Schlagzeile
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
lostineu,eu, vom 10. Mai 2026
Nach mehreren Vorfällen mit ukrainischen Drohnen, die in Lettland abgestürzt sind, hat Verteidigungsminister Spruds seinen Rücktritt bekannt gegeben. Regierungschefin Silina hatte ihn dazu aufgefordert.
„Der Drohnenvorfall dieser Woche hat deutlich gezeigt, dass die politische Führung des Verteidigungssektors ihr Versprechen eines sicheren Luftraums über unserem Land nicht eingelöst hat“, so Silina.
Bei den Drohnen handelte es um ukrainische Flugobjekte. Dies räumte der ukrainische Außenminister Sybiha ein. Nach offizieller Darstellung wurden sie von Russland abgelenkt.
Most of the drone incursions were recorded in late March, when Ukrainian forces were conducting intensive strikes against Russian infrastructure near the Baltic region. EU Alive
Allerdings ist es wahrscheinlicher, daß sie von vornherein über Lettland geflogen sind, um Ziele in Russland zu treffen. Derlei Vorfälle hatten sich in den letzten Wochen gehäuft.
Die Ukraine nutzt offenbar gezielt Nato-Territorium, um Angriffe zu fliegen. Doch die Nato-Länder tun so, als wüßten sie von nichts…
Siehe auch Nun auch Finnland: Ukrainische Angriffe auf Russland über Nato-Gebiet
‹ Der Fall Dogru: Sanktionen als “Angriff auf Rechtsstaat und Grundrechte” › Ukraine: EU sagt Nein zu Schröder – doch einen Besseren nennt sie nicht
12 Comments
Niko
11. Mai 2026 @ 19:31
Wenn man die verbalen Attacken unseres großen Feldherrn Pistorius zur Verstärkung der Abschreckung gegen Russland hört, kann einem nur noch schlecht werden. Was bitte prädestiniert diesen Menschen, um immer wieder beim ZDF-Politbarometer als der beliebteste deutsche Politiker hochgejubelt zu werden. Mich graust es jeden Tag mehr vor diesem Mann.
Niko
11. Mai 2026 @ 19:40
Übrigens, die größte Abschreckung für mich sind nicht die Russen, sondern unsere Regierungspolitiker die uns täglich mehr Richtung Abgrund treiben.
Monika
11. Mai 2026 @ 17:00
Nur zu! Ich bin schon auf das empörteste Aufjaulen genau der Leute gespannt, die gerade so ostentativ weghören und wegschauen.
Putin hat die Liste potentieller Angriffsziele in Europa bereits öffentlich gemacht, auch das wird geflissentlich weggeredet und medial wegretuschiert. Der Geduldsfaden der Russischen Regierung ist erstaunlich lang und dehnbar, kommt jedoch, langsam aber sicher, wohl in den “kritischen Bereich”. Anscheinend ist unseren Chef-Vasallen nicht klar, dass Uncle Sam nicht vor hat, für uns, die Europäer, das eigene homeland zu gefährden: Tut mir aufrichtig leid, um einen Weltenbrand zu verhindern können wir euch da grad nicht “raushauen, guys…So sorry!
Auch den baltischen Regierungen wir langsam mulmig zumute, die Giftzwerge treten vorsichtig einen Schritt zurück. Sollen doch die Finnen noch ein bisschen auf Risiko spielen… oder die Polen Rumänen oder wer sonst noch gemeinsame Grenzen hat. (bei denen sieht man aber schon weithin die orangenen Warnleuchten auf dem Kopf rotieren…) Nur Merzland nimmt noch den Mund inclusive Hamsterbacken voll. Soll mal aufpassen, dass da nicht zufällig begonnen wird mit dem Ausmerzen…
pittiplatsch
11. Mai 2026 @ 12:32
So isses. Ich als Kriegskind verstehe die Standing Ovations zu Goebbels Frage “Wollt Ihr den Totalen Krieg?” am 18.02.1943 im Sportpalast Berlin erst seit den Standing Ovations im Bundestag am Sonntag den 27.02.2022 zum Aufrüstungsbeschluss mit einem flugs geschaffenem “Sondervermögen” von 100 Mrd. €.
Mic
11. Mai 2026 @ 10:11
Ich bin nach wie vor erschüttert, mit welcher Beharrlichkeit die ÖR (hier im Videotext des Ersten) von russischen Drohnen berichtet.
Ich bin entsetzt, dass diese Fakenews bei dem sogenannten gebildeten Mittelstand als gesicherte Wahrheit wahrgenommen werden…
Allerdings verstehe ich jetzt endlich, wie es zu den Zuständen vor knapp hundert Jahren kommen konnte
ebo
11. Mai 2026 @ 10:13
Ja das ist mir auch schon aufgefallen. Wenn überhaupt über Drohnenvorfälle berichtet wird, dann sind es immer “russische” Drohnen. Ukrainische Drohnen, die über Nato-Gebiet fliegen, noch dazu mit Munition, werden kaum je erwähnt. Bemerkenswert ist auch, daß die Nato dazu schweigt. Gibt es da ein stillschweigendes Einerständnis?
Stef
11. Mai 2026 @ 12:35
Gab es denn überhaupt einen Fall (außer denjenigen der vom kurs abgekommen Drohnen in Rumänien, die Russland eingeräumt hat), in dem der Nachweis über russische Drohnen über zentraleuropäischer kritischer Infrastruktur erbracht wurde? Mir wäre kein einziger bekannt, ich bin da aber neugierig.
Der Beweis kann ja eigentlich nicht schwer zu erbringen sein, wenn man so eine Drohne erst einmal vom Himmel geholt hat.
Helmut Höft
11. Mai 2026 @ 08:56
Ich bleibe dabei: Wir sind die Guten! * prost_hicks *
Arthur Dent
10. Mai 2026 @ 23:47
Das “Nicht-wissen-wollen” liegt ja eigentlich uns Deutschen in den Genen.
KK
11. Mai 2026 @ 01:01
Drei Affen?
Millionen! Abermillionen, die den ganzen Propagandadreck schlucken und ansonsten nichts sehen, nichts hören und nichts sagen wollen!
Michael
11. Mai 2026 @ 07:28
… und nichts denken, verstehen oder empfinden!
Guido B.
10. Mai 2026 @ 21:45
Hat man in Lettland noch nicht mitbekommen, dass ein gewisser W. Selenski, wohnhaft im Flugzeug und sporadisch in Kiew, EUropas neuer Diktator von Deutschlands Gnaden ist? Wenn ukrainische Drohnen durch EUropa fliegen, haben die EUropäer zu salutieren!
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Der Fall Dogru: Sanktionen als “Angriff auf Rechtsstaat und Grundrechte”
lostineu.eu, vom10. Mai 2026
Die EU feiert sich als Hort der Demokratie und der Grundrechte. Dabei schränkt sie diese immer mehr ein – mithilfe von Sanktionen, die sich auch gegen Journalisten richten. Wie im Fall Dogru: Er durfte nicht einmal zu einer Anhörung ins Europaparlament reisen.
Die Europaabgeordnete R. Firmenich (BSW) hatte Dogru zu einer Anhörung ins Europaparlament geladen. Doch wegen der gegen ihn verhängten Reisesperre war es ihm nicht möglich, von Berlin nach Brüssel zu reisen!
Die Reiseverbote treffen nämlich nicht nur Oligarchen in Moskau, sondern zunehmend auch Deutsche, Franzosen oder Schweizer, gegen die EU-Sanktionen wegen angeblicher russischer Desinformation verhängt wurden.
Der deutsch-türkische Journalist Dogru wurde nach einem kafkaesk wirkenden, letztlich erfolglosen Austausch mit deutschen Behörden per Video zu der Anhörung im EU-Parlament zugeschaltet. Dort konnte er seinen Fall schildern.
Der Link zum Video ist hier. Es ist auch noch eine deutsche Version geplant; sobald sie vorliegt, wird sie hier verlinkt! Zu der Anhörung gibt es auch einen ausführlichen Artikel in der Berliner Zeitung, leider hinter Paywall
Siehe auch Fall Baud: Kallas kennt keine Gnade
‹ Militärphantasien am Europatag, Misstrauen in Merz & Orban isch over › Ukrainische Drohnen zwingen Minister in Lettland zum Rücktritt
16 Comments
Helmut Höft
11. Mai 2026 @ 09:12
Okay! Nachdem der filterlose Link nicht durchgeht (@ ebo: Verständnis, alles gut) will ich hier einmal vom Ende des Beitrags in der BZ zitieren (Hervorhebg. von mir):
” Am Ende der Veranstaltung formulierte Michael von der Schulenburg, langjähriger UN-Diplomat und heute Europaabgeordneter für das BSW, einen Satz, der wie ein Nachhall im Raum stehen blieb: Er fühle sich oft beschämt, Mitglied des Europäischen Parlaments zu sein. Nach diesem Nachmittag verstand man, was er meinte.
In der deutschen und EU-Verwaltungswirklichkeit hat sich offenbar ein Zustand etabliert, in dem einschneidende Maßnahmen sofort greifen – aber niemand mehr greifbar ist, der sie im Einzelfall verantwortet.Und wo niemand zuständig ist, regiert am Ende Willkür.”
ebo
11. Mai 2026 @ 09:39
Doch ist raus!
Helmut Höft
11. Mai 2026 @ 09:43
@ ebo
Ich Danke Sie! (oder wie das heißt 😉 )
ebo
11. Mai 2026 @ 10:11
Ihnen oder Dir, as you like it 🙂
Helmut Höft
11. Mai 2026 @ 08:54
Wir sind die Guten! * prost_hicks *
Hier die BZ ohne: https://archive.ph/schgu
Michael
10. Mai 2026 @ 21:13
Einst hieß es: währet den Anfängen! Dazu ist es jetzt zu spät ….. !
KK
11. Mai 2026 @ 00:57
Eigentlich hiess es “wehret den Anfängen!”… währten sie noch, wäre es dafür noch nicht zu spät. Ich fürchte allerdings, dass Sie diesbezüglich Recht haben… der Zug rollt nicht nur schon in Richtung Unrechtssystem, wir können den Zielbahnhof schon sehen!
Helmut Höft
11. Mai 2026 @ 09:19
@Michael
Nicht um Kritik an Dir persönlich zu üben, sondern grundsätzlich: Der der Satz “Wehret …” ist Mumpitz! Niemand weiß, wann “ein Anfang” ist. Das weiß man idR erst hinterher und endet dann bei “Da hat’s angefangen!”, “Nein, dort!”, “Quatsch, das war doch kein Anfang, hier war’s!” usw.
Imho: Aufmerksam, skeptisch, informiert (und gebildet) sein, dann ist jeder Tag ein neuer Anfang zum Guten!
PAX
Erneuerung
10. Mai 2026 @ 19:42
Man sollte noch mit erwähnen, dass die Brüsseler Sanktion gegen Dogru meines Wissen von unserem ehrenwerten SPD-Vizekanzler dahingehend verschärft wurde, indem auch seiner Frau, die keinerlei “anstößige” Aktivitäten gezeigt hatte, alle Zugriffe auf Geld und Recht entzogen wurden und die Familie mit 2 Neugeborenen damit beinahe in die Obdachlosgkeit getrieben wurde. Angeblich hat ein deutsches Gericht, welches bislang in keinem mir bekannten Medium benannt wurde, die Sanktionen gegen Frau Dogru aufgehoben, sodass die Familie als solche weiterleben kann. Die Informationen hierzu stammen allesamt vom Mainstream und von KI’s auf Nachfrage, sind also kene Verschwörung.
umbhaki
11. Mai 2026 @ 13:14
Die Idee, dazu eine KI zu befragen, habe ich aufgegriffen, und zwar habe ich DeepSeek konsultiert. Die Chinesen brauchen sich ja nicht an europäische Zensurscheren – ob „nur“ im jeweiligen Kopf oder offiziell – zu halten.
Zitat aus der DeepSeek-Antwort:
„Das Verwaltungsgericht Köln setzte die Kontosperrung daraufhin vorläufig aus. Zur Begründung hieß es, es gebe “keine konkreten Anhaltspunkte” dafür, dass Doğru die Konten seiner Frau kontrolliere oder dass sie ihm ihre Vermögenswerte zur Verfügung stellen wolle.“
Es waren also kölsche Verwaltungsrichter: Lähwe un lähwe losse!
Was ich durch meine Frage auch erfahren habe und vorher nicht wusste: Es gibt eine »Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS)«, die auch im Falle Doğru tätig wurde. Sachen gibt’s!
