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03.11.2023

Vortrag von Clemens Ronnefeld: "Friedenslogische Ansätze im Nahost-Konflikt“                                                 (aus a. Quelle dopp. vorh.)

aus e-mail von "Stefanie Intveen", 03. November 2023 um 18:51 Uhr


1. Zwei Narrative anerkennen
Im Nahostkonflikt gibt es zwei Narrative, die häufig in sich geschlossen erzählt werden.
Friedenslogik bedeutet, in die Schuhe der jeweils anderen Seite zu schlüpfen - was für beide Seiten mit Herausforderungen verbunden ist.


a) Israelisches Narrativ
Immer wieder habe ich persönlich in Israel dieses Narrativ gehört:
Wir sind ein kleines Volk von rund sieben Millionen Menschen, umringt von rund 300 Millionen
feindlich gesinnter Muslime. Wir haben mehr als 2000 Jahre Geschichte der Verfolgung erlebt,
wurden als Jesus-Mörder, Brunnenvergifter und Geldeintreiber beschimpft. In der Shoa wurden sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens ermordet. Wir brauchten einen sicheren Ort auf der Welt - in unserer alten Heimat, wo das jüdische Leben nie ganz erloschen ist.
Es waren die Araber, die den Teilungsplan nicht angenommen haben. Nicht nur 750 bis 800 000
Araber sind 1947/48 geflohen, auch rund eine Million Juden mussten die arabische Welt verlassen.
Die arabische Seite hat mehrere Versuche unternommen, uns ins Meer zu treiben - wäre sie nur
einmal erfolgreich gewesen, würde es heute Israel nicht mehr geben.
Wir haben im Jahre 2000 den Südlibanon verlassen - was haben wir bekommen? Raketen der
Hizbollah im Krieg 2006. Wir haben 2005 den Gazastreifen verlassen und rund 7000 Menschen
jüdischen Glaubens umgesiedelt - was haben wir bekommen? Raketen der Hamas, die bis heute in ihrer Charta nicht bereit ist unser Existenzrecht anzuerkennen.
Ohne den Bau der Mauer und des Sicherheitszaunes wären die Selbstmordattentate nach 2002
weitergegangen. Wir werden uns nie wieder zur Schlachtbank führen lassen. Wenn wir nicht stark sind, werden wir nicht überleben.


b) Palästinensisches Narrativ
In den palästinensischen Gebieten habe ich häufig dieses Narrativ gehört:
Wir sind die Opfer von Opfern. Wer hat der UN-Teilungsplankommission das Recht gegeben, unser Land 1947 aufzuteilen und noch dazu so ungerecht bezüglich des Wassers und des Landes: 44% nur für uns und 55% für die Juden - obwohl wir soviel mehr Menschen damals waren?
Der Antisemitismus war ein europäisches Problem. Warum haben die Europäer die Frage einer
Heimat für verfolgte Juden nicht dort gelöst, wo sie entstanden ist?
Warum werden UN-Resolutionen so unterschiedlich gehandhabt und die UN-Resolution 194 mit dem Recht der Rückkehr unserer Vertriebenen der Nakba oder der UN-Resolutionen 242 zur Beendigung der Besatzung nicht umgesetzt, so wie die Besatzung Kuweits durch Irak 1990 bereits 1991 beendet wurde?
Warum darf die israelische Besatzungsmacht tausende unserer Häuser zerstören aus angeblichen Sicherheitsgründen, für den Bau der Mauer oder des Zaunes? Wieso nimmt die internationale Gemeinschaft hin, dass mehr als 5000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen eingesperrt sind, teilweise misshandelt und gefoltert werden, darunter sogar Kinder, wie doch öffentlich in den Berichten von Amnesty International nachzulesen ist? Wann endet unser Albtraum endlich?
Friedenslogik heißt, zunächst einmal anzuerkennen, dass es diese beiden Narrative gibt, beide Seiten einzuladen, in die Schuhe der jeweils anderen Seite zu schlüpfen - im Bewusstein, dass es sich um einen asymmetrischen Konflikt handelt, bei der die israelische Seite militärisch nicht nur hoch überlegen ist, sondern als Besatzungsmacht zudem UN-Sicherheitsbeschlüsse seit Jahrzehnten ignoriert.


2. Bisherige Versuche einer friedenslogischen Konfliktregelung


a) Zur Zweistaatenlösung Grundlage für eine Zweistaaten-Lösung waren die "Osloer Vereinbarungen". Das 1995 zwischenIsrael und der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO geschlossene "Oslo-II-Agreement" sieht die Aufteilung des Westjordanlands in drei Typen von A-, B- und C-Zonen vor.
Die großen palästinensischen Städte wie Ramallah und Nablus bilden die Zone A, in der die gesamte Zivilverwaltung und die Verantwortung für die Sicherheit an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) übertragen wurde. Weil die israelische Armee - sofern sie dies für notwendig erachtet - immer wieder auch in die Zone A eindringt, hat die ursprüngliche Intention einer wachsenden palästinensischen Selbstverwaltung weitgehend an Bedeutung verloren.
In der Zone B mit den kleineren palästinensischen Städten und Dörfern ist die PA für die
Zivilverwaltung zuständig, während die Kontrolle der Sicherheit vollständig bei der israelischen
Armee liegt.
Zone C, die mit 62% den größten Teil des Westjordanlands umfasst, untersteht nach wie vor komplett der israelischen Zivil- und Militärverwaltung. Bis spätestens zur Jahrtausendwende hätte der Staat Palästina sowohl in den A, B als C-Territorien - mit der Möglichkeit eines minimalen Gebietstausches - und über einen Korridor mit dem Gazastreifen verbunden, errichtet werden sollen.
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich seit "Oslo 1995" die Zahl der SiedlerInnen im
Westjordanland mehr als verdoppelt hat und ein zusammenhängendes palästinensisches Staatsgebiet nicht mehr möglich ist, scheint derzeit eine lange für möglich gehaltene Zwei-Staaten-Lösung, wie sie etwa in der "Genfer Initiative" von 2003 vorangetrieben worden war, nahezu ausgeschlossen.
Die "Genfer Initiative" sah einen Gebietstausch von wenigen Prozentpunkten Land vor, so dass einige der größten Siedlungen auf dem besetztem Westjordanland Staat Israel geworden wären, ebenso das jüdische Viertel in Ostjerusalem - mit einem Zugang zum jüdischen Friedhof.
Umgekehrt hätte der Staat Israel die gleiche Quadratkilometerzahl unbebautes Land zum Staat
Palästina werden lassen können, wodurch der Gazastreifen etwas breiter geworden wäre, ebenso das Westjordanland.
Der Westteil von Jerusalem hätte Hauptstadt Israels werden können, der Ostteil Hauptstadt von
Palästina. Zu den auch Jüdinnen und Juden heiligen Stätten - insbesondere in Hebron, wo die
Patriarchen mit ihren Frauen begraben liegen, ebenso zum Grab Rahels bei Bethlehem, waren
bewachte Shuttle-Busse vorgesehen.
Die Wasserfrage war ebenso behandelt wie die Sicherheitsfrage. Der neue Staat Palästina sollte keine Armee haben.
Auf israelischer Seite hätte dieser Plan bedeutet, dass große Siedlungen wie Maale Adumin oder Ariel im Staat Palästina gelegen hätten. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Städte hätten zwei Staatsbürgerschaften erhalten können, die israelische wie die palästinensische.
Insbesondere der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon wollte aber große Siedlungen im Westjordanland nicht aufgegeben und entschied sich 2005 zur Umsiedlung jüdischer Personen aus dem Gazastreifen.
Damit wurden nicht nur hohe Kosten zum Schutz dieser Gaza-Siedlungen vermieden. Es gelang Ariel Sharon auch mit diesem taktischen Schachzug, die Siedlungen im Westjordanland auszubauen und eine Zweistaatenlösung zu verhindern.
Auf palästinensischer Seite wurde die Ablehnung der Genfer Initiative vor allem damit begründet, dass lediglich die Rückkehr einiger Tausender Flüchtlinge vorgesehen war - und damit eine faktische Aufgabe des Rückkehrrechts.
Während die Möglichkeit der realen Schaffung eines Staates Palästina derzeit gegen Null tendiert, hat umgekehrt Palästina auf dem Weg der staatlichen Anerkennung international einige Fortschritte gemacht.
Im Jahre 1988 wurde der Staat Palästina in Algier vom damaligen Palästinensischen Nationalrat
ausgerufen.
Nach international verbindlichen Kriterien (Vertrag von Montevideo von 1933) muss ein Staat drei Kriterien der Staatlichkeit erfüllen: 1. Territorium, 2. Volk, 3. Regierung.
Nachdem mit dem Gazastreifen und dem Westjordanland (zumindest in Teilen) ein Territorium schon länger vorhanden ist, es zweifellos auch ein palästinensisches Volk gibt, brauchte die Erfüllung des dritten Kriteriums am längsten. Erst im Jahre 2011 bescheinigten EU, Weltbank und Internationaler Währungsfonds, dass Palästina über eine funktionsfähige Regierung verfügt.
Am 23. November 2011 stellte Präsident Abbas, dessen Amtszeit abgelaufen ist und der derzeit als Vorsitzender der PLO agiert, einen Antrag auf Aufnahme in die Vereinten Nationen (UN).
Die Bundesregierung hat Anfang 2012 die "Generaldelegation Palästinas" in Berlin in
"Diplomatische Mission Palästinas" aufgewertet: Die Leitungen dürfen sichsich seither offiziell
"Botschafterin" bzw. "Botschafter" nennen.
Aktuell haben am Ende des Jahres 2018 mehr als 130 UN-Mitgliedsstaaten Palästina als Staat
anerkannt.


b) Zur Ein-Staat-Lösung Da israelische Regierungen seit 1967 eine Zweistaatenlösung konsequent durch Siedlungsbauten verunmöglichen, bleibt vermutlich in Zukunft nur eine Ein-Staat-Lösung. Innerhalb einer Generation könnte die Gesamtzahl der Palästinenser*innen im Gazastreifen, in der Westbank und die rund 20-
prozentige palästinensische Minderheit in Israel die Zahl der jüdischen Israelis aufgrund der höheren Geburtenrate übersteigen. Dass beide Konfliktparteien prinzipiell in Frieden miteinander leben können, beweist seit mehreren Jahrzehnten als ein Beispiel das gemeinsame israelisch-
palästinensische Dorf Neve Shalom/Wahat al-Salam (Oase des Friedens).
Auf der Grundlage der beschriebenen demographischen Verhältnisse würde bei einer Ein-Staat-
Lösung nicht nur der jüdische Charakter des Staates Israel verloren gehen, sondern die
palästinensische Seite bei Wahlen in einem überschaubaren Zeitraum die Regierung stellen. Dieses Szenario will verständlicherweise die israelische Regierung unter allen Umständen vermeiden, hat sich allerdings selbst durch ihre Siedlungspolitik in eine doppelte Sackgasse gebracht: Eine Räumung von Siedlungen im Zuge einer Zwei-Staatenlösung würde zu einem innerisraelischen Bürgerkrieg führen, eine Ein-Staat-Lösung zur Aufgabe der bisherigen Grundlagen des jüdischen Staates.
Gemäß der aktuellen Kräfteverhältnisse des Konfliktes würde die Ein-Staat-Lösung derzeit keine
befriedigende Lösung für die palästinensische Bevölkerung mit sich bringen - im Rahmen eines
wünschenswerten binationalen Staates mit zwei gleichberechtigten Bevölkerungsteilen mit gleichen demokratischen Bürgerrechten.


3. Alternativen jenseits der Zweistaaten- oder Ein-Staat-Lösung
Möglicherweise liegen zukünftige friedenslogische Lösungen, die ein einigermaßen befriedigendes Maß an Perspektiven für beide Konfliktparteien enthalten, jenseits der gängigen Denkvorstellungen wie Zweistaaten- oder Ein-Staat-Lösung.


a) Parallel-States-Project der Lund-Universität
Israelische und palästinensische Akademiker, die an der schwedischen Lund-Universität geforscht haben, bringen eine zunächst utopisch klingende Variante in die Diskussion. In ihrem "Parallel- States-Project"(1) schlagen sie zur Lösung des Jahrhundert-Konflikts zwei parallele Staatsstrukturen auf einem gemeinsamen Territorium vor. Diesem Ansatz zufolge gäbe es zwei Staaten, Israel und Palästina, mit jeweils eigenen Pässen, eigenen Flaggen, eigenen Nationalhymnen, allen Symbolen und Äußerlichkeiten der beiden Staaten - mit der weltweit einzigartigen Variante: einem gemeinsamen Territorium. Beide Regierungen von beiden Parallelstaaten, die auf nationaler Identität beruhen, würden die Bereiche Religion, Kultur und Nationalität ihrer Bürger unabhängig von deren Wohnort verwalten und zusammen die Bereiche Sicherheit, Infrastruktur und andere gemeinsame Belange koordinieren.
Auf Grundlage der Wasser-Situation, der Arbeitsmarktlage und zahlreicher anderer Faktoren wäre eine solche derzeit unrealistisch erscheinende Lösung eine "Win-win-Perspektive" Noch scheint die Zeit nicht reif dafür - aktuelle Entwicklungen zeigen ins Gegenteil.


b) Ein-Staat-Vorschlag von Sari Nusseibeh
Noch einen Schritt weiter als die Nahost-Forscher*innen der Lund-Universität geht Sari Nusseibeh, Präsident der Al-Quds-Universität in Jerusalem, von 2001 bis 2002 Statthalter der PLO in Jerusalem, in seinem Buch "Ein Staat für Palästina? Plädoyer für eine Zivilgesellschaft in Nahost", München 2012: "Wir müssen die gegenwärtige Realität neu zeichnen, um sowohl der palästinensischen als auch der israelischen Öffentlichkeit eine alternative Vision der Zukunft zu liefern, die so überwältigend ist, dass die Bedeutung des heutigen politischen Gerangels verblasst" (S.164). Dazu stellt Sari Nusseibeh grundlegende Fragen wie: "Wozu sind Staaten gut?"
Auf Seite 16f schreibt er: "Als Gedankenexperiment möchte ich eine Maßnahme vorschlagen, die so anstößig ist, dass sie zu ihrer eigenen Aufhebung führen könnte, (...) In diesem Sinne schlage ich vor, das Israel die besetzten Gebiete offiziell annektiert, die Palästinenser in dem so vergrößerten Israel akzeptiert, dass dieser Staat jüdisch bleibt und sie im Gegenzug sämtliche bürgerlichen, wenn auch nicht politischen Rechte erhalten. Damit wäre der Staat jüdisch, das Land hingegen wirklich binational, und es würde für das Wohl aller Araber in diesem Land gesorgt.
Angesichts der Forderung Israels, als jüdischer Staat anerkannt zu werden, und so lange es sich weigert, den Palästinensern die Staatsbürgerschaft zu gewähren, sind die vollen Bürgerrechte, wenn auch ohne aktives und passives Wahlrecht, deren beste Option - sie könnten dann die bürgerlichen Vorteile der de facto Ein-Staaten- Lösung genießen, ohne beschuldigt zu werden, die Jüdischkeit des Staates zu verwässern oder zu 'besudeln'. Auf jeden Fall würde es ihnen unter solchen Bedingungen weitaus besser gehen als in den vierzig Jahren Okkupation oder in einem anderen denkbaren Szenario: der israelischen Hegemonie über verstreute, 'autonome' palästinensische Enklaven".
Sari Nusseibeh beendet sein visionär-revolutionäres Buch im Geiste Gandhis mit den Sätzen: "Am Ende des Prozesses oder auf halber Strecke könnte die Palästinensische Autonomiebehörde der politische Fixpunkt aller Palästinenser und damit in einer föderalistischen Zukunft der gleichwertige Partner des israelischen Staats sein. Doch wie auch immer das 'Endspiel' am Schluss gestaltet werden wird, sollte man sich tunlichst daran erinnern, dass jegliche Partnerschaft dieser Art auf den komplementären Prinzipien von Freiheit und Gleichheit beruhen muss, das heißt, auf dem Prinzip, dass beide Seiten den Freiraum erhalten, ihr Entwicklungspotenzial auszuschöpfen, ohne dass das Entwicklungspotenzial des Partners beschnitten wird. Erst wenn sich dieses (zweiseitige) Prinzip durchsetzt, kann man sicher sein, Gerechtigkeit in ihrer unter den herrschenden Bedingungen bestmöglichen Form erreicht zu haben".
4. Zur aktuellen Lage im Israel-Palästina-Konflikt In dem Buch von Rainer Hermann, Arabisches Beben. Die wahren Gründe der Krise im Nahen Osten.


Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2018, schreibt der Autor:
"Unter dem Begriff 'Jahrhundertdeal' wird zunehmend eine vor allem von Israel diskutierte Lösung diskutiert, dass die Palästinenser auf einen Teil der Westbank verzichten und dafür im Nordsinai ein 'Ersatzland' angeboten bekommen" (S. 18).
Gegen Ende seines Buches kommt Rainer Hermann noch einmal auf diesen Plan zurück:
"Seit 2017 fordern Politiker der israelischen Regierungspartei Likud auch öffentlich, den Nordsinai den Palästinensern als 'Ersatzland' zu geben. Dazu werden nun auch die Voraussetzungen geschaffen:
In dem Landstrich westlich von Gaza enteignet Ägypten unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung Dörfer und macht sie dem Erdboden gleich, und Ägypten verkaufte 2016 seine zwei Inseln in der Einfahrt in den Golf von Aqaba, Tiran und Sanafir, an Saudi-Arabien, das damit eine
Mitverantwortung für den Sinai erhält. Die Araber sind zu schwach, um gegen dieses Projekt
Widerstand leisten zu können, und die junge Generation der Muslime kennt nur einen Konflikt um Palästina, in dem sich immer Israel durchgesetzt hat. Schwerer wiegt, dass die einzige starke
arabische Macht, Saudi-Arabien, in der Gegenwart im Konflikt mit Iran auf die USA und auf Israel
angewiesen ist, und Ägypten kann ohne amerikanische Militär- und Wirtschaftshilfe kaum überleben" (S. 335). Bereits am 16.12.2017 hatte Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er für die Region Naher und Mittlerer Osten als Redakteur zuständig ist, auf diese Pläne hingewiesen (2).
Am 6. November 2018 berichtete die "Times of Israel" (3):
"Premierminister Benjamin Netanyahu soll den Abgeordneten in seiner regierenden Likudpartei am Montag gesagt haben, dass mächtige Länder ohne Konsequenzen Gebiete besetzen und Völker transferieren können. Dabei bezog er sich anscheinend auf die scheinbare arabische Gleichgültigkeit der Araber im Hinblick auf Israels Kontrolle über die Westbank. 'Macht ist die bedeutendste (Komponente) der Außenpolitik. ‘Besetzung’ ist Unsinn. Es gab große Länder, die Völker besetzt und transferiert haben, und niemand spricht über sie,' wurde Netanyahu am Montag vom Armee-Radio anlässlich der geschlossenen Fraktionssitzung der Likud zitiert" (Übersetzung: Inga Gelsdorf).
Vor diesem Hintergrund erscheinen die Anerkennung ganz Jerusalems als israelische Hauptstadt und die Verlegung des US-Botschaft durch die Trump-Administration noch einmal in neuem Licht, ebenso das neue „Nationalitätsgesetz" in Israel, das u.a. die hebräische Sprache als alleinige offzielle Amtssprache definiert und die bisherige Amtsprache Arabisch zu einem Sonderstatus herabstuft.
5. Unterstützung von Friedens- und Menschenrechtsgruppen auf beiden Seiten Angesichts immer enger werdender Gestaltungsspielräume für Friedens- und Menschenrechtsgruppen, die unter großem Druck stehen, ist die Unterstützung der nachfolgenden Initiativen sowie der Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit für einen gerechten Nahostfrieden von großer Bedeutung.
Nachfolgend liste ich exemplarisch - und damit ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit - einige
dieser Gruppen auf.


1. In Israel
Zochrot (Erinnerung), Breaking the Silence (Das Schweigen brechen), Israelisches Komitee gegen
Häuserzerstörung, Rabbiner für Menschenrechte, Physicians for Human Rights (PHR) - Ärztinnen
und Ärzte für Menschenrechte, Gush Shalom (Friedensblock), Machsomwatch (Check-Point-
Überwachung), Women in Black (Frauen in Schwarz), New Profil, Yesh Gvul (Es gibt eine Grenze),
Alternative Information Center (AIC).


2. In Palästina
Zelt der Nationen (Dahers Weinberg), Wi´am (Herzensverbindung), Holy Land Trust, Arab
Educational Center, Sabeel (Ökumenisches Zentrum für Befreiungstheologie), Library on Wheels
(Bücherei auf Rädern), Society oft Saint Yves – Human Rights Center, Stop the Wall, International
Center of Bethlehem, Center for Conflict Resolution and Reconciliation.
Unterstützenswert sind auch Einrichtungen wie das Caritas Babyhospital, die deutsch-palästinensische Schule Talitha Kumi in Beit Jala oder die Universtität in Bethlehem.


3. Gemeinsame Initiativen beider Seiten
Palestine-Israel-Journal, Neve Shalom - Wahat al Salam (Oase des Friedens), Gaza-Sderot-
Gesprächsinitiative, Parents Circle - Trauernde Eltern, Daniel Barenboims gemeinsames israelisches-arabisches Orchester, „Hand in Hand“- Schulen, Givat Haviva, Ta‘ayush (Zusammen leben), „Kämpfer für den Frieden“, PRIME (Peace Research Institute in the Middle East).


4. Internationale Initiativen und Projektträger
United Nations, UNRWA, Christian Peace Maker Teams, EAPPI (ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und in Israel), Medico International, Kurve Wustrow, International Solidarity Movement, Misereor, Brot für die Welt.


In Deutschland
In Deutschland empfehle ich die Unterstützung von Städte- und Gemeindepartnerschaften - wo
möglich trinational (Israel, Palästina, Deutschland), die Unterstützung von "Ferien vom Krieg" des
Komitee für Grundrechte und Demokratie, von Seminaren im Nahen Osten zum Thema "Gewaltfreie Kommunikation", Friedensdienste in Israel und Palästina, Petitionen zur Kennzeichnungspflicht von Produkten aus den besetzten Gebieten, Briefaktionen von Amnesty International zur Freilassung politischer Gefangener sowie Informationsveranstaltungen mit Gästen aus Israel und Palästina und die Unterstützung von Friedensorganisationen wie z.B. IPPNW, Pax Christi oder des Versöhnungsbundes, die für einen gerechten Frieden im Nahen Osten eintreten.
Alle vorgestellten friedenslogischen Gedanken, Pläne und unterstützenswerten Initiativen sind ohne Berücksichtigung und Lösungen auch der religiösen Aspekte dieses Konfliktes zum Scheitern verurteilt.
Daher kommt dem interreligiösen Dialog - wenn möglich vermittelt durch eine allparteiliche
Mediation von außen - eine zentrale Bedeutung zu.
----------
(1) http://portal.research.lu.se/portal/en/publications/one-land--two-states-draft-report-of-the-
parallel-states-project(0dc73b5e-5f1d-4f9c-a049-2f3d4f6d48b8).html
(2) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/israel-und-palaestina-was-koennte-die-loesung-des-
konflikts-sein-15342741.html
(3) https://www.timesofisrael.com/netanyahu-says-occupation-is-baloney-if-a-country-
is-powerful-enough-reports/


Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes

03.11.2023

Ukraine: Ausgewähltes

aus e-mail von Doris Pumphrey, 3. November 2023, 16:45 Uhr


https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

3.11.2023

*Putin: Vor Sowjetunion hat es keine Ukraine gegeben*


Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit der

Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation erklärt, es habe in

den Grenzen des Russischen Reiches keine Ukraine gegeben. Ein

ukrainischer Staat sei zusammen mit der Gründung der Sowjetunion

geschaffen worden, unter anderem durch die Übergabe der historischen

südrussischen Regionen. Wörtlich erklärte Putin:

/"Wir alle wissen sehr gut, das sind die Fakten der Geschichte, dass

alle südrussischen Gebiete während der Gründung der Sowjetukraine,

während der Gründung der UdSSR, übergeben wurden. Es gab keine Ukraine

als Teil des Russischen Reiches, es gab einzelne Regionen."/


Hierbei hob Putin die Bedeutung des Territoriums am Schwarzen Meer

hervor, an dem alle Städte von Katarina der Großen nach den Kriegen mit

dem Osmanischen Reich gegründet worden seien.

Das moderne Russland habe sich nach dem Zerfall der Sowjetunion damit

abgefunden, so Putin weiter. Als Kiew begonnen habe, alles Russische

auszurotten, könnte Moskau nicht mehr untätig bleiben:

/"Als sie angefangen haben, alles Russische dort auszurotten – das sind

natürlich ungeheuerliche Dinge. Als sie schließlich erklärt haben, dass

die Russen in diesen Gebieten eine nicht einheimische Nation sind – das

war eine absolute Willkür. Gleichzeitig haben sie unter dem Beifall des

Westens mit der Ausrottung der Russen im Donbass begonnen."/



*Baerbock: "In Kiew schlägt das Herz Europas"

*Zahlreiche europäische Außenminister sowie die Außenminister der zehn

EU-Beitrittskandidaten haben sich zur Europakonferenz im Auswärtigen Amt

in Berlin getroffen

<https://odysee.com/@RTDE:e/Baerbock---In-Kiew-schl%C3%A4gt-das-Herz-Europas-:5>.

Die Veranstaltung fand unter dem Motto: "Eine größere, stärkere Union –

Die Europäische Union fit für die Erweiterung und die künftigen

Mitglieder fit für den Beitritt machen" statt.

Mit Blick auf den Beitrittskandidaten Ukraine sagte

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, das Herz Europas schlage in

Kiew, und brachte damit den Willen der EU zum Ausdruck, die Ukraine als

Mitglied aufzunehmen. Mit Blick auf die angestrebten EU-Beitritte der

Ukraine, Moldawiens, Georgiens und der Westbalkanstaaten behauptete sie:

/"Die EU-Erweiterung ist eine geopolitische Notwendigkeit. Gleichzeitig

ist sie aber auch eine geopolitische Chance."/

Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba versicherte, dass "es die

Ukraine war, die die Europäische Union aus ihrem Erweiterungskoma

herausgeholt hat". Die Ukraine werde als Mitglied der EU mehr Sicherheit

für die EU bedeuten, nicht weniger Sicherheit. Der ukrainische Minister

fügte hinzu:

/"Wir sind keine Last, wir werden ein Gewinn sein."/

/Siehe Video:

/https://odysee.com/@RTDE:e/Baerbock---In-Kiew-schl%C3%A4gt-das-Herz-Europas-:5



*Ukrainischer Oberbefehlshaber Saluzhny:

Die Ukraine wird keinen Durchbruch schaffen

*Offensichtlich ist man sich in der Ukraine darüber im Klaren, dass man

militärisch verloren hat. Und auch im Westen wird das nicht mehr

verschwiegen, wie aktuelle Artikel zeigen. Gerade erst hat Time einen

vernichtenden Artikel

<https://www.anti-spiegel.ru/2023/time-berichtet-ueber-die-verzweifelte-stimmung-in-selenskys-umfeld/

über die Lage aus Sicht des Umfeldes von Selensky veröffentlicht, in dem

durchklang, dass Selensky die Realitäten ignoriert. Nun hat auch der

ukrainische Oberbefehlshaber Saluzhny in The Economist erklärt, dass

kein militärischer Durchbruch zu erwarten ist.

Da der Artikel

<https://www.economist.com/europe/2023/11/01/ukraines-commander-in-chief-on-the-breakthrough-he-needs-to-beat-russia

in The Economist in Russland und Kiew sehr viel Aufsehen erregt hat,

habe ich ihn komplett übersetzt.

/Hier weiterlesen:

/https://www.anti-spiegel.ru/2023/ukrainischer-oberbefehlshaber-saluzhny-die-ukraine-wird-keinen-durchbruch-schaffen/



https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

3.11.2023

*Deutschland liefert weitere 25 Leopard-Panzer an Kiew

*Obwohl Kiews Gegenoffensive eindeutig gescheitert ist, wird Berlin

dieses Jahr voraussichtlich 5,4 Milliarden Euro für Militärhilfe an die

Ukraine ausgeben, berichten Beamte. So hat die Bundesrepublik Kiew unter

anderem weitere 25 Leopard-Panzer geliefert.


Am Mittwoch hat die Bundesregierung bekannt gegeben, dass Deutschland

der Ukraine weitere 25 Leopard-Panzer zur Verfügung gestellt hat. Mit

dieser jüngsten Lieferung erhöht sich die Gesamtzahl der Fahrzeuge, die

Berlin an das osteuropäische Land übergeben hat, auf 115, heißt es in

einer Pressemitteilung der Regierung.


