an dem Tonerde durch Elektrolyse in einen Zustand gebracht wird, der für die Aluminiumschmelze geeignet ist. Zu Beginn des Krieges hatten sie Vorräte für drei bis vier Wochen auf Lager. In den Tagen der Waffenruhe erreicht ein Teil der Lieferungen wahrscheinlich die Häfen, und ein Teil des Aluminiums kann ausgeführt werden. Dennoch sind die Werke gezwungen, die Produktion zu drosseln oder einzustellen, da sie zu 100 Prozent auf importierte Rohstoffe angewiesen sind."

    Hinzu kamen noch Stromausfälle. Der Aluminiumhersteller Aluminium Bahrain legte Mitte März ein Teil der Anlagen still, was 19 Prozent der Kapazität entspricht. Der Aluminiumhersteller Qatalum in Katar reduzierte seine Produktion aufgrund von Problemen bei der Gasversorgung. Tschernow erklärt:
    "Für die Aluminiumindustrie ist das besonders schmerzhaft, da man die Elektrolyse nicht einfach ein- und ausschalten kann, ohne Verluste und einen langwierigen Neustart zu riskieren."

    Besonders gefährdet sind die USA und Europa, da sie über geringe Lagerbestände an Aluminium verfügen. Im vergangenen Jahr importierten die USA fast 22 Prozent ihres gesamten Aluminiumimportvolumens aus dem Nahen Osten, Europa etwa 18,5 Prozent (Daten von Trade Data Monitor).

    Bereits jetzt sind die Aufschläge auf den Börsenpreis in den USA auf Rekordwerte und in Europa auf ein fast vierjähriges Hoch gestiegen. Das bedeutet, dass für den Verbraucher nicht nur das börsengehandelte Aluminium teurer wird, sondern auch die physische Lieferung, sagt Tschernow. Bachtin bemerkt seinerseits:

    "Unter dieser Entwicklung leiden vor allem Länder, die von Aluminiumimporten abhängig sind und hohe Strompreise haben, da bei der Aluminiumproduktion bis zu 40 Prozent der Selbstkosten nicht auf Rohstoffe, sondern auf Stromkosten entfallen. Das betrifft vor allem Europa, Japan, Südkorea und die USA (sie importieren 20 bis 30 Prozent ihres Aluminiums aus den Golfstaaten). In geringerem Maße, aber dennoch vorhanden ist diese Abhängigkeit auch in Indien und China (etwa zehn Prozent) zu beobachten."

    Von der Aluminiumknappheit werden die Automobilindustrie, der Flugzeugbau, das Baugewerbe und die Verpackungsindustrie betroffen sein. Nach Angaben des russischen Aluminiumherstellers Rusal entfielen im Jahr 2025 25,6 Prozent der weltweiten Aluminiumnachfrage auf den Verkehrssektor, 18,8 Prozent auf das Baugewerbe und etwa 17 Prozent auf die Verpackungsindustrie.

    Russland produziert mehr Aluminium, als es verbraucht: etwa 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr gegenüber 1,2 bis 1,5 Millionen Tonnen. Die Exporte gehen hauptsächlich nach China, in die Türkei, nach Indien, Südkorea und Japan. Eine Steigerung der Liefermengen dürfte kaum gelingen. Russland wird jedoch von den steigenden Produktpreisen profitieren können. Bachtin schätzt:
    "Der Preisanstieg wird es dem Marktmonopolisten Rusal ermöglichen, seine Marge und seinen Gewinn deutlich zu steigern. Auf dem Höhepunkt des Konflikts stieg der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 20 Prozent gegenüber den Kursen von Januar und Februar. Für den Haushalt könnte sich bei den aktuellen Preisen und Wechselkursen ein Mehreinkommen in Form von Steuern von etwa 130 bis 150 Milliarden (Rubel) pro Jahr ergeben."

    An der Londoner Metallbörse stieg der Aluminiumpreis am 16. April auf 3.672 US-Dollar pro Tonne. Tschernow meint:
    "Vergleicht man dies mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis von Rusal für das gesamte Jahr 2025, der bei 2.652 US-Dollar pro Tonne lag, ergibt sich ein Anstieg von etwa 38 Prozent. Das ist eine sehr starke Entwicklung. Wenn man hypothetisch davon ausgeht, dass die Exportmengen in etwa auf dem Niveau von 2025 bleiben und der durchschnittliche Verkaufspreis im Jahr 2026 mindestens 15 bis 20 Prozent über dem des Vorjahres liegt, könnte der Umsatzzuwachs im Aluminiumsegment mehrere hundert Millionen US-Dollar betragen. Sollte sich der Preis hingegen näher an den derzeitigen Extremwerten halten, wäre der Effekt noch größer."

    Das Endergebnis werde jedoch von Rabatten, Logistik, Prämien und der länderspezifischen Vertriebsstruktur abhängen, schließt der Experte.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.04.2026

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.04.2026

    Gepolitik» Der Krieg um die Ukrainee
    Aufgelesen: Die bittere Realität in der Ukraine – und der Zynismus der EU

    lostineu.eu, vom 24. April 2026

    Die Ukraine kann zwei weitere Jahre gegen Russland kämpfen. Möglich macht’s der Milliardenkredit, der beim EU-Gipfel in Zypern gefeiert wurde. Doch für viele Ukrainer ist das keine gute Nachricht – meint eine Insiderin, die einst Präsident Selenskyj beriet.

    Von Julia Mendel (via X)*

    Was Sie jeden Tag im europäischen Fernsehen sehen, ist eine sorgfältig zusammengestellte Geschichte: Die Ukraine „gewinnt“, der Westen ist „geeint“ und alles ist unter Kontrolle. Ich wünschte, das wäre wahr.

    Die Realität in meinem Land sieht ganz anders aus. Ganze Städte und Ortschaften sind in Schutt und Asche gelegt worden.

    Hunderttausende junge ukrainische Männer wurden getötet oder verstümmelt. Familien sind erschöpft, die Wirtschaft liegt in Trümmern, und der nächste Winter könnte erneut mit Stromausfällen und leeren Regalen einhergehen.

    Die Menschen sind keine „widerstandsfähigen Helden“ aus einem Hollywood-Drehbuch – sie sind einfach verzweifelt. Viele glauben nicht mehr daran, dass der Krieg zu den Bedingungen enden wird, die uns vor zwei Jahren versprochen wurden. Und doch, wenn man Brüssel zuhört oder die großen europäischen Zeitungen liest, hört man nur Beifall für den Status quo.

    Mehr Sanktionen.

    Mehr Waffen.

    Mehr „strategische Geduld“.

    Sie nennen es Solidarität. Man muss sich fragen – bei allem Respekt – ist das wirklich Solidarität oder ist es etwas Zynischeres? Europäische Staats- und Regierungschefs sprechen von der „Verteidigung der Demokratie“, während sie hinter verschlossenen Türen stillschweigend zugeben, dass sie keinen Plan für einen Sieg haben und nicht wirklich die Absicht, den vollen Preis selbst zu zahlen.

    Ihre Medien zeigen endlose Bilder des Leidens der Ukrainer, stellen aber fast nie die unbequeme Frage: Wie viele Menschenleben müssen noch verloren gehen, bevor jemand in der EU zugibt, dass die derzeitige Strategie nicht funktioniert?

    Das ist nicht nur heuchlerisch. Es ist gefährlich.

    Indem wir den Konflikt in diesem halb unterstützten, halb aufgegebenen Zustand gefrieren lassen, zerstören wir nicht nur die Ukraine – wir zehren auch an den europäischen Volkswirtschaften, treiben die weltweiten Lebensmittel- und Energiepreise in die Höhe und erhöhen stetig das Risiko, dass eine einzige Fehleinschätzung einen regionalen Krieg in etwas weitaus Größeres verwandelt.

    Der Status quo ist nicht neutral. Er ist eine Katastrophe in Zeitlupe, getarnt als moralische Tugend. Ich fordere keine Kapitulation. Ich fordere Ehrlichkeit.

    Die Europäer verdienen es, den wahren Preis zu kennen, der gezahlt wird.

    Die Ukrainer verdienen Führungskräfte, die ihnen die Wahrheit sagen, statt mit Slogans von gestern zu kommen. Und die Welt verdient eine Debatte, die nicht länger durch politische Korrektheit gefiltert wird.

    * Frühere Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Seit Ende 2024 setzt sich Julia Mendel für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen ein.

    16 Comments

    1. Dr. Rolf Lindner
      25. April 2026 @ 23:23

      Vielleicht sollten die Ukrainer ihre Waffen nicht mehr gegen ihre slawischen Brüder, sondern gegen ihre wirklichen Feinde gebrauchen.

    Antworten

  • Josef Berchtold
    25. April 2026 @ 21:06

    Putin lehnt nach wie vor einen Waffenstillstand ab. Und außerdem lügt er wie gedruckt. Sollen sich die Ukrainer aufgeben? Die zerstörten Dörfer und Städte gehen auf den Terror Putins zurück. Schon was von den Gleitbomben gehört? Hoffentlich schädigt die Ukraine die russische Öl- u. Gastwirtschaft ausreichend, dass es den Russen zu viel wird, die Zerstörung ihrer Einnahmequellen. Anscheinend ist es noch nicht genug der Schäden auf den Raffinerien. Der Sadist braucht mehr, wie es scheint.

    Antworten

    • Pjotr
      25. April 2026 @ 21:19

      Warum sind Sie noch nicht an der Front, anstatt hier Ihren Gratismut auszuplaudern?

      Antworten

  • Karl
    25. April 2026 @ 12:34

    Ukraine lässt halb verhungerte Soldaten an der Front kämpfen (24. April 2026) – Auszug: „Gerade wurde die Situation der Soldaten der 14. Brigade des 2. Mechanisierten Bataillons bekannt, die in der Region Charkiw stationiert sind. Seit acht Monaten herrscht Mangel an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Fotos von abgemagerten, halb verhungerten Soldaten wurden von Ivanna Poberezhnyuk, der Tochter eines ehemaligen Mitglieds der Brigade, mit den Worten veröffentlicht: ‚Die Männer sind ohne Essen und Trinken in Stellung! Das Kommando reagiert nicht. Die Kämpfer verlieren vor Hunger das Bewusstsein und trinken Regenwasser. Es gibt auch Kommunikationsprobleme. Bitte teilt diese Fotos.‘ Die Soldaten verbreiteten auch selbst einen Appell …“ – Weiterlesen: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ukraine-laesst-halb-verhungerte-soldaten-an-der-front-kaempfen/

    Antworten

  • hutaekjango
    25. April 2026 @ 09:18

    Der Krieg in der UA ist das Ergebnis der geopolitischen US Interessen gewesen, nicht wahr Frau Nulland denn, Angreifer ist, wer seinen Gegner zu den Waffen zwingt?! Das walten Verheugen, von Dhonany, Krohne- Schmalz, F. Pleitgen RIP – uvam!

    Antworten

  • KK
    25. April 2026 @ 01:08

    “Man muss sich fragen – bei allem Respekt – ist das wirklich Solidarität oder ist es etwas Zynischeres?”

    Natürlich ist das Solidarität – mit Selenskyj und seiner Kamarilla, die der Krieg immer reicher und reicher macht. Für alle anderen Ukrainer – und nebenbei bemerkt auch ca. 500 Millionen EUropäer, deren Lebensstandard darunter nachhaltig leiden wird oder die dadurch sogar in einen grossen mütterländischen Krieg gezogen werden (weil massgeblich mit von einer siebenfachen Mutter und ihrem Regime verursachten) – ist das natürlich purer Zynismus…

    Antworten

  • Art Vanderley
    24. April 2026 @ 22:42

    Anders formuliert: Ein klassischer Stellverterterkrieg.
    Daß er diesmal nicht ins weit entfernte Asien outgesourcet werden kann, hat wohl mit dem relativen weltweiten Machtverlust der westlichen und russischen Hemisphäre zu tun.
    Daß Teile der Ukrainer je geglaubt haben, die westlichen Eliten stünden auf ihrer Seite und wären von Werten geleitet…irgendwann wird Naivität eben auch gefährlich.

    Antworten

    • Der Skeptiker
      25. April 2026 @ 13:34

      Und die Deutschen wollen die Wahrheit nicht sehen. Sie glauben an das Narrativ vom bösen Russen, der vielleicht sogar in Portugal einfallen könnte. Von dem kauft man kein Öl und Gas, auch wenn die anderen Dealer kein Stück besser sind. Man hat sich in noch schlimmere Abhängigkeit begeben, lässt sich in schwachsinnige Kriege ein. Merken wird man es erst, wenn es zu echten persönlichen Opfern kommt. So lange andere für die Narrative sterben glaubt man sich auf Seiten der”Guten”. Zynisch und/oder gnadenlos dumm.

      Antworten

      • KK
        25. April 2026 @ 17:01

        Die echten persönlichen Opfer gibt es längst… oder glauben Sie, es gäbe Jahr für Jahr immer noch mehr Wohnungslose in Deutschland, von denen nicht wenige in Wintern erfrieren, hätte man das Geld in bezahlbaren Wohnraum hierzulande (statt nun in der Ukraine) statt in Waffen gesteckt? Vom zusammengesparten Gesundheitssystem, das mit einem Bruchteil der Militärbillion auf grundsolide Füsse gestellt werden könnte, gar nicht erst angefangen…

  • palman
    24. April 2026 @ 22:18

    … und irgendein “Oppositioneller” (jetzt in Russland) aus der > “UK-Ruine” < meinte vor Jahr und Tag ganz trocken – sinngemäß – > Hätte die EU vor dem “Krieg” nur “180” Milliarden überwiesen, hätten diese sinnvoller verwendet werden können – jetzt sind es bereits “360” Milliarden < !?! :-///

    P. S.: – > Soros bläst die Kriegsfanfare < (so ins Suchfeld o. links) aus dem Februar “2015” (!!!) vom bekannten Autor “Wolfgang Effenberger” auf “anderweltonline.com” findbar !?! – ein wahrer AugenÖffner zum Thema Ukraine – Russland etc. !?! – ein weiterer ist nat. > Israel und die ewige Kriegslust der Khasaren < (01-12-25) ebenda vom “AusKenner” Peter Haisenko … 😉

    Antworten

  • Pjotr
    24. April 2026 @ 18:02

    Julia Mendel sagt: “Ich fordere Ehrlichkeit.” und verschweigt den Einfluss des rechten Sektors in der Ukraine auf die Strategie des Landes. Susann Witt-Stahl (JungeWelt) hat dazu erschreckende Erkenntnisse an’s Licht der Öffentlichkeit gebracht, die der Wahrheit eher entsprechen als hehre Ehrlichkeit.

    Antworten

  • Erneuerung
    24. April 2026 @ 16:28

    Es bräuchte einen zweiten Maidan, diesmal ohne Lenkungsgelder und Scharfschützen aus dem (Un-)Wertewesten. Was unterscheidet denn Ukrainer und Russen so sehr, dass sie sich einen jahrelangen Krieg liefern? Welche Freiheiten haben denn die Ukrainer bekommen, die es in Russland oder mit anderer Führung in der Ukraine nicht gäbe? Selenskyj und seine Helfershelfer haben nicht nur die Ukraine zerstört, sondern Europa insgesamt zum Absturz gebracht. Russland wird nicht so besiegt werden, wie man sich das vorstellt, wir schießen uns alle in Abseits. Russland kann sich nach Osten und Süden orientieren, unsere Rettungsinseln werden mit Israel und USA benannt und jeder weiß, dass dies Schwachsinn ist. Wie sagte seinerzeit der DDR-Chef Ulbricht: “Vor … Jahren standen wir kurz vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter”. Es hat sich ein paar Jahre später bewahrheitet, und so wird es wieder werden, wenn keine Vernunft einzieht.

    Antworten

  • Guido B.
    24. April 2026 @ 16:27

    Die ukrainische Führung hat vor Jahren entschieden, die Neutralität der Ukraine zu beerdigen, der NATO beizutreten und die Feindseligkeit zu Russland zu vertiefen.
    Die ukrainische Führung hat entschieden, trotz markanten Gebietsverlusten keine Konzessionen an Russland zu machen und dem Rat der westlichen Partner zu folgen.
    Die ukrainische Führung hat entschieden, das Geld und die Waffen der westlichen Partner zu nehmen und zu kämpfen.
    Die Ukrainer haben alle Entscheidungen getroffen, deren Konsequenzen sie jetzt und künftig tragen müssen.
    Die volle Verantwortung für das Schicksal der Ukraine trägt allein die ukrainische Führung.
    Niemand im Westen muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn das Leid der Ukrainer unermesslich ist. Sorry.

    Antworten

    • Stephan Schlote
      25. April 2026 @ 09:57

      Finde ich ganz schön hart. Die ukrainische Führung ist nicht das Volk. Politik wird gegen das eigene Volk gemacht, in der Ukraine wie auch bei uns. Die einzelnen Menschen sind machtlos, solange sie nicht gemeinsam auf die Barrikaden gehen. Und das ist leichter gesagt als getan.

      Antworten

      • Ric
        25. April 2026 @ 18:11

        Finde ich auch ganz schön hart. Aber ich habe bisher nur – sowohl aus der Ukraine als auch aus dem (deutschen) Exil – ukrainische Stimmen gehört, die in Durchhalteparolen zu “Patriotismus ” und “Kriegstüchtigkeit” aufgerufen haben. Ich weiß um die Macht unserer Propagandamedien, aber liegt es wirklich nur daran?

    • Helmut Höft
      25. April 2026 @ 15:57

      Die Ukraine hat entschieden … und Boris Johnson hat gesagt: “There is no time for negotiations, it is time for victory!”

      Aber wir können beruhigt sein. Seit 4 Jahren wissen wir: Der Russe ist am Ende! Die russische Währung kollabiert! (und: “Der Russe kommt 2029”) usw. Wer glaubt noch den täglichen Märchen??

      Antworten

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    Weiteres: 




    Die Beistandsklausel soll bald “scharf” gestellt werden


    lostineu.eu, vom 24. April 2026

    Die EU-Kommission soll im Juni einen Plan für die Umsetzung der EU-Beistandsklausel vorlegen. Dies wünscht sich der EU-Gipfel auf Zypern. Allerdings geht es auch ohne.

    Mit dem Plan solle klarer werden, was passiere, wenn eines der 27 EU-Mitglieder Hilfe ​nach ‌dem EU-Artikel 47.2 beantrage, sagte Zyperns Präsident Christodoulides beim EU-Gipfel in Nikosia.

    Das Ziel ist es, die Klausel schnell “scharf” zu stellen, wenn ein Mitgliedsland sich bedroht fühlt. Dies sei nötig, weil Zypern Zu Beginn des Irankriegs von Drohnen angegriffen wurde, heißt es.

    Allerdings handelte es sich bloß um eine einzige, wohl verirrte Drohne, die auf den britischen Militärstützpunkt zielte – der als “exterritoriales” Gebiet offiziell gar nicht zu Zypern zählt.

    Kriegsschiffe vor Zypern

    Zudem haben Frankreich, Großbritannien und andere EU-Länder nach dem Vorfall sofort Kriegsschiffe geschickt. Der EU-Gipfel auf Zypern ist also bestens geschützt – auch ohne Beistandsklausel.

    Ganz ähnlich war es bei den angeblich russischen Drohnen, die 2025 während der EU-Präsidentschaft in Dänemark gesichtet wurden – da schickte die Bundeswehr Hilfe nach Kopenhagen.

    Die Neuregelung ist also gar nicht nötig und erst recht nicht eilig – es sei denn, es ginge um militärischen Beistand für die Ukraine. Und genau das ist wohl auch das Ziel…

    Siehe auch Militärische Beistandsklausel: Die EVP spielt mit dem Feuer und Aufgelesen: Der übersehene Bündnisfall – EU-Beitritt der Ukraine

    P.S. Die Herkunft der Drohnen auf Zypern und in Dänemark wurde übrigens nie geklärt. Beweise für iranische oder russische Angriffe gibt es bis heute nicht…

    7 Comments

    1. Guido B.
      24. April 2026 @ 16:13

      Schlussfolgerungen:

      1) Die NATO ist de facto tot.
      2) Die Ukraine ist de facto EU-Mitglied.
      3) Die EU de facto ist im Krieg mit Russland.

      Wir müssen aufhören, so zu tun, als sei EUropa nicht im Krieg. Es ist auch kein „hybrider Krieg“ mehr. Es ist ein existenzieller. Das Überleben der Ukraine hängt von der EU ab, und das Überleben der EU hängt vom Sieg über Russland ab. Das Überleben Russlands wiederum hängt vom Sieg über die Ukraine ab. Dieser Konflikt ist dermassen gigantisch, dass niemand mehr die Macht hat, ihn zu deeskalieren. Die Frage ist nicht mehr, OB wir in einem Krieg mit Russland sind, sondern nur noch, WANN der Krieg völlig ausser Kontrolle gerät. Je länger dieser gigantische Konflikt andauert, desto verzweifelter wird eskaliert.

    Antworten

    • Michael
      24. April 2026 @ 17:05

      Naja, dialektisch ist das nicht u. a. weil Punkt 3. keine Synthese aus den Punkten 1. und 2. ist! Warum? Allein schon weil die EU auch halb tot ist, und – um nur ein Beispiel zu benennen – weil die EU auf der Metaebene in Punkto Geopolitik eine Nullnummer ist! Nur territorial betrachtet ist der europäische Teil Russlands größer als der gesamte Rest Europas!

      Antworten

      • Karl
        24. April 2026 @ 20:13

        @Michael: die EU in Geopolitik eine Nullnummer ist … 90 Milliarden Euro sind keine Nullnummer, sondern fehlen in Europas Sozialkassen.
        Sie verharmlosen die EU: Was die Ukraine angeht, ist sie der führende Kriegstreiber.
        Was den Iran angeht, der führende Versager, denn sie hat sich nicht für das Atomabkommen mit dem Iran, als Trump es 2018 kündigte, eingesetzt. Frankreich, Deutschland, GB ließen sich von den USA vor die Tür setzen: Versager!

      • Michael
        24. April 2026 @ 21:52

        @Karl
        Falsch! Die EU ist eine Nullnummer nicht weil sondern gerade weil sie €90Milliarden gegen Reparationen von Russland wettet, die Russland niemals zu zahlen haben wird!

  • Michael
    24. April 2026 @ 14:23

    Russland sollte den Kriegstreibern in der EU nicht länger in die Hände spielen und einen Schlussstrich ziehen und die Gebiete bis zum Dnepr einschließlich im Süden Odessa bis rauf zur Grenze nach Transnistrien einnehmen und dann herrscht Ruhe!

    Antworten

  • KK
    24. April 2026 @ 12:18

    Die scharren alle schon mit den Füssen, dass es endlich losgeht mit dem Waffengang gegen Russland. In die wohl bereits vorbereitete Meldung, dass “jetzt zurückgeschossen” werde, muss offenbar nur noch Datum und Uhrzeit eingetragen werden.

    Antworten

    • Robert Fitzthum
      25. April 2026 @ 09:18

      Die vom Iran angegriffenen Gebiete auf der Insel Zypern sind Hoheitsgebiet von UK, nicht des zypriotischen Staate. UK ist kein Mitglied der EU. Betrifft also keine Beistandsverpflichtung der EU, ist ein NATO – Thema!

      Antworten

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    25.04.2026

    Nachrichten von Pressenza: „Wir haben es satt!“-Bündnis: Landwirtschaft und Ernährung jetzt krisensicher machen!

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 25. April 2026, 7:15 Uhr

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    25.04.2026

    Screenshot_2026_04_25_at_21_26_53_Christian_Felber_zur_Coronapolitik_Der_Staat_hat_sich_am_Heiligen_Schrein_der_Demokratie_vergriffen_

    nachdenkseiten.de, vom 17. Februar 2025 um 10:00 Ein Artikel von: Marcus Klöckner

    Wie Parlamente mit den Grund- und Menschenrechten während der Coronazeit umgegangen sind, ist hinlänglich bekannt. Doch wie es soweit kommen konnte, das bedarf einer genauen Aufarbeitung. Mit seinem gerade erschienenen Buch „Lob der Grundrechte – Wie wir in kommenden Krisen das Gemeinwohl schützen“ legt der Politikwissenschaftler Christian Felber den Finger in die noch immer offene Wunde der Demokratie. Unter anderem über „Kriegsrhetorik, Angstmache und Notstandsmentalität“ hat der Staat seine rigorose Politik durchgesetzt, sagt Felber im Interview mit den NachDenkSeiten. „Für ein schlüssiges Gesamtbild bedarf es einer sehr gründlichen, minutiösen Aufarbeitung. Vieles ist noch vollkommen ungeklärt“, sagt Felber. Ein Interview über die Bedeutung der Grundrechte, Angsterzeugung und den Weg zur Aufarbeitung.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.


    Podcast: Play in new window | Download  Audio https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/250217_Christian_Felber_zur_Coronapolitik_Der_Staat_hat_sich_am_Heiligen_Schrein_der_Demokratie_vergriffen_NDS.mp3 Dauer 26:54 Min.


    Herr Felber, die Corona-Krise ist vorbei, aber die Auswirkungen sind es nicht. Das Vertrauen in Staat und Institutionen ist bei vielen Bürgern nachhaltig erschüttert. Das hat auch mit dem Umgang der Grund- und Menschenrechte zu tun. Sie haben gerade ein Buch geschrieben, das sich damit beschäftigt, was mit den Grund- und Menschenrechten in der Corona-Zeit passiert ist. Würden Sie bitte kurz vorab sagen, was Ihr Fazit ist? Wie ist der Staat mit diesen elementaren Rechten umgegangen?

    Das Fazit ist, dass der Staat in einer Krisensituation, noch dazu in einer äußerst umstrittenen, auf ein überraschend autoritäres Management gesetzt hat, das zur Verletzung oder vorsätzlichen Einschränkung von zwei Dutzend Grundrechten geführt hat. Wenn man so will: Der Staat hat sich am heiligen Schrein der Demokratie vergriffen. Er hat – wider die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, wider die Menschenwürde und gegen jedes Prinzip bewährter Krisenkommunikation – mit Katastrophen- und Kriegsrhetorik Angst erzeugt und einer „Notstandsmentalität“ Vorschub geleistet. Die berühmte „neue Normalität“ bestand im Kern im Abbau von Demokratie und Grundrechten. Es war eine schwere Selbstbeschädigung liberaler Demokratien, die damit einen Trend, der spätestens 2008 messbar begonnen hat, weiter verstärkt haben.

    Damit keine Missverständnisse entstehen: Würden Sie uns bitte einmal darlegen, was Grund- und Menschenrechte sind, was sie für eine freie und demokratische Gesellschaft bedeuten?

    Grund- und Menschenrechte sind dasselbe, mit den einen bezeichnet man Rechtskataloge, die innerhalb von Nationalstaaten entwickelt wurden; mit den anderen internationale Konventionen wie die Europäische Menschenrechtskonvention von 1950, die beiden UN-Pakte (Zivil- und Sozialpakt) von 1966 oder die EU-Grundrechtecharta, die 2009 in Kraft trat. Sie sind das zentrale Fundament von Demokratien und der Kitt, der die Gesellschaft „im Innersten zusammenhält“. Sie sind das Gegengewicht und Korrektiv zum prinzipiellen Gemeinwohlvorrang in demokratischen Gesellschaften, was bedeutet, dass die Mehrheit zwar bestimmen darf, was für alle gilt, doch stößt dieser Mehrheitswille eben auf klar definierte Grenzen.

    Die Grundrechte schützen die Person, ihre Würde und Freiheit. Das verhindert Willkür, die Diskriminierung von Minderheiten, Todesstrafe, Folter und andere Übergriffe des Staates. Gleichzeitig begrenzen sie die Macht des Staates, indem dieser etwa auf Anfrage Informationen offenlegen muss und nicht zensieren darf; auch instrumentalisieren sie den Staat für das Gemeinwohl, indem dieser eine Grundversorgung für alle sicherstellen und für soziale Sicherheit sorgen muss. In Summe schafft das ein unvergleichliches Gefühl des Wohlbefindens und der Sicherheit unabhängig von der individuellen weltanschaulichen Grundausrichtung: Nur die wenigsten ziehen freiwillig von funktionierenden Demokratien in Autokratien.

    Und jetzt zur Realität der Coronazeit. Was ist da passiert? Wie Politiker, Parlamente, aber auch die Justiz so mit den Grund- und Menschenrechten umgegangen sind, wie es zu beobachten war?

    Es haben eine ganze Reihe von Faktoren zusammengespielt: Kriegsrhetorik, Angstmache, Notstandsmentalität und das damit einhergehende Fallen von Hemmschwellen bei den Maßnahmen, ein fatales Signal des WHO-Generaldirektors pro Lockdowns, aber auch der neuartige Einsatz von PCR-Tests und die öffentliche Darstellung der Pandemie: Ohne massenhaftes Testen von Gesunden und das Leuchten dieser „Fälle“, auch ein epidemiologisches Novum, von universitären „Dashboards“, wäre die Pandemie gar nicht als Ausnahmeereignis darstellbar gewesen, jedenfalls nicht als „Jahrhundert-Katastrophe“, wie Angela Merkel sie ohne seriöse Grundlage bezeichnete.

    Lassen Sie uns darauf genauer schauen. Im Detail: Was ist passiert?

    Vorweg: Für ein schlüssiges Gesamtbild bedarf es einer sehr gründlichen, minutiösen Aufarbeitung. Vieles ist noch vollkommen ungeklärt. Zum Beispiel, warum viele EU-Politiker, darunter Jens Spahn, bis in den März hinein Entwarnung gaben, während Bill Gates bereits im Februar 2020 in einem wissenschaftlichen (!) Journal von einer „Jahrhundertpandemie“ sprach, auf Basis fehlerhafter Quellenarbeit. Die „Jahrhundertpandemie“ trat dann nie ein, in Deutschland wurde beispielsweise in den Jahren 2020 und 2021 in keiner (!) Woche die Anzahl der Todesfälle erreicht, die in der Kalenderwoche 10/2018 erreicht wurde – das wäre aber wohl das Mindeste, dass in einer „Jahrhundert-Katastrophe“ der Höchststand der Todesfälle in einem Jahr, in dem es keine Pandemie gab und keine Sondermaßnahmen getroffen wurden, übertroffen wird. War aber nicht. Die Krankenhäuser waren 2020 übers Jahr im Schnitt leerer als 2019, vieles macht noch immer keinen Sinn.

    Das sind sehr wichtige Punkte. Und: Sie hatten es schon im Zusammenhang mit den PCR-Tests angesprochen: Die Angstmacherei musste auf etwas bauen. Es brauchte etwas, um zu visualisieren, wie groß die Gefahr ist. Zahlen von positiven PCR-Tests, Inzidenzen, der „R-Wert“, das Dashboard: Unter anderem darüber wurde die „Pandemie“ für die breite Öffentlichkeit „sichtbar“ gemacht. Aber was war da wirklich „sichtbar“? Wie belastbar waren die Zahlen?

    Zu den Todesfällen sagte ich ja schon etwas. Die „Fälle“ waren noch aussageschwächer, denn anstatt auf diagnostizierte symptomatische Infektionserkrankungen bezogen sie sich auf positive PCR-Tests, das gab es in der Epidemiologie bis 2020 gar nicht. In Österreich wurde aber 16-mal mehr getestet als in Deutschland … Weil die Zahlen wenig hergaben, wurde verstärkend mit medialen Bildern gearbeitet, die aber interessanter Weise auch nicht aussagekräftiger waren. Das beste Beispiel sind die „Bilder aus Italien“. Ein Gehsteig-Reiniger im Schutzanzug sagt per se rein gar nichts aus. Auch die Bedeutung der berühmten Militärkonvois hängt entscheidend vom Kontext und der Interpretation ab. Die Bevölkerung im neuralgischen Distrikt Bergamo wuchs während der Pandemiejahre ohne die geringste Unterbrechung weiter, darauf kommt es am Ende an.

    Der wichtigste Erklärfaktor für die starke Überreaktion ist deshalb die gezielte Angstmache – gegen alle Standards guter Krisenkommunikation, deren oberstes Prinzip „Ängste beruhigen“ lautet. Doch wenn „Schocktherapie“-Experten wie der Soziologe Heinz Bude von der Regierung als Berater engagiert werden, die allen Ernstes empfahlen, „Urangst“ auszulösen und „Zwänge zu verordnen“, wird zumindest verständlich, wie es zu diesen vollkommen unverhältnismäßigen Maßnahmen kommen konnte. Auch wenn Frankreichs Präsident in einer Rede Anfang 2020 sechsmal den Begriff „Krieg“ verwendete, das Imperial College London 40 Millionen Tote an die Wand modellierte und Österreichs Bundeskanzler 100.000 Tote in Österreich in Aussicht stellte (2020 waren es 6.200 „an“ und „mit“, vergleichbar viele wie in Spitzen-Grippejahren), wird verständlich, wie sich Angst ausbreiten und zu einer kollektiven Psychose verdichten konnte, in der jede Maßnahme recht war, weil vorrangig gefühlt und nicht mehr rational verglichen, eingeordnet und argumentiert wurde.

