aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. Mai 2026, 09:09 Uhr
Zur Erinnerung: Bundeskanzler Merzauf der Pressekonferenz nach dem Europäischen Rat auf Zypern am 24. April 20226: „So bitter dieser Krieg ist, hat er aber einen positiven Effekt: Wir sehen eine militärtechnologische Entwicklung, die so rapide vorangeht, wie wir sie ohne diesen Krieg nicht gehabt hätten. Darin liegt, noch einmal, bei aller Tragik dieses Krieges und bei allem furchtbaren Leid, die dieser Krieg über das Land und über die Menschen bringt, jetzt eben auch eine große Chance, die wir nutzen werden. Wir kommen technologisch in einer Geschwindigkeit voran, wie ich es nicht gedacht hätte, und das erlaubt uns auch eine sehr viel größere europäische Unabhängigkeit.“
RTDE 5.5.2026
Ukrainischer Kriegsgefangener: "Nach 35 Minuten an der Front war alles vorbei"
Insgesamt habe er nur 35 Minuten an der Front verbracht, bevor er in russische Gefangenschaft geraten ist, erklärte der ukrainische Soldat Alexander Mussijtschuk. Er berichtete dies in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS. Demnach wurde er im Jahr 2024 zwangsweise mobilisiert und der 82. Separaten Luftsturmbrigade der ukrainischen Streitkräfte zugeteilt. Mussijtschuk schilderte seinen Einsatz in zwei kurzen Abschnitten:
"Ich habe buchstäblich nur etwa 30 Minuten in einem Einsatz verbracht, und da haben sie gegen mich gekämpft. Ich habe nicht gekämpft. Und im nächsten Einsatz waren es etwa fünf Minuten – und das war’s." Nach seinen Angaben verlor seine Einheit im Einsatzgebiet mehrfach die Orientierung. Während eines Vorstoßes im Raum Kursk sei die Gruppe unter Beschuss geraten. "Sofort wurde Feuer auf uns eröffnet. Wir verteilten uns. Ich rief nach den Jungs, aber sie antworteten nicht. Dann rannte ich ein Stück weg und sah, dass sie dalagen und sich nicht bewegten. Als man begann, mich unter Beschuss zu nehmen, drehte ich mich um und rannte über das Feld." Er sei am Ende auf eine russische Stellung gestoßen und dort in Gefangenschaft geraten.
Neben Berichten über kurze Fronteinsätze schildern Gefangene auch gravierende Versorgungsprobleme in ihren Einheiten. So berichtete der Soldat Alexander Kutschinski von einer eingeschlossenen Gruppe, die unter akutem Mangel an Nahrung und Wasser litt. Zwei Wochen lang habe es keine reguläre Verpflegung gegeben. "Die letzten zwei Wochen haben wir überhaupt nichts gegessen außer Mischfutter."
Nach seinen Angaben habe sich die Einheit zeitweise von Tierfutter ernährt und Wasser aus einer Schicht Glaswolle unter einem Hangardach gewonnen. Die Lage sei "sehr schlecht" gewesen. "Niemand, der bei mir war, wollte kämpfen." Kutschinski erklärte zudem, er sei zuvor zwangsweise mobilisiert worden und habe nur eine 52-tägige Ausbildung erhalten, bevor er an die Front geschickt worden sei.
Auch andere Gefangene berichten von ähnlichen Problemen. So hatte beispielsweise der Soldat Wladimir Linnik von der 79. Luftsturmbrigade über erhebliche Engpässe bei Wasser und Lebensmitteln erzählt. Seinen Angaben zufolge wurden Versorgungspakete nur etwa alle vier bis fünf Tage per Drohne abgeworfen. Diese hätten lediglich einige Flaschen Wasser und wenige Dosen Fleischkonserven enthalten.
Linnik erklärte zudem, dass das Wasser oft unbrauchbar gewesen sei. "Da es kein Wasser gab, haben wir Urin getrunken". Zuvor hatte die Werchowna Rada bereits zugegeben, dass ukrainische Soldaten an der Front hungern. In der Gesamtschau zeichnen die Aussagen ein Bild von hoher Belastung und teils chaotischen Einsatzbedingungen. Mehrere Soldaten gaben an, sich letztlich aufgrund der Situation in Gefangenschaft begeben zu haben.
Ein weiterer Gefangener, Wladimir Kotik vom 425. Separaten Sturmregiment "Skala", erklärte, dass die Moral stark gesunken sei: "Im Fernsehen sagen sie, dass alles gut ist, dass wir vorrücken und siegen." In der Realität habe er davon jedoch nichts gesehen. Es gebe keine Urlaube, keine Krankenhäuser, "nichts", sagte er in einem Video, das der Nachrichtenagentur TASS vorliegt:
"Die Menschen gehen aus, da es zu wenig Personal gibt. Die Menschen sind ausgebrannt, die Menschen sind müde. Über den Sieg denkt und spricht niemand mehr." Zudem warf Kotik dem Kommando vor, die eigenen Kräfte "wie Fleisch" zu behandeln. Die Soldaten wüssten nie, ob sie lebend zurückkehren würden. "Das Einzige, was mir Glück gebracht hat, ist, dass ich in Gefangenschaft geraten bin", betonte er.
Bereits zuvor hatte der gefangene Soldat Pawel Gejko von einem extrem kurzen Fronteinsatz berichtet. In einem Interview mit der Komsomolskaja Prawda erklärte er, dass sein Einsatz nur rund 20 Minuten gedauert habe. "Nach 20 Minuten wurden wir von Drohnen zerschlagen. Und weitere 20 Minuten später kamen sie [die Russen], stürmten uns und nahmen uns gefangen. Wir haben uns ergeben, weil wir leben wollen."
Er kritisierte zudem die Ausbildung und Führung der ukrainischen Streitkräfte und sprach von faktisch aussichtslosen Vorstößen. Auch warf er dem Kommando vor, unnötige Verluste zu verursachen und die Soldaten sich selbst zu überlassen. Er forderte die Behörden in Kiew auf, den Konflikt zu beenden und die Soldaten zu ihren Familien zurückkehren zu lassen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
06.05.2026
Neue Schulstreiks gegen Wehrpflicht am 8. Mai
aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. Mai 2026, 9:25 Uhr
RTDE 6.5.2026
Neue Schulstreiks gegen Wehrpflicht am 8. Mai: Medien wittern kommunistische Verschwörung
Mit Slogans wie "Widerstand statt Großmachtpolitik" wollen Jugendliche in deutschen Städten wieder gegen das neue Wehrdienstgesetz protestieren, diesmal an einem historischen Datum: dem Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus. Medien wittern kommunistische Drahtzieher am Werk.
Von Alexandra Nollok
"Heraus zum 8. Mai: Nie wieder Wehrpflicht, nie wieder Krieg!": Unter diesem Motto ruft die Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht" zum dritten Mal dazu auf, für ihre Interessen einen Tag lang die Schulpflicht zu verweigern und zu demonstrieren. Bisher sind in 79 deutschen Städten Aktionen für diesen Freitag angekündigt. Jugendliche sollten sich nicht für "Rekordprofite der Rüstungsindustrie" für Krieg missbrauchen lassen, heißt es. Vielen Leitmedien gefällt das nicht. Einige warnten schon vor kommunistischen Drahtziehern, wohl um Schüler von der Teilnahme abzuhalten.
Aufruf: "Wollen kein Kanonenfutter für Rüstungsprofite sein"
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation der deutschen Nazis. Mehr als 60 Millionen Tote hatte dieser Krieg weltweit gekostet. Fast die Hälfte davon waren Sowjetbürger, sowohl Zivilisten als auch Soldaten der Roten Armee. Niemand solle so etwas wieder erleben müssen, warnt die Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Doch die Gefahr sei groß: Fast jeder zweite Euro des Bundeshaushalts solle künftig in die militärische Aufrüstung fließen. Weiter heißt es in dem Aufruf:
"Die Kassen der Rüstungsindustrie klingeln – damals wie heute: Rheinmetall, KNDS & Co. machen Rekordprofite. Währenddessen wird die Wehrpflicht Schritt für Schritt wieder eingeführt: Fragebögen seit Anfang des Jahres, Musterungen beim Militärarzt im nächsten Jahr."
Überdies beinhalte das Gesetz einen Paragrafen, wonach sich Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren nur noch mit Erlaubnis des sogenannten "Karrierecenters" der Bundeswehr länger als drei Monate im Ausland aufhalten dürften. Lediglich mit einer nachträgliche Allgemeinverfügung, die nach öffentlicher Kritik erlassen wurde, setzte die Bundesregierung die damit verbundene Abmeldungspflicht vorübergehend aus. Die Verfügung aber kann so zurückgenommen werden, wie sie erlassen wurde.
Die Initiative kritisiert auch eine gefährliche Kriegsrhetorik: Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz vom "Zeitalter der Großmächte" spreche, meine er damit "den Kampf um Einflusssphären und Profit". Dies zeige sich bereits in der Realität, zum Beispiel beim US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran. Die Regierung betonte bereits, dass der Zwangswehrdienst in der Bundeswehr kommen werde, sollten sich nicht genügend "Freiwillige" melden. Deutschland und die EU bereiteten sich erkennbar auf einen Krieg vor, "und wir jungen Menschen sollen das Kanonenfutter dafür sein", so die Initiative. Dagegen sei Widerstand notwendig.
Das Bündnis ruft neben Schülern, Studenten und Auszubildenden auch Eltern, Lehrer und "alle, die keinen Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben" dazu auf, die Demonstrationen zu unterstützen. Sein Aufruf endet mit dem Slogan:
"Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!"
Medien: Verschwörungstheorien statt Inhalte
Bereits im Dezember und im März hatte die Initiative zu Schulstreiks aufgerufen. Aktionen fanden damals in bis zu 90 bundesdeutschen Städten statt. Diesmal vermeldeten bis zum 4. Mai Schülerkomitees in 79 Orten, sich an den Aktionen beteiligen zu wollen, weitere könnten noch folgen.
Der deutschen Leitpresse, die seit vier Jahren gemeinsam mit Regierungspolitikern für "Kriegstüchtigkeit" trommelt, gefällt das gar nicht. Das ARD-Meinungsschlachtschiff "Tagesschau" witterte Mitte April eine kommunistische Verschwörung hinter den Protesten und titelte:
"Linksextreme steuern 'Schulstreiks gegen Wehrpflicht'"
So seien "Mitglieder der linksextremen Kleinstpartei DKB und ihrer Jugendorganisation" (Fehler im Original) an deren Organisation beteiligt. Wie aus dem Artikel hervorgeht, meinte Autor Volker Siefert damit die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und ihren Jugendverband "Sozialistische Deutsche Arbeiter-Jugend" (SDAJ).
Auch die zahlreichen Regionalzeitungen der Ippen-Mediengruppe, zu der die Frankfurter Rundschau gehört, warnten vor der SDAJ. "Spontane Schülerdemos?", fragten diese scheinheilig in der Überschrift, um ihre "Antwort" gleich mitzuliefern:
In die gleiche Kerbe schlug die rechtslibertäre Zeitung Tichys Einblick, die "das Klassenzimmer als Kaderschmiede" von Kommunisten darstellte und sich dabei auf den Hessischen Rundfunk, also einen sonst lautstark kritisierten öffentlich-rechtlichen Sender, berief.
Nun ist es erstens nicht verwunderlich, wenn Kommunisten und andere Linke sich in Antikriegs- und Antiwehrpflicht-Protesten engagieren. Das entspricht schließlich ihrer politischen Ausrichtung. Zweitens suggeriert das Herbeifantasieren, Kommunisten seien die wahren Drahtzieher hinter den Schulstreiks, dass die Jugendlichen nicht zu eigenständigem Denken in der Lage seien. Drittens ist das Raunen über angebliche kommunistische Strippenzieher praktisch für die Kriegstreiber: Durch das Heraufbeschwören des "kommunistischen Schreckgespenstes" muss man nicht mehr über die Inhalte der Proteste reden.
Subventionsprogramm für Rüstungskonzerne
Das sogenannte "Wehrdienst-Modernisierungsgesetz" hatte der Bundestag im Dezember beschlossen, begleitet vom ersten Schulstreik. Es trat zu Beginn dieses Jahres in Kraft. Zunächst zielt es darauf ab, alle jungen Erwachsenen ab 18 Jahren zu erfassen. Jede Person ab Geburtsjahrgang 2008 soll einen Fragebogen bekommen. Junge Männer sind verpflichtet, ihn auszufüllen, für Frauen ist das noch freiwillig. Ab kommendem Jahr müssen sich alle Männer auch zwangsweise mustern lassen.
Offiziell setzt die Bundesregierung damit auf "Freiwilligkeit". Sollte die geplante Aufstockung der Bundeswehr um rund 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten plus Hunderttausende Reservisten in den nächsten drei Jahren so nicht gelingen, könnte der 2011 ausgesetzte verpflichtende Wehrdienst für alle Männer sofort reaktiviert werden. Letzteres scheitert derzeit noch an fehlender Infrastruktur, wie Kasernen und Ausbildern.
Dafür pumpt der Staat bereits Milliarden in die Bundeswehr. In diesem Jahr sollen bereits 108,2 Milliarden Euro in den Militäretat fließen – dreimal so viel wie vor 20 Jahren. Das ist mehr als ein Fünftel des geplanten gesamten Bundeshaushalts für 2026 in Höhe von rund 525 Milliarden Euro. Der Haushalt zielt laut Bundesregierung darauf ab, die "deutsche Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen." Die gigantische Aufrüstung dient dabei als staatliches Subventionsprogramm für Waffenproduzenten. Das geschieht zwar auf Kosten der Lohnabhängigen, treibt aber dennoch das Bruttoinlandsprodukt vorübergehend in die Höhe.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Die britische Tageszeitung The Guardianmeldete kürzlich exklusiv, dass die NATO »geschlossene Treffen mit Film- und TV-Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten in ganz Europa und den USA« abhält. Das Militärbündnis will die Kunst – in dem Fall den Film – nutzen, um Propaganda zu machen. Drei Treffen soll es bereits gegeben haben: In Los Angeles, Brüssel und Paris. Im kommenden Monat soll ein weiteres Treffen in London stattfinden. Dort will man die Drehbuchautoren der Writers‘ Guild of Great Britain treffen. Der Verband vertritt die britischen Schriftsteller. The Guardian berichtet außerdem, dass das anstehende Treffen von der schreibenden Zunft mit Bestürzung quittiert wurde. Die Schriftsteller möchten offenbar nicht zur Propaganda für die NATO beitragen.
Der Zugriff auf den Film, um Propaganda unter die Menschen zu bringen, ist freilich nicht neu. Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen. Wenn man so will, ist der zeitgenössische Film voller Propaganda – wenn auch nicht für die NATO. Der Kanon identitätspolitischer Betrachtungen findet aber sehr wohl im heutigen Filmschaffen Anwendung und Anklang. Der Schritt, die Branche dazu zu bringen, nun auch »etwas für die NATO« zu tun, muss man fast schon als konsequent einordnen. Und man kann sich fragen, warum sie nicht schon viel früher aktiv wurde, um im großen Stil zu propagieren Filmschaffende haben zu allen Zeiten Propaganda gemacht – und dies eben nicht nur in den despotischeren Teilen der Welt, sondern auch im »guten Westen«.
Why we fight
Lange Zeit hatte Franklin D. Roosevelt den Amerikanern versprochen, sich aus dem dräuenden und später aktiven Krieg in Europa herauszuhalten. Die Erfahrung des Ersten Weltkrieges, in dem fast 120.000 amerikanischer Soldaten ihr Leben gelassen haben, prägte noch die Wahrnehmung der US-Bevölkerung – der wiederaufflammende US-Isolationismus der Nachkriegsjahre war ein Produkt dieses außenpolitischen Abenteuers. Roosevelt wurde aber sukzessive von den Briten in den Krieg gezogen. Erst mittels Waffenlieferungen und Kredite, dann – weil man in den USA befürchtete, dass die Rechnungen bei einer britischen Niederlage nie beglichen würden – auch durch Truppenverstärkungen. Nach Pearl Habor akzeptierte die amerikanische Öffentlichkeit den Krieg im Pazifik – aber warum sollten »amerikanische Jungs« schon wieder in Übersee sterben?
Nach wie vor blieb die Öffentlichkeit skeptisch, was den Krieg in Europa betraf. Für Washington war klar, dass hier propagandistisch aufgerüstet werden musste. Das United States Office of War Information engagierte daher den Starregisseur Frank Capra (viermal Regie-Oscar), um eine Reihe namens »Why we fight« umzusetzen – natürlich finanzierte die US-Behörde die gesamte Produktion. Auf diese Weise entstanden zwischen 1942 und 1945 sieben Teile für das Kinoprogramm, die zunächst die Amerikaner überzeugen sollten, für die richtige Sache zu kämpfen – später sollten die Teile den Durchhaltewillen in der Bevölkerungen und bei den Truppen stärken.
Die Filme erklärten, rechtfertigten und emotionalisierten den Krieg – sie zeichneten ein klares Bild von Gut und Böse, von Bedrohung und moralischer Pflicht. Capra griff dabei auf dokumentarisches Material zurück, kombinierte es mit dramaturgischen Mitteln und schuf so eine Erzählung, die gleichermaßen informierte und die Gefühle steuerte. Das Ziel war nicht unbedingt Aufklärung, sondern Mobilisierung. Die Filme wurden zunächst für Soldaten produziert, fanden aber bald ihren Weg in die breite Öffentlichkeit und in die Kinos. Um die 54 Millionen Amerikaner sollen die Reihe im Lichtspielhaus gesehen haben – zum Vergleich: Der damals erfolgreichste Film aller Zeiten »Vom Winde verweht« wurde bei der US-Erstaufführung von geschätzt 20 Millionen Menschen gesehen.
Einige Jahrzehnte später, im Kontext des Vietnamkrieges, setzte das US-Militär erneut auf Hollywood. Ein wachsender Teil der Bevölkerung lehnte diesen Krieg im Dschungel ab, der sich sukzessive zu einem Massengrab für Vietnamesen wie US-Soldaten entwickelte. John Wayne wurde zum Gesicht des Patriotismus. Besonders sein Film »Die grünen Teufel« ist ein Paradebeispiel für die Propaganda jener Jahre. Wayne übernahm nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch – zusammen mit Ray Kellogg − Regie bei dem patriotischen Manifest, das aller Welt zeigen sollte, dass die amerikanische Sache gerecht sei. Wayne selbst hatte im Vorfeld US-Präsident Lyndon B. Johnson um Finanzierungshilfe gebeten. Renata Adler kommentierte damals in der New York Times: »The Green Berets is a film so unspeakable, so stupid, so rotten and false in every detail …« Und die Zeit schrieb damals, 1968: »Ein ekelhaftes Dokument amerikanischer Selbstgerechtigkeit«. Anders als im Zweiten Weltkrieg traf diese Form der Darstellung also auf eine zunehmend kritische Öffentlichkeit.
Liebesgrüße aus Moskau
John Wayne war der Held vieler amerikanischer Jungs, die in den Vierziger- und Fünfzigerjahre seine Filme sahen. In seinen Western spielte er den kühnen, wortkargen Star, den strong, silent type. Einen zutiefst amerikanischen Kerl, der anpackt, ein Macher ist – trinkt und nicht umfällt. So sahen sich die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg am liebsten. Die Veteranen des Vietnamkrieges fremdelten plötzlich arg mit dem Helden ihrer Kindheit, der durch seinen Propagandafilm das Morden im Dschungel glorifizierte. Das United States Department of Defense unterstützte den Film mit Statisten, Militärausrüstung und militärischer Beratung – außerdem erlaubte es Dreharbeiten auf Militärbasen. Waynes Propaganda hat sich tief ins kulturelle Gedächtnis der Nation eingeschrieben – es hat seinem Ansehen geschadet und hängt ihm auch posthum nach. Wayne litt wohl darunter, so sagte seine Witwe viel später, dass er im Zweiten Weltkrieg ausgemustert wurde. Gerne hätte er für sein Land gekämpft. (Henryk Gondorffs Artikel befasst sich mit diesem Thema.) Mit »Die grünen Teufel« konnte er nun einen Beitrag leisten.
Der Kalte Krieg brachte aber generell eine neue, subtilere Form der Propaganda hervor – denn sie war eingebettet in Unterhaltung. Glamourös verpackt kam sie daher. Und sie war international erfolgreich. Die James-Bond-Filme sind ein glänzendes Beispiel für diese Form der Entertainment-Propaganda. Auch wenn die NATO in der Reihe selten explizit erwähnt wird, operiert Bond als Agent im Dienst seiner Majestät und damit des »guten Westens«. Seine Missionen sind immer ein wenig mehr als bloße Abenteuer: Sie reproduzieren ein Weltbild, in dem westliche Werte als universell dargestellt werden, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt. Nicht selten vereitelt er die Vernichtung der Erde. Dabei ist stets eines klar: Nur die anderen haben es auf die Welt abgesehen – der Westen jedoch nicht, er rettet sie. Im Westen ist man der Anwalt der Vernunft. Die Gegenspieler – oft sowjetische Agenten oder Organisationen mit östlichem Bezug – erscheinen fast immer eindimensional. Ihre Motive bleiben häufig diffus, ihre Weltsicht ist kalt und bedrohlich und eben zerstörerisch. Daneben steht der Westen – man könnte auch sagen: die NATO – in fürsorglicher Selbstlosigkeit.
Auch andere Filme der Zeit greifen ähnliche Muster auf. Der Film »Top Gun« aus den Achtzigerjahren verzichtet weitgehend auf konkrete politische Gegner, setzt aber stark auf die Ästhetisierung militärischer Stärke. Die United States Navy war bei den Dreharbeiten behilflich: Sie stellte Kampfjets und Piloten – eine Hilfe- und Dienstleistung, die für eine reguläre Filmproduktion kaum bezahlbar gewesen wäre. Außerdem erlaubte sie Dreharbeiten auf Flugzeugträgern, gewährte militärische Beratung und unterstütze Luftaufnahmen und produzierte Luftmanöver, die im Film zu sehen sein sollten. Kampfjets werden zu Symbolen von Freiheit und Überlegenheit – besonders die Kameradschaft wird stark in den Fokus gerückt. »Top Gun« hatte nachweislich Einfluss auf die Wahrnehmung des Militärs und führte, so erklärte die US Navy selbst, zu einem Anstieg von Rekrutierungszahlen. Viele Jahre hatte die Navy jedenfalls behauptet – der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung scheint jedoch gering zu sein. Das war quasi die Propaganda nach der Propaganda.
