aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. August 2023, 15:51 Uhr
*NRW-Unternehmertag:
Bundeskanzler betont Deutschlands Fähigkeit, Krisen zu meistern
*/Siehe:
/https://odysee.com/@RTDE:e/NRW-Unternehmertag_Bundeskanzler_betont_Deutschlands_F%C3%A4higkeit_Krisen_zu_meistern:c
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/hartes-urteil-des-britischen-economist-deutschland-ist-der-kranke-mann-europas-li.380014
18.8.2023
*Der britische Economist zieht über Deutschland her:
Der kranke Mann Europas
*Von Jesko zu Dohna
Die deutsche Volkswirtschaft
<https://www.berliner-zeitung.de/topics/wirtschaft> liegt am Boden und
die Aussichten für die Zukunft sind düster. Marode Infrastruktur,
überbordende Bürokratie und veraltete Geschäftsmodelle die den
Wirtschaftsstandort Deutschland
<https://www.berliner-zeitung.de/topics/deutschland> in ein Industrie-
und Technikmuseum verwandeln, während die politischen Parteien
paralysiert am Spielfeldrand stehen.
Doch die Einschläge, sie kommen in diesem Sommer 2023
<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/loserkraut-cannabis-und-der-regierungsflieger-symbole-fuer-deutschlands-abstieg-li.379243>
immer näher und manchmal hilft es auch, wenn, wie jetzt das mächtige
britische Nachrichtenmagazin Economist unseren Politikern wie eine
strenge Gouvernante sagt: Zimmer aufräumen.
Das Cover aus dieser Woche hat es jedenfalls in sich: Dort ist ein
freundliches ostdeutsches grünes Ampelmännchen mit Hütchen abgebildet,
das aber einen Tropf (mit Kochsalzlösung oder eher einem
Palliativmedikament?) vor sich herschiebt. Darüber der Titel: „Is
Germany once again the sick man of Europe?“ Zu deutsch: Ist Deutschland
wieder einmal der kranke Mann Europas?
*„Deutschland ist abgehängt, das goldene Zeitalter ist vorbei“
*Zwar ist der Brite höflich und formuliert das ganze als Frage,
aber trotzdem hat es der Leitartikel aus der aktuellen Ausgabe in sich
<:" rel="noopener">https://www.economist.com/leaders/2023/08/17/is-germany-once-again-the-sick-man-of-europe>:
Denn schon 1999, steht da, erfand das weltweit wohl relevanteste
Nachrichtenmagazin für Deutschland den Begriff „kranker Mann Europas“.
Damals lähmten, so schreiben die Journalisten, die Folgen der
Wiedervereinigung, eine einbrechende Exportnachfrage, ein verkrusteter
Arbeitsmarkt und Arbeitslosenquoten im zweistelligen Bereich die
deutsche Wirtschaft.
Der Rest, dass schreibt der Economist, ist bekannt: Schröders harte
Reformen anfang der 2000er führten später zu einem „goldenen Zeitalter“
des Aufschwungs um das viele Europäer uns Deutsche beneideten. „Nur,
während Deutschland florierte, drehte sich die Welt weiter. Und
Deutschland wurde abgehängt“, so das schonungslose Urteil des Economist.
Die Fakten sind schockierend: Die deutsche Wirtschaft schrumpft oder
stagniert jetzt seit drei Quartalen und könnte damit die einzige große
Volkswirtschaft sein, die im Jahr 2023 schrumpft. Nach Angaben des IWF
wird Deutschland auch in den nächsten fünf Jahren langsamer (oder gar
nicht) wachsen als Amerika, Großbritannien, Frankreich und sogar Spanien.
*„Selbstgefälligkeit und zwanghafte Haushaltsdisziplin“
*Viele der Gründe für diesen Abstieg eines Superstars, die der Economist
auflistet, sind natürlich bekannt: Jahrelang habe Deutschlands mit ihren
„alten Industrien“ weitergearbeitet ohne zu Investieren. Diese
„Selbstgefälligkeit und zwanghafte Haushaltsdisziplin“ hätten dazu
geführt, dass zu wenig öffentliche Investitionen getätigt wurden, und
zwar nicht nur in die Deutsche Bahn und die Bundeswehr.
