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13.09.2023

Ukrainekrise Putin im O-Ton über mögliche Friedensverhandlungen

anti-spiegel.ru, 13. September 2023 07:00 Uhr, von Anti-Spiegel

Auf einer Podiumsdiskussion wurde der russische Präsident Putin zu möglichen Friedensverhandlungen in der Ukraine befragt.


Beim Östlichen Wirtschaftsforum, das in deutschen Medien keine Rolle spielt, hat Putin wieder traditionell an der Podiumsdiskussion teilgenommen. Dass die deutschen Medien über die Konferenz nicht berichten, überrascht nicht, denn sie zeigte in dramatischer Weise, wie Asien Europa wirtschaftlich überholt.

Auf der Podiumsdiskussion wurde der russische Präsident Putin zu möglichen Friedensverhandlungen in der Ukraine befragt. Der Grund war eine Frage des Moderators der Diskussion über die Aussage von US-Außenminister Blinken, Kiew sei wohl zu Verhandlungen bereit. Ich habe die Fragen und Putins Antworten komplett übersetzt.


Beginn der Übersetzung:

Doronow: Eine Frage zur Ukraine. US-Außenminister Anthony Blinken hat vor kurzem die Ukraine besucht, kam dann zurück und gab ABC jetzt ein Interview, in dem er sagte, dass die Ukraine bereit sei, mit Russland zu verhandeln und er fügte hinzu, dass die Bedingungen und die zukünftigen Grenzen von der Meinung der Ukraine abhängen werden. Allerdings sagte er, dass Friedensgespräche im Moment unerreichbar seien, weil – Zitat – „es zwei braucht, um Tango zu tanzen“. Damit deutet er an, dass Russland nicht an diesen Gesprächen teilnehmen will.

Ich habe zwei Fragen: Was sagen Sie dazu? Zweitens: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für diese Haltung des US-Außenministers? Hat er gehört, was Sie in Sotschi gesagt haben, nämlich dass die Gegenoffensive gescheitert ist und dass es jetzt an der Zeit ist, zu reden?

Und eine dritte Frage: Warum gibt der US-Außenminister solche Erklärungen für die Ukraine ab?

Putin: Sie müssen ihn fragen, warum er Erklärungen für die Ukraine abgibt, ich weiß es nicht.

Was den Verhandlungsprozess betrifft: Wenn die USA der Meinung sind, dass die Ukraine zu Verhandlungen bereit ist, soll sie das Dekret des ukrainischen Präsidenten aufheben, das Verhandlungen verbietet. Da gibt es ja dieses Dekret des Präsidenten: Er hat sich selbst und allen anderen Verhandlungen verboten. Blinken sagt, sie sind bereit. Nun, dieses Dekret oder dieser Erlass, wie es bei denen heißt, müssen sie zuerst einmal aufheben, das ist der erste Schritt.

Jetzt im Ganzen, womit das zusammenhängt. Meiner Meinung nach ist es für mich und für viele andere klar: Die Ukraine führt die sogenannte Gegenoffensive durch. Es gibt natürlich keine Ergebnisse. Wir werden jetzt nicht sagen, ob sie gescheitert ist, oder nicht, aber Ergebnisse gibt es keine. Es gibt schwere Verluste. Seit Beginn der Gegenoffensive haben sie 71.500 Soldaten verloren. Sie wollen um jeden Preis Ergebnisse erzielen, wie sie sagen. Manchmal hat man den Eindruck, dass es nicht ihre Leute sind, die sie in diese Gegenoffensive schicken, als ob es gar nicht ihre Leute wären, es ist, offen gesagt, so…

Die Kommandeure auf dem Schlachtfeld erzählen es mir. Es ist erstaunlich!

Doronow: Rufen Sie sie an?

Putin: Ständig.

Die haben bereits 543 Panzer, fast 18.000 gepanzerte Fahrzeuge verschiedener Klassen und so weiter verloren. Deshalb scheint es, dass sie – wozu sie von ihren westlichen Kuratoren gedrängt werden – so viel Land wie möglich „abbeißen“ wollen, entschuldigen Sie den Ausdruck, wie sie können. Und dann, wenn alle Ressourcen – Menschen, Ausrüstung und Munition – gegen Null gehen, werden sie die Kampfhandlungen einstellen und sagen: „Wir sagen schon lange, dass wir verhandeln wollen“, und sie werden diese Verhandlungen beginnen, um ihre Ressourcen wieder aufzufüllen und die Kampffähigkeit ihrer Streitkräfte wiederherzustellen.

Diese Taktik ist möglich. Auf jeden Fall ist sie eine der Möglichkeiten. Ich wiederhole: Wenn es ein echter Wunsch ist, durch einen Verhandlungsprozess etwas zu erreichen, dann sollen sie es tun. Warum Blinken?! Sollen die Ukrainer es doch selbst sagen, das von mir erwähnte Dekret oder den Erlass aufheben und eine Erklärung abgeben.

Sie haben öffentlich gesagt, dass sie nicht verhandeln werden. Dann sollen sie jetzt öffentlich sagen, was sie wollen. Ich sehe hier nichts, was ihnen einen Imageschaden oder Imageverlust zufügen würde.

Doronow: Was könnte der erste Schritt der anderen Seite sein, nach dem wir bereit wären zu verhandeln?

Putin: Hören Sie, von allen Seiten, von vielen Seiten, sagen mir die Leute, mit denen wir reden, die als Vermittler agieren oder agieren möchten: Seid Ihr bereit für eine Einstellung der Kampfhandlungen? Wie können wir denn die Kampfhandlungen einstellen, wenn die andere Seite eine Gegenoffensive durchführt? Was sollen wir tun? Sie machen ihre Gegenoffensive, und wir werden sagen: Wir hören auf. Wir sind keine Trotzkisten: Die Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts. Das ist eine schlechte Theorie.

Doronow: Das bedeutet, dass Kiew zuerst die Kämpfe einstellen muss, das beweisen muss, und danach sind wir bereit zu reden?

Putin: Hören Sie, ich habe bereits gesagt: Zuerst müssen sie das Dekret, das Dekret zum Verbot von Verhandlungen, aufheben und erklären, dass sie dazu bereit sind, das ist alles. Und dann werden wir sehen.

Ende der Übersetzung


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2023/putin-im-o-ton-ueber-moegliche-friedensverhandlungen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.09.2023

Treffen auf Wostotschny: Russland und Nordkorea durchkreuzen US-Dreierallianz im Pazifik

freeassange.rtde.life, 13 Sep. 2023 13:53 Uhr

Bei dem jüngsten Dreier-Treffen in Camp David zielten die USA, Japan und Südkorea auf die Bildung einer Mini-NATO"-Struktur in Fernost ab. Bei Putins Treffen mit Kim Jong-un bekräftigten beide Seiten die Vertiefung der bilateralen Sicherheitsbeziehungen. Die Dreierallianz um die USA könnte auch Kim Jong-un dazu veranlassen, zum ersten Mal Übungen mit Russland und China abzuhalten.


Dieses von der Agentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un beim Händeschütteln während ihres Treffens auf dem Kosmodrom von Wostotschny in der Region Amur am 13. September 2023.Quelle: AFP © Vladimir Smirnov


Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un traf am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof Wostotschny in Russlands Fernem Osten mit Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen zusammen, bei denen es den Berichten zufolge um die Lieferung der Munition an Russland inmitten des Ukraine-Krieges geht. Als Gegenleistung für die Bereitstellung von Munition werde Nordkorea wahrscheinlich Lebensmittel- und Energielieferungen sowie den Transfer hoch entwickelter Waffentechnologien verlangen, so spekulierten die Beobachter. Im Westen wird vermutet, dass Verteidigungsminister Sergei Schoigu dies bei seinem Besuch in Pjöngjang im Juli vorbereitet haben könnte.


Nicht gut für die Ukraine: USA in Alarmstimmung wegen möglichen Russland-Nordkorea-Militärpakt




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Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow hatte am Dienstag auf eine entsprechende Frage allerdings lediglich geantwortet: "Unsere Länder kooperieren in sensiblen Bereichen, die nicht öffentlich gemacht werden sollten." Man werde die Beziehungen zu "unseren Nachbarn, darunter Nordkorea", ohne Rücksicht auf "Warnungen aus Washington" gestalten. Die westlichen Sorgen nährte er, indem er erklärte, Schoigu werde an dem Gespräch Putins mit Jong-un teilnehmen.

Das Treffen der Staatschefs unterstrich die sich vertiefende Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, die sich in einer Konfrontation mit dem Westen befinden. Das Treffen mit Putin ist das erste Treffen der nordkoreanischen Staatschefs mit einem ausländischen Staatsoberhaupt seit der Schließung der nordkoreanischen Grenzen im Januar 2020. Die beiden trafen sich zum ersten Mal im April 2019, zwei Monate nach dem Scheitern von Jong-uns hochriskanter Atomdiplomatie mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump.

Es bleibt unklar, wie weit die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea gehen könnte, aber jedes Anzeichen einer Erwärmung der Beziehungen wird Rivalen wie die USA und Südkorea beunruhigen. Russland versucht, die ukrainische Gegenoffensive, die mittlerweile ins Stocken geraten ist, zum totalen Scheitern zu bringen, während Nordkorea eine Rekordzahl von Raketentests durchführt, um gegen die USA zu protestieren, die eine Militärbündnis mit Südkorea und Japan anstreben.

Der Kreml betrachtete Nordkorea bisher als fest in der Umlaufbahn Chinas verankert und "sehr selten" würde Moskau einen Kurs verfolgen, der nicht im Gleichschritt mit den Ansichten Pekings steht, kommentierte Al Jazeera. Und wenn ein Abkommen zustande kommt, sollte Washington davon ausgehen, dass es stillschweigend den Segen Pekings habe, sagte Fyodor Tertitskiy, ein Historiker Nordkoreas und führender Forscher am Institut für Koreanische Studien der Kookmin Universität in Südkoreas Hauptstadt Seoul.

Als das nordkoreanische Staatsoberhaupt Ende April 2019 zum ersten Mal Russland besuchte, waren Moskaus Beziehungen zu Washington nicht so schlecht wie heute. Die Kremlführung hob damals hervor, dass Moskau und Washington das Ziel der "völligen Entnuklearisierung" der koreanischen Halbinsel teilten.

Inmitten des Ukraine-Krieges hat sich aber die geopolitische Lage verschoben. Russland ist derzeit alarmiert wegen der neuen Dreierallianz aus den Vereinigten Staaten, Südkorea und Japan. Die USA arbeiten derzeit daran, die NATO auf den Fernosten zu erweitern, obwohl Paris sich ausdrücklich dieser Idee widersetzt hat. Russland bezeichnet schon den Ukraine-Krieg als Teil eines Ringens um eine multipolare Weltordnung. Die Ausweitung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Südkorea, den USA und Japan könnte auch Kim Jong-un dazu veranlassen, zum ersten Mal Übungen mit Russland und China abzuhalten, so die Experten aus Südkorea.


Mehr zum Thema - Putin empfängt Kim Jong-un persönlich am Weltraumhafen Wostotschny


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Info: https://freeassange.rtde.life/international/180614-treffen-auf-wostotschny-russland-und


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12.09.2023

Durchgesickert: CIA-Front bereitet Farbrevolution in Indonesien vor

uncutnews.ch, 2023-09-12, Von Kit Klarenberg, T.H.G.
Aus Dokumenten, die MintPress News anonym zugespielt wurden, geht hervor, dass das National Endowment for Democracy (NED), eine berüchtigte CIA-Tarnorganisation, die Grundlagen für eine farbige Revolution in Indonesien legt.


Im Februar 2024 werden die Bürger ihren Präsidenten, Vizepräsidenten und beide Parlamentskammern wählen. Der derzeitige Außenseiter Joko Widodo, der von den Indonesiern sehr geliebt wird, ist für eine dritte Amtszeit nicht mehr wählbar, und der NED bereitet sich darauf vor, nach seinem Abgang die Macht zu übernehmen. Diese Operation wird durchgeführt, obwohl durchgesickert ist, dass Jakartas wichtigster Geheimdienst die US-Beamten ausdrücklich gewarnt hat, sich zurückzuhalten.

Die Papierspur gibt einen verblüffenden Einblick in die Arbeitsweise des NED hinter den Kulissen, woraus sich offensichtliche Rückschlüsse auf seine Aktivitäten in anderen Ländern in der Vergangenheit und Gegenwart ziehen lassen. Nach eigenen Angaben ist die Organisation in über 100 Ländern tätig und vergibt jedes Jahr mehr als 2.000 Zuschüsse. In Indonesien haben diese Summen dazu beigetragen, die Ranken der Stiftung in verschiedene Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen und, was am wichtigsten ist, in politische Parteien und Kandidaten des gesamten ideologischen Spektrums auszuweiten.

Diese breit gestreute Wette trägt dazu bei, dass die US-Gelder im nächsten Februar auf die eine oder andere Weise als Sieger hervorgehen werden. Ein wahres Heer von NED-Mitarbeitern vor Ort ist jedoch auch in der Lage, die Ergebnisse anzufechten, wenn nicht gar zu kippen, sollten die falschen Leute gewinnen. Persönliche Zuwendungen – mit anderen Worten: Bestechungsgelder – von der Stiftung wurden bereits heimlich an Indonesier verteilt, die sich an regierungsfeindlichen Protesten beteiligten.

Welche Machenschaften die NED am Wahltag vorhat, ist ungewiss, aber es werden mit Sicherheit Funken fliegen. Zumindest untermauern diese Dokumente, was Endowment-Mitbegründer Allen Weinstein 1991 offen zugab:

„Vieles von dem, was wir heute tun, wurde vor 25 Jahren von der CIA im Verborgenen getan.“

Der ‚Jokowi-Effekt‘

Joko Widodo – im Volksmund als Jokowi bekannt – ist so etwas wie ein Rockstar. Er ist der erste indonesische Regierungschef, der seit der hart erkämpften Unabhängigkeit des Landes von den Niederländern im Jahr 1949 nicht der etablierten politischen oder militärischen Elite angehört. Er wurde in einem Flussuferslum in Surakarta geboren und wuchs dort auf. Von dort aus kämpfte er sich zum Bürgermeister seiner Heimatstadt im Jahr 2005, dann zum Gouverneur von Jakarta im Jahr 2012 und zwei Jahre später zum Präsidenten.

Auf Schritt und Tritt hat Widodo Bürokratie und Korruption bekämpft und gleichzeitig Programme für eine universelle Gesundheitsversorgung, Wirtschaftswachstum, einen radikalen Ausbau der Infrastruktur und materielle Verbesserungen für das Leben der Durchschnittsbürger verfolgt. Seine Beliebtheit im Land ist so groß, dass Analysten regelmäßig vom „Jokowi-Effekt“ sprechen. Nachdem die Indonesische Demokratische Partei des Kampfes ihn 2014 zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ernannt hatte, stieg ihr Stimmenanteil bei den Parlamentswahlen im selben Jahr um 30 %.

Berichten zufolge hat Widodos Kandidatur auch den indonesischen Aktienmarkt und die Rupiah-Währung aufgrund seiner glänzenden politischen und wirtschaftlichen Bilanz belebt. Man könnte meinen, dass er aus der Sicht Washingtons eine ideale Führungspersönlichkeit wäre, wenn er die Finanzen des Landes durch seine schiere Persönlichkeit in einem solchen Maße aufpolieren würde. Doch der Präsident hat auch dem „Schutz der Souveränität Indonesiens“ und der Begrenzung des ausländischen Einflusses in Jakarta Priorität eingeräumt. Außerdem verfolgt er eine sehr unabhängige Außenpolitik, sehr zum Leidwesen des US-Imperiums.

Widodo hat die Führer der muslimischen Staaten zur Versöhnung ermutigt und sich für die Unabhängigkeit Palästinas eingesetzt. Sein Außenminister besucht Palästina, weigert sich aber, diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen. Außerdem hat er beträchtliche Hilfe an unterdrückte Muslime im Ausland verteilt. Vor allem seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ist

In vielerlei Hinsicht ähnelt Widodo der Herrschaft von Sukarno, Indonesiens erstem Präsidenten von 1945 bis 1967. Seine Politik war sowohl innenpolitisch als auch international ausdrücklich antiimperialistisch. Im Inland verhinderte er die westliche Ausbeutung des enormen Ressourcenreichtums seines Landes, während er gleichzeitig herzliche Beziehungen zu Ost und West unterhielt und sich persönlich für die Bewegung der Blockfreien einsetzte, deren Mitglieder sich beiden Machtblöcken entzogen, um einen unabhängigen Weg zu gehen.


Sukarnos kühne Weigerung, sich den imperialen Interessen zu beugen, machte ihn zu einem viel beachteten Mann. 1965 wurde er in einem blutigen, von der CIA und dem MI6 gesponserten Militärputsch gestürzt, der eine 30 Jahre währende Militärdiktatur mit eiserner Faust unter der Führung von General Suharto einleitete. Mehr als eine Million Menschen wurden durch politisch motivierte Massaker, Hinrichtungen, willkürliche Inhaftierungen und brutale Unterdrückung getötet. Selbst die CIA beschreibt seine Säuberung von Linken als „einen der schlimmsten Massenmorde des 20. Jahrhunderts“.

Widodo bereitet sich nun darauf vor, sein Amt niederzulegen, da seine verfassungsmäßig vorgeschriebene Amtszeit vorbei ist und seine persönlichen Zustimmungsraten ein Allzeithoch erreicht haben. Mit seinem Abgang entsteht ein politischer Neubeginn, den der NED unbedingt nutzen will. Glücklicherweise scheint eine Wiederholung des vom Geheimdienst inszenierten Gemetzels, das Suharto vor Jahrzehnten an die Macht brachte, unwahrscheinlich. Aber die durchgesickerten Dokumente, die MintPress News vorliegen, machen deutlich, dass sich das US-Imperium darauf vorbereitet, einen weiteren Putsch in Jakarta unter dem Deckmantel der „Demokratieförderung“ durchzuführen.

Dies ist seit der Gründung von NED im Jahr 1983 die raison d’etre. Die Organisation wurde ausdrücklich von hochrangigen CIA-Spitzeln und außenpolitischen Apparatschiks der USA gegründet, um als öffentlicher Mechanismus für die traditionelle geheime Unterstützung der Agentur für Oppositionsgruppen, Aktivistenbewegungen und Medien im Ausland zu dienen, die Propaganda und politischen Aktivismus betreiben, um „feindliche“ Regime zu stören, zu destabilisieren und zu vertreiben.

Die bösartige Einmischung der NED im Laufe der Jahre ist zu umfangreich, um sie hier aufzulisten. Aber in jüngster Zeit hat sie unter anderem einen gescheiterten Aufstand in Kuba gesponsert, separatistischen Demonstranten in Hongkong Geld zukommen lassen und versucht, die belarussische Regierung zu stürzen. Die Tatsache, dass diese Aufstandsversuche gescheitert sind, schreckt offensichtlich nicht davon ab, es jetzt in Indonesien erneut zu versuchen.


„Entwicklung des persönlichen Markenzeichens“

Bei den durchgesickerten Akten handelt es sich um wöchentliche Briefings, die in den Monaten Juni, Juli und August 2023 vom indonesischen Büro des International Republican Institute (IRI) an die Zentrale in Washington geschickt wurden. Das IRI ist ein Kernbestandteil des NED, das in der Regel mit einem anderen Institut, dem National Democratic Institute, bei Regimewechsel-Operationen im Ausland zusammenarbeitet. Die beiden sind eng mit ihren jeweiligen politischen Parteien im Inland verbunden.

Diese Briefings enthalten aktuelle Informationen über Verwaltungsangelegenheiten, lokale politische Entwicklungen, Aktivitäten der Mitarbeiter, Presseausschnitte und die Fortschritte des IRI bei der Erfüllung der Ziele seines NED-Zuschusses in Indonesien „zur Verbesserung der Fähigkeit aufstrebender politischer Parteiführer, Führungspositionen innerhalb der Parteien zu übernehmen und als Agenten des Wandels zu agieren, um mehr interne Parteidemokratie, Transparenz und Bürgernähe zu fördern“. Die letzten verfügbaren Aufzeichnungen über Stiftungszuschüsse aus dem Jahr 2022 zeigen, dass das Institut dafür 700.000 Dollar erhalten hat.

Jede Woche berichtete das IRI über seinen „Einsatz“ für „aufstrebende Führungspersönlichkeiten“ im Land – Absolventen von NED-Schulungsprogrammen, jetzt prominente Mitglieder von Dutzenden von politischen Parteien und lokalen NRO und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Viele von ihnen kandidieren im Jahr 2024, nachdem sie von der Stiftung in Wahlkampf- und Wählerbindungsstrategien unterrichtet wurden und die Ergebnisse anfechten können.

Einer der „aufstrebenden Führungspersönlichkeiten“ der IRI wurde als „parteiinterner Reformer“ bezeichnet, der in den Reihen seiner Partei „immer prominent auftritt“. Kürzlich wurde er darin geschult, Rechtsstreitigkeiten über die Ergebnisse der bevorstehenden Wahlen anzufechten, was dazu führte, dass die Partei ihm das Vertrauen als Kandidat schenkte“.


Ein anderer brüstete sich gegenüber seinen IRI-Betreuern damit, dass er sich „weiterhin persönlich oder über die sozialen Medien mit der Öffentlichkeit über seine Kandidatur austauscht“ und kürzlich in beliebten Radio- und Fernsehsendungen aufgetreten sei. Er führte die von der NED finanzierte Association for Election and Democracy (Perludem) durchgeführten Schulungen auf die Entwicklung seines persönlichen Markenauftritts in der Politik“ und seine Fähigkeit zurück, als öffentlicher Redner aufzutreten und mit den Medien in Kontakt zu treten“.

Perludem veröffentlicht regelmäßig von der US-Hilfsorganisation AID finanzierte Zeitschriften, die „Empfehlungen und Hinweise zur Verbesserung der Wahlverwaltung und der demokratischen und politischen Prozesse in der Region Asien und Pazifik“ enthalten. Außerdem werden regelmäßig Veranstaltungen der Emerging Leader Academy (ELA) organisiert, auf denen die in den IRI-Dokumenten genannten Personen ausgebildet werden und neben anderen Wahlkampffähigkeiten auch die Entwicklung von Botschaften“ erlernen.

Eine Absolventin berichtete dem IRI, sie habe „begonnen, Informationen über ihre Pläne, als Kandidatin für die Legislative zu kandidieren, weiterzugeben und zu verbreiten“ und sei „jetzt zunehmend in den sozialen Medien aktiv“. Sie hofft, mit den von der ELA erhaltenen Hilfsmitteln mehr junge Wähler anzusprechen, insbesondere Erstwähler“. Ein anderer berichtet, dass er „seine Rolle im internen Gremium der Partei erneut gestärkt“ hat und persönlich „angehende Zeugen in den Wahllokalen ausbildet“, um die Vorgänge am Wahltag zu überwachen.

Bis hinunter auf die Schulebene war das politische Engagement der Jugend für die IRI und ihre politischen Kader von offensichtlicher Bedeutung. Dementsprechend veranstaltete Perdulem am 1. Juli eine Veranstaltung mit dem Titel Make Election Great Again“, bei der die Teilnehmer in der hohen Kunst unterrichtet wurden, die strategische Rolle der Schüler bei den Wahlen 2024 zu erkennen.

Die Fähigkeiten des IRI zur Wahlmanipulation wurden am 12. Juli erheblich verbessert, als seine Mitarbeiter an einer Veranstaltung des Zentrums für strategische und internationale Studien und Google teilnahmen. Auf einer Podiumsdiskussion mit zwei Oppositionspolitikern, Journalisten und Forschern wurde davor gewarnt, dass „Des-/Fehlinformationen“ die Wahlen im Jahr 2024 beeinflussen und erschreckenderweise dazu führen könnten, dass eine ähnliche Figur wie Widodo Präsident wird. Ein lokaler Meinungsforschungsexperte präsentierte Daten aus einer kürzlich von seinem Unternehmen durchgeführten Umfrage darüber, wie sich das Vertrauen in politische Parteien auf die Präferenzen der Wähler auswirkt.


„Erreichter Meilenstein“

Einer der verlockendsten Auszüge aus dem Leck findet sich in einem Briefing-Vermerk vom 28. Juni dieses Jahres. Darin wird festgehalten, wie IRI-Vertreter mit hochrangigen Mitgliedern der US-Botschaft in Jakarta zusammentrafen, darunter der politische Referent Ted Meinhover. Er „übermittelte die Bedenken der USA“ bezüglich der Wahlen 2024, insbesondere, dass die „Wählbarkeit“ von Verteidigungsminister Prabowo Subianto „dramatisch zugenommen“ habe, was bedeute, dass er „in den Umfragen ganz oben steht“. Die Werte des ehemaligen Gouverneurs von Jakarta, Anies Baswedan, seien dagegen „gesunken“.

Meinhover beklagte, dass das indonesische Gesetz Parteien mit weniger als 20 % der Parlamentssitze daran hindere, Präsidentschaftskandidaten aufzustellen. Wenn diese „Schwelle“ aufgehoben würde, „gäbe es mehr Kandidaten bei den Wahlen, und die USA hätten mehr Möglichkeiten“, erklärte er. Dennoch müsse Washington „freundschaftliche Beziehungen zu allen Parteien aufrechterhalten, um die Interessen der USA in Indonesien zu wahren, egal wie die Wahl ausgeht“.

Meinhover fügte hinzu, die Botschaft habe sich aktiv an die Führer der lokalen Arbeitspartei und des indonesischen Gewerkschaftsbundes gewandt, um sie über ihre Pläne zu informieren, gegen ein Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu protestieren, das kürzlich von Widodo unterzeichnet wurde. Die USA befürchten, dass das Gesetz den Enthusiasmus ausländischer Investoren im Land dämpfen wird, und unterstützen daher nachdrücklich Aktivitäten, die sich gegen dieses Gesetz richten.