Wie in der Erklärung erwähnt, haben Deutschland und Dänemark ein

gemeinsames Projekt gestartet, um Kiew mit älteren Modellen des

Kampfpanzers Leopard 1A5 zu versorgen. Mit der jüngsten Lieferung

erhielt die Ukraine zudem fast zwei Dutzend Aufklärungsdrohnen und fünf

neue Drohnenboote. Außerdem lieferte Berlin insgesamt 12 neue gepanzerte

Mannschaftstransporter, sechs Luftraumüberwachungsradare sowie rund 30

Militärlastwagen und 30.000 Sätze Winterkleidung nach Kiew.


Nach Angaben der Regierung wird Berlin in diesem Jahr 5,4 Milliarden

Euro für Militärhilfe an Kiew bereitstellen. Der größte Teil dieser

Mittel ist für Ausbildungsprogramme sowie die Lieferung militärischer

Ausrüstung an die Ukraine bestimmt. Ein Teil des Budgets ist jedoch auch

für den Ersatz der deutschen Militärausrüstung und die Unterstützung der

Europäischen Friedensfazilität (EPF) vorgesehen. Die EPF deckt nach

Angaben der Regierung die Kosten, die den EU-Mitgliedern bei der

Bereitstellung wichtiger militärischer Unterstützungsleistungen für die

Ukraine entstehen.

Im kommenden Jahr will Berlin die Summe, die es für die Unterstützung

der Kriegsanstrengungen der Ukraine ausgibt, fast verdoppeln. Nach

Angaben der Regierung belaufen sich die Zusagen für militärische

Unterstützung im Jahr 2024 bereits auf rund 10,5 Milliarden Euro.


Die neuen Zahlen kommen Monate nach dem Beginn der sogenannten

Gegenoffensive der ukrainischen Armee Anfang Juni, von der weithin

angenommen wird, dass sie keine greifbaren Ergebnisse gebracht hat. Der

Operation ging eine massive militärische Unterstützungskampagne des

Westens für Kiew voraus, bei der die USA und ihre Verbündeten Hunderte

von schweren Waffen an die Ukraine lieferten.

Nach jüngsten Schätzungen des russischen Verteidigungsministers Sergei

Schoigu hat das ukrainische Militär seit dem 4. Juni mehr als 90.000

tote oder verwundete Soldaten zu beklagen. Zudem verlor Kiew rund 600

Panzer und mehr als 1.900 gepanzerte Fahrzeuge verschiedener Typen.


Regelmäßig veröffentlicht das ukrainische Militär Videos, in denen zu

sehen ist, wie an Kiew geliefertes westliches Militärgerät von Drohnen,

Artillerie, Hubschraubern und weiteren Waffen zerstört wird. Vergangene

Woche veröffentlichte die russische Schnelle Drohnen-Eingreiftruppe –

eine Einheit, die sich auf den Einsatz von Kamikaze-Drohnen mit

First-Person-View (FPV) spezialisiert hat – Videos, die zeigen, wie ihre

unbemannten Luftfahrzeuge (UAVs) in nur zwei Tagen drei Leopard-Panzer

zerstörten.


Kirill Budanow, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes,

erklärte vergangene Woche, dass die Truppen in Kiew ihre Operationen zu

Fuß durchführen und nur minimal schwere Panzer einsetzen. Früheren

Berichten in den westlichen Medien zufolge musste das ukrainische

Militär seine Taktik ändern, nachdem es in den ersten Wochen der

Gegenoffensive schwere Verluste an Ausrüstung erlitten hatte.

In dieser Woche erklärte der Oberkommandierende der ukrainischen

Streitkräfte Waleri Saluschny gegenüber dem Magazin /The Economist/,

dass die Kriegsparteien "ein technisches Niveau erreicht haben, das uns

in eine Patt-Situation bringt". Er sagte auch, dass eine solche

Situation Russland aufgrund seiner größeren Bevölkerung und  Ressourcen

in eine bessere Position bringt.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.11.2023

Liveticker Ukraine-Krieg – Putin: Bereits vor der Sonderoperation war Russland angegriffen

freedert.online, 3 Nov. 2023 18:13 Uhr

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.


Quelle: Sputnik © Stanislaw Krassilnikow


  • 3.11.2023 19:36 Uhr


19:36 Uhr

USA kündigen weitere Waffenlieferungen für Ukraine an

Aus einer Erklärung des US-Außenministers Antony Blinken geht hervor, dass Washington ein weiteres Militärhilfepaket für Kiew zur Verfügung stellt. Diesmal handele es sich um Rüstungsgüter im Wert von 125 Millionen US-Dollar.

Das neue Paket umfasst Munition für den Raketenwerfer HIMARS, Boden-Luft-Raketen für das System NASAMS sowie Artilleriegeschosse, Panzerabwehrraketen sowie Ausrüstung speziell für niedrige Temperaturen. Diese Lieferungen sollen aus US-Beständen kommen.

Gleichzeitig werden weitere 300 Millionen US-Dollar im Rahmen der Initiative zur Unterstützung der Sicherheit in der Ukraine bereitgestellt. Es heißt, das US-Verteidigungsministerium schließe nunmehr Verträge mit der US-Rüstungsindustrie ab, statt Waffen aus Beständen der US Army zu liefern.

  • 19:10 Uhr

    Weitere ukrainische Drohne über Gebiet Belgorod zerstör

    Russische Luftverteidigungssysteme haben einen Terroranschlag mit einer Drohne der Ukraine auf russischem Territorium vereitelt. Die Drohne wurde über dem Gebiet Belgorod zerstört, wie das russische Verteidigungsministerium auf seinem Telegram-Kanal mitteilt. In einem Bericht der Behörde heißt es:

    "Heute gegen 19:00 Uhr Moskauer Zeit wurde ein Versuch des Kiewer Regimes vereitelt, einen Terroranschlag mit einer flugzeugähnlichen Drohne auf Objekte im Territorium der Russischen Föderation zu verüben."

    Es wird erklärt, dass die diensthabenden Kräfte der Luftverteidigung ein ukrainisches unbemanntes Luftfahrzeug über dem Territorium des Gebiets Belgorod zerstört haben.

  • 18:42 Uhr

    Lukaschenko: Europa wird eines Tages "bei Russland angekrochen kommen"


    Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko äußert die Meinung, dass Europa früher oder später die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Russland erkennen wird. Die Worte des Präsidenten werden von der Zeitung Belarus segodnja (Deutsch: Weißrussland heute) zitiert. Bei einem Treffen mit Bürgern sagt Lukaschenko:

    "Europa wird heute von den US-Amerikanern auseinandergerissen, so wie sie es wollen. Und es kann sich nicht wehren, weil alles an den US-Markt gebunden ist – Kredite, Eigentum usw."

    Ihm zufolge wird "Europa früher oder später bei uns, bei Russland, angekrochen kommen".

    Darüber hinaus weist Lukaschenko darauf hin, dass das Verhalten der Politiker in den europäischen Ländern oft den Interessen der Völker und Länder zuwiderläuft. Er erklärt:

    "Sie sehen, welche Art von Politikern es gibt. Wenn ich sie mir als erfahrener Mensch ansehe, möchte ich manchmal weinen. Sie denken nicht an die Menschen. Sie machen ein oder zwei Wahlperioden, gehen hin und stehlen etwas, stecken es in ihre Taschen und gehen woandershin. Sie sagen, dass Selenskij sich auch darauf vorbereitet, irgendwohin zu gehen."

  • 18:23 Uhr

    Gebiet Cherson: Ukrainischer Raketenangriff auf Gebäude des Sozialfonds fordert neun Todesopfer

    Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Streitkräfte auf das Gebäude des Sozialfonds und des Arbeitsamtes in der städtischen Siedlung Tschaplinka wurden sieben Zivilisten getötet, teilt der Senator des Gebiets Cherson, Konstantin Bassjuk, auf seinem Telegram-Kanal mit. Er schreibt:

    "Einschläge auf Rentenfonds und Arbeitsamt. Nach vorläufigen Daten sieben Tote und sieben Verletzte. Unsere Sanitäter kämpfen um das Leben von zwei weiteren Menschen."

    Der Senator weist darauf hin, dass es in Tschaplinka keine militärischen Einrichtungen gebe, die vom Feind angegriffen werden könnten. 

    Später stellt der Gesundheitsminister des Gebiets Cherson, Artysch Sat, klar, dass neun Menschen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ein Patient in ernstem und acht in mittelschwerem Zustand.

    Der Einschlag von zwei ukrainischen Raketen auf das Gebäude des Sozialfonds in Tschaplinka wurde heute Nachmittag vom Gouverneur Wladimir Saldo gemeldet. Demnach sei es dem russischen Militär gelungen, vier Luftziele zu vernichten. Zunächst war nur von einem Todesopfer die Rede.

    Saldo betonte, dass das ukrainische Militär zu einem Zeitpunkt angriff, als sich Angestellte und Besucher, meist Frauen, in dem Gebäude aufhielten. Der Feind tat dies wohl absichtlich am Vorabend des Tages der Volkseinheit am 4. November, um den Feiertag zu stören.

    Update: Saldo berichtete später, dass nach dem ukrainischen Raketenangriff auf Tschaplinka die sterblichen Überreste von insgesamt neun Menschen aus den Trümmern geborgen worden seien.

  • 17:58 Uhr

    UN-Ausschuss verabschiedet Russlands Resolution über Kampf gegen Verherrlichung des Nazismus 


    Der Dritte Ausschuss der UN-Generalversammlung (Ausschuss für soziale, humanitäre und kulturelle Fragen) hat eine Resolution über den Kampf gegen die Verherrlichung des Nazismus verabschiedet. Für das Dokument in der von Russland vorgeschlagenen Version stimmten 112 Länder. 50 UN-Mitglieder, darunter die Ukraine, die USA, Großbritannien, Deutschland und Kanada, unterstützten die Resolution nicht.

    In dem Dokument wird dazu aufgerufen, im Einklang mit internationalen Verpflichtungen im Bereich Menschenrechte geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Geschichtsrevision und Verfälschung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs sowie die Leugnung von Kriegsverbrechen sowie von Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern.

    Die Verfasser des Dokuments verurteilen Vorfälle, in denen die Nazi-Ideologie des sogenannten "Nationalsozialismus" verherrlicht und propagiert wird, insbesondere durch Graffiti und Zeichnungen mit pronazistischem Inhalt auf Denkmälern für die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Außerdem wird nachdrücklich dazu aufgefordert, alle Formen der Rassendiskriminierung zu beseitigen.

  • 17:43 Uhr

    Putin über Beginn der Sonderoperation: Russland wurde zu jenem Zeitpunkt bereits angegriffen


    Am 24. Februar 2022 hatte Russland keine andere Wahl gehabt, als die militärische Sonderoperation in der Ukraine zu starten, erklärte Präsident Wladimir Putin. Außerdem sei das Land gezwungen worden, Waffen einzusetzen, weil es bereits angegriffen worden sei.

    "Bevor man sich entscheidet, 'die Sturmgewehre zu ziehen', muss man sich fragen, ob man dies vermeiden kann. Nein, das war leider nicht möglich. Warum nicht? Weil wir bereits angegriffen worden waren."

  • 17:24 Uhr

    Sacharowa zu erneuten Angriffen auf Zivilisten: "Selenskijs Regime setzt auf blutigen Terror und ist stolz darauf"

    Das Selenskij-Regime wende immer wieder Methoden des blutigen Terrors an, und zögere nicht, sich öffentlich zu seinen Verbrechen zu bekennen. Es sei stolz darauf und prahle damit. Das sagte die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa bei ihrem wöchentlichen Pressebriefing.

    Die hohe Vertreterin des russischen Außenministeriums äußerte sich auch zum Telefonterror, den Kiew in Russland durchführen lässt. Sacharowa verurteilte den Telefonterror, der ebenfalls zum Ziel habe, die Lage im Land zu destabilisieren. Selbst vor Kindern werde nicht haltgemacht, denn die ukrainischen Telefonterroristen hätten sogar in Schulen und Kindergärten angerufen und Bombendrohungen ausgesprochen. Sacharowa versicherte aber:

    "Erstens wird all dies nicht zum Ziel führen, das sich das Kiewer Regime gesetzt hat, und zweitens wird dies unterdrückt und bestraft werden."

    Zum Hintergrund: Das russische Portal RBC hatte Anfang des Jahres berichtet, dass 95 Prozent der Fake-Anrufe aus der Ukraine stammen und dort viele Hunderte Callcenter im Einsatz sind, um Trickbetrug und Drohanrufe in Russland durchzuführen. In einer Umfrage vom Oktober 2022 hatte laut dem Portal ein Viertel der Russen angegeben, mehrmals pro Woche von Betrügern belästigt zu werden, 14 Prozent hatten angegeben, täglich solche Anrufe zu erhalten. 26 Prozent der Befragten hatten berichtet, mehrmals im Monat verdächtige Anrufe zu erhalten.

  • 17:04 Uhr

    Putin: Russland musste Menschen auf Krim und in Donbass schützen

    Russland musste Menschen zunächst auf der Krim, dann im Donbass und Noworossija schützen. Dies hat Präsident Wladimir Putin vor der Gesellschaftlichen Kammer des Landes erklärt und betont, man habe Moskau keine andere Wahl gelassen.

    "Sie haben uns einfach vor eine Wahl gestellt, in der wir nichts anderes tun konnten, als uns für die dort lebenden Menschen einzusetzen."

    Als Grund für den aktuellen Konflikt nannte Putin vor allem die Position der westlichen Länder, die Minsker Abkommen nach deren Unterzeichnung nicht einzuhalten. Darüber hinaus habe die NATO begonnen, diese Territorien aktiv in das Militärbündnis hineinzuziehen, ohne auf Proteste aus Moskau zu achten, als ob es Russland nicht gäbe.

  • 16:41 Uhr

    Trump: Die "Fake-News-Medien" schweigen auf einmal – es muss also sehr schlecht für die Ukraine laufen

    Der ehemalige Präsident der USA Donald Trump hat eine Wahlkampfrede in Houston, Texas, gehalten.

    In seiner Rede wies er darauf hin, dass die Ukraine thematisch aus den etablierten Medien nahezu verschwunden sei. Er sagte:

    "Niemand spricht mehr über Afghanistan. Man merkt, dass sie auch nicht mehr viel über die Ukraine reden. Das liegt daran, dass die Dinge nicht gut laufen und sie nicht darüber reden wollen."

    Trump gab auch an, dass er nichts mehr darüber höre, liege nicht nur an der Katastrophe in Israel. Er fügte hinzu:

    "Das, worüber sie in den Fake-News-Medien nicht reden, ist fast genauso schlimm und manchmal schlimmer als das, worüber sie reden."

  • 16:17 Uhr

    Putin: Vor Sowjetunion hat es keine Ukraine gegeben

    Russlands Präsident Wladimir Putin am 3. November 2023 bei einem Treffen mit der Gesellschaftlichen Kammer der Russischen FöderationSergei Gunejew / Sputnik

  • Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit der Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation erklärt, es habe in den Grenzen des Russischen Reiches keine Ukraine gegeben. Ein ukrainischer Staat sei zusammen mit der Gründung der Sowjetunion geschaffen worden, unter anderem durch die Übergabe der historischen südrussischen Regionen. Wörtlich erklärte Putin:
  • "Wir alle wissen sehr gut, das sind die Fakten der Geschichte, dass alle südrussischen Gebiete während der Gründung der Sowjetukraine, während der Gründung der UdSSR, übergeben wurden. Es gab keine Ukraine als Teil des Russischen Reiches, es gab einzelne Regionen."

    Hierbei hob Putin die Bedeutung des Territoriums am Schwarzen Meer hervor, an dem alle Städte von Katarina der Großen nach den Kriegen mit dem Osmanischen Reich gegründet worden seien.

    Das moderne Russland habe sich nach dem Zerfall der Sowjetunion damit abgefunden, so Putin weiter. Als Kiew begonnen habe, alles Russische auszurotten, könnte Moskau nicht mehr untätig bleiben:

    "Als sie angefangen haben, alles Russische dort auszurotten – das sind natürlich ungeheuerliche Dinge. Als sie schließlich erklärt haben, dass die Russen in diesen Gebieten eine nicht einheimische Nation sind – das war eine absolute Willkür. Gleichzeitig haben sie unter dem Beifall des Westens mit der Ausrottung der Russen im Donbass begonnen."

  • Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

    Info: https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Russophobie im Westen bricht alle Rekorde

    aus e-mail von Doris Pumphrey,  3. November 2023, 16:26 Uhr


    *Lawrow: Russophobie in westlichen Ländern bricht alle Rekorde


    *Am 1. November nahm der russische Außenminister, Sergei Lawrow, an

    einem Forum teil, das der Stärkung der traditionellen Werte gewidmet

    war. In seiner Rede wies Lawrow darauf hin, dass die Russophobie in der

    Welt unglaubliche Ausmaße angenommen habe, und das nicht ohne die

    Beteiligung der USA. Außerdem wies der Minister auf den neuen

    destruktiven Kurs in den westlichen Ländern hin: Intoleranz, Verbot

    religiöser Symbole – all dies führe zur Verbreitung von Nationalismus

    und Fremdenfeindlichkeit.

    /Siehe Video::/

    https://odysee.com/@RTDE:e/Lawrow-Russophobie-in-westlichen-L%C3%A4ndern-bricht-alle-Rekorde:0



    /Siehe dazu auch:

    /*RT-Doku: Russophobie –

    Das westliche Antlitz des Hasses


    *Kurz nach Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine spürten

    viele ethnische Russen in der ganzen Welt einen Anstieg der

    Feindseligkeit ihnen gegenüber. Eine Welle der Russophobie wurde und

    wird von den Mainstream-Medien und westlichen Politikern geschürt.

    Allein das Sprechen der russischen Sprache kann ausreichen, um Schikanen

    und Diskriminierung hervorzurufen.


    Einige Russen berichten, dass ihnen nur aufgrund ihrer Nationalität

    gekündigt wurde. Es kann vorkommen, dass ihnen die Anmietung einer

    Wohnung verweigert oder eine fristlose Zwangsräumung verfügt wird.

    Einigen wurde sogar mit körperlicher Gewalt gedroht. Russische

    Botschaften werden vandalisiert. Es wird berichtet, dass Bankkonten ohne

    Erklärung geschlossen wurden, und andere berichten, dass sogar ihre

    Kinder, die in Europa geboren wurden, in der Schule zur Zielscheibe werden.


    Experten empfehlen, die Hasser in den sozialen Medien zu ignorieren und

    Gewaltandrohungen bei der Polizei zu melden, aber der Ansturm fordert

    dennoch seinen psychologischen Tribut.


    Mehrere russische Emigranten sprechen über die Verletzung ihrer Rechte

    und die Atmosphäre, in der sie jetzt leben. Wie kommen die Russen mit

    Feindseligkeit und Intoleranz zurecht?

    /Siehe Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/russophobie:4a


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Russland: Israel hat als Besatzungsstaat kein Recht auf Selbstverteidigung

    linkezeitung.de, 3. November 2023 ⋅ Hinterlasse einen Kommentar

    von https://new.thecradle.co

    Übersetzung LZ

    Bild: Israeli occupation forces enter the devastated Gaza Strip on 1 November, 2023. (Photo Credit: IDF)

    Moskaus UN-Gesandter kritisiert westliche Staaten, die das Massaker an den Palästinensern im Gazastreifen mit dem Argument zulassen, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen

    Israelische Besatzungstruppen betreten am 1. November 2023 den verwüsteten Gazastreifen. (Bildnachweis: IDF)
    Der Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensya, bestätigte am 1. November, dass Israel in seinem derzeitigen Krieg gegen den Gazastreifen “kein Recht auf Selbstverteidigung” habe, und prangerte die westliche Welt für ihre “Heuchelei” an, mit der sie den Völkermord an den Palästinensern gutheiße.

    “Ich kann auch die Heuchelei der USA und ihrer Verbündeten nicht unerwähnt lassen, die in anderen, völlig anderen Situationen die Einhaltung des humanitären Rechts fordern, Untersuchungskommissionen einrichten und Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die Gewalt nur als extremes Mittel einsetzen, um die jahrelange Gewalt zu beenden”, sagte Nebenzya während der Sondersitzung der UN-Generalversammlung zu Palästina.

    “Und heute, angesichts der schrecklichen Zerstörung in Gaza, die alles, was sie in anderen regionalen Zusammenhängen kritisieren, um ein Vielfaches übersteigt – Angriffe auf zivile Einrichtungen, Tod von Tausenden von Kindern und entsetzliches Leiden der Zivilbevölkerung inmitten einer totalen Blockade -, spielen sie den Stummen. Alles, was sie tun können, ist, über Israels angebliches Recht auf Selbstverteidigung zu reden, das es als Besatzungsstaat nicht hat, wie der Internationale Gerichtshof [der Vereinten Nationen] 2004 in einem beratenden Urteil bestätigt hat”, betonte der russische Beamte.

    Der Internationale Gerichtshof (IGH) entschied 2004, dass Israel als “Besatzungsmacht” nach internationalem Recht kein Recht hat, eine Trennmauer im besetzten Jerusalem zu errichten. Doch wie üblich ignorierte Tel Aviv das Urteil.

    Trotz der Versuche Israels, das Völkerrecht zu ignorieren, argumentieren viele prominente Organisationen und internationale Gremien – darunter das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für die besetzten palästinensischen Gebiete, die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA), die Europäische Union (EU), die Afrikanische Union (AU), der Internationale Strafgerichtshof (IStGH), Amnesty International (AI) und Human Rights Watch (HRW) -, dass Israel die palästinensischen Gebiete, einschließlich des Gazastreifens, seit 1967 besetzt hält.

    An anderer Stelle seiner Rede betonte der russische UN-Gesandte, dass Moskau Israels “Recht auf Gewährleistung seiner Sicherheit” anerkenne, fügte aber hinzu, dass dieses Recht “nur im Falle einer fairen Lösung des Palästinenserproblems auf der Grundlage anerkannter Resolutionen des UN-Sicherheitsrats vollständig gewährleistet werden kann”.

    Nebenzya forderte außerdem ein sofortiges “Ende des Blutvergießens”, um “zu verhindern, dass die Krise die gesamte Region verschlingt”, und sagte, man müsse den Verhandlungsführern die Möglichkeit geben, eine “diplomatische Lösung” zu finden.

    “Früher oder später wird man diesen Weg gehen müssen; die Frage ist nur, wie viele unschuldige Menschen in der Zwischenzeit sterben werden”, bemerkte er.

    Letzten Monat legten die USA ihr Veto gegen den brasilianischen Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat ein und begründeten dies mit ihrer “Enttäuschung” darüber, dass Israels “Recht auf Selbstverteidigung” nicht erwähnt wurde.

    Seit Beginn der ethnischen Säuberungsaktion Israels im Gazastreifen am 7. Oktober wurden etwa 8.800 Palästinenser getötet, darunter 3.648 Kinder und 2.290 Frauen.

    Obwohl Israel und seine westlichen Unterstützer weiterhin behaupten, dass die Armee versucht, die Zahl der zivilen Opfer zu “begrenzen”, wurden regelmäßig israelische Bomben auf Krankenhäuser, humanitäre Unterkünfte, Wohngebäude, Schulen, Krankenwagen und zivile Konvois abgeworfen.

    Am Donnerstag erklärte das UN-Menschenrechtsbüro, dass die Angriffe dieser Woche auf das Flüchtlingslager Jabalia “auf Kriegsverbrechen hinauslaufen könnten”.

    “Angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer [und] des Ausmaßes der Zerstörung nach den israelischen Luftangriffen auf das Flüchtlingslager Jabalia haben wir ernsthafte Bedenken, dass es sich um unverhältnismäßige Angriffe handelt, die auf Kriegsverbrechen hinauslaufen könnten”, schrieb das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in den sozialen Medien.

    Auch UNICEF bedauerte das Vorgehen der israelischen Armee und nannte den Gazastreifen einen “Friedhof für Kinder”.

    Da ein Ende der Krise nicht in Sicht ist, hat sich die US-Regierung schlichtweg geweigert, zu einem Waffenstillstand aufzurufen, und behauptet stattdessen, Israel habe ihre “volle Unterstützung”. Am Mittwochabend signalisierte US-Präsident Joe Biden jedoch eine subtile Abweichung von dieser Politik, als er auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte, dass es eine humanitäre “Pause” in Gaza geben sollte.

    Washington hat mehrere Kriegsschiffe und Dutzende militärischer Frachtflugzeuge in das östliche Mittelmeer entsandt, um sich auf einen umfassenderen Konflikt in Westasien vorzubereiten. Berichten zufolge haben sich US-Truppen auch stark an Israels langwierigen Versuchen beteiligt, die Kontrolle über den nördlichen Gazastreifen zu übernehmen.

    https://new.thecradle.co/articles/israel-has-no-right-to-self-defense-as-an-occupying-state-russia


    Info: https://linkezeitung.de/2023/11/03/russland-israel-hat-als-besatzungsstaat-kein-recht-auf-selbstverteidigung


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Denunziationsparagrafen: Wie Nancy Faeser gesetzlich den Rechtsstaat abschafft

    3 Nov. 2023 09:52 Uhr

    Es gibt Gesetzesvorhaben, bei denen stehen einem bildlich die Haare zu Berge. Aus dem Ministerium von Frau Faeser wurde mit dem Vorschlag für die Änderung des Verfassungsschutzgesetzes ein besonders extremes Beispiel geliefert. Es soll pauschal Handlungen legalisieren, die in einem Rechtsstaat gar nicht zulässig sein dürfen.


    Quelle: www.globallookpress.com © Christoph Soed


    Der Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang und die Bundesministerin des Innern Nancy Faeser bei der Präsentation des jüngsten Verfassungsschutzberichtes am 20. Juni 2023


    Von Dagmar Henn

    Man kann in Deutschland zusehen, wie der Rechtsstaat demontiert wird, Schritt für Schritt. Und inzwischen haben diese Entwicklungen ein beträchtliches Tempo angenommen. Die Änderungsvorschläge, die die Regierungskoalition für das Verfassungsschutzgesetz vorgelegt hat, sind inzwischen zwar vielerorts kritisiert worden (etwa imCicero oder auf den NachDenkSeiten), aber ihre Bedeutung ist weit größer, als bisher in all diesen Darstellungen zusammengenommen.


    Neuer Grundrechtseingriff? Bundesbeamter fordert Gesinnungsprüfung für Kandidaten




    Meinung

    Neuer Grundrechtseingriff? Bundesbeamter fordert Gesinnungsprüfung für Kandidaten






    Bevor man ins Detail geht, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, was einen Rechtsstaat ausmacht. Im Kern ist das die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Gesetz und die Möglichkeit der Bürger, dieses staatliche Handeln über die Anrufung eines Gerichts überprüfen zu lassen. Konkret heißt das, es muss eine rechtliche Grundlage für dieses Handeln geben, egal in welchem Bereich, und ich muss die Möglichkeit haben, gegen Handlungen seitens des Staates zu klagen.

    Nun bewegen sich Dienste wie die Verfassungsschutzbehörden ohnehin in einem Graubereich, allein schon deshalb, weil sie nur für all jene Dinge zuständig sind, die eben nicht den Charakter eines konkreten Strafrechtsverstoßes annehmen, denn die sind von vornherein Aufgaben der Strafermittlungsbehörden. Wer je einen Verfassungsschutzbericht gelesen hat, der weiß, wie sehr es da um Vermutungen geht. Wer sich an Dinge wie die Berufsverbote erinnert, der weiß auch, dass diese Informationssammelei alles andere als harmlos ist und folgenlos bleibt.

    Die deutschen Verfassungsschutzbehörden waren auch in den letzten Jahren ungewöhnlich kreativ, um ihre Zuständigkeitsbereiche auszuweiten. Man denke nur an die hübsche Formulierung von der befürchteten "Delegitimierung des Staates". Das ist ein – nicht justiziables – Delikt, das man bereits begeht, wenn man auf die intellektuellen Fähigkeiten einer Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hinweist, oder wenn man das Fehlen jeglicher diplomatischer Tätigkeiten kritisiert.

    Welche Ansichten in der Kategorisierung durch den Verfassungsschutz (nicht des Strafrechts) als "Bestrebungen, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung" gerichtet einsortiert werden, oder als "gegen den Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere das friedliche Zusammenleben der Völker" gerichtet gelten, unterliegt starken Schwankungen, die von den politischen Interessen der jeweiligen Regierungen bestimmt sind. Wenn man Bundespolitikern bei ihren Äußerungen zu Russland und die Russen betreffend lauscht, würde man durchaus sagen wollen, sie seien "gegen den Gedanken der Völkerverständigung" gerichtet, aber das ist die NATO-Linie, also gilt das nicht als anrüchig.


