17:30 Uhr
Israel bombardiert weiter den Libanon
Im Verlauf des Tages hat Israel seine Bombenkampagne im Libanon fortgesetzt. Eine ganze Reihe von Städten im Südlibanon wurde bombardiert.
Einige Zeit später wurde im Ort Toul nach einem Luftangriff erneut ein Rettungswagen angegriffen, während die Opfer des ersten Angriffs behandelt wurden. Seit Beginn der israelischen Angriffe auf den Libanon wurden bereits über hundert Rettungssanitäter Opfer derartiger Angriffe.
Selbst auf CNN wird dieses israelische Vorgehen inzwischen kritisch gesehen. Israel "lege mit seiner Reeskalation im Libanon durch Bombenangriffe auf Hisbollah-Führer Feuer an einen entscheidenden Balken der Waffenruhe", schrieb der Kommentator Nic Robertson.
17:01 Uhr
Rubio beim Papst: Die Wogen glätten
Um das Verhältnis zwischen der aktuellen US-Regierung und – ausgerechnet dem ersten US-amerikanischen – Papst Leo steht es nicht zum Besten, seit US-Präsident Donald Trump Leo wegen seiner Friedensbemühungen vorgeworfen hatte, er wolle wohl iranische Atomwaffen. Auch die jüngsten Vorfälle im Zusammenhang mit der israelischen Kriegsführung wie zuletzt ein Bild eines israelischen Soldaten im Libanon, der eine Marienstatue schändete, dürften angesichts Trumps engen Verhältnisses zu Benjamin Netanjahu nicht zu größerer Nähe geführt haben.
US-Außenminister Marco Rubio, selbst Katholik, wurde nun in den Vatikan geschickt, um die Wogen zu glätten. Dort hatte er nicht nur ein halbstündiges Gespräch mit Papst Leo, sondern auch ein Treffen mit dem Staatssekretär des Vatikan, Kardinal Pietro Parolin.
Papst Leo hatte darauf bestanden, seine Botschaft sei nur die biblische Botschaft des Friedens. Er hatte unter anderem erklärt, Drohungen gegen Iran seien "wirklich nicht akzeptabel". "Gott hört die Gebete derer nicht, die Krieg führen ... Eure Hände triefen von Blut."
Das US-Außenministerium teilte nach dem Treffen mit: "Das Treffen unterstrich die starken Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Heiligen Stuhl und ihre geteilte Entschlossenheit, Frieden und Menschenwürde zu fördern."
16:30 Uhr
US-Abgeordnete wollen Auskünfte über Israels Atomwaffen
Eine Gruppe von 30 Kongressabgeordneten unter der Leitung des Texaners Joaquin Castro hat am Montag eine Anfrage an US-Außenminister Marco Rubio geschickt. Castro teilte das heute auf seinem X-Kanal.
Es gehe darum, sechzig Jahre des Schweigens zu beenden: "Es steht zu viel auf dem Spiel, um Ignoranz hinzunehmen. Wir sind neben Israel im Krieg mit Iran, ohne zu wissen, welche roten Linien sie für einen Einsatz gebrauchen."
Bei den ingesamt elf detaillierten Fragen geht es nicht nur um die Zahl israelischer Atomwaffen, die Anreicherungsfähigkeiten oder die Nukleardoktrin. Es geht auch darum, ob die US-Regierung eine Notfallplanung für den Fall erstellt hat, dass Israel Atomwaffen einsetzt.
"Eine effektive Politik der Nichtverbreitung [von Atomwaffen] in der Region erfordert, dass die Vereinigten Staaten bezüglich der Fähigkeiten aller Akteure in der Region transparent sind, damit wir für die Region Politikvorschläge erarbeiten können. (...) Wir können keine kohärente Politik der Nichtverbreitung für den Nahen Osten entwickeln, auch in Hinsicht auf das zivile Atomprogramm Irans und die zivilen Nuklearbestrebungen Saudi-Arabiens, während wir eine Politik des offiziellen Schweigens über die nuklearen Waffenfähigkeiten einer Partei bewahren, die in dem laufenden Konflikt, in dem die Vereinigten Staaten direkter Teilnehmer sind, zentral ist."
Die Antwort auf diese Fragen wird bis zum 18. Mai erwartet. Auch wenn zu vermuten ist, dass das US-Außenministerium sein Bestes geben wird, keine Antwort zu liefern – dass die Frage überhaupt aus den Reihen des US-Kongresses gestellt wird, zeigt, dass auch dort zumindest einige sich darüber im Klaren sind, dass der Elefant im Raum bei Verhandlungen zwischen Iran und USA Israels Atomwaffen sind.
16:01 Uhr
Frankreich verlegt Flugzeugträger Richtung Hormus: "Charles de Gaulle" passiert Suezkanal
Frankreich hat seine Flugzeugträgerkampfgruppe um den nuklearbetriebenen Träger "Charles de Gaulle" in Richtung Rotes Meer verlegt. Das französische Militär veröffentlichte dazu Zeitrafferaufnahmen der Durchfahrt durch den Suezkanal am Mittwoch.
Damit befindet sich Europas stärkstes Kriegsschiff näher an der Straße von Hormus, deren faktische Blockade inzwischen als Sinnbild des Krieges gegen Iran gilt. Laut Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dient die Verlegung der Vorbereitung eines möglichen französisch-britischen Marineeinsatzes in der Meerenge.
15:15 Uhr
US-Benzinpreise dürften trotz möglichen Iran-Deals noch lange hoch bleiben
Selbst wenn es diesmal tatsächlich zu einem Friedensabkommen zwischen den USA und Iran kommen sollte, dürften Verbraucher in den USA noch lange auf eine Rückkehr zu den niedrigen Spritpreisen von Anfang 2026 warten müssen. Das berichtete Axios am Donnerstag.