Dementsprechend schlug die Botschaft den Chefs der Arbeiterpartei insgeheim vor, sie könnten den indonesischen Unabhängigkeitstag am 17. August nutzen, um gegen das Arbeitsbeschaffungsgesetz und Meinhovers verhasste „Präsidentenschwelle“ zu protestieren. Bemerkenswerterweise erwähnte ein anwesender US-Diplomat, dass Jakartas staatlicher Geheimdienst (BIN) die Botschaft „kürzlich gewarnt“ habe, sich „nicht in die Wahlen 2024 einzumischen“.

Meinhover sagte, dies habe die Botschaft dazu veranlasst, die verdeckten Aktivitäten des IRI „kontinuierlich zu unterstützen“, um „die US-Politik weiter umzusetzen und gleichzeitig die indonesischen Vorschriften zu umgehen.“ So wurde in einem Briefing vom 8. bis 14. Juli festgehalten, dass das Institut Kontakt zu Führern der Arbeiterpartei und einer Reihe indonesischer Arbeiterorganisationen aufnahm – denen das IRI „kontinuierlich kleine Zuschüsse gewährt“ – und „Pläne zur Organisation von Protesten“ gegen die Gesetze zur Schaffung von Arbeitsplätzen und die Schwellenwerte des Präsidenten „Ende Juli oder Anfang August“ besprach.


Ein Protest gegen ein Arbeitsbeschaffungsgesetz in Bandung wird gewalttätig. Dokumente zeigen, dass Mitarbeiter der US-Botschaft direkt an der Schürung von Arbeiterprotesten beteiligt waren, um den indonesischen Präsidenten zu schwächen. Dimas Rachmatsyah | AP


Diese Proteste fanden am 9. August vor dem Verfassungsgericht und dem Staatspalast in Jakarta statt. Die lokalen Medien berichteten über die Ereignisse in einem IRI-Briefing, in dem auch vermerkt wurde, dass das Institut dem Vorstandsvorsitzenden der Pandeglang-Labor-Partei einen dritten Zuschuss in Höhe von 1.000.000 Rupiah für diese Bemühungen gewährte. Berichten zufolge „schätzten sie die Unterstützung des IRI für ihre Aktivitäten“. Das Briefing fügte hinzu: „Die Proteste sind gut verlaufen und wurden erfolgreich abgeschlossen“.

Eine Woche später unterstützten Mitarbeiter des Instituts den Ortsverband Pandeglang der Arbeiterpartei erneut dabei, „erfolgreich“ gegen die beiden Gesetze zu protestieren. Der Vorstandsvorsitzende erhielt einen weiteren persönlichen Zuschuss von 5.000.000 Rupiahs „für diesen erreichten Meilenstein“. Das sind zwar nur 330 Dollar, aber für lokale Verhältnisse kaum eine unbedeutende Summe, wenn man bedenkt, dass 50 % der indonesischen Bevölkerung monatlich weniger als 800 Dollar verdienen.

Anderen Berichten zufolge erhalten mehrere indonesische Organisationen und Einzelpersonen direkte Zahlungen von IRI für das Erreichen bestimmter „Meilensteine“, darunter auch Perludem. Ironischerweise enthielt die Februarausgabe 2021 der Zeitschrift der Organisation Aufsätze zu Themen wie „politische Finanzierung und ihre Auswirkungen auf die Qualität der Demokratie“, „die Dringlichkeit, illegale Parteienfinanzierung zu verhindern“, „ein unverhältnismäßig ungleiches Spielfeld: Herausforderungen und Aussichten für Wahlkampffinanzierungsgesetze“ und „Rechenschaftspflicht und Transparenz der Parteienfinanzierung“ im asiatisch-pazifischen Raum.

Achtzehn Monate später brachte Perludem eine App auf den Markt, die den Indonesiern helfen soll, „zu verstehen, wie Wahlbezirke gezogen werden“, und die es den Nutzern ermöglicht, „ihre eigenen Versionen der Grenzziehung oder des Ziehens/Neuziehens von Wahlbezirken zu erstellen, die sie nach universellen Standards und Grundsätzen für angemessen halten“. Wer oder was dieses aufrührerische Projekt finanziert hat, wurde nicht angegeben.


„Die Budgets sind knapp“

Man kann sich nur vorstellen, was für ein Aufruhr entstehen würde, wenn Dokumente aufgedeckt würden, die zeigen, dass chinesische oder russische Regierungsbeamte, darunter auch Botschaftsmitarbeiter, heimlich Politiker und zivilgesellschaftliche Akteure in fremden Ländern ausbilden und gleichzeitig den Aktivismus von Oppositionsparteien und Gewerkschaften in bewusster, vorsätzlicher Missachtung nationaler „Vorschriften“ fördern und finanzieren. Solche Aktivitäten sind jedoch für die diplomatischen Vertretungen der USA – und auch für die NED – überall an der Tagesordnung.

Es ist auch erwähnenswert, dass die Ausgaben der Stiftung in Indonesien relativ bescheiden sind. In einem wöchentlichen Briefing wird sogar erwähnt, dass die Budgets „für alle drei Projekte des IRI“ im Land „auf absehbare Zeit knapp bemessen sind“. Abgesehen von der indonesischen Parteiführerschulung des Instituts geht aus den durchgesickerten Dokumenten nicht hervor, welcher Art die beiden anderen Unternehmungen sind. Den auf der Website des NED veröffentlichten Zahlen zufolge gibt die Organisation jedoch jährlich weniger als 2 Millionen Dollar in Jakarta aus.

Normalerweise sind die Summen weitaus höher. In den 12 Monaten vor der Maidan-Revolution in der Ukraine 2014 hat NED beispielsweise rund 20 Millionen Dollar in das Land gepumpt. Dennoch wiesen westliche Journalisten, Politiker und Experten aggressiv alle Andeutungen zurück, dass es sich bei dem Aufstand um etwas anderes als einen Ausdruck des Volkswillens handelte, der aus der aufkeimenden Sehnsucht der überwältigenden Mehrheit der Bürger nach Liberalismus und Demokratie resultierte. Das haben sie seither immer wieder getan.

Und das, obwohl zeitgenössische Umfragen nie eine mehrheitliche ukrainische Unterstützung für den Maidan oder die Mitgliedschaft in der EU und der NATO zeigten; Präsident Viktor Janukowitsch bis zu seinem letzten Tag im Amt der beliebteste Politiker des Landes blieb; jeder Akteur an der Spitze der Proteste, einschließlich der Person, die sie ausgelöst hatte, NED- oder USAID-Gelder erhielt; die Führer der von den USA finanzierten Organisationen im Lande in den Jahren zuvor offen ihren Wunsch erklärten, die Regierung zu stürzen; die Maidan-Demonstrationen von Hardcore-Nationalisten durchsetzt waren.

Man könnte immer noch argumentieren, dass viele Maidan-Demonstranten von legitimen Beschwerden beseelt waren. Dennoch wirft das durchgesickerte Material ernsthafte Fragen über die Handlungsfähigkeit“ von Personen auf, die direkt oder auch nur indirekt von der NED finanziert werden. Die Papiere zeigen deutlich, dass Einzelpersonen und Organisationen vor Ort jederzeit auf ausdrücklichen Wunsch der örtlichen US-Botschaft oder der Stiftungsabteilung zu Aktivismus angeregt werden können, und sei es nur durch einen kleinen „Zuschuss“.

Es ist völlig undenkbar, dass indonesische Gewerkschaftsgruppen sonst gegen Widodos Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder gegen die Beschränkung der Zahl der Präsidentschaftskandidaten protestiert hätten, wenn erstere nicht westlichen Investoren und Finanzinteressen in Jakarta schaden und letztere nicht Washingtons Auswahl an Marionetten im Lande einschränken würden. Wie viele andere regierungsfeindliche Agitatoren auf der ganzen Welt, seien es Demonstranten, Gewerkschafter, Journalisten oder andere, in ähnlicher Weise handeln, um „Meilensteine“ zu erreichen, die im Geheimen mit dem NED vereinbart wurden, kann man nur vermuten.

Aus der Sicht Washingtons kann die Bedeutung der Einsetzung einer gefügigen Regierung in Indonesien nicht unterschätzt werden. Angesichts der Tatsache, dass die US-Militärchefs offen über einen baldigen Krieg mit China diskutieren, muss die Region mit Klientenstaaten bevölkert werden, die diese die Welt bedrohenden Bemühungen unterstützen können. Ähnliche Initiativen sind zweifelsohne im gesamten asiatisch-pazifischen Raum im Gange. Daher war es noch nie so wichtig wie heute, dass die Aktivitäten der NED überall überprüft, wenn nicht sogar verboten werden.

Quelle: Leaked: CIA Front Preparing Color Revolution in Indonesia


Info: https://uncutnews.ch/durchgesickert-cia-front-bereitet-farbrevolution-in-indonesien-vor


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.09.2023

Deutschland überfordert: China übernimmt jetzt GoetheSchlagzeile

12. September 2023, von Michael Maier 09.09.2023 - übernommen von berliner-zeitung.de

Das chinesische Propagandaministerium übersetzt das Gesamtwerk Goethes. Das Projekt zeigt, warum China Deutschland überholt hat.


Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem chinesischen Amtskollegen Qin Gang.Michael Kappeler/dpa-pool/dpa


Manfred Osten kommt mit einer Tüte ins Haus des Berliner Verlags in der Karl-Liebknecht-Straße. Unsere Hoffnung, dass er in der Tüte einige seiner brillant geschriebenen Bücher haben könnte, erfüllt sich nicht. Er war auf einem Wochenmarkt und erzählt erfreut, dass er mitten in Berlin Weintrauben erstanden habe. Sie kämen direkt von einem Weinberg. Osten, früher Spitzendiplomat und als Generalsekretär der Humboldt-Stiftung jahrelang mit Wissenschaftlern aus aller Wert in Kontakt, zitiert im Wechsel Goethe und Konfuzius. Einmal stockt er, weil er nicht mehr sagen kann, ob der Gedanke nicht vielleicht doch von Laotse sei. Nach dem Gespräch ärgert er sich, dass er gesagt hätte, der Vertrag von Aigun sei aus dem Jahre 1859 gewesen. Es war natürlich 1858, korrigiert er sich.


Bild2Manfred Osten*



Berliner Zeitung: Herr Osten, China hat 90 Übersetzer angeheuert, um eine Gesamtausgabe von Goethe vorzulegen. Was ist das für ein Projekt, wie läuft es ab, was steckt dahinter?

Manfred Osten: Dahinter steckt ein Bildungsprojekt, wie wir es in Europa uns nicht vorstellen können   – und zwar initiiert durch das Propagandaministerium! Das Propagandaministerium hat sich entschieden, mit Goethe einen deutschen Dichter und jenen Mann publik zu machen, der sich ein Leben lang mit China beschäftigt und am Ende ein chinesisches Vermächtnis hinterlassen hat: 1830 hat Goethe den Gedichtzyklus „Die chinesisch-deutschen Jahres- und Tageszeiten“ geschrieben, der in Deutschland leider unbekannt geblieben ist. Es ist jener Gedichtzyklus, in dem Goethe sich als Chinese outet, nämlich als Mandarin.

Normalerweise verlegt das Propagandaministerium aber keine deutschen Dichter, sondern Studien zur Parteigeschichte oder zum Marxismus. War Goethe ein Marxist, ein Kommunist?

Er hat selbst gesagt: „Im Auslegen seid frisch und munter, und legt ihr’s nicht aus, so legt etwas drunter.“ Bereits Japan hat Ende des 19. Jahrhunderts gezeigt, dass Goethe als Konfuzianer gedacht hat. Das holt China jetzt nach. Eine asiatische Rezeption, die Nietzsches Urteil bestätigt, Goethe sei in der deutschen Geschichte ein Zwischenfall ohne Folgen.

Aber wir haben es im modernen China doch mit einem marxistischen, kommunistischen, materialistische System zu tun. Wie passt Konfuzius da rein?

Konfuzius garantiert das geheim-offenbare Betriebsgeheimnis des chinesischen Erfolgs der vergangenen vierzig Jahre. Bereits im ersten Kapitel der Gespräche des Konfuzius mit seinen Schülern steht, was bis zum heutigen Tage in China gilt: „Lernen, lernen, lernen   – ist das nicht das höchste Glück?“ Die große Forderung des Konfuzius ist das lebenslange übende und lernende Leben   – und zwar als Chaosüberwindungsstrategie entwickelt in der Zeit der Streitenden Reiche um 500 v. Chr. Konfuzius hat darüber nachgedacht, wie man überleben kann. Dazu gehört bei ihm auch die Einsicht: In großer Not und Gefahr überlebt nur das Kollektiv und nicht eine anarchische Individual- und Streitgesellschaft. Der Einzelne kommt todsicher nicht durch, aber das Kollektiv überlebt. Konfuzius konnte sich hierbei auf die chinesische Sprache beziehen: Sie kennt keine Konjugation der Verben. Es ist unmöglich, sich in der chinesischen Sprache als „ich“ zu präsentieren.


Konfuzius hat also den Kommunismus antizipiert?

Zumindest steht der Gemeinsinn und nicht der Eigensinn im Zentrum einer Gesellschaft. Das hängt damit zusammen, dass Konfuzius in einer Gesellschaft geboren wurde, die im Grunde bis zum heutigen Tag eine hydrologische Reisbauernkultur ist. Wir Europäer sind dagegen das Ergebnis einer agrarwirtschaftlichen Kultur, wo man sich hinter Mauern und Hecken verstecken und im besten Fall über den Anwalt miteinander kommunizieren kann. Die Reisbauern-Gesellschaft in China ist dagegen verbunden durch kommunizierende Wasserröhren, bei denen es darauf ankommt, dass jeder das Wasser nimmt, aber auch gibt. Das ist für China existenziell, denn China hat nur etwa sechs Prozent der Anbaufläche der Welt bei einem Fünftel der Menschheit. Das heißt, China ist ständig vom Verhungern bedroht. Und die Seidenstraße ist unter anderem auch der Versuch, diesem Problem durch dauernde Nahrungszufuhr abzuhelfen.


Die Universitätsbibliothek in Hong Kong.archello

Konfuzius hat also die Jahrtausende der Geschichte Chinas geprägt, egal ob Kaiser oder Kommunisten.

Der Kaiser hatte in China nur das Mandat des Himmels, solange er das Verhungern vermeiden konnte. Nicht zufällig wurde die Ming-Dynastie 1644 von rebellierenden Reisbauern beendet   – mit dem darauf folgenden Selbstmord des Kaisers Weizong. Übrigens, Mao Tse Tung hat 60 Millionen Chinesen verhungern lassen.

Auch heute streicht die Kommunistische Partei hervor, dass sie 700 Millionen Menschen aus der Armut geführt hat   – und bezieht dadurch ihre Legitimität.

So ist es, und Goethe ist der Repräsentant der Vorstellung: „Was ich bin, bin ich anderen schuldig.“ Er kannte das Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen und wusste, dass das Überleben am Ende nur durch das Kollektiv möglich ist: „Ein jeder übe seine Lektion, so wird es gut im Rate stohn“.

Nehmen die Chinesen Goethe nun in ihren Propaganda-Kanon auf, weil er ihnen irgendwie reinpasst, oder sagen sie: Jetzt haben wir das Verhungern überwunden, jetzt brauchen wir ein höheres Niveau in der Bildung?

China verfügt seit Jahrtausenden über das hohe qualitative Alleinstellungsmerkmal einer Sprache, deren Erwerb nur durch extreme Leistungsbereitschaft möglich ist. Durch die Schrift hat China die Erde zu einem asketischen Stern verwandelt   – und zwar im ursprünglichen Sinn des Wortes Askese: Üben.

Goethe hat, wie Konfuzius, gesagt: Nur die Fähigsten sollen einen Staat führen dürfen. Das trifft sich mit dem Konzept der Chinesen, wonach es strenge Kriterien gibt, damit jemand Politiker werden darf. Interessiert das die Chinesen auch an Goethe?

Goethe erschien in Deutschland als Ausnahme in einer idealistisch und romantisch orientierten Gesellschaft   – nämlich als Erzrealist. Er war überzeugt: Um einen Staat zu führen, wird vor allem pragmatische Staatsklugheit benötigt. Goethe glaubte nicht, dass man einen Staat aus einer abstrakten Vernunftidee heraus führen kann. Nur die Tüchtigsten, die sich konkret mit Problemen beschäftigen und sie lösen wollen, können einen Staat führen. Er selbst war ja ein Leben lang Staatsminister aller Ressorts! Das war seine Art praktischer politischer Klugheit. Er hat außerdem dialektisch gedacht: „Ich diene gern, weil die Herrschaft draus entspringt.“

Wie wird man in China Politiker?

Man wird Politiker, indem man die meritokratische Karriere des chinesischen Lebens meistert. Die beginnt damit, dass Sie mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, der Sie vorbereitet auf die verpflichtende Grundschule von neun Jahren. Sie müssen vor allem ständig Prüfungen ablegen, um etwas zu erreichen   – bis hin zum Gao Kao in der zwölften Klasse. Und der Steigungswinkel ihrer Karriere richtet sich nach den Ergebnissen des Gao Kao. Das alles geschieht auf der Grundlage einer Sprache, deren Beherrschung bereits zur Aufnahme im Kindergarten nachgewiesen werden muss, in Gestalt von unterschiedlichen Tonhöhen und Zeichen, Idiogrammen. Um das zu erreichen, werden die Kinder im Kindergarten sofort ganztags beschult, um die schwere Aufnahmeprüfung in die Grundschule zu schaffen.

Also keine Spielkrippe?

Überhaupt nicht. Die Ausbildung wird nach einem strengen Curriculum absolviert. Man beginnt mit mehreren hundert Idiogrammen und den zugehörenden Tonhöhen. Wenn man im Chinesischen sagt „Ma“, muss man als Kind mindestens wissen, dass es entweder „die Mutter“ oder „das Pferd“ oder „ich schimpfe“ oder „es tut mir weh“ bedeuten kann. Dies muss in Millisekunden begriffen werden. Die Sprache verlangt höchste Konzentration.

Das Erlernen der chinesischen Sprache ist also gleichzeitig Ausbildung in Musik, bildender Kunst, Mathematik und Konzentration. Das ist ja ein enormer Startvorteil für diejenigen, die das als Kinder gelernt haben. Ist das einer der Gründe der chinesischen Erfolge?

Die Neurowissenschaften der Universitäten in Washington und Shanghai haben das untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Es werden neuronale Kompetenzen entwickelt, von denen wir im Westen wenig wissen. Denn das Gehirn entwickelt in früher Zeit bereits ein zeichenhaftes Gedächtnis und es wird außerdem ein gutes akustisches Gedächtnis entwickelt für die Tonhöhen. Man erlernt hierbei eine hohe Konzentration. Alle diese Fähigkeiten sind irreversibel, weil sie so früh erlernt werden. Das heißt, es entsteht eine Leistungs- und Motivationskonditionierung, die nie wieder verloren geht.

Wenn ich das jetzt mit unserem Bildungssystem vergleiche …

(lacht laut und herzlich): Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das mit dem Prinzip einer Kuschelpädagogik jedenfalls nicht vereinbar ist.

Diese komplexe Sprache befähigt die Chinesen in einzigartiger Weise zu außergewöhnlichen Leistungen   – unabhängig davon, ob jetzt die Kommunisten regieren oder ein Kaiser?

Alle Fremdherrscher, die versucht haben, China zu beherrschen, wie die Mandschus oder die Mongolen, sie alle mussten sich dieser Sprache unterwerfen. Sie mussten sie lernen, ob sie es wollten oder nicht

Ist es nun so wie bei der Musik: Wer diese komplexe, nuancierte und vielschichtige Sprache besser und schneller erlernt als die anderen, der kommt auch nach oben?

Da sind wir wieder bei Goethe. Er war dieser meritokratische Typus eines chinesischen Bildungsadels. Denn er hat sich gleich im ersten Vers des erwähnten Gedichtzyklus als Mandarin bezeichnet. Die Mandarine waren die Grundlage des chinesischen Reichs über Jahrtausende: Beamte, die durch drei der schwierigsten Prüfungen der Welt aufgestiegen sind bis zum Mandarin erster Klasse in einer Prüfung vor dem Kaiser. Die das geschafft haben, sind im Konfuzius-Tempel in Peking in ehernen Tafeln für die Ewigkeit eingeritzt als die Leistungsträger dieses Reichs.

Gilt das heute auch noch? Im Westen wird von den kommunistischen Führern gerne abwertend als Partei-Bonzen geredet.

Der Staat besteht im Wesentlichen aus geprüften Gao-Kao-Mandarinen. Nachdem Mao Tse Tung die Konfuzianer an die Wand gestellt hatte, hat sich sein Nachfolger Deng Xiao Ping der Mandarine erinnert und deren Bildungs- und Leistungsprinzipien für alle Chinesen verbindlich gemacht. Auf diese Weise ist es China gelungen, 700 Millionen Menschen aus der Armut zu befreien. China ist zur größten Handelsmacht avanciert und auf dem Weg dorthin, wo es schon einmal war, nämlich in der Song-Dynastie vom 10. bis zum 13. Jahrhundert: zur technologischen und wissenschaftlichen Führungsmacht der Welt.

Es ist irgendwie tröstlich, dass es in einem entscheidenden Moment ein Einzelner war, nämlich Deng, der das System auf Kurs gebracht hat, und nicht der Schwarm, das Kollektiv.

Er hat aus der Geschichte gelernt.

Warum hat Mao die Konfuzianer an die Wand gestellt?

Wir Deutschen waren die größten Exporteure philosophischer Systementwürfe. Schon Goethe warnte vor den Deutschen: „Ihr seht schon ganz manierlich aus, kommt mir bloß nicht absolut nach Haus.“ Hegel war auf die Idee gekommen, dass der Herr der Knecht und der Knecht der Herr sein könnte. Das wurde die Grundlage für Marx und Engels mit dem Ziel eines siegreichen Proletariats der industriellen Revolution über das Kapital. Das Problem war nur: Weder Russland noch China hatten ein Proletariat. Daher entstand stattdessen dort eine Staatsdiktatur.

Aber warum hat Mao das System der Mandarine zerstört? Was war der Grund für diesen Systembruch?

Das war der falsch verstandene Begriff der Gleichheit aus der Französischen Revolution. Goethe hat das im Gedicht „Egalité“ erläutert. Hier heißt es: „Gleich zu sein mit gleichen ist schwer zu erreichen. Du müsstest ohne Verdrießen, wie der Schlechteste zu sein, dich entschließen.“ Das war Mao Tse Tungs Irrtum.

Also Nivellierung nach unten?

Das machen wir hier von morgens bis abends. Gucken Sie doch nur zum Fenster raus (deutet auf den Alexanderplatz).

Was empfinden Sie, wenn Sie auf das deutsche Bildungssystem schauen und an Ihre Enkel denken?

Goethe hat den Faust versiegelt und mit ihm den Satz: „Jeder Trost ist niederträchtig, Verzweiflung allein ist Pflicht.“ Goethe war überzeugt, dass sich das Europa des Egalité-Gedichts auf dem Weg einer falsch verstandenen, bequemen Gleichheit befand.

Wie ist die Rolle der Lehrer in der Gesellschaft, auch im Vergleich zu uns?

Der Lehrerberuf ist in China das höchste, was der Mensch erreichen kann. Im ebenfalls konfuzianisch geprägten Japan gilt sogar der Satz: „Einmal Lehrer gewesen, kann man es nie wieder lassen.“ Lernen ist höchstes Gut, und man ist dem Lehrer dafür ein Leben lang dankbar. Konfuzius geht sogar davon aus, dass es eine lebenslange Dankesschuld gibt gegenüber den Eltern, die man niemals abtragen kann, weil sie uns das höchste Gut geschenkt haben: das Leben und die Erziehung. Und daraus folgt eine Hierarchisierung der ganzen Gesellschaft.

Wenn die Regierenden allerdings Dankbarkeit verlangen, ist der Weg zur Diktatur nicht weit.

Diese Gefahr besteht. Goethe hat das allerdings anders verstanden. Er hätte sicherlich auch nicht geglaubt, dass man ein Milliardenvolk basisdemokratisch so wie bei Stuttgart 21 regieren könnte.

Sie haben einmal gesagt, China hat sich vom Imitator zum Innovator entwickelt. Ist das System heute so stabil, dass ein Zusammenbruch, etwa wegen Korruption, unwahrscheinlich ist?

China hat eine Fülle von Problemen. Wir haben eine Jugendarbeitslosigkeit von fast 20 Prozent, eine alternde Gesellschaft und eine sehr hohe Staatsverschuldung. Die Gefahren, dass daraus das größtmögliche Chaos entsteht, wie es zur Zeit der Streitenden Reiche 500 v. Chr. herrschte, ist nicht völlig auszuschließen. Das Mandat von Xi Jinping richtet sich, wie das der Kaiser, an die Abwehr der beiden größtmöglichen Unglücke: des Verhungerns und der Wiederkehr des größtmöglichen Chaos in einem Land mit unzähligen Sprachen, Ethnien und Religionen. Und das in einem Land, in dem auch heute jährlich zahlreiche Revolten stattfinden.

Sind 20 Prozent Jugendarbeitslosigkeit nicht ein Hinweis, dass das System der Meritokratie vielleicht doch nicht so gut funktioniert?

Im chinesischen System muss der Herrscher diese Gefahren abwehren. Wenn er bei der Abwehr versagt, hat er nicht mehr das Mandat des Himmels. Xi legitimiert sich heute vor dem chinesischen Volk, dass seine Biografie für die Chinesen von konfuzianischer Meritokratie geprägt ist. Er hat furchtbares Elend überwunden. Denn er wurde durch den tiefen politischen Sturz seines Vaters in Sippenhaft genommen. Er musste Toiletten reinigen, in einer Höhle schlafen. Er ist über Jahre hinweg unsäglich gedemütigt worden und hat sich emporgearbeitet. Xi ist also im Grunde ein Konfuzianer. Er hat auf Deutsch Frau Merkel den entsprechenden Satz aus Goethes Faust II vorgetragen: „Nur der gewinnt sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss.“

Warum hat Xi das gesagt? 