    Und dann: Wie konnte es so weitergehen?

    Ein wichtiger Faktor war auch, dass der WHO-Generaldirektor den autoritären chinesischen Weg als „neuen Standard“ des Pandemie-Managements über den grünen Klee lobte. Wieso er dies – so euphorisch – tat, ist unerklärlich. Wieso zeigte niemand klar und deutlich auf, dass das, was China tat, in keinem Katalog der WHO-Pandemiemaßnahmen-Empfehlungen enthalten war? Wieso stellte niemand den Begriff „Lockdown“ infrage oder wies ihn scharf zurück?

    Der Begriff hätte eigentlich Demokraten hellhörig werden lassen müssen.

    Ja, denn er kommt aus dem Gefängnis-Management und bezeichnet eine Strafaktion für Kriminelle. Wieso reflektierten die Medien nicht, dass hier Standards aller Art verletzt wurden: Pandemiepläne, Krisenmanagement, Gesundheitskommunikation, Verhältnismäßigkeitsprüfungen: Alles, was bisher an Leitfäden, Kompassen und Richtschnüren vorlag, wurde mehr oder weniger vollständig ignoriert.

    Was ist Ihre Erklärung dafür?

    Neben der Verklärung von China zum Vorbild durch den WHO-Generaldirektor sehe ich einen weiteren Erklärungsansatz in den jahrzehntelangen Planspielen, die von der Johns Hopkins University inszeniert wurden. Manche der dort eingeübten Reaktionsmuster sind so frappierend ähnlich mit dem real praktizierten Pandemie-Management, dass der Option eines Einflusses in der Aufarbeitung nachgegangen werden sollte.

    Zwei Dinge stachen mir besonders ins Auge: Zum einen der autoritäre Top-down-Ansatz – die Menschen, ihre Anhörung, ihre Einbeziehung kamen darin nicht vor. Zum anderen der Fokus der Krisenkommunikation auf der Bekämpfung von Falsch- und Desinformation, das ist ein völlig neuartiger Schwerpunkt, den es bisher gar nicht gab, der dann aber angewandt wurde und mittels Faktenchecker zur Verengung des Diskurses und zur Spaltung der Gesellschaft beitrug. Gipfelpunkt war die Aussage der Direktorin des Universitätsinstituts, das die Planspiele leitete, dass „Fragen der Gesundheitssicherheit überparteiliche Fragen“ seien – also nicht demokratisch verhandelt werden sollten. Mit dieser anti-wissenschaftlichen Aussage übte sie eine Rhetorik der Alternativlosigkeit ein, die in Deutschland von der Leopoldina, vom RKI-Direktor und von Christian Drosten übernommen wurde. Mit dem Effekt: Zu Lockdown und Grundrechtseinschränkungen gab es keine Alternative!

    Wie erklären Sie sich das „Versagen“ demokratischer Korrektive? Medien, Justiz, letztlich auch: Gesellschaft. Wo war das Rückgrat der Demokratie?

    Man könnte von einem Multiorganversagen des demokratischen Rechtsstaates sprechen. Es war gleichzeitig ein Politikversagen, Wissenschaftsversagen, Medienversagen und am Ende auch noch ein Justizversagen. Die Hauptverantwortung liegt sicher bei der Politik, hier sind ja auch Unterschiede von Land zu Land erkennbar – Schwedens „anderer Weg“ erschien soeben als Buch des Chef-Epidemiologen Anders Tegnell. Die Wissenschaft war überall ähnlich uneins, doch war es die Politik, die bestimmte Experten auswählte oder direkt anwies. Die Medien hätten hier als Korrektiv wirken und die einseitige Auswahl der Politikberater hinterfragen und kontrastieren können.

    Ein markantes Beispiel für Deutschland ist, dass der Chef-Epidemiologe der Charité, Stephan Willich, im Vergleich zum Chef-Virologen Christian Drosten praktisch nicht sichtbar war – obwohl er sich schon im März mit sehr markanten Aussagen zu Wort gemeldet hatte: Er warnte vor Lockdowns und vertrat die Ansicht, dass Covid-19 nur „etwas gefährlicher“ als die Grippe war. Vielleicht war genau das der Grund, dass er von Politik und Medien gemieden wurde. Dann aber waren die Medien parteiisch, und die Politik unwissenschaftlich. Das Sahnehäubchen setzten die Gerichte drauf, die das, was in der Politik und in den Medien Mainstream war – aber eben nicht den Stand der Wissenschaft wiedergab –, mit wenigen Ausnahmen akzeptierten.

    Nun werden einige vielleicht anmerken, dass Grundrechte auch eingeschränkt werden können. Auch wenn das stimmt: Würden Sie die Möglichkeit der Einschränkung von Grundrechten bitte für uns einmal perspektivieren? Was heißt das? Und: Wo liegen die Grenzen? Wo liegt die Zulässigkeit und die Unzulässigkeit?

    Die Einschränkung von Grundrechten ist relativ klar und strikt geregelt, was sehr gut ist, denn das verhindert, dass großer Schaden durch Irrtümer oder Fehlentscheidungen angerichtet werden kann – zumindest war das bis zur Pandemie die Annahme. Doch der Reihe nach: Schon mal sehr wichtig ist, dass Grundrechte nicht einfach abgeschafft werden können, das bedürfte einer Grundgesetzänderung. Sie können nur eingeschränkt werden, und das auch nur befristet.

    Eine zweite Schranke besteht darin, dass Grundrechte nur auf Basis von Gesetzen eingeschränkt werden können, das heißt, die Regierung hat nicht die Möglichkeit, Grundrechte via Verordnungen zu beschneiden, sie benötigt die Legislative, die – im vorliegenden Fall mit dem Infektionsschutzgesetz – die Grundlage schafft, dann erst kann die Regierung mittels Verordnungen handeln. Doch auch diese prinzipielle „Erlaubnis“ zur Einschränkung von Grundrechten beruht auf vier weiteren wesentlichen Voraussetzungen, deren Gegebenheit im Falle einer Klage, einer sogenannten Individualbeschwerde, Gegenstand einer Grundrechtsprüfung sind.

    Wie sieht diese konkret aus?

    Zuerst muss geklärt werden, ob eines der Ziele, welche die Einschränkung von Grundrechten ermöglichen, gegeben ist. Diese sind in der EMRK taxativ aufgezählt und reichen von der nationalen Sicherheit und öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit bis hin zum Schutz der Gesundheit und der Moral oder dem wirtschaftlichen Wohl des Landes … Da sieht man schon, wenn der Gesetzgeber will, schafft er es, ein passendes Ziel zu finden, dieser Schutz ist schwach. Dann aber müssen die Maßnahmen a) geeignet, b) erforderlich und c) angemessen sein. Hier liegt ein hohes Schutzpotenzial für Grundrechte, weil der prüfende Verfassungshüter, wenn er will, relativ einfach zum Schluss kommen kann, dass eine Grundrechtseinschränkung entweder das eine oder das andere Kriterium nicht erfüllt.

    Würden Sie bitte Ihre Ausführungen einmal an einem Beispiel in Bezug auf die Pandemiemaßnahmen aufzeigen?

    Ein Lehrbeispiel im besten Sinn sind die Inzidenzgrenzen, die zum Lockdown ganzer Regionen geführt haben. Hier kann man zwar als Ziel den Schutz der Gesundheit anführen, was nicht falsch ist, und auch die Ansicht teilen, dass die Maßnahme zum Ziel der Vermeidung der Überlastung der Krankenhäuser beiträgt – allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass die Maßnahme selbst keine Kollateralschäden anrichtet, was die Angelegenheit bereits diffiziler macht.

    Richtig kontrovers wird es bei den Kriterien erforderlich und angemessen. Denn man könnte beim ersten Kriterium auch zur Ansicht gelangen, dass mit gelinderen Mitteln dasselbe Ziel hätte erreicht werden können; und bei angemessen hätte eigentlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung angestellt werden müssen, was nicht passierte. Die in Österreich vom Ministerium beworbene Gesundheitsfolgenabschätzung wurde bei keiner Maßnahme durchgeführt – weshalb auch keine Evidenz in Bezug auf die Wirksamkeit der Maßnahme vorlag. Das ist für mich einer der interessantesten Punkte: Der Verfassungsgerichtshof muss keine Evidenz für die Wirksamkeit der Maßnahmen verlangen, er kann dem Gesetz- und Verordnungsgeber auch „glauben“ – oder dem medialen Diskurs folgen.

    Das ist doch eine enorme Schwachstelle.

    In der Tat und zwar eine sehr große. Hier schlummert folglich auch großes Verbesserungspotenzial. Als durch die Freiklage der RKI-Protokolle öffentlich wurde, dass RKI-intern Inzidenzgrenzen „aus fachlicher Sicht weitgehend abgelehnt“ wurden, schon allein deshalb, weil die Inzidenz stark von der Testhäufigkeit abhängt, und weil verschiedene Altersgruppen extrem unterschiedliches Risiko aufwiesen, an Covid-19 schwer zu erkranken (für die Krankenhausbelastung macht einen Riesenunterschied, ob eine 19-Jährige oder ein 90-Jähriger einen positiven PCR-Test aufweisen), hätten eigentlich sämtliche Gesetze und Verordnungen dazu aufgehoben werden müssen.

    Hätten mit Evidenz-Erfordernis auch andere Maßnahmen abgewendet werden können?

    Die meisten Grundrechtseinschränkungen. Dass Schulschließungen kontraproduktiv sind, war spätestens im Juli 2020 klar, die WHO warnte im Oktober selbst vor Lockdowns. Beim Thema Masken hätte es genügt, den Goldstandard der Wissenschaft, die regelmäßigen Cochrane-Reviews, zu befragen, die nicht einmal die Grundlage für Maskenempfehlungen ergeben, geschweige denn für Maskenpflicht. Für eine Impfpflicht – in Deutschland einrichtungsbezogen, in Österreich allgemein, in Italien für über 50-Jährige – konnte gar keine belastbare Evidenz vorliegen, weil die Impfungen noch nicht einmal final zugelassen waren.

    Haben Sie Ideen, wie man einer solchen Entwicklung zukünftig entgegentreten kann?

    Die Begrenzung der Möglichkeit, Grundrechte einzuschränken, nennt man in der Fachsprache „Schranken-Schranken“. Ich schlage zusätzliche Schranken vor, zum Beispiel: Vorläufig zugelassene Gesundheitsprodukte sollten mit medizinischen Versuchen gleichgesetzt werden, dann kann es – nach dem Nürnberger Kodex – nur eine freiwillige Verabreichung geben. Oder das Grundrecht auf Unversehrtheit wird von einem relativen (einschränkbaren) zu einem absoluten (nicht einschränkbaren) aufgewertet, auf einer Stufe mit der Menschenwürde: Dann gäbe es in Zukunft weder Test-, Masken- oder Impfpflicht, und wir würden uns die damit einhergehende gesellschaftliche Spaltung ersparen.