Die Manipulation durch Propaganda auf der Leinwand hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts stark verändert: Zunächst war sie dokumentarischer Natur – Capra wählte diesen Ansatz. Der Regisseur war jedoch nicht der einzige Star aus Hollywood, der sich einspannen ließ. Von James Stewart bis Marlene Dietrich leistete jeder seinen Dienst – natürlich immer mit einer Kamera in der Nähe, die das Engagement für Propagandazwecke festhielt. Wobei man der Fairness sagen muss, dass der Schauspieler Stewart als Colonel tatsächlich in Gefechte verwickelt war. Später bettete man die Propaganda in packende Geschichten ein und stattet sie mit charismatischen und coolen Figuren aus – oder mit Shootingstars wie Tom Cruise in »Top Gun« –, die in beeindruckender Bildkomposition agierten. Offenbar war dieser Ansatz effektiver: 48 Millionen Tickets setzte »Top Gun« im Erscheinungsjahr ab. Annähernd so viel wie Capras Siebenteiler in den Vierzigerjahren.
Best Performance in a NATO-Role
Die NATO, die nun den Film und das Fernsehen für sich in Anspruch nehmen will, wird sicherlich eine unterhaltsame Propaganda ins Auge fassen. Ein gut platzierter Hinweis hier, eine bombastische Story dort. Warum lassen sich Filmschaffende, immerhin Mitglieder einer Branche, die Kreativität ausschlachtet, von den eher wenig kreativ begabten Feldjägern militärischer Propagandaabteilungen immer wieder einfangen? Die Gründe sind wohl ganz profaner Art: Filme zu drehen ist teuer, sehr aufwendig und oft abhängig von externer Unterstützung. Militärische Institutionen bieten fast exklusiven Zugang zu Ausrüstung, Drehorten oder Expertise – die Nutzung dieser Ressourcen ist freilich an Bedingungen geknüpft. So werden Drehbücher geprüft und notfalls umgeschrieben, Inhalte angepasst und auf diese Weise lenkt man die Narrative. Und dann gibt es, jedenfalls im europäischen Raum, staatliche Fördergelder, die locken können und deren Ausbleiben Druck aufbaut auf Filmschaffende.
Hinzu kommt noch ein kultureller Faktor: Viele Filmschaffende verstehen sich nicht als Propagandisten, sondern als Erzähler. Wenn sich ihre Geschichten mit politischen Interessen überschneiden, sehen sie das als Kollateralschaden an. Hauptsache die Geschichte kann erzählt werden. Überzeugung und Opportunität sind nicht schädlich – aber auch nicht notwendig. Zwang ist also nur bedingt notwendig – der Einfluss wird subtiler über Fördergelder, Kooperationen, Zugang zu Ressourcen und Netzwerken geregelt.
Die Propaganda, die nun auf Initiative der NATO in den Lichtspielhäusern und im Unterhaltungsprogramm der Fernsehsender droht, wird vermutlich geprägt sein durch eine leise Verschiebung der Perspektiven – eine, die man ohnehin schon aus dem Feuilleton oder politischen Talkshows kennt, die aber nun auch in die Nischen vordringen soll, die eher unverdächtig für politische Bildung sind. So plump wie John Wayne wird man es doch nicht probieren wollen? Oder ist es vielleicht zu befürchten, dass es die Plattheit ist, die heute punktet – ein ganzer Kosmos voller idiotischer Videos auf YouTube, TikTok und Co. legt das jedenfalls nahe.
Man möchte Mäuschen sein, wenn sich bald schon die Verantwortlichen für Fragen der Propaganda innerhalb der NATO mit hochrangigen Drehbuchautoren und Regisseuren in London treffen, um das Nötige zu besprechen. Aber natürlich gilt wie immer, wenn im Westen etwas in dieser Richtung geschieht, die wichtige Parole: Propaganda gibt es nur in Diktaturen! Propaganda macht nur einer wie Putin! Sicher – das tut er. Er sollte bei der NATO hospitieren, da kann er lernen, wie man Propaganda so macht, dass sie Spaß macht und auch noch Millionen an den Kinokassen einbringt. Und wer weiß, den einen oder anderen, der heute plötzlich trauert, weil er nie im Schützengraben liegen konnte, der trauert wie einst John Wayne, findet vielleicht in Propagandafilm eine neue Berufung …
Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main. Mehr Beiträge von Roberto De Lapuente →
Dass der Westen – vor allem die USA – spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Hollywood nutzen um den Menschen ihre Propaganda einzutrichtern, ist bekannt.
In Serien treten zum Beispiel immer Nachkommen von Migranten auf, die aus China geflüchtet sind, weil ihr Opa von den bösen Chinesen dafür bestrafte wurde, bloß weil er eine andere Meinung als die Regierung vertrat. (Erinnert irgend wie an von der Leyens Praxis).
Oder Migranten, die froh sind endlich die freie Luft in den USA atmen zu dürfen, was ihnen in den kommunistischen Systemen nicht möglich war.
Dass es die USA mit der Demokratie nicht so genau nehmen, dafür gibt es viele Beispiele wie die Unterstützung des faschistischen Verbrechers Pinochet beim Putsch gegen den demokratisch gewählten und ermordeten Präsidenten Salvador Allende beweist, was die Konsumenten von Hollywood-Produkten leider oft übersehen.
Danke lieber Roberto für diesen ausführlichen Artikel. James-Bond-Filme sind abgrundtief rassistisch. Zwischen einem Glas Whisky und dem Vernaschen einer hübschen Frau ballert der smarte Englischman ganz cool die kleinen gelben und roten Männchen weg. Er hat ja die Lizenz zum Töten. Gestern war ich wieder mit meinem weißen T-Shirt und dem Schriftzug „Frieden schaffen ohne Waffen“ auf unserem Montagsspaziergang. Da sprach mich ein Mann an, 65 Jahre alt, stämmig, roter Kopf, vermutlich einiges Alkohol im Blut. Er war Soldat gewesen, bei den Gebirgsjägern, Scharfschütze. Hat im Jugoslawien-Krieg für die NATO „3 oder 4 runter geholt.“ „War Befehl, die oder wir, was willste machen?“ Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt. Das war kein Angeber, der suchte eine Gelegenheit um sein Gewissen zu erleichtern. So sieht die Lizenz zum Töten in Wirklichkeit aus. Auch die sogenannten „Antikriegsfilme“ zeigen meist die harten Jungs, die gebrochenen Existenzen zeigen sie kaum.
Warum nicht? Nach Genuss derartiger Machwerke steigt vielleicht die Akzeptanz für die Verschönerung der innerstädtischen Stadtbilder, deren derzeitigige Anblicke unser Bundeskanzler schließlich bereits monierte!! Da könnte man zentral wieder Reiterstandbilder errichten, z.b. Herrn Wadephul hoch zu Ross, streng nach Osten blickend und mit ausgestrecktem Marschallstab die Richtung weisend! Man darf natürlich nicht zu realistisch drehen, so etwas wie „The day after“ will ja niemand sehen, sondern sehr gefällig zusammenbrechende Horden im eigenen MG-Feuer, so was in der Art. Nun hatten die Brandenburger im 17ten Jahrhundert die Fregatte „Friedrich Wilhelm zu Pferde“ zu Wasser gelassen, mit der Aufstellung von Reiterstandbildner einhergehend könnte man dann auch die Schiffe der Bundesmarine umbenennen, die Fregatte „Friedrich zu Pferde“ oder den Minenleger „Annalena“ als Vorschläge. Lazarettschiff „Lauterbach“ fände ich auch eingängig! Ansonsten: Wen wundert es, dass der Film als Genre das mediale Dauerfeuer zur Erlangung von Kriegstüchtigkeit ebenso eingespannt wird? Mich nicht!
Dieser Irrtum hält sich wohl in alle Ewigkeit. Nein, nicht die USA sind in den WK II eingetreten, vielmeht hat das Dritte Reich Ende 1941 den USA den Krieg erklärt. Die USA waren also die Angegriffenen. Die dann folgende Propaganda war richtig und notwendig. Es musste dem amerikanischen Publikum erklärt werden, was da in Berlin und Tokio für Massenmörder an der Macht waren, was die US-Bürger sonst nicht für möglich gehalten hätten. Und ja, das war richtig dass die USA Europa und Asien von den faschistischen Horden befreite. Da werden spätere Missetaten benutzt, um das zu relativieren. Hiervon hätte sich Roberto distanzieren müssen. Dann hat dieser John Wayne im Vietnamkrieg so gar nicht funktioniert. Im Gegenteil, der Vietnamkrieg musste beendet werden, keineswegs wegen der militärischen Lage. Die USA hätten mühelos weiter kämpfen können. Es waren die nicht abreißenden weltweiten Demonstrationen, die sie zur Aufgabe zwangen. Seltsamerweise hat genau das das US-amerikanische Renommee enorm gesteigert. Die Sowjetbürger wollten auch mal gegen einen Krieg ihres Landes demonstrieren dürfen. Und es entstand der Eindruck, dass hier eine Supermacht von kritischen Bürgern im Zaum gehalten wurde, sodass künftige Entgleisungen nicht mehr möglich wären. Eine kurze Zeit war das tatsächlich so. Nun bitte diesen James Bond nicht überbewerten. Der war von Anfang an als Satire gedacht und wurde auch so gesehen. Wenn nun aber die deutschen Filmschaffenden ahnliches abliefern sollen, ist ebenfalls mit Satire zu rechnen. Allerdings unfreiwilliger. Erfahrungsgemäß lassen sich die Woken und Queeren mühelos gegen Russland mobilisieren. Gegen Putin, denn der ist nicht woke. Auf dieser Schiene wird das Ganze wohl daher kommen. Der Kampf gegen Putin ist ein Kampf für Transenrechte. Ich schätze mal, dass das den Misserfolg des John Wayne noch mehrfach übertrifft.
„Sie möchte, dass Filmschaffende ihren Zuschauern NATO-Propaganda vorsetzen.“ — wenn schon Gender-Gagi, dann aber auch korrekt und konsequent:
„Sie möchte, dass Filmschaffende ihren Zuschauenden NATO-Propaganda vorsetzen.“
wir hatten das schon einmal, nicht nur, dass es völlig behindert klingt, wenn jz jedesmal von irgendwelchen *-den die Rede ist, daweil es ist ja sowas von progressiv und Klassenstatussymbol. am A ! man lese und staune:
Aus den NATO-Analysen für die kognitive Kriegsführung lassen sich drei Bedingungen destillieren, unter denen kognitive Angriffe besonders wirksam1,2 sind:
Sie gehen von vertrauenswürdigen Akteuren aus. Sie sind nicht als Angriff erkennbar. Und sie nutzen bestehende kognitive Schwächen aus.
Dass die Infiltration des Gesundheitswesens als Instrument für die kognitive Kriegsführung kein theoretisches Konstrukt ist, belegt eine historische Quelle aus dem Kalten Krieg. Yuri Bezmenov, ein 1970 übergelaufener KGB-Offizier, beschrieb 1984 in einem Buch3 und in einem dokumentierten Vortrag4 die sowjetische Strategie der «ideologischen Subversion» in vier Stufen: Demoralisierung, Destabilisierung, Krise, Normalisierung. Die erste Stufe – die Demoralisierung einer Gesellschaft – dauert laut Bezmenov fünfzehn bis zwanzig Jahre und erfolgt primär über die Beeinflussung von Bildung, Medien und Gesundheitswesen. .. «Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein» — man lese diesen Satz zweimal. Er stammt nicht von einem Systemkritiker. Er stammt von einem Chefarzt der Psychiatrie, der beschreibt, was er von innen beobachtet hat. Und er beschreibt keine Verschwörung, sondern eine ökonomische Logik — dieselbe Logik, die die Schweizer Zahlen zeigen. .. Zwanzig Jahre. Kränker als zu Anfang. Konditioniert zum Opfer. Das Wort «konditioniert» ist präzise gewählt und in der Fachsprache korrekt: Dieser Patient wurde nicht behandelt. Er wurde in erlernter Hilflosigkeit trainiert. Seine kognitive Selbstwirksamkeit — die Fähigkeit, eigene Probleme durch eigenes Denken zu lösen — wurde nicht gestärkt, sondern systematisch abgebaut.
Das ist nicht das Versagen einzelner Psychotherapeuten. Das ist das Geschäftsmodell. .. Und genau hier schliesst sich der Bogen zur NATO-Doktrin: Was François du Cluzel als kognitive Kriegsführung definiert – die systematische Untergrabung der kognitiven Fähigkeiten einer Zielpopulation -, ist von dem, was in Psychotherapie-Praxen der Schweiz geschieht, funktional nicht zu unterscheiden.
Dem Artikel kann man weitgehend zustimmen, aber die frühen James Bond Filme verstehe ich ganz anders. Schon in Liebesgrüße aus Moskau verhindert Bond, dass SPECTRE, (Apronym von englisch spectre ‚Schreckgespenst‘) während des Kalten Kriegs die beiden Seiten gegeneinander ausspielt. James Bond Filme sind satirisch gemeint, was schon der Name zeigt. Sowohl Bond als auch James sind Allerweltsnamen. Würde man sie übersetzen, Würde man so etwas bekommen wie „Mein Name ist Maier, HANS Maier“ Die alten James Bond Filme hatten jedoch epochale Themen, weshalb sie auch wirkten. Es ging um obsolete Geschlechterrollen und größenwahnsinnige Nicht-Regierungs-Schurken. James Bond als Person karikierte Macho Phantasien und die Bondgirls waren Klischees der Frau als Verführerin und Vamp. Auf geradezu seherische Weise Vorwegnahmen heutiger Kreaturen sind die Milliardär-Bösewichter, die Staaten erpressen, Kriege provozieren, die Menschheit unter Drogen setzen, eine neue Weltordnung anpeilen, wenn es geht, durch Dezimierung einer verderbten Menschheit unter Erhalt einer erleuchteten Elite, usw. Wer denkt da nicht automatisch an die wahnsinnigen Narzissten, z.B. SOROS, der mit democrazy and freedom = Scheindemokratie und Entwurzelung die Völker beseitigen will, und dem wir den Ukrainekrieg samt Folgen verdanken, KLAUS SCHWAB, der mit seinen Führerkreaturen die Welt unterwandern will und dem wir u. a. Spahn und Baerbock verdanken, BIN LANDEN, der im Namen Allahs die Welt von den Amis befreien wollte und zwar durch einen Anschlag, der wie nichts sonst an Bond Filme erinnert, BILL GATES und sein Scharlatan Fauci, die Krankheiten durch heimtückischen Impfzwang endgültig ausrotten wollen. Aber weit und breit findet sich kein James Bond, der die Menschheit rettet. Und die Müllers und Meiers fallen auf die dümmste Propagande herein.
Auch das Kino und alle TV Unterhaltungssendungen müssen „kriegstüchtig“ werden. Bis zum herbei geredeten Krieg mit Russland werden wir dann wieder bei den Wochenschauen des kriegerischen Deutschland des letzten Jahrhunderts angekommen sein. Wir erleben traurige Wiederholungen.
Das ist alles wirklich nicht so neu. Ich erinnere nur an den sogenannten „Kongress für kulturelle Freiheit “ oder die bis 1961 in westberlin existierenden frontstadkinos.
Richtig und wichtig ist vor allem der Satz: „Propaganda gibt es nur in Diktaturen! Propaganda macht nur einer wie Putin!“ Niemand wird bestreiten, dass es auch in der Zeit des großen deutschen braunen Reiches von 1933 bis 1945 und in der ehemaligen DDR Propaganda gab. Aber doch nicht in den Demokratien der Freiheit wie den USA und in der Bundesrepublik Deutschland schon zweimal nicht.
Die NYT bezeichnete den PR-Profi Edward Bernays (1891 bis 1995) einmal als wissenschaftlichen „Vater der Propaganda“. Bernays war kein Russe, kein Mitglied der SED und auch kein Mitglied der chinesischen Regierung.
Das Ziel von Propaganda besteht nicht darin, aus Menschen aufgeklärte und mündige Staatsbürger zum machen. Propaganda zielt darauf ab, die Menschen zu manipulieren und ihnen eine Ideologie in das Gehirn zu pflanzen und zwar die „richtige“ Ideologie. Was die „richtige“ Ideologie ist, das bestimmt die jeweils herrschende Klasse.
Der Psycho-Trick der modernen PR (Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit oder wie immer man das nennen will) besteht darin, dass die Zielpersonen das nicht durchschauen sollen.
Wenn der große Imperator Donald zu dem kleinen US-Bürger Henry sagt: Du nimmst jetzt einen Knüppel und haust dem Mann im Iran oder wo auch immer damit auf den Kopf und der kleine Henry fragt: Warum soll ich das machen? Den Mann kenne ich doch überhaupt nicht und der hat mir doch nichts getan. Dann muss das von der Propaganda vorbereitet werden und die Propaganda sagt: Wir verteidigen die Freiheit und die Demokratie. Der Mann im Iran ist böse, der will Amerika angreifen, dein Geld stehlen, deine Frau vergewaltigen und deine Kinder ermorden. Es kommt doch nicht darauf an, ob daran ein Gramm wahr ist. Es kommt darauf an, dass der kleine Henry das glaubt und zwar auch dann, wenn es gelogen ist, der kleine Henry dafür mit seinem Leben bezahlt und der große Imperator Donald dadurch noch reicher wird.
Propaganda in diesem Sinne gab es in Hollywood auch in den klassischen Western. In diesen Western sind die amerikanischen Ureinwohner aka „Indianer“ immer die unzivilisierten Wilden. Sie überfallen und ermorden die christlichen weißen Siedler vergewaltigen die zivilisierten weißen Frauen.
Der US-amerikanische Spielfilm „Hombre“ von 1967, deutscher Titel: „Man nannte ihn Hombre“, mit Paul Newmann in der Hauptrolle als „John Russel“, ist eine Ausnahme. Da war die Zeit der klassischen Western aber schon lange vorbei. In diesem „Western“ oder treffender Anti-Western, spielt Newman einen Weißen, der bei den Apachen aufgewachsen ist, dort im Reservat als Polizist gearbeitet hat, ein Haus erbt und dieses Haus in der Welt der „zivilisierten“ Weißen verkaufen will. Audra Favor, das ist die Frau des ehemaligen Reservatsleiters, der – wie sich später herausstellt – Geld unterschlagen hat.
Auf dem Weg zum Käufer komtm es in der Kutsche zu einem Dialog zwischen der „zivilisierten“ Dame und John Russel:
Audra Favor: Ich kann mir nicht vorstellen, einen Hund zu essen und nicht daran zu denken. John Russel: Hatten Sie schon mal Hunger, meine Dame? Nicht nur bereit für das Abendessen. Hungrig genug, sodass Ihr Bauch anschwillt? Audra Favor: Mir wäre egal, wie hungrig ich werde. Ich weiß, dass ich keinen dieser Lagerhunde essen würde. John Russel: Sie würden ihn essen. Sie würden sich auch um die Knochen streiten. Audra Favor: Haben Sie schon einmal einen Hund gegessen, Mr. Russell? John Russel: Ich habe einen gegessen und wie einer gelebt.
Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass die 1960er Jahre die Zeit von Woodstock, die Zeit von Joan Baez, Jimmy Hendrix und Crosby Stills, Nash & Young war, die Zeit als John Lennon von den Beatles sang: „MAKE LOVE, NOT WAR“. Eine Zeit als die Jugend gegen den Krieg der USA in Vietnam protestierte. Das ist lange her und lange vorbei.
Im deutschen Grundgesetz von 1949 heißt es aufgrund der Erfahrungen mit dem Dritten Reich: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“
Es heißt leider nicht: Propaganda, Gehirnwäsche und Volksverdummung sind verboten. Das liegt vermutlich daran, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch nie etwas von Edward Bernays gehört hatten.
Aber das mit der Zensur schaffen wir auch noch. Man darf es eben nicht Zensur nennen, sondern „Schutz vor Desinformation“. Das Problem ist auch hier wie bei der Propaganda. Was Information und Desinformation ist, das bestimmen nicht die vielen kleinen Bürger, das bestimmt die herrschende Nomenklatura. Cancel-Culture, Shadowbanning usw. sind nur Methoden und Techniken, um das umsetzen.
Interessante Sache, doch da werden wohl eher nicht so halbkritische Streifen wie „Das Boot“ entstehen. Eigentlich hat das 3. Reich den Film als wirkungsvolles Instrumet der Propaganda erschlossen und Herr Goebbels war ganz nebenbei bekanntlich auch ganz frühforsch, die Ursache für #MeToo in der Filmbranche anzugehen.
Bin ganz hin und her gerissen, einerseits ist es mir lieber, dass der Rüstungsetat für Filme ausgegeben wird (was könnten da für monumentale Werke heraus kommen!), anderseits werden wohl eher schlimme Machwerke entstehen. Aber auf jeden Fall ein guter Lackmustest: Autoren, Regisseure, Produzenten und Darsteller, die bei sowas mitmachen, kommen direkt auf die „No Go“-Liste, wie bei Werbung; das schränkt die Auswahl-Qual beim nächsten Filmabend ordentlich ein.
Einen Army-Propagandisten der ersten Reihe hat RDL aber vergessen: Elvis. 007-Filme sind Zumutungen des Grobschnitts (@Torwächter: Die Satire entsteht erst in der Distanz), vor allem die ersten mit Sean Connery, die werden im Alter echt nicht besser; die Roger Moore Streifen sind nur noch Klamauk wie Luis De Fuinès. Ansonsten ist John Wayne für mich sehr prägend gewesen, ein autoritärer und misogyner Klotz, »der anpackt, ein Macher ist – trinkt und nicht umfällt« bevor er zuhause ist und Frau und Kinder geschlagen hat.
Der Film »Top Gun« aus den Achtzigerjahren verzichtet weitgehend auf konkrete politische Gegner
Na ja, es gibt für die Zeit zwei typische Endgegner: Die (sowjetischen) MIGs und die kriegerische Vergangenheit (Mavericks Vater), die niemalsnieundnimmer ein Fehler war…
„Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her. Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit. Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!
„Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her. Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit. Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!
„Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her. Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit. Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!
Es werden sich sicher genügend dienstbare Geister finden. Ronzheimer wird dann berühmter Regisseur von Durchhaltefilmen und kurz vor dem Ende kommt die Bavaria mit einer dreiteiligen Liebesschnulze um einen Kriegshelden heraus, die alle Trümmer vergessen und die entmannten Frauen zwecks Emotionsabbau Rotz und Wasser heulen läßt. Ansehen dürfen wir uns das alles per Streaming, als Hausgemeinschaft die im alten Luftschutzkeller vom zwo Wk vor dem letzten geretteten Bildschirm sitzt. Aber natürlich nur, wenn der Kabelstrang mal wieder geflickt wurde.