Er hat Goethe als bildungs- und leistungsorientierten Konfuzianer verstanden. Vielleicht wusste er sogar, dass Goethe seinen Faust versiegelt hat. Denn Goethe hat nicht geglaubt, dass die Deutschen seine Prophetie der großen Krisen der Moderne verstehen würden.

Aber die Chinesen wollen sie verstehen, sonst würden sie Goethe nicht übersetzen.

Die Chinesen wollen es offenbar verstehen und daraus lernen. Sie ahnen möglicherweise, dass Goethe im Faust Gerichtstag hält über die fundamentale Fehlentwicklung in Europa, das sich vom Prinzip des lernenden und übenden Lebens verabschiedet hat, und dies mit Hilfe der industriellen Revolution. Denn der europäischen Gesellschaft ist es in den vergangenen 200 Jahren gelungen, den Wohlstand um das 30- oder 40-fache zu erhöhen. Und zwar durch die Ausbeutung gigantischer, unterirdischer fossiler Wälder. Mit der Folge, dass ein Verwöhnungstreibhaus einer luxurierenden Spaß- und Konsumgesellschaft entstanden ist   – mit unabsehbaren Folgen im Falle des Entzugs.

Können die Probleme Chinas dazu führen, dass sie so werden, wie die Amerikaner heute schon warnen, nämlich kriegslüstern? 

Die chinesische Geschichte zeichnet sich nicht aus durch die hohe Militanz westlicher Imperien. In der konfuzianischen Hierarchie hatte der Soldatenberuf ohnehin einen sehr niedrigen Stellenwert. Das waren die Leute, die andere umbringen mussten. Für China bleibt die Priorität, die nächsten 700 Millionen Menschen aus der Armut holen.

Eine Kriegswirtschaft würde diesem Ziel nicht dienen …

… und ist daher keineswegs im Interesse Chinas. Gleichwohl will China gegen Aggression gewappnet sein durch Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit. Immerhin musste China im Vertrag von Aigun 1858 eine halbe Million Quadratkilometer mandschurischen Territoriums an Russland abtreten.

Kann der Krieg Russlands China nützen?

Jedenfalls dann, wenn sich daraus eines Tages die Rückübereignung verlorener Territorien durch Russland ergeben sollte. China hat jedenfalls Zeit, und ein altes Sprichwort lautet: „Langsam den Fluss überqueren und mit den Füßen die Steine abtasten.“

Ist das Goethe-Projekt der Chinesen Ausdruck der Wertschätzung für Deutschland?

China hat großen Respekt vor Deutschland als Nation der Kreativität und Innovation. Aber es besteht die Möglichkeit, dass dieses Interesse sinken könnte, falls man sich vom Leistungsprinzip verabschieden sollte. In den „Chinesisch-deutschen Tages- und Jahreszeiten“ heißt es: „Sehnsucht ins Ferne, Künftige zu beschwichtigen, beschäftige dich hier und heute im Tüchtigen!“ In Goethe sehen die Chinesen offenbar einen der ihren und wollen ihn in ihre Kultur integrieren. Sie sagen: Goethe rezipieren wir, weil er auf der Höhe einer leistungsorientierten Kultur steht.

Das heißt, die Deutschen sollten zumindest wieder anfangen, Goethe zu lesen, um die Chinesen besser zu verstehen?

Das wäre vielleicht der Weg.

*Dr. Manfred Osten wurde 1938 in Ludwigslust/Mecklenburg geboren. 1952 Flucht in die BRD und Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaften und Literatur. Diplomatischer Dienst, u. a. in Frankreich, Kamerun, Ungarn und Japan. Von 1995 bis 2004 war er Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mitwirkung als Tutti-Bratschist im Melbourne Symphony Orchestra und in der Victorian State Opera in Australien.

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/deutschland-ueberfordert-china-uebernimmt-jetzt-goethe-li.386848


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=4430&mailid=1900


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.09.2023

Grünen-Abgeordnete fordern europäischen Geheimdienst

freedert.online, 12 Sep. 2023 13:30 Uhr

Eine eigene EU-Nachrichtendienstagentur solle dafür sorgen, "grenzüberschreitende Gefahren" abzuwehren. Dazu zählen die Abgeordneten Russland, China, den Iran, Terrorismus, organisierte Kriminalität und Desinformationskampagnen.


Quelle: www.globallookpress.com © imago stock&people


Radome der Fernmeldeverkehrsstelle des Bundesnachrichtendiensts in Mietraching bei Bad Aibling.


Drei hochrangige Bundestagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen haben die Forderung nach einer Geheimdienstbehörde der Europäischen Union (EU) gestellt. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Montag durften der Bundesvorsitzende Omid Nouripour, die parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion Irene Mihalic und der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums Konstantin von Notz die Gründe für ihre Forderung darlegen.

Konkret fordern die Abgeordneten eine verstärkte Zusammenarbeit der Polizei- und Sicherheitsbehörden, einschließlich der Nachrichtendienste der EU-Mitgliedsstaaten. Bislang funktioniere die Zusammenarbeit nur informell. Als Anlass für die Notwendigkeit einer eigenen EU-Agentur wird genannt, dass sich die Feinde der "demokratischen und pluralistischen Gesellschaft" bereits untereinander vernetzen und "über Ländergrenzen hinweg" agieren würden. Auf diese "grenzüberschreitenden Gefahren" müsse "grenzüberschreitend" geantwortet werden.


Medienbericht: BND-Mitarbeiter sollen Kollegin vergewaltigt haben




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Zahlreiche Feinde, umstrittene Bedrohungslage

Dabei werden sie, was die Bedrohungslage angeht, selten konkret und rechtfertigen ihre Forderung mit zweifelhaften Vorwürfen. Als Aufhänger wählten die Grünen-Abgeordneten ausgerechnet die Ermordung des damals 40-jährigen Georgiers tschetschenischer Herkunft in der Parkanlage Kleiner Tiergarten in Berlin-Alt Moabit im August 2019, ein Fall, der über vier Jahre in der Vergangenheit liegt. Angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde ein 56-jähriger Russe. Die Staatsschutzkammer sah es damals für erwiesen an, dass der Angeklagte im Auftrag des russischen Staates gehandelt hatte.

Die Grünen-Abgeordneten bezeichneten den Fall als einen von vielen, die zeigten, "wie global vernetzt autoritäre Regime mittlerweile agieren" – obwohl im genannten Beispiel mit Russland maximal ein Staat agiert hätte. Als weitere Gefahren werden China, der Iran, Terrorismus, organisierte Kriminalität sowie Desinformationskampagnen aufgezählt, die an nationalen Grenzen nicht haltmachen würden. Zu den wenigen Beispielen für derartige Angriffe in der Vergangenheit nennen die Abgeordneten ausgerechnet die Anschläge auf die deutsch-russischen Nord-Stream-Pipelines, bei denen noch nach einem knappen Jahr unklar ist, ob sie von einem äußeren oder inneren Akteur zerstört wurden.

Insgesamt wirken die Begründungen der Bundestagsabgeordneten wie eine Suche nach äußeren Gefahren, die sie größer erscheinen lassen müssen, als sie in Wirklichkeit sind. Dies zeigt vor allem ihre Behauptung, dass sich nur "erahnen" ließe, wie tief der Einfluss "autoritärer Systeme auf demokratiefeindliche Parteien und Bewegungen in Europa und Deutschland" sei.


Genießen US-Neonazis die Rückendeckung der Geheimdienste? Verdacht erhärtet sich





Genießen US-Neonazis die Rückendeckung der Geheimdienste? Verdacht erhärtet sich





Europäischer Nachrichtendienst soll EU "als Ganzes" stärken

Dass es bereits nachrichtendienstliche Behörden auf EU-Ebene gibt, sagten die Abgeordneten in ihrem Artikel selbst, nämlich das "EU Intelligence Analysis Centre" (EU INTCEN) und das "Intelligence Directorate" des Militärstabs der Europäischen Union (EUMS.INT). Die Abgeordneten schlagen vor, diese beiden Behörden zusammenzuführen und auszubauen. Laut den Abgeordneten würde dies nicht nur die europäische Koordination vereinfachen, sondern auch die nationalen Nachrichtendienste stärken, da die Konzentration der Informationen für alle verfügbar wäre.

Dieses Argument wird aber sogleich wieder kassiert, da in ihrer Weltanschauung die Nationen – oder wie es die Abgeordneten weiter unten ausdrücken "nationalistische und hegemoniale autoritäre Staaten" – den liberalen demokratischen Gesellschaften entgegenstehen. Der wichtigste Punkt dürfte für die Abgeordneten daher sein, dass die Gründung einer "eigenständigen Agentur in einem solch wichtigen sicherheitspolitischen Bereich" die EU "als Ganzes" stärken würde, woraus die Vision erkennbar wird, Europa zu einem einheitlichen, globalen Machtblock auszubauen.


Mehr zum Thema – Nach "Sanktionierung" von Seife und Klopapier: Medwedew fordert Aussetzung der Beziehungen zur EU


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/inland/180523-gruenen-abgeordnete-fordern-europaeischen-geheimdienst


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12.09.2023

ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel – Geschichtsrevisionismus ist offenbar wieder salonfähig

nachdenkseiten.de, 12. September 2023 um 11:00 Ein Artikel von: Jens Berger

Aus Sicht der AfD-Vorsitzenden war der 8. Mai 1945 nicht etwa ein Tag der Befreiung, sondern eine Niederlage. Dass ihr Parteifreund Tino Chrupalla zu dieser Gelegenheit an einem Empfang der „ehemaligen Besatzungsmacht“ Russland teilgenommen hat, ist für sie reine Symbolik. Sie würde nie die „Niederlage des eigenen Landes befeiern“ – schon gar nicht mit den „ehemaligen Besatzern“. Das ist starker Tobak und zeigt einmal mehr, dass Geschichtsrevisionismus in der AfD allgegenwärtig ist. Doch anders als z.B. bei Gaulands „Vogelschiss-Rede“ blieb der Sturm der Entrüstung bei Politik und Medien diesmal aus. Offenbar ist es wieder salonfähig, die Niederlage des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg als „unsere“ Niederlage zu deuten – zumindest dann, wenn es um den Krieg im Osten geht. Nicht die nicht sonderlich überraschende Identifikation Weidels mit dem Dritten Reich, sondern die ausbleibende Kritik daran ist ein mahnendes Zeichen für die Verfasstheit des politischen Diskurses. Da waren wir schon mal weiter.


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Matthias Deiß: „Im Mai, am Tag der deutschen Kapitulation, sehen wir den Co-Vorsitzenden der AfD, Tino Chrupalla, zu Gast in der russischen Botschaft. Sie waren nicht da. Warum eigentlich?“

Alice Weidel: „Na ja gut, also, es ist alles Symbolik. Dem Tino Chrupalla ist es sehr gelegen gewesen, an diesem Empfang teilzunehmen. Ich habe natürlich für mich entschieden – das ist eine persönliche Entscheidung gewesen – aus politischen Gründen daran nicht teilzunehmen. Also hier die Niederlage des eigenen Landes zu befeiern, mit einer ehemaligen Besatzungsmacht; das ist etwas, wo ich für mich persönlich entschieden habe, auch mit der Fluchtgeschichte meines Vaters, daran nicht teilzunehmen.“

Quelle: ARD Sommerinterview (ab Minute 2:50)

Ob der 8. Mai als Tag der Befreiung oder als Tag der Niederlage gesehen werden soll, war in der jungen Bundesrepublik eine durchaus kontroverse Debatte und vor allem im konservativen politischen Lager wäre Weidels Aussage damals auf breite Unterstützung gestoßen. Revisionisten und Altnazis waren im damaligen politisch-gesellschaftlichen Gebräu aus Vertriebenenverbänden, CDU und FDP weitaus einflussreicher, als es uns die heute erzählte Geschichte weismachen will. Man sollte vor diesem Hintergrund nicht vergessen, dass der damalige Kanzler Willy Brandt, der den 8. Mai selbstverständlich als Tag der Befreiung ansah, noch in den frühen 1970ern aufgrund seiner aussöhnenden Ostpolitik aus den Reihen von CDU/CSU als „Vaterlandsverräter“ beschimpft wurde. Erst 1985 markierte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit seiner Rede zum 40. Jahrestag der Befreiung eine Zäsur im bürgerlich-konservativen Lager.

Völkerrechtlich ist es natürlich unstrittig, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg ist. Ob man diesen Tag für Deutschland als Niederlage oder Befreiung ansieht, ist jedoch keine völkerrechtliche Frage, sondern eine Frage, mit welchem Deutschland man sich identifiziert; mit dem Deutschland Willy Brandts oder mit dem Deutschland Adolf Hitlers? Mit einem „Volk der guten Nachbarn“ oder einem Volk, das nach innen wie nach außen gemordet und geschändet hat wie wohl kein anderes Volk in der Menschheitsgeschichte? Nach Weizsäckers Rede 1985 schien es so, als habe unsere Gesellschaft diese Frage beantwortet. Alice Weidels Aussagen zeigen, dass dies nicht so ist. Das ist traurig, aber angesichts des immer wieder offen zutage tretenden Geschichtsrevisionismus von Teilen der AfD auch nicht wirklich überraschend.

Wirklich traurig ist, dass Weidels Aussagen keinen Sturm der Entrüstung auslösten. Der ARD-Journalist Matthias Deiß hakte nicht einmal nach, sondern nickte andächtig und nutzte Weidels Antwort als Vorlage für eine Folgefrage, wie sie es „mit dem russischen Regime“ halte. Die Gretchen-Frage unserer Zeit. Nicht ihr Geschichtsrevisionismus zum „Hitler-Regime“, sondern ihre – aus Sicht des ARD-Journalisten – nicht deutlich genug artikulierte Abgrenzung zum „Putin-Regime“ wurde also als problematisch gesehen. Im Print-Artikel der Tagesschau zum Sommerinterview taucht das „Niederlage-Zitat“ noch nicht einmal auf. Bei der ARD hat man mit derartigen Äußerungen offenbar kein Problem. Wo sind wir nur hingekommen?

Was unterscheidet Weidels „Niederlage des eigenen Landes“ von Höckes „Denkmal der Schande“ oder Gaulands „Vogelschiss“? Es ist der antirussische Unterton. Hätte Weidel – rein hypothetisch – ihre Teilnahme an einer Siegesfeier der West-Alliierten mit der Begründung abgesagt, sie wolle die Niederlage des Landes nicht zusammen mit einer ehemaligen Besatzungsmacht befeiern, wäre der Sturm der Entrüstung wohl vorprogrammiert. So lange es aber gegen Russland geht, scheint jedoch der Weidel’sche Geschichtsrevisionismus durchaus opportun und salonfähig zu sein. Ist die AfD in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Nein. Der bellizistische anitrussische Mainstream von Medien und Politik ist bei dem Geschichtsrevisionismus der AfD angekommen. Und das ist noch schlimmer.


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Das ZDF-„Sportstudio“ steht stramm: Große Bühne für Normalisierung des Militärs


nachdenkseiten.de, 12. September 2023 um 10:00 Ein Kommentar von: Tobias Riegel

Die Regie des ZDF-Sportstudio hat am Samstag – gemeinsam mit Verteidigungsminister Pistorius und dem britischen Prinz Harry – fragwürdige Register gezogen, um die aktuelle Militarisierung der Gesellschaft normal erscheinen zu lassen, wodurch sie noch schneller vorangetrieben wird: Bei der Präsentation der „Invictus Games“ für versehrte Soldaten wurde auch hemmungslos mit Emotionen gearbeitet.


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Das ZDF-Sportstudio am Samstag war keine normale Sportsendung. Aber vielleicht gibt die Sendung einen Ausblick darauf, was künftig als normal betrachtet werden wird – wenn zugelassen wird, dass sich die Sportberichterstattung immer mehr in den Dienst einer Meinungsmache zugunsten der militaristischen „Zeitenwende“ stellt.

Die gerade in Düsseldorf eröffneten „Invictus Games“ standen im Zentrum des Sportstudios. Ziel dieses 2014 vom britischen Prinz Harry initiierten Events ist es nach eigener Aussage, „verwundeten, verletzten oder an Körper und Seele erkrankten Soldatinnen und Soldaten mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Gesellschaft zu geben“.

Dieses Ansinnen ist prinzipiell zu begrüßen, zumal versehrte, traumatisierte oder verstümmelte Soldaten oft eben nicht thematisiert werden, weil sie personifizierte Warnungen vor den Schrecken des Krieges sind. Aber die betreffende ZDF-Sendung, bei der auch zahlreiche uniformierte Soldaten im Publikum saßen, geriet trotzdem zur indirekten Weißwaschung westlicher Militärmaschinen mit emotionalen Mitteln. Dazu passt auch, was die taz in einem guten Artikel über die Finanzierung der „Invictus Games“ schreibt:

Finanziert werden sie aus dem deutschen Verteidigungsetat mit üppigen 40 Millionen Euro. Hauptsponsor der Invictus Games ist der weltweit drittgrößte Rüstungskonzern Boeing aus den USA.“

Außerdem wurde dem Bundesverteidigungsminister in der Ausgabe des Sportstudios eine unangemessene und distanzlose Bühne geboten, auf der er einmal mehr ausgiebig das kumpelhafte Gesicht des Militärischen geben durfte. Zu guter Letzt war die aufgeregte Unterwürfigkeit der Moderatoren der Sendung angesichts des „hohen Besuchs“ einfach nur zum Fremdschämen.


Kriegsmaschine oder Heldengeschichte

Innerhalb der Militärmaschinen gehören die einfachen Soldaten zu den unschuldigeren Akteuren. Oft sind sie selber Opfer der Entscheidungen von nie zur Verantwortung gezogenen Militärstrategen oder Politikern. Es ist darum zunächst nicht fragwürdig, ein eigenes Sportevent für versehrte Soldaten zu zelebrieren. Die heilende Wirkung des Sports ist real und sollte geschätzt werden. Wie gesagt, kann es auch im Sinne des Pazifismus prinzipiell verdienstvoll sein, Kriegsversehrten Raum in der Öffentlichkeit zu geben.

Aber: Die ganze pompöse und „heldenhafte“ Inszenierung der Games, zumindest wie sie nach dem Bericht des ZDF erscheint, ist eher eine Verherrlichung als eine Mahnung. Die Heroisierung von einigen willkürlich ausgewählten Soldaten/Sportlern hat auch nichts mit der wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe der Betreuung der zahllosen Kriegsversehrten und -traumatisierten zu tun.

Und warum waren unter den 21 teilnehmenden Nationen fast ausschließlich solche, die sich strategisch „dem Westen“ zurechnen? Was ist denn mit verwundeten Soldaten „gegnerischer Armeen“, etwa aus den zahlreichen von NATO-Staaten überfallenen Ländern? Durch die Auswahl der Teilnehmer wurde bei den „Invictus Games“ eben nicht prinzipiell „des versehrten Soldaten“ an sich gedacht, sondern es wurde der opferreiche Kampf für ein bestimmtes Lager zelebriert. Diese Haltung wurde indirekt auch vom Sportstudio transportiert. Die taz schreibt zum problematischen Auswahlprozess der Games:

Auf Anfrage der taz, nach welchen Kriterien die Aufnahme von Ländern erfolgt und ob es Definitionen für Militäreinsätze gibt, die dem Geist der Invictus Games widersprechen, erklärte Pressesprecher Samuel Newell, die Anträge würden von Fall zu Fall geprüft. Die Organisation entscheide nach eigenem Ermessen.“

Die Bundeswehr sei einer der maßgeblichsten Förderer des deutschen Sports, der beispielsweise bei den letzten Olympischen Winterspielen in Peking an 17 von 27 deutschen Medaillen beteiligt gewesen sei, so der Artikel weiter. Im Jahr 2021 seien für die Sportsoldaten, die sich voll und ganz auf ihre Leistungssportkarriere konzentrieren können, 46 Millionen Euro ausgegeben worden. Diese Infos sind auch in dem Zusammenhang interessant, wenn etwa russischen Sportlern eine Nähe zu ihrem Militär angelastet wird und sie wegen dieser Nähe in Mithaftung für die Politik der russischen Regierung gebracht werden sollen, was wiederum ihren Ausschluss von internationalen Sportveranstaltungen rechtfertigen soll. Wann wurde einem deutschen Sportlersoldaten jemals die Politik der jeweiligen Bundesregierung angelastet? Das wird hier nicht gefordert, es soll aber die doppelten Standards illustrieren.


„Sportstudio“ und „Zeitenwende“

Die Teilnahme an den „Invictus Games“ bedeutet den Betroffenen sicherlich viel und das soll nicht geschmälert werden. Aber meiner Meinung nach werden die versehrten Soldaten/Sportler bei dieser Veranstaltung instrumentalisiert, weil hinter ihren persönlichen Heldengeschichten mit viel emotionaler Ablenkung das reale Wirken der Kriegsmaschinen und die fragwürdigen Motive für die Kriege, in denen die Sportler verletzt wurden, verschwinden. Und wen haben wiederum die auftretenden Sportler in ihren Kämpfen verletzt?

Wer sich am Samstag ohne Zweifel hat instrumentalisieren lassen, um die abzulehnende militaristische „Zeitenwende“ mithilfe des Sports immer normaler erscheinen zu lassen, das sind die Macher des ZDF-Sportstudios.


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12.09.2023

Baerbock macht in Kiew den Steinmeier: "Ukraine verteidigt unser aller Freiheit"

freeassange.rtde.life, vom 11 Sep. 2023 14:48 Uhr

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ist zu Besuch in Kiew. Bei der Ankunft sagte sie der Ukraine weitere Unterstützung im Konflikt mit Russland zu. Für einen EU-Beitritt müsse Kiew jedoch die sieben Reformprioritäten schneller umsetzen.


Quelle: www.globallookpress.com © Jörg Blank / dpa


Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock am 11. September bei einem Umspannwerk nahe Kiew


Am Montagmorgen traf Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein. Zu Beginn ihres im Voraus nicht angekündigten Besuches kündigte die Grünen-Politikerin weitere Unterstützung für die Ukraine auf dem Weg in die Europäische Union an. Dafür müsse Kiew jedoch die Umsetzung notwendiger Reformen beschleunigen.


US-Außenminister Antony Blinken zu Besuch in Kiew





US-Außenminister Antony Blinken zu Besuch in Kiew







Baerbock betonte, dass die Menschen in der Ukraine den Glauben an ihre Zukunft nicht verlieren würden. Trotz des verheerenden Konflikts mit Russland setze das Land den bereits vor dem Krieg begonnenen Kampf gegen Korruption sowie die Justizreform fort. Das seien nur zwei Punkte von sieben Reformprioritäten, die für den EU-Beitritt der Ukraine notwendig seien. Als weitere fünf Punkte nannte Baerbock die Bekämpfung der Geldwäsche, die Umsetzung eines Anti-Oligarchen-Gesetzes, eine Mediengesetzgebung und der Minderheitenschutz. Teilweise würden diese Reformen als erfüllt angesehen.

Die Unterstützung der Ukraine durch die EU ergebe sich Baerbock zufolge daraus, dass die Ukraine mit Mut und Entschlossenheit "auch unser aller Freiheit" verteidige. Deshalb erweitere sich die EU nach Osten – als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt. Baerbock wird von ihrem Ministerium wie folgt zitiert: 

"So wie sich die Ukraine vor uns stellt, kann auch sie sich auf uns verlassen. Darauf, dass wir die Erweiterung der EU als notwendige geopolitische Konsequenz aus Russlands Krieg begreifen."

Im Rahmen ihrer Reise besuchte Baerbock ein Elektrizitäts-Umspannwerk. Dort machte sie sich mit den Bemühungen der ukrainischen Regierung bekannt, die Energieversorgung des Landes vor dem Winter zu sichern. Nach Angaben ukrainischer Behörden sei das Werk mehrfach von russischen Raketen getroffen worden. Etwa in der Neujahrsnacht habe es einen schweren Angriff mit mehreren Drohnen gegeben. Die zerstörten Teile der Einrichtung seien mittlerweile wieder aufgebaut. Die Außenministerin bezeichnete die Energiesicherheit der Ukraine als wichtigste Priorität und bekräftigte die Pläne, das EU-Energienetz mit der Ukraine noch enger zu verknüpfen.

Baerbock ist seit Februar 2022 bereits zum vierten Mal zu Besuch in Kiew. Sie kam in Kiew von Polen aus mit dem Nachtzug an. Im Bahnhof wurde sie von Deutschlands Botschafter in der Ukraine Martin Jeger empfangen.

Mehr zum Thema – Baerbock: Ukrainische Attacken auf Russland "im Einklang mit dem Völkerrecht"

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12.09.2023

Hegemon zeigt Schwäche: Washington muss sich vor "Bösewichtern" erniedrigen

freedert.online, 12 Sep. 2023 07:30 Uhr, Von Wiktorija Nikiforowa

Die ausbleibende Verurteilung Russlands in der Abschlusserklärung der G20 ist nicht nur eine Niederlage der US-Diplomatie, sondern auch ein Zeichen des Wandels der globalen Kräfteverhältnisse. Washington kann es sich immer weniger leisten, die Weltgemeinschaft zu erpressen.


Hegemon zeigt Schwäche: Washington muss sich vor "Bösewichtern" erniedrigenQuelle: AFP © Money SHARMA


Die Flaggen der teilnehmenden Staaten und Organisationen beim G20-Gipfel in Neu-Delhi am 7. September 2023.


