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01.09.2023

Die Ukraine will immer mehr, Soros will doch bleiben – und Fake News von VDL?

lostineu.eu, 1. September 2023

Die Watchlist EUropa vom 1. September 2023

Die Europäische Union will ihre militärische Unterstützung für die Ukraine aufstocken und bis 2027 verlängern. Im Gespräch sind ein Sonderfonds für Waffenlieferungen im Umfang von 20 Milliarden Euro sowie die Ausbildung von weiteren 10.000 ukrainischen Soldaten. Dies kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei einem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister im spanischen Toledo an.

Außenministerin Annalena Baerbock signalisierte deutsche Zustimmung. Mit der Waffenhilfe investierten die Europäer in den Frieden, sagte die Grünen-Politikerin. „Deshalb ist diese Unterstützung notwendig“, betonte sie. Allerdings seien noch Details zu klären. Baerbock nannte es „ein komplexes Unterfangen“, die deutschen und europäischen Hilfen unter einen Hut zu bringen.

Mit Entscheidungen wird erst zum Ende des Jahres gerechnet. Bei dem informellen Treffen in einer ehemaligen Waffenfabrik, der „Fábrica de Armas“, wurden jedoch wichtige Weichen gestellt. Sie deuten auf einen langen Krieg hin – die Waffenhilfe ist auf vier weitere Jahre angelegt. Zugleich werden aber auch die Grenzen der Solidarität deutlich: In der EU wird das Geld knapp.

Das auf sieben Jahre angelegte EU-Budget ist schon jetzt, zur Halbzeit, ausgereizt. Die als Kriegskasse genutzte Friedensfazilität – ein Sondertopf neben dem regulären Haushalt, der ursprünglich für Friedensmissionen reserviert war – ist leer. Deshalb ist nun die Aufstockung geplant. Doch woher das Geld kommen soll und ob es wirklich 20 Milliarden Euro sein müssen, ist umstritten.

Deutschland und viele andere EU-Länder stehen unter Sparzwang. Gleichzeitig will die Ukraine aber immer mehr. „Wo sonst könnte ich um mehr Waffen bitten als in einer Waffenfabrik?“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba. Neben mehr Artilleriemunition forderte er weitere Luftverteidigungssysteme, „Kampfflugzeuge der neuesten Generation“ und deutsche Marschflugkörper vom Typ Taurus.

Weiterlesen unten (nur für STEADY-Förderer). Siehe auch „Taurus für die Ukraine: Schwache Argumente, keine Perspektive“ und „Noch vier Jahre Krieg?“

News & Updates

  • Soros will doch bleiben. Vor zwei Wochen hatte der prominente Spekulant und Mäzen G. Soros den weitgehenden Rückzug seiner „Open Society Foundation“ aus Europa angekündigt. Das hätte das Aus für viele NGOs bedeutet, auch in Ungarn oder Polen. Doch nun macht er einen halben Rückzieher. Die Stiftung werde Europa treu bleiben – vor allem in der Ukraine will Soros weiter aktiv sein.
  • Borrell zeigt Verständnis für Putsch. Den Putsch in Niger hat die EU einhellig verurteilt, sie will ihn sogar mit eigenen Sanktionen beantworten. Doch der Coup in Gabun wird anders bewertet – Chefdiplomat Borrell zeigt sogar Verständnis. – Der Blogpost steht hier
  • Lawrow verlangt Garantien. Die Außenminister Russlands und der Türkei haben in Moskau über eine mögliche Neuauflage des Getreideabkommens gesprochen. Der russische Außenminister Lawrow verlangte Garantien, dass auch sein Land Getreide und Dünger ungehindert ausführen dürfe. Die EU lehnt das bisher ab.


Das Letzte

EU-Chefin von der Leyen hat den Kampf gegen Fake News und Desinformation auf ihre Fahnen geschrieben. Das war schon bisher fragwürdig – denn es richtete sich nur gegen Russland und China, nie gegen Falschmeldungen aus der EU oder den USA. Doch nun legt sie nach – der neue „Digital Services Act“ (DSA) soll auch noch die Internet-Giganten zu (Selbst-)Zensur verpflichten. Geht es dabei wirklich um den Schutz „europäischer Werte“, wie VDL verkündet? Unsinn, meint der Satiriker und EU-Abgeordnete M. Sonneborn. Die EU-Kommission verbreite selbst „Fake News“. Nun hat er den „Fake-Inhalt“ den zuständigen EU-Behörden gemeldet. Auf die Antwort darf man gespannt sein…



Die Ukraine will immer mehr (Fortsetzung)

Baerbock legte sich in Toledo nicht fest. Die Taurus-Frage ließ sie ebenso offen wie den deutschen Anteil am geplanten 20-Milliarden-Fonds. Auf die Bremse trat Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg. „Wir werden weder Waffen liefern noch Waffenlieferungen finanzieren. Daran ändert sich nichts, das ist unser Neutralitätsstatus.“ Zudem sei zu klären, „ob es wirklich dieser 20 Milliarden bedarf“.

Zweifel gibt es auch an einer weiteren Forderung aus Brüssel. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will zusätzliche 50 Milliarden Euro, um Wirtschaftshilfen an die Ukraine zu finanzieren. Dafür möchte sie das EU-Budget aufstocken, eventuell durch neue Schulden. Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, lehnen das ab. Von der Leyen solle lieber an anderer Stelle kürzen, heißt es.

Geräuschloser geht die Ausbildung ukrainischer Soldaten vonstatten. Borrell hatte bereits am Mittwoch vorgeschlagen, bis Ende des Jahres 40.000 statt wie geplant 30.000 ukrainische Soldaten in der EU auszubilden. Zudem will er die von den Niederlanden und Dänemark geplante Ausbildung von ukrainischen Kampfpiloten an F-16-Kampfjets in die EU-Mission integrieren.

Die Verteidigungsminister zeigten sich in Toledo zufrieden, allerdings auch reichlich zugeknöpft. Einer öffentlichen Debatte über den Erfolg der Ausbildungsmission, die Wirkung der Waffenhilfe und die Lage in der Ukraine wichen sie aus. Vor allem US-Medien hatten über massive Probleme bei der ukrainischen Gegenoffensive, aber auch bei der Soldaten-Ausbildung berichtet.

Kuleba wies die Kritiker harsch zurecht. Sie sollten den Mund halten und selbst auf dem Schlachtfeld kämpfen. „Kritik am langsamen Tempo der Gegenoffensive zu üben, bedeutet, dem ukrainischen Soldaten ins Gesicht zu spucken, der jeden Tag sein Leben hingibt und Kilometer für Kilometer ukrainischen Boden befreit“.

So weit bekannt, hat ihm niemand widersprochen…

Was sagen Sie dazu?


Info: https://lostineu.eu/die-ukraine-will-immer-mehr-soros-will-doch-bleiben-und-fake-news-von-vdl


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Borrell zeigt Verständnis für Putsch in Gabun


Den Putsch in Niger hat die EU einhellig verurteilt, sie will ihn sogar mit eigenen Sanktionen beantworten. Doch der Coup in Gabun wird anders bewertet – Chefdiplomat Borrel zeigt sogar Verständnis.

„Natürlich sind Militärputsche keine Lösung, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es in Gabun Wahlen voller Unregelmäßigkeiten gegeben hat“, sagte Borrell dem Sender CNN am Rand des Treffen der EU-Außenminister im spanischen Toledo.

Die Situation in Niger und Gabun seien nicht vergleichbar, so Borrell. „In Niger war der Präsident ein demokratisch gewählter Präsident.“ Dagegen könne er Gabun nicht als „volle Demokratie“ bezeichnen, weil dort eine Familie das Land seit mehr als 50 Jahren regiere.

Interessant. Demnach gibt es also gute und schlechte Putsche und verschiedene Arten von Demokratie in Afrika. Da fehlt eigentlich nur noch eine EU-Klassifizierung von Militärregimes, nach dem Motto: „Niger: böse – Gabun: ganz okay“…

8 Comments

  1. Helmut Höft
    31. August 2023 @ 20:16

    „Natürlich sind Militärputsche keine Lösung, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es in Gabun Wahlen voller Unregelmäßigkeiten gegeben hat“ Jupp Borrell denkt wohl auch daran, dass der Ondimba-Clan von La Grande Nation „eingesetzt“ worden ist, von Fronkreisch, einem Mutterland der Demkratie & Freyheit (Liberté, Égalité, Fraternité)! Das Égaliteé ist sicher im „spontanen“ Sinne gemeint: (L)egal, (ill)egal, (scheiß)egal!

Reply

  • KK
    31. August 2023 @ 18:49

    @ ebo:
    „Doch: Baerbock hat an Aserbaidschan und Russland appelliert…“

    Hab ich nichts von mitbekommen – war wohl nicht so laut wie ihre gegen Russland gerichteten Tiraden.
    Hätte Baerbock dann nicht aber an Aserbaidschan und die Türkei appelieren müssen, denn schliesslich wird der Zugang zu Nagorny Karabach von Aserbaidschan mit Unterstützung der TR blockiert – Russland hat da doch nur indirekt als Schutzmacht Armeniens mit zu tun. Wird sich mE allerdings hüten, auf aserbaidschanischem Boden, auf dem der Korridor liegt, einzugreifen, um nicht vom Westen wieder als der „völkerrechtswidrige“ Aggressor dargestellt zu werden, und nebenbei noch einen Zwei-Fronten-Krieg zu eröffnen…

    Reply

  • Thomas Damrau
    31. August 2023 @ 17:26

    Die Kriterien sollten relativ einfach sein:
    – Die lokale Herrscher-Clique beutet das Land aus: schlecht -> Umsturz angemessen
    – Internationale Konzerne beuten das Land aus: schon ok. -> Umsturz nicht nötig

    Wenn es die EU interessieren würde, ob Wahlen demokratisch verlaufen, müsste sie an vielen Stellen aufheulen – auch bei nicht gerade wenigen aktuellen EU-Mitgliedern. Zur Demokratie gehört mehr als dass keine Wahlurnen verschwinden – sondern z.B. auch dass die Medien nicht von nur wenigen Konzerne ausgesteuert werden.

    Deshalb unterstelle ich vielen EU-Spitzenkräften, dass ihnen weniger um Demokratie geht als um die Frage, ob „die Richtigen“ die Wahl gewinnen.

    Reply

    • Helmut Höft
      31. August 2023 @ 20:51

      @Thomas Dmrau
      Du hast natürlich Recht … aber! (siehe mein Kommentar zu Jupp B.)

      Reply

  • KK
    31. August 2023 @ 16:36

    @ european:
    „Hoert man etwas seitens der Miss Europa bezueglich Armenien? Nurmal so. Koennte ja sein.“

    Nö; auch von unserer „vom Völkerrecht“ kommenden dilettierenden Chefdiplomatin nicht. Wie sagte doch Luisa Neubauer – wohl eher unfreiwilligend ihresgleichen entlarvend – an anderer Stelle so treffend: „Besser Doppelmoral als keine Moral“

    Reply

    • ebo
      31. August 2023 @ 17:27

      Doch: Baerbock hat an Aserbaidschan und Russland appelliert, für einen humanitären Zugang zu der abgeriegelten armenischen Enklave Berg-Karabach zu sorgen. „Die Menschen in Berg-Karabach müssen das, was sie zum Leben brauchen, endlich bekommen. Der Latschin-Korridor muss frei sein für humanitäre Hilfe“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag am Rande eines EU-Außenministertreffens im spanischen Toledo.

      Reply

  • european
    31. August 2023 @ 14:10

    „Da fehlt eigentlich nur noch eine EU-Klassifizierung von Militärregimes, nach dem Motto: „Niger: böse – Gabun: ganz okay“…“

    Das haben wir doch schon: Russland: boese – Aserbaidschan: ja klar.

    Hoert man etwas seitens der Miss Europa bezueglich Armenien? Nurmal so. Koennte ja sein.

    Reply

  • KK
    31. August 2023 @ 14:09

    „Interessant. Demnach gibt es also gute und schlechte Putsche…“

    Natürlich – der sogenannte „Euro-Maidan“ war ja auch so ein „guter“ Putsch, dabei vor unserer Haustür und nicht irgendwo im „Dschungel“.
    Sogar von Politikern der EU und USA massgeblich unterstützt und orchestriert.
    Gut ist, was unseren Interessen dient… Sch*** auf Demokratie, manchmal muss es halt ein Putsch sein!