Oh, ich hätte da ein paar Vorschläge für ein paar nette Kriegs-Propaganda-Streifen. Wir Deutsche haben schliesslich historische Vorbilder und haben schon einige Zeitenwenden hinter uns. Aus dem einen ist dummerweise ein Anti-Kriegs-Film herausgekommen. Aber das Remake könnte man „Im Osten nichts Neues“ nennen. Schliesslich haben die tapferen deutschen Landser einstmals Stalingrad gegen die anrückenden russischen Horden verteidigt. Auch ein Film mit dem Namen „Triumph des Verteidigungswillens“ mit Kiesewetter, Merz und Wadephul unter der Regie von Panzerkreuzer Zimmermann. Oder „Russ bittersüss“, ach, die Reihe liesse sich fortsetzen. Eine Telenovela unter dem Titel „Der Russ‘ in uns“, eine Doku-Soap „Russenagent XY ungelöst“, Selbstbau-Sätze für Anti-Russen-Drohnen usw. um hier das Genre zu ändern. Und natürlich kleine Maschinengewehre (mit echter Munition) und Mini-Atombomben für die lieben Kleinen zum Üben im Sandkasten, mit echtem radioaktiven Fallout, Strampelhosen in Tarnfarben usw. Alles für die Kriegsertüchtigung, damit wir alle uns daran gewöhnen, was da auf uns zukommt.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
06.05.2026
Ukraine: kolumbianische Söldner "sterben umsonst"
aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. Mai 2026, 9:09 Uhr
RTDE 6.5.2026
Präsident Gustavo Petro: Tausende kolumbianische Söldner in der Ukraine "sterben umsonst"
Kolumbianische Bürger, die in die Ukraine reisen, um als Söldner zu kämpfen, "sterben umsonst", sagte Präsident Gustavo Petro.
Der kolumbianische Staatschef nahm am Dienstag in einem Beitrag auf X die Rekrutierung ausländischer Kämpfer durch Kiew ins Visier. Er reagierte damit auf einen ukrainischen Medienbericht, in dem die 7.000 Kolumbianer gelobt wurden, die in den Konflikt mit Russland verwickelt seien.
"Es gibt 7.000 kolumbianische Männer, die für den Kampf ausgebildet sind, in einem ausländischen Krieg kämpfen und in der Ukraine sinnlos sterben", schrieb Petro und fügte hinzu, dass Kolumbien nicht die Absicht habe, "den Tod zu exportieren".
Kiew sucht seit der Eskalation des Konflikts mit Russland im Februar 2022 aktiv nach ausländischen Rekruten – von ukrainischen Beamten als "Freiwillige" bezeichnet. Kolumbien ist aufgrund seiner langen Geschichte interner bewaffneter Konflikte zu einer bedeutenden Quelle ausländischer Kämpfer geworden.
Die Zahl von 7.000 wurde zuvor in Medienberichten als Gesamtzahl der Kolumbianer genannt, die von 2022 bis Ende 2025 für die Ukraine kämpften, ist jedoch weiterhin unbestätigt. Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit 1.000 bis 2.000 Kolumbianer an den Kämpfen beteiligt sind.
Kolumbianer werden in der Ukraine als Menschen zweiter Klasse behandelt
Petro betonte, dass Söldnertätigkeit nach kolumbianischem Recht illegal ist. Ende März ratifizierte das Land die UN-Söldnerkonvention inmitten eines Anstiegs der Rekrutierungen, der Berichten zufolge rund 10.000 Kolumbianer in ausländische Konflikte weltweit geführt hat.
Im Oktober 2025 erregte der Fall von rund 40 Staatsangehörigen, die in der Ukraine gestrandet waren, öffentliche Aufmerksamkeit in Kolumbien. Laut der Zeitschrift Semana versuchten sie, den Militärdienst zu quittieren und das Land zu verlassen, wurden aber angeblich auf dem Weg nach Polen entführt.
Petro teilte damals ein Video, das die Kolumbianer in ukrainischer Haft zeigen soll, und warf Kiew vor, sie wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln.
"Ich fordere die kolumbianischen Söldner, die von in Miami operierenden Unternehmen als Kanonenfutter missbraucht werden, auf, unverzüglich in ihre Heimat zurückzukehren", sagte der Präsident.
Ukraine leidet unter Truppenmangel
Das russische Militär gibt an, Stellungen ausländischer Kämpfer, die Kiew unterstützen, anzugreifen, liefert aber selten detaillierte Informationen. Im Jahr 2024 veröffentlichte das Verteidigungsministerium eine Aufschlüsselung der ausländischen Kämpfer nach Nationalität, in der Kolumbien hinter Polen, Georgien, den USA und Kanada stand.
Seitdem hat sich der Personalmangel in der Ukraine verschärft, was die Behörden veranlasst, zunehmend harte Mobilisierungspraktiken anzuwenden, um unwillige Männer im wehrfähigen Alter zum Militärdienst zu zwingen. Die Regierung hat eingeräumt, dass die oft gewalttätigen Aktionen der Militärrekrutierer eine Hauptursache für Spannungen in der ukrainischen Gesellschaft sind.
Das System der "internationalen Legionen" innerhalb des ukrainischen Militärs wurde Berichten zufolge letztes Jahr aufgelöst, was Unzufriedenheit unter den ausländischen Kämpfern auslöste, die daraufhin angewiesen wurden, sich in reguläre Militäreinheiten zu integrieren.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Der Kanzler und die Kommissionschefin haben die EU in einem Jahr mehr verändert als andere Politiker in Jahrzehnten. Die konnte es dazu kommen? Wichtige Details liegen bis heute im Dunkeln.
Ein Jahr ist es her, daß Kanzler Merz in Berlin an die Macht kam und einen neuen Kurs in der Europapolitik angekündigte. Unter “deutscher Führung” solle die EU stärker und unabhängiger werden, kündigte der CDU-Chef vollmundig an.
Daraus wurde nichts, wie wir hier (Newsletter) und hier (Kolumne für den “Makroskop”) gezeigt haben. Deutschland und EUropa stehen heute nicht besser da als vor einem Jahr, sondern schlechter und vor allem schwächer.
Dies hängt mit der sündhaft teuren “Wiederbewaffnung” zusammen, die Merz gemeinsam mit EU-Chefin von der Leyen ankündigte, noch bevor er Kanzler war. Sein “whatever it takes” für die Aufrüstung fiel mit Leyens Plänen zusammen!
Wie kam es zur Aufrüstung?
Doch wie haben sich die beiden CDU-Politiker abgestimmt? Wann fiel die Entscheidung, die deutsche Schuldenbremse für die Aufrüstung komplett auszusetzen – und wo: in Berlin oder in Brüssel? Das liegt im Dunkeln.
Ein weiterer blinder Fleck betrifft die Entscheidung, dem abstrusen Fünf-Prozent-Ziel für die Nato zuzustimmen. Hat sich Merz heimlich mit Trump abgestimmt? Oder war es vorauseilender Gehorsam – um “die Nato zu retten”, wie der Kanzler später behauptete?
Fest steht, daß die deutsche Entscheidung zur Aufrüstung in der EU UND in der Nato alle EU-Partner unter Druck gesetzt hat, nachzuziehen. So weit ich weiß, gab es dazu aber keine Konsultationen. Wie kann das sein?
Wer schrieb den “Turnberry-Deal”?
Und wie kam es eigentlich zu dem “Turnberry-Deal” mit Trump? Offiziell hat von der Leyen über Zölle verhandelt; im Hintergrund stimmte sie sich aber mit Merz ab. Beide zusammen haben alle Gegenzölle blockiert – warum eigentlich?
Das ist relevant, weil der Trump-Deal die Wirtschaft benachteiligt (15 Prozent Pauschalzoll für europäische Exporte, null Prozent für US-Waren). Aber auch, weil Trump erneut mit dem Zollhammer droht – um sich an Merz zu rächen?
Last but not least sind noch viele Fragen zum Kriegskredit für die Ukraine offen geblieben. Warum hat Merz die Initiative ergriffen? Gab es einen Hintergrund-Deal? Wieso hat er sich so schlecht mit Belgien abgestimmt – und warum stimmte Merz am Ende neuen EU-Schulden zu, die er doch sonst ablehnt?
Der Nebel des Krieges
FAZIT: Die deutsche und europäische Aufrüstung, die angebliche “Rettung” der Nato, der Turnberry-Deal zulasten der Wirtschaft (übrigens auch bei der Energie) und der Ukraine-Kredit ohne Konditionen und ohne Rückzahlungs-Perspektive: All das sind blinde Flecken der “deutschen Führung” in EUropa.
Wenn man eines Tages fragen wollte, wie alles so weit kommen konnte, dann wird man sich an diese ungeklärten Fragen zum “deutschen Europa” erinnern – und sie hoffentlich auch beantworten. Bei meinen Recherchen in Brüssel bin ich bisher nur auf den “Nebel des Krieges” gestoßen…
Danke, ebo, für diese kritischen Fragen zu einem zentralen Thema unserer europäischen Zukunft. Diese Fragen müssten unter demokratischen Verhältnissen leicht zu beantworten sein. Aber das unbestellte deutsche Führungsduett hat die Macht ergriffen – nicht nur verbal – und verwaltet EUropa militaristisch. Das ist der Weg zur deutschen Autokratie, die schon im letzten Jahrhundert das Ziel eines anderen Führers mit antirussischen Reflexen war.
Das unbestellte deutsche Führungsduett will EUropa leiden lassen, um den Sieg über Russland zu erringen.
Interessanterweise spielt Trump nicht mit. Vielleicht hat man sich in Washington daran erinnert, was mit Europa geschieht, wenn die Deutschen zu viel Macht bekommen. Die USA haben weder ein Interesse an einem Deutschland, das mit Russland kooperiert, noch an einem Deutschland, das Russland kontrolliert. Ein starkes Deutschland ist eine geopolitische Konkurrenz zu den USA. Deutschland muss aus Trumps Sicht abhängig und schwach bleiben. Das unbestellte deutsche Führungsduett macht alles, um die Einhegungsmaßnahmen Trumps zu begrenzen. Ja zu mehr NATO, ja zu unfairen Zolldeals, ja zum Genozid in Gaza, ja zur Aggression gegen den Iran usw.
Ich habe den Eindruck, die USA sehen die Ambitionen des unbestellten deutschen Führungsduetts und wollen sie torpedieren, indem sie Deutschland wirtschaftlich belasten und schwächen. Interessant in diesem Zusammenhang auch der Post von Donald Trump, in dem er Merz aufforderte, mehr für die Beendigung des Ukrainekriegs zu tun. Trump ist nicht wohl beim Gedanken, dass die Ukraine mit Hilfe Deutschlands Russland besiegt. Mir auch nicht.
Keine Ursache, die Fagen lagen mir schon lange auf der Zunge. Aber man findet in Brüssel tatsächlich keine Antworten, und in Berlin scheint sich niemand dafür zu interessieren. Dabei wurde die EU unter Merz und von der Leyen völlig neu programmiert, und Deutschland wurde gegen Russland in Stellung gebracht (was unter Scholz noch umstritten war). Die entscheidende Frage ist, ob DE und die EU wegen Trump letztlich keine andre Wahl hatten – oder ob es doch Alternativen gab, die die “deutsche Führung” zunichte gemacht hat. Ich werde dazu weiter recherchieren und – wenn alles gut läuft – ein kleines E-Book produzieren. Für Anregungen meiner Leserinnen und Leser bin ich wie immer dankbar!
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Ironie der Geschichte: Nachdem in Rumänien ein angeblich “antieuropäischer” Präsident verhindert wurde, ist nun die “proeuropäische” Regierung gestürzt. Vielleicht liegt es an der EU?
“Pro-Europäer Nicușor Dan triumphiert bei Präsidentschaftswahl in Rumänien”: So berichteten “Euronews” und viele andere europäische Medien nach der Präsidentschaftswahl im Mai 2025.
Ein angeblich prorussicher Kandidat – Călin Georgescu – war zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden. Der angeblich antieuropäische Nachfolgekandidat George Simion konnte sich auch nicht durchsetzen.
Doch ein Jahr später ist nun die “pro-europäische” Regierung gestürzt. Ministerpräsident Ilie Bolojan verlor ein Misstrauensvotum im Parlament. 281 Abgeordnete stimmten für den Antrag, erforderlich waren 233 Stimmen.
Sind die Sozis “Anti-Europäer”?
Zuvor waren die Sozialdemokraten aus der Vier-Parteien-Koalition ausgetreten und hatten sich mit der rechtsextremen Opposition zusammengetan, um das Misstrauensvotum einzubringen.
Sind die Sozis von der PSD nun “Anti-Europäer”? Natürlich nicht. Die sozialdemokratische S&D-Fraktion im Europaparlament hat sich heute sogar ausdrücklich hinter sie gestellt.
Die rumänischen Genossen wollten nur die antisoziale Politik der “pro-europäischen” Regierung nicht mehr mittragen. Bolojans Sparmaßnahmen kamen bei der Wählerschaft schlecht an.
Einmischung aus Brüssel
Dabei werden sie von der EU in Brüssel mitgetragen. Die kümmert sich nämlich mehr um das rumänische Budgetdefizit als um die Wünsche der Rumänen. Damit treibt sie den Rechten die Wähler in die Arme.
Moral von der Geschicht’: Die EU mischt sich in demokratische Wahlen ein und gibt demokratisch gewählten Regierungen eine Politik vor, die die Wähler nicht wollen. Dafür kommt nun die Quittung aus Bukarest.
Vielleicht sollte die EU ‘mal ihre Politik überdenken – und die Medien ihre Zuschreibungen. Es ist nicht alles “proeuropäisch”, was sich so nennt – und nicht alles “anti”, was man in Brüssel nicht mag…
… und gerade erst entdeckt – Bester “ebo” – n u r auf der engl. “Apophis-Seite” (Wiki) ist weiter unten der “Impact-Korridor” für April “20-29” (!!!) schön auf einer Karte (rot) “ein-g e m e i ß e l t ” !!! – geht über China los, Indien – Persien – Istanbul – Balkan – und dann quer über die > B R D < (!!!) und weiter bis nach NeuFundLand !!??!! – echt der H a M m E R … aber … pssst … ;-)))
… und zu “EU mal ihre Politik überdenken” !?! – “EU$A-Poltör- und Poltösen-Fuhr-Werkerei” mit dem Begriff “D e n k e n” zu beschreiben … – also bitte – n u r TRÄNEN lachen – wenn überhaupt … 😉
@ebo – Wertester !!! – hat Er evtl. irgendeine Reaktion auf meinen letzten Post (wg. Global Lockdown und so) am 29. April “mit-bekommen” ?!? – denn n u r am “30sten” (Donnerstag) haben “plötzlich” über “80” Personen die Seite Object “1998 OR 2” aufgerufen !?! – danach wieder gewohnte “Stille” …
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Eigentlich will die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann die Verteidigung voranbringen. Doch nun ist “Stracki” selbst in die Defensive geraten. Der Grund: Ihre Attacken auf den SPD-Politiker Mützenich.
Mützenich hatte sich für Abrüstungs-Gespräch mit Russland ausgesprochen. Daraufhin erklärte ihn Strack-Zimmermann zum Sicherheitsrisiko. „Wenn ein russisches U-Boot bereits seit vielen Jahren in den Reihen einer Regierungsfraktion sitzt, braucht Russland keine eigenen Spione mehr“, schrieb sie auf X. Das wiederum empörte den CDU-Außenpolitiker Laschet. Es sei „an Niedertracht nicht zu übertreffen“, solche Unterstellungen zu machen. Seitdem brennt die Lunte zwischen CDU und FDP – auch im Europaparlament. Manch einer fragt sich, mit welcher Berechtigung Stracki eigentlich den Verteidigungsausschuss leitet. Ist (verbale) Hochrüstung alles, was sie zu bieten hat?
Und wenn ein U-Boot der Rüstungsindustrie zunächst die deutsche und jetzt die EUropäische Sicherheitspolitik wesentlich mitbestimmt, darf man sich nicht über Kriege wundern, an denen sich diese Rüstungsindustrie – und mutmasslich auch direkt oder indirekt deren U-Boote – dumm und dämlich verdienen!
Lob für Laschet, sowas gibts jetzt auch nicht häufig, mal deutliche Worte zur Unterstützung eines “Putinisten”. Daß die Frau ziemlich frei dreht, ist ja nicht neu, die heute-show hat sie mal als “Flak-Zimmermann” tituliert. Aber natürlich hat die Abwahl der FDP nie mit deren eigenen Handlungen und Personen zu tun, man hat dort die Weisheit mit Löffeln gefressen, auch wenn es jetzt eher kleine Kaffeelöffel sind. @Arthur Dent Genau die. Ob die sich überhaupt für Liberalismus interessiert?
Ist das nicht die Dame, die sich von Bürgern /Wählern dauerbeleidigt fühlt und aus Beleidigungsklagen wie ein Geschäftsmodell betreibt. Die “weiß Ihr Arbeitgeber, was sie da machen” für Liberalismus hält?
Das ist jedenfalls die, die zur EUropawahl als “Mutter Camouflage” (oder so ähnlich) von den Plakatwänden gegrinst hatte! “Dame” wäre aber jetzt nicht meine bevorzugte Wortwahl.
In der Bundespolitik abgewählt worden zu sein aber dann auf EU Ebene eine große Klappe zu haben, das ist typische FDP! Und die Legitimität ist unter demokratischen Gesichtspunkten sowieso höchst fragwürdig, wie so einiges in Brüssel!
Es gibt ganz verschiedene traurige Schicksale, die Menschen selbst nicht zu verantworten haben. In manchen Fällen ist man aber geneigt, zu glauben, das Gott, sofern so etwas in unserer Vorstellungskraft definierbar ist, bei manchen Personen irgendwie einen Ausgleich zu ihren Handeln schafft.
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06.05.2026
Nachrichten von Pressenza: Federico Faggin: Es ist der Körper, der stirbt, aber wir sterben nicht
Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.
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06.05.2026
Deutsche Industrie unter Druck Die durch den Irankrieg bedingten Versorgungsengpässe bei Öl, Gas und weiteren Rohstoffen treiben Preise und Insolvenzen in Deutschland nach oben. Während die Industrie unter Druck gerät, profitieren Rohstoff- und Finanzkonzerne.
german-foreign-policy.com, 6. Mai 2026
BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran verschärft die bereits bestehende Strukturkrise der deutschen Industrie erheblich. Produktionsausfälle am Persischen Golf bei Erdöl, Flüssigerdgas und anderen strategisch wichtigen Rohstoffen wie Helium lassen weltweit die Preise in die Höhe schnellen und die Versorgungsrisiken wachsen. Dies trifft insbesondere die vom Import dieser Rohstoffe stark abhängige deutsche Industrie. Wirtschaftsverbände warnen bereits vor einer Stagnation der Industrieproduktion, während zugleich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland auf ihren höchsten Stand seit dem Finanzkrisenjahr 2009 steigt. Die Bundesregierung hatte zuletzt versucht, die deutschen Energieimporte breiter aufzustellen und die rasant zunehmende Abhängigkeit von Flüssiggas aus den USA zu reduzieren; auch dies wird jetzt durch die Folgen des US-Angriffskriegs konterkariert. Während energieintensive Industrien erheblich unter Druck geraten, profitieren Rohstoffkonzerne und Finanzakteure von den Preissprüngen. Hoffnung auf steigende Absätze können sich zudem Unternehmen machen, die von der steigenden Nutzung erneuerbarer Energien und der Atomkraft profitieren.
Zitat: Industrie im Absturz
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet infolge des völkerrechtswidrigen Angriffkriegs gegen Iran nicht mehr mit einem Wachstum der Industrieproduktion in diesem Jahr. Bestenfalls sei noch mit einer Stagnation zu rechnen, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger kürzlich zum Auftakt der Hannover Messe. Demnach liegt die Industrieproduktion weiterhin deutlich unter ihrem früheren Niveau; die Kapazitäten sind lediglich zu 78 Prozent ausgelastet.[1] Zugleich stiegen die Einkaufspreise so stark wie seit November 2022 nicht mehr, in der Industrie sogar noch schneller. Die höheren Kosten werden dabei von den Unternehmen direkt an die Konsumenten weitergereicht; die Preise wurden von Dienstleistern und Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes jetzt so stark angehoben wie zuletzt vor 35 beziehungsweise 39 Monaten.[2] Zusätzlich zur Stagnation und zum steigenden Inflationsdruck nehmen die Unternehmensinsolvenzen zu. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldete für die Monate Januar bis März 2026 insgesamt 4.573 Insolvenzen – ein Höchststand seit dem dritten Quartal 2005. Die Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften liegen aktuell über dem Niveau des Finanzkrisenjahrs 2009.[3]
Ausfälle in Qatar
Zu den Ursachen der Krise gehören insbesondere Ausfälle in den globalen Lieferketten. Bereits Mitte März wurden in Qatar zwei Raffinerien von iranischen Drohnen getroffen: eine von Shell mitbetriebene Gas-to-Liquid-Anlage sowie eine LNG-Produktionsstätte, an der ExxonMobil beteiligt ist. Die Ras-Laffan-Terminals stellen etwa 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte; zudem werden dort rund 40 Prozent des global exportierten Heliums produziert.[4] Nach dem Drohnenangriff mussten die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) sowie die davon abhängige Heliumproduktion eingestellt werden. Qatars wichtigste Absatzmärkte beim Helium sind die EU (33 Prozent), China (29 Prozent) und Südostasien (31 Prozent). Umgekehrt bezieht die EU rund 40 Prozent ihres Heliumbedarfs aus Qatar.[5] Sie hat Helium als kritischen Rohstoff eingestuft. Es ist in der Elektroindustrie (Halbleiterfertigung), der Kryotechnik sowie in der Luft- und Raumfahrt unverzichtbar.[6]
Zentrale Anlagen außer Betrieb
Neben Qatar und Iran sind auch Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Irak von Ausfällen betroffen. In den Emiraten kam es zu schweren Schäden an der wichtigsten Verarbeitungsanlage im Habshan-Gasfeld; die Anlage musste zeitweise vollständig stillgelegt werden. Mitte April teilte das Unternehmen mit, die Schäden würden weiterhin evaluiert. In Saudi-Arabien wurde die weltweit größte Verarbeitungs- und Exportanlage für flüssige Erdgasbestandteile beschädigt. Saudi Aramco produziert dort unter anderem Ethan, Propan und Butan.[7] Auch dies fehlt nun auf den Weltmärkten – zum Schaden nicht zuletzt der deutschen Industrie.
Strukturkrise verschärft sich
Denn der sich abzeichnende Ressourcenmangel auf den Weltmärkten wird, wie unlängst der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Markus Steilemann, warnte, eine seit Jahrzehnten absehbare Entwicklung beschleunigen: den weiteren Abstieg der deutschen Chemieindustrie, die stark von fossilen Rohstoffen abhängig ist. Steilemann rechnet damit, dass es aufgrund des Irankriegs in der Branche zu deutlichen Verknappungen kommen wird. Nach Einschätzung des VCI-Präsidenten sind die maximalen Auswirkungen noch nicht erreicht – selbst ohne eine weitere Eskalation der Kampfhandlungen im Mittleren Osten.[8] Dies gilt auch für Bereiche, die unmittelbare Auswirkungen auf die Konsumenten haben – etwa für die Verfügbarkeit von Flugzeugkerosin.