    Ihnen ist wahrscheinlich auch noch die Aussage von Bundeskanzler Scholz in Erinnerung, die er kurz vor Weihnachten getätigt hat: „Für meine Regierung gibt es keine rote Linien mehr.“ Das sagte er gegenüber der ZEIT in Bezug auf die Pandemiepolitik. Wie bewerten Sie diese Aussage, gerade auch im Hinblick auf die Grundrechte?

    Es gab auch einen Witzbold, der meinte, wir sollten „mehr Diktatur wagen“. Offenbar ist beiden nicht bewusst, dass es im Grundgesetz eine Ewigkeitsgarantie, das heißt einen unantastbaren Schutz für Artikel 1 – Menschenwürde – und Artikel 20 – Demokratie, Rechtsstaat, Gewaltentrennung, Sozialstaat, Förderalismus, Volkssouveränität – gibt. Seit 1968 erlaubt das Grundgesetz sogar explizit den Widerstand gegen jene, die diese Ordnung umstoßen wollen, röter kann eine Linie nicht sein.

    Rote Linien sind aber auch, dass manche Grundrechte – die absoluten, allen voran die Menschenwürde – gar nicht eingeschränkt werden dürfen, und dass Einschränkungen der relativen Grundrechte deren „Wesen“ nicht „entkernen“ dürfen, das ist die „Wesensgehaltssperre“. Diese rote Linie wurde – wieder ein Lehrbuchbeispiel – vom Bundesverfassungsgericht im April 2020 verteidigt, als es allgemeine Demonstrationsverbote aufhob, weil diese einer Entkernung des Grundrechts gleichkamen: Der Gesetzgeber darf Grundrechte nur gut begründet vorübergehend bis zu einem gewissen Grad einschränken, aber nicht aufheben. Ich würde sagen: Das Grundgesetz und Verfassungsrecht sind ein sinnvolles Schutznetz aus roten Linien, und die Chance der Pandemie-Erfahrung besteht darin, die noch bestehenden Lücken in diesem Schutznetz zu schließen.

    Nun setzen Sie sich auch viel mit der Sprache auseinander. Was ist Ihnen in Bezug auf die Sprache während der Coronazeit aufgefallen? Ich denke an den Begriff: „Maskengegner“.

    Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob jemand gegen das Tragen von Masken ist oder nur gegen eine Maskenpflicht. Das eine mit dem anderen zu vermengen, ist ein diskursives Foul. Gemessen an den eigenen Protokollen müsste man aus heutiger Sicht auch das RKI als „Maskengegner“ bezeichnen, zumal es eine Maskenpflicht nicht unterstützte. Dasselbe gilt für die Unterscheidung „Impfgegner“ – Menschen, welche die Zulassung von Impfungen ablehnen – und Impfpflichtgegner. Ich bin der Ansicht: Hätte es keinen Impfdruck gegeben und keine Diskussion über eine Impfpflicht, gäbe es nur eine handverlesene Zahl von echten Impfgegnern im Land. Das schwerste Foul in dieser „Liga“ ist der Begriff „Maßnahmengegner“ für alle, die mit der Regierungslinie nicht einverstanden waren.

    Warum?

    Der Begriff insinuiert, dass die Bezeichneten gegen Maßnahmen an sich waren und Maßnahmen nicht für nötig hielten. Doch gab es viele Menschen, die andere Maßnahmen aktiv vorschlugen – von der Aufstockung der Betten über die Einbeziehung des Hausärztesystems (zur Vermeidung von Krankenhausaufnahmen) bis zu einem aktiven Meldesystem für Impfnebenwirkungen. Ich schlug im Juli 2021 gemeinsam mit sieben Universitätsprofessoren und acht weiteren Autoren solche und andere Maßnahmen vor, weshalb wir auf Wikipedia für längere Zeit als „Maßnahmengegner“ bezeichnet wurden – dabei waren wir nur gegen Grundrechtseinschränkungen. Die Medien hätten den Spieß auch umdrehen können und die Maßnahmenbefürworter konsequent als „Grundrechtegegner“ und Kritiker als Grundrechteschützer framen können. Das wäre genauso schief gewesen, aber es zeigt, welche Macht die Medien haben und welches Potenzial zur Manipulation im öffentlichen Diskurs liegt.

    Weitere Beispiele?

    Wir hatten ja schon das Beispiel „Lockdown“. Es muss noch einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden: Eine Demokratie ist kein Gefängnis, die Staatsbürger sind keine Häftlinge, und sie verdienen keine Bestrafung! Genau das meint aber „Lockdown“, das Verschließen von Straftätern in Einzelhaft wegen schlechten Betragens. „Impfdurchbruch“ hieß früher „Impfversagen“. Und gestorben „in Zusammenhang mit“ Covid-19 ist das Ende der wissenschaftlichen Pathologie. Die Wiederherstellung der Normalität bestünde hier darin, als gestorben „an“ Covid-19 nur noch Menschen zu bezeichnen, die nachweislich primärursächlich an Covid-19 gestorben sind, notfalls mithilfe von Obduktionen. Je nach Berechnung, und das sollte eine gründliche Aufarbeitung mit erledigen, wären dann von den gegenwärtig 7 Millionen Covid-19-Todesfällen weltweit nach WHO-Zählung zwischen einer Million und sechs Millionen tatsächlich „an“ Covid-19 verstorben. Immer noch schlimm und tragisch, aber unter keinen Umständen eine „Jahrhundert-Katastrophe“, wie Angela Merkel die „Analyse“ von Bill Gates übernahm, offenbar, um den Menschen große Angst zu machen.

    Und dann müsste unter anderem auch darauf geachtet werden, ob die an Covid verstorbenen Menschen Vorerkrankungen hatten, wie schwerwiegend diese waren, wie alt sie waren usw. Was sind nun die weiteren Schlüsse aus Ihrer Auseinandersetzung mit dem Komplex Grundrechte und Pandemiepolitik? Wie kann das, was sich die Politik erlaubt hat, zukünftig verhindert werden? Die Aufarbeitung geht bisher kaum voran.

    In Bezug auf die Grundrechte braucht es meines Erachtens ein offensives Vorgehen: eine gründliche Revision der Schwachstellen, welche die gleichzeitige Verletzung oder Einschränkung von 25 Grundrechten ermöglicht haben. Ich mache dazu viele konkrete Vorschläge: Von der Evidenz-Erfordernis spätestens ab der ersten Verlängerung (nach 3 Monaten) über die verpflichtende Anhörung pluraler Experten-Standpunkte (z.B. Drosten und Willich) bis zur schon angeführten Aufwertung einzelner Grundrechte oder ihrer Ausweitung, zum Beispiel des Zensurverbots von staatlicher Vorzensur auf Nachzensur in den sozialen Medien durch Internetplattformen (diese sollten ab einer bestimmten Größe verstaatlicht werden); oder des Diskriminierungsverbots in der EMRK auf „Gesundheitsstatus und medizinische Behandlung“ – das wäre das Ende von 1G, 2G, 2G+ und 3G. Im Gesundheitssektor würde ich im Sinn von Art. 14 GG eine verpflichtende Gemeinwohl-Bilanz einführen. Und angesichts des voranschreitenden Klimawandels würde ich zudem die Genfer Flüchtlingskonvention ausweiten in dem Sinne, dass eine zerstörte Umwelt zu einem anerkannten Fluchtgrund wird, das ist heute noch nicht der Fall. Was sollen aber Menschen tun, die zum Beispiel verbrannte Erde im Rücken haben und vor einer verschlossenen Grenze stehen?

    Was müsste noch getan werden?

    Die gefährliche Gain-of-function-Forschung sollte verboten werden. Nach aktuellem Stand stammt das Virus höchstwahrscheinlich aus dem Labor, zu diesem Schluss kommt u. a. der 500 Seiten starke Bericht des Corona-Untersuchungsausschusses des US-Kongresses. Wenn es einer Regierung ernsthaft um den „Schutz von Leben und Gesundheit“ geht, was die offizielle Begründung für alle Maßnahmen war, muss sie dieser Hochrisikoforschung einen Riegel vorschieben, das würde „anthropogene Pandemien“ verhindern. Das ist ein wichtiger Punkt.

    Es gibt aber nicht nur Pandemien, wir befinden uns in einer Polykrise, und bald könnte die nächste Ausnahmesituation vor der Tür stehen. Bevor sie sich einbürgert, sollten wir deshalb die „Notstandsmentalität“ so schnell wie möglich wieder ausmustern. Diese hat in der Weimarer Republik immer wieder zur Suspendierung einer ganzen Reihe von Grundrechten geführt, und dann direkt in den Nationalsozialismus. Deshalb haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes keinen Notstand mehr vorgesehen. 1968 kamen dann zwar notstandsähnliche Regelungen hinzu, die in der Politikwissenschaft als „Notstandsverfassung“ bezeichnet werden, doch der Begriff „Notstand“ als eigenes Recht findet sich bis heute nicht im Grundgesetz. Hier empfehle ich eine Klarstellung, dass es auch weiterhin zwar Naturkatastrophen und Pandemien und Kriege gibt, aber keinen „Notstand“ in der Bedeutung, dass der Gesetzgeber damit die Macht erhält, Grundrechte einzuschränken.

    Wir sollten als Gesellschaft lernen, Krisen demokratischer zu meistern, unter Einbeziehung der Bevölkerung. Ich schlage auch einen demokratischen Krisenrat vor, der sich aus einem breiten Stakeholder-Gremium zusammensetzt und mit einem Vetorecht gegen Grundrechtseinschränkungen in Krisenzeiten ausgestattet wird. Mit der Summe dieser Verbesserungen kämen die Grundrechte langsam in ihre volle Kraft.

    Lesetipp: Christian Felber: Lob der Grundrechte – Wie wir in kommenden Krisen das Gemeinwohl schützen. Westend. 03.02.2025. 224 S., 22 Euro.

    Leserbriefe zu diesem Beitrag finden Sie hier.


    Titelbild: Jaz_Online/shutterstock, © Bernd Hofmeister


    Rubriken: Audio-PodcastErosion der DemokratieGesundheitspolitikInnen- und Gesellschaftspolitik Interviews Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=128795


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 



    Leserbriefe zu „Christian Felber zur Coronapolitik: „Der Staat hat sich am Heiligen Schrein der Demokratie vergriffen““

    nachdenkseiten.de, vom 26. Februar 2025 um 13:49 Ein Artikel von:

    In diesem Interview legte der Politikwissenschaftler Christian Felber den Finger in die noch immer offene Wunde der Demokratie. Wie Parlamente während der Coronazeit mit den Grund- und Menschenrechten umgegangen seien, bedürfe einer sehr gründlichen, minutiösen Aufarbeitung. Unter anderem habe der Staat über „Kriegsrhetorik, Angstmache und Notstandsmentalität“ seine rigorose Politik durchgesetzt. Abschließend gefordert wird u.a.: „Wir sollten als Gesellschaft lernen, Krisen demokratischer zu meistern, unter Einbeziehung der Bevölkerung“. Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die wir hierzu erhalten haben. Christian Reimann hat die nun folgende Auswahl für Sie zusammengestellt.