  • Info:https://lostineu.eu/borrell-zeigt-verstaendnis-fuer-putsch-in-gabun


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    „Ukraine nicht bedingungslos unterstützen“


    lostineu.eu, vom 31. August 2023

    Der frühere EU-Kommissar G. Verheugen wird in Brüssel mittlerweile ignoriert. Dabei hat er in seinem jüngsten Interview wichtige Dinge zur Ukraine-Politik gesagt. Wir kommen daher noch einmal darauf zurück.

    Einen willkommenen Anlaß bietet ein Artikel in „telepolis“. Er fasst Verheugens Positionen treffend zusammen. Besonders wichtig scheint mir folgende Passage:

    „Es ist doch offensichtlich, dass die Ukraine verzweifelt versucht, dass das Engagement des Westens und der Nato die Grenze zur direkten Intervention überschreitet“, sagte er: Das hätte die direkte Auseinandersetzung der großen Atommächte zur Folge und wäre der Schritt in den Abgrund.

    Wir müssen also unsere ganze Kraft einsetzen, um Russland und die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bekommen. Ich halte es für einen Fehler, die Strategie der Ukraine bedingungslos zu unterstützen, ohne Verhandlungsbereitschaft zu verlangen, und zwar ohne Vorbedingungen.

    Günter Verheugen

    Verheugen vertritt hier zwei wichtige Argumente. Zum einen müsse man Russland und die Ukraine an den Verhandlungstisch bekommen. Zum anderen dürfe man die Ukraine nicht mehr bedingungslos unterstützen.

    Den ersten Punkt halte ich derzeit für aussichtslos. Beide Länder wollen nicht verhandeln, schon gar nicht miteinander. Verhandlungen sind – wenn überhaupt – nur auf Umwegen möglich. Die USA und China spielen dabei eine Schlüsselrolle.

    Die EU drängt China bereits, auf Russland einzuwirken. Sie hat es bisher jedoch versäumt, auch die USA zu Gesprächen zu bewegen. Es ist ein Unding, dass Präsident Biden seit Beginn des Krieges nicht einmal zum „roten Telefon“ gegriffen hat.

    Hier müsste eine diplomatische Initiative der EU ansetzen. Zudem muss endlich über eine Lockerung bzw. Aufhebung der Sanktionen gesprochen werden. Statt Wirtschaftskrieg brauchen wir wieder Wirtschaftsdiplomatie!

    Nur eine Doppelstrategie aus Zuckerbrot und Peitsche verspricht Erfolg. Bisher kennt die EU nur die Peitsche. Doch diese trifft sie selbst – der Wirtschaftskrieg hat vor allem Deutschland geschadet. Versucht endlich das Zuckerbrot!

    Die EU braucht eine eigene Strategie

    Der zweite Punkt ist essentiell. Die EU kann und darf die Ukraine nicht mehr bedingungslos unterstützen. Sie kann es nicht, weil sie sichtlich überfordert ist. Die Europäer verfügen weder über genug Waffen noch über genug Geld.

    Und sie darf es nicht, weil sie sonst unweigerlich in den Krieg hineingezogen wird. Bis zur direkten Intervention ist es nur noch ein kleiner Schritt. Polen und Großbritannien sind wohl bereit, ihn zu gehen. Deutschland und die EU müssen Stop sagen!

    Statt sich auf die ukrainische Strategie einzulassen, müssen die EUropäer endlich eine eigene entwickeln. Dazu waren sie bisher nicht fähig, wohl wahr. Doch das kann und darf nicht heißen, dass man sich willenlos treiben lässt!

    Ein Teil dieser Strategie könnte sein, der Ukraine klar zu machen, dass sie der EU nur dann beitreten kann, wenn der Krieg vorbei und ein Friedensvertrag unterschrieben ist. Dies wäre auch ein guter Anreiz für Diplomatie…

    Siehe auch „Verheugen, der Krieg und der unbändige Drang nach Osten“

    P.S. Es gibt offenbar eine vertrauliche ukrainisch-deutsche Zusammenarbeit, sogar in mehreren Formaten. Dies hat Botschafter Makeiev erklärt. Die deutsche Hilfe ist nicht nur nicht konditioniert, sondern scheinbar grenzenlos…

    3 Comments

    1. MarMo
      31. August 2023 @ 23:57

      Erst heute hat diese Katastrophe einer deutschen Außenministerin in den Medien beteuert, dass die Ukraine von Deutschland unterstützt wird, solange es nötig ist. Woher die politische „Elite“ in diesem Land eigentlich die Legitimität nimmt, das Geld deutscher SteuerzahlerInnen unbegrenzt an ein korruptes und nationalistisches Regime zu verschwenden (und dafür Mittel z. B. in der Migrations- und Integrationsberatung, in der Traumaberatung, in der Lehrerbildung, bei der Kindergrundsicherung, bei der Bundeszentrale für Politische Bildung streicht), ist mir immer wieder nicht erklärlich. Vor allem, dass das akzeptiert wird.

    Reply

  • Katla
    31. August 2023 @ 20:16

    Der kleine Schritt der direkten Intervention: Deutschland, der weltweit zweitgrößte Unterstützer der Ukraine mit Waffen ist allem Anschein nach auch bereit, diesen Schritt zu gehen. In Polen oder GB spricht man es wenigstens halbwegs offen aus, in Deutschland schweigt man auch darüber, aber das Regierungshandeln insgesamt spricht doch deutliche Worte, da sollte man sich nichts vormachen. Darüber hinaus gibt es auch regelmässig Äusserungen einiger Regierungsmitglieder, die sich seit dem ersten Tag des Krieges so anhören, als hätten sie das Schicksal des ihnen anvertrauten Landes „unverbrüchlich“ (O-Ton Bundesregierung) mit dem Schicksal der Ukraine verknüpft.
    Es deutet alles darauf hin, dass Deutschland sehr wohl auch bereit ist, diesen kleinen Schritt zu gehen. Warum auch nicht? Politiker, die sich mit ihrem Land nicht identifizieren können geschweige denn Zuneigung oder horribile dictu Liebe für ihr Land empfinden können und die ihre Bevölkerung verachten, spalten und gegeneinander aufhetzen – was soll solche Leute dazu motivieren, das ihnen Anvertraute zu schützen und nicht für ihre ideologisch diktierten, narzisstischen Ziele zu opfern? Die heimischen, dummen Friedenstauben aus der „Hölle“ (Zitat von the Bundeskanzler himself) liegen ihnen halt einfach weniger am Herzen, als die Demokraten und Helden aus der Ukraine, so what.
    Ich glaube jedenfalls schon lange nicht mehr, dass die EU oder Deutschland irgendwo zufällig „reinschlittern“ – aus ihrem bisherigen Handeln lassen sich durchaus unausgesprochene Ziele ableiten, die sie allem Anschein nach konsequent und unbeirrbar verfolgen.
    Für wirklich überzeugende Gegenargumente oder Indizien für das Gegenteil wäre ich dankbar.

    Reply

  • KK
    31. August 2023 @ 19:05

    „Beide Länder wollen nicht verhandeln…“

    Das sehen diese vier Herren (Prof. Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, General aD Kujat, Prof. h.c. Dr. Horst Teltschik) aber anders:
    https://globalbridge.ch/den-krieg-mit-einem-verhandlungsfrieden-beenden/
    Deren vergangene Woche vorgelegter Friedensplan wird übrigens auch konsequent von Brüssel und den deutschen Leitmedien ignoriert. Jedenfalls laut diversen Suchmaschinen…


  • Info:https://lostineu.eu/verheugen-ukraine-nicht-bedingungslos


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    01.09.2023

    Lebenshaus-Newsletter, 1. September 2023

     im Browser anzeigen (https://mailchi.mp/4c214ba454d5/lebenshaus-newsletter-vom-01092023?e=51d2a34ef5)


    **           Einladung zur 11. Tagung "We shall overcome!"

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    "Lebenshaus Schwäbische Alb" lädt herzlich zur

    Teilnahme an der 11. Tagung "We shall overcome! -

    Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt

    und Unrecht - vier biographische Zugänge"  am

    14. Oktober 2023 in Gammertingen (Landkreis

    Sigmaringen) ein. Unter anderem werden Christoph

    Besemer, Heike Hänsel, Michael Schmid und Katrin

    Warnatzsch über ihr langjähriges Engagement berichten.

    Gabriele Lang und Bernd Geisler werden diese

    Veranstaltung mit ihrer Musik bereichern.

    In Kombination dazu besteht am 15. Oktober die

    Möglichkeit zur Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung

    an die Häftlinge des KZ Heuberg vor 90 Jahren und

    einem Spaziergang am Donautalrand.

    Anmeldeschluss ist am 6. Okt. 2023. Auf unserer

    Website gibt es ausführliche Infos zur Tagung und zum

    Gesamtprogramm unter:

    >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=529010308c&e=51d2a34ef5


    Liebe Freundinnen und Freunde,


    heute vor 84 Jahren, am 1. September 1939, überfielen deutsche Truppen Polen. Damit wurde der 2. Weltkrieg begonnen, ein Krieg, der erst 6 Jahre später zu Ende gebracht wurde. Ein grausamer, brutaler Krieg, der 60 bis 70 Millionen Menschen den Tod brachte, davon rund 26 Millionen Tote alleine in der Sowjetunion. Welches unendliche Leid hinter diesen Zahlen steht, ist uns wahrscheinlich nur schwer vorstellbar. Aber jeder einzelne Tote hat unendliches Leid verursacht. Dazu kommen die vielen Verletzten und die vielen Flüchtlinge. Nach Ende des 2. Weltkriegs haben alle Friedenshoffnungen getrogen. Seit 1945 war die Welt lediglich 26 Tage ohne Krieg.


    Seit 1957 wird in der Bundesrepublik der 1. September von Friedensorganisationen und Gewerkschaften im Gedenken an den 2. Weltkrieg als Antikriegstag begangen. "Nie wieder Krieg" lautete damals das Motto, das noch heute sehr aktuell ist.


    Und für uns Pazifistinnen und Pazifisten, Antimilitaristinnen und Antimilitaristen, die den nach dem 1. Weltkrieg entstandenen War Resisters' International (WRI) angehören, gilt als Grundlage für die Mitgliedschaft eine weit über die direkte Kriegsdienstverweigerung hinausgehende Grundsatzerklärung. Die WRI-Erklärung, die von allen Mitgliedern weltweit unterschrieben wurde und wird, lautet wie folgt:

    "Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit.

    Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg

    zu unterstützen und an der Beseitigung

    aller Kriegsursachen mitzuarbeiten."


    Grundsatzerklärung der War Resisters‘ International (WRI)

    Herzliche Grüße

    Ihr / Euer

    Michael Schmid


    Die Texte und Informationen in unserem Newsletter und auf unseren Webseiten dienen der Information und sollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Sie entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorinnen und Autoren und geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


    Wir freuen uns, wenn unsere Newsletter an andere Menschen weitergeleitet werden. Bitte vorher möglichst die Abmeldefunktion am Ende des Newsletters löschen, sonst kann es zu unbeabsichtigten Abmeldungen aus dem Newsletter-Verteiler kommen.