Analysten zufolge würden die Benzinpreise zwar kurz nach einer Wiederöffnung der Straße von Hormus sinken, aber wohl noch bis mindestens zu den US-Zwischenwahlen deutlich über dem Vorkriegsniveau bleiben. Der durchschnittliche Preis für eine Gallone Normalbenzin lag am Mittwoch laut AAA bei 4,54 Dollar – vor dem Krieg waren es weniger als drei Dollar gewesen.
Patrick De Haan vom Analysehaus GasBuddy erwartet, dass innerhalb von ein bis drei Monaten etwa ein Drittel des kriegsbedingten Preisanstiegs zurückgehen könnte. Eine vollständige Rückkehr zum früheren Preisniveau sieht er jedoch frühestens Anfang oder Mitte 2027.
Als Gründe gelten die anhaltenden Verwerfungen auf den globalen Ölmärkten. Experten verweisen darauf, dass sowohl die Wiederaufnahme von Öllieferungen aus dem Nahen Osten als auch die Rückkehr gedrosselter Fördermengen Zeit benötigen.
Hinzu kommt der sogenannte "Rocket and Feathers"-Effekt: Steigende Ölpreise schlagen sich schnell an Tankstellen nieder, sinkende Rohölpreise werden dagegen oft nur langsam an Verbraucher weitergegeben.
Analysten warnen außerdem, dass Iran nach der zeitweisen Blockade der Straße von Hormus künftig dauerhaft als Risiko für die globale Energieversorgung gelten könnte.
14:30 Uhr
Sohn von Hamas-Unterhändler getötet – Hamas spricht von Sabotage von Trumps Gaza-Plan
Der Sohn eines führenden Hamas-Unterhändlers, der an von den USA vermittelten Gesprächen über die Zukunft des Gazastreifens beteiligt war, ist nach Angaben eines ranghohen Hamas-Vertreters bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Die Meldung wurde am Donnerstag bekannt, während Hamas-Führer in Kairo Gespräche zur Sicherung der Waffenruhe mit Israel führten.
Azzam al-Hayya, Sohn des hochrangigen Hamas-Politikers Chalil al-Hayya, erlag laut dem Hamas-Funktionär Basim Naim am Donnerstag seinen Verletzungen nach einem israelischen Angriff in der Nacht zum Mittwoch. Er ist bereits der vierte Sohn al-Hayyas, der bei israelischen Angriffen ums Leben kam.
Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Al-Hayya, Vater von sieben Kindern, hat mehrere israelische Tötungsversuche überlebt. Bei einem israelischen Angriff in Doha im vergangenen Jahr wurde bereits ein weiterer seiner Söhne getötet. Zwei zusätzliche Söhne waren bei früheren Angriffen im Gazastreifen in den Jahren 2008 und 2014 ums Leben gekommen.
In einem Interview mit Al Jazeera vor Bekanntwerden des Todes seines Sohnes warf al-Hayya Israel vor, die Vermittlungsbemühungen rund um den Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump sabotieren zu wollen. Der Plan wird von einem sogenannten "Board of Peace" begleitet.
Die jüngste Gewalt fällt in eine Phase intensiver Gespräche in Kairo, bei denen Hamas-Vertreter, andere palästinensische Gruppen, regionale Vermittler sowie Nikolai Mladenow als Chefgesandter des "Board of Peace" über die zweite Phase von Trumps Gaza-Plan beraten.
Der im Oktober vereinbarte Plan sieht Berichten zufolge den Abzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen sowie den Beginn des Wiederaufbaus vor, während die Hamas im Gegenzug ihre Waffen niederlegen soll.
13:30 Uhr
Iranischer Präsident trifft Modschtaba Chamenei erstmals seit Kriegsbeginn
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich nach eigenen Angaben kürzlich mit dem Obersten Führer Modschtaba Chamenei getroffen. Es ist der erste öffentliche Bericht über eine Begegnung der beiden, seit Chamenei zu Beginn des US-amerikanisch-israelischen Krieges gegen Iran verwundet worden war. Das Treffen sei von einer "bescheidenen und zutiefst herzlichen" Atmosphäre geprägt gewesen, wird Peseschkian zitiert.
Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ali Chamenei, der am ersten Tag des Krieges getötet worden war.
12:45 Uhr
Israelisches Militär meldet Tötung des Kommandeurs der Radwan-Einheit der Hisbollah
Das israelische Militär hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass es bei einem Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut am Mittwoch Ahmad Balut, den Kommandeur der Eliteeinheit Radwan der Hisbollah, getötet habe. Es handelte sich um den ersten israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt seit der im vergangenen Monat vereinbarten Waffenruhe, wie die IDF am Donnerstag mitteilten.
Sie erklärten außerdem, Muhammad Ali Bazzi, den Leiter der Geheimdienstabteilung der Nasser-Einheit, sowie Hussein Hassan Romani, den Beobachtungsoffizier der Luftabwehr der Hisbollah, getötet zu haben.
Die Attacke in Beirut gefährdet die ohnehin brüchige Feuerpause zwischen den USA und Iran. Eine Kernforderung Teherans war dabei ein Stopp der israelischen Militäraktionen im Libanon.
Zugleich versucht Israel offenbar, die Gespräche zwischen Iran und den USA zu sabotieren. Laut Ynet sagen israelische Beamte, das entstehende US-Iran-Abkommen würde Israels Ziele hinsichtlich des iranischen Nuklearprogramms, der ballistischen Raketen und des regionalen Stellvertreternetzwerks nicht erfüllen.