    Medienbericht: Faeser-Ministerium finanzierte Gesinnungsprüfung von Abgeordneten




    Medienbericht: Faeser-Ministerium finanzierte Gesinnungsprüfung von Abgeordneten






    Nun gab es in den letzten Jahren ohnehin schon eine massive Verschärfung des meinungsbezogenen Strafrechts, um völlig legitime Meinungsäußerungen zu inkriminieren, wie etwa das Konstrukt mit "Billigung einer Straftat" bezogen auf Äußerungen, die den russischen Militäreinsatz in der Ukraine für legitim halten. Wenn man betrachtet, womit sich der Verfassungsschutz befasst, kann und darf man solche Verschiebungen im Strafrecht nicht übergehen, denn wenn sich das Strafrecht in den Bereich der Meinungsfreiheit hinein ausdehnt, dann dehnt sich der diesem vorgelagerte Bereich, den der Verfassungsschutz für beobachtungswürdig hält, mit aus.

    Wenn also beispielsweise die Meinung "Russland hat recht, das Naziregime in der Ukraine muss weg" schon zum Gegenstand eines Strafverfahrens wird, dann genügt selbst die Aussage "man sollte einmal darüber nachdenken, ob an den russischen Argumenten doch etwas dran ist", um die Person, die derartiges äußert, zum Objekt von Beobachtung und Datenerfassung durch den Verfassungsschutz zu machen.

    Das Bundesministerium des Innern hat nun einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, der die bisherige Regelung zur Weitergabe von Daten für unzulässig erklärte, forsch genutzt, um die Möglichkeit eben dieser Weitergabe künftig möglichst noch beträchtlich auszuweiten. Inzwischen liegt der entsprechende Entwurf im Wortlaut vor, man kann also genau überprüfen, was da beabsichtigt ist.

    Noch eine Erinnerung vorneweg – wenn man wissen will, welche Folgen eine bestimmte gesetzliche Regelung haben kann, betrachtet man nicht den Fall der freundlichsten, sondern den der bösartigsten Anwendung. Wenn jemand argumentiert, das sei sicher nicht so böse gemeint, ist das ausgesprochen naiv; schließlich würde selbst, wenn jetzt eine "freundliche" Lesart zur Anwendung käme, das keine Garantie dafür sein, dass das nach dem nächsten Regierungswechsel oder mit dem nächsten Krieg der NATO so bleibt.

    Schon beim ersten Punkt der Neuerungen, der Pflicht zur Weitergabe seitens des Bundesamtes für Verfassungsschutz an "zuständige inländische öffentliche Stellen", gibt es eine Formulierung, die für Missbrauch so weit offen ist wie ein Scheunentor. Denn Daten müssen nicht nur weitergegeben werden "zur Vorbereitung und Durchführung von Verfahren und Maßnahmen wegen einer Verletzung der Verfassungstreuepflicht im öffentlichen Dienst" und zur Durchsetzung von EU-Sanktionen, sondern auch "zur Abwehr einer sonstigen Gefahr", die "von Bestrebungen oder Tätigkeiten nach §3 Absatz 1 ausgeht".


    "Trainingsprogramm für Journalist:innen": Verfassungsschutz tagt zum Thema "Meinungsbildung 2.0"





    "Trainingsprogramm für Journalist:innen": Verfassungsschutz tagt zum Thema "Meinungsbildung 2.0"





    Das sind unter anderem die ziemlich vagen Unterstellungen von "Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" gerichtet sind. Was sich alles unter diesem Begriff subsumieren lässt, kann man in allen Verfassungsschutzberichten nachlesen.

    Eine "sonstige Gefahr", die von solchen vagen "Bestrebungen" ausgeht, lässt sich aus vielem konstruieren. Es ist, wie meist, einzig eine Frage des guten oder vielmehr des bösen Willens und des Geschicks der Verfasser einer juristischen Argumentation.

    Aber dass die Verfassungsschutzbehörden andere Behörden mit ihren – man kann es nicht oft genug sagen – strafrechtlich nicht relevanten Informationen versorgen, ist gewissermaßen schon der Normalfall, ob nun rechtlich abgedeckt oder nicht. Das Schöne an der Tätigkeit der Schlapphüte ist ja vor allem, dass jene Fälle eher selten sind, in denen die von dieser Flüsterpost Betroffenen überhaupt erfahren, dass sie Gegenstand solcher Mitteilungen waren.

    Die Behörden nur zu beliefern, damit ist das Faeser-Ministerium aber nicht zufrieden. Es will sich auch eine Rechtsgrundlage verschaffen, um die "Erkenntnisse" des Verfassungsschutzes sogar an private Stellen weiterzureichen. Die tauchen im Paragrafen 23 des Entwurfes als "inländische Stellen zum administrativen Rechtsgüterschutz" auf. Dabei geht es nicht nur darum, Personen zu "deradikalisieren", sondern auch darum, die "Verfügbarkeit von Mitteln (…) zu verhindern", unter anderem die "Sammlung, Entgegennahme oder Verfügbarmachung von Vermögenswerten zur Förderung der Bestrebungen oder Tätigkeiten".

    Es gab in letzter Zeit einige Fälle, in denen beispielsweise Konten gekündigt wurden. Bisher eigentlich eine rechtlich zumindest zweifelhafte Sache; mit der neuen gesetzlichen Regelung aber ganz legal und offiziell veranlassbar. Sobald der Verfassungsschutz der Meinung ist, eine Tätigkeit sei "gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" gerichtet, beispielsweise eine Demonstration gegen die NATO, dann darf der Verfassungsschutz auch mal eben die Bank, als "inländische Stelle", informieren, dass auf dem Konto XY Vermögenswerte, vulgo Geldmittel, gesammelt, entgegengenommen und verfügbar gemacht werden, die vermutlich einem Zweck dienen sollen, der dem Verfassungsschutz nicht passt. Und schon ist das Konto wieder weg.


    "Ricarda Lang dick genannt" – Die Justizposse um Hadmut Danisch könnte ein grüner Spionagekrimi sein





    "Ricarda Lang dick genannt" – Die Justizposse um Hadmut Danisch könnte ein grüner Spionagekrimi sein





    Besonders hübsch ist auch der Paragraf 21 (3) b über "Betrieb oder Beeinflussung von Bildungseinrichtungen oder Tätigkeiten in ihnen, Nutzung von Telemediendiensten oder Veranstaltung von Versammlungen". Die fremdartige "Nutzung von Telemediendiensten" ist das, was jeder Nutzer des Internet tagtäglich betreibt. Dem Verfassungsschutz wird also das Recht verliehen, den Betreibern beispielsweise von sozialen Netzwerken schwarze Listen zu schicken, welche Personen man von der Nutzung auszuschließen habe. Ganz legal.

    Aber das reicht noch nicht. Auch Grundstückserwerb sowie die "Nutzung oder Betrieb von Gewerbeeinrichtungen" stehen auf der Liste.

    Man stelle sich einmal diese Liste unter voller Anwendung behördlicher Kreativität vor. Die Meldung an die kontoführende Bank hatten wir schon. Veranstaltungsräume sind nicht zu haben, weil vorher ein kleiner Anruf kam … auch das gab es praktisch bereits. Das Versammlungsrecht ist ebenfalls ein Grundrecht, aber wen interessiert das schon.

    Die Krönung ist allerdings der Punkt 5: Das Recht, Daten weiterzugeben, um "auf vergleichbare Weise das Gefährdungspotenzial der Bestrebungen oder Tätigkeiten zu reduzieren".

    Noch einmal – es handelt sich samt und sonders um Aktivitäten, die nicht strafbar sind; zum weit überwiegenden Teil reine Meinungs-"Delikte". Der Punkt 5 ist jedoch so formuliert, dass sich im Grunde das Bundesamt für Verfassungsschutz mit seinen Daten auf den nächsten Marktplatz stellen und sie als Flugblatt verteilen könnte. Die Formulierung ist so offen, dass man sich schon sehr mühen muss, um irgendeine Form politischer, aber nicht regierungskonformer Tätigkeit nicht darunter fallen zu sehen.

    Die einzig tatsächlich einigermaßen handfeste Grenze liefert der Paragraf 23. Es darf nicht übermittelt werden, wenn "die schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person das Allgemeininteresse an der Übermittlung überwiegen".


    Ausforschung politischer Gegner: Die Sonnenblumenpartei und ihre finsteren Agenten




    Meinung

    Ausforschung politischer Gegner: Die Sonnenblumenpartei und ihre finsteren Agenten






    Es ist durchaus zutreffend – wie in einigen Artikeln zu diesem Entwurf bereits zu lesen war –, dass kleine Anrufe bei möglichen Arbeitgebern oder Vermietern mit im Angebotskatalog stehen. Und hier sind wir an genau jenem Punkt, an dem es sich um eine völlige Aufhebung des Rechtsstaatsprinzips handelt, und zwar gleich in mehreren Aspekten.

    Der erste ist altbekannt, beispielsweise aus den Regelungen zur Telefonüberwachung, bei denen die Bundesrepublik schon traditionell besonders großzügig war. Eigentlich müssen die Betroffenen im Fall einer richterlich angeordneten Überwachung nach deren Ende informiert werden. Das passierte aber schon früher höchst selten. Und wenn der Überwachte gar nicht weiß, dass er überwacht wird, kann er auch keine Rechtsmittel bezüglich der Rechtmäßigkeit dieser Überwachung einlegen.

    Genau diese Situation erzeugt diese vorgesehene gesetzliche Regelung in unbegrenzter Vielzahl. Wer auch immer ins Visier der Mitteilungsfreudigkeit dieser Bundesbehörde gerät, welche Folgen diese Mitteilungsfreudigkeit auch zeitigt, er wird es im Regelfall nicht erfahren. Eine Verpflichtung dazu ist nicht vorgesehen. Wenn man aber gar nicht weiß, was besagte Behörde im eigenen – persönlichen wie gesellschaftlichen – Umfeld so erzählt und an Reaktionen veranlasst, hat man auch keine Möglichkeit, dagegen zu klagen.

    Die Folgen, die solche "Datenübermittlungen" haben können, können durchaus einer schwerwiegenderen strafrechtlichen Maßnahme entsprechen. Ist es schlimmer, einen Strafbefehl wegen des Paragrafen 140 StGB zu bekommen oder wegen eines Anrufs beim Arbeitgeber die Arbeit zu verlieren? Letzteres ist üblicherweise gravierender. Beim Strafbefehl kann man ein Verfahren erzwingen, was zwar nicht mehr allzu viel wert ist, aber zumindest formal noch ein rechtsstaatliches Vorgehen.

    Man kann weder gegen die Entscheidung, einen Plauderanruf zu tätigen, noch gegen dessen Folgen klagen, weil sich Ersteres der Kenntnis entzieht, und für Letzteres der wirkliche Verursacher gar nicht zur Verfügung steht, denn der ist nicht bekannt. Was also tatsächlich durch eine solche Regelung entsteht, ist eine Möglichkeit einer außergerichtlichen Bestrafung von Handlungen, die keinen strafrechtlichen Verstoß darstellen, wobei die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit ebenso missachtet werden wie die der Bindung an Recht und Gesetz.


    Einen Tag nach Gerichtsverhandlung: Satiriker Tim Kellner erhält nächstes Ermittlungsverfahren


    Einen Tag nach Gerichtsverhandlung: Satiriker Tim Kellner erhält nächstes Ermittlungsverfahren





    Übrigens darf das "Wissen" ebenso munter an ausländische sowie "über- und zwischenstaatliche Stellen" weitergegeben werden. Also an EU-Behörden, die CIA oder sogar den ukrainischen SBU ... als Grund dafür genügt nämlich der "Schutz der Sicherheit eines anderen Staates". Ein Sachverhalt, der bekanntlich nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika großzügig ausgelegt wird.

    Wenn man sich daran erinnert, wie weit deutsche Behörden bereits bei Kritikern der Corona-Maßnahmen gegangen sind und wie großzügig längst einfachste Meinungsäußerungen mit dem Strafrecht überzogen werden, wie rege daran gearbeitet wird, jede abweichende Information zur "Desinformation" zu erklären und damit zum Ziel staatlichen Handelns zu machen, dann kann einem bei diesem Gesetzentwurf nur schwummrig werden. Was werden staatliche Behörden, die unter dem Stichwort "Infektionsschutz" mal eben die Grundrechte dutzendweise ausgehebelt haben, mit der Möglichkeit tun, jeden überall zu denunzieren, der auch nur eine nicht regierungskonforme Ansicht äußert? Ganz zu schweigen von den Eingriffen in die Organisationsfreiheit, die ganz nebenbei ebenso möglich sind.

    Politische Verfolgung ist in Deutschland selten klar als solche kenntlich, denn dafür werden längst zu viele Möglichkeiten unterhalb des Strafrechts und neben diesem genutzt, sei es eine Steuerprüfung, eine Denunziation beim Jugendamt oder ein Problem mit der Krankenkasse. Das ist bisher schon so – ohne eine Legalisierung dieser Techniken, gegen die man sich nicht rechtlich, aber auch nicht politisch zur Wehr setzen kann. Dieser nun eingereichte Entwurf des Verfassungsschutzgesetzes aber dehnt den Raum solcher unsichtbaren Verfolgung ins Unermessliche aus. Der Verfassungsschutz wird damit de facto zur Geheimpolizei und Gerichtsbarkeit in einem, und obendrein im Verborgenen und ohne jedes Einspruchsrecht. Eine Behörde ist das, deren Opfer wie im "Prozess" von Franz Kafka weder Anklage noch Richter jemals kennen werden.

    Reden wir doch noch einmal über Rechtsstaatlichkeit.


    Mehr zum Thema - Die Frau mit der Armbinde ‒ oder: Was gegen Nancy Faeser als Ministerpräsidentin spricht

    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/185796-denunziatonsparagrafen-wie-nancy-faeser-gesetzlich


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Palästinakomitee Stuttgart: infobl@tt Oktober, 2023

    aus e-mail von Irene Eckert, 3. November 2023, 11:10 Uhr


    [image: Um das PAKO-Infoblatt zu sehen, bitte Bilder (Remote Content) in

    dieser Nachricht erlauben]



    Mehr als 8700 Einwohner (darunter mehr als 3000 Kinder und mehr als 2000

    Frauen) des Gazastreifens hat die isr­ael­ische Armee bei ihren

    Bombardierungen in 26 Tagen getötet, in 192 Familien wurden 10 Personen und

    mehr tödlich getroffen. Gleichzeitig geschahen Massaker wie jetzt, als die

    israel­ische Armee Gazas größtes Flüchtlingslager Jabalia an 2 Tagen

    hinter­ein­ander so brutal bombardierte, dass mindestens 150 Menschen

    getötet wurden. An der hohen Zahl der zivilen Opfern, flächenhaften

    Zerstörungen von Wohnhäusern und Infra­struktur sollte offensichtlich

    werden, dass das Vorgehen der israelischen Armee nicht als Versuch

    bezeichnet werden kann, sich vor Hamas zu schützen. Diese hatte am 7.

    Oktober 2023 nach dem Überwinden der Sperranlagen um Gaza zahlreiche

    Zivilisten brutal getötet oder in den Gazastreifen vers­chleppt (insge­samt

    1300 Tote, mehr als 200 Geiseln). Gleichzeitig nehmen die Siedler- und

    Armee-Angriffe auf die palästinensische Bevölkerung in der Westbank rapide

    zu. Die UN berichtet von 2000 Vertriebenen, 43 % von ihnen seit dem 7.

    Oktober. Amnesty International hat damit begonnen, aktuelle

    Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Gazastreifen zu untersuchen und

    fordert ein Waffen­embargo gegen alle Beteiligten. Die

    UN-Sonder­berichterstatterin für die palästinensischen Gebiete Francesca

    Albanese kritisierte am 29. Oktober die Ansicht der UN-Mitgliedstaaten, die

    das israelische Vorgehen als Selbst­ver­teidigung bezeichnen.

    https://news.un.org/en/story/2023/10/1142952


    In unseren Infobrief haben wir Artikel aufgenommen, die die aktuelle

    Situation aus dieser Perspektive beleuchten. Richard Falk, Professor für

    Völkerrecht und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter analysiert die

    juristischen Aspekte. Zwei Artikel setzen sich mit kürzlich aufgetauchten

    Dokumenten eines israelischen Ministeriums und eines Think Tanks

    auseinander, die detaillierte Pläne für den gewaltsamen Transfer der

    Palästinenser aus dem Gazastreifen in den ägyptischen Sinai enthalten. Zwei

    weitere Beiträge beleuchten die gefährliche Situation für Palästinenser im

    übrigen Land. Jonathan Cook setzt sich mit der israelischen

    Kriegspropaganda auseinander. Und wir haben Berichte über Hinweise

    aufgenommen, die die alleinige Verantwortung der Hamas für die vielen toten

    israelischen Zivilisten am 7. Oktober in Zweifel ziehen. Es ist klar, die

    Ursachen für die jetzige Krise liegen im israelischen Siedlerkolonialismus

    und Apartheid­system.


    Die Proteste der Tausenden und Hundertausenden gegen den israelischen Krieg

    in Gaza, darunter die Jewish Voice for Peace mit ihren großartigen Aktionen

    am New Yorker Central Station und am Kapitol und die Generalstreiks der

    Palästinenser im Land, sind der wichtigste Faktor für die Überwindung der

    aktuellen gefährlichen Situation. Hoffen wir, dass sie auch den Anstoß

    geben für die Überwindung des diskriminierenden Siedlerkolonialismus und

    den Grundstein legen für demokratische und sozial gerechte Verhältnisse im

    gesamten historischen Mandatspalästina.


    *Wie die hunderdtausenden Demonstrierenden weltweit, fordern wir

    Waffenstillstand jetzt ! Ceasefire Now !*



    „Die Weigerung des Westens, zu einem Waffenstillstand aufzurufen, bedeutet

    grünes Licht für die ethnische Säuberung

    Richard Falk

    middleeasteye.net, Übersetzung Pako

    Gegen einen Waffenstillstand: Antony Blinken (li), Joe Biden,

    Kriegsminister Lloyd Austin (re)


    Ofizielles

    Pressefoto


    Der Professor für internationales Recht und ehemalige

    UN-Sonderberichterstatter für Westbank und Gaza *Richard Falk stellt klar*:

    Die westlichen Staaten haben den gesetzlosen Extremismus des Staates Israel

    und dessen möglicherweise angestrebtes Ziel gedeckt – die umfassende

    Enteignung und ethnische Säuber­ung des palästinen­sischen Volkes. In der

    Lawine emotions­geladener Kommentare zum Angriff palästinensischer Kämpfer

    ...am 7. Oktober 2023 scheinen ..Politiker vergessen zu haben, dass der

    *Gazastreifen aus völkerrechtlicher Sicht weiterhin ein besetztes Gebiet

    ist. Es unterliegt der Vierten Genfer Konvention (Genf IV)*.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/richard-falk-voelkerrecht-okt-23.pdf>

    Die israelische Armee fügt dem Gazastreifen mit schwersten Bombardierungen

    eine neue Hölle zu

    Maureen Claire Murphy

    electronic intifada/Übersetzung Pako

    Karim Khan, der Chefankläger des

    Internationalen Strafgerichtshof, reiste nach Rafah, an die Grenze des

    Gaza­streifens. Er will Kriegsverbrechen im gesamten historischen

    Mandatspalästina untersuchen.

    Screenshot Film auf X


    Die Vereinten Nationen erklärten am Samstag­abend, 28. Oktober 2023, dass

    „bruchstückhafte Informationen darauf hin-deuten, dass die letzten 24

    Stunden ... die intensivsten israelisch­en Luftangriffe und

    Artilleriebeschüsse“ seit Beginn der Militäraktion am 7. Oktober

    statt­gefunden haben. Maureen Claire Murphy fasst die jüngsten

    Entwicklungen zusammen, die verdeutlichen, dass die israelische Regierung

    sowohl in Gaza als auch in der Westbank eine ethnische Säuberung so weit

    wie möglich durch­setzen will. Die UN-Forderung nach einem Waffenstillstand

    wird mit schärferer Bombard­ierung beantwortet, humanitäre Hilfe

    offensichtlich behindert usw.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/borbardierungen-auf-gaza-okt-2023.pdf>

    Eine israelische Denkfabrik und ein Ministerium entwerfen Pläne für die

    ethnische Säuberung des Gazastreifens

    Jonathan Ofir/Yuval Abraham


    mondoweiss.net/mag972, Übersetzung Pako

    Drohnenaufnahme von flächenmäßigen Zerstörungen im Gazastreifen.

    Youtube

    screenshot


    Während die israelische Kriegsführung flächen­mäßig Infra­struktur und

    Wohnge­bäude zerstört, gelangen Dokumente an die Öffentlich­keit, die

    Konzepte für den Transfer der palästin­en­sischen Bevölkerung des

    Gazastreif­ens nach Ägypten vorsehen. Zuerst war es der likudnahe thinktank

    Misgav, einige Tage später kam ein Papier des israelischen

    Geheimdienst­ministeriums in der aktuellen Regierung ans Licht, der

    detailliert solche Pläne vorschlägt, einschließlich der propagandistischen

    Begleit­ung im Ausland. Wir haben 2 Artikel dazu übersetzt, die sich mit

    den Transfer­plänen und ihrer aktuellen Bedeutung auseinandersetzen.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/102023-eine-israelische-denkfabrik-entwirft-einen-plan-fuer-die-vollstaendige-ethnische-saeuberung-des-gazastreifens.pdf>

    Deutschland ist mitverantwortlich für die israelischen

    Kriegsverbrechen in Gaza

    Lena Obermaier

    jacobin.com, Übersetzung Pako

    Ahmad Mansour erklärt bei Markus Lanz die Nowendigkeit der Vernichtung von

    Gaza <https://twitter.com/hahauenstein/status/1713760182289805597?s=20> –

    ohne, dass sich Widerspruch regt.

    X Bildschirm-aufnahme


    Selbst während sich die Gräueltaten in Gaza häufen, hat Deutschland

    Pro-Palästina-Proteste verboten und die israelische Belagerung

    unein­geschränkt unterstützt. Was  in Gaza geschieht, hat nichts mit

    Selbstverteidigung zu tun, das ist offensichtlich. Lena Obermaier fasst die

    verschiedenen Aspekte der unglaublichen Unterstützung des Staates Israel

    durch die Bundesrepublik, einschließlich der aktuellen militärischen.

    Wieland Hoban, Vorsitzender der Jüdischen Stimme, kommt zum Thema Umgang

    mit der deutschen Vergangenheit und dem Antisemitismusvorwurf zu Wort. Über

    repres­sive Politik v.a. im Kulturbereich berichtet  Hanno Hauenstein in *The

    Nation <*" rel="noopener">https://www.thenation.com/authors/hanno-hauenstein>*

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/deutschland-ist-mitverantwortlich-fuer-Israels-kriegsverbrechen-in-gaza.pdf>

    Israel Rachsucht richtet sich gegen alle Palästinenser:innen

    Lubna Masarwa

    middleeasteye.net, Übersetzung f. Pako A. Riesch

    Unter den Opfern ist auch die Familie des Leiters des Gaza-Büros von

    Al-Jazeera, Wael Al-Dahdouh

    Mohammed Zaanoun

    activestills


    Während die Gefahr einer zweiten Nakba für die Palästinenser:innen droht,

    verschließt der Westen in schändlicher Weise  die Augen. Lubna Masarwa,

    eine in Jerusalem lebende Palästinen­serin, beschreibt, dass alle

    Palästinenser:innen im historischen Mandatspalästina in einer äußerst

    gefährlichen Situation leben. Die ultra­rechte Regierung hat Waffen an die

    Siedler:­innen verteilt, rechte Politiker:innen drohen den

    Palästinenser:innen mit israelischem Pass mit der Ausweisung. Schikanen der

    Siedler:innen bestimmen den Alltag, auch die Zahl der Toten in der Westbank

    steigt rasch Für die MEE-Korrespondentin Lubna Masarwa ist dabei Mitgefühl

    für die zivilen Israelis, die am 7. Oktober attackiert wurden,

    selbst­verständlich.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/Israels-rachsucht-gegen-alle-palaestinenser.pdf>

    Während alle Augen auf Gaza gerichtet sind, führen die israelischen Siedler

    in der Westbank ihren eigenen Krieg

    Jessica Buxbaum

    newarab.com, Übersetzung Pako

    Qusra, West Bank, 12.10.2023:Beerdigung von vier von Siedlern ermordeten

    Palästin­ensern

    activestills.org, Wahaj Bani Moufleh


    Als Reaktion auf den Angriff der Hamas hat der israelische nationaler

    „Sicherheits-Minister“ Itamar Ben Gvir, zivile Teams bewaffneten,

    insbesondere in Städten nahe der israelischen Grenze, in

    Westbank-Siedlungen und in Städten mit sowohl palästinensischer als auch

    jüdischer Bevölkerung. Nach Angaben eines Sicherheits­ausschusses im

    israelischen Parlament wurden bisher ca. 150.000 Schusswaffen an Siedler

    verteilt. (...) Ein Mitglied des israelischen Parla­ments, Ariel Kallner,

    forderte eine Wiederhol­ung der Massenvertreibung von Palästinen­sern

    während der Staatsgründung Israels im Jahr 1948.  Präsident Herzog macht

    Stimmung gegen die Palästinenser: Eine ganze Nation ist verantwortlich [für

    den 7. Oktober — PaKo].

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/waehrend-alle-auf-gaza-schauen-fuehren-siedler-krieg-in-westbank.pdf>

    Gaza-Palästina: Das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung

    Alain Gresh

    orientxxi.info, Übersetzung Pako

    Haggai Matar, israelischer Journalist

    Pako-Grafik


    Der Journalist und Autor Alain Gresh (u.a. Le Monde diplomatique) bindet

    die Ereignisse vom 7. Oktober 2023 in den historischen Zusam­menhang ein.

    Er analysiert sie im Vergleich mit dem Oktoberkrieg 1973: Es war ebenfalls

    im Monat Oktober, vor genau 50 Jahren, im Jahr 1973. Die ägyptische und

    syrische Armee überschritten die Waffenstill­standslinie und fügten der

    israelischen Armee schwere Verluste zu. Was für ein furchtbarer Aufruhr in

    Tel Aviv! Während die Geheimdienste Informationen hatten, dass ein Angriff

    bevor­stand, blieb die politische Führung in ihrer Arroganz eingehüllt..

    „Auch damals versuchten die israelische Regierung und manche Politiker den

    Angriff isoliert darzustellen.“

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/das-recht-widerstand-zu-leisten.pdf>

    Hinweise, dass israelische Streitkräfte für den Tod von israelischen

    Zivilisten und Streitkräften veantwortlich sind

    mondoweiss.net

    mondoweiss.net, Übersetzung f. Pako A . Riesch

    Li: Yasmin Porat, Überlebende des Blutbads im Kibbuz Be'eri im Interview

    <https://youtu.be/fghF54maONw>

    im israelischen TV-Sender Kan

    ei.net

    Bildschirm-aufnahme


    Immer mehr Berichte deuten darauf hin, dass israelische Streitkräfte mit

    verant­wortlich sind für den Tod von israelischen Zivilisten und

    Streitkräften nach dem Angriff vom 7. Oktober. Der Mondoweiss-Artikel fasst

    entscheidende Aussagen von Militärs und Zivilisten in mehrer­en

    israelischen Medien zusammen. Diese Angaben lassen darauf schließen, dass

    das israelische Militär ohne Rücksicht auf die von den Hamas-Leuten

    festgehaltenen Kämpfer Zivilisten und Soldaten angriff. Es handelt sich um

    ein Vorgehen, das seit 1986 und aus dem Gazakrieg 2014 als Hannibal-Doktrin

    bekannt ist. Die Übersetzung des Artikels zum Interview mit Yasmin Porat

    (siehe Foto) findet sich auf der PaKo-Website.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/immer-mehr-berichte-okt-2023.pdf>

    Israelisch-palästinensischer Krieg: Der Staat Israel wird immer wieder beim

    Lügen ertappt. Und doch lernen wir nie

    Jonathan Cook

    middleeasteye.net, Übersetzung Pako

    Palästinensisches Kind in den Ruinen des Hauses seiner Familie. Die

    israelische Armee versucht oft, die Brutalität gegenüber der

    Zivilbevölkerung mit Falschbehauptungen zu verschleiern.  Screenshot

    Bericht Al Jazeera


    Jonathan Cook setzt sich vor allem mit der Diskussion um die Bombardierung

    des Al-Ahli-Krankenhauses in Gaza-Stadt ausein­ander, bei der 500 Menschen

    starben. Die israelische Regierung, unterstützt von einigen „westlichen“

    Regierungsvertretern versuchte, eine fehlgeleit­ete Rakete des Islamischen

    Jihad für das Massaker verantwortlich zu machen. Cook zeigt zum einen, wie

    unglaubwürdig diese Behaup­tung ist. Er arbeitet auch heraus,  wieviele

    offene Lügen der israelischen Armee und Regierung bereits klar widerlegt

    wurden und warum diese Praxis leider immer noch funktion­iert. Das

    blockiert den dringend notwendigen Schritt, Kriegsverbrecher zur

    Rechenschaft zu ziehen.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/israel-propaganda-jonathan-cook.pdf>

    Israel/Gaza: Beweise für Kriegsverbrechen – israelische

    Angriffe löschen ganze Familien aus

    Amnesty International

     Amnesty Website

    Klare Worte zur palästinensischen Situation: Mustafa Barghouti, gen. sec.

    of the Palestinian National Initiative bei CNN, Video auf X/Twitter

    <https://twitter.com/The_NewArab/status/1711384571797745898>

    Bildschirm-

    aufnahme

    X


    Amnesty international (AI) hat 5 Fälle von israelischen Angriffen auf den

    Gazastreifen zwischen dem 7. und 12. Oktober 2023 unter­sucht und kommt zum

    Ergebnis, dass alle gegen das „humanitäre Völkerrecht verstießen“, da keine

    Vorkehrungen für den Schutz von Zivilist­en getroffen wurde, wahllos

    angegriffen oder gar gezielt zivile Objekte ins Visier genommen wurden.