Wenn man es genauer wissen will: Der Zoll ist richtig stolz auf seine Direktion XI (das heißt elf und hat mit dem chinesischen Staatspräsidenten nix zu tun).
https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Zentralstelle-Sanktionsdurchsetzung/zentralstelle-sanktionsdurchsetzung_node.html
Guido B.
10. Mai 2026 @ 19:35
Sanktionen sind die neuen Folterkammern. Es spritzt kein Blut mehr, dafür werden den Folteropfern die Existenzgrundlage und das Sozialleben zerstört. Das ist eine Form von weisser Folter.
Auch die Sanktionen „aus der Hölle“ gegen Nationen, die sich dem westlichen Willen nicht unterwerfen, sind völkerrechtswidrig und tyrannisch, solange sie nicht vom UN-Sicherheitsrat beschlossen werden. Mit solchen kriminellen Sanktionen werden ganze Völker kollektiv bestraft und drangsaliert.
Der weisse Herrenmensch war schon immer geil auf Erniedrigung und Folter gegen alle Arten von „Untermenschen“. Aktuell gehören alle zur Gattung der „Untermenschen“, die russischer Abstammung oder für den Dialog mit Russland sind. Darum lehnt die deutsche Regierung auch Gerhard Schröder als Vermittler in Friedensgesprächen rundweg ab. Der Alt-Kanzler gehört zu den Geächteten, weil er Russland nicht in Grund und Boden verdammt. Früher wurden solche „Ketzer“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Der Umgang der Herrenmenschen mit Gegnern zeigt ihre Geistes- und Seelenverwandtschaft mit rassistischen Tyrannen nach dem Vorbild Hitlers.
Die USA und die EU vertreten heute eine despotische und tyrannische Ideologie, die mit Demokratie nicht mehr das Geringste zu tun hat.
Keir Starmer verliert jede Legitimation für sein Amt. Was macht der verhasste Loser? Er verspricht einen totalen Bruch mit dem Status quo. Und verspricht mehr Unterstützung für die Ukraine und mehr Nähe zur EU. Das ist kein Bruch mit dem Status quo, sondern seine Zementierung. Der Bürger wird von diesen blasierten und verlogenen Herrenmenschen nur noch verarscht. Wenn das Demokratie sein soll, kann sie uns allen gestohlen bleiben!
KK
11. Mai 2026 @ 00:52
Wenn es zu Friedensgesprächen kommt, dann doch zwischen Russland und der Ukraine… wieso lehnt da eigentlich Deutschland einen Vermittlervorschlag ab? Ein Fussballlehrer würde wohl sagen: Was erlauben Deutschland? Die Berliner Regierung wird doch nicht müde, fortwährend zu bekräftigen, dass Deutschland eben keine Kriegspartei und das Gemetzel in der Ukraine ja auch kein Stellvertreterkrieg sei! Was also mischt sie sich in solche Vorschläge ein?
jjkoeln
11. Mai 2026 @ 08:45
Das müssen diese besonderen Werte , Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit sein, die die EU so besonders machen.
Es ist schlicht beschämend wie laut die Qualitätswein dazu schweigen, so dass diese Sanktionen in der allgemeone Öffentlichkeit so gut wie unbekannt sind.
Besonders LinksLibs sind da ahnungslos.
KK
11. Mai 2026 @ 14:36
“Es ist schlicht beschämend wie laut die Qualitätswein dazu schweigen…”
Es ist beachtlich und erschreckend, wie dreist sich die Autokorrektur inzwischen in die verfassten Texte der Nutzer einmischt!
Arthur Dent
10. Mai 2026 @ 17:51
Der Philosoph Michael Andrick schreibt dazu: ” Wer dieses Sanktionsregime mitträgt, der ist verantwortlich für den Übergang in offene tyrannische Verhältnisse in der EU und in Deutschland.”
KK
10. Mai 2026 @ 18:43
Eines muss man den Planern dieser Methode lassen: Subtiler und kostengünstiger geht Unterdrückung kaum – dabei höchst effizient: Sanktioniere einen, erziehe tausende!
Man könnte diese Sanktionen auch einfach “woke Nazimethoden” nennen!
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Militärphantasien am Europatag, Misstrauen in Merz & Orban isch over
lostineu.eu, 9. Mai 2026
Die Watchlist EUropa vom 9. Mai 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Die europäische Verteidigungspolitik, die deutsche Europapolitik und der Machtwechsel in Ungarn
Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY
Pünktlich zum Europatag am 9. Mai poppt ein altes Thema wieder hoch. Früher hieß es “Europäische Verteidigungsgemeinschaft”, heute spricht man von einer “Verteidigungsunion”. Dafür sprechen sich nun zwei ungewöhnliche Initiativen aus.
Da wäre zum einen eine Gruppe von 30 Parlamentariern um die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann, die den Verteidigungsausschuss im EP leitet. Ihr gehören Sozialdemokraten, Christdemokraten, Grüne und Volt-Politiker an.
Ihre Verteidigungsunion soll “gemeinsame Entscheidungsfindung, integrierte Kommandostrukturen, strategische Fähigkeiten und eine schnelle Eingreiftruppe” beinhalten, heißt es in einem Schreiben, das zum Europatag veröffentlicht wurde (Text hier). Strack-Zimmermann rüstet nach…
Zum anderen ist da eine Gruppe von Managern und Experten um den früheren Airbus-Chef Enders. Sie weisen den „Weg zu europäischer Verteidigungsautonomie” – mit einem “Leitfaden zur Überwindung kritischer Abhängigkeiten.“
Europas Verteidigung soll unabhängiger von den USA werden, berichtet die “Süddeutsche”. Und zwar nicht, indem noch mehr Milliarden für Rüstung ausgegeben werden. Sondern indem das Geld besser und gezielter investiert wird.
Bemerkenswert ist, daß beide Initiativen eine deutsche Schlagseite haben, andere Nationen sind unterrepräsentiert. Da kommt der Verdacht auf, daß es um eine “deutsche Führung” geht – oder darum, die massive deutsche Aufrüstung europäisch zu bemänteln.
Außerdem hegen die Initiatoren offenbar tiefes Mißtrauen gegen die EU-Staaten. Die Regierungen seien zu langsam, dächten zu sehr an die eigene Industrie etc. Dabei ist Verteidigung immer noch ein souveränes nationales Recht – und das ist auch gut so!
Vor allem aber bleibt wieder einmal offen, gegen wen oder was wir uns eigentlich verteidigen wollen. Nahe läge, sich vor allem vor den USA und ihrem Präsidenten Trump zu schützen, der die EU an sich ketten und in seine imperialen Kriege ziehen will, siehe Iran.
Doch daran ist offenbar nicht gedacht. Unabhängiger von den USA werden, ja – aber sich gegen Trump & Co. verteidigen? Das ist kein Thema. Verteidigung ist immer noch gegen Russland gerichtet, zunehmend auch gegen China.
Darum kümmern sich aber schon die EU und die Nato – zusammen mit der Ukraine, die längst zur “Vorwärts-Verteidigung” übergegangen ist und nunmehr täglich “Ziele” in Russland angreift. Daraus erwächst eine neue Kriegsgefahr – auch für EUropa.
Doch davon sprechen die Anhänger einer Verteidigungsunion nicht. Sie pflegen ein altes Feindbild, haben aber keine neue Bedrohungsanalyse und schon gar kein sicherheitspolitisches Konzept. Deshalb sind die Vorstöße nicht nur ungenügend, sondern auch gefährlich!
Meine two Cents: Die “Wiederbewaffnung” Europas geht “Stracki” & Co. offenbar nicht schnell genug. Deshalb entwickeln sie nun Militärphantasien – und das ausgerechnet am Europatag! Wenn sie es wirklich ernst meinten mit der Unabhängigkeit und Sicherheit Europas, sollten sie für Frieden in der Ukraine sorgen und sich Trumps Drohungen widersetzen. Beides fehlt…
Siehe auch “Nach Eklat in Deutschland: Strack-Zimmermann in der Defensive”
EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
Misstrauen in Merz. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt ist das Vertrauen der Bürger in Kanzler Merz auf dem Tiefpunkt. Auch in der Europapolitik überzeugt Merz nicht. Der deutsche Kanzler sei “unglaublich geschrumpft”, schreibt “Politico”. Merz könne “nicht so weitermachen”, meint der “Economist”. Während die Briten immerhin noch die deutsche Aufrüstung gutheißen, kommen aus Frankreich kritische Töne: Merz bringe die EU aus dem Gleichgewicht, warnt “Ouest France”. – Fest steht, daß es Merz nicht wie versprochen gelungen ist, den deutsch-französischen “Motor” wieder anzuwerfen. Mit dem Mercosur-Deal hat er Präsident Macron vor den Kopf gestoßen, in der gemeinsamen Rüstungspolitik geht es gar nicht voran, wie der Streit um den Kampfjet FCAS zeigt… Siehe auch “Ein Jahr deutsche Führung”
Orban ist Geschichte. Mit der Wahl des politischen Senkrechtstarters Peter Magyar zum Ministerpräsidenten geht in Ungarn die 16-jährige Ära des Rechtspopulisten Viktor Orban zu Ende. – In der EU sorgte das Ende der Orban-Ära zunächst für Erleichterung. Doch mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Orbans Amtsnachfolger streitet mit der EU-Kommission um eingefrorene EU-Mittel in Milliardenhöhe. Und die Lähmung in der Außenpolitik geht weiter. Nun blockieren Deutschland und Italien, wenn es um Sanktionen gegen Israel geht… – Mehr im Blog
KI-Regeln verwässert. Die EU will ihre neuen Regeln für die so genannte Künstliche Intelligenz (KI) spürbar lockern und ihre Anwendung weiter aufschieben. Sie kommt damit den Wünschen der deutschen Maschinenbauer entgegen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich. Dies zeigt sich schon an den unterschiedlichen Terminen für die Anwendung der KI-Regeln. So soll das Verbot für Porno-Deepfakes und sexualisierte Bilder bereits am 2. Dezember in Kraft treten. Der Rest folgt aber erst im Dezember 2027 oder im August 2028… – Mein Bericht in der “taz”

Ironie der Geschichte: Nachdem in Rumänien ein angeblich “antieuropäischer” Präsident verhindert wurde, ist nun die “proeuropäische” Regierung gestürzt. Vielleicht liegt es an der EU?

Nach Eklat in Deutschland: Strack-Zimmermann in der Defensive 5. Mai 2026
Eigentlich will die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann die Verteidigung voranbringen. Doch nun ist “Stracki” selbst in die Defensive geraten. Der Grund: Ihre Attacken auf den SPD-Politiker Mützenich.

USA und EU werden zu Piraten der Meere 4. Mai 2026
Die EU präsentiert sich seit dem Irankrieg und der Schließung der Straße von Hormus gern als Hüterin der freien Meere. In Wahrheit benehmen sich die Europäer wie Piraten, genau wie die Amerikaner. US-Präsident Trump gibt es sogar offen zu.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 11. Mai 2026,
| ||
| ||
| ||
| ||
|
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
lostineu.eu, 9. Mai 2026
Die Watchlist EUropa vom 9. Mai 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Die europäische Verteidigungspolitik, die deutsche Europapolitik und der Machtwechsel in Ungarn
Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY
Pünktlich zum Europatag am 9. Mai poppt ein altes Thema wieder hoch. Früher hieß es “Europäische Verteidigungsgemeinschaft”, heute spricht man von einer “Verteidigungsunion”. Dafür sprechen sich nun zwei ungewöhnliche Initiativen aus.
Da wäre zum einen eine Gruppe von 30 Parlamentariern um die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann, die den Verteidigungsausschuss im EP leitet. Ihr gehören Sozialdemokraten, Christdemokraten, Grüne und Volt-Politiker an.
Ihre Verteidigungsunion soll “gemeinsame Entscheidungsfindung, integrierte Kommandostrukturen, strategische Fähigkeiten und eine schnelle Eingreiftruppe” beinhalten, heißt es in einem Schreiben, das zum Europatag veröffentlicht wurde (Text hier). Strack-Zimmermann rüstet nach…
Zum anderen ist da eine Gruppe von Managern und Experten um den früheren Airbus-Chef Enders. Sie weisen den „Weg zu europäischer Verteidigungsautonomie” – mit einem “Leitfaden zur Überwindung kritischer Abhängigkeiten.“
Europas Verteidigung soll unabhängiger von den USA werden, berichtet die “Süddeutsche”. Und zwar nicht, indem noch mehr Milliarden für Rüstung ausgegeben werden. Sondern indem das Geld besser und gezielter investiert wird.