Die Beamten befürchten, dass die Vereinbarung das iranische Raketenarsenal weitgehend unangetastet lassen, Iran Milliarden zurückgeben und israelische Militäroperationen einschränken würde. Eine Quelle bezeichnete das Abkommen sogar als "schrecklich für Israel".
11:45 Uhr
Trotz Irans Ankündigungen zur Straße von Hormus: Reedereien bleiben vorsichtig
Reedereien gehen weiterhin vorsichtig vor, wenn es um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus geht, nachdem Berichte über eine mögliche Wiederöffnung des wichtigen Öl- und Handelskanals im Zuge von Verhandlungen zwischen Iran und den USA verbreitet wurden.
Die iranische Revolutionsgarde erklärte am 6. Mai, dass durch "neue Protokolle" eine sichere und stabile Passage durch die Wasserstraße gewährleistet sei. Dies erfolgte kurz nachdem bekannt worden war, dass die USA ein Friedensabkommen vorgeschlagen haben, das derzeit von Teheran geprüft wird.
Laut iranischen Staatsmedien würden die Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde (Persian Gulf Strait Authority) und müssten den Vorgaben folgen, berichtete der staatliche Sender Press TV. Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen, wie Iran auf Verstöße reagieren könnte und ob die Gardisten von den Tankern eine Maut fordern.
Fünf Branchenvertreter – darunter Reeder, Schiffsmanager und Sicherheitsberater – betonten jedoch, es sei noch zu früh und die Lage zu unklar, um den regulären Verkehr wieder aufzunehmen. Zwei von ihnen verwiesen auf einen Angriff auf ein Containerschiff am 5. Mai als Grund für anhaltende Vorsicht.
Der internationale Schifffahrtsverband BIMCO erklärte, er benötige zunächst eine offizielle Bestätigung der neuen Transitregeln, bevor er seine Sicherheitsrichtlinien anpassen könne.
"Die Reeder, mit denen ich gesprochen habe, sagten, sie würden es erst glauben, wenn sie die Transitregeln sehen", sagte Halvor Ellefsen, Direktor des Schiffsbrokers Fearnleys Shipbrokers UK Ltd. in London. "Es ist nicht das erste Mal, dass es ermutigende öffentliche Erklärungen gab, die sich später nicht bewahrheitet haben."
Am 6. Mai war kein unmittelbarer Anstieg des Schiffsverkehrs zu beobachten. Allerdings kann es mehrere Stunden dauern, bis sich ein möglicher Anstieg in den Schiffsverfolgungsdaten widerspiegelt.
10:55 Uhr
US-Blockade setzt Irans Ölsektor unter Druck – Teheran sucht Ausweichrouten
"Die US-Seeblockade stellt eine viel größere Bedrohung dar als selbst ein Krieg, und die gegenwärtige Pattsituation muss durchbrochen werden, denn der Export unseres Öls und unserer Energie sowie das Schicksal unserer Raffinerien sind jetzt gefährdet", sagte Hamid Hosseini, ein Experte für den iranischen Ölsektor und Mitglied des Energieausschusses der iranischen Handelskammer, in einem Interview aus Teheran mit der New York Times.
Die US-Blockade habe Irans Ölexporte zum Erliegen gebracht und damit lebenswichtige Einnahmen abgeschnitten, berichtet die US-Zeitung. Dem Land drohe nun, an die Grenzen seiner Öllagerkapazitäten zu stoßen. Auch die Einfuhr anderer Güter sei betroffen, sodass Iran gezwungen sei, alternative Routen über Nachbarländer und seine kleineren Häfen am Kaspischen Meer zu suchen.
Iran fördert normalerweise rund 4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Etwa die Hälfte davon wird im Inland verbraucht, der Rest ist für den Export bestimmt. Dieses Exportöl wird sowohl in Tanks an Land als auch auf Tankern im Persischen Golf gelagert. Die entsprechenden Lagerkapazitäten – rund 120 Millionen Barrel an Land, einschließlich der Insel Kharg, sowie etwa 32 Millionen Barrel auf See – können schnell an ihre Grenzen stoßen, da die Blockade die Rückkehr nahezu aller leeren Tanker behindert.
Nach Einschätzung von Homayoun Falakshahi, Leiter der Ölanalyse beim Rohstoffdatenanbieter Kpler, könnte Iran bei anhaltender Blockade bereits innerhalb von etwa 25 bis 30 Tagen an die Grenzen seiner verfügbaren Öllagerkapazitäten stoßen. Ohne eine Aufhebung der Blockade wäre das Land dann gezwungen, entweder die Produktion deutlich zu drosseln oder zusätzliche Ausweich- beziehungsweise Notlager (zum Beispiel auf Tankern) stärker zu nutzen.
Ein Beamter des iranischen Ölministeriums erklärte, Iran habe zur Abmilderung der Lagerkrise die Produktion an einigen Ölquellen gedrosselt. Der Beamte, der aufgrund der Sensibilität der Angelegenheit anonym bleiben wollte, schätzte, dass die Lagerkapazitäten an Land und auf See in etwa 40 bis 45 Tagen erschöpft sein werden.
Vor dem Krieg wurden rund 70 Prozent der iranischen Importe und Exporte über die Häfen an der Südküste abgewickelt. Das Land importiert eine breite Palette an Gütern, darunter Getreide, Medikamente, Elektronik und Industrieanlagen. Die Regierung sucht derzeit nach alternativen Wegen, um die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung sicherzustellen.
Iran verfügt über zahlreiche Land- und Seegrenzen – im Westen zur Türkei und zum Irak, im Osten zu Afghanistan und Pakistan sowie im Norden zu Aserbaidschan, Armenien, Turkmenistan und dem Kaspischen Meer –, die nicht von der US-Blockade betroffen sind. Das Land hat begonnen, Waren über den Landweg aus Pakistan und der Türkei zu beziehen, empfängt Lieferungen über das Kaspische Meer aus Russland und nutzt eine Eisenbahnverbindung, die China über Turkmenistan und Kasachstan mit Iran verbindet.
