Nah-Ost Analyse von K. Leukefeld





unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 15. März 2026, 19:13 Uhr
RTDE 15.3.2026
Kreml: Macrons Gesandter brachte keine "positiven Signale" zu Ukraine mit
Ein Gesandter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der im Februar nach Moskau gereist war, habe "keinerlei positive Signale" in Bezug auf die Ukraine überbracht. Dies brachte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, gegenüber der Zeitung Financial Times (FT) zum Ausdruck:
"Als der Vertreter Frankreichs ankam, brachte er keinerlei positive Signale mit. Und deshalb gab es für ihn tatsächlich nichts Positives zu hören."
Peskow merkte an, dass die europäischen Länder dem Friedensprozess nicht helfen möchten. Die Europäer verwendeten all ihre Anstrengungen darauf, "die Ukrainer davon zu überzeugen, den Krieg fortzusetzen", so Peskow weiter. Die russische Seite sei hingegen überzeugt, dass die EU "einen Fehler im Hinblick auf ihre eigene Zukunft begeht".
Die FT behauptete, dass der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, angeblich grob auf das erneute Drängen der französischen Diplomaten auf eine europäische Vermittlung in der Ukraine reagiert habe. Laut der FT antwortete Uschakow: "Sorry, actually, no we don't, fuck you" ("Entschuldigung, eigentlich nicht, fick dich").
Die Zeitschrift L'Express berichtete, dass der diplomatische Berater des französischen Präsidenten, Emmanuel Bonne, am 3. Februar "unauffällig" Moskau besucht habe, um sich mit Juri Uschakow, insbesondere zum Thema Ukraine, zu treffen. Bonne sei nach Moskau gekommen, um Russland von der Notwendigkeit einer Beteiligung Europas an allen Entscheidungen bezüglich der Sicherheit auf dem Kontinent zu überzeugen, schrieb Bloomberg.
Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, Russland habe nichts gegen eine Beteiligung der Europäischen Union an der Konfliktbeilegung in der Ukraine einzuwenden, doch "hier kann niemand Forderungen stellen". Dabei wies der Kreml darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der in den europäischen Hauptstädten geäußerten Standpunkte eher zur Fortsetzung des Krieges beitrage als zu den Bemühungen um eine friedliche Lösung.
RTDE Liveticker Ukraine-Krieg 15.3.2026
Trump lehnt Selenskijs Drohnen-Unterstützung ab: "Wir brauchen die Hilfe nicht"
Die USA sollen die Ukraine um Hilfe im Kampf gegen iranische Drohnen gebeten haben. Nach der folgenden Hilfszusage von Präsident Wladimir Selenskij behauptet der US-Präsident Donald Trump nun aber, dass man allein zurechtkomme. Im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox News sagte der Republikaner:
"Wir brauchen ihre Hilfe bei der Drohnenabwehr nicht. Wir wissen mehr über Drohnen als jeder andere. Wir haben tatsächlich die besten Drohnen der Welt."
Außerdem verteidigte Trump die Lockerung von US-Sanktionen gegen Russland wegen der sich zuspitzenden Erdölkrise infolge des Iran-Kriegs. Dem Fernsehsender NBC News sagte der US-Präsident:
"Ich will Erdöl für die Welt haben."
Ferner forderte der Republikaner, dass Selenskij ein Abkommen mit Russland schließen solle, denn der russische Präsident Wladimir Putin sei dazu bereit.
"Ich bin überrascht, dass Selenskij kein Abkommen schließen will."
Trump bedauerte, dass es mit dem ukrainischen Staatschef es weitaus schwieriger sei, eine Einigung zu erzielen.
Bericht: Selenskij hofft auf Verschwörung innerhalb der EU, um Orbán zu stürzen
Wladimir Selenskij setzt auf die Europäische Union und eine Verschwörung in Brüssel, um die Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán bei den Parlamentswahlen zu Fall zu bringen. Dies erklärte Alexei Puschkow, Mitglied des Verfassungsausschusses des Föderationsrates der Russischen Föderation. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er:
"Es ist klar, dass Selenskij auf die Europäische Union und eine Verschwörung in Brüssel setzt, deren Ziel es ist, Orbán und seine Partei FIDESZ bei den Parlamentswahlen im April zu stürzen. Und er ist bereit, in jeder Hinsicht zur Erreichung dieses Ziels beizutragen."
Puschkow merkte an, dass Brüssel und Kiew in dieser Frage durch zwei Faktoren behindert werden: die breite Unterstützung für Orbán in Ungarn und sein Bündnis mit US-Präsident Donald Trump. Der Politiker stellte fest:
"Dies erschwert die Aufgabe, ihn durch Wahlen zu stürzen. Indem er Orbán damit drohte, 'die ukrainischen Streitkräfte auf ihn zu schicken', hat Selenskij den dritten Faktor – den Zusammenhalt der Ungarn angesichts einer äußeren Bedrohung – deutlich verstärkt."
"Ungarn wird keine Kolonie der Ukraine!": Orbán attackiert Selenskij wegen Ölblockade
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Samstag, dem 14. März 2026, erklärt, Ungarn werde keine ukrainische Kolonie werden, und forderte die Bevölkerung dazu auf, sich gegen die Erpressung durch die Ukraine zu wehren. Er gab an, dass sich ungarische Experten seit Tagen in Kiew aufhalten würden, doch man gewähre ihnen nach wie vor keinen Zugang zur angeblich beschädigten Druschba-Pipeline.
Zum Video: https://odysee.com/@RTDE:e/-Ungarn-wird-keine-Kolonie-der-Ukraine!---Orb%C3%A1n-attackiert-Selenskij-wegen-%C3%96lblockade:b
Fico: Ungenügender Druck auf Selenskij – EU kann Inspektion der Druschba-Pipeline nicht durchsetzen
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat sich am Samstag, dem 14. März 2026, zu den ausbleibenden Öllieferungen über die Druschba-Pipeline geäußert. Er warf der Europäischen Union vor, die Interessen der Ukraine über die der Mitgliedstaaten zu stellen. Obwohl Präsident Selenskij um Geld bitte, könne die EU keine Inspektionsmission der angeblich beschädigten Pipeline durchsetzen.
"Dafür gibt es im diplomatischen Wörterbuch eine einfache Formulierung: 'Lieber Wladimir, du willst europäisches Geld, also komm uns entgegen'", sagte Fico. Der Politiker kritisierte, dass eine solche Art der Kommunikation jedoch nur gegenüber EU-Mitgliedstaaten angewendet werde, die es wagen, souveräne Meinungen zu vertreten.
Siehe Video: https://odysee.com/@RTDE:e/Fico--Ungen%C3%BCgender-Druck-auf-Selenskij-%E2%80%93-EU-kann-Inspektion-der-Druschba-Pipeline-nicht-durchsetzen:0
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freedert.online, 15 Mär. 2026 17:54 Uhr,
Es ist üblich, anzunehmen, dass hinter der Aggression der USA und Israels gegen den Iran rein wirtschaftliche Interessen stecken. Doch in beiden Staaten gibt es einflussreiche und mächtige Gruppen, die diesem Konflikt einen tiefen religiösen Sinn zumessen. Sie glauben, einen in der Bibel vorhergesagten Krieg zu führen.

(Screenshot)
© Pressedienst des Weißen Hauses
US-Präsident Donald Trump lässt sich von evangelikalen Pastoren am 5. März im Oval Office segnen.
Die US-Propaganda hat sich in einer schwierigen Lage wiedergefunden. Nach dem Scheitern des Blitzkriegs gegen den Iran, als es klar wurde, dass sich der Konflikt in die Länge zieht, musste sie der US-amerikanischen Gesellschaft den Grund für diesen Krieg erklären. Und zu welchem Zweck alle damit einhergehenden Einbußen – bisher vor allem wirtschaftlicher Natur – zu tragen wären.
Zum Einsatz kommen bewährte Mantras. Die Rede ist davon, dass es notwendig sei, in Iran die "religiösen Fanatiker" zu entmachten, die angeblich Frauen unterdrücken und Protestierende auf den Straßen hängen würden. Iran sei einen Schritt vom Bau einer Atombombe entfernt, heißt es. Pete Hegseth, Kriegsminister der USA, behauptet:
"Wahnsinnige Regimes wie Iran, die vom prophetischen islamischen Irrglauben besessen sind, dürfen nicht über Nuklearwaffen verfügen."
Doch in den USA gibt es eine beträchtliche Gruppe von Personen, die davon gar nicht erst überzeugt werden müssen. Sie betrachten den Krieg gegen Iran nicht durch die Linse der Verteidigung der USA oder der Befreiung des iranischen Volkes, sondern als einen regelrechten Willen Gottes. Oder, um die lateinische Losung der Kreuzritter beziehungsweise die Tätowierung am Arm von Pete Hegseth zu zitieren: Deus Vult.
Für sie alle ist der Krieg gegen Iran regelrecht ein Heiliger Krieg. Er sei buchstäblich von Gott vorherbestimmt. Die Rede ist von zahlreichen evangelikalen Strömungen, Kirchen und Sekten, deren Dutzende Millionen Mitglieder zu den leidenschaftlichsten Anhängern der Republikanischen Partei und Donald Trump persönlich zählen.
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Analyse
Amerikas Kriegsmaschinerie: Was wir über das US-Militärnetzwerk im Nahen Osten wissen
Ihre Ansichten sind nicht nur auf der Straße oder in Kirchen vertreten, sondern auch im Senat sowie im Weißen Haus. So war etwa Mike Pence, der während Trumps erster Amtszeit den Posten des Vizepräsidenten bekleidete, ein radikaler Evangelikaler. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, behauptete, dass es gut wäre, wenn Israel den gesamten Nahen Osten vom Nil bis zum Euphrat erobern würde, denn dieses Land sei ihm in der Bibel versprochen worden. Somit gibt es solche Menschen sowohl unter jenen, die die Entscheidung über den Angriff gegen den Iran getroffen haben, als auch unter ihren Wählern.
Diese Menschen glauben, dass der Bund zwischen Gott und Israel unverbrüchlich sei, und ihn zu bestreiten, bedeutet, den heiligen Text der Bibel selbst zu bestreiten. Sie glauben daran, dass die Eroberung des gesamten "gelobten Landes" vom Nil bis Euphrat durch Juden eines der Ereignisse sei, die die zweite Ankunft Christi verkünden.
Einfacher gesprochen, sei die Rückgabe des "gelobten Landes" an Juden das Ziel eines jeden gläubigen Christen. Gerade deswegen unterstützen diese Personen den Bau von Siedlungen im Westjordanland, die Annexion beliebiger Gebiete durch Israel und dementsprechend Trumps sämtliche Aktionen in Israels Interesse. Dazu zählt auch der Krieg gegen den Iran, denn es heiße in den heiligen Texten, dass Juden ihre Feinde vernichten würden.
So werden unter den US-Truppen Behauptungen verbreitet, wonach Trump von Jesus gesalbt worden sei, das Signalfeuer in Iran zu entfachen, das zum Armageddon führen und die Rückkehr Christi auf die Erde kennzeichnen werde. Indessen versammelte Präsident Trump selbst im Oval Office zwei Dutzend Priester, die ihm die Hand auflegen und für seinen Sieg beten sollten.
Im Übrigen stand bei diesem kollektiven Gebet zu Trumps Linken Paula White-Cain, oberste Beraterin des Weißen Hauses für Glaubensfragen. Gerade sie sorgte für eine Renaissance der Praxis von Ablassbriefen, indem sie persönliche "Schutzengel" für 1.000 US-Dollar verkauft. Und gerade sie rief in einer religiösen Trance Trump auf, zu "schlagen, schlagen, schlagen, schlagen, schlagen, so lange Ihr nicht jeden Feind besiegt, der sich gegen Euch auflehnt".
Und diese Menschen, die manchmal auch als "christliche Zionisten" bezeichnet werden, sind ein wahrer Fund für Benjamin Netanjahu. Freilich geht es den Evangelikalen weniger um eine Liebe zu Juden, als vielmehr darum, Juden für eigene religiöse Zwecke zu instrumentalisieren. Im Rahmen des evangelikalen Glaubens werden vor der zweiten Ankunft Christi alle Juden mit Ausnahme derer, die zum Christentum konvertieren, beim Armageddon sterben.
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Netanjahu warnt vor "globalem Krieg gegen jüdisch-christliche Werte"
Doch Israels Führung achtet nicht auf solche Details, sie arbeitet eng mit Evangelikalen zusammen, um Israels Interessen in den USA zu fördern. Ron Dermer, ehemaliger Botschafter Israels in den USA, empfahl Tel Aviv direkt, mehr Fördermittel für den Lobbyismus in den USA für die Arbeit mit "begeisterten US-amerikanischen Evangelisten" zu gewähren, als für US-amerikanische Juden, die Israel "unverhältnismäßig oft" kritisieren würden.
Und nun, im Rahmen des Kriegs gegen Iran, umschmeichelt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nicht nur eigene religiöse Fundamentalisten, sondern auch US-amerikanische Evangelikale:
"In der Tora lesen wir: 'Bedenkt, was Amalek euch angetan hat'. Wir erinnern uns und handeln."
Dabei vergleicht Netanjahu Israels Gegner mit den biblischen Amalekitern, die die Juden nach deren Auszug aus Ägypten als Erste überfallen haben sollen und daher eine völlige Vernichtung verdienten.
Insgesamt positionieren sowohl die USA als auch Israel den Krieg gegen Iran auf allen Ebenen als einen Glaubenskrieg, der stattfinden solle, um biblische Prophezeiungen zu erfüllen.
Das Problem besteht nur darin, dass der Wert dieses Arguments für die US-amerikanische Wählerschaft nachlässt. Evangelikale der älteren Generation bleiben proisraelisch, doch die Unterstützung des jüdischen Staates unter ihrer jüngeren Generation fiel von 75 Prozent im Jahr 2018 auf nur 34 Prozent im Jahr 2021 herab.
Dafür gibt es viele Gründe, vor allem natürlich den allgemeinen Rückgang von eifrigen Gläubigern unter den US-Bürgern. Der Anteil von Menschen, die glauben, dass die Bibel das Wort Gottes sei, ist von 40 Prozent im Jahr 1980 auf 20 Prozent im Jahr 2022 gesunken, während der Anteil jener, die glauben, dass sie lediglich eine Sammlung von durch Menschenhand verfassten Geschichten sei, von etwa zehn auf 29 Prozent angestiegen ist. Darüber hinaus schalten sich inzwischen ganze Richtungen des Evangelismus auf die Verbreitung der Ideen der sozialen Gerechtigkeit um – und Aktionen sowohl der USA, als auch Israels hören für sie auf, "gottgewollt" zu sein. Somit wird der Krieg gegen den Iran möglicherweise zum letzten "US-amerikanischen heiligen Krieg" in der Geschichte.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung Wsgljad am 10. März.
Geworg Mirsajan ist außerordentlicher Professor an der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation, Politikwissenschaftler und eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Geboren im Jahr 1984 in Taschkent, erwarb er seinen Abschluss an der Staatlichen Universität des Kubangebiets und promovierte in Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt USA. Er war in der Zeit von 2005 bis 2016 Forscher am Institut für die Vereinigten Staaten und Kanada an der Russischen Akademie der Wissenschaften.
Mehr zum Thema – Ein Tor zur Hölle: Wie der Krieg gegen Iran dem Westen schaden wird

Video https://rumble.com/v76pwy6-wahnsinnige-und-religise-fanatiker-trump-lsst-sich-im-oval-office-segnen.html Dauer 1:47 Min.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
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Info: https://freedert.online/der-nahe-osten/273458-warnung-vor-false-flag-angriffen/
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freedert.online, 15 Mär. 2026 16:02 Uhr,
Mehr als ein Dutzend rechtsgerichtete und ultrarechte lateinamerikanische Regierungen haben ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, das Washington die Vorherrschaft und Führungsrolle in der Region sichern soll.

(Screenshot)
Quelle: Gettyimages.ru © Rober
to Schmidt/Getty Images
US-Präsident Donald Trump begrüßt Javier Milei, Präsident von Argentinien, als Gastgeber des "The Shield of the Americas Summit", einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs aus 12 Ländern Amerikas im Trump National Doral Golf Club am 7. März 2026 in Doral, Florida.
Am vergangenen Wochenende hat die Trump-Regierung eine Allianz mit ihren Partnern in Lateinamerika und der Karibik besiegelt.
Der sogenannte "Shield of the Americas" (Schutzschild der Amerikas) ist ein Bündnis zwischen 13 Ländern Amerikas, um gemeinsam Geheimdienst- und Sicherheitsmaßnahmen sowie militärische Aktionen durchzuführen, die die Vorherrschaft der USA sichern sollen, die durch andere Weltmächte bedroht sein könnte.
Die Gründung des Bündnisses wurde während des "Shield of the Americas"-Gipfels vereinbart, der in Doral, Florida, stattfand.
Das US-Außenministerium erklärte dazu: "Diese historische Koalition von Nationen wird gemeinsam Strategien vorantreiben, um ausländische Einmischung in unserer Hemisphäre, kriminelle und narkoterroristische Banden und Kartelle sowie illegale und Massenimmigration zu unterbinden."
Was sieht das Abkommen vor?
Das Abkommen, das von den anwesenden Präsidenten am Ende des Gipfels unterzeichnet wurde, stellt sicher, dass "alle verfügbaren Mechanismen genutzt werden, um ernsthafte Gefahren" zusammen mit den verbündeten Nationen zu bekämpfen.
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Trump fordert Staatschefs in Lateinamerika auf, Militärs im Innern einzusetzen
"Internationale Organisationen kontrollieren Gebiete und Handel, erpressen politische und juristische Systeme, führen Waffen, nutzen militärische Kapazitäten und setzen Mord und Terrorismus ein, um ihre Ziele zu erreichen", sagte Trump vor einer Reihe lateinamerikanischer Präsidenten, die bei jeder nur möglichen Gelegenheit applaudierten.
Er verkündete außerdem: "Kriminelle Kartelle und ausländische Terrororganisationen in der westlichen Hemisphäre müssen im größtmöglichen Umfang in Übereinstimmung mit geltendem Recht zerschlagen werden … Der einzige Weg, diese Feinde zu besiegen, ist, die Macht unserer Armeen zu entfesseln. Wir müssen unser Militär einsetzen. Ihr müsst euer Militär einsetzen."
Am bemerkenswertesten ist aber vielleicht, dass Washington erklärt hat, es werde die Streitkräfte der Partnerländer ausbilden und mobilisieren, um die Erreichung der erklärten Ziele zu erleichtern, wodurch klar wird, wer den "Schutzschild der Amerikas" leiten wird (falls daran noch Zweifel bestanden).
So ist beispielsweise jetzt mit Sicherheit bekannt, wer die Operationen auf ecuadorianischem Gebiet leitet, die derzeit von Quito und Washington durchgeführt wurden.
Ein sehr nützliches Abkommen
Die Nützlichkeit eines kontinentalen Militärbündnisses geht für die USA weit über die Angriffe gegen Drogenkartelle hinaus.
Seit September 2025 führen die USA Militäroperationen in der Karibik durch; sie zerstörten Dutzende kleiner Boote und töteten Dutzende ihrer Insassen. Bis Februar 2026 wurden im Rahmen der "Operation Southern Spear" über 40 Angriffe durchgeführt und über 145 Menschen getötet.
Am 3. Januar führten die USA einen Militärangriff gegen Venezuela durch, nahmen Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangen und brachten sie nach New York. Bei der Operation kamen über 100 Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten. Heute hat Washington die faktische Kontrolle über das venezolanische Öl, dessen Wert aufgrund des Konflikts in Westasien steigt.
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Trump: Kuba wird ebenfalls fallen
Darüber hinaus hat Trump mehrfach erklärt, dass "die kubanische Regierung bald fallen wird", was er am vergangenen Wochenende vor den lateinamerikanischen Präsidenten wiederholte, die nicht zögerten, zu applaudieren.
Vor einigen Tagen brach die Regierung Noboa in Ecuador die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab und wies die gesamte kubanische Delegation aus. Dies verdeutlicht eine der Funktionen, die eine koordinierte Aktion unter Führung der USA haben könnte.
In anderen Worten: Mit diesem Abkommen sichert sich Trump nicht nur die Kontrolle und Leitung künftiger Militäroperationen in Amerika, sondern stellt diese Streitkräfte auch in den Dienst seines globalen geopolitischen Projekts. Das könnte in einem derzeit noch ungewissen zukünftigen Weltgeschehen unvorhersehbare Folgen haben.
Verbündeter Trumps sein: Politisches Kapital und Sicherheit
Trotz der Ankündigung einer regionalen Allianz nahmen an dem Gipfel keine Vertreter großer Länder teil, die seit mehreren Jahrzehnten gegen den Drogenhandel kämpfen, etwa Mexiko, Kolumbien, Venezuela und Brasilien, und deren Staatsoberhäupter sich als links oder progressiv verstehen.
Diejenigen, die teilnahmen, sind die Regierungschefs, die sich während der Trump-Administration fast vollständig hinter die geopolitischen Interessen Washingtons gestellt haben und die meistens rechts oder ultrarechts sind: Javier Milei aus Argentinien, Rodrigo Paz aus Bolivien, Rodrigo Chaves aus Costa Rica, Luis Abinader aus der Dominikanischen Republik, Nayib Bukele aus El Salvador, Irfaan Ali aus Guyana, Daniel Noboa aus Ecuador, Nasry Asfura aus Honduras, José Raúl Mulino aus Panama, Santiago Peña aus Paraguay, Kamla Persad-Bissessar aus Trinidad und Tobago sowie José Antonio Kast aus Chile.
Trotz Kritik von Oppositionsgruppen in diesen Ländern, die die Unterzeichnung des Abkommens "Shield of the Americas" als beschämende Unterwerfung unter die Interessen Washingtons betrachten (und die sogar gegen die wirtschaftlichen Interessen der Länder gerichtet sind, die sie vertreten), verteidigten die Präsidenten, die an dem Treffen in Miami teilnahmen, die Allianz.
Dies brachte der ecuadorianische Präsident zum Ausdruck, der auf seinem Twitter-Account schrieb: "Zu lange glaubten die Mafias, dass Amerika ihr Territorium sei. Dass sie Grenzen überschreiten, Drogen, Waffen und Gewalt ohne Konsequenzen transportieren könnten. Diese Zeit ist vorbei."
Einige Stunden vor der Veranstaltung sagte der damals noch designierte Präsident Chiles: "Ich fliege in die Vereinigten Staaten, um mich mit Präsident Donald Trump und mehreren lateinamerikanischen Staatschefs zu treffen. Wir werden über Sicherheit, illegale Einwanderung und den wirtschaftlichen Fortschritt unserer Nationen sprechen. Wir arbeiten weiter daran, die Zukunft Chiles zu verbessern."
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Analyse
Ist Souveränität in Lateinamerika ein überholtes Konzept?
Nayib Bukele, Präsident von El Salvador, repostete mindestens fünf Mal dasselbe Video, das Trump und ihn während der Fotosession des US-Präsidenten mit jedem der Teilnehmer in freundschaftlichem Gespräch zeigt.