Kaum war die Deklaration der G20 in Neu-Delhi verabschiedet, wurde in den USA Kritik daran laut. Wie kam es dazu, dass in der Abschlusserklärung – dem "Heiligen Gral" der G20 – keine Ausfälle gegen Russland vorkamen, und die Causa Ukraine nur äußerst verhalten erwähnt wird? Was taten die US-Delegaten und warum schafften sie es nicht einmal in den 200 Stunden, in denen die Ukraine-Frage besprochen wurde, Washingtons antirussische Position durchzuboxen?

In dem Dokument sind weder eine Verurteilung Russlands noch Aufrufe zum Rückzug russischer Truppen zu finden – lediglich Allgemeinplätze über die Notwendigkeit, die territoriale Integrität zu respektieren. Diese können aber durchaus auch so interpretiert werden, dass es an der Ukraine sei, Russlands territoriale Integrität in Bezug auf die Krim und die neuen Regionen zu respektieren.

US-Diplomaten versuchten, sich zu rechtfertigen: Aus ihrer Sicht sei die Deklaration "gut". Ihre britischen Kollegen entfernten sich indessen von der Realität so weit, dass sie der Zeitung Politico mitteilten, dass die Deklaration Putin zwingen werde, Truppen abzuziehen und Territorien an die Ukraine zurückzugeben. Europäische Beamte murrten, dass, wenn sie das Dokument selbst verfasst hätten, alles ganz anders gekommen wäre. Doch hier sei ein Konsens notwendig gewesen, deswegen möge das Publikum Verständnis aufbringen.


Lawrow: Westen gelang es nicht, G-20-Gipfel zu "ukrainisieren"





Lawrow: Westen gelang es nicht, G-20-Gipfel zu "ukrainisieren"


Diese lahme Rhetorik kann nicht über eine offensichtliche Tatsache hinwegtäuschen: Beim G20-Gipfel setzte sich in Bezug auf die Causa Ukraine die konsolidierte Meinung der BRICS-Mitgliedsstaaten und der sich ihnen anschließenden Vertreter des Globalen Südens durch. Gerade sie wurde in der Abschlusserklärung reflektiert.


Der kollektive Westen war gezwungen, diese Entscheidung der nichtwestlichen Mehrheit bescheiden hinzunehmen. Das ist nicht nur ein diplomatischer Sieg Russlands – auch wenn den russischen Diplomaten zweifellos Anerkennung gebührt –, sondern auch eine Widerspiegelung der realen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kräfteverhältnisse.


Vor einem Vierteljahrhundert waren die G20 als eine Art Anhängsel zu den G7 entstanden. Ende der 1990er-Jahre trieb die Weltwirtschaftskrise Milliarden Menschen in den Ländern des Globalen Südens und des postsowjetischen Raums in die Armut, während sich die G7 daran bereicherten. Da entstand die Idee, die Lösung wirtschaftlicher Probleme mit den Entwicklungsländern zu besprechen. Vorgesehen war, dass die Granden der G7 Predigten halten, während ihnen alle anderen ehrfurchtsvoll zuhören und ihre Anweisungen befolgen.


Heute vollzogen die Beziehungen innerhalb der G20 eine Wendung um 180 Grad. Die BRICS-Länder überholten die G7 im Anteil am weltweiten BIP und befinden sich wirtschaftlich, sozial und militärisch im Aufstieg. Die westlichen Staaten erleben einen Niedergang – natürlich verlieren sie damit auch diplomatische Druckmittel.


US-Journalisten machen keinen Hehl aus ihrem Ärger darüber, dass beim Gipfel in Neu-Delhi Narendra Modi das Solo spielte, während sich der US-Präsident im Hintergrund umhertrieb und nur selten zu Fototerminen erschien.


G20-Gipfel ist zu Ende: Wirtschaftsfragen standen im Vordergrund des Treffens





G20-Gipfel ist zu Ende: Wirtschaftsfragen standen im Vordergrund des Treffens






Der Großteil der beim Gipfeltreffen angenommenen Beschlüsse widerspricht offen Washingtons Interessen und vernichtet die Reste seiner Hegemonie. Die Idee, die Welthandelsorganisation zu reformieren, zielt auf die Säuberung der Organisation von US-amerikanischem Einfluss ab. Es ist schließlich undenkbar, dass eine angeblich neutrale internationale Organisation vor offenen Verletzungen des Freihandelsprinzips durch die USA und die EU die Augen verschließt.


Der neue Transportkorridor von Indien nach Europa wird die USA aus den Beziehungen zwischen der EU und Bharat zurückdrängen. Die Einladung der Afrikanischen Union zu den G20 wird es Washington nur noch weiter erschweren, seine Kontrahenten durch Boykotte und Sanktionen zu erpressen. Der ehemalige Hegemon bemühte sich so sehr, Russland und China zu Ausgestoßenen zu machen, dass er selbst begann, sich in einen Ausgestoßenen zu verwandeln, ohne es zu merken.


Journalisten der europäischen Zeitung Politico bemerkten mit verhaltener Schadenfreude, dass der US-Präsident gezwungen war, sich beim Gipfeltreffen mit den "Bösewichtern" der Weltpolitik zu unterhalten. Im liberalen Neusprech werden so der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan und der saudische Staatschef Mohammed bin Salman genannt. Zuvor war selbst Indiens Ministerpräsident bei den "Bösewichtern" eingeordnet worden: einflussreiche US-Medien bezeichneten Narendra Modi als "rechtsextremen Autokraten", und das US-Außenministerium erteilte ihm kein Visum.


Doch diese Zeiten sind vorbei. Nun muss sich der US-Präsident bei den "Bösewichtern" einschmeicheln. Europäische Beobachter machten das Publikum darauf aufmerksam, dass Biden, der sich zuvor geweigert hatte, Mohammed bin Salman die Hand zu geben (vor einem Jahr stießen sie bei einem Treffen nur die Fäuste zusammen), in Neu-Delhi gezwungen war, dem saudischen Prinzen öffentlich die Hand zu schütteln. Und dass es Narendra Modi selbst war, der als Gastgeber diesen Handschlag besiegelte.


Sanktionskampagne gegen Russland offenbart wachsende Spaltung innerhalb der G-20-Gruppe





Sanktionskampagne gegen Russland offenbart wachsende Spaltung innerhalb der G-20-Gruppe





Dabei beehrten die beiden schlimmsten "Bösewichter" der Gegenwart – Wladimir Putin und Xi Jinping – den Gipfel nicht einmal durch ihre Abwesenheit. Doch selbst in Bezug auf sie erklang keinerlei Kritik. Der US-Präsident vergaß scheinbar alle seine Drohungen und Beleidigungen und benahm sich überraschend friedlich. Er kommentierte nicht einmal die am Rande des Gipfels kursierenden Gerüchte darüber, dass Chinas Regierung die Durchführung des G20-Gipfels im Jahr 2026 in den USA nicht begrüße.


In Bezug auf den chinesischen Staatschef gelang es, aus Biden gerade einmal drei Worte herauszupressen. "Es wäre nett", sagte er und meinte dabei, dass er sich freuen würde, wenn Xi Jinping zum Gipfel in Neu-Delhi erscheinen könnte. Das war's – keine langen Reden über die angebliche "Unterdrückung der Uiguren", keine Provokationen in Bezug auf Taiwan.


Bidens Berater Jake Sullivan antwortete indessen schroff auf die Fragen der Journalisten, warum er beim Staatschef von Indien keine Einsprüche zu Themen des Rechtsschutzes erhebe, dass er am Gipfel nicht dazu teilnehme, um "Strafzettel zu verteilen".


Doch gerade das taten die US-Beamten jahrzehntelang auf der internationalen Bühne – sie verteilten Strafzettel an ungehorsame Länder, warfen unabhängigen Staatschefs alle möglichen Sünden vor und erpressten mithilfe ihrer gezähmten Medien und Nichtregierungsorganisationen jeden souveränen Politiker. In Neu-Delhi ging diese Maschinerie der Abschreckung zu Bruch, und zwar vor aller Augen. Selbst Washingtons europäische Vasallen kamen nicht umhin zu bemerken, dass der Hegemon Schwäche zeigte. Vermutlich werden sie ihre Schlüsse daraus ziehen.


Übersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei RIA Nowosti.

Mehr zum ThemaDie glanzvollen Jahre der G20 sind vorbei

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12.09.2023

Der Indien-Europa-Korridor   Berlin, Brüssel und Washington planen Verkehrskorridor aus Europa über Mittelost bis nach Indien. Das Projekt soll mit der Neuen Seidenstraße rivalisieren und Indien enger an den Westen binden.

german-foreign-policy.com, 12. September 2023

BRÜSSEL/WASHINGTON/NEW DELHI (Eigener Bericht) – Deutschland beteiligt sich an Plänen zum Aufbau eines Transportkorridors bis nach Indien und kooperiert dabei mit der EU und den USA. Wie Washington, Brüssel, Berlin und die Regierungen weiterer Staaten am Rande des G20-Gipfels in New Delhi beschlossen haben, soll ein India-Middle East-Europe Economic Corridor (IMEC) Europa und Südasien verbinden. Bestehen soll er aus einer Kombination aus Bahn- und Schiffstransport. Zudem ist der Bau von Unterseekabeln geplant; auch die Lieferung grünen Wasserstoffs aus Israel nach Europa ist vorgesehen. Das Projekt ist als Konkurrenzvorhaben zu Chinas Neuer Seidenstraße konzipiert. Außerdem soll es New Delhi stärker an die EU binden, um es leichter gegen Beijing in Stellung bringen zu können. Der IMEC ist das vierte Großprojekt auf dem Feld der Infrastruktur, das EU und USA bislang gestartet haben, um die Neue Seidenstraße zu schwächen. Zwei gelten als gescheitert, eines („Global Gateway“) kommt eher schlecht als recht voran. Dabei ist der Investitionsbedarf auf dem Infrastruktursektor weltweit hoch und lässt Raum für chinesische und transatlantische Vorhaben in beliebiger Höhe – nebeneinander und zur gleichen Zeit.


BRÜSSEL/WASHINGTON/NEW DELHI (Eigener Bericht) – Deutschland beteiligt sich an Plänen zum Aufbau eines Transportkorridors bis nach Indien und kooperiert dabei mit der EU und den USA. Wie Washington, Brüssel, Berlin und die Regierungen weiterer Staaten am Rande des G20-Gipfels in New Delhi beschlossen haben, soll ein India-Middle East-Europe Economic Corridor (IMEC) Europa und Südasien verbinden. Bestehen soll er aus einer Kombination aus Bahn- und Schiffstransport. Zudem ist der Bau von Unterseekabeln geplant; auch die Lieferung grünen Wasserstoffs aus Israel nach Europa ist vorgesehen. Das Projekt ist als Konkurrenzvorhaben zu Chinas Neuer Seidenstraße konzipiert. Außerdem soll es New Delhi stärker an die EU binden, um es leichter gegen Beijing in Stellung bringen zu können. Der IMEC ist das vierte Großprojekt auf dem Feld der Infrastruktur, das EU und USA bislang gestartet haben, um die Neue Seidenstraße zu schwächen. Zwei gelten als gescheitert, eines („Global Gateway“) kommt eher schlecht als recht voran. Dabei ist der Investitionsbedarf auf dem Infrastruktursektor weltweit hoch und lässt Raum für chinesische und transatlantische Vorhaben in beliebiger Höhe – nebeneinander und zur gleichen Zeit.


Zitat: Investitionslücke in der Infrastruktur

Der globale Bedarf an Investitionen in die Verkehrs-, Energie- oder Telekominfrastruktur ist immens. Im Westen, so in den USA oder in Deutschland, werden beispielsweiseTeile der Verkehrsinfrastuktur, darunter Straßen und Brücken, marode und müssen in nächster Zukunft erneuert werden. In Entwicklungs- und auch in den meisten Schwellenländern fehlt es immer noch an allerlei Infrastruktur; auf dem afrikanischen Kontinent etwa sind die Verkehrswege aus dem Landesinneren mit seinen Rohstofflagerstätten zu den Häfen mittlerweile oft gut ausgebaut, während die Verbindungen zwischen den afrikanischen Staaten in vielen Fällen noch recht rudimentär sind. Laut dem Global Infrastructure Hub, einer im Jahr 2014 von den G20 gegründeten Organisation, ist bis zum Jahr 2040 weltweit mit einer Investitionslücke im Infrastrukturbau von rund 15 Billionen US-Dollar zu rechnen, davon 6,5 Billionen in Nord- und Südamerika, 4,8 Billionen US-Dollar in Asien sowie Ozeanien, 2 Billionen US-Dollar in Europa und 1,7 Billionen US-Dollar in Afrika.[1] Einige Staaten und Staatengruppen haben bereits umfangreiche Investitionsprogramme aufgelegt, so die USA mit dem Infrastructure Investment and Jobs Act (1,2 Billionen US-Dollar) oder die EU mit NextGenerationEU (800 Milliarden US-Dollar).


Die Neue Seidenstraße und ihre Rivalen

Die Infrastruktur in den Schwellen- und Entwicklungsländern wird seit 2013 von China im Rahmen der Neuen Seidenstraße (Belt and Road Initiative, BRI) systematisch ausgebaut. Die Transportkorridore, die dabei vorrangig gestärkt wurden, waren zunächst die Verkehrswege zu Land und zu See aus China in Richtung Westen. Mittlerweile werden aber auch andere Routen sowie weitere Infrastrukturprojekte abseits der klassischen Ost-West-Verbindungen gefördert. Im BRI-Rahmen hat Beijing inzwischen Berichten zufolge mindestens eine Billion US-Dollar investiert.[2] Weil das weniger westlichen als vielmehr chinesischen Konzernen nutzt und außerdem die internationale Position der Volksrepublik stärkt, haben die westlichen Staaten begonnen, Konkurrenzprogramme aufzulegen. Die EU startete im September 2018 mit einer sogenannten EU-Asien-Konnektivitätsstrategie. Das Vorhaben gilt allerdings bereits seit Jahren als umfassend gescheitert.[3] Die Vereinigten Staaten folgten im Juni 2021 mit einem weiteren global angelegten Infrastrukturprogramm (Build Back Better World, B3W); auch dieses kommt allerdings nicht so recht von der Stelle. Im Juni 2022 hieß es, es seien erst Projekte im Wert von sechs Millionen Euro auf den Weg gebracht worden.[4] Anfang 2023 urteilten Beobachter, B3W sei faktisch „tot“.[5]


Global Gateway

Aktuell treibt die EU ihr jüngstes Infrastrukturprogramm voran, das sie Ende 2021 unter der Bezeichnung Global Gateway auf den Weg gebracht hat. Auch dieses kommt nicht so schnell von der Stelle, wie Brüssel es wünscht. Ein Jahr nach dem Start des Programms monierten Beobachter, bisher seien vor allem längst bestehende entwicklungspolitische Maßnahmen mit dem Etikett „Global Gateway“ versehen worden; manche prangerten das Vorhaben als einen „Milliardenbluff“ an.[6] Seither ist in Brüssel eine ganze Reihe weiterer Projekte initiiert worden; neben einigen Vorhaben zur Verbesserung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur [7] handelt es sich insbesondere um Initiativen, die den Zugriff der EU auf zentrale Rohstoffe der Energiewende stärken sollen – von Lithium bis hin zu grünem Wasserstoff [8]. Faktisch handelt es sich bei Global Gateway also zu großen Teilen um ein Programm zur Deckung des europäischen Rohstoffbedarfs. Zwar rühmt sich die EU-Kommission, von den 87 sogenannten Leuchtturmprojekten zum Ausbau der Infrastruktur, die bis August 2023 auf den Weg gebracht worden seien, habe man 44 auf dem afrikanischen Kontinent angesiedelt.[9] Allerdings geschieht das zu einer Zeit, zu der diverse Staaten Afrikas ihren Schwerpunkt vom Ausbau ihrer Infrastruktur zu ihrer Industrialisierung zu verschieben beginnen. Am Rande des BRICS-Gipfels im August in Johannesburg berichtete ein Regierungsmitarbeiter aus Beijing, die Volksrepublik werde von afrikanischen Staaten heute vor allem um Unterstützung bei Maßnahmen zur Industrialisierung gebeten, weniger in der Infrastruktur.[10]


Der India-Middle East-Europe Economic Corridor (IMEC)

Am Rande des G20-Gipfels haben die USA und die EU ihre nächste Infrastrukturinitiative gestartet: den India-Middle East-Europe Economic Corridor (IMEC). Beteiligt sind außer den Vereinigten Staaten sowie der EU gesondert Deutschland, Frankreich und Italien, daneben Indien, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Vorgesehen ist, einen Transportkorridor aus Indien über den Mittleren Osten nach Europa zu schaffen. Ein erster, östlicher Teil soll Indien auf dem Seeweg mit der Arabischen Halbinsel verbinden; ein zweiter, nördlicher Teil soll aus den Ländern der Arabischen Halbinsel nach Europa führen; für den zweiten Strang ist die Einbindung Jordaniens und Israels geplant.[11] Konzipiert ist eine Route, die Bahn- und Schiffstransport verbindet, also etwa die Verschiffung per Eisenbahn transportierter Waren zwischen indischen und arabischen Häfen umfasst. Ergänzend sollen Unterseekabel zur Strom- und Datenübertragung gelegt werden; auch ist die Lieferung von grünem Wasserstoff aus Israel nach Europa geplant. Laut US-Regierungskreisen sollen innerhalb von 60 Tagen Arbeitsgruppen zusammengestellt werden, die konkrete Pläne ausarbeiten sowie Fristen festlegen. Die Finanzierung ist noch vollkommen unklar; Riad wolle, heißt es, womöglich bis zu 20 Milliarden US-Dollar bereitstellen.[12]


Mehrere Eisen im Feuer

Das politische Ziel der IMEC-Initiative besteht nicht nur darin, einen Transportkorridor zu errichten, der mit Chinas BRI konkurriert, sondern auch darin, Indien auf unabhängigem Weg an die EU anzubinden; das soll helfen, New Delhi gegen Beijing in Stellung zu bringen. Der Plan wird dadurch erleichtert, dass Indien einer der kaum 50 Staaten weltweit ist, die nicht an der BRI teilnehmen und damit inzwischen in eine gewisse Isolation geraten sind; New Delhi kommt Unterstützung bei Infrastrukturmaßnahmen deshalb zupass. Andererseits arbeiten Indien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate künftig im BRICS-Rahmen enger zusammen; ein Ausbau des Transportkorridors zwischen den drei Ländern stärkt damit auch die BRICS-Kooperation. Davon abgesehen muss sich erst noch zeigen, ob die IMEC-Pläne realisiert werden können – und welches Gewicht ihnen letzten Endes zukommt. Indien baut seine Infrastruktur zwar nicht im Rahmen der BRI, dafür längst aber mit Krediten der New Development Bank (NDB, „BRICS-Bank“) aus. IMEC-Infrastrukturvorhaben sind deshalb für New Delhi nur eines von mehreren Eisen, die es im Feuer hat.

 

[1] Edda Schlager: Globaler Infrastrukturbedarf treibt Auslandsbau an. gtai.de 30.06.2023.

[2] James McBride, Noah Berman, Andrew Chatzky: China’s Massive Belt and Road Initiative. cfr.org 02.02.2023.

[3] S. dazu Die Anti-Seidenstraße und Die Anti-Seidenstraße (II).

[4] Charles Kenny, Scott Morris: America Shouldn’t Copy China’s Belt and Road Initiative. foreignaffairs.com 22.06.2023.

[5] F. M. Shakil: Dead on arrival: The west’s B3W initiative to rival China’s BRI. thecradle.co 25.01.2023.

[6] S. dazu Die Anti-Seidenstraße (II).

[7] S. dazu Wertebasierte Infrastruktur.

[8] S. dazu Die Lateinamerika-Offensive der EU (II).

[9] Fact Sheet: Global Gateway: EU investiert weltweit in nachhaltige Infrastruktur. Bonn, August 2023.

[10] China says African countries want industrialisation over infrastructure. tbsnews.net 23.08.2023.

[11] Memorandum of Understanding on the Principles of an India – Middle East – Europa Economic Corridor. whitehouse.gov 09.11.2023.

[12] Aamer Madhani, Josh Boak: Biden, Modi and G20 allies unveil rail and shipping project linking India to Middle East and Europe. apnews.com 10.09.2023.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9342


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12.09.2023

Green Deal wackelt, Deutschland bremst – und das Parlament soll größer werden

lostineu.eu, 12. September 2023

Die Watchlist EUropa vom 12. September 2023 –

Es wird einsam um die deutsche EU-Chefin Ursula von der Leyen. Ihre beiden wichtigsten Stützen – der niederländische Klimakommissar Frans Timmermans und die dänische Wettbewerbskommissarin Margrete Vestager – haben der EU-Kommission vorzeitig den Rücken gekehrt.

Beide galten als politische Schwergewichte, beide haben wichtige EU-Gesetze auf den Weg gebracht. Doch vor allem Timmermans hinterlässt ein schwieriges Erbe.

Der „European Green Deal“, den der prominente Sozialdemokrat verantwortet hat, soll Europa bis 2050 klimaneutral machen. Timmermans umfangreiches Gesetzeswerk wird die EU also noch Jahre nach seinem Abgang nach Den Haag beschäftigen, wo er bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Herbst antritt.

Kein Grund zur Sorge, beteuert der „Klimazar“: Die meisten EU-Gesetze seien unter Dach und Fach, der Green Deal bereits irreversibel.

Doch so einfach ist es nicht. Trotz der beispiellosen EU-Gesetzgebung steigen die kritischen CO2-Emissionen weiter an. Deutschland wird wohl sogar seine Klimaziele für 2030 und 2045 verfehlen.

Zudem zeichnet sich ab, dass das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens kaum noch zu erreichen ist. Waldbrände in Griechenland, Dürren in Frankreich und Überschwemmungen in Spanien zeigen, was Europa droht.

Der Green Deal zeigt noch keine nachhaltige Wirkung. Gleichzeitig bröckelt der politische Konsens, auf den Timmermans und von der Leyen sich bei ihrem gemeinsamen Start 2019 stützen konnten.

Damals wurden sie von den „Fridays for Future“ und der jungen Klimabewegung getrieben. Heute kommt der Backlash – in Gestalt einer konservativen und nationalen Revolte und massiven Brems- und Ausweichmanövern aus der Industrie.

Doch von der Leyen schweigt. Statt ihre konservativen Parteifreunde zur Ordnung zu rufen, weicht sie den „Green Deal“ nach und nach auf – natürlich im Sinne der (deutschen) Industrie…

Dieser Beitrag erschien unter dem Titel „Scheitert der Green Deal?“ zuerst im „Makroskop“. Die vollständige Fassung steht hier (Paywall)

News & Updates

  • Deutschland wird zur Wachstumsbremse. Die EU-Kommission hat sich lange geweigert, die Krise der deutschen Wirtschaft anzuerkennen. Doch nun sieht auch Brüssel das größte EU-Land auf Schrumpfkurs. Das trifft ganz EUropa. – Mehr hier (Blog)
  • EU erlaubt keine Koffer aus Russland. Russische Touristen dürfen keine privaten Autos nach Europa einführen, stellt die EU-Kommission klar. Private Smartphones, Laptops und Kosmetik sind auch von Sanktionen betroffen, berichtet die „Berliner Zeitung“
  • Deutsche und französische Helfer müssen draußen bleiben. Marokko ist von einem schweren Erdbeben mit fast 3.000 Toten heimgesucht worden. Doch das nordafrikanische Land lässt längst nicht alle Helfer ins Land. Während die spanischen und britischen Hilfsorganisationen zum Einsatz kamen, mussten die deutschen und die französischen draußen bleiben. – Mehr hier (Web.de)

Das Letzte

Das Europaparlament soll größer werden. Der Ausschuss für konstitutionelle Fragen hat grünes Licht für eine Vergrößerung von bisher 705 auf 720 Sitze gegeben. Die Entscheidung muss noch in einer für Mittwoch angesetzten Abstimmung bestätigt werden.Von den 15 zusätzlichen Sitzen sollen jeweils zwei an Frankreich, Spanien und die Niederlande gehen. Österreich, Dänemark, Belgien, Polen, Finnland, die Slowakei, Irland, Slowenien und Lettland sollen je einen weiteren Sitz erhalten. Deutschland , das mit 96 Vertretern die meisten Abgeordneten stellt, geht leer aus.

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2 Comments

  1. Arthur Dent
    12. September 2023 @ 08:57

    Blackrock (federführend beim Green Deal) bewahrt die Schöpfung und rettet nachhaltig die Welt mit Big Data, KI, Digitalisierung und dergleichen mehr – wer soll das glauben? Der Green Deal ist kein sanfter Kapitalismus, er gräbt die Welt nach neuen Rohstoffen zusätzlich um. Es müssten weltweit jährlich 37 Gigatonnen CO2 eingespart werden, die komplette EU schafft idealerweise bei größtmöglicher Anstrengung und irren Investitionskosten vielleicht 4 – 6 Gigatonnen, wer macht den Rest? Bei den Brics-Staaten hat Klimaschutz nicht den Stellenwert, die werden nicht aufhören Kohle und Öl zu verfeuern, das ist für die lebenswichtig – in Indien boomt die Kohle. Und Afrika hat noch nicht mal angefangen. Für die Afrikaner sind Russland und China Vorbilder. Russland ist Schutzmacht vor den ehemaligen europäischen Kolonialherren, China war nach 1945 ein bettelarmes Land und hat einen grandiosen wirtschaftlichen Aufstieg hingelegt – praktisch erst nach Maos Tod 1976.
    Wenn Deutschland seine eigenen Klimaschutz-Ziele erreicht, sind dann Ereignisse wie die Ahrtal-Flut, Stürme wie Kyrill und Ela ausgeschlossen? Wird das CO2 an unseren Grenzen haltmachen? Klimawandel ist mittlerweile eine bequeme Standardbegründung für jedes Ungemach. Zu heiß, zu kalt, zu nass, zu trocken, zuviel oder zu wenig Schnee, die schlechte Ernte… stets ist es der Klimawandel. Das ist dann keine Wissenschaft, sondern Voodoo. Und um den Klimawandel einzuhegen, gilt es Verzicht zu üben… das ist magisches Denken.
    Ziel des Klimaschutzes ist die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf einen politisch festgelegten Referenzwert. Dieser stellt dann das Idealklima dar, von dem tunlichst nicht abgewichen werden soll. Wir haben kein Welteinheitsklima, wir leben in verschiedenen Klimazonen von polar bis tropisch. Ob eine Erwärmung sich positiv oder negativ auswirkt, dem müsste eigentlich immer eine eigene wissenschaftliche Fragestellung vorangestellt werden. Und ob die Maßnahmen, die wir ergreifen überhaupt geeignet sind, die vorgegebenen Ziele zu erreichen, die Frage stellt auch kaum jemand.