"Diese Routen werden die Störungen im Persischen Golf nicht vollständig ausgleichen, aber sie bieten zumindest eine gewisse Entlastung und eine begrenzte Alternative zu den südlichen Häfen", sagte Esfandyar Batmanghelidj, Geschäftsführer der Bourse & Bazaar Foundation, einer in London ansässigen Denkfabrik, die die iranische Wirtschaft analysiert.
10:00 Uhr
Irans Chefunterhändler: USA wollen Teheran zur Kapitulation zwingen
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat den USA vorgeworfen, Teheran mit verschiedenen Methoden zur Kapitulation zwingen zu wollen. "Der Feind versucht in seiner neuen Strategie, durch eine Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation den Zusammenhalt des Landes zu zerstören, um uns zur Kapitulation zu zwingen", sagte Ghalibaf in einer am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Botschaft.
Der Sieg werde Iran zu einer führenden globalen Macht machen. Er rief alle Iraner dazu auf, sich um die Flagge zu scharen und für das Land zu kämpfen.
Auf einen von den USA vorgelegten Friedensplan, den Teheran eigenen Angaben zufolge noch prüft, ging der einflussreiche Politiker und Chefunterhändler für die Gespräche mit den USA nicht weiter ein.
09:45 Uhr
Das größte Hindernis für einen Deal ist Trumps Ego
Präsident Donald Trumps ständige Herabwürdigung der iranischen Führung beunruhigt einige arabische und US-amerikanische Nahost-Experten, berichtet Politico. Sie befürchten, dass solche Beleidigungen ein großes Hindernis für ein tatsächliches Ende des Krieges darstellen könnten, der die Weltwirtschaft belastet hat.
Trumps Neigung, Groll zu hegen, Gegner lächerlich zu machen und darauf zu bestehen, immer als Sieger hervorzugehen, lässt laut Gesprächen mit zehn aktuellen und ehemaligen US-amerikanischen sowie arabischen Regierungsvertretern wenig Hoffnung darauf, dass die Diplomatie den Krieg tatsächlich beenden könnte.
Die Diplomaten in der Region verfügen über direkte Erfahrung im Umgang mit Iran und erklärten, dass Gesichtswahrung zwar in jeder diplomatischen Verhandlung wichtig sei, für die Iraner jedoch aus kulturellen und innenpolitischen Gründen eine besonders große Rolle spiele.
In den vergangenen Wochen bezeichnete Trump iranische Vertreter als "verrückte Bastarde" und "geisteskrank". Er drohte damit, "die gesamte Zivilisation" Irans zu zerstören. Zudem erklärte er wiederholt, die USA hätten Iran in diesem Krieg bereits besiegt.
Die Iraner hingegen zeigen sich ebenfalls unflexibel. Ein hochrangiger Vertreter eines Golfstaates, der mit den Friedensgesprächen vertraut ist, sagte, Trump wolle unbedingt, dass der Krieg endet. "Aber die Iraner weigern sich bislang, ihm das zu geben, was er braucht, um sein Gesicht zu wahren und sich zurückzuziehen."
08:00 Uhr
Trumps "Projekt Freiheit" wegen Differenzen mit Saudi-Arabien unterbrochen
Der US-Sender NBC News berichtet, dass US-Präsident Donald Trump wegen Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien den Marineeinsatz "Project Freedom" zur Wiedereröffnung der blockierten Meerenge von Hormus unterbrochen habe. Saudi-Arabien habe dem US-Militär demnach die Nutzung eines Stützpunkts im Land für die Operation untersagt. Der Sender beruft sich dabei auf zwei nicht genannte US-Regierungsvertreter.
Trump überraschte die Golfverbündeten, als er am Sonntagnachmittag in den sozialen Medien "Project Freedom" ankündigte, sagten die Beamten, und verärgerte damit die Führung in Saudi-Arabien. Als Reaktion darauf teilte das Königreich den USA mit, dass es dem US-Militär nicht erlauben werde, Flugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan südöstlich von Riad starten zu lassen oder den saudischen Luftraum zur Unterstützung der Operation zu nutzen, berichtete NBC unter Berufung auf die Regierungsvertreter.
Offenbar habe auch ein Telefonat zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman das Problem nicht lösen können.
6.05.2026 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zum Iran-Krieg und werden die Berichterstattung am frühen Donnerstagmorgen fortsetzen. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:50 Uhr
VAE verurteilen "inakzeptables und feindseliges" Verhalten Irans
Als Reaktion auf eine Erklärung des iranischen Außenministeriums weisen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) "jegliche Anschuldigungen oder Drohungen zurück, die ihre Souveränität, nationale Sicherheit oder unabhängige Entscheidungsfindung untergraben". Das geht aus einer am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums der VAE hervor.
Die Partnerschaften der VAE, heißt es darin weiter, seien eine "rein souveräne Angelegenheit" und jede Rhetorik, die eine direkte oder indirekte Bedrohung für die Sicherheit des Staates, seine Einrichtungen oder seine Einwohner und Besucher darstelle, werde als "inakzeptables Verhalten" betrachtet, das "gegen die Grundsätze der guten Nachbarschaft, die Regeln des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen verstößt".
Zuvor hatte Teheran Abu Dhabi beschuldigt, mit Iran feindlich gesinnten Akteuren zusammenzuarbeiten und ausländische Militärstützpunkte sowie Ausrüstung zu beherbergen, die mit den USA und Israel verbündet sind.