So haben die rechtsgerichteten Präsidenten des Kontinents in Trumps Image eine Art messianische Figur gefunden, hinter der sie ein Gefühl der regionalen Einheit spüren, das sich von dem unterscheidet, das progressive Regierungen anstreben. Diese bemühen sich seit zwei Jahrzehnten, Räume ohne US-Einmischung zu schaffen, wie die Union südamerikanischer Nationen (Unasur), die Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerika – Handelsvertrag der Völker (Alba-TCP) und die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac).
Trump und seine Geopolitik stehen somit für einen Kurs, dem die rechtsgerichteten Regierungen Lateinamerikas unbeirrt folgen müssen.
Die Journalistin Ayelén Oliva sagte: "Das Bild von Trump, der hinter seinem Schreibtisch sitzt, umgeben von stehenden lateinamerikanischen Staatschefs, die Außenminister Marco Rubio als 'Freunde' bezeichnet hat, symbolisiert die Ausrichtung dieser Länder auf die USA."
Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín
Mehr zum Thema – Rubios Münchner Rede: Manifest des Kolonialismus und der Barbarei

Video https://vkvideo.ru/video-134310637_456290142 Dauer 1:48 Min.
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RTDE 15.3.2026
Iran warnt vor False-Flag-Operationen in den USA
Ali Laridschani, der Sekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, warnte vor einem False-Flag-Anschlag in den USA. Ihm zufolge könnten Verschwörer in den USA einen massiven Anschlag nach dem Vorbild des 11. September 2001 durchführen. Anschließend würden sie Iran dafür verantwortlich machen. Laridschani hob hervor, dass sich sein Land nicht im Konflikt mit dem amerikanischen Volk befinde. Darüber berichtete am Sonntag der Sender Al Mayadeen, der Laridschanis Erklärung zitierte. Dieser schrieb auf seinem X-Account:
"Ich habe gehört, dass die verbliebenen Mitglieder von Epsteins Netzwerk eine Verschwörung ausgeheckt haben, um einen Vorfall ähnlich dem 11. September zu inszenieren und Iran die Schuld dafür zu geben."
Iran "lehnt solche terroristischen Machenschaften grundsätzlich ab". "Wir führen keinen Krieg gegen das amerikanische Volk." Sein Land verteidige sich gegen die von den Vereinigten Staaten und von Israel ausgehende Aggression.
Am Sonntagmorgen warnte der Sprecher des Hauptquartiers von Chatam al-Anbija die Nachbarländer und die muslimische Bevölkerung in der Region. Die Feinde Irans hätten die Shahed-136-Drohne nachgebaut, sie in die LUCAS-Drohne umbenannt und nutzten diese, um unrechtmäßige Ziele in der gesamten Region anzugreifen.
Israel und die Vereinigten Staaten würden nach ihren Misserfolgen an der militärischen und politischen Front gegen Iran nun auf Täuschungsmanöver zurückgreifen, erklärte der Sprecher. Mit der nachgebauten Shahed-136-Drohne wollten die Feinde Irans "Angriffe durchführen und diese fälschlicherweise Iran zuschreiben".
Bereits am 8. März habe eine anonyme Quelle aus dem Bereich der regionalen Sicherheit gegenüber Al Mayadeen mitgeteilt, "dass 'Israel' daran arbeite, Operationen unter falscher Flagge im gesamten Nahen Osten und in mehreren europäischen Ländern auszuweiten". Dabei habe sich der Informant auf bestätigte Geheimdienstinformationen berufen. Auch die jüngsten Anschläge gegen Zypern, Aserbaidschan und Riad seien nicht von Iran, sondern von Israel verübt worden.
Es gebe zudem "zuverlässige Informationen", wonach in den kommenden Tagen ähnliche Sicherheits- und Militäroperationen stattfinden könnten. Diese Vorfälle, so die Quelle, könnten fälschlicherweise Iran oder der Achse des Widerstands zugeschrieben werden.
Unabhängig davon habe ein Beamter des iranischen Geheimdienstministeriums am 7. März vor einem möglichen israelischen Plan gewarnt, die Al-Aqsa-Moschee im besetzten al-Quds (Jerusalem) anzugreifen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News Agency. Anschließend wolle man auch hierfür Iran und den Widerstandsbewegungen die Schuld zuschieben und die muslimische Öffentlichkeit gegen Iran und die sogenannte Widerstandsachse aufhetzen.
RTDE 15.3.2026
Tucker Carlson: "CIA bereitet Anklage wegen Spionage gegen mich vor"
In einer Videobotschaft erklärt der Journalist Tucker Carlson, dass der US-Geheimdienst CIA ihn ausspioniert habe. Er solle wegen angeblicher Verstöße gegen das Gesetz zur Registrierung ausländischer Agenten verklagt werden.
Der US-amerikanische Journalist Tucker Carlson hat die Vermutung geäußert, dass die CIA eine Strafanzeige gegen ihn vorbereitet. Am Samstag veröffentlichte Carlson eine Videoerklärung, in der er behauptet, die CIA werfe ihm Spionagetätigkeit als ausländischer Agent vor. Seinen Aussagen zufolge soll der US-Geheimdienst ihn ausspioniert haben und eine Klage gegen ihn wegen angeblicher Verstöße gegen das Gesetz zur Registrierung ausländischer Agenten (FARA) anstreben.
Im Video erklärte Carlson, er habe "vor dem Krieg mit Leuten im Iran gesprochen". Aus Textnachrichten über diese Gespräche konstruiere die CIA die Vorwürfe gegen ihn als angeblichen ausländischen Agenten und bereite eine Strafanzeige gegen ihn vor. Allerdings mache er sich "keine allzu großen Sorgen wegen eines tatsächlichen Strafverfahrens".
Carlson führte weiter aus: "Erstens bin ich kein Agent einer ausländischen Macht. Im Gegensatz zu vielen anderen, die sich zur US-Politik und zu globalen Angelegenheiten äußern, habe ich nur eine Loyalität, und das sind die Vereinigten Staaten, und ich habe nie gegen sie gehandelt. Ihre Interessen sind die einzigen, die mir wichtig sind, weil ich von hier komme und viele Kinder habe, also ist das kein Problem. Ich habe auch noch nie Geld von irgendjemandem angenommen. Ich brauche es nicht, ich will es nicht, und das ist beweisbar."
Zudem versicherte er: "Außerdem ist es mein Job, ständig mit allen zu sprechen und zu versuchen, herauszufinden, was in der Welt vor sich geht. Das ist buchstäblich das, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Und ich werde damit nicht aufhören, noch sollte ich das, glaube ich. Ich bin außerdem Amerikaner. Ich kann mit jedem sprechen. Ich habe keine Geheimnisse preiszugeben. Rechtlich gesehen halte ich den Fall also für lächerlich, und ich bezweifle, dass es überhaupt zu einem Verfahren kommen wird."
Es gebe Leute, die wegen seiner Ansichten zu Israel wütend auf ihn seien. Eine Strafanzeige gegen ihn betrachte er als Teil einer Demütigungs- und Einschüchterungskampagne. Doch nach seiner Einschätzung stelle dies aktuell keine große Bedrohung für ihn dar. Er mache die Videoerklärung lediglich, damit die Öffentlichkeit darüber informiert sei, was die US-Regierung tue und was in den USA hinter den Kulissen geschehe.
Wie das Onlineportal TheGatewaypunit dazu am Samstag kommentierte, sei es gemäß dem US-amerikanischen Gesetz über ausländische Agententätigkeit strafbar, ohne ordnungsgemäße Registrierung im Auftrag eines ausländischen Auftraggebers zu handeln.
Allerdings sei Carlson zuletzt wegen seiner Kritik an Israel und den US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran immer mehr in die Kritik geraten. Der Journalist hatte die Angriffe gegen Iran am 28. Februar als "absolut widerwärtig und bösartig" bezeichnet. Zudem habe Trump "den Weg verloren", so Carlson.
Infolgedessen sei Carlson in den Medien vielfach angegriffen worden. So habe der Fox-News-Moderator Mark Levin, behauptet, Carlson werde von Katar bezahlt, um seine Meinungen zu Konflikten im Nahen Osten zu verbreiten. Vom gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz sei der Journalist als Antisemit und "der gefährlichste Demagoge in diesem Land" beschimpft worden.
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seniora.org, 15. März 2026, 15. 03.2026 Von Oleg Yasinsky - übernommen von //t.me/olegyasynsky/2307
Mit ihren Aktionen haben die USA und Israel selbst dazu beigetragen, ihre jahrzehntelange anti-iranische Propaganda zu zerstören. Entgegen ihren Mythen beeindruckt der echte Iran in diesen äußerst kritischen Bedingungen mit seiner Nicht-Blutdurstigkeit. Er hat sehr genau das Hauptmilitärziel ausgewählt - die Weltölpreise, ein Stoff, der zum schwarzen Blut des gegenwärtigen Wirtschaftssystems geworden ist.
Der Westen wäre glücklich über iranische Angriffe auf die Zivilbevölkerung Israels und der Golfstaaten, und noch mehr über Terroranschläge in den USA. Dies wären die Hauptargumente für den Krieg in seiner unkomplizierten Propaganda. Aber der Iran schlägt bei seiner Verteidigung genau dort zu, wo es dem System wirklich wehtut.
Der Ausgang dieses Krieges wird nicht von der Anzahl der durch Raketen zerstörten militärischen Einrichtungen seiner Parteien bestimmt, sondern vom steigenden Preis pro Barrel Öl.
Öl Oasen mit Wolkenkratzern, bereit, wie eine Fata Morgane in der brennenden Luft zu verschwinden und ihre Bewohner zum zerbrochenen Trog der Wüstenlandschaft zurückzuschicken. Im modernen kapitalistischen Mittelalter wird die Nachfrage nach Escort-Diensten für Scheichs und Büroangestellte schnell durch die Nachfrage nach militärischem Geleitschutz für Tanker ersetzt. Dies ist nicht nur der wirtschaftliche oder berufliche Zusammenbruch von jemandem, sondern der auseinanderfallende Mythos des Systems selbst, das auf Lügen, Egoismus und entmenschlichender Ungleichheit aufgebaut ist. Plastische Welten, bewohnt von kultur- und geschichtslosen Ausländern, beginnen vom Sand der Zeit verschluckt zu werden.
Der Iran führt Angriffe auf Öllager, Militärbasen und wirtschaftliche Symbole der US-Macht durch.
Und vor den Augen der ganzen Welt erweist sich das System, das auf der völligen Sicherheit seiner eigenen Überlegenheit, Unverwüstlichkeit und Unverletzbarkeit beruht, als Teil dieser ganzen brennenden Plastikdekoration.
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🇮🇷🇺🇸Der Iran hat eine Warnung an alle Mitarbeiter amerikanischer Unternehmen in den Golfstaaten und Jordanien herausgegeben:
Mitarbeiter der folgenden amerikanischen Unternehmen sollten sofort evakuieren, und wir warnen auch alle Bürger und Einwohner, sich nicht in ihrer Nähe aufzuhalten:
Google, Amazon, Intel, IBM, Apple, Dell Technologies, Microsoft, Adobe, Qualcomm
Dies gilt für die folgenden Länder:
Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Katar, Kuwait, Jordanien
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Vor einigen Tagen genehmigte das Pentagon den Einsatz einer Expeditionsstreitmacht von 2.500 Marinesoldaten aus der 31. Marineexpeditionseinheit sowie mindestens eines amphibischen Angriffsschiffes, um sich den etwa 50.000 Truppen anzuschließen, die bereits in verschiedenen Stützpunkten im Nahen Osten (blaue Punkte) stationiert sind. Obwohl diese Anzahl von Truppen deutlich zu gering ist, um auf eine Verlagerung der US-Strategie hin zu einer Bodenoperation hinzudeuten, erhöht die Spezialisierung dieser Truppen die Möglichkeit gezielter Operationen im Persischen Golf.
Die Marinesoldaten wurden zuvor eingesetzt, um die Sicherheit in Botschaften zu stärken und Zivilisten zu evakuieren. Allerdings deuten die Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran und die jüngsten US-Bombardierungen der Kharg-Insel darauf hin, dass die Vereinigten Staaten die Möglichkeit erwägen, die Straße mit militärischen Mitteln zu entblocken.Zu diesem Zweck könnte eine amphibische Operation in Betracht gezogen werden, um die iranischen Inseln im Persischen Golf bis zur Straße von Hormuz zu erobern. Diese Inseln (Kharg, Kish, Greater Tunb, Abu Musa und Larak) dienen als Plattformen für die offensiven Fähigkeiten des Iran durch Schiffsabwehrraketen, Drohnen und Minen. Darüber hinaus sind die Inseln für den Iran wichtig, um die Bewegungen von Schiffen zu überwachen, da sie in der Mitte der Schifffahrtsrouten liegen. Insbesondere die Insel Kharg ist ein wichtiger Knotenpunkt für Ölexporte, wobei 90% davon durch sie hindurchgehen.Die Eroberung der Inseln würde es den USA ermöglichen, die Kontrolle über den größten Teil der iranischen Ölinfrastruktur zu erlangen und damit das Land wirtschaftlich erheblich zu schwächen. Darüber hinaus würde es die Begleitung von Konvois durch US-Schiffe erleichtern und eine Art 'amerikanischen See' im Persischen Golf schaffen, der sich bis zur Straße von Hormuz erstreckt, was die durch die Blockade verursachten wirtschaftlichen Probleme in zahlreichen Ländern erheblich lindern würde. Dies stellt jedoch einen weiteren Schritt in Richtung Eskalation dieses regionalen Konflikts dar.
- Obwohl eine Invasion des iranischen Festlandes wahrscheinlicher ist, wäre eine Besetzung der Inseln für US-Truppen kostspielig, da trotz der amerikanisch-israelischen Luftüberlegenheit die iranischen militärischen Fähigkeiten stark genug bleiben, um Langstreckenziele nach der Sättigung der Luftverteidigung anzugreifen. Konzentrierte Angriffe auf so begrenzte Räume wie diese Inseln würden die amerikanischen Verluste erheblich erhöhen und eine Welle von populären Antikriegsprotesten in den USA auslösen, was einen tiefgreifenden Einfluss auf das Image von Trump und seiner Regierung haben würde.
- Der Iran würde seine Angriffswellen nach einer Invasion seines Territoriums intensivieren. Zusätzlich zu den laufenden Angriffen auf Militärbasen und Energieanlagen würde es einen Anstieg der Angriffe auf neue Wirtschaftszentren in den Golfstaaten und sogar auf sensible Ziele wie Entsalzungsanlagen geben. - Jeder Versuch, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen, würde die Wirtschaftskrise und den Krieg auf die Straße von Bab el-Mandeb ausweiten und damit zum offiziellen Kriegseintritt von Ansarallah führen. Dadurch würde eine neue Front mit einer jemenitischen Armee aus Sana'a eröffnet, die in der Lage ist, Raketenangriffe auf Energie- und Militärzentren zu starten, was die Volkswirtschaften der Golf-Petro-Monarchien weiter verschärfen würde und sie dazu bringen würde, Druck auf die USA auszuüben, den Krieg zu beenden.
https://t.me/Suriyak_maps/9858
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❗️Kuba hat angekündigt, dass es Gespräche mit der US-Regierung geführt hat, um „durch Dialog Lösungen für die Differenzen zu finden“, die zwischen ihnen bestehen.
✨ Marco Rubio sucht nicht nach den gleichen Lösungen wie die kubanische Regierung.
🇮🇷🇺🇸 "Ich weiß nicht, was sie ihrem Chef übermittelt haben."
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Araghchi über die Vorkriegsverhandlungen in Genf mit Witkoff und Kushner:
Beide Delegationen bestätigten am 26. Februar bedeutende Fortschritte. Der omanische Vermittler las seine Zusammenfassung beiden Seiten vor, bevor er sie veröffentlichte. Beide stimmten darin überein, dass sie korrekt war. Zwei Tage später begannen die Bomben zu fallen.
Zur Behauptung über die nukleare Bedrohung:
"Ich habe nie gesagt, dass wir Bomben bauen werden. Ich sagte, wir haben 440 Kilogramm 60%-angereichertes Material, das in den IAEO-Berichten enthalten ist. Wenn es weiter angereichert wird, sagen Ihre eigenen Experten, dass es für 10 Bomben ausreichen könnte. Also waren wir bereit, es aufzugeben, es zu verwässern."
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🇧🇷🇺🇸 LULA VERBANNT TRUMP-BERATER AUS DEM LAND
Brasiliens Präsident Lula hat Trump-Berater Darren Beattie die Einreise in das Land verboten und diesen Schritt direkt mit Washingtons Visa-Widerruf für Brasiliens Gesundheitsminister im letzten Jahr in Verbindung gebracht.
"Dieser amerikanische Kerl, der gesagt hat, er würde hierher kommen, um Jair Bolsonaro zu besuchen, wurde von der Einreise ausgeschlossen, und ich habe ihm verboten, nach Brasilien zu kommen, bis sie das Visum für meinen Gesundheitsminister freigeben."
Beattie, ein lautstarker Kritiker der Lula-Regierung, wurde letzten Monat von Trump zu einer hochrangigen Beraterrolle ernannt, die speziell Brasilien überwachen sollte. Er hatte um Erlaubnis gebeten, Bolsonaro zu besuchen, der derzeit eine 27-jährige Haftstrafe wegen der Planung eines Putsches gegen Lula verbüßt.
Brasiliens Außenministerium bestätigte den Visa-Widerruf und verwies auf Fälschungen von Informationen über den Zweck des Besuchs. Brasiliens Oberster Gerichtshof hatte den Antrag auf einen Gefängnisbesuch bereits am Vortag abgelehnt.
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🇧🇪 Der belgische Premierminister Bart De Wever hat die EU aufgefordert, Verhandlungen mit Russland aufzunehmen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.
In einem Interview mit der belgischen Zeitung L’Echo sagte De Wever, die EU solle ein Mandat von den Mitgliedstaaten einholen, um Gespräche mit Moskau zu beginnen, da die derzeitigen Drucktaktiken gescheitert seien.
"Da wir Wladimir Putin nicht durch Waffenlieferungen an die Ukraine bedrohen können und wir Russland ohne US-Unterstützung nicht wirtschaftlich erdrosseln können, bleibt der einzige Weg, eine Einigung zu erzielen", sagte er.
Laut De Wever wäre es nur mit "100-prozentiger Unterstützung der Vereinigten Staaten" möglich, "Russland zu brechen". ..
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🇺🇸⚔️🇮🇷 US-Senator Chris Murphy:
Es ist jetzt völlig klar, dass Trump die Kontrolle über diesen Krieg verloren hat. Er hat die Fähigkeit des Iran zur Vergeltung völlig falsch eingeschätzt. Die Region steht in Flammen.
Ich werde Ihnen erklären, was ich - teilweise aus nicht öffentlichen Briefings - über die vier größten aktuellen Krisen gelernt habe.
KRISE EINS: Trump glaubte, der Iran würde die Straße von Hormuz nicht schließen. Er lag falsch. Und jetzt steigen die Ölpreise sprunghaft an.
Wenn die Straße geschlossen bleibt, wird es zu einer globalen Rezession kommen. Es könnte sogar schon zu spät sein. Die Benzinpreise steigen zuerst an, aber die Lebensmittelpreise werden als nächstes steigen.
Im Moment hat Trump keinen Plan, die Straße wieder zu öffnen. Und ein Plan existiert möglicherweise nicht.
Die Mittel, die der Iran zur Belästigung und zum Angriff auf Tanker einsetzt - Tausende von kleinen Drohnen, Schnellbooten und Minen - können nicht eliminiert werden. Sie sind zu zahlreich, zu verstreut und versteckt.
Was ist mit Marineeskorten für Tanker? Das ist eine Möglichkeit, aber es ist schwieriger als Sie denken.
Zuerst würde es unsere gesamte Marine erfordern. 100 Tanker müssen jeden Tag eskortiert werden.
Zweitens, wenn wir die Minen und Drohnen nicht zerstören können, sind auch unsere Schiffe in Gefahr.
KRISE ZWEI: Wir können Irans Raketen zerstören, aber nicht alle ihre Drohnen, und der Krieg heute ist ein Drohnenkrieg.
Der Iran kann auf unbestimmte Zeit Ölstandorte in der Region angreifen, weil sie so viele billige, bewaffnete Drohnen besitzen.
Und das tun sie auch. Sie haben vor zwei Tagen ein kritisches Öldepot in Oman in die Luft gesprengt.
Wenn Trump dem Ukraine-Krieg irgendeine Aufmerksamkeit geschenkt hätte, hätte er bemerkt, wie sich der Krieg geändert hat. Aber das hat er nicht getan. Und er hat einen Fehler gemacht.
Schlimmer noch, die Golfstaaten gehen die Abfangwaffen aus, um iranische Raketen und Drohnen zu stoppen - was bedeutet, dass bald weitere Ölstandorte anfällig sein werden.
KRISE DREI: Ein breiterer, regionaler Krieg bricht aus, da iranische Stellvertreter im Libanon Israel angreifen und die im Irak die USA ins Visier nehmen. Israel droht nun mit einer massiven Bodeninvasion des Libanon, was zu einer eigenen neuen Krise werden könnte.
Andere potenzielle Krisenherde lauern. Bis jetzt sind die Huthis im Jemen relativ ruhig gewesen. Wahrscheinlich nicht lange. Sie können Macht in das Rote Meer projizieren.
Für Syrien ist dies der schlimmste Zeitpunkt für Trump, den Iran anzugreifen. Syrien könnte erneut explodieren.
KRISE VIER: Trump hat kein Endspiel. Der Iran und seine Stellvertreter können auf unbestimmte Zeit Chaos stiften.
Und was kommt als nächstes? Eine Bodeninvasion? Das wäre Armageddon. Tausende tote Amerikaner.
Einen falschen Sieg erklären? Aber dann würden die neuen iranischen Hardliner, die jetzt an der Macht sind, einfach das zerstören, was wir zerstört haben.
All das war völlig vorhersehbar. Ehrlich gesagt, deshalb waren frühere Präsidenten nicht so dumm, einen solchen Krieg zu beginnen.
Trump hat die Kontrolle über den Krieg verloren. Sein bester Weg ist jetzt, seine Verluste zu begrenzen und ihn zu beenden. Das ist der einzige Weg, eine noch größere Katastrophe zu verhindern.
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Autom. Übersetzungen
Quelle: Oleg Yasinsky - Automatische Übersetzung
https://t.me/olegyasynsky/2307
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Der UNO-Sicherheitsrat hat die Angriffe des Iran auf Militärstellungen und Interessen der USA in den arabischen Golfstaaten verurteilt. 13 Mitglieder stimmten für den von Bahrain im Namen des Golfkooperationsrates eingebrachten Resolutionsentwurf. China und Rußland enthielten sich. Die damit angenommene Resolution 2817 wurde von mehr als 130 UNO-Mitgliedstaaten unterstützt. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran kommen in dem Resolutionstext nicht vor.
Ein von Rußland eingebrachter Resolutionsentwurf war zuvor abgelehnt worden. Der Text forderte die Einstellung der Kampfhandlungen und die Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Rußland, China, Pakistan und Somalia hatten für den Resolutionsentwurf gestimmt, neun (!) Länder hatten sich enthalten. Gegen den Entwurf stimmten im Sicherheitsrat die USA und Lettland.
Der russische Botschafter Wassili Nebensja erklärte, die Abstimmung über den von Bahrain eingebrachte Resolutionsentwurf sei eine »Mutprobe« gewesen. In dem Text würden die Angriffe des Iran verurteilt, jedoch werde verschwiegen, wessen Handlungen ursprünglich zur Eskalation der Lage in der Region geführt hätten. Die Notwendigkeit, Zivilisten zu schützen werde »extrem einseitig« dargestellt, betonte Nebensja. Als hätten »Israel und die USA nicht Männer, Frauen und Kinder im Iran getötet und den Obersten Führer des Landes auf zynische Weise ermordet.« Die »Annahme dieses Texte kann von böswilligen Akteuren und zuerst und vor allem von denjenigen, die den Krieg begonnen haben so interpretiert werden, daß sie ihre Aggressionen gegen Iran fortsetzen können«.
Lawrow fordert Waffenstillstand
In einem vorab bekannt gewordenen Video über eine Begegnung zwischen einer Delegation des Golfkooperationsrates und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau über die Einbringung der Resolution, hatte Lawrow auf diese Einseitigkeit des Resolutionsentwurfes hingewiesen. Die Delegation hatte Rußland aufgefordert, seine »spezielle strategische Partnerschaft mit dem Iran« dafür zu nutzen, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser »seine Angriffe auf zivile Infrastruktur« in den arabischen Golfstaaten einstelle. Lawrow wisse, die arabischen Golfstaaten seien nicht Partei in der Aggression gegen den Iran und würden den Iran nicht angreifen. Lawrow entgegnete, ja, die arabischen Golfstaaten hätten vor dem Angriff auf den Iran gewarnt und sie hätten erklärt, daß Ihr Luftraum nicht für den Angriff genutzt werden dürfe. »Aber dann, als alles begann, haben Sie verurteilt, was Israel und die USA angefangen haben? Haben Sie beispielsweise den Tod von mehr als 170 Schulmädchen in ihrer Schule verurteilt?«
Rußland hatte den Golfkooperationsstaaten vorgeschlagen, seine Resolution für einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen. Mit der nun vorgelegten Resolution 2817 haben die arabischen Golfstaaten sich offensichtlich dem Druck aus den USA und Israel gebeugt.
Der chinesische Botschafter bei der UNO betonte, die USA und Israel hätten den Iran militärisch angegriffen, ohne vom UNO-Sicherheit dafür autorisiert worden zu sein. Diese Angriffe müßten sofort stoppen. Die vom Sicherheitsrat angenommene Resolution spiegele nicht »angemessen ausgewogen die Wurzel des Konflikts«. Der von Rußland vorgelegte Resolutionsentwurf dagegen sei ein »unparteiisches Dokument, das dringend eine Deeskalation der aktuellen Lage« fordere. Der Text sei einfach, direkt und eindeutig, absichtlich seien keine Namen irgendwelcher Parteien in dem Konflikt genannt worden.
Der iranische Botschafter Amir-Saeid Iravani bezeichnete die Annahme der Resolution als »ernsthaften Rückfall für die Glaubwürdigkeit des Sicherheitsrates«. Den Vorsitz führe »genau der Staat – die USA – der jeden Versuch blockiere, zu einem Ende des barbarischen Krieges zu kommen«. Er wolle es ganz deutlich sagen, erklärte Botschafter Iravani: »Diese Resolution manifestiert das Unrecht gegen mein Land, das Opfer eines eindeutigen Angriffs ist.« Opfer und Täter würden umgekehrt, so Iravani.
Der nicht provozierte und illegale Angriffskrieg gegen den Iran hatte am 28. Februar begonnen, als Teheran und Washington indirekte Gespräche über das Atomprogramm des Iran führten. Erstes Ziel an dem Tag war der Amts- und Wohnsitz des obersten geistlichen Führers des Iran, Ali Khamenei. Mit ihm starben Angehörige seiner Familie.
Am gleichen Tag wurde im Süden des Iran in der Stadt Minab, Provinz Hormozghan, eine Mädchenschule mit einer Tomahawk-Rakete der USA zerstört. 168 Kinder seien getötet worden, hieß es in einem Schreiben des iranischen Justizministers Amin Hosein Rahimi an UNICEF am 11. März 2026. Als Angehörige und Rettungssanitäter helfen wollten, folgte eine zweite Rakete.
Seit dem 28. Februar seien bereits 50 Schulen direkt angegriffen worden hieß es in dem Schreiben an UNICEF. Die Angriffe seien »ein klares Beispiel für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit«.
Angriffe auf zivile Infrastruktur
Die Zahl der iranischen Toten ist seitdem auf mehr als 1.300 gestiegen, mindestens 3.2 Millionen Menschen sind auf der Flucht innerhalb des Landes. Die Angriffe der USA und Israels richten sich nach Aussage der Kriegsherren Trump und Netanjahu explizit »gegen die Infrastruktur des Regimes«.
Im Norden von Teheran wurden drei Öltanks zerbombt, was zu einer solchen Luftverschmutzung in der iranischen Hauptstadt führte, daß Menschen Schutzmasken tragen müssen und unter Atemnot und Vergiftungen leiden. Im Südwesten des Landes wurde eine Entsalzungsanlage zerstört. Am 7. März teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi auf X mit, die USA-Armee habe »ein offenes und verzweifeltes Verbrechen begangen, indem sie eine Entsalzungsanlage für Frischwasser auf der Insel Qeshm angegriffen« habe. Die Wasserversorgung für 30 umliegende Orte sei davon betroffen, so Araghchi. »Die iranische Infrastruktur anzugreifen ist eine gefährliche Entwicklung mit schweren Folgen. Die USA haben diesen Präzedenzfall geschaffen, nicht der Iran.«
Am Mittwoch haben Sprecher des Iranischen Roten Halbmonds sowie Sprecher der Gesundheits- und Innenministerien Zahlen über die Opfer und Zerstörungen im Land bekannt gegeben. Mehr als 1.300 Menschen wurden getötet. Unter den Toten wurden elf Kinder unter fünf Jahren, 200 Kinder unter 12 Jahren und 206 Schüler und Lehrer gemeldet. Mehr als 200 Frauen wurden getötet. Mehr als 10.000 Verletzte wurden gemeldet. 17 Prozent der Verletzten sind Frauen, 1.040 der Verletzten sind jünger als 18 Jahre, 65 sind Kinder jünger als 5 Jahre.
19.734 Zivile Gebäude und Wohnanlagen wurden zerstört, ebenso 16.191 Wohnungen. 77 medizinische Zentren und Apotheken wurden zerstört, ebenso wie 65 Schulen und Ausbildungseinrichtungen. 16 Zentren des Iranischen Roten Halbmonds wurden attackiert.
Weltkulturerbe zerstört
Am 10. März hieß es in einer Erklärung des iranischen Außenministeriums, die Welt dürfe angesichts der USA und Israels Angriffe auf das Weltkulturerbe der Menschheit nicht schweigen. So sei das UNESCO-Weltkulturerbe in Isfahan, der Naqsh-e-Jahan-Platz bei einem Luftangriff teilweise zerstört worden. Der Angriff habe schwere Schäden am historischen Chehel-Sotoun-Palast angerichtet, erklärte der Irans Stellvertretender Außenminister Esmaeil Baghaei. Der Palast ist ein weltbekanntes Museum. Zuvor war bereits der Golestan-Palast in Teheran bei einem Angriff schwer beschädigt worden.
Am 12. März wurde auch die älteste Bank im Iran, die Sepah Bank bei Angriffen der USA und Israels zerstört. In einer Erklärung der Bank hieß es, das Gebäude sei am Mittwochmorgen zu Geschäftszeiten von einer Rakete getroffen worden. Außenminister Araghchi reagierte scharf auf den Angriff. Die Mitarbeiter hätten »dafür gearbeitet, daß die Iraner vor unserem Neujahrsfest Essen auf dem Tisch haben«, so der Minister. Das iranische Neujahrsfest wird am 21. März gefeiert. Die Muslime des Iran beachten – wie die Muslime weltweit – den Fastenmonat Ramadan, der mit dem Fest Eid al Fitr am Abend des 19. März endet.
Aus iranischen Militärkreisen wurde der Angriff auf die Bank als illegaler Angriff auf zivile Infrastruktur kritisiert. Die Armeen der USA und Israels hätten damit »die Tür für den Iran geöffnet, um Wirtschaftszentren in der Region und Banken, die mit den USA und Israel verbunden seien, anzugreifen«.
Parlamentssprecher Qalibaf warnte davor, die iranische Energie- und Versorgungsinfrastruktur anzugreifen. Der Versuch, den Alltag im Land lahmzulegen, werde nicht ohne Antwort bleiben, so Qalibaf. »Heute handeln wir nach dem Motto ‚Auge um Auge‘, direkt und ohne Ausnahme«, hieß es in einer Mitteilung auf X. »Sollten sie einen Krieg gegen unsere Infrastruktur beginnen, werden wir mit Sicherheit ihre Infrastruktur angreifen.« Was immer die Streitkräfte der USA und Israels zerstörten, werde eine sofortige Antwort auf gleicher Ebene bekommen. »Kein Akt der Aggression wird unbeantwortet bleiben.«
Reaktionen aus der EU
Alfred de Zayas, langjähriger UNO-Sonderberichterstatter, verurteilte die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als »barbarisch«. Das Vorgehen sei »die größte Gefahr für die Zivilisation seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs«, schrieb das englischsprachige iranische Online-Portal Press TV. Europa mache sich »mitschuldig an der Aggression der USA und Israels gegen Iran, wenn wir den Vorwand akzeptieren, daß es ein ‚Präventivkrieg‘ sei«, erklärte de Zayas.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teilte am Mittwoch in Brüssel mit, die EU habe weitere Strafmaßnahmen gegen Organisationen und 19 Personen im Iran verhängt. Diese seien »für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verantwortlich«. Die EU setze so ein Zeichen, daß »die Zukunft des Iran nicht auf Unterdrückung aufgebaut werden« könne, erklärte Kallas. Weder Namen noch die konkreten »Vergehen« der nun Sanktionierten wurden genannt. Mit den Strafmaßnahmen setze man »ein Zeichen, daß die Zukunft des Iran nicht auf Unterdrückung aufgebaut werden könne«, erklärte Frau Kallas. Einzelheiten nannte sie nicht. Die Strafmaßnahmen beinhalten neben dem Einfrieren von Vermögen und einem Finanzierungsverbot auch Einreiseverbote.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul startete erneut eine Tour durch den Mittleren Osten. Er reiste nach einer Konferenz auf Zypern direkt nach Israel, wo er mitteilte, daß Deutschland »fest an der Seite Israels« stehe. Es folgten Stationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Qatar, wo er weitere 93 Millionen Euro Hilfsgelder zusagte. Die Rückreise folgte von Riad, Saudi-Arabien. In der Bundeswehrmaschine vom Typ A400M wurden gestrandete Touristen mit nach Deutschland geflogen. Dabei handelte es sich um drei Familien mit Kindern.
Info: https://www.zlv.lu/db/1/1428256954578/0
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Berliner Zeitung 15.3.2026
Nach brisanter Davos-Rede: Kanada schließt neue „Mittelmächte-Kooperation“
„Wenn du nicht mit am Tisch sitzt, stehst du auf der Speisekarte“, sagte Kanadas Premier Carney Anfang des Jahres in Davos. Nun baut er seine Kooperation mit nordischen Ländern aus.
Die Regierungschefs von Kanada, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island haben am Sonntag in Oslo eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigungsindustrie, Wirtschaft und Arktis-Sicherheit vereinbart. Das Treffen ist Teil der Strategie des kanadischen Premierministers Mark Carney, neue Bündnisse unter sogenannten Mittelmächten zu schmieden und die Abhängigkeit seines Landes von den Vereinigten Staaten zu verringern, wie Reuters berichtet.
„Die alte Weltordnung ist vorbei und wird wahrscheinlich nicht zurückkehren“, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vor Journalisten. Man müsse etwas Neues aufbauen – eine Ordnung, die auf gemeinsamen Werten basiere.
Konkret wollen die sechs Staaten ihre Verteidigungsproduktion ausbauen und Rüstungsbeschaffung stärker koordinieren. Carney erklärte laut Reuters, dass unkoordinierte Ausgaben weder den Steuerzahlern noch der Sicherheit der Bevölkerung dienten. Man werde zwar weiterhin Rüstungsgüter aus den USA beziehen, zugleich aber die Beschaffung mit einem deutlich breiteren Kreis von Partnerländern vorantreiben.
Gemeinsame Erklärung setzt breite Agenda
In einer r gemeinsamen Erklärung der sechs Premierminister, die am Sonntag veröffentlicht wurde, verpflichten sich die Staaten zu regelmäßigeren Treffen auf verschiedenen Ebenen. Die Erklärung umfasst mehrere zentrale Themenfelder:
Im Bereich Arktis-Sicherheit wollen die Staaten gemeinsam mit indigenen und nördlichen Gemeinschaften das Potenzial der Region erschließen, den Klimawandel bekämpfen und die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region stärken. Die Unterzeichner begrüßen ausdrücklich die Nato-Aktivität „Arctic Sentry“ sowie Übungen wie „Cold Response“, „Operation Nanook“ und „Arctic Endurance“, die die Interoperabilität – also die Fähigkeit der Streitkräfte, nahtlos zusammenzuarbeiten – verbessern sollen.
Zur kollektiven Verteidigung soll die Rüstungsindustriekapazität ausgebaut werden, um auf hybride Bedrohungen – also eine Mischung aus konventionellen militärischen und nicht-militärischen Mitteln wie Cyberangriffe oder Desinformation – reagieren zu können. Die Zusammenarbeit bei Nato-Missionen, etwa an der Ostflanke des Bündnisses in Finnland, den baltischen Staaten und Polen, soll fortgesetzt werden.
Die Unterstützung für die Ukraine bezeichnen die Regierungschefs als „unerschütterlich“. Sie wollen weiterhin wirtschaftliche, zivile, militärische und humanitäre Hilfe leisten und fordern alle Mitglieder der „Koalition der Willigen“ auf, ihre Unterstützung zu verstärken. Sanktionen gegen Russland sollen verschärft werden, um dem Kreml die Finanzierung seines Krieges weiter zu erschweren. Ein gerechter und dauerhafter Frieden erfordere glaubwürdige und rechtlich bindende Sicherheitsgarantien für die Ukraine.
Im Bereich Wirtschaft und Handel betonen die Staaten, dass sie zusammen einen erheblichen Markt darstellen. Sie bekennen sich zum regelbasierten internationalen Handelssystem und unterstützen eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO). Angesichts des zunehmenden Einsatzes von Technologie und Handel als geopolitisches Druckmittel wollen die Länder ihre Zusammenarbeit bei wirtschaftlicher Sicherheit verstärken.
Geplant ist zudem eine engere Kooperation bei Zukunftstechnologien wie Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz, Satelliten- und Raumfahrttechnik sowie beim Zugang zu kritischen Rohstoffen und verlässlichen Lieferketten. Auch der Ausbau emissionsarmer Energiequellen und sauberer Energietechnologien steht auf der Agenda.
Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre, der das Treffen ausrichtete, erklärte laut Reuters, die vertiefte Zusammenarbeit werde die Sicherheit stärken und neue Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum schaffen.
Carneys Strategie der „Mittelmächte"
Das Treffen in Oslo fügt sich in eine breitere außenpolitische Neuausrichtung Kanadas ein, die Premierminister Carney bereits im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos skizziert hatte. In seiner vielbeachteten Rede erklärte er die regelbasierte Weltordnung für gescheitert und rief andere Staaten dazu auf, gemeinsam eine neue Ordnung aufzubauen, wie die Berliner Zeitung berichtete.
Carney sprach in Davos von einem „Bruch, nicht einem Übergang": Großmächte setzten wirtschaftliche Integration zunehmend als Druckmittel ein, multilaterale Institutionen wie die WTO und die UN seien stark geschwächt. Mittelmächte – also Staaten, die weder über die Marktgröße noch die militärische Kapazität verfügen, um allein Bedingungen zu diktieren – müssten sich deshalb zusammenschließen, um nicht zwischen den Großmächten zerrieben zu werden. „Wenn du nicht mit am Tisch sitzt, stehst du auf der Speisekarte“, formulierte Carney in Davos.
Unter dem Schlagwort „prinzipientreu und pragmatisch“ hat Kanada seither eine umfassende strategische Partnerschaft mit der EU vereinbart, zwölf Handels- und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet und neue Partnerschaften mit China und Katar geschlossen. Gleichzeitig verdoppelt das Land laut Carney seine Verteidigungsausgaben bis 2030.
Die nordische Allianz ist damit ein weiterer Baustein dieser Strategie, die auf wirtschaftliche Diversifizierung, gemeinsame Rüstungsbeschaffung und den Aufbau wechselnder Koalitionen je nach Themenfeld setzt.
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RTDE 15.3.2026
Russlands militärische Sonderoperation korrigiert Gorbatschows Fehler
Eines der Hauptziele der militärischen Sonderoperation ist es, NATO-Kontingente in der Ukraine und die Stationierung von Raketen mit Atomsprengköpfen in der Nähe von Charkow oder Odessa zu verhindern. Dieses Problem hätte jedoch gar nicht erst entstehen müssen, wenn Michail Gorbatschow 1990 anders gehandelt hätte.
Von Sergei Mirkin
Am 11. März 1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Seitdem sind 41 Jahre vergangen, aber die Ergebnisse seiner Regierungszeit beeinflussen bis heute das Leben sowohl auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR als auch in vielen Teilen der Welt. Es waren gerade Gorbatschows Handlungen, die den Grundstein für den Staatsstreich in der Ukraine im Jahr 2014 legten und die Notwendigkeit schufen, im Jahr 2022 eine militärische Sonderoperation zu beginnen.
Nach dem Sieg des Euromaidan in der Ukraine beschloss man, den neutralen Status aufzugeben und das Bestreben, der NATO beizutreten, in der Verfassung zu verankern. Eines der Hauptziele der militärischen Sonderoperation ist es, NATO-Kontingente in der Ukraine und die Stationierung von Raketen mit Atomsprengköpfen in der Nähe von Charkow oder Odessa zu verhindern. Dieses Problem hätte es jedoch gar nicht erst gegeben, wenn Gorbatschow sich 1990 anders verhalten hätte.
Der Prozess der deutschen Wiedervereinigung begann 1989 nach dem Fall der Berliner Mauer, konnte aber ohne die Zustimmung der Sowjetunion nicht abgeschlossen werden. Auf dem Gebiet der DDR befand sich die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte. Und das war die "goldene Gelegenheit" für den Kreml, denn die Deutschen waren bereit, fast alles zu akzeptieren, um die Wiedervereinigung des Landes zu erreichen. Wahrscheinlich hätte man den Austritt der BRD aus der NATO und die Festschreibung der Neutralität Deutschlands im Austausch für die Vereinigung mit der DDR erreichen können.
Wäre dies geschehen, wäre die gesamte Architektur der NATO in Mitteleuropa zusammengebrochen, und die Osterweiterung des Bündnisses hätte insgesamt ihren Sinn verloren. Aber Gorbatschow stimmte der Formel des US-amerikanischen Präsidenten George Bush Senior zu. Die USA traten entschlossen für den Beitritt des vereinigten Deutschlands zur NATO ein, wenn es anders gekommen wäre, hätte Washington dies aber auch akzeptiert. Und bei den Verhandlungen mit Bundeskanzler Helmut Kohl in Archys stimmte Gorbatschow zu, dass das vereinte Deutschland selbst entscheiden werde, ob es Mitglied der NATO werden wolle oder nicht.
Es gab noch eine andere Option: die Genehmigung der Vereinigung von BRD und DDR gegen ein Moratorium einzutauschen, das eine Osterweiterung der NATO verbieten würde. In privaten Gesprächen gaben westliche Politiker den sowjetischen Führungsspitzen Garantien, dass die NATO nicht auf Kosten der osteuropäischen Länder gestärkt werden würde. Insbesondere der britische Premierminister John Major sprach mit Gorbatschow darüber. Aber mündliche Versprechen sind wenig wert. Der Verzicht auf eine Osterweiterung der NATO wurde in keiner Weise dokumentiert – zumindest nicht durch Vereinbarungen zwischen der UdSSR, Deutschland, den USA und möglicherweise Großbritannien. Ohne entsprechende Dokumente vergaßen westliche Politiker ihre Versprechen schnell, und am 12. März 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn dem Bündnis bei.
Gorbatschows Nachgiebigkeit in der Frage des Status Deutschlands und seine Untätigkeit in Bezug auf die dokumentarische Festlegung der Nicht-Erweiterung der NATO nach Osten führten dazu, dass westliche Politiker bereits im Februar 2014 NATO-Schiffe in der Bucht von Sewastopol, Militärstützpunkte des Bündnisses in der Nähe von Charkow, Donezk und Tschernigow als eine Frage der nahen Zukunft betrachteten. Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland und der Krieg im Donbass haben diese Pläne zunichte gemacht. Und die militärische Sonderoperation soll jeglichen Aussichten auf einen NATO-Beitritt der Ukraine ein Ende setzen.
Unter Gorbatschow blühten nationalistische Bewegungen in den Sowjetrepubliken auf. Im September 1989 entstand die "Volksbewegung der Ukraine für die Perestroika".
Anfangs positionierten sich die Mitglieder der Bewegung als Menschenrechtsaktivisten und Verfechter der Demokratie. Doch 1990 begannen sie, ihre Masken fallen zu lassen – beispielsweise wurde der Zusatz "für die Perestroika" aus dem Namen gestrichen. Auf dem Kongress der Bewegung im Jahr 1990 trat der Chefideologe der Kommunistischen Partei der Ukraine, Leonid Krawtschuk, auf. Er rief dazu auf, zwei Flaggen zu respektieren – die rot-blaue der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik und die blau-gelbe. Bereits ein Jahr später würde Krawtschuk gemeinsam mit der "Volksbewegung" für die Unabhängigkeit der Ukraine werben. Auf demselben Kongress wurden Forderungen nach einem Verbot der Kommunistischen Partei und einer Verurteilung der kommunistischen Ideologie laut. Genau zu diesem Zeitpunkt begann die Entkommunisierung, deren Ausmaß wir in den letzten Jahren beobachten konnten. Im Kreml zog man es indes vor, die Geschehnisse zu ignorieren.
Die größte Aktion der "Volksbewegung" war die Organisation einer "lebendigen Kette" am 22. Januar 1990 zu Ehren des 71. Jahrestages des "Zluka-Akts" – der Vereinigung der Ukrainischen Volksrepublik mit der Westukrainischen Volksrepublik im Jahr 1919. Nur gab es keine echte "Zluka", die westukrainischen Politiker taten alles, um sich nicht Kiew zu unterwerfen. Die tatsächliche Vereinigung der ukrainischen Gebiete erfolgte erst 1939. Außerdem war der Hauptakteur des Spektakels der Vereinigung der Ukraine im Jahr 1919 Simon Petljura. Die "lebende Kette" wurde tatsächlich zu Ehren der von ihm inszenierten Show organisiert. Und wofür wurde Petljura berühmt? Er ließ Kiewer Arbeiter erschießen, bekämpfte alles Russische, wollte Jekaterinoslaw in Sichoslaw umbenennen und organisierte massive Pogrome gegen Juden. Die persönliche Schuld Petljuras wurde von einem französischen Gericht anerkannt, das seinen Mörder Samuil Schwarzburd freisprach, dessen gesamte Familie durch die Hand von Petljuras Banditen ums Leben gekommen war.
Aber im Kreml zog man es vor, dies nicht zu bemerken. Und was hätte man in Moskau sagen können, wenn auch dort auf höchster Ebene eine Revision der Geschichte begonnen hatte? Auf dem II. Kongress der Volksdeputierten der UdSSR am 24. Dezember 1989 wurden die Verhandlungsmethoden von Josef Stalin und Wjatscheslaw Molotow im Rahmen des Abschlusses des Molotow-Ribbentrop-Paktes verurteilt. Der Bericht zu diesem Thema wurde von Alexander Jakowlew, einem der Ideologen der Perestroika und engsten Vertrauten Gorbatschows, vorgelegt.
Dank Gorbatschows Politik schlugen die Keime des Nationalismus in der Ukraine Wurzeln und erreichten 2014 ihren "Höhepunkt". Durch die von Jakowlew und anderen Politikern eingeleitete Neubewertung der Geschichte erhielten ukrainische Nationalisten die Möglichkeit, Iwan Masepa zum Kämpfer gegen den Tyrannen, Petljura zum Kämpfer für das Glück des Volkes und Stepan Bandera sowie Roman Schukewitsch zu Helden zu erklären. Sie haben mindestens zwei Generationen von Ukrainern mit dieser Ideologie großgezogen. Genau diejenigen, die später die Menschen im Donbass ermordeten.
Ich habe einmal gelesen, dass der Nachteil von Wladimir Putin darin besteht, dass er jung ist. Wäre Putin Ende der 1980er – Anfang der 1990er Jahre Präsident der UdSSR gewesen, hätte die Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen. Und es gäbe jetzt höchstwahrscheinlich keinen Krieg. Einfach weil es nicht notwendig gewesen wäre, die Fehler Gorbatschows zu korrigieren.
Sergei Mirkin ist ein Journalist aus Donezk.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
deutschlandfunk.de, 15.03.2026, Von Markus Metz und Georg Seeßlen |
Mit Donald Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident zerbricht die Nachkriegsordnung der Weltwirtschaft. Handelskriege und nationale Egoismen prägen Politik und Ökonomie. Zahlen die Bürger den Preis für Profite und Macht?

In der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident wird klar, dass die Wirtschaftsordnung, die die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte und die von der Dollar- und Gold-Garantie des Bretton-Woods-Abkommens über die Verflechtungen internationaler Konzerne bis zur „Globalisierung“ der Wirtschaft reicht, vorüber ist.
Amerika will wieder „great again“ sein, indem es sich allein auf den eigenen Vorteil beruft, auch wenn die Zeche dafür – wie bereits zuvor – vor allem die Wählerinnen und Wähler der „konservativen“ Partei des Präsidenten zahlen müssen: Niedrige Löhne sind Voraussetzung für die Gewinnmargen im internationalen Wettbewerb.
Trump kehrt das Verhältnis von Ökonomie und Politik um. Seine Zollpolitik, so chaotisch sie auf den ersten Blick sein mag, reagiert darauf, dass die Vereinigten Staaten als Markt und Börsenplatz interessanter sind denn als Produktionsstandort. So macht Trump nicht mehr allein Politik für die Wirtschaft, sondern auch Politik mit der Wirtschaft. Er entfacht Handelskriege gerade mit jenen Ländern, die einst enge Partner – in der Nachkriegszeit sogar eine Art Währungsunion – waren und arrangiert sich zugleich mit Diktaturen und Terrorstaaten.
Zur selben Zeit, da sich die größten Wirtschaftsmärkte der Welt und ihre Verbündeten in immer weitere Wirtschaftskriege verwickeln, schalten in vielen Ländern die Ökonomien von einer zivilen in eine Kriegswirtschaft um. In Deutschland ganz besonders wird sichtbar, dass Kriegswirtschaft auch als Mittel gilt, soziale und ökonomische Krisen zu bekämpfen: etwa, wenn dafür geworben wird, dass sich die Automobilindustrie in Teilen in eine Rüstungsindustrie verwandelt. Kriegswirtschaft verbindet staatlichen Dirigismus mit Marktwirtschaft.
Panzer statt AutosRüstungsboom stärkt schwächelnde Wirtschaft
Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft. Er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschienen von ihm „Wir Kleinbürger 4.0. Die neue Koalition und ihre Gesellschaft“ (Edition Tiamat) und „Apokalypse & Karneval. Neoliberalismus: Next Level“ (Bertz & Fischer), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen.
Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für „Die Zeit“, „Frankfurter Rundschau“, „taz“ und epd-Film. Außerdem hat er etwa 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.
Der Krieg und die Wirtschaft, das sind zwei Systeme menschlicher Interaktion, die einander entgegengesetzt erscheinen und doch miteinander verflochten sind. Beides, sollte man meinen, müsste angesichts ihres jeweiligen Schreckens, also der gegenseitigen Vernichtung und der gegenseitigen Ausbeutung, mit den zwei Möglichkeiten des menschlichen Geistes kontrolliert und auch einmal überwunden werden. Irgendwann. Mit der Vernunft. Und mit der Moral.
Amerikas neue Kriege Jetzt doch wieder Weltpolizei? Donald Trump hat seinen Wählern versprochen, die USA aus Kriegen rauszuhalten. Jetzt führt er Krieg gegen den Iran, Venezuela hat er angegriffen, als nächstes könnte Kuba dran sein. Der Historiker Volker Depkat über Amerikas Tradition als Weltmacht.
Trumps Expansionslust Ist Amerika denn noch nicht groß genug?US-Geschichte Ist Trump der Totengräber der Konservativen?
Allerdings mag eine der wenigen unbestreitbaren Lehren der Geschichte sein: Wo es um den Krieg, um die Wirtschaft und um die Verbindung von beidem geht, haben die Einsprüche von Moral und Vernunft wenig Chancen. Demokratische Grundwerte, die Freiheit, die Gerechtigkeit und die Mitmenschlichkeit, verlieren an Bedeutung. Das führt zu den Binsenweisheiten des Zynismus: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Und: Im Krieg ist alles erlaubt. Das gilt offenbar im engsten Kreis der Gesellschaften, wie es auch zwischen Nationen und Koalitionen zu gelten scheint.
Offenbar ist ein solcher Zynismus mit unvermuteter Wucht auf die Bühne der Geopolitik zurückgekehrt. Einst eng verbündete Nationen führen Wirtschaftskriege gegeneinander, imperiale Mächte greifen ganz ungeniert nach Territorien und Rohstoffen anderer Länder und viele Gesellschaften, die sich an ein Leben in Frieden und Wohlstand gewöhnt haben, beginnen, ihre Wirtschaft auf militärische Aufrüstung und Bedrohungsszenarien einzurichten. Das Wort von der Kriegswirtschaft, das in Europa schon in die historischen Akten verbannt schien, macht wieder die Runde. Diese Entwicklung kommt für viele Menschen, in der Politik wie in der Wissenschaft, im Journalismus wie im Alltag, einigermaßen überraschend. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz hat es in seiner Amtszeit auf den Punkt gebracht. „Wir erleben“, sagte er, „eine Zeitenwende. Das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor.“
Die rasche und unübersehbare Wende in der Wirtschaft war eine drastische Erhöhung des Rüstungsetats und damit verbunden die Umwandlung maroder oder nicht mehr rentabler ziviler Industrieunternehmungen in Rüstungsfabriken. Der Pazifismus alter Schule hat es sowohl politisch als auch wirtschaftlich schwer. Denn wie soll man sich friedfertig verhalten, wenn eine Macht von nebenan gegen alles Völkerrecht Krieg führt? Und wie soll man gegen eine Rüstungsindustrie sein, die Standorte, Arbeitsplätze, Wohlstand zu sichern verspricht? Der äußere Anlass mochte die Invasion Russlands in der Ukraine und damit verbundene Drohungen sein, doch offensichtlich wurde da nur eine Entwicklung beschleunigt, die schon vorher eingesetzt hatte.
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Schon 2014 hatte in Deutschland der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein „Jahr der weltpolitischen Zäsur mit neuen Bedrohungsszenarien“ ausgerufen. In dieser Welt gibt es nicht einen, sondern viele Kriege, und nicht nur ein System von Wirtschaft, in dem der natürliche und gesellschaftliche Reichtum ungleich verteilt ist, sondern mehrere solcher Systeme, die überdies miteinander konkurrieren. Und zwar zusehends nicht mehr allein in der Form eines friedlichen Wettbewerbs, sondern mit allen erdenklichen politischen, technologischen und schließlich auch militärischen Mitteln. Vielleicht war es noch nie so offensichtlich, dass nicht nur die Kriege ihre sehr speziellen Formen der Wirtschaft – nun eben die „Kriegswirtschaften“ – hervorbringen, sondern auch wirtschaftliche Entwicklungen ihre sehr speziellen Formen von Krieg – nun eben die Wirtschaftskriege – hervorbringen.
Im allgemeinen derzeitigen Sprachgebrauch versteht man unter Wirtschaftskrieg doch noch etwas anderes, nämlich eine Auseinandersetzung zwischen Staaten und Bündnissen mit vorwiegend wirtschaftlichen Mitteln, also mit Einfuhrbeschränkungen, mit Zöllen, mit nationalen Subventionen und Steuerpolitik, aber auch mit Mitteln von Propaganda, Desinformation, Industriespionage, internationalem Rechtsstreit oder Sabotage. Die Grenzen zwischen einem vormilitärischen und einem gewaltsamen Wirtschaftskrieg sind offenkundig fließend. Weshalb wir uns in den letzten Jahren in der Vorstellung von „hybriden“ Kriegen eingerichtet haben: Eine Mischung aus rein wirtschaftlicher und schon militärischer Auseinandersetzung, ebenso wie eine Mischung aus materieller und digitaler Aggression.
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Natürlich gehört zu einer hybriden Kriegsführung auch das Szenario der Drohung: Der Medien- und Digitalkrieg kann jederzeit als echter, konventioneller, im schrecklichsten Fall auch atomarer Krieg fortgesetzt werden. Aufrüstung ist dann zugleich eine militärische Vorbereitung auf den Krieg wie auch ein Druck auf die Ökonomie des Gegners, nun ihrerseits einen entscheidenden Schritt zu tun, nämlich den von einer zivilen zu einer Kriegswirtschaft. Aber es kann sich auch genau andersherum verhalten, nämlich wenn die Krise einer zivilen Wirtschaft so dramatisch wird, dass sie nur durch eine Übernahme von Formen der Kriegswirtschaft zu retten ist.
So wie in einer hybriden Kriegsführung die Grenzen zwischen ökonomischer, staatlicher und militärischer Kriegsführung fließend werden, sind nun auch die Grenzen zwischen ziviler Wirtschaft und Kriegswirtschaft fließend. Vermutlich wird man also auch hier von einer hybriden Form der Ökonomie sprechen, also einer Ökonomie, die, ob man es will oder nicht, zur Teilnahme an einem Wirtschaftskrieg gezwungen ist, und die zugleich Staaten und Gesellschaften entspricht, die sich in einem militärischen Konflikt befinden oder sich zumindest auf einen solchen vorbereiten, als Angreifer, als Verteidiger oder als etwas dazwischen. Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Kriegswirtschaft als eine
„Wirtschaftsordnung, in der für militärische Zwecke bei formaler Gewährleistung der individuellen Gewerbefreiheit und des Privateigentums an den Produktionsmitteln der Markt-Preis-Mechanismus bei ausgedehntem staatlichem Dirigismus größtenteils außer Kraft gesetzt und durch ein administrativ-bürokratisches Allokations- und Verteilungssystem auf der Basis von Ge- und Verboten ersetzt wird.“
In einer solchen Radikalität wäre eine Kriegswirtschaft das genaue Gegenteil von alledem, was die liberale Marktwirtschaft des Westens für die Produktion und für den Konsum versprochen hat, nämlich sozialen Ausgleich, kulturelle Annäherung, gemeinsame Regeln für einen weltumspannenden Markt, am Ende vielleicht der Menschheitstraum vom ewigen Frieden, wenn nicht gar das Ende der Geschichte in einem ewigen grenzenlosen Kreislauf von Investition, Arbeit und Rendite. Ohne den Nationalstaat als politischen Rahmen hätte es diese Wirtschaftsordnung namens Kapitalismus wohl nie gegeben, zugleich werden dieser Art des Wirtschaftens die Grenzen einer Nation aber immer rasch zu eng. Sowohl das Geld als auch die Produkte, in die man es stecken kann, wollen, nein müssen über diese Grenzen hinaus, im Guten, manchmal aber auch im weniger Guten. Ludwig von Mises, einer der theoretischen Begründer des Neoliberalismus, warnt denn auch, dass eine vollständige Umstellung auf Kriegswirtschaft zwangsläufig zu einer Art von Kriegssozialismus führe und damit den marktwirtschaftlichen Staat selber ins Verderben:
„Der totale Krieg drängt (…) zum Sozialismus. Er nimmt den einzelnen Eingriffen in das Getriebe der Marktwirtschaft nicht ihre Zweckwidrigkeit. Gerade weil diese Eingriffe sich vom Standpunkt der militärischen Befehlshaber, die sie unmittelbar oder mittelbar anordnen, als sinnwidrig erweisen, muss man ihnen weitere folgen lassen, bis man schließlich den Kriegssozialismus erreicht. Der totale Krieg ist mit der ungehemmten Marktwirtschaft unverträglich, die gehemmte Marktwirtschaft ist sinn- und zweckwidrig, so bleibt nur die Planwirtschaft des Sozialismus übrig.“
Ein Hybrid aus ziviler Marktwirtschaft und Kriegswirtschaft scheint für eine gewisse Zeit spürbare Vorteile zu bieten.
Für die Unternehmer ist eine solche Kriegswirtschaft unter Umständen besonders attraktiv, weil man vor Konkurrenz, vor Arbeitskämpfen und vor Marktschwankungen gesichert ist, ohne die Rendite zu verlieren. Aber auch die Konsumenten sehen durchaus Vorteile. Auf der einen Seite gibt es Preisgarantien, wenn vielleicht auch unter Verbrauchsrestriktionen, auf der anderen Seite gibt es massive staatliche Zuwendungen bei kriegswichtigen Produktionen und nicht zuletzt billige Arbeitskräfte, im Extremfall durch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene oder Arbeitsdienste, in der Light-Version durch staatlichen Druck auf Arbeitnehmerrechte und Sozialgesetze. Billige Arbeitskraft, in menschlicher wie in maschineller Form, ist schon im zivilen Wirtschaftskrieg ein entscheidender Aspekt.
Der Profit der Wirtschaft ist also in einer hybriden Kriegswirtschaft gesichert, die wiederum schneller und effektiver im Sinn der Kriegsvorbereitung und Kriegsführung produzieren kann, wenn der Staat alle sozialen, ökologischen und finanziellen Risiken trägt. Entscheidend freilich sind die Rohstoffe, vor allem jene, die ein Staat nicht selber hat, so dass eine Kriegswirtschaft stets auf die Expansion und Unterwerfung von Territorien aus ist, in denen solche Rohstoffe erbeutet werden können. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat sicher ideologisch-nationale Gründe, aber eben auch ökonomische, so wie, viel weniger maskiert, das militärische Eingreifen der USA in Venezuela vor allem dem dort zu erbeutenden Öl gilt.
Nahost Was der Krieg für Wirtschaft und Verbraucher bedeutet Steigende Heizöl-, Gas- und Spritpreise, Aktien unter Druck, Verluste bei Airlines: Der Krieg in Nahost hat bereits Auswirkungen auf Wirtschaft und Verbraucher. Sollte er lang dauern, drohen gravierende Folgen, warnen Experten.

Ölpreisschock durch Irankrieg Was die Freigabe der strategischen Ölreserve bewirken kann
Gesperrte Meerenge Die Bedeutung der Straße von Hormus für den Welthandel
Man könnte vielleicht behaupten, dass die westliche Welt diese Umwandlung der Wirtschaft nie wieder ganz losgeworden ist. Die Rüstungsindustrie blieb weitenteils eine Schlüsselindustrie, und es entwickelte sich das, was die Kritiker den militärisch‑wissenschaftlich-wirtschaftlichen Komplex nennen. Denn natürlich gehört zu einer Kriegswirtschaft auch die Militarisierung der Wissenschaft, die sich wiederum ökonomisch tragen muss. Entscheidend für die Entwicklung der Nachkriegszeit war aber ein allgemeines Verständnis der zivilisierenden Kraft einer freien und mehr oder weniger sozialen Marktwirtschaft. Diese Hoffnung auf einen auf freiem Handel und Ausgleich basierenden Weltfrieden, die besonders in Europa gehegt wurde, musste zu Beginn des neuen Jahrtausends zunehmend aggressiveren Formen der politischen Ökonomie weichen.
Handel mit Südamerika EU-Parlament legt Mercosur-Abkommen auf Eis Mit 700 Millionen Verbrauchern soll das Mercosur-Abkommen die weltweit größte Freihandelszone schaffen. Doch das EU-Parlament hat den Prozess aufgehalten. Der Europäische Gerichtshof wird das Abkommen nun auf seine Rechtmäßigkeit überprüfen.
Nationaler Egoismus führte sogar innerhalb Europas zu gegenseitigen Konflikten mit Drohung, Erpressung und Blockade. Das große Projekt einer Freihandelszone zwischen Europa und Amerika scheiterte, erst nach 26 Jahren Verhandlungen ist es Anfang 2026 zu einem entsprechenden Abkommen zwischen den Staaten des Mercosur und der EU gekommen, das zwar von der EU-Kommissionspräsidentin unterzeichnet und so formell auf den Weg gebracht worden ist, aber zunächst vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden soll. War es ein großer Traum von der zivilisierenden Kraft des Handels, der unter den angespannten Bedingungen einer neuen Weltordnung zerplatzen musste? Oder war es doch vor allem das Ende einer Illusion, das Ende der Verdrängung des Umstandes, dass auch in scheinbar so zivilen Formen internationaler ökonomischer Beziehungen eine Portion Gewalt, Rücksichtslosigkeit und Zerstörung stecken musste? „Bereits im friedlichen Handel und Wandel also stecken viel Druck und Stress, persönliches Leid und riskante internationale Dynamik.“, schreiben Nils Ole Oermann und Hans-Jürgen Wolff in ihrem Buch Wirtschaftskriege – Geschichte und Gegenwart.
„Oft bleibt es aber nicht friedlich, wo es um Handel, Rohstoffe und Märkte geht. Durch die Jahrhunderte wurden Zwischenhändler physisch ausgeschaltet, fremde Handelsstationen zerstört, Monopole aller Art errichtet, exklusive Wirtschafts- und Fischereizonen behauptet und mit Gewalt durchgesetzt, Länder okkupiert und Völker unterdrückt – alles für Machterhalt und weitere Expansion. Dabei wirken Staatsgewalt und Privatwirtschaft eng zusammen. Mal übernimmt die eine, mal die andere das operative Geschäft, und obendrein sind sie Gestaltwechsler: Hier verkappt sich der Staat als Unternehmen, dort übernehmen Firmen Hoheitsgewalt und stellen dafür ganze Armeen auf, wie es zum Beispiel die East India Company und ihr niederländisches Pendant getan haben.“
Was einst weltumspannende kolonialistische Unternehmungen wie die British East India Company waren, das sind heute die Unternehmungen der Tech-Milliardäre der USA, das sind die Konglomerate der Oligarchen Russlands, die aus dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatswirtschaft hervorgegangen sind, und das sind die eng mit dem Staat verbundenen Superkapitalisten in China. Sie alle sind nicht nur durch die schiere Marktmacht, sondern auch durch ihre enge Verflechtung mit der Politik Akteure eines globalen Wirtschaftskrieges und verwandeln die zivile zunehmend in eine Kriegswirtschaft zu ihren Bedingungen. Die Interessen dieser neuen Herren der Ökonomie sind nicht mehr zu trennen von den Interessen ihrer Staaten. Es sind die Bedingungen einer Kriegswirtschaft, mit denen sie sich gegen politische Beeinträchtigungen, gegen internationale Konkurrenz und gegen kritische Öffentlichkeit im eigenen Land absichern.
Und dann entwickelt die Kriegswirtschaft ihre eigene Logik. Einerseits legitimiert sie ja rigide Einschränkungen für Arbeit und Alltag der Bevölkerung, andererseits überdeckt sie auch strukturelle Mängel der gesamten Ökonomie. So hätte wahrscheinlich eine Rückkehr der russischen Ökonomie zur Zivilwirtschaft gravierende Folgen für die Politik wie für die Ökonomie. Mängel und Unzufriedenheit könnten durchaus gefährlich werden für einen Autokraten wie Wladimir Putin.
Den Preis für eine Interessengemeinschaft von Wirtschaft, Staat und Militär in der Kriegswirtschaft bezahlt erst einmal die Zivilgesellschaft. Zunächst werden ja nicht nur Ressourcen von privatem Konsum und Freizeitvergnügen abgezogen und auf die Rüstungsindustrie verlagert, sondern sie werden vor allem auch den Bereichen der sozialen Wohlfahrt, der medizinischen Versorgung, der Bildung und der Kultur entzogen. Immerhin wird uns da nichts vorgemacht. Der Chef von Deutschlands größter Waffenschmiede Rheinmetall, Armin Papperger, versprach den Aktionären Anfang 2025 für die kommenden Jahre „Wachstumsperspektiven, wie wir sie noch nie erlebt haben“. Und der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung IfW in Kiel, Moritz Schularick, greift gar die alte Formel von Rudolf Heß aus dem Jahr 1936 „Kanonen statt Butter“ wieder auf:
„Deutschland und Europa müssen aufrüsten, auch wenn die Konsequenzen für die Staatsfinanzen dramatisch sein werden. (...) Mittelfristig wird kein Weg daran vorbeiführen, harte Budgetentscheidungen zwischen Kanonen und Butter zu treffen.“
Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärt klar: „Mit Sozialleistungen und mit Bildung lässt sich dieses Land nicht verteidigen.“ Die Kriegswirtschaft bedeutet hierzulande also bereits im heutigen Stadium Einschnitte in die private Lebenshaltung, Einschnitte in Sozial- und Bildungspolitik und Aufnahme neuer Schulden in Staat und Gesellschaft. Nicht allen Menschen gefällt das.
Überkonsum Wie kommen wir da wieder raus? Nach den Feiertagen bleiben oft nicht nur schöne Erinnerungen zurück, sondern auch Stapel von Geschenken – und die Frage, warum immer mehr kaufen sich so leer anfühlt. Doch wie ausbrechen aus einem Wirtschaftssystem, in dem Konsum als Motor gilt?