Bemerkenswert ist, daß beide Initiativen eine deutsche Schlagseite haben, andere Nationen sind unterrepräsentiert. Da kommt der Verdacht auf, daß es um eine “deutsche Führung” geht – oder darum, die massive deutsche Aufrüstung europäisch zu bemänteln.
Außerdem hegen die Initiatoren offenbar tiefes Mißtrauen gegen die EU-Staaten. Die Regierungen seien zu langsam, dächten zu sehr an die eigene Industrie etc. Dabei ist Verteidigung immer noch ein souveränes nationales Recht – und das ist auch gut so!
Vor allem aber bleibt wieder einmal offen, gegen wen oder was wir uns eigentlich verteidigen wollen. Nahe läge, sich vor allem vor den USA und ihrem Präsidenten Trump zu schützen, der die EU an sich ketten und in seine imperialen Kriege ziehen will, siehe Iran.
Doch daran ist offenbar nicht gedacht. Unabhängiger von den USA werden, ja – aber sich gegen Trump & Co. verteidigen? Das ist kein Thema. Verteidigung ist immer noch gegen Russland gerichtet, zunehmend auch gegen China.
Darum kümmern sich aber schon die EU und die Nato – zusammen mit der Ukraine, die längst zur “Vorwärts-Verteidigung” übergegangen ist und nunmehr täglich “Ziele” in Russland angreift. Daraus erwächst eine neue Kriegsgefahr – auch für EUropa.
Doch davon sprechen die Anhänger einer Verteidigungsunion nicht. Sie pflegen ein altes Feindbild, haben aber keine neue Bedrohungsanalyse und schon gar kein sicherheitspolitisches Konzept. Deshalb sind die Vorstöße nicht nur ungenügend, sondern auch gefährlich!
Meine two Cents: Die “Wiederbewaffnung” Europas geht “Stracki” & Co. offenbar nicht schnell genug. Deshalb entwickeln sie nun Militärphantasien – und das ausgerechnet am Europatag! Wenn sie es wirklich ernst meinten mit der Unabhängigkeit und Sicherheit Europas, sollten sie für Frieden in der Ukraine sorgen und sich Trumps Drohungen widersetzen. Beides fehlt…
Siehe auch “Nach Eklat in Deutschland: Strack-Zimmermann in der Defensive”
EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
Misstrauen in Merz. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt ist das Vertrauen der Bürger in Kanzler Merz auf dem Tiefpunkt. Auch in der Europapolitik überzeugt Merz nicht. Der deutsche Kanzler sei “unglaublich geschrumpft”, schreibt “Politico”. Merz könne “nicht so weitermachen”, meint der “Economist”. Während die Briten immerhin noch die deutsche Aufrüstung gutheißen, kommen aus Frankreich kritische Töne: Merz bringe die EU aus dem Gleichgewicht, warnt “Ouest France”. – Fest steht, daß es Merz nicht wie versprochen gelungen ist, den deutsch-französischen “Motor” wieder anzuwerfen. Mit dem Mercosur-Deal hat er Präsident Macron vor den Kopf gestoßen, in der gemeinsamen Rüstungspolitik geht es gar nicht voran, wie der Streit um den Kampfjet FCAS zeigt… Siehe auch “Ein Jahr deutsche Führung”
Orban ist Geschichte. Mit der Wahl des politischen Senkrechtstarters Peter Magyar zum Ministerpräsidenten geht in Ungarn die 16-jährige Ära des Rechtspopulisten Viktor Orban zu Ende. – In der EU sorgte das Ende der Orban-Ära zunächst für Erleichterung. Doch mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Orbans Amtsnachfolger streitet mit der EU-Kommission um eingefrorene EU-Mittel in Milliardenhöhe. Und die Lähmung in der Außenpolitik geht weiter. Nun blockieren Deutschland und Italien, wenn es um Sanktionen gegen Israel geht… – Mehr im Blog
KI-Regeln verwässert. Die EU will ihre neuen Regeln für die so genannte Künstliche Intelligenz (KI) spürbar lockern und ihre Anwendung weiter aufschieben. Sie kommt damit den Wünschen der deutschen Maschinenbauer entgegen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich. Dies zeigt sich schon an den unterschiedlichen Terminen für die Anwendung der KI-Regeln. So soll das Verbot für Porno-Deepfakes und sexualisierte Bilder bereits am 2. Dezember in Kraft treten. Der Rest folgt aber erst im Dezember 2027 oder im August 2028… – Mein Bericht in der “taz”

Ironie der Geschichte: Nachdem in Rumänien ein angeblich “antieuropäischer” Präsident verhindert wurde, ist nun die “proeuropäische” Regierung gestürzt. Vielleicht liegt es an der EU?

Nach Eklat in Deutschland: Strack-Zimmermann in der Defensive 5. Mai 2026
Eigentlich will die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann die Verteidigung voranbringen. Doch nun ist “Stracki” selbst in die Defensive geraten. Der Grund: Ihre Attacken auf den SPD-Politiker Mützenich.

USA und EU werden zu Piraten der Meere 4. Mai 2026
Die EU präsentiert sich seit dem Irankrieg und der Schließung der Straße von Hormus gern als Hüterin der freien Meere. In Wahrheit benehmen sich die Europäer wie Piraten, genau wie die Amerikaner. US-Präsident Trump gibt es sogar offen zu.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, Doris Pumphrey, 10. Mai 2026, 7:15 Uhr
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
| ||||
|
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
wdr.de, Seite besucht am 10. Mai 2026, 8:37 Uhr
Im Zweifel für den Zweifel
Stand: 04.05.2026, 12:00 Uhr
Wir leben in Zeiten der Statements. Je klarer die Aussagen, desto stärker – oder? Über die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen.
Fragen weiten den Blick Viele Menschen fühlen sich in einer Welt der Eindeutigkeiten sicherer aufgehoben als in einer, die von Fragen bestimmt ist. Dabei würde es die Welt größer und interessanter machen, sich mehr aufs Fragestellen einzulassen.
Doch Zweifeln braucht Mut, braucht mutige Fragesteller, die sich trauen, die eigenen Überzeugungen, mitunter auch das eigene Ich, mit in die Waagschale zu werfen – und Ambiguitäten aushalten. Denn auf die wirklichen Fragen gibt es keine letztlichen Antworten, zumal keine eindeutigen.
Die Kunst des Fragestellens kannte schon der alte Sokrates, und in den Religionen gehört das Fragen dazu, sind Glauben und Zweifel keine wirklichen Gegensätze, sondern Verwandte.
Info: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/index.html
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Berliner Zeitung 9.5.2026
„Das ist eine Schande“: Vizeaußenminister von Belarus zum Weltkriegsgedenken in Berlin
Igor Sekreta kritisiert im Interview den Umgang Deutschlands mit dem Gedenken an den Zweiten Weltkrieg. Der Ausschluss von Diplomaten beschädige Vertrauen und gemeinsame Erinnerung.
Éva Péli
Der Umgang mit dem Gedenken zum Zweiten Weltkrieg wird hierzulande zunehmend zur politischen Streitfrage. Igor Sekreta, stellvertretender Außenminister von Belarus, erhebt im Interview mit der Berliner Zeitung schwere Vorwürfe gegen Deutschland. Es gehe nicht nur um diplomatische Gepflogenheiten, sondern um die Deutung der Geschichte, um Anerkennung von Leid und um die Zukunft der Beziehungen zwischen Deutschland und Belarus.
Herr Sekreta, belarussische Diplomaten werden in Deutschland zunehmend von offiziellen Gedenkfeiern zur Befreiung vom Faschismus ausgeschlossen. Welche Folgen hat dieser Bruch für unser gemeinsames Verständnis dieses historischen Sieges?
Am 9. Mai wird in unserem Land der Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg gefeiert. In jenem Krieg haben wir fast ein Drittel der Bevölkerung verloren – etwa drei Millionen Menschen. Es war ein Völkermord, den Hitler-Deutschland und seine Komplizen gegen unser Volk verübt haben. Hätten unsere Väter und Großväter diesen Krieg nicht überstanden, gäbe es uns heute nicht – die heute lebenden Belarussen.
Die seit mehreren Jahren andauernden Versuche der deutschen Behörden und der Leitungen von Gedenkstätten, belarussische Diplomaten von Gedenkveranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus auszuschließen, stoßen bei uns auf tiefes Unverständnis und Empörung. Das ist eine Schande. Uns wird das Niederlegen von Blumen am Denkmal der Befreier, unserer Großväter und Urgroßväter, die im Kampf gegen die braune Pest – den Nationalsozialismus – ihr Leben ließen, verweigert! Doch zugleich sieht man keinerlei Problem darin, Milliarden in die Aufrüstung und die Stationierung von Truppen an unseren Grenzen zu investieren. Wo bleibt da die Reue?
Können Sie das ausführen?
Uns wird gesagt, man strebe danach, eine angebliche politische Instrumentalisierung des Gedenkens zu vermeiden. Doch gerade die deutsche Seite betreibt dies selbst, indem sie das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg künstlich mit der aktuellen Lage verknüpft und die Historie für kurzfristige politische Ambitionen instrumentalisiert.
Diese diskriminierenden Vorgehensweisen sind absolut inakzeptabel. Die Handlungen der deutschen Seite werden in der belarussischen Gesellschaft äußerst schmerzhaft wahrgenommen und richten einen irreparablen Schaden an den jahrzehntelangen gemeinsamen Bemühungen um Versöhnung zwischen unseren Völkern an. Wir brauchen weder Einladungen noch Genehmigungen, um das Andenken an Millionen unschuldig getöteter Häftlinge deutscher Konzentrationslager – Kinder, alte Menschen und Frauen, an denen inhumane Experimente durchgeführt wurden, die in Öfen verbrannt und mit Gas erstickt wurden – würdig zu ehren. Ebenso gilt dies für diejenigen, die ihr Leben für ihre Befreiung gegeben haben. Wir haben dies schon früher getan und werden es immer tun – unter voller Achtung der Gesetze des Gastlandes.
Welche Fehler begeht Deutschland aktuell?
Der Ansatz der deutschen Behörden ist von Grund auf falsch und gefährlich für die Zukunft von Belarus und vor allem für Deutschland und ganz Europa. Genau das Verschweigen der Erinnerung und die Verfälschung der Geschichte führen zur Verherrlichung des Nationalsozialismus und zu Versuchen, zu den unvorstellbarsten Methoden der Herrschaftsausübung zurückzukehren. Heute sind Initiativen und praktische Schritte, die auf die Wiederherstellung von Vertrauen abzielen, wichtiger denn je. Die Erinnerung an die Tragödie des Zweiten Weltkriegs sollte uns mit den Deutschen verbinden und nicht voneinander trennen, davon bin ich zutiefst überzeugt.
Dass wir mit dieser Meinung nicht alleinstehen, zeigen die vielen Anfragen deutscher Bürger an unsere Botschaft in Berlin, in denen diese ihre ehrliche Unterstützung für die belarussische Seite zum Ausdruck brachten. Darüber berichtete übrigens Ihre Zeitung am 19. April vergangenen Jahres. Wir sind allen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland dankbar, die der unbeholfene Versuch von Politikern, unsere gemeinsame Erinnerung zu zerreißen, nicht gleichgültig gelassen hat.
Welches Gewicht hat der Sieg über den Nationalsozialismus für die heutige Politik und die Gesellschaft in Belarus?
Die Bewahrung des Gedenkens an die heldenhafte Vergangenheit unseres Volkes und aller Völker der ehemaligen Sowjetunion ist für uns eine zentrale Staatsaufgabe. Wir betrachten dieses Erbe als untrennbaren Bestandteil unserer nationalen Idee und als verbindendes Fundament der Gesellschaft. Denn die Grundlage unserer Unabhängigkeit und Souveränität, der Bewahrung der nationalen Idee und des Volkes wurde gerade dann gelegt, als unsere heldenhaften Vorfahren die Pläne zur Schaffung eines „Lebensraums“ für die deutsche Nation und zur Vernichtung des Großteils der belarussischen Bevölkerung nicht verwirklichen ließen.
Die Erinnerung an die Kriegstragödie bildet die Basis für unsere friedensorientierte Außenpolitik sowie eine konstruktive Innenpolitik, die auf die evolutionäre Entwicklung des Staates ausgerichtet ist. In der aktualisierten Verfassung heißt es ausdrücklich: „Der Staat gewährleistet die Bewahrung der historischen Wahrheit und der Erinnerung an die Heldentaten des belarussischen Volkes.“ Das Gedenken sowie Patriotismus sind Pflicht jedes Bürgers.
Selbst in den baltischen Staaten und in der Ukraine, wo die herrschenden Kreise alles in ihrer Macht Stehende tun, um „sowjetische“ Narrative zu liquidieren, und wo Soldatengräber sowie Denkmäler für Helden zynisch vernichtet werden – selbst dort bewahren Millionen Menschen die Erinnerung an den Krieg und an die Heldentat derer, die die Welt vor dem Faschismus gerettet haben. Schließlich hat ein beträchtlicher Teil der Litauer, Letten, Esten und Ukrainer im Jahr 1941 die Ideen des Nationalsozialismus nicht unterstützt. Sehr viele Vertreter dieser Nationalitäten bekämpften den Faschismus an den Fronten des Großen Vaterländischen Krieges sowie im Hinterland und unterstützten die Partisanenbewegung und den Untergrund. Dennoch stützt sich die heutige staatliche Ideologie dort zunehmend auf Nachkommen von SS-Veteranen, die ihre Vorfahren als „Befreier vom Kommunismus“ verklären.
Die deutsche Erinnerungskultur nimmt die sowjetischen Opfer oft als „einheitlichen Block“ wahr. Welche spezifischen Aspekte – wie das Schicksal der tausenden zerstörten Dörfer – kommen in dieser Sichtweise zu kurz?
Wir unterscheiden Helden und Opfer nicht nach Nationalität; der Sieg wurde gemeinsam von allen Völkern der UdSSR und der Anti-Hitler-Koalition errungen. Dennoch bleiben die spezifischen Entbehrungen des belarussischen Volkes unvergessen.
Die Nazis und ihre Komplizen verfolgten auf unserem Gebiet eine gezielte Vernichtungspolitik gegen die Zivilbevölkerung: Massenmorde, Strafaktionen und medizinische Experimente an Frauen und Kindern. Hunderttausende junge Menschen wurden zur Sklavenarbeit verschleppt, darunter die 15-jährige Schwester meiner Großmutter, die nur durch ein Wunder überlebte. Kulturgüter wurden systematisch geplündert und abtransportiert.
Die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik litt wie kaum ein anderes Gebiet der Sowjetunion unter der Besatzung.
Auf besetztem Gebiet gab es 578 Todeslager und über 70 Ghettos. Allein im Vernichtungslager Maly Trostinez wurden mehr als eine halbe Million Menschen ermordet, darunter viele aus Deutschland, Österreich und Tschechien deportierte Juden. Über 800.000 belarussische Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Bürger verschiedener Nationalitäten retteten unter Lebensgefahr Juden vor dem sicheren Tod – mehr als 700 von ihnen wurden für diesen Mut als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Aktualisierte Daten zeigen: Fast 13.000 Ortschaften wurden ganz oder teilweise niedergebrannt. Mindestens 290 Dörfer wurden mitsamt der dort lebenden Menschen vernichtet und nie wieder aufgebaut – Chatyn bei Minsk ist das Symbol für dieses Schicksal. Auf dem Gelände des niedergebrannten Dorfes wurde ein einzigartiger Gedenkkomplex errichtet, den jeder Deutsche unbedingt besuchen sollte.
Weitere Orte des Grauens sind Krasnyj Bereg, wo Kindern Blut für deutsche Soldaten entnommen wurde, oder Osaritschi, wo in nur zehn Tagen 20.000 Menschen in einem Sumpfgebiet an Typhus und Erschöpfung starben. Experten schätzen: Ohne den Krieg und die Besatzung würden heute in Belarus 18 statt 9 Millionen Menschen leben. Man muss sich diese Dimensionen vor Augen führen. Wir sind jenen Deutschen dankbar, die gemeinsam mit uns das Gedenken bewahren. Nur so können wir Versuchen der Revision und dem Verschwinden dieser Geschichte entgegentreten.
Belarus ermittelt derzeit intensiv wegen des Völkermords am belarussischen Volk. Was erhofft sich Minsk von dieser juristischen Aufarbeitung und wie bewerten Sie die Kooperation mit der deutschen Justiz?
Für uns verjähren die Verbrechen der Nationalsozialisten niemals; sie sind auch durch die Nürnberger Urteile nicht abgeschlossen. Selbst über 80 Jahre nach Kriegsende haben wir kein vollständiges Bild und kennen viele Namen der Opfer und Täter noch nicht. Deshalb ermittelt unsere Generalstaatsanwaltschaft seit fünf Jahren intensiv in einem Strafverfahren wegen Völkermords. Dabei wurden neue Zeugenaussagen gesammelt sowie bisher unbekannte Massengräber und vernichtete Dörfer entdeckt.
Mit den Gesetzen „Über die Verhinderung der Rehabilitierung des Nationalsozialismus“ (2021) und „Über den Völkermord am belarussischen Volk“ (2022) haben wir die rechtliche Basis geschaffen, um das Ausmaß der Vernichtung der Zivilbevölkerung erstmals in diesem Umfang zu untersuchen. Die Fakten zeigen: Die Zerstörung war weitaus größer, als es in der Sowjetzeit dargestellt wurde.
Könnten Sie das präzisieren?
Bislang wurden sechs Urteile erlassen und fast 140 Rechtshilfeersuchen an 33 Staaten übermittelt. Leider verweigern viele Länder die Kooperation unter Hinweis auf politische Hindernisse. Dass Nazi-Kollaborateure heute teils sogar in ausländischen Parlamenten geehrt werden – wie der Fall des ukrainischen SS-Veteranen Jaroslaw Hunko zeigt, dem 2023 im kanadischen Unterhaus unter Anwesenheit von Wolodymyr Selenskyj stehende Ovationen zuteilwurden –, ist ein erschreckendes Signal. Solche Vorfälle sind ein Affront gegen die Opfer des Faschismus.
Im Rahmen der Ermittlungen arbeiten wir punktuell mit deutschen Kollegen zusammen und sind für übermittelte Informationen dankbar. Dennoch ist unsere Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Wir beobachten mit Sorge, wie in westlichen Ländern, auch in Deutschland, ein historischer Revanchismus erstarkt. Das Gedenken an die Opfer darf nicht zur Geisel der aktuellen politischen Konjunktur werden. Das macht unsere Untersuchung über das Juristische hinaus zu einem zivilisatorischen Projekt zur Bewahrung der Wahrheit.
In deutschen Schulen wird der Krieg oft abstrakt gelehrt, in Belarus ist er identitätsstiftend. Riskieren wir, dass die junge Generation in Ost und West aufgrund dieser unterschiedlichen Perspektiven keine gemeinsame Sprache mehr findet?
Es hängt von uns ab, ob künftige Generationen in Eintracht leben oder sich entfremden. Das Rezept für Verständigung ist einfach: Wir müssen aufhören, willkürliche Grenzen hochzuziehen und Kontakte zwischen jungen Menschen künstlich zu unterbinden. Die aktuelle Politik der Sanktionen und Beschränkungen ist das Gegenteil von dem, was eine gemeinsame Zukunft braucht.
Während Europa an seinen Ostgrenzen einen neuen „Eisernen Vorhang“ errichtet, geht Belarus den entgegengesetzten Weg. Unser Land hat die Visumbefreiung für Bürger aus 38 europäischen Staaten, darunter Deutschland, eingeführt. Deutsche können heute visumfrei zu uns reisen – egal ob mit dem Auto, dem Bus oder dem Flugzeug über Drittländer, da der direkte Flugverkehr durch EU-Sanktionen blockiert ist.
Ganz so einfach gestalten sich die Beziehungen aber auch nicht.
Seitens Berlins und Brüssels erfahren wir keinerlei Gegenseitigkeit. Im Gegenteil: Unseren Bürgern wird die Einreise in die EU systematisch erschwert. Wer heute in Minsk ein Visum für Deutschland beantragt, blickt in eine bürokratische Sackgasse. Die Wartezeiten bei der Botschaft betragen derzeit über ein Jahr.
Entfremdung entsteht immer dann, wenn Geschichte entgegen den Fakten politisch interpretiert wird. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist die Konferenz „Fremde Erinnerung – unsere eigene Verantwortung. Sowjetische Denkmäler und deutsche Erinnerungskultur“ Ende März im Museum Berlin-Karlshorst. Dort diskutierten Experten hinter verschlossenen Türen über die „Reinterpretation“ sowjetischer Kriegsdenkmäler. Vertreter aus Belarus und Russland wurden unter dem Vorwand der „Vertraulichkeit“ ausgeschlossen. Wenn man über unsere Denkmäler spricht, ohne mit uns zu reden, stärkt das gewiss nicht das gegenseitige Vertrauen.
Kritiker werfen der Regierung in Minsk vor, die Geschichte von 1945 als „moralischen Schutzschild“ für die heutige Politik zu nutzen. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen ehrendem Gedenken und politischer Instrumentalisierung?
Lassen wir diese Vorwürfe auf dem Gewissen ihrer Urheber. Sich an die eigene Vergangenheit, an die eigenen Helden und an das zu erinnern, was sie für das belarussische und andere Völker geleistet haben, bedeutet nicht, die Geschichte zu politisieren oder zu instrumentalisieren. Viel gefährlicher ist es, die Geschichte zu vergessen oder zu versuchen, sie neu zu schreiben, um konjunkturellen Bestrebungen zu entsprechen.
Wir setzen uns konsequent für die Wahrung der historischen Wahrheit ein. Wir wenden uns gegen Versuche, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs neu zu interpretieren – zugunsten der Besiegten. Wir weisen das Bestreben von Pseudohistorikern und politischen Akteuren, Opfer und Henker, Befreier und Aggressoren gleichzusetzen, entschieden zurück. Wo liegt hier die Politisierung?
Wie würden Sie den aktuellen Stand der deutsch-belarussischen Beziehungen insgesamt beschreiben?
Die belarussisch-deutschen Beziehungen befinden sich auf einem nie dagewesenen Tiefpunkt. Der politische Dialog ist auf Initiative der deutschen Seite eingefroren; Geschäftsbeziehungen sind durch Sanktionen bedroht. Deutschland hat zudem alle Kontakte in Bildung, Wissenschaft, Kultur und weiteren politikfernen Bereichen eingestellt.
Diese Situation ist nicht unsere Entscheidung. Sie ist das Ergebnis einseitiger, destruktiver Schritte Berlins und Brüssels – ein bewusster Konfrontationskurs, verbunden mit dem Versuch, uns zweifelhafte Werte aufzuzwingen und sich in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates einzumischen.
Heute stehen wir vor den Ruinen dessen, was über Jahrzehnte von Diplomaten, Geschäftsleuten und gesellschaftlichen Organisationen aufgebaut wurde. Die von Berlin ausgehende Zusammenarbeit ist stark begrenzt; sie entspricht weder dem Potenzial beider Staaten noch den Interessen ihrer Bürger.
Die Weigerung Brüssels und Berlins, den Dialog mit Minsk aufzunehmen, bringt sie ihren Zielen nicht näher. Im Gegenteil: Mit jedem Jahr wächst der Schaden, und unsere Länder sowie Völker entfernen sich unweigerlich voneinander.
Ein aktuelles Beispiel: Die deutsche diplomatische Vertretung in Minsk empfiehlt ihren Staatsangehörigen auf ihrer Website nun ausdrücklich, von Reisen nach Belarus abzusehen. In solchen Fällen erübrigt sich jeder Kommentar. Aber diejenigen, die sich daran gewöhnt haben, selbst Schlussfolgerungen zu ziehen und die aktuelle Lage realistisch einzuschätzen, fahren trotzdem hin.
Wir erleben eine „kommunikative Eiszeit“. Warum weiß die deutsche Öffentlichkeit heute weniger über Belarus als während des Kalten Krieges?
Sie haben recht. Abgesehen von Besuchern unseres Landes wissen die Deutschen kaum etwas über die reale Lage bei uns. In deutschen Medien dominieren Schablonen und voreingenommene Einschätzungen von „Experten“, die das Land kaum kennen oder längst verlassen haben. Es entsteht der Eindruck, dass solche Unwahrheiten bewusst genutzt werden, um ein negatives Feindbild zu kultivieren. Überlegen Sie mal – wozu?
Wann kam in deutschen Leitmedien zuletzt ein offizieller Vertreter von Belarus zu Wort? In den vergangenen Jahren war das praktisch nie der Fall. Dabei sind wir offen für den Dialog. Wir hoffen, dass andere Medien dem Beispiel der Berliner Zeitung folgen und den Mut aufbringen, die Wahrheit über Belarus zu zeigen – diese Terra incognita im Herzen Europas.
Gibt es denn gar keine, zumindest zivilgesellschaftlichen, Verbindungen mehr zwischen Deutschland und Belarus?
Trotz der restriktiven EU-Sanktionspolitik bleiben direkte Kontakte zwischen den Menschen eine tragfähige Basis. Aktivisten in beiden Ländern halten Verbindungen in der Städtepartnerschaftsbewegung und im humanitären Bereich lebendig. Mehr als 20 deutsch-belarussische Städtepaare sind weiterhin verbunden. Wir vergessen nicht, dass tausende Deutsche an den Hilfsmaßnahmen nach Tschernobyl beteiligt waren. Diese menschlichen Bindungen bestehen fort und ein konstruktiver Dialog liegt im ureigenen Interesse unserer Völker.
Wir nutzen alle Mittel, um die deutsche Öffentlichkeit sowie alternative Medien direkt zu erreichen. Ich bin überzeugt: In den europäischen Hauptstädten werden Vernunft und gute Nachbarschaft letztlich die Oberhand gewinnen.
Angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands: Welche diplomatischen Initiativen erwarten Sie von Berlin, um die aktuelle Isolation und Blockade zu überwinden?
Seien wir ehrlich: Belarus litt während des Großen Vaterländischen Krieges am stärksten unter der nationalsozialistischen Besatzung und musste lange auf eine offizielle Entschuldigung Deutschlands warten. Von großer Bedeutung war der Besuch des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Minsk 2018 zur Eröffnung der Gedenkstätte „Trostenets“. Wir haben diesen historischen Schritt gewürdigt; ich war an der Vorbereitung beteiligt und habe Teilnehmer begleitet.
Aber das ist Symbolik. Notwendig sind konkrete Maßnahmen, die diese historische Verantwortung – wenn schon nicht die Verantwortung selbst, dann zumindest die Erinnerung daran – bestätigen. Und die historische Schuld gegenüber dem belarussischen Volk macht deutlich, dass gerade Deutschland sich stärker dafür einsetzen muss, die Beziehungen wieder auf einen normalen Kurs zu bringen! Nur gemeinsam können wir einen Ausweg aus der Sackgasse finden, in die die belarussisch-deutschen Beziehungen durch die Sanktionspolitik geraten sind. Es gilt, eine weitere Entfremdung unserer Völker zu verhindern. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs machen es zwingend, alles zu tun, damit künftige Generationen keine neue Konfrontation erleben müssen. Wir wünschen uns, dass die deutsche Diplomatie eine konsolidierende statt einer konfrontativen Rolle bei der Wiederherstellung der Beziehungen spielt und dies nicht anderen Ländern überlässt. Bislang ist davon jedoch überhaupt nichts zu sehen.
Belarus ist offen für die Wiederaufnahme eines respektvollen Dialogs mit Deutschland, um die problematischen Knotenpunkte in den bilateralen Beziehungen und mit der Europäischen Union anzugehen. Die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Belarus legt Berlin besondere Verpflichtungen auf.
Zur Erinnerung: Am 3. Oktober 2025 gratulierte der Präsident der Republik Belarus, Alexander Lukaschenko, dem deutschen Volk zum Tag der Deutschen Einheit mit den Worten: „Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war ein Schlüsselereignis der modernen europäischen Geschichte. Trotz der tragischen Folgen des Zweiten Weltkriegs fanden Belarussen und Deutsche Wege zur Versöhnung. Diese Erfahrung ist heute von Bedeutung; ihre Ergebnisse sollten bewahrt werden. Es ist notwendig, weise Schritte aufeinander zuzugehen. Wir schlagen vor, Barrieren abzubauen, um die Beziehungen wiederherzustellen. Das wird nicht einfach sein, entspricht aber den wahren Interessen unserer Völker.“ Nehmen wir diese Worte ernst.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 9. Mai 2026, 20:44 Uhr
RTDE 9.5.2026
Liederverbot und Redezensur – Verbots-Salamitaktik auch beim Gedenken am Tag der Befreiung
Das 81. Gedenken an den Tag der Befreiung vom Faschismus und an die Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde mit Verboten sondergleichen überzogen. Angesichts einer wiederbelebten Russophobie und Kriegstreiberei gegen Russland, wollen die Herrschenden nicht an die Befreier vom Faschismus erinnern.
Von Felicitas Rabe
In feierlichem Rahmen wurde am Freitag in Berlin-Karlshorst des 81. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht vor den alliierten Siegermächten gedacht. Dass es maßgeblich die Sowjets waren, die Deutschland zur Kapitulation zwangen, wird heute vom deutschen politischen Establishment in plumper Geschichtsignoranz geleugnet.
Damit wurden bei der Gedenkveranstaltung in Karlshorst am Freitag auch die teilnehmenden Friedensaktivisten konfrontiert. Der Ort des Gedenkens, das deutsch-russische Museum Karlshorst, wurde peinlicherweise umbenannt in deutsches Museum Karlshorst! Die reinste Satire war die lange Liste der Auflagen für die Veranstaltung. Minutenlang musste der Mit-Organisator der Gedenkveranstaltung, Günter Buntemann, im Auftrag der Polizei die behördlichen Auflagen vortragen. Mit deutscher Gründlichkeit hatte die Obrigkeit aufgelistet und im Detail beschrieben, welche Fahnen, Abzeichen und Symbole nicht mitgeführt und welche Lieder und welche Inhalte und Themen nicht vorgetragen werden durften.
Mit Salamitaktik zu immer mehr Verboten und Auflagen bei politischen Kundgebungen
Da fragt man sich als Zuhörer, ob diese ganzen Verbote noch mit dem deutschen Grundgesetz, mit dem Recht auf Freiheit der Kunst, dem Recht auf Meinungsfreiheit und dem Recht auf Demonstrationen vereinbar sind. Seit ein paar Jahren wird jeweils die allererste Rede auf vielen politischen Kundgebungen immer im Auftrag der Polizei gehalten. Die Länge dieses womöglich als Demütigungs- und Unterwerfungsritual entwickelten Zeremoniells der Verlesung von staatlicherseits verordneten Verboten wird immer weiter ausgedehnt. Damit und mit der stetig wachsenden Anzahl von Polizisten im vordersten Demonstrationsblock (bei Demos, die nicht im Einvernehmen mit den staatlichen Behörden organisiert werden) bekommen demokratisch legitimierte Demonstrationen und Kundgebungen immer mehr den Charakter einer "mit Auflagen zugestandenen von Kaisers Gnaden gewährten Sondergenehmigung."
In den Auflagen zur Karlshorster Kundgebung wurden sogar einzelne Titel von Liedern aufgeführt, die nicht gesungen werden durften! In den Kundgebungsreden durfte zudem nichts gesagt werden, was in irgendeiner Form einen mutmaßlichen Angriffskrieg der Russen unterstützen würde.
Was für eine ungenaue Straftatsbeschreibung hat sich der deutsche Gesetzgeber denn damit genehmigt? So eine Schwammigkeit eröffnet doch jedem Richter einen undefinierten Gutdünkensspielraum! Gleichzeitig fragt man sich, warum nicht auch das Erwähnen einer deutschen Kriegsvorbereitung gegen Russland und das Erwähnen der deutschen Unterstützung des völkerrechtswidrigen US-Angriffskriegs gegen den Iran nicht verboten wird?
Unter solcherart Bedingungen, und während vor dem Museumsgebäude, in dem vor 81. Jahren die Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet wurde, eine ukrainische Fahne wehte, fanden die Kundgebung und das Gedenken in Karlshorst statt. Für die paar hundert zum Gedenken versammelten Menschen hatte sich die laut Gesetz zum Schutz der Demonstration abgestellte Polizei ausgerüstet, als habe sich ein Schwarzer Block zu Randalen versammelt. Offenbar hat die deutsche Obrigkeit mit zunehmender Kriegstüchtigkeit immer mehr Angst vor den eigenen Bürgern.
Unerträgliche Geschichtsvergessenheit
An der Gedenkveranstaltung beteiligten sich laut Angaben des Veranstalters Vertreter von 27 Organisationen und Parteien. In der Spitze seien rund 500 Friedensaktivisten vor Ort gewesen. Im Aufruf erklärte das Veranstaltungsbündnis:
"Tag und Ort der Kapitulation haben eine welthistorisch herausragende Bedeutung. Unser Anliegen ist die Bewahrung der Erinnerung an den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Am Ort der Kapitulation erheben wir unsere Stimme in der historischen Verpflichtung: 'Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!' Angemessen würdigen wir die herausragenden Leistungen der Sowjetunion, die die Hauptlast des Krieges tragen musste und den größten Blutzoll mit 27 Millionen Todesopfern leistete."
Vielleicht trug die repressive Atmosphäre von Einschränkungen und Verboten dazu bei: Diesmal hatten die Rede- und Musikbeiträge der engagierten Mitwirkenden auf die Berichterstatterin eine besonders ergreifende Wirkung. Zur Eröffnung erklärte die Moderatorin Inge Lehmann von der DKP: "Wir grüßen alle, die sich für die Freundschaft der Völker einsetzen." Vom Bundesvorstand des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sprach die ehemalige Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen:
"Dass heute das Zeigen der Fahnen der Sowjetunion und der russischen Fahne an den Ehrenmalen durch den Berliner Senat von CDU und SPD verboten ist, ist eine Schande. Es ist nicht nur geschichtsvergessen, es ist unerträglich, so etwas erleben zu müssen. Wer kommt denn bitte schön auf die Idee, das deutsch-amerikanische Institut umzubenennen … wegen der völkerrechtswidrigen Angriffskriege der USA 2003 gegen den Irak oder heute aktuell gegen den Iran? Wer kommt auf die Idee, Stars and Stripes zu verbieten, am Tag der Befreiung?"
"Wir haben es mit nichts anderem zu tun als mit einer geschichtspolitischen Mobilmachung der Bundesregierung für einen Krieg gegen Russland. Da eignet es sich eben nicht – wenn man das Feindbild Russland an die Wand malt –, Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion zu würdigen und als Befreier zu bezeichnen."
Erinnerung an den Schwur von Buchenwald: "Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!"
Während man in Deutschland der Opfer der sechs Millionen deutschen Juden gedenkt, wird der Genozid an den 27 Millionen sowjetischen Todesopfern ignoriert, erklärte Thomas Geggel von der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost".
"Auch den ermordeten deutschen Anti-Faschisten, aus vielen politischen und sozialen Bereichen wird im heutigen Deutschland jede Ehrung und das Gedenken verweigert …Bis 1990 hieß das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald 'nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald'. Heute heißt es nur noch 'Gedenkstätte Buchenwald'. Die Mahnung wird massiv unterdrückt."
"Der Schwur von Buchenwald 'Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg' bedeutet doch, die richtigen Lehren auch für die heutige Zeit zu ziehen und im Kampf gegen Faschismus und gegen Krieg nicht nachzulassen. Die in meinen Augen faschistische und kriegerische Entwicklung in vielen Teilen der Welt, besonders auch in Deutschland, erfüllt mich mit sehr großer Sorge."
"Der Kampf für Frieden, Völkerverständigung, Solidarität und soziale Gerechtigkeit wird in Deutschland immer mehr unterdrückt, sanktioniert und auch strafrechtlich verfolgt."
Folgen der Aufrüstung für die zivile Infrastruktur und die Lebenshaltungskosten
Der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele machte die Auswirkung der Aufrüstung auf unsere Lebenshaltungskosten und auf die rasant steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise deutlich: "Das ist doch das direkte Spiegelbild, dass in diesem Jahr der Rüstungs- und Kriegsetat um sage und schreibe 24 Prozent gestiegen ist. Hat jemand von Euch in seinem Berufsleben schon mal eine Gehaltserhöhung von 24 Prozent gekriegt?"
"Wir sollten uns erinnern, diese Demokratinnen und Demokraten holen den abgewählten Bundestag zusammen, um zu beschließen, dass bei der Rüstung keine Grenzen nach oben mehr da sind. Um uns zu besänftigen, gibt es 500 Milliarden für die Infrastruktur. Ist seitdem jemand von Euch mal Bahn gefahren? War seitdem jemand von Euch mal im Krankenhaus? Habt Ihr noch Kinder in Schulen? Nix von den 500 Milliarden ist bislang angekommen, weil der größte Teil davon auch in die Rüstung geht. Und das andere versickert in den Taschen der Bonzen und Konzerne."
Hoffnung mache Köbele der ebenfalls am 8. Mai durchgeführte 3. Schulstreik gegen die Wehrpflicht. In 150 Städten nahmen trotz scharfer Repressionen gegen teilnehmende Schulpflichtige rund 45.000 Schüler an den in ganz Deutschland durchgeführten Demonstrationen gegen die Wehrpflicht teil. Zudem schicke ein Viertel der jungen Männer, die zum Ausfüllen der Musterungsbögen verpflichtet seien, diese nicht an die Bundeswehr zurück.