21:07 Uhr
Macron telefoniert mit Peseschkian
Der französische Präsident Emmanuel Macron führte am Mittwoch ein Telefongespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian, in dem er nach der französischen Darstellung seine "tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation" zum Ausdruck brachte. Die Initiative für das Telefonat ging von Paris aus.
In einer auf seinem X-Account veröffentlichten Erklärung verurteilte Macron die "unbegründeten Angriffe auf zivile Infrastruktur und mehrere Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate".
Macron forderte alle Parteien auf, die Blockade der Straße von Hormus "unverzüglich und bedingungslos" aufzuheben und zur "uneingeschränkten Freiheit der Schifffahrt" zurückzukehren.
"Ich habe den iranischen Präsidenten aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen, und ich beabsichtige, diese Angelegenheit mit Präsident Trump zu erörtern", fügte er hinzu.
20:50 Uhr
Trump: "Wir werden sehen", ob Iran einem "zufriedenstellenden" Abkommen zustimmt
US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zu den jüngsten diplomatischen Bemühungen mit Iran geäußert und erklärt, die USA hätten es "mit Leuten zu tun, die sehr an einem Abkommen interessiert sind".
"Wir werden sehen, ob sie ein für uns zufriedenstellendes Abkommen erzielen können", sagte Trump bei einer Veranstaltung am Mittwoch im Weißen Haus.
"Wenn sie nicht zustimmen, werden sie kurz darauf doch zustimmen", fügte er hinzu.
20:00 Uhr
Die USA haben einen iranischen Tanker im Golf von Oman angegriffen
Das US-Zentralkommando gibt an, dass amerikanische Streitkräfte am Mittwoch einen unter iranischer Flagge fahrenden Tanker im Golf von Oman außer Gefecht gesetzt haben.
Der Erklärung zufolge wurde der Tanker M/T Hasna beobachtet, als er auf dem Weg zu einem iranischen Hafen im Golf von Oman internationale Gewässer durchquerte. Die Amerikaner warnten das Schiff vor einem Verstoß gegen die Blockade.
"Nachdem die Besatzung der Hasna wiederholte Warnungen ignoriert hatte, setzten die US-Streitkräfte das Ruder des Tankers außer Gefecht, indem sie mehrere Schüsse aus der 20-mm-Kanone (des Kampfflugzeugs – Anm. d. Red.) der US-Marine F/A-18 Super Hornet abfeuerten, die vom (Flugzeugträger – Anm. d. Red.) USS Abraham Lincoln (CVN 72) gestartet wurde. Die Hasna befindet sich nicht mehr auf Kurs in Richtung Iran", heißt es in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X.
Das Kommando fügte hinzu, dass die US-Blockade gegen Schiffe, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, weiterhin in Kraft bleibt.
19:40 Uhr
Washington Post: Iran fügte US-Militärbasen mehr Schaden zu als berichtet
Die Washington Post berichtet am Mittwoch, dass Iran von Ende Februar bis April 228 US-Militäreinrichtungen angegriffen und ihnen erheblichen Sachschaden zugefügt habe. Die Verfasser des WP-Artikels kamen zu dieser Feststellung, nachdem sie Hunderte Satellitenbilder ausgewertet haben, von denen einige in dem Artikel veröffentlicht sind.
Hervorgehoben wird die Präzision der iranischen Waffen. Die Zeitung zitiert Mark Cancian, Seniorberater am Center for Strategic and International Studies und pensionierter Oberst des US‑Marine-Corps, der die iranischen Bilder ausgewertet hat:
"Die iranischen Angriffe waren präzise. Es gibt keine zufälligen Einschlagskrater, die auf Fehlschüsse hindeuten."
Angemerkt wird zudem, dass das Pentagon die Schadenszahlen bewusst niedrig hält, um die positive Bewertung des bisherigen Kriegsverlaufs aufrechtzuerhalten. Es sei kein Zufall, dass bereits Mitte März die Zensur von Satellitenbildern und Aufnahmen der lokalen Bevölkerung drastisch verschärft wurde – bis hin zur Androhung der Todesstrafe in den Ländern am Persischen Golf.
19:09 Uhr
Libanesischer Parlamentspräsident: Libanon Teil jedes Abkommens zwischen Iran und den USA
Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri sagte am Mittwoch, jedes Abkommen mit Israel müsse Sicherheitsgarantien für sein Land enthalten. Tel Aviv habe die Waffenruhe verletzt, zu der sich die Hisbollah verpflichtet hat.
Berri erklärte gegenüber Al Jazeera Arabic, der iranische Außenminister Abbas Araghtschi habe bestätigt, dass der Libanon Teil jedes Abkommens sein werde, das die USA zur Beendigung des Krieges aushandeln. Er fügte hinzu, dass er hoffe, dass die Verhandlungen zwischen Iran und den USA "bald zu einem positiven Ergebnis" führen werden.
Der Parlamentspräsident betonte, die Beziehung zwischen der Präsidentschaft und dem Amt des Premierministers sei "stark und wichtig für die Herstellung von Stabilität".
18:41 Uhr
Vier Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Bei israelischen Angriffen auf Ziele der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind den Behörden zufolge in der östlichen Region Bekaa mindestens vier Menschen getötet worden. Eines der Ziele sei die Stadt Sellaja gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.
Die staatliche Nachrichtenagentur ANI berichtete, der Angriff habe das Haus des Bürgermeisters getroffen. Er sowie drei Mitglieder seiner Familie wurden dabei getötet.
18:30 Uhr
Iranisches Außenministerium: Botschaften mit den USA werden ausgetauscht, Antwort auf US-Vorschlag steht noch aus
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte am Mittwoch, das Land habe noch keine offizielle Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag abgegeben, setze jedoch den Austausch diplomatischer Botschaften über Pakistan fort.