    AI-Generalsekretärin Agnès Callamard stellt fest: "Die israelischen

    Streitkräfte haben eine schockierende Missachtung des Lebens von Zivilisten

    bewiesen....". AI fordert u.a. eine Aufhebung der Gaza-Blockade und ein

    Waffen­embargo gegen alle Parteien, also auch gegen den Staat Israel. Kurze

    deutsche Pressee­klärung mit Verweis auf den englischen Bericht.

    Link zum Artikel

    <https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/israel-gaza-beweise-kriegsverbrechen-israelische-armee>

    Wie Gaza den Spieß gegen seine Gefängniswärter umdrehte

    David Hearst

    middleeasteye.net, Übersetzung Pako

    Massives Versagen israelischer Geheimdienste, der Armee und der Regierung

    ermöglichte den Durchbruch des Grenzauns


    Screenshot

    youtube-Video

    Hindustan Times


    David Hearst beleuchtet die Situation, in die der Angriff der Hamas wie

    eine Explosion hinein­platze. Für Netanjahu war der Punkt erreicht, an dem

    er die Palästinenser von der Landkarte wegwischen konnte, wie er es mit

    seinen Schaubildern in der UN-Vollversammlung demonstrierte. Die

    Palästinenser litten unter seiner rechts­extremen Regierung, der Armee und

    den Siedlern. Hearst: Die Verantwortung für den Angriff an diesem

    Wochenende liegt bei all jenen, die schon vor langem aufgehört haben, die

    Palästinenser:innen als Menschen zu betrachten. Für einen Staat, der es

    gewohnt ist, die totale Kontrolle über sieben Millionen Palästinenser:innen

    auszuüben, kam es in den letzten 48 Stunden zu einem dramatischen

    Rollentausch.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/gaza-hat-den-spiess-umgedreht.pdf>

    Israel ist wütend darüber, dass eine ältere Geisel von einer menschlichen

    Behandlung durch die Hamas sprach

    Ali Abunimah

    electronicintifada.net, Übersetzung Pako

    Yocheved Lifshitz dreht sich um, schüttelt einem Mitglied der

    Qassam-Brigaden die Hand und sagt „Shalom“, als sie dem Roten Kreuz

    übergeben wird

    X Bildschirm-aufnahme


    Israelische Kommentatoren und Pressevertreter sind nachweisbar verärgert,

    weil die ältere Israelin, Yocheved Lifshitz nach ihrer Freilassung von

    Hamas sagte, sie sei gut behandelt worden, als sie in den letzten zwei

    Wochen in Gaza festgehalten wurde. Es ist vielsagend, dass Lifshitz'

    Aussage einigen israelischen Propagand­isten missfällt. Die

    Hamas=ISIS-Botschaft der israelischen Regierung, mit der der andauernde

    israelische Genozid im Gazastreifen gerecht­fertigt wird, hat seine

    wesentliche Grundlage darin, dass die Palästinenser als dämonische Bestien

    dargestellt werden, die unfähig zur Empathie sind.


    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/israel-wuetend-ueber-aussagen-von-geisel.pdf>

    Gaza zerschmettert die Fassade von „Ruhe“

    Mohammed R. Mhawish

    972mag.com, Übersetzung für Pako G. Merz



    Mohammed Mhawish schreibt über den 7. Oktober, die Vorgeschichte und den

    Beginn des israelischen Angriffs aus der Perspek­tive eines Bewohners des

    Gazastreifens: „Dieser neue Angriff von Widerstands­gruppen in Gaza folgt

    auf eine Serie von intensiven Wochen von Gewalt des israelischen Staates

    und der Siedler quer durch die besetzten Gebiete, die eine beträchtliche

    Rolle spielten und uns zu dieser laufenden Krise führten. Palästinenser

    haben Alarm geschlagen und gewarnt, dass die Blockade, ständige Verarmung,

    wiederholte israelische Überfälle und die Zerstückelung ihrer Gemeinden

    wahrscheinlich eine Explosion herbeiführen könnte...“

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/gaza-zerschmettert-die-fassade-von-ruhe.pdf>

    Es gibt keinen Beweis dafür, dass pal. Kämpfer Babys „enthauptet“ haben.

    Die einzige Quelle ist ein radikaler Siedler

    David Reed

    mondoweiss.net. Übersetzung Pako

    David Ben Zion in einem Video von einer Siedlungsbaustelle (links) und

    Stunden nachdem er i24 mitteilte, dass die israelische Armee von der Hamas

    enthauptete Babys gefunden habe (rechts)

    thegrayzone.

    com


    Wahrscheinlich haben Sie gehört, dass Hamas-Kämpfer 40 israelische Kinder

    in Kfar Aza bei Gaza enthauptet haben. Bel Trew, eine Repor­terin von The

    Independent, erfuhr dies von Major David Ben Zion, einem führenden Aktiven

    der Siedler­bewegung, allerdings ohne weitere Belege. So verbreitete sich

    die grausame Geschichte bis zu US-Präsident Biden. Fakt ist, bisher hat

    niemand die Geschichte überprüft und das israelische Militär hat keine

    Belege. Bei 14 Berichten über Vergewaltigungen ist die Beweislage genauso,

    die Los Angeles Times hat Artikel über beides zurückgezogen und beginnt zu

    „klären“. Das Schlimme ist, die Geschichten werden trotzdem weiter

    ungeklärt verwendet, um Palästinenser zu dämonisieren.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/keine-beweise-fuer-enthauptung-von-babys.pdf>

    Die Doppelmoral gegenüber Israel und Palästina lässt uns in moralischer

    Finsternis zurück

    Moustafa Bayoumi

    theguardian.com,  übersetzung Pako

    Zitat aus dem Artikel

    Pako-Grafik


    Moustafa Bayoumi vergleicht die Reaktion in der "westlichen Welt" auf den

    Krieg gegen die Ukra­ine und gegen Gaza: Biden und Zelensky unter­stützen

    einen Krieg, den sie als „unprovoziert“ bezeichnen, aber eine wehrlose

    Bevölkerung wird den Preis für Fehlinformationen der Medien bezahlen.

    Die Palästinenser:innen im Gazastreifen, in der Westbank und in Israel

    leben alle unter ver­schiedenen Sytemen organisierter Diskrimini­erung und

    Unterdrückung, von denen viele das Leben fast unerträglich machen, und wenn

    die US-Medien das Thema nicht einmal richtig einordnen können, welchen Sinn

    hat es dann, überhaupt darüber zu berichten?

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/doppelmoral-israel-palaestina-okt-2023.pdf>

    Kein Frieden ohne Dekolonisierung

    middleeasteye.net

    middleeasteye.net, Übersetzung Pako

    Ein Vater trauert um sein Kind:

    Deir Al-Balah,22.10.23, Zentral-Gaza Activestills

    Mohammad Zaanoun


    Erklärung des North African Decolonial Networks, eines internationalen

    Zusammen­schlusses von Wissenschaftlern und Künstlern, die sich mit

    Dekolonisierung auseinandersetzen: Wir, die Mitglieder und Freunde des

    North African Decolonial Network, folgen dem Aufruf unserer Kolleginnen und

    Kollegen der Birzeit Universität in der besetzten Westbank, die wir für

    ihren Mut und ihre Ausdauer beglück­wünschen.

    Wir möchten unsere uneingeschränkte Solidari­tät mit dem palästinensischen

    Volk und seinem Recht auf Befreiung sowie unser Mitgefühl für alle zivilen

    Opfer zum Ausdruck bringen.

    Link zum Artikel

    <https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/kein-frieden-ohne-dekolonisierung.pdf>


       - Wenn Sie dieses Infoblatt nicht per Email bekommen möchten, bitte hier

       klicken: Stornieren

       <info@senderfreiespalaestina.de?Subject=PAKO-Stuttgart-Infoblatt%20stornieren&Body=Bitte%20entfernen%20Sie%20meine%20Emailadresse%20von%20der%20Mailingliste%20des%20PAKO-Stuttgart-Infoblatts.>

       - Falls Sie das Infobl@tt dennoch weiterhin erhalten, prüfen Sie, ob Sie

       es von jemand anderem erhalten haben und wenden Sie sich bitte an ihn/sie.

       - Zum Webversion dieses infobl@tts

       <https://senderfreiespalaestina.de/infoblatt-archiv/PAKO-Stuttgart-Infoblatt-10.2023.htm>.

         Hier finden Sie unser Infobl@tt-Archiv

       <https://senderfreiespalaestina.de/infoblatt-archiv/>.


    [image: Machen Sie mit!] <https://senderfreiespalaestina.de>


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Der Fall des Talkshowphilosophen – wer wird denn da von Cancel Culture sprechen?

    nachdenkseiten.de, 03. November 2023 um 10:08 Ein Artikel von: Jens Berger

    „In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit! Jeder darf sagen, was er will! Cancel Culture gibt es nicht, dies ist ein Kampfbegriff der Rechten!“ Diese Sprüche sind vor allem in der Berliner Blase sehr populär. Wie falsch sie sind, zeigt das Schicksal des Bestsellerautors und Talkshowphilosophen Richard David Precht. Der hatte sich zuvor mit einem medienkritischen Buch angreifbar gemacht und nun hat ihn ein lapidar dahingesagter – inhaltlich falscher – Satz über das orthodoxe Judentum ins Zentrum der Cancel Culture befördert. Seine Honorarprofessur musste er schon niederlegen, Lesungen mit ihm werden abgesagt und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er auch von den Bildschirmen verschwindet. Aber ja. Er durfte immerhin seine Meinung sagen.


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    Die Zeiten, in denen der medial sehr präsente Philosoph Richard David Precht Everybody’s Darling war, sind lange vorbei. Am Ende der Coronakrise machte Precht erstmals durch harte Kritik an der Maßnahmenlogik der Bundesregierung auf sich aufmerksam. Es folgte ein sehr lesenswertes Buch, in dem er zusammen mit dem medial ebenfalls sehr aktiven Soziologen Harald Welzer den Journalismus massiv kritisierte. Das war den Kritisierten zu viel und fortan fand sich Precht im Fadenkreuz der Schreibtisch-Sniper wieder. Kritische Äußerungen zu Annalena Baerbock und zu den Waffenlieferungen in die Ukraine befördern ihn endgültig auf die Abschussliste.

    Da kam den Leitartiklern natürlich eine Falschaussage Prechts zum Thema „Judentum“ sehr gelegen. In seinem Podcast mit Markus Lanz ging es um das Thema Israel und da rutschte Precht bei einem Dialog mit Lanz zu den ultraorthodoxen Juden die verkürzte Aussage heraus, diesen „sei es ja durch ihre Religion verboten zu arbeiten – außer im Finanzwesen oder im Diamantenhandel“. Das ist natürlich falsch. Die strenge Auslegung des ultraorthodoxen Judentums erlaubt Arbeit zur Existenzsicherung, nicht aber zur Erlangung weltlicher Güter. Und die Spezialisierung vieler Juden auf das Finanzwesen oder den Diamantenhandel hat vor allem historische Gründe, die wiederum meist eine Folge des Antisemitismus in christlichen Gesellschaften sind, in denen Juden beispielsweise verboten wurde, Mitglied von Zünften zu werden. Das weiß auch Precht und er hat seine Aussage später korrigiert und sich dafür entschuldigt.

    Ist diese in ihrer Zuspitzung zweifelsohne falsche Aussage nun aber antisemitisch, wie es die Lautsprecher des Blätterwaldes hinausposaunen? Das ist losgelöst vom Kontext so nicht zu beantworten. In der Passage des Podcasts, in der diese Aussage fiel, ging es um die Spaltung der israelischen Gesellschaft in moderne, liberale Juden und eben jene religiösen Extremisten, die sich unter den Ultraorthodoxen finden. Es ging also nicht darum, das Judentum zu diskreditieren, sondern darum, die Spannungen innerhalb der israelischen Gesellschaft auch anhand religiöser Differenzen aufzuzeigen. Gerade in diesem Kontext ist es natürlich besonders ärgerlich, wenn einem Falschaussagen, die auch im Antisemitismus vorkommen, herausrutschen. Antisemitisch sind diese Äußerungen aber nicht. Und Hand aufs Herz – wem bei einer lebhaften Diskussion noch nie eine ärgerliche Falschaussage herausgerutscht ist, der werfe den ersten Stein.

    Doch bei diesem Thema gibt es vor dem Twitter-Tribunal keine Gnade; erst recht nicht, wenn man ohnehin schon auf der Abschussliste der Hüter der Meinungshoheit steht. Der Shitstorm kam und wurde von den Meinungsmachern in den Medien dankbar aufgenommen. Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert. Im Zusammenspiel mit der Politik fordert man nun das ZDF auf, das Podcastformat von Lanz und Precht einzustellen, seine Honorarprofessur an der Lüneburger Leuphana Universität musste Precht bereits nach „Protesten“ des dortigen Studierenden-Parlaments niederlegen.

    Erst gestern vermeldete der NDR, dass das Hamburger Veranstaltungszentrum „Kulturfabrik Kampnagel“ eine für den 14. November geplante Lesung von Richard David Precht abgesagt hat. Als Begründung wird genannt, dass „zur selben Zeit nebenan der israelische Musiker Asaf Avidan auftrete. Die Kombination beider Veranstaltungen an einem Ort würde den Künstlern nicht gerecht“. Das muss man sich mal vorstellen. Wenn man diese Begründung liest, könnte man ja glatt denken, Precht sei ein Hardcore-Antisemit. Es ist der schiere Wahnsinn. Hätte Precht im Podcast ein ähnlich falschen Satz über fundamentalistische Muslime gesagt, wäre dies wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen, geschweige denn thematisiert worden.

    Aber nein, es gibt ja angeblich keine Cancel Culture. Doch was, wenn nicht Cancel Culture, soll es sein, wenn ein Veranstalter eine Lesung mit einer derart absurden Begründung absagt?


    Rubriken: Antisemitismus Audio-Podcast Erosion der Demokratie Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    „Schwerter aus Eisen“ – ein Völkermord in Gaza

    Norman Paech

    nachdenkseiten.de, 03. November 2023 um 8:00 Ein Artikel von Norman PaechNorman Paech

    Nur eines scheint in diesem furchtbaren Krieg in Gaza nicht bestreitbar, die Zahl der Opfer, ob Tote, Verletzte oder zerstörte Wohnungen, steigt unablässig und wird weiter steigen. Alles andere ist umstritten, wie viele Menschen dem Bombenterror bereits zum Opfer gefallen sind und das Ausmaß der Zerstörungen. Nur manchmal lassen die gelegentlich übermittelten Bilder von den Trümmern das unendliche Elend erahnen, welches die Raketen, Kampfflugzeuge, Drohnen und Panzer bei den Bewohnern in Gaza hinterlassen. Die Medien widmen sich vordringlich der Trauer der Hinterbliebenen des tödlichen Angriffs der Hamas und den Protesten der Verwandten der entführten Geiseln. Die Abgeordneten des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag werden mit einem Papier „Schwerter aus Eisen“ von Israels Botschafter Ron Prosor gefüttert und die Chefs der EU-Staaten quälen sich zu einem Beschluss, der zeitweise Korridore fordert, um die zwei Millionen eingepferchten Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen – damit die nächste Welle der Gewalt und Zerstörung zumindest das Etikett einer „humanen Kriegsführung nach den Normen des humanitären Völkerrechts“ sich anheften kann.


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    Bundeskanzler Olaf Scholz hält an der Fiktion fest, dass Israel „ein demokratischer Staat mit sehr humanitären Prinzipien“ sei und die israelische Armee sich an die Regeln des Völkerrechts halten werde. Da ist es nur folgerichtig, einen Waffenstillstand abzulehnen, um das ohnehin nach Aussage der UNO schon seit 2020 unbewohnbare Gaza endgültig in Schutt und Asche zu legen. In der UNO-Generalversammlung, die mit 120 Stimmen einen Waffenstillstand fordert, enthält sich die deutsche Regierung, bekräftigt aber vor den Türen ihre Ablehnung und besteht auf dem Recht auf Selbstverteidigung nach Art. 51 UN-Charta.

    Was geht da vor? Welche Perversion hat diese Politik ergriffen? Ist dieser Krieg, der ununterbrochene Bombenhagel, dieses ungehinderte tägliche und nächtliche Massaker überhaupt noch mit den allgemeinen Kategorien der Genfer Konventionen und ihrer beiden Zusatzprotokolle erfassbar? Schutz der Zivilisten, gleichgültig ob sie der Aufforderung zur Evakuierung gefolgt sind oder nicht, Schutz der Krankenhäuser und des medizinischen Personals – 4 Krankenhäuser und 38 medizinische Stationen sind zerstört -, Verbot unterschiedsloser Angriffe und der Aushungerung als Mittel der Kriegsführung, Verbot, die Versorgung mit den notwendigsten Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten zu behindern. Appelle, diese Regeln zu beachten, sind seit dem 7. Oktober vollkommen hilflos, ja lächerlich. Dieser Krieg ist schon lange nicht mehr ein Verteidigungskrieg gegen die Hamas. Er ist ein Krieg gegen das Volk in Gaza, welches nach jüngsten Plänen der Regierung vollständig in die Sinai-Wüste nach Ägypten vertrieben werden soll. Das alte Siedlungskonzept „Land ohne Volk“ lebt wieder auf. Dieser Krieg hat alle Regeln hinweggefegt, mit ihnen ist er nicht mehr zu regulieren bzw. zu „humanisieren“.

    Wir müssen uns eingestehen, das ist Völkermord! Ein hässliches Wort, dem man seine Hässlichkeit auch nicht mit dem Begriff Genozid nehmen kann. Gerade in der deutschen Geschichte erinnert es an die äußersten Verbrechen, die nie mehr geschehen dürfen. Und ich zögere, es zu gebrauchen. Das Wort hat dennoch in letzter Zeit politische Konjunktur. Völkermord an den Armeniern, an den Tibetern, den Uiguren und den Ukrainern. Nur gegenüber dem eigenen Völkermord an den Herrero und Nama mag der Bundestag das Wort nicht in eine Resolution kleiden. Und jetzt der Vorwurf des Völkermords an Israel? Er wird gegen die Hamas für ihren Überfall am 7. Oktober, in der Tat ein brutales Kriegsverbrechen, erhoben. Aber gegenüber dem jüdischen Staat – das sei purer Antisemitismus.

    Das Internationale Recht ist nüchtern und emotionslos. Es hat seine Kriterien für den Völkermord in Art. II der Völkermord-Konvention von 1948, Art. 6 des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofes von 1998 und § 6 des deutschen Völkerstrafgesetzbuches von 2002 formuliert. Übereinstimmend heißt es da, dass „Völkermord eine der folgenden Handlungen (sei), die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“. Zu diesen Handlungen gehören die „Tötung von Mitgliedern dieser Gruppe“, wobei die Anzahl nicht von Bedeutung ist. Sodann heißt es, die „Verursachung von schwerem körperlichen oder seelischen Schaden an Mitgliedern der Gruppe“ sowie „vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen“.

    Wer die Bilder von den Trümmern Gazas sieht und die Berichte ihrer Menschen hört, erkennt, dass die stereotypen Meldungen in den Medien von israelischen Angriffen gegen Stellungen der Hamas nur der untaugliche Versuch sind, den unterschiedslosen Krieg gegen die gesamte Bevölkerung im Gazastreifen als gezielte Verteidigung zu rechtfertigen. Dieser „Vernichtungskrieg gegen die Hamas“ zeigt, dass Hamas eben keine kleine Sekte, kein Kartell ist, sondern offensichtlich eine weit in die Gesellschaft verzweigte Organisation, zu deren Vernichtung die Vertreibung und wahllose Vernichtung auch unbeteiligter Menschen notwendig ist. Nur Zyniker können dies als Kollateralschäden im Verteidigungskrieg rechtfertigen.

    Doch entscheidend für den Vorwurf des Völkermordes ist nicht der objektive Tatbestand der Tötung oder die „Verursachung von schwerem körperlichen oder seelischen Schaden“, sondern der subjektive Tatbestand, „die Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“. Dass es daran leider keine Zweifel geben kann, dafür gibt es zu viele eindeutige und radikale Bekenntnisse aus Politik, Armee und Presse. Ob Präsident Jitzchak Herzog am 14. Oktober auf einer Pressekonferenz: „Es ist ein ganzes Volk, das verantwortlich ist. Diese Rhetorik über Zivilisten, die angeblich nicht involviert wären, ist absolut unwahr […] und wir werden kämpfen, bis wir ihr Rückgrat brechen“, oder Premierminister Netanjahu am 8. Oktober: „Wir werden Gaza zu einer Insel aus Ruinen machen“, oder der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari, am 10. Oktober in Haaretz: „Wir werfen hunderte Tonnen von Bomben auf Gaza. Der Fokus liegt auf Zerstörung, nicht auf Genauigkeit“ und Verteidigungsminister Yoav Gallant am 9. Oktober im Fernsehen: „Es wird keinen Strom geben, keine Lebensmittel, keinen Treibstoff, alles ist geschlossen. Wir kämpfen gegen Tiermenschen und handeln entsprechend.“ Oder der Generalmajor der israelischen Armee, Ghassan Allan, bei einer Ansprache am 9. Oktober: „Tiermenschen werden entsprechend behandelt, ihr wolltet die Hölle und ihr kriegt die Hölle“ und ein Veteran der israelischen Armee, Ezra Yachin, am 13. Oktober bei einer Ansprache an Reservisten: „Löscht ihre Familien aus, ihre Mütter und Kinder. Diese Tiere dürfen nicht länger leben“, schließlich die Abgeordnete der Regierungspartei Tally Gotliv am 9. Oktober in der Knesseth: „Jericho-Rakete! Weltuntergangswaffe. Das ist meine Meinung. Mächtige Raketen sollen ohne Grenzen abgefeuert, Gaza zerschlagen und dem Erdboden gleichgemacht werden. Ohne Gnade.“ Diese Sammlung derber Äußerungen ließe sich ergänzen. Wer könnte da noch an dem subjektiven Tatbestand, „die Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“, zweifeln – fast schon geflügelte Worte des Völkermords. Nur unsere Medien wollen von all dem nichts wissen, völlig der Staatsräson erlegen.

    Raz Segal, israelischer Holocaust- und Genocidforscher an der Stockton University in New Jersey, USA, nennt diesen Krieg „einen Lehrbuch-Fall des Völkermords“, und 800 Rechtswissenschaftler in der USA schätzen in einer gemeinsamen Erklärung schon die totale Abriegelung des Gazastreifens als „möglicherweise genocidal“ ein. Sie beziehen sich auf Segals Satz: „In der Tat ist Israels genocidaler Angriff auf Gaza ausdrücklich, offen und schamlos […] Israels Ziel ist es, die Palästinenser in Gaza zu zerstören. Und jene von uns, die in der Welt herumschauen, haben unsere Verantwortung aufgegeben […] dies Verbrechen des Völkermords zu verhindern.“ Diese Verantwortung kann nicht mehr mit Aufrufen zur Beachtung der Regeln des humanitären Völkerrechts oder zur zeitweisen Öffnung humanitärer Korridore und Appellen, die gefangengenommenen Geiseln herauszugeben, wahrgenommen werden. Wer hier für die Fortführung des Krieges plädiert und gegen einen Waffenstillstand votiert oder sich der Stimme enthält, macht sich zum Komplizen dieses Völkermords. Völkermord ist ein Verbrechen, strafbar nach § 6 Völkerstrafgesetzbuch und Art. 6 Römisches Statut. Und wer, wie die Bundesregierung, diesen Krieg unterstützt, macht sich mitschuldig. Dies sollte die Bundesregierung genau bedenken.


    Rubriken: Audio-Podcast Bundesregierung Erosion der Demokratie Medienkritik Militäreinsätze/Kriege

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    03.11.2023

    War es der SPD-Chefermittler?Cum-Ex-Skandal! Laptops mit Mails von Scholz’ Büroleiterin aus Tresor verschwunden

    focus.de, 03.11.2023, 06:00

    FOCUS online/Wochit Cum-Ex-Skandal! Laptops mit Mails von Scholz’ Büroleiterin aus Tresor verschwunden


    Neue Entwicklungen im Cum-Ex-Skandal! Zwei Laptops mit mehreren Hunderttausend E-Mails sollen aus dem Tresor des Untersuchungsausschusses verschwunden sein. Dabei scheint der Chefermittler der SPD eine besondere Rolle zu spielen.

    Im Hamburger Untersuchungsausschuss zur so genannten Cum-Ex-Affäre sind zwei Laptops mit mehr als 700.000 Emails verschwunden. Nach Informationen des „Stern“ und der „Westfälischen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) soll ausgerechnet der von der SPD berufene Chefermittler Steffen Jänicke das heikle Beweismaterial aus dem Tresor im Sicherheitsraum des Untersuchungsausschusses entfernt und versteckt haben. 

    Unter den vermissten Emails befinden sich auch Postfächer von Olaf Scholz‘ Büroleiterin Jeanette Schwamberger, von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher und anderen Topbeamten.


    Laptop mit Mails von Scholz' Büroleiterin verschwunden

    Von den Asservaten erhoffen sich die Abgeordneten im Untersuchungsausschuss neue Erkenntnisse über die Rolle von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Cum-Ex-Affäre der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Nach monatelangem Tauziehen hatte das Justizministerium in Nordrhein-Westfalen Anfang Oktober die Laptops mit den Emails, die im Rahmen der Cum-Ex-Ermittlungen sichergestellt wurden, nach Hamburg übermittelt.

    „Wir wissen nicht, wo sich die Geräte befinden und ob sie an dem Ort sicher sind“, kritisiert Richard Seelmaecker, CDU-Obmann im Hamburger Untersuchungsausschuss. Nach Recherchen von „Stern“ und „WAZ“ entfernte Jänicke die Laptops aus dem Safe im streng gesicherten Aktenraum des Ausschusses. Wohin Jänicke die Laptops gebracht hat, ist unklar. SPD-Mann schweigt zu Vorwürfen - Opposition ist über Vorgang „höchst verwundert“

    Im Raum steht die Frage, ob er gegen die Regeln zur Wahrung der Geheimhaltung des Ausschusses verstoßen hat, in denen es heißt: „Die Akten und sonstigen Unterlagen sind in vom Arbeitsstab zu bestimmenden Akten- und Leseräumen im jeweiligen Gebäude zu verwahren.“ Unklar ist auch, warum er die Laptops aus dem Safe entfernte – auf ihn haben ohnehin nur ausgewählte Mitglieder des Arbeitsstabs Zugriff.

    „Wir sind höchst verwundert über diesen Umgang mit den sensiblen Daten“, sagt Linken-Obmann Norbert Hackbusch. Der Ausschussvorsitzende Mathias Petersen (SPD) beteuerte auf Anfrage, die Laptops würden „im Arbeitsstab unter Einhaltung der Geheimhaltungsvorschriften“ aufbewahrt. Jänicke äußerte sich auf Anfrage nicht.

    Weitere aktuelle Nachrichten

    Wirtschaftsminister Robert Habeck hat in dieser Woche seine neue Industriestrategie vorgestellt. Darin finden sich Sätze, die den aktuellen Zustand von Deutschlands Wirtschaft beschreiben.

    In aufgeregten Zeiten tut sich das Fernsehen schwer, der Emotionalität von Bildern mit der Rationalität von Experten zu begegnen – und läuft so Gefahr, sich zum unfreiwilligen Helfer des Terrors zu machen.

    jpb/stern


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    03.11.2023

    USA fordern Waffenpause, Deutschland war dagegen    (I von II)

    lostineu.eu, 2. November 2023

    Beim EU-Gipfel hat Deutschland verhindert, dass sich EUropa für eine Waffenpause im Krieg gegen Hamas ausspricht. Die USA fordern sie trotzdem.

    „Ich denke, wir brauchen eine Pause“, sagte US-Präsident Biden. Dies sei auch nötig, „um die Gefangenen (aus Gaza) herauszuholen“.

    Derselben Meinung sind viele Israelis, die sich gegen Regierungschef Netanjahu und seinen Kriegskurs stellen.

    Vizekanzler Habeck will davon jedoch nichts wissen. Bei „Lanz“ distanzierte er sich von den „Pazifisten“, die eine andere Nahost-Politik fordern.

    Aus einer falsch verstandenen „Staatsräson“ unterstützt der Grünen-Politiker die israelischen Angriffe, die schon Tausende Menschenleben gefordert haben.

    Diese Angriffe gehen unvermindert weiter – trotz der amerikanischen Forderung. Zuletzt meldete die israelische Führung, dass sie Gaza-Stadt umzingelt habe…

    10 Comments

    1. Stef
      3. November 2023 @ 11:36

      Habeck spielt aktuell den Staatsmann, um sich in Position für höhere Aufgaben zu bringen. Er würde vermutlich vieles sagen, wenn es ihm auf diesem Pfad hilft. Eines traue ich ihm aber nicht zu, nämlich sich dauerhaft in Opposition zu den USA zu setzen. Dass war mehr ein Ausrutscher.

      Intellektuell ist Habeck höheren Aufgaben aber ebenso wenig gewachsen, wie Baerbock. Man merkt ihm deutlich an, dass er seine eigenen Sprachregelungen nur teilweise versteht.

      Im Übrigen ist es das Zweite mal innerhalb von anderthalb Jahren, dass Habeck Menschen pauschal verunglimpft, die sich für friedliche Konfliktlösung einsetzen. Es wäre zu wünschen, dass dies von Wagenknechts neuer Bewegung offensiv ausgeschlachtet wird.

    Reply

    Siegfried Alisch
    3. November 2023 @ 09:47

    Habeck war doch Wehrdienstverweigerer. Die Grünen haben den Verstand verloren. Es ist einfach ekelhaft, wie sie immer weiter zur Eskalation der kriegerischen Konflikte Öl ins Feuer giessen. Die Lösung kann nur im Frieden liegen. Menschenleben dürfen nicht gegeneinander aufgewogen werden.

    Reply

    • KK
      3. November 2023 @ 15:12

      Langsam beginne ich daran zu zweifeln, dass sie je einen Vertsand hatten, die GRÜNEN… wie sonst hätten diese Charaktere in der Partei so nach oben gespült werden können?

      Reply

  • european
    3. November 2023 @ 07:53

    Die Ampelmänner*innen sind im Blutrausch. Da ist fraglich, wann das endet. Laut Pistorius müssen die Deutschen „kriegstüchtig“ werden, nicht nur mit Gerät, sondern auch mental
    Wir sollen wieder „Ja“ brüllen.

    Reply

  • Godfried van Ommering
    2. November 2023 @ 19:56

    Den ganzen Tag geistert die Wortmeldung Bidens von gestern durch die Medien. Wenn die große Mehrheit der Staaten der Welt sich in der UNO Vollversammlung für eine Waffenruhe oder Pause ausspricht sind die VS dagegen. Biden redet sechs Worte, er ist der Boss in Washington und überall, eine Wortmeldung dürftigster Art, aber es könnte den Potenzial haben daß auf ihn gehört wird. An allen Gremien vorbei beschließt der Boss ob und wie da und dort bombardiert wird, und wenn es beim Bombardieren eine Pause braucht. Eine Pause! Angesichts der Verwüstung und der Vernichtung von Menschenleben in Gaza und im Westjordanland! Eine Pause! Und danach geht das Geschäft mit den Bomben weiter? Für die Israelische Regierung würde eine Pause ein böses Erwachen aus dem Rache-Rausch bedeuten, und ihr Regime ins Wanken bringen, denn diese Brutalität begeht auch eine Regierung nur in einer Art Rausch. Bidens Worte machen klar: kein Krieg ohne die USA, the Boss entscheidet; das Geschehen wird unter seine Führung gelenkt, mit Beihilfe vom treuesten Vasall, Bundesrepublik Deutschland. Nur Wahlkampf ist wichtiger als Krieg, und die Demokraten stehen unter schweren Druck ihrer muslimischen Wähler. Also…Doch längst ist das Feuer nicht mehr unter Kontrolle. Vergessen wir nie wie in diesen Tagen die Wertegemeinschaft des Westens geholfen hat das Löschen zuvor zu kommen!

    Reply

    • KK
      2. November 2023 @ 23:55

      „Den ganzen Tag geistert die Wortmeldung Bidens von gestern durch die Medien. Wenn die große Mehrheit der Staaten der Welt sich in der UNO Vollversammlung für eine Waffenruhe oder Pause ausspricht sind die VS dagegen.“

      Biden ist dement – der weiss heute doch gar nicht mehr, was er gestern gesagt hat…

      Man stelle sich vor, er wird noch einmal wiedergewählt, und hat bis dahin vergessen, dass er noch einmal angetreten ist.

      Reply

      • Hans-Heiko Schlottke
        3. November 2023 @ 10:38

        „Biden ist dement – der weiss heute doch gar nicht mehr, was er gestern gesagt hat…“ Umso besser wissen es allerdings jene, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

  • KK
    2. November 2023 @ 19:31

    „Vizekanzler Habeck will davon jedoch nichts wissen. Bei „Lanz“ distanzierte er sich von den „Pazifisten“, die eine andere Nahost-Politik fordern.“

    M.E. sollte sich ein Staatsanwalt der Sache annehmen – ich sehe da § 130 Abs. 5 StGB tangiert.

    Reply

    • Monika
      3. November 2023 @ 10:16

      Liebe KK, ja natürlich „müsste“ sich die Staatsanwaltschaft dieser Ungeheurlichkeiten annehmen. Aber zuvor MUSS diese Staatsanwaltschaft leider ganz andere Weisungen „annehmen“. Daraus resultiert, dass die bundesrepublikanische Judikative ihrer so „zu den Herzen sprechenden“ Aufgabe, die Legislative und Executive zu kontrollieren und auszubalancieren, gar nicht wahrnehmen darf.
      Die Weisungsgebundenheit unserer Staatsanwaltschaften zieht unserer so hochgelobten, grundgesetzlich geschützten Demokratie den Zahn, und degradiert sie zu einer Schönwetterveranstaltung.

      Reply

    • KK
      3. November 2023 @ 13:04

      @ Monika:
      Ich habe mir abgewöhnt, hinsichtlich unserer Rechtstaatlichkeit IST-Zustände zu bemängeln, da hätte ich viel zu tun – ich beschränke mich diesbezüglich nur noch auf die gelegentliche Erinnerung an die SOLL-Zustände.



  • Info: https://lostineu.eu/usa-fordern-die-waffenpause-die-deutschland-verhindert-hat


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Habeck und die Staatsräson


    Screenshot_2023_11_03_at_18_15_55_Lost_in_EUrope_Update


    lostineu.eu, vom 2. November 2023

    Die deutsche Staatsräson sei keine leere Phrase, sagt Vizekanzler Habeck. Er fühle sich Israels Sicherheit ohne Wenn und Aber verpflichtet. Das ist verwegen – und gefährlich.

    Was heisst Staatsräson? Gemeinhin unterscheidet man zwei Bedeutungen.

    Die erste meint den Staatszweck, seine Raison d’être. Die Bundesrepublik wurde jedoch nicht gegründet, um Israel zu schützen. In diesem Sinne passt die Staatsräson hier nicht.

    Die zweite Bedeutung bezeichnet übergeordnete staatliche Interessen, die zur Not auch gegen Widerstand durchgesetzt werden. Diese obrigkeitsstaatliche Staatsräson passt auch nicht.

    Habeck beharrt dennoch auf dem von Merkel en passant eingeführten Begriff, der nirgendwo verankert ist. Israels Sicherheit sei nicht verhandelbar, sagt er.

    Dabei hat er darauf keinen Einfluss, auch nicht als Vizekanzler. Beim Angriff der Hamas wurde diese abgehobene Staatsräson bereits massiv verletzt.

    Will Habeck nun in den Nahost-Krieg eingreifen, um die deutsche Staatsräson durchzusetzen? Das wäre nicht nur verwegen, sondern auch gefährlich.

    Denn damit könnte Deutschland in den Krieg gezogen werden. Auch als „Schutzmacht“ für Gaza, wie es offenbar diskutiert wird, wäre Deutschland in Gefahr.

    Oder will Habeck die Juden in Deutschland schützen? Dann bin ich ganz bei ihm.

    Allerdings müsste er die Staatsräson dann anders und enger definieren – ohne den Bezug auf Israel. Und er müßte auch mehr tun, um sie durchzusetzen.

    Hoffentlich nicht mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln…

    Siehe auch „Die Grenzen der Staatsräson“

    28 Comments

    1. Arthur Dent
      3. November 2023 @ 13:08

      @Thomas Damrau
      „Verbrennen von Fahnen“ – nee, soviel Meinungsfreiheit ist nicht in Deutschland. Das Zerstören oder das Verunglimpfen der deutschen Fahne, üder EU-Fahne sowie ausländischer Fahnen steht in Deutschland unter Strafe, kann sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden.

    Reply

    • KK
      3. November 2023 @ 15:09

      Das sind Flaggen, die da verbrannt werden.
      Und das Verbrennen von Flaggen auch ausländischer Staaten ist gem. § 104 Abs. 1 Satz 2 StGB strafbar. Das der deutschen nach § 90a StGB.
      Also weder noch eine freie Meinungsäusserung nach dem Willen unseres Gesetzgebers.

      Reply

    • Thomas Damrau
      3. November 2023 @ 15:41

      @Arthur Dent
      Richtig. Der entsprechende Paragraph wurde 2020 eingeführt – und ist nach meinem Verfassungsempfinden eine Einschränkung der Meinungsfreiheit: Es muss möglich sein, seine Ablehnung gegenüber dem Verhalten einer ausländischen Regierung auf diese Weise zu erklären.
      Mit dieser Meinung bin ich nicht allein.
      Demnächst ersteht auch der Straftatbestand der Majestäts-Beleidigung von den Toten auf.

      Reply

      • KK
        3. November 2023 @ 16:58

        „Demnächst ersteht auch der Straftatbestand der Majestäts-Beleidigung von den Toten auf.“

        BMI Faeser ist ja gerade dabei, „Majestätsbeleidigungen“ und anderes völlig ausserhalb jeder Rechtsstaatlichkeit via Diskreditierung durch den Verfassungsschutz bestrafen lassen zu wollen, siehe https://www.nachdenkseiten.de/?p=105985

  • Thomas Damrau
    3. November 2023 @ 11:00

    Ich habe mir gerade die viel-gespriesene staatsmännische Rede von Habeck (https://youtu.be/ZBtAtsdco-8) – in Ruhe – angehört. Sie hält sich an die Anweisung der klassischen Rhetorik, wie man andere überzeugen soll: Bringe erst viele Aussagen, denen kaum jemand widersprechen kann, und bringe dann die Punkte, die kontrovers sind.
    Und genau so macht es Habeck. Erst kommt vieles, dem man nicht widersprechen kann:
    – Jüdische Bürger in Deutschland müssen geschützt werden.
    – Das Existenzrecht Israels kann nicht in Frage gestellt werden.
    – Der Überfall der Hamas war ein brutaler Gewaltakt.
    – Aufruf zu Gewalt und Befürwortung von Gewalt ist nicht akzeptabel.
    – ….
    Und wenn das Publikum sich an das beifällig Nicken gewöhnt hat, kommen dann die eher strittigen Thesen:
    – Verbrennen von israelischen Fahnen ist nicht zulässig: Das Verbrennen von Fahnen finde ich auch nicht gut, ist aber aus meiner Sicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Aber möglicherweise steckt genau hinter dieser Frage die deutsche Staatsräson.
    – Der Iran steckt hinter dem Hamas-Angriff: Kann sein, ist aber nicht bewiesen.
    Im letzten Teil wird dann noch die gewagteste These eingebaut: „Der Anschlag der Hamas hat die Chancen auf eine Zwei-Staaten-Lösung massiv reduziert.“ Hier beginnt die versteckte moralische Selbstentlastung: Die Wahrscheinlichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung war vor dem Hamas-Anschlag bei 0,0% – konnte also nicht reduziert werden.
    (Man könnte sogar zynisch fragen, ob der Anschlag die Palästina-Frage nicht wieder aus der Versenkung geholt hat und damit die Wahrscheinlichkeit einer Lösung erhöht hat. Das ist leider eine fatale Folge der Aufmerksamkeits-Ökonomie: Terror erweckt Aufmerksamkeit und wird oft auch genau deshalb praktiziert.)
    In jedem Fall versucht Habeck mit dieser These, von der Verantwortung des Westens für das Desaster abzulenken: Der westliche Ansatz ist es seit mindestens zehn Jahren, die Palästinenser-Frage zu ignorieren, den immer rechter werdenden israelischen Regierungen freie Hand zu lassen und stattdessen auf eine Aussöhnung Israels mit der arabischen Welt zu setzen (deren Preis auf arabischer Seite ein Fallen-Lassen der Palästinenser ist).
    Daher kann Habeck jetzt nicht so tun, als ob ohne den Anschlag der Hamas die Lösung der Palästinenser-Frage kurz vor der Tür gestanden hätte.

    Reply

    • KK
      3. November 2023 @ 13:01

      „Der Iran steckt hinter dem Hamas-Angriff“

      Wer auch immer hinter dem Angriff steckt – Fakt ist, dass sie der arg von der Strasse aus angegangenen israelischen rechtsextremistischen Regierung perfekt den Arsch rettet. Und ganz abgesehen davon, ob nicht genau das abzusehen war und den Interessen der Hamas ja eigentlich zuwiderlaufen sollte, stellt sich die Frage, ob die israelischen Sicherheitsdienste nicht doch Hinweise auf eine mögliche Hamas-Aktion hatten, die Regierung diese aber – freilich nicht einen derartig grausamen und viele Opfer fordernden erwartend – aus Kalkül habe geschehen lassen könnten. Ein Anschlag in bisher bekanntem Ausmass könnte als „Kollateralschaden“ durchaus eingepreist gewesen sein, es wurde ja auch schon im Vorfeld von israelischer seite immer wieder provoziert. Der vom 07.10. ging freilich weit darüber hinaus, was erwartet werden konnte.

      Ich muss gestehen, dass ich Netanjahu inzwischen wirklich alles zutraue, damit er aus seiner persönlichen Strafrechtsnummer rauskommt – und da kommt er eben nur raus, wenn er seine Justizreform auf Biegen und Brechen durchboxt. Was wiederum nur mit den radikalen und radikalsten Kräften in der Regierung geht. Jetzt hat er erreicht, was er wollte: Das Land steht zusammen, die Justizreform wird wohl demnächst ohne weitere Proteste durchgewunken werden. Und nebenbei bekommt Israel noch eine ethnische Säuberung und damit weiteren Siedlungsraum in Gaza und wohl am Ende auch der Westbank.

      Reply

  • Robert Fitzthum
    3. November 2023 @ 09:31

    Die ‚Staatsraison’ ist eine der Mißgeburten der Zeitenwende.
    Deutschland lernt es nicht. Zuerst kämpften die Nazis gegen Russland, jetzt kämpfen die Wertegirls und -boys gegen Russland. Zuerst schlachteten sie 6 Mio. Juden ab, jetzt unterstützen sie das jüdische Israel die PalästinenserInnen abzuschlachten.
    Kann das kapitalistische Deutschland nie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen?

    Reply

  • Armin Christ
    3. November 2023 @ 08:46

    Habeck, Barbock, Hofreiter, Strack-Zimmermann, M. Roth, Pisstorius ….., ob in der Ukraine oder in Nahost sie stehen fest ohne wenn und aber an der Seite der schlimmsten Nationalisten.
    Zu Hause wird das ganze flankiert durch immer mehr authoritäre Maßnahmen.

    Reply

  • Arthur Dent
    2. November 2023 @ 23:31

    „Der Angriff der Hamas ist ein bewaffneter Angriff, der das Selbstverteidigungsrecht Israels nach Art. 51 der Charta der Vereinten Nationen (UN-Charta) auslöst. Dieses Recht gilt auch bei Angriffen von nichtstaatlichen Organisationen – das ist Konsens in der Folge des 11. September 2001. Israel darf sich gegen den Angriff verteidigen – auch mit massiven Militäroperationen in Gaza.
    Israel darf so lange das Selbstverteidigungsrecht anwenden, bis die Bedrohung verlässlich ausgeräumt ist. Das wäre der Fall, wenn das Aggressionspotenzial der Hamas völlig neutralisiert wird oder die Hamas zuverlässig zu erkennen gäbe, dass sie von solchen Angriffen dauerhaft Abstand nehmen wird.“ – so weit der Völkerrechtler Matthias Herdegen auf Legal Tribune online

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    • KK
      3. November 2023 @ 00:18

      Zwei Juristen, drei Meinungen. Ist im Völkerrecht sicher nicht anders.

      Vielleicht mal Baerbock fragen, die ist immer für eine Mindermeinung gut, die anderen nicht in den Sinn käme.

      Reply

    • Monika
      3. November 2023 @ 10:31

      Wie sieht die Sache denn bei Bürgerkrieg aus? Als Besatzungsmacht der Westbank und Gazas ist Israel durchaus verantwortlich für die Bewohner Gazas. Es sind keine fremden Mächte am Werk, auch keine „nichtstaatliche Organisation“, es handelt sich um den verzweifelten Aufstand der jahrzehntelang in den Gazastreifen eingesperrt und abgeriegelten Bürger palästinensischer Abkunft. Die Hamas wurde ja von vergangenen israelischen Regierungen ins Leben gerufen und unterstützt! Man hat sie fallen lassen, und den Gazastreifen als Freiluftgefängnis ausgebaut, als Israel mit den Osloer Abkommen Butter bei die Fische liefern sollte.
      Israel geht genozidal gegen seine eigenen Schutzbefohlenen vor.

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      • Monika
        3. November 2023 @ 10:34

        vielleicht doch noch der Nachsatz: Dass der verzweifelte Aufstand der palästinensischen Bevölkerung durchaus einem schrecklichen Terrorakt glich, der mit meinen Ausführungen nicht entschuldigt werden soll.

  • Helmut Höft
    2. November 2023 @ 20:32

    Staatsräson (en passant eingeführt *glucks*), Merkel, Habeck, Schlz (Vokal beliebig), ComMerz, Dobrindt, Scheuer … es ist halt die Politniki wie sie leibt und lebt. Das Personal „vomVölkerrecht“ und „der Schweinebauer“ https://www.youtube.com/watch?v=nOMW8Kn4OLw , Herr Dürr (& Kollegen) ein „schönes Vorbild“ (Beispiele hier https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-215-uniper-meldet-milliarden-gewinn/, 1. November 2023 @ 10:14)

    „Der Habeck“! Der ist so schön authentisch, der redet nicht um den heißen Brei herum, der spricht so klar … in völliger Überforderung!

    tbc

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  • Thomas Damrau
    2. November 2023 @ 16:40

    Auch hier erkenne ich eine Parallele zum Ukraine-Krieg:
    – Vor dem Überfall Russland waren einige (viele?) äußerst skeptisch, ob die hypernationalistische und korrupte Oligarchen-Regierung wirklich zur westlichen Wertegemeinschaft passt.
    – Vor dem Überfall der Hamas waren viele entsetzt, wie Netanjahu den Staat in seinem Interesse umgestaltete, extreme Rechte in die Regierung holte und ganz offensichtlich plante, die Palästinenser systematisch zu enteignen.

    Und dann betraten (Gott-sei-Dank) zwei Oberschurken die Bühne (Putin/Hamas) und haben mit ihrer Gewalttätigkeit alle Zweifel weggewischt:
    – Jetzt wird die Demokratie am Dnjepr verteidigt, jetzt darf die Hegemonial-Strategie der USA nicht mehr in Zweifel gezogen werden.
    – Jetzt wird die Unterstützung Netanjahus zur Staatsräson.

    Reply

  • KK
    2. November 2023 @ 14:02

    „Oder will Habeck die Juden in Deutschland schützen? Dann bin ich ganz bei ihm.“
    Das ist doch das Ur-Problem in Deutschland: Dass Juden und Israel gleichgesetzt werden.
    Das sieht man schon daran, dass hierzulande auch die berechtigste Israelkritik immer gleich als Antisemitismus verunglimpft wird. Da wird man aus Gründen der „Staatsräson“ (die eigentlich nur eine blinde Sturheit ist) lieber zum Helfer beim nächsten Völkermord, als aus den Verbrechen des eigenen Volkes die Konsequenz zu ziehen, dass niemand, auch die Opfer von damals nicht, heute einen Freibrief für Völkerrechts-Verbrechen hat.

    Reply

    • Thomas Damrau
      2. November 2023 @ 17:33

      Auch hier erkenne ich eine Parallele zum Ukraine-Krieg:
      – Vor dem Überfall Russland waren einige (viele?) äußerst skeptisch, ob die hypernationalistische und korrupte Oligarchen-Regierung wirklich zur westlichen Wertegemeinschaft passt.
      – Vor dem Überfall der Hamas waren viele entsetzt, wie Netanjahu den Staat in seinem Interesse umgestaltete, extreme Rechte in die Regierung holte und ganz offensichtlich plante, die Palästinenser systematisch zu enteignen.

      Und dann betraten (Gott-sei-Dank) zwei Oberschurken die Bühne (Putin/Hamas) und haben mit ihrer Gewalttätigkeit alle Zweifel weggewischt:
      – Jetzt wird die Demokratie am Dnjepr verteidigt, jetzt darf die Hegemonial-Strategie der USA nicht mehr in Zweifel gezogen werden.
      – Jetzt wird die Unterstützung Netanjahus zur Staatsräson.

      Reply

    • Thomas Damrau
      2. November 2023 @ 17:36

      @KK (und @Ebo)
      „Die Juden in Deutschland schützen“ hat nichts mit Staatsräson zu tun: Der Schutz eines jeden Bürgers – unabhängig von dessen Herkunft, Religion, Weltanschauung, Geschlecht/Gender und sexueller Orientierung – ist die Grundvoraussetzung eines jeden Rechtsstaats. Punkt.

      Das muss nicht gesondert zur Staatsräson hoch-ge-jazzed werden.

      Reply

      • KK
        2. November 2023 @ 19:25

        Nun, gegen in Deutschland lebende Juden hat Deutschland mE aufgrund der Geschichte schon eine besondere Garantenstellung – was aber natürlich nicht davon entbindet, auch alle anderen hier lebende Menschen zu schützen.
        Das GG macht da keinen Unterschied, die moralische Verantwortung gegenüber der Geschichte sehr wohl.

      • Thomas Damrau
        2. November 2023 @ 20:10

        @KK
        Und was bedeutet das praktisch? Klingelt das Telefon bei der Polizei …
        – „Da steht ein Mob vor der Synagoge“ -> „Wir schicken eine Einsatztruppe hin.“
        – „Da steht ein Mob vor der Moschee“ -> „Wenn wir Zeit haben, kümmern wir uns drum.“
        – „Da steht ein Mob vor dem Flüchtlingsheim.“ -> „Hmm, schadet nix, wenn Migrationswillige ein wenig abgeschreckt werden.“
        – „Da wird eine russische Kneipe demoliert.“ -> „Geschieht ihnen recht.“
        – „Da steht ein Mob vor der Schwulenbar.“ -> „Jo, …“

        Es gibt keine Opfer erster und zweiter Klasse.

      • KK
        3. November 2023 @ 00:27

        @ Thomas Damrau:
        „Und was bedeutet das praktisch? Klingelt das Telefon bei der Polizei …“

        Dann sollte diese unterschiedslos tätig werden. Aber bei Synagogen stellt die Polizei in solchen Zeiten auch schonmal ohne einen solchen Anruf eine Streife vor die Tür oder fährt öfter vorbei – was ich bei einer der konkret bedrohten Moscheen wie aktuell zB in Duisburg dann allerdings auch erwarte.
        Dass bezüglich jüdischen Mitbürgern eine erhöhte Wachsamkeit/Sensibilität auch ohne konkreten Anlass angebracht sein kann, ohne deswegen konkrete andere Anlässe zu vernachlässigen, halte ich aber für gerechtfertigt.

      • Thomas Damrau
        3. November 2023 @ 08:58

        @KK

        Die häufigeren Streifengänge werden ja nicht aus Staatsräson angeordnet, sondern weil eine erhöhte Gefährdungslage vorliegt.

        Und es ist zweifelsohne eine bedenkliche Situation, dass MitbürgerInnen mit jüdischen Wurzeln sich in unserem Land in einer erhöhten Gefährdungslage befinden.

  • european
    2. November 2023 @ 13:46

    Ach ja, der Habeck. Dieses Elend mag ich mir auch nicht mehr antun. Man hat ja immer Angst, dass es noch peinlicher wird.
    Wir sollten vielmehr ueber Verhaeltnismaessigkeit in diesem Krieg sprechen und dazu gibt es bei der UN einen Monitor, der genau das widerspiegelt.
    Data on casualties: https://www.ochaopt.org/data/casualties
    Dort werden zur Stunde 6.540 getoetete Palestinenser verzeichnet, davon 4421 Maenner, 1197 Jungen, 627 Frauen und 275 Maedchen.
    Verletzt wurden 155.694 Palestinenser, davon 84809 Maenner, 30.014 Jungen, 8974 Frauen, die Zahl der Maedchen ist unbekannt, ebenso wie es fuer weitere 29214 keine Angaben bisher gibt.
    Fuer die israelische Seite verzeichen die UN 309 Getoetete, 248 Maenner, 36 Frauen, 19 Jungen und 6 Maedchen. Verletzt wurden bisher 6.331, davon 81% Maenner, 8% Jungen, fuer weitere 8% gibt es keine Angaben und Maedchen waren bisher davon nicht betroffen.
    Wenn man das biblische Auge um Auge woertlich nimmt, dann ist der Gleichstand laengst ueberschritten und man sollte sich fragen, ab wann das Ganze von einem Krieg in einen Genozid uebergeht. Die Menschen im Gazastreifen haben keine Moeglichkeit zu fliehen, die Nachbarstaaten nehmen sie nicht auf und verstecken koennen sie sich auch nicht. Es ist also nicht mal ein Krieg mit gleichen oder aehnlichen Machtverhaeltnissen und hat mE das „Recht auf Selbstverteidigung“ laengst hinter sich gelassen, zumal man noch herausfinden muss, wieviele Hamas-Angehoerige sich denn unter den Toten und Verletzten befinden. Es ist ja vielmehr ein blindes Umsichschiessen. Die Kinder kann man auch sicher schon mal getrost herausrechnen.

    Reply

    • KK
      2. November 2023 @ 17:02

      Aktuell werden die Opferzahlen aus Gaza von der tagesschau an ganz prominenter Stelle (erster Beitrag auf tagesschau.de) angezweifelt.

      Reply

    • Helmut Höft
      2. November 2023 @ 20:42

      @european
      Ich möchte Deine Worte so verstehen: Es gibt keine Kriegsverbrechen! Der Krieg ist das Verbrechen!! Jeder „Body Count“ ist also ein Verbrechen! SCNR

      Reply

      • european
        3. November 2023 @ 07:39

        @Helmut Höft
        So ist es. Es gibt keine guten oder gerechten Kriege.

  • Stef
    2. November 2023 @ 13:38

    Meine Fragen sind:
    Geht die Staatsraison denn inzwischen so weit, dass damit auch die semifaschistische rechtsradikale Regierung Netanjahu gedeckt wird, die zweifellos mit ihrer Politik der letzten Jahre so ziemlich das Gegenteil von Deeskalation praktiziert hat? Geht sie soweit, dass Vertreibungen der palästinenischen Bewohner des Gaza-Streifens legitimiert wird? Oder tritt die Staatsraison erst in den Hintergrund, wenn ein Genozid gerichtsfest erwiesen ist?

    Die Verzweiflung unserer Spitzenpolitiker ist mit den Händen zu greifen, wenn sie auf solche Bullshit-Prolen zurückgreifen müssen. Dass man Habeck noch den Nimbus eines Intellektuellen durchgehen lässt, ist ein Armutszeugnis.