Internationaler Gedenktag des Genozids an den Völkern der Sowjetunion
Vor kurzem wurde der 19. April als Gedenktag des Genozids an den Völkern der Sowjetunion international anerkannt, erklärte Constantin Pivovarov vom Integral e.V. Dabei seien 27 Millionen Sowjetbürger dafür gestorben, um 20 Länder der Welt vom Faschismus und von der Kolonialbesetzung zu befreien. Man dürfe nicht vergessen, dass die Menschen in der Sowjetunion auch für die Dekolonisierung von Afrika und Lateinamerika gestorben sind.
Aus Platzgründen konnten die Rede- und Kulturbeiträge hier nur teilweise erwähnt werden. So wurde beispielsweise auch eine an die Kundgebung gerichtete Grußbotschaft des russischen Motorradclubs "Die Nachtwölfe" an das 81. Gedenken verlesen. Jährlich kommen Vertreter des Clubs anlässlich der Feier zum Tag des Sieges am 9. Mai nach Berlin. Der feierliche Rahmen der Kundgebung wurde durch bewegende Musikeinlagen russischstämmiger und deutscher Künstler gestaltet. Im Gespräch mit der Berichterstatterin erinnerte Günter Buntemann am Ende an ein wichtiges Motiv der Gedenkveranstaltung:
"Die Vergangenheit muss man kennen, die Gegenwart muss man verstehen, und die Zukunft muss man gestalten – die Friedensbewegung braucht ein Geschichtsbewusstsein."
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 9. Mai 2026, 19:04 Uhr
Sudan – die größte humanitäre Katastrophe der Welt,
mit 12 Millionen Geflüchteten
(Red.) Während die Medien in Europa fast stündlich neue Berichte und Kommentare zu den Kriegen im Iran und in der Ukraine liefern, sind Zehntausende von Toten und geschätzt zwölf Millionen Menschen, die bereits aus dem Sudan – meist in den Tschad – geflüchtet sind, kaum ein Thema. Und dies, obwohl die mordenden Milizen der „Rapid Support Forces“ RSF von den „Vereinigten Arabischen Emiraten“ VAE massiv unterstützt werden, es also um mehr geht als nur um ein lokales Problem. (cm)
Hier weiterlesen: https://globalbridge.ch/sudan-die-groesste-humanitaere-katastrophe-der-welt-mit-12-millionen-gefluechteten/
"Lage unter Kontrolle":
Mali und Russlands Afrikakorps werfen westlichen Medien Propaganda vor
Nach den schweren Angriffen vom 25. April hat die malische Armee gemeinsam mit dem russischen Afrikakorps nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Sicherheitslage im Land zurückgewonnen. Bei den Angriffen im vorigen Monat wurde der malische Verteidigungsminister Sadio Camara durch einen Selbstmordanschlag getötet.
Vertreter der Streitkräfte erklärten am Mittwoch in Bamako, Hunderte militante Kämpfer seien bei Gegenoffensiven getötet worden. Zudem seien zahlreiche Fahrzeuge und Motorräder zerstört oder sichergestellt worden.
Malis Armee sowie das russische Afrikakorps warfen westlichen Medien zudem vor, durch Berichterstattung und gezielte "Desinformation" zur Verunsicherung der Bevölkerung beizutragen. Die Sicherheitslage in Mali sei jedoch "unter Kontrolle", betonten beide Seiten.
Siehe Videobericht: https://rumble.com/v79j38q-lage-unter-kontrolle-mali-und-russlands-afrikakorps-werfen-westlichen-medie.html
RTDE 5.5.2026
Mali: Übergangspräsident übernimmt Verteidigungsministerium
Nach einer Anschlagswelle, bei der Malis Verteidigungsminister getötet wurde, übernimmt nun der Übergangspräsident die Leitung des Ministeriums. Mali macht Frankreich und die Ukraine für die Anschläge mitverantwortlich. Bei der Bekämpfung der Aufständischen kooperiert das Land mit Russland.
Malis Übergangspräsident, General Assimi Goïta, hat die Leitung des Verteidigungsministers übernommen. Sein Vorgänger als Verteidigungsminister, Sadio Camara, wurde bei einer Anschlagsserie von Militanten getötet.
In einem am Montag im Amtsblatt des westafrikanischen Landes veröffentlichten Präsidialerlass heißt es, Goïta werde Staatsoberhaupt bleiben und gleichzeitig das Verteidigungsministerium übernehmen.
"Der Präsident der Übergangsregierung, gleichzeitig Staatsoberhaupt und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, übernimmt die Aufgaben des Verteidigungsministers und des Ministers für Veteranenangelegenheiten", heißt es im Erlass.
Der ehemalige Verteidigungsminister Camara starb am 25. April durch ein Selbstmordattentat mit einer Autobombe auf seiner Residenz in Kati, einer Garnisonsstadt in der Nähe von Bamako. Weitere Angriffe richteten sich gegen Bamako, Kati, Gao, Sevare und Kidal. Die Verantwortung für die Anschläge beanspruchen die mit al-Qaida assoziierten Dschama'at Nusrat al-Islam wa-l-Muslimin und die von Tuareg geführte Befreiungsfront von Azawad für sich.
Der malische Premierminister Abdoulaye Maïga sagte, die Terroristen versuchten, die Macht zu ergreifen, staatliche Institutionen zu destabilisieren und den politischen Übergang des Landes zu sabotieren.
Die Regierung erklärte, die Armee habe, unterstützt vom russischen Afrikakorps, Angriffe auf Militärstützpunkte und wichtige Infrastruktur abgewehrt. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete den Angriff als Putschversuch und sagte, die Angreifer seien von ukrainischen und europäischen Söldnern ausgebildet worden. Laut Angaben der malischen Armee wurden mehr als 200 Kämpfer getötet und große Mengen an Ausrüstung erbeutet.
In einer Fernsehansprache vergangene Woche versprach Goïta, die für die jüngsten Angriffe Verantwortlichen zu eliminieren.
Mali kämpft seit 2012 gegen islamistische Aufstände. Der Konflikt hat sich mittlerweile auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger ausgeweitet. Die drei von Militärregierungen geführten Staaten gründeten die Allianz der Sahelstaaten, nachdem sie die Kontake zu Frankreich abgebrochen, französische Truppen ausgewiesen und Paris der Unterstützung von Terrorismus in der Region beschuldigt hatten. Seitdem koopierieren die Sahelstaaten im Kampf gegen den Terrorismus mit Russland.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von, Doris Pumphrey, 9. Mai 2026, 19:04 Uhr
RTDE 9.5.2026
Umfrage: Große Mehrheit der US-Bürger lehnt einen Krieg gegen Kuba ab
Eine neue Umfrage des internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass 64 Prozent der US-Bürger einen Krieg der USA gegen Kuba ablehnen, während 15 Prozent ihn befürworten und 21 Prozent unentschieden sind. Doch auch der Krieg gegen Iran erfreut sich keiner allzu großen Zustimmung.
Aus einer Pressemitteilung des Zentrums für Wirtschafts- und Politikstudien in Washington (CEPR), das die Studie gespnsert hat, geht hervor, dass fast zwei Drittel der US-Amerikaner nicht nur einen Krieg gegen Kuba ablehnen, sondern auch der Meinung sind, dass der Krieg gegen Iran den Amerikanern und der Welt geschadet hat.
Die Ergebnisse sollten "Präsident Trump dazu bringen, sich einen weiteren ′Krieg nach Wahl′ zweimal zu überlegen", kommentierte Mark Weisbrot, Ökonom und Co-Direktor des CEPR. "Fast alle Kuba-Experten würden über die Vorstellung lachen, dass Kuba eine Sicherheitsbedrohung für die USA darstellt. Und der Krieg gegen Iran hat Trump und seine Partei bereits erhebliche Unterstützung gekostet."
Die YouGov-Umfrage ergab, dass die Befragten mit einer Mehrheit von 62 zu 24 Prozent der Meinung sind, der Krieg in Iran habe den Amerikanern und der Welt geschadet.
"Trump versprach im Wahlkampf ′keine Kriege′ und dass er die Preise senken würde. Stattdessen hat er einen Krieg begonnen, der die Preise erhöht hat und dies wahrscheinlich noch einige Zeit tun wird", sagte Weisbrot weiter.
Präsident Trump hat wiederholt damit gedroht, gegen Kuba in den Krieg zu ziehen. Am 16. März sagte er, er werde "die Ehre haben, Kuba einzunehmen", und "ich kann mit Kuba machen, was ich will".
Weniger als zwei Wochen später legte er nach: "Ich habe dieses großartige Militär aufgebaut. Ich sagte: ′Ihr werdet es nie einsetzen müssen.‘ Aber manchmal muss man es einsetzen. Und Kuba ist übrigens als Nächstes dran."
Trump bekräftigte diese Haltung am 1. Mai und erklärte, die USA würden Kuba "fast sofort übernehmen". Am selben Tag erließ er eine Exekutivverordnung zur Ausweitung der Sanktionen gegen Kuba.
Neben anderen Beschränkungen ermöglicht die Verordnung die Sanktionierung von Unternehmen und Finanzinstituten aus Drittländern, die von den USA als Unternehmen beurteilt werden, die Transaktionen mit der kubanischen Regierung durchgeführt oder in den Bereichen Energie, Verteidigung, Bergbau, Finanzdienstleistungen oder Sicherheit der kubanischen Wirtschaft tätig waren.
Die bereits bestehenden Sanktionen gegen Kuba wurden seit 2017 bereits massiv ausgeweitet und kulminierten in einer verheerenden Blockade, die eine Unterbrechung der Öllieferungen umfasst. Untersuchungen des CEPR haben ergeben, dass die Ausweitung der Sanktionen zu einem Anstieg der Säuglingssterblichkeit um 148 Prozent in den letzten acht Jahren geführt hat. Kubas Säuglingssterblichkeitsrate gehörte vor der Verschärfung der Sanktionen zu den niedrigsten auf dem amerikanischen Kontinent und lag unter der der USA.
"Es ist klar, dass die Verschärfung der Sanktionen für diesen enormen Anstieg der Säuglingssterblichkeit verantwortlich ist", sagte Alex Main, Direktor für internationale Politik beim CEPR. "Die Ölblockade war besonders unmenschlich, da sie den Betrieb von Beatmungsgeräten, Inhalatoren und anderen lebenswichtigen medizinischen Geräten beeinträchtigte und den Notfalltransport lahmlegte. Mehr als 80 Prozent der kubanischen Stromversorgung basieren auf Öl und Ölprodukten."
Das CEPR erinnert in seiner Pressemitteilung auch an die Drohungen Trumps gegenüber Iran. Am 7. April sagte der Präsident: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkehren. Ich möchte nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich geschehen."
Amnesty International verurteilte Trumps Äußerungen als "eine Drohung der Auslöschung", die "eine Androhung von Völkermord darstellen könnte" und "ein erschütterndes Maß an Grausamkeit und Missachtung menschlichen Lebens" offenbare. Andere Menschenrechts-Experten und -Organisationen gaben ähnliche Stellungnahmen ab.
Die Umfrageteilnehmer stimmten Amnesty International mit einer Mehrheit von 58 zu 25 Prozent zu. Mit 54 zu 35 Prozent waren sie außerdem der Meinung, dass Trump nicht als Präsident geeignet sei.
Unter den Befragten sprachen sich diejenigen, die sich als Unabhängige bezeichneten, sehr entschieden gegen diese Kriege und Drohungen aus. So lehnten sie beispielsweise einen Krieg gegen Kuba mit einer Mehrheit von 68 zu 25 Prozent ab. Diese Wähler sind etwa gleichmäßig aufgeteilt zwischen demokratisch und republikanisch orientierten und gelten als eine Gruppe, die eine beträchtliche Anzahl von Wechselwählern für die Wahl im November umfasst.
Weisbrot merkte an, dass dies ein weiteres Warnsignal dafür sei, dass ein Krieg gegen Kuba Auswirkungen auf die Wahlen im November haben könnte. Er wies zudem darauf hin, dass Trump erklärt habe, er beabsichtige, einen Krieg mit Kuba zu beginnen, sobald er sich aus Iran zurückziehe.
"Es ist in der Geschichte ungewöhnlich für einen Staatschef, einen anderen Krieg als Ablenkung für einen Krieg zu nutzen, der bei den Wählern unbeliebt ist und ihnen geschadet hat", sagte Weisbrot. "Aber das scheint hier eine reale Möglichkeit zu sein. Ablenkung hat in Trumps politischer Strategie eine noch nie da gewesene Rolle gespielt – beim Wahlkampf, bei der Regierungsführung und bei der Dominanz der Nachrichtenberichterstattung.