"Über den pakistanischen Vermittler werden Botschaften ausgetauscht, und die Prüfung der ausgetauschten Texte ist noch im Gange", zitiert der iranische Sender IRIB Baghaei.
18:10 Uhr
Experte: Iran wird voraussichtlich "in den kommenden Tagen" auf US-Vorschlag reagieren
Abas Aslani, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für strategische Studien zum Nahen Osten, hat die jüngsten Berichte über Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran in einem Interview mit Al Jazeera als ermutigend bezeichnet, bezweifelt jedoch, dass Iran bereit sein werde, sein Atomprogramm in dieser "Anfangsphase" zu erörtern.
Stattdessen, so der Experte, erwarte Iran, dass das Friedensabkommen die Beendigung der Feindseligkeiten, die Aufhebung der US-Seeblockade gegen das Land und die Wiederöffnung der Straße von Hormus regle.
"Details zur Atomfrage werden voraussichtlich erst nach Abschluss eines Abkommens erörtert", zitiert Al Jazeera Aslani.
"Wir hoffen, dass die heutigen Entwicklungen eine zunehmende Dynamik" in Richtung eines Abkommens zeigen, sagte er. Im Moment könne man nur sagen, dass beide Seiten Botschaften austauschen. Es wird erwartet, dass Iran in den kommenden Tagen eine Antwort abgibt, fügte Aslani hinzu.
18:00 Uhr
Araghtschi in Peking: "Iran hat an Ansehen und Autorität gewonnen"
Im Rahmen seines aktuellen Besuchs in China hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf den veränderten Status seines Landes auf der Weltbühne hingewiesen.
Der Politiker betonte, dass Iran durch die jüngsten Entwicklungen an internationalem Ansehen gewonnen und seine strategische Stärke sowie Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe. Diese Einschätzung werde auch von chinesischer Seite geteilt.
17:55 Uhr
Iranischer Parlamentspräsident: USA nutzen wirtschaftlichen und medialen Druck, um Zwietracht zu säen
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat den USA vorgeworfen zu versuchen, durch wirtschaftlichen und medialen Druck Spaltungen innerhalb Irans zu schüren und das Land zur Kapitulation zu zwingen – eine Taktik, die seiner Meinung nach scheitern werde.
"Der Feind setzt große Hoffnungen auf wirtschaftlichen Druck, und es ist klar, dass er erneut falsche Berichte erhalten hat und auf der Grundlage dieser Berichte falsche Entscheidungen getroffen hat", sagte Ghalibaf in einer Stellungnahme, die am Mittwoch von der iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurde.
Ghalibaf zeigte sich zuversichtlich, dass "die iranische Nation … um der Unabhängigkeit willen" durchhalten werde, ganz gleich, wie stark der wirtschaftliche Druck auch sein möge.
15:19 Uhr
Iran weist US-Berichte über baldige Einigung zurück
Eine informierte Quelle sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Tasnim, dass Iran trotz der Berichte US-amerikanischer Medien über eine angeblich bevorstehende Einigung bislang keine offizielle Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag gegeben habe, da dieser einige inakzeptable Punkte enthalte.
Die Quelle erklärte weiter, die aktuelle Berichterstattung in US-Medien diene vor allem dazu, den Rückzug von US-Präsident Donald Trump aus seiner jüngsten feindlichen Maßnahme – die Operation "Projekt Freiheit" in der Straße von Hormus – zu rechtfertigen; diese sei von Anfang an falsch gewesen und hätte nicht erfolgen dürfen.
"Nach den vernünftigen und logischen Vorschlägen Irans in 14 Punkten, die über einen pakistanischen Vermittler an die USA übermittelt wurden", hätten die USA vor Beginn ihrer neuen "Abenteuer" und Feindseligkeiten selbst einen Entwurf geschickt. Iran habe diesen geprüft, doch die USA hätten erneut einen unklugen Weg eingeschlagen, was zu einer Unterbrechung der weiteren Prüfungen geführt habe, hieß es bei Tasnim.
Der Sprecher der Kommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik erklärte zudem auf X, ein Bericht von Axios über eine angebliche Annäherung zwischen Iran und den USA bei den Verhandlungen sei "fake".
15:15 Uhr
Trump: Krieg könnte enden, wenn Iran neuen Vorschlag akzeptiert
US-Präsident Donald Trump stellt Iran ein Ultimatum: Sollte Teheran den neuen Vorschlag – insbesondere zur Öffnung der Straße von Hormus – akzeptieren, könne der Konflikt enden. Andernfalls drohte Trump mit einer Wiederaufnahme der Luftangriffe "in weitaus größerem Umfang und mit viel größerer Intensität". In einem Beitrag auf Truth Social verwies er auf die Operation "Epic Fury" und eine "hochwirksame Blockade", die die strategisch wichtige Wasserstraße "für alle offen" halten solle.
15:00 Uhr
Peking verurteilt den Krieg gegen Iran
Chinas Außenminister Wang Yi hat die Militäraktionen der USA und Israels gegen Iran bei einem Treffen in Peking mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi als "rechtswidrig" bezeichnet. Araghtschi begrüßte Chinas Haltung zur Verurteilung des Krieges und sagte, die Zusammenarbeit zwischen Teheran und Peking werde enger werden.
Während des Besuchs seines iranischen Kollegen Abbas Araghtschi in Peking hat der chinesische Außenminister Wang Yi zudem ein Ende des Krieges in der Golfregion sowie eine schnellstmögliche Öffnung der Straße von Hormus gefordert.
"China ist der Überzeugung, dass es unverzüglich zu einer vollständigen Einstellung der Kämpfe kommen sollte, dass eine Wiederaufnahme der Kämpfe inakzeptabel wäre und dass es entscheidend ist, die Verhandlungen weiterzuführen", teilte Wang am Mittwoch in einer Erklärung nach dem Treffen mit.