Reply

  • Thomas Damrau
    12. September 2023 @ 07:55

    Ein Parlament, das wenig Einfluss hat, vergrößern …….. ???
    Was ist die Begründung für diese Maßnahme?

    Hoffentlich nicht, dass wieder einige verdiente Alt-Politiker ein Gnadenbrot brauchen.


  • Info: https://lostineu.eu/timmermans-schweres-erbe


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Selenskyj und Kuleba drohen Deutschland und der EU


    lostineu.eu, vom 11. September 2023

    EUropa ist bereits der größte Hilfsgeber für die Ukraine. Doch Kiew will mehr – und versucht es mit mehr oder weniger verhüllten Drohungen.

    Besonders deutlich wird Präsident Selenskyj. In einem Interview mit dem „Economist“ warnt er vor „Risiken“ in Europas „eigenem Hinterhof“, falls die EU nicht endlich mehr Waffen schickt und der Ukraine zum „Sieg“ verhilft.

    Die ukrainischen Kriegsflüchtlinge könnten sauer werden, wenn sie „in die Enge getrieben“ werden, warnt bzw. droht er. Zitat:

    Curtailing aid to Ukraine will only prolong the war, Mr Zelensky argues. And it would create risks for the West in its own backyard. There is no way of predicting how the millions of Ukrainian refugees in European countries would react to their country being abandoned. Ukrainians have generally “behaved well” and are “very grateful” to those who sheltered them. They will not forget that generosity. But it would not be a “good story” for Europe if it were to “drive these people into a corner”.


    Die Kürzung der Hilfe für die Ukraine würde den Krieg nur verlängern, argumentiert Zelensky. Und es würde den Westen in seinem eigenen Hinterhof in Gefahr bringen. Es lässt sich nicht vorhersagen, wie die Millionen ukrainischer Flüchtlinge in europäischen Ländern darauf reagieren würden, dass ihr Land im Stich gelassen wird. Die Ukrainer haben sich im Allgemeinen "gut benommen" und sind denen, die sie aufgenommen haben, "sehr dankbar". Sie werden diese Großzügigkeit nicht vergessen. Es wäre jedoch keine "gute Geschichte" für Europa, wenn es diese Menschen "in die Enge treiben" würde.

    Interview im Economist

    Den Druck erhöht auch Außenminister Kuleba. Bei einem Besuch seiner deutschen Amtskollegin Baerbock forderte er fast schon ultimativ die Lieferung deutscher „Taurus“-Marschflugkörper.

     „Ihr werdet es sowieso tun“, sagte Kuleba. „Es ist nur eine Frage der Zeit, und ich verstehe nicht, warum wir Zeit verschwenden.“ Dies koste nur unnötige Opfer der ukrainischen Soldaten.

    Was soll man davon halten? Nun, offenbar liegen in Kiew die Nerven blank. Denn die Gegenoffensive stockt weiter, der Ukraine läuft die Zeit davon – und langsam gehen dem Land sogar die Soldaten aus.

    Das letzte Aufgebot

    Deswegen werden bereits bisher Ausgemusterte, Kranke und Alte einberufen. Sogar im EU-Ausland will die Ukraine offenbar Soldaten rekrutieren – es wäre wohl das letzte Aufgebot...

    Allerdings ist die zunehmend kritische Lage kein Grund, Deutschland und der EU zu drohen. Es wird höchste Zeit, dass sich Baerbock & Co. wehren und Selenskyj und Kuleba die Grenzen aufzeigen!

    Schließlich liegt EUropa bei der Ukraine-Hilfe bereits vor den USA

    P. S. Deutschland hat nun sogar Brigadegeneral Christian Freuding, Leiter des Planungs- und Führungsstabs im Bundesverteidigungsministerium, zur Kriegsplanung nach Kiew geschickt. Dies berichtet die „Süddeutsche“. Wir stecken knietief im Sumpf…

    10 Comments

    1. Katla
      12. September 2023 @ 12:50

      Womit droht Selenskyj da eigentlich? Man wüsste nicht, wie die Millionen ukrainischen Flüchtlinge im Westen reagieren würden… je öfter ich es lese, droht er etwa, im Erdogan- oder Lukaschenka-Manier eine Destabilisierung Deutschlands und gesellschaftliche Spannungen durch ggf. unzufriedene, wütende oder gar gewaltbereite Flüchtlinge an? Das wäre ungeheuerlich, aber dann sollten wir uns einfach entspannt zurücklehnen. Sollte das wirklich die implizite Drohung sein und sollten sich die hier durchfinanzierten ukrainischen Flüchtlinge dafür instrumentalisieren lassen, ist der Krieg in der Ukraine in 2 Stunden vorbei. Denn keine Regierung der Welt würde seiner Bevölkerung vermitteln können, dass man auch noch dafür Verständnis aufbringen müsse. Ende der Unterstützung, Ende des Krieges.

    Reply

  • Holger Jeltsch
    12. September 2023 @ 12:32

    Dieses Unverhalten kann doch niemanden überraschen, der einigermaßen aufmerksam und kritisch bisher war. Jeder kann – wenn er denn möchte – wissen, mit
    wem es unsere Ampel und damit leider auch wir zu tun haben.

    Reply

  • Arthur Dent
    12. September 2023 @ 11:07

    @B. Weber
    Mag sein, dass Olaf ganz freiwillig in diesem Umfang die Ukraine unterstützt, vielleicht aber auch nicht. Hinter den Kulissen wird außenpolitisch gedroht und erpresst – auch unter „Freunden“. Trump hat Deutschland mit Sanktionen überzogen für NS2, hat deutsche Waren mit Zöllen belegt. Biden würde nicht zögern, dasselbe zu tun, wenn Deutschland nicht in der Spur läuft. Deutschland ist militärisch nicht gut aufgestellt, sich notfalls auch gegen Verbündete zu wehren. Mit der Türkei kann man nicht so umspringen.

    Reply

  • B. Weber
    12. September 2023 @ 09:09

    Und man glaubt hier tatsächlich, daß der Schwanz Ukraine mit dem Hund NATO wackelt ?
    „Was wollen sich unsere Knallchargen da oben … noch alles gefallen lassen?“ // „Der [Melnyk] hat in schönster Öffentlichkeit stets in unverschämter Weise Forderungen gestellt, ohne irgend eine Gegenleistung anzubieten“ // „Olaf hat gerade einen ziemlichen Bullshit-Job. Er kann sich nicht einfach wehren.“ Irgendwie scheint hier vergessen (?) worden zu sein, daß der NATO-Westen die NATO-Osterweiterung wollte und noch immer will. Daß Merkel und EU-„Knallchargen da oben“ das Minsker-Abkommen zur Aufrüstung der Ukraine abgeschlossen haben. Daß die „Knallchargen da oben“ unter Führung von „Führung bestellt“- Führer „Olaf“ es als ihren „Bullshit-Job“ betrachten, „Russland zu ruinieren“ (Baerbock). Hat einer der angeblich wehrlos von der Ukraine getriebenen „Knallchargen da oben“ auch nur erkennen lassen, daß er alles andere ist, als ein Kriegstreiber ? Die NATO hat die Ukraine seit 2014 nicht von den Angriffen auf den „russischen“ Osten abgehalten, sondern aufgerüstet und Versprechungen gemacht, um das Land gegen Russland zu instrumentalisieren. Jetzt fordert die Ukraine zu Recht „irgend eine Gegenleistung“ dafür ein, daß sie ihre nationalistisch verhetzte Jugend hat sterben lassen und nun „alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Jugendliche, Alte, Kranke, Frauen……“ rekrutiert. Bloß weil der Westen sich bezüglich der Wirkung von bisher weitgehend gegen kaputtgebombte Kleinstaaten angewendeten „Sanktionen“ verschätzt hat, wie Baerbock in „Pippi Langstrumpf“-Art jüngst eingestehen mußte (https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/annalena-baerbock-ploetzlich-ernuechtert-russland-sanktionen-wirken-nicht-li.381932), zieht sich der vergeigte Blitzkrieg länger hin, als geplant. Wenn Baerbock von „rationalen Maßnahmen, die man zwischen zivilisierten Regierungen trifft“ schwadroniert, dann meinte sie wohl, sich schleunigst wehrlos vor der USA-NATO-Übermacht zurückzuziehen. Aber Russland ist eine sehr wehrhafte Atommacht, der man zwar propagandistisch alle „bösen“ Schandtaten zutraut, selbst jetzt noch aus der verfahrenen Stellungskriegssituation heraus Westeuropa anzugreifen und zu unterwerfen, aber bloß nicht, seine Atomwaffen irgendwann als letztes Mittel einzusetzen. Nur davor schreckt die „wehrlose“ „Knallcharge“ „Olaf“ bisher noch „zögerlich“ zurück. Die Ukraine fordert lediglich „unverschämt“ ein, was die NATO-„Knallchargen“ ihr unverschämterweise auf Kosten der von Putin und Selenski an die Front gejagten Soldaten und der unter den zurückschlagenden Sanktionen (Energiepreise, Inflation, Kapitalflucht) leidenden Westeuropäer in Aussicht gestellt haben, ohne die betroffenen Opfer in Ost und West vorher zu fragen: „Egal, was meine Wähler denken“ (Baerbock). Und „Olafs“ getriebene SPD, steht seit 1914 in der Tradition bewilligter „Kriegskredite“.

    Reply

    • WBD
      12. September 2023 @ 11:33

      @B.Weber: Schöne ‚Breitseite‘, nett gespickt mit Zitaten – da ziehe ich den Hut, und schliesse mich zu 100% an!

      Reply

  • CV
    12. September 2023 @ 08:52

    Bärbock sollte sich wehren?
    Sie eine glühende Verteidigerin der Kiewer Nazimafia und wird bis zum bitteren Ende unser Land von denen aussaugen lassen.

    Reply

  • KK
    11. September 2023 @ 21:55

    Was wollen sich unsere Knallchargen da oben von dieser mafiösen Gangsterclique – anders kann man sie nach dieser unverblümten Drohung nicht bezeichnen – eigentlich noch alles gefallen lassen?

    Reply

  • umbhaki
    11. September 2023 @ 21:48

    Die ukrainischen Offiziellen wissen sehr gut was sie tun. Es hat doch immer funktioniert, der allseits beliebte Hochleistungsdiplomat Andrij Melnyk hat es doch lange genug vorgemacht:

    Der hat in schönster Öffentlichkeit stets in unverschämter Weise Forderungen gestellt, ohne irgend eine Gegenleistung anzubieten, und er hat gleichzeitig etliche deutsche hohe Politiker derbe beleidigt. Dafür wurde er dann in jeder Zeitung lobend erwähnt und zitiert und lungerte in sämtlichen Laberschauen des deutschen Buntfernsehens herum, wo er wiederum seine unverschämten Forderungen und Beleidigungen zum Besten gab – mit wohlwollender Unterstützung der dabei anwesenden „Journalisten“ und „Politiker“.
    Das Ergebnis solchen Tuns war regelmäßig, dass seinen Forderungen nachgekommen wurde.

    Zeitgleich wurde von allerlei wichtigen „Politikern“ die gesamte Entspannungspolitik seit Willy Brandt als großer Irrtum entsorgt – an vorderster Front wie gewohnt die Vertreter der historischen Verräterpartei.

    Dass Selenskyj und Kuleba mit genau derselben Masche weitermachen ist doch nur logisch: Sie führt ja seit gut anderthalb Jahren stets zum Erfolg bei unseren „Politikern“ in Deutschland und der EU.

    Reply

  • Spuck
    11. September 2023 @ 21:03

    „Dies koste nur unnötige Opfer der ukrainischen Soldaten.“
    Richtig. Kiew rekrutiert ja bereits alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
    Jugendliche, Alte, Kranke, Frauen……

    Deutschland sollte endlich Kernwaffen liefern. Dann kann Kiew sein letztes Gebot abgeben………

    Reply

  • Arthur Dent
    11. September 2023 @ 19:59

    Olaf hat gerade einen ziemlichen Bullshit-Job. Er kann sich nicht einfach wehren. Deutschland hat gerade keine Rückendeckung von der Biden-Administration. Für Deutschland gilt immer noch die Feinndstastklausel, ist noch nicht offiziell gestrichen. Deutschland müht sich schon seit langem um einen Sitz im Sicherheitsrat. Da ist viel diplomatische Seiltänzerei gefragt. Und zu guter Letzt: Die Ukraine hat offiziell keine für Taurusbewaffnung kompatiblen Kampfjets westlicher Bauart. Wenn nun Taurus-Marschflugkörper in Russland einschlagen ohne das die Ukraine über die nötigen Jets verfügt, wie sind die wohl dahingekommen? Es könnte sein, dass Frau Baerbock letztendlich doch recht hatte mit ihrer Behauptung: Wir befinden uns im Krieg mit Russland. Allerdings ohne von Russland angegriffen worden zu sein. Deutschland stünde dann unter Verdacht….


  • Info:https://lostineu.eu/selenskyj-und-kuleba-drohen-deutschland-und-der-eu


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    12.09.2023

    Podcast Future Economies
    Hält Sustainable Finance, was es verspricht?

    makronom.de, vom 11. Seprember 2023, Interview: Henrike Adamsen & Victoria Hünewaldt

    Ein Gespräch mit Elsa Egerer über die Kompatibilität von Klimaschutz und Profitorientierung, die konkreten Wirkungskanäle von Sustainable Finance und das Verantwortungsbewusstsein der Finanzmärkte.


    Future Economies ist ein Podcast, der sich mit dem Wechselspiel aus Wirtschaft und Klimawandel beschäftigt. In der neuesten Folge haben Henrike Adamsen und Victoria Hünewaldt mit Elsa Egerer gesprochen, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung arbeitet. In dem Gespräch ging es um die Frage, inwiefern Sustainable Finance tatsächlich das Finanzierungsproblem der sozial-ökologischen Transformation lösen kann. Im Folgenden lesen sie einen Auszug aus der Sendung. Den Podcast in voller Länge können Sie hier anhören oder über den Player am Ende des Beitrags.

    Frau Egerer, Unternehmen fragen mittlerweile mehr Kredite nach, um in Nachhaltigkeit zu investieren. Banken werden strikter bei der Vergabe von Krediten an Unternehmen, die überdurchschnittlich zum Klimawandel beitragen. Wirkt Sustainable Finance schon?

    Elsa Egerer: Ja, das wirkt auf jeden Fall. Die Frage ist natürlich: „Woher kommt die treibende Kraft?“ Kommt sie aus Sustainable Finance, aus den Maßnahmen, die ergriffen wurden? Oder ist der Treiber, dass sich die Akteur*innen stärker des Klimawandels bewusst werden? Das ist natürlich schwierig im Nachhinein festzustellen.  Aber grundsätzlich ist es schon so, dass verschiedene Veröffentlichungspflichten dazu beitragen, dass diese Daten erst einmal erhoben werden müssen und so das Klimabewusstsein gestärkt wird. Daher würde ich schon sagen, dass Sustainable Finance wirkt.

    Über welche Kanäle wirkt Sustainable Finance denn?

    Es gibt ganz viele Wirkungskanäle, die man sich anschauen kann. Was mich interessiert, ist der Wirkungskanal „Transformationsfinanzierung“. Ich würde das gerne am Beispiel von Green Bonds verdeutlichen. Ein Green Bond ist eine Anleihe, die handelbar ist und später weiterverkauft werden kann. Mit dieser Anleihe geht das Versprechen einher, dass das Geld, das eingesammelt wird, dann für nachhaltige bzw. grüne Projekte ausgegeben wird. Da kann man sich erst einmal fragen: „Führt das dazu, dass von staatlicher Seite mehr Geld ausgegeben werden kann? Können dadurch zusätzliche Gelder generiert werden?“ Und da die öffentliche Hand an das Haushaltsrecht gebunden ist, heißt das, dass nicht notwendigerweise mehr Geld fließt. Natürlich kann man sich fragen, ob dann tendenziell mehr Geld in die grünen Bereiche fließt.

    Die nächste Frage wäre: „Werden die Finanzierungskosten gesenkt und hat das einen großen Hebel?“ Im öffentlichen Bereich ist der auch nicht wahnsinnig groß, weil die Finanzierungskosten da bereits relativ gering sind. Grundsätzlich können wir sagen: Je besser der Kapitalmarktzugang, der schon vor Sustainable Finance vorhanden ist, desto geringer die Wirkung. Die Wirkung ist umso größer, desto besser der Kapitalmarktzugang über Sustainable Finance ermöglicht werden kann.

    Wie funktionieren diese Finanztransaktionen konkret?

    Egal bei welcher Finanztransaktion, wir haben mindestens zwei Akteur*innen und immer mehrere Zeitdimensionen. Im ersten Schritt wird vom Finanzsektor als Gläubiger Geld zur Verfügung gestellt und dann auf dieser Grundlage die Verfügungsmacht über die Ressourcen gewährt. Das passiert im Auszahlungsmoment und dort entfaltet sich die größte Wirkung, denn es interessiert uns ja, wann Geld vom Finanzsektor in die Realwirtschaft fließt. Finanzprodukte funktionieren aber so, dass irgendwann auch Geld wieder zurückfließt, also Schulden gezahlt, Zinsen getilgt oder Gewinne ausgeschüttet werden. Da ist der Finanzsektor Gläubiger und hält diese Finanzprodukte als Vermögenswerte in seinen Bilanzen.

    Interessant ist, dass die Vermögenswerte von diesen Finanzprodukten nicht unbedingt von denen gehalten werden, die ursprünglich dieses Geld ausgezahlt haben. Sehr viele Finanztransaktionen sind sogenannte Sekundärmarkttransaktionen, d.h. dass Finanzprodukte an den Finanzmärkten hin- und hergeschoben werden. Da hat sich die Wirkung dieses Finanzproduktes, die sich realisiert, wenn Geld vom Finanzsektor in die Realwirtschaft fließt, bereits entfaltet. Für diese einzelne Finanztransaktionen kann man also sagen, dass es im Prinzip „Wurst“ ist, wie der Finanzsektor dieses Finanzprodukt hin- und herschiebt. Aus Sicht des Finanzsektors ist das aber total spannend, weil da das Thema Risikomanagement eine Rolle spielt.

    Um die verschiedenen Kanäle nochmal zusammen zu fassen: Wir haben zum einen den Kanal über die Finanzierung im Sinne des Cashflows, aber auch das Thema Finanzierungskosten. Ein weiteres, ganz wichtiges Thema, das im Diskurs nicht ganz so prominent ist, ist das Thema Engagement oder Dialogprozess. Ich kann argumentieren, dass sich beim Verkauf einer Aktie nichts direkt hinsichtlich der Frage ändert, ob mehr Geld zu dem Unternehmen fließt. Ich kann aber auch genau umgekehrt argumentieren, dass es besser sei, wenn ich diese Aktie eher von einem CO2-intensiven Unternehmen halte und mich auf dieser Grundlage in die Entscheidungsfindung einbringe. Wie zum Beispiel bei einer Aktionärsversammlung, wo man als Aktionär*in einen gewissen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung nehmen kann. Für große Investor*innen oder Pensionsfonds ist das auf jeden Fall ein wichtiger potenzieller Wirkungshebel.

    Was bestimmt denn eigentlich, ob Geld über den Finanzmarkt in bestimmte Unternehmen fließt?

    Es gibt ja diese Idee, dass Finanzakteur*innen sich verantwortungsbewusst verhalten. Aber grundsätzlich ist es natürlich so, dass wir in einem profitorientierten System sind. Maßgeblich ist der Business Case. Das heißt zum einen: Diese Investition muss sich rechnen. Ich muss davon ausgehen, dass ein Kredit mitsamt Zinsen zurückgezahlt wird oder dass Gewinne erwirtschaftet werden. Sofern das nicht der Fall ist, wird tendenziell auch kein Geld ausgezahlt.

    Zum anderen ist maßgeblich, wie wahrscheinlich es ist, dass das Geld auch wirklich fließt. Das bezieht sich auf das Thema Risikomanagement. Und tatsächlich ist es so, dass es nicht zu wenig Geld gibt, was ausgezahlt werden will, sondern eigentlich zu wenig Anlagemöglichkeiten, die wirklich dem Risikoprofil entsprechen. Natürlich gibt es viele nachhaltige Anlagemöglichkeiten, aber die gehen mit bestimmten Risiken einher, die dann nicht zu dem passen, wie sich Banken typischerweise Risiken anschauen. Denn das, was man im Risikomanagement bisher macht, ist, dass man in die Vergangenheit schaut und dann schaut, wie sich das mit den Zahlungsausfällen verhält. Aber wenn wir jetzt neue Industrien haben und auch für die Transformation brauchen, dann ist die Datenlage da nicht so gegeben. Das stellt die Finanzierung vor Herausforderungen. Und ein weiterer Punkt ist natürlich auch, dass wir im Bereich der Klimafolgenanpassung davon ausgehen können, dass es da tendenziell keinen Business Case in dem Sinne gibt, dass Renditen generiert werden können.

    Stichwort Profitorientierung: Inwiefern ist denn eine kurzfristige Renditeorientierung kompatibel mit Investitionen in den Klimaschutz, die sich aber erst über einen sehr langen Zeitraum auszahlen?

    Das ist ja im Prinzip kein neues Thema, was jetzt erst mit Sustainable Finance aufgekommen ist, also die Frage: „Ist es so, dass über den Finanzsektor wirklich eine sinnvolle, nachhaltige Ressourcenallokation erfolgt?“ Damit hat sich zum Beispiel bereits Keynes auseinandergesetzt und behauptet, dass wir an den Finanzmärkten immer eine sehr starke kurzfristige Orientierung haben, dadurch, dass ich jederzeit wieder verkaufen kann und nicht so lange an meine Investitionen gebunden bin. Das führt dazu, dass wir stärker kurzfristig denken. Wir haben auch im Bereich der Regulierung Fristen von maximal zwei Jahren. Wenn wir aber über die Klimakatastrophe sprechen, dann ist es natürlich sinnvoll, ein bisschen länger in die Zukunft zu schauen. Grundsätzlich kann man schon sagen, dass bei den Investitionen auch eine aktivere Rolle von der öffentlichen Hand übernommen werden muss, weil der Finanzsektor einfach typischerweise in einer kurzfristigen Perspektive denkt.

    Kann Sustainable Finance also die Hoffnungen erfüllen, die es weckt?

    Die Frage ist, welche Hoffnungen werden geweckt? Wenn es jetzt um Transformationsfinanzierung geht, dann würde ich da eine gewisse Demut walten lassen und auch darauf hinweisen, dass es in gewisser Weise als Substitutionsdiskurs funktionieren kann, sodass man sich vor anderen realwirtschaftlichen und ordnungspolitischen Eingriffen scheut. Es ist ein Problem, wenn wir suggerieren, dass wir über Sustainable-Finance-Strategien das Problem der Transformationsfinanzierung vollständig lösen. Das wäre eine falsche Erwartung und ist natürlich problematisch, weil man dann andere notwendige Dinge weniger tut.

    Ich finde es aber wichtig, nochmal zu erwähnen, dass die Zielstellung weniger aus dem Finanzsektor selbst kommen sollte, wie wir es jetzt zunehmend haben, sondern dass wir wirklich die Nachhaltigkeitsziele selbst in den Griff nehmen. Wenn wir das aus der Perspektive der Klimakatastrophe machen, dann müssen wir darauf hinwirken, dass Transformationsfinanzierung passiert, und zwar dort, wo sie gebraucht wird. Das heißt, es braucht eben diese realwirtschaftlichen Transformationspläne. Es muss gefragt werden: „Welche Investitionen müssen wir tätigen, welche Instrumente können sinnvoller eingesetzt werden?“

    Was ich persönlich auch interessant finde, ist das Thema öffentlich-private Partnerschaften. Das wird zu Recht kritisch betrachtet, wenn es so umgesetzt wird, dass Großinvestoren z.B. Daseinsvorsorge ausverkaufen. Aber man kann das auch anders gestalten, indem man auf regionaler Ebene nachhaltige Anlagemöglichkeiten schafft, da es hier leichter nachzuvollziehen ist als beispielsweise im Bereich der Entwicklungsfinanzierung.