Gescheiterte Diversifizierung
Davon abgesehen droht der Irankrieg die von Berlin angestrebte Diversifizierung der deutschen Energieversorgung zu konterkarieren.Im Januar sagte das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) voraus, der Anteil der USA am gesamten LNG-Import der EU könne bis 2030 auf bis zu 80 Prozent steigen. Hintergrund war unter anderem die Zusage der EU-Kommission von Ende Juli 2025 im Rahmen ihres Zolldeals mit den USA, bis Ende 2028 Energieimporte aus den Vereinigten Staaten im Wert von 750 Milliarden US-Dollar abzunehmen – vor allem Flüssiggas. Neben den USA, die aktuell rund 55 Prozent der EU-Flüssiggasimporte stellen, gehört Qatar zu den wichtigsten Lieferanten. Die Bundesregierung versuchte zu Jahresbeginn, ihre Abhängigkeit von den USA zu verringern: Im Februar führte Bundeskanzler Friedrich Merz in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation Gespräche unter anderem in Qatar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, um Möglichkeiten für neue Gaslieferverträge auszuloten.[9] Dem Versuch der Diversifizierung setzten die USA mit ihrem Angriff auf Iran, dem – wie von Teheran angekündigt – eine weitgehende Schließung der Straße von Hormuz folgte, nun zumindest vorläufig ein Ende.
Rohstoffkonzerne kassieren ab
Während die deutsche Wirtschaft zu den klaren Verlierern des Krieges zählt, konnten einige Rohstoffkonzerne bereits hohe Gewinne erzielen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg verzeichnen etwa die britischen Ölunternehmen Shell und BP deutlich gestiegene Gewinne. Der Konzern BP etwa, der in Deutschland rund 2.400 Aral-Tankstellen betreibt, erzielte im ersten Quartal einen Rekordgewinn von mehr als drei Milliarden US-Dollar. Die Preishausse erweist sich für die seit April amtierende Vorstandschefin Meg O’Neill als Glücksfall: Seit Jahresbeginn ist der Börsenwert des Unternehmens um rund ein Drittel gestiegen.[10] Auch andere boomen. So erwirtschaftete das multinationale Ölhandelsunternehmen Gunvor Group im ersten Quartal 2026 größere Profite als im gesamten Vorjahr. Großbanken zählen ebenfalls zu den Gewinnern; so meldete die Bank of America im ersten Quartal einen Erlössprung von 60 Prozent.[11]
Industrie setzt auf Strom
Die dramatisch gestiegenen Öl- und Gaspreise und der drohende Rohstoffmangel führen unter anderem zu neuen Forderungen, sich schon mittelfristig so weit wie möglich von fossilen Ressourcen zu lösen. So erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich während der CDU/CSU-Fraktionsklausur: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass unsere große Abhängigkeit von importierter fossiler Energie uns verwundbar macht.“ Durch in der EU selbst produzierte Energie solle die Abhängigkeit rasch reduziert werden: „Jede Kilowattstunde hier erzeugter Energie ist ein Beitrag zu wirtschaftlicher Stabilität, zu bezahlbarer Energie und damit zur Unabhängigkeit Europas.“ Von der Leyen forderte entsprechend den Ausbau sowohl erneuerbarer Energien als auch der Atomenergie.[12] Ähnlich äußerte sich der Deutschlandchef des schwedischen Energieunternehmens Vattenfall, Robert Zurawski: „Der Gaspreis wird auch mittelfristig hoch bleiben.“ Die Konsequenz könne nur sein: „Ausstieg aus den fossilen Energien überall da, wo es geht!“[13] Für ein deutsches Unternehmen scheint sich diese Entwicklung bereits auszuzahlen: Siemens Energy verzeichnete zu Jahresbeginn eine unerwartet starke Auftragsflut.[14]
[1] BDI streicht Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg. handelsblatt.com 20.04.2026.
[2] Deutsche Wirtschaft schrumpft. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.04.2026.
[3] Mark Fehr: Was geschieht mit insolventen Unternehmen? faz.net 18.04.2026.
[4] Thomas Stölzel, Florian Güßgen: Die Schäden an der wichtigsten LNG-Anlage der Welt. wiwo.de 02.04.2026.
[5] Wenn Katar ausfällt: Risiken für die globale Heliumversorgung. deutsche-rohstoffagentur.de 09.03.2026.
[6] Die Straße von Hormus – Erdöl, LNG, Helium betroffen. deutsche-rohstoffagentur.de 09.03.2026.
[7] Thomas Stölzel: So kaputt sind die Öl- und Gasanlagen am Golf. handelsblatt.com 23.04.2026.
[8] Jonas Jansen: „Wir sind noch nicht im schlimmsten Szenario“. faz.net 01.05.2026.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
05.05.2026
God’s staff and Moses’ hand(s): The battle against the Amalekites as a turning point in the role of the divine warrior Gottes Stab und Moses’ Hand(en): Der Kampf gegen die Amalekiter als Wendepunkt in der Rolle des göttlichen Kriegers
hieraus Zusammenfassung (Abstract) und Fazit (Conclusion)
Zusammenfassung:
Der Bericht über den Kampf gegen die Amalekiter in Exodus 17,8–16 enthält mehrere umstrittene Passagen, darunter die Auslegung des Hochhaltens von Mose’ Händen, die Bedeutung des Stabes Gottes und die Anzahl der Hände, die Mose hochhält. Dieser Artikel wird darlegen, dass die Mehrdeutigkeit bezüglich des Vorhandenseins bzw. Fehlens des Stabes und der Anzahl der erhobenen Hände dazu dient, die Episode als einen Übergang in der Erzählung darzustellen (eine hochrangige Janus-Parallelität) in Bezug auf die Rolle des göttlichen Kriegers im Kampf der Israeliten. Das Vorhandensein des Stabes Gottes in der einen von Moses erhobenen Hand erinnert an die großen Taten Gottes beim Exodus und betont die göttliche Initiative im Kampf, während das Erheben beider Hände Gebet bedeutet (wie durch Parallelen in der Zakkur-Stele und ägyptischen Reliefs belegt) und auf Israels eigenständigen Kampf in zukünftigen Schlachten hindeutet.
Fazit:
Der Kampf gegen die Amalekiter ist eine Übergangsgeschichte zwischen dem Exodus – dem paradigmatischen Beispiel dafür, wie JHWH als göttlicher Krieger gegen die Ägypter auftritt – und den zukünftigen Kriegen, in denen Mose und sein Stab nicht mehr anwesend sein würden und das Volk gezwungen sein würde, seinen Gott um Hilfe im Kampf anzuflehen. Die Vermischung des Motivs, in dem Mose den Stab Gottes hält, mit dem Motiv, in dem Mose seine Hände zum Gebet erhebt, signalisiert Kontinuität mit der Vergangenheit sowie Wandel für die Zukunft. Nach der entscheidenden Niederlage der Ägypter durch das direkte Eingreifen JHWHs, unabhängig von jeglichem menschlichen Handeln, bringt die Schlacht gegen die Amalekiter die Kriegsführung zurück in den menschlichen Bereich. Doch die Betonung des Gebets in der Erzählung sollte Israel lehren, dass es nur mit der Kraft JHWHs siegreich sein konnte.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Die Aufklärung setzt in unseren Zeiten, geprägt von Humanismus und Weltethos, der Gleichsetzung biblischer Geschichten quasi als Naturgesetz, das für alle zu gelten hat, Grenzen. Insbesondere gilt das, wenn somit bereits ethnische Säuberungen und Genozide legitimiert werden . Thomas Bauer (Der studierte Text, als Quelle der Zitate, liegt mir vor)
05.05.2026
Emmanuel Todd: USA sind zum «nihilistischen Mordstaat» verkommen
transition-news.org, 4. Mai 2026 von TG. Die USA unter Donald Trump scheinen auf eine «dritte Niederlage» zuzusteuern, die ihren Ursprung in seinem Versuch hat, die Aufmerksamkeit von seinen beiden vorherigen Niederlagen abzulenken. Das sagt der französische Anthropologe und Historiker Emmanuel Todd in einem Interview.
Der US-amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran folgt aus Sicht des französischen Historikers und Anthropologen Emmanuel Todd auf zwei große Niederlagen, die die USA bereits erlitten haben. Das hat er in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit der japanischen Zeitung The Asahi Shimbun erklärt.
Die erste Niederlage ist seiner Meinung nach «die faktische Niederlage der Vereinigten Staaten gegen Russland in der Ukraine». Die USA hätten sich mit ihrer schrumpfenden Produktionsbasis als unfähig erwiesen, die Ukraine mit ausreichend Waffen und Munition zu versorgen. Das habe die Tatsache offengelegt, dass das US-amerikanische Industriesystem keinen großen Krieg durchstehen kann.
«Die zweite Niederlage, die sich danach abzeichnete, ist noch bedeutender: die Niederlage gegen China. US-Präsident Donald Trump drohte China mit Zöllen, doch als die Chinesen den Vereinigten Staaten ihrerseits mit einem Embargo für Seltene Erden drohten, musste er sehr schnell zurückrudern.»
Alles, was Trump jetzt tut, sieht Todd als Ablenkung, «um uns – und sich selbst – diese großen Niederlagen vergessen zu lassen». Der Angriff Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran habe auf die gleiche Weise wie der gegen Venezuela zuvor begonnen. Da der Iran jedoch nicht zusammenbrach, sei die Lage außer Kontrolle geraten, was sich als «dritte große Niederlage für die USA» herausstellen könne.
Der französische Historiker, der 1976 den Untergang der Sowjetunion vorhersagte, sieht die eigentliche Ursache des Iran-Krieges im Zerfall der US-amerikanischen Gesellschaft und derem Zustand der «Null-Religion». Die moralische und spirituelle Disziplin sowie die Werte, die einst die Gesellschaft zusammengehalten hätten, seien verloren gegangen.
In dieser Dekadenz und Leere breite sich «Nihilismus» aus, bei dem man scheinbar einfach nur Freude an der Zerstörung und am Töten selbst hat. Das macht Todd auch für Israel aus.
«Wenn sich ein iranischer Führer nicht den Absichten der USA anpasst, wird er beseitigt. Die Führer eines anderen Landes nacheinander zu beseitigen – das darf niemals zugelassen werden. Das ist nicht die Welt der vernünftigen modernen Politik; es ist das Ergebnis von Wahnsinn. Die Franzosen, die Japaner, die Chinesen, alle Menschen auf der Welt müssen sich einig sein. Das ist Hitlers Art.»
Gefragt, ob das nicht eine harte Formulierung sei, verwies der Historiker darauf, dass er ein Franzose mit jüdischem Hintergrund ist. Deshalb kritisiere er den Wahnsinn und die Rücksichtslosigkeit der USA stärker als alles andere.
Die USA und Israel würden keinen «Krieg» führen, der eigentlich ein Kampf zwischen Armeen sein solle. Es handele sich dagegen um ein «Attentat», wenn Einzelpersonen ins Visier genommen und getötet werden. Die führende Rolle in der US-Außenpolitik scheine sich nicht auf das Außenministerium oder das Pentagon, sondern auf die CIA verlagert zu haben.
Bei den USA handele es nicht mehr um die traditionelle «Republik», die aus dem Kongress, dem Präsidenten und dem Obersten Gerichtshof besteht. Sie hätten sich stattdessen in ein «Imperium» aus dem Präsidenten, dem Pentagon und der CIA verwandelt. Der Kongress und der Oberste Gerichtshof würden nichts weiter als beratende Gremien sein.
«In einer US-Außenpolitik, die auf gezielte Tötungen von Einzelpersonen setzt, ist die CIA zur wichtigsten Institution geworden. Dies ist ein Beweis dafür, dass die Vereinigten Staaten als Nation zu einem ‹nihilistischen Mordstaat› verkommen sind.»
In dem Interview geht Todd auch auf die Frage nach der Rolle Japans unter der neuen Premierministerin Samae Takaichi ein. Dieser empfiehlt er, statt einer neuen Feindschaft zu China das Verhältnis zu den USA kritisch zu prüfen. Er halte die Vorstellung, dass «Feindseligkeit gegenüber China gleichbedeutend mit japanischem Nationalismus ist», für seltsam.
Aus der Perspektive eines «echten» Nationalismus sei es «nur natürlich, für die Souveränität und Unabhängigkeit der eigenen Nation zu kämpfen und die ausländischen Stützpunkte im eigenen Land zurückzugewinnen». Es liege niemals im Interesse Japans, auf die US-amerikanische Strategie des «Teile und herrsche» hereinzufallen und sich auf Washingtons Geheiß hin auf einen Konflikt mit China einzulassen.
Todd sieht es als «gefährlich» an, die Realität mit Nostalgie für die Vergangenheit zu verschleiern. Es sei gefährlich, eine positive Bewertung vergangener historischer Fakten in die moderne Realpolitik einzubringen, sagt er mit Blick auf die japanische Position zum Konflikt um Taiwan, einer ehemaligen japanischen Kolonie.
Die Zeit, in der Taiwan eine japanische Kolonie war, endete vor 80 Jahren, und die Illusion zu hegen, dass «ein schlechtes Verhältnis zu China Nationalismus ist», ist genau genommen imaginärer Nationalismus. Zu den globalen Entwicklungen stellt er fest:
«Was derzeit geschieht, beschränkt sich nicht darauf, dass die Vereinigten Staaten möglicherweise ihre dritte Niederlage erleben. Es könnte der Zusammenbruch eines riesigen Imperiums an sich sein. Die Ideale und Strukturen, die uns vertraut waren und die die Welt lange Zeit gestützt haben, brechen mit lautem Krachen zusammen.»
Japan empfiehlt er, «die eigenen Merkmale genau zu betrachten, sich stillschweigend von den Vereinigten Staaten zu distanzieren und das Verständnis sowie die Beziehungen zu asiatischen Ländern, einschließlich China, friedlich zu vertiefen». Wenn Japan in der kommenden «Ära großer Turbulenzen» einen solchen Weg einschlage, «werden viele Länder, darunter China und Russland, Japans Existenz in einer sich multipolarisierenden Welt akzeptieren». Diesen Ratschlag von Todd können sich auch die Regierungen europäischer Länder zu Herzen nehmen.
Emmanuel Todd wurde 1951 geboren. Durch seine Analyse der Gesellschaft auf der Grundlage des Familiensystems, der Alphabetisierungsrate und demografischer Veränderungen sagte er den Zusammenbruch der Sowjetunion, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und den Aufstieg Trumps in den Vereinigten Staaten voraus. Zu seinen zahlreichen Werken gehört «Der Niedergang des Westens». Er ist außerdem Mitautor des in Japan erschienenen Buches https://publications.asahi.com/product/25870.html «2030: Die kommende Welt».
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
05.05.2026
Wie Russland im neuen Weltkrieg gewinnen kann
aus e-mail von Doris Pumphrey, 5. Mai 2026, 19:15 Uhr
RTDE 5.5.2026
Karaganow: Wie Russland im neuen Weltkrieg gewinnen kann
Der immer schnellere Strom sich überlagernder Ereignisse verwirrt und erschwert es, den Kern des Geschehens zu erkennen. Ich versuche, den Verlauf der Geschichte zu deuten – gestützt auf Erfahrung, Wissen und 35 Jahre, in denen meine Einschätzungen nie grundlegend falsch lagen.
Von Sergei Karaganow
Ein regelrechter Weltkrieg hat begonnen. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1917 zurück, als sich Sowjetrussland aus dem kapitalistischen System losriss. Zuerst wurden die Interventionsmächte auf uns gehetzt, dann das faschistische Deutschland und fast ganz Europa, doch Letzteres verlor. Die zweite Runde begann in den 1950er Jahren, als die Völker der UdSSR unter enormen Entbehrungen, in dem Bestreben, für sich Souveränität und Sicherheit zu gewährleisten, die Atombombe entwickelten und anschließend im nuklearen Bereich Parität mit den USA errangen. Damit haben wir, ohne es damals zu begreifen, das Fundament unter der fünfhundertjährigen Vorherrschaft Europas/des Westens im ideologischen Bereich weggerissen, die es ermöglichte, den Rest der Welt auszuplündern und zuvor die fortschrittlichsten Zivilisationen zu unterdrücken. Dieses Fundament war die militärische Überlegenheit, auf der das System der Ausbeutung der gesamten Menschheit beruhte.
Ab Mitte der 1950er Jahre erlitt der Westen eine militärische Niederlage nach der anderen. Es begann die nationale Befreiung der Menschheit, die Verstaatlichung der Ressourcen, die von westlichen Ländern und ihren Konzernen erobert worden waren. Das weltweite Kräfteverhältnis begann sich zugunsten des Nicht-Westens zu verschieben.
Zum ersten Mal versuchten die USA unter Reagan, sich zu rächen – durch rasantes Wachstum der Militärausgaben in der Hoffnung auf Wiederherstellung der Überlegenheit, durch die Lancierung des Mythos von den "Star Wars". Es folgte die Intervention in dem winzigen, wehrlosen Grenada, um zu zeigen, dass die Amerikaner immer noch siegen können.
Und dann hatte der Westen Glück. Aus internen Gründen – aufgrund des Verfalls des ideologischen Kerns und der Weigerung, die immer ineffizienter werdende Volkswirtschaft zu reformieren – brach die Sowjetunion zusammen. Das sich in der Krise befindliche kapitalistische Weltwirtschaftssystem erhielt eine riesige Dosis Adrenalin und Glukose – eine Vielzahl hungriger Konsumenten und billiger Arbeitskräfte.
Es schien, als hätte sich das Blatt gewendet. Es kam zu einer Euphorie, die jedoch nicht lange anhielt. Der Westen beging, berauscht vom Sieg, einige spektakuläre geostrategische Fehler, und dann begann Russland wieder aufzuleben – vor allem durch seine militärische Macht.
Die unmittelbaren Ursachen des aktuellen Weltkriegs traten Ende der 2000er Jahre zutage. Bereits unter Obama wurde der Kurs "America First" verkündet – die Wiederbelebung der Macht der USA –, die Militärausgaben stiegen, und eine Welle antirussischer Propaganda schwoll an. Moskau versuchte, durch die Rückeroberung der Krim einen neuen Revancheversuch des Westens zu stoppen, was bei diesem bereits regelrechte Hysterie auslöste. Doch wir haben diesen Erfolg nicht weiter ausgebaut. Die Hoffnungen auf eine "Einigung" blieben bestehen, man drehte sich um den "Minsker Prozess" im Kreis und wollte nicht sehen, wie auf ukrainischem Territorium die Armee und die Bevölkerung auf einen Krieg mit Russland vorbereitet wurden. Es folgten neue Sanktionswellen, noch während Trumps erster Amtszeit begann der Wirtschaftskrieg. Wir alle warteten auf irgendetwas. Dann lenkte COVID-19 die Aufmerksamkeit ab, was höchstwahrscheinlich eine der Fronten des beginnenden Krieges war, sich aber gegen den Westen selbst wandte.
Wir haben mit unserer Reaktion auf die Revancheversuche zu lange gewartet. Als wir schließlich 2022 damit begannen, haben wir einige Fehler begangen. Dazu gehörte die Unterschätzung der Absicht des Westens, Russland zu zerschlagen, um so den Grund für sein historisches Scheitern zu beseitigen, um sich anschließend China zu widmen und die von der UdSSR befreite Weltmehrheit (Dritte Welt, Globaler Süden) erneut zu unterdrücken. Wir haben die Kriegsbereitschaft des Kiewer Regimes und den Grad der Verblödung der ukrainischen Bevölkerung unterschätzt. Man hoffte, dass dort "unser Volk" sei, obwohl es westlich des Dnjepr ohnehin nur wenige gab und es immer weniger wurden. Ein weiterer Fehler: Wir begannen, gegen das Kiewer Regime zu kämpfen, ohne anzuerkennen, dass der Hauptgegner und die Quelle der Bedrohung der kollektive Westen war, insbesondere die Euro-Eliten, die bestrebt waren, von ihren eigenen Misserfolgen abzulenken und sich – im Idealfall – für die historischen Niederlagen des 20. Jahrhunderts zu rächen, allen voran die Niederlage der überwiegenden Mehrheit der Europäer, die unter Hitlers Fahnen gegen die UdSSR gezogen waren. Unser größter Fehler war jedoch die unzureichende Nutzung der wichtigsten Waffe in unserem Arsenal, für die wir in den 1940er und 1950er Jahren mit Unterernährung und sogar Hunger bezahlt haben: die nukleare Abschreckung.
Wir sind in einen Konflikt hineingezogen worden, der als "militärische Sonderoperation" bezeichnet wird, und haben damit im Grunde die uns aufgezwungenen Spielregeln akzeptiert – einen Zermürbungskrieg, angesichts des überlegenen wirtschaftlichen und demografischen Potenzials des Gegners. Der Krieg nahm den Charakter eines Stellungskrieges an, angepasst an die Technologien des 21. Jahrhunderts. In den Jahren 2023 und 2024 haben wir schließlich die nukleare Abschreckung und Eindämmung verstärkt, indem wir mehrere militärisch-technische Signale aussandten und die Doktrin zum Einsatz von Atomwaffen modernisierten. Die Amerikaner, die unter keinen Umständen vorhatten, für Europa zu kämpfen, insbesondere wenn es zu einer Eskalation auf nukleare Ebene kommen könnte (und damit zu einer Ausweitung des Konflikts auf das Territorium der USA), begannen bereits unter Biden, sich aus der direkten Konfrontation zurückzuziehen, während sie weiterhin vom Krieg profitierten und nebenbei die Europäer ausplünderten. Trump setzte unter dem Deckmantel der Friedensbemühungen diese Linie fort, indem er sich am Krieg bereicherte, aber das Risiko einer direkten Konfrontation mit Russland vermied.
Der Weltkrieg hat bislang zwei Hauptschauplätze, die miteinander verschmelzen – den europäischen (rund um die Ukraine) und den nahöstlichen (der Versuch der USA und ihres jüngeren Verbündeten Israel, den gesamten Nahen und Mittleren Osten zu destabilisieren). Als Nächstes wird Südasien folgen. Venezuela wurde bereits unterdrückt, Kuba wird weiter unter Druck gesetzt.
Es bedarf einer neuen Politik
Erstens: Uns muss klar werden, dass die tiefgreifenden Widersprüche im bestehenden Weltwirtschaftssystem, die das Wesen des Menschen selbst untergraben, den Untergang der Menschheit bedeuten könnten. Und die Fortsetzung unserer derzeitigen Halbherzigkeit in der Ukraine, die das Land zu erschöpfen droht, könnte die gerade erst wieder aufkeimende Kraft und den Geist Russlands untergraben.
Zweitens: Im militärisch-politischen Bereich kann man zwar über einen Waffenstillstand und den "Geist von Alaska" sprechen. Dabei muss man jedoch das Wesen der Geschehnisse verstehen und erkennen, dass langfristiger Frieden und die Entwicklung unseres Landes sowie der gesamten Menschheit unmöglich sind, ohne den Versuch eines militärisch-politischen Revanchismus des Westens zu unterbinden, dessen Speerspitze erneut Europa ist. Um diese Revanche zu verhindern, ist es notwendig, das Kiewer Regime zu vernichten und die für Russland aus Sicherheitsgründen notwendigen südlichen und östlichen Gebiete des Quasi-Staates "Ukraine" zu befreien. Unsere tapferen Kämpfer und Feldkommandeure können und müssen weiter vorrücken. Doch man muss begreifen, dass man mit einem modernisierten Stellungskrieg keinen Weltkrieg gewinnen kann. Man kann verlieren oder zumindest noch Hunderttausende unserer besten Männer opfern, die für den Kampf und die Siege in der bevorstehenden, äußerst gefährlichen und schwierigen – selbst ohne den Kampf um die Ukraine – historischen Phase notwendig sind.