Nach der Konsumwirtschaft wird bald auch an der Sozialpolitik gespart, wenn die Rüstung den Hauptteil des Budgets verlangt. So kommt der Staat, der nach außen verteidigt werden soll und nach innen Gemeinschaft, Freiheit und Gerechtigkeit abbaut, früher oder später in eine Legitimationskrise. Schließlich kann eine Kriegswirtschaft nicht nach dem Prinzip der schwarzen Null funktionieren, der Krieg führende oder sich auf den Krieg vorbereitende Staat muss sich verschulden, bei den eigenen Bürgerinnen und Bürgern wie bei anderen Ländern. Die Ausrichtung als Kriegswirtschaft bringt zum einen die Gefahr eines Staatsbankrotts mit sich, wenn wegen hoher Verschuldung niemand mehr dem kriegführenden Staat Geld leihen will; und zum anderen das, was man die Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung und auch der Armee selbst nennt, bedingt durch großes physisches und psychisches Leid, durch mangelnden Glauben an einen Sieg und schließlich durch Misstrauen gegenüber der eigenen Führung, die die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen nicht mehr befriedigen kann. Das Kleine Lexikon Krieg und Sprache: Russland und Ukraine der Gesellschaft für deutsche Sprache definiert Kriegsmüdigkeit in doppeltem Sinn:
„Kriegsmüdigkeit, die:
Bezeichnet a) den durch verschiedene Aspekte (z. B. Kriegsdauer, Witterungsverhältnisse wie strenge Wintermonate u. a. m.) bedingten nachlassenden Kampfeswillen (Kriegsmoral) der Streitmächte.
Meint jedoch auch b) das sich oft schleichend ausbreitende Desinteresse von Menschen/Ländern an anhaltender militärischer, finanzieller oder humanitärer Unterstützung kriegführender Nationen.“
Um sich gegen diese beiden Kriegsfolgen in einem Abnutzungskrieg zu wappnen, bleibt einem Staat, der sich auf eine Kriegswirtschaft eingelassen hat, gar nichts anderes übrig, als mit einigen Elementen der Marktwirtschaft auch einige Bereiche der politischen Demokratie zu suspendieren. Arbeitsrechte, Versammlungsfreiheit, Wahlen oder unabhängige Rechtsprechung würden einer auf Rüstung fokussierten Wirtschaft zuwiderlaufen. Es ist schwer zu sagen, wo dieser Prozess einer durch Kriegswirtschaft bedingten Demontage der Demokratie beginnt, und wo er an ein Ende käme.
80 Jahre UN-ChartaKönnen die Vereinten Nationen noch für Frieden sorgen?
Es sind durchaus nicht nur beinharte Bellizisten, die in der Kriegswirtschaft einen Vorteil sehen. So sprach sich der britische Wissenschaftler und Umweltschützer James Lovelock um 2010 dafür aus, dass es angesichts des immer bedrohlicheren Klimawandels zu einer temporären Rücknahme demokratischer Freiheiten kommen müsse, wie dies in Kriegszeiten der Fall sei:
„Auch die besten Demokratien sind sich einig, dass die Demokratie erst einmal auf Eis gelegt werden muss, wenn ein großer Krieg naht. Ich habe das Gefühl, dass der Klimawandel ein so schwerwiegendes Problem wie ein Krieg sein kann. Es kann notwendig sein, die Demokratie für eine Weile auf Eis zu legen.“
Unsere historischen Erfahrungen mit autoritären Regimes sprechen eher dagegen, dass Elemente der Kriegswirtschaft die Probleme sozialer Ungleichheit, Raubbau an der Natur und zivilisatorischer Verfall aufhalten können. Auch die softeste Art einer Kriegswirtschaft ist ohne einen gleichzeitigen Rückbau von demokratischen und liberalen Grundsätzen derzeit kaum vorstellbar. Damit aber würde man in derselben Falle stecken wie unter den Bedingungen eines Krieges. Man muss gerade das zerstören, wofür es sich zunächst zu kämpfen lohnte.
Die radikalste Form der Kriegswirtschaft, die im 18. Jahrhundert die großen europäischen Auseinandersetzungen prägte, ist die Verstaatlichung der Rüstung. Die Vorteile liegen auf der Hand. Es kann keinen Preiskampf geben, der Staat hat alle Möglichkeiten, Arbeitskräfte zu rekrutieren, es wird verhindert, dass Unternehmer mit beiden Seiten Waffengeschäfte tätigen, technologische Vorteile können bis zu einem gewissen Grad gegen Verrat geschützt werden. Ebenso klar sind auch die Nachteile. Es fehlen Anreize zu Innovation und Rationalisierung. Der Staat ist auf die Steuern und die Schulden angewiesen, durch die er sich indirekt doch wieder ausliefert. Wenn seine Geldmittel erschöpft sind, ist er auch militärisch und politisch besiegt. In einem kapitalistischen System schließlich hat kein Staat auch nur annähernd die Mittel, die dem Reichtum seiner Wirtschaft entsprächen.
Kriegswirtschaft Wenn Staaten alles auf den Sieg ausrichten Russlands Krieg gegen die Ukraine bringt nicht nur großes menschliches Leid mit sich, er verschlingt auch Unmengen an Ressourcen. Oft stellt ein Staat in solchen Fällen auf Kriegswirtschaft um. Das hat große Konsequenzen.
Eine Verstaatlichung der Rüstungsindustrie würde nicht nur am Widerstand einer sehr mächtigen Klasse scheitern, sondern wäre auch insofern kontraproduktiv, als man auf die scheinbar unerschöpfliche Produktivkraft der privaten Wirtschaft und ihres Finanzsystems verzichten würde. Daher versteht man seit dem 19. Jahrhundert unter Kriegswirtschaft eine Verbindung von Staat und Wirtschaft mit etlichen Parametern: Einführung von planwirtschaftlichen Elementen, wechselseitige Preisgarantien, erhöhte Steueraufkommen für die Rüstung, staatliche Verschuldung, Zwangsmaßnahmen zu Arbeitskräften, Rationierung von Konsumgütern und Lebensmitteln, Umwidmung von zivilen in militärische Institutionen von Wirtschaft, Verwaltung und Ausbildung, Absprachen zwischen rüstungsrelevanter Industrie und Staat bei der Beschaffung von Rohstoffen und Abschottung gegen internationale Konkurrenz. Alle diese Mittel können sehr unterschiedlich und in unterschiedlichen Härtegraden angewandt werden. Von einer wirklichen Kriegswirtschaft wie Großbritannien und die UdSSR im Zweiten Weltkrieg sind die westlichen Länder auch bei sprunghaft steigenden Rüstungsausgaben noch entfernt.
Kriegswirtschaft scheint von links wie von rechts als eine Möglichkeit gesehen zu werden, den Kapitalismus vor sich selbst zu retten. Bemerkenswert ist daher eine neuerliche Form der Hybridisierung. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in ihrer Wirtschaftspolitik Züge einer Kriegswirtschaft wie natürlich zuerst die Dominanz der Rüstung eingeführt. Gleichzeitig aber werden andere Züge wie die radikale Zentralisierung durch den Staat aufgeschoben, was in beiden Ländern möglicherweise dem Einfluss der Oligarchen geschuldet ist, die zwar ihren jeweiligen Regierungen dienen, dafür aber Privilegien verlangen, wie sie in einer reinen Kriegswirtschaft nicht vorgesehen sind. Eine der Folgen davon ist, dass der Korruption nicht wirklich Einhalt geboten werden kann, die Millionen und Milliarden aus der Kriegskasse in private Taschen fließen lässt. In allen Fällen der „neuen“ Kriegswirtschaften, in der Ukraine und Russland ebenso wie in den USA und in China, bleibt der Markt weitgehend frei, weil der Staat als Großkunde ohnehin dafür sorgt, dass die Rüstungsindustrie auf Hochtouren läuft. Erst wenn dem Staat das Geld ausgeht, vielleicht auch, wenn Korruption und Kleptokratie Überhand nehmen, muss eine Art Notbremse gezogen werden.
In der derzeitigen Krise werden politische, militärische und wirtschaftliche Motive zumeist vermischt. So wird Aufrüstung nicht nur als geopolitische und strategische Notwendigkeit angesehen, der man sich, ob man es will oder nicht, anpassen muss, sondern eben auch als industriepolitische Chance gedeutet. Sehr naiv gesagt: Wenn man nicht mehr genug zivile Autos verkaufen kann, um die Schließung eines Werkes zu verhindern, kommt die Umstellung auf die Produktion von Panzern wie ein rettender Segen für das Unternehmen und die von ihm geschaffenen Arbeitsplätze. Doch dieser kurzfristige Effekt bei der Umstellung auf eine Quasi-Kriegswirtschaft hilft einer gesamten Wirtschaft nur wenig, weil es sich um ein unproduktives, schließlich gar anti-produktives Geschehen handelt.
„Die Transformation unseres Wirtschaftssystems in eine Art Kriegswirtschaft wird weder die deutsche Industrie nachhaltig beleben noch die eigentlichen Ursachen der industriellen Krise lösen.“
Erklärt der Politikwissenschaftler Julian Rossmann, der für die „Föderation Junger Europäischer Grüner“ in Brüssel arbeitet.
„Im Gegenteil: Sie bindet dringend benötigte Ressourcen, Fachkräfte und politische Energie in einer Industrie, die strukturell auf permanenten Konflikt angewiesen ist und deren Produkte bestenfalls ungenutzt in Depots verstauben.“
Mit dieser Art Kriegswirtschaft wird die dringend erforderliche Erneuerung von Wirtschaft und Gesellschaft erst einmal verschoben, wenn nicht gar aufgehoben. Eine Kriegswirtschaft kann kurzfristig durchaus einen Boom erzeugen, Vollbeschäftigung und relative Preisstabilität, aber die mittel- und langfristigen Folgen bleiben immer katastrophal. Dazu gehört auch ein mit der Dominanz der Rüstungsindustrie zwangsläufig verbundener Prozess von Rationalisierung und Monopolisierung.
Wenn wir von einer Kriegswirtschaft sprechen, bedeutet das zunächst eine Militarisierung der Ökonomie. Alles Wirtschaften wird dem einen großen Ziel unterworfen: Einen möglichen Aggressor durch Rüstung vor einem Krieg abzuschrecken, für einen möglichen Krieg militärisch und politisch vorbereitet zu sein, und schließlich einen Krieg, wenn er sich wirklich ereignet, möglichst siegreich zu überstehen. Kriegswirtschaft bedeutet aber umgekehrt auch eine Ökonomisierung des Militärischen und schließlich des Krieges selbst. Denn Kriegswirtschaft bedeutet eben nicht, dass der Staat die Rüstung und ihre Folgewirtschaften in die eigenen Hände nimmt, und sie somit dem kapitalistischen Kalkül entzieht. Es bedeutet vielmehr ein Wechselspiel von Staat und Wirtschaft auf eine neue Weise. Der Staat wird zu einem Großkunden der Industrie, ohne indes vollkommen über die Preise bestimmen zu können. So abhängig die beiden nun voneinander sind, haben sie doch die gleiche Quelle: Die Arbeitskraft, das Geld und die Zustimmung der Bevölkerung.
BundeswehrVon Panzern und Protesten: Deutschland rüstet auf 36:06 Minuten09.03.2026
Kriegswirtschaft bedeutet also im Endeffekt eine dramatische Umgestaltung von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft auch in Bereichen, in denen man es zunächst gar nicht vermutet. Sie trägt zur Vorherrschaft von Autokratie im Staat, zur Macht der Oligarchen in der Wirtschaft und zur Entdemokratisierung der Gesellschaft bei. Möglicherweise ist dies alles unter bestimmten Bedingungen nicht abzuwenden. Die Frage ist allerdings, ab wann die demokratische Zivilgesellschaft Mitsprache und Kontrolle verliert? Und die andere Frage ist, wer und was über Beginn und Geschwindigkeit des Verwandlungsprozesses bestimmt? Die schrittweise Umstellung auf eine Kriegswirtschaft kann schließlich nur durch einen Ausnahmezustand gerechtfertigt werden. In einem Begriff wie „Zeitenwende“ indes ist der Ausnahmezustand schon zum Normalfall geworden. Ein Zurück zu einer rein zivilen, liberalen Marktwirtschaft ist im Zeichen einer Zeitenwende nicht oder nur schwer vorstellbar. Die Frage ist nun also nicht mehr Kriegswirtschaft oder Friedenswirtschaft? Die Frage ist vielmehr, wieviel Kriegswirtschaft sich eine Gesellschaft wie die unsere leisten will und kann, wieviel Kriegswirtschaft notwendig und vernünftig sein kann anlässlich der doppelten Bedrohung durch Krieg und Klimakatastrophe? Und schließlich wie sehr eine funktionierende und lebendige Demokratie sich mit Bedingungen von Kriegswirtschaft verträgt? Es ist nur eines nicht möglich: Sich einfach daran zu gewöhnen, dass auf einer Welt, auf der ein permanenter Wirtschaftskrieg droht, die Umwandlung in Kriegswirtschaften die richtige Antwort sei.
Die neue Wirtschaftsordnung wird durch Dealmaker geprägt, die mit Handelskriegen und der Umstellung auf Kriegswirtschaften die globalen Märkte umgestalten (Getty Images / CatLane)
Info: https://www.deutschlandfunk.de/trump-deal-wirtschaftskrieg-usa-politik-100.html
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 15. März 2026
Eugene Doyle: Francesca Albanese zum Schweigen bringen – „Nicht in unserem Namen“: Gedanken zu Gaza
"Es ist höchste Zeit, dass wir diesen grauenhaften Topos, dieses verabscheuungswürdige Manöver, das Antizionismus mit Antisemitismus gleichsetzt, in die Mülltonne der schmutzigen Tricks werfen".
Die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese steht erneut im Mittelpunkt einer Hetzkampagne wegen einer Rede, die sie letzte Woche auf dem Al-Jazeera-Forum gehalten hat und die von der pro-israelischen und gegen die Vereinten Nationen gerichteten NGO „UN Watch“ „manipuliert“ wurde, um fälschlicherweise zu behaupten, sie habe Israel als den „gemeinsamen Feind“ bezeichnet. Albanese antwortete – wie die Originalaufzeichnung der Rede zeigt –, dass sie sich auf „das System, das den Völkermord in Palästina ermöglicht hat“ als den „gemeinsamen Feind“ bezog. Albanese gab in ihrer Ansprache keine derartige erfundene Aussage ab, sondern kritisierte vielmehr die Untätigkeit des Westens während des Völkermords in Gaza. Dies ist ein Rückblick auf das Jahr 2023, als Eugene Doyle, Mitwirkender beim Asia Pacific Report, Albanese in Neuseeland traf.
KOMMENTAR: Von Eugene Doyle

Der Autor Eugene Doyle mit der Sonderbeauftragten Francesca Albanese . . . „Sie versteht das strukturelle Unterdrückungssystem, das den Palästinensern das Recht verweigert, als Volk zu existieren – kulturell, wirtschaftlich und politisch.“ Bild: Solidarity/Scoop
Es war eher ein Gefühl des Ekels als der Verzweiflung, das ich empfand, als ich heute [Februar 2024] in The Jerusalem Post las: „‚Antisemitische‘ UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese aus Israel verbannt.“ Wir werden wieder manipuliert, und dies ist eine Gelegenheit, uns gegen die Darstellung zu wehren, dass die Unterstützung von Opfern Israels irgendwie antisemitisch sei.
Im November 2023, als die israelischen Vernichtungsaktionen gegen Palästinenser eskalierten, hatte ich das Privileg, Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, zu hören und mit ihr zu sprechen.
Sie besuchte Wellington im Rahmen einer lange geplanten Reise nach Australien und Neuseeland und sprach mit Regierungsministern, Hilfsorganisationen, Journalisten und vor vollbesetzten Sälen von Bürgern, die alle entsetzt waren über das, was sich in Gaza abspielte.
Ihre Reden waren geprägt von Sachkenntnis und forensischer Klarheit, die nur von ihrer Anständigkeit und ihrem Sinn für Menschlichkeit übertroffen wurden – was sich auch in großer Höflichkeit gegenüber einem einsamen und aufgebrachten israelischen Unterstützer bei einer Veranstaltung zeigte, an der ich teilnahm.
Bei der Verhängung des Einreiseverbots erklärten zwei israelische Minister: „Die Ära des Schweigens der Juden ist vorbei. Wenn die UN wieder zu einer relevanten Institution werden will, müssen ihre Führungskräfte die antisemitischen Äußerungen der Sonderbeauftragten öffentlich zurückweisen.“
Dies ist natürlich eine vulgäre Lüge von Ministern, die aktiv Völkermord betreiben. Diese beiden schweigen in der Tat nicht: Das Kreischen, Dröhnen und Donnern ihrer Granaten, Raketen und Scharfschützenkugeln hat der Welt lautstark verkündet, wie tief der zionistische Staat in die Abgründe der Verderbtheit gesunken ist.
Auch die jüdische Diaspora ist alles andere als still – ich bin zutiefst beeindruckt vom Mut und der Beharrlichkeit jüdischer Menschen weltweit, die sich von der Fiktion distanziert haben, dass Antizionismus gleichbedeutend mit Antisemitismus sei. Ich höre sie laut und deutlich mit gerechter Empörung rufen: „Nicht in unserem Namen!“
Francesca Albanese weist falsche Anschuldigungen zurück Video: Al Jazeera
Was die Minister wirklich in Rage versetzte und ihre Aufmerksamkeit vorübergehend vom Gemetzel an Unschuldigen ablenkte, war Albaneses Erwiderung auf eine beiläufige Lüge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron: „Der 7. Oktober war das größte antisemitische Massaker unseres Jahrhunderts.“
Albanese antwortete, ganz zu Recht, sicherlich selbstverständlich: „Die Opfer vom 7. Oktober wurden nicht wegen ihres Judentums getötet, sondern als Reaktion auf Israels Unterdrückung.“ Sie brachte auch ihren Respekt für die Opfer des Anschlags zum Ausdruck.
Wenn mutige Menschen von bösartigen und mächtigen Akteuren angegriffen werden, braucht es moralische Klarheit und eiserne Entschlossenheit, um sich in ein Meer von Schwierigkeiten zu begeben und sich den wahren Schurken entgegenzustellen. Das müssen wir alle jetzt tun – und dürfen nicht schweigen.
In den letzten Monaten hat Israel mit der Komplizenschaft der von Weißen dominierten westlichen Länder versucht, die UNRWA zu zerstören, die wichtigste UN-Organisation, die dem palästinensischen Volk Hilfe leistet, während es diese genozidale Belagerung erdulden muss.
Aufgrund der mächtigen Verbündeten Israels hat der Internationale Strafgerichtshof (ICC) geschwiegen und die unzähligen Menschenrechtsverletzungen Israels ignoriert. (Anmerkung der Redaktion: Der ICC erließ daraufhin am 21. November 2024 Haftbefehle gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit).
Die Israelis haben zudem ihre Verachtung für den Internationalen Gerichtshof lautstark zum Ausdruck gebracht. Der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, kommentierte: „Haag, pfeif drauf – der IGH hat nur bewiesen, was jeder bereits wusste, nämlich dass er lediglich darauf aus ist, das jüdische Volk zu verfolgen“.
Den IGH auf diese Weise zu diffamieren, ist ein weiterer Versuch, uns alle zu manipulieren. Wenn wir eine anständige Sache tun können, dann wäre es, unsere Regierungen dazu zu bewegen, ihre Stimme zur Verteidigung der brutalisierten und belagerten Vereinten Nationen zu erheben.
Albanese sagte vor Zuhörern auf beiden Seiten der Tasmansee: „Wenn ich von Menschenrechten spreche, spreche ich sowohl von den Palästinensern als auch von den Israelis, die in einem Siedlerkolonialregime gefangen sind; das ist es, was wir gemeinsam lösen müssen.“
Sie fuhr fort: „Ich werde immer auf der Seite der Opfer stehen.“
Es gibt gute Gründe, Francesca Albanese zum Schweigen bringen zu wollen. Sie ist eine Autorität, was die Details der Entmenschlichung der Palästinenser angeht. Sie hat den täglichen Mangel an Verhältnismäßigkeit gesehen, den Diskurs des Völkermords, die militärischen und administrativen Kontrollen, den Entzug von sanitären Einrichtungen, Nahrungsmitteln und Medikamenten, die Überwachungstechnologie, die willkürlichen Tötungen, die finanzielle Strangulierung eines Volkes, die Art und Weise, wie die Israelis Palästina Zentimeter für Zentimeter verschlingen, während der Westen wegschaut.
Kurz gesagt: Sie versteht besser als die meisten Menschen das strukturelle System der Unterdrückung, das den Palästinensern das Recht verweigert, als Volk zu existieren – kulturell, wirtschaftlich, politisch. Sie ist eine Humanistin und das genaue Gegenteil einer Antisemitin.
Albanese ist eine von unzähligen guten Menschen, die von Israel und seinen Verbündeten bedrängt werden. Die rassistischen weißen Eliten in Europa und den USA sind nur allzu gerne bereit, eine Definition zu übernehmen, die Antisemitismus mit Kritik an Israel gleichsetzt, und nutzen die kürzlich geprägte Definition der International Holocaust Remembrance Alliance als Werkzeug, um Verteidiger der palästinensischen Rechte zum Schweigen zu bringen (wieder dieses Wort).
Als der rechte Flügel der britischen Labour-Partei daran ging, Jeremy Corbyn zu stürzen, gelang ihnen dies unter Einsatz einer antisemitischen Verleumdung. Als die Säuberungsaktion beendet war, waren Tausende progressive Labour-Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen worden, darunter eine große Zahl jüdischer Progressiver.
The Labour Files, eine sehenswerte Al-Jazeera-Dokumentation, die auf einer Datenauswertung interner Labour-Akten basiert, deckte die erstaunliche Statistik auf, dass man als jüdisches Mitglied der britischen Labour-Partei siebenmal häufiger wegen Antisemitismus ausgeschlossen wurde als ein Nichtjude.
Es ist höchste Zeit, dass wir diesen grauenhaften Topos, dieses verabscheuungswürdige Manöver, das Antizionismus mit Antisemitismus gleichsetzt, in die Mülltonne der schmutzigen Tricks werfen. Jüdische Menschen haben über Jahrhunderte hinweg wegen ihres Glaubens unter Verfolgung gelitten. Es ist ein großer Bärendienst an ihrem Andenken – nicht zuletzt, weil mittlerweile ganz klar ist, dass Völkermord die höchste Stufe des Zionismus ist.
Nur zur Klarstellung: Ich habe jüdische Freunde, die ich einlade, meine Artikel vor der Veröffentlichung zu lesen und zu kritisieren. Sie sind keine selbsthassenden Juden, sie sind nicht antisemitisch, und ich bin es auch nicht. Wir stehen Schulter an Schulter mit jüdischen Menschen weltweit, die entsetzt sind über das, was im Namen des Judentums getan wird.
Francesca Albanese sagte an diesem Abend noch etwas Denkwürdiges: „Geschichte besteht auch aus Wendepunkten, an denen sich Dinge ändern. Machen wir diesen zu einem davon.“
Eugene Doyle ist ein in Wellington ansässiger Community-Organisator, Herausgeber von Solidarity und Autor für den Asia Pacific Report. Seine erste Demonstration fand im Alter von 12 Jahren gegen den Vietnamkrieg statt. Dieser Artikel wurde erstmals von Scoop am 14. Februar 2024 veröffentlicht.