    Info: https://makronom.de/haelt-sustainable-finance-was-es-verspricht-44865?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=haelt-sustainable-finance-was-es-verspricht


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    Nachrichten von Pressenza: „Triage findet grundsätzlich statt“ (Teil 2)

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 11. September 2023, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 12.09.2023


    „Triage findet grundsätzlich statt“ (Teil 2)


    Interview: Ein Krankenpfleger erklärt, warum er keine Lust mehr hat Daniel Steinbauer*, ausgebildeter Krankenpfleger, 33 Jahre, kennt die Pflegesituation in- und auswendig. Er liebt die Arbeit mit Menschen und hilft gerne Menschen in Not. Er hat mit Leidenschaft in Krankenhäusern,&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/09/triage-findet-grundsaetzlich-statt-teil-2/


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    „Triage findet grundsätzlich statt“ (Teil 1)


    Interview: Ein Krankenpfleger erklärt, warum er keine Lust mehr hat Daniel Steinbauer*, ausgebildeter Krankenpfleger, 33 Jahre, kennt die Pflegesituation in- und auswendig. Er liebt die Arbeit mit Menschen und hilft gerne Menschen in Not. Er hat mit Leidenschaft in Krankenhäusern,&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/09/triage-findet-grundsaetzlich-statt-teil-1/


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    Putsch in Chile 1973 &#8211; Wie eine Hoffnung zerstört wurde


    Ein Freund schickt mir heute Biermanns „Ballade vom Kameramann“, der das Morden, und auch seine eigene Erschießung filmt: „Ach, Macht kommt aus den Fäusten / Nicht nur aus dem guten Gesicht / Aus Mündungen kommt die Macht ja / Und&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/09/putsch-in-chile-1973-wie-eine-hoffnung-zerstoert-wurde/


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    Suizid bei Männern &#8211; &#8222;Der hohe Preis der Stille&#8220;


    Über Suizid bei Männern wird gerne der Mantel des Schweigens geworfen. Doch dieser Mantel kann im schlimmsten Fall Menschenleben kosten, sind doch Männer viel häufiger von Suiziden betroffen. Und es ist vor allem das Schweigen, das ihnen schadet. Wie es&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/09/suizid-bei-maennern-der-hohe-preis-der-stille/


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    Sieg der Marea Verde – Abtreibung nun landesweit straffrei


    Die grüne Welle hat sich in den letzten Jahren in Mexiko von Bundesstaat zu Bundesstaat ausgebreitet. Nun endlich hat sie sich auch auf nationaler Ebene durchgesetzt: Am 6. September traf der Oberste Gerichtshof (SCJ) die historische Entscheidung, Abtreibungen im ganzen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/09/sieg-der-marea-verde-abtreibung-nun-landesweit-straffrei/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    9/11 : Wo sind die 2,3 Billionen Dollar ?

    aus e.mail von <news@transition-news.org>, 11. September 2023, 20:14 Uhr
    Ein Betrug bringt den andern.
    Terenz


    Liebe Leserinnen und Leser Am 10. September 2001 teilte der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mit: Das Pentagon könne Transaktionen im Wert von 2,3 Billionen Dollar nicht nachverfolgen. Das Attentat gegen das World Trade Center in New York einen Tag später löste das Problem. Dabei stürzte nämlich auch das Gebäude WTC7 ein, obwohl es nicht von einem Flugzeug getroffen wurde. Und in dem Hochhaus fand angeblich die Pentagon-Prüfung für diese 2,3 Billionen Dollar statt. Am 22. Jahrestag dieses historischen Ereignisses fehlt das Geld immer noch. Der Finanzanalytiker Martin Armstrong findet, das Pentagon müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Er erwähnt diesbezüglich die US-Senatoren Bernie Sanders und Chuck Grassley. Sie hätten die Regierung aufgefordert, herauszufinden, warum ständig Billionen Dollar an Steuergeldern verschwinden. Das Pentagon kontrolliere fast 70 Prozent des Haushalts der Bundesregierung, so Armstrong. Dennoch zucke niemand mit der Wimper, wenn angekündigt werde, dass beispielsweise 600 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern für die Ukraine unauffindbar sind. Der Analytiker weiter:

    «Der tiefe Staat schleust das Geld ohne Probleme durch das Pentagon. Der Kongress hat das Pentagon aufgefordert, eine Rechnungsprüfung zu absolvieren, und dennoch ist es die einzige Regierungsbehörde, die dies nicht getan hat. Wir, das Volk, verdienen es zu erfahren, wohin die Billionen an Geldern geflossen sind. Es handelt sich eindeutig um mehr als einen Buchungsfehler. Die fehlenden 2,3 Billionen Dollar wurden erstmals 1999 bemerkt, also während der Präsidentschaft Clintons und nicht während der von Bush. Ist irgendeine Regierungsbehörde für die Menschen da? Das FBI, die CIA, die FDA, das DoD, die SEC und jede Behörde mit drei Buchstaben scheinen die Wachhunde des Tiefen Staates zu sein.»

    Armstrong erinnert auch daran, dass Rumsfeld am 10. September 2001 die Pentagon-Bürokratie als Gegner definierte. Dieser regiere, indem er Fünfjahrespläne diktiere. Der ehemalige Verteidigungsminister erläuterte:

    «Von einer einzigen Hauptstadt aus versucht er, seine Forderungen über Zeitzonen, Kontinente, Ozeane und darüber hinaus durchzusetzen. Mit brutaler Konsequenz unterdrückt er freies Denken und zerschlägt neue Ideen. Er stört die Verteidigung der Vereinigten Staaten und gefährdet das Leben der Männer und Frauen in Uniform.»

    Die Presseagentur AP sowie «Faktenchecker» wie PolitiFact halten es für eine «Verschwörungstheorie», dass dem Verteidigungsministerium 2,3 Billionen Dollar fehlen. Rumsfeld habe die Zahl benutzt, «um zu verdeutlichen, dass das Ministerium aufgrund veralteter Technologie Probleme hatte, seine Finanzen im Auge zu behalten». So kann man es natürlich auch bezeichnen. Übrigens: Die Täter von 9/11 sind angeblich immer noch 19 islamistische Räuber mit Teppichmesser, von einem bärtigen alten Mann aus einer Höhle in Afghanistan geleitet. Es soll ja auch darüber Verschwörungstheorien geben, laut denen die US-Regierung selber hinter dem Attentat steckt. Undenkbar, so etwas. Hermann Ploppa erinnert in einem Kommentar derweil an einen anderen wichtigen 11. September. Denn heute jährt sich der von den USA orchestrierte und finanzierte Putsch in Chile im Jahre 1973 zum fünfzigsten Mal. Vor genau einem halben Jahrhundert wurde der chilenische Präsident Salvador Allende ermordet. Es folgte die brutale Diktatur von Augusto Pinochet. Gemäss Amnesty International wurden bis zu 30’000 Menschen in Chile von den Faschisten des Generals ermordet. Und das im Namen der neue Ideologie des «Freien Marktes», die laut Ploppa fälschlich auch «Neoliberalismus» genannt wird. Herzlich Konstantin Demeter

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    ????Auch alternative Medien übertreiben masslos – Auf1 will per Satellit den Mainstream bodigen (4:57)
    ????Wie wir den Mainstream-Medien wirklich das Wasser abgraben können (7:35)
    ????Hyperschallwaffen, das entscheidende Element – und ein herber Rückschlag der USA (9:18)
    ????Wahlen in Russland – mit Wahlbeobachtern aus dem Westen (10:18)
    ????Die ASEAN-Staaten, ein neutraler Mini-BRICS (11:04)
    ????Gibt es eine Neuauflage der Corona-Pandemie? (12:26)
    ????Die US-Behörden bestachen 3000 medizinische Organisationen zur Empfehlung der Impfung für Schwangere (16:27)
    ????Der Goldene Hirschen in Rigi Klösterli – eine Oase der Menschlichkeit (21:22) Redaktion und Moderation: Christoph Pfluger Sie finden uns auf folgenden Kanälen und Plattformen:
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    RT.de: "Unmerkliche und langsame" Einführung: So plant die EU-Kommission den digitalen Euro Ähnlich, wie mit dem klassischen Euro vor über zwanzig Jahren, wird auch beim Start seiner digitalen Fassung niemand in der EU gefragt, ob man das so will. Dabei stehen Freiheit, Privatsphäre und der Rest finanzieller Selbstbestimmung, der noch übrig ist, auf dem Spiel. → Weiterlesen

    Jouwatch: Armes Deutschland: Vielen Vollzeitbeschäftigten droht Mini-Rente In Deutschland lohnt es sich nicht mehr zu arbeiten, das haben die Linken und Grünen endlich geschafft. Mit ihrem migrantischen Bürgergeld und der Kindergrundsicherung, die vielen Bürgern ein angenehmes Leben auch ohne Job ermöglicht. Und für viele Menschen, die Zeit ihres Lebens geschuftet haben, sieht es im wohl verdienten Ruhestand auch nicht besonders rosig aus. → Weiterlesen

    Münchner Merkur: Gepard-Panzer in der Ukraine: „Holt die Drohnen wie Früchte vom Himmel“ Der Flakpanzer Gepard ist nicht mehr das neueste Modell – doch im Ukraine-Krieg wird er weiterhin hoch geschätzt. → Weiterlesen

    Infosperber: Solarexpress ausgebremst Das Stimmvolk im Wallis hat Nein gesagt zum überhasteten Bau von Photovoltaik in den Berglandschaften. → Weiterlesen

    Handelsblatt: Der Westen geht gegen China in die Offensive Beim G20-Gipfel sendet der Westen ein Signal der Stärke: Europa und Amerika punkten mit einer Infrastrukturinitiative, China kann sich in wichtigen Fragen nicht durchsetzen. → Weiterlesen

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    Apollo News: Fall Aiwanger: Räumt die SZ Fehler ein? In der ersten Ausgabe der Politik-Talkshow „Anne Will" nach der Sommerpause geht es um die Causa Aiwanger. Der Chefreporter der SZ deutet sogar Selbstkritik an. Aus der Runde geht hervor: Die Medien haben ein Problem. → Weiterlesen

    Tagesschau: Weidel im ARD-Sommerinterview: "Diese Regierung handelt idiotisch" Die EU in ihrer jetzigen Form habe versagt, die Ampelkoalition mache Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung: Im ARD-Sommerinterview hat AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel harsche Kritik geübt. → Weiterlesen

    BILD: Top-Jurist will «Polit-Clown» Böhmermann absetzen Staatsrechtsrechtsprofessor Christian Hillgruber fordert: «Es ist höchste Zeit, diesem Politclown in einem öffentlichen-rechtlichen Sender, den wir mit unserem Rundfunkbeitrag mitfinanzieren, seine Spielwiese zu nehmen». → Weiterlesen

    WELT: Fünfmal leistungsfähiger als ChatGPT? Die Aufholjagd des Google-Chefs Microsoft schien mit ChatGPT in Sachen KI die Machtverhältnisse für sich entschieden zu haben. Doch jetzt zeigt Konkurrent Google, wie weit er bei der Zukunftstechnologie wirklich ist. → Weiterlesen

    Tages-Anzeiger: Drohende Herbst-Welle: Bund empfiehlt wieder Corona-Impfung – aber nicht für alle Das Bundesamt für Gesundheit hat erneut Millionen von Impfdosen bestellt. → Weiterlesen

    Berliner Zeitung: Harte Corona-Abrechnung eines Hausarztes: „Zeugnis ablegen von verborgenem Leid“ Der Hausarzt Erich Freisleben fordert eine offene Debatte über die Corona-Impfstoffe. Pharma, Politik und Medien müssten in die Pflicht genommen werden. Ein Gastbeitrag. → Weiterlesen

    Manova: Verbrannte Erde Der Brand auf der Insel Maui ermöglicht zahlungskräftigen Investoren den Kauf ehemals denkmalgeschützter Grundstücke. → Weiterlesen

    n-tv: In Freiburgs Grundschulen gibt es kein Fleisch mehr Die Stadt Freiburg stellt in Kitas und Grundschulen das Menü um. Ab Montag gibt es nur noch vegetarisches Essen. "Unser Ziel ist es, die Schulverpflegung für alle Beteiligten möglichst gesund, nachhaltig und schmackhaft zu machen", heißt es. Eine Ernährungsexpertin begrüßt den Beschluss. → Weiterlesen

    Infosperber: Superreiche scheffelten in der Corona-Zeit Billionen Die Hälfte des neu angesammelten Reichtums seit 2020 geht aufs Konto von einem Prozent der Weltbevölkerung. → Weiterlesen

    NachDenkSeiten: Victoria Nuland: „Fuck the EU“ und fünf Milliarden US-Dollar für Einflussarbeit in der Ukraine Der heutige Hinweis betrifft zwar nicht ein wirklich altes Dokument. Der Vorgang ist erst knapp zehn Jahre alt, aber einerseits fast schon wieder vergessen und andererseits wichtig zum Verständnis der Vorgänge in der Ukraine und anderen Teilen in der Welt. → Weiterlesen

    Tagesschau: Wieder mehr als Hunderttausend auf Israels Straßen Aus Protest gegen die Justizreform der Regierung Netanyahu sind in Israel erneut mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Oberste Gericht befasst sich in der kommenden Woche mit dem hoch umstrittenen Vorhaben. → Weiterlesen

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    Reitschuster: Impf-Katastrophe in Großbritannien? Office for National Statistics veröffentlicht Auswertung zu „allen Todesursachen“ → Weiterlesen

    WELT: „Gut durchfeuchtet“ – Dürre in Deutschland hat sich bis auf den Osten aufgelöst Der Regen im Frühjahr und im Sommer hat dem Boden in Deutschland gut getan. Die Dürre hat sich in weiten Teilen Deutschlands nach Ansicht von Umweltforschern aufgelöst. In Wäldern und im Ostdeutschland sind allerdings noch tiefere Erdschichten ungewöhnlich trocken. → Weiterlesen
    Jouwatch: Gute Nacht, Deutschland: Zur Deindustralisierung kommt nun noch die Mittelstandsflucht hinzu Der endgültige wirtschaftliche Zusammenbruch Deutschlands naht auf schnellen Schwingen – und er fällt wohl noch viel dramatischer aus, als bisher befürchtet. Von der Politik befördert und von den Mainstream-Medien weitgehend verschwiegen, flieht nämlich keineswegs nur die Industrie, sondern auch der Mittelstand. → Weiterlesen

    tkp: G20-Gipfel: Differenzen über Ukraine und Klimaaktivitäten In der Gipfelerklärung in Neu-Delhi am Samstag erklärten die Staats- und Regierungschefs der G20, dass sie unterschiedliche Ansichten zum Krieg in der Ukraine haben, riefen aber gemeinsam zur Achtung der UN-Charta auf. → Weiterlesen

    Berliner Zeitung: Deutschland überfordert: China übernimmt jetzt Goethe Das chinesische Propagandaministerium übersetzt das Gesamtwerk Goethes. Das Projekt zeigt, warum China Deutschland überholt hat → Weiterlesen

    Weltwoche: Mein Friedensplan für die Ukraine: Henry Alfred Kissinger, 99, Amerikas Elder Statesman, sieht Spielraum für Verhandlungen. Er warnt davor, auf ein kriegsgeschwächtes Russland zu hoffen Die europäischen Nationen, denen nicht klar war, über welches Potenzial ihre Armeen dank der technischen Entwicklung verfügten, überzogen einander mit beispielloser Zerstörung. Im August 1916, nach zwei Kriegsjahren und Millionen Toten und Verwundeten, begannen die Kriegsgegner im Westen (Grossbritannien, Frankreich und Deutschland) über Wege zu einer Beendigung des Gemetzels nachzudenken. → Weiterlesen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    Warum Belgien keine F-16 in die Ukraine schickt

    seniora.org, 11. September 2023, Von Gilbert Doctorow 09.09.2023 - übernommen von gilbertdoctorow.com

    Die gestrige Printausgabe der führenden französischsprachigen Tageszeitung in Belgien, Le Soir, hat dem Thema der Entsendung von F-16-Kampfjets in die Ukraine eine ganze Seite gewidmet


    Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die führende französischsprachige Tageszeitung in Belgien, Le Soir, ein Handlanger der belgischen Regierung ist, wenn es darum geht, staatlich genehmigte Propaganda über Russland und den russisch-ukrainischen Krieg zu verbreiten. Dies ist ein Ehrenzeichen oder eine Schande, je nachdem, wie man es sieht. Umso interessanter ist es, dass die gestrige Printausgabe dem Thema der Entsendung von F-16-Kampfjets in die Ukraine eine ganze Seite gewidmet hat, verfasst vom Leiter des Stabs der Rubrik "Welt", Philippe de Boeck. In diesem langen Text finden wir Informationen über die belgische Luftwaffe, die normalerweise nicht weit verbreitet sind und die uns viel darüber verraten, warum es die NATO und nicht Russland ist, die durch den Krieg entscheidend geschwächt wird.

    Die Überschrift dieses Artikels ist ein Zitat von Joseph Henrotin, einem belgischen Politikwissenschaftler, der in mehreren französischen Think Tanks, die auf Militärstrategie und Risikoanalyse spezialisiert sind, leitende Positionen innehat und auch Chefredakteur der Zeitschrift Défense et sécurité international ist. Henrotin sagte: "Wenn es wirklich wollte, könnte Belgien die F-16 an die Ukraine liefern." Im Untertitel heißt es weiter: "Wenn der Westen ein schnelles Ende des Krieges wünscht, haben die Verbündeten Kiews allen Grund, der Ukraine so schnell wie möglich ein Maximum an Kampfflugzeugen zu liefern, meint Joseph Henrotin. Er erklärt, warum."

    Der Autor erinnert die Leser daran, dass die Ukraine seit mehreren Monaten F-16-Flugzeuge fordert, idealerweise zwischen 120 und 160 Stück. Letzte Woche haben drei NATO-Mitgliedstaaten, die Niederlande, Dänemark und Norwegen, angekündigt, dass sie etwa sechzig Flugzeuge liefern werden. Belgien hat sich bereit erklärt, Piloten auszubilden und Mechaniker zu unterstützen, aber keine Flugzeuge zu liefern.

    Mein letztes Zitat aus dem einleitenden Abschnitt des Artikels, das den Lesern Appetit machen soll, sind ein paar fett gedruckte Sätze: "Der für das Beschaffungswesen zuständige General des Verteidigungsministeriums erklärte kürzlich gegenüber dem Standaard [belgische Tageszeitung in niederländischer Sprache], dass Belgien die F-16 nicht an die Ukraine liefern könne, weil sie am Ende ihrer Lebensdauer seien, wenn ihre Nachfolger eintreffen. Ist das wahr oder falsch?"

    Nach dieser verlockenden Einleitung enttäuscht der Artikel nicht. Er enthält detaillierte Informationen über die Überlegungen, die die belgische Regierung bei ihrer Entscheidung, keine ihrer F-16 nach Kiew zu schicken, angestellt hat. Die technischen Erwägungen wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die politischen Beweggründe hingegen nicht.

    Die technischen Erwägungen bestehen darin, dass die belgische F-16-Flotte sich dem Ende ihrer Lebensdauer von 8.000 Flugstunden nähert, was, wenn man die jährliche Flugzeit berücksichtigt, etwa 25 Jahren entspricht. Die Ersatzflugzeuge, die F-35, werden jedoch erst mit mehrjähriger Verspätung und über mehrere Jahre verteilt nach den ersten Lieferungen an Belgien geliefert. Daher wären alle Flugzeuge, die Belgien schließlich in die Ukraine schicken könnte, im operativen Sinne wertlos. Und selbst die Flugzeuge, die derzeit auf belgischen Start- und Landebahnen stehen, sind nicht mehr ganz taufrisch. Die Stunden ihrer verbleibenden Flugzeit sind gezählt.

    In dem Artikel wird diesem Argument entgegengehalten, dass sich die Ukraine mitten im Krieg befindet, dass sie eine große Anzahl von Flugzeugen zusammenstellen muss, um eine Bedrohung für die russischen Streitkräfte darzustellen, die zu Friedensgesprächen zu günstigen Bedingungen führen könnte, und dass es unerheblich ist, wie viele Flugstunden die einzelnen Flugzeuge noch haben. Selbst ein paar Stunden wären besser als nichts. Dies wird gesagt, als ob die Russen nicht in der Lage wären, diese Zeilen zu lesen.

    Das politische Argument lautet, dass Belgien gegenüber der NATO bestimmte Verpflichtungen in Bezug auf die Stärke der Streitkräfte hat und dass eine Verkleinerung seiner Flotte, bevor Ersatzflugzeuge geliefert werden, gegen diese Verpflichtungen verstoßen würde. Man lässt uns glauben, dass die Mitgliedstaaten, die sich bereit erklärt haben, sich von den alten Flugzeugen zu trennen, die neuen F-35-Flugzeuge lange vor Belgien bekommen würden und damit ihre eigene Verteidigungsfähigkeit weniger stark gefährdet wäre. Aber stimmt das wirklich, oder sind diese drei Länder weniger risikofreudig als Belgien?

    Meine Schlussfolgerung aus diesem wichtigen Artikel ist, dass Europas Vorräte an Flugzeugen ebenso wie an Panzern und Artilleriemunition, die im Falle eines heißen Krieges mit Russland benötigt würden, kaum ausreichen und weiterhin freiwillig durch Lieferungen in die Ukraine aufgebraucht werden, wo sie von den russischen Streitkräften systematisch und ziemlich schnell zerstört werden. Wer wird "entmilitarisiert"? Sind es Deutschland und das Vereinigte Königreich, oder ist es die Ukraine?

    In der Zwischenzeit sind wir ziemlich sicher, dass die Russen ihre modernste militärische Ausrüstung, die gegen die NATO eingesetzt werden könnte, wenn der Stellvertreterkrieg zu einem heißen Krieg wird, aus dem Konflikt herausgehalten haben. Ihre Hyperschallraketen wurden nur sehr sparsam eingesetzt. Ihr Panzer der neuesten Generation ist erst vor einigen Wochen auf dem Schlachtfeld erschienen. Und der wahrscheinliche Vertrag, der in den kommenden Tagen mit Nordkorea über die Lieferung von Artilleriegranaten unterzeichnet werden soll, dient dazu, Russlands Vorräte für den Tag aufzufüllen, an dem es zum Krieg mit der NATO kommt, und nicht dazu, nächste Woche aus den Rohren im Donbas abgefeuert zu werden.

    Als die Vereinigten Staaten Russland zum Einmarsch in die Ukraine provozierten, um die Bedrohung durch die dortigen NATO-Einrichtungen zu beseitigen, ging man in Washington, London, Brüssel und Berlin davon aus, dass die Kombination aus militärischer Zerstörung durch überlegene Hardware und durch die von der NATO ausgebildeten Streitkräfte sowie die wirtschaftliche Zerstörung Russlands durch die "Sanktionen aus der Hölle" das Land für eine kommende Generation stark schwächen würde. Dann wären die Vereinigten Staaten in der Lage, ihren größten globalen Konkurrenten, China, zu zähmen.

    Russland war jedoch in der Lage, die Auswirkungen der Sanktionen relativ schnell zu überwinden, indem es sein Handelsverhalten weg vom Westen und hin zu China, Indien und anderen befreundeten Ländern umgestaltete. Selbst die Ölverkäufe, die im Januar nach Inkrafttreten der letzten Sanktionsrunde eingebrochen waren, haben sich in Dollar ausgedrückt wieder vollständig erholt, da die Zahlungen für Lieferungen an die neuen Märkte im Fernen Osten, die erst nach Monaten die Kunden erreichen, verbucht werden. Und auf dem Schlachtfeld passte sich Russland schnell an die neuen Bedingungen der Bodenkriegsführung an und zeigte technologische Fähigkeiten, die sich verheerend auf die berühmte britische, deutsche und andere westliche Ausrüstung auswirkten, während Russlands Artillerieüberlegenheit den Westen zwang, seine Lager zu leeren, wenn die Ukrainer überhaupt eine Chance haben sollten, zu reagieren, nachdem ihre eigenen sowjetischen Oldtimer-Granaten völlig aufgebraucht waren.

    All das überzeugt mich davon, dass die Biden-Administration, wenn Russland die ukrainische Armee mit seiner eigenen Offensive überwältigt und die ukrainische Niederlage für alle sichtbar ist, nicht eskalieren, sondern vor ihrem und dem Desaster der NATO davonlaufen wird. Den Vereinigten Staaten und der NATO fehlen die Mittel, um Russland mit konventionellen Waffen zu besiegen, und der Rückgriff auf Atomwaffen kann nur allzu schnell in eine Richtung führen, die jeder in Washington mehr als alles andere fürchtet.


    Quelle: https://gilbertdoctorow.com/
    Mit freundlicher Genehmigung von Gilbert Doctorow
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=4424&mailid=1898


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    "An die Orks": Rassistische Botschaft eines FDP-Politikers auf ukrainischen Granaten

    Eines der Prinzipien von Kriegspropaganda ist es, den Feind zu dämonisieren. Dass sich hierfür auch deutsche Bundestagsabgeordnete nicht zu schade sind, bewies nun zum wiederholten Mal der FDP-Politiker Marcus Faber.


    "An die Orks": Rassistische Botschaft eines FDP-Politikers auf ukrainischen Granaten© X/@MarcusFaber


    "Von Marcus Faber an die Orks" lautet die Botschaft des FDP-Bundestagsabgeordneten Marcus Faber auf ukrainischen Mörsergranaten.







    Der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Faber hat es anscheinend gern versucht, seine Parteifreundin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in Sachen Zynismus und Russophobie zu übertreffen. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) teilte der 39-jährige deutsche Parlamentarier am Montag mehrere Fotografien, die ukrainische Soldaten mit Waffen und Munition zeigen.

    Die Männer halten Munition für einen Mörser in ihren Händen. Die Nahaufnahme einer Kiste mit weiterer Munition zeigt, dass die Mörsergranaten auf Englisch sowie Ukrainisch den Schriftzug tragen "Von Marcus Faber an die Orks". Faber selbst stellte in seinem Beitrag fest, dass der Ukrainekrieg dann enden werde, wenn sich die russischen Soldaten zurückzögen.

    Seit Beginn der militärischen Sonderoperation Russlands im Februar 2022 ist in der ukrainischen Propaganda "die Orks" eine gängige Bezeichnung für Russen geworden. In Anlehnung an die fiktive Rasse der Orks in den Büchern des britischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien (Autor von "Der Herr der Ringe"), die von Natur aus böse und grausam sind, sollen Russen sowohl als Personen wie auch als Volk gezielt entmenschlicht werden.


    Vermutlich ließ Faber den Schriftzug mit seinem Namen als Gegenleistung für eine finanzielle Spende auf die Munition schreiben. Über das Internet sind ähnliche "Dienstleistungsangebote" bekannt geworden. So ist es möglich, eine Gruppe afrikanischer Männer gegen Bezahlung eine personalisierte Grußbotschaft singen und tanzen zu lassen.