    Reply

    • Monika
      3. November 2023 @ 10:59

      Liebe Stef, wir „sind live dabei“ wie weit dieser Irrsinn getrieben wirbt. Eine fanatisch-gläubige, ultranationale israelische Regierung nutzt den „Vorschuss“ und das Versprechen des Beistands -Folge eines bis dato beispiellosen Versuchs der Auslöschung der jüdischen „Rasse“- um selbst nun ganz offen und unwidersprochen ein anderes „Volk“ zum eigenen Vorteil auszulöschen.
      Es wurde schon mehrfach gesagt: Statt an einem Beistandsversprechen festzuhalten, das letztlich mit großer Wahrscheinlichkeit auch Israel und viele Staaten mehr als „Kollateralschaden“ mitauslöscht, müsste dieser durchgeknallten israelischen Regierungsriege nicht nur zu ihrem eigenen Schutz „in den Arm gefallen“ werden. Nicht militärisch, nur durch klare Benennung des stattfindenden Unrechts und ausschließlich durch Unterstützung diplomatischer Lösungswege. Da stehen Millionen Menschenleben weltweit gegen ein letzlich unhaltbares, in seinen Folgen unglaublich grausames Versprechen.

      Reply

  • Godfried van Ommering
    2. November 2023 @ 13:02

    „Der Tod und das Leid, das über die Menschen im Gazastreifen komme, sei schlimm. Aber „systematische Gewalt gegen Jüdinnen und Juden kann damit dennoch nicht legitimiert werden““.So die Tagesschau, Habecks Worte resümierend und zitierend. Herr Habeck, wenn es um Rassismus geht, um Völkerrecht und Menschenrechte, muß in allen Fällen den Umkehrschluß Ihrer Feststellung gelten, nicht wahr? Sonst wären Sie der Anti-Semit, nämlich jener der den arabischen Semiten die Menschlichkeit abspricht. Die Staatsräson wie sie von der Bundesregierung gehandhabt wird ist ein Zauberformel, offenkundige Kriegsverbrechen durch Israel begangen zu vertuschen, und die Opfer und Zerstörungen als von Hamas gewollt darzustellen. Für Leute ohne Staatsräson aber mit Vernunft, und im Stande sie zum freien Denken an zu wenden, ist es klar daß Gewalt immer zurückschlägt auf den Täter, in diesem Fall auf Israel und auf Hamas beide, und daß es dem Staat Israel sehr abträglich ist, ein Genozid zu begehen, u.a. auch weil er damit den total verwerflichen, hier und dort leider noch immer, offen oder latent anwesenden Antisemitismus in schwachen Köpfen stärken könnte. Aber dies alles ist an taube Ohren gesprochen….


  • Info: https://lostineu.eu/habeck-und-die-staatsraeson


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Selenskyj hat den Blues, Baerbock will EU-Reform – und Warnung vor KI


    Die Watchlist EUropa vom 02. November 2023 –

    Es ist still geworden um die Ukraine. Israels Krieg gegen die Hamas beherrscht die Schlagzeilen, selbst die heftigsten russischen Angriffe auf die Ukraine dieses Jahres schaffen es kaum in die Nachrichten.

    Dabei gibt es wichtige News, auch für die EU. Verteidigungsminister Pistorius und viele Experten glauben nicht mehr an einen Sieg der Ukraine. Plötzlich reden sie vom Sieg Russlands – und von Kriegsgefahr in EUropa.

    Das Narrativ, das alle EU-Gipfel dieses Jahres und sogar noch ein Treffen auf Malta am letzten Wochenende beherrscht hat – die Ukraine siegt mit unserer Hilfe – ist klammheimlich durch ein Neues ersetzt worden.

    Es geht nicht mehr darum, die „Kriegs-Müdigkeit“ abzuwenden, sondern nur noch um Durchhalten, bis zum bitteren Ende. In einem Interview mit „Time“ hat dies niemand Geringeres als Präsident Selenskyj eingeräumt.

    The scariest thing is that part of the world got used to the war in Ukraine. (…) Exhaustion with the war rolls along like a wave. You see it in the United States, in Europe.“ Niemand glaube so sehr an den Sieg wie er, fügt er hinzu.

    Mit anderen Worten: Niemand glaubt mehr an den Sieg. Ein enger Berater sagt über Selenskyj: „Er macht sich etwas vor. Wir haben keine Optionen mehr. Wir werden nicht gewinnen. Aber versuchen Sie, ihm das zu sagen.“

    Und nun versuchen Sie, das der EU zu sagen! Bisher habe ich den Eindruck, dass sie den Schuß nicht gehört hat. Die größte Sorge gilt den USA, die ihre Unterstützung für die Ukraine herunterfahren könnten.

    Dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann und dies langsam selbst begreift – das will niemand in Brüssel wahrhaben…

    Siehe auch „Sie fürchten Kriegsmüdigkeit – und Wahlen

    P.S. Die Ukraine-Fatigue hat auch Italiens rechte Regierungschefin Meloni eingeräumt – in einem Fake-Interview mit russischen Comedians! „Die Zeit naht, in der jeder verstehen wird, dass wir einen Ausweg brauchen.“ Sie habe dazu auch „einige Ideen“, wolle aber noch auf den richtigen Moment warten…

    News & Updates

    • Baerbock gibt die Reformerin. Auf Einladung von Außenministerin Baerbock wollen am Donnerstag mehr als ein Dutzend Außenminister in Berlin über EU-Reformen beraten. Die Rolle der EU als „starke Stimme in der Welt“ werde „maßgeblich davon abhängen, wie erfolgreich die EU sich reformiert und auf künftige Erweiterungsrunden vorbereitet“, heißt es im AA. Dabei war es Baerbock, die die „starke Stimme“ bei der Nahost-Friedenskonferenz in Kairo erstickt und ein Statement verhindert hat…
    • Wirkungslose Worthülsen zu Dschabalia. Der israelische Bombenangriff auf das Flüchtlingslager Dschabalia in Nord-Gaza hat weltweites Entsetzen ausgelöst. Sogar Experten sprechen von einem Kriegsverbrechen. Doch die EU windet sich – Chefdiplomat Borrell bemüht leere Worthülsen. Kurz nach seinem wirkungslosen Statement hat Israel das Lager erneut bombardiert… – Mehr hier (Blog)
    • Belgische Gewerkschaften blockieren Waffen für Israel. Die Gewerkschaften im belgischen Luftfahrtsektor haben ihre Mitglieder dazu aufgerufen, keine Flugzeuge mehr abzufertigen, die Waffen nach Israel transportieren. Man wolle auf diese Weise einen Beitrag zum Frieden leisten, so ein Gewerkschaftssprecher. – Mehr hier (BRF)

    Das Letzte

    Warnung vor „Künstlicher Intelligenz“: Bei einem Gipfeltreffen in London haben die EU, die USA, China und Gastgeber UK vor möglichen „katastrophalen Risiken“ der sog. „Künstlichen Intelligenz“ gewarnt. “For the first time, we have a situation where there’s something that is going to be far smarter than the smartest human … it’s not clear to me we can actually control such a thing“, sagte Twitter / X-Chef E. Musk. Die Sorge gilt vor allem den fortgeschrittensten Systemen, genannt „Frontier AI“. Allerdings treiben gerade die USA diese Systeme voran, im Zuge ihrer Rüstungsforschung und des kalten Kriegs mit China. Auch die EU fördert KI – im Namen der „Wettbewerbsfähigkeit“. Merke: Gefährlich ist immer die KI der anderen…

    8 Comments

    1. Thomas Damrau
      3. November 2023 @ 08:31

      — Technischer Hinweis — @Helmut Höft
      Die Meldung „Du schreibst zu schnell …“ taucht nach meiner Erfahrung auf, wenn ich versuche, zwei Kommentare auf derselben Seite abzusetzen. Das Problem hatte ich gestern auf der Seite „Habeck und die Staatsräson“ (deshalb ist einer meiner Kommentare doppelt auf dieser Seite gelandet …).
      Was passiert? Meine Theorie auf Grund eigener Beobachtungen:
      – Der „normale“ Link auf eine Seite sieht aus wie https://lostineu.eu/habeck-und-die-staatsraeson/
      – Wenn ich einen Kommentar absetze, schickt mir die Plattform einen veränderten Link (https://lostineu.eu/habeck-und-die-staatsraeson/?) und einem zusätzlichen Seiten-Inhalt „Your comment is awaiting moderation “ als Bestätigung.
      – Wenn ich versuche, auf einer Seite mit einem „?“ im Link einen zweiten Kommentar abzusetzen, hat die Plattform keine Lust, eine Seite zu generieren, auf der zwei „offene“ Kommentare stehen und schickt die (aus Perspektive der Plattform richtige) Fehlermeldung „Du schreibst zu schnell …“
      Das Verwirrende dabei: Wenn ich die Seite neu lade und Eric Bonse den Kommentar gerade prüft oder gar schon freigegeben hat, taucht das „Your comment is awaiting“ nicht mehr auf der Seite auf – das Fragezeichen steht aber immer noch im Link. (Das könnte man jetzt als Programmierfehler werten …)
      Ich vermute (habe ich aber noch nicht ausprobiert), dass es möglich ist, mehrere Kommentare schnell hintereinander abzusetzen, wenn man wieder auf die ursprüngliche Seite ohne Fragezeichen (z.B. https://lostineu.eu/habeck-und-die-staatsraeson/) zurückgeht.

    Reply


    Info:  https://lostineu.eu/selenskyj-hat-den-blues-baerbock-gibt-die-reformerin-und-angst-vor-ki


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    USA fordern Waffenpause, Deutschland war dagegen    (II von II)

    1. Reply

      • ebo
        3. November 2023 @ 10:07

        Danke für den Hinweis. Leider habe ich auf all das keinen Einfluß – ist im CMS WordPress so programmiert. Die Hinweise und Verzögerungen sind natürlich nervig – dennoch kommen mehr Kommentare denn je rein. Danke dafür!

        Reply

    2. Helmut Höft
      2. November 2023 @ 20:07

      Jetzt geht das wieder los: „Du schreibst zu schnell …“Ja, Steady, jetzt zum dritten Mal!! ???? … und zur Belohnung drückst du mir dann noch bildschirmfüllende „Verbraucherinformationen“ auf’s Auge! Was für ein Schoiß! SCNR

      Es ist still geworden um die Ukraine. Israels Krieg gegen die Hamas beherrscht die Schlagzeilen, selbst die heftigsten russischen Angriffe auf die Ukraine dieses Jahres schaffen es kaum in die Nachrichten.

      Ob man das gut finden kann?? „Denn die einen sind im Dunkeln Und die anderen sind im Licht. Und man sieht nur die im Lichte Die im Dunkeln sieht man nicht.“ (B. Brecht) Volksmund: „Im Dunkeln da lässt sich gut munkeln“!

      Reply

    3. Robby
      2. November 2023 @ 19:24

      Deutsche Raubkatzen und Pistorleros bringen’s nicht in der Ukraine.
      Zurück auf Los.
      Nächster Versuch in 80 Jahren.

      Reply

    4. KK
      2. November 2023 @ 17:21

      Ich fürchte, Selenskyi hält allein deshalb so am krieg fest, weil er selbst danach entweder tot, in Haft, im Luxus-Exil – in jedem Fall aber völlig unbedeutend – sein wird.
      Das ist ihm offensichtlich das Leben zehntausender Ukrainer oder sogar Millionen EUropäer (die Russen noch nicht mal eingerechnet) wert.

      Reply

    5. Thomas Damrau
      2. November 2023 @ 12:03

      @European

      Ob Selenskyj bei ehrlicher Selbstbefragung wirklich an den Endsieg glaubt, ist noch eine ganz andere Frage.

      Mit der Siegeshoffnung der Ukraine ist es wie mit Tante Otilie: Die ganze Familie weiß, dass die Krebstherapie nichts gebracht hat. Auch das Sau-teure Wundermedikament aus den USA hat die Lebensqualität nicht verbessert und die Lebenserwartung nur um Wochen verlängert.

      Trotzdem traut sich keiner in der Familie, über den Tod zu sprechen. Jeder gibt sich hoffnungsfroh: „Wird schon werden.“, „Du musst dich mit Geduld wappnen.“, „Ich habe von einem neuen, viel-versprechenden Medikament gehört“.

      nd in einer solchen Situation möchte auch Tante Otilie nicht aus der Gruppen-Fantasie aussteigen. Sie beißt die Zähne zusammen, leidet und verdrängt die Einsicht in die eigene Lage.

      Nach dem Ende dieses Krieges wird dieser Aspekt sicher ein dankbares Forschungsfeld für Historiker, Soziologen und Psychologen sein.

      Reply

    6. Thomas Damrau
      2. November 2023 @ 09:45

      Wie steht es so schön im Korinther-Brief (zitiert aus der Bibel-Spezial-Ausgabe für die NATO-Hauptstadt Brüssel und die EU-Hauptstadt Kiew): „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Hoffnung ist die größte unter ihnen.“ Der Apostel Paulus war schon immer der Schutzheilige des NATO/EU-Engagements im Ukraine-Kriegs.
      Inzwischen fallen zwar einige vom Glauben ab, aber es gibt immer noch viele Paulus-Fans. Zu den Rechtgläubigen gehört z.B. der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Saluschni, ( https://www.deutschlandfunk.de/newsblog-zum-krieg-in-der-ukraine-100.html ), der zwar vor der Gefahr eines Stellungskriegs warnt (eine sehr späte Erkenntnis), aber daraus die Forderung ableitet, der Westen möge endlich neue Wunderwaffen rausrücken, auf dass die Ukraine endlich den Sieg einfahren kann.
      „Im Osten nichts Neues“ – dieses Buch gibt es übrigens tatsächlich ( https://de.wikipedia.org/wiki/Im_Osten_nichts_Neues ).

      Reply

    7. european
      2. November 2023 @ 08:42

      Zu Annalena Baerbock kann man eigentlich nichts mehr sagen, ausser, dass man hofft, dass diese Legislaturperiode so schnell wie moeglich endet und sie das Aussenministerium verschont.

      Was sie offensichtlich nicht versteht, ist, dass das Gewicht der EU weniger von der Anzahl der Laender abhaengt, sondern von den Persoenlichkeiten, die sie vertritt. Wesentlich wichtiger, als die Neuaufnahme von Laendern ist ausserdem viel mehr das Gesamtverstaendnis ueber den Binnenmarkt, das Verstaendnis ueber die Funktionsweise des Geldsystems, den Zusammenhang von Ueberschuessen und Defiziten, die Dysfunktionalitaet der Maastrichtkriterien, die Lohnpolitik uvm. Die bergen naemlich den Sprengstoff, der u.U. diesen Binnenmarkt von innen zerstoeren kann. Aber davon versteht Madame IchKommeVomVoelkerrecht nichts und wird stattdessen weiterhin den Rest der Welt mit ihrem unkontrollierten Sprechdurchfall behelligen.

      Zum Realitaetsverlust Selenskyj’s kann man nur sagen, dass sich das schon sehr lange abzeichnet, aber weiterhin vom Wertewesten gefuettert wird. BTW Blinken’s Sohn ging dieses Jahr als Selenskyj. Es bleibt jedem selbst ueberlassen, was er davon halten moechte.

      Was waren doch alle auch zu Recht empoert ueber das Massaker von Butscha, wobei wir ja immer noch auf die angekuendigte Untersuchung der UN warten. Zum Gazastreifen ist die Empoerung doch eher verhalten. Da zeigen sich wieder die unterschiedlichen Massstaebe.

      Michael Lueders gibt aktuell Einblicke in diesen Konflikt, die man sonst kaum irgendwo nachlesen kann.
      https://youtu.be/ONeDDZNb8Ks?feature=shared


    Info:  https://lostineu.eu/selenskyj-hat-den-blues-baerbock-gibt-die-reformerin-und-angst-vor-ki

    03.11.2023

    Nachrichten von Pressenza: REHUNO Salud erhält die Auszeichnung für Sensibilisierung und Kommunikation in der Palliativpflege

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, Nachrichten von Pressenza - 03.11.2023


    REHUNO Salud erhält die Auszeichnung für Sensibilisierung und Kommunikation in der Palliativpflege


    Organisiert von der Vereinigung „Al fina de la vida“ (Am Ende des Lebens) fand aus Anlass des Welttages der Palliativpflege am 17. Oktober im Auditorium des Krankenhauses Clinico San Carlos in Madrid die Veranstaltung zur Verleihung des Preises „Zusammen pflegen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/rehuno-salud-erhaelt-die-auszeichnung-fuer-sensibilisierung-und-kommunikation-in-der-palliativpflege/


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    Über 150 Organisationen protestieren gegen sozialrechtliche Verschärfungen für Geflüchtete und machen deutlich: Die Menschenwürde gilt für alle!


    Vor 30 Jahren – am 1. November 1993 – trat das Asylbewerberleistungsgesetz in Kraft. Zum traurigen Jubiläum kritisiert ein Bündnis von 154 Organisationen auf Bundes‑, Landes- und kommunaler Ebene die aktuell besonders heftige Debatte über immer weitere Einschränkungen bei Sozialleistungen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/ueber-150-organisationen-protestieren-gegen-sozialrechtliche-verschaerfungen-fuer-gefluechtete-und-machen-deutlich-die-menschenwuerde-gilt-fuer-alle/


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    „Deutschland kriegstauglich machen”


    Verteidigungsminister Pistorius will die deutsche Gesellschaft „kriegstüchtig“ machen und fordert „Mentalitätswechsel“, erklärt zudem Kritik an NATO oder EU zur Gefährdung der nationalen „Sicherheit“. Verteidigungsminister Boris Pistorius sucht die deutsche Bevölkerung auf einen möglichen Krieg einzuschwören und fordert, die Bundesrepublik müsse&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/deutschland-kriegstauglich-machen/


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    Tingen ist das neue Teilen


    Ting ist ein Kreuzding zwischen Spendenplattformen wie «Wemakeit», Microfinanzierung, Geldausleihen unter Freunden und einer Krankenkasse. Nur, dass nicht Operationen am offenen Herzen, sondern Projekte und Ausbildungen finanziert werden. Und im Gegensatz zu «Wemakeit» sind die Ting-Mitglieder näher dran bei der&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/tingen-ist-das-neue-teilen/


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    Die doppelten Standards der Kolonialmächte     Bundespräsident Steinmeier sucht mit folgenloser Bitte um „Verzeihung“ für deutsche Kolonialverbrechen in Tansania die Forderung nach Entschädigungen auszuhebeln – ähnlich wie in Namibia.

    german-foreign-policy.com, 3. November 2023

    DODOMA/WINDHOEK/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit einer öffentlichen Bitte um „Verzeihung“ für die Massenverbrechen der deutschen Kolonialtruppen im heutigen Tansania sucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Forderung nach Reparationen zu entgehen. In seiner damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika hatte das Deutsche Reich zunächst, ab den 1890er Jahren, sogenannte „Strafexpeditionen“ und in den Jahren von 1905 bis 1907 einen umfassenden Kolonialkrieg, den Maji-Maji-Krieg, geführt, bei dem bis zu 300.000 Menschen zu Tode kamen – wohl ein Drittel der Einwohner des Kriegsgebiets. Deutsche Offiziere sprachen damals von „Vernichtungsfeldzügen“. Die Forderung nach Entschädigung wurde von Berlin stets abgeblockt; Steinmeier ging bei seinem Besuch in Tansania Mitte dieser Woche nicht darauf ein und war um Beschwichtigung bemüht. Das Vorgehen ist nicht neu: Der Bundesregierung gelingt es mit ähnlichen Taktiken seit Jahrzehnten, die Forderung nach Entschädigung für den Genozid an den Herero und Nama im heutigen Namibia auszusitzen. Berlin, das sich stets als Verfechter globaler Gerechtigkeit inszeniert, eigene Verbrechen aber nicht sühnen will, legt damit einmal mehr seine doppelten Standards offen.


    Entwicklungshilfe statt EntschädigungDer Streit um Entschädigung für den deutschen Genozid an den Herero und Nama in den Jahren von 1904 bis 1908 ist Jahrzehnte nach seinem Beginn noch immer ungelöst. Bereits in den 1990er Jahren hatten die Nachfahren der Opfer begonnen, die Bundesrepublik zu einem offiziellen Eingeständnis aufzufordern, dass es sich bei dem damaligen Massenverbrechen um einen Völkermord handelte, und Reparationen dafür zu leisten. Berlin verweigerte beides, verschleppte Gespräche darüber und suchte den wachsenden Unmut in Namibia mit Tricks zu besänftigen, so zum Beispiel mit einer Bitte um „Vergebung“ „im Sinne des gemeinsamen ‘Vater unser‘“. Die 2004 getätigte Äußerung sollte Reue suggerieren, aber ein formales Schuldeingeständnis, aus dem sich die Pflicht zu Entschädigungszahlungen ergäbe, unbedingt vermeiden (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Der Versuch der Herero und Nama, vor der US-Justiz ihr Recht zu erstreiten, scheiterte daran, dass ein US-Gericht im März 2019 der Bundesrepublik „Staatenimmunität“ zusprach. Berlin gelang es schließlich, Namibias Regierung, die sich keine Chancen mehr ausrechnete, im Mai 2021 zur Unterzeichnung einer Gemeinsamen Erklärung zu nötigen, die ersatzweise – über 30 Jahre gestreckt – die Zahlung von Entwicklungshilfe in Höhe von 1,1 Milliarden Euro vorsieht: keine 37 Millionen Euro pro Jahr, ein für Entwicklungshilfe nicht aus dem Rahmen fallender Betrag.


    Kolonialrassismus vor Gericht

    Der von Berlin erwünschte Schlussstrich ist damit allerdings noch nicht gezogen. Aufgrund heftiger Proteste gegen die Erklärung konnte Namibias Parlament sie bisher nicht ratifizieren. Mittlerweile liegt außerdem eine Klage vor Namibias High Court gegen sie vor. Die Klage knüpft unter anderem daran an, dass Artikel 20 der Erklärung den Verzicht auf jegliche künftige Entschädigungsforderung vorsieht. Die Kläger prangern darüber hinaus an, dass die Weigerung, Reparationen zu zahlen, mit kolonialrassistischen Argumenten begründet wird – so mit der Behauptung, die Genfer Konvention von 1864 und die Haager Landkriegsordnung von 1899 hätten nach damals „herrschender Meinung“ nur für „zivilisierte“ Bevölkerungen gegolten, zu denen man nichtweiße Einwohner der Kolonie Deutsch-Südwestafrika nicht gezählt habe.[2] Das Gerichtsverfahren dauert noch an. Sieben vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Sonderberichterstatter kritisierten im Februar auch, Berlin habe entgegen der UN-Deklaration zu den Rechten indigener Völker die Nachfahren der Genozidopfer nicht in die Verhandlungen mit Windhoek einbezogen. Damit ist die Gemeinsame Erklärung, die aus den Verhandlungen resultierte, „völkerrechtswidrig“, wie die Juristin Karina Theurer bestätigt.[3] Theurer lehrt an der Berliner Humboldt-Universität und berät den namibischen Anwalt Patrick Kauta, der die Klage vor Namibias High Court eingereicht hat.

    Vernichtungsfeldzüge

    Entschädigungsforderungen werden inzwischen auch in Tansania laut. Dort hatten die deutschen Kolonialherren in den 1890er Jahren begonnen, das Land wegen widerständigen Verhaltens der Einwohner mit sogenannten Strafexpeditionen zu überziehen, denen zahllose Menschen zum Opfer fielen. Dörfer wurden gänzlich niedergebrannt, die Bevölkerung niedergemetzelt oder verschleppt; ein deutscher Offizier nannte das Vorgehen im Jahr 1898 ausdrücklich „Vernichtungsfeldzug und Zerstörungskrieg“.[4] Ihren massenmörderischen Tiefpunkt erlebten die deutschen Vernichtungsfeldzüge im – in Deutschland bis heute nur wenig bekannten – Maji-Maji-Krieg der Jahre von 1905 bis 1907, in dem die deutschen Kolonialtruppen einen landesweiten Aufstand der Bevölkerung gegen ihre Gewalttaten und gegen die ökonomische Ausplünderung durch das Deutsche Reich erneut mit brutalsten Mitteln niederschlugen. Diese umfassten auch die Vernichtung von Lebensmittelbeständen, wodurch mörderische Hungersnöte verursacht wurden. Bereits das Deutsche Reich sprach offiziell von rund 75.000 Todesopfern. Heutige Historiker sind überzeugt, dass die Zahl weitaus höher lag; manche Schätzungen belaufen sich auf 180.000. Der tansanische Historiker Gilbert Gwassa, ein Pionier der Erforschung des Maji-Maji-Kriegs, bilanziert sie sogar auf 250.000 bis 300.000 – ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Kriegsgebiets (german-foreign-policy.com berichtete [5]).


    Billige Aufarbeitung

    Anfang 2017 berichtete Tansanias Verteidigungsminister Hussein Mwinyi, die Regierung des Landes bereite eine offizielle Aufforderung an die Bundesregierung vor, Entschädigung für die Kolonialkriegsverbrechen zu zahlen. Im Frühjahr 2018 gelang es Berlin, die Forderung vorläufig zu unterdrücken; Außenminister Heiko Maas sagte bei einem Aufenthalt in Tansania zu, die Bundesrepublik werde koloniale Prachtbauten in dem Land restaurieren, gab anschließend aber zu Protokoll, die Entschädigungsfrage sei von der tansanischen Regierung nicht „aufgegriffen“ worden.[6] Im Februar 2020 setzte Tansanias Botschafter in Berlin, Abdallah Possi, das Thema wieder auf die Tagesordnung; er sprach sich offiziell dafür aus, „Verhandlungen über Wiedergutmachungen“ zu beginnen.[7] Die Bundesregierung versuchte die Forderung zu ignorieren bzw. sie so lange wie möglich auszusitzen. Das scheint nun nicht mehr zu gelingen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sah sich angesichts immer wieder aufflackernden Drängens, Berlin müsse sich nun endlich der Frage nach Reparationen annehmen, bei einem Besuch in Tansania am Mittwoch veranlasst, explizit „um Verzeihung [zu] bitten für das, was Deutsche hier Ihren Vorfahren angetan haben“.[8] Berlin plant jedoch nicht, Entschädigung zu zahlen. Es setzt vielmehr auf die immaterielle, also kostengünstige „Aufarbeitung der Vergangenheit“. Zu Reparationen müsste es gezwungen werden.


    Europa unter Druck

    Ob das gelingt, ist ungewiss. Allerdings erstarken die Forderungen nach Entschädigung für Kolonialverbrechen der europäischen Mächte zur Zeit. So wurden in dieser Woche während des Besuchs von King Charles III. in der ehemaligen britischen Kolonie Kenia Forderungen nach Entschädigung für Verbrechen der britischen Kolonialtruppen im Mau-Mau-Krieg (1952-1960) laut. Zwar hat sich das Vereinigte Königreich, im Unterschied zu Deutschland, bereits im Jahr 2013 nach einem Gerichtsverfahren bereit erklärt, annähernd 20 Millionen Pfund an rund 5.200 überlebende Opfer des Kolonialkriegs zu zahlen.[9] Dies ist allerdings, sowohl mit Blick auf die Verbrechen als auch mit Blick auf die Zahl der wirklichen Opfer, viel zu wenig. Großbritannien weigert sich ebenso wie Deutschland, Frankreich und die anderen ehemaligen oder aktuellen Kolonialmächte Europas, weitere Entschädigungen zu leisten. Dies war ohne weiteres durchzuhalten, solange die einstigen Kolonien schwach und nicht in der Lage waren, sich erfolgreich gegen die Reparationsblockade der ehemaligen Kolonialherren zu wehren. Fraglich ist, ob es in einer Zeit, in der Europa schwächer, der Globale Süden aber stärker wird, auf Dauer möglich ist. Davon abgesehen legen die Mächte Europas, die sich als Verfechter globaler Gerechtigkeit inszenieren, aber nicht einmal ihre Kolonialverbrechen zu sühnen bereit sind, ihre doppelten Standards zur Zeit eindrücklicher dar denn je.

     

    [1], [2] S. dazu Kolonialrassismus vor Gericht.

    [3] Marta Ahmedov: „Es braucht handfeste Reparationen“. taz.de 11.08.2023.

    [4] Thomas Morlang: Sie haben es so gewollt. www.zeit.de 30.07.1998.

    [5] S. dazu Auf dem Weg zum Vernichtungskrieg (I) und Auf dem Weg zum Vernichtungskrieg (II).

    [6] S. dazu Die Berliner Reparationsverweigerung (II).

    [7] Paul Starzmann: Wo ist der Schädel des Mangi Meli? tagesspiegel.de 05.02.2020.

    [8] Steinmeier bittet Tansania um Verzeihung. Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.11.2023.