    1. Leserbrief

    Danke, Marcus Klöckner und Christian Felbert, für dieses sachlich informative wie konstruktive  Gespräch mit klaren Ansagen für das, was “echte Demokratie” ausmacht. Dazu gehört, was Felbert hier anspricht:

    “Im Gesundheitssektor würde ich im Sinn von Art. 14 GG eine verpflichtende Gemeinwohl-Bilanz einführen. Und angesichts des voranschreitenden Klimawandels würde ich zudem die Genfer Flüchtlingskonvention ausweiten in dem Sinne, dass eine zerstörte Umwelt zu einem anerkannten Fluchtgrund wird, das ist heute noch nicht der Fall. Was sollen aber Menschen tun, die zum Beispiel verbrannte Erde im Rücken haben und vor einer verschlossenen Grenze stehen?”

    Fazit Felberts:

    “Wir sollten als Gesellschaft lernen, Krisen demokratischer zu meistern, unter Einbeziehung der Bevölkerung. Ich schlage auch einen demokratischen Krisenrat vor, der sich aus einem breiten Stakeholder-Gremium zusammensetzt und mit einem Vetorecht gegen Grundrechtseinschränkungen in Krisenzeiten ausgestattet wird. Mit der Summe dieser Verbesserungen kämen die Grundrechte langsam in ihre volle Kraft.”

    Die Nachdenkseiten haben im Umgang mit dem Corona-Geschehen gezeigt, was es heißt, multiprofessionell und interdisziplinär zu reflektieren, sprich unterschiedlichen (Fach)Stimmen Gehör zu verschaffen.

    Das sollte auch, bezüglich des Klima-Komplex, in dieser Weise fortgeführt werden.

    L.G.
    Ute Plass


    2. Leserbrief

    Liebe Leute von den NDS,

    die Corona-Geschichte ist aus meiner Sicht mehr ein Problem des Rechtsstaats als – mir dabei zu allgemein – der Demokratie. Die Justiz hat sich durch alle Instanzen hinweg als unfähig erwiesen, Grundrechte zu respektieren und die Exekutive effektiv zu kontrollieren. Die Urteilsbegründungen, die kaum etwas anderes beinhalten als „das RKI hat gesagt“, sind ganz überwiegend qualitativ sehr mangelhaft hinsichtlich der Unabhängigkeit der Gerichte und der Nutzung der juristischen Methodik.

    Mit freundlichen Grüßen
    Detlev Ramme


    3. Leserbrief

    Liebe Nachdenkseiten,

    für das Interview mit Christian Felber ganz herzlichen Dank!! Es ist wichtig zu wissen, dass es eine derart differenzierte Beobachtung gibt – und Hüter unseres Grundgesetzes. Besonders wichtig ist das natürlich im Hinblick auf unsere Zukunft.

    Von daher ein sehr herzliches Merci – Sie werden immer besser – top!!! ?

    War bei einem Vortrag von ihm in Lindau am Bodensee, zum Thema Gemeinwohl-Oekonomie, das war vor über 10 Jahren – brilliant!

    Auch daher die Anregung, Christian Felber zu einem nächsten Vortrag in die Südpfalz einzuladen!!
    Ich erinnere mich, dass beim Vortrag von Oskar Lafontaine meine ich, oder bei Ulrike Guerot, aus dem Publikum die Frage nach der Gestaltungsmöglichkeiten des Gemeinwohls, angesichts der ganzen Überroll-Manöver aus USA sowie der einseitig kapitalistisch ausgerichteten Finanzwelt es gibt.

    Bin sicher, dass Herr Felber in der Region auf sehr positive Resonanz stoßen wird!
    Er könnte somit sowohl zu seinem neuen Buch als auch zur Entwicklung der Gemeinwohl-Ökonomie vortragen.

    Über ein Feedback würde ich mich freuen!

    Mit herzlichem Dank & Gruß 
    G. P.


    4. Leserbrief

    Sehr geehrter Herr Klöckner, liebes Nachdenkseiten-Team!

    Vielen Dank für das Interview mit Herrn Felber.

    So sehr ich die Position von Herrn Felber befürworte, um so weniger kann ich seinen Optimismus teilen.

    Die Realität ist doch eher durch Personen wie Jean-Claude Juncker geprägt, der sinngemäß sagte:

    “Wir starten einen Versuchsballon und das auf wenig Widerstand trifft, drehen wir beim nächsten Mal die Schraube etwas fester an.”

    Ich glaube der Widerstand gegen die Maßnahmen war eher verhalten.

    Mit freundlichem Gruß
    Thomas Dose


    5. Leserbrief

    Liebe NDS-Redakdtion,

    wie war doch der Jubel groß über die medial tausendfach verbreitete Freude, als der Handel wieder aufsperren durfte (die wiedergewonnene “Freiheit”) – da stellt sich mir die Frage: Warum wurde nicht das reale Weiterlaufen des kapitalistischen Normalvollzuges als autoritär empfunden, sondern die Versuche, zum Zweck des Gesundheitsschutzes, in ihn einzugreifen? Ist das kein “blinder Fleck”?

    Viele Grüße
    Michael Wrazidlo


    6. Leserbrief

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Christian Felber irrt, wenn er sagt, dass der Staat lediglich “Notstandsmentalität” erzeugt habe. Der Staat – genau genommen eine deutliche Mehrheit der Bürger – hat sich dazu entschlossen, die Anwendung von Gewalt als adäquates Mittel zum Schutz der “Volksgesundheit” – das Wort widert mich wirklich an – zu betrachten. That is all.

    Zur Rückkehr des Denkens von vor 100 Jahren bestand eben ein allgemeines Bedürfnis, das im Grunde auch nie weg war, wie ich schon häufiger – ergebnislos – versucht habe anzumerken. Eine entsprechende Nachricht von mir an die Ärztekammer Westfalen-Lippe – streng nichtöffentlich – führt jetzt auch konsequenterweise zur juristischen Verfolgung durch die Kammer. 

    Wörtliches Zitat Felber:

    “Ein Lehrbeispiel im besten Sinn sind die Inzidenzgrenzen, die zum Lockdown ganzer Regionen geführt haben. Hier kann man zwar als Ziel den Schutz der Gesundheit anführen, was nicht falsch ist, und auch die Ansicht teilen, dass die Maßnahme zum Ziel der Vermeidung der Überlastung der Krankenhäuser beiträgt – allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass die Maßnahme selbst keine Kollateralschäden anrichtet, was die Angelegenheit bereits diffiziler macht.”

    Nee, das ist alles andere als diffzil. Diese Sätze zeigen die ganze Entnommenheit bürgerlichen Denkens, die das Grundgesetz und seine Schutzrechte als abstrake und letztendlich sinnentleerte Formel begreifen. Dass mit dem Geschwurbel auch vieler Massnahmengegner vom “Wuhanvirus” oder dem Laborursprung letztendlich eugenisches Denken – neue Erbanlagen setzen sich durch und killen alles – bedient werden – zu dieser Erkenntnis sind offenbar tiefergehende philosophische Analysen erforderlich, gegen die sich auch viele Autoren der Nachdenkseiten erfolgreich versperren. Leider!

    Leider kann ich nicht noch deutlicher werden; die insbesondere von sogenannten Linken jahrzehntelang vorgenommene Empörungsbewirtschaftung hat dazu geführt, dass man sich gut überlegen muss zu erwähnen, wann das letzte Mal ein Hygieneregime mit welchen Folgen aufgetreten ist. Deshalb lasse ich es.

    Ach so, die Regierung Trump hat jetzt den “Laborursprung” offiziell bestätigt, na dann muss es ja stimmen.

    Auch dieses Interview geht am Thema vorbei und reiht sich in zahlreiche zahnlose Artikel der Nachdenkseiten zum Thema Corona ein, die, als es darauf angekommen wäre, eine weitgehende Leerstelle blieben. Ich habe den Artikel nur gelesen, weil er über multipolar verlinkt war.

    Übellaunig,

    Dr. med. Alexander Fein


    7. Leserbrief

    Moin!

    Vielen Dank für das wertvolle Interview! Die Ambitionen zur Stärkung der Grundrechte teile ich uneingeschränkt, denn nur mit ihrer konsequenten Durchsetzung innerhalb der Gesellschaft können weitere staatlich orchestrierte Vergehen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhindert werden. Symbolträchtig dafür waren die friedlichen Menschen auf der Straße, welche das Grundgesetz in den Händen hielten und dafür polizeiliche Prügel einstecken mußten — ein klarer Fall von Machtmißbrauch.

    Ein wichtiger Baustein, um überhaupt eine PLandemie ausrufen zu können, war der Wegfall der Bedingung bei der WHO, daß für die Ausrufung der höchsten Stufe eine ungewöhnlich hohe Zahl an Toten, verursacht durch einen Erreger, nötig ist. Diese noch immer in den Köpfen der Menschen befindliche Annahme wurde aktiv mißbraucht, um Panik zu schüren, beispielsweise durch die Bilder von Bergamo, die ein so hohes Sterbegeschehen dokumentieren sollten, so daß sogar das Militär helfen mußte (wie man das beispielsweise aus Hollywood-Streifen kennt). Dadurch wurde den Menschen eingetrichtert, daß die allgemeine Situation nicht nur ernst, sondern potentiell lebensbedrohlich gewesen sei. Das ist eine perfide psychologische Strategie, vergleichbar mit schwarzer Pädagogik.

    Nicht ganz korrekt ist die Aussage, daß “es in der Epidemiologie bis 2020 gar” keine PCR-Tests gegeben hätte. Tatsächlich waren diese Tests die Basis für die Schweinegrippe (2009), der immer wiederkehrenden Vogelgrippe (wodurch hunderttausende von Tieren gekeult und damit den Bauern eine Einnahmequelle weggenommen wurden, zugunsten von multinationalen Großkonzernen), und sogar, was heute wenig bekannt ist, bei HIV. Wer erinnert sich beispielsweise noch an EHEC? “Nachweis” auch hier: ein PCR-Test, sogar vom RKI empfohlen, was man leicht durch eine Suchmaschine der Wahl im Internet recherchieren kann. Um es auf den Punkt zu bringen: PCR-Tests dürfen keine Diagnose stellen. Alles, was politisch damit begründet wird, ist deshalb schon im Ansatz falsch, ergo auch die Errechnung von “R-Werten” und “Inzidenzen”. Sie waren auch Voraussetzung für “genesen” und “getestet”, implementiert in 2G, 2G+ & 3G. Diagnosen dürfen einzig & allein Ärzte stellen. Der Blödsinn: “Ich habe einen positiven “Corona”-Test, also habe ich auch “Corona”!” muß endlich aus den Köpfen raus. Der Test ist außerdem so schlecht, daß man selbst bei einer Grippe einen positiven “Corona”-Test kriegen kann (E-Gen). Bei den “Affenpocken” hat man das gleiche Muster wie bei “Corona” zu wiederholen versucht, was aber “leider” ein Rohrkrepierer geworden ist. Da wird auch die Mär von asymptomatisch Infizierten wieder aufgewärmt. Auch hier hatte die WHO die höchste Stufe ausgerufen — unfaßbar.