    ** Artikel

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    ** Gedanken Leo Tolstois über Gewalt, Krieg und Revolution

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    Aus seinen Schriften, Tagebüchern und Briefen - Broschüre für die "Internationale der Kriegsdienstgegner", 1928. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=d2064ec943&e=51d2a34ef5



    ** Schutz und Asyl für die Menschenrechtsverteidigerin Olga Karatch

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    Connection e.V., Bund für Soziale Verteidigung, Europäisches Büro für Kriegsdienstverweigerung und andere haben als Urgent Action ein Protest eMail an die litauische Regierung vorbereitet, das auf einfache Weise versendet werden kann. Nachdem die litauischen Behörden der belarussischen Menschenrechtsverteidigerin Olga Karatch politisches Asyl verweigert haben, haben wir die internationale Kampagne #protection4olga gestartet, um Schutz und Asyl für die Leiterin der Organisation "Our House" zu fordern. Sie kämpft in Belarus seit Jahren für die Menschenrechte, darunter das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, und wird daher in ihrem Herkunftsland, wo sie vom Regime als "Terroristin" bezeichnet wurde, verfolgt und mit der Todesstrafe bedroht. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=aa98176b1a&e=51d2a34ef5



    ** Wie Selenskijs Sicherheitsdienst friedliche Stimmen unterdrückt & die Ignoranz der westlichen Medien

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    In dieser Folge von Die Quelle sprechen wir mit Yurii Sheliazhenko, Generalsekretär der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung, über die Gründe, aus denen der ukrainische Geheimdienst unter Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Haus durchsuchte und ihn beschuldigte, "die russische Aggression zu rechtfertigen", obwohl Jurij den russischen Krieg gegen die Ukraine für ein Verbrechen gegen die Menschheit hält. Yurii Sheliazhenko steht derzeit unter Hausarrest, und ihm drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis. Wir untersuchen auch, wie es um die Friedensbewegung und die Medien in der Ukraine bestellt ist und ob Stimmen, die sich für einen Waffenstillstand und eine Deeskalation einsetzen, eine Plattform erhalten. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=dc5b4efaea&e=51d2a34ef5



    ** Vor 50 Jahren in Chile: Blutiger Militärputsch am 11. September 1973

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    In diesem autobiografisch gefärbten Beitrag möchte ich an ein Ereignis erinnern, das vor 50 Jahren die Welt erschütterte. Am 11. September 1973 gab es einen blutigen Militärputsch in Chile gegen die demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular ("Volkseinheit"), einem Bündnis linker Parteien unter Führung des Sozialisten Salvador Allende. Ein auch für mich persönlich prägendes Ereignis. Von Michael Schmid. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=69308e5324&e=51d2a34ef5



    ** Antikriegstag: Es braucht besseren Schutz für russische Kriegsdienstverweiger*innen

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    Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht – überall und auch im Krieg Russ*innen, die sich einem Militärdienst im Ukraine-Krieg entziehen, sollten ohne Wenn und Aber in Deutschland Zugang zu Schutz erhalten – dies ist bisher nicht der Fall. Zum Antikriegstag am 1. September fordern Connection e.V., die Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und PRO ASYL von der Bundesregierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Verbesserungen ein. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=a765b72d16&e=51d2a34ef5



    ** 2023 Andreas Zumach Kaufbeuren: Krieg in der Ukraine und kein Ende?

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    Friedensfahrradtour der DFG-VK Bayern in Kaufbeuren - aus dem Bericht von Johanna Pfeffer: ... In Kaufbeuren konnten wir - dank der Zusammenarbeit mit der Kaufbeuerer Initiative für Frieden, Internationalen Ausgleich und Sicherheit (KIFIAS) eine überdachte Bühne für unseren Auftritt nutzen. Für die KIFIAS sprachen Silvia Strauch und Rudi Krumm u.a. über den Luftwaffenstandort am Fliegerhorst Kaufbeuren. Die Touransprache hielt Andreas Zumach, der von Ingolstadt bis Kaufbeuren mitradelte. Bereits im Rahmen der Vorgespräche für die Tourplanung hatten die Friedensaktivist:innen von KIFIAS ihren Bürgermeister Stefan Bosse (CSU) davon überzeugen können, Mitglied bei den Mayors for Peace zu werden und später erreichte uns in Lindau die Nachricht, dass die neue Mitgliedschaft tatsächlich besteht. Für den Abend hatte KIFIAS den Vortrag von Andreas Zumach zum Thema "Krieg in der Ukraine und kein Ende?" vorab beworben, so dass der Saal mit ca. 120 Zuhörer:innen gut gefüllt war. >>

    https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=d4d896602d&e=51d2a34ef5



    ** "Zeitenwende heißt Sozialabbau!"

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    Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) hat soeben die Studie "Zeitenwende heißt Sozialabbau!" veröffentlicht. Darin warnt der geschäftsführende Vorstand der Informationsstelle Militarisierung (IMI), Jürgen Wagner, vor drastischen Kürzungen der Sozialausgaben: "Kürzlich wurden der Haushaltsentwurf für 2024 und die Finanzplanung bis 2027 vorgelegt. Erstmals sollen im kommenden Jahr Militärausgaben von 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreicht werden. Die riesigen Dimensionen, um die es hier geht, sollen durch zwei sprachliche Nebelkerzen verdeckt werden: Einmal wird dies nur durch die Gelder des "Sondervermögens" der Bundeswehr erreicht, die in Wahrheit nichts anderes als Schulden sind. Und zum anderen hört sich 2% des BIP harmlos an, in Wahrheit sprechen wir aber von knapp 20 Prozent des gesamten Bundeshaushaltes!" >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=83c869ec95&e=51d2a34ef5



    ** Deutsch-Russisches Plädoyer: "Verweigern Sie sich der Eskalation in den Köpfen!" - Zum morgigen Jahrestag des Todes von Michail Gorbatschow

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    Seit dem Atombombeneinsatz in Hiroshima ist die Menschheit als ganze tötbar. Das aus dieser Erkenntnis folgende und von Michail Gorbatschow mitentwickelte Neue Denken rückte daher das Überleben der Menschheit ins Zentrum des politischen Handelns. Heute ist eine Renaissance dringlicher denn je! - Ein deutsch-russisches Plädoyer für Deeskalation und ein "Neues Denken 2.0" in Zeiten des Krieges. Von Leo Ensel und Ruslan Grinberg. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=539fc5d572&e=51d2a34ef5



    ** Vor 40 Jahren: Russe rettete die Welt vor einem Atomkrieg

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    Die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" ruft die Medien und die Friedensbewegung dazu auf, mit Berichten und Aktionen an Oberstleutnant Stanislaw Petrow zu erinnern, der die Welt vor 40 Jahren (am 26. September 1983) vor einem Atomkrieg bewahrte. Dem damaligen sowjetischen Offizier ist es zu verdanken, dass die atomare Befehlskette in Russland nicht gestartet wurde, obwohl sowjetische Frühwarnsatelliten der Kommandozentrale einen Angriff mit zunächst einer, dann insgesamt fünf US-Atomraketen auf die Sowjetunion meldeten. Der leitende Offizier Petrow interpretierte dies jedoch als Fehlalarm, da im Ernstfall mit viel mehr Raketenstarts gleichzeitig hätte gerechnet werden müssen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=de408c3deb&e=51d2a34ef5



    ** Atomwaffentests und nukleare Gerechtigkeit: ICAN Deutschland ruft zur Stärkung der Betroffenenperspektive auf

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    Zum Internationalen Tag gegen Atomwaffentests erinnert die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) an die vielen Menschen, deren Leben, Träume oder Gesundheit durch Atomwaffen zerstört wurden. Unter dem Leitspruch "Nuclear Survivors - Gemeinsam für nukleare Gerechtigkeit" setzt sich ICAN Deutschland in einer neuen Kampagne gemeinsam mit Betroffenen für ein stärkeres Bewusstsein für die Auswirkungen von Atomwaffentests, Atombombenabwürfen und der Produktion von Atomwaffen ein. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=f68cbcb060&e=51d2a34ef5



    ** Leonardo Boff: Konsumismus gefährdet das Leben auf der Erde

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    Die kapitalistische Logik besteht darin, aus allem Profit zu schlagen, und zwar durch die unbegrenzte Ausbeutung der Güter und Dienstleistungen der Natur, durch den erbitterten Wettbewerb zwischen allen auf dem angeblich freien Markt und durch die individuelle oder unternehmerische Akkumulation, die mit dem Staat bei der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten konkurriert. Die Produktion zielt offensichtlich darauf ab, den Bedarf der Menschen an Nahrung und Lebensunterhalt zu decken, solange dieser Prozess rentabel ist. Die Produktion selbst wird auf den Markt gebracht und verdient ihren Preis im Wettbewerb, ohne sich um die natürlichen Ressourcen und die Umweltverschmutzung zu kümmern (die als externe Effekte betrachtet werden, die vom Staat gelöst werden müssen). Da es darum geht, unbegrenzten Reichtum zu erzeugen, hat man begonnen, Produkte zu produzieren, die nicht lebensnotwendig sind, aber wichtig, um Geld zu verdienen. Von Leonardo Boff. >>

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    ** Aufruf zum Schutz der Pressefreiheit: Bündnis fordert Freilassung von Julian Assange

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    Die angespannte Situation um den Journalisten Julian Assange erreicht einen kritischen Punkt. Mit einem in Kürze erwarteten Urteil über das Berufungsverfahren vor dem Britischen High Court droht dem australischen Staatsbürger täglich die Abschiebung in die USA. In einer gemeinsamen Stellungnahme der deutschen Sektionen der ärztlichen und juristischen Friedensorganisationen IPPNW und IALANA appellieren die beiden Verbände an die Bundesregierung, insbesondere an Außenministerin Annalena Baerbock, sich gegenüber der US-Regierung energisch gegen eine Auslieferung von Assange auszusprechen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=39c0c570ec&e=51d2a34ef5



    ** Aus einem vergessenen Land

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    Am 15. August jährte sich die Rückkehr der Taliban in Kabul zum zweiten Mal. Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren zog die NATO unter US-Führung chaotisch ab, während die Extremisten nach zwei Jahrzehnten Abwesenheit abermals Kabul einnahmen. Reporter Emran Feroz ist in den letzten Wochen durch das Land gereist und berichtet mehrteilig darüber. Folgend der erste Teil. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=65d7573a24&e=51d2a34ef5



    ** Berg-Karabach: "Hunger ist diesmal die unsichtbare Waffe eines Völkermords"

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    Türkische Intellektuelle fordern die Weltgemeinschaft auf, zugunsten der bedrohten Menschen in Berg-Karabach zu intervenieren – oder die nächste große humanitäre Katastrophe offenen Auges in Kauf zu nehmen. Da Aserbaidschan reich an Erdöl und Erdgas ist, wollen es viele Länder aber mit der jetzigen Regierung in Baku nicht verderben und überlassen die armenischen Menschen in Berg-Karabach ihrem Schicksal – ganz vorne dabei auch die EU, die infolge ihrer Sanktionen gegen Russland vor allem auf Erdgas aus anderen Ländern angewiesen zu sein vorgibt. Von Amalia van Gent. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1bd0a2a6cf&e=51d2a34ef5



    ** Hinweise

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    ** Lebenshaus-Rundbrief 118 (Sept. 2023) erschienen

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    In seinem autobiografisch gefärbten Einleitungsartikel erinnert Michael Schmid an den blutigen Militärputsch am 11. September 1973 in Chile gegen die demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular unter Führung des Sozialisten Salvador Allende, ein auch für ihn persönlich prägendes Ereignis. Mit dem Titel "Hohe Emotionen und der Weg in das weitere Leben" schreibt Katrin Warnatzsch über Erfahrungen mit Menschen, die vor Jahren auf ihrer Flucht nach Deutschland gekommen sind. Weiter wird über die Aktivitäten des Lebenshauses zu den 78. Hiroshima-/Nagasaki-Gedenktagen berichtet. "Ein Weltkrieg scheibchenweise?" – dieser Frage geht der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff nach. Des Weiteren finden sich zahlreiche Hinweise auf Veranstaltungen und Aktionen, interessante Bücher und auf den ukrainischen Friedensaktivisten Yurii Sheliazhenko, der zu Hausarrest verurteilt wurde. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=754c0dc47f&e=51d2a34ef5



    ** Plakate gegen das Vergessen: Diktatur und Widerstand – Solidarität mit Chile 1973-1990

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    Ausstellung in Münster (14.08.-13.10.2023)

    Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile gegen die drei Jahre zuvor demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular (UP), einem Bündnis linker Parteien unter Führung des Sozialisten Salvador Allende – ein Ereignis, das Wunden schlug, die bis heute nicht verheilt sind. Mit der Plakatausstellung "Plakate gegen das Vergessen. Diktatur und Widerstand – Solidarität mit Chile 1973 – 1990" wird an dieses Ereignis erinnert, das vor 50 Jahren die ganze Welt erschütterte. Die Ausstellung wird ergänzt durch eine kostenlose 28-seitige Broschüre >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=db84c9c902&e=51d2a34ef5

    und eine Website mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Plakaten >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=f6ac2efe9c&e=51d2a34ef5

    und ein Konzert des Duos Contraviento mit älteren und neueren Lieder aus Chile.

    Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=5a771ec648&e=51d2a34ef5



    ** Chile: 50 Jahre Gewalt, Kultur, Widerstand

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    Musik, Texte, Projektionen

    Zum 50. Jahrestag des chilenischen Putsches zeigt das DUO CONTRAVIENTO (Isabel Lipthay, Martin Firgau) ein zweistündiges Programm. Mit Musik, Texten und Projektionen wird ein Bogen gespannt von der Zeit Allendes über den Putsch 1973 und die Diktatur bis in die heutige Zeit.

    In poetisch-musikalischen Bildern erscheinen hoffnungsvolle Utopien, Repression, Widerstand, Neoliberalismus, Kulturarbeit, Exil, Feminismus, Indigene Völker, Sozialer Aufstand und Kampf für eine neue Verfassung ... Violeta Parra, Víctor Jara, Schwenke-Nilo, Santiago del Nuevo Extremo, Inti Illimani, LasTesis, Elisa Loncón und viele andere werden uns begleiten. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=4eb40c0362&e=51d2a34ef5



    ** Aufruf von Elfriede Jelinek und Konstantin Wecker: Frieden ist mehr als ein Traum

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    Zum Antikriegstag am 1. September haben die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der deutsche Liedermacher Konstantin Wecker einen gemeinsamen Aufruf zum globalen Antikriegstag am 1. September verfasst. Der Text "Lasst uns wieder das Hoffen lernen - und aus allen imperialen Verhältnissen desertieren",  der in Solidarität mit dem Internationalen Kurdischen Kulturfestival am 9. September 2023 in Frankfurt am Main auf Deutsch, Kurdisch und Türkisch erscheint, ist hier zu finden >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e8476b4e50&e=51d2a34ef5



    ** Soziale Verteidigung (Dokumentation der Jahrestagung 23)

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    Als Hintergrund- und Diskussionspapier Nr. 83:hat der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) die Dokumentation seiner Tagung vom Mai 2023 herausgegeben. Nachdem es viele Jahre eher still geworden war um Soziale Verteidigung, ist das Interesse an dieser Alternative zu militärischer Verteidigung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark gestiegen. Das Papier kann als PDF von der Website des BSV heruntergeladen oder im Shop als Papier für 9 Euro plus Porto bestellt werden. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=491f1dee01&e=51d2a34ef5



    ** Fukushima: IPPNW kritisiert Verklappung von radioaktivem Kühlwasser

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    Die Ärzt*innenorganisation IPPNW kritisiert die Einleitung von radioaktiv verseuchtem Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in den Pazifik scharf und fordert den Stopp der Verklappung. Der Meeresschutz sei in zahlreichen internationalen Verträgen geregelt, die Japan mit der Verklappung ignoriere. "Es ist ein trauriger Skandal, dass gerade Japan Mensch und Umwelt einer vermeidbaren radioaktiven Gefährdung aussetzt – ein Land, das so sehr unter den Folgen der Radioaktivität durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gelitten hat", so IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Robin Maitra. Weiter >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=d530274a52&e=51d2a34ef5



    ** Termine

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    ** :: 01.09.2023 - bundesweit: Antikriegstag 2023

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    Das

    Netzwerk Friedenskooperative stellt eine umfangreiche Übersicht zu den Aktivitäten rund um den Antikriegstag 2023 zur Verfügung >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ff8219a387&e=51d2a34ef5

    Terminübersicht >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=48f5f13fea&e=51d2a34ef5



    ** :: ab 01.09.2023 - "EINSCHÜCHTERN ZWECKLOS. Unermüdlich gegen Krieg und Gewalt – was ein Einzelner bewegen kann"

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    Buchlesungen von Jürgen Grässlin. Vereinbarte Lesungen: Freudenstadt (Antikriegstagsrede) 01.09., Villingen 16.10., Lörrach 17.10., Freiburg (2) 18.10., Karlsruhe 24.10., Metzingen 07.11., München-Nord (1) 08.11., München (2) 09.11., Augsburg 10.11., Freiburg (3) 15.11., Nottuln 20.11., Bremen 21.11., Hamburg 22.11., Oldenburg 23.11.

    Der gemeinsame Wie kann man erreichen, dass sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Besseren ändern? Was tut man, wenn man ein wichtiges Anliegen hat? Man wird aktiv – mit unbeirrbarer Entschlossenheit, allen Widerständen zum Trotz. Jürgen Grässlin ist Aktivist, Friedenskämpfer, Optimist – vor allem aber ein hartnäckiger Stachel im Fleisch der Rüstungsindustrie. Seit Jahrzehnten setzt er sich erfolgreich gegen den weltweiten Waffenhandel ein. Er begibt sich auf die Spur deutscher Rüstungsexporte in Krisen- und Kriegsgebieten, spricht mit Opfern, Tätern und politisch Verantwortlichen. Seine Mittel sind entlarvende Recherchen, gezielte Kampagnen, Demonstrationen und Gerichtsprozesse. Sein Lebenswerk und seine Erfolge sind Inspiration für alle, die etwas bewirken wollen, sei es für Menschenrechte, Gerechtigkeit, Umweltschutz oder den Frieden. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=77d3ec2251&e=51d2a34ef5



    ** :: 01.-29.09.2023 - Ulmer Friedenswochen

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    33 Gruppen aus der Region Ulm und Neu-Ulm haben für den ganzen Monat September wieder 30 verschiedene Aktionen zum Thema Frieden organisiert. Trotz aller Verschiedenheit der Gruppen sind sich alle in einem Punkt einig, dass Frieden nur durch Zusammenarbeit und auf gewaltfreien Wegen erreicht werden kann. Die Ulmer Friedenswochen 2023 bilden mit ihrer Friedenslogik ein nachdenkliches Gegengewicht zu der zur Zeit als scheinbar alternativlos dargestellten militärischen Logik. Mehr dazu bei >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=65cce9b77c&e=51d2a34ef5



    ** :: 02/03.09.2023 - Musikschule, Freiheit 15 in Berlin: Oekumenischer Ratschlag 2023 "Vierzig Jahre konziliarer Prozess"

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    Der gemeinsame Lernweg von Christen und Kirchen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, der konziliare Prozess, begann vor genau vierzig Jahren. Der Zeitraum erinnert an die Wüstenwanderung Israels. Er hat sich als bestmögliche Zusammenfassung der heutigen Glaubens- und Überlebensfragen herausgestellt. Er hat zahlreiche Initiativen und Umwälzungen in Gang gesetzt. Und er verfügt über eine gute Basis. Der Oekumenische Ratschlag möchte nun Erfolge und Schwächen, vor allem aber neue Perspektiven herausarbeiten. Aktuell steht die Friedensfrage wieder im Vordergrund. Wir müssen über eine neue Friedensordnung in Europa nachdenken. Und dabei langfristige Planungen mit sozialer Verteidigung berücksichtigen - und was denn wie verteidigt werden soll. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=5a2ca903b3&e=51d2a34ef5



    ** :: 10.09 2023 - 13:00 Uhr, Schlossplatz Stuttgart: Stoppt das Töten in der Ukraine. Den Krieg durch Verhandlungen beenden!

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    Stuttgarter Bündnis ruft auf zur Kundgebung mit Margot Käßmann (Theologin), Martin Gross (Landesleiter ver.di) und Gerhard Trabert (als Arzt in Kriegsregionen). Veranstalter: Die AnStifter (Stuttgart), Ohne Rüstung Leben (Stuttgart), DIE LINKE Baden-Württemberg, Verein für Friedensarbeit (Ulm), pax christi (Rottenburg-Stgt.). Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=793be91f90&e=51d2a34ef5



    ** :: 11.09.2023 - 19:30 Uhr Bürgerhaus Mitte, Schaffnerstraße 17, 89073 Ulm: Chile – der "andere" 11. September

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    Der 11. September ist eng mit der Geschichte der USA verbunden. Nicht erst seit 2001. Denn vor genau 50 Jahren, am 11. September 1973, wurde in Chile die Regierung der „Unidad Popular“ („Volkseinheit“) im Kugel- und Bombenhagel der Militärs gestürzt. Entscheidende Unterstützung fand der Putsch bei der US-amerikanischen Regierung und dem US-Geheimdienst CIA. Die lange Nacht der Diktatur und der neoliberalen Gesellschaftsordnung begann. Referenten: Urs M. Fiechtner, Lothar Heusohn, Sergio Vesely. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=80806fed02&e=51d2a34ef5



    ** :: 22.09.2023 - 19:30 Uhr Hybridveranstaltung Friedensmuseum Nürnberg: Soziale Verteidigung – wir machen ernst!

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    Vortrag von Christine Schweitzer, der sich an Menschen wendet, die ihr Wissen vertiefen möchten, genauso wie an solche, die noch nie etwas von Sozialer Verteidigung gehört haben, aber verzweifeln angesichts der (selbst-) zerstörerischen Gewalt. Die Veranstaltung ist hybrid: Sie findet sowohl vor Ort im Friedensmuseum statt als auch per Zoom (Streaming), denn sie sind bundesweit angelegt. Weitere Infos .>> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9982f91c31&e=51d2a34ef5



    ** :: 14.10.2023 - Gammertingen: 11. Tagung 2023: "We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht. Vier biografische Zugänge"

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    Gewaltfreiheit in ihren unterschiedlichen Aspekten zieht sich wie ein roter Faden durch 30 Jahre "Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.". Einer der Höhepunkte in unserem Jubiläumsjahr wird die 11. Tagung "We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht - vier biographische Zugänge"  am 14. Oktober 2023 in Gammertingen werden. Unter anderem werden Christoph Besemer, Heike Hänsel, Michael Schmid und Katrin Warnatzsch über ihr langjähriges Engagement berichten. Gabriele Lang und Bernd Geisler werden diese  Veranstaltung mit ihrer Musik bereichern. In Kombination dazu besteht am 15. Oktober die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung an die Häftlinge des KZ Heuberg vor 90 Jahren und einem Spaziergang am Donautalrand. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e08a209fac&e=51d2a34ef5



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    :: 15.10.2023 - 10:00 Uhr bei Stetten am kalten Markt: Gedenkveranstaltung: “Erinnern, Gedenken, Verantwortung übernehmen – Die Häftlinge des KZ Heuberg vor 90 Jahren nicht vergessen!”

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    Schon wenige Wochen nach Hitlers Machtergreifung richtete das württembergische Innenministerium Mitte März 1933 das Konzentrationslager Heuberg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Stetten am kalten Markt ein. Dieses vor 90 Jahren entstandene KZ auf der Schwäbischen Alb war das erste in Deutschland. Es unterstand der politischen Polizei, zum Wachpersonal gehörten SA-Männer. Bis Ende August waren fast 3.400 Männer im KZ Heuberg eingesperrt, alle ohne richterlichen Haftbefehl oder ordentliches Strafverfahren. Sie waren perversen Demütigungen, Willkür und Gewalt ausgeliefert. Als Lebenshaus Schwäbische Alb laden wir am 15. Oktober 2023 zu einer Gedenkveranstaltung an die vor 90 Jahren im KZ Heuberg geschundenen Gefangenen ein. Dabei wird es Informationen zum KZ Heuberg und der Bedeutung der frühen Konzentrationslager geben, es wird exemplarisch ein Bericht über einen jener Menschen vorgelesen, die im KZ Heuberg inhaftiert wurden; zudem wird über die Gedenkkultur um das KZ Heuberg

    informiert, musikalische Beiträge runden das Programm ab.

    Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Spaziergang entlang des Donautalrands. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=f22f474ebb&e=51d2a34ef5



    ** :: 14.10.2023 - 12:00 Uhr Schlossplatz Nörvenich Demonstration und Aktion: NATO-Atomkriegsmanöver stoppen!

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    Ein Bündnis von Organisationen und Einzelpersonden ruft zu einer Demo und Aktion in Nörvenich auf.

    Die Bundeswehr wird Mitte Oktober 2023 im Rahmen des NATO-Manövers "Steadfast Noon" erneut üben, wie man Atombomben an Tornado-Kampfjets anbringt und diese Bomben im Einsatzziel abwirft. Dieses Manöver findet jedes Jahr europaweit mit Beteiligung der USA und aller NATO-Staaten der "Nuklearen Teilhabe" statt. Der Fliegerhorst Nörvenich bei Düren ist aktuell Ausweichstandort für die sonst auf dem Fliegerhorst Büchel (Eifel) stationierten Tornado-Kampfjets. Der Aktionsflyer mit allen näheren Angaben findet Ihr hier >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=f7e27df10b&e=51d2a34ef5



    ** :: 27./28.10.2023 - im Gemeindesaal Grabenstraße 2 in Überlingen: Sackgasse Kapitalismus

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    Bei den Überlinger Friedenstagen geht es um die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Privat- und Wirtschaftsinteressen Frieden, Demokratie und Mitwelt zerstören – und wie aus der Krise Neues entstehen kann. Mehr >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=d07d7ebd33&e=51d2a34ef5   Der Flyer kann hier heruntergeladen werden >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=94ed5e03ad&e=51d2a34ef5

    Veranstaltungstermine finden sich u.a.:

    * Netzwerk Friedenskooperative (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=81ffa9e2a9&e=51d2a34ef5)

    * Die AnStifter (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=501ebec6ab&e=51d2a34ef5)

    * Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=fe0bcbfc1d&e=51d2a34ef5)

    * Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ac5742cd53&e=51d2a34ef5)

    * .ausgestrahlt Termine (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=6da8166d7f&e=51d2a34ef5)


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    Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.

    Bubenhofenstr. 3

    D-72501 Gammertingen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    01.09.2023

    Nachrichten von Pressenza: Der 1. September – Ein Schicksalstag Europas und der Welt

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 1. September 2023, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 01.09.2023


    Der 1. September &#8211; Ein Schicksalstag Europas und der Welt


    Mit der Lüge „es wird zurückgeschossen“ begann am 01.09.1939 der bis dato Folgen schwerste Krieg, der sich schnell zum 2. Weltkrieg ausweitete. Er endete bekanntlich mit dem Abwurf von Atombomben in Japan und zerstörte Millionen von Wohnstätten der zivilen Bevölkerung.&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/08/der-1-september-ein-schicksalstag-europas-und-der-welt/


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    Gefallene Engel, allenthalben!


    Zwei Fragen zu Olaf Scholz‘ offen vorgetragener Geringschätzung friedensbewegter Menschen und gleichzeitiger Heiligsprechung des Krieges von Benjamin Lapp „Und die, die hier mit Friedenstauben rumlaufen, sind vielleicht gefallene Engel, die aus der Hölle kommen weil sie letztendlich einen Kriegstreiber das Wort&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/08/gefallene-engel-allenthalben/


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    Internationale Kampagne für Schutz und Asyl der Menschenrechtsaktivistin Olga Karatch #protection4olga


    Nachdem die litauischen Behörden der belarusischen Friedensaktivisten und Menschenrechtsaktivistin Olga Karatch (Volha Karach) politisches Asyl verweigert haben, wurde zeitgleich die internationale Kampagne #protection4olga gestartet, um Schutz und Asyl für die Leiterin der Organisation „Our House“ zu fordern. Seit Jahren kämpft&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/08/internationale-kampagne-fuer-schutz-und-asyl-der-menschenrechtsaktivistin-olga-karatch-protection4olga/


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    Ukraine: «Aus Angst nehmen Journalisten ihre Rolle nicht wahr»


    Medien würden Russlands Propaganda entlarven, liessen sich aber von ukrainischer Propaganda blenden, sagt Christian Hardinghaus. Urs P. Gasche für die Online-Zeitung INFOsperber Hardinghaus promovierte über das Thema Propaganda. Er verurteilt Russlands Krieg gegen die Ukraine klar. Doch Aufgabe der Medien sei&hellip;

    http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/08/ukraine-aus-angst-nehmen-journalisten-ihre-rolle-nicht-wahr/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    01.09.2023

    Der nächste EU-Militäreinsatz in Westafrika
    EU plant neuen Militäreinsatz in vier Küstenstaaten Westafrikas. Damit soll der Verlust jeder Militärpräsenz im Sahel nach einem eventuell unumgänglichen Rückzug aus Niger verhindert werden.

    german-foreign-policy.com, 1. September 2023

    BERLIN/BRÜSSEL/ABIDJAN (Eigener Bericht) – Die EU plant einen neuen Militäreinsatz in Westafrika. Wie vor dem Treffen der EU-Außenminister am gestrigen Donnerstag in Toledo berichtet wurde, ist die Entsendung von Soldaten und Polizisten aus Europa in die nördlichen Regionen von insgesamt vier Staaten am Golf von Guinea (Côte d’Ivoire, Ghana, Togo, Benin) geplant. Auf diese Gebiete drohen die jihadistischen Aufstände überzugreifen, gegen die die Staaten der EU in Mali, Burkina Faso und Niger seit einem guten Jahrzehnt kämpfen – ohne jeden Erfolg. Der Einsatz zielt vor allem darauf ab, eine EU-Militärpräsenz im zentralen Sahel für den Fall zu sichern, dass Frankreich und die EU aus Niger abziehen müssen. Diese Forderung unterstützen starke Kräfte in der nigrischen Bevölkerung; sie wollen ab dem kommenden Sonntag unweit des französischen Stützpunkts in Niamey dafür demonstrieren. Die EU kooperiert bei ihrem geplanten neuen Einsatz mit Staaten, die eine Militärintervention zum Sturz der nigrischen Junta fordern. Berlin und die EU sind längst militärisch am Golf von Guinea präsent: Die EU entsendet Schiffe gegen Piraten, während Berlin Geld für die Ausbildung von Militärs für Auslandseinsätze bereitstellt.


    Zitat: Abzug aus dem Sahel

    Der geplante neue EU-Einsatz in Westafrika soll verhindern, dass die Staaten Europas schon bald ihre militärische Präsenz im zentralen Krisengebiet des Sahel womöglich aufgeben müssen. Mali ist für sie auf absehbare Zeit verloren: Frankreich hat seine Truppen, die dort im nationalen Rahmen stationiert waren, längst abgezogen; auch die Einheiten aus Europa, die im Rahmen der UN-Truppe MINUSMA im Land stationiert sind – darunter mehr als tausend deutsche Soldaten –, müssen bis zum Jahresende heimkehren.[1] Frankreich musste zudem seine Truppen aus Burkina Faso abziehen. Der ursprüngliche Plan, Niger als großen Ersatzstandort aufzubauen – sowohl für die französischen Streitkräfte als auch für die EU –, steht nach dem Putsch in Niamey vor dem Scheitern. Die nigrische Junta hat die Militärabkommen mit Frankreich gekündigt; die Abzugsfrist endet Anfang September. Zwar weigert sich Paris, seine Truppen aus dem Land zu holen. Doch ist unklar, wie lange dies aufrechterhalten werden kann: Zivile Organisationen in Niger haben angekündigt, ab diesem Sonntag gegen die französische Militärpräsenz zu demonstrieren. Eine Aufkündigung der Stationierungsvereinbarungen mit der EU liegt bislang nicht vor; doch sind die europäischen Truppen – auch die deutschen – zu ihrer Absicherung auf die französische Militärpräsenz angewiesen.


    Ersatzstandorte

    Die EU will nun die Tatsache nutzen, dass die Angriffe jihadistischer Milizen im Sahel sich mittlerweile auf Länder südlich Malis, Burkina Fasos und Nigers auszuweiten beginnen: Sie will ihre Truppen im Norden von vier Staaten an der Küste des Golfs von Guinea stationieren – in Côte d’Ivoire, in Ghana, in Togo und in Benin –, und zwar unter dem Vorwand, den Vormarsch der Jihadisten dort stoppen zu wollen. Blickt man auf die Einsätze europäischer Staaten und der EU in Mali, Burkina Faso und Niger, gibt dies wenig Anlass zur Hoffnung, ausgerechnet die EU könne mit ihrem neuen Einsatz wirksam Hilfe leisten: Nirgendwo ist es ihr in den vergangenen Jahren im Sahel gelungen, Jihadisten zu schwächen; sie sind stärker als zuvor. Konkret solle der neue EU-Einsatz die Streitkräfte der vier Staaten ausbilden und beraten, teilt eine EU-Sprecherin mit; Militärs aus EU-Mitgliedstaaten würden einheimische Truppen auf konkrete „Anti-Terror-Operationen“ vorbereiten, technische Unterstützung leisten und vorgeblich die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern.[2] Zunächst solle der Einsatz auf zwei Jahre beschränkt sein. Allerdings werden EU-Einsätze traditionell immer wieder verlängert. Die Zahl der teilnehmenden Soldaten und Polizisten steht noch nicht fest. Offiziell gestartet werden soll die Operation beim Treffen der EU-Außenminister im kommenden Monat.


    Von Frankreich ins Amt gebombt

    Bei ihren neuen Einsatzplänen stützt die EU sich maßgeblich auf zwei Staaten, die in der Debatte um eine Militärintervention zur Entmachtung der Junta in Niger eine zentrale Rolle spielen: Côte d’Ivoire und Benin. Der ivorische Präsident Alassane Ouattara hat angekündigt, für einen etwaigen Einsatz in Niger rund tausend Soldaten bereitstellen zu wollen. Ouattara selbst, ein ehemaliger IWF-Vizedirektor [3], wurde im Frühjahr 2011 nach umstrittenen Wahlen durch einen Militäreinsatz Frankreichs ins Amt gebracht; französische Militärs legten dabei, um den noch amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo zu entmachten, den ivorischen Präsidentenpalast in Schutt und Asche. Obwohl die ivorische Verfassung nur zwei Amtszeiten zulässt, kandidierte Ouattara im Jahr 2020 ein drittes Mal; die Wahl war von der Opposition boykottiert worden, nachdem die ivorische Justiz die maßgeblichen Oppositionspolitiker, Gbagbo und Guillaume Soro, nicht zur Kandidatur zugelassen hatte. Benin wiederum hat ebenfalls Truppen für einen etwaigen ECOWAS-Krieg gegen Niger in Aussicht gestellt; seine Grenze zu Niger gilt als einer der möglichen Ausgangspunkte für eine Invasion. Aktuell hält Benin mit der Schließung seiner Grenzen zu Sanktionszwecken Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung Nigers fest (german-foreign-policy.com berichtete [4]).


    Militärausbildung und Marinepräsenz

    Militärisches Neuland beträten Deutschland und die EU in Westafrika nicht. In Ghana etwa ist das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) angesiedelt, an dem Militärs sowie Polizisten aus Westafrika für Auslandseinsätze trainiert werden; die Einrichtung wurde im Januar 2004 in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder eröffnet und wird seitdem von der Bundesrepublik mitfinanziert.[5] Die Streitkräfte Ghanas etwa wurden darüber hinaus mit deutscher Hilfe ausgebildet und ausgerüstet; Berlin förderte den Aufbau einer ghanaischen Pioniereinheit von 2009 bis 2017 mit knapp elf Millionen Euro und stellte Accra 2017 bis 2020 weitere 8,2 Millionen Euro bereit, etwa für den Aufbau eines mobilen Gefechtsstandes.[6] Darüber hinaus beteiligt sich die EU am Kampf gegen Piraten im Golf von Guinea. Zu diesem Zweck hat sie Anfang 2021 begonnen, regelmäßig Kriegsschiffe in die dortigen Gewässer zu entsenden. Das zunächst auf ein Jahr begrenzte Pilotprogramm (Coordinated Maritime Presence, CMP) wurde Anfang 2022 zunächst für zwei Jahre verlängert.[7] Die Marinepräsenz verschafft den beteiligten Truppen einerseits exklusive Kenntnisse über das maritime Geschehen in der Region; andererseits trägt sie dazu bei, die Kontakte zu den westafrikanischen Streitkräften auszubauen.


    Putsch in Gabun

    Noch ungewiss ist, ob der Putsch in Gabun Konsequenzen für die Planungen für den EU-Militäreinsatz in Westafrika haben wird. Gabuns gestürzter Präsident Ali Bongo galt als einer der engsten, aber auch der korruptesten Parteigänger Frankreichs in Afrika. Ob der Putsch, mit dem Bongo nach einer vermutlich stark gefälschten Wahl aus dem Amt entfernt wurde – unter dem Jubel großer Teile der Bevölkerung –, Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Libreville und Paris haben wird, steht noch nicht fest; in Paris werden Äußerungen laut, womöglich sei der Putsch nur ein Machtkampf zwischen rivalisierenden Fraktionen in den herrschenden Eliten ohne weitere Auswirkungen auf die Außenpolitik.[8] Das allerdings ist keineswegs sicher: Ob der starke Unmut gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich nicht noch aus Westafrika nach Gabun überschwappt, ist nicht ausgemacht. Um Spielräume offenzuhalten, hat der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell inzwischen erklärt, man könne den Putsch in Gabun keinesfalls mit demjenigen in Niger gleichsetzen; Bongos Rückkehr ins Präsidentenamt wird nicht wirklich verlangt. Sollte sich die Junta in Libreville mit Paris verständigen, könnten Paris und mit ihm die EU ihre afrikanischen Positionen zumindest ein Stück weit konsolidieren. Gelingt dies nicht, schreitet der Rückzug Europas aus seinen ehemaligen afrikanischen Kolonien ein weiteres Stück voran.

     

    [1] S. dazu Auf dem Weg zur Eigenständigkeit.

    [2] Alexandra Brzozowski: EU plans new Africa mission in Gulf of Guinea. euractiv.com 30.08.2023.

    [3] S. dazu Der Mann vom IWF und Das Recht des Stärkeren (II).

    [4] S. dazu Tödliche Sanktionen.

    [5] S. dazu Big Push.

    [6] S. dazu Aufholjagd in Afrika.

    [7] Maritime Diplomacy: How Coordinated Maritime Presence (CMP) serves EU interest globally. eeas.europa.eu 22.07.2022.

    [8] Philippe Ricard, Elise Vincent: Gabon : la France à l’épreuve d’un nouveau coup d’Etat dans son ancient pré carré africain. lemonde.fr 31.08.2023.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9333


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    31.08.2023

    Appell zum Antikriegstag, 1. September 2023

    Die Friedensdividende nach zwei Weltkriegen, auf das "von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird" und das Vorhandensein von Truppenstatutsbestimmungen, nebst solchen die Teile des allierten Besatzungsrechts auch nach Auflösung der Volkskammer 1990 und dem Einigungsvertrag (Zwei-plus-Vier-Vertrag) als deutsches Recht fortschreiben und somit wirksam sind, beeinträchtigen weiterhin, gemäß unserer demokratischen Selbstbestimmung, fernab von gewaltbereiten Bündnissen und deren Politiken, in diesem Sinne zu handeln und


                                            - nur gemeinsam ändern wir das! -


    Hannover, 31. August 2023, Initiative "Kein Militär mehr!"

    31.08.2023

    Von Zahlen betäubt auf dem Weg zum „Digitalen Palast“. „Eine Bedrohung für unsere Menschheit“

    globalresearch.ca, 31. August 2023, Von Edward Curtin

    Das Internet und die digitalen Medien sind die größten Propagandainstrumente, die jemals erfunden wurden
    Thema:

     

    „Dennoch ist mathematische Gewissheit letztlich etwas Unerträgliches. Zweimal zwei macht vier erscheint mir einfach eine Frechheit. „Zweimal zwei macht vier“ ist ein kecker Steuermann, der dir mit in die Seite gestemmten Armen den Weg versperrt und spuckt. Ich gebe zu, dass zweimal zwei macht vier eine ausgezeichnete Sache ist, aber wenn wir unser Bestes geben wollen, ist zweimal zwei macht fünf manchmal auch eine sehr charmante Sache.“  Fjodor Dostojewski , Notizen aus dem Untergrund

    Jeder weiß, dass 2 + 2 = 4 ist, da 4 = 2 + 2. Sie wissen diese hervorragende Sache mit Sicherheit, erkennen aber im Allgemeinen die charmante Natur von 2 + 2 = 5 nicht an. Tautologien werden normalerweise Entscheidungen vorgezogen, die den „Gesetzen“ zu widersprechen scheinen von Natur." Geistesgeschmiedete Fesseln sind beliebt, weil die Freiheit von den Naturgesetzen zwar gewünscht, aber gefürchtet wird. Es legt nahe, dass Freiheit eine grundlegende existentielle Wahrheit ist.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich kann zählen. Ich trinke meine zweite Tasse Kaffee. Der erste Kaffee ist in meinem Hals verschwunden, aber der zweite Kaffee schmeckt gut. Es ist real und existiert immer noch. Das erste ist jetzt nur noch eine Abstraktion – Nummer 1 – eine einfache vertikale Linie auf der Seite.

    Wir verschlingen unser Leben mit Abstraktionen und vergessen dabei, dass Notation ein System von Symbolen ist, das uns zu dem führt, was sie bedeuten. Der Schlüssel liegt darin, zu begreifen, was beabsichtigt ist. Die kognitive Konstruktion des Zahlensystems ist ein nützliches Werkzeug, aber wenn es als wesentliches Werkzeug zum Erfassen des Sinns des Lebens propagiert wird, ist es zu einem Werkzeug der Kontrolle geworden. Das ist heute der Fall.


    Das Internet und die digitalen Medien sind die größten Propagandainstrumente, die jemals erfunden wurden . Sie sind auf den Flügeln der Zahlen zu uns gekommen. Sie sind im Extremfall heimtückisch, denn wie uns die Etymologie von „heimtückisch“ sagt – lateinisch „ insidere “, „sitzen, besetzen“ – haben sie in den letzten Jahrzehnten wie eine Invasionsarmee agiert, die unseren Geist mit Zahlen und List besetzt hält Versuch, unser Leben für technisch-wissenschaftliche, finanzialisierte neoliberale kapitalistische Zwecke zu mathematisieren. Um uns auf den „Great Reset“ vorzubereiten, wenn Menschen und Maschinen nicht mehr zu unterscheiden sind, werden künstliche Intelligenz (KI), 5-G-Ultra-Mikrowellen und die Agenda 2030 vollständig etabliert sein und das menschliche Leben Teil des Internets der Dinge geworden sein.

    Das ist zumindest die Absicht der Erbauer des neuen Kristallpalastes. Im Moment wirkt ihr Digitaler Palast wie eine Steinmauer, die bleiben wird, aber wie Fjodor sagte, Menschen sind seltsame Wesen und werden sich manchmal weigern, sich mit der Unmöglichkeit von „Steinmauern“ abzufinden, wenn es Ihnen zuwider ist, sich mit ihnen zu versöhnen Es." Ich bin angeekelt.

    Propaganda (Vintage): The Formation of Men's Attitudes: Amazon.de: Jacques Ellul: 9780394718743: Bücher

    Der Bau des Digitalen Palastes ist das lange Ziel, das seit Jahrzehnten verfolgt wird. Um gelebte Zeit und Raum, Menschen aus Fleisch und Blut auszulöschen und durch die Fixierung von Menschen mit Zahlen eine abstrakte und vergängliche Realität durch ein ständig hervorgerufenes Gefühl der Notlage zu schaffen. Ein Leben in der Maschine/im Internet wäre niemals akzeptabel, wenn die Menschen nicht einem Ansturm von Zahlen/Statistiken/Daten ausgesetzt wären, der sie daran gewöhnt hat, wie Computer zu denken. Der große Jacques Ellul machte in seinem klassischen Werk Propaganda deutlich , dass Propaganda viel mehr ist als das Schwenken eines Zauberstabs und Lügen, obwohl es das ist. Es ist ein langer Prozess. Er schreibt:

    Australiens Marinestützpunkt in Papua-Neuguinea: Machtspiel im Südpazifik gegen China

    Es basiert auf einer langsamen, konstanten Imprägnierung. Es schafft Überzeugungen und Gefolgschaft durch unmerkliche Einflüsse, die erst durch kontinuierliche Wiederholung wirksam werden. Es muss für den Einzelnen eine vollständige Umgebung schaffen, aus der er niemals herauskommt. Und um ihn daran zu hindern, externe Bezugspunkte zu finden, schützt es ihn, indem es alles zensiert, was von außen kommen könnte. Der langsame Aufbau von Reflexen und Mythen, von psychologischem Umfeld und Vorurteilen ist kein Reiz, der schnell verschwindet. . . [meine Betonung]

    Die Mathematisierung unseres Denkens war der wesentliche erste Schritt, um Menschen vom Internet-Komplex abhängig zu machen, in dem Gedankenkontrolle so effektiv ist. Ich sage „erster Schritt“, doch wird er gleichzeitig von täglichen Litaneien von Lügen über das Weltgeschehen begleitet, und zwar durch das, was Ray McGovern treffend als „Military-Industrial-Congressional-Media-Academia-Think-Tank Complex“ (MICIMATT) bezeichnet. Auf seine gewohnt meisterhafte Art hat der große Journalist John Pilger kürzlich auf so viele dieser grotesken Lügen über US-Angriffskriege auf der ganzen Welt hingewiesen. Ihre Zahl ist Legion, aber nicht die Art von Zahlen, die man in den Mainstream-Medien findet. Wir ertrinken in Lügen und Zahlen, die von einer nihilistischen Elite produziert werden, die Macht, Geld, Chaos und Mord liebt.


    Vor etwa zwanzig Jahren wurde ein massiver Vorstoß unternommen, um im gesamten Bildungssystem den sogenannten MINT-Fächern – Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik – den Vorrang zu geben . Dies wurde auf Kosten von Fächern umgesetzt, die traditionell mit den freien Künsten in Verbindung gebracht werden – Philosophie, Geschichte, Literatur, Kunst, Musik usw. – Fächer, die die Schüler auf umfassendste und tiefgreifendste Weise in das Denken einführen. Es ist kein Zufall, dass die instrumentelle Logik bei so vielen Menschen tiefes Nachdenken ersetzt hat und die Dichter durch intellektuelle Zuhälter ersetzt wurden. Der Schwerpunkt auf MINT-Fächern ging mit dem Aufstieg des Internets mit seinem Trommelwirbel aus Zahlen, Statistiken und Daten einher. Lassen Sie mich nur einige Beispiele nennen, die harmlos erscheinen mögen, wenn sie nicht in ihrem größeren Kontext betrachtet werden.

    • Der Wechsel von analogen zu digitalen Uhren und deren Allgegenwärtigkeit.
    • Beziehen Sie sich auf die Woche als 24/7 und das Schreiben von Daten als Zahlen wie 30.08.2023.
    • Die Verfallsdatumsangaben auf allen Produkten, die bald auch für Massenprodukte gelten sollen.
    • Die Verwendung des Begriffs 9/11 bezieht sich auf die Ereignisse vom 11. September 2001.
    • Die Auflistung der besten Colleges, Mascara, Unterwäsche, Korkenzieher usw. nach Zahlen.
    • Die urkomische Datierung des Erdalters auf derzeit 4,4 Milliarden, als ob das irgendjemandem etwas sagen würde.
    • Die computergenerierten Wettervorhersagen mit ihren 10- und 30-Tage-Vorhersagen mit präzisen numerischen Prozentsätzen für Regen, Schnee usw.
    • Die Analysen, die die Welt des Sports dominieren, sind die Veröffentlichung von Zahlen für alles, von der Geschwindigkeit, mit der ein Ball einen Baseballschläger verlässt, über einen Tennisball von einem Schläger und im Golfsport über Geschwindigkeit, Höhe, Kurve, Spitze, Tragweite und Abflugwinkel, wenn ein Der Ball wird angetrieben – all diese Zahlen ändern sich, während ein Computer den Ball im Flug misst.
    • Die „hilfreichen“ Meldungen auf Restaurantbelegen, bei denen die Trinkgelder in absteigender Reihenfolge und mit einer Genauigkeit von 18 % über 20 % bis 25 % erfasst werden.
    • Manipulierte Statistiken für alles Mögliche, wie etwa Covid-Fälle und -Todesfälle, ukrainische Militäropfer, Arbeitslosenzahlen usw.
    • 6 Fuß soziale Distanzierung und 15 Tage, um die Kurve abzuflachen – echte Wissenschaft

    Man kann diese kleine Liste der Verwendung von Zahlen leicht ergänzen. Sie sind überall und sollen dort sein – in den Köpfen der Menschen, wie es so schön heißt. Sie zielen darauf ab, eine Massenproduktion von Gedanken und Verhalten anzuregen, die taub sind und echtes Denken und oppositionelles Handeln beruhigen. Je mehr dies der Fall ist, desto lauter werden die Bildungseinrichtungen verkünden, wie gut sie Fähigkeiten zum „kritischen Denken“ vermitteln. Alle unsere Institutionen sind zu Komplizen des 24/7-Kapitalismus und der Gedankenkontrolle tiefstaatlicher Kräfte geworden.