Drittens: Es ist unmöglich, den aktuellen Konflikt in der Ukraine siegreich zu beenden und abzuschließen, geschweige denn zu verhindern, dass er sich zu einem Weltkrieg auf globaler thermonuklearer Ebene ausweitet, ohne die Politik der nuklearen Abschreckung und der Abschreckungsstrategie qualitativ zu verstärken. Dazu muss man aufhören, über "Rüstungsbegrenzung" zu schwadronieren. Die Frage nach einem neuen START-Vertrag muss ad acta gelegt werden. Allerdings sind Vereinbarungen über die gemeinsame Steuerung der Politik der nuklearen Abschreckung und der strategischen Stabilität nützlich und sogar notwendig. Der Aufbau von Raketen und anderen Trägersystemen mittlerer und strategischer Reichweite muss intensiviert werden, um den Westen von Versuchen abzuhalten, seine Überlegenheit zurückzugewinnen. Die Gegner müssen wissen, dass Überlegenheit und Straffreiheit unerreichbar sind.
Nuklearwaffen machen bei optimaler Anzahl und richtiger Einsatzdoktrin eine nichtnukleare Überlegenheit unmöglich und sparen Mittel für die Streitkräfte. Unsere "Burewestniks", "Oreschniks" und andere Hyperschall-Trägermittel müssen den Gegner davon überzeugen.
Es gilt, eine neue Generation vorzubereiten, damit die Amerikaner im Voraus wissen, dass ihre Träume von der Wiedererlangung der Überlegenheit und der Fähigkeit, ihren Willen mit Gewalt durchzusetzen, unerfüllbar sind.
Die rasante Steigerung der Flexibilität der nuklearen Potenziale soll allen vor Augen führen, dass es unmöglich ist, eine große Atommacht durch ein Wettrüsten mit nicht-nuklearen Waffen oder in einem konventionellen Krieg zu besiegen. Vorausgesetzt natürlich, wir vermeiden den Wahnsinn eines massiven Aufrüstungswettlaufs, wie ihn die UdSSR und die USA in den 1960er Jahren betrieben haben. Das war sinnlos, teuer und gefährlich. Man muss potenziellen Gegnern einfach klar machen, dass ein Wettrüsten für sie aussichtslos und sogar selbstmörderisch ist. Zu diesem Thema lohnt es sich, zumindest mit den Amerikanern einen Dialog zu führen.
Gleichzeitig sollte man, um das außer Kontrolle geratene Washington zu zügeln, in die Doktrin zum Einsatz von Atomwaffen und anderen Waffenarten – für den Fall, dass die USA und der Westen ihren derzeitigen Kurs auf die Entfesselung eines Weltkrieges fortsetzen – eine Bestimmung über die reale Bereitschaft aufnehmen, gegen die überseeischen Vermögenswerte der Amerikaner und Europäer vorzugehen. Selbst in befreundeten Ländern. Von diesen Vermögenswerten sollten sie sich trennen. Dazu ist es notwendig, die Flexibilität unseres militärischen Potenzials weiterzuentwickeln. Die USA und der Westen sind um ein Vielfaches stärker von ihren ausländischen Vermögenswerten, Stützpunkten und Engpässen in den Bereichen Logistik und Kommunikation abhängig als wir. Der Gegner muss seine Verwundbarkeit spüren und wissen, dass wir davon wissen.
Es lohnt sich, aus den Erfahrungen der iranischen Verteidigung im Zuge der aktuellen amerikanisch-israelischen Aggression zu lernen. Teheran hat begonnen, die Schwachstellen des Gegners anzugreifen – und dieser hat das gespürt und begonnen, sich zurückzuziehen. Änderungen in der Doktrin und im konkreten militärischen Aufbau hin zu der Bereitschaft und Fähigkeit, asymmetrische Schläge auszuführen, werden die abschreckende Wirkung verstärken und eine zivilisierende Wirkung auf den Gegner haben, der sich in wahnwitzige Abenteuer stürzt oder dazu bereit ist, der einfach den Verstand verloren hat.
Es lohnt sich, die Prioritäten der Ziele für Präventivschläge zu ändern – zunächst nicht-nukleare, dann nukleare (im äußersten Notfall). Zu den ersten gehören nicht nur Kommunikations- und Kommandozentralen, sondern, was wichtig ist, auch Orte, an denen sich die Eliten versammeln, insbesondere in Europa. Dies wird ihnen das Gefühl der Straffreiheit nehmen. Sie müssen wissen: Wenn sie den Krieg gegen Russland fortsetzen oder sich zu einer vertikalen bzw. horizontalen Eskalation des Konflikts entschließen, werden verheerende Schläge gegen sie und ihre Angehörigen erfolgen. Um die Wirksamkeit dieses Abschreckungsfaktors zu verstärken, sollte die Arbeit an der Entwicklung konventioneller und nuklearer Munition, die in große Tiefen vordringen kann, intensiviert und diese getestet werden. Die insbesondere in Europa von der Realität abgekoppelte Führungselite muss wissen, dass sie sich nicht in Bunkern oder auf Inseln verstecken kann. Die kürzlich erfolgte Veröffentlichung einer Liste europäischer Unternehmen, die Waffen für das Kiewer Regime herstellen, durch unser Verteidigungsministerium ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Derzeit gibt diese Elite vor, Angst vor uns zu haben. In Wirklichkeit aber hat sie keine Angst und beteuert ständig, dass Russland sie niemals mit Atomwaffen bestrafen werde. Wir müssen ihnen panische Angst einflößen. Vielleicht weichen sie dann zurück, oder ihre Herren aus den "tiefen Staaten" vertreiben sie. Vielleicht erheben sich auch die Gesellschaften. Die Glaubwürdigkeit der Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen muss verstärkt werden, um diese Gesellschaften aus ihrem "strategischen Parasitismus" zu wecken – aus der Gewissheit, dass es keinen Krieg geben wird, dass "alles gut gehen wird". Den Völkern, die den Krieg und die Verbrechen ihrer Länder in den vergangenen Jahrhunderten vergessen haben, muss wieder ein Bewusstsein für den eigenen Fortbestand vermittelt werden.
Es ist klar, dass eine solche Linie gegenüber Deutschland absolut notwendig ist. Ein Land, das zwei Weltkriege entfesselt und sich des Völkermords schuldig gemacht hat, hat kein Recht auf die "stärkste Armee Europas" und schon gar nicht auf Massenvernichtungswaffen. Sollte es danach streben, müssen die deutschen Bürger verstehen, dass ihre Heimat zerstört wird, damit nie wieder von deutschem Boden eine Bedrohung für den Frieden ausgeht.
Viertens: Um die Drohung glaubwürdiger zu machen, müssen einige Änderungen an der Doktrin zum Einsatz von Atomwaffen vorgenommen werden. Darin muss festgeschrieben werden, dass im Falle einer Aggression (oder der Fortsetzung einer Aggression) seitens eines Landes oder einer Gruppe von Staaten, die über ein größeres wirtschaftliches, demografisches und technisches Potenzial verfügen als wir, das russische Militärkommando nicht nur das Recht hat, sondern verpflichtet ist, Atomwaffen einzusetzen. Dabei muss natürlich zunächst eine Reihe von Atomtests durchgeführt werden (es ist unverständlich, warum wir darauf warten, dass die Amerikaner damit beginnen – wollen wir wieder einmal gefallen?). Darauf müssen Angriffe mit konventioneller Munition auf Logistikzentren, Kommandostellen und symbolische Ziele folgen. Wenn sie nicht aufhören oder zurückschlagen – muss eine Serie von gruppierten Atomschlägen folgen.
Das Setzen auf nukleare Abschreckung ist notwendig, um den Weg zum Drohnenkrieg zu versperren. Die Antwort muss vernichtend sein. Wenn beispielsweise nach möglichen Friedensvereinbarungen oder sogar einer Kapitulation erneut Raketen oder Drohnen vom Territorium der Ukraine und der Nachbarländer aus starten, müssen diejenigen, die hinter den Drohnenpiloten stehen, wissen: Vergeltung – sogar nukleare – wird sie ereilen. Dann werden sie selbst beginnen, auf die mutmaßlichen Provokateure Jagd zu machen.
Fünftens: Neben militärisch-technischen Maßnahmen und doktrinären Änderungen sollte dem Oberbefehlshaber (dem Präsidenten Russlands) vorgeschlagen werden, unverzüglich einen Befehlshaber für den europäischen Kriegsschauplatz zu ernennen, um die Glaubwürdigkeit unserer Drohung deutlich zu erhöhen. Diese Position sollte ein kampferprobter General bekleiden, der das Recht und die Pflicht hat, im Bedarfsfall Atomwaffen einzusetzen. Diese Person (und ihr Stab, in dem Offiziere mit Kampferfahrung überwiegen sollten) muss auf eine solche Entwicklung der Ereignisse vorbereitet sein.
Sechstens: Es ist längst an der Zeit, sich von der idiotischen These zu verabschieden – die vor allem den Amerikanern zugute kommt –, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben könne und dass der Einsatz von Atomwaffen unweigerlich zu einer Eskalation auf weltweiter thermonuklearer Ebene führen würde. Diese Behauptungen widersprechen der elementaren Logik und konkreten militärischen Plänen. Ich wiederhole: Gott bewahre, dass Atomwaffen eingesetzt werden. Unschuldige Menschen würden sterben, und der Mythos, der die Menschheit rettete – dass jeder Einsatz dieser Waffen zu einem allgemeinen Armageddon führen würde –, würde zerbrechen. Aber in einem Atomkrieg, insbesondere im dicht besiedelten und moralisch schwachen Europa, kann man gewinnen. Sogar leicht. Aber, noch einmal, Gott bewahre!
Noch einmal: Der Einsatz von Atomwaffen ist eine große Sünde. Aber der faktische Verzicht auf ihren Einsatz ist ebenfalls eine schwere Sünde, denn er führt zur Ausweitung und Verschärfung des vom Westen begonnenen Weltkriegs. Wenn man ihn nicht aufhält, wird er in jedem Fall mit dem Untergang der Menschheit enden – und auf dem Weg dorthin mit der Erschöpfung und dem Untergang unseres Landes. Und wozu brauchen wir eine Welt, in der es kein Russland gibt?
Diese von Wladimir Putin gestellte Frage bleibt nach wie vor hochaktuell.
Siebtens: Parallel zu der längst überfälligen Notwendigkeit einer Modernisierung der Nuklearstreitkräfte, insbesondere ihrer Einsatzdoktrin, müssen dringend eine Reihe von parallelen Schritten unternommen werden. Gemeinsam mit China muss Iran dabei unterstützt werden, standzuhalten und zu siegen. Den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, einschließlich sogar Israels, das seine Legitimität untergraben hat, muss vorgeschlagen werden, die Schaffung eines regionalen Sicherheitssystems mit Garantien Russlands, der VR China und möglicherweise Indiens zu beschleunigen. Diese Großmächte haben im Gegensatz zu den USA und ihren Vasallen ein vitales Interesse an der Stabilität der Region.
Achtens: Angesichts der akuten Gefahr eines globalen Krieges in den kommenden Jahrzehnten und der Versuche des Westens, Rache zu üben, lohnt es sich schließlich, den Abschluss eines befristeten (auf zehn Jahre mit möglicher Verlängerung) Verteidigungsbündnisses mit der VR China in Betracht zu ziehen. Dies ist nützlich, um die Revanchisten aufzuhalten und um zu verhindern, dass das befreundete China die Notwendigkeit verspürt, im strategischen Nuklearbereich Parität mit den USA und Russland zu erreichen. Ein mit dem unseren gleichwertiges nukleares Potenzial bei einem Übergewicht Chinas in anderen Bereichen der Gesamtmacht (Wirtschaft, Demografie) könnte bei den künftigen Führern Russlands Ängste und Misstrauen hervorrufen. Das ist weder für das russische noch für das chinesische Volk von Nutzen.
Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Schritte, die durchdacht und in die Tat umgesetzt werden müssen, um zu verhindern, dass sich ein neuer Weltkrieg ausbreitet und zu einem globalen thermonuklearen Konflikt eskaliert. Doch die oben aufgeführten Schritte reichen wohl aus, um den Krieg, der unser Land ausblutet, zu beenden und vor allem ein Abgleiten in eine globale Katastrophe zu verhindern. Dies ist eine dringende Aufgabe von weltgeschichtlicher Tragweite. Wenn wir sie nicht lösen, werden uns unsere Nachkommen (sofern es welche gibt) und der Allmächtige unsere geistige Trägheit und Feigheit nicht verzeihen.
Während wir dem Revanchismus des Westens und der Ausweitung des Weltkrieges zu einer allgemeinen Katastrophe entgegenwirken, dürfen wir nicht vergessen, die grundlegenden Probleme zu lösen, die der derzeitigen, schwersten Krise des Weltordnungssystems in der Geschichte der Menschheit zugrunde liegen. Das sind die Erschöpfung des modernen Modells der kapitalistischen Wirtschaft und die Bedrohung, die es in Verbindung mit der allgemeinen Informatisierung und einer Reihe anderer Merkmale der modernen Zivilisation für die Existenz des Homo sapiens darstellt. Doch darüber mehr in anderen Artikeln.
Sergei Karaganowist Doktor der Geschichtswissenschaften, Verdienter Professor, wissenschaftlicher Leiter der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik an der Nationalen Forschungsuniversität "Hochschule für Wirtschaft", Ehrenvorsitzender des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Russlands.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
05.05.2026
Trump hat den Iran-Krieg verloren
anderweltonline.com, vom Mai 4, 2026, Von Peter Haisenko
Es sollte ein Blitzkrieg werden und binnen weniger Tage sollte eine neue, Israel- und US-freundliche Regierung in Teheran an der Macht sein. So jedenfalls hat es Netanjahu Trump schmackhaft gemacht und ihn in dieses Abenteuer getrieben. Der Iran war aber bestens auf diesen Überfall vorbereitet und so kam es ganz anders. Teheran führt diese zwei Psychopathen ordentlich vor.
Seit 47 Jahren wird der Iran mit Sanktionen und Embargos gequält. Ebenso lange steht der Iran nur Tage vor der Fertigstellung seiner Atombombe. Ja, er könnte das, aber Teheran beteuert aufrichtig, dass sie diese Waffe nicht haben wollen. Begründet wird das mit dem Argument, dass sich eine derart schreckliche Waffe nicht mit ihrer Religion verträgt. Der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und so seine religiöse Überzeugung vor aller Welt demonstriert. Damit befindet sich der Iran im gleichen Zustand wie die BRD, abgesehen von der religiösen Motivation. Warum glauben weder die USA noch Israel den vertraglich gesicherten Beteuerungen Teherans? Leider ist diese Antwort einfach. Sowohl Israel als auch die USA haben sich noch nie an Verträge gehalten. Wie können diese beiden da glauben, dass sich der Iran an seine Selbstverpflichtung halten wird, ohne erkennen zu müssen, dass sie die einzigen Schurkenstaaten auf Erden sind, deren vertragliche Verpflichtungen nicht das Papier wert sind, auf dem es steht?
Der Iran verfügt über ein sehr hohes Niveau an Bildung und hervorragende Wissenschaftler an den Universitäten. So ist es gelungen, auch auf militärischem Gebiet ein Niveau zu erreichen, das dem Westen zumindest gleichwertig ist. Trotz all der Sanktionen. Die Leistungen der Iraner sind zu bewundern. Zudem befindet sich der Iran auf einem hohen moralischen Niveau. Er hat über Jahrhunderte niemanden angegriffen und auch bei seinen Abwehrschlägen versucht er, keine Zivilisten zu treffen. Persien ist eine der ältesten Kulturen der Welt und war im Mittelalter Europa voraus, solange es sich nicht um Waffentechnik handelte. Die brauchte er nicht, denn er wollte niemanden angreifen. Der militärische Vorteil Teherans liegt darin, dass er eine Verteidigungsarmee betreibt, die nicht für Angriffe ausgelegt ist wie das US-Militär.
Flugzeugträger sind Angriffswaffen
Das US-Militär ist eine reine Angriffsarmee, ausgelegt weltweit Terror auszuüben. Das bedingt logistische Probleme, wenn sie auf einen wehrhaften Gegner treffen. Eben wie jetzt auf den Iran. Buchstäblich müssen die USA ihr Kriegsgerät um die halbe Welt karren, bis es im Persischen Golf zum Einsatz kommen kann. Aus diesem Grund haben die USA rund um den Persischen Golf eine Unzahl von Militärbasen eingerichtet, die gut aufgestellt, geschützt und aufmunitioniert waren. Waren... Das gilt auch für Israel. Schon im letzten Jahr mit dem „Zwölftagekrieg“ sah es nicht gut aus für Israel. Die USA haben sich da kaum engagiert, außer mit Waffenlieferungen und eigenen Abwehrraketen. Dennoch war die Abwehrkapazität Israels weitgehend erschöpft und hätte der Iran diesen Waffenstillstand nicht akzeptiert, wäre nicht auszuschließen gewesen, dass Israel einen militärischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch erlebt. Ja, der Iran will keinen Krieg und so hat er diesem für ihn unvorteilhaften Waffenstillstand zugestimmt und sich auch daran gehalten.
Ganz anders Israel und die USA. Die haben die Zeit des Waffenstillstands genutzt, sich wieder aufzumunitionieren für den nächsten Überfall. Aber auch der Iran hat die Zeit genutzt, seine Raketen noch besser zu machen und Unmengen davon herzustellen. Im Krieg letzten Jahres hat der Iran vor allem seine alten Waffen benutzt und die neuesten zurückgehalten. So, wie es auch diesmal gelaufen ist. Es ist eine einfache Rechnung. Selbst die billigen Drohnen werden mit millionenteuren Abwehrwaffen bekämpft und so bleibt dann fast nichts mehr übrig, wenn die moderneren Raketen eingesetzt werden. Auch das ist eine Lehre aus dem letzten Krieg. Diesmal war es so weit, dass sowohl die Abfangquote Israels und der USA von ursprünglich etwa 90 Prozent auf nur noch zehn Prozent abgesunken ist.
Die US-Arsenale sind aufgebraucht
Die Militärbasen der USA in den Emiraten sind bis zur Unbrauchbarkeit zerstört. Die milliardenteuren Radarsysteme sind nahezu vollständig ausgeschaltet und können nicht in kurzer Zeit ersetzt werden. Zum einen, weil die Produktion für Ersatz Jahre benötigen wird und zum anderen, weil Teheran den Seetransport durch die Straße von Hormus unmöglich gemacht hat. Zudem hat der Iran demonstriert, dass er in der Lage ist, amerikanische Schiffe in seiner Nähe zu zerstören, inklusive Flugzeugträgern. Deswegen haben die USA ihre Kriegsflotte aus dem Einsatzbereich der iranischen Raketen zurückgezogen, auf über 1.000 Kilometer vom Iran entfernt. Das aber macht den Einsatz der Flugzeuge auf den Trägern schwierig. Jeder Einsatz im Iran muss von Tankflugzeugen begleitet werden und jedes einzelne Tankmanöver ist ein kritischer Moment. Auch die Tankflugzeuge selbst sind eine eher leichte Beute. Können die Trägerflugzeuge nicht luftbetankt werden, kommen sie vielleicht noch bis Isfahan, aber nicht mehr zurück auf ihren Träger. Sie müssten anschließend im Indischen Ozean notwassern. Auch, weil die Basen im Persischen Golf nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die USA sind in keiner guten Lage. Warum sonst hat Trump den Waffenstillstand ausgerufen? Das haben die USA noch nie gemacht, solange sie sich im Vorteil wähnten. Und dann zwei Wochen. Warum zwei Wochen? Wer Frieden will, beendet den Krieg, aber nicht nur für zwei Wochen. Trump hat gedacht, zwei Wochen würden ausreichen, seine Truppen wieder mit Munition zu versorgen. Sie waren leergeschossen. Auch die Abwehrmunition gegen Drohnen und Raketen. Wäre der Krieg nicht unterbrochen worden, wäre es für die US-Schiffe ausgegangen wie bei der Entenjagd im Englischen Garten in München. Das mit dem Nachschub hat aber nicht so funktioniert und so wurde von Trump der Waffenstillstand verlängert, verlängert, verlängert bis auf unbestimmte Zeit. Aber die Straße von Hormus. Trump verhält sich wie dumme Kinder. Nein, wir sperren diesen Verkehrsweg, nicht der Iran. Das können sie aber nicht wirklich und sind zurückgefallen in die alte englische Tradition der Piraterie. Weit draußen, in internationalen Gewässern, überfallen sie Handelsschiffe und Kapern die Ladung. Das hat Trump jetzt offen zugegeben. Alles im Widerspruch zu internationalen Abkommen.
Reparationsforderungen an die USA
Schon vor Wochen hat Teheran seine Bedingungen für einen Friedensschluss bekanntgegeben. Die sind sensationell. Noch nie hat es jemand gewagt, Reparationen von den USA zu fordern für den unbegründeten Angriff auf sein Land. Nun weiß der Iran, dass die USA gar nicht in der Lage wären, irgendjemandem Reparationen zu leisten. Israel schon gar nicht. So haben die klugen Strategen in Teheran einen Kompromiss vorgeschlagen. Sie verlangen eine Mautgebühr für die Durchfahrt der Straße von Hormus. Zwei Millionen Dollar für einen Öltanker. Das soll erhoben werden, bis den Reparationsforderungen des Iran Genüge getan ist. Das heißt, wieder einmal soll die Weltgemeinschaft für die USA ihre Schulden bezahlen. Zwei Millionen? Ist das nicht sehr viel? Ist es nicht. Es ist gerade mal ein Prozent des Werts der Ladung. Wenn also jemand rational handelt, ist es Teheran. Eine weitere Forderung des Iran ist die Aufhebung aller, ja aller Sanktionen und Embargos. Alles andere wäre dummes Zeug. Das übliche Vorgehen mit ein bisschen „Lockerung“ hier oder dort ist keine Grundlage für dauerhaften Frieden.
Aber auch innerhalb der USA kommt es für Trump dicke. Da gibt es ein Gesetz das verlangt die Zustimmung des Congress, wenn ein Krieg länger als 60 Tage dauert. Nebenbei bemerkt ist auch dieses Gesetz ein Freibrief für Präsidenten, mal eben überall einen Blitzkrieg vom Zaum zu brechen. Ja, so war es geplant und der Iran hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trump wird diese Zustimmung nicht erhalten. Die Amerikaner wollen diesen Krieg mit klarer Mehrheit nicht. So, wie es auch in Deutschland keine Mehrheit für die Milliardenkredite, besser Geschenke, an Kiew gibt. Offizielle Zahlen aus den USA sprechen von bislang aufgelaufenen Kosten für den Irankrieg über 25 Milliarden Dollar. Das dürfte aber im Faktor fünf zu niedrig gegriffen sein. Und dann noch die Benzinpreise auch in den USA. Da kommt wenig Freude auf und die „Midterms“, die Zwischenwahlen, stehen für den November an.
Wer soll sich noch vor dem US-Militär fürchten?
Der Iran-Krieg hat das US-Militär entzaubert. Wenn das nicht einmal in der Lage ist, ein Land zu besiegen, das seit Jahrzehnten unter Sanktionen leidet, wer soll sich dann noch vor dieser Theaterarmee fürchten? Und ja, die gesamte NATO ist eine Theaterarmee mit Waffen, die zwar bei Vorführungen beeindruckend schlagkräftig sind, aber in der Praxis versagen. Das hat der Krieg in der Ukraine deutlich vor Augen geführt. Hört man noch etwas von Leo-Panzern? Oder gar den tollen Abrams aus USA? Die sind sehr schnell zu Schrott geworden. Hyperschallraketen? Die USA versuchen verzweifelt selbst eine funktionsfähige zu bauen. Selbst der Iran hat solche, sogar aus eigener Produktion, und genau das ist das Problem für die USA und Israel.
Da will ich gar nicht an die russische „Oreschnik“ denken. Jede einzelne von diesen kann einen ganzen Flugzeugträgerverband versenken. Vergessen wir nicht: Eine Verteidigungsarmee ist gegenüber einer Angriffsarmee immer im Vorteil. Russland und der Iran kämpfen um ihre Existenz, Israel übrigens nicht. Israel hat den Plan von „Groß-Israel“ nicht aufgegeben und zerstört alles, was in seiner Reichweite ist. Jetzt hat Netanjahu sogar angekündigt, den Süd-Libanon in den Zustand von Gasa bomben zu wollen und der Wertewesten schweigt wie üblich auch dazu.
Die multipolare Welt nimmt Fahrt auf
Der Angriffskrieg auf den Iran verändert das globale Machtgefüge, hat es schon verändert. Die Waffenarsenale der USA sind entleert. Was bleibt da Trump übrig für einen Waffengang mit China oder gar Russland, wenn es nicht einmal für den Iran gereicht hat? Selbst die Golfstaaten haben erkennen müssen, wie wenig der „Schutz“ durch die USA wert ist. Katar hat das schnell erkannt und Teheran zugesagt, dass die USA von ihrem Territorium nicht mehr gegen den Iran vorgehen dürfen. Daraufhin hat der Iran alle Vergeltungsangriffe auf Katar eingestellt. Das wird Schule machen. Die Forderung Teherans für den vollständigen Abzug des US-Militärs aus der Region erhält so Substanz. Die Anwesenheit des US-Militärs bietet keinen Schutz mehr. Im Gegenteil wird das Gastland zum Ziel für Vergeltungsangriffe.
Da ist es geradezu jämmerlich, wenn sich jetzt Trumps Angriffslust auf Kuba kapriziert. Da hat er keine Logistikprobleme und Kuba hat keine Möglichkeit, auf die USA direkt zurückzuschlagen. Ein Angriff auf Kuba wäre der Gipfel aller feigen Angriffe der USA, die keinerlei Gefahren für die USA selbst befürchten lassen. Natürlich hat Trump recht, wenn er behauptet, Kuba würde es besser gehen, wenn die USA die Kontrolle übernähmen. Allerdings wäre das auch ohne Kriegsdrohungen möglich. Trump müsste nur die Embargos und Sanktionen gegen Kuba aufheben. Damit würden sich auch die USA wieder dem Völkerrecht annähern. Um das alles zusammenzufassen reicht ein Satz aus: Die USA müssen ihren Weltbeherrschungsanspruch aufgeben und zurückkehren zum Völkerrecht! Nur dann kann Frieden in der Welt Einzug halten. Ach ja, und Israel natürlich auch.
Jeder Krieg, auch wenn er weit von uns entfernt ist, berührt die ganze Welt. In diesem Sinn hat Paul Soldan seinen Anti-Kriegs-Roman „Sheikhi“ auf den afrikanischen Kontinent verlegt. Die Welt braucht mehr Friedensliteratur! Kriegstreiber haben wir überall genug. Soldan spricht mit seinem Werk vor allem junge Menschen an, indem er die fiktive Geschichte eines jungen Afrikaners erzählt. Der darf nach langen Wirren erkennen, dass alle Kriege niemals in ihrem eigenen Interesse sind. Die jungen Männer werden von gewieften Propagandisten in einen Hass getrieben, der nicht der ihre ist. Und da ist schon die Parallele zu Europa. Lesen Sie diesen spannenden Roman und geben Sie ihn dann weiter an junge Leute. Bestellen Sie Ihr Exemplar „Sheikhi“ direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel.
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05.05.2026
Polen erwartet großangelegten illegalen Waffen-Import aus der Ukraine
aus e-mail von Doris Pumphrey, 5. Mai 2026, 19:13 Uhr
In Polen wurde erklärt, man bereits sich auf einen großangelegten illegalen Import von Waffen aus der Ukraine vor
Polnische Strafverfolgungsbehörden entwickeln einen speziellen Plan mit dem Codenamen „Trident“, sagte Adam Radoń, der Leiter der Abteilung für Organisierte Kriminalität des Zentralen Ermittlungsbüros.
MOSKAU, 4. Mai (TASS). Polen bereite sich auf einen großangelegten illegalen Waffenschmuggel nach dem Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine vor, erklärte Adam Radoń, der Leiter der Abteilung für Organisierte Kriminalität des Zentralen Ermittlungsbüros, gegenüber der Zeitung „Rzeczpospolita“.
„In der Ukraine gibt es eine große Menge an Waffen, die im Rahmen von Hilfspaketen geliefert wurden, sowie eine beträchtliche Menge an Waffen aus Sowjetzeiten. Und das Ende bewaffneter Konflikte birgt immer das Risiko eines unkontrollierten Waffenzuflusses“, so der Polizeisprecher. Aus diesem Grund entwickeln polnische Strafverfolgungsbehörden einen speziellen Plan mit dem Codenamen „Trident“. „Das Trident-Projekt soll Polizeibeamte für die Aufdeckung von Schmuggelware und Zerschlagung der daran beteiligten organisierten kriminellen Gruppen ausbilden“, erklärte Radon. Das Projekt umfasse die Anschaffung von Spezialausrüstung im Wert von 6,6 Millionen Złoty (1,8 Millionen US-Dollar) sowie die Zusammenarbeit mit Grenzschutzbehörden und zuständigen Stellen in mehreren Ländern, darunter Tschechien, Litauen, die Ukraine, Moldawien und Spanien, erläuterte er.
Demnach solle Polen zu einer Art Filter für den Waffenschmuggel nach Europa werden. „Angesichts der Erfahrungen seit dem Ende von Kampfhandlungen in Europa und auf anderen Kontinenten nehmen wir die Möglichkeit eines Zustroms illegaler Schusswaffen und Munition aus der Ukraine in Nachbarländer und andere EU-Staaten sehr ernst“, betonte Radon. Er vermutet, dass die Kriminalisierung ukrainischer Soldaten nach deren wahrscheinlicher Demobilisierung nach dem Konflikt mit Russland ein Schlüsselfaktor sein könnte.
Laut dem Polizeisprecher wurde in Polen bisher kein Zustrom von Waffenaus der Ukraine festgestellt. Er merkte jedoch an, dass die Polizei bereits Lager mit ukrainischen Waffen finde, dass die Quellen für deren Einfuhr aber noch nicht ermittelt worden seien.
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05.05.2026
Pressefreiheit unter Druck + IMV News + IMV Termine + Woche der Transparenz
aus e-mail von Karin Gerlich, 5. Mai 2026, 16:29 Uhr
Betreff:Wtr: Mai 2o26: Pressefreiheit unter Druck + IMV News + IMV Termine + Woche der Transparenz Antwort an:info@medienverantwortung-foerderkreis.de Liebe Förderkreis-Mitglieder,
gerne leiten wir wieder den aktuellen IMV-Newsletter weiter, in dem es diesmal um die Pressefreiheit geht. Deutschland fällt hier leider zurück, wie sicher der ein oder dem anderen schon aufgefallen sein mag.
-------- Original Nachricht -------- Betreff: Mai 2926: Pressefreiheit unter Druck + IMV News + IMV Termine + Woche der Transparenz Datum: 04.05.2026 10:47 (GMT +02:00) Von: IMV Büro via imv_newsletter <imv_newsletter@listi.jpberlin.de> An: imv_newsletter@listi.jpberlin.de
Liebe Interessierte,
kurz vor dem 3. Mai, dem Tag der Pressefreiheit, veröffentlichte Reporter ohne Grenzen das neue Ranking. Auch bei berechtigter Methodenkritik, sollte man das Abrutschen Deutschlands um weitere 3 Plätze im internationalen Ranking ernst nehmen – von Platz 11 auf 14 von 180 mag manche noch beruhigen. Und so verweisen auch viele Medien in der Berichterstattung v.a. über Probleme in anderen Ländern.
Wir wollen explizit zu uns schauen, wo der Berliner Journalist Hussein Dogru seinen Augen kaum glauben wollte, dass genau vor seiner Haustür ein Plakat der EU zum Tag der Pressefreiheit auf ihn wartete. Diese EU hatte ihn extralegal sanktioniert und sie liefert ihn und seine junge Familie damit der ökonomischen Vernichtung aus. Die Begründung ist ebenso kurios, wie überflüssig: wegen der Berichterstattung über Palästina-Demos und Polizeigewallt wird er als Propagandist im Sinne Russlands verdächtigt. Logisch muss es nicht sein, die EU bewegt sich mit der Maßnahme sowieso außerhalb jeden Rechts, denn es gab weder Vorladung, Anhörung, noch überhaupt eines rechtsstaatlichen Verfahrens innerhalb des Sanktions-Regimes.
Mit juristischen Mitteln ist der Sache auch nicht beizukommen, auch wenn Dogru seine Klage gewonnen hätte. Das schreibt eindrücklich Hannes Hofbauer in seinem Buch „Aller Rechte beraubt: Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat“ (Promedia). Viele seiner Kollegen haben noch nicht begriffen, wie fatal dieser Präzedenzfall ist, wenn er unwidersprochen bleibt.
Wir haben in Deutschland etwas zu verteidigen, denn im internationalen Mediensytem-Vergleich können wir sehen, dass alles noch viel schlimmer sein kann. Aber das kann es auch leicht werden, wie weitere Analysen aufzeigen. Und zwar zu weiteren Möglichkeiten der Kommunikationskontrolle, die entweder via EU oder innerhalb Deutschlands daherkommen. Etwa die von Eric Bonse in unserem Auftrag: „Big Brother au Brüssel?“ über das Potential, dass die Regulierungen in DSA, DMA und EMFA weit übers Ziel hinausschießen können. Norbert Häring nennt das „Der Wahrheitskomplex: wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen“, u.a. hier in seinem Interview mit Bastian Barucker. Friedrich Küppersbusch ist dazu einmal in einem kurzen knackigen Video exemplarisch den Geldströmen für die LibMod – dem Zentrum Liberale Moderne – nachgegangen.
Wir könnten diese Indiziensammlung ewig fortsetzen. Aber das hier Aufgelistete dürfte schon ausreichen, um alarmiert zu sein. Zurecht.
Um etwas hoffnungsvolles an den Schluss zu stellen, möchten wir Euch besonders auf die großartige Bonnhoeffer-Niemöller-Stiftung aufmerksam machen und die „Erfurter Erklärung“, die in Kürze erscheinen wird. Am 1. Mai-Wochenende fand in Erfurt deren Jahrestagung statt rund um das Thema „Medien in Frieden und Krieg“.
In der 20. KW findet wieder unsere Woche der Transparenz (vom 11. bis 18. Mai 2026) statt, als medienpädagogischer Beitrag unserer Medien selbst. Statt Blackbox wollen wir erfahren, wie die jeweiligen Medienprodukte zustande gekommen ist. Online ist Platz kein Gegenargument. Schickt uns Eure Beiträge zu oder die, die Ihr in diesem Sinne findet – wir verlinken diese dann auf unserem Blog www.medien-meinungen.de.
IMV Termine
Mai 2026 Berlin
Interne Veranstaltung der Rosa-Luxemburg Stiftung
Mai 2026 Berlin
Öffentliche Veranstaltung der AG Frieden in der GEW
Institut für Medienverantwortung Rubensstr. 106 12157 Berlin Tel.: 030 55650403 www.medienverantwortung.de
IMV Institut für Medienverantwortung gUG (haftungsbeschränkt) Registergericht Fürth HRB 12174 Geschäftsführung: Dr. Sabine Schiffer
Das Institut für Medienverantwortung ist gemeinnützig, Spenden sind steuerabzugsfähig. Spendenkonto: IMV gUG, GLS Gemeinschaftsbank eG, IBAN DE89 4306 0967 1229 8692 00. Werden Sie Mitglied im gemeinnützigen Förderkreis des Instituts www.medienverantwortung-foerderkreis.de und sichern Sie unsere Arbeit nachhaltig!
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Im Mai erinnern die Palästinenser an die ethnische Säuberung und die Zerstörung ihrer Städte und Dörfer, die mit der Gründung des Staates Israel verbunden sind. Die ethnische Säuberung begann lange vor der Ausrufung des Staates Israel und dem Krieg von 1948. Wir vom Palästinakomitee erinnern und protestieren am kommenden Samstag, 9. Mai 2026, ab 14 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz mit palästinensischen und internationalen Kultur- und politischen Beiträgen. Unsere Unterstützer organisieren um 13 Uhr eine Demonstration, die zur Veranstaltung auf dem Schlossplatz führt. Dabei wollen wir auch auf die Rolle der Ideologie des Zionismus aufmerksam machen, die im Zeitalter des Imperialismus ihre endgültige Form bekam. Der Antifaschist und Antizionist Tony Greenstein wird auf unserem Palästina-Nakba-Tag und auf einer Veranstaltung am Sonntag, 10. Mai 2026, um 16 Uhr über das Thema sprechen. Die Ankündigungen zu den Veranstaltungen finden sich in unserem April-Infobl@tt.
Zur fortgesetzten Nakba finden sich im Infobl@tt einige weitere Artikel. Außerdem informieren wir über den ersten Termin des Prozesses gegen die Ulm5, die versuchten die Waffenproduktion von Elbit zu sabotieren, die auch den Genozid in Gaza befeuert. Solidarität und Öffentlichkeit ist wichtig, der nächste Prozesstermin ist am Montag, 11. Mai 2026, um 9 Uhr in Stuttgart-Stammheim, vermutlich wird es ab 7.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Prozessgebäude geben.
Die Geschichte rechter Falangisten im Libanon, die bis heute starken Einfluss auf die Politik d es Landes haben, beleuchtet ein Beitrag von Joseph Massad. Unsere Aufmerksamkeit sollten wir auch auf die Global Sumud Flotilla richten, die israelische Armee kaperte bereits 20 Schiffe, zwei Aktivisten sind immer noch in israelischer Haft.
Palästina-Nakba-Tag-Veranstaltung am 9. Mai 2026 in Stuttgart Palästinakomitee Stuttgart und Unterstützer palaestinakomitee-stuttgart.de
Auf dem Bild: Das Programm des Palästina-Nakba-Tags und die Angaben zur Demonstration von OTKM ab 13 Uhr, die zu unserem Nakba-Tag führt. Veranstalter
Inmitten der „ewigen Kriege” des Staates Israel dürfen die Palästinenser die Ein-Staaten-Perspektive nicht aufgeben Awad Abdelfattah middleeasteye.net, Übersetzung Pako
Demonstration für Gaza in Haifa trotz der scharfen Repression, die die israelische Regierung ausübt.
Der Krieg der USA und des Staats Israel gegen den Iran hat unter anderem das Ziel, das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser zunichtezumachen. Awad Abdel-Fattah zeigt, dass die Palästinafrage im Zentrum der aktuellen Kriege steht. Er betont, mehr denn je sei die Ein-Staaten-Perspektive das einzige wirklich antikoloniale und befreiende Modell und damit ein wesentliches Element der Verteidigung gegen eine Kapitulation.
Imperialismus, Zionismus, Gaza-Genozid und die Repression gegen die „Ulm 5“ im Stammheimer Prozess Palästinakomitee Stuttgart palaestinakomitee-stuttgart.de
Tony Greenstein ist linker Antifaschist und Antizionist aus England, der u.a. wichtige Organisationen der Palästinasolidaritätsbewegung dort mit aufgebaut hat. Er ist Autor der Bücher The Fight Against Fascism in Brighton & The South Coast, 2011, und Zionism During the Holocaust, 2022. Auf einer Veranstaltung im Linken Zentrum Lilo Herrmann, Stuttgart, am Sonntag, 10. Mai 2026, 16 Uhr, spricht er darüber, welche Rolle der Zionismus für die Machtpolitik des so genannten "Westens" spielt. Wir werden auch über den Prozess gegen die Ulm 5 diskutieren.
Berlin hat auch während des aktuellen Iran-Kriegs Waffen an den Aggressor Staat Israel verkauft Alessandro Avisato contropiano.org, Übersetzung Pako
Merz auf Israelbesuch, Dez. 2025
Trotz der militärischen Eskalation im Nahen Osten und des zunehmenden innenpolitischen Drucks hat Deutschland gerade in den ersten Wochen der von US-amerikanischen und israelischen Streitkräften geführten Offensive gegen den Iran Waffenexporte in den Staat Israel im Wert von 7,8 Millionen Dollar (6,6 Millionen Euro) genehmigt.
Ulm5: Blockiert die dominierende deutsche Regierungspolitik die Berücksichtigung des Rechts auf Nothilfe für andere? Verena Rajab palaestinakomitee-stuttgart.de
150 Menschen protestierten vor dem Gerichtsgebäude in Stuttgart Stammheim
und wiesen dabei auch auf die Mitverantwortung der deutschen Regierung am Genozid in Gaza hin. Deutsche Waffenlieferungen an den Staat Israel wurden nie unterbrochen. Pako
Am 27. April 2026 sollte im negativ belasteten Gebäude in Stuttgart-Stammheim die Hauptverhandlung gegen die 5 Aktivisten die Ulm 5 – beginnen, die im September 2025 in die Ulmer Niederlassung des israelischen Waffenherstellers Elbit eingedrungen waren, um mit Sachbeschädigung die Produktion für den Genozid in Gaza zu sabotieren. Vor Gericht kam es zur Konfrontation zwischen der Verteidigung und der Vorsitzenden Richterin, die zu Verhandlungsbeginn Anträge der Anwälte auf Änderung der ungerechtfertigten Sitzordnung für die Angeklagten hinter Sicherheitsglas und getrennt von den Anwälten kompromisslos blockierte. Der Prozessauftakt soll jetzt am 11. Mai in Stammheim stattfinden.
Zerstörung im Naqab: „1500 Menschen sind mit Vertreibung konfrontiert“: Israelische Bulldozer kehren nach Al-Sir zurück Redaktion Palestine Chronicle/Adalah palestinechronicle.com, Adalah Übersetzung Pako
Kinder schauen auf ihr zerstörtes Zuhause im Dorf Al-Bqea'ah im Naqab.
Israelische Polizeikräfte zerstören derzeit Häuser im Dorf Al-Sir im Negev. Die 1500 palästinensischen Bewohner, Bürger des Staates Israel, sind mit der kompletten Zerstörung ihres Dorfes und mit der Vertreibung bedroht. Al-Sir ist kein Einzelfall. Vertreibung, Haus- und Dorfzerstörung durch den Staat Israel sind für die Palästinenser im Negev seit der Staatsgründung eine ständige Bedrohung. Wir haben einen Artikel zur Situation in Al-Sir sowie wesentliche Auszüge eines Berichts der Menschenrechtsorganisation Adalah über das immer aggressivere Vorgehen des Staates Israel im Negev übersetzt.& nbsp;
„Ich dachte, ich würde sterben“: Der Bericht einer palästinensischen Mutter über ihre Inhaftierung durch Israel Ahmed Dremly middleeasteye.net, Übersetzung für Pako, A. Riesch
Saeda al-Shrafi mit ihren Kindern
Saeda al-Shrafi, die bei ihrer Flucht aus dem nördlichen Gazastreifen festgenommen wurde, erinnert sich anlässlich des Tages der palästinensischen Gefangenen an Wochen voller Verhöre, Folter und Haft, die ihr Leben veränderten. Im April 2026 hat auch Euro-Med Human Rights Monitor eine Studie veröffentlicht, die systematische sexuelle Gewalt gegenüber palästinensischen Gefangenen aus Gaza in israelischen Gefängnissen belegt. Der Link zur Presseerklärung ist https://euromedmonitor.org/en/article/7022/
Palästinensische Kunst im Kampf um Befreiung und Souveränität Iman Hamouri thinkingpalestine.com, Übersetzung Pako
Autoren, die Revolution und Kultur verbunden haben.
"Die eng miteinander verflochtenen kulturellen und politischen Verhältnisse Palästinas sind nicht nur Ausdrucksmittel, sondern auch unverzichtbare Instrumente des Widerstands, die der Unterdrückung die Kraft entgegensetzen. In einer Welt, in der das Narrativ der Einheimischen ständig von den Kolonisatoren in Frage gestellt werden, ist das kulturelle Schaffen der Palästinenser:innen ein rebellischer Ausdruck ihrer Existenz und ein entschlossener Ruf nach Freiheit."
Klasse und Religion: Die fehlende Dimension im Verständnis der imperialistischen Aggression Awad Abdelfattah palestinechronicle.com, Übersetzung Pako
Der palästinensische Befreiungskampf ist mit der weltweiten Bewegung gegen den Imperialismus eng verbunden. palestinechronicle.com
Die etablierten Medien, nicht nur in den USA und weltweit, sondern auch in der arabischen Welt, sowie ein Großteil dessen, was als „seriöse Analyse“ durchgeht, verschleiern systematisch die strukturelle Logik imperialistischer Gewalt. Awad Abdelfattah macht in seinem Artikel die Ursachen der aktuellen gewaltsamen Entwicklungen weltweit und besonders im israelischen Vorgehen sichtbar.
Verbrechen kartografiert: Abu Sittas Atlas enthüllt die Geografie des Landraubs Annie O’Gara palestinechronicle.com, Übersetzung Pako
Dr. Salman Abu Sitta: Land Theft by the Jewish National Fund plands.org
Dr. Salman Abu Sitta hat einen weiteren Atlas zu Palästina veröffentlicht, den "Atlas of Palestine: Land Theft by the Jewish National Fund“. Dieser Atlas ist von besonderer Bedeutung für palästinensische Flüchtlinge, die während der Nakba- der ethnischen Säuberung Palästinas - aus den 372 Dörfern vertrieben wurden und deren Land im Zuge eines fiktiven „Landverkaufs“ dem Jewish National Fund" (JNF/KKL) zugeteilt und anschließend mit Parks und Wäldern bedeckt wurde. Dies geschah, um die zerstörten Dörfer zu verbergen und eine Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge zu verhindern, wie sie auch das internationale Recht und die UN ermöglichen. Für die Palästinenser werden die Namen ihrer Dörfer wiederbelebt und auf der Karte verzeichnet.