    Vielen Dank übrigens für die Bestätigung, was ich schon von Anfang an kritisierte, daß Verordnungen nicht über den Gesetzen, schon gar nicht über dem Grundgesetz stehen können, weshalb alle Anweisungen und vor allem alle Strafen damit nichtig sind. Selbst die Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) war illegitim, weil diese nicht spezifisch genug waren und stattdessen der Politik quasi einen Blankoscheck auszustellen versuchte. Damit hinfällig sind übrigens auch alle Gerichtsurteile, die sich auf Verordnungen und dem geänderten IfSG stützten, inklusive dem Freibrief vom Bundesverfassungsgericht.

    Danke auch an Herrn Felber für das Geraderücken von umgedeuteten Begriffen. Nur so kann man absurde “Begründungen” vermeiden.

    Nicht einverstanden bin ich allerdings mit dem Aspekt, den “Klimawandel” als “Fluchtursache” mit einzubeziehen, da dieser aktuell in seiner behaupteten anthropogenen Form ebenfalls für eine Bevölkerungskontrolle und Geldumverteilung von unten nach oben mißbraucht wird und sich dessen Argumentation absurderweise auf ein lebensnotwendiges Spurenelement, CO2, bezieht. Wenn ein Mensch fliehen muß, weil ihm sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird, dann ist das natürlich ein legitimer Grund als Fluchtursache, das stelle ich an sich keineswegs in Frage.

    Bitte mehr von solchen Artikeln! Sie sind Balsam für eine durch die “Corona”-Zeit geschundene & traumatisierte Seele! Wenn noch viel mehr Menschen so denken, dann bin ich sicher, daß eine Aufarbeitung stattfinden wird. Deswegen wünsche ich dem Buch eine möglichst hohe Auflage!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Schauberger


    8. Leserbrief

    Sehr geschätzter Herr Klöckner,

    sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

    Ein bekannter Kölner Mediziner leitete fast 30 Jahre die Klinische Infektiologie am Universitätsklinikum Köln. Von 2013 bis 2019 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie. Er wirkte auch im Corona-Expertenrat des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Diese Zeitung veröffentlichte am 1. Februar seinen Gastbeitrag mit dem Titel „Wer will schon gerne belogen werden? – Die Corona-Pandemie war ein Wegbereiter für politische Demagogen – Es kommt darauf an, neu Vertrauen in Wissenschaft und rationales Handeln zu schaffen“.

    Auszüge aus dem Meinungsbeitrag, der eine halbe Seite füllte: „Eine Krisensituation wie die Pandemie ist sicherlich besonders dazu prädestiniert, Scharlatane und Demagogen zu Wort kommen zu lassen, die unbeeinflusst von wissenschaftlichen Erkenntnissen ihre Botschaften verbreiten.“ Einige Abschnitte weiter: „Offensichtlich haben während der Pandemie viele Menschen ihr Vertrauen in die Wissenschaft beziehungsweise in Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verloren. Nach einem Bericht der Wissenschaftszeitschrift ‚Nature‘ sank das Vertrauen in der US-Bevölkerung, dass Wissenschaftler im besten öffentlichen Interesse handeln, von 87 Prozent vor der Pandemie auf 73 Prozent im Jahr 2023. Es ist nicht anzunehmen, dass die Zahlen in Deutschland günstiger ausfallen.“ Und sein Beitrag schließt: „Ich bin überzeugt, dass Wissenschaftler und andere Personen des öffentlichen Lebens einen Beitrag dazu leisten können, den Verdrehungen von Tatsachen und den Lügen entgegenzuwirken. Sie können das, wenn sie ein Gegenbeispiel zu den Demagogen geben: Unsicherheit zugeben, wenn die Datenlage nicht eindeutig ist. Fehler eingestehen. Und vor allem: immer und unbedingt nach der Wahrheit streben.“

    Meinen Leserbrief dazu, der (natürlich!) nicht veröffentlicht wurde, dem jeweiligen Autor aber stets von der Redaktion zugeleitet wird, möchte ich hier bitte zur Kenntnis bringen.

    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    der Botschaft und Wortwahl des Gastbeitrages widerspreche ich hiermit deutlich! Die entschwärzten RKI-Protokolle (4000 Seiten), deren Echtheit vom RKI bestätigt werden, belegen, dass kaum eine Maßnahme (Masken, Lockdowns, Kontaktsperren, einrichtungsbezogene Impfpflicht) wissenschaftlich empfohlen wurde. Das RKI stellte fest, dass die Gefährlichkeit des Virus SARS-CoV-2 als mäßig und nicht höher einschätzte als die Gefährlichkeit des Influenza-Virus. Somit ordnete das RKI das Virus SARS-CoV-2 von Anfang an nicht als „Killervirus“ ein.

    Eine „Pandemie der Ungeimpften“, die der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im November 2021 und dann auch Markus Söder und Bodo Ramelow ausriefen, hat es nie gegeben, sondern dieser Begriff wurde ohne vorherige Rücksprache mit dem RKI verwendet. ‚Erfunden‘ hatte diesen Begriff die ehemalige CDC-Direktorin Walensky (USA), als sie im Juli 2021 Covid-19 zur ‚Pandemic of the Unvaccinated‘ erklärte. Von Beginn an war klar, dass ein PCR-Test weder eine Infektion noch eine Erkrankung feststellen kann und als alleiniges Diagnosemittel ungeeignet ist. Ein positiv getesteter Mensch war nicht zwangsläufig an COVID-19 erkrankt. Die positiven PCR-Tests wurden also entgegen allen medizinischen Standards offiziell zu Corona-Fallzahlen umetikettiert. Die Corona-Pandemie wurde somit herbeigetestet. Des Weiteren wurden laut dem damaligen RKI-Präsidenten Wieler alle positiv getesteten Patienten ungeachtet ihrer tatsächlichen Erkrankung als COVID-19-Fälle gezählt. Ebenso gingen sämtliche Verstorbene, die zuvor positiv getestet worden waren, als COVID-19-Tote in die Statistik ein- unabhängig von ihrer tatsächlichen Todesursache. Mit diesem Prozedere wurden die sogenannten Corona-Fallzahlen und die Anzahl der angeblich an COVID-19 Verstorbenen künstlich in die Höhe getrieben.

    Das RKI empfahl keine FFP2-Maskenpflicht. Sie begründeten dies mit der fehlenden Schutzwirkung der FFP2-Masken. Entgegen dem Rat der Wissenschaftler des RKI wurde seitens der Politik eine FFP2-Maskenpflicht verhängt. Die Wissenschaftler des RKI rieten davon ab, einen Lockdown zu verhängen, weil es keine wissenschaftliche Grundlage gab. Sie wurden dennoch angewiesen, ihre Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus SARS-CoV-2 von „mäßig“ auf „hoch“ zu setzen und dies nach außen zu vertreten. Ein Impfstoff muss bei Geimpften eine sterile Immunität erzeugen, so dass ein Erreger nicht weitergegeben werden kann. Nur wenn eine sterile Immunität erzeugt wird, lässt sich die Verhängung einer Impfpflicht medizinisch begründen. Obwohl die RKI-Protokolle das Wissen der Regierung darüber belegen, dass die modRNA-Stoffe keine sterile Immunität erzeugen konnten, wurde im März 2022 eine einrichtungsbezogene Impfpflicht verhängt. Zwei Wochen vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht informierte das RKI den Bundesgesundheitsminister schriftlich darüber, dass die modRNA-Impfstoffe nicht in der Lage sind, eine sterile Immunität zu erzeugen. Darüber informierte Minister Lauterbach die Abgeordneten aber nicht. Die Protokolle stellen auch fest, dass Corona-Fälle sowohl bei Geimpften als auch bei Ungeimpften auftraten. Folglich hatten die 2G- und 3G-Regeln keine wissenschaftliche Grundlage.

    Das sind die Fakten.

    Wer sind nun ‚die Scharlatane und Demagogen‘?

    Freundlich grüßt

    Erich-Günter Kerschke“

    Mit besten Grüßen
    EG Kerschke



    Rubriken: Leserbriefe


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    Lob der Grundrechte

     (Buchtitel)


    Unsere Grundrechte sind ein wichtiger Anker unserer Demokratie; sie schützen die Bürgerinnen und Bürger vor Übergriffen des Staates und sichern gleichzeitig essenzielle öffentliche Leistungen. Sie wurden im Laufe der letzten 250 Jahre Schritt für Schritt proklamiert und in nationales und internationales Recht integriert. Ihre Einschränkung wurde zunehmend erschwert. Doch spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar, dass sie sich leichter außer Kraft setzen lassen, als man es lange Zeit für möglich gehalten hätte. Der Publizist und Gemeinwohl-Vordenker Christian Felber analysiert das Pandemie-Management aus ganzheitlicher Perspektive, um Lehren für die Zukunft zu ziehen. Er macht konkrete Vorschläge zur Stärkung und Weiterentwicklung des Grund- und Menschenrechtssystems, um demokratische Gesellschaften krisenfest zu machen.


    Vorwort: Martin Sprenger, Arzt und Gesundheitswissenschaftler


    Presseinformation Christian Felber 03.02.2025


    Kommentar: „In der Polykrise: Plädoyer für Stärkung der Grundrechte“


    5 Analyse-Flashlights


    10 Verbesserungsvorschläge


    Persönlicher Corona-Vlog vom 14. April 2020: Vieles war vorhersehbar.


    Replik auf Leonhard Dobusch/Momentum-Institut (Der Faktencheck, der eine Meinung war 14. Mai 2022)

    Replik auf Ulrich Berger und Jesús Crespo Cuaresma (Corona-Tagebuch 22. Oktober 2025)

    Schutzfilm „Lob der Grundrechte“ (1:40 h) (11/2025)

    Produkte

    Taschenbuch

    Erscheinungsdatum: 03.02.2025
    Westend Verlag, € 22,00
    ISBN 9783864894909
    Hier bestellen: Westend

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    E-Book

    Februar 2025, Westend, € 17,99
    ISBN: 9783987910906
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    Kindle-Version

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    Hörbuch

    Westend Verlag, € 21,99
    Sprecher: Matthias Ernst Holzmann, Spieldauer: 8,5 Stunden
    bei isid.de – media production erschienen

    Screenshot_2026_04_25_at_21_49_36_Lob_der_Grundrechte_Christian_Felber_Modell_der_Zukunft


    Downloads


    Buchvorschau (PDF, DE, 4 Seiten)


    Flyer zum Buch (PDF, DE, 2 Seiten)


    Fußnoten und Literatur zum Buch (PDF, DE, 52 Seiten)


    Errata (PDF, DE, 1 Seite) (Stand: November 2025)


    Rezensionen

    „Man kann sich nur wünschen, dass Felbers engagiertes und gründliches Buch neuen Schwung bringt in die Aufarbeitung der Corona-Zeit […]“
    Jonny Rieder, Radio München