RTDE 9.5.2026
Trump lässt venezolanisches Uran beschlagnahmen
Die US-Regierung kann Erfolge bei der Sicherstellung von prinzipiell atomwaffenfähigen Substanzen vermelden: Allerdings nicht in Iran, sondern in Venezuela. Dort ließen US-Offizielle angereichertes Uran aus einem Forschungsreaktor entfernen und in die USA verbringen.
Wie das US-amerikanische Energieministerium am vergangenen Freitag bekannt gab, hat die dem Ministerium unterstehende NNSA-Behörde (National Nuclear Security Administration) die venezolanischen Restbestände an hoch angereichertem Uran sichergestellt und zur Wiederaufbereitung in die USA verbracht.
NNSA-Leiter Brandon Williams wertet diesen Vorgang als Erfolg der Trump-Administration: "Dank der entschlossenen Führung von Präsident Trump" hätten "die Teams in wenigen Monaten das geschafft, wofür man normalerweise Jahre gebraucht hätte."
Das Uran befand sich in einem stillgelegten Forschungsreaktor des Instituto Venezolano de Investigaciones Científicas bei San Antonio de los Altos, 15 Kilometer von Venezuelas Hauptstadt Caracas entfernt. Nach Angaben des Ministeriums hat das Uran seit 1991 nach dem Abschluss nuklearer Forschungsarbeiten dort gelegen. Das angereicherte Material habe die 20-Prozent-Schwelle überschritten.
Ab diesem Grad der Anreicherung ist es prinzipiell möglich, aus Uran eine Atomwaffe herzustellen – allerdings wären dafür größere Mengen nötig als die lediglich 13,5 Kilogramm, die die US-Amerikaner in Venezuela auffanden. Ohnehin wird für moderne Atombomben auf 80 bis 90 Prozent angereichertes Uran verwendet. Zum Vergleich: Iran soll über 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereicherten Urans besitzen.
Laut der Meldung des US-Energieministeriums wurde der Abtransport des Urans mit einem Spezialcontainer in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des US-Außenministeriums in Washington und Caracas sowie dem venezolanischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie durchgeführt. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA sowie britische Experten waren in das Unterfangen eingebunden.
Ein britisches Spezialschiff hat dann auch das Material Anfang Mai in die USA gebracht. Nun will es die US-amerikanische Energiebehörde in der Anlage Savannah River Site im Bundesstaat South Carolina wiederaufbereiten. Diese Atomanlage hat im Kalten Krieg das Material für die US-Atomwaffen hergestellt.
Sowohl die US-amerikanische als auch die venezolanische Seite geben sich zufrieden mit dem gelungenen Abtransport des Urans: NNSA-Chef Williams sprach von einem Signal an die Welt, dass Venezuela einen Neuanfang mache. Venezuelas Außenminister Yvan Gil betonte, sein Land habe die IAEA immer wieder darauf hingewiesen, dass das hoch angereicherte Uran außer Landes verbracht werden müsse.
In einem Communiqué wies das venezolanische Außenministerium außerdem darauf hin, dass der militärische Angriff vom 3. Januar 2026 das Risiko rund um die Nuklearanlage erhöht habe. Die Attacke habe nur 50 Meter vom stillgelegten Reaktor RV-1 entfernt stattgefunden. Den Namen des Landes, das diesen Angriff ausgeübt hatte, nannte Gil nicht.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

nachdenkseiten.de, 9. Mai 2026, 13:00 Uhr
Während ihres aktuellen Aufenthaltes im Libanon hat unsere Autorin Karin Leukefeld den palästinensischen Arzt Dr. Ghassan Abu Sitta getroffen. Abu Sitta ist Chirurg und auf plastische Chirurgie spezialisiert. Als Freiwilliger für Medecins sans Frontiere (MSF) [Ärzte ohne Grenzen – Anm. d. Red.] ist Abu Sitta in vielen Kriegs- und Krisengebieten im Einsatz gewesen. Seit 2024 leitet er den neu eingerichteten Lehrstuhl für „Konfliktmedizin“ an der Amerikanischen Universität in Beirut, AUB. Seine Aussagen sind eine Anklage gegen eine Welt, die das Leid von Kindern zur Randnotiz degradiert. Was in Gaza und nun im Libanon geschieht, beschreibt der Arzt nicht als „Kollateralschaden“, sondern als systematische Zerstörung von Leben, Familien und Zukunft. Seine Erfahrungen zeigen: Der Krieg endet nicht mit Bomben – er setzt sich in den Körpern und Seelen der Überlebenden fort.
In mehr als 30 Jahren hat Ghassan Abu Sitta in Kriegs- und Kriseneinsätzen Erfahrungen gesammelt, die zu der Entwicklung einer „Konfliktmedizin“ führte, wie sie nur in Beirut gelehrt wird. Die Angriffe auf das Gesundheitswesen in Gaza und auch im Libanon habe Israel in einer geradezu „spektakulären Weise“ und dazu völlig straffrei vollzogen, so der Arzt im Gespräch. Das humanitäre und internationale Recht werde mißachtet. Der Genozid gegen die Palästinenser in Gaza setze sich aktuell gegen die Bevölkerung des Libanon fort, so Abu Sitta. Er erinnerte an die vom israelischen Mossad durchgeführten „Pager-Attacken“ am 17. September 2024, bei denen mehr als 3.000 Personen im Libanon schwerste Verletzungen erlitten, die sie ihr Leben lang zeichnen würden.
Israel habe alle roten Linien, die nach dem Zweiten Weltkrieg gezogen worden seien, absichtlich überschritten und werde dabei von den USA und europäischen Staaten unterstützt. „Das bedeutet, Israel handelt in deren Interesse“, so Abu Sitta. Dieser Komplizenschaft müsse man sich deutlich widersetzen. Dass der langjährige Al-Khaida-Vertreter Abu Mohamed Al Jolani von US- und UN-Sanktionen freigesprochen werde und gleichzeitig Richter und Richterinnen am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und die UN-Sonderbeauftragte für Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten, Francesca Albanese, mit Sanktionen dafür bestraft werde, dass sie den israelischen Genozid an den Palästinensern beim Namen nenne, beweise, dass das internationale Recht zerstört werden solle.
Internationale humanitäre und Hilfsorganisationen in Kriegs- und Krisengebieten sind oft im Einsatz in Kriegen, die auch von den Regierungen ihrer Länder finanziert werden. Angesichts des Genozids in Gaza sei eine scharfe Trennung erforderlich, so Abu Sitta. Gebraucht werde ein „neuer Sozialvertrag“ so der Arzt. In humanitären und Hilfsorganisationen werde darüber zunehmend gesprochen.
Das Interview wurde am 1. Mai dieses Jahres auf Englisch geführt und von der Autorin ins Deutsche übersetzt.
Wenn die Welt der Kinder untergeht
Karin Leukefeld: Dr. Ghassan, Sie sind Palästinenser, aber Ihr Land ist besetzt. Wir treffen uns hier in Beirut, Sie sind britischer Staatsbürger und Rektor der Universität in Glasgow. Wo leben Sie?
Dr. Ghassan Abu Sitta: Ich pendele zwischen den beiden Ländern. Als ich aus Gaza zurückkam, habe ich verschiedene Male versucht, wieder dorthin einzureisen, die Israelis haben mir die Einreise untersagt. Da ich zwischen 2011 und 2019 hier am Krankenhaus der Amerikanischen Universität (AUB) die Abteilung für plastische Chirurgie geleitet habe, hatte ich noch Kontakte hierher. Uns war sehr schnell klar, dass der israelische Krieg gegen Gaza nur Teil eines sehr viel größeren regionalen Projekts ist, um die Landkarte der Region zu dominieren und zu verändern. Und so war es.
Sehr schnell hatten wir hier im Libanon auch Krieg. Ich bin umgezogen und kam hier am 17. September 2024 an. (Das war der Tag der „Pager-Angriffe“, KL). Ich sollte als Professor den Lehrstuhl für Konfliktmedizin übernehmen. Dieser Lehrstuhl spiegelt die Tatsache, dass wir in einer Region leben, wo Kriegsverletzungen zu den wichtigsten Faktoren der menschlichen Gesundheit gehören. Besonders der Libanon und hier das AUB-Krankenhaus sind in ihrer Geschichte durch diese Art von Verletzungen geprägt worden.
Sie haben einen Hilfsfonds für palästinensische Kinder aus Gaza eingerichtet.
Als wir den Ghassan Abu Sitta Fonds für Kinder starteten, ging es darum, palästinensische Kinder aus Gaza hierher zu holen und sie hier zu behandeln. Der Grund war, dass es hier ein Ausmaß an Fachwissen und Erfahrung für die Behandlung solcher Verletzungen gibt, besonders im Krankenhaus der Amerikanischen Universität, wie man es weltweit nirgends findet, außer in Militärkrankenhäusern. Sie werden nirgends eine zivile akademische Einrichtung finden, wo es so viel Fachwissen über Kriegsverletzungen gibt. Allein die Kriege im Libanon, die israelischen Invasionen in den Libanon, aber auch der Irak-Krieg und der Krieg in Syrien. Aus allen diesen Kriegen kamen Verletzte hierher, um behandelt zu werden. Viele von ihnen waren Patienten von MSF, Médecins sans Frontière.
Die Komplexität vieler Kriegsverletzungen, die ich in Gaza gesehen hatte, erforderte das Fachwissen von Ärzten, die ihr Leben lang verletzte Kinder behandelt hatten. Wir konnten Kinder aus Gaza durch Ägypten hierherbringen. Doch als dann der Krieg 2024 auch im Libanon begann, haben wir zusätzlich zu den palästinensischen Kindern auch libanesische Kinder hier behandelt. Und das machen wir bis heute. Während des letzten Krieges 2024 haben wir rund 1.400 Kinder behandelt, die im Krieg verletzt worden waren. Wir haben sie rekonstruktiv chirurgisch behandelt – mit Rehabilitation – und medizinisch versorgt, und gleichzeitig haben wir mehr Kinder für rekonstruktive Chirurgie aus dem Gazastreifen in den Libanon geholt.
Das ist eine große Zahl an Kindern. Wie viele Ärzte arbeiten in Ihrem Team?
Wir können alle Abteilungen des AUB-Krankenhauses hier in Beirut nutzen. Es kommt also jeweils auf die Art der Verletzung an. Einige Kinder benötigen eine orthopädische Operation, andere Kinder müssen von Augenärzten behandelt werden. Wieder andere Kinder brauchen plastische Operationen. Hier am AUB-Krankenhaus haben wir sehr viele Fachbereiche zu unserer Verfügung, wo die Kinder je nach ihrer Verletzung behandelt werden können. Seit der aktuelle Krieg begonnen hat, haben wir ein gemeinsames Projekt mit dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF und mit dem libanesischen Gesundheitsministerium. Wir wurden die Einrichtung, in die alle pädiatrischen Kriegsverletzungen – also alle Kinder mit Kriegsverletzungen – im Libanon eingewiesen wurden.
Wie alt sind Ihre Patienten?
Gestern habe ich ein sieben Monate altes Kind operiert und die Ältesten, die wir haben, sind 17, 18 Jahre alt. Wir definieren als Kind einen Patienten, der jünger als 18 Jahre ist.
Das bloße Ausmaß der Morde hat die palästinensischen Familien komplett neu gestaltet
Für die palästinensischen Kinder ist ja auch vorgesehen, dass sie nach der Operation und der Behandlungszeit eine Zeit der Erholung bei einer Gastfamilie verbringen. Funktioniert das?
Wir bringen die Familien mit, oder einen Teil der Familie. Aufgrund der Vorgehensweise der israelischen Behörden darüber, wer Gaza verlassen darf, ist es meist ein Elternteil, das die Kinder begleiten kann. Die Verwüstung in Gaza ist derart, dass in vielen Fällen die Eltern unserer Patienten getötet wurden. Wir haben also Kinder hier, die von einer Tante, einem Onkel betreut werden oder von einem einzelnen Elternteil, der überlebt hat, oder von einer Großmutter, die als einzige überlebende Erwachsene ein Kind betreut. Das bloße Ausmaß der Morde hat die palästinensischen Familien komplett neu gestaltet. Das sieht man daran, wer in der Lage ist, ein Kind hierher zu begleiten.
Konnten auch kriegsverletzte Kinder aus Syrien oder aus dem Irak so unterstützt werden?