    [9] King’s regrets over Kenya colonial abuses not enough for some. uk.news.yahoo.com 01.11.2023.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9394


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    03.11.2023

    Neokonservativer Regimewechsel in Gaza erschwert "Zwei-Staaten-Lösung"

    seniora.org, vom 02. November 2023, M. K. Bhadrakumar, 2. November 2023 - übernommen von indianpunchline.com

    Die weltweite Verurteilung von Israels schrecklicher Verletzung des humanitären Völkerrechts hält das Land nicht von seinen Militäroperationen in Gaza ab.

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    Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, mit dem britischen Premierminister Rishi Sunak (L) in Kairo, 20. Oktober 2023

    Am Montag wies Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Forderungen nach einem Waffenstillstand mit den Worten zurück: "Das sind Aufrufe an Israel, sich der Hamas zu ergeben. Das wird nicht geschehen." Und er bat um moralische und spirituelle Unterstützung aus der Bibel für seinen Krieg.

    Mindestens zwei Panzer- und Infanteriedivisionen mit etwa 20.000 Soldaten sind Berichten zufolge in die palästinensische Enklave eingedrungen. Die New York Times berichtete unter Berufung auf den stellvertretenden Verteidigungsminister Christopher Maier, dass auch US-Spezialeinheiten, darunter Kommandotruppen, nach Israel entsandt worden seien. Dem Bericht zufolge haben auch mehrere andere westliche Staaten in aller Stille Teams von Spezialkräften in die Nähe Israels verlegt.

    Maier sagte, ohne näher darauf einzugehen: "Wir helfen den Israelis aktiv bei einer Reihe von Dingen." Wie er sagte, wird die Situation im Gazastreifen "ein sehr komplexer Kampf sein, der weitergeht".

    Auf der anderen Seite wächst im Inland die Sorge, dass die USA in einen weiteren kostspieligen Konflikt im Nahen Osten verwickelt werden könnten. Trotz Androhung körperlicher Angriffe und Verunglimpfung durch konservative Medien haben 55 Kongressmitglieder an Biden und Blinken appelliert, dass Israels Militäroperation das Völkerrecht "berücksichtigen" sollte. Doch die Regierung weigert sich, solche Forderungen zur Kenntnis zu nehmen.

    Es zeichnet sich ein düsteres Bild davon ab, dass Präsident Biden Netanjahu freie Hand lässt, wie er Vergeltung üben will. In außergewöhnlich scharfen Worten sagte die Demokratin Pramila Jayapal aus Washington am Sonntag, dass die USA auf der Weltbühne "an Glaubwürdigkeit verlieren", weil sie mit zweierlei Maß messen, wenn es um ihre Unterstützung für die Palästinenser im Vergleich zur Ukraine geht, und dass die USA dadurch "in der übrigen Welt isoliert werden". Jayapal wies darauf hin, dass es "Rassisten in der Netanjahu-Regierung" gebe. Es ist wohl das erste Mal, dass Politiker in Amerika so deutliche Kritik an Israel äußern.

    Die Doppelzüngigkeit der Biden-Regierung macht die strategische Zweideutigkeit zunichte, die ihre bisherige Haltung verhüllte. Was auffällt, ist das bizarre Projekt der Neokonservativen, einen Regimewechsel im Gazastreifen durch Zwang zu erzwingen und ein gefügiges Regime auf halbem Weg zu einer "Zweistaatenlösung" zu installieren.

    Mahmoud Abbas, eine tragische Figur, aber immer noch ein fester Bestandteil des israelisch-palästinensischen Konflikts mit einer komplizierten, jahrzehntelangen Beziehung zu Amerika und Israel (und seinem eigenen Volk), scheint im Mittelpunkt des vorgeschlagenen Übergangs zu stehen. Auf jeden Fall führen alle Wege nach Ramallah.

    US-Außenminister Antony Biden begibt sich am Freitag auf eine weitere Regionalreise nach Israel. Bezeichnenderweise erklärte er am Dienstag vor dem Haushaltsausschuss des Senats öffentlich das Vorhaben der Regierung Biden, die Palästinensische Autonomiebehörde in den Gazastreifen zurückkehren zu lassen, aus dem sie 2007 von der Hamas verdrängt wurde, ein Jahr nachdem die Widerstandsgruppe die Parlamentswahlen gewonnen hatte.

    Blinken sagte: "Irgendwann wäre es am sinnvollsten, wenn eine effektive und wiederbelebte Palästinensische Autonomiebehörde die Regierungsverantwortung und letztlich auch die Sicherheitsverantwortung für den Gazastreifen übernehmen würde. Ob man das in einem Schritt erreichen kann, ist eine große Frage, die wir uns stellen müssen. Und wenn das nicht möglich ist, dann gibt es andere vorübergehende Vereinbarungen, an denen eine Reihe anderer Länder in der Region beteiligt sein könnten. Es könnten auch internationale Organisationen beteiligt sein, die sowohl für die Sicherheit als auch für die Regierungsführung sorgen würden."

    Es scheint, dass Abbas mit seinen 87 Jahren eine Übergangsfigur sein könnte. Doch CIA und Mossad verfügen über langjährige Kontakte innerhalb der Fatah.

    Es genügt zu sagen, dass der Regimewechsel im Gazastreifen das Kernstück der neokonservativen Vision der "Zweistaatenlösung" ist, von der Biden ständig spricht. Nur sind die "Zweistaatenlösung" der USA und das, was die globale Mehrheit darunter versteht, zwei verschiedene Dinge   – wie Kreide und Käse.

    Offensichtlich gehen die USA davon aus, dass die beispiellose arabische Einigkeit nicht zu einem entschlossenen Handeln vor Ort führen wird. Zweitens wollen die USA nach Blinkens Worten die Zweistaatenlösung (Regimewechsel in Gaza) nach ihrem Plan kontrollieren und dominieren.

    Sicherlich wird der Faktor Iran entscheidend sein. Die USA scheinen darauf zu wetten, dass der Iran nicht eingreifen wird, solange Israel nicht in den Libanon einmarschiert oder der Hisbollah an die Gurgel geht. Das ist ein großes Wagnis   – die "bekannte Unbekannte"   –, denn es unterschätzt das Engagement des Irans für das palästinensische Problem.

    Nach Einschätzung Teherans hat Israel durch die Hamas einen massiven Schlag erlitten, von dem es sich nicht mehr erholen wird, d.h. Israel ist in Zukunft eine geschwächte Regionalmacht. Damit ist ein Wendepunkt erreicht, da auch die Kapazitäten und der Einfluss der USA schwinden.

    Der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian besuchte am Mittwoch Doha und Ankara. In Doha traf er zum zweiten Mal im vergangenen Monat mit dem Vorsitzenden des Politbüros der Hamas, Ismail Haniyeh, zusammen.

    Später warnte Amir-Abdollahian auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in Ankara:

    "Wenn der Völkermord und die Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung nicht gestoppt werden, steht die Region kurz vor einer großen und entscheidenden Entscheidung... (und) die Konsequenzen werden schwerwiegend sein, und die Kriegstreiber werden definitiv nicht in der Lage sein, die Konsequenzen zu tragen."

    Inzwischen hat sich auch die russische Position zur Lage im Gazastreifen verhärtet. In einer eindringlichen Rede bei einem Treffen am Montag mit Mitgliedern des Sicherheitsrates und der Regierung sowie den Leitern der Sicherheitsbehörden bezeichnete Präsident Wladimir Putin die USA und ihre Satelliten als "die Hauptnutznießer der globalen Instabilität ... (die) hinter der Tragödie der Palästinenser, dem Massaker im Nahen Osten im Allgemeinen, dem Konflikt in der Ukraine ... stehen, finanzielle Mittel unter anderem in die Ukraine und den Nahen Osten leiten und den Hass in der Ukraine und im Nahen Osten schüren."

    Insbesondere verglich Putin die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen als zwei Seiten derselben Medaille   – als Ausdruck des verzweifelten Versuchs der USA, ihren schwindenden globalen Einfluss in einer multipolaren Welt zu sichern. Putin behauptete, westliche Geheimdienste hätten die Unruhen in Machatschkala (Dagestan) in der Nacht zum Sonntag über soziale Medien angezettelt, um "Pogrome in Russland" zu provozieren. Putin sagte, die USA und ihre Satelliten hätten das Komplott ausgeheckt, um Russland zu diskreditieren.

    Er zog die Schlussfolgerung, dass "sie (die USA) nicht wollen, dass sich Russland an der Lösung internationaler oder regionaler Probleme beteiligt, auch nicht im Nahen Osten".

    Die "Zweistaatenlösung" der Regierung Biden weist in vier Punkten große Mängel auf. Erstens ist das gesamte Projekt auf einen absoluten militärischen Sieg über die Hamas ausgerichtet. Es erinnert an den triumphalen Ausruf "Mission erfüllt" nach der Invasion des Irak im Jahr 2003 und dem trügerisch einfachen Sturz der Taliban in Afghanistan zuvor. (Biden war übrigens ein glühender Befürworter der Irak-Invasion und hatte drei Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 für den Krieg in Afghanistan gestimmt).

    Zweitens gibt es hier einen menschlichen Inhalt. Die Palästinenser verabscheuen die USA und Israel und werden sich nicht den von diesen Ländern handverlesenen Quislingen unterwerfen. Sowohl die Fatah als auch Abbas sind durch und durch diskreditierte Organisationen. Was macht die Regierung Biden denn so zuversichtlich, dass die arabischen Regime bereit sein werden, als Washingtons Stellvertreter oder fünfte Kolonne in Gaza zu agieren? Das ist, gelinde gesagt, eine unverschämte und beleidigende Unterstellung.

    Drittens: Die Unterstützung der Hamas durch die Bevölkerung kann nicht weggezaubert werden. Widerstandsbewegungen mögen ihre Höhen und Tiefen haben, aber sie sterben selten, solange die Bedingungen der ausländischen Hegemonie bestehen.

    Und schließlich bräuchte Washington immer noch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats, um das von ihm ausgeheckte Komplott zu legitimieren, was nach Putins Rede vom Montag nur schwerlich zu amerikanischen Bedingungen möglich ist. Putin hat das Blutbad im Gazastreifen mit außergewöhnlich harten Worten beschrieben.

    Quelle: https://www.indianpunchline.com/neocon-regime-change-in-gaza-will-complicate-two-state-solution/
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/neokonservativer-regimewechsel-in-gaza-erschwert-zwei-staaten-loesung?acm=3998_1982


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    03.11.2023

    „Kriegstüchtigkeit“: Medien, Politiker und „Experten“ wie im Rausch

    nachdenkseiten.de, vom 02. November 2023 um 13:25 Ein Kommentar von: Tobias Riegel

    Die Äußerungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), dass „wir“ wieder kriegstüchtig werden müssten, sind infam, aber durchschaubar – es geht mal wieder auch ums Geld. Denn „Kriegstüchtigkeit“ und ein damit verbundenes außenpolitisches Auftrumpfen erhöht nicht nur die Gefahr von Kriegen, sondern wirkt bereits lange vorher zerstörerisch für die Bürger: Um der Kriegswirtschaft Unsummen in den Rachen werfen zu können, muss die Gesellschaft bereit sein, zu verzichten. An dieser Bereitschaft wird nun gearbeitet, in den letzten Tagen unter anderem auch in ARD und ZDF. Das nennt sich dann „mentaler Wandel“ angesichts einer „unbequemen Wahrheit“.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Zur Erinnerung hier das betreffende Zitat von Pistorius vom Sonntagabend:

    „Wir müssen uns wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könnte. Und das heißt: Wir müssen kriegstüchtig werden. Wir müssen wehrhaft sein. Und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.“

    Pistorius ging laut Medien später näher darauf ein. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte außerdem dazu erklärt, die Zeitenwende sei nicht auf die Bundeswehr begrenzt. Es gehe dabei auch um eine Gesellschaft, die den Auftrag der Bundeswehr trägt und ihn stützt. Etwa bei Rüstungsprojekten, die in der deutschen Zivilgesellschaft lange für Kontroversen gesorgt hätten. Gemeint sein dürfte laut den Medienberichten auch, dass die Bundeswehr nicht nur kurzfristig durch ein Sondervermögen, sondern langfristig mehr Geld zur Verfügung hat. Denn wie es weitergeht nach dem „Sondervermögen“, sei noch nicht geklärt. Bis Jahresende erwartet der Verteidigungsminister laut Medien, dass rund zwei Drittel der 100 Milliarden Euro verplant sein dürften.

    Dass die Äußerungen von Pistorius mit der früheren SPD – und zwar „jener SPD mit dem größten historischen Erfolg und einer großen positiven Wirkung auf unser Land und ganz Europa“ – nichts mehr zu tun habe, hat Albrecht Müller gerade in diesem Artikel beschrieben.

    „Es braucht das Verständnis der Bevölkerung, einen möglichen Krieg tatsächlich mitzutragen“

    Wer vielleicht noch dachte, dass große Medien hier gemäß ihrer Kontrollfunktion zugunsten der Bürger in angemessener Weise und deutlich wahrnehmbar gegen eine gesellschaftlich-politische Fehlentwicklung einschreiten würden, der hat sich (erwartungsgemäß) getäuscht. Manche aktuell in großen Medien wahrnehmbare Beiträge von Journalisten, Politikern und „Experten“ stützen sogar noch den Alarmismus des Verteidigungsministers. Hier folgt eine kleine, aber beispielhafte Auswahl an Stimmen im von den Bürgern bezahlten öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

    So sagte etwa Christian Mölling, Experte für Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, laut Tagesschau:

    „Es braucht eben nicht nur Streitkräfte, sondern es braucht tatsächlich auch eine funktionsfähige Rüstungsindustrie. Und es braucht vor allen Dingen das Verständnis der Bevölkerung, einen möglichen Krieg tatsächlich mitzutragen. (…) Es braucht eine große Anstrengung, eine sicherheitspolitische Dekade, in der man versucht, nicht nur die Bundeswehr, sondern die Bundesrepublik insgesamt kriegstauglich zu machen.“

    Im ZDF erklärt die Kommentatorin Ines Trams, die Aussage von Pistorius sei „überfällig“. Denn: Derzeit seien „wir“ weder was das Gerät betreffe noch „mental bereit“ für einen möglichen Krieg mit deutscher Teilnahme. „Wie bislang“ scheue die Politik, „militärische Macht mitzudenken und Wehrhaftigkeit zu demonstrieren“. Zur Unterstützung hat auch das ZDF seine „Expertin“, nämlich die Politologin und ehemalige Strategin bei der NATO, Stefanie Babst. Babst beklagt, dass sich die Bundesregierung auch heute noch schwer tue, „den militärischen Werkzeugkasten in den Mittelpunkt unserer politischen Kommunikation zu stellen, um unseren Gegnern zu zeigen, wir verteidigen uns mit allen Mitteln“.

    Es geht ums Geld: Weg von „liebgewonnenen Ausgaben“, hin „zur Verteidigung“

    Die „Streitkräfte kriegsfähig zu machen“, wäre „vorausschauend“, so Ines Trams weiter. Doch das würde „schmerzhafte Verschiebungen“ im Haushalt bedeuten – weg von „liebgewonnenen Ausgaben, hin zur Verteidigung“. Es sei „offen“, ob die Politik bereit sein würde, „diese wenig populären Schritte zu gehen“.

    Das ist mutmaßlich ein Ziel ihres Kommentars und vieler weiterer Beiträge in den letzten Tagen: nämlich die Bereitschaft der Bürger zu erhöhen, auf „liebgewonnene Ausgaben“ (etwa für Gesundheit, Bildung und Soziales) zu verzichten, um den militärisch-industriellen Komplex noch üppiger zu füttern. Verkauft wird diese Umverteilung als überfällige Einsicht in eine „unbequeme Wahrheit“.

    Ebenfalls im ZDF fragt der Historiker Sönke Neitzel: Reicht das, was Pistorius macht? Und gibt die Antwort: „Nein“. Neitzels folgende Aussage bezieht sich auf die (relative!) militärische Zurückhaltung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten – diesem Denken sei auch die Ampelregierung noch verbunden. Was eigentlich zu begrüßen wäre, wird von Neitzel als Kritik formuliert:

    „Es ist eine ganz klare Vermeidungsstrategie. Und es ist nicht das Denken der Streitkräfte vom Krieg her. Also ich glaube, dass die Bundesregierung nach wie vor versucht, so weit das möglich ist, das militärische Argument aus der Politik herauszunehmen.“

    Unterstützung für Pistorius (beziehungsweise die „Kritik“, auch die aktuelle Aufrüstung reiche immer noch nicht nicht aus) von politischer Seite, etwa der FDP und der CDU, hat der Deutschlandfunk in diesem Artikel zusammengestellt.

    Friedliche Koexistenz ist keine Unterwerfung

    Eine friedliche Koexistenz mit Russland bedeutet selbstverständlich nicht, dass man einer eventuellen russischen Übermacht naiv gegenübertreten sollte – weder militärisch noch wirtschaftlich. Es bedeutet, die gegenseitigen Interessen rational zu analysieren und zu respektieren. Man muss sich nicht lieben, aber man darf sich nicht von den USA und hierzulande (vor allem, aber beileibe nicht nur) von den Grünen und vielen Journalisten gegeneinander aufhetzen lassen. Die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen Russland auf der einen Seite und der NATO auf der anderen Seite hat etwa „Statista“ unter diesem Link verglichen – angesichts des massiven Übergewichts auf NATO-Seite erscheint die „russische Gefahr“ für das westliche Bündnis momentan alles andere als akut, was aber wiederum keine Aussage für die Ewigkeit ist.

    Eine friedliche Koexistenz mit Russland bedeutet auch keineswegs, dass die wirtschaftlichen oder kulturellen Brücken zu den USA abgebrochen werden müssen. Das sollte auch nicht passieren! So sollte auch gegen die USA meiner Meinung nach kein Wirtschaftskrieg vom Zaun gebrochen werden. Deutschland könnte und müsste eine Brückenfunktion in einer möglicherweise entstehenden multipolaren Welt übernehmen.

    Es ist ein wiederkehrendes Motiv der Ampelregierung: Man warnt händeringend vor Problemen, die man selber erheblich forciert hat. Wirtschaftsminister Habeck simuliert die Rettung vor den Folgen eines Wirtschaftskriegs, der vor allem von der Bundesregierung und der Führung seiner eigenen Partei vorangetrieben wurde. Und Pistorius warnt nun vor einer Gefahr, die unter anderem darum theoretisch akut werden könnte, weil auch die SPD eine friedliche Koexistenz Deutschlands mit Russland mutmaßlich US-amerikanischen Interessen geopfert hat.


    Die Russen reichen immer noch die Hand

    Dass die russische Regierung den Deutschen aber immer noch die Hand reicht – trotz härtesten Diffamierungen und deutschen Waffenlieferungen und trotz der Erkenntnis, dass unter der Ampelregierung wohl kaum noch wirtschafts- und friedenspolitische Vernunft einziehen könnte, das haben wir kürzlich in diesem Artikel beschrieben.

    Das bedeutet aber wiederum nicht, dass sich die russische Sicht nicht irgendwann in Feindschaft wandeln könnte, angesichts wiederum der fortgesetzten Feindschaft von westlicher Seite – muss man sich auf einen solchen Fall nicht (auch militärisch) vorbereiten, auch wenn er zu verhindern gewesen wäre? Muss auch „der Frieden bewaffnet sein“ – gerade auf dem tatsächlich mit vielen Unwägbarkeiten gepflasterten Weg in eine möglicherweise multipolare Weltordnung? Aber selbst wenn(!) man diese Frage bejahen sollte: Müsste die EU-Aufrüstung dann nicht mindestens unabhängig von der US-Kriegsmaschine geschehen, um für das viele Geld dann wenigstens ein bisschen europäische Eigenständigkeit zu generieren?

    Die NachDenkSeiten und viele andere Akteure (etwa in diesem prominent unterzeichneten Offenen Brief von 2014) haben jahrelang davor gewarnt, dass die vor allem seit dem Maidan-Putsch 2014 vom Westen verfolgte Politik zu einem Krieg in Europa führen kann. Dieser Krieg hätte leicht verhindert werden können, indem Russland nachvollziehbare Sicherheitsgarantien gegeben worden wären.


    Bereits vor den Kriegen kommen die sozialen Kürzungen

    Das aktuelle Trommeln für die materielle und mentale Vorbereitung auf einen Krieg erhöht nicht nur die Gefahr von Waffengängen: Schon lange vor Ausbruch von „heißen“ Kriegen wirkt diese Politik zerstörerisch für die Gesellschaft: Es werden Unsummen verschwendet – und diese Begrenzung der Haushaltsmittel führt dann unweigerlich zu unsozialen und bürgerfeindlichen Prioritäten in der Politik.

    Bedenklich (auch wenn es nicht überrascht) ist, das die Entwicklung der Militarisierung in großen Medien nicht angemessen debattiert wird. Es könnte fast der Eindruck entstehen, dass zahlreiche deutsche Journalisten und Politiker der Meinung sind: Die militärische Zurückhaltung Deutschlands war ein tragischer Fehler, endlich kehrt „Normalität“ ein. In satirischer Form wird auf diese Haltung etwa hier oder hier eingegangen. Es gab sicher in den letzten Tagen auch in „Leitmedien“ Stimmen, die den Alarmismus von Pistorius kritisiert haben (über Hinweise wäre ich dankbar) – wenn man aber nicht aktiv nach solchen Stimmen sucht, bleibt zumindest bei mir der Eindruck, dass sich manche unserer „Multiplikatoren“ momentan geradezu in einem zerstörerischen Kriegsrausch befinden.

    Das Titelbild dieses Artikels soll hier zum Abschluss noch einmal präsentiert werden. Die Zeichnung ist ein klassischer sowjetischer Cartoon (Yuliy Ganf, „In America – At This Restaurant Only One Person Is Served“, Krokodil #4,) – er illustriert gut, wie der Krieg schon lange vor seinem eventuellen „Ausbruch“ der Gesellschaft schweren Schaden zufügt. Die Zeichnung stammt von 1953 und belegt damit eine Kontinuität seit (mindestens!) 70 Jahren.


    „WAR.JPG“

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    Yuliy Ganf, ‘In America – At This Restaurant Only One Person Is Served’ (Krokodil #4, 1953)

    Titelbild: Yuliy Ganf, ‘In America – At This Restaurant Only One Person Is Served’ (Krokodil #4, 1953)


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=106135


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    03.11.2023

    Fachkräftemangel: Scholz holt sich Abfuhr in Afrika – Deutschland nicht attraktiv

    freedert.online, vom 2 Nov. 2023 19:25 Uhr,Von Gert Ewen Ungar

    Bei der dritten Reise des Kanzlers nach Afrika nahm das Anwerben von Fachkräften zur Bekämpfung des Fachkräftemangels einen großen Raum ein. Scholz holte sich eine Abfuhr. Deutschland ist für ausgebildete Afrikaner nicht attraktiv. Der Kontinent bietet ihnen inzwischen gute Perspektiven.


    Quelle: www.globallookpress.com © Michael Kappele



    Langes Gesicht in Afrika: Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Besuch in Ghana.


    Im russischen Fernsehen wird derzeit eine Serie mit dem Titel "Fieber" gezeigt. Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt. In einem afrikanischen Land bricht eine hochansteckende und meist tödlich verlaufende Krankheit aus. Eine neue Variante des Ebola-Virus ist dafür verantwortlich. Ein westliches Team vor Ort streicht aufgrund der Gefahr die Segel und reist ab. Die Mitarbeiter des afrikanischen Seuchenzentrums fühlen sich im Stich gelassen. Sie wenden sich in ihrer Notlage an Russland, das im Gegensatz zum Westen zur Hilfe auch unter Gefahren bereit ist. Russland schickt eine gut ausgerüstete Gruppe von Freiwilligen, bestehend aus Medizinern und Virologen. Da die afrikanische Kollegin in Sankt Petersburg studiert hat, ist die Kommunikation auf Russisch kein Problem. Russland rettet vielleicht nicht die ganze Welt, aber zumindest Teile Afrikas und baut zudem seine Beziehungen dorthin aus. Ein schlichter, aber sympathischer Plot. 

    Nun mag man das für sehr weit hergeholt halten. Dass sich die Sympathien des afrikanischen Kontinents jedoch nicht mehr auf der Seite des Westens befinden, musste der deutsche Bundeskanzler bei seiner Reise durch Afrika feststellen. Auf seiner dritten Reise nach Afrika seit Amtsantritt besuchte Scholz Nigeria und Ghana.

    Und dass der Bundeskanzler zunehmend auch den Job der Außenministerin macht, hat gute Gründe. Baerbock fehlt jedes Gespür für Diplomatie, sie ist rhetorisch ungeschickt, um es höflich zu formulieren, sie ist zu sehr Ideologin, um kompromissfähig zu sein, die Fähigkeit zur Einfühlung fehlt ihr völlig. Sie ersetzt dieses Defizit durch Phrasen der Betroffenheit und Rührung, die regelmäßig in Kitsch abgleiten. Man nimmt es ihr daher nicht ab.


    Niger, Baerbock und das Völkerrecht





    Meinung

    Niger, Baerbock und das Völkerrecht






    Baerbock tritt zudem unangenehm belehrend auf. Ihr außenpolitisches Ziel ist, andere Länder zu unterwerfen und zur Übernahme der deutschen Sicht und der deutschen Sprachregelungen zu zwingen. Die Zeiten, in denen man sich einen derart kolonialistischen Gestus ungestraft erlauben konnte, sind allerdings vorbei.

    Baerbock ist für den Posten, den sie bekleidet, absolut ungeeignet. Der Kanzler weiß das und zieht die Außenpolitik an sich. Im Ergebnis ändert das allerdings nichts, wie sich jetzt zeigt. Scholz mag über bessere rhetorische Fertigkeiten und über mehr politische Erfahrung verfügen, dennoch bringt auch er wie vorher schon Baerbock von seiner Afrikareise nichts Substanzielles mit. Auch ihm wurde die Tür vor der Nase zugeschlagen.

    Deutschland ist für Afrika nicht mehr attraktiv. Gemeinsam mit der EU wurde Afrika immer hingehalten, immer vertröstet und abgespeist. Die jüngsten Beispiele dafür: Während der Corona-Pandemie kam Hilfe nicht aus dem Westen, sondern aus China und Russland. Die EU hält am Sanktionsregime gegen Russland fest, obwohl das die ärmsten Länder der Welt hart trifft. Der UN-Menschenrechtsrat hat dies klar verurteilt. Russland spendet nun Weizen und Dünger, während die EU hart bleibt.


    USA werfen Niger aus Handelsbündnis mit Afrika





    USA werfen Niger aus Handelsbündnis mit Afrika







    Russland öffnet sich aktuell gegenüber Afrika wie keine andere Region der Welt – von China abgesehen. Die Zahl afrikanischer Studenten, die an einer russischen Universität studieren, hat sich in der letzten Dekade verdreifacht, 35.000 afrikanische Studenten waren es im vergangenen Studienjahr. Für die laufende Periode wurde das Kontingent von Studienplätzen für diese Gruppe um weitere 4720 Plätze erhöht. In Russland wird ein Teil der afrikanischen Fachkräfte ausgebildet, die man in Deutschland gerne hätte. Allerdings musste Kanzler Scholz bei einem Besuch der Universität Ashesi in Ghana zur Kenntnis nehmen, dass es die afrikanischen Fachkräfte, die Deutschland so dringend benötigt, um seinen Standard halten zu können, nicht nach Deutschland zieht. "Wir brauchen keine Retter aus dem Westen", erklärt eine Studentin des Maschinenbaus dem Kanzler. 

    Was Jahrzehnte der Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland nicht geschafft haben, schafft die Kooperation Afrikas mit China und Russland. Afrika entwickelt sich, es gibt Perspektiven. Man will zur Entwicklung des eigenen Landes beitragen, bekommt Scholz von jenen Fachkräften gesagt, mit denen er in Deutschland gerne kostengünstig die durch eigenes Versagen entstandenen Lücken schließen möchte.


    Thomas Sankara: "Zionismus ist Imperialismus" – Gedenkfeier in Burkina Faso



    Thomas Sankara: "Zionismus ist Imperialismus" – Gedenkfeier in Burkina Faso






    Auch in Nigeria war Migration ein Thema – gleich in doppelter Hinsicht, denn auch dort wollte Scholz Fachkräfte für Deutschland anwerben. Gleichzeitig ging es darum, eine Vereinbarung über die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern zu finden. In Deutschland leben rund 12.000 ausreisepflichtige Asylsuchende, die Nigeria allerdings nicht zurücknehmen möchte.