QUELLE Eugene Doyle | Scoop
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freidenker.org, vom 13. März 2026
Das Internationale Milošević Komitee (IMC) hat am 10.03.2026 anlässlich des 20. Todestages von Slobodan Milošević zu einer Gedenkveranstaltung nach Belgrad eingeladen. Klaus Hartmann, Co-Vorsitzender des Komitees hat dazu eine Rede per Video gehalten, die auf der Veranstaltung eingespielt wurde.
Videoansprache von Klaus Hartmann
von Klaus Hartmann
Die Nachrichten der letzten Tage und Wochen sind voll von Berichten über die aktuellen Kriege, Stichworte sind die Ukraine, Palästina, Venezuela und der Iran. Das sind nur die wichtigsten, aber nicht die einzigen – Jemen und den Sudan, die West-Sahara und Pakistan, die verschärfte Strangulation Cubas müssen wir dazuzählen.
Diese zugespitzte internationale Situation, mit dem Potenzial jederzeit in einen 3. Weltkrieg zu eskalieren, ist wie ein Update, eine Fortsetzung dessen, was in den 1990er Jahren mit den Kriegen zur Zerschlagung Jugoslawiens begann. Damals, nach dem „Sieg im Kalten Krieg“, wähnte sich der Globale Westen als der Sieger der Geschichte, die USA als die „einzige Weltmacht“, wie es Zbigniew Brzeziński schrieb. Im Kampf um die US-Vorherrschaft in Eurasien spiele die Ukraine als geopolitischer Dreh- und Angelpunkt eine Schlüsselrolle, deshalb müsse Russland als Gegner angesehen und zurückgedrängt werden.
Nicht erst seit den aktuellen Scheinverhandlungen der USA mit dem Iran, nicht erst nach der Farce der Minsker Abkommen, steht die Frage, was die Versprechen des Globalen Westens wert sind. 1990 versprach die NATO, sie werde „keinen Zentimeter nach Osten vorrücken“. Im März 1999, rechtzeitig vor ihrem Überfall auf Jugoslawien, nahm sie schnell noch Polen, Tschechien und Ungarn in die Militärallianz auf.
Vor vier Jahren wollen die USA, NATO und die Bundesregierung überraschend das Völkerrecht wiederentdeckt haben – aber nur zu dem Zweck, Russland zu beschuldigen, eine „jahrzehntelange Friedensordnung in Europa zerstört“ zu haben. Diese Friedensordnung haben sie selbst zerstört, 1999 mit ihrer NATO-Aggression gegen Jugoslawien – das wollen sie aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen. Mit ihrer Entscheidung zum Krieg haben sie damals den UN-Sicherheitsrat gar nicht damit befasst – in Erwartung eines Vetos durch Russland und China: Ein klarer Bruch des Völkerrechts.
Ich sagte damals in verschiedenen Reden, dass es sich um einen „Türöffnerkrieg“ für weitere imperialistische Kriege handelt. Der damalige Oberkommandierende der Aggressiontruppen, General Wesley Clark, bestätigte dies nach einem Besuch im Pentagon 2001, wo ihm eröffnet wurde, dass die USA „in fünf Jahren sieben Länder ausschalten werden, angefangen mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und zum Schluss Iran.“ Abgesehen vom Zeitplan sind wir genau in dieser Situation angekommen. Kein Wort über „Demokratie“ und „Menschenrechte“, der Klartext heißt: Was den Interessen der USA und der Zionisten im Weg steht, soll erbarmungslos abgeräumt werden.
„Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einer Übergangsphase“, so der kanadische Premierminister Mark Carney beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos 2026. Die Entwicklung hat eine Reihe von Ursachen. Jahrzehntelang diente der Dollar als universelles Tauschmittel, Wertspeicher und Rechnungseinheit. Zum Vorteil der USA, für deren astronomischen Staatsschulden die anderen bezahlen durften. Diese Abhängigkeit von einem einzelnen Staat führte zu einer Vielzahl von Risiken, Reibungsverlusten und ist zum Hindernis für den globalen Handel geworden. Währungen, Zölle und Zahlungsverkehr werden zunehmend politisiert, das Vertrauen in den Dollar und die westlichen Finanzinstrumente sinkt. Die Hegemonie der USA war im Wesentlichen eine Dollar-Hegemonie.
Wie die Entwicklung zu einer multipolaren Weltordnung setzt sich der Trend zur De-Dollarization fort, die Schwellenländer gewinnen an Selbstvertrauen und Gewicht, sie zwingen Washington, seinen monetären Thron abzugeben. Zu den maßgeblichen Faktoren zählen neue Zusammenschlüsse von Ländern auf internationaler Ebene wie die 2001 entstandene Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und die Gründung der BRICS seit 2009.
Die RAND Corporation ist einer der größten militärischen US-Thinktanks, in einer Studie kommt sie zu dem Ergebnis, dass die einst unangefochtene militärische Überlegenheit der USA schwindet. Das ist aber kein Signal für ein friedliches, leises Abtreten aus Einsicht, vielmehr fordert die Studie ein „Überdenken der Verteidigungsstrategie, um die von den USA geführte internationale Ordnung (Dominanz) zu bewahren.“ Die Orientierung knüpft an das Rand-Strategiedokument aus dem Jahr 2019, das das Ziel ausgab: „Extending Russia – competing from advantageous ground“ („Russland überdehnen – Wettbewerb aus einer günstigen Position“).
Die „EU-Denkfabrik“ European Union Institute for Security Studies (EUISS) in Paris plädiert, die EU müsse Russland aktiv „entmachten“, indem sie seine Fähigkeit, europäische Interessen zu untergraben, abbaut. Die EU und Großbritannien wollen eine Dominanz in Europa, dazu brauchen sie ein schwaches Russland, für die eigenen Weltmachansprüche wollen sie ein halbkoloniales Russland als Hinterland und Rohstoffquell. „Dekolonialisierung“ Russlands nennen sie das – die Zerlegung des Landes in viele beherrschbare Einzelteile, ohne handlungsfähige Zentralmacht. Vor allem Deutschland, Frankreich, Polen und Britannien setzen deshalb auf die Fortsetzung des Krieges mit Russland, ja sogar auf dessen Eskalation.
Die russischen Historiker Trenin, Karaganow und Awakjanz schreiben unter „Von der passiven zur aktiven Abschreckung“: „Der Übergang von einer gescheiterten Partnerschaft in eine neue Konfrontation und dann in eine offene Konfrontation lässt eine Rückkehr zum ursprünglichen Format des ‚Kalten Krieges’ nicht zu.“ „Die herrschenden Kreise Europas sind bereits mit politisch-moralischen und militärökonomischen Vorbereitungen für einen großen Krieg mit Russland beschäftigt.“
Dmitri Trenin schrieb am 19.07.2025: Viele sprechen heute davon, dass die Menschheit auf einen „Dritten Weltkrieg“ zusteuert, und meinen damit, dass etwas Ähnliches wie im 20. Jahrhundert vor uns liegt. Der Krieg ändert jedoch ständig sein Aussehen. … In Wirklichkeit ist der Weltkrieg schon da, auch wenn es nicht jeder begriffen hat. Die Vorkriegszeit endete für Russland im Jahr 2014, für China im Jahr 2017 und für den Iran im Jahr 2023. Seitdem sind die Ausbreitung und die Intensität des modernen Krieges im Wachsen begriffen. Trotz seiner sich wandelnden Erscheinung ist die Ursache dieses Weltkriegs traditionell: die Verschiebung des Kräftegleichgewichts auf der Welt. Der Westen spürt, dass der Aufstieg neuer Machtzentren (vor allem Chinas) und die Wiedererstehung Russlands als Großmacht seine Vorherrschaft bedrohen, und hat eine Gegenoffensive gestartet.
Der Westen ist nicht in der Lage, sich mit dem Verlust der globalen Hegemonie abzufinden. Dabei geht es nicht nur um Geopolitik. Die westliche Ideologie (politisch-ökonomisch ist es der Globalismus, soziokulturell der Posthumanismus) lehnt Vielfalt, nationale oder zivilisatorische Identität und Tradition organisch ab. Das Ende des Universalismus bedeutet für den modernen Westen eine Katastrophe – deshalb versucht er, seine beträchtlichen Ressourcen zu bündeln und sich auf seine erschütterte, aber immer noch vorhandene technologische Überlegenheit zu stützen, um diejenigen zu vernichten, die er zu Rivalen erklärt hat.
Länder, die sich dem westlichen Befehl nicht unterordnen wollen, werden militärisch angegriffen, zuletzt traf es Venezuela als engen Handelspartner Chinas, Cubas und des Iran. Der US-Überfall auf Venezuela mit der Verschleppung seines Präsidenten Nicholas Maduro zeigt Parallelen zu dem von US-NGOs angeleiteten Regime Change-Staatsstreich 2000, als wurde Präsident Slobodan Milošević von der neuen Marionettenregierung gekidnappt, nach Den Haag entführt und vor ein Femegericht gestellt.
Dieses ICTY (International Criminal Court fort he Former Yugoslavia) ist unter Bruch der UN-Charta installiert worden, da dieses nur nach Beschluss der UN-Vollversammlung und durch einen völkerrechtlichen Vertrag möglich gewesen wäre. Es wurde auch nicht aus dem UN-Haushalt bezahlt, sondern überwiegend von „philanthropischen“ US-Stiftungen, insofern ähnelte es dem Finanzierungsmodell der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Milošević wurde im Scheveninger Gefängnis aufgrund unterlassener ärztlicher Hilfeleistung am 11. März 2006 zu Tode gebracht.
Eine weitere Parallele zeigt sich in der Kriegsvorbereitung gegen den Iran. Hier waren die US-Forderungen von Anfang an darauf ausgelegt, eine diplomatische Lösung zu behindern, in der Erwartung, der Iran würde aufgrund seiner Schwäche vor der US-Militärmacht kapitulieren würde. 1999 gingen der NATO-Aggression die sogenannten „Verhandlungen von Rambouillet“ voraus, die Jugoslawien im geheimen Anhang zu einem Abkommen dazu zwingen sollten, der NATO völlige Handlungs- und Bewegungsfreiheit auf seinem Territorium zu gewähren und damit seine Souveränität aufzugeben. Es ist das bleibende Verdienst von Präsident Milošević, dieses falsche Spiel nicht mitgemacht zu haben.
Entgegen seiner Wahlversprechen, Kriege zu beenden und keine neuen zu beginnen, insbesondere keine Regime Change-Operationen zu statten, hat US-Präsident Trump mit dem Angriff auf den Iran im Sommer 2025, der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro, den Strangulationsmaßnahmen gegen Cuba und zuletzt dem neuerlichen Krieg gegen Iran und weitere Nachbarländer gezeigt: Er stellt sich „würdig“ in eine Reihe mit seinen Kriegsverbrecher-Vorgängern im Präsidentenamt. Seine Bewegung verdient einen neuen Namen: MAFA – Make Amerika Fail Again!
Endgültig zur Farce werden die Phrasen der deutschen Militaristen zu Ukraine und Völkerrecht angesichts des offiziellen Verhaltens gegenüber Israel. Es sei „Drecksarbeit“, die laut Kanzler Merz Israel derzeit für „uns“ macht, und für die „wir“ Waffen liefern. Aktuell geben sie die Komplizen bei der imperialistisch-zionistischen Aggression gegen die Iran. Diese Woche besuchte der deutsche Bundeskanzler Washington, und erklärte im Oval Office, neben Trump sitzend: „Wir sind uns einig, dass wir dieses schreckliche Regime in Teheran stürzen müssen.“
Die EU unterhält zahlreiche Kooperationsabkommen mit der NATO, sie marschieren im Gleichschritt. Ihren Kriegsplänen dient auch die Kriminalisierung internationaler Solidarität. Ein Mittel der Kriegsführung ist die Ausschaltung politischer Gegner mit juristischen Mitteln, mit medialer Unterstützung werden aggressive Kampagnen gegen die ‚Zielpersonen‘ eingeleitet, die geradezu eine Pogromstimmung erzeugen können. Die brachiale Durchsetzung der ausschließlichen NATO-Propagandasicht richtet sich gegen Bürger, Medien, Organisationen und alle die eine davon abweichende Sicht vertreten.
Die EU hat mittlerweile mehr als 2700 Personen und Organisationen auf Sanktionslisten gesetzt. Betroffen sind überwiegend Russen, aber auch EU-Bürger, darunter der linke kurdisch-stämmige Deutsche Hüseyin Dogru aus Berlin und die in Russland lebenden Journalisten Alina Lipp und Thomas Röper. Das jüngste und prominenteste Beispiel ist der Schweizer Jaques Baud, ehem. Oberst der Schweizer Armee. Die sanktionierten Personen verlieren all ihre Rechte: Vermögensentzug, Kontosperre, Passabgabe, Verbot der Hilfe durch nahestehende Personen – alles ohne Gerichtsverfahren, d.h. ohne Anklage, Anhörung oder Verteidigung. Diese Repressionspolitik ist ein Hohn auf die Sonntagsreden über Demokratie, Meinungsfreiheit und Rechtsstaat, sie zeigt umgekehrt den Weg in einen autoritären Staat, wenn nicht sogar in einen neuen Faschismus.
Die EU verteidigt freie Wahlen, aber nur so lange, wie ihr die Ergebnisse passen. Bei der Präsidentschaftswahl in Rumänien ließ sie den ersten Wahlgang annullieren, weil der „falsche“ Kandidat in Führung lag, bei der Wahlwiederholung wurde dem aussichtsreichsten Kandidaten eine erneute Kandidatur verboten. Während die EU „Russische Wahleinmischung“ anklagt, unterstützt sie bei den Wahlen in Moldau massiv die „prowestliche Staatschefin“ Maia Sandu, die in der autonomen Region Gagausien die „prorussisch“ Regierungschefin Evghenia Gutul 2025 verhaften und ins Gefängnis werfen ließ. Auch in Ungarn und der Slowakei will die EU-Kommission wieder EU- und NATO-ergebene Kräfte an die Macht zu bringen.
Jedes Land, das der EU beitritt, kann sich auf seine Unterwerfung und den Verlust seiner Souveränität gefasst machen. Die Forderungen gegenüber Serbien, seine völkerrechtswidrig separierte Provinz Kosovo als „eigenen Staat“ anzuerkennen sowie seine freundschaftlichen Beziehungen zur Russischen Föderation und zur Volksrepublik China zu beenden, geben einen Vorgeschmack, was das Land unter der definitiven Knute von Brüssel zu erwarten hat.
Bewahren wir das Erbe und Vermächtnis unseres Freundes und Genossen, des großen Slobodan Milošević: Verteidigen wir die Freiheit und die nationale Souveränität, Solidarität mit allen Antimperialisten und Kämpfern für Befreiung und Unabhängigkeit, Freundschaft mit Russland und China!
Klaus Hartmann ist Co-Vorsitzender des Internationalen Milošević-Komitees
und Präsident der Weltunion der Freidenker
Die Verlesung der Ansprache erfolgte in englischer Sprache. Hier die englische Version:
By Klaus Hartmann
The news in recent days and weeks has been full of reports about the current wars, with Ukraine, Palestine, Venezuela, and Iran being the keywords. These are only the most important ones, but not the only ones—we must also include Yemen and Sudan, Western Sahara and Pakistan, and the intensified strangulation of Cuba.
This escalating international situation, with the potential to escalate into World War III at any moment, is like an update, a continuation of what began in the 1990s with the wars to destroy Yugoslavia. At that time, after the “victory in the Cold War,” the Global West considered itself the victor of history, the US as the “sole world power,” as Zbigniew Brzeziński wrote. In the struggle for US hegemony in Eurasia, Ukraine plays a key role as a geopolitical hub, which is why Russia must be seen as an adversary and pushed back.
The question of what the promises of the Global West are worth has been around since well before the current sham negotiations between the US and Iran, and well before the farce of the Minsk agreements. In 1990, NATO promised that it would not “advance one inch to the east.” In March 1999, just in time for its invasion of Yugoslavia, it quickly admitted Poland, Czechia, and Hungary into the military alliance.
Four years ago, the US, NATO, and the German government suddenly claimed to have rediscovered international law—but only for the purpose of accusing Russia of having “destroyed decades of peace in Europe.” They themselves destroyed this peace in 1999 with their NATO aggression against Yugoslavia—something they want to suppress from public consciousness. At the time, they did not even bring their decision to go to war before the UN Security Council, anticipating a veto by Russia and China: a clear violation of international law.
I said in various speeches at the time that this was a “door-opener” for further imperialist wars. The then commander-in-chief of the aggression forces, General Wesley Clark, confirmed this after a visit to the Pentagon in 2001, where he was told that the US would “take out seven countries in five years, starting with Iraq, then Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan, and finally Iran.” Apart from the timetable, we have arrived at exactly this situation. No mention of “democracy” and “human rights”; the plain language is: anything that stands in the way of the interests of the US and the Zionists must be ruthlessly eliminated.
“We are in the midst of a rupture, not a transition,” said Canadian Prime Minister Mark Carney at the World Economic Forum (WEF) in Davos in 2026. There are a number of reasons for this development. For decades, the dollar served as a universal medium of exchange, store of value, and unit of account. This benefited the US, whose astronomical national debt was paid for by others. This dependence on a single country led to a multitude of risks and friction losses and has become an obstacle to global trade. Currencies, customs duties, and payment transactions are becoming increasingly politicized, and confidence in the dollar and Western financial instruments is declining. The hegemony of the US was essentially a dollar hegemony.
As the world moves toward a multipolar order, the trend toward de-dollarization continues, with emerging economies gaining confidence and influence, forcing Washington to relinquish its monetary throne. Key factors include new international alliances such as the Shanghai Cooperation Organization, formed in 2001, and the establishment of the BRICS in 2009.
The RAND Corporation is one of the largest US military think tanks. In a study, it concludes that the once unchallenged military superiority of the US is waning. However, this is not a signal for a peaceful, quiet retreat based on insight. Rather, the study calls for a “rethinking of defense strategy in order to preserve the US-led international order (dominance).” This orientation ties in with the 2019 RAND strategy document, which set out the goal of “Extending Russia – competing from advantageous ground.”
The European Union Institute for Security Studies (EUISS) in Paris argues that the EU must actively “disempower” Russia by reducing its ability to undermine European interests. The EU and the UK want dominance in Europe, and to achieve this they need a weak Russia. For their own global ambitions, they want a semi-colonial Russia as a hinterland and source of raw materials. They call this the “decolonization” of Russia—the dismantling of the country into many controllable parts, without a central power capable of acting. Germany, France, Poland, and Britain in particular are therefore pushing for the continuation of the war with Russia, and even its escalation.
Russian historians Trenin, Karaganov, and Avakjanz write in “From Passive to Active Deterrence”: “The transition from a failed partnership to a new confrontation and then to an open confrontation does not allow for a return to the original format of the ‘Cold War.’” “The ruling circles of Europe are already busy with political, moral, and military-economic preparations for a major war with Russia.”
Dmitri Trenin wrote on July 19, 2025: Many people today talk about humanity heading toward a “Third World War,” meaning that something similar to what happened in the 20th century lies ahead of us. However, war is constantly changing its appearance. … In reality, the world war is already here, even if not everyone has realized it. The pre-war period ended in 2014 for Russia, in 2017 for China, and in 2023 for Iran. Since then, the spread and intensity of modern warfare has been growing. Despite its changing appearance, the cause of this world war is traditional: the shift in the global balance of power. The West senses that the rise of new centers of power (especially China) and the resurgence of Russia as a great power threaten its dominance and has launched a counteroffensive.
The West is unable to accept the loss of its global hegemony. This is not just a matter of geopolitics. Western ideology (politically and economically globalism, socioculturally post-humanism) organically rejects diversity, national or civilizational identity, and tradition. The end of universalism spells disaster for the modern West—which is why it is trying to pool its considerable resources and rely on its shaken but still existing technological superiority to destroy those it has declared its rivals.
Countries that refuse to submit to Western command are attacked militarily, most recently Venezuela, a close trading partner of China, Cuba, and Iran. The US invasion of Venezuela and the abduction of its president, Nicholas Maduro, show parallels to the regime change coup d’état led by US NGOs in 2000, when President Slobodan Milošević was kidnapped by the new puppet government, taken to The Hague, and put on trial before a kangaroo court.
This ICTY (International Criminal Court for the Former Yugoslavia) was established in violation of the UN Charter, as it would only have been possible following a resolution by the UN General Assembly and through an international treaty. It was also not paid for from the UN budget, but mainly by “philanthropic” US foundations, in this respect resembling the financing model of the WHO (World Health Organization). Milošević was killed in Scheveningen prison on March 11, 2006, due to failure to provide medical assistance.
Another parallel can be seen in the preparations for war against Iran. Here, the US demands were designed from the outset to obstruct a diplomatic solution, in the expectation that Iran would capitulate to US military power due to its weakness. In 1999, NATO’s aggression was preceded by the so-called “Rambouillet negotiations,” which were intended to force Yugoslavia, in a secret annex to an agreement, to grant NATO complete freedom of action and movement on its territory, thereby surrendering its sovereignty. It is to President Milošević’s lasting credit that he did not play along with this false game.
Contrary to his campaign promises to end wars and not start new ones, especially regime change operations, US President Trump has shown with the attack on Iran in the summer of 2025, the kidnapping of Venezuelan President Maduro, the strangulation measures against Cuba, and most recently the renewed war against Iran and other neighboring countries: He is “worthily” following in the footsteps of his war criminal predecessors in the presidency. His movement deserves a new name: MAFA – Make America Fail Again!
The German militarists‘ rhetoric on Ukraine and international law becomes a complete farce in light of the official attitude toward Israel. According to Chancellor Merz, Israel is currently doing the “dirty work” for “us,” and “we” are supplying weapons for this purpose. Currently, they are accomplices in the imperialist-Zionist aggression against Iran. This week, the German chancellor visited Washington and, sitting next to Trump in the Oval Office, declared: „We agree that we must overthrow this terrible regime in Tehran.“
The EU enters into numerous cooperation agreements with NATO, and they march in lockstep. Their war plans also serve to criminalize international solidarity. One means of warfare is the elimination of political opponents by legal means. With media support, aggressive campaigns are launched against “target individuals,” which can create an atmosphere of pogrom. The brutal enforcement of NATO’s exclusive propaganda view is directed against citizens, media, organizations, and anyone who holds a different view.
The EU has now placed more than 2,700 individuals and organizations on sanctions lists. Most of those affected are Russians, but there are also EU citizens, including Hüseyin Dogru, a left-wing German of Kurdish origin from Berlin, and journalists Alina Lipp and Thomas Röper, who live in Russia. The most recent and prominent example is Jacques Baud, a former colonel in the Swiss army. Those sanctioned lose all their rights: confiscation of assets, account freezing, passport surrender, prohibition of assistance from close associates – all without trial, i.e. without charges, hearing or defense. This repressive policy is a mockery of the Sunday speeches about democracy, freedom of expression and the rule of law; on the contrary, it points the way to an authoritarian state, if not a new form of fascism.