    Faber ist seit 2017 über einen Platz auf der Landesliste Sachsen-Anhalt für den Wahlkreis Altmark Mitglied des Deutschen Bundestages. 2018 wurde er Ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss. Faber promovierte im Jahr 2009 zum Thema "Direkte Demokratie auf Länderebene".


    Mehr zum Thema – Brückensturz: Aussage des ukrainischen Jungen zur "Tat eines Russen" entspricht nicht der Wahrheit


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/180382-an-orks-russophobe-botschaft-von-mdb


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

     "Trainingsprogramm für Journalist:innen": Verfassungsschutz tagt zum Thema "Meinungsbildung 2.0"

    freedert.online, 11 Sep. 2023 14:17 Uhr

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat zum Schwerpunktthema "Strategien im Ringen um Deutungshoheit im digitalen Zeitalter" getagt. Ergebnis: Die anvisierte "Regulierung von Desinformation" kann allein über das subjektive Erkennen "rechter Verschwörungserzählungen" erfolgen.


      "Trainingsprogramm für Journalist:innen": Verfassungsschutz tagt zum Thema "Meinungsbildung 2.0"© Screenshot: X/BfV



      BfV-Präsident Thomas Haldenwang hisst am "Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie" die "Flagge für Vielfalt" vor der Kölner Dienststelle, 17. Mai 2023.



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      Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) veranstaltete mit dem ihm angeschlossenen "Zentrum für Analyse und Forschung (ZAF)" eine zweitägige Panel-Konferenz mit dem Titel: "Meinungsbildung 2.0 – Strategien im Ringen um Deutungshoheit im digitalen Zeitalter". Das ZAV besitzt laut Eigendarstellung die "wesentliche Zielstellung, Analysekompetenzen des Verfassungsschutzes zu stärken".

      "Thematische Bedarfe", also subjektiv auserwählte und unter Beobachtung gestellte Gesellschaftsphänomene, werden dabei "als Forschungsvorhaben" vergeben. Dazu stehe das ZAF "im ständigen Austausch mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Akteure, wie Universitäten und anderen (außeruniversitären) Forschungseinrichtungen". Das 84-seitige Programmheft spiegelt dabei die rein "rechtslastige" Verortung einer erkannten "strategischen Beeinflussung und Diskursbildung".

      Die Nachrichtenseite Apollo News kommentierte diesbezüglich in einem Artikel über die Veranstaltung:

      "Mit fragwürdigen Akteuren unter anderem aus dem Grünen-Umfeld diskutierte der Inlandsgeheimdienst dort über offene politische Einflussnahme. Auch Schulungen für Journalisten waren Thema."

      Im Rahmen der Panel-Diskussionen trafen geladene Gäste, Experten zum Thema "Verschwörungserzählungen" und Mitarbeiter des Verfassungsschutzes aufeinander. Die Veranstaltung bewarb sich dabei mit der beabsichtigten Zielsetzung:

      "An zwei Tagen legt die Konferenz den Fokus auf verschiedene Aspekte jener Strategien und Mittel, die staatliche und nicht-staatliche Akteure nutzen, um Meinungsbildungsprozesse zu beeinflussen. Hierzu tauschen sich Fachleute aus Wissenschaft, Gesellschaft und Sicherheitsbehörden im Rahmen verschiedener Panels und Diskussionsformate aus und stellen ihre Expertise, Forschungsvorhaben und Projekte vor."

      Verfassungsschutz wirbt auf Instagram um neue Mitarbeiter





      Verfassungsschutz wirbt auf Instagram um neue Mitarbeiter






      Nach Betrachtung des Programmhefts mit seinen rund 40 Beiträgen lässt sich schlussfolgern, dass aktuell im BfV anscheinend keinerlei Gefahr und daraus resultierender Bedarf an der Bearbeitung sogenannter "linksextremistischer Phänomene" existiert. Demgegenüber jedoch in voller thematischer Breite die Abarbeitung der verorteten Gefahren aus den Bereichen Rechtsextremismus und "rechter Social Media-Phänomene", AfD, Corona sowie auch russischer Manipulationsvarianten.


      Allesamt als auffällige Akteure einer für den BfV gefährlichen "Bühne für Manipulation und Desinformation". So lauten Überschriften aus dem Programm:

      • Trolle gibt es nicht nur im Märchen – Propaganda, Hass und Desinformation im Internet
      • Strategisches Mainstreaming radikaler Ideen in Querdenkens Telegram-Kommunikation?
      • Wie sollen wir rechte Internet-Meme analysieren?
      • Anti-Government-Extremism: Von der Pandemie, Social Media und Verschwörungstheorien zu einer neuen hybriden Bedrohungslage?
      • Wer glaubt an Verschwörungstheorien über COVID-19?
      • Die AfD und der maßnahmenkritische Protest während der Corona-Pandemie in Sachsen und Bayern:
      • Jung, weiblich und extrem rechts. Die narrative Kommunikation weiblicher Akteurinnen auf der Plattform Instagram
      • Verlassen auf "Fakten", "Gefühle" oder den "sechsten Sinn": Wie russischsprachiges Publikum in Deutschland die "Wahrheit" in ihrem transnationalen Nachrichtenumfeld sucht
      • Kanäle für den Informationseinfluss des Kremls im Ausland? Wie deutschsprachige alternative Medien mit Russlands herrschenden Eliten verbunden sind


      Das Themenfeld Migration und Islamismus erfuhr lediglich in zwei Vorträgen – gegenüber null Vorträgen zum Thema "Linksextremismus" – entsprechende Aufmerksamkeit, so zu dem beeindruckenden Thema:


      • "Liebe ist kein Maßstab. Was ist, wenn einer seinen Hund liebt?" – Salafistische Argumentationsmuster gegen queere Lebensweisen


      Im Juli dieses Jahres erzählte der amtierende BfV-Chef Haldenwang der Nachrichtenseite Pioneer, dass er im Büro seines Vorgängers Hans-Georg Maaßen "aufgeräumt" habe und sich dabei "inzwischen eine kleine Regenbogenfahne aufgestellt hat" (Bezahlschranke). Der Apollo News-Artikel verwies in seiner Analyse der Programmgestaltung explizit auf das Panel 8 vom 6. September mit dem Titel: "Prävention und Gegenmaßnahmen: Implikationen für Politik und Praxis für einen demokratischen Diskurs", um diesbezüglich zu kommentieren:

      "Hier geht es weniger um absurd spezielle Aspekte von vermeintlichen Kommunikationsstrategien über Memes, sondern um eine Grenze, die der Staat normalerweise nicht zu überschreiten hat – schon gar nicht der Verfassungsschutz. Es geht um die vierte Säule der Demokratie, den Journalismus."

      Das Problem mit der Wahrheit: Verfassungsschutzpräsident Haldenwang und das russische Narrativ





      Meinung

      Das Problem mit der Wahrheit: Verfassungsschutzpräsident Haldenwang und das russische Narrativ




      So referierte eine Natascha Hetzel ("Forschungsinteresse im Bereich Verschwörungstheorien und Desinformation") von der Stuttgarter Universität Hohenheim zum Thema: "Wer glaubt an Verschwörungstheorien über COVID-19?"


      Zu vermutende Zuhörerschaft könnte eine unbekannte Zahl von beruflichen Journalisten gewesen sein, da im Rahmen von Panel 8 ein weiterer Vortrag lautete:


      • Toxische Narrative entkräften – Trainingsprogramm für Journalist:innen


      Die Apollo News-Redaktion recherchierte, dass dabei die drei geladenen Vortragsredner von der "Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt" mehr als interessante Hintergrundrealitäten vorweisen. Das vorgestellte Forschungsprojekt unter dem Dach des Bundesprojekts "Demokratie leben!" wird demnach vom Bundesfamilienministerium finanziert. Inhaltlich brisant heißt es weiter:

      "Projektpartner ist unter anderem Simone Stoffels, von der ARD.ZDF Medienakademie. Uns liegt die Projektskizze vor, die zum Antrag für Projektförderung im Innovationsfonds im Rahmen des 'Demokratie leben!'-Programms genutzt wurde:

      Ausgangspunkt der Studie soll die 'zunehmende Polarisierung und verbale Gewalt in politischen Debatten auf Social Media' sein. Man sieht Journalisten – besonders die des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – in der Pflicht, in den Kommentarspalten und sozialen Medien zu intervenieren. 'Mit der Gestaltung von Workshops für Journalist:innen zielen wir darauf ab, auf innovative Weise in der Interaktion mit jungen Menschen digital verbreiteten Verschwörungstheorien und Falschinformationen entgegenzuwirken', erklärt man."

      Die genannte "ARD.ZDF Medienakademie" sehe es dabei als unterstützende Aufgabe an:

      "Auf Basis von 'psychotherapeutischem und psychologischem' Wissen sollen Kommunikationsstrategien erarbeitet werden, mit Hilfe derer die ausgebildeten Journalisten dann 'der Verzerrung eines gesellschaftlichen Meinungsbildes vorbeugen und die Qualität der Debatten sichern' sollen." 

      Zum Vortragsinhalt heißt es einleitend:

      "Die Präsenz von professionellen Journalist:innen in den Kommentarbereichen und sozialen Medien kann als neue gesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung gesehen werden, um der Verzerrung eines öffentlichen Meinungsbildes vorzubeugen und die Qualität der Debatten zu sichern. Insbesondere an die öffentlich-rechtlichen Medien mit ihrem spezifischen Programmauftrag für die demokratische Gesellschaft wird diese Aufgabe herangetragen."

      Ebenfalls bei Panel 8 anwesend war eine Vortragende des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Weizenbaum-Instituts. Ihr Beitragstitel lautete:


      • Wie viel Regulierung brauchen wir? Die Regulierung von Desinformation aus evidenzbasierter Sicht


      Zusammenfassend unterstützten an zwei Tagen regierungsfinanzierte Universitäts- und Institutsmitarbeiter, unter Mithilfe öffentlich-rechtlicher Institutionen, die Durchführung einer Konferenz des Bundesamts für Verfassungsschutz. Zusätzlich geladen dabei vortragende "Experten" aus dem Umfeld: "Grüne Kreisvorstände, Böll-Stiftung, taz-Autoren" sowie auch Mitarbeiter des vermeintlich unabhängigen Rechercheverbunds Correctiv, so der Artikel von Apollo News.


      Mehr zum Thema - Causa Schönbohm: Böhmermann telefonierte mehrfach mit dem Innenministerium

      Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    info: https://freedert.online/inland/180378-verfassungsschutz-veranstaltung-meinungsbildung-20-inkl


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    Hoppla, Marokko will keine Hilfe aus Deutschland

    freedert.online, 11 Sep. 2023 12:06 Uhr, Von Tom J. Wellbrock

    Nach dem schrecklichen Erdbeben in Marokko hat die Regierung des Landes Hilfe aus Deutschland vorerst als nicht notwendig erachtet. Die deutsche Helferseele kocht und kommentiert das überhaupt nicht hilfsbereit.


    Quelle: AFP © Fadel Senna


    Freiwillige suchen nach Überlebenden in den Trümmern des Dorfes Talat N'Yacoub südlich von Marrakesch am 11. September 2023.


    Marokko lässt zunächst nur Such- und Rettungsteams aus Spanien, Großbritannien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Land. Auch viele andere Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und die USA, hatten Marokko ihre Hilfe angeboten. Doch die Angebote wurden dankend abgelehnt.


    In den Kommentarspalten deutscher Medien ist die Empörung groß. Von wegen: zu wenig Empörungspotenzial in Deutschland! Geht doch! Was sich die Machthaber in Marokko denn einbilden würden, auf deutsche Hilfe zu verzichten. Ein Unding sei das, unfair den Opfern gegenüber. Und überhaupt: Deutsche Hilfe ist perfekt organisiert, selbstlos und immer nur lieb gemeint.

    Auch aus der FDP tönt das Unverständnis hervor, wie auf ntv nachzulesen ist:

    "Aus der FDP wurde Kritik an der Haltung der marokkanischen Regierung laut. Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Parlamentariergruppe Maghreb, Carl-Julius Cronenberg, sagte dem Tagesspiegel: 'Dass Rabat bislang auf deutsche Hilfe verzichtet, ist unverständlich.' Cronenberg sagte, das THW sei 'leistungsstark und hilfsbereit'. 'Im Namen der betroffenen Familien appelliere ich an die marokkanische Regierung: Jetzt darf es nicht um falsch verstandenen Nationalstolz gehen, sondern allein um die schnellst- und bestmögliche Hilfe für die Erdbebenopfer." 

    Nun wird es Zeit, ein paar Anmerkungen zu machen.


    "Falscher Nationalstolz"?

    Carl-Julius Cronenberg schüttelt für das marokkanische Verhalten unverzüglich einen Grund aus dem Ärmel: Falscher Nationalstolz sei das Problem. Offenbar verfügt der FDP-Politiker über Insiderwissen, das dem Normalsterblichen nicht zugänglich ist. Denn Marokko nimmt ja durchaus Hilfe an, nur eben nicht von jedem, und Deutschland gehört nun einmal nicht zum Kreis derer, von denen man sich Hilfe wünscht.


    Starkes Erdbeben erschüttert Marokko: Mehr als tausend Tote





    Starkes Erdbeben erschüttert Marokko: Mehr als tausend Tote






    Denkbar, theoretisch vorstellbar, wäre beispielsweise, dass die Hilfe so gut organisiert ist, dass deutsche Faxgeräte in der aktuellen Situation nicht gebraucht werden. Vielleicht fürchtet man auch, dass die deutschen Helfer unnötig im Weg herumstehen und die Arbeiten behindern.


    Cronenberg geht sogar so weit, als Stimme der betroffenen Familien zu sprechen, was man nur als Ungeheuerlichkeit bezeichnen kann. Kennt der Mann Familien in Marokko? Weiß er, was sie sich wünschen? Im deutschen Empfinden gilt es offenbar als ausgeschlossen, dass eine Katastrophe wie die des schrecklichen Erdbebens ohne deutsches Know-how bewältigt werden kann. Wir sind schließlich Weltmarktführer in allem Möglichen, oder wir waren es mal, sei's drum. Wie kann ein Land sich erlauben, auf deutsche Hilfe einfach zu verzichten?


    Es geht offensichtlich ans Ego, wenn sich ein Land – noch dazu ein afrikanisches! – herausnimmt, seine Krise ohne Deutschland meistern zu wollen.


    Hilfe ohne Gegenleistung?

    Es gibt noch zwei andere Erklärungsansätze für die abgelehnte Hilfe der Marokkaner. Der eine geht tatsächlich in Richtung Nationalstolz, aber anders, als der liberale Cronenberg es meint. Vielleicht ist Deutschland einfach unsympathisch geworden. Niemand sollte glauben, dass die deutschen Auftritte auf internationalem Parkett in der Welt unbemerkt und unbewertet bleiben.


    Hunderte Tote – Schweres Erdbeben in Marokko





    Hunderte Tote – Schweres Erdbeben in Marokko







    Nicht nur sie, aber vor allem unsere Außenministerin Baerbock (die Grünen) reist durch die Welt und verkündet überall, dass nur die deutschen Werte die guten und richtigen sind. Das gefällt nicht jedem, man glaubt es kaum. Hinzu kommt die Tatsache, dass aufgrund der deutschen Kriegsgeilheit Länder in Mitleidenschaft gezogen werden, die mit Fug und Recht sagen können, dass der Ukraine-Krieg nicht ihr Krieg ist. Trotzdem werden sie durch deutsche und europäische Sanktionspolitik in den Strudel aus Leid und Tod gezogen. Daran würden ein paar überzeugte Helfer des Technischen Hilfswerks auch nichts ändern.


    Der zweite Ansatz ist die Bedingungslosigkeit, mit der Deutschland gern öffentlich hausieren geht, wenn es um Hilfe geht. Eben jene Bedingungslosigkeit ist nämlich ein Märchen. Wir erinnern uns an das Erdbeben in Syrien. Dazu schrieb Karin Leukefeld bei den NachDenkSeiten:

    "Politiker und Medien spalteten die syrischen Erdbebenopfer in zwei Kategorien. Da waren diejenigen, die 'in regime-kontrollierten Gebieten' lebten, und die anderen, die 'in Gebieten unter Kontrolle von Rebellen im Nordwesten' lebten. Eine ehemalige ARD-Korrespondentin in Damaskus (2001-2008) und Nahost-Expertin kam in zahlreichen Interviews in Funk, Fernsehen und in den Printmedien zu Wort. 'Das Assad-Regime bestimmt, wem geholfen wird und wem nicht', so die Journalistin. Die 'Hilfsgüter (werden) in Warenhäusern des Regimes' gestapelt und später verkauft. Das 'Assad-Regime' versuche, die 'Erdbebenhilfe für sich zu nutzen', und das 'Regime' bekomme 'tonnenweise Hilfslieferungen', die täglich auf den syrischen Flughäfen Damaskus, Aleppo und Latakia landeten. 'Der ganz große Teil der Hilfe geht an das Assad-Regime', sagte sie. Obwohl 'die Mehrheit der Erdbebenopfer in Syrien gar nicht in den Regime-Gebieten lebt, sondern in den oppositionell kontrollierten Gebieten – nämlich mehr als 80 Prozent'. Bei diesen Menschen 'kommt diese Hilfe nicht an'." 

    Liest man Leukefelds Bericht weiter, wird deutlich, dass die deutsche Berichterstattung nichts anderes als die übliche Propaganda ist. Doch Deutschland macht mehr als das, wie Tobias Riegel ebenfalls auf den NachDenkSeiten zitiert:

    "Die Sanktionen treffen seit Jahren die Bevölkerung schwer und nicht die herrschenden Gruppen. Wegen der Sanktionen kommt nun auch die Erdbebenhilfe nicht in Syrien an, weil wir keine Gelder aus dem Libanon nach Syrien überweisen können. Die Menschen leiden unter Armut, Hunger und Krankheiten. Es ist menschenunwürdig, dass wir den Menschen nicht helfen können. (…)

    Die Menschen leiden massiv und sterben. Wir können wegen der Sanktionen keine Medikamente oder lebenswichtige Güter an unsere Brüder und Schwestern schicken. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschlands muss sich als Regierung des wirtschaftlich stärksten Landes in Europa dafür einsetzen, dass die Sanktionen sofort aufgehoben werden."

    Und Riegel schließt mit den Worten:

    "Wer sich nun nicht für die sofortige Aufhebung der zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigten Sanktionen einsetzt, sollte zu einer Hilfe für die syrischen Bürger schweigen."

    Diese abscheuliche Doppelmoral ist das eine. Das andere ist eine Frage, die hier nur angeschnitten, aber nicht abschließend beantwortet werden kann: Tut Deutschland überhaupt etwas ohne Gegenleistung? Man kann davon ausgehen, dass dem nicht so ist. Uneigennützigkeit gehört nun wirklich nicht zu den Tugenden deutscher Politik. Aus jeder Situation, und auch aus jeder Katastrophe, wird das Maximum an eigenen Vorteilen herausgeholt.


    Wer also will beurteilen, ob deutsche Hilfe für Marokko nicht an Bedingungen geknüpft ist, die dem afrikanischen Land Nachteile bringen?


    Und wer will die Möglichkeit in Abrede stellen, dass die marokkanische Regierung mehr weiß als die deutschen Moralapostel?


    Machen wir uns nichts vor: Deutschland hilft niemals aus Selbstlosigkeit, sondern immer aus Selbstsucht.


    Mehr zum ThemaNach schlimmem Erdbeben: Weltbank bietet Marokko umfassende Hilfe an

    Tom J. Wellbrock ist Journalist, Sprecher, Texter, Podcaster, Moderator und Mitherausgeber des Blogs neulandrebellen. 

     

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    Info: https://freedert.online/meinung/180389-hoppla-marokko-will-keine-hilfe-aus-deutschland


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    Verwirrung über Stoltenbergs Aussagen im Europarlament

    lostineu.eu, vom 10. September 2023

    Hat Nato-Generalsekretär Stoltenberg eingeräumt, dass die Osterweiterung etwas mit dem Ukraine-Krieg zu tun hat? Eine Äußerung im Europaparlament sorgt für Verwirrung.

    Stoltenberg hat letzte Woche vor dem Aussenausschuss des Parlaments gesprochen. Er ging auf die Vorgeschichte des Krieges ein und sagte :

    The background was that President Putin declared in the autumn of 2021, and actually sent a draft treaty that they wanted NATO to sign, to promise no more NATO enlargement. That was what he sent us. And was a pre-condition for not invade Ukraine. Of course we didn’t sign that.

    (…)

    „So he went to war to prevent NATO, more NATO, close to his borders.“

    Nato Website  ( https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_218172.htm#:~:text=The%20background%20was%20that%20President,condition%20for%20not%20invade%20Ukraine )

    Der Hintergrund war, dass Präsident Putin im Herbst 2021 erklärte und tatsächlich einen Vertragsentwurf schickte, den die NATO unterzeichnen sollte, um zu versprechen, dass die NATO nicht mehr erweitert wird. Das war es, was er uns geschickt hat. Und das war eine Vorbedingung dafür, nicht in die Ukraine einzumarschieren. Natürlich haben wir das nicht unterschrieben.

    (...)

    "Also zog er in den Krieg, um die NATO, mehr NATO, an seinen Grenzen zu verhindern."

    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    Für Kritiker der Nato ist dies der Beweis, dass Putin die Ukraine wegen der Osterweiterung angegriffen hat – und dass die Alliierten dies wussten, es jedoch nicht abgewendet haben.

    Die Nato träfe also eine Mitschuld am Krieg.


    Aus Nato Sicht hat Stoltenberg dagegen nur Altbekanntes gesagt.


    Selbstverständlich habe man auf Putins Junktim nicht eingehen können.


    Und was sagt das Europaparlament? Nichts.

    Die Vorgeschichte des Krieges scheint die Abgeordneten nicht zu interessieren. Sie setzen weiter auf einen Sieg der Ukraine – genau wie Stoltenberg…


    P. S. Stoltenberg räumte auch ein, dass die Nato und die EU ihre Hilfe für die Ukraine koordinieren – interessanterweise nicht in Brüssel, sondern in Wiesbaden : We have a coordination cell in Wiesbaden, where NATO Allies, EU members are together and very practically coordinating the aid and the support, both identifying the needs from Ukraine, and then approaching different countries, ensuring that we build packages of support.


    Wir haben eine Koordinierungszelle in Wiesbaden, in der die NATO-Bündnispartner und die EU-Mitglieder zusammenarbeiten und die Hilfe und Unterstützung ganz praktisch koordinieren, indem sie den Bedarf der Ukraine ermitteln und dann an verschiedene Länder herantreten, um sicherzustellen, dass wir Hilfspakete schnüren.

    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    11 Comments

    1. KK
      11. September 2023 @ 14:18

      @ Stef:
      „Womöglich liegt es auch daran, dass er [Trump] selbst so viel Geld hat…“
      Dass Trump derart viel Geld hätte, ist m.E. ein Trugschluß; vor allem hat er wohl kaum flüssiges Geld. Er hat doch regelrecht nach seinem Wahlverlust bei seinen Fans gebettelt, um seine Kriegskasse wieder zu füllen. Zuallererst hat er einen Sack voll Schulden.

    Reply

  • KK
    11. September 2023 @ 14:13

    @ Stef:
    „Herzensprojekte waren die Sache von Merkel nach meiner Meinung nicht.“
    Das einzige Herzensprojekt von Merkel war m.E. die wiederholten Beschwörungen von angeblichen Alternativlosigkeiten.

    Reply

  • Monika
    11. September 2023 @ 12:48

    Ich kann bis heute nicht begreifen, dass sich Herr Stoltenberg für die Verlängerung seiner Amtszeit hat einfangen lassen!
    Der Mann hat seit längerem kalte Füße den angezettelten Krieg betreffend, und nun auch noch Bauchschmerzen, weil es eben nicht laufen will wie es geplant und abgesprochen war. Das schlägt ihm durch auf die Psyche und er fängt an, sich zu „rechtfertigen“. Das nächste wird sein, dass „er schon immer skeptisch gewesen sei“. Typisches Muster für Leute, die sich in die Schei… haben reiten lassen, der „Klassiker“ sozusagen.

    Reply

  • robby
    11. September 2023 @ 10:49

    @ Ich glaube immer noch es wäre nicht zum Krieg gekommen.
    NS II wäre auch nicht gesprengt worden, da das ja ein Herzensprojekt Merkels war und das bei ihr wohl ihren Zorn geweckt hätte.
    Fr. Nudelman hin oder her.

    Reply

    • Stef
      11. September 2023 @ 11:16

      @robby: Nordstream 2 war kein Herzensprojekt von Merkel, eher ein solches von Schröder. Sie hat dafür allenfalls ein rationales Kalkül übrig gehabt. Herzensprojekte waren die Sache von Merkel nach meiner Meinung nicht.

      Nicht zu vergessen, dass Merkel erst kürzlich kundgetan hat, dass Minsk 1 und 2 nur ein Fake waren und nur dazu dienten, der Ukraine Zeit für die Aufrüstung zu kaufen. Das war entweder aus Gründen der Gesichtswahrung gelogen, was auf eine Charakterschwäche hindeutet, die gegen einen für sie gefährlichen Widerstand gegen die USA spricht. Oder die Aussage entspricht der Wahrheit, womit Merkel so stark verstrickt war, dass sie gar nicht die Unabhängigkeit verfügte sich gegen den US-Kurs zu stemmen.

      Reply

  • Thomas Damrau
    11. September 2023 @ 08:49

    @Robby

    Merkel hätte im Zweifelsfall getan, was Washington vorgegeben hätte: Auch 2014 hat Merkel Nulands „Fuck EU“ nur wegen der Sprachwahl kritisiert („So spricht man nicht über Freunde“), aber die dahinter stehende Botschaft („Die Bemühungen der EU zur Deeskalation der Lage in der Ukraine interessieren uns einen Sch…“) unkommentiert gelassen hat.