Zwischen 2012 und 2019 war ich an einem ähnlichen Projekt für kriegsverletzte Kinder beteiligt. Damals war ich Leiter der Abteilung für plastische Chirurgie am AUB-Krankenhaus. Wir hatten ein pädiatrisches Projekt für kriegsverletzte Kinder in dessen Rahmen auch kriegsverletzte Kinder aus Syrien behandelt wurden. Gleichzeitig habe ich auch verletzte irakische Kinder behandelt, die aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem AUB-Krankenhaus und dem irakischen Gesundheitsministerium gekommen waren.
Die Welt, die sie kannten, gibt es nicht mehr
Gibt es Ähnlichkeiten bei den Kriegsverletzungen aus den verschiedenen Ländern? Oder unterscheiden sie sich?
Die Art der Kriegsverletzungen sind verschieden. Die palästinensischen Kinder in Gaza und die libanesischen Kinder werden bei sich zu Hause verletzt, auf die gleiche Weise. Oder sie werden in einem Auto verletzt, wenn sie versuchen, von zu Hause zu fliehen. Das bedeutet, dass sie unterschiedslos Geschwister oder Eltern verloren haben, oder beides. Die Verletzung ist nicht nur physisch, sondern diese Kinder sind emotional, sozial und existenziell verletzt. Die Welt dieser Kinder ist untergegangen. Die Welt, die sie kannten, gibt es nicht mehr. Ihr Zuhause, ihre Familie, ihre Nachbarschaft, ihre Geschwister, ihre Schule, alles gibt es nicht mehr. Und diese Verletzungen sehen wir auch jetzt bei den libanesischen Kindern in diesem Krieg. Alle wurden zu Hause verletzt. Fast alle haben entweder die Eltern oder Geschwister verloren.
Wir haben mittlerweile eine Besprechung mit dem gesamten Team eingeführt, das die Kinder betreut. Dabei geht es um Fragen, wie diese Kinder angesprochen werden, wenn sie in der Intensivstation aufwachen. Wie sagt man ihnen, dass ihre Geschwister getötet wurden, dass ihre Eltern getötet wurden? Wir haben das Team also um einen Psychologen erweitert. Einer unserer Kollegen arbeitet in der Kinderpalliativstation im AUB-Krankenhaus, er wird jetzt mit uns zusammenarbeiten. Das ermöglicht uns, diesen Kindern die schlechten Nachrichten zu überbringen. Wir müssen das in Zusammenarbeit mit der Person machen, die von der Familie überlebt hat. Und wir müssen es richtig machen.
Das AUB-Krankenhaus ist ja ein Universitätskrankenhaus. Arbeiten auch Medizinstudenten mit den kriegsverletzten Kindern?
Ja. Unser Lehrstuhl für Konfliktmedizin ist ein pädagogischer Lehrstuhl. Der Lehrstuhl erkennt die Tatsache an, dass jeder Arzt, der in dieser Region ausgebildet wird, auch in der Behandlung gesundheitlicher Kriegsfolgen ausgebildet werden muß. Denn Kriegsverletzungen sind ein wichtiger Faktor in der hiesigen Gesundheitsversorgung. Wenn jemand morgen als ausgebildeter Arzt in Palästina oder Libanon oder Syrien, Irak, Libyen eingesetzt wird, wird er dort mit Kriegsverletzungen und deren Folgen konfrontiert. Darum sind wir überzeugt, dass die medizinische Ausbildung in unserer Region die Behandlung von Kriegsverletzungen beinhalten muss.
Wie reagieren die Studenten auf die Arbeit mit den verletzten Kindern?
Sie werden überrascht sein – viele der Studenten wollen diese Arbeit machen. Und wir zeigen Ihnen auch, dass das Verständnis des Sozialen und der Psychologie im Umgang mit den kleinen Patienten genauso wichtig ist wie die klinische Versorgung. Sie sollen bei uns lernen, Kriegsverletzungen anders, neu zu sehen und zu behandeln.
Die Studenten werden vermutlich noch nicht mit solchen Verletzungen konfrontiert worden sein. Gibt es Unterstützung?
Es gibt Unterstützung, ja. Das wurde mit den medizinischen Ausbildungszentren vereinbart. Das ist auch erforderlich, weil der Umgang mit pädiatrischen Kriegsverletzungen sehr viel schwieriger ist.
Sie sagten, in anderen Ländern werden diese Verletzungen in Militärkrankenhäusern behandelt. Hier in Beirut ist es aber eine Sache der Notwendigkeit?
Ja, und es ist eine Erfahrung. Für mich ist klar, dass man hier nicht davon ausgehen kann, dass dieser eine Krieg der letzte Krieg sein wird. Der Krieg, der alle Kriege beendet, sozusagen …
… wie man beim Ersten Weltkrieg sagte und das Ergebnis war dann ein Frieden, der jeden Frieden beendete …
Ja.
Als Sie nach Ihrer Rückkehr aus Gaza Ende 2023 über Ihre Erfahrungen dort sprachen, sagten sie auch, dieser Krieg wird in den Libanon kommen.
Genau. Es ist offensichtlich, dass Israel alles, was südlich des Litani-Flusses liegt, dem Norden von Gaza gleichmachen will. Verbrannte Erde, einschließlich der Unternehmen, die Israel anheuert, um selbst die Trümmer der Dörfer abzutragen. Es soll nicht einmal mehr Trümmer dort geben, nur flaches Land. Israel bezahlt den Unternehmen pro Gebäude 5.000 Schekel, die gleiche Summe wie in Gaza. Es sind die gleichen Unternehmen, die sie für Beit Hanoun und Jabalia bezahlt haben, die sie jetzt für Khiam und Bint Jbeil bezahlen.
Dieser Lehrstuhl für Konfliktmedizin ist etwas Außergewöhnliches, an europäischen Universitäten gibt es das nicht. Wie hat es angefangen?
Mir war schon 2011, als ich das erste Mal hier gearbeitet habe, aufgefallen, dass die Kollegen im AUB-Krankenhaus, die Kriegsverletzte behandelten, ihre Ausbildung in der Zeit des Bürgerkrieges (1975 – 1990) gemacht hatten. Die jungen Kollegen, die aus den USA oder Europa kamen, kannten das nicht. Die Erfahrung verschwand also, wenn die älteren Kollegen pensioniert wurden, und angesichts der Situation in dieser Region musste sich da etwas ändern. Die Erfahrung, Kriegsverletzungen zu behandeln, musste institutionalisiert werden, damit sie in der Einrichtung bleibt und von Generation zu Generation weitergegeben werden kann. So entstand hier die Konfliktmedizin.
Das Programm umfasste Forschung, Ausbildung und die klinische Praxis. Wir konzentrierten uns auf die Versorgung der Kinder aus den Kriegen Syrien und Irak, auch mit Unterstützung des irakischen Gesundheitsministeriums, wie ich schon sagte. Das konnte fortgesetzt werden, bis 2019 der Zusammenbruch des libanesischen Bankensystems alles stoppte. Ich ging zurück ins Vereinigte Königreich.
Die Kriege in der Region gingen weiter – in Syrien, im Irak, im Jemen. Und Sie waren weiter zu Einsätzen an verschiedenen Fronten?
Ja, als Arzt war ich immer wieder vor Ort in Einsätzen, und als der Gaza-Krieg 2023 begann, gab es in der AUB in Beirut die Entscheidung, einen Lehrstuhl für Konfliktmedizin einzurichten. Als ich aus Gaza zurückkam, wurde ich gefragt, ob ich als Professor die Leitung übernehmen wolle, zumal ich das Programm der Konfliktmedizin mitentwickelt hatte. So war das.
Das Ganze entwickelt sich weiter. Eigentlich müssen wir heute die Bezeichnung „Konfliktmedizin“ in „Nachkriegschirurgie“ ändern. Bisher sprach man von „Kriegschirurgie“ und der Arzt ist der Typ, der die Kugeln entfernt und die Knochen flickt. Aber wir sehen, dass jeder Aspekt der Medizin von der Verletzung beeinflußt wird. Wir brauchen Augenärzte, Mikrobiologen, Intensivmediziner, orthopädische Chirurgen und Gefäßchirurgen und vieles mehr. So, wie die industrielle Revolution die moderne Medizin beeinflusst hat, so bringen Kriege Umwälzungen eines ähnlichen Ausmaßes mit sich, die Medizin in allen Bereichen formen.
Können Sie das für Laien etwas konkretisieren?
Es geht nicht darum, einen neuen Fachbereich zu schaffen, sondern in jedem Bereich die Besonderheit von Kriegsverletzungen und wie sie sich darstellen zu verstehen und einzubeziehen. Ein Augenarzt muss verstehen, wie die Druckwelle einer Explosion das Auge zerreißt, wie er am besten so viel wie möglich erhalten kann, wenn Splitter in das Auge eingedrungen sind. Ein orthopädischer Chirurg muss den Unterschied verstehen zwischen einer Fraktur, die durch einen Verkehrsunfall verursacht wurde oder durch eine Explosion.
Und dann haben wir ein riesiges Problem im Bereich der Mikrobiologie. In der ganzen Region kämpfen wir mit multiresistenten Bakterien. Das wurde erstmals nach 2003 von den Amerikanern beschrieben, die vom „Iraqibacter“ sprachen. Sie fanden diese Bakterien in irakischen Soldaten, die aus dem Irak-Krieg mit bakteriellen Infektionen zurückkamen. Und diese Bakterien waren gegen die meisten Antibiotika resistent. Heute ist es so, dass nahezu alle Kriegsverletzten in Gaza und im Libanon multiresistente bakterielle Infektionen aufweisen. Wir sehen, dass alles, was mit menschlicher Gesundheit zu tun hat, durch Krieg neu geformt wird, sich verändert. Es ist also notwendig, dass es innerhalb einer akademischen Einrichtung, innerhalb einer Klinik immer Fachkräfte gibt, die diese Patienten betreuen, die darin ausgebildet sind, den Zusammenhang zu verstehen.
Alles, was mit menschlicher Gesundheit zu tun hat, wird durch Krieg neu geformt
Sie sind nicht nur erfahrener Chirurg und Professor an der Amerikanischen Universität und Klinik in Beirut, sie sprechen über den Krieg und die Folgen auch öffentlich. Dabei haben sie einmal europäische Staaten als „Achse des Völkermords“ bezeichnet, warum?
Es steht völlig außer Zweifel, dass Israel ohne die materielle Unterstützung verschiedener Staaten den Völkermord in Gaza nicht hätte ausführen können. Das Vereinigte Königreich hat nicht nur Waffen an Israel geliefert und das Land finanziell unterstützt, 60 Prozent der elektronischen Überwachung wurde von Flugzeugen der Royal Airforce durchgeführt, die von Zypern gestartet sind. Als die Israelis Jemen bombardierten, haben Jets der italienischen Luftwaffe sie aufgetankt. Die Amerikaner haben 80 Prozent der Waffen und Munition geliefert, Deutschland kommt gleich danach. Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass Edward Said recht hatte, als er feststellte, „Der Hund wackelt mit dem Schwanz“. Israel bleibt eine Siedlerkolonie des westlichen Imperialismus. Darum wird es von den westlichen Staaten unterstützt.
Manche in vergleichbarer Position wie Sie sprechen nicht oder kaum. Sie dagegen sagen laut und deutlich Ihre Meinung – ist das auch Ergebnis dessen, was Sie seit Jahrzehnten erlebt und gesehen haben?
Genauso ist es. Es gibt keinen Platz für Zurückhaltung, nachdem 22.000 Kinder völlig straffrei ermordet wurden. 64.000 Kinder wurden zu Waisen gemacht. Als ich in Gaza war, habe ich damit angefangen, so eine Formel auf die Patientenblätter zu schreiben, eine Art Code: „WCNSF, Wounded Child no surviving Family – verletztes Kind, keine überlebende Familie“. Das war ein Hinweis an die Mitarbeiter der Sozialabteilung im Al Shifa Krankenhaus, die das Kind füttern mussten. Am nächsten Tag musste jemand dem Kind etwas zu essen geben, musste es versorgen, die Verbände wechseln. Das ist ein Phänomen, das ich hier wieder sehe und das ich nie zuvor bei meinen Einsätzen gesehen hatte. Das muss aufhören. Mit dieser erzwungenen Art des Völkermords muss gebrochen werden. Gaza ist kein Einzelfall. Gaza wird sich überall wiederholen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Titelbild: Ghassan Abu Sitta/priva
Rubriken: InterviewsMilitäreinsätze/Kriege
Schlagwörter: Ärzte ohne Grenzen Gaza Genozid Interventionspolitik Israel Kriegstrauma Libanon Völkerrecht Waffenlieferungen zivile Opfer
Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=150133
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Copyright 2026 © Initative kein Militär mehr • powered by SIMdesign.de
Cookies • Kontakt • Impressum • Datenschutz
