Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
28.11.2023

"Scholz hat es nicht verstanden" Der russische Außenminister Lawrow im O-Ton über die internationale Politik    (II von II)

Rüstung im Weltraum

Frage: In einer Krisensituation suchen wir nach dem, was uns eint. Deshalb möchte ich eine Frage zum Weltraum stellen. Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Weltraumforschung hängt stark vom internationalen Rechtsrahmen ab. Welcher Weg wird Ihrer Meinung nach bei der Entwicklung des Völkerrechts insgesamt und des Weltraumrechts im Besonderen eingeschlagen? Werden weiterhin universelle Verträge auf der Grundlage der UNO geschlossen, wie der Weltraumvertrag, das Übereinkommen über die Tätigkeiten der Staaten auf dem Mond und anderen Himmelskörpern, oder wird es einen Übergang zu bilateralen und multilateralen Verträgen innerhalb von Blöcken geben, wie zum Beispiel die Artemis-Abkommen? Oder wird es einen vollständigen Verzicht auf rechtsverbindliche Instrumente zugunsten von „Soft Law“ geben? Was ist Ihre Sicht?

Lawrow: Die Zusammenarbeit im Weltraum war das eindrucksvollste Beispiel dafür, dass egoistische oder einfach nur nationale Interessen so ausgerichtet waren, dass gemeinsame Anstrengungen in der Weltraumforschung unternommen wurden. Erinnern Sie sich an Sojus-Apollo?

Niemand – weder die USA, noch die Sowjetunion, noch jetzt Russland – hat sein nationales Interesse geopfert oder opfert es gerade. Im Gegenteil, das nationale Interesse hat sich in der Tatsache manifestiert, dass wir durch gemeinsame Anstrengungen in diesem Bereich mehr lernen und schneller verstehen können, wie dieses Mehr im praktischen Leben genutzt werden kann, nicht nur im Weltraum, sondern auch auf der Erde.

Es gibt die Internationale Raumstation. Dabei geht unser Kosmonaut in die USA, um für einen SpaceX-Flug zu trainieren, und die Amerikaner kommen zu uns in das Sternenstädtchen, um mit uns zu trainieren und dann mit unserem Träger zur ISS zu fliegen. Heutzutage ist es schwer, sich das bei irgendeinem anderem Tätigkeitsfeld vorzustellen. Offensichtlich liegt das an der Verantwortung der Wissenschaftler auf beiden Seiten. Sie verstehen, dass dieses Experiment, das bei weitem kein Experiment ist, sondern eine alltägliche, harte, aber sehr nützliche Arbeit, wichtig für die Wissenschaft und für die künftige technologische Entwicklung der Welt ist. Gott segne alle, die das tun.

Das Leben geht weiter. Die Ressourcen der Internationalen Raumstation wurden bereits ein paar Mal verlängert. Sie wird nicht ewig halten. Jetzt bauen wir unsere eigene Station, und die Chinesen haben die ihre gebaut. Mit den Chinesen haben wir gemeinsame Pläne.

Die Verantwortlichen der NASA scheinen zu sagen, dass auch sie die Zusammenarbeit gerne fortsetzen würden, wenn die Ressourcen der ISS erschöpft sind, aber auf politischer Ebene hört man so etwas nicht.

Die derzeitige politische Elite des Westens lässt sich von dem Grundsatz leiten, dass sie die Russen bis auf Weiteres braucht. Also werden sie sie nutzen und in der Zwischenzeit ihre eigene Station aufbauen. Die NASA-Führer vertreten jedoch eine andere Position.

Der Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, bleibt bestehen. Nach unserer rechtlichen Einschätzung deckt er auch den Status des Mondes ab. Ein amerikanisches Dokument, das vor einigen Jahren verfasst wurde – sie beginnen, selektiv einzelne Länder dazu einzuladen -, würde einer korrekten und ehrlichen Auslegung des Weltraumvertrags widersprechen. In dem Dokument ist auch vom Mond und anderen Himmelskörpern die Rede.

Ein weiterer Bereich der rechtlichen Entwicklung in diesem Bereich sind militärische Aspekte. Seit langem setzen wir uns in Genf auf der Abrüstungskonferenz gemeinsam mit China für einen Vertragsentwurf zur Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum und für eine Initiative zur Nichtverbreitung von Waffen im Weltraum ein. Die USA sind damit kategorisch nicht einverstanden. Wir haben einen taktischen Rückschritt gemacht und schlagen vor, zunächst die individuellen Verpflichtungen der einzelnen Länder zu prüfen, nicht als erste Waffen im Weltraum zu stationieren. Viele Länder haben sich dem angeschlossen. Wir werden diese Arbeit fortsetzen.

Die Amerikaner schlagen eine gegenteilige Initiative vor. Sie sagen, dass sie das Recht haben, Waffen in den Weltraum zu bringen, und sie werden keine Verpflichtung unterschreiben, dies nicht zu tun. Und wir bereiten angeblich mit den Chinesen Anti-Satellitenwaffen vor, um amerikanische Aufklärungssatelliten von „wirtschaftlicher“ Bedeutung zu zerstören. Darüber wird zur Zeit gesprochen.

In der geopolitischen Atmosphäre, die sich seit Beginn des hybriden Krieges gegen Russland entwickelt hat, ist es sehr schwierig, diese Art von Diskussion fortzusetzen. Die Amerikaner führen eine heftige Kampagne, ich kann kein anderes Wort dafür finden, drehen allen die Arme auf den Rücken und versuchen, Russland entweder von vielen UN-Gremien, die sich mit praktisch wichtigen Dingen befassen, auszuschließen oder die Beteiligung unseres Landes daran einzuschränken. „Und wieder geht der Kampf weiter.“

Ende der Übersetzung


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2023/der-russische-aussenminister-lawrow-im-o-ton-ueber-die-internationale-politik/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.11.2023

West-Eliten – Mit "magischem Denken" in den Untergang

meinungsfreiheit.rtde.life, 28 Nov. 2023 07:30 Uhr,Von Rainer Rupp

Eine Woche vor dem großen Angriff der Hamas-Kämpfer gegen das kriminelle zionistische Besatzerregime haben sich die USA bezüglich des Nahen Ostens noch optimistisch geäußert. Offensichtlich hat magisches Wunschdenken nüchterne Analysen verdrängt, was jüngst das "Wall-Street-Journal" auch in Bezug auf die Ukraine angemahnt hat.


Quelle: AFP © Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP


Archivbild: Der nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, verlässt ein Briefing für US-Senatoren im US-Kapitolgebäude am 07. September 2023 in Washington, DC.


Genau sieben Tage vor dem Angriff palästinensischer Freiheitskämpfer unter Führung der Hamas gegen das brutale zionistische Besatzer- und Apartheid-Regime hatte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, auf dem "Atlantic Festival" eine lange Liste positiver Entwicklungen im Nahen Osten aufgezählt, die es jetzt der Biden-Regierung ermöglichten, sich auf andere Regionen der Welt und sonstige Probleme zu konzentrieren. Unter anderem nannte er den Waffenstillstand im Jemen, die Angriffe von Iran-nahen Milizen in Syrien auf US-Truppen hätten aufgehört und Amerikas Präsenz im Irak sei "stabil". Die guten Nachrichten gipfelten in dieser Aussage:

"Die Region des Nahen Ostens ist heute so ruhig wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr."

Der Zorn wächst – US-Diplomaten warnen Biden vor weiterer Unterstützung Israels





Der Zorn wächst – US-Diplomaten warnen Biden vor weiterer Unterstützung Israels 






Eine Woche später hatte der angeblich vollkommen unerwartete und nicht absehbare Mehrfrontenangriff der Hamas gegen das brutale israelische Besatzungsregime nicht nur den Nahen Osten in einen Strudel der Instabilitäten verwandelt, sondern er hat auch in den Israel unterstützenden Ländern des kollektiven Westens zu schweren internen Zerwürfnissen und offen ausgetragenen Spannungen zwischen den regierenden prozionistischen Eliten und großen Teilen der Bevölkerung geführt.


Das zeigt, welch ein Unterschied nur eine Woche machen kann, wenn vollkommen inkompetente Clowns in wichtigen politischen Positionen Entscheidungen treffen, die über Leben und Tod vieler Menschen oder gar über das Schicksal ganzer Nationen den Stab brechen.


Der 47 Jahre junge Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, ist ein solcher Clown. Er ist der Baerbock der Biden-Regierung. Im Gegensatz zu Annalena hat er jedoch eine abgeschlossene Ausbildung, und zwar in Jura. Erst 2008 kam Sullivan über Hillary Clinton in die Politik. Als Redenschreiber stand er ihr bei den Vorwahlen beiseite. Wahlkampf und Redenschreiben war auch seine Haupttätigkeit für Obama und später für Vizepräsident Biden. Er rühmt sich zwar, mit Hillary Clinton 128 Länder besucht zu haben, aber von Außen- und Sicherheitspolitik hat er, wenn überhaupt, nur rudimentäre Ahnung, weshalb er offensichtlich alles für bare Münze nimmt, wenn ihm politisch geschönte Lageberichte über den Zustand in anderen Teilen der Welt vorgelegt werden.


Nur so lässt sich erklären, dass er als Chef des Nationalen Sicherheitsdienstes von Joe Biden mit direktem Zugang zum Präsidenten eine Woche vor dem 7. Oktober sagen konnte: "Die Region des Nahen Ostens ist heute so ruhig wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr." Dabei waren die Zeichen des bevorstehenden Sturms bereits unübersehbar. Man hätte nur das Wunschdenken, beziehungsweise das im Weißen Haus anscheinend dominante "magische Denken", abschalten und hinschauen müssen.


Das "magische Denken", auf dem aktuell die gesamten Strategien der Außen- und Sicherheitspolitik des kollektiven Westens aufbauen, war jüngst auch Thema eines vernichtenden Kommentars im Zentralorgan des US-amerikanischen Kapitalismus, The Wall Street Journal. Die Autoren sind zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter der US-Regierung: Eugene Rumer war im National Intelligence Council (US-Geheimdienst) spezialisiert auf Russland und Andrew S. Weiss war Russland-Spezialist in den Bush- und Clinton Regierungen. Beide bekleiden aktuell hohe Positionen im akademischen- und Beratungsbereich.


Amtsunfähiger Biden: Wer kontrolliert den Roten Knopf?





Meinung

Amtsunfähiger Biden: Wer kontrolliert den Roten Knopf?






Der Titel ihres Kommentars lautet: "Es ist Zeit, das magische Denken über die Niederlage Russlands zu beenden", mit dem Untertitel: "Putin hat den größten Bemühungen des Westens, ihn wieder aus der Ukraine zurückzudrängen, widerstanden und er hält zu Hause weiter die Macht fest in seinen Händen. Die USA und ihre Verbündeten brauchen eine neue Strategie: Eindämmung." Diese Passage aus dem Wall Street Journal ist unbezahlbar. Es ist der Moment, in dem man in Washington anscheinend erkennt und eingesteht, dass die Strategie des Westens das Produkt "magischen Denkens" ist!


Nachfolgend einige Auszüge aus dem Kommentar:

"Das Selbstbewusstsein des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist kaum zu übersehen. Die Anfang des Jahres mit Spannung erwartete ukrainische Gegenoffensive hat nicht den Durchbruch gebracht, der Kiew eine starke Verhandlungsposition verschaffen würde. Der Tumult im Nahen Osten beherrscht jetzt die Schlagzeilen, und die parteiübergreifende Unterstützung für die Ukraine in den USA wurde durch Polarisierung und Dysfunktionalität im Kongress auf den Kopf gestellt, ganz zu schweigen von den Pro-Putin-Neigungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump."

"Putin hat Grund zu der Annahme, dass die Zeit auf seiner Seite ist. An der Front gibt es keine Anzeichen dafür, dass Russland einen Zermürbungskrieg verliert. Die russische Wirtschaft wurde zwar erschüttert, aber sie liegt nicht in Trümmern. [Anmerkung: Nein, sie ist sogar stärker als vor den Sanktionen] Putins Machterhalt wurde paradoxerweise gestärkt. Die Unterstützung der Bevölkerung für den Krieg ist nach wie vor solide, und die Unterstützung der Eliten für Putin ist ungebrochen."

"Die Versprechen westlicher Regierungsvertreter, ihre eigenen Rüstungsindustrien wiederzubeleben, kollidieren mit bürokratischen Engpässen und zerbrochenen Lieferketten. In der Zwischenzeit haben Sanktionen und Exportkontrollen Putins Kriegsanstrengungen weit weniger behindert als erwartet. Russische Rüstungsfabriken steigern ihre Produktion, und sowjetische Fabriken übertreffen westliche Fabriken, wenn es um dringend benötigte Güter wie Artilleriegranaten geht."

"Die Technokraten, die für die Führung der russischen Wirtschaft verantwortlich sind, haben sich als widerstandsfähig, anpassungsfähig und einfallsreich erwiesen. Hohe Ölpreise, die unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien getrieben werden, füllen die Staatskassen wieder auf. Die Ukraine hingegen ist stark von westlichen Geldspritzen abhängig."

"Putin kann auch mit Genugtuung auf seine außenpolitische Bilanz blicken. Seine Investitionen in wichtige Beziehungen haben sich ausgezahlt. China und Indien haben der russischen Wirtschaft eine wichtige Stütze gegeben, indem sie die Importe von russischem Öl und anderen Rohstoffen erhöht haben. Anstatt sich über verlorene Märkte in Westeuropa oder Pekings Widerwillen, sich über die Sanktionen der USA und der EU hinwegzusetzen, zu ärgern, hat Putin entschieden, dass es kurzfristig vorteilhafter ist, einfach Chinas Juniorpartner im wirtschaftlichen Bereich zu werden. Waren aus China machen fast 50 Prozent der russischen Importe aus, und Russlands führende Energieunternehmen sind jetzt süchtig danach, nach China zu verkaufen."

"Selbst Nachbarländer wie Armenien, Georgien, Kasachstan und Kirgisistan haben fette Gewinne gemacht, indem sie als Wegbereiter für die Umgehung von Sanktionen und als Umschlagplätze für die Waren dienten, die Russland früher direkt importiert hat."

Die USA hätten die Welt beherrschen können, aber eine ihrer Schwächen hat alles ruiniert




Meinung

Die USA hätten die Welt beherrschen können, aber eine ihrer Schwächen hat alles ruiniert





Aber jetzt, so fordern die beiden Autoren, sei es an der Zeit, zu einer langfristigen Strategie überzugehen, die den Druck auf das Schurkenregime im Kreml erhöht und aufrechterhält. Dabei sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass eine mögliche Kombination kurzfristiger Schritte ausreichen wird, um Putin zur Aufgabe seines Krieges zu zwingen. Abschließend kritisieren die beiden Autoren die westlichen Staats- und Regierungschefs, die "in auffälliger Weise nichts getan hätten, um ihre Öffentlichkeit über die anhaltende Natur der Bedrohung durch ein revisionistisches Russland aufzuklären", das durch einen Sieg in der Ukraine nur noch "weiter ermutigt" würde.


Weiter im Wortlaut:

"Allzu oft haben sie [die westlichen Staats- und Regierungschefs] sich magischem Denken hingegeben – sie haben auf Sanktionen, auf eine erfolgreiche ukrainische Gegenoffensive oder auf die Lieferung neuer Waffentypen gesetzt, um den Kreml an den Verhandlungstisch zu zwingen. Oder sie haben gehofft, Putin durch einen Palastputsch gestürzt zu sehen!"

Anschließend erklären die Autoren Weiss und Rumer, was sie unter einer langfristigen Strategie verstehen: nämlich "Containment", also Eindämmung wie im Kalten Krieg, das heißt mehr Investitionen in die Rüstungsindustrie, Stärkung der militärischen Fähigkeiten der NATO, diplomatische Ausgrenzung und Abschottung Russlands.


Spätestens beim letzten Absatz wird klar, dass auch die beiden Autoren sich vom "magischen Denken" des Westens noch nicht befreit haben. Sie haben nämlich noch nicht gemerkt, dass die USA und der kollektive Westen nicht mehr der Nabel der Welt sind, sondern die einstigen "Herren des Universums" selbst zunehmend isoliert dastehen, während Russland und China ihnen in Bezug auf globale "Soft Power" und "Goodwill" sogar den Rang abgelaufen haben. Selbst laut einer Umfrage des US-Magazins US-News and World-Report aus den Monaten vor dem 7. Oktober 2023 steht Russland unter den einflussreichsten Ländern der Welt an sechster Stelle. Das dürfte sich seither geändert haben, zumal die USA weltweit in allen Umfragen als "die größte Gefahr für den Weltfrieden" angesehen werden.


Mehr zum Thema - Nervös? – Clip mit Blinken, der Biden angespannt fixiert, geht viral


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/188199-west-eliten-mit-magischem-denken


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.11.2023

Stoltenberg gibt zu: NATO wollte Krieg mit Russland

    meinungsfreiheit.rtde.life, 28 Nov. 2023 08:52 Uhr

    Bei seiner Rede vor dem EU-Parlament im September machte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg deutlich: Der Krieg hätte verhindert werden können. Der Auslöser des Krieges ist das Beharren auf dem angeblichen Recht der NATO, sich gegen die Sicherheitsinteressen anderer ausdehnen zu dürfen.


    Quelle: www.globallookpress.com © Bernd Elmenthaler


    Aussagen von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem EU-Parlament machen deutlich, dass der Ukraine-Krieg im Kern ein Krieg um das Expansionsrecht der NATO ist


    Der Krieg in der Ukraine hätte verhindert werden können. Das gab NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bereits im September auf der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten (AFET) und des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung (SEDE) des Europäischen Parlaments zu. 

    Im Dezember 2021 berichteten auch deutsche Medien darüber, dass sich Putin schriftlich sowohl an die NATO als auch an die USA gewandt und um Sicherheitsgarantien gebeten habe. Stoltenberg bestätigte in seiner Rede vor dem EU-Parlament die Existenz der Anfrage und führte dazu aus: 

    "Hintergrund war, dass Präsident Putin im Herbst 2021 erklärte und tatsächlich einen Vertragsentwurf schickte, den Russland von der NATO unterzeichnet haben wollte. Darin sollte die NATO keine weitere Expansion versprechen. Das hat er uns geschickt. Und war eine Voraussetzung dafür, nicht in die Ukraine einzumarschieren. Das haben wir natürlich nicht unterschrieben."


    Deutscher Diplomat: Friedensschluss in Istanbul wäre Niederlage der NATO gewesen




    Deutscher Diplomat: Friedensschluss in Istanbul wäre Niederlage der NATO gewesen





    Der Konflikt in der Ukraine eskaliert bereits seit 2008, als die NATO auf dem Gipfeltreffen in Bukarest der Ukraine eine Beitrittsperspektive eröffnete. Nach dem Maidan-Putsch im Februar 2014 und der Absetzung des Präsidenten Janukowitsch änderte die Ukraine ihre Verfassung. Sie gab die bisher in der Verfassung verankerte Neutralität auf. Hinzugefügt wurde stattdessen die Vollmitgliedschaft der Ukraine in der NATO als Staatsziel. 

    Russland hat vielfach deutlich gemacht, dass ein Beitritt der Ukraine zur NATO eine rote Linie sei. Die NATO hat sich in mehreren Erweiterungsrunden Richtung Osten ausgedehnt. Legitimiert wird die Ausdehnung in Richtung der Grenze Russlands und Weißrusslands mit dem Hinweis auf die Freiheit der Bündniswahl. Diese gilt unter anderem laut Schlussakte von Helsinki und anderen völkerrechtlich bindenden Vereinbarungen aber nur eingeschränkt. Bei der Wahl des Bündnisses ist die Stabilität der gesamten Sicherheitsarchitektur zu beachten. Kein Land darf dabei seine Sicherheit auf Kosten der Sicherheit eines anderen Landes erhöhen. Dieser Gedanke ist auch in der NATO-Russland-Grundakte verankert. Dort heißt es:

    "Ausgehend von dem Grundsatz, dass die Sicherheit aller Staaten in der euro-atlantischen Gemeinschaft unteilbar ist, werden die NATO und Russland zusammenarbeiten, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass in Europa gemeinsame und umfassende Sicherheit auf der Grundlage des Bekenntnisses zu gemeinsamen Werten, Verpflichtungen und Verhaltensnormen im Interesse aller Staaten geschaffen wird."


    Die Kriegspolitik der USA um jeden Preis und der Gehorsam der EU




    Analyse

    Die Kriegspolitik der USA um jeden Preis und der Gehorsam der EU





    Gegen diesen Grundsatz der Unteilbarkeit von Sicherheit wurde verstoßen. Sie ist der Grund und Auslöser für den Ukraine-Konflikt, der sich schließlich zu einem Stellvertreterkrieg zwischen NATO und Russland entwickelte, der auf dem Gebiet der Ukraine ausgetragen wird. Dabei geht es vor allem um das vermeintliche Recht der NATO, sich immer weiter auszudehnen. Mit einem Verzicht auf einen NATO-Beitritt wäre der Konflikt seiner Lösung nahe.

    Das macht auch das bereits im März 2022 ausgehandelte Abkommen zwischen der Ukraine und Russland deutlich. Bereits am 27. Februar, wenige Tage nach Beginn der militärischen Spezialoperation, wurden Verhandlungen aufgenommen, die zu einem unterschriftsreifen Dokument führten. Darin war vorgesehen: Die Ukraine verzichtet auf einen NATO-Beitritt, Russland zieht sich aus der Ukraine zurück. Als Zeichen des guten Willens war Russland bereit, Militär unmittelbar aus der Region um Kiew abzuziehen. Drei Tage nach dem Abzug machten die Bilder von Butscha in den Medien die Runde. Die Ukraine zog sich mit dem Hinweis auf die angeblichen Kriegsverbrechen Russlands und auf Anraten des Westens aus der Vereinbarung zurück. Seitdem wird der Krieg durch immer umfassendere Waffenlieferungen vonseiten des Westens eskaliert. Die NATO hat offenbar ein Interesse an einem möglichst langen Krieg. 

    Mit seinem Statement macht Stoltenberg deutlich, dass die NATO darüber unterrichtet war, dass Russland bei Ablehnung in die Ukraine einmarschieren würde. Mit der Zurückweisung der russischen Bitte hat die NATO sowohl gegen die NATO-Russland-Grundakte als auch gegen die Schlussakte von Helsinki verstoßen, denn sie hat den Konflikt aktiv eskaliert.


    Mehr zum Thema – Rada-Abgeordneter macht eklatante Offenbarung: Krieg hätte im März 2022 beendet werden können


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/europa/188235-stoltenberg-gibt-zu-nato-wollte


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Russland:Putin fordert im Ukraine-Konflikt Sicherheitsgarantien von der Nato und den USA


Unser Handeln hängt nicht vom Verlauf von Gesprächen ab, sondern davon, ob unsere Sicherheit gewährleistet wird", sagte Wladimir Putin. (Foto: Natalia Kolesnikova/AFP)


sueddeutsche.de, vom 23. Dezember 2021, 14:27 Uhr

Auf seiner Jahrespressekonferenz verlangt der russische Präsident erneut eine Zusage von der Nato, dass diese sich nicht nach Osten ausdehnen wird. Auch die Gaspreise und Nawalny sind Thema.


Russlands Präsident Wladimir Putin hat rasche Sicherheitsgarantien von den USA und der Nato gefordert. "Sie müssen uns Garantien geben, und zwar sofort - jetzt", sagte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Jahrespressekonferenz in Moskau. Im Konflikt mit der Ukraine wolle Russland eine weitere Eskalation vermeiden. Dazu bräuchte es entsprechende Zusagen des westlichen Militärbündnisses, wie etwa auf eine weitere Expansion nach Osten zu verzichten. Die Nato habe Russland seit dem Ende des Kalten Krieges mit ihrer Osterweiterung immer wieder getäuscht.


Die Verhandlungen über die geforderten Sicherheitsgarantien sollten Anfang nächsten Jahres in Genf beginnen. Die russischen Vorschläge dazu seien bei den USA überwiegend auf positive Resonanz gestoßen. "Ich hoffe, dass die Entwicklung der Situation in diese Richtung gehen wird", sagte Putin. Russland unterstützt in der Ost-Ukraine pro-russische Separatisten und soll in der Grenzregion rund 100 000 Soldaten zusammengezogen haben. Die Ukraine sowie die USA, die Nato und die Europäische Union (EU) befürchten eine militärische Eskalation und haben Russland wiederholt vor einer Invasion gewarnt. Russland wiederum verlangt Garantien, dass die Nato sich nicht weiter nach Osten ausdehnt, die Ukraine trotz deren Wunsch nicht als Mitglied aufnimmt und dort weder Truppen noch Waffen stationiert.



Sicherheitspolitik

Eine Frage von Minuten

Russland fürchtet neue Mittelstreckenwaffen der USA oder anderer Nato-Staaten. Allerdings hat nur Moskau selbst atomare Marschflugkörper angeschafft. Von Paul-Anton Krüger


Wie immer kurz vor dem Jahreswechsel nahm der Kremlchef bei seiner traditionellen Jahrespressekonferenz mehrere Stunden lang zu den verschiedensten Themen Stellung. Erwartet wurden mehr als 500 Journalisten aus dem In- und Ausland. Bei solchen Auftritten teilt er gern gegen den Westen aus.

Der russische Präsident äußerte sich auch zu den hohen Gaspreisen in Europa, für die er Deutschland mitverantwortlich machte. Deutschland nutze die niedrigeren Preisen aus langfristigen Lieferverträgen, um das Gas mit Gewinn an Nachbarländer zu verkaufen. Er vermute, dass ein Teil des an Deutschland gelieferten russischen Gases letztendlich an die Ukraine weiterverkauft werde. Europa habe sich die Gas-Probleme selbst eingebrockt und sollte diese nun selbst lösen.


Putin fordert Beweise für die Vergiftung des Oppositionellen Nawalny

Im Fall des vor mehr als einem Jahr vergifteten Oppositionellen Alexej Nawalny forderte Putin Beweise für ein Verbrechen. Der Westen habe bisher keinen Beleg für die "angebliche Vergiftung" mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vorgelegt. Mehrere Labors, darunter eins der Bundeswehr, hatten nach offiziellen Angaben die Vergiftung nachgewiesen.

Der bekannte russische Oppositionelle Nawalny, der im August 2020 nur knapp einen Giftanschlag überlebte, befindet sich seit Anfang des Jahres in einem Straflager. Nawalnys Vergiftung und seine anschließende Festnahme hatten das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Russland und Europa noch zusätzlich belastet. Der Westen hatte wegen des Verbrechens Sanktionen gegen Russland verhängt. Nawalny hatte Putin persönlich für den Mordanschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Der Kreml weist das zurück.

Es wurde auch erwartet, dass Putin sich zur gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten nach dem Urteil im sogenannten Tiergarten-Mord äußert. Weitere Themen auf der Liste der zu beantworteten Fragen waren hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen im Inland sowie die angespannte Corona-Lage in Russland sein. In der Vergangenheit gab sich der Präsident als Kümmerer, der Lösungen bei Problemen in den Regionen versprach. Putin ist schon seit mehr als 20 Jahren entweder als Präsident oder als Ministerpräsident an der Macht.


Info: https://www.sueddeutsche.de/politik/putin-jahrespressekonferenz-ukraine-konflikt-nato-1.5494879

28.11.2023

Einladung_Buchvorstellung_Hilfe für verfolgte Juden in Österreich 1938-1945_30.11.2023.de

aus e-mail von friedensglockengesellschaft@web.de, 28. November 2023, 10:35 Uhr

Screenshot_2023_11_28_at_12_20_17_Titel_Einladung_Buchvorstellung_Hilfe_fu_r_verfolgte_Juden_in_O_sterreich_1938_1945_30.11.2023.pdf


Sehr geehrte Damen und Herren,


die Gedenkstätte Stille Helden in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand lädt Sie
herzlich zu einer Buchvorstellung ein:


Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hg.)
„Wir hätten es nicht ausgehalten, dass die Leute neben uns umgebracht werden“
Hilfe für verfolgte Juden in Österreich 1938–1945


Donnerstag, 30. November 2023, 19 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Zweite Etage, Saal 2B


Begrüßung: Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand


Grußwort: Botschafter Dr. Michael Linhart, Botschafter der Republik Österreich in der Bundesrepublik Deutschland


Einleitung: Dr. Andreas Kranebitter, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands


Buchpräsentation: Dr. Manfred Mugrauer und Dr. Brigitte Ungar-Klein, Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands


Mit dem »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 hatte sich die Situation der jüdischen Bevölkerung dramatisch geändert. Was mit der Verfolgung, Entrechtung, Beraubung und Vertreibung der hier lebenden Juden begann, mündete schließlich in deren Ermordung. Etwa 66 000 Jüdinnen und Juden aus Österreich kamen im Rahmen der nationalsozialistischen Verbrechen ums Leben. Während die meisten Menschen zuschauten bzw. wegschauten, widersetzten sich einige der mörderischen Politik. Sie halfen den Verfolgten beim »Untertauchen« oder der Flucht außer Landes.