Immer noch investiere Deutschland im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt
weniger als halb so viel in Informationstechnologie und Digitalisierung
wie Amerika und Frankreich. Dazu komme eine lähmende Bürokratie: Um in
Deutschland ein Unternehmen zu gründen dauere es 120 Tage - doppelt so
lange wie im OECD-Durchschnitt. Wer will da schon in Deutschland seine
Existenz aufbauen, fragt sich dabei der kritische Leser.
Deutschland habe sich zu lange auf seine Industrie und den Export nach
China verlassen, so das Urteil des Economist: Doch in China verlieren
nicht nur die deutschen Autohersteller immer mehr Marktanteile gegenüber
der einheimischen Konkurrenz. Dazu komme der Trend des „Decoupling“ und
damit des Abbruchs bisher wichtiger Absatzmärkte.
*„Mit dem Atomausstieg ein spektakuläre Eigentor geschossen.“
*Und die Liste der Probleme ist noch länger: Beispiel Energiewende. Die
deutsche Industrie verbrauche fast doppelt so viel Energie wie die
nächstgrößte Volkswirtschaft in Europa. Zusätzlich hätten die Deutschen
einen viel größeren CO2-Fußabdruck als etwa die Franzosen und Italiener.
„Billiges russisches Gas ist nicht mehr verfügbar und das Land hat sich
mit dem Atomausstieg ein spektakuläre Eigentor geschossen“, so der
schmerzliche Befund.
Zunehmend fehle es Deutschland auch an den nötigen Talenten: In den
nächsten fünf Jahren gingen zwei Millionen Babyboomer in Rente. Schon
jetzt sagten zwei Fünftel der Arbeitgeber, dass sie kaum qualifizierte
Arbeitskräfte zu finden. „Berlin kann nicht einmal die Hälfte seiner
freien Lehrerstellen besetzen.“
Die Politik sei alledem nicht gewachsen: „Nur wenige in der heutigen
Regierung sind sich der Größe der Aufgabe bewusst. Selbst wenn sie es
wollten, ist die Koalition so zerrissen, dass die Parteien sich nur
schwer auf eine Lösung einigen können.“
*Marode Infrastruktur: „Der Fetisch der Schwarzen Null“
*Außerdem liege die AfD in den Umfragen bundesweit bei mehr als 20
Prozent, nur wenige in der Regierung würden jetzt radikale Veränderungen
vorschlagen, weil Angst davor hätten, dieser Partei in die Hände zu
spielen, schreibt der Economist.
Und ein Rezept für die Zukunft liefern die Wirtschaftsjournalisten auch
noch: Deutschland müsse endlich in Infrastruktur, Talente und Technik
investieren, die Bürokratie abbauen und mutige Reformen in Form einer
„Agenda 2030“ anstoßen. Ganz so wie Anfang des Jahrtausends.
Zu lange habe die Infrastruktur unter dem „Fetisch der Schwarzen Null“
gelitten. Auch wenn die Zinsen jetzt wieder höher seien, sei der
Verzicht auf Investitionen immer noch „die falsche Strategie“.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/was-kann-weg-politiker-ueberfordern-die-aemter-dass-merken-auch-die-buerger-li.379371
17.8.2023
*Vertrauen in Staat sinkt dramatisch: Beamte schieben Schuld auf Politik
*Jana Lotze
Das Vertrauen der Deutschen sinkt: Immer mehr Bürger halten den Staat
für nicht fähig, seine Aufgaben zu erfüllen und überfordert zu sein.
Dieser Trend zeichnet sich bereits seit einigen Jahren ab, nur 2020 gab
es mit den ersten Corona
<-Maßnahmen" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/topics/corona>-Maßnahmen eine Ausnahme.
Dies ist das Ergebnis der neuen repräsentativen Umfrage des deutschen
Beamtenbundes <https://www.berliner-zeitung.de/topics/beamtenbund>.
Dafür wurden 2008 Personen befragt.
