aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. November 2023
/Annalena Baerbock hat ein großes Vorbild: die frühere
US-Außenministerin Madeleine Albright. Der möchte sie offensichtlich
nacheifern. Und da genügt es eben nicht, wenn über 5.000
palästinensische Kinder durch die Bombardierungen der israelischen Armee
getötet wurden. (dp
/Annalena Baerbock twitterte am 23. März 2022
<https://twitter.com/ABaerbock/status/1506729101830197249> zum Tod von
Madeleine Albright:
/"Mit Haltung, Klarheit und Mut stand Madeleine Albright als erste
US-Außenministerin ein für Freiheit und die Stärke von Demokratien. Mit
ihr verlieren wir eine streitbare Kämpferin, wahre Transatlantikerin und
Vorreiterin. Auch ich stehe heute auf ihren Schultern."
/Am 12. Mai 1996 <https://www.youtube.com/watch?v=KfxjM3D_vTQ> hatte
Baerbocks Vorbild, Madeleine Albright, in der CBS 60-Minutes-Show auf
die Frage der Moderatorin Lesley Stahl, ob die Sanktionen gegen den
Irak, die zur Bestrafung von Saddam Hussein durchgeführt wurden, den Tod
von 500.000 Kindern wert gewesen seien, geantwortet: /"Ich denke, dass
ist eine sehr schwierige Entscheidung, aber der Preis - wir denken, der
Preis ist es wert gewesen."/
https://www.nachdenkseiten.de/?p=107142
23.11.2023
*Auch nach über 5.000 getöteten Kindern in Gaza: Außenministerin
Baerbock weiterhin gegen Waffenstillstand
*/von Florian Warweg
/
Am 20. November gab die amtierende bundesdeutsche Chefdiplomatin dem
Auslandssender /Deutsche Welle (DW)/ ein „Exklusiv“-Interview
<https://www.dw.com/en/israel-hamas-war-germany-urges-international-responsibility-in-gaza/a-67503001>,
in welchem sie sich sehr explizit gegen einen Waffenstillstand im
Gazastreifen und gegen entsprechende Verhandlungen mit der Hamas
aussprach. Befragt vom /DW/-Moderator Jaafar Abdul-Karim, wieso sie sich
angesichts des offensichtlichen Leids der Zivilbevölkerung im
Gazastreifen nicht für einen sofortigen Waffenstillstand ausspreche,
erklärte Annalena Baerbock im Wortlaut:
„Da hilft es eben nicht aus dem Impuls heraus, ‚die Waffen müssen
schweigen‘ zu sagen. Das ist nicht die Aufgabe der Politik. (…)
Waffenstillstand hieße ja, dass Israel mit den Hamas verhandeln müsse,
dass man sich nicht mehr gegenseitig beschießt. Und das würde bedeuten,
dass sich Israel unter den ongoing (sic!) Raketenterror nicht
verteidigen könnte.“
Bezugnehmend auf die Aussage der bundesdeutschen Außenministerin wollten
die /NachDenkSeiten/ auf der Bundespressekonferenz vom Sprecher des
Auswärtigen Amtes, Christian Wagner, wissen, was Frau Baerbock mit ihren
Interview-Aussagen gegenüber dem staatlich finanzierten Auslandssender
/Deutsche Welle/ der bundesdeutschen und internationalen Öffentlichkeit
denn eigentlich mitteilen wollte und wie die konkreten
Alternativvorschläge der Bundesregierung zu einem Waffenstillstand
lauten. Die Antworten bezeugen auch die zunehmende internationale
Isolierung Deutschlands durch diese völlig einseitige Positionierung,
die im Widerspruch zur großen Mehrheit der internationalen
Staatengemeinschaft und auch der Vereinten Nationen steht:
*Protokollauszug von der Bundespressekonferenz am 22. November 2023*
*Frage Warweg*
Außenministerin Baerbock hat am 20. November gegenüber dem
bundesdeutschen Auslandssender Deutsche Welle noch einmal ein Interview
gegeben und sich dort noch einmal sehr explizit gegen einen
Waffenstillstand im Gazastreifen ausgesprochen. Argumentiert hat sie,
wenn ich ganz kurz zitieren darf, Waffenstillstand hieße ja, dass Israel
mit der Hamas darüber verhandeln müsse, dass man sich nicht mehr
gegenseitig beschieße, und das würde bedeuten, dass sich Israel gegen
den „ongoing“ Raketenterror nicht verteidigen könne.