    Deutschland möchte Rosinen picken, das machte der verunglückte Balanceakt des Kanzlers deutlich. Dass Nigeria unter diesen Umständen kaum zur Zusammenarbeit zu bewegen sein wird, ist klar. Wie jedes andere Land der Welt bildet auch Nigeria seine Fachkräfte nicht für Deutschland, sondern für den eigenen Bedarf aus. Wenn Deutschland Fachkräfte sucht, dann soll es die gefälligst selbst ausbilden, ist die inhärente Botschaft, die man permanent von dort zurücksendet, wo Berlin anwerben möchte. Sie wird in Berlin jedoch nicht gehört. Man tingelt daher weiter durch die Welt.

    Auch wenn es eine narzisstische Kränkung für Deutschlands gut gepäppeltes Ego bedeutet: Für Fachkräfte aus Afrika ist Deutschland nicht mehr attraktiv, zumal Deutschland nicht nach Kooperation auf Augenhöhe, sondern nach Lückenfüllern sucht, die der deutschen Wirtschaft aus der Patsche helfen. Kooperation, das weiß man in Afrika nicht erst seit der Coronakrise, kommt nicht aus der EU und auch nicht aus Deutschland. Wenn es ernst wird, setzt man dort auf Abschottung und pflegt den Egoismus. Echte Kooperation kommt aus anderen Regionen der Welt. In der Fernsehserie "Fieber" wurde das zum Thema gemacht. Scholz bekam in Afrika die Grundannahme für den Plot in der Realität zu spüren.


    Mehr zum Thema – Energiequelle Nigeria: Bundeskanzler Scholz auf Afrika-Reise


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://freedert.online/meinung/185744-fachkraeftemangel-scholz-holt-sich-abfuhr


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    03.11.2023

    Der leere Blick des Robert Habeck - und sein gefährlicher Blankocheck für Israel

    freedert.online, 2 Nov. 2023 17:03 Uhr, Von Dagmar Henn

    "Das hätte Scholz sagen müssen", heißt es in Kommentaren zu Robert Habecks Rede zu Israel in den Medien. In Wirklichkeit ist sie ein Dokument des Wahns. Eine Rede, die besser nie gehalten worden wäre, weil das, was in normalen Zeiten schlichte Heuchelei ist, jetzt Brände entfachen hilft.


    Der leere Blick des Robert Habeck - und sein gefährlicher Blankocheck für Israel

    Ein Screenshot aus Robert Habecks Rede


    "Deutliche Worte zu Israel", wie die Berliner Zeitung Bundeswirtschaftsminister Robert Habecks jüngsten Internetauftritt kommentierte, brauchen eigentlich keine neun Minuten. Ein kurzes "Hört auf!" an die israelische Regierung wäre genug. Wobei seit Nord Stream außenpolitisch ohnehin egal ist, was aus Deutschland gesagt wird.


    "Hört auf, Völkermord zu finanzieren!" – Aktivisten stören Blinken während Senatsanhörung



    "Hört auf, Völkermord zu finanzieren!" – Aktivisten stören Blinken während Senatsanhörung





    Man kann schon fast die Geschichtsstudenten vor sich sehen, die einmal die Funktion dieser Rede werden entziffern müssen. Sie ist auf solch vielfache Weise absurd, dass die berüchtigten Reden von Angela Merkel im Vergleich wie geistige und rhetorische Höhepunkte wirken.

    Wüsste man nicht, dass Habeck so ist, so denkt, man würde angesichts seiner emotionslosen Mimik und der weit aufgerissenen Augen davon ausgehen, hinter ihm stünde jemand mit geladener und entsicherter Waffe. Dann allerdings wäre vermutlich die Aussage direkter.

    Kurz gefasst besagt diese Rede schlicht: Es ist uns egal, was Israel tut, wir unterstützen es, und alles andere ist antisemitisch.

    Die Berliner Zeitung jubelt über diese Rede, weil Bundesaußenministerin Annalena Baerbock es tatsächlich zugelassen hatte, dass die Vertretung der Bundesrepublik in der UN-Vollversammlung sich bei der Abstimmung über die jordanische Resolution enthielt und nicht mit den USA dagegen stimmte. Diese Abstimmung war Ende vergangener Woche.

    Inzwischen hat die israelische Armee Hunderte Bewohner des Flüchtlingslagers Dschabaliya getötet, um einen Hamas-Kommandeur zu treffen. Dieses unbestreitbare Kriegsverbrechen wurde von den Vertretern der israelischen Armee offen eingestanden. Die Folgen, die dieses Massaker in der arabischen Welt haben wird, sind noch nicht abzusehen.

    "Zusammen mit unseren amerikanischen Freunden machen wir Israel immer wieder deutlich, dass der Schutz der Zivilbevölkerung zentral ist. Der Tod und das Leid, das jetzt über die Menschen im Gazastreifen kommt, sind schlimm."

    Jeder auf der Welt weiß, dass die gesamte israelische Politik, die Sabotage der Osloer Abkommen seit 1993, ohne die Rückendeckung der USA nicht möglich gewesen wäre. "Unsere amerikanischen Freunde", das sind nicht nur die, die Nord Stream gesprengt haben, das sind auch die, die jede Resolution gegen die israelische Politik im UN-Sicherheitsrat verhindern.


    "Wir versagen erneut": UN-Beamter tritt aus Protest zurück





    "Wir versagen erneut": UN-Beamter tritt aus Protest zurück






    Wie sieht denn das "deutlich machen" aus, von dem Habeck spricht? Erinnern wir uns an die Flut von Sanktionen, die über Russland verhängt wurden, mit Butscha als Begründung. Nicht nur, dass es nie eine Untersuchung oder eindeutige Belege für eine russische Schuld gab – im Falle von Dschabaliya ist nicht nur die Lage weit eindeutiger, es geht um eine ganz andere Dimension. Welche Sanktionen sind nun für Israel in Arbeit?

    Nein, der von der Hamas gelieferte Auslöser ist etwas völlig anderes. Da wurde "bestialisch ermordet". Kinder unter Betonbrocken zu begraben, dutzendweise, ist nicht bestialisch.

    Es überrascht nicht, wenn Habeck eine bizarre Version der Geschichte vertritt. Ganz nebenbei geht er den nächsten Schritt bei der Umschreibung des Zweiten Weltkriegs:

    "Der Zweite Weltkrieg war ein Vernichtungskrieg gegen Juden, für das Naziregime war die Vernichtung des europäischen Judentums das Hauptziel."

    Sicher, der Mann ist Kinderbuchautor, kein Historiker. Aber irgendwann in seiner Schullaufbahn müsste er gelernt haben, dass die Liste "unwerten Lebens" der Nazis ziemlich lang war. Das Hauptziel war, das lässt sich anhand der eingesetzten Mengen an Menschen und Material belegen, unzweifelhaft die Zerstörung der Sowjetunion. Dies wahrzunehmen, käme aber mit der Liebe zu ukrainischen Nazis ins Gehege.

    Selbstverständlich vertritt Habeck den im Westen üblichen doppelten Standard.

    "Putin lässt sich mit Vertretern der Hamas und der iranischen Regierung fotografieren und bedauert die zivilen Opfer im Gazastreifen, während er zivile Opfer in der Ukraine schafft."

    Er weiß wohl, dass Fotos diplomatischer Termine keine Hochzeitsfotos sind, und er weiß mit Sicherheit auch, dass die Zahl ziviler Opfer im Gazastreifen in drei Wochen die Zahl ziviler Opfer der militärischen Sonderoperation in 20 Monaten – auf beiden Seiten, wohlgemerkt – übertroffen hat.

    "Keine Grenzen setzen" – Washington erteilt Israel Freibrief bei Einsatz von US-Waffen





    "Keine Grenzen setzen" – Washington erteilt Israel Freibrief bei Einsatz von US-Waffen






    Habeck weiß auch, wie unsinnig seine Forderung ist, muslimische Verbände sollten sich von der Hamas distanzieren. Und dass Demonstrationen für Palästina nicht automatisch "islamistische Demonstrationen" sind, auch wenn es in Deutschland tatsächlich viele Islamisten gibt. Tschetschenische beispielsweise, die in Deutschland aufgenommen wurden, weil sie gegen Russland kämpfen, oder syrische, die gegen Baschar al-Assad nützlich waren.

    Nein, das ist alles das übliche Geschäft, das verlogene Gerede, das in diesem Zusammenhang eben geliefert wird. Auch der Schlenker, den Habeck in Richtung Iran macht ("die Perspektive einer Zweistaatenlösung, all das wollen die Hamas und ihre Unterstützer, insbesondere die iranische Regierung, nicht"), ist einfach nur das, was die Neocons in Washington, was Antony Blinken und Victoria Nuland und die übrigen Kriegstreiber vorgeben, die so gerne endlich Krieg gegen den Iran führen wollen.

    Wirklich abgrundtief ekelerregend wird die Rede von Habeck erst, wenn man den Kernsatz in Verbindung mit der Wirklichkeit setzt. Mit jener Wirklichkeit, die außerhalb der westlichen Blase existiert.

    "Die Sicherheit Israels ist unsere Verpflichtung."

    Wäre dieser Satz wirklich ernst gemeint, Habeck müsste dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit aller Kraft in den Arm fallen. Eine Annalena Baerbock müsste von Land zu Land reisen, um für einen Waffenstillstand zu werben, eine Aufhebung der Belagerung von Gaza, ein Ende der Bombardierungen. Denn die Welt sieht, was tatsächlich geschieht. Sie kennt die Zweifel an der Vorgeschichte des Überfalls vom 7. Oktober, die ägyptischen Warnungen, die, wie inzwischen feststeht, an Netanjahu persönlich ergingen; sie kennt die Planungen für eine Vertreibung aller Palästinenser, die ganz offiziell von israelischen Behörden betrieben wurden.

    Wenn man die Sicherheit Israels ernst nimmt und nicht die Sicherheit der Karriere Netanjahus, nein, die Sicherheit all der Menschen, die dort leben, arbeiten, Kinder großziehen, dann ist es absolut unabdingbar, dieses Blutvergießen zu beenden.

    Was geschieht denn, wenn sich aus diesem israelischen Einmarsch in Gaza ein größerer Krieg entwickelt? Nach dem Angriff auf Dschabaliya wird die Hisbollah nicht mehr lange abseitsstehen können. Die Vereinigten Staaten haben im Mittelmeer eine Flotte aufgefahren, die im Grunde nur für einen Angriff auf den Iran Sinn ergibt. Der irakische Widerstand hat gestern erklärt, die US-Truppen dort jetzt militärisch vertreiben zu wollen. Und jedes neue Bild aus Gaza erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierungen der Nachbarländer Jordanien und Ägypten am Ende gezwungen sein werden, gegen Israel vorzugehen. Von dem kleinen Problem "Samson-Option" wollen wir gar nicht anfangen.


    Welt im Wandel: Der Westen ist einsam





    Meinung

    Welt im Wandel: Der Westen ist einsam






    Statt im Interesse der Menschen auch in Israel zumindest dazu beizutragen, dass dieses Pulverfass nicht explodiert, und damit dafür zu sorgen, dass es am Ende dieser Geschichte noch einen Staat Israel gibt, gießt Habeck mit salbungsvollen Worten Öl ins Feuer. Weil es seinen Verstand übersteigt, dass der schlimmste Feind der israelischen Bevölkerung jetzt gerade Netanjahu heißt und dass die Vereinigten Staaten gerade dabei sind, Israel genauso zu opfern, wie sie bereits die Ukraine geopfert haben.

    Die gewöhnliche Doppelmoral des westlichen Alltagsgeschäfts ignoriert das Völkerrecht ebenso wie das Elend der Palästinenser. Sie macht aller Welt den Vorwurf, Juden und die israelische Politik gleichzusetzen, und arbeitet selbst mit allen Kräften an dieser Gleichsetzung. Das ist so seit Jahrzehnten.

    Aber derzeit geht es nicht nur um die Fortsetzung der üblichen Heuchelei, und Russland und China bemühen sich nicht um ein Eingreifen der UNO, nur um die absteigenden Vereinigten Staaten zu demütigen. Sie tun es, weil die reale Gefahr eines großen Krieges im Nahen Osten besteht, der nur noch eine begrenzte Zeit lang verhindert werden kann, weil jedes neue Bild aus Gaza es schwerer macht.

    Was Habeck in seiner vermeintlich so moralischen Rede vertritt, ist eine verhängnisvolle Erbarmungslosigkeit bar jeden Gespürs für die Folgen des eigenen Tuns. Er ist geschickt darin, die erwünschten Floskeln abzusondern. Was aber reale Menschlichkeit, selbst was ein Gespür für die Gefahren betrifft, ist Habeck so leer wie der Blick, den er in die Kamera wendet.


    Mehr zum ThemaDiplomatischer Protest: Länder in Lateinamerika verurteilen Israels Attacken auf Zivilisten in Gaza


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/185767-der-leere-blick-des-robert-habeck


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    03.11.2023

    Ukrainische Faschisten als Scharfmacher für den Atomkrieg: Weltweite Bandera-Lobby aufgedeckt

    freedert.online, vom 2 Nov. 2023 12:05 Uhr

    Obwohl der ukrainische Nationalistenführer Stepan Bandera schon seit 64 Jahren tot ist, ist die sog. Bandera-Lobby heute mehr denn je lebendig. Ohne das Interesse mächtiger Akteure im Westen und ihrem Wirken wären die ukrainischen Faschisten jedoch eine bedeutungslose Sekte geblieben.


    Quelle: Sputnik


    Militante Aktivisten würdigen den ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera bei einem Festakt am 22. Mai 2011 in Lwow.


    Von Wladislaw Sankin 

    "Viele Leute wissen, dass der deutsche Journalismus nach dem 24. Februar 2022 durch Propaganda ersetzt wurde, deswegen greifen sie zu dieser kleinen Zeitung", sagt nicht ohne Stolz der langjährige Chef-Redakteur der linken Zeitung "Junge Welt" Arnold SchölzelGerade nahm er an der Abschlussdiskussion der von der Jungen Welt organisierten Fachkonferenz "Der Bandera-Komplex: Der ukrainische Faschismus – Geschichte, Funktion, Netzwerke" teil. Steigende Auflagen und steigende Zugriffe im Internet seien ein sicheres Zeichen davon. Besonderes Augenmerk werde dabei auf geschichtliche Hintergründe, politische und ökonomische Zusammenhänge gelegt, so der Publizist.


    Deutschland und die Frage von Schuld und Sühne gegenüber Russland





    Meinung

    Deutschland und die Frage von Schuld und Sühne gegenüber Russland

    Bis zu 250 Gäste haben den Rednern der Konferenz im komplett ausverkauften Münzenbergsaal des ND-Hauses zugehört, hinzu kamen mehrere Tausend Zuschauer, die das Geschehen auf der Webseite der Zeitung per Livestream verfolgt haben. Die Beiträge der Konferenz werden auch auf dem YouTube-Kanal als Videos veröffentlicht. Der enorme technische Aufwand, das geradezu erdrückende inhaltliche Ausmaß und die Qualität der Redebeiträge machten die Konferenz zu einem einzigartigen Medienereignis.

    Für deren Macher sei es jedoch "erschreckend" gewesen, festzustellen, dass es wohl keine vergleichbare Veranstaltung in Deutschland oder im westlichen Ausland gebe: "Keine Stiftung, keine Partei, keine antifaschistische Organisation hat sich bisher die Mühe gemacht, Hintergründe und Ausmaß der Wirkmächtigkeit ukrainischer Faschisten in Geschichte und Gegenwart zusammenzutragen". Es sei auch extrem schwer gewesen, Forscher und Wissenschaftler zur Teilnahme an der Konferenz zu bewegen: Die einen fürchten um ihre Karriere, andere um ihr Leben. Gekommen sind letztlich zwei Forscher und Aktivisten aus den USA. 

    Einer ist Moss Robeson. Der 27-jährige freiwillige Forscher aus dem Bundesstaat New York, deckt in seinen Publikationen die Netzwerke der Bandera-Flügel der Organisation der ukrainischen Nationalisten (OUN-B) auf. Er wolle das Bewusstsein dafür schärfen, dass die OUN-B immer noch eine Bedrohung darstellt, sagte er zu seinen Beweggründen.

    "Ich will die Bandera-Lobby aus dem Dunkeln ziehen, denn ich glaube nicht, dass sie im Sonnenlicht überleben kann. Ich möchte deutlich machen, dass sie ein fehlendes Puzzlestück ist, ohne das wir kein vollständiges Bild von dem Ukraine-Konflikt bekommen können. Vielleicht können meine Recherchen Menschen auch dazu bringen zu überlegen, was sie sonst noch alles nicht erfahren haben, und ihnen helfen, das Schweigen und die Propaganda der Medien, die den Faschismus in der Ukraine weißwaschen, zu durchbrechen", so Robeson. 


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    Moss Robeson antwortet auf die Fragen der Moderatorin Susan Witt-Stahl.Junge Welt


    In seinem ersten Redebeitrag auf der Konferenz hat Robison u. a. bislang wenig bekannte Fakten über Verbindungen der OUN-B in die USA noch in die 1930er-Jahre hinein ans Licht gebracht. Dem Wirken eines verzweigten Lobbynetzwerks bis in die höchsten Etagen der US-Politik in der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart wurde sein zweiter Beitrag gewidmet. Das war der erste große Auftritt auf einer öffentlichen Veranstaltung für den US-Amerikaner, wie er in einem Gespräch mit RT DE deutlich machte.


    Yalta European Strategie 2023 – Schicksalsschlacht des Westens in Kiew




    Analyse

    Yalta European Strategie 2023 – Schicksalsschlacht des Westens in Kiew






    Ihm zufolge sei die Bandera-Lobby das weltweit agierende Netzwerk aus dem Dunstkreis der OUN-B, vor allem in der ukrainischen Diaspora, einschließlich seiner vielen Tarngruppen. Dazu zählen auch Organisationen, die die Banderisten nicht gegründet, aber übernommen haben, wie das "Ukrainian Congress Committee of America", UCCA und ihre Freunde und Verbündeten. Dazu gehören solche Tarnorganisationen oder – wie die Banderisten sie nennen – "Fassadenstrukturen" wie "World Council of Ukrainian Statehood Organizations". Auch oft als "International Council in Support of Ukraine" genannt, agiert er als Koordinierungsorgan der OUN-B, das früher unter dem Namen "World Ukrainian Liberation Front" bekannt war. 

    Nennenswert ist auch die "Ukrainian Youth Association", CYM, die banderistische Jugendverbände in den einzelnen Ländern vereinigt, darunter der militante "Nationalistische Jugendkongress" unmittelbar in der Ukraine. Diese Gruppe stand 2019 unter anderem an der Spitze der ultrarechten "Widerstandsbewegung gegen Kapitulation". Durch Todesdrohungen gegen den damals noch frisch gewählten Präsidenten Wladimir Selenskij und Straßenrandalen vor dem Präsidentenamt hat sie und ihre Partnervereine wie Nationaler Korps von Asow-Gründer Andrej Bilezki maßgeblich zur Verhinderung des Friedensprozesses im Donbass-Konflikt im Rahmen des Minsker Abkommens beigetragen. Damit ließen sie die letzte Hürde auf dem Weg zum heutigen Ukraine-Krieg mit Hunderttausenden Toten fallen. 

    Es war zweifellos ein großer Erfolg für die deutschen Gastgeber der Konferenz, dass es ihnen gelungen war, auch den zweiten US-Experten, den 74-jährigen Russ Bellant aus Detroit nach Berlin zu holen. Sein 1988 erschienenes Buch "Old Nazis, the New Right, and the Republican Party" gilt seit Jahrzehnten als Standardwerk über die Zusammenarbeit zwischen europäischen Nazi-Kollaborateuren und dem Weißen Haus in der späteren Phase des Kalten Krieges. In den 1980er-Jahren gelang es ihm an den von CIA organisierten Konferenzen der World Anti-Communist League, kurz WACL, teilzunehmen und Interviews mit deren Teilnehmern zu führen. 

    "Die OUN-B war die ukrainische Sektion der WACL. Daher gingen die Gespräche mit ihnen auf den Konferenzen natürlich über Newsletterveröffentlichungen und Festtagssymbolik hinaus. Sie wollten als ebenso relevant wahrgenommen werden, wie es die anderen WACL-Partner waren", erzählt er.  

    S-Autor Russ Bellant tritt auf der Konferenz "Bandera-Kompex" in Berlin am 29. Oktober 2023 



     


    auf.RT


    Ihre späte Rache für den verlorenen Krieg gegen die Sowjetunion, die sie im Tross der Hitler-Truppen geführt haben, nahmen die Banderisten nicht auf dem Kampffeld. Im Laufe der Jahrzehnte ist es ihnen durch unermüdliche Propagandaarbeit gelungen, ihr auf Hass auf Russland basiertes Weltbild der ukrainischen Öffentlichkeit aufzuzwingen und deren beträchtliche Teile für den Kampf gegen alles Russische zu mobilisieren. Dafür haben sie die äußerst blutige OUN-UPA-Geschichte durch Faktenfälschung reingewaschen, sich der antisemitischen Rhetorik entledigt und ein "demokratisches" Image verschafft – ein Meisterstück der Mimikry. Auch ihr Einfluss auf US-Establishment ist inzwischen enorm. 

    "Wenn sie über Russland reden, klingen bestimmte Kreise im Westen längst wie Banderisten. Das gilt zum Beispiel für die Behauptungen, es gäbe keine Nazis in der Ukraine, die NATO sei nicht imperialistisch, Russland hingegen das neue Nazideutschland, sogar ein "Völkergefängnis", das in kleine Länder zerschlagen werden müsse – sonst werde es nie Frieden geben. Ebenso für das Narrativ, gegen Russland Krieg zu führen, sei antiimperialistisch, und es dürfe keinen Kompromiss geben, denn der Kreml sei die Quelle des ultimativen Bösen in der Welt", sagt Moss Robeson. 























    "Die Banderisten sind eindeutig in den Militär- und Geheimdienstkomplex der USA eingebettet – so wie sie es seit nunmehr 75 Jahren sind. Die USA haben sie zu den Aktionen auf dem Maidan ermächtigt, bewaffnet und trainiert .... Die Banderisten dienen als nützliche Werkzeuge, um die ukrainische Gemeinschaft durch von ihnen kontrollierte Frontorganisationen zu mobilisieren und die Zustimmung der Wähler für diesen Krieg zu bekommen", meint dazu sein Kollege und Mitstreiter Russ Bellant. 

    RT Doku: Vom Faschismus erzogen – Die Nationalisten der Ukraine



    RT Doku: Vom Faschismus erzogen – Die Nationalisten der Ukraine






    Ein wichtiger Befund der Bandera-Konferenz der deutschen marxistischen Zeitung ist die Erkenntnis, dass das Zusammenwirken der global agierenden Banderisten und US-Establishments brandgefährlich ist und unmittelbar die Gefahr eines Dritten Weltkrieges bedeutet. Der notorische Antikommunismus und antirussische Fanatismus der Banderisten, ihre Entschlossenheit, Tausende eigene und fremde Opfer für ihren Kampf aufzubringen, machte sie noch in den 1930-1940er Jahren zu Komplizen all jener Kräfte, die die Sowjetunion vernichten wollten. Es waren deutsche Nazis und es waren wenig später britische und US-amerikanische Geheimdienste.

    In ihrem Fanatismus schreckten sie nicht vor einem bereits Ende der 1940er-Jahre drohenden Dritten Weltkrieg zurück. Es war eine Zeit, als man in London und Washington die Ideen eines Enthauptungsschlages gegen die Sowjetunion diskutierte. Schon damals zogen die Banderisten in einen von CIA unterstützen (Operation Aedodynamic) blutigen Sabotage- und Guerilla-Krieg in der Sowjetukraine. Laut Arnold Schölzel wohl im Bewusstsein, dass der Atomkrieg unvermeidlich und nicht so schlimm sei. 

    "Das steht in deren Texten. Wenn man das heute liest, dann läuft es einem kalt den Rücken unter. Der Kerngedanke ist: "Russland muss vernichtet werden, auch wenn die Welt untergeht". Das stieß damals in den USA und im Westen auf Resonanz."

    Der Zusammenschluss der USA mit den Banderisten und ähnlich extremistisch gesinnten Kräften, der all die Jahrzehnte nach 1945 nie zum Erliegen gekommen war, erblühte wieder, als in den USA beschlossen wurde, dass Russland besiegt werden muss, um die Weltdominanz wiederzugewinnen, so Schölzel in der Abschlussdiskussion. Ihre anfangs gestellte Frage, ob ukrainische Faschisten und die Bandera-Lobby die Scharfmacher für den dritten Weltkrieg seien, wurde mit einem klaren "Ja" der beteiligten Experten beantwortet. Der Buchautor und langjährige Ukraine-Korrespondent der Zeitung Reinhard Lauterbach fasst zusammen:

     "Aus den Vorträgen des Konferenztages ging eines glasklar hervor: Ohne das Interesse mächtigerer Subjekte an ihrem Wirken wären die ukrainischen Faschisten eine bedeutungslose Sekte geblieben. Der antirussische Fanatismus der Bandera-Milieus ist nur dadurch von politischer Relevanz, dass er benutzt wurde und wird".

    Der Bandera-Lobby und anderen neofaschistischen Kräften ist es gelungen, ukrainische Machtorgane und das Bildungssystem maßgeblich zu durchdringen und Wladimir Selenskij auf Eskalationskurs umzulenken. Nun ist Selenskij selbst zu einem militanten Träger ihrer Ideologie geworden. "Wir kämpfen für Euch", sagt er seinen westlichen Gönnern und fordert ständig mehr Waffen. "Das ist eine gute Investition", sagen Biden und andere US-Vertreter im Hinblick darauf, dass Russen und Ukrainer dank US-Unterstützung der banderisierten Ukraine in einem sinnlosen Krieg einander bekämpfen, wodurch Russlands Armee – wie von Washington ausdrücklich erwünscht – starke menschliche und materielle Verluste erleidet. 

    Das Event im fernen Berlin-Friedrichshain half auch den beiden US-Experten, sich untereinander besser zu vernetzten. So lernten sie sich im Vorfeld der Konferenz als seine künftigen Teilnehmer in einem Podcast kennen. Im Laufe des Gesprächs erzählte Russ Bellant, dass es ihm mit einem Meinungsartikel bei New York Times vor vielen Jahren gelang, das republikanische Establishment in die Bredouille zu bringen. Der Artikel wurde allerdings nicht vor der Wahl des Republikaners George H.W. Bush zum Präsidenten am 4. November 1988 veröffentlicht, sondern erst zwei Wochen danach. Das war der Kompromiss mit der Redaktion der Zeitung, die seine Enthüllungen teilweise zu brisant fand. Einige US-Medien, darunter das investigative Nachrichtenmagazin des Fernsehsenders CNN "60 Minutes" gingen der Story zwar nach, mussten aber wegen des Drucks aus dem Weißen Haus ihre Recherchen abbrechen.



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    "Ich denke, dass wir jetzt in einer anderen Welt gelebt hätten, wenn die Medien dieses Thema in den 1980er-Jahren aufgegriffen hätten. Die heutige Situation mit den Rechtsextremisten und Neonazis in der Ukraine wäre dann im Keim erstickt", sagte Moss Robeson. Bellant stimmte ihm zu: "Es gäbe dann die Orangenrevolution (des Jahres 2004 - Anm. der Redaktion) in der Ukraine nicht, die mithilfe der Fonds und NGOs aus den USA durchgeführt wurde. Die Regierung, die infolgedessen an die Macht kam, hat die ukrainische Nazikollaborateure von SS und UPA gewürdigt und ihnen Rentenansprüche zubilligt", sagte er. 

    Es ist klar – und das geht aus den Beiträgen der Konferenz deutlich hervor – dass die politische Bande zwischen der Welthegemonie der USA und dem historisch gewachsenen ukrainischen Faschismus welt- oder sogar atomkriegsbeladen ist. Es ist jedoch unklar, wie sie sonst aufzubrechen ist, wenn nicht auf dem Kampffeld. Daraus ergibt sich die Aufgabe für die Medien, faschistische Elemente in der westlichen Politik unermüdlich aufzudecken. Ob es nun gelingt, die Versäumnisse der 1980er-Jahre mit einer Medienkampagne wiedergutzumachen, ist ungewiss. Zunächst ist es wichtig anzufangen, die Dinge wieder beim Namen zu nennen und gefährliche Netzwerke auf ihrem heutigen Stand erneut zu enthüllen. Dieser Schritt ist der Jungen Welt am Sonntag mehr als gelungen.

    Mehr zum Thema"Wer zu Waffen nötigt, ist der Anstifter des Unheils" – Deutscher Friedensrat erörtert Ukraine-Krise


    Info: https://freedert.online/meinung/185591-ukrainischer-faschismus-fachkonferenz-in-berlin-zieht-weltweites-bandera-lobby-dunkeln/


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