    In seinem brillanten neuen Buch „ Scorched Earth: Beyond the Digital Age to a Post-Capitalist World“ fasst Jonathan Crary es gut zusammen:

    „Eine der bedeutendsten Errungenschaften der sogenannten Wissensökonomie ist die Massenproduktion von Ignoranz, Dummheit und Hass. . . . programmierte Unverständlichkeit und Doppelzüngigkeit.“

    Früher drehte sich die Realität des Alltags um unseren Körper in Ort und Zeit. Jetzt, da Zeit und Ort durcheinander geraten sind, dreht sich für so viele alles um die Mobiltelefone, in denen die Menschen ein seltsames, körperloses Dasein führen. Sinnesleben wird vernichtet. Dies ist die Ära der virtuellen Menschen, der Schatten der Schatten, der Abstraktionen auf Bildschirmen. Unsere Verbindungen zur Natur, zu den Jahreszeiten, zu den heiligen Bräuchen unserer Vorfahren werden zugunsten des Maschinenlebens im Digitalen Palast verworfen.

    Dostojewskis Untergrundmann spielte kein albernes Spiel, als er vorschlug, dass 2 + 2 = 5. Er sagte, dass der freie Wille wichtiger sei als die Vernunft, die nur die rationale Seite unserer Natur befriedige.

    Ohne sie sind wir Untermenschen, Maschinen in einem riesigen Gefängnis, das wir selbst geschaffen haben.

    Seine Worte sind heute wichtiger als damals, als er sie 1864 schrieb, zur Zeit des Kristallpalastes, der die technologischen Wunder der industriellen Revolution propagierte. Der heutige Digitale Palast stellt eine weitaus größere Bedrohung für unsere Menschlichkeit dar, und daher lohnt es sich, seinen Worten Beachtung zu schenken:

    . . . Der Mensch hat überall und zu jeder Zeit, wer auch immer er sein mag, es vorgezogen, so zu handeln, wie er wollte, und nicht im Geringsten so, wie es seine Vernunft und sein Vorteil vorschrieben. Und man kann wählen, was seinen Interessen widerspricht, und manchmal sollte man es auch unbedingt tun (das ist meine Idee). Die eigene freie, uneingeschränkte Wahl, die eigene Launenhaftigkeit, so wild sie auch sein mag, die eigene, bisweilen bis zur Raserei gesteigerte Fantasie – das ist der „vorteilhafteste Vorteil“, den wir übersehen haben, der keiner Klassifizierung unterliegt und gegen den alle Systeme und Theorien werden ständig in Atome zerschlagen. Und woher wissen diese Schwachköpfe, dass der Mensch eine normale, tugendhafte Entscheidung wünscht? Was der Mensch will, ist einfach unabhängigWahl, was auch immer diese Unabhängigkeit kosten mag und wohin sie auch führen mag. Und natürlich die Wahl, der Teufel weiß nur, welche Wahl.

    Und wenn Sie dazu neigen, warnend den Finger über solch wilde Ratschläge zur existenziellen Freiheit zu heben, lassen Sie sich von Dostojewski diese rhetorische Frage zu den vernünftigen und logischen stellen:

    „Haben Sie bemerkt, dass es die zivilisiertesten Herren sind, die die subtilsten Schlächter waren, denen die Attilas und Stenka Razins nicht das Wasser reichen konnten, und wenn sie nicht so auffällig sind wie die Attilas und Stenka Razins, dann deshalb, weil sie es sind oft vorkommende Dinge sind so alltäglich und uns so vertraut geworden.“

    So vertraut wie Zahlen.

    *

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    Dieser Artikel wurde ursprünglich auf der Blogseite des Autors, Behind the Curtain, veröffentlicht .


    Edward Curtin ist ein bekannter Autor, Forscher und Soziologe mit Sitz im Westen von Massachusetts. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG).  

    Das vorgestellte Bild stammt von TheFreeThoughtProject

    Die Originalquelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Edward Curtin , Global Research, 2023


    Info: https://www.globalresearch.ca/numbers-way-digital-palace/5830806


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Fabio De Masi: Olaf Scholz lügt – deshalb stelle ich Strafanzeige gegen den Bundeskanzler

    Author - Fabio De Masi

    Fabio De Masi

    Bundeskanzler Olaf Scholz

    Bundeskanzler Olaf ScholzTobias Schwarz/AFP


    berliner-zeitung.de, vom 29.08.2023 | 15:55 Uhr

    Olaf Scholz hat in der Warburg-Affäre vor einem Untersuchungsausschuss die Unwahrheit gesagt. Die Belege seien erdrückend, schreibt unser Kolumnist.


    Während meiner Zeit im Deutschen Bundestag trieb ich die Aufklärung der Warburg-Affäre voran. Im Frühjahr habe ich in einem umfangreichen Dossier der Berliner Zeitung die Widersprüche des Bundeskanzlers offengelegt.

    Nun kann ich anhand neuer, erdrückender Belege nachzeichnen, dass die Aussagen von Olaf Scholz vor einem Untersuchungsausschuss in der Hamburger Bürgerschaft sowie die Angaben seines Regierungssprechers unwahr sind.


    Lesen Sie mehr zum Thema

    PolitikSPDStaatsanwaltschaftOlafScholzBundestagSteuerhinterziehungSteuernHamburgBundesrepublik Deutschland


    Info: https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/cum-ex-affaere-fabio-de-masi-olaf-scholz-luegt-deshalb-stelle-ich-strafanzeige-gegen-den-bundeskanzler-li.383528


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Fabio De Masi: Olaf Scholz lügt

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. August 2023, 22:48 Uhr


    https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/cum-ex-affaere-fabio-de-masi-olaf-scholz-luegt-deshalb-stelle-ich-strafanzeige-gegen-den-bundeskanzler-li.383528

    29.8.23


    *Olaf Scholz lügt – deshalb stelle ich Strafanzeige gegen den Bundeskanzler

    */Von Fabio De Masi

    /

    Während meiner Zeit im Deutschen Bundestag trieb ich die Aufklärung der

    Warburg-Affäre voran. Im Frühjahr habe ich in einem umfangreichen

    Dossier der Berliner Zeitung

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/dokumentation-skandal-um-warburg-bank-fabio-de-masi-ueber-cum-ex-affaere-olaf-scholz-luegt-li.337303

    die Widersprüche des Bundeskanzlers offengelegt.


    Nun kann ich anhand neuer, erdrückender Belege

    <https://www.fabio-de-masi.de/de/article/4333.warburg-aff%C3%A4re-der-beweis-dass-der-kanzler-l%C3%BCgt.html

    nachzeichnen, dass die Aussagen von Olaf Scholz

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/olaf-scholz> vor einem

    Untersuchungsausschuss in der Hamburger Bürgerschaft sowie die Angaben

    seines Regierungssprechers unwahr sind.


    Ich habe daher Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg

    erstattet. Die der grünen Justizsenatorin Anna Gallina unterstellte

    Staatsanwaltschaft Hamburg hat in der Vergangenheit immer nur gebremsten

    Ermittlungseifer in der Warburg-Affäre und bei Cum-Ex-Geschäften

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/cum-ex-affaere> Hamburger Banken

    an den Tag gelegt. Der renommierte Hamburger Strafverteidiger Gerhard

    Strate warf der Hamburger Staatsanwaltschaft daher sogar

    Strafvereitelung vor. Doch die Belege sind so erdrückend, dass ich

    gespannt bin, wie die Staatsanwaltschaft diesmal den Bundeskanzler

    verschonen will.


    *Cum-Ex-Geschäfte: die Erinnerungslücken des Kanzlers


    *Scholz behauptet, dass er sich an drei Treffen mit Bankiers zu

    Steuerrückforderungen aus kriminellen Cum-Ex-Geschäften nicht mehr

    erinnere, die über Tagebücher des Warburg-Bankiers Christian Olearius

    öffentlich wurden. Es kann jetzt jedoch gestützt auf schriftliche

    Dokumente als gesichert gelten, dass der Bundeskanzler der

    Bundesrepublik Deutschland, Olaf Scholz, mit dieser Aussage vor dem

    parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft

    zur Warburg-Affäre gelogen hat. Die Lüge vor einem

    Untersuchungsausschuss ist wie eine Lüge vor Gericht eine Straftat.

    Ebenso hat Regierungssprecher Steffen Hebestreit die Öffentlichkeit in

    Absprache mit Herrn Scholz mehrfach getäuscht. Die 70 Prozent der

    Bevölkerung, die laut Umfragen Scholz in der Warburg-Affäre nicht

    glauben, haben somit recht.


    Das Problem war bisher immer: Eine Erinnerung lässt sich ohne

    schriftliche Beweise schwerlich nachweisen. Der Kopf des Kanzlers lässt

    sich nicht aufschrauben. Die Erinnerungslücke ist daher eine beliebte

    Formel von Politikern. So sind sie nicht gezwungen, mit einer konkreten

    Aussage nachweisbar zu lügen. Und vergessen wir nicht alle einmal etwas?

    Herr Scholz konnte sich etwa vor der Sommerpause in einer

    Pressekonferenz erinnern, dass er vor über 40 Jahren das letzte Mal in

    Rahlstedt-Großlohe im Freibad war. Aber an mehrfache vertrauliche

    Treffen mit einem einflussreichen Hamburger Bankier, gegen den wegen

    schwerer Steuerhinterziehung ermittelt wurde, will sich der Kanzler

    partout nicht erinnern? Das war schon immer unglaubwürdig.


    Nun lässt sich aber ein konkreter Beweis erbringen – ganz ohne den Kopf

    des Kanzlers aufzuschrauben. Denn Scholz hat ein Treffen unter Berufung

    auf seinen Kalender bestätigt, das gar nicht mehr in seinem Kalender

    stand. Er muss sich daher daran erinnert haben. In eine unwahre

    Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage war Scholz bzw. sein

    engstes Umfeld frühzeitig eingebunden. Auch hierüber wurde die

    Unwahrheit gesagt.


    *Warburg-Affäre: Worum geht es bei den kriminellen Cum-Ex-Geschäften?


    *Zur Erinnerung: Es geht bei der Warburg-Affäre um kriminelle

    Cum-Ex-Aktiengeschäfte und viele Milliarden Steuerschäden hieraus. Dabei

    werden durch Karussellgeschäfte mit Aktien mehrfache Erstattungen für

    Steuern ausgelöst, die nicht entrichtet wurden. Es ist, als ob man im

    Supermarkt eine Flasche abgibt, den Pfandbon kopiert und mehre Freunde

    damit zur Supermarktkasse schickt. Beim Pfandbon funktioniert das nicht,

    bei Aktien war es lange möglich. Bei der Warburg-Bank allein ging es um

    dreistellige Millionenbeträge.


    Auf erhebliche Summen dieser Tatbeute aus kriminellen Geschäften wollte

    die Hamburger Finanzbehörde, das Finanzministerium des Stadtstaates,

    unter dem damaligen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und seinem

    damaligen Finanzsenator Peter Tschentscher

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/peter-tschentscher> verzichten.

    In den Jahren 2016 und 2017 drohten insgesamt 90 Millionen Euro zu

    verjähren. Dass der heutige Bundeskanzler geschickt Einfluss auf das

    Steuerverfahren nahm, um eine Festsetzung der Steuerschuld zu

    verhindern, ist naheliegend. Die Indizienkette ist sehr dicht. So hat

    Scholz etwa den Cum-Ex-Bankier telefonisch aufgefordert, eine

    Protestnote an seinen Finanzsenator zu übermitteln, der diese mit seinen

    persönlichen Anmerkungen an die Finanzbehörde weiterleitete. Die

    zuständige Finanzbeamtin, die selbst gegenüber der Warburg-Bank

    angemerkt hat, jetzt könne nur noch die Politik helfen, wurde

    einbestellt. Sie machte unter Protest ihrer Mitarbeiter ihre

    Entscheidung zum Einzug der Cum-Ex-Tatbeute rückgängig, daraufhin kippte

    die Entscheidung zugunsten der Bank und man ließ die Ansprüche auf über

    40 Millionen Euro verjähren. Für die Anberaumung der Treffen mit Scholz

    floss auch Geld an die Hamburger SPD bzw. einen Mentor von Scholz, den

    früheren SPD-Innensenator.