Darin forderte er die USA und Teheran auf, "so schnell wie möglich" für eine sichere Wiederaufnahme des Seeverkehrs in der derzeit weiterhin blockierten Straße von Hormus zu sorgen.
China ist von der Blockade der Meerenge direkt betroffen. Laut dem Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler stammt mehr als die Hälfte der auf dem Seeweg transportierten Rohölimporte Chinas aus der Golfregion und wird zumeist durch die Straße von Hormus transportiert.
Peking ist im Hintergrund an Bemühungen zur Beilegung des Konflikts beteiligt und soll bei den Verhandlungen zur Waffenruhe eine wichtige Rolle gespielt haben. Zum umstrittenen iranischen Atomprogramm erklärte Wang, China begrüße die Zusage Irans, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen. Das Land habe indes "das legitime Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie".
14:30 Uhr
Iran kündigt einen Mechanismus für den Transit durch die Straße von Hormus an
Mit einem neuen Genehmigungsverfahren will sich Iran die Kontrolle über die von ihm blockierte Straße von Hormus sichern. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren wollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigen die Schiffe dann die Erlaubnis der iranischen Behörde "Persian Gulf Strait Authority" und müssen den Vorgaben folgen, berichtete Tasnim News.
Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen und wie Iran auf Verstöße reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Straße von Hormus bereits in Betrieb.
Die iranische Revolutionsgarde – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, da dies eine "entschlossene Reaktion" nach sich ziehen würde. Die einzige sichere Route sei die vom Iran zuvor angekündigte, berichtete Tasnim News.
13:30 Uhr
Trumps Zurückhaltung nach Angriffen auf VAE versetzt Golfstaaten in Alarmstimmung
Präsident Trump entschied sich offenbar, wegzusehen, nachdem Iran am Montag drei Salven von Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) abgefeuert hatte – einen der wichtigsten Partner der USA im Nahen Osten –, trotz einer von ihm selbst vor knapp einem Monat ausgehandelten Waffenruhe.
Die wahrscheinliche Schlussfolgerung in Teheran sei – so die Sorge von Golfstaaten –, dass sich eine weitere Eskalation auszahlen könnte, da Trump offenbar stark darauf bedacht sei, sich aus dem Krieg zurückzuziehen, und daher erneute iranische Angriffe auf US-Verbündete in der Region womöglich ignorieren könnte. Das berichtete am Mittwoch das Wall Street Journal.
Iran griff den einzigen funktionierenden Ölexporthafen der VAE, Fujairah, an und verursachte dabei einen Brand; drei Menschen wurden verletzt. Zudem feuerte er ballistische Raketen und Marschflugkörper auf weitere Ziele in den Emiraten ab. Insgesamt umfassten die Angriffe 15 Raketen und vier Drohnen.
Trump bezeichnete den Angriff als geringfügig, obwohl er den Flugverkehr störte und die Regierung der VAE dazu zwang, die Schulen für den Rest der Woche zu schließen.
Am Dienstag erklärte Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass aus Sicht Washingtons "die Waffenruhe weiterhin eindeutig besteht". Wenige Stunden später startete Iran laut dem Verteidigungsministerium der VAE jedoch einen weiteren Angriff.
"Iran scheint bereit zu sein, die Waffenruhe zu beenden, die USA hingegen nicht – es handelt sich derzeit also um eine einseitige Waffenruhe", sagte Mahdi Ghuloom, Fellow am ORF Middle East Think Tank in Dubai. Die Sorge befreundeter Regierungen in Europa und Asien ist, dass Trump – ähnlich wie im Fall der VAE – möglicherweise auch Angriffe auf ihr eigenes Territorium durch Russland, China oder Nordkorea ignorieren könnte, wenn es seiner politischen Linie entspricht.
12:15 Uhr
USA und Iran nähern sich offenbar Einigung über Kriegsende
Dem Weißen Haus zufolge nähert man sich einer Einigung mit Iran über eine einseitige Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges und zur Schaffung eines Rahmens für detailliertere Atomverhandlungen. Dies berichtet Axios am Mittwoch.
Die USA erwarten innerhalb der nächsten 48 Stunden iranische Antworten auf mehrere zentrale Punkte. Noch ist keine Einigung erzielt worden, doch laut den Quellen war man sich seit Beginn des Krieges keiner Vereinbarung so nahe wie jetzt.
Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass Iran einer Aussetzung der Urananreicherung zustimmt, die USA im Gegenzug Sanktionen lockern und eingefrorene iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe freigeben. Zudem sollen beide Seiten Beschränkungen für den Transit durch die Straße von Hormus aufheben.
Trumps Entscheidung, die neu angekündigte Operation "Projekt Freiheit" in der Straße von Hormus zurückzufahren und einen Zusammenbruch der fragilen Waffenruhe zu vermeiden, soll auf den Fortschritten in den Gesprächen basiert haben.
In ihrer aktuellen Form würde die Absichtserklärung das Ende des Krieges in der Region sowie den Beginn eines 30-tägigen Verhandlungszeitraums über ein detailliertes Abkommen vorsehen. Dieses soll die Öffnung der Straße von Hormus, die Begrenzung des iranischen Atomprogramms und die Aufhebung der US-Sanktionen regeln.
Die iranischen Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Meerenge sowie die US-Seeblockade würden während dieses 30-tägigen Zeitraums schrittweise aufgehoben. Sollte es zu einem Scheitern der Gespräche kommen, könnten die US-Streitkräfte die Blockade wieder einsetzen oder militärische Operationen wieder aufnehmen.