The EU defends free elections, but only as long as the results suit it. In the presidential election in Romania, it had the first round of voting annulled because the “wrong” candidate was in the lead, and in the repeat election, the most promising candidate was barred from running again. While the EU accuses Russia of “interfering in elections,” it is massively supporting the “pro-Western head of state” Maia Sandu in the Moldovan elections, who had the “pro-Russian” head of government Evghenia Gutul arrested and thrown into prison in the autonomous region of Gagauzia in 2025. In Hungary and Slovakia, too, the EU Commission wants to bring forces loyal to the EU and NATO back to power.
Any country that joins the EU can expect to be subjugated and lose its sovereignty. The demands on Serbia to recognize its province, which was separated in violation of international law, as a “separate state” and to end its friendly relations with the Russian Federation and the People’s Republic of China give a foretaste of what the country can expect under the definitive yoke of Brussels.
Let us preserve the heritage and legacy of our friend and comrade, the great Slobodan Milošević: Let us defend freedom and national sovereignty, solidarity with all anti-imperialists and fighters for liberation and independence, friendship with Russia and China!
Klaus Hartmann is co-chair of the International Milošević Committee
and President of the World Union of Freethinkers.
Ansprache von Klaus Hartmann in englischer Sprache:

Direktlink zum Video des Deutschen Freidenker-Verbandes auf YouTube: Video https://www.youtube.com/watch?v=KcarQ2G_9-E Dauer 12:33 Min.
Die Gedenkveranstaltung des Internationalen Milošević Komitees (IMC) am 10.03.2026 anlässlich des 20. Todestages von Slobodan Milošević (in serbischer Sprache):

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3. Weltkrieg, Antiimperialismus, Donald Trump, Friedensordnung, Geopolitik, Imperialistische Hegemonie, Iran, Krieg, Multipolare Weltordnung, Nationale Souveränität, NATO, NATO-Überfall auf Jugoslawien, Palästina, Regime-Change, Sanktionen, Solidarität, Thinktank, Türöffnerkrieg, Ukraine, USA, Venezuela, Völkerrecht
Info: https://www.freidenker.org/?p=24572
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey,
Nebensja kritisiert UN-Resolution: Iran empört über Sicherheitsrat
Die Kämpfe im Nahen Osten und die Reaktion des UN-Sicherheitsrats standen im Mittelpunkt eines Interviews mit dem russischen UN-Botschafter Wassili Nebensja. Darin kritisierte er die jüngste UN-Resolution zum Iran scharf und erklärte, Teheran sei empört, weil die Ursachen des Konflikts – aus seiner Sicht Angriffe der USA und Israels – nicht berücksichtigt würden. Nebensja warnte, dass sich der Konflikt weiter in der Region ausbreiten könne, und betonte, der von den USA erwartete schnelle Zusammenbruch des iranischen Systems sei ausgeblieben. Eine militärische Lösung sei unwahrscheinlich; stattdessen forderte er erneut eine politische und diplomatische Beilegung der Krise.
[Auszug aus den RT DE-Nachrichten live am 14. März 2026]
Siehe Video-Bericht: https://odysee.com/@RTDE:e/Nebensja-kritisiert-UN-Resolution--Iran-emp%C3%B6rt-%C3%BCber-Sicherheitsrat:a
RTDE-Liveticker-Krieg-gegen-Iran 15.3.2026
Irans Außenminister: Straße von Hormus für alle offen, außer für USA und Israel
Irans Top-Diplomat Abbas Araghtschi sagte in einem Interview, die Straße von Hormus sei nur für US-amerikanische und israelische Schiffe geschlossen. Andere Schiffe könnten passieren, viele meiden die Route jedoch aus "Sicherheitsgründen", die nach seinen Angaben nichts mit Iran zu tun hätten.
Dies folgt auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, um die Straße offen und sicher zu halten.
Araghtschi reagierte auch auf Berichte über angebliche Verletzungen des neuen iranischen Obersten Führers Modschtaba Chamenei und betonte, dass alles unter Kontrolle sei und das System stabil bleibe.
Er wies zudem Behauptungen zurück, er habe den US-Verhandlungsdelegierten in Genf mit nuklearer Aufrüstung gedroht. Er sprach lediglich über 440 Kilogramm zu 60 Prozent angereicherten Urans, das, wenn es weiter angereichert würde, genug für etwa zehn Bomben wäre, um das Ausmaß des iranischen Zugeständnisses zu verdeutlichen.
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Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, Ali Laridschani, hat im Zuge der zunehmenden Eskalationen zwischen Iran und den USA auf X geschrieben:
"Ich habe gehört, dass die verbleibenden Mitglieder von Epsteins Netzwerk eine Verschwörung entwickelt haben, um einen Vorfall ähnlich dem vom 11. September zu inszenieren und Iran die Schuld dafür zu geben. Iran lehnt solche terroristischen Pläne grundsätzlich ab und führt keinen Krieg mit dem amerikanischen Volk."
Araghtschi: Keine gezielten Angriffe auf Wohngebiete –
offen für Kriegsende-Initiativen
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, dass Iran keine zivilen oder bewohnten Gebiete im Nahen Osten gezielt angegriffen habe. Zugleich erklärte er, Teheran sei bereit, gemeinsam mit seinen Nachbarländern ein Komitee zu bilden, um die Verantwortlichen für solche Angriffe zu ermitteln.
Araghtschis Telegram-Kanal zitierte ihn in einem Interview auf der Webseite Al-Araby al-Jadeed mit den Worten, dass Teheran im Austausch mit den Golfstaaten stehe und jede Initiative begrüßen würde, die ein Ende des US‑israelischen Krieges gegen Iran garantieren könnte.
Die Golfstaaten hatten Teheran zuvor aufgefordert, Angriffe auf ihre Territorien einzustellen. Diese hätten nicht nur US-Militärkräfte getroffen, sondern auch Energieanlagen und Wohngebiete beschädigt.
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Iran selbst lehnt seinerseits Waffenstillstandsgespräche ab, solange die US- und israelischen Angriffe andauern, sagten zwei hochrangige iranische Quellen. Mehrere Länder hätten versucht, eine Beendigung des Krieges zu vermitteln.
Das Desinteresse von Washington und Teheran deutet darauf hin, dass beide Seiten auf einen längeren Krieg eingestellt sind, während der Konflikt zunehmend Zivilisten trifft und Irans Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise stark steigen lässt.
Die jüngsten US-Angriffe auf die Insel Charg, den wichtigsten Öl-Exporthafen des Landes, unterstreichen Trumps Entschlossenheit, den Militäreinsatz fortzusetzen. Der neue iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei hat zugleich in seiner ersten Botschaft betont, die Straße von Hormus geschlossen zu halten, und drohte mit einer Intensivierung der Angriffe auf US-Interessen in den Nachbarstaaten.
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wichtigsten Beispiele aus der neueren Geschichte in Erinnerung gerufen werden. Auch die
einer narzisstischen Widergeburt, verständlich zu machen.
Info: http://www.rainerdanzinger.at/download/terror-danzinger.pdf
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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Exodus – die Revolution der Alten Welt
kath-akademie-bayern.de, Seite besucht am 15. März 2026, 11:25 Uhr, von Prof. Dr. Jan Assmann
Im Rahmen der Veranstaltung "Exodus – Der Auzug aus Ägypten als Wende in der Weltgeschichte", 19.03.2016
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I.
1985 brachte Michael Walzer ein brillantes kleines Buch mit dem Titel Exodus and Revolution heraus. Darin zeigte er, dass die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten mit der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste und der Eroberung Kanaans zum Grundmodell politischer Revolutionen wurde. Jede Revolution ist ein gewaltsamer Aufbruch in etwas Neues, nach jedem solchen Aufbruch gilt es, Wüsten zu durchqueren voller Entbehrungen und konterrevolutionärer Rückschläge, bis dann endlich das Gelobte Land einer neuen Ordnung erreicht ist.
Das ist sehr überzeugend. Ich meine den Begriff „Revolution“ aber ganz anders. In meiner Deutung ist die Exodus-Erzählung nicht das Modell, die Blaupause politischer Revolutionen, sondern hat selbst Revolution gemacht, und zwar dadurch, dass sie zum Gründungsmythos der monotheistischen Religion wurde. Mit deren Siegeszug hat sie die Alte Welt verändert, erst durch die Christianisierung und dann durch die Islamisierung. Es handelt sich also nicht um eine politische, sondern um eine geistige Revolution, die aber in ihren politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen die Welt stärker und nachhaltiger verändert hat als jede politische Revolution. Genau genommen ist es auch nicht die Erzählung als solche, die so weltverändernd gewirkt hat, sondern die Ideen, die sie im Medium der Narration entfaltet. Sie heißen Offenbarung, Bund und Glaube. Das sind die Ideen, die unseren Begriff von Religion bis heute geprägt haben.
Der Alten Welt – und damit meine ich die Welt der „heidnischen“, „polytheistischen“ Religionen, Ägypten, Babylonien, Phönizien, Griechenland, Rom usw. ist diese Ideen-Trias fremd. Deshalb tun wir uns auch schwer, den Begriff „Religion“ auf diese alten Kulturen anzuwenden, obwohl doch „religio“ ein lateinisches Wort ist. Aber um diesen Begriff auf das Christentum anwenden zu können, musste ihm Laktanz eine neue Etymologie unterschieben, indem er es nicht wie Cicero von re-ligere „wiederlesen, konzentriert beachten“, sondern von re-ligare „rückbinden“ ableitete, um es auf die Idee des Gottesbundes zu beziehen.
Führen wir uns zunächst noch einmal die Erzählung vom Auszug aus Ägypten vor Augen. Das Buch Exodus ist in seiner Endgestalt, wie wir es in unseren Bibeln lesen, ungefähr im Verhältnis 3:2:3 dreigeteilt. 14 ½ Kapitel Auszug aus Ägypten, 9 ½ Kapitel Bundesschluss am Sinai, 16 Kapitel Bau des Zeltheiligtums. Der Auszug aus Ägypten nimmt darin also nur ein knappes Drittel ein. Die Erzählung ist logisch und stringent aufgebaut. Sie beginnt in einer Situation äußerster Unterdrückung und Gottverlassenheit und endet in einer Situation höchster Würde – als auserwähltes Gottesvolk – und innigster Gemeinschaft mit Gott, der inmitten seines Volkes Wohnung nimmt. Genau in der Mitte des 40 Kapitel umfassenden Buches steht die entscheidende Szene: die Berufung des Volkes in das Gottesbündnis. Nur zwei Szenenfolgen fallen aus diesem stringenten Erzählungsbogen heraus: die zehn Plagen und die in nicht weniger als zwölf Kapiteln zweimal aufgezählten Einzelteile des Zeltheiligtums. In diesen Sequenzen scheint die Erzählung auf der Stelle zu treten. Warum 10 Plagen, wo doch eine einzige schwere Plage, eine vernichtende Pestepidemie etwa, genügt hätte, um den Pharao zum Einlenken zu bewegen? Und warum zweimal die endlose Aufzählung der Zeltteile?
Bei näherem Hinschauen tritt als das durchgehende Hauptthema ein Offenbarungsprozess hervor, der sich in fünf Schritten entfaltet: 1. Mose am Dornbusch: die Offenbarung des Namens JHWH, 2. die zehn Plagen: die Offenbarung der überragenden Macht Gottes, 3. der Höhepunkt, auf den alles Vorhergehende zuläuft: die Sinai-Offenbarung mit der Berufung des Volks in den Bund und der Verkündung der Gebote und Gesetze, die die Grundlage des Bundes bilden, 4. die Offenbarung des Zeltheiligtums und 5. die Wesensoffenbarung für Mose.
Zwischen 4 und 5 liegt die Szene mit dem Goldenen Kalb, die den eben geschlossenen Bund wieder bricht und alles aufs Spiel setzt. Mose, dem es gelungen ist, JHWH nach der Krise mit dem Goldenen Kalb wieder zu versöhnen, erbittet sich die Gnade, Gott von Angesicht sehen zu dürfen. Das würde er zwar nicht überleben, aber er darf Gott von hinten sehen und die „Gnadenformel“ hören, in der Gott sein Wesen beschreibt. Den Schluss bildet der Einzug von Gottes kabôd („Herrlichkeit“) in das Zelt, der keine Offenbarung ist, sondern einen Dauerzustand der institutionalisierten Gottesgegenwart stiftet.
Das weltumstürzend Neuartige an dieser Offenbarung ist, dass sie ein für alle Mal ergeht und das ganze Gottes-, Welt- und Selbstverhältnis der Menschen auf eine völlig neue und für immer gültige Grundlage stellt. Offenbarungen, d.h. göttliche Willensbekundungen durch Vorzeichen, Omina, Traumerscheinungen und Orakel kennen andere Religionen auch; sie betreffen aber immer nur einzelne Personen und Situationen, nie das Ganze der religiösen, sozialen und politischen Existenz, und sie ergehen nicht ein für alle Mal, sondern ereignen sich immer einmal wieder. Für diese neue religiöse Kategorie gibt es kein Wort im Hebräischen, Griechischen und Lateinischen. Um sie zu fassen und zu vermitteln, reicht ein Wort nicht aus, dazu bedarf es einer Erzählung, und zwar einer Erzählung von phantastischen, grandiosen Dimensionen. Den Höhepunkt dieses Offenbarungsgeschehens bildet die Offenbarung des Bundes.
Der dritte Teil wird allgemein als ein Zusatz der Priesterschrift erklärt. Die Priesterschrift entstand gegen Ende des 6. Jahrhunderts vor Christus, als es galt, nach der Rückkehr aus dem Exil den Tempel wiederaufzubauen und den Kult neu zu organisieren. Die Beschreibung des Zeltheiligtums dient als Modell für die Struktur des Tempels und seines Funktionierens. Die Dimensionen dieser Beschreibung erklären sich, wenn man den Gesamtaufbau der Priesterschrift ins Auge fasst. In ihrer Urgestalt umfasste sie die Bücher Genesis und Exodus und verfolgte das grandiose Konzept einer Geschichtsschreibung, die mit der Schöpfung der Welt beginnt und mit der Gründung des Tempels endet. So erscheint der Tempel als die Krone der Schöpfung und nimmt daher mit seiner Beschreibung einen so großen Raum in diesem Werk ein. Dabei handelt es sich aber nicht um den ersten, salomonischen Tempel, sondern um das Zeltheiligtum als mythisches Vorbild jeden Tempels und damit auch des neuen, nach der Rückkehr aus dem Exil erbauten zweiten Tempels. So erklärt sich auch der Einschub der Erzählung vom Goldenen Kalb mitten in der Tempelbeschreibung. Die Priesterschrift ist das Gründungsdokument des Frühen Judentums, wie es sich nach dem Untergang Israels und der Rückkehr aus dem Exil konstituierte. Sie hatte daher nicht nur der Geschichte Gottes mit der Welt, der Menschheit und seinem auserwählten Volk Rechnung zu tragen, sondern auch dem Scheitern dieser Geschichte in der Katastrophe der assyrischen und babylonischen Eroberungen mit dem Totalverlust von Land und Staat, Königtum und Tempel. Diese Katastrophe führte man auf menschliches Verschulden, nämlich auf den Bruch des Bundes zurück, um sie nicht als Versagen Gottes deuten zu müssen. Die Geschichte des Goldenen Kalbs ist die mythische Metapher für Bundesbruch, Strafe und – vor allem – Bundeserneuerung. Der Bund hat Schuld und Strafe überstanden: das ist der Sinn des fünften und letzten Offenbarungsschritts. Nun kann das Zeltheiligtum, das Mose im vierten Akt der Offenbarung gezeigt worden war, gebaut werden.
Ganz unabhängig von der Frage nach dem historischen Kern, der möglicherweise im Mythos vom Auszug aus Ägypten stecken mag, muss man nach der symbolischen Bedeutung Ägyptens im Rahmen der Erzählung fragen. Wofür steht Ägypten, das „Sklavenhaus“? Das Bild des Sklavenhauses, das die Exodus-Erzählung von der altägyptischen Welt zeichnet, hat die Vorstellung dieser Kultur bis heute eingeschwärzt. Es verbindet sich vor allem mit den Pyramiden, in denen es seinen sichtbaren Ausdruck zu finden scheint. Deren Erbauung kann man sich bis heute kaum anders vorstellen als in Form unmenschlicher Ausbeutung breitester Volksmassen. Aber nicht nur der unvorstellbare Arbeitsaufwand, sondern vor allem der Zweck der Pyramiden skandalisierte die Nachwelt, galten sie doch als die monströsen Zeugnisse pharaonischen Größenwahns. Es handelt sich um eine der typischen Legenden, wie sie sich an die nicht mehr verstandenen gigantischen Überreste einer fremdgewordenen Vergangenheit heften. In den Pyramiden sah und sieht man vielerorts bis heute den symbolischen Ausdruck einer Kultur und eines politischen Systems, das von einer autokratischen Spitze kontrolliert wird und dem sich jeder Einzelne als Baustein einzufügen hat.
Die gigantische Bautätigkeit der Pharaonen und was wir über die Stellung des Königtums und die politische Organisation des Staates ablesen können, bildet aber nur die eine, die Außenseite des Systems. Die Innenseite bildet eine hochelaborierte, staatstragende Gemeinschaftskunst, wie sie zu einer Gesellschaft passt, die den ersten großräumigen Staat der Geschichte errichtet und über dreitausend Jahre aufrechterhalten hat. Ein solches Projekt war nur auf der Grundlage starker konnektiver Tugenden, Ideale und Normen zu errichten und aufrecht zu erhalten. Die alten Ägypter entwickelten die Moral aus den Beziehungen heraus, die die Menschen zur Gemeinschaft verbinden. „Nur gemeinsam können wir leben“, in dieser Formel, auf die Theo Sundermeier die Quintessenz schwarz-afrikanischen Lebensgefühls gebracht hat, lässt sich auch die altägyptische Ethik zusammenfassen. Leben ist eine Frage des Leben-Könnens, und Leben-Können hängt ab von der Fähigkeit zum Zusammenleben, von den „konnektiven Tugenden“.
Der ägyptische Zentralbegriff dieser Gemeinschaftskunst ist Ma’at, was wir mit Wahrheit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Echtheit und Ordnung umschreiben. Ma’at ist in erster Linie das Prinzip der Verbindung oder „Konnektivität“, es stiftet Zusammenhang: erstens der Menschen untereinander, so dass sie sich zur Gemeinschaft verbinden, zweitens der Rede, so dass sie „wahr“ ist und in Beziehung steht zu den Absichten, dem „Herzen“, des Redenden und den Sachverhalten der Außenwelt, und drittens der Dinge, so dass sie in harmonischer Ordnung zueinander stehen. Ma’at ist erstens die „Gerechtigkeit“, die man im Handeln verwirklicht, zweitens die „Wahrheit“, der man im Reden und Denken folgt: das ist die Ma’at, die man „spricht“, und drittens die „Ordnung“: das ist die Ma’at, die der König – wie es in einem wichtigen Text heißt – „verwirklicht“ oder „entstehen lässt“ auf Erden, indem er die Isfet, das Gegenteil der Ma’at, also Unrecht, Lüge und Chaos vertreibt.
Das pharaonische System ist eine grandiose Sinnkonstruktion. Seine Stärke erweist sich in seiner beispiellosen Stabilität. Es hat über drei Jahrtausende bestanden und sich nach mehreren Zusammenbrüchen immer weitgehend identisch restituiert. Es war nur durch eine noch grandiosere Sinnkonstruktion zu überwinden. Das ist die Leistung der Exodus-Erzählung. Mit ihren Ideen von Offenbarung, Bund und Glaube macht sie deutlich, was dem pharaonischen System und allgemein dem Prinzip des Sakralkönigtums fehlt. Auf einen Begriff gebracht, beruht sie auf seiner Intranszendenz. Ihm fehlt die Vorstellung einer Außerweltlichkeit: das Göttliche ist innerweltlich und die Welt ist göttlich. Das Göttliche verkörpert sich im Herrscher, der Staat ist eine heilige Institution, eine Art Kirche.
Das ägyptische Weltbild wird von zwei Grundvorstellungen bestimmt: die Vorstellung von der Staatsabhängigkeit der Moral und die Vorstellung von der Inganghaltungsbedürftigkeit der Welt. Beides erweist sich im Licht der biblischen Ideen-Trias von Offenbarung, Bund und Glaube als wahnhaft. Daher lassen sich der Exodus-Mythos und der in ihm grundgelegte Monotheismus als ein Akt radikaler Aufklärung und in diesem Sinne als eine geistige Revolution verstehen.
Staatsabhängigkeit heißt, dass Sinn, Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Beständigkeit mit der Existenz des pharaonischen Staates stehen und fallen. Im Buch Exodus geht es in einem durchaus revolutionären Sinne darum, das Konzept Pharao zu dekonstruieren. Es stellt den Auszug der Israeliten aus Ägypten vor allem als einen Machtkampf zwischen Jahwe und Pharao und damit als den Kampf zweier theopolitischer Systeme dar, des heidnisch-pharaonischen und des monotheistisch-israelitischen. Jahwe kämpft nicht gegen die ägyptischen Götter, die in der Erzählung gar keine Rolle spielen, sondern gegen Pharao, der geradezu als ein Gegen-Gott auftritt. Daher vollzieht sich die Überwindung des ägyptischen Systems – das hier allgemein für „Heidentum“ steht – vor allem in der Form einer Dekonstruktion der Herrscherrolle. Das sakrale Königskonzept wird zerschlagen und seine Elemente unter Gott und Volk aufgeteilt. Gott erbt die Rollen des Herrschers und Gesetzgebers, das auserwählte Volk die des Sohnes. Das gilt auch für das Israel der Königszeit. Hatte Gott zum König gesagt „Du bist mein Sohn: heute habe ich Dich gezeugt!“ (Ps 2,7) so spricht er jetzt zu Pharao „Mein erstgeborener Sohn ist Israel, — und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient! Wenn du dich aber weigerst, ihn ziehen zu lassen, siehe, dann werde ich deinen erstgeborenen Sohn umbringen. (Ex 4,22-23). Der Bund zwischen Gott und König, der in der Königszeit galt, wird jetzt auf Gott und Volk umgebucht: „Ich will euch Gott sein und ihr sollt mir Volk sein.“ (Lev 26,12).
Die Entsakralisierung der Herrschaft wird erreicht durch eine gegenläufige Theologisierung von Recht und Gerechtigkeit. Das ist der Sinn des ungeheuren Offenbarungsgeschehens, das in der Sinai-Offenbarung von Bund und Gesetz gipfelt. Der Glaube an den Bund und die Treue zum Gesetz befreien von dem ägyptischen Wahn, dass Gerechtigkeit und Menschenliebe von der Existenz eines starken Staates abhängen. Gott, Bund und Gesetz erscheinen in dieser Darstellung als Freiheitsformeln und der Ausgang aus Ägypten als Emanzipation von der ägyptischen Form politischer Unmündigkeit.