Herr Wagner, können Sie mir erklären, was die Außenministerin uns damit
vermitteln will? Wenn sie wirklich so explizit und grundsätzlich gegen
einen Waffenstillstand im Gazastreifen ist, was ist denn dann aus Sicht
des Auswärtigen Amtes eingedenk der fünfstelligen Zahl an zivilen Toten
das Alternativszenario zu einem Waffenstillstand?
*Wagner (AA)*
Herr Warweg, hier war ja schon öfter Thema, dass wir den Forderungen
nach einem dauerhaften Waffenstillstand, die es ja von verschiedener
Seite gab, die Frage entgegenstellen müssen, was dann Israel gegen den
andauernden Raketenbeschuss, den die Hamas ja weiterhin aus Gaza
vollzieht, tun soll. Israel hat das völkerrechtlich verbriefte Recht,
sich gegen den Angriff der Hamas zu wehren. Insofern war unsere Haltung
da immer sehr klar. Die Außenministerin hat an verschiedenen Punkten
immer wieder klar gemacht, auch der Kanzler hat sich entsprechend
eingelassen, dass wir humanitäre Pausen gefordert haben, die es
ermöglichen, humanitäre Hilfe, die dringend notwendig ist, zu den
Menschen in Gaza zu bringen, dass wir aber der Forderung eines
dauerhaften Waffenstillstands zu einem Zeitpunkt, wo Israel weiterhin
aus Gaza angegriffen wird, nicht folgen.
Jetzt haben Sie ja verfolgt, dass gestern offensichtlich eine
Vereinbarung angekündigt worden ist, die jetzt eine humanitäre Pause
vorsieht. Das begrüßen wir sehr. Das hat der Kanzler auf X gemacht, das
hat die Außenministerin auf X gemacht; insofern verweise ich Sie da auf
diese Äußerung.
*Zusatzfrage Warweg*
Dazu habe ich noch eine Verständnisfrage: Wir sprechen da jetzt von
einer Waffenpause, die ja völkerrechtlich eigentlich auch nicht wirklich
gebunden ist. Ein Waffenstillstand hat aber weit mehr Implikationen und
ist eigentlich die Grundvoraussetzung für einen Frieden zwischen zwei
Konfliktparteien. Mit der Hamas als nicht staatlichem Akteur ist das
natürlich schwierig. Aber die Frage, die Sie mir immer nicht beantwortet
haben, ist: Was ist denn das Alternativszenario? Das heißt, wenn die
(Frau) Baerbock und die gesamte Bundesregierung sagen „Wir sind gegen
einen Waffenstillstand“, dann müsste die Bundesregierung doch in der
Lage sein zu sagen: Wir wollen dafür, ich weiß nicht, dass Gaza bis zur
kompletten Zerstörung der Hamas bombardiert wird. Es muss ja irgendein
Alternativziel formuliert werden. Einfach nur zu sagen „Wir sind gegen
einen Waffenstillstand“ …
*Intervention von BPK-Moderatorin Buschow*
Herr Warweg, ich glaube, die Nachfrage ist angekommen. Vielleicht
erlauben Sie mir noch einen Hinweis, da wir hier einen gepflegten Ton
nutzen: Ich halte das für einen Versprecher, aber Formulierungen wie
„die Baerbock“ finde ich nicht auf dem Niveau der Bundespressekonferenz.
*Zusatz Warweg*
Frau Baerbock erlaubt sich auch ein paar Versprecher. Das kann auch mir
passieren.
*Vorsitzende Buschow*
Ich glaube, Ihre Frage ist angekommen und wird wahrscheinlich beantwortet.
*Wagner (AA)*
Herr Warweg, es ist ganz klar, was das Ziel sein muss: Der Terror der
Hamas gegen Israel muss aufhören. Die Hamas ist eine Terrororganisation,
die nach wie vor Israel angreift und die das Existenzrecht Israels als
Staat infragestellt. Sie wissen, dass wir uns als Bundesregierung der
Sicherheit des Staates Israel sehr verpflichtet fühlen. Es ist doch
vollkommen unstrittig, dass wir, und das ist ja letztlich auch Kern der
diplomatischen Bemühungen nicht nur von uns, sondern auch von unseren
Partnern in der Region, alle dem Ziel entgegenarbeiten, dass die
Menschen in der Region, im Nahen Osten, in Frieden und Sicherheit
zusammenleben können. Es ist die Hamas, die das im Moment in Frage stellt.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.