Der vorliegende Band zeigt anhand von zehn Geschichten die unterschiedlichen Hilfsaktionen,
die bedrohten Jüdinnen und Juden in Österreich ein Überleben ermöglichten. Es ist im Lukas
Verlag erschienen (444 S., 25,00 €).


Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.


Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Johannes Tuchel
Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand


Wir bitten um Anmeldung bis zum 29. November 2023 per E-Mail: veranstaltung@gdw-berlin.de.
Durch Ihre Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie zu, dass die dort entstandenen Fotos für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Internetauftritte, soziale Medien, Druckprodukte) verwendet werden dürfen.

28.11.2023

Israelischer Politiker äußert sich zu Israels "Kriegsverbrechen" & "Faschismus"

seniora.org, 27. November 2023, 26.11.2023 Dr. Ofer Cassif im Interview mit Zain Raza, Leitender Redakteur & CEO von acTVism Munich

Dr. Cassif: In den Vereinigten Staaten wurde ich interviewt. Ich wurde von CNN und Al Jazeera, BBC, Russia Today und einigen Podcasts und so weiter interviewt.Von den anderen Leitmedien wurde ich nicht interviewt. In Deutschland sind Sie der erste, der mich tatsächlich interviewt.

Zain.png

(Red.) Die klare Sprache von Dr. Ofer Cassif bedarf keines weiteren Kommentars. Weil auch die Deutsche Verantwortung angesprochen ist, wünschen wir diesem Video (51 Min.) eine weite Verbreitung, vor allem in Deutschland.(ww)

 Transkript


Zain Raza:

Vielen Dank, dass Sie heute eingeschaltet haben und willkommen zu einer weiteren Folge von die Quelle. Ich bin ihr Gastgeber, Zain Raza. Heute spreche ich mit dem israelischen Politiker und Mitglied des israelischen Parlaments Dr. Ofer Cassif. Dr. Ofer Cassif ist außerdem Dozent für Politik und Philosophie an der Hebrew University in Jerusalem. Er promovierte an der London School of Economics und erhielt seinen post-Doktoranten-Status an der Columbia University.

Dr. Ofer, vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind. Bevor ich auf die jüngsten Entwicklungen eingehe, möchte ich mit Ihrer persönlichen Situation beginnen. Im Oktober wurden sie von einer Ethikkkommission des israelischen Parlaments für 45 Tage suspendiert, nachdem Sie den israelischen Angriff auf den Gazastreifen kritisiert hatten. Dies geschah zu einer Zeit als die israelische Regierung mehr als 100 israelische Bürger aufgrund von Posts in den sozialen Medien verhaftete, in denen die Palästinenser in Gaza unterstützt wurden. Berichten zufolge sind mindestens 70 israelische Universitätsstudenten von einer Suspendierung oder einer anderen Form von Disziplinarmaßnahmen bedroht, weil sie pro-palästinensische Inhalte im Internet veröffentlicht haben.

Können Sie uns einige Einzelheiten über ihre Situation mitteilen und können Sie auch etwas über das allgemeine harte Vorgehen in Israel sagen?

Dr. Ofer Cassif:

Ich befinde mich derzeit in Südamerika. Ein paar Tage vor dem Massaker der Hamas kam ich in Mexiko Stadt an, um an einem Seminar der sozialistischen, kommunistischen und Arbeiterparteien teilzunehmen. Als das Massaker stattfand war ich dort. Anschließend konnte ich nicht mehr zurückkehren, vor allem und unter anderem weil es keine Flüge nach Israel gab. Also bin ich nach Südamerika gegangen, wo die Familie meiner Frau lebt, und ich bin immer noch hier. Ich beabsichtige, nach Israel zurückzukehren, hoffentlich bald, aber als ich suspendiert wurde konnte ich ohnehin nicht mehr an den Aktivitäten der Knesset teilnehmen. Ich bin also hier geblieben, obwohl ich natürlich lieber wieder zu Hause wäre.

Aber das ist die Situation und das hat mit ihrer Frage zu tun, der politisch wichtigen Frage nach der Verfolgung von Oppositionellen Stimmen in Israel.

Zain Raza:

Und wie sieht es mit dem harten Durchgreifen aus? Sind die bürgerlichen Freiheiten im Moment in Gefahr und sehen sich Dissidenten und Aktivisten mit einer Art Razzia durch die Regierung konfrontiert?

Dr. Ofer Cassif:

Absolut richtig. Erlauben Sie mir, es in den richtigen Kontext zu stellen. Ich nehme an, dass ihre Zuhörer und diejenigen, die die Sendung verfolgen, wissen, dass die israelische Regierung, die   – wie ich sagen muss   – eine faschistische Regierung ist, kurz vor dem Massaker des 7. Oktober und den daraufolgenden Ereignissen versucht hat, einen Staatsstreich durchzuführen. Natürlich wurde dies unter dem Vorwand einer Justizreform beschönigt. Aber es handelte sich nicht um eine Justizreform. Das war ein Putsch der Regierung mit der Absicht, die wenigen demokratischen Elemente, die es dort noch gibt, zu beseitigen, und das sind nicht allzu viele. Sie wollen sie vollständig beseitigen.

Nun, sie sind gescheitert, vor allem aufgrund der Proteste. Also haben sie das schreckliche ungeheuerliche Gemetzel, das die Hamas begangen hat, als Vorwand benutzt, um eben die gleichen Ziele zu verfolgen, die sie hatten, als sie den Staatsstreich durchführen wollten, zusätzlich zu dem Massaker, das Israel in Gaza zu verantworten hat.

Und es gibt keine andere Möglichkeit, es zu beschreiben. Ich meine, wir müssen sehr vorsichtig sein. Und erlauben Sie mir, noch noch etwas hinzuzufügen: Es gibt keine Dichotomie in dem Sinne, dass wenn man gegen das schreckliche Gemetzel der Hamas ist   – und wir müssen uns selbstverständlich dem entgegenstellen   – man per Definition das Massaker befürwortet, dass Israel an den unschuldigen palästinensischen Zivilisten in Gaza verübt. Und ich betone: Unschuldige Zivilisten!

Umgekehrt bedeutet es nicht, dass man die Hamas oder deren Blutbad befürwortet, wenn man sich dem Massaker widersetzt, für das Israel verantwortlich ist, dem Angriff, den Israel gegen Gaza führt. In diesem Sinne, denke ich, dass zu viele Regierungen in der Welt   – auch die deutsche   – sich des Blutvergießens schuldig gemacht haben. Denn sie lassen es unter dem Vorwand der Selbstverteidigung Israels zu. Es handelt sich nicht um Selbstverteidigung.

Angesichts der Aktivitäten der israelischen Regierung seit dem 7. Oktober, zusätzlich zu dem Massaker und den Kriegsverbrechen in Gaza selbst, wird dies natürlich als Vorwand („smoke screen“) benutzt, um die Palästinenser im Westjordanland ethnisch zu säubern, um einen Krieg gegen demokratische Juden und Linke sowie die palästinensischen Bürger in Israel zu führen.

Wenn wir die Zeit haben, kann ich es im Detail erklären. Ein Teil davon besteht natürlich darin, Israel in eine vollwertige faschistische Diktatur zu verwandeln und zwar zum Teil durch das, was Sie vorhin zitiert haben: Die Verfolgung von Menschen, die eine oppositionelle Stimme erheben, die einen Waffenstillstand, den Austausch von Gefangenen und die Freilassung von Geiseln, die Beendigung des Krieges und schließlich die Beendigung der Besatzung und das Erreichen eines gerechten Friedens fordern, was im Interesse aller Beteiligten liegt, im Interesse aller Betroffenen. Dies liegt in erster Linie im Interesse der Palästinenser aber auch im Interesse Israels.

Sicherheit für Israel   – und ich und meine Mitstreiter, Palästinenser und Juden gleichermaßen, wir unterstützen die Sicherheit Israels. Und wir werden als anti-israelisch dargestellt. Der einzige Faktor, der sich jetzt gegen Israel und die Israelis richtet oder eine solche Politik betreibt, ist die Regierung. Deshalb rufe ich die deutsche Regierung und die deutsche Gesellschaft auf: Wenn sie Israel wirklich unterstützen wollen, müssen sie gegen den Krieg und gegen die Regierung sein. Denn die Regierung, die faschistische Regierung von Netanyahu, Ben Gvir und den anderen Schurken, sind diejenigen, die sich gegen die israelische Gesellschaft stellen. Und sie stellen eine große Gefahr dar.

Zain Raza:

Sie sprachen von dem Versuch dieser Regierung die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben und die Exekutive an die Macht zu bringen. Aber ich würde diesen Konflikt gerne in einen größeren Zusammenhang stellen, was die Leitmedien in Deutschland versäumen. Können Sie uns etwas über die Zusammensetzung dieser Regierung sagen? Was für Persönlichkeiten gibt es? Und zweitens: Können Sie einen Überblick über den Umgang dieser Regierung mit der Situation in Gaza und im Westjordanland geben, nachdem sie 2022 an die Macht kam?

Dr. Ofer Cassif:

Jeder weiß dass Netanyahu drei sehr schwere Straftaten zur Last gelegt werden. Das Einzige, was Netanyahu antreibt, ist sein persönliches Interesse, nicht ins Gefängnis zu müssen. Das ist das Einzige   – nicht das Wichtigste   – das Einzige, was ihn antreibt. Ich muss sagen, dass Netanyahu als Person ein Psychopath ist. Selbst als Jitzchak Schamir Ministerpräsident der Likud war und ideologisch gesehen viel weiter rechts stand als Netanyahu, sagte er vor 35 Jahren, dass Netanyahu für Israel gefährlich sei, dass Netanyahu nur an seine eigenen Interessen denke. Das war viele Jahre vor den Strafanzeigen. Aber jetzt, wenn man die strafrechtlichen Vorwürfe zu diesem psychopathischen Charakter von Netanyahu hinzufügt, ist es noch gefährlicher.

Warum ist es also so wichtig, die persönlichen Probleme von Netanyahu anzusprechen? Weil er bei der Zusammenstellung der derzeitigen Regierung und Koalition die fanatischsten, messianistischsten und rassistischsten Persönlichkeiten der israelischen Politik aufgenommen hat, von denen einige als Unterstützer des jüdischen Terrorismus verurteilt werden, wie Ben Gvir, wie Smotrich, der aus seltsamen Gründen nicht angeklagt wurde, obwohl er angeklagt werden sollte und vom Schin Bet überführt wurde: Der Geheimdienst sagte, dass er während des Rückzugsplans vor etwa 20 Jahren mit einer großen Menge Treibstoff auf dem Weg zu einem Terroranschlag gefasst wurde. Das sind also die Personen, die die Regierung kontrollieren.

Warum hat Netanyahu eine Regierung mit diesen Fanatikern gebildet? Und warum, was noch wichtiger ist, hat Netanyahu die Likud-Partei umgewandelt, die eine sehr hoch angesehene Partei war? Natürlich stehe ich   – gelinde gesagt, das war noch nie der Fall   – nicht auf deren Seite. Aber die Likud-Partei war über all die Jahre eine ideologische Partei. Noch einmal: Ich bin gegen die Ideologie der Likud-Partei, gegen deren Politik. Immer. Aber dennoch war sie eine ideologische Partei und sie war eine überragende Partei in der israelischen Politik, selbst als sie in der Opposition war, bevor sie 1977 zum ersten Mal die Wahlen gewann.

Netanyahu hat die Likud-Partei in eine Bibisten-Partei verwandelt. Sie kennen den Begriff Bibiism oder Bibiist, der sich von dem Spitznamen Netanyahus ableitet. Er hat die Likud in eine bibistische Sekte verwandelt. Das sagen ehemalige Mitglieder des Likud. Viele Exminister und Mitglieder der Knesset, die jahrelang Mitglied des Likud waren, bestätigen dies. Den Likud gibt es nicht mehr. Nur der Titel besteht noch. Warum ist das so wichtig? Weil Netanyahu innerhalb des Likud die ernsthafteren oder fundierteren ideologischen Persönlichkeiten ausgeschlossen hat, und er den Weg zu wichtigen Positionen innerhalb des Likud für Leute gebilligt und geebnet hat, die sich nicht von Ben Gvir oder Smotrich unterscheiden.

Es ist also falsch, nur die sogenannte Partei des religiösen Zionismus als Faschisten und noch Schlimmeres zu bezeichnen. Es ist wahr, das sie das sind. Aber innerhalb des Likud gibt es jetzt eine Mehrheit in der Knesset, die ideologisch gesehen   – wenn sie eine Ideologie haben, denn einige von ihnen sind einfach Opportunisten, aber wenn wir uns auf jene Ideologischen beziehen   – ähneln sie heute viel mehr den Rassisten.

Und ich spreche von einer echten Theorie des Rassenwahns, den Deutschland aus seiner Geschichte sehr gut kennt. Ich spreche von Personen, die wirklich an die jüdische Vorherrschaft glauben. Viele innerhalb des Likud denken so.

Die Gründe für Netanyahus Handeln liegen im Machterhalt. Er wollte niemanden wie z.B. Benny Begin, Michael Eitan oder Dan Meridor. Auch das sind Menschen, mit denen ich große Debatten und Meinungsverschiedenheiten habe. Aber ich kann nicht ignorieren, dass sie ehrliche und ernsthafte Menschen sind. Übrigens kann man mit ihnen tatsächlich diskutieren, was man von der großen Mehrheit der Likud-Leute heute nicht behaupten kann.

Warum haben sie sie dann vertrieben und den Weg für den Abschaum der Welt geebnet? Weil er auf diese Weise die Macht in seinen Händen behalten konnte. Er hat den Likud in eine persönliche Bibisten-Sekte verwandelt. Jetzt bildet er diese Regierung mit diesen Fanatikern, denn das Einzige, was ihn interessiert, ist das Amt des Ministerpräsidenten, um der Gefahr einer Inhaftierung zu entgehen. In diesem Sinne ist er also bereit, alles zu tun, was ihm einen Vorteil verschaffen könnte. Er ist der Nutzniesser   – nicht die israelische Gesellschaft. Er ist jetzt der Hauptfeind Israels   – er und seine Regierung, mit allem.

Sehen Sie sich das schreckliche Massaker an, das die Hamas begangen hat. Wer ist dafür verantwortlich? Nicht, wer der Schuldige ist. Sie Schuld liegt ganz bei der Hamas. Sie sind die Mörder, die es getan haben. Aber die Verantwortung für die Fahrlässigkeit und für die Schaffung der Umstände, die dieses schreckliche Gemetzel ermöglichten, liegt bei Netanyahu und seiner Regierung.

Ich werde Ihnen einige Beispiele nennen: Zunächst einmal hat der Geheimdienst der israelischen Armee Netanyahu bereits im März, also vor 9 Monaten, gewarnt, dass die Hamas wie auch andere   – die Hisbollah und andere   – aber in unserem Fall die Hamas, den Staatsstreich gegen Israel einsetzen würden, wenn er, wenn die Regierung, mit der sogenannten Justizreform fortfahre. Der Geheimdienst innerhalb der israelischen Armee hat Netanyahu gewarnt, dass die Fortsetzung dieses Staatsstreichs Israel in ein ernsthaftes Risiko und in Gefahr bringt. Er wollte nicht darauf hören.

Ich erinnere mich, dass ich am Abend der Abstimmung über die sogenannte Angemessenheitsklausel anwesend war, die eine massive Änderung des Justizsystems durch ein Gesetz darstellt, das die Unabhängigkeit und die Möglichkeit des Gerichts gegen Beschlüsse der Regierung zu entscheiden herabsetzt. Am Abend der Abstimmung über dieses Gesetz kam der Stabschef der israelischen Armee mit einigen anderen Generälen dringend in die Knesset   – was nicht sehr oft vorkommt, wenn überhaupt   – um persönlich mit Netanyahu zu sprechen und ihm zu sagen: „Stopp! Das wird Israel gefährden!“ Er weigerte sich, sie zu treffen. Er verweigerte ein Treffen mit ihnen.

Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Zeit vor dem eigentlichen Massaker vergangen ist. Aber ich glaube, es befanden sich 34 oder 35 Bataillone der israelischen Armee an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. Netanyahu verlegte… Netanyahu ist natürlich der Kopf der Schlange, aber die Regierung hat Einfluss… Netanyahu verlegte 32 Bataillone von dort in das Westjordanland. Er ließ nur zwei oder drei Bataillone an der Grenze zum Gazastreifen stationiert. Warum hat er das getan? Um die illegalen Siedlungen und die Pogrome der Siedler zu verteidigen, die Pogrome, die sie täglich gegen unschuldige Palästinenser, insbesondere gegen Hirten, begehen. Dies ist Teil der ethnischen Säuberung die im Westjordanland stattfindet.

Sogar Hamas-Terroristen, die während und nach dem Massaker gefasst wurden und nun verhört werden   – einiges davon wurde veröffentlicht   – sagten, sie seien schockiert gewesen. Sie waren überrascht, dass niemand auf sie wartete, als sie den Zaun durchschnitten und nach Israel eindrangen.

Übrigens gibt es in den Kibbutzim an der Grenze zum Gazastreifen, in jedem einzelnen Kibbutz, lokale Sicherheitskräfte, die bewaffnet sein sollen. Die Regierung, wiederum Netanyahu als Regierungschef, als Premierminister, nahm den meisten dieser Gruppen, die die Kibbutzim sichern sollten, die Waffen weg, um sie den Siedlern im Westjordanland zu geben. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Es geht nicht nur darum zu beweisen, dass die Regierung Israels und Netanyahu persönlich für das Massaker verantwortlich sind und bereits vor 5 Wochen verschwinden oder ins Gefängnis hätten gehen sollen, sondern auch darum zu erklären und zu beweisen, dass die Motivation Netanjahus sowie seitens seiner Regierung nichts mit dem Wohlergehen und der Sicherheit der Israelis oder des Staates Israel zu tun hat, sondern nur mit der Sicherheit und dem Wohlergehen von ihnen selbst und den ihnen nahestehenden Personen, das heißt den 5% der Bevölkerung, den Siedlern.

Das ist etwas, was die Welt wissen muss. Denn sobald sie und insbesondere die deutsche Regierung   – denn sie sprechen mit mir aus Deutschland   – verstehen, dass solange man die israelische Regierung unterstützt, den Israelis schadet. Sie handeln gegen die Interessen des Staates Israel. Wenn sie wirklich ein Freund der Israelis, des Staates Israel, sind, müssen sie sich gegen die israelische Regierung stellen. Denn diese gefährdet uns alle. Das wäre das Richtige.

Zain Raza:

Können Sie auch über die Politik der Netanyahu-Regierung sprechen, nachdem sie 2022 wieder an die Macht kam, und zwar in Bezug auf den Gazastreifen und das Westjordanland?

Dr. Ofer Cassif:

Zunächst einmal geht es nicht nur um diese Regierung. Netanyahu war, wie sie leider wissen, in den letzten 28 Jahren die meiste Zeit Premierminister. Es gab nur hier und da ein paar Wechsel, Scharon, Olmert, Barak aber für eine kurze Zeit. Relativ gesehen war Netanyahu die meiste Zeit Premierminister oder ein Minister z.B. für Finanzen unter Scharon. Und warum sage ich das? Weil Netanyahu seit er Premierminister ist, seit 2007   – glaube ich, aber vielleicht erinnere ich mich nicht mehr an das genaue Jahr   – eine Politik der Stärkung der Hamas im Gazastreifen und der Schwächung der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland verfolgte.

Und warum? Er hat das ausdrücklich gesagt. Das ist keine Interpretation von mir. Im Jahr 2019 sagte er auf einem Parteitag der Likud-Partei ausdrücklich und ich zitiere ihn mehr oder weniger, er sagte: „Diejenigen, die gegen die Gründung eines palästinensischen Staates sind, müssen die Hamas unterstützen und stärken und die Palästinensische Autonomiebehörde schwächen.“ Was ist der Grund dafür? Ganz einfach: Zunächst einmal spalten und herrschen. Wenn man die Palästinenser spaltet, gewinnt man das Westjordanland, das natürlich besetzt ist, aber zumindest zum Teil die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas in Gaza. Und vergessen wir nicht, dass die Hamas tatsächlich einen Putsch gegen die Palästinensische Autonomiebehörde unternommen hat, um durch eine Art Staatsstreich die Kontrolle in Gaza zu erlangen. Israel wünschte dies aus demselben Grund, den Netanyahu nannte. Und warum? Weil, sobald es im Westjordanland und im Gazastreifen zwei unterschiedliche und sogar gegensätzliche Behörden gibt, man der Welt weißmachen kann, dass es niemanden gibt, mit dem man über einen palästinensischen Staat sprechen kann. Nehmen wir an, wir würden mit der palästinensischen Autonomiebehörde reden: Die Hamas in Gaza würde das niemals akzeptieren und umgekehrt. Deshalb wollten sie dieses Spalten und Herrschen.

Zweitens, und das führt uns zu den eigentlichen Taten von Netanyahu   – nicht nur zu seinen Aussagen, die Hamas sei als fanatische Organisation bekannt. Wenn man sie also stärkt, kann man feststellen, dass es niemanden gibt, mit dem man verhandeln kann: Schauen Sie sich die Hamas an. Schauen Sie sich die Situation an. Sie sind Fanatiker. Es gibt niemanden, mit dem man verhandeln kann, niemanden mit dem man reden kann.

Netanyahu hat also als Premierminister über viele Jahre hinweg kontinuierlich riesige Geldbeträge, Dollar, aus Qatar an die Hamas überwiesen. Jeder weiß das. Niemand leugnet es. Netanyahu streitet es nicht ab. Das war die Politik. Sie wollten eine starke Hamas und jetzt büßen wir dafür.

Übrigens: Vor 30 Jahren und mehr, als Rabin Premierminister oder Verteidigungsminister unter Scharmir war   – ich weiß es nicht mehr genau   – warnte Daniel Kurtzer, der später Botschafter der Vereinigten Staaten in Ägypten und danach in Israel war, Israel vor 30 Jahren und mehr. Er sagte: „Weil Israel damals die Hamas unterstützt, Israel kämpfte. Es kämpfte wie jede kolonialistische Macht, dass sie die Besatzung fortsetzen und verwalten werden, wenn sie die Alternative zur nationalen Organisation, die PLO, stärken.“ Das ist ein Schlüsselbegriff: Die Besatzung zu verwalten, anstatt sie zu bewältigen oder zu beenden, was die meisten Israelis und die Welt in die Irre geführt hat, wie wir kürzlich gesehen haben.

Schon vor 30 Jahren hat Daniel Kurtzer die israelische Regierung gewarnt, dass sie einen schrecklichen Fehler begeht, und dass alle einen hohen Preis dafür zahlen werden. Leider hatte er Recht, auch wenn ich sagen muss, dass die Vereinigten Staaten einen großen Teil der Verantwortung dafür tragen, auch wenn er es als amerikanische Offizieller ausgesprochen hat.

Wie auch immer: Das ist die Politik dieser Regierung und der anderen Regierungen von Netanyahu: Die Stärkung der Hamas in Gaza, die Schwächung der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland, die Verwaltung der Besatzung und die Verschärfung der Besatzung.

Wenn ich noch einen Satz hinzufügen darf: Unter dieser Regierung   – auch wenn es bereits in der vorherigen Regierung begonnen hat   – aber unter dieser Regierung gibt es eine andauernde   – vor dem Massaker, jetzt ist es schlimmer   – ethnische Säuberung der Palästinenser im Westjordanland. Ich meine, wer führt diese ethnische Säuberung praktisch durch? Die Siedler. Sie dürfen tun, was sie wollen. Sie sind bewaffnet.

Nach internationalem Recht leben sie in illegalen Siedlungen und viele von ihnen, die schlimmsten von ihnen, leben in sogenannten illegalen Außenposten, die sogar nach israelischem Recht illegal sind. Aber diese Regierung hat dem Militär befohlen, diese Außenposten nicht anzugreifen. Tatsächlich verstößt die israelische Regierung also täglich gegen das Gesetz.

Ich habe persönlich zwei Hirtengemeinschaften im Westjordanland und im Jordantal nur eine Woche vor dem Massaker besucht und ich traf dort gute Menschen, hart arbeitende Menschen, die nie jemandem etwas zu Leide getan haben, die an einem normalen Leben ohne Besatzung, ohne Verfolgung, ohne Belästigung durch die Siedler oder die Besatzungstruppen interessiert sind, unter deren Schirmherrschaft die Siedler agieren und ihre Verbrechen begehen. Und ich habe Gemeinden gesehen… Vier Gemeinden wurden damals wegen dieser Pogrome und Schikanen der Siedler von ihrem Land vertrieben. Bösartige, rassistische, bewaffnete Siedler unter der Schirmherrschaft der Besatzungstruppen. Und jetzt sind es bereits, wenn ich mich richtig erinnere, 14 oder 16 Gemeinden, die vertrieben wurden. Wir sprechen hier von einem Gebiet, das doppelt so groß ist wie Tel Aviv und das ethnisch gesäubert wurde.

Wo ist die Welt? Wo ist Deutschland? Deutschland trägt Schuld und zwar zu Recht für das, was es vor 90 Jahren den Juden einschließlich meiner Familie angetan hat. Aber sie werden in 90 Jahren bereuen, dass sie das Gleiche… Nicht das Gleiche getan, aber zugelassen haben. Sie haben Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Palästinensern zugelassen. Dann wird es zu spät sein. Sie haben die Verantwortung, das jetzt zu stoppen! Sie können es!

Zain Raza:

Werfen wir einen Blick auf einige der jüngsten Entwicklungen in diesem Konflikt. Am 7. Oktober, dem Tag an dem die Hamas und der Islamische Dschihad einen Überraschungsangriff auf Israel verübten, nahmen sie rund 239 Geiseln, darunter Militärangehörige, Zivilisten und ausländische Staatsangehörige. Nachdem die israelische Regierung zunächst einen Waffenstillstand für ein Geiselabkommen abgelehnt hatte, stimmte sie gestern einem Abkommen mit der Hamas zu. Die Hamas erklärte sich bereit, 50 Frauen und Kinder für einen viertägigen Waffenstillstand freizulassen, während Israel ankündigte, 150 palästinensische Frauen und Kinder aus israelischen Gefängnissen freizulassen, die manche nicht als Gefangene, sondern als Geiseln bezeichnen, und außerdem Hunderte von Lastwagen mit humanitärer Hilfe, Medikamenten, Treibstoff und vielen anderen Güter in den Gasastreifen zuzulassen. Auch die Hisbollah kündigte an, sich dem Waffenstillstand anzuschließen, der heute in Kraft getreten ist.

Dies ist eine zweiteilige Frage. Erstens: Welche Bedeutung hat diese Entwicklung? Und zweitens: Warum hat es so lange gedauert, bis Israel eine Vereinbarung mit der Hamas getroffen hat?

Dr. Ofer Cassif:

Ich beginne mit der zweiten Frage. Zunächst ist es ganz natürlich, dass Verhandlungen   – egal mit wem   – normalerweise ihre Zeit brauchen. Aber es gibt noch einen anderen Punkt, den ich ansprechen möchte. Nämlich, und das geht auf meine Aussage am Anfang unseres Gesprächs zurück, dass Netanyahu nur seinem eigenen Wohlergehen interessiert ist und nicht mehr. Netanyahu war gegen diese Art von Deal. Ich mag den Begriff Deal nicht, aber ich benutze ihn, weil ich im Moment keinen besseren finden kann. Der Grund, warum ich den Begriff Deal nicht mag ist, dass ich denke, dass Menschen, menschliche Wesen, nicht als Ware bezeichnet oder betrachtet werden sollten und wenn wir über Deals sprechen, scheint es, als würden wir sie als Ware bezeichnen, was ich wirklich verabscheue. Aber ich werde ihn unseres Gesprächs zuliebe verwenden. Es war mir jedoch wichtig, diese Vorbehalte zu äußern.

Netanyahu war anfangs jedenfalls nicht interessiert und lehnte das Abkommen ab, weil ihm das Wohlergehen und das Leben der Geiseln gleichgültig sind. Es ist ihm egal. Solange er der Ansicht war, dass die israelische Öffentlichkeit ein solches Abkommen nicht unterstützt, wollte er es auch nicht umsetzen. Als er zu begreifen begann, infolge der Umfragen, der Demonstrationen, der Treffen, die nicht nur hilfreich, sondern abstoßend waren   – abstoßende Treffen mit den Familien der Geiseln und ich sage abstoßend aufgrund der Haltung von Netanyahu und einigen anderen Ministern, die sich den armen Familien der Geiseln gegenüber so erniedrigend und unmenschlich verhielten. Sie gehen durch die Hölle und Netanyahu und seine Handlanger haben noch mehr Feuer in dieses Inferno gebracht.

Sobald Netanyahu also dachte oder zu verstehen begann, dass die Mehrheit in Israel ein solches Abkommen unterstützt, änderte er seine Meinung wieder, da er nur an seinem eigenen Wohl interessiert ist. Aber das brauchte Zeit. Dies ist ein Aspekt dessen, warum es so lange gedauert hat bis dieses Abkommen zustande kam.

Es gibt viele Faktoren hinter den Kulissen, die wir nicht kennen. Ich schätze, das ist ein Grund für die lange Verzögerung. Wie ich bereits sagte, sind die Verhandlungen, von denen es überall zahlreiche gibt, implizit. Das heißt, wir wissen nicht was genau hinter den Kulissen vor sich geht. Ich bin sicher, dass die Hamas einen großen Teil der Verantwortung für die Dauer der Verhandlungen trägt ohne die Geiseln freizulassen. Aber, wie ich schon sagte, in Bezug auf Israel, die israelische Regierung, ist die Dauer vor allem auf die Interessen der Beteiligten zurückzuführen, in erster Linie Netanyahu. Aber nicht ausschließlich. Die alte Bande, die sich Regierung Israels nennt, hat ihre eigenen engstirnigen Interessen, die wiederum nicht die Sicherheit und nicht das Wohlergehen der Israelis im Allgemeinen und der Geiseln im Besonderen sind.

Das ist der Grund, warum es meiner Meinung nach so lange gedauert hat.

Zain Raza:

Am 19. November erklärte der israelische Finanzminister Bezalel Smotric und ich zitiere ihn hier: „Ich begrüße die Initiative der freiwilligen Migration von Arabern aus dem Gazastreifen in Länder in aller Welt. Dies ist die richtige humanitäre Lösung für die Bewohner des Gazastreifens und der gesamten Region nach 75 Jahren der Flüchtlinge, der Armut und der Gefahr. Der Staat Israel wird die Existenz einer unabhängigen Entität im Gazastreifen nicht länger akzeptieren können.“

Was meinen Sie, was Israel angesichts dieser Aussage vorhat? Wohin werden 2,2 Millionen palästinensische Zivilisten übersiedeln?

Dr. Ofer Cassif:

Zu Beginn unserer Unterhaltung sprachen wir über meine Suspendierung. Übrigens wurde in der Zwischenzeit ein anderes Mitglied meiner Partei, der Kommunistischen Partei und Mitglied der Knesset, Aida Touma-Suleiman, meine Freundin, ebenfalls für zwei Monate suspendiert, wie ich, weil sie zu einer Feuerpause aufgerufen hatte, weil sie die israelische Regierung der Kriegsverbrechen und der Massaker beschuldigt hatte. Das zeigt, dass die Verfolgung viele sozusagen gewöhnliche Menschen, aber auch Mitglieder der Knesset betrifft. Dies ist ein Teil des diktatorischen Prozesses, den Israel durchläuft, ich erwähnte es, aber weil es in Israel völlig legitim ist, die Beseitigung der Palästinenser zu fordern. Minister und Mitglieder der Knesset und Rabbiner und natürlich wieder „das einfache Volk“ fordern die Beseitigung der Palästinenser in Gaza. Der stellvertretende Sprecher der Knesset hat sogar vor ein paar Tagen getwittert, er rufe dazu auf, Gaza niederzubrennen.

Das ist Nazi-Vokabular. Sie können tun, was sie wollen. Sie machen einfach weiter. Im öffentlichen Diskurs in Israel ist das legitim. Der Geheimdienst, auf den sie sich beziehen, hat ein Dokument veröffentlicht   – es ist deklassifiziert, wir können frei darüber sprechen   –, das vor ein paar Wochen um die Welt ging und einen detaillierten Plan zur Vertreibung, zum Transfer, zur ethnischen Säuberung des Gazastreifens von der einheimischen palästinensischen Bevölkerung enthält.

Und es geht weiter. Die Welt sagt dazu nichts. Erst vor ein paar Wochen rief ein Minister dazu auf, eine Atombombe auf Gaza abzuwerfen. Solche Äußerungen hört man von Ministern und Mitgliedern der Knesset, von Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und von Prominenten sozusagen ununterbrochen. Ich habe also wirklich Angst, dass so etwas wahr werden könnte, wenn die internationale Gemeinschaft nicht eingreift und diesem Wahnsinn Einhalt gebietet. Es könnte passieren.

Schauen Sie sich das Geschehen an. Das Massaker in Gaza geht weiter. Nach den Informationen, die ich habe   – und ich möchte hier sehr vorsichtig sein, weil sie vielleicht nicht exakt sind, aber ich denke, das allgemeine Bild ist mehr oder weniger ähnlich   – gibt es derzeit etwa 14.000 Tote im Gazastreifen, die große Mehrheit, mehr als 70%, sind unschuldige Zivilisten. Mehr als 5000 Kinder. Den Menschen, die noch am Leben sind, geht das Wasser aus, wenn es überhaupt welches gibt, ebenso wie Lebensmittel und Medikamente. Nach dem, was vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde, ist derzeit kein Krankenhaus in Betrieb. Alle Krankenhäuser im Gazastreifen wurden entweder vollständig bombardiert oder sind einfach außer Betrieb und können keine Behandlungen durchführen.

Bereits vor einigen Wochen hörten und lasen wir von Operationen, die im Schein von Mobiltelefonen stattfanden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn Israel also solche Verbrechen begehen kann, warum kann es dann nicht mit dem Plan der ethnischen Säuberung fortfahren?

Ich appelliere daher an die internationale Gemeinschaft und insbesondere an die deutsche Regierung, etwas dagegen zu unternehmen. Und ich muss betonen, dass es sich dabei in erster Linie um ein humanistisches Recht handelt. Ich betrachte mich als Humanist in dem Sinne, dass ich das Leben und das Wohlergehen aller Menschen als vorrangigen Wert betrachte. Ich interessiere mich nicht für die Herkunft eines Menschen, weder für sein Geschlecht noch für seine politischen Überzeugungen, seine Religion oder was auch immer oder seine Nationalität. Für mich ist der Mensch der entscheidende Wert, der höchste Wert.

Mein Appell ist also in erster Linie humanistisch und in erster Linie Ausdruck einer humanistischen Gesinnung. Aber es ist auch ein israelischer Appell und ein jüdischer Appell. Denn meiner Meinung nach liegt dies auch im Interesse der Israelis und Israels. Natürlich liegt dies auch im Interesse der Palästinenser und, wie ich eingangs sagte, ist es im Interesse aller, die sich als Humanisten verstehen.

Aber es ist auch im Interesse Israels. Jeder, der Israel vor der israelischen Regierung bewahren will, sollte alle Anstrengungen unternehmen, um nicht nur dieses schreckliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Umsiedlung, zu verhindern, sondern auch um einen echten Waffenstillstand zu erreichen. Nicht nur eine Pause. Ein vollständiger Waffenstillstand. Ein Rückzug aller israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen und zum Wohle beider Völker die Einleitung eines echten Prozesses zur Beendigung der Besatzung und zum Erreichen eines gerechten Friedens.

Dies liegt im Interesse aller Beteiligten, der Palästinenser und der Israelis, der Araber und der Juden, aller! Unternehmen Sie etwas!

Zain Raza:

Wie schätzen Sie die langfristigen Auswirkungen auf Israel ein, sollte dieser Krieg fortgesetzt werden, denn laut Benjamin Netanyahu könnte dieser Krieg Jahre dauern. Was werden die Auswirkungen auf Israel sein   – innenpolitisch und international   – und wird der Staat Israel in der Lage sein, all die Schwierigkeiten zu überwinden, die damit verbunden sind?

Dr. Ofer Cassif:

Wir alle erinnern uns an die Ereignisse von 1982, als Israel in den Libanon einmarschierte und dort fast 20 Jahre lang blieb. Die Zahl der Todesopfer war entsetzlich   – natürlich unter den Libanesen, aber auch unter den israelischen Soldaten, die dort während der 20 Jahre fast täglich ums Leben kamen. Und schließlich musste sich Israel aus dem Libanon zurückziehen. Es spielt im Moment keine Rolle, ob es zu spät oder nicht genug war. Darauf beziehe ich mich nicht. Aber ich fürchte, dass dies ein ähnliches Szenario sein könnte.

Wir könnten in Gaza in ein ähnliches schreckliches Szenario geraten, denn es gibt dieses Klischee, wonach man zwar weiß, wie man in einen Krieg eintritt, aber nie weiß, wie man ihn wieder beendet. Vielleicht ist es ein Klischee, aber das macht es nicht zu einer unzutreffenden Aussage. Selbst wenn ich also aus der Sicht der israelischen Armee und der israelischen Regierung denke   – und natürlich bin ich Israeli und interessiere mich für das Wohlergehen meiner Landsleute, meines Staates und meines Landes   – so ist es abgesehen von den Verbrechen, die damit verbunden sind, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenüber den Palästinensern im Gazastreifen, auch furchtbar gefährlich für Israel und die Israelis, jetzt auch wirtschaftlich.

Wir sehen bereits die Risse und sehen bereits die Krise, die Wirtschaftskrise, die auf uns zukommt und vor allem, wenn wir uns auf die wirtschaftliche Meinung dieser Regierung beziehen, die ebenfalls extrem rechtslastig ist. Diese Regierung ist nicht nur, wie ich schon sagte, eine faschistische Regierung, eine rechte Regierung gegenüber den Palästinensern oder den Bürgerrechten und so weiter oder in ihren antidemokratischen Aktivitäten. Sie ist auch extrem rechts, was die sozialen und wirtschaftlichen Fragen betrifft. Sie können sehen, dass insbesondere Smotrich als Finanzminister nichts von Wirtschaft versteht. Das sagen sogar die Fachleute im Ministerium. Aber lassen wir das mal beiseite.

Natürlich wird die Investition wirtschaftlich gesehen, die Investition in diesen Krieg, in die Rüstung und so weiter, ihren Preis haben. Es ist bereits der Fall. Wer bezahlt als erster? Wer wird den Preis dafür zahlen? Die schwächsten Klassen: Frauen, arabische Bürger, die sogenannte Peripherie, orientalische Juden, Arbeiter, die Arbeiterklasse, kleine Unternehmen. Sie werden den größten Preis dafür zahlen. Das wird den Siedlern nicht schaden. Es wird den Ultramillionären, Netanyahu und seiner Familie oder einigen seiner Minister, die unermesslich reich sind, nicht schaden. Es wird den Bedürftigsten großen Schaden zufügen.

Und dazu gehört, soweit ich mich erinnere, eine Million Flüchtlinge in Israel. Vergessen wir nicht, dass neben der schrecklichen Frage der Flüchtlinge im Gazastreifen und im Westjordanland angesichts des Massakers der Hamas und dessen Folgen etwa 200.000 Israelis jetzt Flüchtlinge sind, weil sie nicht in ihre Häuser und Heimatstädte oder Dörfer im Süden Israels zurückkehren können. Und auch im Norden gibt es Tausende und aber Tausende von Flüchtlingen, die von dort vertrieben wurden. Sie mussten aufgrund der Konfrontation mit der Hisbollah aus ihren Häusern fliehen. Wer wird dafür bezahlen?

Im Moment ist der Staat übrigens verschwunden. Der Staat ist regungslos. Der Haushalt und das Verhalten der Regierung kommen den Siedlern und den Ultraorthodoxen zugute. Aber diejenigen, die auf die Unterstützung des Staates angewiesen sind, insbesondere die Flüchtlinge, von denen ich spreche, bekommen nichts oder fast nichts. Solange der Krieg andauert werden sie zusätzlich zu den bereits angeführten Punkten keine Unterstützung vom Staat erhalten. Das wird zu einem totalen Zusammenbruch der israelischen Gesellschaft führen und ich möchte nicht, dass das passiert.

Ich werde sehr oft von den Rechten in Israel beschuldigt, anti-israelisch zu sein. Ich bin nicht anti-israelisch. Meines Erachtens hat sich unsere Meinung, die wir seit langem vertreten, als richtig erwiesen. Das ist die eine Sache. Und zweitens: Alles, was wir ablehnen oder unterstützen geschieht zum Wohle der Israelis und das ist Bestandteil der gegenwärtigen Situation. Die Regierung ist ein Feind des israelischen Staates und des israelischen Volkes, weil sie alles tut, um ihnen zu schaden, um die große Mehrheit der Israelis auf dem Altar des Fanatismus, des Messianismus und der Bigotterie zu opfern.

Zain Raza:

Zu meiner letzten Frage: Wir haben beobachtet, dass westliche Medien, vor allem in Deutschland, wenn sie Experten einladen, um über Gaza und Israel zu berichten, meist Stimmen zu Wort kommen lassen, die Israels Angriff auf Gaza unterstützen. Egal, ob es sich um Analysten, Politiker oder Angehörige der israelischen Armee handelt. Welche Erfahrungen haben sie erstens mit den Medien in Israel gemacht? Und zweitens: hat sie bisher irgendeine führende Medieninstitution aus Deutschland, den USA oder dem Vereinigten Königreich eingeladen, um ihre Sichtweise darzulegen?

Dr. Ofer Cassif:

Was die zweite Frage betrifft, so hat mich niemand von den sogenannten konventionellen Leitmedien eingeladen, in Europa meine ich. In den Vereinigten Staaten wurde ich interviewt. Ich wurde von CNN und Al Jazeera, BBC, Russia Today und einigen Podcasts und so weiter interviewt. Von anderen Leitmedien wurde ich nicht interviewt.

In Deutschland sind Sie der erste, der mich tatsächlich interviewt.

Und was die erste Frage betrifft, so habe ich schon einmal gesagt, dass ich dies vor allem für antidemokratisch halte. Denn eine wirklich demokratische Gesellschaft   – ich möchte nicht einmal Staat sagen. Ein Staat ist ein spezifischer Apparat. Die Gesellschaft ist etwas umfassenderes. Sie schließt den Staat als Apparat der Institutionen ein, aber sie schließt die Öffentlichkeit und mehr, sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und so weiter ein. Eine demokratische Gesellschaft ist nicht nur eine Gesellschaft, in der der Staat, in dem es Wahlen gibt und natürlich Grundfreiheiten und so weiter. Aber es muss Pluralismus geben. Und Pluralismus bedeutet, dass es Debatten geben muss. Das ist meiner Meinung nach natürlich eine wichtige Angelegenheit und natürlich gibt es Spielräume oder Grenzen. Ich denke z.B., dass Rassisten oder Chauvinisten nicht die Möglichkeit haben sollten, ihre bösartigen kranken Ansichten zu äußern. Aber abgesehen davon denke ich, dass jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat, aber auch das Recht, mit Alternativen in Berührung zu kommen. Wie können wir uns sonst wirklich ernsthaft und vernünftig eine eigene Meinung bilden? Wir sollen uns als rationale Wesen unsere Meinung auf der Grundlage von Wissen oder Informationen bilden und wenn ein Teil der Informationen blockiert wird, vor allem wenn sie vom Markt oder Staatsapparat blockiert werden, dann erreichen wir etwas, das eine deutsche Wissenschaftlerin mit dem Titel „Die Spirale des Schweigens“ veröffentlicht hat, Elisabeth Nölle Neumann. Ich glaube, es war in den frühen 70ern, als sie diesen Text veröffentlichte, in dem sie ausführlich erklärte, wie die Medien die öffentliche Meinung nicht nur widerspiegeln, sondern auch formen.

Es ist also antidemokratisch, was sie vorhin erwähnten und ich bin mir dessen bewusst. Ich bemängelte, dass sogar die Linken und die Linke z.B. für ein Verbot der BDS stimmten. Es spielt keine Rolle, was ich über BDS denke. Ich mag ihr zustimmen, ich mag sie ablehnen. Aber sie haben das Recht, sich zu äußern. Jetzt ist es illegal und die Linke hat das sogar unterstützt. Das ist eine Schande… Keine Schande, sondern viel mehr antidemokratisch und ungeheuerlich. Stimmen wie meine   – und es gibt Tausende solcher Stimmen in Israel und auch Tausende von Juden, nicht nur arabische Bürger   – und diese Stimmen sollten gehört werden. Sie müssen gehört werden.

Wir haben mit der Verfolgung von Menschen wie mir in Israel begonnen und wir enden mit der Verfolgung von Menschen wie wie mir in Deutschland. Und ich möchte das noch einmal sagen: Die deutsche Gesellschaft, insbesondere die deutsche Regierung, trägt eine große Schuld an dem Blutbad, den verbrecherischen Greueltaten und den Massakern, die während des Holocausts begangen wurden. Und sie sollten Schuldgefühle haben. Sie müssen dafür bezahlen. Aber das kann nicht auf Kosten anderer Menschen geschehen. Sie unterstützen nicht und sie drücken ihre Schuld nicht aus und sie büßen nicht dafür, diese Personen, indem sie ihren Opfern erlauben, andere zu Opfern zu machen. Das werden sie in der Zukunft ebenfalls bereuen. Sie haben jetzt die Chance, damit aufzuhören und das zu ändern.

Und ich betone das auch im Interesse der Israelis. Denn es ist kein Nullsummenspiel, bei dem Israel gewinnt und die Palästinenser verlieren oder umgekehrt. Nein! Es ist entweder eine Win-Win- oder eine Lose-Lose-Situation. Entweder gewinnen beide, Palästinenser und Israelis, oder beide verlieren. Und das ist es, was ich von der deutschen Regierung erwarte, unabhängig davon, wer in der Regierung sitzt, das sie das versteht und entsprechend handelt.

Zain Raza:

Dr. Ofer Cassif, israelischer Politiker und Mitglied der Knesset, vielen Dank für Ihre Zeit heute.

Dr. Ofer Cassif:

Vielen Dank und alles Gute.

Quelle: https://www.youtube.com/@acTVismMunich


Anhang

Nachtrag zu Israel-Hamas, die deutsche Verantwortung

Ich habe die Knesset vor zwei Stunden verlassen und werde zwei Monate lang nicht in der Lage sein, meine Gefühle, meine Meinung im Plenum oder in den Ausschüssen zu äußern, weil die Ethik-Kommission der Knesset beschlossen hat, mich daran zu hindern. In der einzigen Demokratie im Nahen Osten darf ein Parlamentarier, der fast 20 % der Bürger Israels vertritt, nicht das Wort ergreifen. Und warum ist das so? Weil ich Fragen über den Krieg aufgeworfen habe. Weil ich in erster Linie gegen den Krieg und die Verletzung von Zivilisten auf beiden Seiten bin. Wenn Sie sich erinnern: Als ich vor zwei Wochen protestierte und über die Kinder auf beiden Seiten der Grenze hier in Israel und in Gaza sprach, wurde mir im selben Parlament gesagt, dass es keine Gleichheit, keine Symmetrie zwischen den Kindern gibt und dass die Kinder in Gaza sich das selbst zuzuschreiben haben. Es sieht also so aus, als hätte diese Ethik-Kommission beschlossen, dass ich entweder genau das sage, was sie von mir hören wollen, oder dass ich schweige. Die Stimme, die Anti-Kriegs-Stimme, wird jetzt für zwei Monate zum Schweigen gebracht. Ich verspreche Ihnen, dass meine Werte und meine Meinung Gehör finden werden. Niemand kann mich zum Schweigen bringen, und ich werde weiter für den Frieden kämpfen.

 

Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=4761&mailid=2022


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.11.2023

Ema enthüllt „schockierende Fakten“: War die Corona-Impfkampagne berechtigt?

berliner-zeitung.de, 26.11.2023 | 14:21 Uhr, Franz Becchi

Ein neuer Brief der Europäischen Arzneimittel-Agentur sorgt für Aufregung: Wussten die Regierungen von Anfang an, dass die Impfung die Übertragung nicht verhindert?


Die Europäische Arzneimittel-Agentur nimmt Stellung zu den Corona-Impfstoffen: War die massive Impfkampagne angebracht?dts Nachrichtenagentur/Imago


Ein Brief der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema), der sich auf die Corona-Impfungen bezieht, sorgt für Unruhe. Es handelt sich um eine Antwort auf die Anfrage mehrerer Abgeordneter des EU-Parlaments Anfang Oktober bezüglich der mRNA-Impfstoffe. Der Brief wurde erst Ende November online veröffentlicht.

In einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Straßburg stellte der niederländische Europaparlamentarier Marcel de Graaff (fraktionslos) mit vier weiteren Kollegen die Antworten der Behörde vor. Die Enthüllungen seien „schockierende Fakten“, so de Graaff.


Video  https://youtu.be/GTftKxWcqpk Dauer 4:33 min


Andere Verfasser der Anfrage sind Gilbert Collard, Francesca Donato, Joachim Kuhs, Mislav Kolakušić, Virginie Joron, Ivan Vilibor Sinčić und Bernhard Zimniok. Die Gruppe hatte die Ema mit verschiedenen Fragen konfrontiert, die von der Notfallzulassung der Corona-Impfstoffe bis zu deren Wirkungen und Nebenwirkungen reichten. Die Antworten wurden von der irischen Pharmazeutin Emer Cooke verfasst, die seit November 2020 Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur in Amsterdam ist.


Ema: „Impfstoffe können Übertragung nicht verhindern“

Die Antwort verdeutlicht, dass die Zulassung der Covid-19-Impfung darauf abzielte, Einzelne zu immunisieren, jedoch nicht darauf ausgerichtet war, die Infektionsübertragung in der Gesamtbevölkerung zu kontrollieren. Die Impfstoffe würden „nur Geimpfte schützen“, heißt es. Laut Ema gab es im Zulassungsverfahren „einen Mangel an Daten zur Ansteckungsgefahr“ nach einer Impfung. Es habe keinerlei Belege dafür gegeben, dass die Impfstoffe eine Infektion verhinderten.

Sämtliche Impfkampagnen, die in mehreren EU-Ländern durchgeführt wurden und die Botschaft verbreiteten, dass man mit der Impfung auch die anderen schützen würde, seien somit unberechtigt und irreführend gewesen, sagt de Graaff. Die Impfung hätte lediglich bei Risikopersonen angewandt werden sollen, so seine Auffassung. „Alle Sicherheitsinformationen sollten sorgfältig geprüft werden, bevor eine Impfung empfohlen oder verabreicht wird“, meint wiederum die Ema in dem Schreiben rückblickend.

Laut de Graaff sei eine Corona-Impfung bei der Bevölkerung unter 60 Jahren demnach in sehr seltenen Fällen angebracht gewesen. Jeder Fall hätte einzeln geprüft werden sollen, mit einer eventuellen Empfehlung des Arztes. Bei der Impfung musste jedoch lediglich ein Einwilligungsbogen unterschrieben werden, davor musste keine ärztliche Prüfung erfolgen.


Ema erwartet „viele Berichte über Nebenwirkungen“ durch die Corona-Impfungen

Einen Neuigkeitswert enthält die Antwort der Ema auch in Bezug auf die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe. „Da ein großer Teil der Bevölkerung die Impfungen erhalten hat, rechnen wir mit vielen Berichten von Nebenwirkungen, die während oder kurz nach der Impfung aufgetreten sind“, heißt es im Schreiben. Ob diese wegen der Impfung stattgefunden hätten oder zufällig seien, sei aber unklar. Dann heißt es aber weiter etwas konkreter: „Die meisten Nebenwirkungen sind leicht, obwohl auch schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten können. Man muss das Risiko einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung, Anm. d. Red.) und Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels, Anm. d. Red.) beachten, Nebenwirkungen, die von der Ema bewertet und in der Produktinformation beschrieben wurden.“

Über das Ausmaß und die genaue Schwere der Nebenwirkungen verrät der Brief allerdings nichts. De Graaff schlussfolgert: Das Leben von Menschen sei gefährdet worden. „Die Impfkampagne sollte so schnell wie möglich gestoppt werden, da die Impfung einfach nicht sicher ist“, so der Europaparlamentarier.


Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/corona-impfungen-ema-enthuellt-schockierende-fakten-war-die-impfkampagne-berechtigt-li.2162526


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



Weiteres:




Info: https://www.ema.europa.eu/en/documents/other/letter-members-parliament_.pdf




Weiteres:




Shocking! Nov 2023.Press conference European Parliament about the experimental COVID MRNA injections


youtube.com, 21.11.2023

In einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Straßburg stellte der niederländische Europaparlamentarier Marcel de Graaff (fraktionslos) mit vier weiteren Kollegen die Antworten der Behörde vor. Die Enthüllungen seien „schockierende Fakten“, so de Graaff.

Video  https://youtu.be/GTftKxWcqpk Dauer 4:33 min

Audio : Dutch

Subtitles : English - credits Potkaars


Breaking News about the experimental injections: Watch the press conference that was held at the European Parliament in Strasbourg.


At this press conference, Marcel de Graaff @MJRLdeGraaff

 (FVD MEP), Joachim Kuhs (AfD MEP), Willem Engel @dancalegria

 @willem_engel

 (WillDoFreedom/ pharmacologist), Vibeke Manniche (physician) and Max Smeling (statistician) discussed the shocking revelations contained in the letter from the European Medicines Agency (EMA). This letter came in response to a request by Marcel de Graaff and Joachim Kuhs for the immediate suspension of authorisations for Covid-19 vaccines.

                  _ _____ _


Breaking News over de experimentele injecties: Bekijk de persconferentie die werd gehouden in het Europees Parlement in Straatsburg.


Op deze persconferentie Marcel de Graaff @MJRLdeGraaff

  (FVD-Europarlementariër), Joachim Kuhs (AfD-Europarlementariër), Willem Engel @dancalegria

  @willem_engel

  (WillDoFreedom/farmacoloog), Vibeke Manniche (arts) en Max Smeling (statisticus) bespraken de schokkende onthullingen in de brief van het Europees Geneesmiddelenbureau (EMA). Deze brief kwam naar aanleiding van een verzoek van Marcel de Graaff en Joachim Kuhs tot onmiddellijke opschorting van de vergunningen voor Covid-19-vaccins.

28.11.2023

Neopresse Aktuell

aus e-mail von <redaktion.aktuell@neopresse.com>, 28. November 2023, 9:04 Uhr


Daten der Deutschen Heizungsindustrie (BDH): Öl und Gas wieder auf dem Weg nach vorne

Der "Hochlauf von Wärmepumpen", von dem in Regierungserklärungen oft genug die Rede ist, stockt derzeit. Derzeit werden Wärmepumpen wieder unbeliebter, geht aus Daten des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervor. Der Markt wachse langsamer als davor. Die mit fossilen Energieträgern betriebenen Systeme, also Öl- und Gasheizungen, würden nun wieder beliebter. Drittes Quartal: Wärmepumpen im Neuverkauf 26 %, Gasheizungen bei 63 %: Das Datenmaterial spiegelt [...]

Hier weiterlesen...

 

Boris Johnson zur Ukraine: Kämpft weiter!


Der frühere britische Premier Boris Johnson ist offenbar schon wenige Wochen nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine einer der Treiber beim Scheitern sogenannter Friedensgespräche oder eines Friedensabkommens gewesen. So jedenfalls behauptet es Dawyd Arachamija, der Fraktionsvorsitzender der "Diener des Volkes" ist - jener Partei, der auch Wolodymyr Selenskyj angehört. Arachamija war selbst der Chefunterhändler für die Friedensgespräche (die so bezeichnet werden). [...]

Hier weiterlesen...


Deutschland News Ticker (aktuell)


Fundstücke aus den Medien in Deutschland über den Bundestag, die Parteien, die Wirtschaft und aus dem Ausland 28.11.2023 Wärmepumpen-Anträge brechen ein: Zwei Drittel der Hausbesitzer wollen nicht sanieren Abwanderung der Leistungsträger – das Hauptproblem Deutschlands? Mehrheit [...]

Hier weiterlesen...

 

USA - News Ticker (aktuell)


NEWS-TICKER USA 28.11.2023 Richter blockiert Versuch von Trump, Dokumente vom 6. Januar vorzubringen (...) In einer im Oktober eingereichten Akte von Trump wurde die umstrittene Behauptung wiederholt, dass der ehemalige Sonderausschuss des Repräsentantenhauses, der die Unruhen vom 6. Januar untersuchte, es versäumt habe, alle von ihm gesammelten Beweise herauszugeben. Trump versuchte, den Abgeordneten Bennie Thompson (D-Miss.), der das neunköpfige Gremium leitete, sowie mehrere andere Regierungsbeamte wegen „fehlender [...]

Hier weiterlesen...

 

Wenn Wärmepumpen und E-Autos das Netz überlasten, können Verbraucher abgeschaltet werden


Die Niederspannungsnetze in Deutschland sollen für eine "größere Zahl an Wärmepumpen und E-Auto-Ladestationen nicht ausgelegt" sein, heißt es. Demnächst würde möglicherweise die Überlastung drohen. Dann können auf Basis der neuen Regelungen der Bundesnetzagentur jetzt Verbraucher abgeschaltet werden. Davon soll der "reguläre Haushaltsstrom nicht betroffen sein", heißt es. Die neuen Regelungen: Stromnetzbetreiber können Strombezug "zeitweise einschränken": Die [...]

Hier weiterlesen...

 

Neuwahlen! Söder fordert schon 2024 die nächsten Bundestagswahlen


Die Opposition der Union sieht offenbar zumindest in Teilen nun die Chance auf Neuwahlen. Zumindest fordert der Vorsitzende der CSU, Markus Söder, vehement Neuwahlen und regt sogar einen Termin an. Diese könnten am 9. Juni 2024 stattfinden. Dann kommt es ohnehin zur Wahl des EU-Parlamentes. Die Ampel-Regierung, so forderte Söder, soll die Vertrauensfrage stellen - und dies nicht im Parlament (wo, d. Red., die Ampel wahrscheinlich [...]

Hier weiterlesen...

 

Eine Überraschung: Klimaforscher Latif sieht das 1,5-Grad-Ziel als "Fehler"


Landauf, Landab wird über das 1,5-Grad-Ziel gesprochen, das bei der Erwärmung einzuhalten sei. Nun steht die nächste Weltklimakonferenz an. Aus diesem Anlass hat das Magazin Focus den Klimaforscher Latif zur Klimapolitik befragt. Die - wohl weithin - überraschende Aussage: Das 1,5-Grad-Ziel hält der Klimaforscher für einen "großen Fehler". Deutschland muss glaubwürdig bleiben: Tatsächlich fordert er [...]

Hier weiterlesen...


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.11.2023

Wenn Zombies regieren, Berlin soll nicht führen – und Aiwangers Attacke

lostineu.eu, 28. November 2023

Die Watchlist EUropa vom 28. November 2023

Polen hat eine neue Regierung. Doch es ist kein normales Kabinett, das Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Montag in Warschau vorgestellt hat. Es ist ein Übergangs-Kabinett oder eine „Zombie“-Regierung, wie „Politico“ schreibt.

Morawieckis nationalistische PiS-Partei hatte bei der Wahl am 15. Oktober zwar die meisten Stimmen bekommen, verpasste aber die absolute Mehrheit und hat keine Aussicht auf die Bildung einer Koalition.

In spätestens 14 Tagen muss Morawiecki im Parlament die Vertrauensfrage stellen, sein Kabinett wird dann krachend durchfallen. Polnische Medien spotten über die „Zwei-Wochen-Regierung“ und „Morawieckis Krippenspiel“.

Es handelt sich um ein politisches Manöver, um den Amtsantritt des Pro-Europäers Donald Tusk zu verzögern. Parlamentspräsident Holownia rechnet damit, dass dessen Regierung am 11. oder 12. Dezember beginnen könnte.

Weiterlesen unten

News & Updates

  • Geopolitik und Größenwahn in der Ukraine. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Jourova, ist zu Gesprächen in Kiew eingetroffen. Es geht um den geplanten Beitritt der Ukraine zur EU. Dabei ist niemand darauf vorbereitet, schon gar nicht mitten im Krieg. – Meine neue Kolumne im „Makroskop“, Auszug hier
  • Stoltenberg: Kein Nato-Beitritt im Krieg. Die Ukraine werde nach dem Krieg der Nato beitreten, sagte Generalsekretär Stoltenberg vor einem Treffen der Außenminister in Brüssel. Während des Kriege sei dies allerdings unmöglich. Zudem seien noch Reformen nötig. – Das unterscheidet sich wohltuend von der Großsprecherei der EU… – Mehr im „Guardian“
  • Deutsche wollen keine Führungsrolle. Deutschland will in Europa wieder führen. Doch die meisten Bürger lehnen dies ab; sie wollen keine Führungsrolle für Berlin. Einzige Ausnahme: die Ukraine. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Körber-Stiftung. – Mehr im „Spiegel“

Wenn Zombies regieren (Fortsetzung)

Nicht ganz so absurd, aber noch komplizierter ist die Lage in den Niederlanden. Auch dort gibt es eine „Zombie“-Regierung – nämlich die des gescheiterten Premiers Mark Rutte. Sie muss weitermachen, bis eine neue Koalition gefunden ist.

Doch Wahlsieger Geert Wilders tut sich schwer. Ruttes rechtsliberale VVD lehnt eine Zusammenarbeit mit Wilders ab. Und nun ist auch noch der mit der Regierungsbildung beauftragte Sondierer nach Betrugsvorwürfen zurückgetreten.

Beim EU-Gipfel am 15. Dezember könnten die Niederlande daher nicht „sprechfähig“ sein. Auch für Polen wird es knapp. Die geplanten Weichenstellungen zugunsten der Ukraine müssen wohl warten, zumal sich auch noch Ungarn quer stellt.

Und was ist eigentlich mit Kanzler Scholz? Führt der nicht auch eine „Zombie“-Regierung, seit ihm das Bundesverfassungsgericht einen Strich durch die Rechnung gemacht hat? Wie lang kann er sich noch im Amt halten? CSU-Chef Söder fordert schon Neuwahlen…

Fest steht: Die deutsche Budgetkrise erschüttert nicht nur Berlin. Sie wird auch Brüssel treffen – vor allem, wenn es ums Geld geht. Scholz fordert Umschichtungen und Kürzungen – nur die Ukraine soll von der „Zombie“-Krise in der EU verschont bleiben…

Siehe auch „Rien na va plus: Sturmwarnung für Brüssel“

Das Letzte

Aiwanger attackiert Weber. Nach Linken und Grünen hat auch Freie Wähler-Chef Aiwanger den Europawahlkampf eröffnet. Wer den CSU-Spitzenkandidaten Weber wähle, werde wieder die CDU-Politikerin von der Leyen bekommen, sagte Aiwanger auf Twitter / X. Das sei „Wählertäuschung“ – wie 2019, als Weber für die EU-Spitze kandidierte, aber durch von der Leyen ersetzt wurde. In der Tat droht eine Wiederholung. In Brüssel geht man davon aus, dass Weber – der auch die konservative Parteienfamilie EVP führt – von der Leyen offiziell zur Spitzenkandidatin küren wird. Einer Wahl an den Urnen will sich die CDU-Dame aber nicht stellen…

Mehr Newsletter hier

2 Comments

  1. Godfried van Ommering
    28. November 2023 @ 07:30

    „Das unterscheidet sich wohltuend von der Großsprecherei der EU…“ Wohltuend wäre die klare Aussage Stoltenbergs: die Ukraine werde niemals Mitglied der NATO sein. Auf Grund dieser Aussage könnte der Krieg beendet werden. Wohltuend ist an Stoltenbergs Reden nichts; beunruhigend sind sie immer wie die Aussagen und Ankündigungen der EU-Kommission, und hier ist es die Bestätigung der de facto NATO-Mitgliedschaft der Ukraine: nach dem Krieg wird sie offiziell. Der Krieg währt aber gerade wegen dieser Einverleibung der Ukraine in das sogenannte Verteidigungsbündnis.

Reply

  • ebo
    28. November 2023 @ 09:20

    Dummerweise steht die Mitgliedschaft der Nato als Ziel in der ukrainischen Verfassung. Das war schon bei den Verhandlungen im März 2022 ein Problem.
    Entscheidend ist bei der Nato aber der Bündnisfall – und da ist es schon beruhigend, dass dieser während des Kieges ausgeschlossen wird.
    Beunruhigend ist dagegen, dass sich immer mehr Nato-Länder so aufführen, als sei die Ukraine schon Mitglied des Militärbündnisses…

    Reply


Info: https://lostineu.eu/wenn-zombies-regieren-deutsche-wollen-nicht-fuehren-und-aiwanger-gegen-weber


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




EU-Beitritt der Ukraine: Geopolitik und Größenwahn


lostineu.eu, vom 27. November 2023

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Jourova, ist zu Gesprächen in Kiew eingetroffen. Es geht um den geplanten Beitritt der Ukraine zur EU. Dabei ist niemand darauf vorbereitet.

An Warnungen hat es nicht gefehlt. Schon Altkanzler Helmut Schmidt rügte die EU-Kommission für den Versuch, „die Ukraine anzugliedern“. Dies sei „Größenwahn, wir haben dort nichts zu suchen“, erklärte Schmidt 2014. Die Brüsseler Behörde verstehe nichts von Geopolitik.

Auch der frühere EU-Kommissar Günter Verheugen mahnte zu Vorsicht. Eine „fundamentalistische Außenpolitik“ werde die Ukraine und die EU ins Verderben stürzen, sagte er. Und Jean-Claude Juncker, bis 2019 Chef der EU-Kommission, erklärte die Ukraine schlicht für „nicht beitrittsfähig“.

Doch Ursula von der Leyen, Junckers Amtsnachfolgerin, schlägt alle Warnungen in den Wind. Sie empfiehlt die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit der Ukraine und lässt keine Gelegenheit aus, Kiew die Aufnahme zu versprechen. Spätestens 2030 soll es so weit sein.

Damit führt die deutsche Politikerin die EU auf einen gefährlichen Weg. Weder die Ukraine noch die 27 EU-Staaten sind auf die Erweiterung vorbereitet. Die Empfehlung kommt außerdem zur Unzeit: Die ukrainische Gegenoffensive ist verpufft – nun droht ein jahrelanger, verlustreicher Abnutzungskrieg mit Russland.

Dabei war es vor eineinhalb Jahren noch Konsens, dass es im Krieg keine Beitrittsgespräche geben könne. Beim Sondergipfel in Versailles im März 2022, kurz nach Kriegsbeginn, war sogar die EU-Perspektive umstritten. Deutschland und Frankreich standen auf der Bremse.

Damals wusste man noch um die ungeschriebenen Regeln der Erweiterung: Nehme nie ein Land auf, das nicht auf eigenen Beinen steht. Lass die Finger von Staaten, die ungelöste Grenzkonflikte haben. Und vor allem: Keine Verhandlungen im Krieg – denn die EU will Frieden!

Auf dem Westbalkan wurden diese Regeln penibel eingehalten. 20 Jahre nach dem Ende der Balkankriege sitzen Serbien, Kosovo und Albanien immer noch im Wartesaal der EU. Denn sie haben die Kriterien nicht erfüllt – obwohl sie immerhin den Frieden gewonnen haben.

Doch ausgerechnet die Ukraine – das größte, korrupteste und (notgedrungen) auch kriegerischste Land im Osten Europas – bekommt grünes Licht. Warum eigentlich? Und wie soll das gehen?

Weiterlesen im „Makroskop“

8 Comments

  1. Arthur Dent
    28. November 2023 @ 10:58

    @Kleopatra
    Nicht zu vergessen: es gibt auch noch das Cum-Ex- und Masken-Deal- Deutschland, das Katargate- und das undurchsichtige Impfdeal-Europa. Die Bezeichnung „Pro-Europäer“ klingt in meinen Ohren nicht als Auszeichnung, sondern als eine geheuchelte Selbstbeweihräucherung. Die EU ist jetzt schon zu groß und zu heterogen um noch demokratisch zu sein. Sie ist ein liberal-autoritäres Regime, nichts weiter.

Reply

  • Kleopatra
    28. November 2023 @ 09:10

    Schmidt hat viel gesagt, wenn der Tag lang war; berühmt ist auch seine Beschreibung der Sowjetunion als „Obervolta mit Atomraketen“, was auf Russland freilich immer noch passt. Und er hat sich notorisch für kleinere Staaten als Russland bzw. die SU nicht interessiert, daher zum Beispiel die distanzierte Haltung der SPD gegenüber der polnischen Solidarność, insofern ist er für mich keine Person mit Sachkunde.
    Wo nehmen Sie die Gewissheit her, dass die Ukraine das korrupteste Land Europas ist (oder gehören bei Ihnen z.B. Serbien, Russland und Belarus nicht mehr zu Europa)?
    Die – anfänglich m.E. durchaus vorhandene – Bereitschaft Westeuropas, auf Russland Rücksicht zu nehmen, hat letzteres durch seine zahlreichen Kriegsverbrechen (die auch noch vom russischen Staat belobigt wurden – Buča – bzw. mit offener staatlicher Unterstützung durchgeführt werden – Entführung ukrainischer Kinder) selbst zerstört. Seitdem ist klar, dass mit dieser russischen Führung eine friedliche Koexistenz nicht möglich ist. Und damit entfällt jede Basis für Argumente wie das, dass man eine Aufnahme, die als antirussische Geste empfunden werden könnte, vermeiden sollte. Dieses Argument ist ohnehin sehr schwach, denn es gestattet implizit fremden Mächten, aufgrund ihrer Machtinteressen, der EU vorzuschreiben, wen sie als Mitglied aufnehmen darf. Wäre Russland ein attraktiver Partner, hätte es den Versuch nicht nötig, die Ukrainer mit Waffengewalt von einem EU-Beitritt abzuhalten. Da es aber „Obervolta“ ist (s.o.), versucht es, seinen Nachbarn Liebe zu Russland aufzuzwingen.

    Reply

    • ebo
      28. November 2023 @ 09:24

      Obervolta war gestern, die Sowjetunion auch.
      Heute schaffen es Deutschland und Frankreich nicht einmal, gemeinsam in Mali für Ordnung zu sorgen ????
      Im übrigen geht es hier um einen Beitritt, und dafür gibt es klar definierte Bedingungen. Die Ukraine erfüllt sie allesamt nicht.

      Reply

  • Robby
    27. November 2023 @ 23:36

    Das Problem ist nicht ob wir die Ukraine aufnehmen, das Problem ist wie werden wir die EU wieder los.

    Reply

  • european
    27. November 2023 @ 20:03

    Ich hoffe darauf, dass es genügend Vetos gibt, um diesen Unfug zu verhindern.

    Reply

  • Arthur Dent
    27. November 2023 @ 18:27

    Vera Jourova behauptete schon 2020, China betreibe Propaganda, Russland Desinformation. Beweise lieferte sie damals keine. Merke: Für dummes Geschwätz gibt’s immerhin 300.000 Euro im Jahr.

    Reply

  • MarMo
    27. November 2023 @ 17:43

    Den Deutschen (zumindest Teilen der politischen Klasse) scheint der Größenwahn in den Genen zu liegen oder ist das Zufall, dass das alles unter der nicht wirklich legitimierten UvL geschieht ? Wahnhafte Politik ohne den Gedanken an die Konsequenzen, gespeist von einer glühenden Russophobie – warum kann niemand diese Verbrecherin stoppen?

    Reply

    • Corona Hotspot
      27. November 2023 @ 20:49

      Ist aus meiner Sicht weniger Größenwahn als die schiere Idiotie ferngesteuerter Schwachköpfe.


  • Info:  https://lostineu.eu/eu-beitritt-der-ukraine-geopolitik-und-groessenwahn


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Israel boykottiert Mittelmeer-Gipfel


    Israel hat seine Teilnahme am Mittelmeer-Gipfel der EU abgesagt. Außenministerin Baerbock hat dafür Verständnis. Derweil stellt Bundespräsident Steinmeier einen neuen Freibrief aus.

    Die diplomatische Eiszeit zwischen Israel und der EU geht weiter. Israel hat seine Teilnahme am Mittelmeer-Gipfel der EU abgesagt, der heute in Barcelona tagt. Das Land reagiert damit auf Kritik aus Spanien und Belgien an der brutalen Kriegsführung in Gaza.

    Israel nehme nicht teil, weil es habe befürchten müssen, bei dem Treffen in Barcelona „einseitig angefeindet zu werden“, sagte die deutsche Außenministerin Baerbock. Vor allem die Beziehungen zu Spanien – das derzeit den EU-Vorsitz hat – sind angespannt.

    Derweil setzt Deutschland seinen Schmusekurs fort. Bundespräsident Steinmeier sicherte Israel fortgesetzte Solidarität zu.

    „Solidarität nicht nur mit Israel als Opfer des Terrors, sondern auch mit Israel, das sich wehrt“, schrieb die Sprecherin des Bundespräsidenten auf Twitter.

    Es klang mal wieder wie ein Freibrief…

    1 Comment

    1. MarMo
      27. November 2023 @ 17:48

      Oh Herr, schmeiß Hirn herunter! Der Steinmeier wird wie der Rest der Bagage immer unerträglicher. Getötete palästinensische Zivilisten zählen offenbar nicht als Menschen für unsere ach so moralische Politiker-Kaste.
      Wir brauchen dringend wieder die Institution des Hofnarren, denn die kriegen sich ja überhaupt nicht mehr mit.


    Info: https://lostineu.eu/israel-cancelt-mittelmeer-gipfel


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.11.2023

    Schlagzeile




    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.11.2023

    Nachrichten von Pressenza: Argentinien: Im Angesicht der fortschreitenden Dunkelheit das Licht entzünden

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 28. November 2023


    Nachrichten von Pressenza - 28.11.2023


    Argentinien: Im Angesicht der fortschreitenden Dunkelheit das Licht entzünden


    Die zweite Runde der Wahlen in Argentinien gewann der Oppositionskandidat Javier Milei von der Gruppierung La Libertad Avanza. Der ultraliberale und rechtsgerichtete Kandidat und nun gewählte Präsident gewann die zweite Wahlrunde mit Hilfe des ehemaligen Präsidenten Mauricio Macri und der&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/argentinien-im-angesicht-der-fortschreitenden-dunkelheit-das-licht-entzuenden/


     -----------------------


    Fast tausend Menschen versuchen, die Grenzanlage in Ceuta zu überwinden


    Mit „Nahkampf“- Methoden wurde im Zusammengehen der marokkanischen Gendarmerie mit der spanischen Polizei der Durchlass für die jungen Migranten blockiert, wie man auf diesem Video sehen kann. In den frühen Morgenstunden des 17. November wurde die spanische Guardia Civil alarmiert,&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/fast-tausend-menschen-versuchen-die-grenzanlage-in-ceuta-zu-ueberwinden/


     -----------------------


    Zweite Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags in New York startet: Deutschland nimmt als Beobachter teil.


    Vom 27. November bis zum 1. Dezember 2023 findet im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York die zweite Staatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) statt. Die zivilgesellschaftliche Koordination obliegt ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons). Bei der ICAN-Auftaktveranstaltung diesen Sonntag&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/zweite-staatenkonferenz-des-atomwaffenverbotsvertrags-in-new-york-startet-deutschland-nimmt-als-beobachter-teil/


     -----------------------


    Jahrestag des Offenen Briefes von »New York Times«, »Guardian«, »Le Monde«, SPIEGEL und »El País«: „Journalismus ist kein Verbrechen“


    Die fünf großen Zeitungen, die am 28. November 2010 die ersten 251.000 so genannten „Cablegate“-Nachrichten des US-Außenministeriums von WikiLeaks veröffentlichten und damit viel Aufsehen erregten &#8211; und viel Geld verdienten -, haben vor genau einem Jahr, am 28. November 2022,&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/jahrestag-des-offenen-briefes-von-new-york-times-guardian-le-monde-spiegel-und-el-pais-journalismus-ist-kein-verbrechen/


     -----------------------


    Carlos Fino in einem exklusiven Interview für PRESSENZA (1/2): Moskau und der Zusammenbruch der UdSSR und Jugoslawiens


    Carlos Fino*, interviewt für Pressenza von Vasco Esteves Carlos Fino wurde in Portugal geboren und arbeitete vier Jahrzehnte lang als Radio- und Fernsehreporter, Kriegskorrespondent, Moderator von Nachrichtendiensten und Medienberater. Er war in Osteuropa, im Nahen Osten und Brasilien. Er lebte&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/carlos-fino-in-einem-exklusiven-interview-fuer-pressenza-1-2-moskau-und-der-zusammenbruch-der-udssr-und-jugoslawiens/


     -----------------------


    China tischt auf: Zwangsarbeit im Fischfang


    Ausbeutung und Gewalt auf See sind an der Tagesordnung. Das zeigt eine grossen Recherche zur chinesischen Fischfang-Flotte. Daniela Gschweng für die Online-Zeitung INFOsperber Die chinesische Fischfangflotte ist die grösste der Welt. Der Fisch und die Meeresfrüchte, die sie fängt, werden&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/china-tischt-auf-zwangsarbeit-im-fischfang/


     -----------------------


    Rechtspopulist Milei gewinnt die Wahl


    Mit 55,69 Prozent der Stimmen siegte Javier Milei am Sonntag den 19. November bei der Präsidentschaftswahl gegen Sergio Massa, der nur 44,3 Prozent bekam. Das bedeutet einen Unterschied von fast drei Millionen Stimmen. Als Folge der Repräsentationskrise inmitten einer tiefen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/11/rechtspopulist-milei-gewinnt-die-wahl/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.11.2023

    Economists for Future   Was sind die Grenzen von Staatsschulden?

    makronom.de, vom 27. November 2023, CAROLINA ORTEGA GUTTACK, CARL MÜHLBACH & TUNG DOAN ,

    Die derzeit geltenden rechtlichen Begrenzungen von Staatsverschuldung basieren auf Mythen, die nicht ökonomisch fundiert sind. Sinnvoller wäre es, die Schuldenaufnahme so zu gestalten, dass sie die ökonomischen, sozialen und ökologischen Grenzen respektiert.


    Unsere Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses. Mittendrin: die Wirtschaft. In den nächsten Jahren wird sich entscheiden, ob wir den Wandel by disaster oder by design schaffen.

    Diese Debattenreihe von Economists for Future e.V. widmet sich den damit verbundenen ökonomischen Herausforderungen. Zum einen werden Engführungen in den Wirtschaftswissenschaften sowie Leerstellen in der aktuellen Wirtschaftspolitik kritisch-konstruktiv beleuchtet. Zum anderen diskutieren wir Orientierungspunkte für eine zukunftsfähige Ökonomie und geben Impulse für eine plurale Ökonomik, die sozial-ökologische Notwendigkeiten angemessen berücksichtigt.

    Die erste Ausgabe der Debattenreihe startete im September 2019. Die mittlerweile fünfte Staffel stellt nun den Aspekt der Grenzen in den Mittelpunkt – seien es planetare Grenzen und soziale Grundlagen, die Grenzen der Machbarkeit und der politischen Durchsetzbarkeit, die Grenzen ökonomischer Theorie oder (ver)altete Leitbilder, die Grenzen des Subjekts, des Raums oder der Zeit. Alle bisher erschienenen Beiträge finden Sie hier.

    Das Thema Staatsausgaben und Schuldenbremse in Kombination mit den angeblichen Risiken einer zu hohen Staatsverschuldung ist in aller Munde. Die Debatten zum Bundeshaushalt 2024 und nicht zuletzt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds haben gezeigt: Der aktuelle fiskalpolitische Rahmen stammt aus einer anderen Zeit und scheint den Herausforderungen von heute und morgen nicht mehr gerecht werden zu können. Das so dringend notwendige Geld scheint an allen Ecken und Enden zu fehlen. Was steckt dahinter?

    Die Art und Weise, wie und in welcher Höhe Staatsausgaben bzw. Staatsschulden begrenzt werden, hat starke Auswirkungen sowohl auf unseren Alltag als auch auf unsere Zukunftsaussichten und das Leben junger Generationen. Klar ist: „Eine zukunftsfähige Finanzpolitik lässt sich nicht von der Angst vor Staatsverschuldung leiten, sondern investiert in unsere Zukunft” (Mühlbach, 2022). Dabei ist nicht nur die Angst vor einer zu hohen Staatsverschuldung in Deutschland unverhältnismäßig. Die derzeit geltenden rechtlichen Begrenzungen von Staatsverschuldung, die als Maß herangezogen werden, sind in Wahrheit fiktiv. Sie basieren nicht auf der Realität, sondern auf Mythen, die nicht ökonomisch fundiert sind und im Folgenden entkräftet werden. Gleichzeitig erschweren solche starren Grenzen den Umgang mit den zentralen Herausforderungen und multiplen Krisen unserer Zeit. Die aktuelle Schuldenbremse hat sich als Investitions- und Zukunftsbremse entpuppt.

    Deshalb stellt sich die Frage, welche Grenzen von Staatsverschuldung es stattdessen gibt. Was ist knapp, wenn nicht das Geld? Welche realen Bedingungen unserer Wirtschaft, Gesellschaft und unseres Planeten begrenzen Staatsschulden tatsächlich? Dieser Artikel lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den aktuell gesetzten Grenzen der Staatsverschuldung ein und leistet einen Beitrag zur Debatte rund um die dringend notwendige Gestaltung einer zukunftsfähigen Finanzpolitik.


    Die rechtlich geltenden Grenzen von Staatsschulden sind fiktiv

    Staatsschulden grundsätzlich als absolute Größe zu begrenzen, macht wenig Sinn. Die sogenannte „Schulden-Uhr” vom Bund der Steuerzahler in Berlin gibt die absolute Höhe der Staatsverschuldung in Deutschland an. Wenn man davor steht, kann man beobachten, wie sich die digitale Anzeige stetig verändert. Doch die absolute Höhe der Staatsverschuldung ist wenig aussagekräftig. Die aktuell rechtlich geltenden Grenzen von Staatsschulden, sei es die Schuldenbremse oder sonstige Fiskalregeln, wie der EU-Rahmen für die wirtschaftspolitische Steuerung, zielen darauf ab, öffentliche Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu begrenzen. Die sogenannte Staatsschuldenquote (kurz: “Schuldenquote”) gibt demnach das Verhältnis zwischen den Staatsschulden und dem nominalen BIP eines Landes an. Der Stand der öffentlichen Verschuldung wird entsprechend in Prozent angegeben.

    Auf europäischer Ebene regelt der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP), dass die Mitgliedstaaten ihr jährliches Haushaltsdefizit auf 3% des BIPs und ihre Verschuldung auf 60% des BIPs begrenzen müssen, also auf eine Schuldenquote von maximal 60%. Das sind die sogenannten Maastricht-Kriterien. Darüber hinaus verpflichtet der SWP zur Einhaltung des sogenannten mittelfristigen Haushaltsziels („Medium-Term Objective”, MTO). Bei einer Schuldenquote von über 60% ist demnach ein maximales strukturelles Defizit in Höhe von 0,5% des BIPs vorgesehen. Das strukturelle Defizit soll konjunkturelle Faktoren herausrechnen, die von der jeweiligen Wirtschaftsperiode bzw. Konjunktur eines Landes abhängen, also von Aufschwung oder Rezession. Bei einer Schuldenquote von unter 60% ist ein strukturelles Defizit in Höhe von 1% des BIPs zulässig. Zum Verständnis: Die oben genannten 3% aus den Maastricht-Kriterien beziehen sich auf das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit, also sowohl auf strukturelle als auch auf konjunkturelle Faktoren.

    In Deutschland werden die 0,5% auf 0,35% für den Bund (+/- Konjunkturkomponente) und 0,15% für die Bundesländer aufgeteilt, wobei diese auf „ihren Anteil” verzichten. Somit ist die strukturelle Staatsverschuldung bzw. die Nettokreditaufnahme für den Bund auf 0,35% des BIPs begrenzt. Diese „Schuldenbremse” ist in Artikel 109 im Grundgesetz verankert (Bundesministerium der Finanzen, 2022). Im Umkehrschluss müssen die im Bundeshaushalt veranschlagten Ausgaben nahezu vollständig durch zuvor „erwirtschaftete” Einnahmen, insbesondere Steuereinnahmen, gedeckt werden. Im Falle von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzierungslage erheblich beeinträchtigen, kann vom Bundestag ein Aussetzen der Schuldenbremse beschlossen werden. So wurde die Schuldenbremse im Zuge der Corona-Pandemie ausgesetzt und die Obergrenze für die strukturelle Nettokreditaufnahme überschritten. Seit 2023 ist sie wieder in Kraft und viele notwendige Ausgaben müssen nun aus sogenannten Schattenhaushalten finanziert werden.

    Dass diese nationalen und europäischen Schuldenbremsen die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP betrachten, wird in der Regel ökonomisch begründet, ist allerdings nicht ökonomisch fundiert. Im Folgenden wird erläutert, warum die Notwendigkeit von starren Schuldenquoten-Grenzen, die anhand ökonomischer Zusammenhänge gerechtfertigt werden, nicht mit der Empirie übereinstimmt. Somit stellen sich die oft herangezogenen Begründungen für die geltenden Schuldengrenzen als Mythen heraus. Eine Schuldenquote von maximal 60% als allgemeines Kriterium für die sogenannte Schuldentragfähigkeit eines Landes ist wenig sinnvoll, wenn man berücksichtigt, dass die Höhe der Schuldenquote je nach Volkswirtschaft eine ganz unterschiedliche Bedeutung und Aussagekraft hat. Ein anderes bereits überholtes Argument lautet, dass eine niedrige Schuldenquote die Inflation begrenzt und somit für Preis- und Finanzstabilität sorgt. Das Beispiel von Japan mit einer Schuldenquote von 261% im Jahr 2022 verdeutlicht, dass diese Argumentationslinie in der Realität nicht haltbar ist.

    Dass durch eine erhöhte Geldmenge Inflation entsteht, ist ein Mythos, der auf der „Geldmengentheorie” basiert. Nach dieser Theorie führt eine höhere Geldmenge, verteilt auf eine unveränderte Anzahl an Gütern, zu höheren Preisen der einzelnen Güter. Doch spätestens im Zuge der Krisen der letzten Jahre hat sich das Gegenteil gezeigt: Einerseits blieben die Inflationsraten trotz expansiver Geldpolitik im Sinne der „whatever it takes”-Logik niedrig. Andererseits steht die aktuelle Inflation nicht im direkten Zusammenhang mit der Geldmenge, sondern unseren fossilen Abhängigkeiten (cost-push inflation) in Kombination mit dysfunktionalen Märkten (sellers’ inflation, Kraken et al., 2023). Höhere Staatsschulden selbst wirken nur dann inflationär, wenn damit inflationär wirkende Ausgaben finanziert werden, sonst nicht.

    Auch als Indikator für die Höhe von Finanzierungskosten hat sich die Schuldenquote nicht bewährt. Inmitten eines Niedrigzinsumfeldes ist die Staatsverschuldung der EU-27 seit 2019 gestiegen (Bundeszentrale für Politische Bildung, 2023). Fernab jeglicher ökonomischer Fundierung war die Schuldenquote von 60% zum Zeitpunkt der Verabschiedung des SWP der damalige Durchschnitt der Schuldenquoten der Mitgliedstaaten.

    Die ökonomischen Begründungen für die beschriebenen Einschränkungen von Staatsschulden stoßen an ihre Grenzen. Gleichzeitig haben sie weitreichende Konsequenzen, denn Schulden und Investitionen sind im Grunde zwei Seiten einer Medaille. So verbergen sich hinter niedrigen Schuldenständen aktuell hohe Investitionsstaus, die vor allem drohen, sich als Zukunftshemmnisse herauszustellen.

    Klar ist, dass der Umbau einer fossilen Wirtschaft hin zu Klimaneutralität und alle weiteren Herausforderungen im Zusammenhang mit der sozial-ökologischen Transformation mit hohen Finanzierungsbedarfen einhergeht. Diese kommen zu den ohnehin hohen Investitionsbedarfen in Deutschland dazu. Außerdem ist die weitere Verschiebung dieser Investitionen in die Zukunft – zur Einhaltung fiktiver Grenzen – mit noch viel höheren Kosten z.B. Klimafolgekosten verbunden (Flaute et al., 2022). Diese werden insbesondere junge Generationen zu spüren bekommen. Daher gilt es, die aktuell geltenden, fiktiven Grenzen der Staatsverschuldung zu überarbeiten und sich an den realen Gegebenheiten zu orientieren bzw. „den rechtlichen Spielraum der Schuldenaufnahme an den ökonomisch sinnvollen Spielraum anzupassen” (Mühlbach, 2022).


    Die Begrenzung von Staatsschulden durch reale Bedingungen

    Die bisher geltenden Grenzen von Staatsschulden bilden die realen Bedingungen unserer Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt nicht ab. Deshalb liefern wir im Folgenden Anknüpfungspunkte für eine sinnvollere Begrenzung von Staatsverschuldung. Einer davon ist die Leistungsfähigkeit oder das Wachstumspotenzial der Wirtschaft. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie „Leistung” oder auch „Wachstum” definiert wird. Mathematisch betrachtet kann eine niedrigere Schuldenquote auch erreicht werden, indem man „aus den Schulden herauswächst”: Wenn das BIP steigt, verändert sich automatisch das Verhältnis zwischen Staatsschulden und BIP, und die Schuldenquote sinkt. Doch schon seit der Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums” (Meadows, 1972), und spätestens mit der aktuellen Wirtschaftskrise und Konjunkturflaute sind die Grenzen des BIP-Wachstums offensichtlich. Es wäre ohnehin besser, Staatsschulden in Zukunft nicht im Verhältnis zum BIP zu betrachten, sondern im Verhältnis zu einem alternativen Wachstums- bzw. Wohlstandsverständnis, welches die sozialen und ökologischen Grenzen respektiert.

    Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Idee der Vollbeschäftigung, was wiederum stark mit unseren gesellschaftlichen Strukturen zusammenhängt. Zum Beispiel arbeiten viele Frauen „nur” in Teilzeit, weil (unbezahlte) Care-Arbeit immer noch stark ungleich verteilt ist. Klassische MMTler:innen (Modern Monetary Theory) plädieren für eine Begrenzung von Staatsschulden anhand der Verfügbarkeit tatsächlicher Ressourcen, in diesem Fall der Verfügbarkeit menschlicher Ressourcen für Arbeit, und nicht anhand der Finanzierbarkeit. Sie argumentieren, dass erst bei einer Vollauslastung der Wirtschaft – also Vollbeschäftigung – neue Staatsausgaben nicht mehr von der Wirtschaft „absorbiert” bzw. konstruktiv genutzt werden können, und erst dann den Inflationsdruck erhöhen.

    Die grundlegendsten Grenzen von Staatsverschuldung sind jedoch die sozialen und ökologischen bzw. planetaren Grenzen. Olk, Schneider und Hickel (2023) ergänzen die klassische MMT: “we suggest integrating insights from degrowth scholarship into MMT, where social and ecological limits to economic activity still constitute a blind spot”. Das ist eng damit verbunden, wofür, und nicht nur in welcher Höhe, Staatsschulden aufgenommen und ausgegeben werden – Schulden sind nicht per se „gut” oder „schlecht”.

    Entgegen den oben aufgeführten Mythen erklärt eine differenzierte Perspektive, dass der sinnvolle Einsatz von Staatsschulden z.B. in resilientere Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen sogar Inflationsdruck abbmildern kann und v.a. ökonomisch sinnvoller ist. Frühzeitige, ausreichende und gezielte Investitionen in resilientere Strukturen zahlen sich langfristig aus und können uns sogar – jetzt noch – vor vermeidbar hohen Kosten bewahren. „Instead of ‘deficit reduction’ or interest rate hikes, the solution to these inflationary pressures likely involves larger targeted deficit spending alongside improved public-private coordination” (Bernal, 2021, S. 13). Diese Logik rechtfertigt auch die Forderung nach einer entsprechenden Investitionsagenda (z.B. Isabella Weber, 2023).


    Fazit

    Übersetzt in eine politische Anwendbarkeit könnte das bedeuten, die Schuldenaufnahme eines Landes so zu gestalten, dass alle notwendigen Investitionen getätigt werden, welche die ökonomischen, sozialen und ökologischen Grenzen nicht überschreiten und gleichzeitig ein menschliches Leben auf der Erde innerhalb planetarer Grenzen gewährleisten. Dabei ist klar, dass die Begrenzung von Staatsschulden allein kein Selbstzweck für eine „gute” Haushaltsführung ist.

     

    Zu den Autor:innen:

    Carolina Ortega Guttack hat in Wien Social-Ecological Economics and Policy und zuvor Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Lüneburg und Paris studiert. Sie war im Netzwerk Plurale Ökonomik aktiv und arbeitet bei FiscalFuture.

    Carl Mühlbach hat Volkswirtschaftslehre in Heidelberg, Cambridge und Berlin studiert. Neben einer Tätigkeit im Bundesministerium der Finanzen hat er FiscalFuture gegründet und leitet die überparteiliche Initiative als Geschäftsführer.

    Tung Doan studierte Volkswirtschaftslehre und Public Economics in Mannheim und Berlin. Als Gründungsmitglied baute er FiscalFuture mit auf. Mittlerweile arbeitet er hauptamtlich für die Initiative und ist für die Finanzen zuständig.


    Zu FiscalFuture:

    FiscalFuture ist eine überparteiliche und gemeinnützige Initiative, die sich für eine zukunftsfähige Finanzpolitik einsetzt. Wir machen Finanzpolitik zugänglich, indem wir finanzpolitisches Wissen vermitteln und junge Menschen dafür begeistern, den finanzpolitischen Diskurs mitzugestalten. Unser deutschlandweites Netzwerk engagiert sich für eine Finanzpolitik, die die Interessen zukünftiger Generationen in den Mittelpunkt stellt.


    Info: https://makronom.de/was-sind-die-grenzen-von-staatsschulden-45425?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-sind-die-grenzen-von-staatsschulden


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:



    Öffentlicher Schuldenstand


    bpb.de, vom 16.06.2023

    In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), ausgewählte Mitgliedstaaten der Europäischen Union, 1996 bis 2022

    Screenshot_2023_11_28_at_10_33_44_ffentlicher_Schuldenstand

    Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Defizit/Überschuss, Schuldenstand des Staates und damit zusammenhängende Daten (Stand: 05/2023) Lizenz: cc by-nc-nd/4.0/deed.de


    Vor allem Krisen wie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 oder die Corona-Pandemie führten zu einer Erhöhung der öffentlichen Schulden der Mitgliedstaaten der EU. Allerdings gingen die Schulden bezogen auf das BIP zwischen 2014 und 2019 fünf Mal in Folge zurück – insgesamt in 23 von 27 EU-Staaten. Und auch nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie sank der relative Schuldenstand der EU-27.

    Fakten

    In Artikel 126 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) ist festgelegt, dass die Mitgliedstaaten der EU übermäßige öffentliche Defizite vermeiden sollen. Dabei überprüft die Europäische Kommission die Entwicklung der Haushaltslage und die Höhe des öffentlichen Schuldenstands. Insbesondere zwei Kriterien stehen im Mittelpunkt der Überprüfung. Erstens darf das jährliche öffentliche Defizit nicht mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprechen. Zweitens darf der gesamte öffentliche Schuldenstand nicht mehr als 60 Prozent des BIP betragen. Allerdings bestehen für beide Kriterien Ausnahmen. So darf der öffentliche Schuldenstand mehr als 60 Prozent des BIP entsprechen, wenn er hinreichend rückläufig ist und sich rasch genug dem Referenzwert nähert.

    Bezogen auf das BIP sanken die öffentlichen Schulden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union von Mitte der 1990er- bis Anfang der 2000er-Jahre. Im Euroraum reduzierten sich die Schulden zwischen 1997 und 2002 stetig von 72,8 auf 68,0 Prozent. In der EU-27 lag der Schuldenstand im Jahr 2002 bei 65,4 Prozent. Nachdem sich der Schuldenstand der EU-27 von 2007 auf 2008 moderat von 62,3 auf 65,0 Prozent des BIP erhöhte, stieg der entsprechende Wert – vor allem bedingt durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise – auf 75,7 Prozent im Jahr 2009 bzw. auf 80,4 Prozent im Jahr 2010.

    Auch wenn die Entwicklungen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich waren, hat sich der Schuldenstand in den Jahren 2008 bis 2010 in allen EU-Staaten erhöht. Am stärksten in Irland (+43,7 %-Punkte), Griechenland (+38,1 %-Punkte), Lettland (+29,1 %-Punkte) und Portugal (+24,6 %-Punkte). In den Folgejahren weitete sich die Schuldenkrise Europas weiter aus: Zwischen 2010 und 2014 erhöhte sich der Schuldenstand der EU-27 von 80,4 auf 86,9 Prozent des BIP – ein Plus von 6,5 Prozentpunkten. In diesem Zeitraum stiegen die öffentlichen Schulden im Verhältnis zum BIP in 22 der heutigen 27 EU-Staaten.

    Zwischen 2014 und 2019 ist der relative Schuldenstand der EU-27 fünf Mal in Folge gesunken. 2019 lag er bei 77,7 Prozent des BIP. In diesem Zeitraum war der Schuldenstand im Verhältnis zum BIP in 23 EU-Mitgliedstaaten rückläufig – lediglich in Frankreich nahm er nennenswert zu (+2,5 %-Punkte). Bezogen auf das BIP verringerten sich die Schuldenstände zwischen 2014 und 2019 am stärksten in Irland (-47,3 %-Punkte), Malta (-21,8 %-Punkte), den Niederlanden (-19,4 %-Punkte), Zypern (-18,0 %-Punkte), Portugal (-16,3 %-Punkte) und Deutschland (-15,7 %-Punkte).

    Trotz der positiven Entwicklung in den Jahren 2014 bis 2019 war die Schuldenkrise in Europa auch vor der Corona-Pandemie nicht vollständig überstanden: Im Jahr 2019 verfehlten immer noch zwölf Staaten die 60-Prozent-Marke. Und um die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 zu mildern, wurden zahlreiche Investitionen getätigt bzw. Hilfsprogramme finanziert. Der Schuldenstand im Verhältnis zum BIP stieg von 2019 auf 2020 in allen 27 Staaten der EU – entsprechend erhöhte sich EU-weit der Schuldenstand sprunghaft von 77,7 auf 90,0 Prozent des BIP. Allerdings reduzierte sich der relative Schuldenstand von 2021 und 2022 in 23 von 27 EU-Staaten – EU-weit ging der Schuldenstand von 88,0 auf 84,0 Prozent des BIP zurück. In absoluten Zahlen nahm der Schuldenstand der EU-27 von 2019 auf 2020 von 10.895 auf 12.119 Milliarden Euro zu und stieg dann bis zum Jahr 2022 weiter auf 13.273 Milliarden Euro.

    In Griechenland lag der öffentliche Schuldenstand im Jahr 2022 bei 171,3 Prozent des BIP. Darauf folgten Italien (144,4 Prozent des BIP), Portugal (113,9 Prozent), Spanien (113,2 Prozent), Frankreich (111,6 Prozent) und Belgien (105,1 Prozent). Weitere sieben Staaten verfehlten die 60-Prozent-Marke ebenfalls: Zypern, Österreich, Ungarn, Finnland, Slowenien, Kroatien und Deutschland. Im Jahr 2022 lag der Schuldenstand in Deutschland bei 2.563 Milliarden Euro – 66,3 Prozent des BIP. 2019 entsprach der Schuldenstand in Höhe von 2.069 Milliarden Euro noch 59,6 Prozent des BIP und lag damit das erste Mal seit 2002 unterhalb der 60-Prozent-Marke. In Estland lag der Schuldenstand im Jahr 2022 bei lediglich 18,4 Prozent des BIP. Darauf folgten Bulgarien (22,9 Prozent), Luxemburg (24,6 Prozent), Dänemark (30,1 Prozent), Schweden (33,0 Prozent) sowie Litauen und Lettland (38,4 bzw. 40,8 Prozent).

    Durch die Schuldenstände entstehen vor allem dann Probleme, wenn Staaten trotz hoher Schuldenquote zusätzliche Kredite aufnehmen. Laut der Deutschen Bundesbank gehören dazu "die potenzielle Verdrängung privater Investitionen, Unsicherheiten und Verzerrungen durch erwartete oder tatsächliche künftige Erhöhungen der Abgabenlast oder merkliche Risikoprämien auf den Kapitalmärkten infolge verstärkter Sorgen um die Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Darüber hinaus dürfte bei hohen Schuldenquoten die Wirksamkeit gezielter kreditfinanzierter Maßnahmen zur Abwehr von besonders schweren Krisen zunehmend begrenzt sein. Zudem erhöht sich die Gefahr von Konflikten zwischen Finanz- und Geldpolitik, die gravierende gesamtwirtschaftliche Kosten zur Folge haben, während umgekehrt solide Staatsfinanzen eine stabilitätsorientierte Geldpolitik erleichtern" (Deutsche Bundesbank: Monatsbericht April 2010). Weiter führt die Staatsverschuldung zu Zinsausgaben und damit zu einer Verengung des staatlichen Handlungsspielraums.

    Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

    Informationen zum öffentlichen Finanzierungssaldo erhalten Sie Interner Link: hier...

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das BIP ist gegenwärtig das wichtigste gesamtwirtschaftliche Produktionsmaß.

    EU-27 (ab 2020) bezieht sich auf die Zeit nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäische Union ("Brexit"). Zur EU-27 (ab 2020) gehören: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Soweit nicht anders erwähnt, ist im Text und bei der Grafik mit EU-27 die EU-27 (ab 2020) gemeint.

    Euroraum (20 Länder): Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

    Weitere Informationen zur Entwicklung des Euroraums erhalten Sie Externer Link: hier…

    Öffentlicher Schuldenstand In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), Mitgliedstaaten der Europäischen Union, 1996 bis 2022

    Screenshot_2023_11_28_at_10_46_47_ffentlicher_Schuldenstand_1_


    Screenshot_2023_11_28_at_10_50_36_ffentlicher_Schuldenstand

    (Anm.: bei verkleinerter Ansicht besser lesbar)


    1 EU-27 (ab 2020) bezieht sich auf die Zeit nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäische Union ("Brexit"). Öffentlicher Schuldenstand = Bruttoschuld des Staates (konsolidiert). Fußnote: 2 Abweichende Quelle bis einschließlich 1999: Eurostat: Online-Datenbank: Defizit/Überschuss, Schuldenstand des Staates und damit zusammenhängende Daten [gov_dd_edpt1] (Stand: 07/2013).

    Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Defizit/Überschuss, Schuldenstand des Staates und damit zusammenhängende Daten (Stand: 05/2023)

    Eurostat: Online-Datenbank: Defizit/Überschuss, Schuldenstand des Staates und damit zusammenhängende Daten (Stand: 05/2023), abweichende Quelle bei Dänemark bis einschließlich 1999: Eurostat: Online-Datenbank: Defizit/Überschuss, Schuldenstand des Staates und damit zusammenhängende Daten [gov_dd_edpt1] (Stand: 07/2013); Amtsblatt der Europäischen Union: Konsolidierte Fassung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (26. Oktober 2012); Deutsche Bundesbank: Monatsbericht April 2010; Statistische Bundesamt: www.destatis.de


    Info:https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/europa/70570/oeffentlicher-schuldenstand/#:~:text=In%20absoluten%20Zahlen%20nahm%20der,171%2C3%20Prozent%20des%20BIP.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.11.2023

    2023-11-27 Thomas Gottschalk: „Dann sage ich lieber gar nichts mehr.“  2 min

    Info: Video https://odysee.com/@_horizont_:b/thomas-gottschalk-%E2%80%9Edann-sage-ich:2?src=embed&t=63.16424 Dauer 2:12 min


    unser Kommentar: an die Runde, Zitat Th. Gottschalk: "die Commedypolizei ist so streng geworden" (Zitatende)  .. und die meisten Lacher (Zuschauer*innen) verstummen plötzlich und sehen weg.  Das kommt mir, im übertragenen Sinne, sehr bekannt vor auch von Menschen der GWÖ, Attac, DFG-VK, Versöhnungsbund und weiteren, die ich kennenlernen begann.


    Zitat J. Cleese: Mit dem Humor verschwindet auch Augenmaß, und dann leben wir, meines Erachtens in "1984".  (Zitatende)

    So ist´s schon, wenn der Faschismus aufzieht, da steh´n plötzlich nur noch Faschistenclowns im Rampenlicht und sind gefragt.

    Herzlich, Euer Murkes samt seines gesammelten Schweigens



    Weiteres:



    Info: Video https://odysee.com/@moonjunky:e/Thomas-Gottschalk-%E2%80%9EDann-sage-ich-lieber-gar-nichts-mehr.%E2%80%9C:c Dauer 2:12 min


    unser Kommentar: Zitat J. Cleese: Jeder Homor ist kritisch. Wenn man anfängt zu sagen: "Oh, wir dürfen Sie nicht kritisieren oder beleidigen", dann ist der Humor weg. (Zitatende)




    Weiteres: 




    unser Kommentar:  hier folgend nur zitierter dystopischer Kommentar, der nicht unsere Meinung wiedergibt: 

    Wer die Vergangenheit nicht kennt, hat keine Zukunft !  (moonjunky  aus

    https://odysee.com/@moonjunky:e/Thomas-Gottschalk-%E2%80%9EDann-sage-ich-lieber-gar-nichts-mehr.%E2%80%9C:c)


    Wenn die Digital ID eingeführt ist, dann gibt es kein zurück mehr und wir sind nicht mehr frei und befinden und im digitalen GEFÄNGNIS (15 Minuten Stadt). Dann sind wir lenkbare Sklaven des Systems, welches uns kontrolliert, manipuliert und auf die Sekunde genau eliminiert ! Dank der weltweit eingesetzten G5, G6 und demnächst G7 Kontrolle. Dann befinden wir uns im digitalen Gefängnis und können uns nicht mehr frei bewegen,denn je weiter wir weggehen, umso stärker ist die Strahlung auf den Einzelnen. Jeder "Geimpfte" hat bereits ab der ersten "Impfung" eine MAC-Adresse, ist somit ein TRANSHUMANIST=Router, ein Sender und Empfänger. Die "Geimpften" sind keine Menschen mehr, sondern Menschmaschinen, steuerbare Kreaturen ohne Menschenrechte, die durch die freiwillige Annahme !!! der biologischen GEN-Spritz-Waffe mitsamt ihrer technischen Komponenten, ein Eigentum der PATENTINHABER der GEN-Spritzen geworden sind und dafür noch freiwillig hingegangen sind und mit ihrer eigenen Unterschrift diesen Vorgang akzeptiert haben. Das ist den Lemmingen und Schlafschafen nicht bewusst. Jesus Christus hat mehrfach in der Bibel davor gewarnt, daß die Gläubigen NIEMALS das Zeichen des Tieres annehmen dürfen ! Da die Menschheit gottlos geworden ist, wissen die Lemminge und Schlafschafe absolut nicht, was und wie es ihnen geschieht. Wir sind mitten im Armageddon und Jesus hat die Endzeit so beschrieben: Es wird ein grosses Zähneklappern geben und die Überlebenden werden die Toten beneiden. (Zitatende)

    28.11.2023

    Die ignorierte Hungerblockade   Nigers Übergangspräsident hebt Gesetz auf, das auf Druck der EU verabschiedet worden war und Migration in Richtung Europa verboten hatte. EU-Parlament „begrüßt“ Hungerblockade gegen Niger.

    german-foreign-policy.com, 28. November 2023

    NIAMEY/BERLIN (Eigener Bericht) – Das Europaparlament lobt die Hungerblockade der westafrikanischen Staatenorganisation ECOWAS gegen Niger. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die das Parlament in der vergangenen Woche beschlossen hat und die außerdem noch Sanktionen gegen führende nigrische Politiker und Militärs fordert. Die ECOWAS hatte die Blockade auch auf Druck der Mächte Europas kurz nach dem Putsch in Niamey vom 26. Juli verhängt, um die Bevölkerung zum Sturz der – bislang populären – Putschregierung zu veranlassen. Längst werden Nahrungsmittel und Medikamente knapp, der Mangel an Strom ist eklatant. Der gestürzte nigrische Präsident Mohamed Bazoum hatte vor allem in der Abwehr von Flüchtlingen bereitwillig mit der EU kooperiert und Flüchtlinge, die durch die Sahara in Richtung Mittelmeer reisen wollten, auf abgelegene, gefährlichere Wege durch die Wüste abgedrängt, was die Anzahl der Todesopfer rasch in die Höhe hatte schnellen lassen. Grundlage war ein Gesetz zur Illegalisierung der Migration, das Niamey 2015 auf Druck der EU verabschiedet hatte. Übergangspräsident Abdourahamane Tiani hat das Gesetz in der vergangenen Woche aufgehoben; Migration ist in Niger jetzt wieder legal.


    Zitat: „Europas afrikanischer Gendarm“

    Das Gesetz 2015-36 wurde von Nigers Parlament am 26. Mai 2015 beschlossen. Es sieht vor, dass mit hohen Geld- oder gar mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren zu rechnen hat, wer Personen ohne nigrische Staatsangehörigkeit oder ohne dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Niger beim Überschreiten der Grenzen des Landes unterstützt und daraus direkt oder indirekt materiellen Vorteil zieht. Der Gesetzestext war auf Druck aus der EU und mit finanzieller Unterstützung durch zwei EU-Mitgliedstaaten erarbeitet worden – Italien und Dänemark [1] –, und zwar in einer Zeit, in der Niger sich unter Außenminister Mohamed Bazoum (2011 bis 2016) als loyaler Helfershelfer der EU-Flüchtlingsabwehr zu profilieren suchte. Wenig später etwa erklärte Niger sich im November 2015 auf dem EU-Afrika-Gipfel in Malta zusätzlich bereit – als einziger afrikanischer Staat –, den Aufbau von EU-Zentren auf dem Kontinent zu ermöglichen, in denen Menschen Asyl in Europa beantragen können. Damit habe das Land sich deutlich „von seinen Partnern in der Afrikanischen Union entsolidarisiert“, die dieses Ansinnen eindeutig abgelehnt hätten, hieß es in einem Bericht; Kritiker hätten die Regierung in Niamey deshalb als „afrikanischen Gendarmen der Europäer“ attackiert.[2]


    Keine Freizügigkeit mehr

    Dabei ist das Gesetz 2015-36 von Anfang an scharf kritisiert worden. So steht es etwa in Widerspruch dazu, dass in der westafrikanischen Staatenorganisation ECOWAS, der Niger angehört, prinzipiell Freizügigkeit für alle Bürger aller Mitgliedstaaten herrscht. Sie wird jedoch durch das Gesetz real eingeschränkt.[3] Eingeschränkt werden zudem Bürger von ECOWAS-Staaten, die völlig legal in einem Land Nordafrikas, etwa in Libyen oder in Tunesien, nach Arbeit suchen und auf dem Landweg dorthin reisen wollen. Ein Problem bringt das Gesetz auch für Menschen aus angrenzenden Sahel-Staaten, die fliehen müssen, etwa vor den in der Region aktiven jihadistischen Milizen: Sie dürfen in Niger nun nicht mehr auf legale Unterstützung hoffen. Hinzu kommt, dass die nordnigrische Stadt Agadez sowie die umliegende Region seit je von Migration leben, einst von durchziehenden Karawanen, später vor allem vom Tourismus, zuletzt von Flüchtlingen auf dem Weg in die Anrainerstaaten des Mittelmeers. Nach der Verabschiedung des Gesetzes und der darauf folgenden Unterstützung der EU für Niger bei der Überwachung seiner Grenze wurde das gesamte Geschäft im Umfeld der Migration – von Fahrdiensten über die Vermietung von Unterkünften bis zur Nahrungsmittelversorgung – umfassend ruiniert.


    Noch mehr Tote

    Vor allem wurden Flüchtlinge auf dem Weg nach Norden nur teilweise gestoppt, zu einem großen Teil aber auf abgelegenere, noch gefährlichere Fluchtrouten abgedrängt – abseits der Hauptwege durch die Sahara, die nun von nigrischen Militärs mit Gerät der EU überwacht wurden. Derlei Gerät stellte auch Deutschland bereit; im Jahr 2017 beispielsweise sagte Berlin, um Niamey „im Kampf gegen Schleuser ... zu unterstützen“, die Lieferung von 100 Pick-Ups, 115 Motorrädern, 53 weiteren Militärfahrzeugen sowie 55 Satellitentelefonen zu.[4] Parallel zum Versuch der nigrischen Regierung bzw. von Innenminister Bazoum (2016 bis 2021), die Wege durch die Sahara in Richtung Norden im Auftrag und mit Unterstützung der EU abzuschotten, stieg die Zahl der Todesopfer unter den Flüchtlingen rasant an. Das Missing Migrants Project der International Organization for Migration (IOM) konnte auf den Routen durch Niger für 2015 56 verstorbene oder verschwundene Flüchtlinge nachweisen, für 2017 bereits 433; kurz zuvor, Ende 2016, war das Gesetz 2015-36 endgültig in Kraft getreten.[5] Einigkeit herrscht darüber, dass die Angaben des Missing Migrants Project zwar gut belegt, aber viel zu niedrig sind – aufgrund der wohl hohen Dunkelziffer. Diese ist bei Todesopfern abseits der Hauptrouten durch die Sahara noch höher als sonst.


    Sanktionen „begrüßt“

    Wie das französische Onlineportal Mondafrique berichtet, hat Nigers Übergangspräsident Abdourahamane Tiani das Gesetz 2015-36 Ende vergangener Woche per Dekret aufgehoben. Dies hatten Einwohner insbesondere Nordnigers, aber auch Menschenrechtsorganisationen immer wieder gefordert. Ausgelöst habe den Schritt, dass die EU regelmäßig verlange, den gestürzten Präsidenten Bazoum (2021 bis 2023) wieder ins Amt zu bringen, und dass sie zudem die Sanktionen ausdrücklich unterstütze, die die ECOWAS gegen Niger verhängt habe, berichtet Mondafrique. Niamey sei daher nicht mehr bereit, der EU einen Gefallen zu tun.[6] Die Entscheidung wurde am Tag nach der Verabschiedung einer Erklärung des Europaparlaments gefällt, in der das Parlament den Putsch in Niamey vom 26. Juli verurteilt und nicht nur verlangt, Bazoum wieder in sein früheres Amt einzusetzen, sondern auch auf die Verhängung konkreter Sanktionen dringt. Die EU hatte am 23. Oktober ein Rahmenwerk beschlossen, das Restriktionen gegen Nigrer prinzipiell ermöglicht; Guthaben in der EU können eingefroren, Visa verweigert werden.[7] Das Europaparlament will nun Mitglieder der nigrischen Übergangsregierung konkret sanktioniert sehen. Zudem „begrüßt“ es die ECOWAS-Wirtschaftssanktionen gegen Niger.[8]


    Mangel am Lebensnotwendigsten

    Die Sanktionen belasten die nigrische Bevölkerung stark. Auch auf massiven Druck der EU hat die ECOWAS kurz nach dem Putsch eine totale Handelsblockade gegen Niger verhängt; die Grenzen sind geschlossen. Weder Nahrungsmittel noch Medikamente gelangen auf regulärem Weg in das Land; Nigeria, das zuvor ungefähr 70 Prozent der in Niger benötigten Elektrizität lieferte, hat den Stromexport dorthin eingestellt. Die Lebensmittelpreise sind in Niger, dem laut UN-Statistiken drittärmsten Land weltweit, bereits im Sommer schmerzhaft in die Höhe geschossen; der Vorrat an Medikamenten geht zur Neige, manche Mittel sind schon heute nicht mehr erhältlich. Ohne Schmuggel und ohne vereinzelte Lieferungen über das die Sanktionen nicht mittragende Burkina Faso, die allerdings Gebiete durchqueren müssen, in denen Jihadisten oft Überfälle durchführen, wäre der Mangel noch schlimmer.[9] Die ECOWAS setzt darauf, dass Nigers Bevölkerung, wenn man sie nur lange genug aushungert, die Übergangsregierung stürzt und den einstigen Präsidenten Bazoum, der stets loyal mit der EU kooperierte, wieder in Amt und Würden bringt. Die EU unterstützt dies. Dabei profitiert sie davon, dass die Hungerblockade gegen Niger – ganz im Unterschied zu anderen Blockaden – international keine Schlagzeilen macht und daher ohne politischen Schaden aufrechterhalten werden kann.

     

    Mehr zum Thema: Tödliche Sanktionen und Abzug aus dem Sahel.

     

    [1] Mission Accomplished? The Deadly Effects Of Border Control In Niger. borderforensics.org 08.05.2023.

    [2] Christophe Châtelot: Le Niger, sous-traitant africain de la politique migratoire de l’Europe. lemonde.fr 28.06.2018.

    [3] Jérôme Tubiana, Clotilde Warin, Gaffar Mohammud Saeneen: Multilateral Damage. The impact of EU migration policies on central Saharan routes. Clingendael: CRU Report. Den Haag, September 2018.

    [4] Florian Manthey: 53 Fahrzeuge für Nigers Streitkräfte. bmvg.de 22.09.2017.

    [5] Border Forensics: Investigation Report: Mission accomplished? The deadly effects of border control In Niger. May 2023.

    [6] Le Niger répond à Bruxelles en abrogeant la loi anti-migratoire. mondafrique.com 25.11.2023.

    [7] Niger: EU sets up an autonomous framework for restrictive measures. consilium.europa.eu 23.10.2023.

    [8] Human rights breaches in Iran, Niger and Georgia. europaparl.europa.eu 23.11.2023.

    [9] Sanctions de la Cedeao contre le Niger : les populations résistent. oestaf.com 10.11.2023.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9418

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    ZEITGESCHICHTE 
    Vom Himmel hoch

    spiegel.de, vom 23.10.1988, 13.00 Uhr • aus DER SPIEGEL 43/1988

    Ein geheimer Plan enthüllt, daß die Amerikaner gegen Kriegsende bereit waren, einen großen Teil der deutschen Bevölkerung mit Giftgas zu vernichten. *


    Vier Tage schon lag das amerikanische Handelsschiff »John Harvey« im Hafen der süditalienischen Stadt Bari, und die Ladung war noch immer nicht gelöscht.

    Weder der Kapitän noch die Besatzung ahnten, welch gefährliche Fracht sie im amerikanischen Baltimore, 5700 Seemeilen entfernt, an Bord genommen hatten. Nur sieben mitschippernde Soldaten, an ihrer Spitze Oberleutnant Howard Beckström, wußten über Einzelheiten Bescheid.

    Emissions to decisionsDeloitte united Mainova behind a clear roadmap to carbon neutrality by 2040.

    Am 2. Dezember 1943 zur Abendstunde griffen deutsche Ju-88-Bomber 20 Minuten lang die Piers in Bari an. Sie versenkten 17 Schiffe und beschädigten acht weitere schwer. Auch die 10617 Bruttoregistertonnen große »John Harvey« fing Feuer und explodierte.

    Kurz darauf wurden Verletzte mit sonderbaren Symptomen in die Lazarette eingeliefert: Sie hatten Hautschäden, Augenschmerzen, geschwollene Geschlechtsteile, extrem niedrigen Blutdruck bei stark erhöhter Pulsfrequenz. Die Ärzte tippten auf eine spezielle Art von Hautentzündung - eine folgenschwere Fehldiagnose.

    In dem US-Frachter lagerten, was Beckström, der bei dem Angriff getötet wurde, auf Weisung von oben hatte verschweigen müssen, 540 Tonnen Senfgas. Über 1000 Soldaten und Zivilisten kamen in den Schwaden des hochgiftigen Kampfstoffes ums Leben. Die Alliierten vertuschten, wie es zu dem Massensterben kommen konnte: Sie gaben »Verbrennung«, »Bronchitis« oder »Lungenkomplikation« als Todesursachen an.


    Bis heute blieben die Hintergründe der »Katastrophe von Bari«, so der Historiker und Giftgas-Experte Günther Gellermann, ein strenggehütetes Geheimnis. Zwar spekulieren Militärhistoriker seit langem darüber, ob die Amerikaner nach ihrer Landung in Italien den dort »erwarteten deutschen Gaseinsatz mit einem entsprechenden Gegenschlag« (Gellermann) kontern wollten - mehr war jedoch nicht bekannt.

    Erst ein Zufallsfund des württembergischen Privatforschers und Fachautors Fritz Hahn, 66, in einem Washingtoner Archiv enthüllt die Dramatik eines Planes, den die US-Kriegführung unmittelbar nach dem »Ersteinsatz von Gas durch die Achsenmächte« ("G-Day") verwirklichen wollte. Danach sollten, von Italien und England aus, Tausende Flugzeuge »in einer 15-Tage-Operation« *___30 deutsche Großstädte mit Senfgas und/oder dem noch ____giftigeren Phosgen einnebeln, *___alle wichtigen Industrie- und Fabrikationsanlagen ____zerbomben und so den Zweiten Weltkrieg in Europa mit ____einem Schlag beenden.


    Unter Punkt 4 des Plans ("Mögliche Ergebnisse des Angriffs") errechneten US-Spezialisten der Abteilung für Chemiekriegführung, wie viele Menschen »direkt beeinträchtigt«, also getötet würden - »5600000«. Weitere zwölf Millionen »würden dem vorgeschlagenen Angriff indirekt ausgesetzt« sein.

    Hitlers Nachrichtendienste hatten offenbar von den amerikanischen Vorbereitungen, wenn auch nur bruchstückhaft, erfahren. Sie wußten, daß seit Anfang 1943 laufend Kampfstoffe nach West- und Nordafrika verschifft und dort gelagert wurden - nicht allzuweit von Süditalien entfernt.

    Die Kampfstoffe Phosgen und Senfgas waren im Ersten Weltkrieg, 1915 und 1917 an der West-Front, erstmals eingesetzt worden - von den Deutschen. Senfgas, das nach den Namen der Erfinder Lommel und Steinkopff auch »Lost« genannt wird, ist ein Hautgift, Phosgen greift die Lunge an. »Der Atem«, beschreibt ein Mediziner die Wirkung, »wird immer kürzer und stoßweiser, bis der Tod durch Ersticken eintritt.«


    Als 1919 nach dem Ersten Weltkrieg in Versailles Frieden geschlossen wurde, untersagten die Siegermächte dem Verlierer Herstellung und Einfuhr von »erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie allen derartigen Flüssigkeiten, Stoffen«. Die Anweisung wurde nie kontrolliert, bald lief die Produktion in Deutschland wieder auf vollen Touren.

    Auch die internationale Vereinbarung »über das Verbot des Kriegseinsatzes« chemischer und bakteriologischer Stoffe ("Genfer Protokoll") sechs Jahre später war nur halbherzig. So propagierten die USA zwar die Ächtung solcher Waffen, das Abkommen aber ratifizierten sie damals nicht.


    Amerikanische Chemiker forcierten, genauso wie deutsche Hersteller, die _(Bei der Erläuterung von Giftgas-Waffen. )

    Giftgas-Produktion, Militärs erdachten neue Strategien. General Amos Fries, damals Chef des »Chemical Warfare Service«, lobte die »Kunst der Vervollkommnung ... giftiger Gasbomben«. Er prophezeite, den »Krieg der Zukunft« werden jene »gewinnen, die den weitestgehenden Gebrauch von der chemischen Waffe machen werden« - vom Himmel hoch, gebombt oder gesprüht.

    Auch Hitler, als Gefreiter 1918 selber Opfer eines britischen Gasangriffs ("Um mich war es finster, die Augen waren in glühende Kohlen verwandelt"), ließ kräftig an Plänen arbeiten, Kampfstoffe »gegen die feindliche Zivilbevölkerung« (so eine Nazi-Denkschrift aus der Kriegszeit) einzusetzen. So könnten, heißt es darin weiter, »auf lange Zeit hin Panik und völliger Stillstand im Leben einer begifteten Stadt« erzwungen werden.

    Ein letztes Mittel: Andere Bewaffnung war im Sommer 1944 bereits knapp. Tausende von Kampfpanzern konnten nicht gebaut werden, Haubitzen-Granaten waren kaum mehr vorhanden, der Vorrat an 7,9-Millimeter-Infanteriepatronen reichte, hat Spezialist Hahn ausgerechnet, nur noch »ganze zehn Tage« _(Fritz Hahn: »Waffen und Geheimwaffen des ) _(deutschen Heeres 1933-1945«. Bernard & ) _(Graefe Verlag, Koblenz, 1987; 2 Bände, ) _(138 Mark. ) .


    Zum selben Zeitpunkt verfügte die Wehrmacht über mehr als 50000 Tonnen Giftgas - »eine beachtliche strategische Variante, auf die eine in die Enge getriebene, fanatische Führung hätte zurückgreifen können«, sagt der Freiburger Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller. Zu jenen Kampfstoffen gehörten auch die Nervengifte Tabun und Sarin, deren Produktion auf Hitlers Weisung hin vorangetrieben werden sollte - zumal der Kriegsgegner sie noch nicht entwickelt hatte.

    Die Amerikaner und ihre Verbündeten waren allerdings längst gewappnet, auf einen deutschen Gasangriff sofort mit der flächendeckenden Vernichtung des Kriegsgegners zu reagieren. »Ich hoffe«, erklärte Präsident Roosevelt, »daß wir ... nie dazu gezwungen sein werden. Ich stelle kategorisch fest, daß wir unter keinen Umständen auf den Einsatz derartiger Waffen zurückgreifen, solange es der Feind nicht ... tut.«

    Für alle 30 Städte, vom US-Verteidigungsministerium und von Geheimdienstlern als »Schlüsselziele« ausgesucht, gab es präzise Beschreibungen jener Viertel, die als Angriffsobjekt »empfehlenswert« seien - in Hamburg, beispielsweise, waren es drei: _____« I. Dieses Ziel umfaßt die Innenstadt mit einer Fläche » _____« von einer Quadratmeile ... annähernd 200000 Personen » _____« (nächtliche Bevölkerung um 100000), das Geschäfts- und » _____« Speicherzentrum. Angrenzend im Süden der Hafen längs der » _____« Elbe, eingeschlossen sind die U-Boot-Werften. » _____« II. Dieses Ziel umfaßt das dichtbevölkerte Wohngebiet » _____« östlich des Altonaer Bahnhofs, » _____« nördlich der Elbe und des Parkgürtels um die » _____« Innenstadt, südlich von Eimsbüttel, des » _____« dichtbesiedeltsten Stadtteils. In diesem anderthalb » _____« Quadratmeilen großen Zielgebiet leben 190000 Menschen. » _____« III. Dieses Ziel umfaßt die dichtbesiedelten » _____« Wohngebiete im Nordosten der Stadt. In diesem anderthalb » _____« Quadratmeilen großen Zielgebiet leben 140000 Menschen. »

    Fünf Städte - München, Augsburg, Nürnberg, Stuttgart und Karlsruhe - sollten vom italienischen US-Stützpunkt Foggia, rund 100 Kilometer nördlich von Bari, angeflogen werden. Alle anderen - unter ihnen Berlin, Köln, Düsseldorf, Leipzig und Dresden - von London aus.

    Je nach den klimatischen Bedingungen wären das leicht flüchtige Phosgen oder der schwerere Lost abgeworfen worden. Dabei kalkulierten die Planer zur Vergiftung »einer Quadratmeile« den Einsatz von mindestens »100 Flugzeugen mit 4000 Bomben a 100 Pfund (Lost)« oder »600 Bomben a 1000 Pfund (Phosgen)« ein.

    Amerikas Chemiefabriken hatten genügend Kampfstoff produziert, gegen Ende des Krieges lagerten in den Arsenalen 140000 Tonnen. Aber es standen zum damaligen Zeitpunkt nicht genügend Bomber bereit.

    Bei einem Angriff im März 1944 hätte die amerikanische Luftwaffe jedoch 63 Prozent des »Zielprogramms« erledigen können, im Juni schon 76 Prozent. Möglich scheint, daß die Briten im Bedarfsfall mitgeflogen wären, am 1. April 1944 standen bei der Royal Air Force 5630 Bomber parat, 45 mehr als bei den amerikanischen Verbündeten.

    Englands Premierminister Winston Churchill verfolgte ähnliche Ziele wie damals Roosevelt, auch auf britischer Seite wurde »sehr ernsthaft über einen Gaseinsatz gegen Deutschland« (Gellermann) nachgedacht. So teilte Churchill am 6. Juli 1944 seinem Stabschef, General Hastings Lionel Ismay, mit: _____« Ich wünsche, daß eine kaltblütige Einschätzung » _____« darüber vorgenommen wird, ob es günstiger für uns wäre, » _____« Giftgas einzusetzen ... Wenn wir dies tun, dann sollte es » _____« hundertprozentig sein. »

    Churchill verlangte, daß »die Angelegenheit in der Zwischenzeit von vernünftigen Leuten« behandelt werde - nicht von »psalmodierenden uniformierten Defätisten, die einem hin und wieder über den Weg laufen«.

    Seine Militärs hielten sich jedoch zurück. »Bislang«, meldeten sie dem Regierungschef, sei die »Moral der deutschen Bevölkerung durch unsere Luftangriffe nicht gebrochen« worden, der »Vorteil der Überraschung« könne »daher nur von kurzer Dauer« sein. Außerdem, argumentierten sie, verfüge der »Gegner über eine gute Gasschutzausrüstung«.

    Daß Gasmasken bei Lost- oder Phosgen-Einsätzen lebensrettend sein können, belegt eine Statistik aus dem Ersten Weltkrieg. Während anfangs, »als das Gas auf unvorbereitete Gegner prallte« (so der Kieler Chemiker Ulrich Müller), die »tödlichen Verluste bis zu 35 Prozent« betrugen, sanken sie zum Ende auf knapp zwei Prozent - dank der Schutzmaßnahmen.

    Doch Deutschland war, entgegen der Einschätzung der Londoner Generalität, fast schutzlos. Weder gab es Sirenen für Gasalarm noch genügend Luftschutzräume. Etwa 65 Prozent aller Zivilisten im Reichsgebiet, so errechnet Gellermann, »besaßen keine Gasmasken«.

    Am schlimmsten stellte sich die Lage bei kleinen Mädchen und Jungen bis zu drei Jahren dar. Sie sollten, nach Hitlers Vorstellungen, eigentlich mit speziellen, rundum abgedichteten Gasbettchen und Gasjäckchen aus Gummi ausgerüstet werden. Doch weil es weder genug Kautschuk noch den Ersatzstoff Buna gab, waren fast 90 Prozent der Kinder ungeschützt.

    »Die Eröffnung eines Gaskrieges durch die Alliierten zu diesem Zeitpunkt«, resümiert Gellermann, »hätte zu einer Katastrophe geführt und Deutschland wahrscheinlich gezwungen, innerhalb kürzester Zeit die Waffen niederzulegen.«

    Bei der Erläuterung von Giftgas-Waffen.Fritz Hahn: »Waffen und Geheimwaffen des deutschen Heeres1933-1945«. Bernard & Graefe Verlag, Koblenz, 1987; 2 Bände, 138Mark.

    Info: https://www.spiegel.de/politik/vom-himmel-hoch-a-cac15f3c-0002-0001-0000-000013531696


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Begriffe wie „Angriffskrieg“ oder „Regime“ fallen nicht vom HimmelWie wir manipuliert werden

    unsere-zeit.de, |

    Am vergangenen Mittwoch sprach Albrecht Müller („NachDenkSeiten“) in Friesenheim über die Botschaft seines Buches „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst”. UZ dokumentiert einen Auszug seines Vortrages, in dem es um verschiedene geläufige Techniken der Manipulation geht. Einige Zeit lang war ich Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt. Montags bis freitags trafen wir uns am frühen Morgen unter Vorsitz des Chefs des Bundeskanzleramtes in einem kleinen Sitzungssaal des Kanzlerflügels zur morgendlichen Lagebesprechung. Mit dabei außer den sechs Abteilungsleitern war der Regierungssprecher, damals die meiste Zeit Klaus Bölling, und der Redenschreiber des Bundeskanzlers. In dieser Runde wurde auch darüber beraten, was der Regierungssprecher bei der Bundespressekonferenz wie auch in Hintergrundgesprächen sagen sollte. Die morgendliche Lagerunde war und ist bis heute ein Ort der Sprachregelung. Man kann das Ergebnis solcher Beratungen bei der Bundespressekonferenz mit den Regierungssprechern beobachten. (…) Sprachregelung ist überall spürbar. In der innen- und gesellschaftspolitischen Debatte beherrschen seit Jahren wiederkehrende Botschaften die Verlautbarungen: Es geht uns gut. Die Löhne sind zu hoch. Die Lohnnebenkosten sind auch zu hoch. Der Arbeitsmarkt ist zu unflexibel. Das hat uns Arbeitslosigkeit gebracht. Wir brauchen Reformen. Der Generationenvertrag trägt nicht mehr. Jetzt ist Digitalisierung angesagt. Und so weiter und so weiter. Auch in der außenpolitischen und sicherheitspolitischen Debatte herrschen Sprachregelungen vor. Wir nennen Regierungen, die uns nicht passen, „Regime“ oder „Diktaturen“. Wir sprechen vom Mullahregime und vom Schlächter Assad. Wir sprechen hingegen nicht vom Schlächter Mohammed bin Salman al-Saud, wenn wir den Kronprinzen von Saudi-Arabien meinen. Obwohl Saudi-Arabien und andere Staaten des Nahen Ostens mit ihren Völkern und mit Nachbarn wie etwa dem Jemen mindestens so schlimm umgehen wie der Präsident in Syrien das angeblich tut, nennen wir diese dann besser nicht Diktatoren und nicht Schlächter. – So, nämlich Schlächter, könnten wir eigentlich auch Hillary Clinton wegen ihrer Rolle bei der Zerstörung staatlicher Strukturen in Libyen nennen, oder Obama, der mit dem Drohneneinsatz, über Ramstein gesteuert, schon ganze Großfamilien hat hinschlachten lassen. Da fehlt es offenbar an der entsprechenden Sprachregelung. Auch die Corona-Debatte leidet unter Sprachregelungen. Die Begriffe „Corona-Leugner“, „Impfmuffel“ oder „Impfleugner“ und „Impfverweigerer“ sind aufgeladen mit negativen Vorurteilen. Die Begriffe treffen auch Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, oder auch jene, die sich nach intensiven Untersuchungen und Prüfungen dazu entschlossen haben, sich nicht impfen zu lassen. Die Sprachregelung stört und zerstört die Möglichkeit, die Debatte um dieses wichtige und große Problem differenziert und solidarisch zu führen. Jetzt noch ein aktuelles Beispiel über die Nutzung der Sprache: Deutschland soll kriegstüchtig werden, meint Verteidigungsminister Pistorius. – Diese Verbindung des für viele Menschen positiv klingenden Begriffs „tüchtig“ mit dem Wort Krieg – das ist schon hohe Schule der Propaganda, der miserablen Propaganda. In dem Wort „tüchtig“ ist die Bereitschaft zum Krieg schon enthalten. Wir kommen zur zweiten beschriebenen Methode der Manipulation: Manipulation mit ständig gebrauchten und mit einer Bewertung versehenen Begriffen. Dazu gibt es treffende aktuelle Beispiele: Angriffskrieg. Oder Putins Krieg. Bitte beachten Sie: Angriffskrieg ist kein normales deutsches Wort. Normalerweise sagen wir Krieg. Oder Erster Weltkrieg oder Zweiter Weltkrieg. Oder Vietnamkrieg. Die jetzt allenthalben gebrauchte Wortkombination Angriffskrieg soll signalisieren, dass es einen eindeutig Schuldigen gibt: Russland. Damit sind wir gleich bei der nächsten Methode: Geschichten verkürzt erzählen. Das ist eine oft genutzte Methode der Manipulation: Erstes Beispiel: Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022. Darüber wird geredet und geurteilt ohne Beachtung der Vorgeschichte, ohne Berücksichtigung der 11.000 und mehr Toten beim Beschuss der Ostukraine mit ihrer russischstämmigen Bevölkerung durch die Artillerie der Ukraine. Zweites Beispiel für eine verkürzt erzählte Geschichte: Über den Terror der Palästinenser aus dem Gazastreifen wird berichtet und kommentiert, ohne die Umstände des jahrelangen Eingesperrtseins der Palästinenser zu beachten. (…) Die gleiche Botschaft aus verschiedenen Ecken aussenden: Als in Deutschland ab 1999 die Agenda 2010 und der Ausbau eines breiten Niedriglohnsektors durchgesetzt werden sollten, da konnten sich jene, die an niedrigen Löhnen interessiert waren, darüber freuen, dass diese Drecksarbeit von einem sozialdemokratischen Bundeskanzler begonnen und umgesetzt wurde: von Gerhard Schröder. Wichtig für die Glaubwürdigkeit der Forderungen und damit für die Durchsetzung der Agenda 2010 war es, dass nicht nur die daran interessierten Wirtschaftsbosse, sondern auch Personen, die als fortschrittlich galten, sich ebenfalls für diese Art von Reformen einsetzten – so zum Beispiel der ehemalige Spitzenpolitiker aus Baden-Württemberg Erhard Eppler. Noch ein Beispiel aus der Außen- und Sicherheitspolitik: Als es ebenfalls 1999 darum ging, die Bundeswehr zu ihrem ersten Auslandseinsatz außerhalb des NATO-Bereiches in Jugoslawien zu schicken, was ein wirklicher Bruch der bisherigen politischen Linie war, bedurfte es zur Abwehr der Kritiker der gleichen Kriegsbotschaft aus verschiedenen Ecken: CDU und CSU waren sowieso dafür. Da fügte es sich, dass ein Sozialdemokrat Verteidigungsminister war, der diesen Krieg mitmachte, nämlich Rudolf Scharping, und dass auch der Außenminister, die damalige Spitzenfigur der Grünen, Joschka Fischer, seine Zustimmung gab und sich dann als Busenfreund der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright ganz besonders engagierte. Also: Wenn so verschiedene Personen wie Angela Merkel von der CDU, Rudolf Scharping von der SPD und Joschka Fischer von den Grünen dafür werben, die Bundeswehr auf den Balkan zu schicken, dann haben Zweifler kaum eine Chance. Der ungekürzte Vortrag ist auf den „NachDenkSeiten“ zu finden: kurzelinks.de/Manipulation
    Albrecht Müller„Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst“
    Westend Verlag, 144 Seiten, 14 Euro Categories Politik Tags , ,


    Info: https://www.unsere-zeit.de/wie-wir-manipuliert-werden-4785969


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Was ist „Rechts“, was ist „Links“?

    Screenshot_2023_11_27_at_23_18_19_Was_ist_Rechts_was_ist_Links_Deutscher_Freidenker_Verband_e.V

    AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung


    freidenker.org, vom 25. November 2023, Von Klaus Hartmann

    In den letzten Jahren ist es zunehmend üblich geworden, Menschen und Proteste als „rechts“ zu etikettieren, wenn sie sich gegen den „Mainstream“ oder den Kurs der Regierung wenden. Wer zur Zuwanderung, den „Corona-Maßnahmen“, zum „Klima“ oder dem Heizungsgesetz, zu den Kriegen in der Ukraine oder in Palästina eine eigene Meinung vertritt, die nicht den Vorgaben der Herrschenden huldigt, sieht sich schnell ausgegrenzt, geächtet, in seiner beruflichen und sozialen Existenz bedroht, gar strafrechtlicher Verfolgung wegen „Meinungsdelikten“ ausgesetzt.

    Regelmäßig und immer wieder wird das Publikum mit der Frage traktiert, was denn eigentlich rechts und was links sei. Ist das eine aktuelle Frage, oder geht es dabei um abgehobene Debatten, die mit uns und dem praktischen Leben nichts zu tun haben, geht es um „intellektuelle“ Fingerübungen ohne Belang? Aber es muss Gründe haben, es müssen Interessen dahinterstehen, wenn ständig zum „Kampf gegen rechts“ geblasen wird, wenn der vermeintliche „Verfassungsschutz“, also der Inlandsgeheimdienst, immer wieder vor „Linksextremisten“ und vor „Rechtsextremisten“ warnt. Offenbar geht es um die (weitere) Spaltung der Bevölkerung, aber das ist kein Selbstzweck. Die Bereitschaft, sich für die eigenen Interessen einzusetzen, dem Kurs der Regierung, der EU, der NATO sowie ihrer Mainstreammedien zu widersprechen, soll ausgehebelt werden. Dazu sind die Mittel der Wahl die Denunziation und die Begriffsverwirrung.

    Zwei Beispiele aus jüngster Zeit: Als am 23. Oktober 2023 auf einer Bundespressekonferenz das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ seine Vereinsgründung bekannt gab[1], sah am selben Tag der Linken-Vorsitzende Martin Schirdewan Sahra Wagenknechts künftige neue Partei „deutlich rechts“.[2] Welcher politische Kompass hat ihn zu diesem Befund geleitet? Zur Landratswahl im Landkreis Dahme-Spreewald am 12.11.2023 lautete eine Schlagzeile: „Rechter Russland-Freund will BER-Landrat werden“.[3] In Steffen Kotrés Sündenregister stehen seine Aussage im „russischen Propaganda-TV“[4], dass ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine sei, und dann habe er noch „Syriens Mörder-Regime“ die „legitime Regierung“ genannt. Ist zwar völkerrechtlich korrekt, aber in NATO-Deutschland ein Meinungsverbrechen.


    „Gegen rechts“ – ein Fake

    Wer denkt, es ginge gegen echte Nazis, hat sich geirrt. Begründet wird meist nicht, was mit „gegen rechts“ gemeint sei soll. Im Umkehrschluss nehmen die Kämpfer für sich in Anspruch,„links“ zu sein, ebenfalls unbegründet. Selbst wer das Naziregime in der Ukraine unterstützt, kann sich heute als „Linker fühlen“. Bei Parteien und Organisationen ist in der Regel eben nicht mehr das „drin, was draufsteht“.

    Inzwischen gerät jeder in Gefahr, verrissen zu werden, wer nicht exakt die Regierungslinie nachbetet oder grünen Polit-Vorgaben folgt. Die „Fälle“ der Ulrike Guérot von der Uni Bonn, des Michael Meyen von der Ludwig-Maximilians-Universität München oder des Patrik Baab von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel stehen stellvertretend für eine Vielzahl, die wegen ihrer abweichenden Meinungen geschasst wurden. Die Medien meinen, Abweichler pauschal als „rechts“ verunglimpfen zu können. Aber nicht nur sie.

    Auch sich „links“ und „antifaschistisch“ Dünkende stellten ihre Staatsgläubigkeit und den besonderen Gehorsam gegenüber den verrücktesten Corona-Anordnungen zur Schau, wenn sie Demonstranten gegen die „Maßnahme“ Rufe wie „Nazis raus!“ oder „Wir impfen Euch alle!“ entgegenschleuderten. In diesen Kreisen gelten „Querdenker“ als indiskutabel und natürlich als „rechts“. Dabei ist es gar nicht lange her, dass Querdenker als Kompliment und Auszeichnung verstanden wurde, und zahlreiche Institutionen verliehen „Querdenker-Ehrenpreise“. So die Wirtschaftsvereinigung „Querdenker-Club“ (240.000 Mitglieder), die damit u.a. Schauspieler ehrte, jemand, „der seinen Weg geht, gegen alle öffentlichen Anfeindungen“[5], in NRW zeichnete trailer Ruhr innovative Filmproduktionen mit ihrem Querdenker-Preis aus,[6] die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin  vergab ihren eigenen Querdenker-Preis  für „kreative und innovativ denkende … die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern“,[7] und die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) vergab den Förderpreis „Querdenker“ für vorbildhafte Azubi-Projekte.[8]


    Beispiel Daniele Ganser

    Im Kreuzfeuer vermeintlich „linker“ Kritik steht auch Daniele Ganser, vor dessen meist ausverkauften Veranstaltungen inzwischen regelmäßig Gegendemonstrationen von VVN, Omas gegen „rechts“ und anderen stattfinden, die offenbar noch nie eine seiner Reden gelesen, kein Video angeschaut und kein Buch von ihm gelesen haben, aber Transparente vor sich hertragen mit Parolen wie „Kein Platz für Nazipropaganda“. Damit jeder die Infamie der Unterstellung selbst ermessen kann, folgt hier ein Auszug aus einem Beitrag für die Monatszeitschrift Rotfuchs über den Krieg der NATO gegen die Russische Föderation. Der Autor Gerhard Giese, Oberst a. D. der Nationalen Volksarmee der DDR zitiert „anstelle eines Resümees: Bemerkenswerte Standpunkte des Schweizer Friedensforschers Dr. Daniele Ganser“.


    • „Der Krieg in der Ukraine wurde nicht am 24.2.22 von Rußland, sondern bereits 2014 nach dem Maidan-Putsch durch die USA und die ASOW-Nazis begonnen. Der kollektive Westen hat mit der Aufnahme Polens und weiterer 11 Staaten in die NATO sein Nichterweiterungsversprechens gebrochen.
    • Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien sind möglich, wie die Ergebnisse bei den März-Verhandlungen 2022 in Istanbul bewiesen, wobei die USA und GB deren Abbruch anordneten.
    • Die USA könnten den Krieg ohne Kredite, Waffenlieferungen und Aufklärungsdaten für die Ukraine sofort beenden.
    • Grenzverschiebungen in Europa hat es bereits 1999 nach dem Jugoslawienkrieg des Westens gegeben und nicht nur durch die RF.
    • Die USA zwingen die EU-Länder der Ukraine Geld, Waffen, Munition, militärische Leistungen und Söldner bereitzustellen (militärische Lieferungen und Leistungen der USA 0,37 % des BIB, Polen 2,1 % und Deutschlands 7,2 %).
    • In der Ukraine stehen sich die zwei stärksten Kernwaffenmächte gegenüber, was gefährlich ist, da beide in einer Informationsblase leben und daher zu wenig voneinander wissen sowie kaum Einfluß aufeinander nehmen können.
    • Die Kriegsseiten sollten sich ein Beispiel an der Kuba-Krise nehmen und zu vernünftigen Reaktionen zurückkehren.
    • Je schneller sich die Seiten auf deeskalierende Maßnahmen einigen, um so eher könnte das Blutvergießen in der Ukraine beendet werden.“[9]
    Verkehrte Welt

    Wenn dies aus Sicht vermeintlicher „Linker“ „rechts“ sein soll, wirft das Fragen nach ihrer geistigen Verfassung auf. Es geht also „drunter und drüber“, und manche schließen daraus, dass es den Unterschied nicht mehr gibt, oder eine Unterscheidung ohne Belang ist. Viele, besonders Jugendliche, können mit dem Schema „rechts und links“ nichts anfangen und lehnen es ab. Die Sinnentleerung der Begriffe folgt dem realen Sinnverlust dessen, was heute inhaltlich unter rechts und links verstanden werden kann.

    Wer nach dem historischen Ursprung der Unterscheidung fragt, wird auf die Sitzordnung des französischen Parlaments stoßen. Als dort nach der Französischen Revolution eine Nationalversammlung gebildet wurde, nahmen (orientiert am britischen Unterhaus) die Anhänger der Monarchie und des Feudalsystems sowie die Vertreter des Klerus auf der rechten Seite des Sprechers Platz, während die Anhänger der Revolution, die Patrioten und Fortschrittlichen auf der linken Seite saßen. Damals hatte diese Unterscheidung erkennbar einen Sinn. Aus Tradition oder Gewohnheit werden SPD und Grüne heute noch als „links“ eingeordnet, unverdienterweise. Die SPD/Grüne-Regierung hat 1999 die erste Beteiligung Deutschlands an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach 1945, die NATO-Aggression gegen Jugoslawien zu verantworten. Wer für die Schleifung des Sozialstaats, den fortgesetzten Abbau demokratischer Rechte, eine wahnsinnige Aufrüstung und die Unterstützung des NATO-Kriegs gegen Russland steht, ist mitnichten links, sondern sowas von rechts, dass er schwerlich übertroffen werden kann.


    Diffamierungsgrundlage „Totalitarismus“-Doktrin

    Wenn ohne inhaltlichen Bezugsrahmen und Positionsangabe diese auf die Sitzordnung im französischen Revolutionsparlament zurückgehende Einteilung auf heute übertragen wird, trägt das nichts zur Klärung bei, sondern stiftet eher Verwirrung. Die herrschende Klasse hat auch die Definitionsmacht an sich gerissen, was in der sozialen Kommunikation als „reaktionär“ und als „fortschrittlich” zu gelten habe. Sie will die ideologische Lufthoheit ausüben, und das Fußvolk soll ihre Vorgaben akzeptieren. Eine Konstante dieser Vorgaben und sich unmittelbar auf das „rechts-links“-Thema bezieht, ist schon etwas älter – das ist die in Deutschland so geschätzte „Totalitarismus“-Doktrin (nicht eine „Totalitarismustheorie“, wie ihre Verkünder sie anpreisen, denn für eine Theorie mangelt es ihr an wissenschaftlicher Grundlage und Substanz).

    Der Glaubenssatz der „Totalitarismus“-Doktrinäre lautet, dass sich „die Extreme“, also links und rechts „berühren“, letztlich sozusagen eins werden. Schon die Weimarer Republik sei von rechten wie linken „Feinden der Demokratie“ zerstört und zu Grabe getragen worden. Das ist keineswegs der „Schnee von gestern“, sondern wird bis in unsere Tage weitergeschleppt: In der Greifswalder Straße in Berlin steht ein Denkmal für den von den Faschisten ermordeten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, für manche ein Stein des Anstoßes, der aber zu deren Leidwesen unter Denkmalschutz steht. Deshalb ziehen dort in Abständen die Anstoßnehmer auf, um Thälmann herunterzuputzen. So am 16.11.2023 die Pankower Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne), die mit anderen am Denkmal despektierliche Texttafeln anbrachte, und verkündete: Thälmann habe die Weimarer Republik bekämpft und geschwächt und damit die Voraussetzung geschaffen, dass Adolf Hitler 1933 an die Macht gelangen konnte.[10]

    Also nicht die Industriellen, die Hitlers NSDAP große Summen spendeten, nicht der Reichspräsident Paul von Hindenburg, der Hitler auf Geheiß der Geldgeber zum Kanzler ernannte, nicht die bürgerlichen Parteien, die im Reichstag für das Ermächtigungsgesetz stimmten, wären schuld am deutschen Faschismus, sondern der Kommunist Thälmann. Die auf derart historischen Lügen basierende „Totalitarismus“-Doktrin bringt unter ebenfalls historischer Bezugnahme eine weitere Diffamierung hervor, die systemkritischen Protestierern heute wieder um die Ohren gehauen wird: „Querfront“ heißt diese Diffamierungsvokabel, mit der eine „rechts-links“-Zusammenarbeit unterstellt wird, „wie damals“ in der Weimarer Republik.


    Was heißt hier „Querfront“?

    Zur Enttarnung der Lüge und der Diffamierungsabsicht genügt es, die Gegenfrage zu stellen: Wo gibt es heute in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen der Gewerkschaftsführung, der Bundeswehrführung und antikapitalistische Kräften der NPD? Absurde Frage? Ganz recht! Aber nur eine solche Kombination rechtfertigte in historischer Analogie das Wort von der „Querfront“. Das war zunächst eine Idee von Anhängern einer „Konservativen Revolution“, und wurde dann von Kurt von Schleicher, dem letzten Reichskanzler der Weimarer Republik von Dezember 1932 bis Januar 1933 adaptiert, als Versuch, Hitlers Machantritt im letzten Moment noch abzuwenden. Dazu versuchte er, ein Bündnis zwischen der Führung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Reichswehr und dem „antikapitalistischen Flügel“ der SA unter Gregor Strasser zustande zu kriegen – vergeblich, seine Querfront kam nicht zustande. Zu spekulieren, ob uns im Erfolgsfall Hitler und der faschistische Krieg erspart geblieben wären, ist müßig – die Frage „was wäre gewesen, wenn …“ kann im historischen Kontext nicht zu einer Antwort führen.

    Doch das Scheitern des Querfront-Versuch am Ende der Weimarer Republik interessiert die heutigen Nutzer dieser Vokabel nicht. Ihnen geht es um die Unterstellung einer Zusammenarbeit von Linken und Rechten, hier konkret von Nazis und Kommunisten. Doch damit wird bereits die nächste Geschichtslüge bemüht, denn zu Schleichers Querfrontprojekt war die KPD überhaupt nicht eingeladen, und es kann dahingestellt bleiben, ob sie im Falle einer Einladung überhaupt mitgemacht hätte.

    Beim heutigen Gebrauch der Querfront-Vokabel, nicht nur in den Mainstream-Medien, auch durch die VVN oder die Partei „Die Linke“, handelt es sich daher um eine „Lüge im Begriff“. So geschehen bei der Friedensdemonstration im Frühjahr 2023 in Berlin, zu der Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer aufgerufen hatten. Doch die verlogene Vokabel findet auch neue Freunde. Jürgen Elsässer, Herausgeber des rechten Magazins „Compact“, dreht den Spieß um und sehnt eine Querfront, wie sie die Diffamierer verstehen, geradezu herbei.


    „Nicht rechts, nicht links“?

    Neben dieser Konfusion und Verwirrung meinen viele Menschen, dass die Unterscheidung zwischen rechts und links belanglos geworden sei, weil das was draufsteht, ohnehin nicht mehr drin ist. Sie wollen der Falle entgehen, entweder in die eine oder andere Ecke gestellt zu werden. Besonders bisher nicht politisierte, erstmals in Bewegung gekommene Menschen kommen auf die Idee, „weder links noch rechts“ sein zu wollen. Das war 2014 so, als nach dem Staatsstreich in der Ukraine die „Neue Friedensbewegung“ entstand, und dann wieder 2020 ff. bei den Protesten gegen den Demokratieabbau im Zuge der sogenannten „Corona-Maßnahmen“. Ihnen scheint aber nicht bewusst zu sein, dass dieses Bestreben, „nicht rechts, noch links“ sein zu wollen, bereits eine etwas längere Geschichte in Deutschland hat.

    Dass die Losung eine ‚Karriere‘ hat, weiß aber kaum noch jemand. Der wahlkämpfende bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß meinte vor rund 50 Jahren: „Wir sind nicht die linke Mitte, wir sind nicht die rechte Mitte, wir sind die Mitte“,[11] der wahlkämpfende Gerhard Schröder trat 1998 unter der plakativen Losung „Die neue Mitte“ an.[12] Ein Buch über die Geschichte der Gründungsgrünen erschien 2011 unter ihrem Motto „Nicht rechts, nicht links, sondern vorn“,[13] 2009 entdeckten die Piraten den Slogan,[14] 2013 folgte die AfD.[15] Fazit: Links oder rechts will keiner gelten, alle treten sich lieber in der imaginären Mitte auf die Füße.

    Auch wem möglicherweise die politischen Koordinaten fremd oder egal sind, entkommt dem Dilemma leider nicht, denn in der Mitte, an diesem vermeintlich unpolitischen Ort tummeln sich schon viele, die diese Losung als Werbeslogan, als Marketingidee entdeckt haben.


    Zur Rolle und Politik der AfD

    Vielen gilt die AfD geradezu als Inbegriff einer rechten Partei, Urteile bzw. Aburteilungen zur „Alternative für Deutschland“ sind zahllos und schnell gesprochen. Die Schnelligkeit ist meist der Feind der Genauigkeit. Man sollte die unterschiedlichen Ebenen des „Phänomens AfD“ zu unterscheiden versuchen und insbesondere auseinanderhalten. Mit den Ebenen meine ich die Gründungsphase, die Programmatik, konkrete Äußerungen zu verschiedenen Themen und Aktionsschwerpunkte, schließlich die Wirkung ihrer Aussagen auf das Publikum und Schlussfolgerungen zum Umgang damit. Ohne dies hier grundlegend ausbreiten zu können, gehe ich von folgenden Thesen aus:

    An der Wiege der AfD standen einerseits neoliberale Professoren, andererseits vormalige Vertreter der „Stahlhelmfraktion“ der CDU. Die Parteigründung zielte v.a. auf enttäuschte CDU-Wähler, die diese Partei durch Merkel „entkernt“ und „sozialdemokratisiert“ empfanden, sich politisch heimatlos, ihnen sollte das Angebot einer „alternativen“ Systemopposition gemacht werden.

    Sozialpolitisch bekennt sich die AfD zur Beibehaltung des gesetzlichen Mindestlohns, sie fordert grundlegende Reformen der sozialen Sicherungssysteme, ohne konkret zu werden, frühere neoliberale Forderungen wie die Privatisierung der Arbeitslosen- und Unfallversicherung finden sich nicht mehr im Grundsatzprogramm. In der Sicherheitspolitik bekennt sich die AfD zur NATO-Mitgliedschaft und zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Bündnispartnern, zur Stärkung der Bundeswehr (sprich Aufrüstung) und Wiedereinführung der Wehrpflicht; andererseits: „Sicherheit in und für Europa kann ohne Russlands Einbindung nicht gelingen“.

    Aus dieser „Mischung“ ergibt sich im praktischen Verhalten, dass einerseits der Parteivorsitzende Chrupalla seine Partei als einzige Friedenspartei in Deutschland preist, andererseits fast die Hälfte der AfD-Fraktion den 100 Milliarden Kriegskrediten der Ampelregierung zugestimmt hat. Während das Hamburger Bundesvorstandsmitglied Wolf ein „allzu großes Verständnis für die russische Position im Ukraine-Krieg“ kritisiert, hält Chrupalla dagegen: „Der Ukraine-Krieg darf nicht weiter eskalieren, Deutschland nicht zur Kriegspartei werden. Statt immer mehr und immer schwerere Waffen in das Kriegsgebiet zu schicken, muss die Bundesrepublik mit Diplomatie auf ein möglichst schnelles Ende des Kriegs hinarbeiten.“

    Wir dürfen nicht übersehen, dass die AfD weiterhin stramm antikommunistisch agitiert. Reden über „Den grüne Kommunismus“,[16] „Das Gespenst der DDR geht wieder um“[17] oder „Das Erbe des Marxismus ist der Postkolonialismus“[18] zeugen wohl weniger von erheblicher Bildungsferne, als von dem Vorsatz, mit der Diffamierungskeule zurückzuschlagen und den Antikommunismus als ideologisches Rüstzeug dieser Republik weiter zu pflegen. Wir übersehen auch nicht, dass die AfD sich als besonders Zionismus-freundlich profilieren will und z:B. für ein Verbot der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) in Deutschland auftrat.


    Was folgt praktisch?

    Wenn man im Bundestag Stimmen gegen den Krieg gegen Russland und gegen die Wirtschaftssanktionen und gegen die Waffenlieferungen an die Ukraine hört, dann sind das in der Regel Reden von AfD-Vertretern, Ausnahmen bilden einzelne Abgeordnete der Partei Die Linke, wenn z.B. Sevim Dagdelen oder Andrej Hunko das Wort erhalten. Das muss man ganz nüchtern zur Kenntnis nehmen. Wenn eine AfD-Rede den Titel trägt „Das Volk will keinen Krieg“[19] – was soll man dagegen einwenden? Gegenwärtig leben wir unter einer massiven Bedrohung des Friedens, mit einer akuten Kriegsgefahr, keiner der unverantwortlichen Politiker des „kollektiven Westen“, keine Bundesregierung kann garantieren, dass Russland nicht irgendwann die „Rote Linie“ endgültig überschritten sieht.

    Von daher sind alle Stimmen, von welchem Politiker auch immer, die vor der Kriegsgefahr warnen, die eine Wiederinbetriebnahme der Nordstream-Pipelines fordern, die Waffenlieferungen an die Ukraine ablehnen, und die irgendwie Gehör, einen Weg in die Öffentlichkeit, in die Medien finden, grundsätzlich hilfreich und positiv. Und wenn das ein AfDler macht, dann ist es egal aus welchen Motiven, wenn die Bevölkerungsmehrheit, die in Frieden leben will, und die diesen abenteuerlichen Harakiri-Kurs gegen Russland nicht mitträgt, aus solchen Reden eine Bekräftigung und Stärkung ihrer Überzeugung erfährt, dann kann das nur positiv sein.

    Wenn daraus folgt, dass Menschen für solche Inhalte auf die Straße gehen, eine Einheit in der Aktion für Frieden und gegen Waffen zustande kommt, dann sollten wir uns ohne Ansehen der Person oder Kontrolle des Parteibuches daran beteiligen. Antikriegsaktionen mit demokratischen Rechten oder „Wertkonservativen“, wie sie genannt werden, falls sie dazu bereit sind – das sollte selbstverständlich sein, und wir sollten uns davon auch nicht von den „Kontaktschuld“-Predigern abhalten lassen. Dabei vergessen und verdrängen wir keinesfalls die Widersprüchlichkeiten, den „Kampf der Gegensätze“ in den Positionen von Mitwirkenden. Aber wir müssen die Prioritäten auf die Herstellung von Handlungsfähigkeit legen.

    Betrachtet man das alte Parteienspektrum, ist die AfD natürlich eine rechte Partei. Aber rechts von der AfD sitzt die SPD, mit dem Zeitenwende-Kanzler, der unentwegt Waffen für den Stellvertreterkrieg gegen Russland an die Ukraine liefert, dessen Kriegsminister Pistorius „Deutschland wieder kriegstüchtig“ machen will.[20] Und rechts von der SPD sitzt die CDU/CSU, deren Fraktionsvorsitzender Merz im Verein mit seinen militaristischen Sekundanten Hardt und Wadephul einen noch schärferen Kriegskurs will, u. a. durch Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern.[21] Und noch weiter rechts sitzt die FDP, deren Rüstungslobbyistin Strack-Zimmermann immer mehr Waffen für Kiew fordert[22], und womöglich Selenskij schon bald adoptieren könnte. Ganz am rechten Rand sitzen noch die Grünen, die Rechtsextremisten, die Russland ruinieren und besiegt sehen wollen, deren Baerbock „einen Krieg gegen Russland führt“ und deren Hofreiter völlig entfesselt immer mehr Sanktionen gegen Russland fordert und den „zögerlichen Kanzler“ mit Dauerkritik beschallt.[23]

    Gehen wir zurück in diesem Parteienspektrum, sehen wir links von der AfD, in der Mitte und etwas links der Mitte die Partei Die Linke. Und links von ihr die sich neuformierende Gruppe um Sahra Wagenknecht. Damit ist die linke Seite bereits abschließend aufgezählt, im Ergebnis ein völliges Ungleichgewicht, eine gähnende Leere. Das ist ein Versagen der Linken insgesamt, die sich zu großen Teilen auf Lifestyle- und Haltungsthemen sowie sprachpolizeiliche Ersatzübungen eingelassen hat, und darüber ihr Kerngeschäft, die Interessenvertretung der Nichtprivilegierten, vergessen hat. Nachdem ihr mit den Begriffen auch die Inhalte abhandengekommen sind, müssen die Inhalte, was links ist, sein soll oder sein müsste, dringend zurückgewonnen und neu gefüllt werden.

    Es kann nicht schaden, sich dabei an Marx als Kompass zu erinnern. Gegen Krieg ist links – und deshalb sind die Grünen rechts. Wer für die Rettung der Bankprofite eintritt, ist rechts, wer für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen, in der Altenpflege kämpft, ist links. Wer Abrüstung, den Abzug der ausländischen Truppen aus Deutschland und den Austritt aus der NATO fordert, ist links, wer Kriegskredite bewilligen lässt, wie Herr Scholz und seine Entourage, ist rechts. Wer den Notstand der Demokratie verordnet und wer dazu strammsteht, ist rechts, wer dagegen opponiert und die demokratischen Rechte verteidigt, ist links. Solche einfach zu begreifenden Inhalte führen nicht zu einer abgehobenen Theoriedebatte, das ist kein Laborprogramm, sondern ein praktisches Aktionsprogramm.

    Ergänzen sollte man noch: Wer Russenhass predigt und antislawischen Rassismus, der ist rechts. Wer für Völkerverständigung, wer für Freundschaft mit Russland und China eintritt, der ist links. Und wer dann fragt, ist Putin eigentlich rechts? – dem sage ich: Der Putin ist natürlich ein absoluter Linker: Er steht auf der Seite des Antifaschismus. Er ist ein Antiimperialist. Er ist ein Verteidiger der UN-Charta. Er tritt für eine multipolare Weltordnung gleichberechtigter, souveräner Staaten ein. Und er hat das Wirtschaftssystem in Russland dahingehend verändert, dass dort jetzt Staatskapitalismus besteht, also nicht die Kapitalisten bestimmen, was der Staat zu tun hat, sondern umgekehrt, der Staat bestimmt, was die Oligarchen als Staatsbeamte zu tun haben. Die uns geläufigen linken Forderungen, alle Verstaatlichungsforderungen für die Bodenschätze, die Grundstoffindustrie, die Energieversorgung, die Verkehrswege – alles umgesetzt, alles ist wieder in staatlicher Hand. Das sind alles Gründe, warum Putin dem Imperialismus als Feind gilt. Deshalb ist der russische Präsident für die imperialistische Propaganda ein „Rechter“, aber mit dieser „Titelvergabe“ haben wir selbst hierzulande zur Genüge Bekanntschaft machen können.

    Klaus Hartmann ist stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes


    Quellen

    [1] https://www.tagesschau.de/inland/wagenknecht-stellt-buendnis-vor-100.html

    [2] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-10/wagenknecht-neue-partei-polarisierung-schirdewan-rechts

    [3] https://www.bz-berlin.de/brandenburg/rechter-russland-freund-will-landrat-werden

    [4] https://taz.de/Nach-Volksverrat-Vorwurf/!5929243/

    [5] https://www.abendzeitung-muenchen.de/promis/querdenker-preis-fuer-til-schweiger-art-154616

    [6] https://www.facebook.com/blickefilmfestival/posts/2623226041029778/

    [7] https://www.amboss.com/de/presse/amboss-wird-von-deutscher-gesellschaft-fuer-innere-medizin-mit-querdenker-preis-ausgezeichnet

    [8] https://www.facebook.com/BGNahrungsmittel/posts/2683732814985798/

    [9] http://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2023/RF-303-04-23.pdf

    [10] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1177855.prenzlauer-berg-thaelmann-denkmal-kpd-vorsitzender-angeblich-schuld-an-hitler.html

    [11] Bis Dezember 2014 hier abrufbar: https://spkantonzh.ch/app/…/12/1999-Gehen-«links-sein»-und-Macht-zusammen.pdf

    [12] https://www.deutschlandfunk.de/die-neue-mitte-102.html

    [13] https://www.uni-muenster.de/Geschichte/histsem/NZ-G/L2/Mitarbeiter/prof.dr.silkemende.html

    [14] https://wiki.piratenpartei.de/Häufig_gestellte_Fragen#Seid_ihr_links.2Frechts.3F

    [15] https://www.sueddeutsche.de/politik/neue-partei-stellt-sich-in-berlin-vor-nicht-rechts-nicht-links-aber-auch-nicht-in-der-mitte-1.1627458

    [16] https://www.youtube.com/watch?v=j4QIm_KlsDA

    [17] https://www.youtube.com/watch?v=jDp3_2GLpUU

    [18] https://www.youtube.com/watch?v=KHWEKGALpZg

    [19] https://www.youtube.com/watch?v=arJOcfqkk9E

    [20] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/pistorius-wir-muessen-kriegstuechtig-werden,Tu6Tlcz

    [21] https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-08/ukraine-ueberblick-merz-taurus-piloten-kollision

    [22] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/strack-zimmermann-druck-scholz-panzer-ukraine-russland-krieg-100.html

    [23] https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_92059200/anton-hofreiter-und-der-ukraine-krieg-was-denkt-er-sich-eigentlich-dabei-.html

     

    Beachte zum selben Thema auch den Videomittschnitt des Vortrages von Klaus Hartmann auf der Mitgliederversammlung des LV Rheinland-Pfalz/Saarland des Deutschen Freidenker-Verbandes am 12.11.2023  in Idar-Oberstein: https://www.freidenker.org/?p=17542


    Info: https://www.freidenker.org/?p=17582


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Gaza: Eine Pause vor dem Sturm

    friedliche-loesungen.org, Von Pepe Escobar

    Während die Welt "israelischer Völkermord" schreit, schwärmt das Weiße Haus von Biden über den bevorstehenden Waffenstillstand(link is external) im Gazastreifen, den es mit vermittelt hat, als ob es tatsächlich "kurz vor seinem größten diplomatischen Sieg" stünde.

    Hinter den selbstgefälligen Darstellungen ist die US-Regierung nicht im Entferntesten "misstrauisch gegenüber Netanjahus Endspiel", sondern billigt es voll und ganz – einschließlich des Völkermords – wie bei einem Treffen zwischen dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu und Joe "The Mummy" Bidens Handlangern am 20. September im Weißen Haus weniger als drei Wochen vor der Operation "Al-Aqsa-Flut" vereinbart.

    Der von den USA und Katar vermittelte "Waffenstillstand", der diese Woche in Kraft treten soll, ist kein Waffenstillstand. Es ist ein PR-Schachzug, um Israels Völkermord abzumildern und seine Moral zu stärken, indem die Freilassung von ein paar Dutzend Gefangenen gesichert wird. Außerdem zeigt die Geschichte, dass Israel Waffenstillstände nie einhält.

    Was die US-Regierung wirklich beunruhigt, ist die "unbeabsichtigte Folge" des Waffenstillstands, der "Journalisten einen breiteren Zugang zum Gazastreifen und die Möglichkeit bietet, die Verwüstung dort weiter zu beleuchten und die öffentliche Meinung über Israel zu beeinflussen".

    Echte Journalisten arbeiten seit dem 7. Oktober rund um die Uhr in Gaza – Dutzende von ihnen wurden von der israelischen Militärmaschinerie getötet, was Reporter ohne Grenzen als "eine der tödlichsten Opferzahlen seit einem Jahrhundert" bezeichnet.