Die Entsakralisierung der Herrschaft ist die eine Seite des als revolutionärer Akt radikaler Aufklärung gedeuteten Auszugs aus Ägypten, und man kann mit Blick auf die Geschichte sagen, dass sie nie vollständig bzw. flächendeckend gelungen ist. Vollständiger hat sich die andere Seite, die Entgöttlichung oder Verweltlichung der Welt durchgesetzt. Die ägyptische Welt war nicht nur von göttlichen Mächten bewohnt und beseelt, sondern auch von einer ständigen Gravitation in Richtung Stillstand, Auflösung und Chaos bedroht, gegen die sie fortwährend in Gang gehalten werden musste. Der Schöpfer muss sie als Sonne unablässig umkreisen und alle großen und kleinen Götter müssen ihm bei diesem Werk der Inganghaltung beistehen. Für die Menschen ergab sich daraus, dass sie zu unablässiger ritueller Mitwirkung und Anteilnahme aufgefordert sind. Sie müssen Sonne und Mond mit Hymnen und Opfern begleiten, sie müssen die Nilüberschwemmung ermuntern und begütigen, Aussaat und Ernte mit Riten begleiten, die Tiere heilig halten und das ganze kosmische und natürliche Leben mit andächtiger Aufmerksamkeit beobachten und bewahren. Wenn die Ägypter aufhörten, den Kosmos anzubeten, würde in ihren Augen die Welt unbewohnbar werden.
Der entscheidende Unterschied zwischen dem ägyptischen und dem biblischen Weltbild wird klar, wenn wir den Fokus erweitern und zu dem Buch Exodus hinzu auch das Buch Genesis in den Blick nehmen. Der Unterschied liegt in dem Motiv des Schlussstrichs. In der Bibel erschafft Gott die Welt in sechs Tagen und ruht sich am siebten Tage aus, um damit eine deutliche Zäsur zu setzen zwischen der Phase der Weltentstehung und der Dauer der Welterhaltung. Nachdem die Welt einmal geschaffen ist, muss sie von Gott nicht weiter in Gang gehalten werden. Sie bildet ein selbstregulierendes System; man könnte auch sagen, dass ihr von Gott die Geheimnisse ihres weiteren Funktionierens einprogrammiert sind, so dass die Gestirne ihre Bahnen kennen und die Winde wissen, wann und wohin sie zu wehen haben. Ihr Fortbestand hängt einzig allein von Gottes Willen ab, sie nicht wieder zu zerstören. Jedenfalls können und sollen die Menschen zu ihrem Gange nichts beitragen. Die Sonne geht auf und unter, ohne von den Menschen darin mit Opfern und Hymnen bestärkt zu werden, und dasselbe gilt für Mond und Sterne, Regen und Wind. Immer wieder wird der Mensch gewarnt, die Mächte der Natur nicht anzubeten, da sie nicht nur wie er selbst von Gott geschaffen sind, sondern weil er den Menschen zum Herrn der Erde eingesetzt hat. Der Mensch soll über die Welt verfügen: damit erkennt er ihre Nicht-Göttlichkeit, bzw. die exklusive Göttlichkeit des außerweltlichen Gottes an. Verfügen ist das Gegenteil von Anbeten.
Den gleichen Sinn – und damit kehren wir vom Buch Genesis zum Buch Exodus zurück – hat das Bilderverbot. Auch hier geht es ja nicht nur um die Unabbildbarkeit Gottes, sondern um das Verbot, überhaupt Bilder beliebiger irdischer, himmlischer und unterirdischer Wesen herzustellen, weil im Akt der Bildschöpfung schon ein Moment der Anbetung gesehen wird. Dieser viel weiter gehende Sinn des Bilderverbots, der jede figürliche Darstellung verbietet, richtet sich gegen das symbiotische Weltverhältnis des Kosmotheismus, gegen die Bilder als Form einer Welt-Verstrickung. Der Mensch ist über die Schöpfung gesetzt, nicht in sie hinein. Er soll sie nicht anbeten im Gefühl seiner Schwäche und Abhängigkeit, sondern sie frei und souverän verwalten. Das Bilderverbot entzaubert die Welt, die den Menschen in ihren Bann schlägt und ihn von Gott ablenkt. Ikonoklasmus heißt Theoklasmus: mit den Bildern sollen die Götter zerschlagen werden, die in ihnen angebetet werden.
In diesem Sinn lässt sich die monotheistische Revolution als ein Akt der Aufklärung verstehen. Diese Emanzipation hatte einen Preis: sie war erkauft durch die Annahme der Offenbarung einer außerweltlichen Ordnung jenseits alles Gegebenen, die der Mensch nicht mehr mit seinen Sinnen erleben, erfahren und auf sich beziehen konnte wie im heidnischen Kosmotheismus, sondern an die er glauben musste. Die Transzendenz erschließt sich nur dem Glauben, nicht den Sinnen. Der Glaube durchbricht die Intranszendenz des Gegebenen und erschließt dem Menschen eine Beheimatung im Aufgegebenen und Verheißenen. Die Tora, die Heine so treffend ein „portatives Vaterland“ nannte, ist extraterritorial und fundiert eine extraterritoriale Identität. Ger anokhi ba’aretz, „Ich bin ein Fremdling auf Erden“ heißt es in Psalm 119, und weiter: „nimm deine Gebote nicht von mir“. Nur so konnte die Tora zum Lebensfundament und Identifikationssymbol eines Volkes auch in Zeiten von Exil und Diaspora werden.
Dieses Prinzip einer außerweltlichen Beheimatung gilt für alle Offenbarungsreligionen. Nun hat aber die monotheistische Aufklärung nicht Halt gemacht bei der Entgöttlichung oder Entzauberung der Welt und der politischen Herrschaft, sondern zuletzt auch die Offenbarung selbst ins Visier genommen. Die Frage ist, ob uns die Dekonstruktion der Offenbarung bzw. der „Tod Gottes“ nicht auf die Intranszendenz zurückgeworfen hat. 1939, im unmittelbaren Vorfeld des Zweiten Weltkriegs, schrieb der Dichter T.S. Eliot: „If you will not have God (and He is a jealous God) you should pay your respects to Hitler or Stalin.“ Der Preis für einen Ausgang aus der Unmündigkeit auch noch des Offenbarungsglaubens, meint Eliot, ist die Auslieferung an den Totalitarismus.
Das kann aber nicht das letzte Wort sein. Nie wird sich die Menschheit auf eine Religion, einen Gott, eine Offenbarung einigen. Einigung ist aber das Gebot der Stunde. Die Ethik, die diese Welt braucht, um im Zeitalter der Globalisierung in Frieden und Gerechtigkeit leben zu können, muss auf einer anderen, säkularen, metareligiösen Ebene entwickelt und rechtlich in Kraft gesetzt werden. Das muss aber nicht gegen die Religionen, sondern durchaus mit den Religionen geschehen. Zwar gibt es Ethik ohne Religion, aber nicht Religion ohne Ethik. Daher gibt es einen gemeinsamen Nenner zwischen dem metareligiösen Prozess der Menschenrechte als einer neuen Form globalisierter „Gemeinschaftskunst“ und den Religionen, die in der Ethik die Mitte ihres Gottes- und Weltverhältnisses sehen.
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Info: https://kath-akademie-bayern.de/mediathek-eintrag/exodus-die-revolution-der-alten-welt/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Zitat: Der Preis für einen Ausgang aus der Unmündigkeit auch noch des Offenbarungsglaubens, meint Eliot, ist die Auslieferung an den Totalitarismus. Zitatende
So etwas auch noch wissenschaftlich zu postulieren, darauf lässt sich nur antworten: Das ist für das 21. Jahrhundert nicht mehr zu fassen bzw. das ist einfach dummes Zeug und nur dazu bestimmt boshaftes Werkzeug in den Händen von, den göttlichen Sinn der Schöpfung vergewaltigenden narzisstischen Psychopathen, zu sein.
Der Philosoph Jürgen Habermas, hier im Dezember 2012 bei einer Pressekonferenz im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf, ist im Alter von 96 Jahren in Starnberg gestorben.
Quelle: dpa
rnd.de, vom 14.03.2026, 16:52 Uhr
Meisterdenker und öffentlicher Intellektueller – in beiden Rollen höchstes Ansehen zu genießen, gelingt nur wenigen. Jürgen Habermas war einer von ihnen. Nun ist der Philosoph mit 96 Jahren gestorben.
Frankfurt/Starnberg. Er hat nicht nur die Geistesgeschichte Deutschlands geprägt, sondern auch die Debattenkultur. Nun ist die Stimme von Jürgen Habermas für immer verstummt. Mit 96 Jahren verstarb der Philosoph in Starnberg, wie der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf die Familie der dpa mitteilte. Er hinterlässt „ein Werk, für das das Wort ‚einzigartig‘ viel zu blass ist“, formulierte einst der Frankfurter Philosoph Rainer Forst.
Selbst im sehr hohen Alter war Habermas noch höchst produktiv. 2019 veröffentlichte er ein Werk mit 1750 Seiten Umfang. Unter dem tiefstapelnden Titel „Auch eine Geschichte der Philosophie“ beleuchtete er das Spannungsfeld zwischen Glauben und Wissen. Ein „imponierendes Alterswerk“, „an systematischer Gestaltungskraft kaum zu überbieten“, aber auch „eine Herausforderung für jeden Leser“, urteilte die Fachwelt.

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Jürgen Habermas 1981 in seinem Haus in Starnberg. (Archivbild)
Quelle: Roland Witschel/dpa
Das Magazin „Cicero“ setzte Habermas noch 2019 nach Peter Sloterdijk auf Platz zwei der wichtigsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.
„In irgendeiner Arbeit steckt er immer“, sagte der Autor Roman Yos, der mit dem Soziologen Stefan Müller-Doohm ein Gesprächsband mit Habermas zu dessen 95. Geburtstag veröffentlicht hat. Yos erlebte ihn als „sehr rege, sehr wach, geistig punktgenau fixiert“, wie er der dpa sagte.
Die Karriere des Philosophen begann in den 1960ern. Seine Hauptwerke entstanden in Frankfurt am Main, wo er als Forschungsassistent am Institut für Sozialforschung bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno anfing. Er promovierte 1954 in Bonn mit einer Arbeit über den Philosophen Schelling (1775-1854).
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In Marburg habilitierte er sich 1961 mit „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, dieses Werk gilt bis heute als bahnbrechend und ist thematisch auch heutzutage hochaktuell: Habermas zeichnet darin die Grundlagen eines gesellschaftskritischen Denkens und Handelns nach, das demokratischen Traditionen verpflichtet ist.
1964 übernahm er Horkheimers Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt, den er zunächst bis 1971 innehatte – in der Zeit der Studentenproteste. In den 1970er Jahren arbeitete er an zwei Max-Planck-Instituten in Bayern, bevor er 1983 nach Frankfurt zurückkehrte. In seinen späten Lebensjahren lebte er am Starnberger See. Habermas war seit 1955 mit seiner Frau verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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Der Soziologe und Philosoph 1973 in Frankfurt/Main.
Quelle: Roland Witschel/dpa
In seinem Hauptwerk „Theorie des kommunikativen Handelns“ (1981) entwarf Habermas eine Art Handlungsleitfaden für die moderne Gesellschaft. Seiner Theorie zufolge liegen die normsetzenden Grundlagen einer Gesellschaft in der Sprache. Als Verständigungsmittel ermögliche sie erst soziales Handeln. In „Erkenntnis und Interesse“ (1968) stellte er heraus, dass es keine „objektive“ Erkenntnis gibt. Sowohl in der Wissenschaft als auch in Politik und Gesellschaft sei sie abhängig vom jeweiligen Interesse.
Der am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geborene Habermas hat in jungen Jahren den Zweiten Weltkrieg erlebt. Die Erfahrung, unter einem kriminellen Regime gelebt zu haben, habe seine enorme Politisierung ausgelöst und sein Engagement für Demokratie begründet, glaubt Biograf Müller-Doohm. Dass Habermas stets „einen hohen Nachrichtenwert“ hatte, erklärte Müller-Doohm so: „Weil dieser Mann immer wieder den geschützten Raum der Universität verlassen hat, um in die Rolle des streitbaren Debattenteilnehmers zu schlüpfen und auf diesem Wege Einfluss auf die Mentalitätsgeschichte dieses Landes zu nehmen.“
Der Philosoph Jürgen Habermas (l) im Jahr 1999 gemeinsam mit dem Verleger Siegfried Unseld und dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (r) vor der Entgegennahme des Hessischen Kulturpreises im Wiesbadener Kurhaus.
Quelle: Arne Dedert/dpa
Er verkörperte die Rolle des politischen Intellektuellen „quasi in persona“, sagte Roman Yos: „Wann immer es um den Zustand nationaler Befindlichkeiten oder um die Gegenwart und Zukunft Europas schlecht bestellt schien, durfte man mit seiner öffentlichkeitswirksamen Wortmeldung rechnen.“
Studentenbewegung, Wiedervereinigung, Nato-Einsätze, Terrorismus, Stammzellforschung, Bankenkrise, Europa – seine Positionen zu solchen viel diskutierten Themen in einem Schlagwort zusammenzufassen, würde der Differenziertheit seiner Argumentation nicht gerecht. Corona, der Ukraine-Krieg und der Nahost-Konflikt haben ihn in den letzten Jahren beschäftigt. „Er kann nicht nicht politisch denken“, betonte Yos.
Gemeinsam, sagen Kenner seines Werks, war stets ein positives Menschenbild und der Glaube an die Macht der Vernunft, an die Kraft des besseren Arguments. Schon zu seinem 80. Geburtstag hatte Habermas beschlossen, sein Archiv der Universität Frankfurt zu überlassen. Seit seinem 85. Geburtstag waren die Unterlagen für Wissenschaftler zugänglich.
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„Großer Aufklärer“ bis „Leuchtfeuer in tosender See“: Reaktionen zum Tod von Jürgen Habermas
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Die Jahre in Frankfurt waren „die befriedigendste Zeit meines akademischen Lebens“, sagte er bei einem Vortrag an seiner alten Hochschule einen Tag nach seinem 90. Geburtstag. Habermas wurde gefeiert wie ein Popstar. 3000 Zuhörer lauschten seinen Worten, vom Audimax wurde der Vortrag in fünf Säle übertragen. Als ein falscher Feueralarm ihn unterbrach und das Gebäude geräumt wurde, brachte das den 90-Jährigen kein bisschen aus der Ruhe. Er bedankte sich „für die Erhöhung der Komplexität“ – und fuhr ungerührt fort.
RND/dpa
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unser Kommentar: Zitat: Studentenbewegung, Wiedervereinigung, Nato-Einsätze, Terrorismus, Stammzellforschung, Bankenkrise, Europa – seine Positionen zu solchen viel diskutierten Themen in einem Schlagwort zusammenzufassen, würde der Differenziertheit seiner Argumentation nicht gerecht. Corona, der Ukraine-Krieg und der Nahost-Konflikt haben ihn in den letzten Jahren beschäftigt. „Er kann nicht nicht politisch denken“, betonte Yos. Zitatende
Was nutzt dann große Verständigkeit zu etwas, wenn es das Verständnis für dieses Etwas im Zusammenhang mit Individuum und Gesellschaft nicht auch politisch wahrnehmen kann?
Weiteres:
Der Sturmvogel
Foto: Regina Schmeken
sueddeutsche.de, 14. März 2026, Von Willi Winkler
Bis zum Schluss konnte sich Jürgen Habermas über „verzwergte politische Eliten“ aufregen, auch wenn der Philosoph da längst Weltruhm hatte. Nachruf auf einen großen Aufklärer.
Mit Mitte zwanzig empfand Jürgen Habermas seine Lage als „fatal“. Er war zwar bereits erfolgreich promoviert, der aus dem Exil nach Frankfurt zurückgekehrte Philosoph Theodor W. Adorno hatte ihn als Assistent ans Institut für Sozialforschung geholt, aber es gefällt ihm nicht, er will da nicht bleiben. So bittet er den Herausgeber der Zeitschrift Merkur um Berufsberatung. Er würde, schreibt der junge Gelehrte an Hans Paeschke, „gerne einige Jahre praktische Arbeit auf einer Feuilletonredaktion oder an ähnlicher Stelle tun; haben Sie eine Ahnung, wo man mich gebrauchen könnte?“
- ab hier Bezahlschranke -
Info: www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/habermas-historikerstreit-philosophie-nachruf-e847093/
Patrik Baab analysiert den Angriff der USA und Israels auf den Iran und ordnet ihn in einen größeren geopolitischen Zusammenhang ein. Es handelt sich nicht um einen isolierten Konflikt im Nahen Osten, sondern um Teil eines globalen Machtkampfes zwischen dem Westen und den aufstrebenden BRICS-Staaten. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Welche Rolle spielt Deutschland in diesem Krieg? Baab argumentiert, dass Deutschland politisch, militärisch und logistisch längst Teil dieses Konflikts geworden ist. Durch Militärbasen, Infrastruktur und politische Unterstützung innerhalb der NATO. Der Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel hat sich 2026 weiter verschärft und gilt unter vielen Völkerrechtlern als Bruch des UN-Gewaltverbots. Im Gespräch geht es unter anderem um: – Die geopolitischen Hintergründe des Krieges gegen den Iran – Die Rolle der USA und Israels in der Region – Deutschlands politische und militärische Einbindung – Angriffe auf Militärbasen und Infrastruktur im Nahen Osten – Die Bedeutung der Straße von Hormuz für die Weltwirtschaft – Die Rolle von Russland, China und den BRICS-Staaten – Energiepreise, Wirtschaftskrisen und globale Machtverschiebungen „Der Westen hat den Krieg begonnen – der Iran entscheidet, wann er endet.“ Ein Vortrag über Geopolitik, Energiekrieg und die Frage, ob die Welt bereits auf eine neue globale Ordnung zusteuert.

Info: Video https://youtube.com/watch?v=GsgC7BF-kZA&is=2kIuuu73CnbdWYg0 Dauer 1:00:39 h
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lostineu.eu, vom 14. März 2026
Die Watchlist EUropa vom 14. März 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Der amerikanisch-israelische Krieg gegen Iran und die Reaktion der deutschen EU-Führung, der Wirtschaftskrieg gegen Russland und die Energiepolitik.
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Offiziell heißt der Angriff auf den Iran “Operation Epic Fury”. Amerikas Krieger (“Warriors”) würden mit nie da gewesener Macht zugeschlagen, brüstet sich US-Präsident Trump auf der Website des Weißen Hauses in Washington.
Doch nach zwei Wochen ist klar, daß sich der mächtigste Mann der Welt gewaltig verrechnet hat. Der Irankrieg zeige die Grenzen der Methode Trump, schreibt das “Handelsblatt” unter dem Titel “Epic Failure” – episches Versagen.
Von einem grandiosen Versagen kann man auch in der EU sprechen. Die beiden deutschen EU-Granden Merz und von der Leyen haben den Angriff auf Iran begrüßt, den Regimewechsel befürwortet und Trump den Rücken gestärkt.
Jetzt wollen sie von all dem nichts mehr wissen. Von der Leyen bekannte sich in Straßburg zum Völkerrecht, von dem sie sich zwei Tage zuvor in Brüssel verabschiedet hatte. Sie wolle die Bürger schützen, erklärte sie – viel zu spät.
Merz bekam schon früher Muffensausen. Doch erst jetzt beginnt er, von Trump abzurücken. Er sei besorgt, “dass es offensichtlich keinen Plan gibt, wie dieser Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden kann” erklärte er.
Das hätte man früher wissen können. Trump hatte nie einen Plan. Der angebliche Friedensstifter hat sich von Israels Premier Netanjahu in diesen Krieg ziehen lassen und die Reaktion des Iran und ihre Nebenwirkungen völlig unterschätzt.
Von der Leyen und Merz haben den Angriff begrüßt, weil sie die Kriegsziele teilen und die Hoffnung hegen, Trump nach einem Sieg zu einem aggressiveren Vorgehen gegen Russland drängen zu können. Doch sie haben sich getäuscht.
Und so erlebt nun auch die deutsche Führung der EU ihr Waterloo. Weil sie Trump bedingungslos gefolgt ist, fällt dessen “Epic Failure” auf sie zurück. Der Kollateralschaden wird von Tag zu Tag größer – er könnte Merz und von der Leyen noch auf die Füße fallen…
Siehe auch Sanchez Superstar: Außenpolitik geht besser ohne diese EU
Meine two Cent: Es wird einsam um die deutsche EU-Spitze. Nach dem Spanier Sanchez ist nun auch die Italienerin Meloni von Trump und dessen Krieg abgerückt. Derweil versucht Frankreichs Staatschef Macron, eine führende (militärische) Rolle einzunehmen – mit der Entsendung eines Flugzeugträgers und anderer Waffen in den Mittleren Osten…
EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
Streit über Russland-Sanktionen. Die USA, die EU und die Ukraine streiten auf offener Bühne über die Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl. Das trage nicht dazu bei, den Krieg zu beenden und Frieden in der Ukraine zu schaffen, sagt der ukrainische Staatschef Selenskyj während einer Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Macron in Paris. Russland könnte so rund zehn Milliarden Dollar für den Krieg einnehmen, sagt Selenskyj. – Die USA wollen mit der Lockerung die Lage auf dem Weltmarkt für Rohöl entspannen. Das sollte eigentlich auch in europäischem und deutschen Interesse sein. Nirgendwo sind die Spritpreise infolge des Irankrieges schneller gestiegen als in Deutschland… Siehe auch Die EU sieht die Welt nur noch durch die Anti-Putin-Brille
Kehrtwende bei der Kernkraft. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die (vor allem deutsche) Abkehr von der Atomkraft als einen “strategischen Fehler” bezeichnet. Zugleich kündigte sie künftige Risiko-Absicherungen der EU in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber an, die in neue Atomtechnologien investieren. “Die Mittel dafür werden aus unserem Emissionshandel kommen”, sagte sie. – Allerdings will Italien aus dem Emissionshandel aussteigen. Und den nächsten strategischen Fehler hat von der Leyen selbst eingeleitet: den Ausstieg aus günstiger Energie made in Russia. – Mehr im Blog
Fromme Wünsche zur Wohnungskrise. Das Europaparlament hat sich für neue Maßnahmen gegen die Krise auf dem Haus- und Wohnungsmarkt ausgesprochen. In einem Initiativbericht fordern die Abgeordneten eine wirksame Regulierung von Kurzzeitvermietungen, den Abbau von Bürokratie und EU-Hilfen für die Renovierung und energetische Sanierung von Wohnraum. – Allerdings ist der Wohnungsbau keine EU-Kompetenz. Zudem setzt das Parlament vor allem auf eine Verbesserung der Angebotsbedingungen, also auf Erleichterungen für Häuslebauer und Investoren – ein fragwürdiger Ansatz. – Mein Bericht für die “taz”
Kanzler Merz hat davor gewarnt, nun passiert es dennoch: Die USA lockern angesichts des stark gestiegenen Ölpreises die Sanktionen gegen Russland.
Absurde Außenpolitik: Kallas verhängt Sanktionen gegen Iran – mitten im Krieg11. März 2026
Das gab’s noch nie: Die EU verhängt mitten im Krieg neue Sanktionen – aber nicht gegen die Angreifer, sondern gegen den überfallenen Staat.
Die EU sieht die Welt nur noch durch die Anti-Putin-Brille11. März 2026
Der Krieg gegen Iran zeigt ein weiteres Mal: Der EU sind alle rechtlichen und politischen Maßstäbe abhanden gekommen. Sie sieht die Welt nur noch durch die Anti-Putin-Brille und klagt, daß der Krieg Russland helfe.
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‹ “Polen unter deutschem Stiefel” – Streit um EU-Milliarden eskaliert
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