    Daher ist die interessantere Frage: Hätte es unter einem Präsidenten Trump einen Ukraine-Krieg gegeben?

    Vermutlich nicht – weniger weil Trump ein so netter Mensch ist, sondern wegen seines Wahlkampf-Mottos „Bring the boys back home.“ und seines Selbstverständnisses als großer „Deal-Maker“.

    Es bedurfte Bidens und seiner Neocon-Gang ( https://de.wikipedia.org/wiki/Neokonservatismus ), um die Eskalation weiter voranzutreiben – allen voran Frau Nuland ( https://de.wikipedia.org/wiki/Victoria_Nuland), die Biden wieder aus der Versenkung hervorgeholt hat, in die Trump sie geschickt hatte.

    Reply

    • Helmut Höft
      11. September 2023 @ 12:05

      FACK, so isses!

      Reply

    • Stef
      11. September 2023 @ 13:11

      @ Thomas Damrau: Zustimmung, dass es mit Trump diesen Krieg womöglich nicht gegeben hätte. Allerdings sehe ich zwei weitere Umstände, die die Regierung Biden geradezu zu diesem Waffengang prädestiniert haben:

      Bidens Sohn Hunter ist über beide Ohren in korrupte Machenschaften mit seinem hochdotierten „No-Show-Job“ im Aufsichtsrat von Ukrenergo verstrickt. Und Biden ist knietief damit verbunden, er hat sogar den Chefankläger mit Erpressung aus dem Amt werfen lassen, als er im Aufsichtsrat ermitteln wollte. Man sollte nicht verschweigen, in welchem Umfang es heutzutage um Profane Korruption und Geldgier geht bei der US-Geopolitik.

      Biden hat seine Regierungsmannschaft mit Neocon-Falken gespickt, allen voran Blinken und Nuland, aber auch andere Funktionäre. Trump war demgegenüber zurückhaltender und hat sogar Bolton rausgeworfen, als er seinen Kriegskurs durchschaut hat.

      Mir liegt es fern, Trump zu glorifizieren, er ist mir ebenso menschlich wie politisch unsympathisch wie seinerzeit Berlusconi. Aber anscheinend noch nicht so verkommen, wie die aktuelle Elite der Demokraten und ein Teil der kriegsgeilen und kapitalhörigen Republikaner. Womöglich liegt es auch daran, dass er selbst so viel Geld hat, dass er auf Großspender zur Wahlkampffinanzierung weniger angewiesen ist.

      Reply

  • Robby
    11. September 2023 @ 00:26

    Was ich mich immer frage ist, ob es den Ukrainekrieg unter einer Merkel Regierung gegeben hätte?
    Sprich, die USA den Regierungswechsel, die Einsetzung der schwachen Ampel in Berlin, ausgenutzt haben und ihre Marionetten in Kiew dazu veranlasst haben die Aggression zu erhöhen und damit Russland zu der Reaktion zu zwingen.

    Reply

  • KK
    10. September 2023 @ 22:45

    Also im Klartext:
    Putin hat die „Schlachtplatte Ukraine“ geliefert, aber die NAhTOd hat sie bestellt – und Russlands Angebot einer vegetarischen Ersatzlieferung ausdrücklich abgelehnt.

    Denn wir dürfen nicht vergessen:
    Es wurde explizit in Istanbul im Rahmen der OSZE vereinbart, dass ein Teilnehmerstaat seine „Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen“ dürfe. Genau das hat die NAhTOd seit 1999 mehrfach missachtet, indem sie sich seitdem kontinuierlich an Russlands Grenzen herangerobbt und dies dann auch zügig zur Aufstellung neuer Waffensysteme in diesen neuen Gebieten genutzt hatte. Klar muss sich Russland vor einer drohenden Umzingelung durch Aufnahme von Ukraine und dann letztendlich auch Georgien bedroht fühlen. Jeder, der mal in einem Schwitzkasten gesteckt hat, weiss, wie sich das anfühlt.

    Und dass die NAhTOd sich nicht an das Verbot von Angriffskriegen ohne UN-Mandat gebunden fühlt, hat sie mehrfach eindrücklich unter Beweis gestellt.

    Reply

  • Katla
    10. September 2023 @ 20:45

    Interessant …bisher wurde jeder, der diesen Vetragsentwurf auch nur erwähnt hat, als Verschwörungstheoretiker und Putinfreund gebrandmarkt.
    Und nun gibt Stoltenberg zu, dass die NATO eine diplomatische Lösung – denn über diese draft treaty hätte man ja verhandeln und aus Putins Maximalforderungen evtl. eine Kompromisslösung herausarbeiten können – abgelehnt hat. Er gibt zu, dass die NATO eine blutige Lösung mit unermesslichem Leid und unkalkulierbaren Risiken für die Ukraine, für Europa und für die ganze Welt einer eventuell möglichen friedlichen Lösung vorgezogen hat. Putin sollte einfach über das Stöckchen springen, das ihm die NATO wohlkalkuliert hingehalten hat. Damit ist für mich nicht nur die Mitverantwortung der NATO bewiesen, sondern auch, dass die NATO und der Westen hier sehr wohl eine Strategie, ein Drehbuch haben werden und keine der bisherigen westlichen Eskalationsschritte „spontan“, unüberlegt oder bloss reaktiv erfolgt ist. Man braucht nur einen Schritt weiterzudenken, dann wäre der Einsatz von (russischen) Nuklearwaffen ebenfalls eingepreist und käme für die NATO auch nicht überraschend. Und auch da würden sie nichts tun, um es auf diplomatischem Wege zu verhindern. Werden sie auch dieses Stöckchen bewusst hinhalten? Oder tun sie es jetzt schon?


  • Info: https://lostineu.eu/verwirrung-ueber-stoltenbergs-aussagen-im-europarlament


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar:   aus e-mail von Doris Pumphrey, 11. Sepuember 2023, 13:47 Uhr


    Zur Ergänzung:

    Am 18 Februar 2023 erklärte Jens Stoltenberg

    <:" rel="noopener">https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_212041.htm>: /"The war

    didn't start in February last year, it started in 2014. //And since

    2014, we have implemented the biggest reinforcement of our collective

    defense, with more troops, higher readiness, presence in eastern part of

    the Alliance, new defense plans, and also increased defence spending."


    (Deutsch: "Der Krieg begann nicht erst im Februar letzten Jahres,

    sondern bereits 2014. Und seit 2014 haben wir die größte Verstärkung

    unserer kollektiven Verteidigung durchgeführt, mit mehr Truppen, höherer

    Bereitschaft, Präsenz im östlichen Teil des Bündnisses, neuen

    Verteidigungsplänen und auch höheren Verteidigungsausgaben."

    11.09.2023

    Der Wendepunkt-Gipfel und die Rolle des Globalen Südens: Was Lawrow am Ende des G20-Treffens erklärte

    [+ Newsticker ausklappen]


    anti-spiegel.ru, vom 10. September 2023 22:13 Uhr, von Anti-Spiegel

    Der G20-Gipfel in Neu-Delhi war ein Wendepunkt: Er bestätigte die Absicht der Länder des Globalen Südens, ihre Position zu stärken, und erinnerte den Westen an seine Versprechen und an die Unmöglichkeit, die globale Hegemonie zu halten, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Veranstaltung.

    Lawrow hob besonders die Rolle Indiens bei der Veranstaltung hervor. Das Land habe „seine Aufgabe mit Ehre erfüllt und einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Grundlage für die weitere Arbeit zur Demokratisierung der internationalen Wirtschafts- und Finanzbeziehungen zu legen.“


    Die TASS hat die wichtigsten Thesen des Ministers zusammengestellt.


    Der Wendepunkt-Gipfel

    Auf dem G20-Treffen erinnerten die Länder des Globalen Südens an die Versprechen des Westens, „die Weltwirtschaft mit einem Interessenausgleich zu versehen“, und „forderten sehr deutlich und nachdrücklich die Berücksichtigung ihrer Interessen“. Die G20 befänden sich in einer „inneren Reform“: Die Länder des Globalen Südens „wollen ihre Rolle in den Mechanismen der Weltordnung stärken, und zwar nicht zum Nachteil des Westens“ – es sei wichtig, dass „der Westen die richtigen Schlüsse zieht“. „Alle sind daran interessiert, zusammenzuarbeiten. Aber fair zusammenzuarbeiten.“


    Zwar sei „der Weg noch lang“, aber das sei die Leitlinie der Gipfelerklärung: Die Reformen des Internationalen Währungsfonds, „wo die Amerikaner für eine faire Verteilung von Quoten und Stimmen keine Blockademöglichkeit mehr haben sollten“, die WTO und der Technologietransfer in die Länder des Globalen Südens.


    Um all diese Ziele zu verfolgen, wird Indien bis Ende des Jahres einen Online-Gipfel einberufen. Dieser wird voraussichtlich Ende November stattfinden.


    Mögliche G20-Erweiterung

    Der Beitritt der Afrikanischen Union zu den G20 „spiegelt die bestehenden Trends wider“: Die Arabische Liga und die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) könnten das in Zukunft ebenfalls tun.


    „Vielleicht wird irgendwann auch die Eurasische Wirtschaftsunion als eine dieser regional strukturierten Teilnehmer in Betracht gezogen“.


    Das Ende der Hegemonie

    Angesichts der Entstehung neuer Zentren der globalen Entwicklung „wird der Westen nicht in der Lage sein, der Hegemon zu bleiben“ und sollte darüber nachdenken, inwieweit er in der Lage ist, „seine Linie der Dominanz fortzusetzen“. Er sollte sich „von kolonialen Gewohnheiten befreien“.


    Dem Westen ist es nicht gelungen, die G20-Erklärung zu „ukrainisieren“ (entgegen den Einschätzungen der westlichen Medien gibt es darin nicht einmal eine Andeutung auf eine „Verurteilung“ Russlands), der entsprechende Absatz ist als Aufruf zur Beendigung aller weltweiten Konflikte auf der Grundlage der Prinzipien der UN-Charta formuliert. Gleichzeitig sei „das richtige Verständnis für das, was [in der Ukraine] passiert, unter den Entwicklungsländern in den G20 offensichtlich“. „Ich bin sicher, dass auch einige unserer westlichen Kollegen alles sehr gut verstehen.“

    Die westlichen Länder mussten „einer ernsthaften Änderung ihrer Position zustimmen“ und der von Russland unterstützten Aufforderung zustimmen, „die Angriffe und die Zerstörung kritischer energie- und landwirtschaftsbezogener Infrastrukturen zu stoppen“ – darunter „die Terroranschläge auf die Nord Streams, die Angriffe auf die Ammoniak-Pipeline Togliatti-Odessa, die Angriffe auf das Wasserkraftwerk Kachowska, die ständigen Drohnenangriffe auf das Kernkraftwerk Saporoschje.“


    Der russische Außenminister sagte, er habe auf dem Gipfel nicht nach Kontakten mit Vertretern westlicher Länder, einschließlich der USA, „gesucht“. „Ich habe nur meine Arbeit gemacht. Diejenigen, die mit uns sprechen wollten, haben das getan. Und diejenigen, die es vorziehen, sich über diplomatische Feinheiten zu stellen, das ist ihre eigene Entscheidung“. „Wenn sie neue Gedanken hätten, hätten sie einen Weg gefunden, sie irgendwie zu vermitteln. Aber da sie das nicht tun, haben sie keine solchen Gedanken.“


    Strategische Stabilität

    Verhandlungen über strategische Stabilität sind derzeit unmöglich. Der START-Vertrag „wurde unter völlig anderen Bedingungen in [anderen] Beziehungen zwischen Moskau und Washington und auf internationaler Ebene geschlossen.“

    Nichtsdestotrotz wird sich Russland bis zum Auslaufen des Vertrages an dessen Parameter halten, „vor allem an die Zahlen zur maximalen Anzahl relevanter Waffen.“


    Die Beziehungen zu Indien

    Aufgrund der Sanktionen und des sich abzeichnenden Prozesses des wechselseitigen Handels in nationalen Währungen hat die Russische Föderation „sehr viele Milliarden Rupien angehäuft, die noch keine Verwendung gefunden haben“. „Unsere indischen Freunde haben versichert, dass sie vielversprechende Bereiche vorschlagen werden, in denen sie investiert werden können.“

    Die Frage der gegenseitigen Abrechnungen werde die militär-technische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern nicht beeinträchtigen, „alle Vereinbarungen, einschließlich derjenigen über die militär-technische Zusammenarbeit, bleiben in vollem Umfang in Kraft.“


    Die Beziehungen zu Armenien

    Russland hofft, dass die Bündnisverpflichtungen Moskaus und Jerewans „dennoch Wirkung zeigen und sich in der armenischen Außenpolitik durchsetzen werden.“ Die Entscheidung des Landes, gemeinsame Übungen mit den USA abzuhalten, sowie andere „Aktionen der armenischen Regierung“, seien „bedauerlich“. „Das haben wir gesagt.“


    „Wir sehen nichts Gutes darin, dass ein aggressives NATO-Land versucht, in den Transkaukasus einzudringen“, sagte er. „Wo immer die Amerikaner auftauchen, und sie haben Hunderte von Stützpunkten auf der ganzen Welt, führt das nirgendwo zu etwas Gutem“, „im besten Fall sitzen sie ruhig da.“


    Moskau kann der Behauptung, „Russland habe Berg-Karabach an Aserbaidschan übergeben“, nicht zustimmen: Sowohl Jerewan als auch Baku erklärten, dass sie „die Erklärung von Alma-Ata von 1991 anerkennen“, wonach das Autonome Gebiet Berg-Karabach Teil der Aserbaidschanischen SSR war. Die von Moskau vermittelten Vereinbarungen vom 10. November 2020 „sagen überhaupt nichts über den Status von Berg-Karabach aus, und zu diesem Zeitpunkt gingen alle drei Staatschefs davon aus, dass weitere Verhandlungen über dessen Status noch bevorstehen würden.“ „Man muss sich vor seinem eigenen Volk selbst verantworten.“


    Der UN-Generalsekretär wird benutzt

    Der Brief von UN-Generalsekretär António Guterres an Lawrow „erweckt den Eindruck, dass man leider wieder versucht, den Generalsekretär zu benutzen.“ „Der ganze Sinn seines Appells ist, dass man dringend den ukrainischen Teil des Getreideabkommen wieder aufnehmen soll, und dass man im Gegenzug dafür innerhalb eines Monats irgendetwas tun wird.“

    Berichte über angebliche westliche Angebote, die Rosselсhozbank wieder an das SWIFT-System anzuschließen, seien unwahr: Das habe „niemand versprochen, auch nicht Herr Guterres“. „Sie versuchen, uns zu überreden, einem völlig unrealistischen Plan zuzustimmen, wonach eine Filiale der Rosselсhozbank in Luxemburg diese Funktion übernehmen soll. Aber diese Filiale hat keine Lizenz für Bankoperationen, sie hat ihre Möglichkeiten dort bereits ausgeschöpft, sie wird dort geschlossen werden.“


    Russland schätzt die Bemühungen des UN-Generalsekretärs, glaubt aber, dass sie „in einer Situation, in der der Westen nur Versprechungen macht, zum Scheitern verurteilt sind.“


    Die Ausarbeitung der Abschlusserklärung

    Die Arbeit am Text des Dokuments war von außen nicht zu sehen: „Die Leute, die daran gearbeitet haben – das sind sowohl die Sherpa Swetlana Lukasch als auch der stellvertretende Botschafter Marat Berdjew – wurden abgeführt und eingesperrt.“ „Sie wurden irgendwo in über 100 Kilometern Entfernung eingesperrt, wie bei der Papstwahl, allerdings gab es keinen Rauch, sondern es gab, meine ich, einen sehr positiven Ausgang.“


    99 Prozent der Arbeit wurde im Vorfeld des Gipfels erledigt. „Als wir hierher kamen, gab es noch ein paar letzte Feinheiten, an deren Abstimmung ich ein wenig beteiligt war, aber indirekt.“

    Allen Sherpas und Vertretern der Länder könne man „für diese ehrliche Arbeit“ nur danken. „Sie kommunizieren sehr gut miteinander, das heißt, wenn der Druck da ist, können sie das.“


    Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.09.2023

    Drei Wahlen treiben Brüssel den Angstschweiß auf die Stirn

    freedert.online, vom 10 Sep. 2023 21:53 Uhr,Von Pierre Lévy

    Drei Parlamentswahlen stehen innerhalb der EU in diesem Herbst an. In den Niederlanden haben EU- und Klimaskeptiker bei den Wählern gute Chancen. In Polen könnte sich die Macht der mit der EU im Clinch liegenden Regierungspartei weiter festigen. In der Slowakei mehren sich die Stimmen gegen die antirussischen Sanktionen.


    Quelle: www.globallookpress.com © ELOISA LOPEZ / POOL / AFP


    Sorgenfalten? Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula im Juli 2023 in Makati


    Die Aussicht auf drei nationale Wahlen bis zum Ende des Jahres beginnt den Befürwortern der europäischen Integration den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben: am 30. September in der Slowakei, am 15. Oktober in Polen und am 22. November in den Niederlanden.

    In den Niederlanden wird es sich um eine vorgezogene Wahl handeln: Eine politische Krise führte am 7. Juli zum Sturz der Regierung unter der Führung des Liberalen Mark Rutte – der seit 2010 an der Spitze seines Landes stand – und zum Auseinanderbrechen der Koalition, die neben den Liberalen die Christdemokraten, die D66 (Sozialliberale) und eine Partei protestantischer Fundamentalisten umfasste.


    EU: Unterstützung der Ukraine auch gegen Wählerwillen sicherstellen





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    In Brüssel blickt man immer noch mit Sorge auf dieses kleine EU-Gründungsland, in dem die Bevölkerung 2005 den Entwurf einer EU-Verfassung und 2016 einen Ukraine-EU-Vertrag massiv abgelehnt hatte. Die Niederlande haben auch den – oft kurzlebigen – Erfolg von EU-kritischen Parteien erlebt. Dies war zum Beispiel der Fall, als im Jahr 2010 der als Populist eingestufte Geert Wilders 15 Prozent der Stimmen erhielt. Heute hat dieser seine anti-islamische Sprache (etwas) abgemildert und einige spekulieren über ein Bündnis seiner Partei mit den Liberalen, da diese ihrerseits ihre Einstellung zur Einwanderungspolitik verschärft haben. Es war im Übrigen dieser Punkt, an dem die scheidende Koalition zerbrach, da Ruttes Partner sich weigerten, ihm auf diesem Weg zu folgen.


    Die Gefahr für die EU-Befürworter kommt dieses Mal jedoch von anderer Seite. Sie reicht bis ins Jahr 2019 zurück, als die Regierung einen Plan zur Senkung der Treibhausgasemissionen ankündigte, unter anderem durch die Planung drastischer Einschnitte in der Rinderzucht. Seitdem ist die Wut der vom Aussterben bedrohten Landwirte, die auch von Gruppen wie "Extinction Rebellion" bisweilen drangsaliert werden, stetig gewachsen. Und das in Übereinstimmung mit einem Teil der Bevölkerung, der an dieser wichtigen Säule der niederländischen Wirtschaft hängt und der die gerichtlichen Ukase satthat, die die Regierung dazu verurteilen, immer mehr für den "Klimaschutz" zu tun.


    In diesem Kontext kam es zu einem Erdbeben bei den Regionalwahlen am 15. März, als eine völlig neue Gruppe mit dem Namen Bürgerliche Bauernbewegung (BBB) auftauchte. Mit fast 20 Prozent der Stimmen überholte sie alle traditionellen Parteien, einschließlich der Partei des Premierministers, die mit 11 Prozent der Stimmen den zweiten Platz belegte. Die BBB, die von einer absoluten Neueinsteigerin in der Politik gegründet und geleitet wird, wuchs von null auf 137 regionale Sitze. In den folgenden Monaten stiegen die Wahlabsichten für sie im Hinblick auf den November auf über 30 Prozent, bevor sie wieder auf ein etwas bescheideneres Niveau zurückfielen.


    In einem Punkt gibt es jedoch kaum Zweifel: An der Bewegung, die sich gegen ökologische Übertreibungen wendet, führt nun kein Weg mehr vorbei. Ihr Ergebnis wird umso mehr unter die Lupe genommen werden, als die sozialdemokratische Linke und die Grünen beschlossen haben, ein Bündnis einzugehen und Frans Timmermans zu ihrem Anführer ernannt haben. Dieser ist der erste Vizepräsident der Europäischen Kommission (der gerade zurückgetreten ist, um den Wahlkampf zu führen), verantwortlich für den Brüsseler "Green Deal" und Verfechter der radikalsten Maßnahmen "zur Rettung des Planeten".


    Umweltfragen werden auch im polnischen Wahlkampf nicht ganz abwesend sein. Schon allein deshalb, weil die scheidende, von der rechtsnationalen PiS (Recht und Gerechtigkeit) geführte Regierung damit gedroht hat, die Brüsseler Umweltpläne vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen. Bisher hatte Warschau diese Pläne – die eine drastische Reduzierung der Kohle, der Stütze der nationalen Wirtschaft, vorsehen – immer hart verhandelt, sie aber stets akzeptiert.


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    Aber dies ist nur eine von sehr vielen Rechtsstreitigkeiten mit Brüssel. Polen (wie auch Ungarn) steht immer noch unter Sanktionen und Verfahren der Europäischen Kommission: Das gilt für die Umwelt, aber auch für die Einhaltung der "Rechtsstaatlichkeit", die Unabhängigkeit der Justiz und die Freiheit der Medien – alles Beschwerden, die bislang die Auszahlung jedes Cents aus dem 2020 beschlossenen "europäischen Belebungsplan" in Höhe von 750 Milliarden Euro blockiert haben.


    Im Duett mit Budapest stellt Warschau auch den Plan zur Aufnahme von Flüchtlingen infrage, der im Juni 2022 von einer Mehrheit der Mitgliedstaaten angenommen wurde. Auch hier ist die Migrationspolitik ein heikler Streitpunkt. In Brüssel wünscht man sich sicherlich einen Sieg der Opposition, die sich um die PO (Bürgerplattform, rechtsliberal) gebildet hat und vom ehemaligen Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, angeführt wird. Diese Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, aber derzeit wenig wahrscheinlich.


    Vor diesem Hintergrund sollte Brüssel sich damit abfinden, weiterhin mit einem von der PiS geführten Land zu leben, das zudem geschont werden muss. Denn wenn Polen seinen europäischen Partnern auch in vielerlei Hinsicht das Leben schwer macht, so ist es doch zugleich ein Musterbeispiel für antirussische Unnachgiebigkeit und nimmt für sich in Anspruch, "an der Frontlinie" zu stehen und Meister der Unterstützung für die ukrainische Regierung zu sein. Unter diesen Umständen ist es schwierig, die Streitigkeiten zu weit zu treiben.


    Umgekehrt könnten die Ergebnisse der Wahlen in der Slowakei die antirussische Verankerung der bisherigen Machthaber aufbrechen. Die scheidende Regierung war besonders instabil: Das Land hat seit den Wahlen im Jahr 2020 nicht weniger als drei Premierminister erlebt. Nach diesen Wahlen hatte sich eine ungleiche Koalition gebildet, deren einziges Ziel es war, die amtierende Sozialdemokratische Partei (SMER-SD) zu schlagen.


    Ihr Vorsitzender Robert Fico, dessen EU-kritische Haltung mit der des Ungarn Viktor Orbán vergleichbar ist, dominierte und spaltete die politische Szene. Fico war jedoch 2018 nach der Ermordung eines Whistleblower-Journalisten zum Rücktritt gezwungen worden. Seine Regierung war von seinen Gegnern der Komplizenschaft bei diesem Mord verdächtigt worden.


    OĽaNO, eine selbsternannte Anti-Korruptionsbewegung ohne vorherige politische Existenz, hatte bei den Wahlen 2020 einen unerfahrenen und autoritären Führer an die Spitze des Landes gebracht, der in seiner eigenen Partei und unter seinen Verbündeten schnell umstritten war. Es folgte eine Phase extremer politischer Verwirrung, die schließlich in der Ankündigung der Wahl am 30. September mündete.


    SMER-SD hat von dieser Entwicklung profitiert und ist wieder im Aufwind. Umfragen zufolge liegt sie nun bei über 20 Prozent der Wählerstimmen. Dies reicht jedoch nicht, um eine Mehrheit der Sitze zu erobern – auch nicht im Bündnis mit zwei oder drei euroskeptischen Parteien, die oft als rechts oder rechtsextrem eingestuft werden (eine Koalition, die den europäischen Sozialdemokraten, denen die SMER-SD noch angehört, sehr missfallen würde).


    Auf der anti-Fico Seite haben aber die verschiedenen Parteien nur ihre Treue zur atlantischen Verankerung und zur bewaffneten Unterstützung der Ukraine gemeinsam. Auf wirtschaftlicher, sozialer oder gesellschaftlicher Ebene hätte es eine solche Koalition schwer, Kohärenz zu finden.

    Robert Fico scheint auf die als "pro-russisch" bezeichneten Wähler zu zählen, die einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung ausmachen (laut Meinungsforschern mehr als ein Drittel). Er vertritt die Ansicht, dass die Sanktionen gegen Moskau der Wirtschaft und der Bevölkerung schaden, plädiert für die Souveränität seines Landes und hat sogar die dort stationierten NATO-Soldaten mit der Wehrmacht verglichen... Ein Sieg der SMER-SD würde also wahrscheinlich in Brüssel eine gewisse Panik auslösen.


    Einwanderung, Umwelt, Beziehungen zu Russland: Wie auch immer die Wahlen in diesen drei Ländern ausgehen werden, die Themen, die im Mittelpunkt der Debatten stehen, sind genau die Themen, die für Brüssel am gefährlichsten und explosivsten sind.


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