Dass die Bürger so unzufrieden sind, liegt an den Alltagserfahrungen,
die im Umgang mit dem Staat gemacht werden, sagt der Bundesvorsitzende
des Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, und kritisiert Politikerinnen und
Politiker. Diese würden den öffentlich Beschäftigten immer mehr Aufgaben
zuweisen, die Politiker seien für die Probleme im öffentlichen Dienst
verantwortlich.
*Nicht einmal ein Drittel vertraut dem Staat
*Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Forsa
<https://www.berliner-zeitung.de/topics/forsa> im Auftrag des
Beamtenbundes finden nur 27 Prozent, dass der Staat in der Lage ist,
seine Aufgaben zu erfüllen. Dem Bericht zufolge nimmt das Vertrauen in
den Staat stetig ab. Bei den AfD
<-Anhängern" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/topics/afd>-Anhängern sind es sogar nur
6 Prozent, während bei den Grünen-Anhängern 52 Prozent dem Staat
vertrauen, leistungsfähig zu handeln. Das ist ein Anstieg um 6 Prozent
seit dem vergangenen Jahr.
69 Prozent befinden zudem, dass der Staat mit seinen Aufgaben und
Problemen überfordert ist. Laut der Umfrage sind dies in diesem Jahr 3
Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Auch hier gibt es einen konstanten
Anstieg über die Jahre. Gleichermaßen wird hier die Polarisierung
zwischen den Anhängern der Grünen
<https://www.berliner-zeitung.de/topics/buendnis-90-die-gruenen> und der
AfD deutlich. Unter den Grünen-Anhängern halten 45 Prozent den Staat für
überfordert. Das ist der geringste Wert. Bei den AfD-Anhängern sind es
mehr als 90 Prozent.
*Tiefer Fall nach Corona-Hoch
*Als 2020 Corona ausbrach und über harte Maßnahmen diskutiert wurde,
stieg das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Staates deutlich an.
56 Prozent fanden 2020, dass der Staat in der Lage ist, bei Aufgaben und
Problemen richtig zu handeln. Der hohe Wert spiegelt allerdings keine
Einigkeit der Befragten wider. So waren fast 70 Prozent der Union-, SPD
<-" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/topics/spd>- und Grünen-Anhänger der
Auffassung, dass der Staat handlungsfähig sei. Bei den AfD-Anhängern
hingegen nur 5 Prozent.
Der Vertrauensvorschuss ging 2021 bereits deutlich zurück. Nur noch 45
Prozent der Befragten sahen den Staat als handlungsfähig an. 2022 nur
noch 29 Prozent. Das war weniger als im Vorkrisen-Jahr 2019.
*Beschäftige arbeiten bereits an Belastungsgrenze
*Beamtenbund-Chef Silberbach kritisiert die Verantwortlichen in der
Politik. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst würden oft über ihre
Belastungsgrenzen hinaus arbeiten, sei es Corona- oder Migrationskrise.
Politiker in Bund, Ländern und Gemeinden, würden ihnen allerdings „immer
neue Aufgaben aufhalsen, ohne für eine entsprechende materielle und
personelle Ausstattung zu sorgen“. Schon lange fordern sie, dass
Politiker abwägen, welche Aufgaben gut sind, welche sich bewährt haben
„aber auch ‚Was kann weg?‘“. Stattdessen würden Politiker ständig neue
und noch kompliziertere Gesetze und Vorschriften erlassen, die viele
Prozesse, Verfahren und Entscheidungen mühsam und bürokratisch machen.
Rückstau bei der Digitalisierung und Personalmangel sowie die
Wartezeiten und Bürokratisierung seien nicht in der Verantwortung der
Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, sondern der Politikerinnen und
Politiker. Dennoch entstehe daraus Unmut, der sich nicht selten in
aggressivem Verhalten zeigt.
So wurde in der Studie abgefragt, wie viele Teilnehmer Übergriffe auf
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beobachtet haben. Besonders
gefährdet sind demnach Polizisten und Rettungskräfte. Mehr als die
Hälfte der Befragten, die selbst im öffentlichen Dienst tätig sind, gab
zudem an, selbst bereits angegriffen, beleidigt oder bedroht worden zu sein.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält