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21.07.2023

Jacques Baud: Westliche Politiker und Journalisten in Ideologie des Hasses gefangen

nachdenkseiten.de, vom 20. Juli 2023 um 12:42 Eine Rezension von Tilo Gräser

Noch immer gibt es keine Lösung für den Krieg in und um die Ukraine. Wer verstehen will, wie es dazu kam und warum er anhält, dem ist das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch „Putin – Herr des Geschehens?“ von Jacques Baud aus der Schweiz zu empfehlen. Er beleuchtet Zusammenhänge und Hintergründe, die bei den etablierten Medien unterbelichtet werden. Baud folgt dem Prinzip „Zurück zu den Fakten, zurück zum Dialog! .


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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„Ob uns das nun gefällt oder nicht, am Ende heißt der große Sieger … Wladimir Putin.“ Diese Prognose für den Krieg in und um die Ukraine ist der letzte Satz in dem Buch „Putin – Herr des Geschehens?“ von Jacques Baud, Schweizer Militärexperte und ehemaliger Nachrichtendienstoffizier. Er belegt in seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch, dass es dem US-dominierten Westen nicht darum geht, der Ukraine zu helfen, sondern Russland zu schaden. „Wenn wir der Ukraine wirklich helfen wollten, hätten wir viel früher gehandelt, um die Lösungen umzusetzen, für die wir uns eingesetzt hatten. Das haben wir nicht getan.“

Bauds Buch ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was „Faktenchecking“ wirklich sein kann, nämlich Fakten anhand von Informationen und Quellen objektiv zu überprüfen. Das Erfassen von Fakten könne nur erfolgen, „wenn man bereit ist, Ansichten zuzuhören, die nicht die eigenen sind“, schreibt der Autor. Mit diesem Vorgehen beantwortet er die im Titel gestellte Frage, ob Russlands Präsident Wladimir Putin „Herr des Geschehens“ sei.

Der Ausgangspunkt für das 2022 zuerst auf Französisch erschienene Buch sind Erklärungen und Behauptungen in französischen Medien in Bezug auf die russische Politik. Schon im Oktober 2021 habe eine Sendung des TV-Senders France 5 Putin zum „Herrn des Geschehens“ erklärt, so Baud. Ihm zufolge wird mit solchen Zuschreibungen die vereinfachte westliche Sicht wiedergegeben, wonach Russlands Präsident hinter (fast) allen Problemen nicht nur im Westen, sondern auch global steckt. Und: „Was am 17. Oktober noch ein Einzelfall war, wurde am 24. Februar 2022 zur Denkweise des Westens.“


Vorurteile verstellen den Blick

Der Schweizer Militärexperte betont, dass er mit seinem Buch nicht zu einer bestimmten Politik oder einem bestimmten Land Stellung beziehen will. Er wolle stattdessen zeigen, „dass wir unsere Politik nicht auf Vorurteile, sondern auf Fakten gründen sollten“. Dazu seziert er die westliche Politik gegenüber der Ukraine und Russland anhand von Fakten und einer Vielzahl von Quellen – wobei er auf offizielle russische Medien verzichtet.

Ausgehend vor allem von Aussagen in der erwähnten französischen TV-Sendung und anderen französischen Medien, beantwortet Baud Fragen zur russischen Politik und zur Rolle Putins. Er hat dabei nach eigener Aussage zwei Ziele, „nämlich aufzuzeigen, dass unsere Vorurteile nicht der Realität entsprechen; dass Entscheidungen, die auf unseren Vorurteilen beruhen, das Gegenteil von dem bewirken, was wir eigentlich wollen“. Zugleich setzt er sich mit dem „grundsätzlichen Einfluss der Medien auf die Meinungen unserer Entscheider“ auseinander. Zu diesem komme ein „struktureller Einfluss der Medien und ‚Experten‘ auf die politischen Entscheidungen, die das öffentliche Leben berühren“.

Im Unterschied zu den „Experten“ und den selbst ernannten „Faktencheckern“ öffentlich-rechtlicher und privater Medien auch hierzulande erklärt Baud zu Beginn seines Buches Vorgehen und Begriffe, die er verwendet. Damit kann er im Weiteren belegen, warum er der etablierten Politik und den mit ihr verbundenen Medien immer wieder Lügen, Falschaussagen und auch tatsächliche Verschwörungstheorien vorwirft. Das macht er in Auseinandersetzung mit zahlreichen westlichen Behauptungen über die Rolle Russlands und seines derzeitigen Präsidenten in zahlreichen internationalen Ereignissen, über die russische Politik und über die Lage in dem Land selbst.


Legenden behindern die Analyse

Er widerlegt damit Legenden wie beispielsweise die, dass Putin die UdSSR wiederherstellen wolle. Der Schweizer Ex-Geheimdienstoffizier erinnert an die simple Tatsache, dass das heutige Russland ein wirtschaftsliberales Land ist, „grundverschieden von der UdSSR in Bezug auf seine Ideologie und sein Funktionieren“. Dem russischen Präsidenten Sowjetnostalgie zu unterstellen, sei „faktisch falsch und politisch gelogen“. Putin habe sich nicht zur Aufgabe gemacht, die Sowjetunion wiederherzustellen. „Er möchte Russland auf der internationalen Bühne eine gewichtige Stimme geben, um seine Interessen zu verteidigen“, so Baud. Das ziele „im Wesentlichen darauf ab, wieder ein Gegengewicht zur sperrigen Omnipräsenz der Vereinigten Staaten zu schaffen, die nur für ihre eigenen Interessen zum Nachteil ihrer Alliierten und der übrigen Welt handeln“.

Das Spektrum des fakten- und quellenreichen Buches reicht vom westlichen Mythos vom russischen „hybriden Krieg“ und dem angeblichen Einfluss Moskaus auf Wahlen in anderen Ländern über die Energiepolitik und das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine bis zur Frage, ob Putin ein korrupter Diktator ist und wie die Bevölkerung ihn sieht. Immer wieder kommt Baud dazu zu dem Fazit, dass Politik und Medien aus Unwissen alles miteinander vermischen und frei erfinden. „Man urteilt nicht nach Fakten, sondern gemäß den Vorurteilen: Das ist die exakte Beschreibung einer Verschwörungstheorie.“ Und er benennt „das intellektuelle Elend unserer Politiker und Journalisten, die in einer Ideologie des Hasses gefangen sind“.

Das betrifft auch die wiederholte Behauptung, Russland wolle sich die Ukraine einverleiben oder diese gar vernichten. Das widerlegt der Autor mit dem Hinweis darauf, dass in einem solchen Fall die Möglichkeit eines Atomkrieges steigt – weil dann der Abstand zwischen der NATO mit der Atommacht USA und der Atommacht Russland verringert wird. Das sei für beide Seiten gefährlich, weil es die Vorwarnzeiten verkürze. „Auch aus diesem Grund hat Russland nie Anspruch auf ukrainisches Staatsgebiet erhoben“, betont Baud und fügt hinzu: „Es möchte nicht, dass die NATO sich seiner Grenze nähert, und es möchte sich nicht der NATO nähern.“


Einseitigkeit verhindert Erkenntnis

Aus seiner Sicht will Russland die Ukraine nicht besetzen, sondern ihr eine Form der „Neutralität“ aufzwingen. Und so beantwortet er die Frage, ob Putin danach strebt, das Nachbarland zu okkupieren oder gar zu vernichten, wie es unter anderem deutsche Politiker behaupten, mit einem kurzen und klaren „Nein“. Bei dem am 24. Februar 2022 von Putin verkündeten Ziel der „Entmilitarisierung“ der Ukraine gehe es zum einen darum, die Bedrohung für die Bevölkerung des Donbass durch die Angriffe ukrainischer Truppen zu beseitigen. Zum anderen sollten damit eine strategische Neutralisierung des Landes erreicht und die Installation westlicher und US-amerikanischer Waffensysteme auf ukrainischem Territorium verhindert werden.

Das andere verkündete Ziel, die „Entnazifizierung“, sei gegen die rechtsextremen und ultranationalistischen Milizen in der Ukraine gerichtet. Diesen wirft Russland „Völkermord“ vor, was durch die internationale Konvention über den Völkermord gedeckt ist, wie Baud nachweist. Und er stellt fest: „Untersucht man den Vormarsch der russischen Kräfte, dann stellt man ein hohes Tempo fest, mit geringeren Truppenstärken und Kollateralschäden als beispielsweise während der amerikanischen Offensive im Irak.“

Der Schweizer Experte kritisiert die etablierten Medien unter anderem deutlich dafür, dass sie sich nur auf ukrainische Quellen stützen. Sie würden zu wenig recherchieren und ihre Weltsicht mit den Fakten verwechseln. Das zeige sich insbesondere bei den „Faktencheckern“, die sich wie politische Aktivisten benehmen und sich „nicht an strenge Definitionen für die von ihnen verwendeten Begriffe“ halten würden. Baud verweist auch auf die Hintergründe der medialen Kampagnen wie die britische „Integrity Initiative“. „In Wirklichkeit geht es weniger darum, gegen die russische Desinformation zu bekämpfen, als das zu bekämpfen, was sich der westlichen Desinformation entgegenstellt. Dieses Bekämpfen beeinträchtigt unser Verständnis von Russland.“


Fakten ermöglichen den Dialog

Wenig überraschend gilt der Autor denn auch schweizerischen Medien als „Geheimdienstler auf Putins Mission“. Der Ex-Oberst der Schweizer Armee stellt in seinem Buch fest, wir sollten uns „ernste Fragen stellen zur moralischen und strafrechtlichen Verantwortung der Medien, die nicht nach den Kriterien der journalistischen Ethik arbeiten und unsere Wahrnehmung bewusst verfälschen wollen.“

Er geht auch mit jenen hart ins Gericht, die sich politisch und medial auf die vermeintlichen westlichen Werte berufen: „In Wirklichkeit rechtfertigen sie Folter, Krieg und die Einmischung in souveräne Länder. Wenn wir einen bewaffneten Konflikt in der Ukraine hätten vermeiden wollen, hätten wir für die Einhaltung des Völkerrechts gesorgt. Wir haben die russischsprachigen Menschen im Donbass sterben sehen, in der Hoffnung, dass dies zu einem Krieg führen würde, mit dem wir Russland besiegen können.“

Bauds Buch ist ein prägnanter Beitrag zur Aufklärung, der dem Motto folgt, das auf der Buchrückseite zu lesen ist: „Zurück zu den Fakten, zurück zum Dialog!“ Es sollten vor allem jene lesen, die zwar immer noch den „Verschwörungstheorien“ der etablierten Medien und Politik glauben, aber mit der Zeit doch daran zweifeln. Es kann helfen, die Ereignisse und Zusammenhänge besser zu verstehen und einordnen zu können, gerade weil der Autor aus der neutralen Schweiz kommt, für das Schweizer Militär und den Nachrichtendienst seines Landes ebenso wie für die UNO und die NATO tätig war sowie selbst als Gasthörer die russische Generalstabsakademie besuchte. Seine internationale Erfahrung und Perspektive können bei der Suche nach Frieden für die Ukraine helfen.


Jacques Baud: „Putin – Herr des Geschehens?
Westend Verlag 2023, 320 Seiten, ISBN: 9783864894268, 26 Euro


Rubriken: Audio-Podcast Ideologiekritik Medienkritik Militäreinsätze/Kriege Rezensionen

Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=101361


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21.07.2023

Borrell plant Militärhilfe für vier weitere Kriegsjahre

lostineu.eu, 21. Juli 2023

Aus Sicht der EU rückt ein Frieden in der Ukraine in immer weitere Ferne. Der Außenbeauftragte Borrell macht schon militärische Pläne für vier weitere Kriegsjahre.

Borrell sprach bei einem EU-Außenministertreffen in Brüssel von Militärhilfen in Höhe von „bis zu fünf Milliarden Euro im Jahr für die nächsten vier Jahre“.

Bei den neuen Hilfen gehe es um ein „stabiles Instrument“, um die Ukraine nicht nur monatsweise militärisch zu unterstützen, sondern über mehrere Jahre hinweg.

Das Geld soll weiter aus der sog. Friedensfazilität kommen, die die EU seit Kriegsbeginn zweckentfremdet als Kriegskasse nutzt. Ursprünglich enthielt sie nur insgesamt 5,6 Mrd. Euro.

Borrells Plan bedeutet nicht nur eine Vervierfachung dieser Summe – sondern auch das Eingeständnis, dass der Krieg in der Ukraine nicht in diesem oder im nächsten Jahr zuende gehen wird!

Dabei hatte es doch bisher immer geheißen, nach der „Frühjahrsoffensive“ der Ukraine werde man einen „Friedensgipfel“ einberufen und sich um Verhandlungen mit Russland bemühen.

Doch davon ist nun keine Rede mehr. Der Krieg scheint sich zu verselbständigen – und die EU eine immer größere und aktivere Rolle anzustreben.

Die deutsche Außenministerin Baerbock hat damit offenbar keine Probleme. Sie signalisierte grundsätzlich Zustimmung für weitere Militärhilfe – nur über die Summen müsse man nochmal reden…

Mehr zum Krieg in der Ukraine hier

P.S. Am Rande des Außenminister-Treffens wurde bekannt, dass die Ukraine bereits die von den USA gelieferte Streumunition nutzt. Doch Borrell, Baerbock & Co. hielten es nicht für nötig, Protest einzulegen. Dabei sind sie dazu nach der Oslo-Konvention eigentlich verpflichtet…

5 Comments

  1. Arthur Dent
    21. Juli 2023 @ 11:21

    Ja, mach nur einen Plan, sei ein großes Licht – mach nur einen zweiten, funktionieren wird er trotzdem nicht. Krieg ist ein bombastisches Geschäft – Big Business & Big Money – für Typen wie Borell spielt es keine Rolle, wenn ein paar hunderttausend arme Seelen von der Mühsal des Lebens befreit werden. Die Eliten sind immer ganz begeistert, wenn das Volk nur für die „richtige“ Sache stirbt.

Reply

  • Katla
    21. Juli 2023 @ 10:33

    Gerade habe ich einen interessanten Beitrag darüber gelesen, wie viel der US-Regierung das Leben ihrer Bürger wert ist, welche ungeheuerlichen Anstrengungen sie z.B. bei politisch motivierten Geiselnahmen unternimmt, um das Leben einzelner US-Bürger zu retten. Die Quintessenz des Beitrags: American lives matter.

    Ich würde es sogar so erweitern: „Only American lives matter“. Während die USA keine US-Leben im Ukraine-Krieg riskieren, nehmen sie durch die andauernde finanzielle und militärische Unterstützung den Tod von weiteren Zehntausenden oder Hunderttausenden Menschen in Kauf, man muss sogar schon sagen, sie sorgen dafür, dass noch mehr Tote generiert werden. Dass die EU hierbei nur williger Vollzieher der strategischen US-Interessen ist, ist inzwischen schon ein Gemeinplatz. Wenn Borrell also von weiteren 4 Jahren spricht, dann ist man sich scheinbar mit Washington einig, dass „Ukrainian lives doesn’t matter“. „Russian lives“ sowieso nicht..

    Reply

  • Stef
    21. Juli 2023 @ 09:42

    @ Thomas Damrau: Mir scheint weniger die Nabelschau der Politik, die nicht zugeben kann jemals falsch gelegen zu haben, die Hauptantriebsfeder dieses Konflikts zu sein. Eher ist es der Unwillen der USA, ihren gefühlten Niedergang auf Augenhöhe mit anderen Imperien hinzunehmen. Was die europäische Politik will ist egal, solange sie sich klaglos in ihre Vasallenrolle fügt. Die USA sind aber sehr wohl in der Lage ihre politischen Ziele zu formulieren und zu verfolgen.

    Ich nehme USA und EU via Nato und dem „Westen“ in Kollektivhaftung, weil sich unsere EU-Politelite wissentlich und willentlich den US-Vorgaben beugt, selbst wenn sie dafür noch gedemütigt werden. Von daher handelt es sich schlicht um Vorsatz.

    Reply

  • Thomas Damrau
    21. Juli 2023 @ 08:02

    Wer für vier Jahre plant, muss sich die Frage gefallen lassen, was in vier Jahren anders sein könnte:
    – Gibt es bis dahin die westliche Wunderwaffe V3, die die russische Armee vom Angesicht der Erde tilgen wird?
    – Werden in vier Jahren endlich die Wirtschaftssanktionen greifen und Russland zu massiven Zugeständnissen zwingen?
    – Wird in vier Jahren Putin tot sein und sein(e) Nachfolger(in) die Ukraine freiwillig räumen?
    Wer weiß …
    Allerdings habe ich eher den Verdacht, dass eine Politik, die in die Sackgasse geführt hat, einfach in die Zukunft verlängert wird, um nicht zugeben zu müssen, dass eben diese Politik falsch war. Das erleben wir ja nicht nur beim Thema Ukraine, sondern auch bei der Umweltpolitik, bei der Wirtschaftspolitik, bei der Sozialpolitik beim, Umgang mit dem globalen Süden, … Bloß nicht reflektieren und risiken, einen Irrtum zugeben zu müssen.
    Wenn Borrell Pech hat,
    – wird in vier Jahren ein Präsident Trump beschlossen haben, dass der Ukraine-Krieg die USA nicht mehr interessiert und die EU das Problem alleine lösen soll.
    – werden die EU-BürgerInnen in vier Jahren so viele andere Probleme – z.B. der Folgen des schon jetzt immer mehr spürbaren Klimawandels – haben, dass der Ukraine-Krieg in der Priorität der BürgerInnen ans Ende rutscht.
    – wird in vier Jahren die Ukraine wirtschaftlich so ruiniert sein, dass die Bevölkerung keine Lust mehr hat zu sterben, um die verbrannte Erde der Ostukraine zurückzuerobern.
    Ceterum conseo: Kein Erhöhung der Rüstungsausgaben: Wenn 1,2 Billionen $ nicht reichen, um Russland abzuschrecken, werden aich 1,5 Billionen nichts ändern … außer dass die Aktien der Rüstungskonzerne durch die Decke gehen werden.

    Reply

  • Stef
    21. Juli 2023 @ 07:34

    Wir haben die Talsohle dieses desaströsen Krieges wohl noch lange nicht erreicht. Scheinbar muss dieser Konflikt erst noch auf die NATO und EU übergreifen, bevor das Bedürfnis der USA nach Schwächung Russlands und Europas gestillt ist.

    Das passende Stichwort hat CDU-Mann Kiesewetter schon geliefert: Die Enklave Kaliningrad soll von der Versorgung abgeschnitten werden. Das würde Russland wieder zum Handeln zwingen, ganz wie im Donbass. Russland wäre abermals der böse Aggressor, was für die westliche Kriegspropaganda obligatorisch ist. Tatsächlich aber hätte der Westen wieder die Eskalation erzwungen.

    Schwazmalerei? Schauen wir mal was passiert, wenn das russische Militär in der Ukraine wieder erkennbar in die Offensive kommt. Dann wird in den USA die Panik vor einem demütigenden Ausgang des Konflikts und das Bedürfnis nach einer Ausweitung des Krieges wachsen. Schauen wir mal was passiert, wenn die BRICS in einem Monat die De-Dollarisierung und die Aufnahme neuer Mitglieder vorantreiben. Das ist die Achillesferse der USA, deren Selbstverständnis der „gods own country“ ihnen vermeintlich keine Wahl zur Ausweitung des Krieges lässt. Weil ohne Weltwährung unter US-Kontrolle können sie ihren Militärhaushalt nicht mehr finanzieren. Und haben verloren.


  • Info: https://lostineu.eu/borrell-plant-militaerhilfe-fuer-vier-weitere-kriegsjahre

     

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weitetes:




    Aufgelesen: Was die USA von ihren europäischen „Vasallen“ erwarten


    lostineu.eu, vom 20. Juli 2023

    In Brüssel hat die Urlaubszeit begonnen. Wir nutzen das „Sommerloch“, um lesenswerte Beiträge anderer Blogs und Medien zu präsentieren. Heute ein Beitrag zur „Vasallisierung“ Europas und den Erwartungen der USA.

    Der European Council on Foreign Relations (ECFR) ist ein einflussreiches, maßgeblich vom Multimilliardär George Soros finanziertes, geo- und militärpolitisches Institut. In einem „Policy Brief“ erklärt das Institut den Europäern, dass sie unzureichend motivierte Vasallen der USA sind, die ihr Lehnsherr ausplündern und wegwerfen wird, wenn sie sich nicht bald nützlicher machen.

    Der ECFR wurde 2007 gegründet. Er hat rund 80 Mitarbeiter und Büros in Berlin, London, Madrid, Paris, Rom, Sofia und Warschau. Es gibt keine formelle institutionelle Beziehung zum viel älteren amerikanischen Pendant, Council on Foreign Relations.

    Der Titel des vom Forschungsdirektor des ECFR und der Chefin des Berliner Büros geschriebenen Policy Brief lautet: „The art of vassalisation: How Russia’s war on Ukraine has transformed transatlantic relations“, zu übersetzen etwa mit: „Die Kunst, Vasallen zu produzieren: Wie Russlands Krieg gegen die Ukraine die transatlantischen Beziehungen verändert hat“.

    Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Vasall so:

    „Wenn sich im Mittelalter ein Mann in den Dienst bei einem Herrn, einem Herzog oder Fürsten begab, und diesem Herrn, wie das hieß, Gefolgschaft leistete, wurde er ein sogenannter Vasall. Der Vasall verpflichtete sich zu bestimmten, oft militärischen Diensten. Der Begriff kommt vom lateinischen Wort „vassus“, das heißt „Knecht“.“

    Forschungsdirektor Jeremy Shapiro, der den am 4. April veröffentlichten Text mitverfasst hat, war früher Beamter im US-Außenministerium. Ich interpretiere den Text als Drohbrief des US-Außenministeriums an die Europäer. Bevor ich meine Einschätzung mit Zitaten belege, will ich kurz die Botschaft dechiffrieren, die ich dem Text entnehme. Diese lautet:

    Die Europäer können sich nicht selbst verteidigen und verlassen sich auf die USA. Dafür geben sie Vasallengehorsam. Die USA werten die passive Haltung der Europäer zunehmend als Dienst nach Vorschrift. Die US-Regierung findet es zu anstrengend und zu wenig ertragreich, Dutzenden europäischer Staaten, die mehr oder weniger widerwillig gehorchen, zu sagen, wo es langgeht.

    Deshalb die Drohung: Anders als im kalten Krieg ist ein prosperierendes Europa als Puffer gegen Russland für die USA nicht mehr wichtig. Um so wichtiger, und durch China in Frage gestellt, ist die ökonomische Vormachtstellung der USA in der Welt. Wenn die Europäer ihre wirtschaftliche Macht nicht einsetzen, um die US-Regierung aktiv in der Konkurrenz mit China zu unterstützten und ihr dafür durch größeres militärisches Engagement gegenüber Russland den Rücken freizuhalten, dann wird die US-Regierung zum eigenen Vorteil Europa die Basis seiner wirtschaftliche Stärke wegnehmen.

    Weiterlesen bei „Geld und mehr“ (Blog von N. Häring)

    5 Comments

    1. Arthur Dent
      21. Juli 2023 @ 11:05

      Ausplündern und wegwerfen… – ausplündern tun uns die Amis schon lange, aber uns wegwerfen trauen sie sich nicht. Ein Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok und darüber hinaus ist schlimmste Alptraum der Amerikaner.

    Reply

  • Kleopatra
    21. Juli 2023 @ 09:51

    Es lohnt sich, den Artikel zu lesen und nicht nur diese Zusammenfassung. Es handelt sich um eine Analyse und keinen Drohbrief; die resultierende Empfehlung an die europäischen Staaten ist, sowohl militärisch wie wirtschaftspolitisch für die USA Partner auf Augenhöhe zu werden, die ihnen auch ruhig bei entsprechenden Anlässen diplomatisch Kontra geben können, da die asymmetrische Beziehung, zu der es gegenwärtig tendiert, auf die Dauer dazu führe, dass die USA die Europäer verachten und die Europäer gegen die USA Ressentiments pflegen. Dh. es geht nicht um Anweisungen der Herren, sondern um die Aufforderung, sich endlich wie Erwachsene zu verhalten und nicht wie Kinder, die die Hand der USA brauchen.

    Reply

  • Karl
    21. Juli 2023 @ 09:25

    Interessant ist, dass die Amis selber versuchen, der Kritik des Vasallentums jetzt schon die Spitze zu nehmen, indem sie diese Kritik aufgreifen und zu integrieren versuchen – bevor sie ihnen „anti-amerikanisch“ gefährlich werden könnte.

    Dieses „Vasallierungs“-Papier (kursiert ja schon einige Tage) habe ich eher als eine Zustandsbeschreibung verstanden, nicht als eine Drohung. Denn der Zustand ist ja bereits eingetreten! Ich verstehe es als einen Beitrag der aufgeklärten Großkapitalisten, die Europa nicht einfach nur ruiniert sehen, sondern hier weiter ihr Geld auf einer industriellen Grundlage verdienen wollen (da kann durchaus auch das Weltwirtschaftsforum oder Blackrock dazugehören). Wer die Personen des ECFR anschaut, wird zahlreiche Schnittmengen mit der Atlantikbrücke finden. Es wird hier wohl das alte Spiel Falken/Tauben, bad guy/good guy, Fundi/Realo wieder einmal aufgewärmt. – Fragt sich, wer da wie mitspielen will…

    Reply

  • KK
    21. Juli 2023 @ 03:03

    Tja, EUropa hätte sich nach 1990 seinem Nachbarn Russland, das mit Gorbatschow und Putin beide Arme ausgestreckt hatte, widmen und die USA nach Hause schicken sollen.

    Jetzt hat Washington ganz EUropa an den Eiern – und drückt immer fester und gnadenlos zu. Wer ist hier der Aggressor?
    Meine Empfehlung: Schmeisst sie endlich raus, solange es noch irgendwie geht!

    Reply

  • Katla
    20. Juli 2023 @ 19:22

    Danke für diesen wirklich sehr aufschlussreichen Beitrag!
    Der „Drohbrief“ könnte auch als expliziter Erpresserbrief aufgefasst werden – und macht das eine oder andere überraschende, paradoxe, ja selbstschädigende Agieren der EU verständlicher: Stockholm-Syndrom.


  • Info: https://lostineu.eu/aus-fremden-federn-was-die-usa-von-ihren-europaeischen-vasallen-erwarten


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Trotz „Korn-Krieg“: Polen will kein Getreide aus der Ukraine


    lostineu.eu, vom 20. Juli 2023

    Russland ist aus dem Getreide-Deal ausgestiegen, nun sind alle EU-Staaten solidarisch mit der Ukraine: So die Theorie. Die Praxis sieht anders aus – Polen und andere Osteuropäer wollen ein Verkaufsverbot verlängern.

    Polen, Ungarn, Rumänien, die Slowakei und Bulgarien wollen weiter kein ukrainisches Getreide. Die EU müsse ein entsprechendes Verkaufsverbot zumindest bis zum Jahresende verlängern, erklärten die Landwirtschaftsminister der fünf Staaten.

    Solidarität mit der Ukraine sei wichtig, aber die nationalen Getreidemärkte müssten geschützt werden, sagte der slowakische Landwirtschaftsminister Jozef Bires.

    Die Sorge: Nach dem Ausstieg Russland aus dem Getreide-Deal, der die Verschiffung über das Schwarze Meer ermöglich hatte, könnte dieses Getreide nun verstärkt auf den europäischen Markt kommen.

    Die EU-Kommission hat sich als unfähig erwiesen, die Probleme der Osteuropäer zu lösen. Sie hat „Solidarity Lanes“ für die Ukraine eingerichtet, über die das Getreide auf dem Landweg nach Osteuropa kommt.

    Doch den Schutz der lokalen Märkte hat sie nicht gewährleistet. Dabei wäre das ihre eigentliche Aufgabe – die Agrarpolitik zählt immer noch zum Kern der EU-Aufgaben!

    Doch statt ihren Job zu machen, kümmert sich Kommissionschefin von der Leyen vor allem um die Ukraine. Wie soll das erst werden, wenn das Land zum EU-Mitglied wird?

    Die Ukraine gehört zu den weltweit größten Agrarerzeugern – mit Billig-Getreide und anderen Produkten zu Dumping-Preisen wird Kiew den gesamten europäischen Agrarmarkt durcheinander wirbeln…

    Siehe auch „Wegen EU-Sanktionen: Russland setzt Getreidedeal aus“ sowie „Getreidestreit: Osteuropäer fordern Rückkehr der Agrarzölle“

    2 Comments

    1. KK
      21. Juli 2023 @ 02:47

      @ Katla:
      „Postwendend kam dann auch die erwartbare ukrainische Reaktion: Polen ist „unfreundlich“ und populistisch…“
      Ausgerechnet Polen, die immer als erste immer schwerere Waffen geschickt und zumindest am Anfang die meissten Flüchtlinge aufgenommen… haben – wer solche „Freunde“ wie die Ukraine hat, braucht keine Feinde mehr!
      Es ist mir ein Rätsel, warum trotz der immer unverschämteren Forderungen, Beleidigungen und Unflätigkeiten die EU-Staaten der Ukraine immer noch helfen und sich und ihre Bürger dabei ruinieren. Wie klein muss man sein, um sich das alles gefallen zu lassen?

      Lasst die Ukraine doch ihren Karren endlich selbst aus dem Dreck ziehen, von mir aus mit Hilfe und Geld der USA, damit man in Kiew mal lernt, was Demut ist!

    Reply

  • Katla
    20. Juli 2023 @ 19:14

    Postwendend kam dann auch die erwartbare ukrainische Reaktion: Polen ist „unfreundlich“ und populistisch https://www.reuters.com/world/europe/kyiv-condemns-unfriendly-polish-decision-extend-ukrainian-grain-ban-2023-07-20/ .
    Am besten geht der Agrarsektor in allen europäischen Volkswirtschaften vor die Hunde, denn nur dann erteilen die Ukrainer den Persilschein, dass wir solidarisch genug sind. Ich kann es nicht mehr hören…


  • Info: https://lostineu.eu/polen-will-kein-getreide-aus-der-ukraine


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    21.07.2023

    Nachrichten von Pressenza: Bergkarabach: Kinder sterben – Rechte werden eklatant verletzt

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 21. Juli 2023, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 21.07.2023


    Bergkarabach: Kinder sterben &#8211; Rechte werden eklatant verletzt


    Seit dem 12. Dezember 2022 wird der Lachin-Korridor, die einzige Straße, die von Armenien nach Berg-Karabach führt, von Aserbaidschan blockiert. Damit werden die grundlegenden Menschenrechte von 120.000 ethnischen Armeniern verletzt, die dadurch im Winter ohne lebenswichtige Güter, Medikamente und Dienstleistungen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/bergkarabach-kinder-sterben-rechte-werden-eklatant-verletzt/


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    Medizin vs. Digitalisierung: Welche Gefahren birgt die elektronische Patientenakte?


    Ab 2025 sollen Krankenkassen für jeden Patienten eine elektronische Akte anlegen. Unser Autor kritisiert das und fürchtet Datenmissbrauch. Andreas Heyer | Berliner Zeitung Bislang sehen offenbar nur wenige Patienten einen Nutzen darin, ihre Gesundheits- und Behandlungsdaten zentral auf einem Server&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/medizin-vs-digitalisierung-welche-gefahren-birgt-die-elektronische-patientenakte/


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    Die Reichen besteuern, um den Armen zu helfen: eine neue europäische Bürgerinitiative


    Wie der legendäre Robin Hood, der die Reichen beraubte, um das Geraubte den Armen zu geben: eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) steht in den Startlöchern und fordert die Europäische Union auf, eine Steuer auf großen Reichtum zugunsten des ökologischen und sozialen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/die-reichen-besteuern-um-den-armen-zu-helfen-eine-neue-europaeische-buergerinitiative/


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    Als Biden davon sprach, Nordstream zu beenden, stand Scholz da wie ein begossener Pudel


    Wir haben für Sie die interessantesten Momente des Gesprächs mit Oscar Lafontaine zusammengestellt. Tom J. Wellbrock sprach mit Oskar Lafontaine über den aktuellen Konflikt in der Ukraine, seine wirtschaftlichen Auswirkungen auf die deutsche Produktion und die Bürger, Waffenlieferungen an die&hellip;

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    21.07.2023

    Keine AlternativeHabeck treibt bei Besuch in Indien den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der EU voran. Wirtschaftsvertreter erteilen dem Plan, das China- durch das Indiengeschäft zu ersetzen, eine klare Absage.

    german-foreign-policy.com, 21. Juli 2023

    NEW DELHI/BERLIN (Eigener Bericht) – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dringt bei seinem Besuch in Indien auf den raschen Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der EU. „Wir haben jetzt die Chance, innerhalb des nächsten Halbjahres voranzukommen“, erklärte Habeck gestern in New Delhi. Über das Abkommen wird schon seit 2007 verhandelt; die Gespräche wurden 2013 auf Eis gelegt und erst im vergangenen Jahr neu gestartet. Bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik heißt es, zwar stünden beide Seiten unter Druck, das Abkommen unter Dach und Fach zu bekommen; man könne aber mit Blick auf die stark divergierenden Interessen beider Seiten „mit gutem Grund skeptisch sein“, ob dies gelinge. Auch bezüglich der Berliner Pläne, das deutsche Chinageschäft so weit wie möglich nach Indien zu lenken, werden skeptische Äußerungen laut; mit Blick unter anderem auf Indiens überbordende Bürokratie und auf ernste Mängel in der Infrastruktur warnt etwa der Princeton-Ökonom Ashoka Mody: „Die Behauptung, dass Indien boomt, ist völlig falsch.“ Chancen ergeben sich aktuell in der Solarbranche. Berlin will zudem die Rüstungsexporte ankurbeln – auch, um die indisch-russische Rüstungskooperation zu brechen.


    Zitat: Bald die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt

    Ökonomen sehen für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Indien, den Deutschland und die EU anstreben, grundsätzlich einiges Potenzial. Die indische Wirtschaft wächst rasch, in diesem Jahr voraussichtlich um rund sechs Prozent; Indien ist kürzlich zum Land mit der fünftgrößten Wirtschaftsleistung der Welt vor der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien aufgestiegen und wird vermutlich schon in wenigen Jahren Deutschland vom Platz der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt verdrängen. Prognosen aus der Finanzbranche zufolge, etwa von Goldman Sachs, könnte Indien im Jahr 2075 in absoluten Dollarwerten zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht weltweit hinter China und vor den USA aufgestiegen sein; berechnet man die Wirtschaftsleistung nach Kaufkraftparität, wäre dies wohl schon erheblich früher der Fall.[1] Allein schon sein Marktvolumen macht das Land prinzipiell für deutsche Unternehmen interessant. Der deutsch-indische Handel ist zuletzt von 23,3 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf fast 30 Milliarden Euro im Jahr 2022 gestiegen. Auch die Investitionen nehmen wieder zu; zuletzt steckten etwa SAP 55 Millionen Euro und Siemens Healthineers 160 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Standorte im südindischen Bengaluru, einer elf Millionen Einwohner starken Metropole, die wegen ihrer boomenden IT-Branche als Indiens Silicon Valley gilt.


    Außenwirtschaftlich im Abseits

    Um dem Handel mit Indien einen Schub zu verpassen, dringt die Bundesregierung energisch darauf, ein Freihandelsabkommen der EU mit dem Land unter Dach und Fach zu bringen. Verhandlungen darüber wurden bereits 2007 gestartet, zogen sich dann aber in die Länge und wurden 2013 vorläufig eingestellt. Im vergangenen Jahr wurden sie wieder aufgenommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am gestrigen Donnerstag in New Delhi Gespräche darüber geführt. Im Februar wies die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) darauf hin, dass Indien weder der asiatischen Freihandelszone RCEP noch dem transpazifischen Freihandelsbündnis CPTPP angehört, also in Asien „außenwirtschaftlich im Abseits“ steht – ein Nachteil „im Standortwettbewerb um neue Industrieansiedlungen“.[2] Dadurch unter Druck geratend, hat es mittlerweile seine Bemühungen um den Abschluss neuer Freihandelsabkommen gesteigert. 2021 wurde eines mit Mauritius, 2022 eines mit den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen; weitere mit dem Gulf Cooperation Council (GCC, Zusammenschluss der arabischen Golfstaaten), Israel, Großbritannien sowie Kanada sind in Arbeit. Damit ergeben sich auch für die EU neue Chancen. Freilich warnt die SWP, man könne „mit gutem Grund skeptisch sein“, ob sich die divergierenden Interessen beider Seiten bezüglich „Marktöffnung, Liberalisierung und Nachhaltigkeit in Einklang bringen“ ließen.


    Die Probleme des Indiengeschäfts

    Auch jenseits der Debatte um das Freihandelsabkommen sind aus der deutschen Wirtschaft schon seit je durchaus skeptische Einschätzungen zu den Perspektiven des Indiengeschäfts zu hören. Zwar trommelten deutsche Politiker regelmäßig dafür, Investitionen aus China nach Indien zu verlegen oder zumindest Neuinvestitionen dort statt in der Volksrepublik zu tätigen, heißt es; dem stünden allerdings seit Jahrzehnten bekannte, aber bis heute nicht beseitigte Probleme entgegen.[3] Das gelte zum Beispiel für die „Bürokratie und ein komplexes regulatorisches Umfeld“ in dem Land, konstatierte vor einigen Tagen die Vizepräsidentin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Kirsten Schoder-Steinmüller.[4] Zu den „größten Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Indien“ gehörten auch die grassierende Korruption und „Mängel in der Infrastruktur“, wird Wolfgang Niedermark von der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zitiert.[5] Erst kürzlich brach der Konzern Foxconn aus Taiwan den Versuch, für fast 20 Milliarden US-Dollar gemeinsam mit dem indischen Konglomerat Vedanta eine Chipfabrik in Indien zu errichten, frustriert ab. Der Ökonom Ashoka Mody von der Princeton University urteilt: „Die Behauptung, dass Indien boomt, ist völlig falsch“.[6] Das Land könne in Wirklichkeit „mit Chinas Produktivität nicht mithalten“.


    Chancen in der Solarenergie

    Berlin setzt dennoch alles daran, das Indiengeschäft energisch anzukurbeln. „Indien ist ein Gegengewicht zu China“, hielt Wirtschaftsminister Habeck vor seiner aktuellen Reise fest; es gelte daher unbedingt, die ökonomischen Bindungen zu stärken.[7] Erfolgschancen zeichnen sich zur Zeit in der Solarenergie ab. In Indien bzw. vor allem in seinem nordwestlichen Bundesstaat Gujarat, in dem Premierminister Narendra Modi vor seinem Amtsantritt in New Delhi von 2001 bis 2014 als Regierungschef amtierte, ist in den vergangenen Jahren eine boomende Solarbranche entstanden, die bislang durchaus mit Erfolg Solarmodule im großen Stil herstellt. Zwar liegen ihre Produktionskosten noch spürbar über denjenigen, die in China erreicht werden. Doch subventioniert die indische Regierung die Branche mit Geldern in Höhe von 80 Prozent der Mehrkosten, die in Gujarat gegenüber den billigsten Herstellern in China entstehen.[8] Habeck wird auf seiner Indien-Reise vom Geschäftsführer des Start-ups Enpal begleitet, das Solaranlagen im großen Stil vertreibt; es soll geprüft werden, ob Enpal auf indische Solarmodule umsteigen kann. Allerdings sind Indiens Kapazitäten beschränkt. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, werde der chinesische Weltmarktanteil bei erfolgreicher Produktion in Indien und den USA zwar sinken, aber nur von – je nach Marktsegment – heute 80 bis 95 Prozent auf 75 bis 90 Prozent im Jahr 2027.[9]


    Rüstungsexporte

    Auszubauen sucht die Bundesregierung nicht zuletzt die Rüstungsexporte nach Indien, die in den vergangenen Jahren immer wieder niedrige dreistellige Millionenbeträge erreichten. Verteidigungsminister Boris Pistorius teilte Anfang Juni bei einem Besuch in New Delhi mit, er wolle sich dafür einsetzen, dass Waffenausfuhren nach Indien denjenigen nach Australien oder nach Japan gleichgestellt werden; das würde die Genehmigungsverfahren erheblich erleichtern.[10] Am Rande von Pistorius‘ Besuch unterzeichneten Repräsentanten der deutschen Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und der indischen Mazagon Dock Shipbuilders aus Mumbai eine Absichtserklärung, die die gemeinsame Entwicklung neuer U-Boote für die indische Marine vorsieht. Kommen die beiden Unternehmen zum Zug, dann sollen die U-Boote gemeinsam in Indien gebaut werden. Beide Unternehmen hatten schon in den 1980er Jahren beim Bau von vier U-Booten kooperiert; zwei von ihnen wurden damals beim TKMS-Vorläufer HDW gebaut, zwei bei Mazagon.[11] Berlin unterstützt das deutsche Angebot auch mit dem Ziel, die bislang enge indisch-russische Rüstungskooperation zu brechen. Dass das gelingt, darf freilich bezweifelt werden: Vor einigen Tagen bot New Delhi Moskau an, den russischen Streitkräften nach dem Ende des Ukraine-Krieges BrahMos-Raketen zu liefern. Diese wurden in indisch-russischer Kooperation entwickelt; hergestellt werden sie in Indien.[12]

     

    [1] How India could rise to the world’s second-biggest economy. goldmansachs.com 06.07.2023.

    [2] Hanns Günther Hilpert, Bettina Rudloff, Christian Wagner: Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. SWP-Aktuell 2023/A 11. Berlin, 10.02.2023.

    [3] S. dazu „Indien einbinden“.

    [4] Dreitägige Reise nach Indien: Robert Habeck will Zusammenarbeit ausbauen. rnd.de 19.07.2023.

    [5] Warum Indien für Deutschland wichtiger wird. rnd.de 19.07.2023.

    [6] Mathias Peer, Klaus Stratmann: Warum Indien nicht das neue China wird. handelsblatt.com 19.07.2023.

    [7] „Zeit, die Köpfe ins Wasser zu stecken und abzukühlen“. n-tv.de 19.07.2023.

    [8], [9] International Energy Agency: Renewables 2022. Analysis and forecast to 2027. Paris, December 2022.

    [10] Pistorius will leichtere Rüstungsgeschäfte mit Indien. tagesschau.de 06.06.2023.

    [11] TKMS And MDL Join Forces To Build Submarines For And In India. navalnews.com 08.06.2023.

    [12] Navya Beri: India considers selling BrahMos missiles to Russia. wionews.com 16.07.2023.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9304


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Lehrstunde in Kriegspropaganda: Baerbock und Klitschko in Chemnitz

    nachdenkseiten.de, vom 19. Juli 2023 um 10:00 Ein Artikel von: Redaktion, Ein Bericht von Tilo Gräser.

    Zu einer Werbeveranstaltung für die deutsche Kriegspolitik wurde ein Leserforum der sächsischen Zeitung Freie Presse am Freitag in Chemnitz. Thema war der Krieg in und um die Ukraine. Dabei griffen Außenministerin Annalena Baerbock und Ex-Boxer Wladimir Klitschko tief in die Kiste der Kriegspropaganda. Sie bekamen viel Zustimmung vom ausgewählten Publikum und kaum Widerspruch. Der war auf der Straße zu erleben – und im Taxi.


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    Darf ein deutsches Regierungsmitglied in aller Öffentlichkeit ungestraft Kriegspropaganda, Hass und Hetze verbreiten? Anscheinend ja, wie Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Freitag in Chemnitz bewies. Sie betrieb bei einem Leserforum der Zeitung Freie Presse mit Lügen, Verdrehungen und Falschbehauptungen nichts anderes als Hass, üble Hetze und Kriegspropaganda. Dabei assistierte ihr der Ex-Boxer und heutige Geschäftsmann Wladimir Klitschko. Und beide bekamen viel Beifall von den etwa 300 Menschen, die ihnen im Veranstaltungszentrum „Kraftverkehr“ zuhörten. Nur wenige vorsichtig-kritische Fragen waren zu hören.


    Baerbock wie auch Klitschko nutzten fast das ganze Potenzial der Kriegspropaganda, wie sie die belgische Historikerin Anne Morelli 2004 in dem Buch „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ zusammengefasst hat. Morelli stützte sich auf das, was der britische Politiker und Friedensaktivist Lord Arthur Ponsonby in seinem 1928 veröffentlichten Buch „Falsehood in Wartime“ („Lüge in Kriegszeiten“) beschrieb. Die Historikerin hat diese von Ponsonby beschriebenen Prinzipien in zehn Punkten zusammengefasst:


    1. Wir wollen keinen Krieg.
    2. Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg.
    3. Der Feind hat dämonische Züge.
    4. Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele.
    5. Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.
    6. Der Feind verwendet unerlaubte Waffen.
    7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm.
    8. Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt.
    9. Unsere Mission ist heilig.
    10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.


    Emotion statt Analyse

    Die Veranstaltung zum Thema „Der Krieg und wir“ war zugleich eine Lehrvorführung dafür, wie Außenpolitik und Diplomatie selbst in Krisen und Kriegszeiten nicht sein sollten: von Emotionen bestimmt und Fakten ignorierend. Dafür lieferte Baerbock zahlreiche Beispiele an dem Abend in Sachsen. Sie erklärte gleich zu Beginn, dass niemand hierzulande, „in meinem Amt“ und auf der Welt emotionslos auf den Krieg in und um die Ukraine schaue. Und ebenfalls gleich zu Anfang stellte sie ihre Sicht klar, statt der Suche nach einer schnellen Friedenslösung des Konfliktes helfe nur die militärische Unterstützung Kiews.


    Die am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschierten russischen Truppen hätten die Hauptstadt Kiew einnehmen wollen und dafür schon ihre Paradeuniformen in den Panzern mitgeführt, erzählte Baerbock. Dies reiht sich in die faktenwidrigen Behauptungen der westlichen Politik und Medien ein, die Eroberung Kiews sei eines der Kriegsziele Russlands. Dem widersprach unter anderem der Schweizer Militärexperte Jacques Baud jüngst in einem Interview: „In Wirklichkeit zeigte eine intelligente und ehrliche Analyse bereits im März 2022, dass die Russen dies nie auch nur versucht und nie genügend Truppen dafür eingesetzt hatten.“


    Aber von sowas lässt sich die deutsche Außenministerin nicht beeindrucken. Und so legte sie in Chemnitz noch eins drauf und behauptete nicht nur einmal, Russlands Präsident habe „überhaupt gar keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Ukraine vernichten möchte und die europäische Friedensordnung, die Charta der Vereinten Nationen zerstören möchte“. Dafür brachte sie keine Belege und Beweise und ignorierte, dass sich Russland in den letzten Jahren wie kaum ein anderes Land für die UN-Charta eingesetzt hat. Die zahlreichen Vorschläge aus Moskau für eine gemeinsame Friedensordnung in Europa, und wer sie abgelehnt hat, das war ihr auch keine Erwähnung wert.


    Waffen statt Friedensgespräche

    Die Bundesregierung habe sich im Februar 2022 entscheiden müssen, „ob wir auf der Seite des Angreifers stehen oder auf der Seite der Opfer, die nichts anderes wollten, als wie wir weiter in Frieden und Freiheit zu leben“. Ohne auch nur im Ansatz auf die Vorgeschichte des Geschehens einzugehen, sagte sie: „Wir tun alles dafür, dass die Menschen in der Ukraine wieder in Frieden und Freiheit leben können.“ Das werde von der „allergrößten Mehrheit“ in Deutschland unterstützt – selbst wenn immer neue Waffen nur immer neues Leid und weiter Tod in das Land bringen.


    Am Vormittag war Baerbock im Erzgebirge gewesen. Dort hatten Demonstranten sie als Kriegstreiberin bezeichnet. Dazu behauptete sie in Chemnitz: „Niemand wollte diesen Krieg, weder die deutsche Bundesregierung, erst recht nicht die Menschen in der Ukraine, sondern einer hat diesen Krieg vom Zaun gebrochen, und das ist der russische Präsident.“ Kein Wort kam von ihr zur Vorgeschichte, erst recht nicht zur Rolle der westlichen Politik dabei.


    Aus Sicht der Ministerin müssen die Waffenlieferungen an die Ukraine weitergehen – auch wenn sie sich angeblich wünscht, „wir könnten sie sofort einstellen“. Das sei aber erst möglich, „wenn der russische Präsident aufhört … Menschen, … Mütter, Väter, Kinder tagtäglich zu bombardieren, zu verschleppen, zu vergewaltigen“, griff sie wieder in die tiefe Kiste der Kriegspropaganda. Niemand wisse, was tatsächlich in der Ostukraine geschehe, meinte sie, um gleich noch einmal zu behaupten, dass dort „tagtäglich gemordet, vergewaltigt und gefoltert wird“. Als gebe es keine Berichte aus der Ostukraine, schon seit 2014, so über die mehr als 10.000 Toten dort laut OSZE infolge des Kiewer Krieges gegen die eigenen Bürger.


    Lügen statt Fakten

    Auf Fragen zur Streumunition, die die USA nun an die Ukraine liefern, antwortete Baerbock nur ausweichend und verwies auf die von der Bundesrepublik mitunterzeichnete Oslo-Konvention gegen die Munition. Sie verurteilte die US-Lieferung nicht klar und meinte, die Ukraine müsse entscheiden, ob das richtig oder falsch sei. Aber sie sagte ebenso auf diese Frage, würden die Waffenlieferungen beendet, werde akzeptiert, dass Russland als Nuklearmacht und Mitglied im UN-Sicherheitsrat einen Krieg nur lange genug führen muss, um sich durchzusetzen. Für Baerbock wäre das „eine gewisse Art von Freifahrtschein, und kein kleines Land auf dieser Welt könnte mehr still und ruhig schlafen“. Dass es vielen Ländern seit Jahrzehnten so ergeht, weil die Nuklearmacht USA sie offen und verdeckt mit Krieg überzieht, fiel ihr genauso wenig ein wie den Moderatoren und dem Publikum.


    Sie wiederholte die westliche Version vom russischen Massaker in Butscha und erklärte, dort hätten nach ihren Informationen russische Soldaten in verlassenen Häusern Minen in Kinderspielzeug versteckt. Dadurch seien Kinder getötet worden, als sie in ihre Zimmer zurückgekommen seien und ihr Spielzeug in die Hand genommen hätten. Beweise dafür brachte sie wie bei allen anderen Behauptungen nicht.* Sie warf der russischen Führung vor, nicht nach rationaler Logik zu handeln – „das ist der Unterscheid zwischen Demokratien und Diktaturen“. Baerbock behauptete ebenso, dass alle Versuche, mit Russland zu reden und zu verhandeln, an diesem gescheitert seien. Das habe nur dazu geführt, „dass dann mit allen Vernichtungsmethoden, die man irgendwie sich vorstellen konnte, dieser Krieg geführt worden ist“.


    Sie griff zur nächsten Lüge, als sie behauptete, die Hilfe für die Ukraine sei das Dankeschön, dass die europäischen Nachbarn Deutschland 1990 erlaubten, sich wiederzuvereinigen: Die Unterstützung samt Waffen sei „unser Zurückgeben an alle unsere europäischen Partner, die unsere Wiedervereinigung ermöglicht haben, an den Glauben und das Vertrauen daran, dass wir für den Frieden in Europa einstehen“.


    Legenden statt Geschichtskenntnis

    Auch hier kein Wort dazu, dass ohne die Zustimmung der damaligen Sowjetunion keine Übernahme der DDR durch die BRD möglich gewesen wäre. Moskau hatte seine etwa 500.000 Soldaten samt aller Waffen aus dem DDR-Gebiet zurückgezogen – darauf vertrauend, dass der Westen seine Zusagen einhält, die NATO nicht in den Osten auszudehnen. Auch der Vorschlag vom einstigen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow, ein „gemeinsames Haus Europa“ zu gestalten, einschließlich einer gemeinsamen Friedens- und Sicherheitsarchitektur, wurde nicht von Moskau selbst ignoriert.


    Aber das scheint Baerbock nicht zu kümmern. Für sie besteht Politik nicht darin, „das zu wiederholen, was man schon immer gesagt hat. Weil dann könnte man auch einfach gerade in diesen Zeiten künstlicher Intelligenz einfach einen Computer hinsetzen und er spult immer die alten Reden wieder ab.“ Sie war zuvor von dem ehemaligen Grünen Jürgen Lösche an die Anfangsjahre ihrer Partei erinnert worden: „Dass wir immer ein Zitat von Gandhi vor uns hergetragen haben. Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg. Bitte erinnern Sie sich an dieses Zitat.“

    Doch das wollte die Ministerin nicht, weil sie lieber auf „neue Herausforderungen neue Antworten“ geben will – und präsentierte darauf die nächste Lüge, wonach die beiden Minsker Abkommen an Russland gescheitert seien. Deutschland und Frankreich hätten acht Jahre lang versucht, zu verhandeln – „Das haben wir eine Minute bis vor dem 23. Februar getan“ –, während die russische Seite zum Schluss nicht mehr erschienen sei. Sie erwähnte nicht, dass sie Anfang Februar 2022 in Kiew nicht widersprach, als der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in aller Öffentlichkeit die Minsker Abkommen beerdigte. Das hatten zuvor schon Frankreich und Deutschland im November 2021 in nicht für die Öffentlichkeit bestimmten diplomatischen Noten an Moskau getan, wie Thomas Röper berichtete.


    Demagogie statt Tatsachen

    Berlin und Paris als westliche Garantiemächte haben nichts dafür getan, dass Kiew die eingegangenen Verpflichtungen erfüllt, bei denen es unter anderem um einen Autonomiestatus für Donezk und Luhansk ging. Experten sagen, dass die Einhaltung der Vereinbarungen den Krieg hätten verhindern können. Inzwischen haben einst Beteiligte wie Ex-Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Ex-Präsident Francoise Hollande und der Kiewer Ex-Präsident Petro Poroschenko bestätigt, dass es ihnen in Minsk nicht um eine Friedenslösung für den Donbass ging. Der ehemalige Bundeswehr-Generalsinspekteur Harald Kujat erklärte dazu in einem Interview: „Nicht wegdiskutieren kann man allerdings, dass die Weigerung der ukrainischen Regierung – in Kenntnis dieser beabsichtigten Täuschung –, das Abkommen umzusetzen, noch wenige Tage vor Kriegsbeginn, einer der Auslöser für den Krieg war.“ Und: „Wir sind diejenigen, die internationale Vereinbarungen nicht einhalten.“


    Baerbock behauptete faktenwidrig, dass Russland anders als die Bundesregierung die militärische Eskalation nicht verhindern wollte. Kein Wort verlor sie darüber, dass der US-geführte Westen die Ukraine seit 2014 massiv mit Waffen aufrüstete und die Kiewer Truppen auf den Krieg gegen Russland vorbereitete. Stattdessen fügte sie ein weiteres Mal Lüge und Hetze an: Die Waffenlieferungen hätten „Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainern ihre Heimat erhalten“. Durch sie seien die russischen Panzer und Vergewaltiger zurückgedrängt, Menschen befreit und Menschenleben gerettet worden.


    Die Außenministerin blieb wie Klitschko die Antwort auf die Frage eines der beiden Moderatoren schuldig, wie verzweifelt die Lage der Ukraine denn sei, wenn jetzt auch noch Streubomben geliefert werden. Dafür erklärte der Ex-Boxer, dass auch Streumunition zur Verteidigung notwendig sei. Zudem habe Russland diese zuerst eingesetzt, unter anderem in Charkiw. Auch das dürfte eine der Lügen von Chemnitz sein. So hatte erst am Vortag der investigative Journalist Seymour Hersh einen US-Regierungsbeamten zitiert, wonach Streubomben geliefert werden, „weil das alles ist, was wir noch im Schrank haben“. Die Behauptungen Kiews, russische Truppen hätten diese Munition bereits eingesetzt, seien „einfach eine Lüge“.


    Schlagworte statt Wahrheit

    Ex-Boxer Klitschko trug aktiv zum niedrigen Niveau der Veranstaltung bei. Er sprach wie Baerbock wider den bekannten Fakten von einem russischen „Vollangriff auf das gesamte Land“ beziehungsweise einer „Vollinvasion“ auf die Ukraine mit dem Ziel Kiew, dessen angeblich geplante Einnahme nur das ukrainische Militär verhindert habe. „Russlands Putin“ mit seinen „sinnlosen Ambitionen“ ist für Klitschko „das Böse“, das bekämpft werden müsse. Putin wolle immer mehr, „Russland braucht mehr Land, hat nie genug, mehr Land, mehr Imperium“.


    Sein simples Geschichts- und Politikbild bestätigte der Ex-Boxer unter anderem mit der Aussage, die Ukrainer hätten sich 2014 für die „europäischen Qualitäten des Lebens, vor allem Demokratie“ entschieden, daraus sei die Maidan-Bewegung entstanden, „was Russland nicht so gut gefallen hat“. Der Krieg habe 2014 im Osten der Ukraine begonnen, sagte er – aber um auch dafür Russland verantwortlich zu machen. Er verschwieg, dass Kiew im Frühjahr 2014 Panzer und Kampfflugzeuge in die Ostukraine befahl, die dort Aufständische und zivile Gebiete bombardierten.


    Er warf den Deutschen vor, trotzdem weiter das billige Gas und Öl aus Russland bezogen zu haben, „weil das so gut für die Wirtschaft ist“. Aber billige Rohstoffe seien eine Waffe, so Klitschko – wieder ohne einen jeglichen Beweis dafür, dass Russland die Lieferungen jemals zu politischen Zwecken missbraucht hat. Klitschko behauptete, Deutschland habe „sich komplett wirtschaftlich von Russland abhängig“ gemacht. Woher er das nimmt, erklärte er nicht und meinte stattdessen, „auf Putins Russland kann man sich nicht verlassen“. Bekanntermaßen hat Russland vor der Eskalation zum Krieg in der Ukraine und den westlichen Sanktionen wie zuvor die Sowjetunion trotz aller politischen Krisenmomente immer die vertraglichen Lieferverpflichtungen eingehalten.