    „Felber räumt noch mit einem anderen Mythos auf, der behaupteten Alternativlosigkeit der Maßnahmen. […] Eine echte und gut dokumentierte Aufarbeitung all dieser Verwerfungen hat bis jetzt noch nicht einmal begonnen. Wenn sich Politik, Medien und Gesellschaft in hoffentlich naher Zukunft dazu bereitfinden, dann bietet Felbers Buch dafür eine gute Diskussionsgrundlage. Es ist klar argumentiert und verständlich geschrieben, alle Aussagen sind mit externen Links auf der Verlags-Homepage belegt.“
    Dietmar Krug, Der Standard (Album)

    „Christian Felber nimmt die Erfahrungen während der Covid-19-Pandemie zum Anlass, die Anker der Demokratie für kommende Krisen fester zu vertäuen. Zu den konkreten Vorschlägen zählen ein demokratisches Krisenmanagement, ein Verzicht auf Notstandsgesetze, die Ausweitung krisenfester Grundrechte, die Nachschärfung der Verhältnismäßigkeitsprüfung und die Proklamation neuer Grundrechte, wie zum Beispiel ökologische Menschenrechte. Das Buch macht auch konkrete Vorschläge zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts, für gute Wissenschaftskommunikation sowie für einen wertschätzenden öffentlichen Diskurs mit Fokus auf Zuhören und Respekt vor der anderen Meinung.“
    forum Nachhaltig Wirtschaften

    „Lob der Grundrechte ist nicht nur eine gelungene Dokumentation zur umfassenden, aber wertschätzenden Aufarbeitung der Corona-Pandemie. Es ist tatsächlich ein Lehrbuch für Demokratie und ein Kompendium für die politische und gesellschaftliche Gestaltung einer gelingenden gemeinwohlorientierten Gesellschaft. Anspruchsvoll und einfach lesenswert!“
    Günter Grzega, Pressenza

    „Fundierte Analyse der Grundrechtseinschränkungen während der Corona-Krise mit Folgerungen für zukünftige Krisen.“
    Harald Meißner, ekz Bibliotheksservice

    „Ein Schlüsselelement, um den sozialen Zusammenhang wieder zu stärken, sei mehr soziale Teilhabe. Das ist ein richtiger und wichtiger Gedanke.“
    Dagmar Jestrzemski, Preußische Allgemeine

    „Es sind unbequeme Fragen, die der österreichische Autor und Initiator der „Gemeinwohlökonomie“, Christian Felber, in seinem dieses Jahr erschienenen Buch „Lob der Grundrechte – Wie wir in kommenden Krisen das Gemeinwohl schützen“ stellt. Er präsentierte seine Antworten darauf, die er in dem sorgfältig recherchierten und mit gut nachvollziehbaren Quellenangaben hinterlegten Buch zusammengetragen hat, vergangene Woche etwa 100 Besuchern im Lüchower Ratskeller.“


    Beate Achilles, Volksstimme


    Interviews

    Fundraising-Magazin Ausgabe 2/2025


    Rico Stehfest

    NachDenkSeiten


    Marcus Klöckner

    ÖkologiePolitik (PDF)


    (Online Link)
    Günther Hartmann


    Salzburger Nachrichten
    Eva Bachinger


    Die Furche
    Gastkommentar, Christian Felber


    Ökodorf-Podcast Siebenlinden Folge 126
    Simone Britsch


    Vortrag beim Club of Vienna 27. Mai 2025
    „Grundrechte und Covid-Pandemie“


    Info: https://christian-felber.at/buecher/lob-der-grundrechte/


    unser Kommentar: 

    Am eigenen Leib durfte ich als Mitglied der GWÖ-Regionalgruppe Hannover erleben, wie Menschen die sich kritisch reflektierend mittels seriöser Mittel kurz zu Corona äußerten im Auftrage des Nordvereins ohne Anhörung (rechtliches Gehör) separiert (rausgeworfen) werden sollten. 

    Meine Bitte um Besprechung im monatlich erfolgenden Plenum wurde mir verweigert. Von einem außerordentlich einberufenen Plenum, dies erfolgte unter Leitung einer Mediatorin, wurde ich seinerzeit ebenfalls ausgeschlossen. Ein damaliges Mitglied trat auch aus der GWÖ (Nordverein) aus, als man ihr auf die Frage meines Ausschlusses antwortete: "Das  habe schon seine Gründe."


    In meiner Wahrnehmung erfolgte das gezielt durch eine frisch in die Gruppe hinein gekommene Person, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal Vereinsmitlied war und sich eloquent beschwerte, dass ich im internen E-Mailgruppenverteiler seiner Bitte nicht konsequent entsprach und ihm noch eine weitere Mail zukommem ließ. (Ein m. E. geringfügiges Vergehen, dass wenn überhaupt höchstens eine Abmahnung zur Folge haben sollte.)

    Dass ich in der Sache keinen Rückhalt genoss, sondern eher ausweichende  Antworten statt eine klärende Aussprache erfuhr, veranlasste mich meinerseits nur die GWÖ-Regionalgruppe Hannover zu verlassen jedoch im GWÖ-Gründungsverein weiter zu verbleiben. 


    Dieser Umgang mit mir verhält sich im völligen Gegensatz zur Bereitschaft Christian Felbers in seinem 2025 erschienenen Buch "Lob der Grundrechte" , „Fundierte Analyse der Grundrechtseinschränkungen während der Corona-Krise mit Folgerungen für zukünftige Krisen.“, aufzuarbeiten.


    Für bezeichnend erscheint mir auch die Äußerung eines Mitglieds der GWÖ-Hannovergruppe bereits vor einigen Jahren, dass man Chr. Felber verbieten solle sich kritisch zu Corona zu äußern.


    Für ebenfalls bezeichnend halte ich den Umstand, dass eine weitere GWÖ-Regionalgruppe ggf. östlich Hannovers es gerade jetzt abgelehnt haben soll Chr. Felber thematisch zu seinem aktuellen Buch von 2025, "Lob der Grundrechte"  (Analyse der Grundrechtseinschränkungen während der Corona-Krise..) einzuladen.


    Fazit:

    Zu klären ist, was das für graue Eminenzen sind, die nicht nur im Hintergrund wirksam, und die ihren Einfluss auf solch gemeinwohlunverträgliche Weise geltend machen können. Und sogar dem Gründer der GWÖ am liebsten das Wort verbieten wollen.


    Dass es da "noch einiges" zu klären gibt, macht mich eher wieder zuversichtlich, denn das steht dann eher für gütliches.


    Herzliche Grüße, Thomas Bauer

    25.04.2026

    Col. Lawrence Wilkerson in der Serie "World War III": Der Zerfall des amerikanischen Imperiums

    Screenshot_2026_04_26_at_00_18_52_Col._Lawrence_Wilkerson_in_der_Serie_World_War_III_Der_Zerfall_des_amerikanischen_Imperiums


    forumgeopolitica.com, vom Do. 23 Apr 2026 ,  Claudio Grass

    In diesem ernüchternden Interview stützt sich Lawrence Wilkerson auf seine jahrzehntelange Erfahrung, um den globalen Niedergang der USA zu analysieren. Er argumentiert, dass die derzeitigen Strategien – von Stellvertreterkriegen bis hin zur nuklearen Abschreckung – die Welt an einen gefährlichen Wendepunkt treiben.


    Das folgende Interview bietet einen faszinierenden Rückblick auf die vergangenen Konflikte, in die die USA verwickelt waren, aber auch einen sehr beunruhigenden Ausblick auf die Zukunft, insbesondere angesichts der jüngsten Entwicklungen im Iran-Konflikt. Oberst Lawrence Wilkersons militärische und diplomatische Laufbahn bildet eine einzigartig solide Grundlage für seine Einschätzung der aktuellen geopolitischen Lage der USA. Nach 31 Dienstjahren in der US-Armee und anschließend als Stabschef von Außenminister Colin Powell von 2002 bis 2005 beruhen seine Erkenntnisse über den institutionellen Verfall auf Erfahrungen aus erster Hand.

    Wilkerson bezeichnet die Zeit nach 1945 als den Höhepunkt der amerikanischen Hegemonie und stellt fest, dass das Wegfallen der Kräftegleichgewichte des Kalten Krieges, die den Machtappetit der USA in Schach hielten, zu einer Phase unkontrollierter Expansion führte, in der das Land „als Imperium außer Kontrolle geriet“. Nun, wie alle Imperien es zwangsläufig tun, befindet sich die Supermacht in ihrem endgültigen Niedergang. Die aktuellen strategischen Versuche, diesen Niedergang durch nukleare Abschreckung zu steuern, betrachtet er als „Selbstmordmission“. Mit anderen Worten: Die Idee der gegenseitig gesicherten Zerstörung ist kein Abschreckungsmittel mehr, sondern ein zunehmend wahrscheinliches Ergebnis.

    Bezüglich des Ukraine-Krieges erkennt Wilkerson ihn klar als einen kalkulierten Stellvertreterkrieg, der von den USA orchestriert wurde, mit dem primären Ziel, „Russland auszubluten“ und die Verschiebung der globalen Macht nach Osten zu blockieren. Er argumentiert, dass diese Strategie kontraproduktiv gewesen sei, da sie unbeabsichtigt ein strategisches und wirtschaftliches Bündnis zwischen Russland, China und Indien gefestigt habe – eine Entwicklung, die den Westen vom wachsenden Einfluss des Globalen Südens isoliere. Dabei betont er, dass „drei Viertel der Welt gegen uns sind“ und dass der Übergang zu einer multipolaren Weltordnung etwas sei, auf das der Westen nur unzureichend vorbereitet ist.

    Er sagte zudem mit bemerkenswerter Präzision den US-israelischen Krieg gegen Iran voraus. In seiner Einschätzung war dieser Konflikt stets unvermeidlich, da Israels Bemühungen, die USA in eine Auseinandersetzung mit Iran hineinzuziehen, seit Langem deutlich gewesen seien. Wilkerson erwartete, dass der Konflikt letztlich über die anfänglichen Annahmen der politischen Entscheidungsträger hinaus eskalieren würde. Er sah voraus, dass die USA zwar wahrscheinlich mit einer Luftkampagne beginnen würden – was tatsächlich geschah –, diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen würden, um einen entscheidenden Sieg zu erringen, was sich ebenfalls bestätigte: „Wenn wir in einen Krieg mit Iran hineingezogen werden, werden wir mit Luftangriffen beginnen. Aber das wird nicht genug sein. Wir werden Bodentruppen einsetzen müssen. Und sobald man Bodentruppen in ein Land der Größe Irans mit seiner Geografie und seiner Bevölkerung von fast 90 Millionen Menschen entsendet, befindet man sich in einem Krieg, den man nicht gewinnen kann.“

    Er äußerte außerdem seine Prognose darüber, was danach folgen werde: „Ich beginne zu glauben, dass Israel innerhalb der nächsten ein bis anderthalb Jahre nicht mehr als irgendeine Art von Staat bestehen wird, weil es gemeinsam mit seinem großen Beschützer, den Vereinigten Staaten — oder besser gesagt dem amerikanischen Imperium — auf dem Schlachtfeld deutlich besiegt werden wird. Denn wir werden in den Iran gehen, und das wird unser Syrakus sein. Das wird unser Ende sein.“


    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/col-lawrence-wilkerson-in-der-serie-world-war-iii-der-zerfall-des-amerikanischen-imperiums


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.04.2026

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