Weshalb umwerben libanesische Politiker immer den Staat Israel? Joseph Massad Middle East Eye/Übersetzung für Pako Larissa
Angesichts der scharfen israelischen Aggression gibt es im Libanon
aktuell starke Proteste gegen die Verhandlungen mit der israelischen Regierung, die die israelischen Zerstörungen und Waffenstillstandsbrüche nicht berücksichtigen. Bildschirmaufnahme France24
Joseph Massad zeichnet eine lange Geschichte der Zusammenarbeit rechter libanesischer Politiker mit dem Staat Israel und vor 1948 mit der zionistischen Bewegung nach. Dabei nahmen diese Politiker nie Rücksicht auf die libanesische Zivilbevölkerung, die schon damals unter den Übergriffen zionistischer Milizen und später der israelischen Armee zu leiden hatte. Die Rechtfertigung israelischer Übergriffe auf den Libanon mit einem Sicherheitsproblem wegen Hezbollah oder früher der PLO erweist sich als Vorwand für offensichtlich andere Ziele.
Für die Schule angezogen - in einem Leichentuch zurückgebracht Mahaa Hussaini und Hani Abu Rezeq middleeasteye.net, Übersetzung für Pako G. Merz
Li: Ritaj Abdulrahman Rihans blutverschmiertes Schulheft in den Händen ihrer Mutter; Rechts, die 9jährige Ritaj Hani Abu Rezeq, MEE
"Ritaj Abdulraham Rihan übte während einer Mathematikstunde in Beit Lahia, Nord-Gaza, das Subtrahieren. Ihr Lehrer hatte den Schülern eine Aufgabe vorgelegt. Ritaj schrieb die Fragen auf, aber das leere Papier für die Antworten blieb unbeschrieben– stattdessen war es blutüberströmt." Ein israelischer Soldat hat das Mädchen in den Kopf geschossen, in einer angeblich sicheren Umgebung im nördlichen Gazastreifen und während Ritaj sich in der Schule im Unterricht befand.
Jüdische Siedler haben mein Haus gestohlen. Es ist nicht meine Schuld, dass sie jüdisch sind. Mohammad El-Kurd mondoweiss.net, Übersetzung Pako
In seinem im Jahr 2025 erschienen Buch deckt Mohammed El-Kurd Propaganda und ihre Methoden der Unterdrückung auf. Bildschirmaufnahme
Ein entlarvender Artikel über die Doppelmoral des "Westens", der von sich behauptet, Rassismus abzulehnen: "Ich habe keinerlei Interesse daran, jahrhundertealte, von Europäern geschaffene Klischees auswendig zu lernen oder mich dafür zu entschuldigen, oder der Semantik mehr Gewicht beizumessen, als ihr zusteht – vor allem, wenn Millionen von uns mit echter, greifbarer Unterdrückung konfrontiert sind. Ich habe es satt, mich vorsorglich von etwas zu distanzieren, an dem ich keine Schuld trage ... vor allem aber habe ich es satt, dass semantische Gewalt mit systemischer Gewalt gleichgesetzt wird."
BDS-Erfolge: Der Bundesstaat Washington zieht sich aus Caterpillar zurück, die Bundeshauptstadt Olympia blockiert Investitionen in die Apartheid Lois Pearlman mondoweiss.net, Übersetzung Pako
Februar 2026: Aktivist:innen am Kapitol des Bundesstaates Washington
Das Finanzministerium des Bundesstaates Washington gab bekannt, dass es seine Caterpillar-Anleihen im Wert von 62 Millionen Dollar veräußert hat, und Olympia, die Hauptstadt Washingtons, beschloss einstimmig, Investitionen in Unternehmen zu unterbinden, die an Apartheid oder illegaler Besatzung beteiligt sind. Lois Pearlman beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Erfolgs, die auch mit ein Verdienst der Eltern von Rachel Corrie sind. Die Aktivistin Rachel Corrie wurde 2003 im Gazastreifen von einem Caterpillar-Bulldozer überrollt und zerquetscht.
Wenn sie kommen um euere Häuser zu stehlen Palestine Global Mental Health Network mondoweiss.net, Übersetzung Pako
30.01.26: Palästinensische Kinder wurden gezwungen mitzuhelfen, das Haus ihrer Familie in Silwan abzureißen Bildschirmaufnahme mee
Am Morgen des 25. März 2026 stürmten Truppen der zionistischen Siedlermacht das Viertel Batn al-Hawa in Silwan und räumten gewaltsam elf palästinensische Häuser. Matratzen, Kleidung und Kinderspielzeug wurden aus den Fenstern auf die Straße geworfen. An einem einzigen Vormittag wurden etwa fünfundsechzig Menschen obdachlos. Sie sind bei Verwandten und Freunden untergekommen – in Häusern, die in vielen Fällen selbst von einem Abrissbeschluss betroffen sind. Die Autoren beleuchten auch die psychologische Bedeutung, die das Vorgehen der Besatzungsbehörden auf die Bewohner von Silwan hat. Der Artikel enthält auch einen Aufruf zum Stopp d er Zerstörung von Silwan und der Vertreibung der Bewohner. Petition zum Unterzeichnen.
Einblick in die Propagandaabteilung der Israelischen Armee Illy Pe'ery972mag.com, Übersetzung für Pako A. Riesch
Animationsvideos, hergestellt für israelische Propagandazwecke: Schottisches Museum (li), rechts der im Video verwendete Teil Bildschirmaufnahmen
Psychologische Kampagnen, gezielte Indiskretionen, exklusiver Zugang für Reporter:in- nen: Soldat:innen und Journalist:innen enthüllen, wie die Pressestelle der israelischen Streitkräfte den öffentlichen Diskurs steuert und Israels Narrativ im Ausland verbreitet.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
05.05.2026
"Legalisierung eines Völkermords": Wie die US-Amerikaner Frauen und Kinder der Apachen töteten
freedert.online, 5 Mai 2026 06:00 Uhr, Von Swjatoslaw Knjasew und Ariadna Jurkowskaja
Vor 155 Jahren ereignete sich das Massaker von Camp Grant, bei dem US-Siedler ein Lager friedlicher Apachen angriffen und mehr als 140 Menschen töteten. Die Täter wurden von einem Gericht vollständig freigesprochen. Historikern zufolge machte diese Straffreiheit den US-Siedlern einmal mehr deutlich: Indianer können ungestraft massakriert werden.
Angriff der US-Amerikaner und Mexikaner auf ein Indianerdorf (KI-generiert)
Am 30. April 1871 kam es zum Massaker von Camp Grant. Einwohner der US-amerikanischen Stadt Tucson töteten auf grausame Weise mehr als 140 Apachen – überwiegend Frauen und Kinder. Sie wurden für dieses Verbrechen nicht zur Rechenschaft gezogen.
Die Apachenkriege
"Apachen" ist ein Sammelbegriff für verwandte Indianerstämme, die vor einigen Jahrhunderten aus dem Gebiet des heutigen Kanada in die Regionen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA wanderten.
Der Großteil der Gebiete, in denen sich die Apachen niederließen, war nicht besonders fruchtbar. Um zu überleben, jagten die Apachen in kleinen Stammesgruppen. Sie führten ständig Krieg – sowohl gegen benachbarte Indianerstämme als auch gegen die spanischen Kolonisatoren (später gegen die Mexikaner). Sie galten als wahre Meister der Guerillakriegsführung: Sie praktizierten Hinterhalte und blitzschnelle Überfälle, legten enorme Entfernungen zurück (notfalls zu Fuß) und konnten selbst in den trockensten Gebieten Wasser finden.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stand der größte Teil der Gebiete, in denen die Apachen lebten, unter mexikanischer Herrschaft. Im Jahr 1847, während des Mexikanisch-US-Amerikanischen Krieges, kam es zu den ersten Konflikten zwischen den Apachen und Siedlern aus den USA. Den Indianern missfiel das Eindringen von Fremden in ihr Gebiet. Sie raubten den Weißen Vieh und töteten die Fremden gelegentlich. Nach dem Krieg zwangen die USA die mexikanischen Behörden, weite Landstriche, darunter Arizona und New Mexico, auf deren Gebiet die Apachen lebten, unter die Kontrolle Washingtons zu stellen. Viele Mexikaner, die die Indianer als ihre ewigen Feinde betrachteten, erhielten die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Dies erschwerte laut Historikern die Beziehungen der Apachen zu den USA noch weiter.
Gleb Borissow, Doktorand der Geschichtswissenschaften und Experte für die Geschichte und Ethnografie der Indianer der Great Plains, erklärt im Gespräch mit RT:
"Die Apachen waren hervorragend bewaffnet und legten gerne Hinterhalte, sowohl gegen Mexikaner als auch gegen US-Amerikaner, die in ihr Gebiet kamen. Meist waren das Bergleute und Goldsucher."
Um die Apachen unter Kontrolle zu halten, begann die Armee der Vereinigten Staaten, an den Grenzen der Indianergebiete Befestigungsanlagen zu errichten, in denen sie ständige Garnisonen stationierte: Fort Buchanan, Camp Grant, Fort Goodwin, Fort Verde und andere.
Nach Beendigung des Krieges gegen Mexiko unterzeichneten die US-Behörden einen Vertrag mit den Apachen, der ihnen die Unverletzlichkeit ihrer Stammesgebiete im Gegenzug für ein friedliches Zusammenleben garantierte. Doch schon bald drangen Goldgräber in das Land der Apachen ein. Im Jahr 1851 fesselte eine Menge US-amerikanischer Goldgräber den Häuptling Mangas Coloradas, mit dem die US-Behörden den Vertrag unterzeichnet hatten, an einen Baum und schlug ihn brutal zusammen. Anfang der 1860er Jahre beschuldigten die US-Amerikaner einen Verwandten von Mangas Coloradas – den Häuptling Cochise, der friedliche Beziehungen zu den USA unterhielt – zu Unrecht der Entführung eines Menschen und verhafteten ihn, nachdem sie ihn zu Verhandlungen gelockt hatten. Dieser floh und begann, Rache an den Weißen zu nehmen.
Mangas Coloradas selbst, der eine Zeit lang gegen die US-Amerikaner gekämpft hatte, kam zu dem Schluss, dass man sich mit den USA einigen könne. Er begann, andere Apachen dafür zu gewinnen. Doch als der Häuptling eines Tages zu Verhandlungen erschien, wurde er gefangen genommen, mit glühenden Bajonetten gefoltert und anschließend getötet. Dem toten Häuptling wurde der Kopf abgeschlagen. Sein Schädel wurde an die Smithsonian Institution geschickt. Der Tod des angesehenen Häuptlings erzürnte die Apachen. Doch mehrere Jahre der Auseinandersetzungen mit der US-amerikanischen Armee hatten einen Teil der Stammesgruppen ermüdet. Trotz der tragischen Geschichte von Mangas Coloradas wurden erneut Rufe nach Verhandlungen laut.
Das Massaker von Camp Grant
Im Jahr 1870 (anderen Quellen zufolge Anfang 1871) führte Eskiminzin, der Häuptling einer der Apachen-Gruppen, etwa 150 seiner Anhänger zum US-amerikanischen Militärposten Camp Grant. Er erklärte dem Garnisonskommandanten, Leutnant Royal Whitman, dass seine Leute sich vor der Verfolgung durch das Militär und US-amerikanische Freiwillige schützen und die Möglichkeit erhalten wollten, Getreide anzubauen und Vieh zu züchten.
Whitman wollte die Indianer zunächst in eines der offiziellen Reservate schicken, doch Eskiminzin erklärte dem Offizier, dass dies für sein Volk fremdes Land sei. Whitman wandte sich an seine Vorgesetzten, um Anweisungen einzuholen, und erklärte die Indianer bis zum Eintreffen dieser Anweisungen zu Kriegsgefangenen. Die Soldaten nahmen den Apachen die Schusswaffen ab, verteilten Verpflegung an sie und stellten sie für die Holz- und Heuernte ein. Die Indianer schlugen ihr Lager auf dem ihnen zugewiesenen Stück Land unweit des US-amerikanischen Postens auf.
Als sie erfuhren, dass die Armee Eskiminzins Leute wohlwollend aufgenommen hatte, schlossen sich noch einige hundert Indianer dem Camp Grant an. So entstand in der Umgebung des Postens ein recht großes Lager der Apachen aus den Gruppen der Aravaipa und Pinaleño. Obwohl sich die Indianer aus Camp Grant äußerst friedlich verhielten, gefiel ihre Anwesenheit in der Region bei weitem nicht allen.
Der Apache-Historiker Anton Nikonow bemerkt im Gespräch mit RT:
"Man kann nicht sagen, dass es in der US-Bevölkerung eine einheitliche Haltung zur Indianerfrage gab. Die Einwohner der US-Ostküste waren in ihrer Einschätzung der Situation der Ureinwohner oft 'Romantiker', während die Einwohner des westlichen Grenzgebietes strenge Pragmatiker waren. Zu diesem Pragmatismus kam ein niedriges Bildungsniveau hinzu, das diese Menschen noch weniger geneigt machte, über Humanismus und andere hohe Themen nachzudenken. Die amerikanischen Ureinwohner wurden nicht einmal bei der Volkszählung berücksichtigt. Die Indianer galten als Teil der Natur, und die Natur galt es zu bezwingen – so lässt sich der Kern der rassistischen Ansichten der Einwohner des US-amerikanischen Grenzgebietes über die indigene Bevölkerung des Kontinents kurz beschreiben."
Die Presse in Arizona hetzte die Öffentlichkeit gegen die in der Nähe von Camp Grant lebenden Indianer auf. In der ersten Aprilhälfte verübten einige Apachen Überfälle auf Siedlungen der Weißen in der Gegend von Tucson. Mehrere US-amerikanische Siedler kamen dabei ums Leben.
In Tucson versammelten sich zu dieser Zeit Tausende von Menschen mit zweifelhaftem Ruf – professionelle Spieler, Saloonbesitzer, Vertreter der Unterwelt, Auftragnehmer, die während des Krieges gegen die Indianer an Lieferungen an die Armee verdienten. Diese Leute gründeten in Tucson ein "Komitee für öffentliche Sicherheit", das angeblich die Stadt vor den Indianern schützen sollte. Allerdings hatten die Apachen nicht vor, eine so große Siedlung anzugreifen, und die Bedrohungen mussten laut Historikern buchstäblich erfunden werden. Jegor Lidowski, Generaldirektor des lateinamerikanischen Hugo-Chávez-Kulturzentrums, betont im Gespräch mit RT:
"Die Apachen bei Camp Grant versuchten, ein friedliches Zusammenleben mit den US-Amerikanern aufzubauen. Dies wurde von den Einwohnern von Tucson als Schwäche und als Signal zum Angriff aufgefasst."
Camp Grant lag etwa 110 Kilometer von Tucson entfernt, und das Militär behielt die in der Umgebung des Postens lebenden Indianer ständig im Auge. Daher war die Wahrscheinlichkeit ihrer Beteiligung an Überfällen praktisch gleich null, doch für die Einwohner von Tucson waren die friedlichen, unbewaffneten Apachen das bequemste Ziel. Der Bürgermeister der Stadt, William Oury, stellte eine Strafexpedition aus etwa 150 Kämpfern zusammen, die sich auf den Weg nach Camp Grant machten.
Anton Nikonow berichtet:
"An dem Angriff waren nicht nur weiße US-Amerikaner beteiligt. Viele der Beteiligten trugen mexikanische Nachnamen. Außerdem waren Papago-Indianer mit von der Partie, die traditionell mit den Apachen verfeindet waren."
Die Männer der Apachen waren zu dieser Zeit auf der Jagd. Im Lager blieben überwiegend Frauen und Kinder zurück. Am frühen Morgen des 30. April umzingelten die Strafexpeditionstruppen die Behausungen der Apachen. Die US-Amerikaner und Mexikaner eröffneten das Feuer auf das Lager, während die Papago dessen Einwohner mit Blankwaffen angriffen.
Laut Leutnant Whitman wurde er über den bevorstehenden Angriff informiert und wollte die Apachen auf das Gelände des Postens bringen, doch als seine Boten im Lager eintrafen, war bereits alles vorbei. Das Massaker dauerte etwa eine halbe Stunde.
Ein Teil der Apachen floh, doch mindestens 144 Bewohner des Lagers bei Camp Grant wurden getötet. Einige Frauen wurden vor ihrem Tod vergewaltigt. Einige der Getöteten wurden zerstückelt. Dies bestätigte offiziell ein Chirurg aus Camp Grant, der die Leichen untersuchte. Etwa 30 Kinder nahmen die Angreifer lebend gefangen. Sie wurden später als Sklaven nach Mexiko verkauft. Eskiminzin überlebte, verlor jedoch während des Massakers seine Frauen und Kinder.
Als Gerüchte über das Massaker Washington erreichten, wurde eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Die meisten der Angreifer landeten auf der Anklagebank. Doch die Geschworenen sprachen sie frei und erklärten den Strafzug als "Selbstverteidigung". Jegor Lidowski betonte:
"Die Folge des sofortigen Freispruchs für Menschen, die nicht nur mehr als hundert Frauen und Kinder getötet, sondern auch ihre Leichen misshandelt hatten, war die faktische Legalisierung des Völkermords an den Indianern. Die Kolonisten erhielten ein klares Signal: Sie können alles tun."
Historikern zufolge verloren einige der Apachen-Häuptlinge, die zuvor zu Verhandlungen mit den USA geneigt waren, jeglichen Glauben an ein friedliches Zusammenleben mit den US-Amerikanern. Cochise setzte den Kampf gegen die Vereinigten Staaten fort. Anschließend nahm Häuptling Geronimo – einer der bekanntesten Anführer des indianischen Widerstands gegen die USA – aktive Kampfhandlungen auf.
Erst 1886 gelang es den US-Amerikanern, den Krieg gegen die Apachen zu gewinnen, obwohl vereinzelte Zusammenstöße bis ins Jahr 1924 andauerten. Wie Gleb Borissow berichtet, spielte die Einbindung von Spionen aus den Reihen der Apachen und der weißen Grenzbewohner in die Operationen eine wichtige Rolle bei der Niederschlagung des Widerstands. Borissow hebt hervor:
"Man versuchte später, die Ereignisse in Camp Grant in den Vereinigten Staaten möglichst nicht mehr in Erinnerung zu rufen, da es sich um ein beschämendes Ereignis handelte."
Historikern zufolge ist das Andenken an die Opfer des Massakers offiziell nicht verewigt.
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05.05.2026
Kanonen statt Butter – Merz’ Marschbefehl in die deutsche Kriegstüchtigkeit
freedert.online, 5 Mai 2026 06:40 Uhr, Von Rainer Rupp
Neuste Verschwörungstheorie: Wiederholt die Merz-Regierung die Logik der NS-Kriegswirtschaft – nur diesmal unter dem Deckmantel von "Zeitenwende" und demokratischer "Kriegstüchtigkeit"?
Goebbels und seine "Kriegstüchtigen" im Jahre 1944: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda begrüßt eine Delegation Wehrmachtsangehöriger, die aus dem Kessel von Tscherkassy entkommen waren.
Friedrich Merz hat das Ende des "zu komfortablen Lebens" für die Deutschen ausgerufen. Im Spiegel-Gespräch, das am 29. April 2026 erschien, hält der unbeliebteste Bundeskanzler seit der Wiedervereinigung einen Vortrag voller elitärer Vorwürfe. Die Deutschen sollen endlich Abschied vom Sozialstaat nehmen, von guter Gesundheitsversorgung und sicherer Rente. Es ist Zeit, den Gürtel enger zu schnallen – während seine Regierung Hunderte von Milliarden in die Aufrüstung und in den Stellvertreterkrieg in der Ukraine pumpt, um Russland strategisch zu schwächen.
Die Kritik von Bundeskanzler Merz, der nicht nur ein Privatflugzeug besitzt, sondern zwei, an den deutschen Bürgern ist unverhohlen verächtlich. Der von Reichtum strotzende Kanzler rügt die einfachen Leute, weil die es sich angeblich zu gut gehen lassen, obwohl die Realität bei "denen da unten" ganz anders aussieht und viele zum Monatsende nicht mehr wissen, wie sie ihre immer teurer werdenden Rechnungen bezahlen sollen.
Statt über Personalmangel in Krankenhäusern und Schulen oder Burn-out in Schlüsselbranchen zu sprechen, wettert er gegen Krankentage: "Sind wir wirklich so eine kranke Nation?" Die hohe Fehlzeitenquote sei kein Symptom eines überlasteten Systems, sondern ein moralisches Versagen der Bevölkerung, die die Arbeit nicht mehr ernst nehme. In einem Land mit alternder Belegschaft und maroder Infrastruktur erklärt Merz die Opfer seines Systems zu Tätern.
Seine Vorschläge – Rentenreform, Gesundheitsreform, Steuerreform – sind nichts anderes als Codewörter für Sozialabbau. Der Begriff "Reform" hat eine neue Bedeutung bekommen. Er steht nicht mehr dafür, etwas besser und effizienter zu machen. Gefragt, was sie unter Reform versteht, antwortete mir eine 13-jährige Schülerin: "Wenn man einem was wegnimmt." Das kluge Kind hat bereits besser verstanden als viele Erwachsene, worum es trotz der schönen Phrasen tatsächlich geht.
Die Rente soll künftig nicht mehr am biologischen Alter, sondern an "Beitragsjahren" hängen. Wer körperlich kaputt ist, soll eben bis zum Umfallen arbeiten. Gleichzeitig bereitete die schwarz-rote Koalition den größten Rüstungshaushalt der Nachkriegsgeschichte vor: Die Verteidigungsausgaben sollen von 82 Milliarden Euro auf fast 180 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. Nahezu jeder dritte Euro des Bundeshaushalts soll dann direkt in die Kriegstüchtigkeit gegen die Russen fließen, ein Begriff, den sich Boris Pistorius aus dem Wortschatz des Obernazis, Reichspropagandaministers Dr. Joseph Goebbels, entliehen hat.
(Screenshot)
1944 schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels einen berüchtigten Artikel über "Kriegstüchtigkeit".urheberrechtlich geschützt
Im Eifer der deutschen "Zeitenwende" in Richtung Krieg gegen Russland griff "Verteidigungsminister" Pistorius immer wieder auf den Sprachschatz der einstigen Nazi-Größen zurück, die vor und während des Zweiten Weltkriegs ständig die "Kriegsführung" und die "Wehrhaftigkeit" des deutschen Volkes beschworen hatten. So erschien zum Beispiel am 9. Juli 1944, als die Niederlage der Wehrmacht bereits nicht mehr aufzuhalten war, auf der Titelseite der Nazi-Wochenzeitung "Das Reich" ein Leitartikel aus der Feder von Goebbels mit der Schlagzeile "Kriegstüchtig wie nur je". Darin beschwört er die "Kriegsführung" Deutschlands und fordert, alle Kräfte der "Nation" (Gesellschaft) für den "Sieg" gegen Russland zu mobilisieren.
Natürlich sind diese auffälligen Parallelen rein zufällig. Nur ein böser Bube oder Verschwörungstheoretiker würde etwas anderes behaupten und unseren Verteidigungsminister Pistorius (SPD) ideell in die Nähe von Goebbels rücken. Zugleich wird in Desinformations-Medien, die die besonders wertvolle, ureigene Demokratie der CDU/CSU/SPD-Regierung delegitimieren wollen, auf eine andere angebliche Parallele zur Kriegspropaganda der Nazi-Diktatur verwiesen.
Diesmal steht Kanzler Merz im Fokus dieser erweiterten Angriffe, nur weil er erklärt hat, der Sozialstaat sei nicht mehr bezahlbar, während Schulen marode bleiben, Krankenhäuser unterbesetzt sind und die Pflege kollabiert. Des Kanzlers Priorität sei damit klar: Kanonen statt Butter, Panzer statt Bildung, Raketen statt Gesundheit. Dies wird dann auf bösartige Weise zum Anlass genommen, um an einen berüchtigten Spruch eines weiteren Obernazis zu erinnern, nämlich an Hermann Göring aus dem Sommer 1936.
Mit den Worten "Kanonen machen uns stark, Butter macht uns nur fett", predigte der Nazi-Reichsmarschall damals in einer Radiosendung das genaue Gegenteil von "Schlaraffenland" zur Erreichung der Kriegstüchtigkeit. In seiner Rolle als von Hitler bestimmter Koordinator der Wirtschaft und Leiter der Luftwaffe nutzte Göring die Formulierung, um massive Militärausgaben und gleichzeitige Einbußen beim Lebensstandard der Bevölkerung zu rechtfertigen.
Der Satz "Waffen machen uns stark; Butter macht uns nur fett", wurde zu einem der berüchtigtsten Slogans des NS-Regimes und symbolisierte deren "Kanonen statt Butter"-Politik. Nach dem Krieg wurde der Slogan international verspottet als Sinnbild des Nazi-Militarismus.
Obwohl diese Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in Deutschland rein zufällig sind und natürlich nichts mit der ideellen Gesinnung der Regierungsmitglieder der Bundesrepublik in Berlin zu tun haben, verweisen bösartige Kommentare auf ein Faktenblatt der Informationsstelle Militarisierung, in dem Friedrich Merz mit dem Satz zitiert wird:
"Kanonen und Butter – das wäre schön, wenn das ginge. Aber das ist Schlaraffenland. Das geht nicht. […] Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar."
Laut Verschwörungstheoretikern landauf, landab, wiederhole die Merz-Regierung damit exakt die Logik der NS-Kriegswirtschaft – nur diesmal unter dem Deckmantel von "Zeitenwende" und demokratischer "Kriegstüchtigkeit". Die Ära des "zu komfortablen Lebens", die Merz so sehr beklagt, sei in Wahrheit eine Epoche von Frieden, Wachstum und sozialer Stabilität gewesen. Jetzt solle der Staat seine Bürger nicht mehr schützen, sondern fragen: "Was könnt ihr als Nächstes opfern?" Die Architektur des Arguments sei identisch mit der aus dem Dritten Reich: "Äußere Bedrohung rechtfertigt innere Austerität." Die Bevölkerung sei zu weich. Komfort sei Schwäche. Kranke seien verdächtig. Alte seien entbehrlich. Daher laute jetzt der Marschbefehl der neuen deutschen Realpolitik: "Kanonen statt Butter." Und wehe, jemand wagt, das beim Namen zu nennen.
Aktueller Nachtrag:
Laut eines Berichts der Schweizer Neue Züricher Zeitung vom Montag (5. Mai) denken in der CDU einige über einen Kanzlerwechsel nach. Hinter vorgehaltener Hand bezeichnen wirtschaftsnahe und konservative Abgeordnete der CDU Bundeskanzler Friedrich Merz als führungsschwach. Er lasse seine Reformpläne immer wieder von den Sozialdemokraten aufweichen. Die SPD habe außerordentlich viel Macht, weil Merz jede andere Koalitionsoption (was unausgesprochen für die AfD steht) ausgeschlossen habe. Die Bild-Zeitung berichtete über Spekulationen in der CDU, wonach der Kanzler im Parlament die Vertrauensfrage stellen solle
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Angeklagte im Palestine-Verfahren wenden sich direkt an die Jury
1. Mai 2026
In einem seltenen Schritt entließen fünf Angeklagte, die sich an einer pro-palästinensischen Aktion beteiligt hatten, ihre Anwälte und hielten leidenschaftliche Reden über die Rolle Großbritanniens beim Völkermord im Gazastreifen, berichtet John McEvoy.
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aus e-mail von Doris Pumphrey, 5: Mai 2026, 9:20 Uhr.
Berliner Zeitung 4.6.2026
Zum 9. Mai: Dagdelen empfängt Russlands Botschafter Netschajew zu Gespräch in Berlin
Die BSW-Politikerin will mit dem Vertreter Moskaus über die deutsch-russischen Beziehungen sprechen. Geplant ist eine öffentliche Veranstaltung am kommenden Sonntag.
Stephanie Lehner
Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen hat ein öffentliches Gespräch mit dem russischen Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, angekündigt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Matinee Frieden durch Dialog“ soll am kommenden Sonntag in Berlin stattfinden – einen Tag nach den russischen Gedenkfeiern zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.
Im Mittelpunkt der Begegnung stünden die Gedenkpolitik sowie die Zukunft der deutsch-russischen Beziehungen, teilte Dagdelen mit. „Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie eine ehrliche Auseinandersetzung mit der historischen Erinnerung zum Aufbau von Vertrauen und dauerhaftem Frieden zwischen Deutschland und Russland beitragen kann“, erklärte die Abgeordnete.
Angespanntes Verhältnis zu Moskau
Die offiziellen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau gelten spätestens seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine als stark belastet. Russland werden unter anderem hybride Angriffe auf deutsche Kommunikationssysteme sowie die Vorbereitung eines möglichen militärischen Konflikts vorgeworfen.
Direkte Begegnungen zwischen deutschen Bundestagsabgeordneten und dem russischen Botschafter sind selten geworden, seit zahlreiche Parteien den Kontakt zu Vertretern der russischen Regierung weitgehend eingestellt haben.
BSW kritisiert Sanktionspolitik
Das Bündnis Sahra Wagenknecht stellt sich seit längerem gegen den außenpolitischen Kurs der Bundesregierung gegenüber Russland. Die Partei kritisiert die europäische Sanktionspolitik und die Aufrüstung der Bundeswehr. Zudem fordert sie eine Rückkehr zu Energieimporten aus Russland.
Dagdelen gehört innerhalb der Partei zu den profiliertesten außenpolitischen Stimmen und tritt wiederholt für eine diplomatische Annäherung an Moskau ein. Mit der geplanten Matinee setzt sie diesen Kurs fort und macht ihn öffentlich sichtbar. Wie der Botschafter selbst seine Teilnahme inhaltlich gestalten will, wurde zunächst nicht bekannt. (mit dpa)
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05.05.2026
nachdenkseiten.de, 04. Mai 2026 um 10:00 Ein Artikel von: Marcus Klöckner
„Truppenbesuch: Merz und Klingbeil beim Heer“ – so lautet die Überschrift zu einem ARD-Beitrag. Was der Bundeskanzler der Republik und der Vizekanzler dort machen, bleibt unklar – selbst wenn die ARD erklärt und erklärt. Die Landstreitkräfte haben, so heißt es, in Munster gezeigt, „wie sie altbekannte Waffensysteme mit Drohnen und KI-Aufklärung kombinieren“. Man möchte sagen: Ist ja schön und gut. Nur: Nichts daran ist schön und gut. Und warum die Führungsspitze der Republik sich Kriegsgerät vor den Augen von Medienvertretern zeigen lassen muss, das verstehe, wer will. Sinn ergibt das nicht. Zumindest nicht, wenn man noch bei Sinnen ist. Eine launige Betrachtung von Marcus Klöckner.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Da steht er nun, der Merz – im Tarnfleck. Als wäre er Soldat. So steht auch der andere da, der Vizekanzler. Mit Sonnenbrille. Ein solches Bild kennt man aus Filmen. Coolen Filmen. Action-Filmen. Propaganda-Filmen. Das hier ist kein Film. Besser wäre es aber. Leider zeigen die Bilder die Realität.
Merz trägt unter seiner Militärjacke ein blaues Hemd. Schreibtischtäter tragen oft Hemden. Merz ist kein Schreibtischtäter. Er ist nur Kanzler der Bundesrepublik.
Taten kann er vorweisen, untätig ist er nicht. Manchmal spricht der Christdemokrat von „Frieden“ in der Ukraine. Seine Politik spricht von etwas anderem. Der ehemalige Blackrocker will Deutschland kriegstauglich machen – selbstverständlich nur, damit es nicht zum Krieg kommt.
Die stärkste Landarmee Europas will Merz in Deutschland aufbauen. Die Erfahrungen, die Deutschland bisher mit seinem kampffähigen Militär gemacht hat, waren eher von Leid und Tod geprägt. Sehr viel Leid. Und sehr viel Tod.
Vielleicht hat die Politik vergessen: Kriegstüchtigkeit bedeutet die Katastrophe. Einmal endete der Krieg für Deutschland im Fiasko. Beim zweiten Mal im Untergang. Aus den Trümmern haben sie dann die Bundesrepublik gebaut. Das war ein Erfolg. Nach dem Krieg wollten Deutschland und die anderen Staaten in Europa vor allem eines: Frieden. Über 75 Jahre sind vergangen. Jetzt ist da ein Merz, der sagt: „Frieden gibt es auf jedem Friedhof.“ Da hat er recht. Von Friedhöfen halten sich Politiker nämlich fern. Wo keine Politiker sind, herrscht Frieden. Meistens.
Jetzt ist da noch ein Anderer, auch so ein Christdemokrat, der den Krieg nach Moskau tragen will. Wie ein Krieg gegen Russland aussehen würde, weiß jeder, der eins plus eins fehlerfrei zusammenzählen kann. Die Vernunft verbietet, einen Krieg mit einer Atommacht zu führen. Natürlich greift man eine Atommacht nicht an – und betet, dass sie nicht angreift. Wer das nicht will, kann zur Diplomatie greifen. Wer politisches Verhandlungsgeschick beherrscht, löst Konflikte. Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon über vier Jahre. Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen dauert noch viel länger. Im Tarnfleck die Bundeswehr zu besuchen, wird auch weiterhin nicht zur Lösung beitragen.
Die Oma sagte mal: Nicht einmischen in fremde Angelegenheiten! Vielleicht ist dieser Ratschlag nicht immer richtig. Aber vom Grundsatz steckt da eine Weisheit drin. Merz berücksichtigt diese Weisheit nicht. Er mischt sich ein. Weite Teile der Politik mischen sich ein – in den Krieg in der Ukraine.
Merz will aber natürlich keinen Krieg. Nicht auf dem Friedhof und auch nicht in der Ukraine. Er gibt nur grünes Licht für Geld, für Waffen, für Militärausrüstung – und lässt all das in die Ukraine fließen.
Merz und die Andern wollen einem angegriffenen Land helfen – sagen sie. Zu helfen ist in so einem Fall anständig. Nur warum helfen sie nicht jenen Ukrainern, die unter Gewalt von der Straße zum Frontdienst eingefangen werden? Menschenfängerei?
Nein, nein, denn es gibt da ja diesen völkerrechtswidrigen, illegalen Angriffskrieg, sagt die Politik.
Mit einem völkerrechtswidrigen, illegalen Angriffskrieg ist auch der Iran konfrontiert. Weil die USA das Land angreifen, verteidigt der Iran sich – und schließt die Straße von Hormus für den Westen. Deutsche Politiker sind empört. Nicht über den Angriff auf den Iran, sondern darüber, dass der Iran nicht klein beigibt. Politiker stellen sich vor die Kamera und sagen, der Iran solle die Straße schnell öffnen. Und Merz will gar den „Sanktionsdruck auf Teheran erhöhen“.
Der Gedanke an Nordstream taucht auf. Die Ukraine soll laut Medienberichten an der Sprengung mindestens beteiligt gewesen sein. Politiker sagen, Nordstream sei ein legales Angriffsziel gewesen. Schließlich: Die Ukraine wird ja von Russland angegriffen.
Einmal darf sich ein Land in seinem Verteidigungskampf alles erlauben, ein anderes Mal nicht.
Wer Heuchelei, Doppelmoral und zweierlei Maß erkennt, versteht richtig.
Die Bundesregierung hat auf ihrer Webseite die Rede von Merz veröffentlicht, die er auf dem Truppenübungsplatz gehalten hat. Merz sagt, die Bundeswehr müsse bereit zum „fight tonight“, also zum Kampf heute Nacht, sein. Warum er das auf Englisch sagt, wird nicht klar. Vielleicht klingt es cooler – und nicht alle verstehen es. Warum die Bundeswehr überhaupt bereit sein soll, „heute Nacht“ zu kämpfen, bleibt genau so unklar. Merz singt zwar das Lied von der Bedrohung und der schnellen Fähigkeit, sich zu verteidigen – doch auch hier fehlt der Sinn.
Sinn findet sich allerdings in dem zur Rede mitveröffentlichten Bild. Merz sitzt neben General Freuding auf dem GTX Boxer, einem gepanzerten Fahrzeug.
Solche Bilder braucht die Öffentlichkeit, wenn sie sich in der politisch herbeifantasierten Zeitenwende verfangen soll.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
05.05.2026
"Dekolonisierung" der Sowjetehrenmale im Fokus
aus e-mail von Doris Pumphrey, 5. Mai 2026, 9:19 Uhr
RTDE 4.5.2026
Ukrainische Erinnerungswoche in Berlin gestartet – "Dekolonisierung" der Sowjetehrenmale im Fokus
Am Vorabend der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Kapitulation des Hitler-Regimes aktiviert die Ukraine eine "Erinnerungsoffensive". Anders als bei der sogenannten Geheimtagung im Museum Berlin-Karlshorst im März sind diesmal Bundestagsabgeordnete und Vertreter des Berliner Senats mit von der Partie.
Von Platon Gontscharow
Das Programm der sogenannten Ukrainischen Erinnenrungswoche ist prall gefüllt. Buchvorstellungen, Führungen, Podiumsdiskussionen und Straßenperformances sind geplant, an denen deutsche und ukrainische Schriftsteller, Publizisten, Historiker, Politiker und Regierungsvertreter teilnehmen. Laut dem Veranstalter, dem ukrainischen Propaganda-Verein "Vitsche" sei in Deutschland die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bis heute stark von sowjetischen Narrativen geprägt. Die Perspektiven der Ukraine blieben oft unsichtbar — "obwohl Millionen Ukrainer:innen Opfer von Krieg, Besatzung und Gewalt wurden" (Schreibweise wie im Original). "Das wollen wir ändern", verspricht der Verein, der die Veranstaungsreihe gemeinsam mit dem polnischen Pilecki-Institut ausrichtet.
Obwohl der offizielle Beginn auf den 5. Mai fällt, finden auch an den Vortagen wichtige Veranstaltungen statt. Eine davon ist die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion "Erinnern im Krieg – Erinnerung im Wandel", die im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung am 4. Mai um 18 Uhr stattfindet. Im Begleittext postuliert sie tiefe Veränderungen im "kollektive Gedächtnis unseres Kontinents" infolge des "russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine". Inmitten der existenziellen Bedrohung vollziehe sich in der Ukraine ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Geschichte interpretiert, bewahrt und für die nationale Identität genutzt werde. Zentrale Fragen seien: "Wie löst sich die ukrainische Erinnerungskultur von sowjetischen Narrativen? Welche Gedenkinitiativen entstehen vor Ort? Wie kann ein gemeinsames europäisches Erinnern in Zeiten eines aktiven Krieges aussehen?"
Moderiert wird die Veranstaltung von der Direktorin des Ukrainischen Instituts, Kateryna Rietz-Rakul. Unseren Lesern ist sie als Person bekannt, die die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über den Deutschen Faschismus im Berliner Denkmalensemble einst als "Hexensabbat" beschimpfte. Während der viel beachteten "Geheimkonferenz" im Museum Berlin-Karlshorst am 30. März zum Thema "Fremdes Gedenken" trat sie mit dem Pladoyer auf, die Informationstafeln in russischer Sprache in dem Museum zu entfernen. Sie persönlich sei "dauerverärgert von der russischen Sprache überall". In der Verbreitung der russischen Sprache und Gedenkkultur sieht sie ein "Herrschaftsinstrument" Russlands, das es zu bekämpfen gelte.
Der Direktor des Museums Berlin-Karlshorst, Dr. Jorg Morre, nimmt an der Podiumsdiskussion teil. In der Diskussuon um die "Umwidmung" der sowjetischen Ehrenmale gehört er zu den treibenden Kräften. Mit der Keynote tritt der Grünen-Außenpoltiker Robin Wagener auf. Seit Jahren fordert er in seinen Statements die sofortige Schließung des Kulturzentrums Russisches Haus in Berlin, das er als russisches Propagandazentrum beschimpft.
Vor dem offiziellen Beginn wurde auch der Band "Ukrainische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück – Stimmen der Gefangenen" vorgestellt, gefolgt von einer Diskussion darüber, "warum ukrainische NS-Opfer in der deutschen Erinnerungskultur weitgehend unsichtbar bleiben."
Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht eine Diskussion, die direkt vor Ort, unter freiem Himmel am sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten, stattfindet. "Dort, wo Geschichte materialisiert ist und wo Fragen nach Erinnerung, Macht und kolonialer Kontinuität im öffentlichen Raum sichtbar werden, führen wir den Dialog unmittelbar am Monument selbst", werben die Veranstalter. Die Zentrale Frage dabei: "Warum müssen sowjetische Denkmäler als koloniales Erbe verstanden werden?" Es wird gar unterstellt, dass diese Monumente die Erinnerungen jener Nationen, die Teil der Sowjetunion waren, auslöschen. "Kann und sollte man ihre Form ändern?", fragen sich die Veranstalter, die zu dieser Diskussion eine Reihe wortmächtiger russophober Propagandisten aus der Ukraine eingeladen haben.
Eine weitere Station der "Sichtbarmachung" der aktuellen ukrainischen Art des Gedenkens soll ein "performativer" Gedenkmarsch durch das Berliner Regierungsviertel am 8. Mai werden. "Am 8. Mai marschieren wir durch Berlin, um eine längst überfällige Forderung an den Deutschen Bundestag zu richten: Deutschland muss einen Erinnerungsort schaffen, der der Erfahrung der Ukraine im Zweiten Weltkrieg gewidmet ist", heißt es. Interessanterweise wird in dem Aufruf mit keinem Hinweis der nazistische Genozid am Sowjetvolk erwähnt. "Zwischen 8 und 10 Millionen Ukrainerinnen starben während des Zweiten Weltkriegs – als Zivilisten, Soldaten, Zwangsarbeiterinnen" – sie "starben" einfach. Während Hitler und der deutsche Nazismus unerwähnt bleibt, fand der Name des Bezwingers des Nazismus, Josef Stalin, viel leichter den Weg ins Programm: Neben den Angehörigen der jüdischen (die oft in Kollaboration mit ukrainischen Nationalisten getötet wurden – Anm. des Verfassers) und Roma-Gemeinschaften würde auch an die "Opfer stalinistischer Repression" gedacht.
Dass das Herz der Veranstalter nicht für die sowjetischen Soldaten schlägt, die gegen den Nazismus kämpften, sondern viel eher für deren faschistische Gegner aus den Reihen der mörderischen Partisanenverbände OUN/UPA und möglicherweise gar der ukrainischen SS-Division "Galizien", verrät Vitsche auch in diesen zwei Sätzen:
"Ihnen wurde das Recht verwehrt, für ihre eigene unabhängige Nation zu kämpfen. Wir vollziehen ihren Weg nach, um sie zu ehren und die ukrainische Subjektivität zurückzufordern."
Bekannterweise proklamierten Verbände von Bandera und Melnyck während des Zweiten Weltkriegs den Kampf für einen ukrainischen Staat im Staatenverbund mit dem Drittem Reich. Dieser wurde von Hitler zwar verwehrt, eine Zusammenarbeit aber blieb.
Mit diesem Programm will Vitsche den öffentlichen Raum in der deutschen Hauptstadt besetzen. Dass er sich dafür ganz öffentlich der Politisierung und Manipulation des Gedenkens bedient – Sünden, die man ständig den Russen vorwirft, stört die Berliner Förderer des Vereins keineswegs. Wichtig ist das Resultat: Die Verbannung der Russen und der Einzug der Ukrainer an deren Stelle in das deutsche Geschichtsbewusstsein.
Dass angeblich die "Russen" den Sieg und das Gedenken an den Krieg für sich allein beanspuchen ist eine für dieses Vorhaben notwendige Lüge. In der Realität findet das Gegenteil statt. So haben die Teilnehmer der Aktion "Unsterbliches Regiment" am 3. Mai in Frankfurt am Main bei ihrem Marsch die Flaggen aller 15 Republiken der UdSSR getragen und eine Anprache in deren Sprachen gehalten – zur Würdigung aller Kriegsteilnehmer der multinationalen Sowjetarmee.
Auch den Deutschen würde das nationalistische Vitsche-Geschichtsnarrativ wohl kaum schmecken. So etwa findet der Historiker Dr. Christian Hufen diese Tendenz sehr "gefährlich". Leider gebe es Menschen in Deutschland, die die außenpolitische Beziehungen unseres Landes erschweren, sagte er im Gespräch mit RT DE. Es sei eine Provokation.
"Man muss über diese Dinge anders reden. Dazu gibt es Staatsverträge, über den Umgang mit Denkmalen muss mit Moskau abgesprochen werden."
Schließlich gebe es eine vertragliche völkerrechtliche Absicherung, wie die Bundesrepublik Deutschland die Ehrenmale schützt und erhält. "Ich wüsste jetzt nicht wie man daran rütteln soll", so Hufen.
Für die Geschäftsführerin des BSW-Landesverbands in Berlin, Wiebke Diehl, ist die Umwidmung der Ehrenmale gar Teil der Kriegsvorbereitung. "Fakt ist, dass 27 Millionen Sowjetbürger ihr Leben dafür gegeben haben. Und es ist völlig illegitim, das in irgendeiner Form umzuwidmen. Zumal ja Sowjetbürger auch Ukrainer sind. Also es ist völlig egal, welche Nationalität jemand hat. Es ist ganz klar, dass hier das einfach Teil der Kriegsvorbereitungen ist. Das Feindbild Russland soll weiter geschürt werden", sagte sie im Gespräch mit RT DE. Dagegen helfe die Aufklärung über den Sinn und Zweck der Denkmäler sowie zahlreiches Erscheinen zur Kranzniederlegung an den jeweiligen Gedenktagen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.