    Diese Journalisten haben keine Mühen gescheut, um "die Zerstörung zu beleuchten", ein Euphemismus für den anhaltenden Völkermord, der der ganzen Welt in all seinen grausamen Details vor Augen geführt wird.

    Sogar das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina (UNRWA), das selbst unerbittlich von Israel angegriffen wird, gab – etwas kleinlaut – bekannt, dass es sich um "die größte Vertreibung seit 1948" handelt, einen "Exodus" der palästinensischen Bevölkerung, wobei die jüngere Generation "gezwungen ist, die Traumata der Vorfahren oder Eltern zu durchleben".

    Die öffentliche Meinung im gesamten Globalen Süden/der globalen Mehrheit hat sich schon vor langer Zeit "gegen" den zionistischen Extremismus gewandt. Aber jetzt schaut die globale Minderheit – die Bevölkerung des kollektiven Westens – entsetzt und verbittert zu, dass die sozialen Medien sie in nur sechs Wochen dem ausgesetzt haben, was die Mainstream-Medien jahrzehntelang verschwiegen haben. Jetzt, wo der Groschen gefallen ist, wird es kein Zurück mehr geben.


    Ein ehemaliger Apartheidstaat macht es vor

    Die südafrikanische Regierung hat weltweit den Weg für eine angemessene Reaktion auf einen sich anbahnenden Völkermord geebnet: Das Parlament stimmte für die Schließung der israelischen Botschaft, die Ausweisung des israelischen Botschafters und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Tel Aviv. Die Südafrikaner wissen ein oder zwei Dinge über Apartheid.

    Sie, wie auch andere Kritiker Israels, sollten in Zukunft besonders wachsam sein. Es ist mit allem zu rechnen: Einem Ausbruch von Falschmeldungen ausländischer Geheimdienste ("terra terra terra"), künstlich herbeigeführten Wetterkatastrophen, gefälschten Anklagen wegen "Menschenrechtsverletzungen", dem Zusammenbruch der Landeswährung Rand, Fällen von Rechtsbeugung, verschiedenen "atlantischen Schlaganfällen", einer Sabotage der Energieinfrastruktur und vieles mehr.

    Mehrere Nationen hätten sich inzwischen auf die Völkermordkonvention berufen(link is external) müssen, da israelische Politiker und Beamte damit geprahlt haben, den Gazastreifen zu zerstören und die palästinensische Bevölkerung zu belagern, auszuhungern, zu töten und massenhaft zu deportieren. Kein geopolitischer Akteur hat dies bisher gewagt.

    Südafrika seinerseits hatte den Mut, dorthin zu gehen, wo sich nur wenige muslimische und arabische Staaten hingewagt haben. Was den Großteil der arabischen Welt – insbesondere die Klientelstaaten der USA – betrifft, so befinden sie sich nach wie vor im rhetorischen Sumpfgebiet.

    Der von Katar vermittelte "Waffenstillstand" kam für Washington genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie lenkte die Aufmerksamkeit von der Delegation islamischer/arabischer Außenminister ab, die durch ausgewählte Hauptstädte reisten, um für ihren Plan für einen vollständigen Waffenstillstand im Gazastreifen zu werben – plus Verhandlungen über einen unabhängigen palästinensischen Staat.

    Diese Gaza-Kontaktgruppe, der Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, die Türkei, Indonesien, Nigeria und Palästina angehören, machte zunächst in Peking Station, wo sie mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi zusammentraf, und reiste dann weiter nach Moskau, wo sie sich mit Außenminister Sergei Lawrow traf. Das war definitiv ein Beispiel dafür, dass die BRICS 11 bereits in Aktion sind – noch bevor sie am 1. Januar 2024 unter russischer Präsidentschaft ihre Arbeit aufnehmen.

    Das Treffen mit Lawrow in Moskau fand zeitgleich mit einer außerordentlichen Online-Sitzung der BRICS über Palästina statt, die von der derzeitigen südafrikanischen Präsidentschaft einberufen wurde. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi, dessen Land die Achse des Widerstands in der Region anführt und jegliche Beziehungen zu Israel ablehnt, unterstützte die südafrikanischen Initiativen und forderte die BRICS-Mitgliedstaaten auf, alle verfügbaren politischen und wirtschaftlichen Instrumente einzusetzen, um Druck auf Tel Aviv auszuüben.

    Es war auch wichtig, vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping selbst zu hören, dass es "keine Sicherheit im Nahen Osten ohne eine gerechte Lösung der Palästina-Frage geben kann".

    Xi betonte erneut die Notwendigkeit einer "Zwei-Staaten-Lösung", der "Wiederherstellung der legitimen nationalen Rechte Palästinas" und der "Errichtung eines unabhängigen Staates Palästina". Dies alles sollte über eine internationale Konferenz in die Wege geleitet werden.

    Nichts von alledem reicht zum jetzigen Zeitpunkt aus – weder dieser vorübergehende Waffenstillstand noch das Versprechen auf künftige Verhandlungen. Die US-Regierung, die selbst mit einer unerwarteten weltweiten Gegenreaktion zu kämpfen hat, hat sich bestenfalls mit Tel Aviv herumgeschlagen, um eine kurze "Pause" im Völkermord zu erreichen. Das bedeutet, dass das Gemetzel nach ein paar Tagen weitergeht.

    Wäre dieser Waffenstillstand ein echter "Waffenstillstand" gewesen, bei dem alle Feindseligkeiten zum Stillstand gekommen wären und Israels Kriegsmaschinerie sich vollständig aus dem Gazastreifen zurückgezogen hätte, wären die Optionen für den nächsten Tag immer noch ziemlich düster. Der Realpolitiker John Mearsheimer hat es bereits auf den Punkt gebracht: Eine Verhandlungslösung für Israel und Palästina ist unmöglich.

    Es genügt ein flüchtiger Blick auf die aktuelle Landkarte, um anschaulich zu demonstrieren, dass die Zweistaatenlösung – die von China und Russland bis hin zu großen Teilen der arabischen Welt befürwortet wird – tot ist. Eine Ansammlung von isolierten Bantustans(link is external) kann niemals zu einem Staat zusammenwachsen.


    Lasst uns ihr ganzes Gas mitnehmen

    In allen Kreisen wurde lautstark darauf hingewiesen, dass die Amerikaner angesichts des immer näher rückenden Petro-Yuan dringend Energie aus dem östlichen Mittelmeerraum benötigen, die in US-Dollar gekauft und verkauft wird – einschließlich der riesigen Gasreserven vor der Küste des Gazastreifens.

    Hier kommt der Energiesicherheitsberater der US-Regierung ins Spiel, der nach Israel entsandt wurde(link is external), um "potenzielle Pläne zur wirtschaftlichen Wiederbelebung des Gazastreifens zu erörtern, die sich auf unerschlossene Offshore-Erdgasfelder konzentrieren" – was für ein schöner Euphemismus.

    Aber während das Gas aus dem Gazastreifen in der Tat eine wichtige Rolle(link is external) spielt, ist der Gazastreifen, das Gebiet, ein Ärgernis. Für Tel Aviv geht es darum, alle palästinensischen Gasreserven zu konfiszieren(link is external) und sie künftigen bevorzugten Kunden zuzuteilen: der EU.

    Hier kommt der Korridor Indien-Naher Osten (IMEC) ins Spiel – eigentlich der Korridor EU-Israel-Saudi-Arabien-Emirate-Indien – der von Washington als perfektes Vehikel für Israel erdacht wurde, um eine Energiekreuzungsmacht zu werden. Man stellt sich fantasievoll eine amerikanisch-israelische Energiepartnerschaft vor, die in US-Dollar gehandelt wird und gleichzeitig russische Energie in der EU ersetzt und einen möglichen Anstieg der iranischen Energieexporte nach Europa verhindert.

    Wir kehren hier zum wichtigsten Schachbrett des 21. Jahrhunderts zurück: der Hegemon gegen die BRICS.

    Peking hat bisher stabile Beziehungen zu Tel Aviv unterhalten und großzügige Investitionen in die israelische Hightech-Industrie und Infrastruktur getätigt. Aber Israels Beschuss des Gazastreifens könnte dieses Bild ändern: Kein echter Souverän kann sich absichern, wenn es zu einem echten Völkermord kommt.

    Was auch immer sich der Hegemon in seinen verschiedenen hybriden und heißen Kriegsszenarien gegen die BRICS, China und seine Multi-Billionen-Dollar-Initiative für die "Neue Seidenstraße" (BRI) ausdenken mag, es wird Pekings rationalen und strategisch formulierten Kurs nicht ändern.

    Diese Analyse von Eric Li(link is external) ist alles, was man wissen muss, um zu verstehen, was vor uns liegt. Peking hat in aufeinanderfolgenden Fünfjahresplänen alle relevanten technischen Wege bis 2035 abgesteckt. In diesem Rahmen sollte die BRI als eine Art geoökonomische UNO ohne die G7 betrachtet werden. Wer sich außerhalb der BRI befindet – und das betrifft in hohem Maße die alten Komprador-Systeme und Eliten -, isoliert sich selbst vom Globalen Süden/der globalen Mehrheit.

    Was bleibt also von dieser "Pause" in Gaza? In der nächsten Woche werden die vom Westen unterstützten Feiglinge ihren Völkermord an Frauen und Kindern wieder aufnehmen, und sie werden für eine lange Zeit nicht aufhören. Der palästinensische Widerstand und die 800.000 palästinensischen Zivilisten, die immer noch im nördlichen Gazastreifen leben – der jetzt von allen Seiten von israelischen Truppen und gepanzerten Fahrzeugen umzingelt ist – beweisen, dass sie willens und in der Lage sind, die Last des Kampfes gegen den israelischen Unterdrücker zu tragen, und zwar nicht nur für Palästina, sondern für alle Menschen überall, die ein Gewissen haben.

    Trotz eines solch schrecklichen Preises, der mit Blut bezahlt werden muss, wird es letztlich eine Belohnung geben: die langsame, aber sichere Aushöhlung des imperialen Konstrukts in Westasien.

    Kein Mainstream-Medienbericht, keine PR-Maßnahme zur Abschwächung des Völkermords, keine Eindämmung des "Umschwungs der öffentlichen Meinung gegen Israel" kann jemals die serienmäßigen Kriegsverbrechen Israels und seiner Verbündeten in Gaza vertuschen. Vielleicht ist es genau das, was der Doktor – metaphysisch und anderweitig – der Menschheit verordnet hat: eine zwingende globale Tragödie, die von allen miterlebt werden muss, und die uns auch alle verwandeln wird.

    Übersetzt aus dem Englischen, erschienen bei The Cradle(link is external).

    Pepe Escobar ist ein unabhängiger geopolitischer Analyst und Autor. Sein neuestes Buch heißt "Raging Twenties" (Die wütenden Zwanziger). Man kann ihm auf Telegram(link is external) und auf X(link is external) folgen.


    Mehr zum Thema - Signal an den Westen: BRICS setzen Israels Handeln "einem Völkermord gleich" (link is external)


    Info: https://friedliche-loesungen.org/feeds/gaza-eine-pause-vor-dem-sturm


    https://de.rt.com/meinung/188222-gaza-pause-vor-sturm/(link is external)


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Doctorow: Dreihunderttausend Israelis sind seit dem 7. Oktober ins Ausland geflohen

    seniora.org, 27. November 2023, Von Gilbert Doctorow 27.11.2023 - übernommen von gilbertdoctorow.com

    Die Eröffnungsdiskussion in der gestrigen Ausgabe von Sonntagabend mit Wladimir Solowjow drehte sich um die Zahl der Israelis, die seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Hamas ins Ausland geflohen sind. Der Moderator nannte die Zahl 300.000 und stellte sie in einen Kontext, der in Russland sehr genau beobachtet wird: wie viele ihrer eigenen Landsleute im ersten Jahr der militärischen Sonderoperation in der Ukraine ins Ausland geflohen sind, die meisten von ihnen in den Tagen unmittelbar nach der Ankündigung einer Teilmobilisierung im September desselben Jahres.

    Die Flucht von mehreren Hunderttausend Russen ins Ausland wurde von den westlichen Mainstream-Medien hochgespielt, die sogar Journalisten in entlegene Orte in Kasachstan und Georgien schickten, um die Wehrdienstverweigerer zu interviewen. Uns wurde erzählt, dass die jungen Russen, die geflohen waren, vor allem im IT-Bereich tätig waren und dass ihr Verlust der russischen Industrie und den Kriegsanstrengungen irreparablen Schaden zufügen würde. Diese jungen Männer, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn standen, tendierten dazu, ins nahe Ausland zu ziehen, wo sie hofften, angesichts der allgemeinen Nachfrage nach ihren technischen Fähigkeiten leicht eine Beschäftigung zu finden, und wo sie über das bestehende Bankensystem Geldüberweisungen von ihren Eltern und Freunden erhalten konnten, während sie im Westen von solchen Geldquellen abgeschnitten wären.

    Sowohl zu Beginn des Ukraine-Kriegs als auch in geringerer Zahl bis zum vergangenen Sommer gab es auch hochrangige Russen in der Geschäftswelt, in der Kreativbranche und insbesondere in der Unterhaltungsindustrie, die Russland verließen, um ihre Missbilligung des Putin-"Regimes" und seiner bewaffneten Aggression zum Ausdruck zu bringen. Einige verschwiegen ihre Beweggründe, aber andere äußerten sich offen und sagten, sie könnten nicht länger in einem Land leben, das seine Nachbarn überfalle und das Völkerrecht verletze. Diese Gruppe war älter und wohlhabender als die IT-Nerds und zog es vor, in die weite Welt hinauszuziehen, wo sie weiterhin die Annehmlichkeiten genießen konnten, an die ihr Geld sie gewöhnt hatte. Da London und Paris Russen jeglicher Couleur nicht mehr willkommen hießen, ließen sich viele in Israel nieder, sowohl Juden als auch Nicht-Juden. Russland hat eine visafreie Regelung mit Israel und viele tägliche Direktflüge nach Tel Aviv. Andere wohlhabende Russen zogen nach Dubai.

    Was die erste Gruppe der russischen "Kriegsflüchtlinge" betrifft, so waren die meisten von den beruflichen Möglichkeiten, die sie in den ehemaligen Sowjetrepubliken vorfanden, enttäuscht. Die Löhne waren niedrig, die Wohnkosten hoch und stiegen mit jedem weiteren Flüchtling, der zur Miete einzog. In der Zwischenzeit wurde in Russland klar, dass es für wirklich talentierte Programmierer Ausnahmeregelungen gab, und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einberufung war minimal, da sich mehr als 400.000 russische Männer freiwillig zum Militärdienst meldeten, sowohl aus wachsendem Patriotismus als auch aufgrund sehr attraktiver finanzieller Belohnungen für den Dienst in der Kampfzone. Infolgedessen packten viele der jungen Männer, die sich der Einberufung entzogen, langsam und leise ihre Sachen und zogen zurück nach Russland.

    Für die zweite Gruppe von Russen, die Stars und die Reichen, brachte der Ausbruch des Krieges zwischen Israel und Hamas eine äußerst unangenehme Situation mit sich. Die Financial Times machte uns schnell darauf aufmerksam, dass der Gründer der Alfa Bank, Michail Fridman, der seine Londoner Villa und einen großen Teil seines eingefrorenen Vermögens zurückgelassen hatte, um sich Anfang des Jahres in Israel niederzulassen, am 8. Oktober den erstbesten Flug aus Israel genommen hatte und zurück nach Moskau geflogen war, um eine "vorübergehende" Pause einzulegen. Abruptes Verlassen Israels war auch der Weg, den der alternde Star Alla Pugacheva eingeschlagen hat, eine weitere "Siedlerin", die sich erst vor kurzem in Israel niedergelassen hatte, angeblich zur medizinischen Behandlung in den Heilbädern. Pugatschewa flog nach Zypern. Wir können davon ausgehen, dass die Russen, die in gehobenen Verhältnissen leben, eine bedeutende Minderheit unter den 300.000 Menschen darstellen, die zu Beginn des Krieges aus Israel in sicherere Gefilde flohen. Daher auch das besondere Interesse der Moskauer Klatschbasen an diesem Thema.

    Die ganze Problematik dessen, was die russischen Medien heute amüsant "релоканты", auf Englisch "relocators" ("Rückwanderer"), nennen, berührt die Meinungsführer in den russischen Talkshows sehr. Wir können davon ausgehen, dass das Thema auch eine große Rolle spielt, wenn gewöhnliche Russen in Moskau und anderswo zusammen das Brot brechen.

    Sollen diese Menschen nach ihrer Rückkehr nach Magadan verfrachtet werden, wo der russische Ferne Osten auf den Pazifik trifft und das als Durchgangsstation in den stalinistischen Gulags bestens bekannt ist? Kein Geringerer als der Vorsitzende der russischen Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin schlug dieses Schicksal für sie öffentlich vor. Doch Wolodin hatte nur diejenigen im Sinn, die ihre Zeit außerhalb Russlands nutzten, um das Land zu diffamieren, und nicht diejenigen, die in Restaurants am Meer in Tel Aviv in aller Ruhe ihren Champagner schlürften.

    Zweifellos kommt das Küchengerede in Russland dem nahe, was Solowjow in der Sendung sagt: dass russische Kulturschaffende, die aus Protest gegen die Bestialität ihres Heimatlandes ins Ausland gegangen sind, wie die gefeierten Schriftsteller Ljudmila Ulitzkaja oder Wladimir Sorokin, alles zurücknehmen müssen, wenn sie die äußerste Brutalität der israelischen Verteidigungsstreitkräfte bei ihren Gräueltaten im Gazastreifen sehen.

    Um auf die Zahl von 300.000 Israelis zurückzukommen, die seit Beginn des Krieges aus dem Land geflohen sind, stellt Solowjow zu Recht fest, dass, wenn man das Verhältnis dieser Abtrünnigen zur israelischen Gesamtbevölkerung von 9 Millionen auf Russland mit seinen mehr als 145 Millionen Einwohnern projiziert, die Zahl der Russen, die nach dem 22. Februar 2022 geflohen sind, 4,5 Millionen betragen hätte, während die tatsächliche Zahl der Russen 10 bis 15 Mal geringer ist. Seine unausweichliche Schlussfolgerung ist, dass die Russen viel patriotischer sind als die Israelis.

    Der Rest der Sonntagabendsendung war weitgehend dem Argument gewidmet, dass die Russen seit Beginn des Krieges in der Ukraine viel zu selbstironisch und viel zu wenig von ihrer eigenen Stärke und ihren eigenen Errungenschaften überzeugt sind. Die Fähigkeit des Landes, innerhalb von zwei Jahren eine Kriegswirtschaft aufzubauen, die die Produktion und Lieferung von Panzern der neuesten Technologie, Artillerie, Kamikaze- und Überwachungsdrohnen sowie Kampfjets an die Frontlinien um ein Vielfaches gesteigert hat, ist sehr beeindruckend, vor allem, wenn sie von einem Militärexperten, einem Generalleutnant im Ruhestand, der an der Sendung teilnahm, im Detail dargelegt wird. Auch die Fähigkeit von Premierminister Michail Mischustin und seinem Kabinett, die zivile Wirtschaft im Lande zu verwalten, wurde gelobt. Russland ernährt sich heute von einer erheblich gestärkten Agrarwirtschaft und baut die Palette der im Inland hergestellten Konsumgüter ständig aus, während es gleichzeitig aus China und anderen Ländern des Ostens andere Produkte importiert, darunter mehr als die Hälfte aller in Russland verkauften Neuwagen, die oft von höherer Qualität sind und deren Preis weit unter dem liegt, was vor dem Krieg aus Europa eingeführt wurde.

    Aus Gründen, die aufmerksame Leser nicht überraschen werden, findet keine dieser Errungenschaften in den westlichen Medien große Beachtung. Die Chinesen beobachten sie jedoch genau. Eine Delegation russischer Parlamentarier, die in der vergangenen Woche zu ihrem jährlichen Besuch nach Peking reiste, wurde ausnahmsweise vom chinesischen Präsidenten Xi empfangen, der sich laut Protokoll nicht mit ausländischen Parlamentariern trifft. Die russische Produktion erreichte im dritten Quartal dieses Jahres ein Wachstum von 5 %. Das entspricht dem relativ niedrigen Tempo der chinesischen Wirtschaft in diesem Jahr. Aber für Russland ist es ein neuer Höchststand in diesem Jahrtausend. Die offene Frage in der Solovyov-Show war, wie das chinesische Modell der Beziehungen zwischen der Zentralbank und der Regierung nachgeahmt werden kann, um die Finanzierung der Wirtschaft aufrechtzuerhalten, die für eine Fortsetzung dieses Tempos erforderlich ist, und nicht auf ein jährliches Wachstum von 1,5 % zurückzufallen, wie es in dem Szenario steht, das von Notenbankdirektorin Nabiullina vorbereitet wird. Dies ist ein Thema im russischen politischen Diskurs, das nicht verschwinden wird.


    Quelle: https://gilbertdoctorow.com/
    Mit freundlicher Genehmigung von Gilbert Doctorow
    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=4758&mailid=2021


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Russischer Außenminister Lawrow: Beziehungen zwischen der EU und Russland „in Fetzen zerrissen“


    anti-spiegel.ru, 20. Februar 2021 14:17 Uhr, von Anti-Spiegel

    Wie sehr sich die Beziehungen zwischen der EU und Russland verschlechtert haben, zeigt Moskau in immer deutlicheren Formulierungen, die man als Warnungen an die EU verstehen muss, dass für Russland die rote Linie erreicht ist.

    Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, woran Deutschland die Hauptschuld trägt. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland waren zwar angespannt, aber sie haben hinter den Kulissen und auf “Arbeitsebene” bis vor kurzem noch recht gut funktioniert. Deutschlands Verhalten im Fall Navalny hat aber bereits dazu geführt, dass Russland im Bezug auf Deutschland erklärt hat, dass die “Beziehungen zerstört” sind und das “Band des Vertrauens zerschnitten” ist. Der russische Außenminister Lawrow hat nach den europäischen Handlungen der letzten Zeit bereits im Dezember öffentlich gesagt, dass Russland sich fragt, ob es überhaupt noch Sinn macht, mit der EU zusammenzuarbeiten.

    Letzte Woche hat Lawrow in einem einstündigen Interview noch einmal die russische Position deutlich gemacht und dabei darauf hingewiesen, dass weitere Sanktionen der EU zu einem Ende der Beziehungen zur EU führen könnten. Der Kremlsprecher Peskow hat die Aussage Lawrows bestätigt.

    Es macht ein wenig Hoffnung, dass die EU das Signal verstanden haben könnte, denn aktuell sprechen sich führende EU-Politiker gegen weitere Sanktionen aus, die sie noch vor kurzem gefordert haben. Aber in der Frage herrscht Uneinigkeit in der EU, da die anti-russischen Scharfmacher im Baltikum und in Polen (und nicht zuletzt auch in den USA) auf weitere Strafmaßnahmen gegen Russland pochen.

    Nun hat Lawrow der auf wirtschaftliche Themen spezialisierten russischen Agentur RBC ein Interview gegeben, über dessen Kernaussage das russische Fernsehen berichtet hat. Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.


    Beginn der Übersetzung:

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow glaubt, dass die Beziehungen unseres Landes zur EU „in Fetzen zerrissen“ sind. Ihm zufolge wird eine normale Zusammenarbeit durch Voreingenommenheit behindert.

    Lawrow erinnerte an sein Interview mit dem Journalisten Wladimir Solowjow, in dem er auf die Bereitschaft Russlands hingewiesen hat, die Beziehungen zur EU abzubrechen. Der Minister stellte fest, dass die EU Moskau als Fremden ansieht.

    Was den Ausdruck „in Fetzen zerrissen“ angeht, so hat Lawrow den Satz des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama umformuliert und auf die Beziehungen Russlands zur EU angewendet.

    In einem Interview mit der russischen Agentur RBC wies der Staatsmann darauf hin, dass viele Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen Moskau und Brüssel bereits zerstört worden sind.

    Zuvor hatte Lawrow gesagt, Russland wolle sich nicht von der Welt isolieren, sei aber bereit, die Beziehungen zur EU abzubrechen. Es geht darum, dass Sanktionen ein Risiko für die Wirtschaft des Landes darstellen. So hat der EU-Vertreter Josep Borrell kürzlich Moskau besucht. Als Ergebnis des Besuchs schlug er vor, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

    Ende der Übersetzung


    Info: https://www.anti-spiegel.ru/2021/russischer-aussenminister-lawrow-beziehungen-zwischen-der-eu-und-russland-in-fetzen-zerrissen/?doing_wp_cron=1700703673.6816411018371582031250


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.11.2023

    Wirtschaftsbosse stehen auf: "Grüne Methode ist am Ende"

    freedert.online, 27 Nov. 2023 16:02 Uhr

    Die Zustimmung zur Politik der Bundesregierung löst sich nach nur zwei Jahren allmählich in Luft auf. Nicht nur bei den Wählern, auch Unternehmenschefs, die in der Öffentlichkeit lange die Füße still hielten, wenden sich mittlerweile offen gegen die Politik der "Ampel"-Koalition.


    Quelle: www.globallookpress.com © dts Nachrichtenagentur


    Christian Lindner (FDP), Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und der Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf der Regierungsbank im Deutschen Bundestag am 19. Oktober 2023


    Erst am Sonntag warnte der Präsident der Arbeitgeberverbände Rainer Dulger in der Springerzeitung Bild vor den zerstörerischen Folgen der Politik der regierenden "Ampel"-Koalition insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft. Angesichts des verfassungswidrigen Haushalts traten am Montag mehrere (auch einige ehemalige) Chefs großer deutscher Unternehmen nach und gaben Stellungnahmen ab, mit denen von der amtierenden Bundesregierung umgehend ein Politikwechsel gefordert wird.

    Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer sprach sich gegen den "kompletten Umbau" der deutschen Wirtschaft aus. Der grundlegende Fehler dieser Bundesregierung sei, wann immer "grüne Ideologie" auf die Wirklichkeit treffe, werde mit Subventionen reagiert. Die Wirklichkeit lasse sich aber nicht auf Dauer "wegsubventionieren", erklärte von Pierer. Nach zwei Jahren dieser "Ampel" sei "die grüne Methode" daher am Ende, urteilt von Pierer. Jetzt gehe es darum, Deutschland endlich wieder "fit" zu machen.


    Erst teure Vorschriften, dann teure Subventionen


    Arbeitgeberpräsident: Bundesregierung muss grüne Projekte "jetzt" zurückstellen





    Arbeitgeberpräsident: Bundesregierung muss grüne Projekte "jetzt" zurückstellen






    Wie abhängig Deutschlands Industrie mittlerweile von Subventionen geworden ist, verdeutlichte Gunnar Groebler, der Vorstandsvorsitzende des Stahlproduzenten Salzgitter AG. Er verwies auf die Verunsicherung, die das selbstverschuldete Haushaltsloch der Bundesregierung jetzt auch für die Industrie bedeute. Die Ausgangslage für künftige Investitionen habe sich von einem Tag auf den anderen "grundlegend" verändert, während man sich im größten Umbau der Unternehmensgeschichte befinde, um die Stahlproduktion zu "dekarbonisieren".

    Die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann, zugleich Präsidentin des Verbandes "Die Familienunternehmer" (mit 6.500 Mitgliedsfirmen), schlägt in dieselbe Kerbe wie von Pierer. Sie forderte die "Ampel"-Regierung auf, die Praxis zu beenden, dass erst Vorschriften erlassen werden, "die für Normalbürger und für Unternehmer alles unbezahlbar machen", um anschließend Steuergeld zu verteilen, "damit alle sich wieder wohlfühlen". Eine Regierung, die ohne neue Schulden nicht auskomme, habe abgewirtschaftet, urteilte Ostermann.

    Der Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema Wolfgang Grupp und Christoph Werner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Einzelhandelskette dm-drogerie markt forderten von der Bundesregierung mehr Verantwortungsbewusstsein. Werner forderte zudem, dass sich der Staat auf wieder stärker auf seine Kernaufgaben konzentriere, dann werde die soziale Marktwirtschaft ihre positive Wirkung zum Wohle aller wieder entfalten können.


    Mehr zum Thema – Haushaltskrise: CSU-Chef Söder fordert Neuwahlen


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/188187-wirtschaftsbosse-stehen-auf-gruene-methode


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 685 von 1094

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 300 .. 400 .. 500 .. 600 .. 660 .. 670 .. 680 .. 682 683 684 685 686 687 688 .. 690 .. 700 .. 710 .. 800 .. 900 .. 1000 .. 1070 .. 1080 .. 1090 1091 1092 1093 1094 >