Die Dauer des Moratoriums zur Urananreicherung in Iran wird derzeit intensiv verhandelt. Axios zufolge liegt die Aussetzung der Urananreicherung bei mindestens zwölf Jahren, eine weitere nennt 15 Jahre als wahrscheinlich. Iran schlug fünf Jahre vor, während die USA 20 Jahre fordern. Außerdem würde sich Iran zu einem verstärkten Inspektionsregime verpflichten, einschließlich unangekündigter Kontrollen durch UN-Inspektoren.
Axios berichtete zudem, dass Iran zustimmen könnte, sein hoch angereichertes Uran aus dem Land zu entfernen – eine zentrale Forderung der USA, die Teheran bislang abgelehnt hat.
11:15 Uhr
Warum ist Trump beim "Projekt Freiheit" zurückgerudert?
US-Präsident Donald Trump hat überraschend eine Aussetzung des US-Militäreinsatzes zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus bekannt gegeben. Es wird spekuliert, warum er trotz scharfer Rhetorik am Montag plötzlich einen Kurswechsel vollzogen hat.
Die Ausrufung von "Project Freedom" erfolgte am Sonntag und stand im Einklang mit einem Truth-Social-Beitrag, den Trump am selben Abend veröffentlichte.
Die Trump-Regierung informierte laut Axios-Informationen im Vorfeld Iran über die bevorstehende US-Operation, Schiffe durch die Straße von Hormus zu "eskortieren", und warnte Teheran davor, einzugreifen.
Trump hatte jedoch offenbar nicht damit gerechnet, dass Iran so schnell reagieren und dabei auch Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier nehmen könnte.
Trumps Fehleinschätzung hat offenbar dazu geführt, dass er "Project Freedom" plötzlich auf Eis gelegt hat. Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Vorsitzende der Joint Chiefs, General Dan Caine, spielten die iranischen Angriffe am Dienstag herunter und erklärten, die Waffenruhe halte weiterhin.
10:45 Uhr
Warum reist iranischer Außenminister nach Peking?
Chinas Außenminister Wang Yi traf sich am Mittwoch in Peking mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi. Es ist der erste derartige Besuch in der chinesischen Hauptstadt seit den Angriffen der USA und Israels auf Iran.
Araghtschis Besuch in Peking erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Teheran und Washington weiterhin Gespräche darüber führen, die Straße von Hormus wieder zu öffnen und den Öl- und Gastransport durch diese strategisch wichtige Wasserstraße wieder aufzunehmen.
Der Besuch findet zudem wenige Tage vor einem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Xi Jinping in Peking statt, bei dem Trump voraussichtlich den Iran-Krieg mit Xi erörtern wird.
China hat sich in diesem Konflikt bislang eher zurückhaltend verhalten, unterstützt aber Pakistans Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und Iran. Gleichzeitig unterstützt es die Kriegsanstrengungen Irans durch sogenannte Dual-Use-Güter sowie Satellitentechnologie.
Die Gespräche zwischen den Außenministern folgen Spekulationen, wonach Xi versuchen könnte, Chinas Einfluss auf Iran als Druckmittel in Verhandlungen mit Trump zu nutzen. Wenn der US-Präsident am 14. und 15. Mai Peking besucht, sollen die beiden Staatschefs voraussichtlich über eine mögliche Verlängerung des einjährigen Waffenstillstands im Handelskrieg über November hinaus sprechen.
Ryan Hass, China-Experte bei der Brookings Institution, sagte, Peking sei zwar besorgt über globale Energieschocks und Störungen der Lieferketten, zögere jedoch, stärker zu intervenieren.
In China besteht die Sorge, dass die USA den Konflikt nach Trumps Besuch in Peking eskalieren könnten. Sie könnten den Eindruck erwecken, China habe Iran unterstützt. Dadurch würden die Beziehungen zwischen Teheran und Peking belastet werden. Ähnlich war es bei früheren Behauptungen, Riad habe die USA zu einem entschlossenen Vorgehen gedrängt.
Araghtschis Besuch in Peking könnte daher auch darauf abzielen, Teheran und Peking vor dem Besuch Trumps stärker miteinander abzustimmen, sagte Iran-Experte Vali Nasr.
09:50 Uhr
Frachter nahe Hormus von Rakete getroffen – Trumps Initiative gescheitert
Ein in französischem Besitz befindliches Frachtschiff, die CGM San Antonio, wurde in der Straße von Hormus von einer mutmaßlichen landgestützten Marschflugkörperrakete getroffen; dabei wurden mehrere philippinische Besatzungsmitglieder verletzt.
Berichten zufolge befuhr das Schiff eine von den USA unterstützte Route im Rahmen von Trumps "Projekt Freiheit" und hatte dabei seine AIS-Transponder deaktiviert. Die US-Armee pausierte inzwischen ihren Einsatz in der Straße von Hormus.
Die britische Maritime Trade Operations (UKMTO) bestätigte, Berichte über den Vorfall erhalten zu haben, konnte jedoch die Herkunft des Geschosses bislang nicht feststellen. Der Angriff reiht sich in eine wachsende Zahl von Zwischenfällen zur maritimen Sicherheit in der Region in den vergangenen Tagen ein.
Sollten die Angriffe anhalten, wären unmittelbare Folgen eine weitere Lähmung der Schifffahrt sowie mögliche Anstiege der Ölpreise. Kurzfristig könnte eine verstärkte Militärpräsenz zwar einige Angriffe abschrecken, birgt jedoch zugleich das Risiko von Fehlkalkulationen.
Langfristig hängt die Entwicklung davon ab, ob es gelingt, die gegenseitigen Blockaden zwischen Iran und den USA im Rahmen diplomatischer Bemühungen zu beenden. Andernfalls könnte sich ein neuer Normalzustand der umkämpften maritimen Kontrolle verfestigen, der die Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf grundlegend verändern würde.