    Beifall statt Widerspruch

    Seine geschichts- und tatsachenverdrehenden Aussagen stießen auf dem Podium und beim Publikum nicht auf Widerspruch, sondern ernteten ebenso wie die von Baerbock meist viel Beifall. Der kam selbst, als der Ex-Boxer Fragen brüsk zurückwies. So wie die des Freie-Presse-Lesers Anton Schumann, der nebst zwei anderen mit auf dem Podium sitzen durfte: „Welche Möglichkeiten sehen Sie denn, wie Russland wieder irgendwann auf diese globale Bühne kommen könnte?“ Und: „Wie kann Russland aus seiner Ecke wieder rauskommen in die Mitte?“


    Das war zu viel für Klitschko, der in Kasachstan geboren wurde, Mutter Russin, Vater Ukrainer. Auf Schumanns Frage sagte er sichtlich empört: „Ich glaube, wir gehen jetzt gerade zu weit.“ Es gehe jetzt nur darum, den Krieg zu beenden – durch einen Sieg über Russland, von dem er überzeugt ist, weil „Ausdauer im Krieg schlägt auch die zweitgrößte Armee der Welt“. Er bedanke sich bei der Bundesregierung und denjenigen Deutschen, die deren Kurs unterstützen. Allerdings habe der Wechsel in den Köpfen lange gedauert, „um zu erkennen, wo das Böse ist und wo es herkommt“.


    Wenn es in der Ukraine nicht gestoppt werde, gehe es weiter, glaubte er, besonders die Ostdeutschen warnen zu müssen. „Das Land hier war mal Ostdeutschland. DDR. Das Land war unter dem sowjetischen Imperium.“ Daran könnten sich noch viele erinnern – dass ohne den faschistischen deutschen Überfall am 22. Juni 1941 kein sowjetischer Soldat jemals deutschen Boden betreten hätte, daran erinnerte sich Klitschko nicht. Dafür ging er so weit zu behaupten – neben der Lüge, es gebe keine NATO-Soldaten in der Ukraine –, die Waffenlieferung sei weiter notwendig, denn: „Wir schützen nicht nur uns. Wir schützen euch. Ja, wir schützen euch.“ Selbst dafür bekam er wieder Beifall aus dem Publikum.


    Vorwürfe statt Argumente

    Für die Frage des Ex-Grünen Jürgen Lösche aus dem sächsischen Helmsgrün, ob denn erst verhandelt werden soll, wenn der letzte russische Soldat die Krim verlassen hat, was nicht realistisch sei, hatte Klitschko nur versteckte Verachtung übrig. Wenn Lösche die angeblich von russischen Truppen erschossenen Teenager gesehen hätte, „hätten sie wahrscheinlich diese Frage nie gestellt“, so der Ex-Boxer dazu. Dafür musste sich Lösche nach der Veranstaltung noch gegenüber anderen Teilnehmern rechtfertigen, warum er gesagt habe, dass der Krieg durch sofortige Verhandlungen beendet werden müsste. Sein Argument, der Krieg hätte vorher verhindert werden können, wurde unter anderem mit der Frage gekontert, warum er Baerbock nicht glaube, der angeblich weltweit anerkannten deutschen Außenministerin.


    Die Diskussion am Ende der Veranstaltung warf ein Schlaglicht auf die Stimmung beim Großteil des Publikums, das laut Freie Presse unter fast 1.000 Anmeldungen für die rund 300 Plätze ausgelost worden war. Zuvor hatten einige die von mir gestellte Frage, warum sie an einem Sommertag Baerbock und Klitschko zuhören, unter anderem mit dem Hinweis beantwortet, in Chemnitz sei sonst kulturell nicht viel los. Widerspruch zur deutschen Außenpolitik gab es keinen.


    Hartmut Markert aus Chemnitz sagte, er sei dafür, „dass wir die Ukraine nach Herzenskräften unterstützen, auch mit Waffen. Wie soll es denn sonst anders gehen? Man kann ja Putin nicht das Feld überlassen.“ Martin Böttger aus Zwickau meinte, es sei „ganz schlimm, dass es so viel Verständnis für Putin gibt“. Ohne Waffenlieferungen werde aber die Ukraine „einverleibt in die Russische Föderation. Und was dann passiert, kann ich mir vorstellen. Dann gibt es Umerziehungslager, und Putin-Gegner werden als Nazis dann behandelt. Und das gilt es zu verhindern.“

    Gefragt nach seiner Sicht auf die deutsche Außenpolitik meinte Böttger, dass Baerbock „das ganz gut macht“. Das fand auch Annkatrin Lohausen aus Plauen im Vogtland. Sie interessierte sich immerhin für die Möglichkeit eines Waffenstillstandes und sagte, dass beide Seiten aufeinanderzu gehen müssten. Sie vertraue aber Baerbock – „wirklich ein Hoffnungsträger“ – und dass sie das Richtige mache.


    Diplomatie statt Waffen“

    Vielleicht lag es daran, dass die Leser der Chemnitzer Freien Presse immer noch dem vertrauen, was die Mainstream-Medien ihnen erzählen. Das Blatt war in der DDR eine der SED-Zeitungen und ging 1990 mit Hilfe von Helmut Kohl an den Verleger Dieter Schaub in Ludwigshafen am Rhein. Flaggschiff von dessen inzwischen vom Sohn Thomas Schaub geführten Medienkonzern Medien Union ist die Zeitung Rheinpfalz. Dazu gehören neben Schulbuchverlagen die Süddeutsche Zeitung, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten.


    Insofern ist die Stimmung bei der Veranstaltung nicht verwunderlich. Es gab auch eine Menschenkette mit Ukraine-Fahnen, als der Bus mit der Baerbock-Mannschaft in Chemnitz eintraf. Ebenso gab es aber auch Protestkundgebungen samt Russlandfahnen sowie der Forderungen „Grüne an die Ostfront“ und „Diplomatie statt Waffen“. Deshalb waren ein Großaufgebot an Polizei aufgefahren und der Veranstaltungsort weiträumig abgesperrt worden.


    Dass Baerbock und Co. in Chemnitz weniger Freunde haben, als die Veranstaltung vermuten ließ, machten die beiden Taxifahrer deutlich, die mich vom und zum Bahnhof fuhren. Der Erste schimpfte auf die Grünen und auch die Vorzugsbehandlung der ukrainischen Geflüchteten. Der Zweite meinte, dass Baerbock und die Grünen in der Stadt kaum Freunde haben und dass die meisten Einwohner sich nicht dafür interessierten, was diese sagen.


    Zurück zur Frage, ob Kriegspropaganda ungestraft verbreitet werden darf: Nach Artikel 26 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) ist sie unter Strafe zu stellen. „Neben Kriegspropaganda fällt auch das Eintreten für nationalen, rassischen oder religiösen Hass, durch das zur Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt aufgestachelt wird, darunter“, heißt es dazu unter anderem bei der Juristenvereinigung IALANA. Auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte erklärt Kriegspropaganda als „durch Gesetz verboten“. Und weiter: „Jedes Eintreten für nationalen, rassischen oder religiösen Hass, durch das zu Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt aufgestachelt wird, wird durch Gesetz verboten.“


    Doch diese Rechtsgrundsätze spielen jeweils im konkreten Fall keine Rolle. Das zeigten in den letzten Jahrzehnten mehrfach abgelehnte Strafanzeigen gegen Mitglieder der Bundesregierung wegen des Verdachts auf Vorbereitung eines Angriffskrieges. Und so wird auch Außenministerin Baerbock, in Chemnitz im weißen Kleid – als Unschuld oder vermeintlicher Friedensengel? – auftretend, straffrei ausgehen für die Hetze, den Hass und die Kriegspropaganda, die sie dort verbreitete. Denn angeblich führt ja Russland einen unprovozierten Angriffskrieg gegen die Ukraine, die sich nur verteidige. Und viele glauben das, weil sie nichts von der Vorgeschichte und den Zusammenhängen wissen und aus den Mainstream-Medien erfahren.


    * 20. Juli 2023, 11:30 Uhr: Diese Passage wurde ergänzt.

    Titelbild: © Tilo Gräser


    Rubriken: Audio-Podcast Kampagnen / Tarnworte / Neusprech Militäreinsätze/Kriege Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=101288


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Während die NATO nach Antworten im Ukraine-Konflikt sucht, verfolgt Polen die nukleare Option

    freeassange.rtde.life, 20 Juli 2023 12:08 Uhr

    Die Ambitionen einzelner Mitglieder der Nordatlantischen Allianz bringt die Welt immer näher an einen nuklearen Schlagabtausch. Eine Aussicht, die kein rationaler Akteur jemals als einen Beitrag zum kollektiven Frieden und zur Sicherheit in Europa betrachten könnte.


    Quelle: www.globallookpress.com © Dominika Zarzycka/Keystone Press Agency


    Von Scott Ritter


    Die NATO hat vergangene Woche ihr zweitägiges Gipfeltreffen in der litauischen Hauptstadt Vilnius abgehalten. Während Fragen zur NATO-Erweiterung – bei der durch die unerwartete Kehrtwende der Türkei, die Tür zum Beitritt neuer Mitglieder geöffnet wurde – und der anhaltende Konflikt in der Ukraine die Schlagzeilen dominierten, ging es beim Gipfel auch um ein Thema, das inhärente existenzielle Konsequenzen mit sich bringt: der Antrag Polens, einer Vereinbarung über die gemeinsame Nutzung von Atomwaffen mit den USA beizutreten. Das dazugehörige Stichwort: Nukleare Teilhabe, was eine Stationierung von taktischen Atombomben von Typ B-61 auf polnischem Boden vorsehen würde. Zu diesem Thema schwieg die NATO jedoch.


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    Analyse

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    Gemäß dem Antrag von Premierminister Mateus Morawiecki, würden diese Atomwaffen in die Obhut von speziell ausgebildeten polnischen Luftwaffentruppen übergeben werden, um sie in einem künftigen nuklearen Konflikt mit Russland einzusetzen. Unausgesprochen blieb die Tatsache, dass jeder Konflikt, bei dem Polen Atomwaffen gegen ein russisches Ziel einsetzen würde, sofort zu einem nuklearen Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und Russland führen würde. Dies wiederum bedeutet unweigerlich die Zerstörung eines Großteils der Menschheit, wenn nicht gar der gesamten.


    Der polnische Antrag ist mit Sicherheit Folge der jüngsten Entscheidung Russlands, taktische Atomwaffen in Weißrussland zu stationieren, wo sie mit Kampfflugzeugen vom Typ Su-25 und Raketensystemen vom Typ Iskander-M kombiniert werden können. Diese Waffensysteme werden von speziell ausgebildeten weißrussischen Besatzungen bedient. Die Vereinbarung zur nuklearen Teilhabe zwischen Russland und Weißrussland ist Teil einer umfassenden Neubewertung der russischen Nuklearposition durch Moskau angesichts der erklärten Absicht der Vereinigten Staaten und der NATO, in der Ukraine eine strategische Niederlage Russlands herbeizuführen.


    Das Abkommen über die nukleare Teilhabe zwischen Russland und Weißrussland ähnelt stark einer ähnlichen Vereinbarung zwischen den USA und der NATO, bei der etwa hundert B-61-Atombomben auf dem Boden von vier NATO-Staaten stationiert sind. In Kriegszeiten kämen diese bei den Luftstreitkräften von fünf NATO-Staaten zum Einsatz – in der Türkei, Belgien, Niederlande, Italien und Deutschland. Die Entscheidung, Atomwaffen auf weißrussischem Boden zu stationieren und weißrussische Trägersysteme und Mannschaften für den Einsatz dieser Waffen vorzusehen, ist ein Zeichen für die engen Beziehungen, die zwischen Moskau und Minsk nach den inneren Unruhen in Weißrussland im Nachgang der Präsidentschaftswahl 2020 entstanden sind. Der Russland-Ukraine-Konflikt hat die beiden Nationen nur noch näher zusammengebracht.


    Der Antrag von Morawiecki war nicht der erste, bei der die Frage von US-Atomwaffen auf polnischem Boden zur Sprache kam. Im Jahr 2020 führten Richard Grenell, der damalige US-Botschafter in Deutschland, und Georgette Mosbacher, die damalige US-Botschafterin in Polen, einen Austausch auf Twitter. Dieser Austausch hatte die Zögerlichkeit Berlins zum Thema, seine Beteiligung an der nuklearen Teilhabe fortzusetzen, in deren Rahmen zwanzig B-61-Atombomben auf deutschem Boden stationiert wurden. Die veraltete Flotte von Tornado-Jagdbombern der deutschen Luftwaffe sah sich damals kurz davor, in den kommenden Jahren außer Dienst gestellt zu werden. Die deutsche Regierung war sich uneins und zögerte, die Tornados durch moderne, in den USA hergestellte Kampfflugzeuge zu ersetzen. Letztlich stimmte Deutschland jedoch dem Kauf von fünfunddreißig Flugzeugen vom Typ F-35A im Umfang von 8,4 Milliarden US-Dollar zu. Deutschland wird 2026 mit der Ausbildung seiner Piloten an diesem Flugzeugtyp beginnen, mit dem Ziel, die erste Staffel von F-35A bis 2028 einsatzbereit zu haben.


    Polen behindert seinen regionalen Führungsanspruch, indem es versuchte, Deutschland auszutricksen




    Analyse

    Polen behindert seinen regionalen Führungsanspruch, indem es versuchte, Deutschland auszutricksen





    Die Frage eines Beitritts Polens zur nuklearen Teilhabe kam im Oktober 2022 erneut auf, als der polnische Präsident Andrzej Duda, alarmiert über den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die USA öffentlich aufforderte, B-61-Atombomben auf polnischen Boden zu verlegen. Diese Aufforderung fand jedoch weder in den USA noch innerhalb der NATO Anklang, war jedoch alles andere als übertrieben. Im April 2022 gab die Direktorin für Nuklearpolitik der NATO, Jessica Cox, bekannt, dass die Militärplaner des Bündnisses die Mechanismen bei der nuklearen Teilhabe anpassen würden, um dadurch den Erwerb der F-35A durch zahlreiche Mitgliedsstaaten zu berücksichtigen. Vier der fünf an dieser nuklearen Teilhabe beteiligten Nationen hatten dem Übergang ihrer Luftwaffen hin zu einer Flotte von F-35A zugestimmt, während die Türkei wegen des Kaufs russischer S-400-Boden-Luft-Raketen – der einen Verstoß gegen US-Sanktionen darstellte – davon ausgeschlossen blieb.

    Die Pläne von Jessica Cox sahen nicht die Stationierung von Atomwaffen auf dem Boden dieser Staaten vor, sondern vielmehr deren Einsatz in Kampfflugzeugen für nukleare Missionen. Der Antrag von Morawiecki war somit mit der künftigen Anschaffung von F-35A-Flugzeugen durch Polen verbunden, was die Möglichkeit eröffnete, dass man sich auf einen Kompromiss einigen könnte. Dieser könnte dahin gehend aussehen, dass US-Atombomben auf deutschem Boden bleiben, im Kriegsfall aber an polnische Luftwaffentruppen übergeben werden. Polen hat kürzlich einen Vertrag im Wert von 6,5-Milliarden US-Dollar mit den USA über den Kauf von zweiunddreißig F-35A-Kampffliegern unterzeichnet, deren Auslieferung im Jahr 2024 beginnen soll.

    Während der polnische Antrag auf Beitritt zur nuklearen Teilhabe beim Gipfel in Vilnius nicht öffentlich thematisiert wurde, deutete das zum Abschluss herausgegebene Kommuniqué der NATO an, wie die Zukunft sowohl für Polen als auch für die nukleare Abschreckung der NATO aussehen könnte. In der Verlautbarung heißt es:

    "Die NATO wird alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Sicherheit der nuklearen Abschreckung zu gewährleisten. Dazu gehört die weitere Modernisierung der Nuklearkapazitäten der NATO und die Aktualisierung der Einsatzdoktrin, um die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Nuklearstreitkräfte des Bündnisses zu erhöhen und gleichzeitig jederzeit eine starke politische Kontrolle auszuüben. Das Bündnis bekräftigt die Notwendigkeit, die größtmögliche Beteiligung der betroffenen Bündnispartner an der nuklearen Lastenverteilung sicherzustellen, um die Einheit und Entschlossenheit des Bündnisses zu demonstrieren."

    Während es unwahrscheinlich ist, dass die USA noch die NATO in Zukunft der Bitte des polnischen Premierministers nachkommen werden, US-amerikanische Atombomben auf polnischem Boden zu stationieren, scheint das Kommuniqué der NATO den Weg für die Integration der polnischen F-35A-Flotte zu ebnen, falls jemals ein Atomkonflikt zwischen der NATO und Russland ausbrechen sollte. Während das Bündnis ein solches Ergebnis möglicherweise als Beitrag zur Stärkung der nuklearen Abschreckung der NATO betrachtet, garantiert es in Wirklichkeit lediglich, dass Russland gezwungen sein wird, künftig jede F-35A im Arsenal der NATO als potenzielle nukleare Bedrohung zu betrachten und seine eigene Abschreckung entsprechend anzupassen.

    Dies bringt die NATO und Russland näher an die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs, eine Aussicht, die kein rationaler Akteur jemals als einen Beitrag zum kollektiven Frieden und zur Sicherheit in Europa betrachten kann.


    Aus dem Englischen.


    Scott Ritter ist ein ehemaliger Offizier für Aufklärung der US-Marineinfanterie und Autor. Er diente den USA in der Sowjetunion als Inspektor für die Umsetzung der Auflagen des INF-Vertrags, während des Zweiten Golfkriegs im Stab von General Norman Schwarzkopf und war danach von 1991 bis 1998 als Waffen-Chefinspekteur bei der UNO im Irak tätig. Derzeit schreibt Ritter über Themen, die die internationale Sicherheit, militärische Angelegenheiten, Russland und den Nahen Osten sowie Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung betreffen. Man kann ihm auf Telegram folgen.


    Mehr zum Thema - Selenskij "wütend": Unangenehme Überraschung für die Ukraine beim NATO-Gipfel


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    20.07.2023

    Medien: Victoria Nuland wird nach Südafrika reisen, um Haltung gegenüber Russland zu beeinflussen

    Die US-Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, Victoria Nuland, wird nach Südafrika reisen, damit die Behörden des Landes "ihre Beziehungen zu Moskau neu bewerten können", so das Magazin Foreign Policy. Im August wird dort der BRICS-Gipfel stattfinden.


    Quelle: Gettyimages.ru © NurPhoto


    Archivbild: Victoria Nuland


    Victoria Nuland, die US-Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, wird demnächst Südafrika besuchen, um die Politik der afrikanischen Republik gegenüber Russland zu beeinflussen. Dies berichtet das Magazin Foreign Policy unter Berufung auf vier sachkundige Quellen unter aktuellen und ehemaligen Diplomaten.

    Die Quellen gehen davon aus, dass Nuland in den kommenden Wochen zusammen mit Gregory Meeks, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses, nach Südafrika reisen wird. Sie werden versuchen, "Wege zur Verbesserung der Beziehungen zu finden und Druck auf Südafrika auszuüben, damit es seine Beziehungen zu Moskau neu bewertet", heißt es in dem Artikel.

    Südafrika und Russland sind Mitglieder der BRICS. Die Republik wird im August ein Gipfeltreffen ausrichten, bei dem Moskau durch Außenminister Sergei Lawrow vertreten sein wird. Normalerweise ist es Präsident Wladimir Putin, der diese Aufgabe übernimmt, aber dieses Mal wird er am Rande des Gipfels am 23. August per Videolink sprechen. Der Kreml hat erklärt, dass eine Teilnahme in dieser Form als vollwertig betrachtet werden könne.


    "Wir erwarten keine negativen Auswirkungen" – Putin wird von Lawrow auf BRICS-Gipfel vertreten


    "Wir erwarten keine negativen Auswirkungen" – Putin wird von Lawrow auf BRICS-Gipfel vertreten






    Im März hatte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen Putin erlassen. Südafrika hat das Römische Statut unterzeichnet und ratifiziert, was bedeutet, dass es verpflichtet ist, eine Person, die der Gerichtshof festnehmen will, an den IStGH auszuliefern, wenn sich diese Person im Hoheitsgebiet des Landes befindet. Die südafrikanische Regierung merkte zuletzt an, dass diese Tatsache ihre Entscheidung über die Form der Beteiligung Putins beeinflusst habe.


    Der IStGH hatte gleichfalls einen Haftbefehl gegen die russische Kinderbeauftragte Marija Lwowa-Belowa erlassen. Sie und das russische Staatsoberhaupt werden verdächtigt, ein "Kriegsverbrechen" begangen zu haben – die "illegale Deportation der Bevölkerung (Kinder) aus den besetzten Gebieten der Ukraine in die Russische Föderation" im Zeitraum ab dem 24. Februar 2022.


    Der Kreml erklärte, dass er die Frage des Haftbefehls selbst als "empörend und inakzeptabel" betrachte, und erinnerte daran, dass Russland die Zuständigkeit des IStGH nicht anerkenne und dessen Entscheidungen "aus rechtlicher Sicht null und nichtig" seien.


    Mehr zum Thema - Putin reist nicht nach Afrika – Afrika kommt nach Russland


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    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

    Info: https://freeassange.rtde.life/international/175824-medien-victoria-nuland-wird-nach


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    20.07.2023

    "Kann nur sagen: Weiter so!" Ein deutscher General a.D. freut sich über Terrorakte

    Von Dagmar Henn

    Wann immer sich deutsche Militärs zum ukrainischen Krieg äußern, bekleckern sie sich nicht gerade mit Ruhm. General a.D. Klaus Wittmann ist dabei keine Ausnahme. Er versucht die Mär von den siegreichen Ukrainern zu retten und jubelt sogar über Terrorakte.


    "Kann nur sagen: Weiter so!" Ein deutscher General a.D. freut sich über Terrorakte

    Screenshot: Klaus Wittmann


    Eigentlich sollte man beim pensionierten General Klaus Wittmann davon ausgehen, dass er das Handwerk noch ordentlich gelernt hat. Immerhin war die Bundeswehr zu der Zeit, als er anfing, noch eine Armee von einer halben Million. Und auch, wenn sich ehemalige Offiziere der NVA heute noch über sie lustig machen, verglichen mit heute war das eine wirklich ernst zu nehmende Armee. Was reitet ihn also, jetzt terroristische Handlungen gut zu finden?

    Aber von vorn. Im Interview mit dem Nachrichtensender der Welt erklärt er zuerst, man müsse mit der ukrainischen Offensive Geduld haben:

    "Wir sollten in noch viel stärkerem Maße die Ukraine ausrüsten und unterstützen mit militärischem Gerät. Dass Russland sich ein halbes Jahr so intensiv zur Verteidigung einrichten konnte und eingraben, und die Minenfelder in fast industriellem Ausmaß ausbringen konnte, hat ja auch damit zu tun, dass wir ein halbes Jahr zu spät sind mit vielen Lieferungen, die wir dorthin gebracht haben. Panzer, Schützenpanzer. Hätte der Bundeskanzler den Beschluss bereits im August, September fällen können, dann sähe es viel besser aus."

    Der Mann ist studierter Historiker, allerdings kein Militärhistoriker. Sonst wäre er schon einmal über die Tatsache gestolpert, die sich Rasputiza nennt, die Monate des Jahres, in denen sich der weiche Ackerboden in der Ukraine in metertiefen Schlamm verwandelt. Und dann liegt dazwischen noch der Winter. Selbst wenn der Westen die Ukraine mit allem verfügbaren Material (dessen Mengen sich bekanntlich in Grenzen halten) bereits im vergangenen Oktober zugeschüttet hätte, vor dem Mai dieses Jahres wäre das nichts geworden.


    Australischer Söldner kritisiert ukrainisches Militär: "Inkompetente Kommandeure verheizen Soldaten"




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    Und die Minenfelder? Da haben sich selbst ukrainische Soldaten schon drüber lustig gemacht, dass ihnen ihre NATO-Ausbilder gesagt hätten, bei ihnen wären Minenfelder hundert auf zweihundert Meter groß, die könne man umfahren. Jetzt setzt sich selbst ein ehemaliger General vor die Kamera und tut so, als hätte noch niemand in der Militärgeschichte Minenfelder von mehr als zweihundert Quadratmetern verlegt, man hätte also nie damit rechnen können.

    Anders gesagt: Die ganze NATO hat sich um Größenordnungen vertan mit diesem Krieg, von der Munition bis zur Zahl der involvierten Panzer, und da ist September oder März wirklich Jacke wie Hose.

    Die Ausrede, die Wittman bringt, warum die ukrainische Offensive nicht von der Stelle kommt, ist nicht einmal seine Erfindung. Es sei bewaffnete Aufklärung, das sei eben eine kriechende Offensive. Wobei bewaffnete Aufklärung dazu dient, Schwachstellen des Gegners zu entdecken. Wenn man zwei Monate lang immer wieder an denselben Stellen nach Schwachstellen sucht und keine findet, dann sucht man an der falschen Stelle, oder es gibt schlicht keine. Man wartet fast darauf, dass er die stationäre Offensive erfindet.

    "Der amerikanische Generalstabschef hat gerade gesagt, er sieht da keinen Misserfolg, er sieht bedächtiges, langsames Vorgehen. Die Ukrainer, die sind stärker bedacht auf das Schonen der Menschenleben ihrer Soldaten als die Russen."

    Berichte von der Front besagen: Nachdem bei den ersten Anläufen ein Drittel des gelieferten Geräts zerstört wurde – egal, ob Leopard oder Bradley –, greift das ukrainische Militär inzwischen weitgehend ohne schwere Technik an, und die Verlustzahlen sind entsprechend. Wie Wittman darauf kommt, dass die Ukrainer, die ihre Truppen ohne Minenräumgerät in die Minenfelder treiben, besser auf ihre Leute achten als die Russen, die hinter diesen Minenfeldern befestigte Stellungen haben und auf das, was durch die Minenfelder krabbelt, nur draufhalten müssen, ist Wittmanns Geheimnis.

    Allerdings lässt er dann doch erkennen, dass er nicht so richtig zuversichtlich ist. Eine siegende Armee braucht nämlich keine Terroranschläge. Wittmann aber begrüßt sie:

    "Und zur Kertsch-Brücke kann ich nur sagen: Weiter so!"

    Nun, die stationäre Offensive ist mancherorts bereits dabei, sich in eine Retro-Offensive zu verwandeln, wenn man das Wort Frontbegradigung vermeiden will – gerade in der Gegend um Krasny Liman. Der General a.D. wird aber sicher vorerst dabei bleiben, wider besseres Wissen dem Publikum einen ukrainischen Sieg zu verkaufen. Was weder in der Form der kriechenden Bewegung, ob vorwärts oder rückwärts, noch in der Form des blanken Terrors sonderlich interessant oder Sympathie erweckend ist.

    Einen Höhepunkt wird es allerdings geben, sollte Klaus Wittmann seine Auftritte zu diesem Thema weiter fortsetzen: Die Pirouette, die er hinlegt, wenn die USA die Ukraine fallen lassen (und das werden sie eher früher als später), die dürfte wirklich sehenswert werden.


    Mehr zum Thema - Kiew in Panik: Der Westen ist einen Schritt davon entfernt, die Ukraine fallen zu lassen


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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    20.07.2023

    Werner Rügemer: Verhängnisvolle Freundschaft

    seniora.org, 20. Juli 2023, Gewidmet Julian Assange. Papyrossa Köln

    Wie die USA Europa eroberten, zunächst vom 1. zum 2. Weltkrieg.


    Rügemer, Werner: Verhängnisvolle Freundschaft
    2023, 326 Seiten, 22,90 Euro, ISBN 978-3-89438-803-4


    "Es ist gefährlich, Amerikas Feind zu sein. Aber Amerikas Freund zu sein, ist verhängnisvoll", so Henry Kissinger, langjähriger Berater von US-Präsidenten. So wurde die alliierte Sowjetunion sofort nach 1945 vom Freund zum Todfeind. Dies geschah auch der Volksrepublik China, die in den 1970er Jahren von Kissinger selbst umworben worden war. Die wichtigsten Unternehmen der nach 1945 umworbenen westeuropäischen Staaten wurden seit der Jahrtausendwende von US-Investoren aufgekauft, Staaten und abhängig Beschäftigte wurden verarmt, auch Regierungen werden überwacht - und die geschwächten Vasallen müssen seit Obama aufrüsten, beschleunigt durch den Stellvertreterkrieg in der Ukraine. In der EU trifft es den besten Freund Deutschland am härtesten.



    Die Gene des US-Staates:

    *Der Staat baute nach der Gründung Sklavennutzung und Sklavenhandel aus und praktiziert seit dem Bürgerkrieg bis heute die geopolitics of modernized slave labor rund um den Globus.


    *Der Staat hat kein Außen- sondern nur ein Staatsministerium: Das "nationale Interesse" erstreckt sich tendenziell auf jede Person, Organisation, Regierung, jedes Unternehmen, jeden Staat der Erde.


    *Die US-Verfassung nennt nirgends die Demokratie. Der Anspruch der "einzigen Weltmacht" wird durch "God's own Country" und "In God we trust" legitimiert   – verfassungswidrig.


    *Zusätzlich zu internationalen Organisationen wie Völkerbund, UNO, WTO, Internationaler Gerichtshof bauen die USA ihre eigenen "regelbasierten" Systeme auf. Wirtschaftliche und militärische Globalisierung bilden seit dem 19. Jahrhundert eine Einheit - nach 1945 im Zangengriff von Marshall-Plan und NATO, seit 1990 im Zangengriff der Ost-Erweiterung von NATO und EU, mit Militär- und Geheimdienstbasen auf allen Kontinenten und in annektierten Territorien.


    Die Praxis zeigte sich zunächst mit der Durchdringung der Hinterhöfe Nordamerikas, Lateinamerikas und Asiens, dann mit der finanziellen Abhängigkeit der europäischen Verbündeten im Ersten Weltkrieg. Danach förderten die USA alle faschistischen Diktaturen: Mussolini, Franco, Metaxas, Salazar, Chiang Keishek - und Hitler: die Zerschlagung der Demokratie- und Arbeiterbewegungen war die Freude der US-Kapitalisten. Hollywood machte Wahlwerbung für Hitler, schon vor 1933. NS-Deutschland war der größte Abnehmer von einvernehmlich zensierten Hollywood-Filmen. US-Konzerne machten Hitlers Wehrmacht zum modernsten Militär der damaligen Welt, auch im Weltkrieg produzierten sie weiter für Hitler-Deutschland. Die US-geführte Bank for International Settlements (BIS/Schweiz) wusch NS-Raubgold aus den besetzten Staaten. 1945 praktizierten die USA den nuklearen Erstschlag. Diese Doktrin, zuletzt bekräftigt unter Präsident Obama, bedeutet: Der mögliche Schauplatz wäre Europa, wo die guten Freunde leben.


    Fake production: Die US-Kapitalisten und ihre Regierungen, Medien, Agenturen, Stiftungen sind Meister der profesionellen fake production: So wurde 1947, mit der globalen militärischen Expansion auf allen Kontinenten, das US-War Department nach 158 Jahren in Defense Department umbenannt: Kriege und ihre Vorbereitungen heißen seitdem „Verteidigung“.


    Weltgesellschaft: Der Autor plädiert im Kontekt des sich kooperativ neu organisierenden „Restes“ der Weltgesellschaft für das ursprüngliche UN-Völkerrecht und die Universellen Menschenrechte einschließlich der Arbeits- und Sozialrechte. Auch die Loslösung Europas von den USA ist nur in Kooperation mit dem "Rest" der Welt möglich.


    Quellen: Das Buch zieht v.a. US-Quellen heran, auch französische, die nie ins Deutsche übersetzt wurden. Die bundesdeutsche Historiker- und Medienzunft lebt von Legenden und Blindstellen.

    Autor: Seit den Veröffentlichungen 1984 zu Akteuren und Praktiken des Silicon Valley gilt Werner Rügemer als bester Kenner des Innen- und Außenlebens der USA. www.werner-ruegemer.de


    Werner Rügemer, * 1941, Dr. phil., Publizist und interventionistischer Philosoph. Er veröffentlicht seit den 1980er Jahren zum politisch-moralischen Verfall der US-Gesellschaft, zum extremen Gegensatz von Arm und Reich, zur Verflechtung von Militär, Geheimdiensten und Hightech, zu Umweltzerstörung und Gesundheitsschäden für die migrantischen Niedrigstlöhner.




    Dazu passt auch, erschienen im Stern 2002 (!):

    Pro Memoria: Essay    –Abschied von einem Freund

    Dürfen wir den AMERIKANERN, denen wir so viel verdanken, die Gefolgschaft verweigern? Die Geschichte einer Entfremdung, kommentiert von stern-Autor Heinrich Jaenecke.

    Dieser Bericht aus dem Jahre 2002 hatte mich damals sehr beeindruckt und ich schrieb Herrn Jaenecke eine anerkennende Rückmeldung zu seinem mutigen Text, obwohl der "Freund" auch 1945 kein wahrhaft aufrichtiger Freund war. (ww)

    Heinrich Jaenecke

    04. November 2016


    Ein Trauerfall ist anzuzeigen: der Verlust eines Freundes, vielleicht des besten Freundes, den wir je besaßen. Er war unser Wohltäter, damals, als wir am Boden lagen. Er hat uns, seinen einstigen Feinden, wieder aufgeholfen, er hat uns Schutz gewährt. Er wurde in dieser vaterlosen Gesellschaft zu unserem Übervater. Wir haben zu ihm aufgeblickt und ihn bewundert um seiner Stärke, seiner Großherzigkeit und Hilfsbereitschaft willen. Er war unser Vorbild in vielen Dingen. Wir haben von ihm gelernt - Toleranz, Demokratie, Menschenrechte. Wir mochten uns sehr. Fast war es so etwas wie Liebe.


    Lange Zeit blieb es so. Dann trat Entfremdung ein. Der Freund veränderte sich, und vielleicht veränderten wir uns auch. Wir waren 'erwachsen' geworden, wie der Kanzler es nannte, und wir sahen mit Beklemmung, wie der Freund sich entfernte von den Idealen, die er uns eingepflanzt hatte.


    Er war inzwischen der mächtigste Mann der Erde, ein Weltherrscher, wie es ihn in moderner Zeit noch nicht gegeben hat. Die Macht veränderte ihn. Er brauchte, seit der alte Gegner das Handtuch geworfen hatte, auf nichts und niemanden mehr Rücksicht zu nehmen. Er wurde selbstherrlich, grobschlächtig, gebieterisch. Das Schicksal der Erde, die Verantwortung für das Leben künftiger Generationen scherten ihn nicht. Er richtete sich nur noch nach den "eigenen Interessen", wie er freimütig bekannte.


    Er teilte Völker in "gute" und "böse" und rief der Welt zu: "Wer nicht auf unserer Seite steht, steht auf der Seite unserer Feinde"     – ein Wort wie eine entsicherte Waffe, Drohung und Erpressung in einem. Mit Politik hatte das nichts mehr zu tun. Es war eine Kriegserklärung an alle, die sich nicht fügen wollen.


    MIT GEORGE W. BUSH     – und damit verlassen wie die Allegorie     – betrat ein Amerika die Bühne, das uns mehr und mehr erschrecken ließ, obwohl es schon immer da gewesen war: das Amerika des "big stick', des Knüppels, den Theodore Roosevelt vor 100 Jahren schwang, um im spanischen Hinterhof Amerikas aufzuräumen und all diese aufsässigen Bananenrepubliken auf Vordermann zu bringen.


    Mit dem 43. Präsidenten der USA zog der Geist des "großen Knüppels" in die Weltpolitik ein.

    Wie kein anderer vor ihm verkörpert Bush einen amerikanischen Archetyp: den einsamen Sheriff mit den mahlenden Kinnbacken, der gnadenlos aufräumt mit den Banditen, Verrätern, Feiglingen, Schurken. Der den Finger immer am Abzug hat und nicht viel nach Paragrafen fragt, der selbst entscheidet, was Recht und Unrecht ist, und dessen Weg gesäumt ist mit den Gräbern der Gerichteten: 135 Todesurteile hat der Gouverneur von Texas in seiner fünfjährigen Amtszeit unterzeichnet, ein Rekord selbst im hinrichtungswütigen Amerika.


    Der 11. September war die große Stunde des George W. Bush.

    Der Angriff aus dem Dunkel bot ihm die Rolle seines Lebens. "Wir stehen im Krieg", verkündete er und meinte es durchaus wörtlich: Der Sheriff trat an, das Böse in der Welt auszurotten, koste es, was es wolle. Amerika lebt seither im Ausnahmezustand     – in Atem gehalten durch immer neue Bedrohungsszenarien aus dem Weißen Haus. Der Sheriff kann nicht verstehen, wie diese Europäer ungerührt ihr Bier trinken und über Fußball diskutieren.


    Bushs Antiterror-Krieg war bislang ein Flop gemessen an dem gigantischen Aufwand. Die Taliban mit B-52-Bombern zu verjagen war kein Kunststück. Die Zahl der Opfer haben wir nie erfahren und die Bilder der Toten nie gesehen. Es muss grauenhaft gewesen sein.


    Afghanistan aber ist vom Frieden so weit entfernt wie eh und je, das Phantom al Qaeda trotz aller Erfolgsmeldungen nicht zerschlagen     – wie auch: Für jeden geschnappten Gotteskämpfer springen drei neue ein. Glauben, denn darum handelt es sich, ist weder durch Bomben noch durch Folter zu erschüttern.


    DER PHANTOM-KRIEG hat bisher nur eines geschafft: Er hat Amerika zu einem anderen Land gemacht. Die Institution Krieg, dieses Relikt der Steinzeit, das wir überwunden zu haben glaubten, ist rehabilitiert als legitimes Instrument der Politik: Bush hat den amerikanischen Rüstungsetat auf die Wahnsinnssumme von 379 Milliarden Dollar hochgejagt     – so viel wie die Militärbudgets der nachfolgenden 14 Staaten zusammen.


    Das neue Strategiepapier, das Bush jetzt dem Kongress vorgelegt hat, dokumentiert die dramatische Wende der amerikanischen Politik. Unverhüllt plädiert der Präsident darin für den Präventivkrieg, 'Die alte Strategie von Eindämmung und Abschreckung seit den vierziger Jahren     – ein Eckstein der amerikanischen Politik     – ist tot", schreibt die "New York Times". Stattdessen fordert das Weiße Haus jetzt das Recht, "zur Verteidigung unserer Interessen im In- und Ausland die Bedrohung zu zerstören, bevor sie unsere Grenzen erreicht. Wir werden nicht zögern, notfalls allein zu handeln, um unser Recht auf Selbstverteidigung durch Präventivmaßnahmen auszuüben."


    Das ist nichts anderes als die Absage an das oberste Friedensgebot, das die Völkergemeinschaft seit dem Zweiten Weltkrieg hoch und heilig beschworen hat. "Die Entfesselung eines Angriffskrieges ist das größte internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, dass es in sich alle Schrecken vereinigt und anhäuft." Woher das stammt? Aus der Urteilsbegründung des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals, maßgeblich verfasst vom Anklagevertreter der Vereinigten Staaten. All das soll nun Makulatur sein, einschließlich der Charta der Vereinten Nationen, durch die sich die Mitgliedstaaten verpflichten, jede "Androhung oder Anwendung von Gewalt" zu unterlassen.


    Begreiflich, dass Washington den neuen Internationalen Strafgerichtshof sabotiert, der unter anderem das "Verbrechen der Aggression" verfolgen will. US-Bürger aber sollen nach dem Willen des Weißen Hauses von jeder Strafverfolgung ausgenommen sein. Gleiches Recht für alle? Schnee von gestern.

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    In beispielloser Weise proklamiert Bush den dauerhaften Anspruch Amerikas auf die Weltherrschaft: "Der Präsident", so heißt es in der neuen Strategie, "beabsichtigt nicht, irgendeiner ausländischen Macht zu gestatten, den ungeheuren Vorsprung (in der Rüstung) aufzuholen, den die Vereinigten Staaten seit dem Fall der Sowjetunion errungen haben." Das bedeutet die Absage an jede Art von Rüstungskontrolle und an alle Abkommen, die einst unter jahrzehntelangen Mühen ausgehandelt wurden und die Welt sicherer machten.


    Der Sheriff wähnt sich als Werkzeug des Guten.

    Wer seine Entschlüsse nicht gutheißt, ist ein gottverdammter Feigling, wenn nichts Schlimmeres. Seit Schröders Nein zum Irak-Krieg werden wir als Feindstaat behandelt, ausgestoßen aus der Kampfgemeinschaft. Will man uns übel nehmen, dass wir, nach den Katastrophen unserer Geschichte, möglicherweise eine größere Sensibilität für das Wort Krieg entwickelt haben? Und dass wir uns dafür weder schämen noch beschimpfen lassen müssen? Wenn wir etwas zu verteidigen haben, dann ist es dies.


    Ein Ozean an Verständnislosigkeit trennt uns heute von dem einstigen Freund. Die Lage ist paranoid. In einem schwäbischen Hinterzimmer im vertrauten Kreis fällt ein harsches Wort über den Präsidenten der Vereinigten Staaten     – und die Weltmacht flippt aus. Der deutsche Regierungschef wird zur Unperson erklärt, der Verteidigungsminister auf flegelhafte Weise gedemütigt, und der Herr im Weißen Haus lässt dunkle Drohungen verlauten wie gegen einen straffällig gewordenen Untergebenen, den man dringend zur Räson bringen muss     – so sieht die kafkaeske Realität aus, in der wir leben. Man müsste mal bei Krenz nachfragen, viel anders kann es im Warschauer Pakt nicht gewesen sein.


    Wenn das Nein eines Mitgliedstaates zu einem Krieg mit unabsehbaren Folgen das Bündnis "vergiftet" (so Condoleezza Rice, die Einpeitscherin im Weißen Haus), dann ist etwas faul im Staate Dänemark. Dann signalisiert diese Reaktion ein totalitäres Denken, das nichts mehr zu tun hat mit der offenen Gesellschaft, die wir verteidigen wollten.


    Der Freund, den wir einmal hatten, erklärte uns damals, dass unser Kardinalfehler der blinde Gehorsam gewesen war. Er hatte Recht. Wir haben die Lektion gelernt.

    Uns trennt ein Ozean an Verständnislosigkeit

    Quelle: Stern Nr. 41, Seite 40 vom 02. 10. 2002


    Heinrich JaeneckeJaenecke

    Heinrich Jaenecke 1928-2014 (Foto: Nele Braas)

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Infos zu den gentechnischen Immunisierungsversuchen


    wodarg.com, heruntergeladen am 20. Juli 2023, 15:00 Uhr

    image


    Über 20% der RNA-Spritzen waren mit Bakterien-DNA verunreinigt

     

    5.4.2023, Jüngste Studien von Kevin McKernan, einem führenden Experten für Sequenzierungsmethoden für DNA und RNA, haben gezeigt, dass Chargen der modifizierten mRNA-„Impfstoffe" von Pfizer und Moderna einen hohen Anteil kontaminierter bakterieller DNA enthalten. Insgesamt macht die DNA bis zu 20-35 % der Nukleinsäuren in den einzelnen Chargen der modifizierten mRNA-„Impfstoffe" aus.
    Diese alarmierend hohen Konzentrationen übersteigen bei weitem die Grenzwerte der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

    Die Arbeit von Michael Palmer, MD and Jonathan Gilthorpe, PhD fasst die Nachweise dieser DNA-Kontamination zusammen und erörtert die möglichen Gesundheitsrisiken für die Empfänger der gentechnischen Injektionen. Hier können sie die deutsche Version der Arbeit downloaden. ( https://doctors4covidethics.org/wp-content/uploads/2023/04/dna-contamination-de2.pdf )


    Wollen Sie sich boostern lassen,

    weil die Geschützten vor den Ungeschützten

    weiter geschützt werden sollen,

    indem man die Ungeschützten zwingt,

    den Schutz zu erdulden,

    der die Geschützten nicht geschützt hat?

     

    Eine sehr gute und sachliche Zusammenstellung der Gründe gegen die  Aufnötigung gentechnischer Injektionen findet sich bei

    KRiSTA-Netzwerk Kritischer Richter und Staatsanwälte n.e.V.


    Hier ausgewählte Folien zur Strafanzeige gegen die Zulassungsbehörde Swissmedic

    Wichtige Unterlagen (bitte breit gestreut verteilen):

    1.) Strafanzeige vom 14.7.2022
    2.) Evidenz Report von 14.7.2022
    3.) Executive Summary
    4.) Ausgesuchte Beweismittel (siehe coronaanzeige.ch)
    5.) Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 14.11.2022 2022 und sämtliche dort publizierte Dokumente (siehe coronaanzeige.ch)

    /*#contentNachrichtenLink_280841{ display:none; } #SIMtxtBoxtext_280841:hover > #contentNachrichtenLink_280841{ display:block; }*/ Weiterlesen
     

    Info: https://www.wodarg.com/impfen

    20.07.2023

    Kognitive Beeinträchtigung bei Erwachsenen – Welche Rolle spielten COVID-Impfstoffe?

    globalresearch.ca, 19. Juli 2023, Igors Newsletter 12. Juli 2023, Von Igor Chudov

    Die ausführliche Erkundung eines Arztes aus dem Mittleren Westen


    Thema:

     

    Vor einem Monat erwähnte ich Beweise (bereitgestellt vom niederländischen Institut RIVM) für einen dramatischen Anstieg kognitiver Probleme bei Erwachsenen, siehe hier .

    Dieser Beitrag traf einen Nerv und veranlasste viele Leser, ihre Beobachtungen und Gefühle über kognitive Veränderungen, die sie bei sich selbst oder ihren Lieben beobachteten, mitzuteilen. Bis heute hat der Beitrag 1.263 Kommentare erhalten!


    Ein Freund dieses Blogs, ein beliebter Substacker A Midwestern Doctor , bot an, weitere Gedanken und Beobachtungen auszutauschen. Da ich dies für ein äußerst wichtiges Thema halte, hoffe ich, dass der folgende Text, den ich nicht geschrieben habe, die weitere Diskussion und das Nachdenken über die kognitiven Veränderungen, die wir beobachten, anregen wird.


    Ich kenne viele Geimpfte und viele Ungeimpfte. Vielen von ihnen geht es zum Glück gut. Einige haben Probleme und bleiben dennoch gute, vielversprechende und wertvolle Menschen. Ich hoffe, dass die Schwierigkeiten derjenigen, die aufkommende Schwierigkeiten mit der Führungsfunktion haben, eine Suche nach Lösungen anregen werden.


    Während sich die folgenden Gedanken auf Fragen im Zusammenhang mit Impfstoffen konzentrieren, habe ich vor, dieses Thema in Zukunft zu untersuchen und andere Faktoren zu untersuchen, die sich ebenfalls auf die intellektuellen Funktionen des Menschen auswirken können.

    Der folgende Text wurde von einem Arzt aus dem Mittleren Westen verfasst . Ich möchte es als Denkanstoß anbieten. Wie immer können Sie jeder Sache zustimmen oder nicht zustimmen; Ihre Meinung wird nicht zensiert. Kommentieren Sie also weg!


    Einführung 

    Als die COVID-19-Impfstoffe auf den Markt kamen, ging ich aufgrund ihres Designs davon aus, dass sie Sicherheitsprobleme haben würden, und ich ging davon aus, dass sie auf lange Sicht mit einer Vielzahl chronischer Probleme verbunden sein würden. Dies lag daran, dass es verschiedene Gründe für den Verdacht gab, dass sie Autoimmunerkrankungen, Fruchtbarkeitsprobleme und Krebs verursachen würden – aber aus irgendeinem Grund (wie die EMA-Lecks von Pfizer zeigten ) waren die Impfstoffe von einer angemessenen Prüfung auf diese Probleme ausgenommen bevor es Menschen verabreicht wird.


    Da alle neuen Medikamente diesen Tests unterzogen werden müssen, interpretierte ich dies als stillschweigendes Eingeständnis, dass bekannt war, dass in diesen Bereichen große Probleme auftreten würden, und dass die Entscheidung getroffen wurde, dass es besser sei, keines dieser Medikamente offiziell zu testen Es gäbe keine Daten, die zeigen würden, dass Pfizer wusste, dass sich die Probleme entwickeln würden. Leider sind diese drei Probleme (insbesondere Autoimmunität) seit der Markteinführung der Impfstoffe zu den häufigsten schwerwiegenden Ereignissen im Zusammenhang mit den Impfstoffen geworden.


    Zu Beginn der Einführung des Impfstoffs gab es für mich vier Warnsignale:


    • In den frühen Werbekampagnen für die Impfstoffe wurde erwähnt, dass man sich schrecklich fühlen würde, wenn man den Impfstoff bekam, aber das war in Ordnung und ein Zeichen dafür, dass der Impfstoff wirkte. Selbst bei Impfstoffen, die eine sehr hohe Rate unerwünschter Ereignisse aufwiesen (z. B. der HPV-Impfstoff ), wurde dies nie erwähnt. Dies bedeutete, dass die Rate unerwünschter Ereignisse bei den Spike-Protein-Impfstoffen wahrscheinlich viel höher als normal sein würde.
    • Viele meiner Kollegen, die den Impfstoff erhalten hatten (da sie im Gesundheitswesen tätig waren, konnten ihn zuerst bekommen), posteten in den sozialen Medien, wie schrecklich sie sich nach der Impfung fühlten. Das war auch etwas, was ich bei einem früheren Impfstoff noch nie gesehen hatte. Nach einigem Nachforschen fiel mir auf, dass diejenigen mit den schlimmsten Impfreaktionen typischerweise bereits COVID hatten und eher auf die zweite als auf die erste Impfung reagierten, was darauf hindeutet, dass durch wiederholte Exposition gegenüber dem Spike-Protein eine Art erhöhte Sensibilisierung auftrat. Ebenso zeigte die veröffentlichte klinische Studie über den Impfstoff von Pfizer, dass die Nebenwirkungen bei der zweiten Impfung viel höher waren als bei der ersten Impfung.

    • Als es der breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde, meldeten sich bei mir sofort Patienten mit Impfreaktionen. Viele von ihnen gaben an, dass sie jedes Jahr ihre Grippeimpfung erhielten und bei einer früheren Impfung noch nie etwas Ähnliches erlebt hatten. Eines der besorgniserregendsten Dinge war die Vorverschlimmerung von Autoimmunerkrankungen (z. B. fühlten sich Stellen in ihrem Körper, an denen sie zuvor gelegentlich Arthritis hatten, an, als stünden sie in Flammen). Als ich anfing, mich damit zu befassen, wurde mir klar, dass nach der Impfung eine Rate von 15 bis 25 % an neuen Autoimmunerkrankungen oder einer Verschlimmerung bestehender Autoimmunerkrankungen auftrat (was später in einer israelischen Umfrage gezeigt wurde), ein massiver Anstieg, den ich noch nie zuvor gesehen hatte Impfursache.
    • Ungefähr einen Monat, nachdem die Impfstoffe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, begann ich, Freunde und Patienten erzählen zu lassen, dass sie jemanden gekannt hatten, der unerwartet plötzlich nach Erhalt des Impfstoffs gestorben war (normalerweise an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem plötzlichen aggressiven Fall von COVID). -19).

    Das war für mich äußerst besorgniserregend, da sich Reaktionen auf ein Toxin typischerweise entlang einer Glockenkurve verteilen, wobei die schweren Reaktionen viel seltener sind als die mittelschweren. Das bedeutete, dass, wenn so viele schwerwiegende Reaktionen auftraten, das, was ich bereits sehen konnte, nur die Spitze des Eisbergs war und weitaus mehr, viel weniger offensichtliche Reaktionen auftreten würden, bis zu dem Punkt, an dem wahrscheinlich viele Menschen, die ich kannte, davon betroffen sein würden bei denen es zu Komplikationen durch den Impfstoff kommt.



















    Ich habe versucht, meine Kollegen vor den Gefahren dieses Impfstoffs zu warnen, aber selbst als ich darauf hinwies, dass Pfizers eigene Studie zugab, dass der Impfstoff Ihnen eher schaden als helfen würde, wollte mir niemand zuhören. Da ich nicht sicher war, was ich sonst tun sollte, aber auch nicht bereit war, nichts zu tun, beschloss ich, alle schwerwiegenden Reaktionen, die ich erlebte, zu dokumentieren , damit ich meinen Kollegen eine Art „Beweis“ zeigen konnte.


    Dies war damals äußerst wichtig, da niemand bereit war, das persönliche Risiko einzugehen, in der Peer-Review-Literatur zu veröffentlichen, dass etwas gegen das Narrativ (dass Impfstoffe Menschen töten) verstieß. Kurz nachdem Steve Kirsch freundlicherweise beim Start meines Substacks geholfen hatte, beschloss ich, das von mir zusammengestellte Protokoll zu veröffentlichen , und da ein dringender Bedarf an diesen Informationen bestand, ging der Beitrag viral und schuf einen Großteil der anfänglichen Leserbasis, die meinen Substack ermöglichte .


    Die Durchführung des Projekts war immens zeitaufwändig (insbesondere die Überprüfung der mir gemeldeten Geschichte), sodass ich das Projekt nach einem Jahr beendete. Während dieser Zeit erlebte ich 45 Fälle, in denen es entweder zu einem Todesfall kam (diese machten die Mehrheit der 45 Fälle aus), zu etwas, von dem ich erwartete, dass es später tödlich verlaufen würde (z. B. ein metastasierender Krebs) oder zu einer dauerhaften vollständigen Behinderung. Darüber hinaus bin ich analog zur zuvor beschriebenen Glockenkurve auch auf viele weitere erhebliche, aber nicht so schwere Verletzungen gestoßen.


    Muster von Impfschäden

    Ich interessiere mich seit langem für die Untersuchung von Arzneimittelschäden, da viele meiner Freunde und Verwandten negativ auf Arzneimittel reagiert haben. In den meisten dieser Fälle lagen ausreichend Daten vor, die darauf hindeuteten, dass es zu einer Reaktion kommen konnte (oft in einem Ausmaß, das stark gegen den Verbleib des Arzneimittels auf dem Markt sprach), und dennoch war sich fast niemand im medizinischen Bereich dieser Gefahren bewusst, was zu meinem Fall führte verletzte Freunde wurden nie gewarnt, bevor sie das Medikament einnahmen oder sogar während die Verletzung auftrat.


    Meine Glockenkurventheorie entstand ursprünglich aus der Untersuchung all dieser Fälle. Daher war ich daran interessiert, genau zu wissen, wie die Verteilung unerwünschter Ereignisse durch die Spike-Protein-Impfstoffe mit dem übereinstimmt, was ich bei früheren gefährlichen Arzneimitteln beobachtet hatte, und ob das, was ich persönlich sah, mit dem übereinstimmte, was alle online berichteten, oder nicht.


    Eines der Dinge, die mir sofort ins Auge fielen, waren die Fälle, in denen die Eltern eines Freundes in einem Pflegeheim, die den Impfstoff erhielten, sofort einen schnellen kognitiven Verfall erlitten, der als Alzheimer-Krankheit „diagnostiziert“ wurde und dann nicht lange danach starben. Damals ging ich davon aus, dass dies höchstwahrscheinlich auf nicht diagnostizierte ischämische Schlaganfälle zurückzuführen war, da dies der plausibelste Mechanismus zur Beschreibung dessen war, was ich gehört hatte. Ich war mir jedoch nicht sicher, da ich keine dieser Personen auf tatsächliche Anzeichen eines Schlaganfalls untersuchen konnte passiert.


    Diese Fälle waren für mich sehr besorgniserregend, da sie (gemäß der Glockenkurve) darauf hindeuteten, dass es einen viel größeren Anteil der Menschen geben würde, die nach der Impfung einen weniger schweren (aber dennoch schwerwiegenden) kognitiven Rückgang entwickeln würden.


    [Hinweis: Eine der häufigsten Arten von Verletzungen durch Arzneimittel sind neurologische Verletzungen, die sowohl die kognitive Funktion beeinträchtigen als auch psychiatrische Symptome hervorrufen. Dies bringt Patienten in die schwierige Situation, unter Gasbeleuchtung zu leidendurch das medizinische System. Dies liegt daran, dass ihre Ärzte davon ausgehen, dass die psychiatrischen Symptome der Patienten die Ursache ihrer Krankheit und nicht ein Symptom davon sind, was dazu führt, dass dem Patienten gesagt wird, dass die Krankheit nur in seinem Kopf entsteht, und dass er ständig an psychiatrische Hilfe überwiesen wird. Eines der besten Beispiele hierfür waren die Herzrhythmusstörungen (z. B. schnelle, angstauslösende Herzklopfen), die durch die Schädigung des Herzens durch den Impfstoff verursacht wurden und immer wieder als Folge von Angstzuständen diagnostiziert wurden, selbst als eine spätere, von mir angeforderte Untersuchung ergab, dass dies der Fall war Herzschaden lag vor.]


    Als ich nach der Impfung immer mehr Anzeichen einer kognitiven Beeinträchtigung bemerkte, wurde mir klar, dass das, was ich beobachtete, das widerspiegelte, was ich zuvor bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Schimmelpilztoxizität, HPV-Impfschäden und Lyme -Borreliose beobachtet hatte. Zu den Beispielen gehörten:


    • Viele Menschen berichteten, dass sie ein „COVID“-Gehirn hätten, in dem es für sie einfach schwieriger sei, nachzudenken und sich an Dinge zu erinnern. Ich habe dies nach schwereren Fällen von COVID gesehen, nach der Impfung und bei Patienten, bei denen sich die Krankheit laut Zeitachse durch den Impfstoff entwickelt hatte, die aber glaubten, dass sie durch COVID verursacht worden sei.
    • Diese Probleme betrafen tendenziell eher ältere Erwachsene, aber jüngere bemerkten sie eher (und beklagten sich) darüber. Im Falle älterer Erwachsener erfuhr ich normalerweise von jemand anderem, der den kognitiven Rückgang beobachtet hatte, und nicht direkt von der Person.
    • Ich habe Fälle von Impfgeschädigten gesehen, die Schwierigkeiten hatten, sich an das Wort zu erinnern, von dem sie wussten, dass es ausdrückte, was sie mitteilen wollten (dies ist auch ein häufiges Symptom einer Schimmelpilztoxizität).
    • Ich kannte ein paar Leute (z. B. Freunde und Kollegen), die mir erzählten, dass ihr Gehirn seit der Impfung nicht mehr so ​​funktionierte.
    • Ich habe Fälle von Kollegen gesehen, die eine spürbare (und dauerhafte) kognitive Beeinträchtigung zeigten, obwohl ich davon ausgegangen war, dass sie den Impfstoff erhalten hatten. Ihre Beeinträchtigung wurde nie erwähnt oder angesprochen (vielmehr arbeitete der Arzt weiter, leistete nicht so gute Leistungen und ging in einigen Fällen in den Ruhestand).
    • Ich traf schwergeschädigte Impfgeschädigte, die mir erzählten, eines der Hauptsymptome sei der Verlust kognitiver Funktionen, die sie ihr ganzes Leben lang für selbstverständlich gehalten hatten. In vielen Fällen verbesserte sich nach der Behandlung ihrer Impfverletzung auch ihre Wahrnehmung.
    • Einer meiner Freunde (ein sehr kluger Immunologe) entwickelte Komplikationen bei den ersten beiden Impfungen und konnte anhand seiner Symptome genau beschreiben, welche Teile seines Immunsystems fehlreguliert wurden. Entgegen meinem Rat nahmen sie eine Auffrischimpfung und berichteten, dass sie unter einer erheblichen kognitiven Beeinträchtigung litten, die sie noch nie zuvor in ihrem Leben erlebt hatten. Ich halte es für wichtig, diesen Fall mitzuteilen, da er zeigt, wie eine Verschlimmerung einer Impfschädigung auch zu einer Verschlimmerung kognitiver Symptome führen kann.

    [Hinweis: Ich habe auch gesehen, dass bei Personen, die akut an COVID-19 erkrankt waren, erhebliche kognitive Beeinträchtigungen auftraten.]


    Hinweise auf eine kognitive Beeinträchtigung

    Zur gleichen Zeit, als ich diese Auswirkungen beobachtete, kursierten im Internet auch viele Gerüchte (z. B. dieses hier), dass die Impfstoffe kognitive Beeinträchtigungen verursachen würden und dass wir aufgrund der Impfverletzungen Zeuge einer Zombie-Apokalypse werden würden.

    Dies geschah nie, aber viele beobachteten den Verdacht, dass eine kognitive Beeinträchtigung vorlag. Um zum Beispiel Igors jüngsten Artikel zu zitieren :


    Ich besitze ein kleines Unternehmen und habe mit vielen Menschen und anderen kleinen Unternehmen zu tun. Die meisten leisteten einen zuverlässigen Service, erinnerten sich an Termine, gingen Problemen nach und so weiter. Mir ist aufgefallen , dass manche Menschen in letzter Zeit kognitiv weniger leistungsfähig sind . Sie vergessen wichtige Termine, können sich nicht konzentrieren, machen wahnsinnig dumme Fehler und so weiter.


    In meinem Fall war die deutlichste Veränderung, die ich bemerkte, die Verschlechterung der Situation der Fahrer um mich herum und einige Beinaheunfälle aufgrund von Fahrstörungen.


    Die Herausforderung bei solchen Situationen besteht darin, dass es sehr schwer ist zu sagen, ob tatsächlich etwas passiert, oder ob Ihre Wahrnehmung lediglich ein Produkt einer Bestätigungsverzerrung ist. Aus diesem Grund konnte ich zwar gerne meinen Glauben bekräftigen, dass die COVID-19-Impfstoffe die schweren Verletzungen an beiden Enden der Glockenkurve verursachten, vermied es jedoch bei vielen der weniger schwerwiegenden Verletzungen in der Mitte, wo es viel unklarer war, ob Was ich beobachtete, war „real“ oder einfach meine eigene voreingenommene Wahrnehmung der Ereignisse um mich herum. Unter anderem aus diesem Grund habe ich die beobachteten Veränderungen im Fahrverhalten nie erwähnt.


    Typischerweise sind in solchen Situationen umfangreiche Datenmengen oder wissenschaftliche Studien erforderlich, um herauszufinden, ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Leider werden bedrohliche Daten oft nicht veröffentlicht, da es politische Konsequenzen hat, wenn man von der vorherrschenden Erzählung abweicht. Dadurch entsteht die schwierige Situation, dass diejenigen, die nach Antworten zu einem Thema suchen, das ein berechtigtes Interesse in Frage stellt, sehr sorgfältig nach Hinweisen zu diesem Thema suchen müssen (z. B. indem sie Papiere analysieren, um genau zu sehen, was die Daten tatsächlich zeigen).


    Igor findet diese regelmäßig, und nachdem ich die neueste, die er ausgegraben hat, gesehen habe, habe ich darum gebeten, einen Gastbeitrag zu schreiben. Um seine Entdeckung aus den Niederlanden zu zitieren:


    Daten zur Primärversorgung für Januar bis März 2023 zeigten, dass Erwachsene ihren Hausarzt wegen einer Reihe von Symptomen häufiger aufsuchten als im gleichen Zeitraum im Jahr 2019. Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme traten deutlich häufiger auf als im letzten Jahr und in der Zeit vor COVID-19. Bei diesen Symptomen nimmt der Unterschied zu 2019 von Quartal zu Quartal stetig zu .


    Im ersten Quartal 2023 gab es bei Erwachsenen (im Alter von 25 Jahren und älter) im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020 einen Anstieg der Hausarztbesuche aufgrund von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen um 24 %. Dies geht aus dem neuesten Quartalsbericht hervor Forschungsupdate vom GOR-Netzwerk . Die Zunahme von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen bei Erwachsenen scheint eine längerfristige Auswirkung der Corona-Maßnahmen sowie SARS-CoV-2-Infektionen zu sein.


    Genauer gesagt fanden sie:

    • Bei Erwachsenen unter 25 Jahren wurde kein Anstieg beobachtet.
    • Bei den 24- bis 44-Jährigen wurde ein Anstieg um 31 % beobachtet.
    • Bei den 45- bis 74-Jährigen wurde ein Anstieg um 40 % beobachtet.
    • Bei den über 75-Jährigen wurde ein Anstieg um 18 % beobachtet.


    [Hinweis: In früheren Runden dieser Umfrage wurden zusätzlich zu den oben beschriebenen kognitiven Problemen eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit (z. B. Angstzustände, Depressionen oder Selbstmordgedanken), Schlafprobleme, Müdigkeit und Herz-Kreislauf-Probleme (z. B. Kurzatmigkeit, Schwindel oder Herz-Kreislauf-Probleme) festgestellt Es wurde ebenfalls beobachtet, dass die Herzfrequenz (Herzklopfen) seit 2019 deutlich zugenommen hat.]


    Typischerweise ist es unwahrscheinlich, dass Patienten unter 75 Jahren ihren Arzt wegen kognitiver Probleme aufsuchen. Im Zusammenhang mit diesen Daten bedeutet dies, dass es ein stärkeres Argument dafür gibt, dass der (massive) Anstieg bei den unter 75-Jährigen auf etwas  zurückzuführen ist , das nach 2019 passiert ist. Darüber hinaus gab es bei älteren Menschen bereits eine große Anzahl von Besuchen wegen kognitiver Beeinträchtigungen , ist der geringere prozentuale Anstieg etwas irreführend bei der Quantifizierung des Ausmaßes, in dem alle betroffen waren. Um zum Beispiel den vorherigen Bericht zu zitieren :


    Daten aus der Grundversorgung zeigten, dass Erwachsene im Oktober–Dezember 2022 wegen Schlafproblemen etwas häufiger ihren Hausarzt aufsuchten als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Dies war besonders auffällig in der ältesten Altersgruppe (75 Jahre und älter).


    All diese Daten bringen die Gesundheitsbehörden in eine etwas heikle Situation, da die Veröffentlichung von Daten, die eine großflächige kognitive Beeinträchtigung belegen, direkt das Narrativ untergräbt, dem sie sich zuvor verschrieben hatten. Dennoch waren die Autoren des Berichts deutlich offener als viele andere vor ihnen:


    Die Ursache dieser Zunahme von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen ist unklar. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die COVID-19-Maßnahmen zu einem beschleunigten kognitiven Verfall bei Menschen führten, die anfingen, Probleme mit dem Gedächtnis und der Konzentration zu haben (durchschnittlich 66 Jahre).


    Als mögliche Ursache wurde natürlich COVID-19 genannt (das, wie oben erläutert, manchmal zu langfristigen kognitiven Beeinträchtigungen führen kann):


    Eine ergänzende Erklärung könnte sein, dass einige dieser Menschen nach COVID-19 Langzeitsymptome haben. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme häufig bei Post-COVID-Symptomen auftreten. Auch andere Infektionskrankheiten wie Grippe können diese Symptome verursachen. Aktuelle Studien haben jedoch gezeigt, dass Langzeitgedächtnis- und Konzentrationsprobleme nach COVID-19 deutlich häufiger auftreten als nach einer Grippe. Darüber hinaus treten diese Symptome häufiger in älteren Altersgruppen auf. Die von Hausärzten vorgelegten Zahlen stimmen mit dieser Erwartung überein.


    Glücklicherweise räumten die Autoren ein, dass langes COVID nicht die primäre Erklärung für das Geschehen sein konnte, und verwiesen stattdessen auf den Elefanten im Raum – die Impfstoffe.


    [Anmerkung: In den 23 Jahren, in denen VAERS tätig war, stammten bei VAERS 2352 der 3071 (76,6 %) Berichte über Gedächtnisstörungen nach der Impfung aus den COVID-19-Impfstoffen.]


    Warum verursachen die Impfstoffe kognitive Beeinträchtigungen? 

    Mein besonderes Interesse an der Untersuchung der Toxizität von Spike-Protein-Impfstoffen entstand, weil ich vermutete, dass ich viele Ähnlichkeiten mit anderen Arzneimittelschäden sehen würde, die ich zuvor beobachtet hatte, und dass Behandlungen, die für diese Verletzungen entwickelt wurden, zur Behandlung von COVID-19-Impfstoffschäden eingesetzt werden könnten. Bei Substack habe ich versucht, mich auf die Erklärung der Bereiche zu konzentrieren, die meiner Meinung nach für das Verständnis dieses Themas am wichtigsten sind: das Zeta-Potenzial, die Zellgefahrenreaktion (CDR) und die Behandlungen für die Alzheimer-Krankheit. Hinweis: Jedes dieser Probleme hängt mit den anderen zusammen und verursacht diese oft auch.


    Zeta-Potential: Das Zeta-Potenzial ( hier ausführlich erklärt ) bestimmt, ob Flüssigkeit im Körper zusammenklumpt (z. B. ein Gerinnsel bildet) oder verteilt bleibt und frei fließen kann. Darüber hinaus beeinflusst es auch, ob Proteine ​​in ihrer korrekten Form bleiben oder sich falsch falten und verklumpen. Viele verschiedene Probleme ( hier besprochen ) treten auf, wenn die Flüssigkeitszirkulation (sei es Blut, Lymphe, interstitielle Flüssigkeit oder Liquor cerebrospinalis) beeinträchtigt wird. Da das Spike-Protein in einzigartiger Weise dazu geeignet ist, das Zeta-Potenzial zu beeinträchtigen, haben wir herausgefunden, dass es das Zeta-Potenzial wiederherstellt ( hier besprochen).) ist bei COVID-19-Infektionen und bei der Behandlung von COVID-19-Impfverletzungen oft immens hilfreich. Viele dieser Ansätze wurden ursprünglich aus der Arbeit mit anderen Impfschäden und dem kognitiven Verfall bei älteren Menschen entwickelt.


    Cell Danger Response (CDR): Wenn Zellen einer Bedrohung ausgesetzt sind, wechseln ihre Mitochondrien von der Energieproduktion für die Zelle in einen Schutzmodus, in dem der Stoffwechsel und das interne Wachstum der Zelle heruntergefahren werden und die Mitochondrien reaktive Sauerstoffspezies freisetzen, um potenzielle Eindringlinge zu töten Die Zelle warnt andere Zellen, in die CDR einzudringen, und die Zelle schottet sich ab und trennt sich vom Körper. Die CDR ( hier weiter erklärt ) ist ein wesentlicher Prozess für das Überleben der Zellen, doch bei chronischen Erkrankungen bleiben Zellen häufig darin stecken, sodass die Heilungsreaktion nicht abgeschlossen werden kann.


    Das Verständnis des CDR ist bei der Arbeit mit komplexen Krankheiten äußerst wichtig, da es erklärt, warum lange zurückliegende Auslöser eine unerklärliche Krankheit verursachen können und warum viele Behandlungen angemessen erscheinen (insbesondere solche, die ein Symptom des CDR und nicht seine Ursache behandeln). helfen nicht und verschlechtern den Zustand des Patienten nicht. Viele der schwierigsten Patienten, die integrative Ärzte behandeln, sind diejenigen, die in der CDR gefangen sind, aber leider gibt es immer noch sehr wenig Wissen über dieses Phänomen.


    Mein Interesse richtete sich wieder auf die CDR, als mir klar wurde, dass eine der wirksamsten Behandlungen für lange COVID- und COVID-19-Impfschäden eine ist, die die CDR direkt behandelt. Da viele der Therapien, die zur Wiederbelebung von nicht funktionsfähigem Gewebe entwickelt wurden, im Bereich der regenerativen Medizin entwickelt wurden, habe ich einen Artikel geschrieben, in dem beschrieben wird, wie diese Ansätze zur Wiederherstellung lokalisierter Regionen von funktionsgestörtem Gewebe (was manchmal zur Behandlung von Impfschäden erforderlich ist) angewendet werden über die regenerativen Behandlungen , die systemische CDRs behandeln (und häufiger bei Impfschäden erforderlich sind).


    Alzheimer-Krankheit (AD): AD ist eine der verheerendsten und kostspieligsten Erkrankungen überhaupt (z. B. wurde für das Jahr 2020 geschätzt , dass sie Amerika 305 Milliarden Dollar gekostet hat), und infolgedessen werden jedes Jahr Milliarden von Dollar ausgegeben auf der Suche nach einem Heilmittel dafür. Diese Forschung (die 1906 begann) hat zu nichts geführt und derzeit arbeitet die FDA mit der Arzneimittelindustrie zusammen, um unwirksame, ziemlich gefährliche, aber äußerst profitable Behandlungen für AD voranzutreiben.


    Es gibt jedoch wirksame Behandlungsmöglichkeiten für AD, und meine Kollegen haben einige verschiedene Methoden entwickelt, mit denen die Erkrankung erfolgreich behandelt werden konnte. Darüber hinaus entwickelte ein Neurologe, Dale Bresden, eine Methode zur Umkehrung der Alzheimer-Krankheit, deren Wirksamkeit er in mehreren Veröffentlichungen bewies (einschließlich einer kürzlich durchgeführten klinischen Studie aus dem Jahr 2022 ).


    Alle diese erfolgreichen Ansätze basieren auf den folgenden Prinzipien:



    [Hinweis: Bresdens Ansatz betont auch die Bedeutung der Behandlung chronisch erhöhter Blutzucker- oder Insulinspiegel.]


    Eines der wichtigsten Dinge, die man bei AD wissen sollte, ist, dass es sich um eine sich langsam verschlimmernde Krankheit handelt, die oft über Jahrzehnte hinweg fortschreitet. In den frühen Stadien der AD treten geringfügige kognitive Veränderungen auf, die (sofern eine Autopsie möglich ist) mit Gewebeveränderungen im Gehirn korrelieren. In seltenen Fällen kann es stattdessen zu einer schnell fortschreitenden Form der Alzheimer-Krankheit kommen, die in jüngerem Alter auftritt und häufig mit der Toxinbelastung zusammenhängt.


    Im Fall von Spike-Protein-Erkrankungen habe ich sowohl frühe Anzeichen eines kognitiven Rückgangs der Alzheimer-Krankheit gesehen, die bei viel jüngeren Patienten auftraten, als auch Fälle, in denen die Alzheimer-Krankheit nach der Impfung schnell fortschritt.


    Abschluss 

    Jedes Mal, wenn Sie versuchen, die Welt um Sie herum wahrzunehmen, werden Sie immer durch die bereits vorhandenen Filter beeinflusst, die Sie daran hindern, einen Großteil der Welt um Sie herum zu sehen (wird hier weiter besprochen ) . In gewisser Weise sind diese Filter ein notwendiges Übel, denn ohne sie wäre die Welt überwältigend kompliziert. Wenn Sie jedoch nicht offen für die Möglichkeit sind, dass ein voreingenommener Filter Ihre Wahrnehmung der Realität trübt, werden Sie für viele wichtige Dinge um Sie herum blind. Irreführende Filter erklären beispielsweise, warum viele derjenigen, die sich dieser Erzählung verschrieben haben, die überwältigenden Beweise für COVID-19-Impfschäden um sie herum nicht erkennen können.


    Einer der am häufigsten verwendeten Filter ist der „ Social Proof “, der im Wesentlichen besagt, dass Menschen normalerweise nicht auf etwas reagieren, es nicht glauben oder es auch nur sehen, es sei denn, ihre Kollegen (die Herde) sind es bereits. Das stellt ein Problem dar, denn oft glaubt die Herde, wenn man etwas wissen muss, es noch nicht, was einen dazu zwingt, entweder eine Entscheidung zu treffen, die niemand sonst unterstützt (was ziemlich erschreckend sein kann) oder zu warten, bis die Sicherheit gewährleistet ist weil sich die Herde inzwischen in diese Richtung bewegt hat (was oft zu spät ist).


    Als ich diejenigen kennengelernt habe, die die COVID-19-Erzählung in Frage gestellt haben, ist mir aufgefallen, dass sie alle die durch ihre Lebenserfahrung gelernte Tendenz hatten, nicht der Masse zu folgen und bereit zu sein, auf der Grundlage ihres ersten Eindrucks von den vorläufigen Daten zu handeln schlug vor, bevor der Rest der Menge es mitbekam. Ed Dowd zum Beispiel war ein äußerst erfolgreicher Aktienhändler (z. B. brachte er Blackrock viel Geld ein) und seine Methode lief darauf hinaus, frühe Trends vor allen anderen zu erkennen und darauf zu reagieren.


    Wie viele andere hatte auch ich zu Beginn der Impfkampagne aufgrund der verfügbaren vorläufigen Datenpunkte den Verdacht, dass dies zu langfristigen kognitiven Problemen führen würde. Jetzt, da Daten vorliegen, die diesen Trend stützen, scheint sich das Problem allmählich zu verschlimmern, was im Laufe der Zeit häufig bei Faktoren beobachtet wird, die zu Demenz führen. Dies ist ein wichtiges Thema und ich möchte Igor dafür danken, dass er die Aufmerksamkeit auf diesen sehr wichtigen Datensatz gelenkt hat.

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    Das vorgestellte Bild stammt von Children's Health Defense


    Die weltweite Corona-Krise, der globale Staatsstreich gegen die Menschlichkeit von Michel Chossudovsky

    Michel Chossudovsky geht ausführlich darauf ein, wie dieses heimtückische Projekt „das Leben von Menschen zerstört“. Er bietet eine umfassende Analyse von allem, was Sie über die „Pandemie“ wissen müssen – von den medizinischen Dimensionen über die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die politischen Grundlagen bis hin zu den mentalen und psychologischen Auswirkungen.

    „Mein Ziel als Autor ist es, Menschen weltweit zu informieren und das offizielle Narrativ zu widerlegen, das als Rechtfertigung für die Destabilisierung des wirtschaftlichen und sozialen Gefüges ganzer Länder und die anschließende Einführung des „tödlichen“ COVID-19-„Impfstoffs“ genutzt wurde. Diese Krise betrifft die gesamte Menschheit: fast 8 Milliarden Menschen. Wir stehen in Solidarität mit unseren Mitmenschen und unseren Kindern weltweit. Die Wahrheit ist ein mächtiges Instrument.“

    Die Not einer Frau, die in Malaysia die „Sicherheit von Covid-Impfstoffen“ in Frage stellte

    ISBN:  978-0-9879389-3-0,   Jahr: 2022, PDF-E-Book,   Seiten : 164, 15 Kapitel

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    Die Originalquelle dieses Artikels ist Igor's Newsletter

    Copyright © Igor Chudov , Igor's Newsletter , 2023


    Info: https://www.globalresearch.ca/cognitive-impairment-adults-what-role-did-covid-vaccines-play/5826296

    20.07.2023

    Offizielle Stellungnahmen   Zeitungsbeitrag der offiziellen Vertreterin des Außenministeriums der Russischen Föderation Maria Sacharowa „Gedenken an alle Holocaust-Opfer“, Rossijskaja Gaseta, 19. Juli 2023

    Die beharrliche Weigerung, das nazistische Wesen des Kiewer Regimes erkennen zu wollen, hat tiefe Wurzeln. Sie werden durch den im Westen erblühten Nationalismus sowie eine Idee der Überlegenheit und Ausschließlichkeit ernährt.

    Ich möchte ein konkretes Beispiel anführen.

    Viele Jahrzehnte nach einer der schrecklichsten Tragödien des Zweiten Weltkriegs – der Blockade von Leningrad – beschloss Deutschland im Jahr 2012, eine Entschädigung für die Einwohner der Stadt zu zahlen.

    Was kosten fast 900 Tage und Nächte, die eine Million Menschenleben forderten – sowie Militärs, als auch Zivilisten, wobei der überwiegende Teil der Einwohner zu Tode verhungerte? Was ist der Preis für die Heldentat einer ganzen Stadt als Teil der Heldentat des ganzen Volkes? Wie kann das schwerste Kriegsverbrechen nicht nur im Laufe des Großen Vaterländischen Krieges, sondern auch in der Geschichte der ganzen Menschheit bezahlt werden?

    All diesen Fragen sollten vor dem Hintergrund der Reue, die man in Berlin öffentlich anstrebt, scheinbar verblassen.

    Nicht im Geringsten!

    Eine Entschädigung soll den Deutschen zufolge nicht an alle ausgezahlt werden, sondern lediglich an diejenigen, die ihre jüdische Herkunft bestätigen können. Das ist eine abstoßende und unerklärbare Einteilung aufgrund nationaler Abstammung. Das ist Segregation, die Nahrung des Neonazismus.

    Die russische Seite hat Deutschland diese Frage mehrmals vorgelegt. Es sind bereits fast elf Jahre vergangen, aber diese „nationale“ Regel gilt trotz unserer Kritik an einer solchen Rassendiskriminierung noch bis heute.

    In den schrecklichen Jahren damals haben die Leningrader weder in die Ausweise noch auf die Augenform geschaut. Sie haben zusammengearbeitet, die Stadt zusammen verteidigt, zusammen Brot geteilt, zusammen zu überleben versucht und auch zusammen gestorben.

    Aber fast 80 Jahre später beschloss man in Berlin, dass einigen der wenigen lebenden Veteranen – den Augenzeugen der damaligen schrecklichen Ereignisse – mehr zusteht als den anderen, weil das Blut in seinen Adern andere genetische Eigenschaften hat. Weckt das keine Erinnerungen? Das ist genau der Nährboden für die Wiederbelebung des Nazismus und des Faschismus.

    Parallel zur Segregation der Einwohner des ehemaligen Leningrads entrichtete die Bundesrepublik Zahlungen an Wehrmacht-Veteranen, u.a. in einigen Fällen an diejenigen, die in SS-Strafeinheiten im Einsatz waren: zum Beispiel an den 80-jährigen ehemaligen SS-Offizier Heinz Barth, der eine lebenslange Haftstrafe in einem deutschen Gefängnis wegen der Teilnahme an einem Massenmord von hunderten Zivilisten im Juni 1944 in der französischen Stadt Oradour abbüßte. Er wurde durch ein DDR-Gericht verurteilt, aber nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 bekam er das Recht auf Monatszahlungen in Höhe von 450 US-Dollar, weil er während des Krieges ein Bein verlor.

    Je nach Dienstgrad und Verdienste belaufen sich die Renten der Veteranen des Zweiten Weltkrieges auf Hunderte bzw. Tausende Euro. Vor kurzem stellte sich heraus, dass Berlin offiziell auch Zahlungen an solche Veteranen leistet, die freiwillig mit dem Dritten Reich und den Besatzungsbehörden kollaboriert haben. Nach AFP-Angaben bekommen solche Zahlungen in Europa 1.532 Personen, darunter 573 in Polen, 184 in Slowenien, 101 in Österreich, 94 in Tschechien, 71 in Kroatien, 54 in Frankreich, 48 in Ungarn, 34 in Großbritannien und genauso viele den Niederlanden, 18 in Belgien.

    Ich betone noch einmal: Deutschland zahlt im XXI. Jahrhundert Geldsummen an Kollaborateure, die Juden und Widerstandskämpfer an Polizeibeamte auslieferten, will aber den Einwohnern des ehemaligen Leningrads nichts zahlen.

    Umso schrecklicher erscheint das neueste Interview mit dem bereits bekannten Botschafter von Israel in der Ukraine, Michail Brodskiy, in dem er das neonazistische Kiewer Regime erneut rechtfertigt.

    Wissen Sie, was dabei besonders schrecklich ist? Dass nicht nur ein Jude, sondern auch ein Leningrader über die „Helden Bandera und Schuchewitsch“ spricht.

    Ja, Michail Brodskiy wurde in Leningrad geboren und ist dort aufgewachsen.

    Er sagte Folgendes: „Niemand hat das Recht, mich sowie andere offizielle Vertreter Israels zu belehren, wie man das Andenken an den Holocaust richtig bewahren und wie man die Fragen des historischen Gedenkens behandeln soll. In 90 Prozent der Fälle stimmen wir für die Unterstützung der Ukraine in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen. Wir überlegen, ob wir der Krim-Plattform beitreten sollen. Ich schließe es nicht aus, dass Israel irgendwann beschließen wird, sich der Krim-Plattform anzuschließen. Israel befasst sich jetzt aktiv mit der Übergabe von Frühwarnsystemen an die Ukraine, die hoffentlich in naher Zukunft in Betrieb genommen werden. Ab September soll zumindest ein Teil dieses Systems funktionsbereit sein“.

    Warum darf man von niemandem belehrt werden, wie und wer das Gedenken an den Holocaust bewahren soll? Der Holocaust ist die Verfolgung und Massenvernichtung verschiedener ethnischer und sozialer Gruppen durch die Nazis.

    Genau so wurde es in den wichtigsten internationalen Dokumenten festgelegt.

    Resolution A/RES/60/7 der UN-Generalversammlung: „Der Holocaust, bei dem ein Drittel des jüdischen Volkes sowie zahllose Angehörige anderer Minderheiten ermordet wurden, wird auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen“.

    UNESCO-Resolution 34C/61: „Die Generalkonferenz behält in Erinnerung, dass der Holocaust, bei dem ein Drittel des jüdischen Volkes sowie zahllose Angehörige anderer Minderheiten ermordet wurden, auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen wird“.

    Berliner Erklärung der OSZE: „Die OSZE-Teilnehmerstaaten verpflichten sich, die Erinnerung an die Tragödie des Holocaust wach zu halten, gegebenenfalls deren Vermittlung im Unterricht zu fördern und sich für die Achtung aller ethnischen und religiösen Gruppen einzusetzen“.

    Es gibt natürlich viele Resolutionen der UN-Generalversammlung, die von einzelnen Ländern nicht wahrgenommen werden. Sie haben keinen verbindlichen Charakter: diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, müssen sich daran nicht halten. Aber in diesem Fall waren Israel und Russland unter den Hauptinitiatoren der Resolution. Mehr als 100 Staaten waren als Mitverfasser beteiligt. Zudem wurde die Resolution mit Konsens angenommen, d.h. von allen Ländern, ohne Abstimmung. Demnach wirft die im Text angegebene Definition des Holocausts von niemandem infrage gestellt.

    Wir richten uns also gerade nach den universellen und einstimmig akzeptierten Bestimmungen vor dem Hintergrund offensichtlicher Manifestation des Hasses nach aufgrund nationaler Abstammung, der Segregation und des Fremdenhasses in der Ukraine mit Unterstützung des Westens.

    Eine andere Sache ist, dass wir in unserem Land weder den Sieg über den Faschismus, noch die Tragödie der Vernichtung von Menschen durch die Nazis in Bezug auf die Nationalität bewerten. Wir haben einen Sieg für alle und gedenken am Tag des Gedenkens und der Trauer jedes, der von den Nazis gequält wurde, unabhängig von seiner nationalen, religiösen und anderen Zugehörigkeit. Die Denkmäler für die Befreier Europas vom Nazismus, die auf den Gräbern von Soldaten der Roten Armee in EU-Ländern errichtet sind, werden nur von Russland und einzelnen Aktivisten aus anderen Staaten geschützt, die das Andenken in nationale, geographische oder religiöse Bestandteile ebenfalls nicht einordnen.

    Der Begriff „Holocaust“ hat übrigens eine verfestigte Bedeutung in der Geschichtswissenschaft rund um die Welt, deren Inhalt sich auf die Bezeichnung von Gräueltaten der Nazis ausschließlich gegenüber jüdischer Bevölkerung nicht beschränkt.

    Nehmen wir zum Beispiel eine Definition in „Britannica“:

    Holocaust, Hebrew Shoʾah (“Catastrophe”), Yiddish and Hebrew Ḥurban (“Destruction”), the systematic state-sponsored killing of six million Jewish men, women, and children and millions of others by Nazi Germany and its collaborators during World War II. 

    Das ist also eine systematische, vom Staat durchgeführte und gebilligte Ermordung von sechs Millionen jüdischen Männern, Frauen und Kindern sowie Millionen anderer Menschen, durch Nazi-Deutschland und seine Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs.

    Oder eine Definition in „Cambridge Dictionary“:

    The Holocaust was the systematic murder of many people, esp. Jews, by the Nazis during World War II.

    Das heißt, Holocaust ist eine systematische Ermordung von einer großen Anzahl von Menschen, vor allem (aber nicht nur) Juden durch die Nazis während des Zweiten Weltkriegs.

    Und hier ist eine Definition aus dem US-amerikanischen „Webster’s Dictionary“:

    Usually the Holocaust: the mass slaughter of European civilians and especially Jews by the Nazis during World War II.

    Holocaust ist eine Massenermordung von europäischen Zivilisten, insbesondere, Juden, durch die Nazis, während des Zweiten Weltkriegs.

    Nun darüber, was es für „zahllose Angehörige anderer Minderheiten“ waren. Man soll sich hier nichts ausdenken und nichts hineininterpretieren. Alles ist in den Dokumenten des Nürnberger Kriegsgerichtshofs enthalten. Wollen wir uns nur mit einer Gruppe befassen – den Slawen.

    Der Generalplan Ost, 1942 sah die „Umsiedlung“ von mehr als 30 Millionen Slawen und die „Germanisierung“ des europäischen Ostens bis zum Ural vor. Dieser Plan war mit der „Endlösung der Judenfrage“ verbunden: auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 handelte es sich um die Vernichtung von elf Millionen europäischen Juden.

    Hier der Inhalt eines der wichtigsten Nürnberger Dokumente – der Denkschrift eines Mitarbeiters des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete vom 19. August 1942 mit Anweisungen von Martin Bormann (Nürnberger Dokument R-36, US-699):

    Die Slawen sollen für uns arbeiten. Soweit wir sie nicht brauchen, mögen sie sterben. Impfzwang und deutsche Gesundheitsfürsorge sind daher überflüssig. Die slawische Fruchtbarkeit ist unerwünscht. Sie mögen Präservative benutzen oder abtreiben, je mehr desto besser. Bildung ist gefährlich. Es genügt, wenn sie bis 100 zählen können. Höchstens die Bildung, die uns brauchbare Handlanger schafft, ist zulässig“.

    Auch Heinrich Himmler sprach anschaulich über die Slawen, für dessen Worte und Handlungen das heutige Deutschland anscheinend keine Verantwortung tragen will: Es sei bekannt, was Slawen sind. Der Slawe sei nicht schöpferisch veranlagt. Die Slawen seien ein Mischvolk, rassisch minderwertig mit einzelnen Tropfen unseres Blutes, die für Ordnung und Selbstverwaltung unfähig sind, wie sie auch vor 700 bzw. 800 Jahren unfähig waren, als diese Menschen nach Warägern riefen und die Rubriken einluden. Man werde sich gegenüber diesen menschlichen Tieren anständig verhalten. Aber es wäre ein Verbrechen gegenüber dem eigenen Blut, sich um sie zu kümmern und ihnen Ideale beizubringen und damit unseren Kindern und Enkelkindern den Umgang mit ihnen noch mehr zu erschweren. (Diese Posener Rede Himmlers wurde auch in die Nürnberger Dokumente aufgenommen).

    Ich möchte an die Worte des großen sowjetischen Schriftstellers, Leningrader Daniil Granin, die übrigens im deutschen Bundestag gesagt wurden, erinnern: „An den Wänden des Reichstags waren noch die Aufschriften unserer Soldaten zu lesen, eine davon fiel mir auf – ‘Deutschland, wir sind zu dir gekommen, damit du zu uns nicht kommst‘. Der Hass ist ein aussichtsloses Gefühl, es hat keine Zukunft. Man soll verzeihen können, aber man soll auch in Erinnerung behalten können. Es ist schwer, sich an die Jahre des Krieges zu erinnern, jeder Krieg ist Blut und Schmutz. Aber das Gedenken an Millionen, Dutzende Millionen unserer gefallenen Soldaten ist notwendig. Im Krieg kamen fast alle meinen Waffenbruder und Freunde ums Leben, sie verließen das Leben und wussten nicht, ob wir es schaffen werden, das Land zu verteidigen, ob Leningrad standhält, viele fielen mit dem Gefühl einer Niederlage. Ich möchte ihnen sagen, dass wir jedoch gewonnen haben, und sie nicht umsonst ums Leben kamen. Letzten Endes gewinnt immer nicht die Stärke, sondern die Gerechtigkeit und die Wahrheit“.

    Sowohl Michail Brodskiy als auch die Deutschen, die erneut beschlossen haben, Menschen aufgrund der Abstammung zu trennen, werden wenn nicht von Zeitgenossen dann von Nachfahren zur Antwort gezogen: wie konnten sie das Gedenken an die Vergangenheit verraten?

    Verstehen Sie, warum man das Gedenken an den Holocaust bewahren muss? Nicht weil die Nazis damals eine oder einige bestimmte Nationen ermordeten, sondern weil man Menschen grundsätzlich aufgrund ihrer Nationalität nicht diskriminieren darf: sei es psychologische Gewalt gegen einen einzelnen Menschen oder die Massenvernichtung von Millionen.

    Das ist übrigens auch in der Resolution A/RES/60/7 der UN-Generalversammlung festgeschrieben: „Holocaust … wird auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen“. Deswegen soll dort, wo es Verherrlichung von Nazis, Mord an Menschen aufgrund ihrer Abstammung und Verbote für nationale Identität gibt, an den Holocaust erinnert werden. Man soll sich an den Holocaust erinnern, deshalb wurde er im Völkerrecht verankert…Aber immer öfter erinnert man sich daran nicht. An den Holocaust soll nicht nur einmal im Jahr erinnert werden. Das ist unser gemeinsamer Kultur-Code, der an die Gefahr der Entmenschlichung mahnen soll.

    Leider hat kein einiger Genozid die Menschheit etwas gelehrt. Das Schlimmste ist aber, dass die Nachkommen der Opfer heute zu Anwälten der Henker ihrer Vorfahren werden. Das ist schon ein Schritt zur Apokalypse.

    Rückblickend auf die fehlenden Entschädigungszahlungen von Deutschland an die nichtjüdischen Überlebenden der Blockade von Leningrad möchte ich folgendes betonen: mit der Erniedrigung der Holocaust-Opfer durch die Segregation versinkt Berlin in einem neuen Abgrund der nationalistischen Hölle.


    Info: https://germany.mid.ru/de/aktuelles/pressemitteilungen/zeitungsbeitrag_der_offiziellen_vertreterin_des_au_enministeriums_der_russischen_f_deration_maria_sa


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    "Gehorsam und Anpassung wie zu Zeiten der Fürsten": Joachim Gauck bei Lanz

    cms.simdesign.de, 19 Juli 2023 21:22 Uhr, Von Dagmar Henn

    Sie musste ja wieder aufgegriffen werden, die Sage von den angeblich so rechten und autoritären Ossis. Schon allein wegen der Umfrageergebnisse der AfD. Und wer ist besser dafür geeignet als Joachim Gauck, selbst ein Erzrechter, aber als Pfarrer geschult darin, Worte zu verdrehen?


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO


    Joachim Gauck, 24.06.2023.


    Ehe man Joachim Gauck zuhört oder überlegt, ob und inwieweit seine Aussagen etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben, muss man sich in Erinnerung rufen, wer da spricht. Ein ehemaliger Pfarrer, angetrieben von einem unbezähmbaren Groll gegen die DDR und die Sowjetunion, weil Letztere es gewagt hatte, seinen Vater als Kriegsverbrecher zu verurteilen und einzusperren.


    Kowalczuk




    Analyse

    "Wer Nazis wählt, ist ein Nazi": Zwei Positionen zu den jüngsten AfD-Erfolgen






    Nach der Annexion begann seine große Karriere – er übernahm die Leitung der Behörde, in der die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR gelagert wurden (übrigens auch alle Ermittlungsakten zu Naziverbrechen). Diese Behörde unter seiner Leitung spielte eine zentrale Rolle dabei, nicht nur die Regierungsstrukturen, sondern auch die Universitäten von allem, was nur entfernt sozialistisch aussah, zu säubern. Er ist also einer der Hauptverantwortlichen für den heutigen intellektuellen Zustand Deutschlands.

    Nach seiner Tätigkeit als Großinquisitor wurde er dann zum Bundespräsidenten gemacht. Das war, angesichts seiner Geschichte, ein klares Signal in Richtung der angegliederten Regionen, dass nach wie vor keine realistische Betrachtung gewünscht ist, was nach 1989 eigentlich wem angetan wurde. Und in seinem Gespräch mit Markus Lanz hat er auch erneut bewiesen, dass er die Opfer der feindlichen Übernahme samt und sonders für selbst an ihrem Schicksal schuldig hält.

    Da geht es nicht um den Bereich der politischen Verfolgung; es geht um die Anerkennung von Berufsabschlüssen und vielfach schlicht um die Tatsache, dass einfach keine Industrie, kein Betrieb übrig blieb, bei dem die arbeitslos Gewordenen hätten unterkommen können.

    Dieser industrielle Kahlschlag, der auf dem Gebiet der DDR erfolgte, hat Folgen bis heute ‒ ähnlich wie im Ruhrgebiet trat eben keine neue an die Stelle der verlorenen Industrie, und beide Regionen sind nach wie vor verarmt, woran ein einzelner Beschäftigter oder nach Beschäftigung Suchender auch nichts zu ändern vermag.


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    Gauck allerdings ist ein Anhänger einer abstrakten, pauschalen "Freiheit", gleich, ob es darum geht, an der Börse zu spekulieren oder die Wohnung zu verlieren. Es seien eben viele im Annexionsgebiet "vielfach zu alt zum Erlernen der neuen Berufe" gewesen. Dennoch, behauptet er, sei "unsere Gesellschaft so organisiert, dass keiner unter Brücken schlafen muss". Es ist wohl eine Zeit her, dass Gauck unter den Brücken einer deutschen Großstadt nachgesehen hat.

    Wenn er anfängt, die Botschaft vom irgendwie demokratisch behinderten Ossi zu wiederholen, hat das inzwischen durchaus komische Züge, selbst wenn das weder Gauck noch Interviewer Markus Lanz bemerken.

    Klar, was umtreibt, sind die Umfragewerte der AfD. Und Gauck, dem man immer den Pfarrer anmerkt, erklärt, "dass immer, in jedem Land, eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung so gestrickt ist, so geprägt ist psychisch, dass sie stärker Führung sucht und nicht so sehr eigene Mitwirkung und Mitbestimmung. Dass sie eher ein autoritäres Lebensprinzip bevorzugt und Freiheit eher problematisch ist, Sicherheit ihr eigentliches Hauptthema."

    So, meint er, seien eben die Ossis ‒ auch wenn sie nichts dafür könnten, weil sie so lange unter Diktaturen leben mussten. "Diese sehr starke Rückbindung an autoritäres Geführtwerden, die ist da, und das lässt sich bei jeder Wahl belegen."


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    Nun, es gibt aus diesem Jahr die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zum Demokratievertrauen, deren Ergebnis, sobald man die Daten unvoreingenommen betrachtet, ein völlig anderes Bild zeigt. Dort bevorzugten die nach Gauck so autoritären Ostdeutschen die direkte Demokratie, während die Werte für die tatsächlich undemokratische Expertenherrschaft bei jungen, einkommensstarken und als Mitte-Links kategorisierten Befragten die größte Anhängerschaft hatte.

    Passt es mit einem "autoritären Lebensprinzip", was immer das sein mag, zusammen, wenn man der Regierung gegenüber skeptisch ist und mehr direkte Demokratie will? Das ist eher die Position, in der man selbst aktiv nach Informationen suchen und sich seine Meinung erarbeiten muss, anders als jene, die vor dem Fernseher sitzen und alles glauben, was ihnen erzählt wird.

    Ein kleines Beispiel aus der FES-Studie: Die Aussage "Die Gefahren des Impfens werden von der Politik und den meisten Medien absichtlich heruntergespielt" ‒ eine Ansicht, deren Gültigkeit mittlerweile belegt ist, die die FES aber unter "Verschwörungstheorien" einsortierte – wird im Osten von etwas über 50 Prozent der Befragten geteilt, im Süden von 38 Prozent, im Norden aber nur von 27. Entspricht das nun dem Wunsch, geführt zu werden?

    Tatsächlich sind das ganz andere gesellschaftliche Gruppen, die gern dem folgen, was ihnen präsentiert wird. Eben jene, die sich auch für die Expertenherrschaft aussprechen, die Wohlhabenderen, diejenigen, die den Institutionen vertrauen.


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    Allerdings, das deutlich niedrigere Vertrauen in die Institutionen ist eben auch Resultat der Erfahrungen, die seit 1989 gemacht wurden. "Lange politische Ohnmacht bleibt nicht ohne Folgen." Mit dieser Aussage hat Gauck ausnahmsweise mal Recht. Wie steht es denn mit der politischen Ohnmacht, wenn nach wie vor 90 Prozent der Leitungsfunktionen in den gekaperten Bundesländern von Westdeutschen besetzt sind? Über dreißig Jahre kann man durchaus eine "lange politische Ohnmacht" nennen, und dass man Institutionen nicht vertraut, die in dem Maß feindselig agiert haben wie die Treuhandanstalt und sonstige bundesdeutsche Behörden, das ist schlicht gesunder Menschenverstand.

    "Gehorsam und Anpassung wie zu Zeiten der Fürsten bringt dich nach oben." Das ist etwas, was Gauck der DDR zuschreibt, als gäbe es das in der Bundesrepublik nicht. Das gab es aber immer. Nur in letzter Zeit wurde dieser Satz noch erweitert: "Ungehorsam und Unangepasstheit bringt dich, wie zu Zeiten der Inquisition, sehr schnell nach unten." Die Beispiele müssen hier wohl nicht einzeln aufgeführt werden; es genügt zu wissen, dass inzwischen selbst die Rentenversicherung Personen kündigt, die eine falsche Ansicht zur Ukraine äußern.

    "Und dann erinnern sie sich so wie die Generation meiner Eltern nach dem Krieg: Ja, es war auch nicht alles schlecht beim Führer. Also es war ja früher nicht alles schlecht in der DDR."

    Dass die DDR weder einen Weltkrieg begonnen noch Millionen in Vernichtungslager geschickt hat, ist egal. Dass es in der Bundesrepublik eine lange und ausgeprägte Geschichte politischer Repression gibt, ebenso. Pfarrer Gauck besteht darauf, dass "eine signifikant große Minderheit […] diesen Abschiedsprozess von dem Alten nicht abgeschlossen" habe.

    "Sie sind in einem Zwischenreich, sie fremdeln mit dieser offenen Gesellschaft, die ist ihr [sic!] zu vielfältig, macht ihr Angst."

    Die Vielfalt erlebt man tagtäglich, wenn man den Fernseher einschaltet oder die Zeitung aufschlägt. Sofern es sie in der Bundesrepublik je gab – Vielfalt von Meinungen, nicht Vielfalt von Waschmittelpackungen ‒, unterlag sie immer stärkeren Einschränkungen als in den meisten anderen westeuropäischen Ländern. Gut, das kann Gauck nicht wissen, er hat nie in der alten Bundesrepublik gelebt.


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    Er erfüllt schlicht brav seine Funktion. Den folgsamen Westdeutschen auf die Schulter klopfen, ihre Autoritätshörigkeit wegdefinieren, und dafür die bösen Ossis zu politisch Behinderten erklären, die zwar nichts dafür könnten, von Demokratie nichts zu verstehen, aber eben doch die Bösen wären. Und zwischendrin einen Freiheitsbegriff propagieren, der zutiefst sozialdarwinistisch ist. Nun, es waren vor allem die Grünen, die damals Gauck als Bundespräsidenten propagierten. Von ihrer Zuneigung zu dem radikalen Antikommunisten Gauck hin zu jener für ukrainische Nazis und die Vormacht der USA führt eine einzige, ununterbrochene Linie.

    Die wirkliche, unausgesprochene Kernaufgabe zu Beginn der politischen Karriere des Herrn Gauck war es, die Naziakten unter Verschluss zu halten, die dem Einigungsvertrag zufolge eigentlich ins Bundesarchiv hätten gehen müssen. Aber in der DDR wurde eben auch über politische Größen der Bundesrepublik ermittelt, und solange diese noch lebten, brauchte es einen Wachhund, der verhinderte, dass der Inhalt dieser Akten politische Folgen haben konnte. Gaucks Funktion war also nicht nur, die ganze (im ursprünglichen Wortsinne) linke Traditionslinie in deutschen Universitäten auszulöschen, er hütete auch das Westerbe der Nazis (sowie die Akten über seinen eigenen Vater).

    Genau das tut er auch, wenn er die Behauptung vertritt, die "Ossis" seien die Rechten dieser Republik. Weil diese Behauptung von der unheilvollen Kontinuität in der Bundesrepublik ablenkt und gleichzeitig von der Tatsache, dass im Osten die russische Position womöglich deshalb so gut verstanden wird, weil man selbst die Erfahrung gemacht hat, vom Westen ausgeplündert zu werden, und deshalb gut nachvollziehen kann, wenn jemand genau diesen Zustand nie wieder zulassen will. Gauck war einer der wichtigsten Helfer bei diesem Raubzug.


    Mehr zum ThemaWie begreifen Menschen in Ost und West die "Zeitenwende" in den deutsch-russischen Beziehungen?


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://freeassange.rtde.life/meinung/175691-gehorsam-und-anpassung-wie-zu


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Neues vom Wirtschaftskrieg (217): „Die Sanktionen sind gescheitert

    lostineu.eu, 20. Juli 2023

    Russland enteignet Carlsberg und Danone. Die große Heuchelei um das Getreideabkommen. Und die russische Wirtschaft wächst – die westlichen Sanktionen sind gescheitert.

    • „Die Sanktionen sind gescheitert.“ Russlands Wirtschaft wächst wieder, die Gehälter steigen. Staat und Unternehmen hätten sich in beeindruckender Geschwindigkeit an den Angriffskrieg gegen die Ukraine und die westlichen Sanktionen angepasst, sagt Ökonom und Russland-Experte Vasily Astrov vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Der Plan, Putin mit Sanktionen zum Einlenken zu zwingen, sei nicht aufgegangen. (n-tv) Der Westen habe nicht damit gerechnet, dass ein Großteil der Länder die Sanktionen nicht mitträgt, so Astrov. Bei Indien, Brasilien und anderen Schwellenländern hatte man wohl auf mehr Kooperation gehofft. Und tatsächlich ist es ja so, dass selbst mit der Türkei sogar ein NATO-Staat sich an den Sanktionen nicht beteiligt, sondern seinen Handel mit Russland intensiviert. Daneben habe man die Anpassungsfähigkeit der russischen Wirtschaft im Vergleich zu Ländern, die ähnlichen Sanktionen ausgesetzt waren, unterschätzt.
    • Die große Heuchelei um das Getreideabkommen. Russland hat das im Juli 2022 unter Vermittlung der UN und der Türkei mit der Ukraine abgeschlossene Getreideabkommen auslaufen lassen. Das kann man kritisieren. Wer jedoch bei seiner Kritik die ärmsten Länder der Welt für sich vereinnahmt, ist ein Heuchler. Nach den Daten der UN gingen nur drei Prozent der unter diesem Abkommen verschifften ukrainischen Getreidelieferungen in die Staaten, die von der Weltbank als arm eingestuft werden. 81 Prozent der Lieferungen gingen nach China und die reichen Staaten des Westens, wo das Getreide meist als Tierfutter genutzt wird. (Nachdenkseiten) – Derweil erklärte Kremlchef Putin, Russland  sei „sofort“ zu einer Rückkehr zum Getreideabkommen bereit, wenn alle dafür gestellten Bedingungen erfüllt seien. Putin wirft dem Westen bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung mit Regierungsvertretern vor, das Abkommen „komplett verzerrt“ zu haben. Die westliche Seite habe nicht vorgehabt, es umzusetzen.
    • Russland enteignet Carlsberg und Danone: Böse Überraschung für den dänischen Bierbauer Carlsberg und den französischen Lebensmittelhersteller Danone: Russland hat per Präsidentendekret die Kontrolle über die Anteile an ihren russischen Tochtergesellschaften übernommen. In einem auf dem offiziellen Justizportal veröffentlichten Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin heisst es, der russische Staat werde «vorübergehend» die Anteile von Danone Russia und der Carlsberg-Filiale Baltika verwalten. (SRF) Russland reagiert damit offenbar auf die Einfrierung russischen Vermögens im Westen und die Pläne der EU, sich dieses Vermögen nutzbar zu machen. Carlsberg und Danon könnten als eine Art Faustpfand dienen…

    Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

    2 Comments

    1. KK
      20. Juli 2023 @ 12:45

      In den USA wurden Unmengen Mais noch auf den Feldern vernichtet, weil der Weltmarktpreis den Farmern zu niedrig war. Das allermeisste ukrainische Getreide landet in Schweinemägen der Industrienationen, auch der EU. Ein viel grösseres Problem für Afrika als ukrainischer Weizen ist der fehlende russische Dünger, der wegen der Sanktionen nicht mehr zu ihnen gelangt. Und russischer weizen fehlt ja auch auf den Weltmärkten.https://www.nachdenkseiten.de/?p=101297

      Wer wirklich was gegen den Hunger der Welt unternehmen will, der lässt so etwas nicht zu!
      Die Sanktionen des Westens sind die Waffe, die sich skrupellos des Hungers in armen Ländern bedient!

    Reply

  • Arthur Dent
    20. Juli 2023 @ 09:44

    Größere Getreideproduzenten als die Ukraine sind meines Wissens die USA, Kanada, Russland, die EU und Australien. Man könnte den armen Ländern schon helfen, wenn man will.


  • Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-217-die-sanktionen-sind-gescheitert


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Vestagers verdiente Niederlage (und Macrons Beitrag)


    lostin.eu, 19. Juli 2023

    Früher galt sie als aufrechte Kämpferin gegen die Dominanz der US-Konzerne. Doch nun hat EU-Wettbewerbskommissarin Vestager eine amerikanische Lobbyistin engagiert. Das wird ihr zum Verhängnis.

    Die Amerikanerin Fiona Scott Morton sollte den Posten der Chefökonomin für Wettbewerb in der EU-Kommission erhalten. Doch nun hat sie ihre Bewerbung zurückgezogen – der Widerstand war zu groß.

    Vor allem Frankreich war auf die Barrikaden gegangen. Denn Morton war vor ihrem geplanten Wechsel nach Brüssel für diverse US-Konzerne und auch noch für die US-Regierung tätig.

    Vestager nahm die Absage „mit Bedauern“ an, wie sie auf Twitter erklärte. Für die erfolgsverwöhnte Dänin ist eine große, wenn nicht ihre größte Niederlage. Doch sie zeigt keinerlei Einsicht.

    Noch am Vortag musste sich Vestager einer kurzfristig einberufenen Anhörung des Europaparlaments stellen. Hier ihre wichtigsten Aussagen, zitiert nach dem französischen Juristen G. Champeau:


    • She was lacking competent European candidates for the job, so she chose to remove the EU nationality requirement. But when Scott-Morton will have to recuse herself, competent European people will take over. (yes, read this twice)
    • The list of conflict of interests is still being processed, but the decision to hire Scott-Morton is already made.
    • The list of Scott-Morton’s conflict of interests is confidential and won’t be provided to the European parliament members
    • Scott-Morton will work on the tech cases even though she worked for GAFAMs. „Very few cases“ where she may have to recuse herself based on preliminary examination.
    • Scott-Morton has not had benefited from any security clearance, nor needs to. Even though she will work on priviledged information and have information that will be of primary interest for her home country
    • The removal of the EU nationality requirement is an exception and won’t be the rule


    Zu gut deutsch: Es habe nicht genug geeignete Kandidaten aus EUropa gegeben, daher habe sie die EU-Nationalität als Auswahlkriterium kurzerhand gestrichen.

    Zudem räumte Vestager ein, dass mögliche Interessenkonflikte noch nicht geprüft worden seien. Die Liste möglicher Probleme sei geheim und werde dem EU-Parlament nicht vorgelegt.

    Eine Sicherheitsüberprüfung habe nicht stattgefunden, und dies sei auch nicht nötig. Die Entscheidung, der Amerikanerin Scott-Morton die EU-Stelle zu geben, sei bereits gefallen und werde nicht revidiert.

    Genauso gut hätte Vestager auch sagen können, dass sie keinen Bock mehr hat, europäische Interessen gegen die USA zu schützen – und dass das Europaparlament gar nichts zu melden hat.

    Zum Glück ist Macron dazwischen gegangen – sonst hätten sich Vestager und ihre Chefin von der Leyen womöglich durchgesetzt…

    Siehe auch Aufgelesen: Eine Amerikanerin in Brüssel sowie Vestager hat der Mut verlassen

    P.S. Die Grünen im Europaparlament haben übrigens bis zuletzt zu Vestager und Scott Morton gehalten. Der Außenpolitiker Bütikofer holte sogar die Nationalismus-Keule raus, um die Amerikanerin durchzuboxen…


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    11 Comments

    1. Det
      20. Juli 2023 @ 12:32

      „Die Grünen im Europaparlament haben übrigens bis zuletzt zu Vestager und Scott Morton gehalten.“
      Die Grünen sind das trojanische Pferd der USA in den europäischen Parlamenten. So langsam sollte das doch selbst der Mehrheit der EU Bürger klar sein.
      „The list of Scott-Morton’s conflict of interests is confidential and won’t be provided to the European parliament members.“
      Merkwürdig! Jeder weiß doch, dass die zur Debatte stehende Personalie für Apple, Microsoft, Amazon, Pfizer und Sanofi tätig war. Was soll da noch geheim gehalten werden? Ist diese Vorgeschichte etwa nicht hinreichend, um sogenannte Interessenkonflikte zu vermuten? (Schon der Begriff „Interessenkonflikt“ ist irreführend, handelt es sich doch nicht um einen Konflikt, sondern um die ganz offene Durchsetzung von Interessen der USA in der EU). Auch ist hier die Intention kollektiver Verblödung zu erkennen, ganz offenem Lobbyismus keinen negativen Einfluß beimessen zu sollen. Um nur ein bekanntes Beispiel zu nennen, glauben doch tatsächlich viele Menschen, dass die großzügige Spende der Bill&Melinda Gates Foundarion an Spiegel online von über 2 Mio $ keinen Einfluß auf die Erzeugnisse dieses Propaganda Mediums hätte. Die kognitiven Verwüstungen bei zahlreichen Mainstreram Medien Konsumenten müssen wirklich verheerend sein.


    Info: https://lostineu.eu/vestagers-offenbarungseid


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Lithium und Krieg – ein toxischer Mix


    lostineu.eu, vom 19. Juli 2023

    Der EU-Lateinamerika-Gipfel ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Die Schuld liege bei „Russlands Verbündeten“, heißt es. Doch das greift zu kurz.

    Die Gäste aus Lateinamerika wollten keine Gipfel-Erklärung unterschreiben, in der Russland für seinen „Angriffskrieg“ gegen die Ukraine verantwortlich gemacht wurde.

    Moskau nahestehende Länder wie Nicaragua, Venezuela und Kuba setzten durch, dass der Text keine explizite Verurteilung des Krieges enthält und Russland nicht einmal erwähnt wird.

    Dies ist eine schwere Niederlage für die EU, die der ganzen Welt weismachen will, die Ukraine sei das wichtigste – und Russland das schlimmste – Land der Welt.

    Diese Niederlage hat sie sich jedoch selbst zuzuschreiben – und nicht Moskau, das angeblich im Hintergrund die Fäden gezogen und Venezuela oder Nicaragua manipuliert haben soll.

    Denn ein Lateinamerika-Gipfel ist nunmal kein Ukraine-Gipfel und auch kein Weltgericht über Russland. Europas Diplomaten haben sich verrannt und das Thema verfehlt.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die EU an Lateinamerika derzeit vor allem eins interessiert: Rohstoffe. Lithium und Kupfer werden für den „European Green Deal“ gebraucht.

    Von der Leyens fixe Idee

    Der Auftritt von Kommissionspräsidentin von der Leyen bei ihrem Besuch in Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Mexiko vor einem Monat habe die letzten Zweifel daran ausgeräumt, schreibt die „taz“.

    Das ist den Gästen natürlich nicht verborgen geblieben. Sie wollen nicht als billige Rohstoff-Lieferanten herhalten und sich dann auch noch von der EU über den Krieg in Europa belehren lassen.

    Lithium und Krieg – das war der toxische Mix, der den Gipfel scheitern ließ. Ob es der EU eine Lehre sein wird? Wohl kaum. Kanzler Scholz sprach von einem „großen Fortschritt“…

    Siehe auch Ukraine-Krieg überschattet Lateinamerika-Gipfel

    4 Comments

    1. Helmut Höft
      19. Juli 2023 @ 18:07

      @Thomas Damrau
      Sehr gute Anmerkung. Nun wissen wir schon langen, dass „kluge Verhandlungsstrategie/Diplomatie & EU“ ein Oxymoron darstellt, op Kölsch: „Dat jibet nit!“

    Reply

  • KK
    19. Juli 2023 @ 10:56

    „Das ist den Gästen natürlich nicht verborgen geblieben. Sie wollen nicht als billige Rohstoff-Lieferanten herhalten…“
    Natürlich wollen die das nicht; die erinnern sich nämlich noch an die Methoden der Europäer, als sie die Länder bereits vor Jahrhunderten auszuplündern begannen… deshalb stösst jetzt wohl auch die Überbetonung der „Moral“ so sehr dort auf.
    Und dass insbesondere Venezuela da so sensibel ist, kann man ja auch verstehen: Denn auch dort hat ja die CIA mittels einer Privatarmee einen anderen „Maidan“ angezettelt, was aber in die Hose gegangen ist, und die (zumindest meissten) EUropäer haben gleich mitgemacht und diesen Hallodri Guaido sofort als Präsidenten anerkannt. Von Nicaragua und Kuba gar nicht zu reden, da läuft die Einmischung der USA, also des Herrchens der EUropäer, ja seit Jahrzehnten.

    Reply

  • Thomas Damrau
    19. Juli 2023 @ 08:45

    Wer schon einmal für komplexe Projekte und Transformationen verantwortlich war, weiß, dass der Schlüssel zum Erfolg im Divide&Conquer liegt: Versuche das Probleme in verschiedene Teilprobleme zu zerlegen, die einigermaßen unabhängig voneinander sind, löse dann die Teilprobleme und bringe am Ende die Teillösungen zusammen.
    Beim Lateinamerika-Gipfel geschah das Gegenteil. Die Beziehungen zu Lateinamerika sind bereits genügend komplex: Die europäische Gier nach Rohstoffen und Energie, der Wunsch der Lateinamerikaner nach eigener Entwicklung und Demokratie-Defizite auf beiden Seiten erzeugen eine Reihe von schwer aufzulösenden Widersprüchen und Konflikten. Daher wäre eine kluge Verhandlungsstrategie nötig gewesen.
    Auf diese Gemengenlage noch auch die Russland/Ukraine-Frage draufzusatteln, ist wieder einmal ein Indiz für die gnadenlose Dummheit der Verantwortlichen in Brüssel. Aber Politiker müssen ja bekanntlich nicht intelligent sein, sondern nur gut reden können.

    Reply

  • Bogie
    19. Juli 2023 @ 07:46

    Russland ist an allem Schuld.
    Das ist und bleibt (leider) das einzige Narrativ, dass den Regierenden in Bonn, Brüssel und anderswo einfällt.
    Dazu kommt zunehmend: „Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein.“
    „Wir“ schlittern nicht irgendwie versehentlich in eine große Auseinandersetzung um die Weltherrschaft (der US-Amerikaner) sondern „wir“ suchen sie geradezu.


  • Info: https://lostineu.eu/lithium-und-ukraine-ein-toxischer-mix


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Nachrichten von Pressenza: Auch Russlands Getreide verhindert Hunger und Hungertote

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 20. Juli 2023, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 20.07.2023


    Auch Russlands Getreide verhindert Hunger und Hungertote


    Russland will mehr Nahrungsmittel exportieren: «Dieser Erpressung auf keinen Fall nachgeben», fordert ein Zeitungs-Kommentar. Urs P. Gasche für INFOsperber Man soll Russland auf keinen Fall erlauben, mehr Getreide und Düngemittel zu exportieren. Lieber in Kauf nehmen, dass sich die Lebensmittelengpässe&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/auch-russlands-getreide-verhindert-hunger-und-hungertote/


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    Antrittsbesuch in Washington


    Pistorius kündigt zum Antrittsbesuch in Washington neue Asien-Pazifik-Aktivitäten der Bundeswehr und deutscher Rüstungsfirmen an. Rheinmetall hofft auf 45-Milliarden-Dollar-Auftrag aus den USA. WASHINGTON/BERLIN(Eigener Bericht) – Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigt weitere Aktivitäten der Bundeswehr in der Asien-Pazifik-Region sowie eine Ausweitung der deutschen&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/antrittsbesuch-in-washington/


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    Der NATO-Gipfel in Vilnius setzt das nukleare Risiko fort


    Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder, die sich in einer Zeit eines beispiellosen nuklearen Risikos in Vilnius trafen, ergriffen keine Maßnahmen zur Verringerung der nuklearen Gefahren und gaben stattdessen ein Kommuniqué heraus, das den Einsatz von Atomwaffen weiterhin unterstützt. Das&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/der-nato-gipfel-in-vilnius-setzt-das-nukleare-risiko-fort/


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    Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken: 29 – Das Königreich Dahomey, Königspaläste und Sklaverei


    Der Komplex der Königspaläste von Abomey gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und besteht aus 12 Bauwerken, die sich auf einer mit Mauern eingefassten Fläche von 47 Hektar in der ehemaligen Hauptstadt des Königsreichs Dahomey, im heutigen Benin, befindet. Es handelt sich um&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/afrika-eine-geschichte-zum-wiederentdecken-29-das-koenigreich-dahomey-koenigspalaeste-und-sklaverei/


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    Wettern der Woche: Todesstrafe jetzt!


    &#8222;Wenn man auch nur 10 % der Sendezeiten, die für Krimis, Männerfußball oder Volksmusik draufgehen, für&#8217;s Thema Demokratie oder &#8218;kritische Intelligenz &#8218;verwenden würde, müsste man vor uns Wählerinnen weniger Angst haben&#8220;, predigte mir meine Omi Glimbzsch in Zittau immer wieder&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/wettern-der-woche-todesstrafe-jetzt/


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    Soziale Bewegungen und indigene Völker lehnen den UN-Gipfel für Ernährungssysteme ab und fordern einen echten Wandel der Ernährungssysteme


    Im Vorfeld der Bestandsaufnahme des UN-Ernährungsgipfels am 24. &#8211; 26. Juli in Rom haben die größten globalen Bewegungen für Ernährungsgerechtigkeit, Organisationen von Kleinbauern, kleinbetrieblichen Lebensmittelproduzenten und indigenen Völkern, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt vertreten, eine neue Erklärung&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/soziale-bewegungen-und-indigene-voelker-lehnen-den-un-gipfel-fuer-ernaehrungssysteme-ab-und-fordern-einen-echten-wandel-der-ernaehrungssysteme/


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    Der große Schwindel mit dem ukrainischen Getreide


    Das vor einem Jahr in Kraft getretene ukrainische Getreideabkommen wurde aufgrund des Ausstiegs Russlands gestoppt, doch bisher haben sich die reichsten Länder 80 % der Exporte geschnappt, die über das Schwarze Meer gingen. Die ärmsten Länder, die am Rande einer&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/07/der-grosse-schwindel-mit-dem-ukrainischen-getreide/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.07.2023

    Wirtschaftshistoriker Adam Tooze über US-Hegemonie, Kapitalismus & Klima - Jung & Naiv: Folge 650

    youtube.com, vom Live übertragen am 13.07.2023 Neue Folgen, Jung & Naiv

    http://www.paypal.me/JungNaiv Diskutiert im Jung & Naiv Forum 

    http://forum.jungundnaiv.de/ Zu Gast im Studio: Adam Tooze, britischer Wirtschaftshistoriker und Professor an der Columbia University in New York. Ein Gespräch über seine Arbeit an amerikanischen Universitäten, die Ausbildung und Reproduktion von Eliten, Demokratie und der heutige Adel, Umverteilung, Kapitalismus und Faschismus, die US-Hegemonie auf militärischer, politischer und ökonomischer Ebene, die Reichen, der (Un-)Wille auf den Klimawandel die notwendigen Lösungen zu finden sowie Adams Kindheit und sein Opa als KGB-Agent + eure Fragen via @Maurice_Hoefgen


    Video Dauer 3:06:55 h


    Info: https://www.youtube.com/watch?v=w4Y9SomH9Nc

    20.07.2023

    Das Deutsche Heer am Pazifik (II)    Das Deutsche Heer nimmt ab Samstag erstmals an einem Großmanöver in der Asien-Pazifik-Region teil. Damit verstetigt sich die Präsenz der Bundeswehr dort. Die Militärkooperation richtet sich gegen China.

    german-foreign-policy.com, 20. Juli 2023

    CANBERRA/BERLIN (Eigener Bericht) – Zum ersten Mal nimmt das Deutsche Heer ab diesem Samstag an einem Großmanöver in der Asien-Pazifik-Region teil. Die Übung Talisman Sabre 2023 findet in Australien statt; sie ist Teil einer Manöverserie, die vor allem der Stärkung der australisch-US-amerikanischen Militärkooperation dient. In diese wird in jüngster Zeit zunehmend Japan einbezogen, so auch in Talisman Sabre 2023; damit entsteht ein immer enger kooperierender Militärblock, der sich gegen China positioniert. Mit der Teilnahme deutscher Fallschirmjäger und Marineinfanteristen an dem Großmanöver bindet sich auch die Bundeswehr enger an den Militärblock an. Während der Übung werden die deutschen Soldaten australischer und US-amerikanischer Führung unterstellt. Seit 2021 die Fregatte Bayern in die Asien-Pazifik-Region aufbrach, sind nun alle drei klassischen deutschen Teilstreitkräfte – Heer, Marine, Luftwaffe – zu Manövern in Australien gewesen. Gleichzeitig wird die deutsch-australische Rüstungskooperation intensiviert. So wird der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall, der von Canberra Milliardenaufträge erhalten hat, die Bundeswehr mit in Australien gefertigten Radpanzern Boxer beliefern.


    Zitat: Talisman Sabre

    Das Großmanöver Talisman Sabre wird alle zwei Jahre durchgeführt und findet in diesem Jahr schon das zehnte Mal statt.[1] Es handelt sich um die größte gemeinsame Kriegsübung der Streitkräfte Australiens und der Vereinigten Staaten, die nicht nur bei Übungen, sondern auch in Kriegen regelmäßig kooperiert haben; so beteiligten sich australische Truppen an den Kriegen in Afghanistan wie auch im Irak. Talisman Sabre ist dafür gedacht, gemeinsame Operationen unterschiedlicher Teilstreitkräfte aus unterschiedlichen Staaten zu trainieren; die Übung umfasst unter anderem Seeoperationen, amphibische Landungen, Operationen an Land und den Luftkampf. Beteiligt sind in diesem Jahr 13 Staaten. Den Kern bilden dabei die Streitkräfte der USA und Kanadas, Australiens und Neuseelands sowie Großbritanniens; die fünf Staaten kooperieren außen- und militärpolitisch recht eng und bilden gemeinsam das seit Ende des Zweiten Weltkriegs tätige Geheimdienstbündnis Five Eyes. Am Manöver beteiligt sind zudem Japan und Südkorea, die ihre Zusammenarbeit mit der NATO intensivieren.[2] Darüber hinaus nehmen aus der Asien-Pazifik-Region Indonesien und Papua-Neuguinea sowie die pazifischen Inselstaaten Fidschi und Tonga teil. Aus Europa sind neben deutschen auch französische Truppen eingetroffen; Frankreich begreift sich mit seinen Pazifik-Kolonien bis heute als pazifische Macht.[3]


    „Realistische Übungsmöglichkeiten“

    Talisman Sabre 2023 beginnt an diesem Samstag (22. Juli) und dauert sodann zwei Wochen bis zum 4. August. Genutzt werden zahlreiche Standorte, die sich vom Westen des Landes bis zum Nordosten über den gesamten australischen Kontinent erstrecken; „so entstehen“, erläutert die Bundeswehr, „realistische Übungsmöglichkeiten, um abzubilden, wie eine große multinationale Streitmacht in einem weiten Einsatzgebiet funktionieren sollte“.[4] Die Bundeswehr nimmt mit über 200 Soldaten vor allem aus dem Heer, aber auch aus der Marine an dem Großmanöver teil, zu dem insgesamt rund 30.000 Militärs erwartet werden. „Die Heereskräfte kommen in der Masse aus dem Fallschirmjägerregiment 31“, heißt es bei der Bundeswehr; sie werden für Talisman Sabre 2023 „in eine multinationale Brigade integriert“, die „durch die Australian Army“ geführt wird. Außerdem werden Soldaten des Seebataillons – „der Marineinfanterie der Bundeswehr“, wie die Bundeswehr schreibt – bei dem Manöver eingesetzt; sie werden dabei „temporär den US-Marines unterstellt“. Eingesetzt werden sie in der Übung unter anderem bei „einer amphibischen Landung“. In welcher realen Situation die Bundeswehr in der Asien-Pazifik-Region bei einem Landemanöver zum Einsatz kommen könnte, teilt die Bundeswehr nicht mit. Den großen politischen Rahmen spannt der Machtkampf des Westens gegen China.


    Militärblock gegen China

    Einen Eindruck vom militärisch-strategischen Kontext des Großmanövers bieten einige Aktivitäten der japanischen Streitkräfte. Diese haben in den vergangenen Jahren ihre gemeinsamen Übungen mit den australischen Streitkräften ausgeweitet. Konkret steigern sie auch ihre Beteiligung an der Talisman Sabre-Übungsserie. Diese sei besonders wichtig, weil sie „die Kooperation mit Australien und den USA“ stärke, konstatiert der Stabschef des japanischen Heeres, General Morishita Yasunori.[5] Im Rahmen von Talisman Sabre 2023 wollen die japanischen Streitkräfte zum Beispiel ihre fortgeschrittenste Schiffsabwehrrakete (Type 12) abfeuern. Die Waffe hat eine Reichweite von 200 Kilometern. Das Manöver in Australien biete sich für den Test an, heißt es; die Gewässer um Japan herum seien allzu dicht befahren. Mit ihrer Reichweite könnte die Schiffsabwehrrakete in einem Krieg um Taiwan eingesetzt werden: Im Frühjahr hat Japan Patriot-Flugabwehrraketen auf Yonaguni stationiert, seiner Taiwan am nächsten gelegenen, kaum 100 Kilometer entfernten Insel [6]; würde die Schiffsabwehrrakete Type 12 gleichfalls dort platziert, dann gerieten die Gewässer vor Taiwan in ihr potenzielles Zielfeld. Japan will der Rakete ohnehin ein Upgrade verpassen; sie soll künftig eine Reichweite von zunächst 900, dann sogar 1.500 Kilometern erhalten.[7]


    Regelmäßig präsent

    Mit der Teilnahme an Talisman Sabre 2023 baut die Bundeswehr ihre Asien-Pazifik-Aktivitäten weiter aus. Begonnen hatten diese mit der Entsendung der Fregatte Bayern in den Indischen und den Pazifischen Ozean; das deutsche Kriegsschiff war im August 2021 aufgebrochen, hatte unter anderem in Australien und in Japan Station gemacht, war durch das Südchinesische Meer gefahren und im Februar 2022 schließlich zurückgekehrt.[8] Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Luftwaffe ein Geschwader mit Eurofightern und Tank- bzw. Transportflugzeugen nach Australien entsandt, um dort an dem Großmanöver Pitch Black und weiteren Übungen teilzunehmen und anschließend einzelne Flugzeuge nach Japan, Südkorea und Singapur zu schicken.[9] Nun folgt das erste Asien-Pazifik-Manöver des Deutschen Heeres. Für das kommende Jahr ist bereits eine weitere Marinefahrt in den Pazifik angekündigt worden; mutmaßlich zwei deutsche Kriegsschiffe sollen durch den Panamakanal in den Ozean einfahren und dort unter anderem an dem US-Großmanöver RimPac 2024 teilnehmen. Zudem ist eine weitere Entsendung der Luftwaffe zu einer Übung in Australien geplant.[10] Damit bahnt sich eine regelmäßige Präsenz aller klassischer deutscher Teilstreitkräfte in der Asien-Pazifik-Region an.


    Rüstungskooperation

    Ergänzt wird sie um einen Ausbau der deutsch-australischen Rüstungskooperation. Das jüngste Beispiel dreht sich um eine Fabrik der Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall in Redbank bei Brisbane (Bundesstaat Queensland) an der Ostküste Australiens. Dort wird der Radspähpanzer Boxer gefertigt. Hintergrund ist, dass Rheinmetall 2018 den Auftrag erhalten hatte, dem australischen Heer 211 Radspähpanzer zu liefern – für rund 5,2 Milliarden Australische Dollar. Dafür musste Rheinmetall allerdings zusagen, den Boxer in Australien zu bauen. Dies geschieht in Redbank. Die Bundeswehr wünscht nun gleichfalls neue Boxer-Exemplare; mehr als hundert Stück sollen jetzt bei Rheinmetall Defence Australia gefertigt und anschließend nach Deutschland geliefert werden.[11] Damit finde Wertschöpfung in Höhe von rund einer Milliarde Australischer Dollar in Australien statt, wird berichtet. Dafür erhofft sich Rheinmetall den Zuschlag bei der Auftragsvergabe für den Bau eines neuen Schützenpanzers für das australische Heer; das deutsche Unternehmen konkurriert mit dem Lynx gegen den Redback des südkoreanischen Hanwha-Konzerns. Der Auftrag dürfte erneut Milliardenhöhe erreichen. Die Qualität des in Australien gebauten Radspähpanzers Boxer wird die Bundeswehr in Kürze in Augenschein nehmen können: Das Fahrzeug wird – erstmals überhaupt – bei Talisman Sabre 2023 genutzt.

     

    [1] Exercise Talisman Sabre. defence.gov.au.

    [2] S. dazu Die NATO am Pazifik (II).

    [3] S. dazu Das Deutsche Heer am Pazifik.

    [4] Talisman Sabre 23. bundeswehr.de.

    [5] Andrew Greene: Japan to fire advanced ship-killing missile on Australia’s shores. abc.net.au 19.07.2023.

    [6] Keishi Koja: Missile-defense units arrive on Japan’s westernmost island ahead of North Korean launch. stripes.com 24.04.2023.

    [7] Yoshihiro Inaba: Japan Doubles Down On Standoff Missiles To Deter China. navalnews.com 15.05.2023.

    [8] S. dazu Die Fregatte Bayern auf Kolonialfahrt und Mit der Luftwaffe an den Pazifik.

    [9] S. dazu Die zweite Front der Bundeswehr.

    [10] S. dazu Antrittsbesuch in Washington und Kriegsübungen in Südostasien.

    [11] Deutsche Schützenpanzer kommen bald aus Australien. Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.07.2023.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9303


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    19.07.2023

    Der Prinz der Intoleranz

    nachdenkseiten.de, 19. Juli 2023 um 9:00 Ein Kommentar von Frank Blenz

    Der Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel lehnt den Löwenherz-Friedenspreis ab, weil ihm wohl die zweite Preisträgerin Gabriele Krone-Schmalz und der Laudator Eugen Drewermann nicht passen – ein Abkanzeln ihm politisch nicht genehmer Mitmenschen. Damit ist Krumbiegel leider repräsentativ für viele etablierte „Kulturlinke“ – ehemals kritische Künstler predigen in ihren Songs mehr Toleranz und Dialog von Andersdenkenden, zeigen sich aber selbst intolerant und nicht dialogbereit, wenn es um die Vorwärtsverteidigung ihrer Positionen geht. Aus Opposition wurde Opportunismus, aus Kritik vorauseilender Gehorsam, aus Pazifisten Bettvorleger der NATO.

    Am vergangenen Freitag hat Tobias Riegel hier auf den NachDenkSeiten eine aufkommende Diffamierungskampagne zur bevorstehenden Löwenherz-Friedenspreis-Verleihung kommentiert. In seiner Einleitung schrieb er:

    Manche Meinungsmacher können es nicht fassen: Die Autorin Gabriele Krone-Schmalz erhält gemeinsam mit dem Sänger der „Prinzen“, Sebastian Krumbiegel, den renommierten Löwenherz Friedenspreis – zu Recht! Erst kürzlich wurde Krone-Schmalz in Mainz ein zugesagter Raum verwehrt. Nun wird sie wegen der Preisverleihung einmal mehr diffamiert: von „Experten“, die in einer sachlichen Debatte keine Chance gegen sie hätten.

    So weit, so schlecht. Nun kommt es noch heftiger und es bleibt nicht nur bei den Anfeindungen von Außenstehenden gegen Krone-Schmalz. Der zweite Preisträger, Sie haben es sicher schon erfahren, Sebastian Krumbiegel, Sänger, hat überaus öffentlichkeitswirksam die Annahme des Friedenspreises abgelehnt.

    Es ist so grotesk, Sebastian Krumbiegel konterkariert mit der Ablehnung des Löwenherz-Friedenspreises sein eigenes gesellschaftliches Handeln, für das er den Preis erhalten sollte.

    Sebastian Krumbiegel steht durch sein persönliches Engagement für gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt, für eine starke Demokratie und Vielfalt. Dies alles benötigen wir angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit.

    Stattdessen teilt er via Twitter mit:

    Konkret verschweigt der bekannte und erfolgreiche Künstler, dass ihm die andere Preisträgerin, Gabriele Krone-Schmalz, nicht in den Kram passt. Im Blätterwald wird berichtet, dass aus obigem Tweet von Krumbiegel nicht hervorgehe, wen genau und welche Meinung Krumbiegel meinte. Um dann doch um die Ecke zu kommen, dass es sich aber „vermutlich“ um Gabriele Krone-Schmalz handele. Sie, die ehemalige ARD-Korrespondentin, die in der Kritik stehen soll, sobald es um den Ukrainekrieg geht, sie, Gabriele Krone-Schmalz, sei eine langjährige und vehemente Verteidigerin des Putin-Regimes.

    Wie aber verhält sich das mit dem Zusammenhalt, dem sozialen, dem gesellschaftlichen, dem zwischenmenschlichen, für den Krumbiegel sich so einsetzt? Der ist doch der Kitt, der benötigt wird, gerade in schweren Zeiten. Dieser Zusammenhalt wird doch nicht durch Ausgrenzen, Ablehnen und Hand-Ausschlagen erreicht, oder? Sänger Sebastian Krumbiegel sagt zum Vorgang der Ablehnung des Friedenspreises sogar noch:

    „Ich habe deswegen so lange gezögert, weil ich eigentlich davon überzeugt bin, dass wir miteinander reden müssen, wenn wir unterschiedliche Meinungen haben.”

    Eigentlich? Warum verzichtet er dann auf das Miteinander-Reden? Man stelle sich das vor: Die Preisverleihung findet in Krumbiegels Heimatstadt Leipzig statt, überaus berühmte Vorgänger unter den Preisträgern seien genannt: Michail Gorbatschow, der Dalai Lama. In Leipzig wäre er mit Krone-Schmalz ins Gespräch gekommen. Er hätte sich weiter informieren können über den Werdegang der Preisträgerin. Er hätte dabei mit ihr nicht einer Meinung sein müssen. Das ist Demokratie, das ist Meinungsfreiheit. Warum kanzelt er die Preisträgerin ab, die Veranstalter der Friedenspreisverleihung, den Laudator Eugen Drewermann? Menschen, die sich sicher lange und ausgiebig Gedanken gemacht haben, wer für den Preis dieses Jahr infrage kommt. Und gerade eine Journalistin wie Krone-Schmalz mit ihrem Hintergrund, ihrem Wissen, ihren Fragen und auch Antworten hinsichtlich der Sowjetunion früher und Russland heute, sie soll ungeeignet neben Krumbiegel sein?

    Der Künstler Krumbiegel positioniert sich geradezu fanatisch konträr zu seiner ihn „eigentlich“ wertschätzenden Dialogfähigkeit. Krumbiegel findet, dass man sich vor allem in Kriegszeiten klar positionieren müsse und keine Zweifel darüber aufkommen lassen dürfe, auf welcher Seite der Barrikade man stehe. Was ist das für ein Deutsch? Patrioten-Deutsch?

    Kriegszeiten? Deutschland ist nicht im Krieg. Zumindest nicht offiziell. Es gibt bei uns keine Barrikaden. Und es soll auch in Zukunft keine geben. Ja, wenn wir genau hinschauen, ist das etwas naiv mit „nicht im Krieg sein“, wir sind in der Tat doch mitten im Schlamassel. Das, was Krumbiegel von sich gibt, ist aber noch schlimmer: Es klingt wie „wer nicht für mich ist, der ist gegen mich“. Hat der Sänger Frau Krone-Schmalz mal gefragt, wo sie steht? Und wann und wie ist das „Wo“ das richtige „Wo“ und wann und wie das falsche? Krumbiegel hat sein „Wo“, seine Barrikade gefunden. Das disqualifiziert ihn aber, für das soziale Zusammenhalten einzustehen. Das, was seine Ablehnung per Prominenten-Statements in die vielen auf Empfang geschalteten Mikrofone und Kameras oder seine Tweets erzeugen, kann man aufzählen: Spaltung, Ausgrenzung. Gutes ist nicht dabei. Nein, Herr Sänger, es ist längst an der Zeit, damit aufzuhören, in allen Bereichen muss deeskaliert werden!

    Als etablierter Künstler hat man Privilegien, die Bühne ist groß, das Mikrofon an, das verleiht Macht. Und Möglichkeiten. Krumbiegel hat sie schon zu Pandemiezeiten genutzt. Und dabei ziemlich heftig agiert, so wie man das wohl macht, wenn man weiß, auf welcher Seite der Barrikade man steht, liegt, kämpft. Ein Gezwitscher (Twitter) von ihm klang dann so:

    Krumbiegel wird in einem Beitrag von Sonntag-Sachsen als Vertreter der Leipziger Zivilgesellschaft bezeichnet, die die sogenannten Corona-„Spaziergänge“ und Demonstrationen in einer Erklärung verurteilt hatte.

    „Ihr Protestierenden verbreitet Hass und Häme, schreckt nicht vor Gewalt zurück und lasst Euch von rechtsextremistischen Kreisen vereinnahmen und benutzen, aber: Ihr seid nicht das Volk!“

    Dass hier etwas nicht falsch verstanden wird: Krumbiegel darf das, Twittern, Demonstrationen verurteilen. Er darf auch Preise ablehnen. Preise anderen Persönlichkeiten abzusprechen, sie auszugrenzen und sich selbst für einen der Nabel unserer wertebasierten Gesellschaft zu halten, schränkt damit aber die Freiheit ein, die er selbst für sich in Anspruch nimmt.

    Krumbiegels Combo, die Prinzen, haben ein Lied „Dürfen darf man alles“ im Repertoire. Die Vokalisten zählen darin vieles flott auf, was unkorrekt, frech und unangepasst erscheint. Ein bisschen Gesellschaftskritik, ein bisschen Umweltschutz. Und sie sprechen mit schönem Prinzensound durch die Blume aus, dass wir dann doch eine feine, freie Gesellschaft sind, in der es aber so gewisse Leute gibt. Sie wissen schon. Krumbiegels und Kollegens Zeilen sind vielsagend, wenn fabuliert wird, dass Menschen meinen, dass die Welt sich gegen sie verschwöre, dass sie meinten, dass die Wahrheit ja nur ihnen gehörte. Und dann, das ist der Gipfel: es welche gäbe, die sagten, was sie dächten und dann danach sagten, dass man heutzutage nichts mehr sagen dürfe.

    Wenn denn Gabriele Krone-Schmalz, die bei der ARD Auslandskorrespondentin war und bis heute jedes Recht hat, als Journalistin die Pressefreiheit zu genießen, sich auf die Textzeile über die Redefreiheit in „Dürfen darf man alles“ berufen würde, käme Krumbiegel vielleicht ins Schwitzen. Der Text sagt ja nichts anderes, als dass Krumbiegel und Co. behaupten, dass man alles sagen dürfe. Also darf man eben auch eine Krone-Schmalz sein, ohne Nachteile zu erleiden. Und Leute liegen vielleicht doch richtig, wenn sie im schlimmsten Fall schwadronierten, dass sich die Welt gegen sie verschwöre. Dem nun Nicht-Preisträger Krumbiegel sei nochmal wiederholt, warum Krone-Schmalz ausgezeichnet werden soll:

    Gabriele Krone-Schmalz ist Trägerin der Puschkin-Medaille und des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse. Das zeigt Ihre Anstrengungen, Trennendes zu überwinden und zusammen mit vielen anderen die Zukunft Europas im Sinne der Menschen mitzugestalten.

    Der Laudator der Preisverleihung, Eugen Drewermann, sollte Sebastian Krumbiegel ebenfalls etwas Aufmerksamkeit wert sein. Am 14. Mai 2023 hat der Friedensaktivist Eugen Drewermann anlässlich der Verleihung des Karlspreises 2023 an den ukrainischen Präsidenten Selenskyj einen Appell für den Frieden und das Ende des Krieges an die Welt gerichtet. Drewermanns Rede wurde in Aachen auf der öffentlichen Gegenveranstaltung zur Karlspreis-Verleihung „Frieden in Europa ist nur mit und nicht gegen Russland möglich!“ von der Gruppe Aachener für eine menschliche Zukunft veröffentlicht. Der Prinzensänger wird dem „Frieden in Europa ist nur mit und nicht gegen Russland möglich!” sicher im Herzen beipflichten, singt er doch: „Dürfen darf man alles.“


    Titelbild: Olaf Scholz via Facebook


    Rubriken: einzelne Politiker / Personen der Zeitgeschichte Innen- und Gesellschaftspolitik Wertedebatte

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    19.07.2023

    Krone-Schmalz erhält Friedenspreis – Und die „Experten“ kochen über

    nachdenkseiten.de, vom 14. Juli 2023 um 10:30 Ein Kommentar von: Tobias Riegel

    Manche Meinungsmacher können es nicht fassen: Die Autorin Gabriele Krone-Schmalz erhält gemeinsam mit dem Sänger der „Prinzen“, Sebastian Krumbiegel, den renommierten Löwenherz Friedenspreis – zu Recht! Erst kürzlich wurde Krone-Schmalz in Mainz ein zugesagter Raum verwehrt. Nun wird sie wegen der Preisverleihung einmal mehr diffamiert: von „Experten“, die in einer sachlichen Debatte keine Chance gegen sie hätten.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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    Cancel Culture funktioniert nur wegen Unterwürfigkeit – hoffentlich bleiben im Zusammenhang mit dieser Preisverleihung alle Beteiligten bei ihrer bisherigen Standhaftigkeit – trotz der weiter unten beschriebenen Angriffe.


    Der Löwenherz Friedenspreis wird verliehen von der Initiative „Human Projects“, bisherige Preisträger waren etwa Michail Gorbatschow, der Dalai Lama oder Fridays for Future. Der Festakt zur diesjährigen Verleihung findet am 19. November im Kupfersaal in Leipzig statt. Die Laudatio wird Eugen Drewermann halten. Die Initiatoren begründen ihre Wahl auf ihrer Webseite folgendermaßen:

    Wir – die Deutsche Nichtregierungsorganisation „Human Projects“ – verleihen jährlich den Löwenherz Friedenspreis an Persönlichkeiten oder Organisationen, die sich wie Gabriele Krone-Schmalz und Sebastian Krumbiegel in herausragender Weise um Frieden und Versöhnung verdient gemacht haben.

    Gabriele Krone-Schmalz ist Trägerin der Puschkin Medaille u n d des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse. Das zeigt Ihre Anstrengungen, trennendes zu überwinden und zusammen mit vielen anderen die Zukunft Europas im Sinne der Menschen mitzugestalten. Daher empfängt Gabriele Krone-Schmalz 2023 den Löwenherz Friedenspreis für Ihre Verdienste um Frieden und Versöhnung auf dem Europäischen Kontinent.

    Sebastian Krumbiegel steht durch sein persönliches Engagement für gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt für eine starke Demokratie und Vielfalt. Dies alles benötigen wir angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit.“

    „Übersetzerin der russischen Propaganda“ und ein „irrer Opa“

    Krone-Schmalz ist eine gute Preisträgerin – wegen ihres mutigen (fortgesetzten) Engagements für eine Verständigung mit Russland, das sich dem militaristischen Zeitgeist entgegenstellt. Sogenannte Experten machen nun Stimmung gegen diese gute Wahl – unter anderem auf Twitter und in einem aktuellen Artikel auf T-Online, den ich als Pamphlet bezeichnen würde. Das Medium steht bei der Diffamierung von Krone-Schmalz mit zahlreichen Artikeln ohnehin weit vorne. Nun behautet es, „renommierte Russlandexperten“ seien über die Preisverleihung „entsetzt“.

    „Drewermann wie Krone-Schmalz stehen ganz eindeutig auf der Seite des Kremls und verbreiten offensiv Kreml-Narrative“, schreibt etwa der Historiker und Publizist Ilko-Sascha Kowalczuk auf Twitter. Und bei T-Online unterstellt Klaus Gestwa, Professor an der Uni Tübingen und dort Direktor des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde:

    ‘Gabriele Krone-Schmalz hat den russischen Propagandanarrativen den Weg in die politischen Debatten bei uns bereitet’ und damit ‚ihren Anteil daran, dass sich in Deutschland Politik und Öffentlichkeit lange vom Putin-Regime an der Nase herumführen ließen‘, Bis heute trete sie vor allem ‚als publizistische Übersetzerin der russischen Propaganda‘ in Erscheinung.“

    Der Absatz verbindet persönliche Diffamierung mit dem aktuell dominanten (und sachlich falschen) „Narrativ“ von der durch das „Putin-Regime“ in die Irre geführten deutschen Politik, die darum in der Vergangenheit nicht hart genug gegenüber Russland aufgetreten sei. Im folgenden Absatz arbeitet Gestwa dann endgültig mit persönlichen Unterstellungen gegen Krone-Schmalz:

    „Ihre Verurteilung Putins und des russischen Angriffskriegs ist nur vorgeschoben; eine klare Distanzierung von diesem imperialen Eroberungskrieg und ehrliche Empathie für die überfallene sowie schwer verwundete Ukraine kann ich weiterhin nicht erkennen.“

    Gestwa bezeichnet die geachtete und seriöse Journalistin und Autorin Krone-Schmalz außerdem noch als „eine umstrittene Publizistin, die ihr Geschäftsmodell darin gefunden hat, sich als Sprachrohr des kriegslüsternen Kremlbosses in der deutschen Öffentlichkeit zu betätigen“. Sie habe zudem mit Eugen Drewermann „den Laudator, den sie verdient hat. Hier findet zusammen, was sich gemeinsam auf Irrwege begangen hat“.

    Laut Gestwa hätten er und Andere im Mai die Rede von Drewermann anlässlich des „Alternativen Karlspreises“ zugespielt bekommen, verbunden mit der Bitte, sich dazu zu positionieren. Aber die inhaltliche Auseinandersetzung wurde von „Experten“-Seite einmal mehr gescheut: „Ich habe mir dieses wirre Zeug voller historischer Fehler und politischer Irrflüge angehört, fand es völlig indiskutabel und habe auf eine Kommentierung verzichtet.“ Seine eigene inhaltliche Verweigerung will Gestwa dann mit heftiger persönlicher Diffamierung Drewermanns wettmachen: Mit seiner Performanz entzaubere sich Drewermann selber „als ‘irrer Opa’, der seinen politischen Kompass endgültig verloren und sich im ‘Querdenken’-Verschwörungssumpf hilflos verheddert hat“, so Gestwa.


    Beleidigungen, weil man inhaltlich keine Chancen hat

    Mit einer harten Sprache und dem inhaltlichen Wegducken disqualifizieren sich viele „Regierungs-Experten“ selber für seriöse Debatten. Die Strategie, eine inhaltliche Debatte durch persönliche Beleidigungen zu ersetzen, ist ein Zeichen der Zeit: Im Wissen, dass sie argumentativ nicht bestehen könnten, gehen viele antirussische Meinungsmacher auf die Frage von russischen Sicherheitsinteressen (und ob diese unberechtigt, legitim oder bedroht sind) oder etwa die Vorgeschichte des Ukrainekriegs mit dem jahrelangen Beschuss der Zivilbevölkerung des Donbas nicht ein. Erst muss die Person des Andersdenkenden (mit großen Medien im Rücken) in Bausch und Bogen diffamiert werden, dann kann man erklären, dass seine Gedanken einer Beschäftigung nicht wert seien.

    Von Human Projects heißt es auf Nachfrage von T-Online nur, dass sowohl Krone-Schmalz als auch Krumbiegel den Preis angenommen hätten. Sie sollen am 19. November in Krumbiegels Heimat Leipzig geehrt werden. Der Sänger habe bislang nicht auf eine Anfrage von T-Online geantwortet.

    Ich möchte meinen Respekt für die bisherige Standhaftigkeit der Beteiligten dieser Preisverleihung bekunden: Dadurch laufen die billigen und inhaltlich wie formal inakzeptablen Beschimpfungen der „Experten“ ins Leere.


    Die selbsternannten „Experten“: Gestwa, Davies, Major, Klein, Jilge, Sasse …

    Auf den akademischen Hintergrund des selbsternannten „Ukraine-Experten“ aus Tübingen, Klaus Gestwa, ist kürzlich bereits Florian Warweg im Artikel „Faktencheck der Faktenchecker“ eingegangen. Demnach hat Gestwa vor dem 24. Februar 2022 keine einzige Publikation zur Ukraine vorzuweisen, wie ein Blick auf seine Publikationsliste bezeuge: „Das hindert ihn aber nicht daran, sich aktuell als ‚Ukraine-Experte’ zu verkaufen – eine Selbstvermarktung, die von zahlreichen deutschen Medien gerne und völlig unkritisch aufgegriffen wird.“

    Ein weiteres Beispiel für Gestwas unangemessen harte Sprache, die von inhaltlicher Schwäche zeugt, traf Daniele Ganser, den er als „Putin-Troll auf Globuli“ beschimpfte. In diesem Artikel behauptet Gestwa, Krone-Schmalz würde „Russlandkitsch, der politisch blind macht“, verbreiten. Auch hier gab er sich schon „entsetzt“. Gleichzeitig ruft er, „Haltet den Dieb“: „Kollegen-Bashing gehört zum rhetorischen Grundinventar von Gabriele Krone-Schmalz.“

    Es gibt zahlreiche weitere „Experten“, die momentan bevorzugt von Medien genutzt werden, mutmaßlich um die gefährliche, für Europa selbstzerstörerische und für die ukrainischen Zivilisten schreckliche Politik der Kriegsverlängerung gegen Kritik abzusichern. Da wäre (unter vielen anderen) Franziska Davies zu erwähnen – die „Osteuropaexpertin“ schreibt etwa in der „taz”: „Russland ist nicht unser Nachbar“. In diesem Artikel (einmal mehr bei T-Online) wird gar behauptet, Davies habe Krone-Schmalz „widerlegt“.

    Zu nennen wären auch Claudia Major und Margarete Klein von der 1962 auf Initiative des Bundesnachrichtendienstes gegründeten Denkfabrik „Stiftung für Wissenschaft und Politik“, die Warweg im Artikel „Denkfabrik SWP“ thematisiert hat. Auf die Rollen der „Russland-Experten“ Wilfried Jilge und Gwendolyn Sasse ist Albrecht Müller kürzlich im Artikel „Wie die Tagesschau manipuliert – Mithilfe von ‚Experten’“ eingegangen.


    „Publikum mit klarer antisemitischer und prorussischer Haltung“

    Wie giftig die von großen Medien gerne zitierten und oft persönlichen Attacken von „Experten“ gegen Andersdenkende wirken können und wie sie bei schlecht informierten Bürgern den Impuls der Cancel Culture wecken können – das zeigte sich kürzlich, als das „Haus der Kulturen“ in Mainz im Juni eine bereits zugesagte Veranstaltung mit Gabriele Krone-Schmalz und Ulrike Guerot cancelte. Die Veranstaltung findet nun am 16. Juli im Startimer Oldtimer-Museum, Ludwig-Wolker-Straße 2a, in Mainz-Kastel statt. Für die Teilnahme müssen Sie sich unter diesem Link anmelden. Zum Vorgang dieser Absage bringen die NachDenkSeiten heute noch ein Interview. Das „Haus der Kulturen“ hatte den Termin mit der folgenden infamen Begründung abgesagt (Hervorhebungen von mir):

    (…) Weiterhin ist die Verbreitung und Bewerbung der Veranstaltung in spezifischen sozialen Kanälen und Plattformen ohne klare Distanzierung zu antidemokratischen, antisemitischen und postfaktischen Tendenzen als unvereinbar mit dem Wertekompass des Haus der Kulturen und der MW Malteser Werke gGmbH anzusehen. Dies stellt einen klaren Bruch unserer Hausordnung da.

    Da wir durch die Bewerbung und Planung der Veranstaltung aus oben genannten Gründen keine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik erkennen können und Publikum mit klarer antisemitischer und prorussischer Haltung zu erwarten ist, machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch den Vertrag fristlos aufzulösen.“

    (…) Bei der im Haus der Kulturen geplanten Veranstaltung Frieden in planetaren Grenzen – Gemeinsame Sicherheit heute des Vereins “NatWiss Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit e.V. ” stehen Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot und Frau Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz auf der Redner*innen Liste. Diese war uns zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung nicht bekannt. Obwohl wir uns für einen breiten sachlichen Diskurs starkmachen und demokratische Prinzipien unterstützen und fördern wollen, bieten wir mit unserem Haus Pro-Russischer Propaganda und der wissentlichen Verbreitung von Verschwörungsmythen und Halbwahrheiten keine Bühne.“

    Seriöse kritische Bürger wie Krone-Schmalz und Ulrike Guerot locken also potenziell ein „Publikum mit klarer antisemitischer Haltung“ – auf diesem Niveau sind wir schon angekommen. Und eine Menge „Experten“ sorgen emsig dafür, dass die „erlaubte“ Debatte sich noch weiter verengt.


    Leserbriefe zu diesem Beitrag finden Sie hier.


    Rubriken: Audio-Podcast einzelne Politiker / Personen der Zeitgeschichte Erosion der Demokratie Kampagnen / Tarnworte / Neusprech


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=101007


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Gabriele Krone-Schmalz & Sebastian Krumbiegel empfangen den Löwenherz Friedenspreis 2023


    humanprojects.de, vom 9. März 2023 von


    Wir die Deutsche Nichtregierungsorganisation -Human Projects- verleihen jährlich den Löwenherz Friedenspreis an Persönlichkeiten oder Organisationen die sich wie Gabriele Krone-Schmalz und Sebastian Krumbiegel in herausragender Weise um Frieden und Versöhnung verdient gemacht haben.


    Der Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat im September 2017 ebenfalls den Löwenherz Friedenspreis in Moskau für seinen Appell an die Menschheit „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg“ empfangen. Bereits 2017 waren berechtigte Befürchtungen real, die die Rückkehr zum Kalten Krieg und zu militärischen Auseinandersetzungen in Europa wahrscheinlicher machten. Teile seines Lebenswerkes wie der INF- Abrüstungsvertrag standen damals bereits zur Disposition. Im Jahr 2019 erklärten die USA den INF-Vertrag dann offiziell für beendet.


    Michail Gorbatschow hat stets öffentlich die Lösungsoption vertreten, dass „alle Präsidenten, die sich Krieg als Option offenhalten wollen „unbedingt in die Wüste geschickt werden“ sollten und „die politische Bühne verlassen“ müssten. Seit dem 24.Februar 2022 ist es Gewissheit. Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt. Die schlimmsten Befürchtungen Gorbatschows aus dem Jahr 2017 sind jetzt Realität geworden.


    Das Vertrauen, das Gorbatschow zwischen Moskau und dem Westen mühevoll aufgebaut hat, scheint völlig zerstört. Der erste westliche in Moskau akkreditierte Korrespondent dem Michail Gorbatschow ein Interview gegeben hat, ist Frau Prof. Dr. Krone-Schmalz. Durch viele Gespräche und persönliche Treffen mit Michail Gorbatschow über Jahre hinweg und vielen weiteren Kontakten weit in die russische Zivilgesellschaft hinein kennt Frau Krone-Schmalz die russische Denkweise auf den unterschiedlichsten Ebenen genau. Gabriele Krone-Schmalz hat an der Beendigung des Kalten Krieges seit 30 Jahren zivilgesellschaftlich aktiv mitgewirkt. Durch die Vermittlung der russischen Sichtweise in Vorträgen, Büchern und auf anderen publizistischen Wegen hat Frau Krone-Schmalz das immer brüchiger werdende Verhältnis zu Russland über mehr als 30 Jahre hinweg begleitet. Ihr Ziel war es stets unter schwierigen Bedingungen positive Impulse für beide Seiten zu setzen und dabei immer einen gemeinsamen Weg auf dem Europäischen Kontinent zu fördern. Ziel Ihres Denkens und Handelns war es dabei immer, am Bau eines gemeinsamen Europäischen Hauses mitzuarbeiten, das im Sinne Gorbatschows auf Frieden und Versöhnung ausgelegt sein sollte. Gabriele Krone-Schmalz kann daher uneingeschränkt als einer derjenigen bezeichnet werden, der die Denkweise Gorbatschows vollumfänglich verinnerlicht hat.

    Gabriele Krone-Schmalz ist Trägerin der Puschkin Medaille u n d des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse. Das zeigt Ihre Anstrengungen, trennendes zu überwinden und zusammen mit vielen anderen die Zukunft Europas im Sinne der Menschen mitzugestalten. Daher empfängt Gabriele Krone-Schmalz 2023 den Löwenherz Friedenspreis für Ihre Verdienste um Frieden und Versöhnung auf dem Europäischen Kontinent.


    Sebastian Krumbiegel steht durch sein persönliches Engagement für gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt für eine starke Demokratie und Vielfalt. Dies alles benötigen wir angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit:


    Der brüchiger werdende gesamtgesellschaftliche Zusammenhalt, Klimawandel, Energiekrise und die weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen.


    In Krisenzeiten treten auch immer diejenigen in Erscheinung, die einfache Lösungen propagieren, Verschwörungsmythen verbreiten und die jede sich bietende Chance für Umsturz wittern. Reichsbürger, Nationalisten und Faschisten sind die größte Gefahr für Demokratie, Rechtsstaat und sozialen Zusammenhalt. Viel zu lange wurde diese Gefahr im gesamtgesellschaftlichen Kontext verharmlost. Viel zu oft wird den Feinden der freiheitlichen Demokratie Verständnis entgegengebracht. Viel zu häufig werden dabei junge Menschen in ihrem Protest gegen Neonazis alleingelassen.


    Sebastian Krumbiegel empfängt den Löwenherz Friedenspreis für sein herausragendes Engagement für unser demokratisches Gemeinwesen und gegen alle autoritären Tendenzen auch in unserem Land, in Europa und weltweit. Denn die größte Gefahr für Demokratie, Frieden und Versöhnung besteht dann, wenn Autokraten und Alleinherrscher an Konflikten beteiligt sind.

    Der Festakt zur -Löwenherz Friedenspreis Verleihung- findet am 19.11.23 um 15.00 Uhr im Kupfersaal in Leipzig statt.


    Tickets gibt es unter:
    https://www.reservix.de/tickets-die-loewenherz-friedenspreis-verleihung-2023-in-leipzig-kupfersaal-am-19-11-2023/e2094642?utm_medium=referral&utm_source=dynamic&utm_campaign=dynamic-prom-lb-o&utm_content=Human%20Projects%20gGmbH%20(16214)


    Die Leitung von Human Projects
    Leonberg, 19.02.23
    Antje Binder-Stohrer & Karsten Enz
    Im Namen aller -Löwenherz Friedenspreisträger-


    Info: https://www.humanprojects.de/pressemitteilung-gabriele-krone-schmalz-sebastian-krumbiegel-empfangen-gemeinsam-den-loewenherz-friedenspreis-2023

    19.07.2023

    Gedanklicher Extremismus  Jede Nation, in jeder Region, muss jetzt eine Entscheidung treffen.



    aus e-mail von transition-news.org, 19. Juli 2023, 21:13 Uhr

    Entweder ihr seid auf unserer Seite
    oder ihr seid auf der Seite der Terroristen.
    US-Präsident Bush, 20.09.2001


    Liebe Freundinnen und Freunde
    Man hat zunehmend den Eindruck, dass es bei vielen Themen nur zwei Optionen gibt. Entweder ist Putin ein Teufel – oder ein Held. Entweder ist der Klimawandel die grösste Bedrohung der Menschheit – oder der Mensch hat keinerlei Einfluss auf das Klima. Entweder ist SARS-CoV-2 ein tödliches Virus, das viele Millionen Menschen dahingerafft hat – oder es gibt gar keine Viren. Entweder ist Bill Gates ein Wohltäter – oder er will die Weltbevölkerung ausrotten. Ich wehre mich gegen diese Polarisierung. Meine Erfahrung ist: Wenn man tiefer in ein Thema einsteigt, sieht man auch immer mehr Seiten und Facetten. Es gibt zwar nur zwei Seiten einer Medaille – aber die Welt ist keine Scheibe! Nachfolgend ein paar sehr persönliche Beispiele und Ansichten. Ihre eigenen Ansichten können natürlich davon abweichen – und das ist vollkommen in Ordnung! Elektromobilität: Ich begrüsse es, wenn E-Bikes manche Autofahrt ersetzen. Und ich weiss es zu schätzen, wenn in einigen Städten der Welt – zum Beispiel in China – fast ausschliesslich Elektroroller statt lärmende und stinkende Zweitakter fahren. ABER wenn sich jetzt in Mitteleuropa jeder ein Elektroauto zulegt, erfreut das die entsprechenden Hersteller, es wird aber nicht die Umwelt oder das Klima «retten». Medizin: Ich begrüsse Erfolge der Schulmedizin. Antibiotika können Leben retten. Künstliche Hüftgelenke, künstliche Augenlinsen und manch andere medizinische Eingriffe erleichtern das Leben der Betroffenen enorm. ABER die einseitige Fokussierung auf (teure) «Reparaturen» vergibt die Chance, durch artgerechtes Leben – vor allem gute Ernährung, Bewegung und nährende soziale Kontakte – diese Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Sexualität: Über Jahrhunderte wurde Sexualität mit Schuld und Scham verknüpft. Deshalb begrüsse ich einen entspannten und verurteilungsfreien Umgang mit der Sexualität – und mit jeglichen Abweichungen von der Norm. ABER Kindern und Jugendlichen die Themen Homosexualität, Transsexualität, Geschlechtsumwandlung, Schönheits-OPs (oder wie Olaf Schubert es genannt hat: «Änderungsfleischerei») um die Ohren zu hauen, halte ich für falsch. Viren: Es gibt Viren. Äusserungen, die das grundsätzlich bezweifeln, halte ich für unwissenschaftlich. (Nur ein Beweis: Es gibt elektronenmikroskopische Aufnahmen von T4-Bakteriophagen – das sind Viren, die Bakterien befallen.) ABER ich bezweifle zum Beispiel, dass die Hauptursache von Aids ein Virus (HIV) ist. Ich empfehle dazu das Buch: Viruswahn von Torsten Engelbrecht et al. Die Milieutheorie von Béchamp verdient mehr Beachtung – als Ergänzung zur Erregertheorie von Pasteur. Zur Klarstellung: Es gibt für mich sehr wohl Themen, bei denen ich eindeutig Position beziehe. Ich bin zum Beispiel ganz entschieden gegen Folter, Krieg, ABC-Waffen, Unterdrückung, Umweltgifte, etc. Meine Bitte ist: Lassen Sie sich nicht in eine Ecke drängen. Wenn Sie diesen Newsletter lesen, glauben Sie nicht unhinterfragt den System- und Konzernmedien. Das ist gut so. Aber widerstehen Sie bitte der Versuchung, deshalb immer der Gegenposition oder den alternativen Medien zu glauben. Auch mir natürlich nicht. Herzlich Ihr Lars Ebert le@corona-transition.org

    *********************** Hinweise:  Hier finden Sie unsere neuen Podcasts.

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    Die TTV News vom 14. Juli 2023 mit folgenden Themen: ???? Nato-Gipel: Was die Medien zum Verhältnis Türkei-Russland verpassten
    ???? Militärische Lage: «Die Ukraine hat verloren», sagt Colonel Douglas Macgregor
    ???? Cluster-Bomben: Was ihr Einsatz durch die Ukraine über ihre Lage verrät
    ???? Nordstream atomar gesprengt? Die seismischen Ausschläge deuten darauf hin.
    ???? Instant Pot: Was man von einem Dampfkochtopf alles lernen kann
    ????Befreiung vom Mangelbewusstsein
    Redaktion und Moderation: Christoph Pfluger Sie finden uns auf folgenden Kanälen und Plattformen:

      VAERS-Daten: «Covid-Impfstoffe» sind für Schwangere katastrophal Die Zahl der Tot- und Fehlgeburten, die im Zusammenhang mit den Gen-Präparaten gemeldet wurden, ist viermal höher als bei allen anderen Impfstoffen zusammen in den letzten 33 Jahren. → Weiterlesen
    Kanada: Zehnmal mehr «Covid-Fälle» im öffentlichen Dienst nach der Impfpflicht Das zeigen die offiziellen Daten. Die stellvertretende Gesundheitsministerin weiss nicht, woran das liegen könnte. → Weiterlesen
    Gates-Stiftung will Impfschutz durch Impfpflaster ausweiten Daran beteiligt sind auch die Impfallianz Gavi und die WHO. Die sogenannten VMAPs bestehen aus Mikronadeln. → Weiterlesen
    US-Gesundheitsbehörde CDC befürwortet «Bruststillung» seitens biologischer Männer Transgender-Eltern, die ihre Kinder an der Brust stillen wollen, könnten die Milchbildung mit Hilfe von Medikamenten einleiten. Dies stösst bei Medizinern auf Kritik. → Weiterlesen
    Die Vasallisierung Europas nimmt kein Ende Es ist höchste Zeit, dass die Europäer aufwachen und beginnen, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Von Jacques Pilet → Weiterlesen
    Afrikanische Regierungen drängen auf finanzielle Unabhängigkeit Das machten sie am Treffen der Afrikanischen Union klar. Eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten gebe Hoffnung auf mehr Anerkennung auf der Weltbühne, so ein Aktivist gegenüber «RT». → Weiterlesen
    «NZZ»-Journalist erachtet Angriff auf Krim-Brücke als Erfolg Die Zerstörung ziviler Infrastruktur ist in den Augen von Journalist Andreas Rüesch ein «legitimes Ziel». Die Ukraine habe «einmal mehr gepunktet». → Weiterlesen

    Was andre Medien melden
    NachDenkSeiten: Der Prinz der Intoleranz Der Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel lehnt den Löwenherz-Friedenspreis ab, weil ihm wohl die zweite Preisträgerin Gabriele Krone-Schmalz und der Laudator Eugen Drewermann nicht passen – ein Abkanzeln ihm politisch nicht genehmer Mitmenschen. → Weiterlesen

    Weltwoche: Lateinamerika-Gipfel in Brüssel Weil Brasilien, Nicaragua und Kuba Russland nicht verurteilen wollen, werfen die EU-Vertreter den Ländern vor, von Moskau «ferngesteuert» zu sein → Weiterlesen

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    German Foreign Policy: Ab in die Wüste EU reagiert auf Deportation von Flüchtlingen durch tunesische Behörden in die Wüste mit umfassenden Finanzhilfen für Tunis und der Unterzeichnung eines Flüchtlingsabwehrdeals. → Weiterlesen

    Geld und mehr: Auch EU gibt letzten Anschein von Souveränität auf Wie um den derzeit vieldiskutierten Vasallenstatus Europas zu unterstreichen, hat die EU-Wettbewerbskommissarin entschieden, eine Amerikanerin mit guten Beziehungen zu Apple und Amazon zur neuen Chefvolkswirtin zu machen. Das passt bestens in die erklärte US-Strategie, die Europäer als Hilfstruppen im Kampf mit China um die IT-Vorherrschaft zu requirieren und das Regulierungsumfeld dafür passend zu machen. → Weiterlesen

    NachDenkSeiten: Frieder Wagner zum Thema Uranmunition: Wissen die Ukrainer, „dass ihr Land über viele Generationen verseucht sein wird?“ Uranmunition an die Ukraine? Das scheint kein Problem zu sein. Entsprechende Meldungen in den Medien sind ohne nennenswerte Kritik hingenommen worden. Der Dokumentarfilmer Frieder Wagner kennt sich aus mit Uranmunition. Sein Film „Todesstaub“, über den Einsatz von Uranmunition im Kosovo, Bosnien und im Irak aus dem Jahr 2007, gilt noch immer als grundlegend. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen hat er sich gegenüber den NachDenkSeiten nochmal zu dem Thema geäußert. → Weiterlesen

    tkp: Ex-Geheimdienstoffizier Scott Ritter über “Agent Zelensky” Teil 2 Im Teil 1 seiner Enthüllungen zeichnet der ehemalige Geheimdienstoffizier des US Marine Corps und frühere UNO Waffeninspektor den Aufstieg der jetzigen Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenski nach und wie er von westlichen Geheimdiensten angeworben wurde und geleitet wird. Nun folgt der zweite Teil, der sich mit den Aufgaben befasst, die Zelensky übertragen wurden. → Weiterlesen

    MDR: Durch Corona-Schutzmaßnahmen: Ohnmacht und Einsamkeit im Altenheim Während der Corona-Pandemie galten Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen als besonders schutzbedürftig. Zeitweise gab es deshalb Besuchs- und Kontaktverbote für Angehörige. Offenbar mit erheblichen gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen. → Weiterlesen


    Info: https://transition-news.org/gedanklicher-extremismus


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