    Aber selbstverständlich ist Olaf Scholz nicht so verrückt, irgendwo auf

    einen Zettel zu schreiben, dass er als Politiker Einfluss auf ein

    Steuerverfahren genommen hat. Den Beweis dieser Einflussnahme mit

    Schriftstücken zu erbringen, ist daher schwer bis unmöglich. Dies ist

    aber auch unerheblich. Denn eine Lüge vor dem Untersuchungsausschuss ist

    bereits für sich genommen eine Straftat. Und wenn die Lüge eines

    Kanzlers vor einem Parlament nicht mehr für einen Rücktritt reicht, was

    eigentlich dann?


    *Die Lügen des Kanzlers


    *Dies sind die neuen Erkenntnisse: Zunächst müssen wir uns eine

    Formulierung in Erinnerung rufen, mit der Scholz’ Sprecher die zuerst

    bekannt gewordenen Treffen zwischen Scholz und den Cum-Ex-Bankiers

    bestätigt hatte und die Scholz mehrfach ähnlich in Befragungen

    wiederholte. Im Februar 2020 ließ Scholz über seinen Sprecher Steffen

    Hebestreit über das Hamburger Abendblatt Folgendes verlauten, nachdem

    der Hamburger Senat diese Treffen nicht eingeräumt hatte und Scholz

    wenige Monate später mit den Tagebüchern konfrontiert wurde:


    /„Zu den Aufgaben eines Ersten Bürgermeisters gehört es, mit den

    Wirtschaftsvertretern der Stadt im regelmäßigen Austausch zu stehen. So

    hat es auch ein Treffen von Olaf Scholz mit Herrn Olearius im November

    2017 im Amtszimmer des Bürgermeisters gegeben, wie aus dem Kalender des

    Ersten Bürgermeisters hervorgeht, der der Senatskanzlei vorliegen

    müsste. Wieso dies bei der Beantwortung der Kleinen Anfrage nicht

    berücksichtigt worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis.“ /


    Diese Aussagen sind gleich in mehrfacher Hinsicht unwahr:


    Scholz behauptete gegenüber einem Untersuchungsausschuss der Hamburger

    Bürgerschaft, sich an keines seiner drei Treffen mit den

    Warburg-Bankiers Christian Olearius und Max Warburg zu erinnern. Er hat

    aber im Februar 2020 das zuerst bekannt gewordene Treffen mit Olearius,

    das am 10. November 2017 stattfand, wie soeben zitiert, unter Berufung

    auf seinen Kalender bestätigt. Doch laut der schriftlichen Aussage

    seiner Büroleiterin Jeanette Schwamberger

    <https://www.berliner-zeitung.de/news/cum-ex-e-mails-aus-scholz-team-werfen-neue-fragen-in-warburg-affaere-auf-li.381086

    gegenüber dem Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft stand

    dieser Termin damals nicht (mehr) in seinem Kalender.


    Beim Überspielen des Kalenders des Ersten Bürgermeisters in das

    Finanzministerium im März 2018 wurde der Termin, sofern er jemals im

    Kalender stand, nicht übertragen. Scholz müsste sich demnach an den

    Termin erinnert haben. Scholz ist die einzige Quelle, die den Termin

    bestätigen konnte. Der Hamburger Senat scheidet dafür aus.


    Auf diesen Widerspruch haben auch bereits die Enthüllungsjournalisten

    Oliver Schröm und Oliver Hollenstein hingewiesen. Sie beschreiben den

    Vorgang in ihrem Buch „Die Akte Scholz“, das im Herbst 2022

    veröffentlicht wurde. Sie haben nun kürzlich auch E-Mails

    veröffentlicht, die den Vorgang weiter ausleuchten. Nur bisher gab es

    Hintertüren für Scholz, da nämlich theoretisch der Kalender in Hamburg

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/hamburg> vorgelegen haben könnte

    und der Termin hierüber hätte bestätigt werden können.


    *Keine Hintertür mehr für Olaf Scholz


    *Auch mich trieb diese Frage um und ließ mir keine Ruhe. Im Austausch

    mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel konnte ich die verbliebenen

    Hintertüren für Scholz endgültig schließen. Der Beweis schlummerte in

    den Akten. Die Senatskanzlei verfügte laut eigenen schriftlichen

    Aussagen seit März 2018 nicht mehr über den Kalender. Nur Scholz selbst

    kann also den Termin bestätigt haben. Er wurde aber nicht auf Grundlage

    eines Kalendereintrags bestätigt, wie in dem Zitat seines

    Regierungssprechers behauptet, da der Termin eben nicht mehr in Scholz’

    Kalender stand. Auch gegenüber dem Hamburger Untersuchungsausschuss

    hatte der Hamburger Senat bereits offenbart, dass nur noch Scholz bzw.

    seine engsten Mitarbeiter über den Kalender verfügten. Dies hat der

    Senat kürzlich auch noch einmal in einer Antwort auf eine

    parlamentarische Anfrage der Hamburger Linke-Fraktion (Drucksache

    22/12638) bestätigt, die im Zusammenhang mit diesen Recherchen entstand.


    Aber es ist noch krasser: Der Hamburger Senat musste nun bei der

    Beantwortung einer Anfrage der Linke-Fraktion einräumen, dass er sich

    zur Beantwortung einer ersten parlamentarischen Anfrage aus dem Jahr

    2019 nach Treffen von Mitgliedern des Hamburger Senats mit

    Warburg-Bankiers bereits an das Finanzministerium gewendet hat. Der

    Kalender lag schließlich in Hamburg gar nicht mehr vor. Das

    Finanzministerium habe aber nicht in der erforderlichen Frist

    geantwortet. Vorsorglich schiebt der Senat noch hinterher, es lägen zu

    dem Austausch keine Aufzeichnungen mehr vor.


    Damit hat Scholz jedoch mit seinen eigenen Aussagen und jenen seines

    Regierungssprechers aktiv die Unwahrheit verbreiten lassen: Erstens, der

    Termin stand nicht mehr in Scholz’ Kalender, er wurde aus Scholz’

    Erinnerung bestätigt. Denn eine andere Möglichkeit existierte gar nicht

    mehr. Zweitens, Scholz’ Leute waren in die Nicht-Offenlegung aller drei

    Treffen von Beginn an eingebunden. Bereits 2019 wandte sich der

    Hamburger Senat an das Ministerium von Scholz. Drittens, der

    Senatskanzlei lag der Kalender, anders als von Scholz’ Sprecher

    behauptet, auch nicht mehr vor. Scholz’ Leute wussten dies, obwohl in

    dem Statement seines Regierungssprechers bewusst ein anderer Eindruck

    vermittelt wird. Viertens, warum die Anfrage der Linke-Fraktion damit

    unwahr beantwortet wurde, entzog sich auch nicht, wie in dem Zitat

    behauptet, der Kenntnis von Scholz bzw. seinen engsten Mitarbeitern. Das

    Finanzministerium hat die Anfrage des Senats (mutmaßlich bewusst) nicht

    beantwortet und die Nicht-Offenlegung der Treffen so selbst verursacht.


    Damit ist nunmehr bewiesen, dass Scholz sowie sein Regierungssprecher

    bewusst die Unwahrheit verbreitet haben. Scholz hat einen

    Untersuchungsausschuss hinsichtlich seiner Erinnerungslücke belogen.

    Dies ist eine Straftat. Und er hat seinen Regierungssprecher die

    Unwahrheit verbreiten lassen. Warum aber so viele Lügen über Treffen mit

    Cum-Ex-Bankiers, wenn die Treffen doch angeblich nur vergessen wurden

    und Scholz keinen Einfluss genommen hat?


    *Scholz’ Schachspiel: gefährliche Strategie


    *Meine These ist, dass Scholz sich angesichts der damals umkämpften

    SPD-Kanzlerkandidatur für eine gefährliche Strategie entschied: nichts

    einräumen und darauf hoffen, dass die Treffen nicht öffentlich werden.

    Die Falschinformation des Hamburger Senats nahm man billigend in Kauf

    und entschied sich, einfach nicht zu antworten. Als die Tagebücher dann

    jedoch auftauchten und Journalisten Scholz zunächst mit einem Treffen

    konfrontierten, spekulierte man auf Schadensbegrenzung und hoffte, nur

    dieser Termin würde letztlich bekannt werden. Die unwahre Beantwortung

    einer parlamentarischen Anfrage schob man gar wider besseres Wissen den

    Parteifreunden im Hamburger Senat unter.


    Scholz spekulierte zu diesem Zeitpunkt noch darauf, dass die weiteren

    Treffen nicht in den Tagebüchern von Olearius geschildert wurden oder

    den Journalisten nicht bekannt waren, da sie ihn nur mit einem Treffen

    konfrontiert hatten. Und sollte er dann später doch damit konfrontiert

    werden, würde er für die Treffen plötzlich Erinnerungslücken geltend

    machen. Damit die Option Erinnerungslücke aber später noch möglich war,

    musste Scholz wahrheitswidrig behaupten, dass er den Termin aus seinem

    Kalender heraus bestätigt hatte.


    Auch wenn der Nachweis der Lüge nun eindeutig erbracht ist, für einen

    weiteren Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/bundestag> gäbe es noch viel zu

    tun. Ein solcher Ausschuss ist überfällig. Scholz sollte hingegen

    vielleicht wieder auf Bürgermeister umschulen.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    „Hunger als Waffe“: Baerbocks gehässige Zwecklüge

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. August 2023, 22:46 Uhr


    https://publikumskonferenz.de/blog/hunger-als-waffe-baerbocks-gehaessige-zweckluege/#more-8475

    31.8.23

    *„Hunger als Waffe“: Baerbocks gehässige Zwecklüge

    *Hysterischer Russenhass zerfrisst das letzte bisschen Restverstand /

    Selbsttäuschung über die tödlichen EU-Sanktionen


    /Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam/


    /Der öffentlich-rechtliche „Verblödungs“-Journalismus

    <https://www.cashkurs.com/beitrag/peter-scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/

    scheut sich schon lange nicht mehr, bei Mangel an stichhaltigen

    Argumenten lückenfüllenden Schaum zu schlagen. Begründungsarmes

    Politiker-Gewäsch kriegt sofort eine knallige Verpackung, damit es sich

    „verkauft.“  Gegenwärtig versuchen unsere Medienschaffenden, mit dem

    verbalen Dreschflegel „Putin setzt Hunger als Waffe ein“ den Verstand

    ihres Publikums flachzukloppen. Spätestens, seit sogar Außenministerin

    Baerbock den Quatsch fehlerfrei nachplappern kann, ist er zum

    geflügelten Wort in der ohnehin niederträchtigen

    Ukraine-Kriegsberichterstattung geworden. Den chinesischen Sinnspruch

    „Wer in die Luft spuckt, kriegt’s wieder ins Gesicht“, muss unsere

    bildungsfreie Chefdiplomatin ja nicht unbedingt kennen. Aber den

    urdeutschen Rat, im Glashaus nicht mit Steinen zu werfen, sollte sie

    besser doch befolgen. Denn nicht Putin setzt den Hunger als Waffe ein,

    sondern Berlin und Brüssel. Mit tödlichem Erfolg. Zum Beispiel in Syrien

    <https://www.zlv.lu/db/1/1426659343784/0>. Und in Niger

    <https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9331>, wo sie

    Sanktionen nachdrücklich unterstützen, die eine Hungerkatastrophe

    verursachen werden.


    /Baerbock hatte bereits im Juni vorigen Jahres auf einer internationalen

    Konferenz zur Ernährungssicherheit in Berlin behauptet, Russland nutze

    den Hunger in der Welt „ganz bewusst als Kriegswaffe“. Russland, so

    wörtlich, „nimmt die ganze Welt als Geisel

    <“" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/lebensmittel-baerbock-101.html>“.

    345 Millionen Menschen weltweit seien derzeit von

    Nahrungsmittelknappheit bedroht, die Hungerkrise baue sich „wie eine

    lebensbedrohliche Welle vor uns auf“. Aber erst Russlands Krieg habe

    „aus dieser Welle einen Tsunami gemacht“. (ebd.)


    Die plumpe Absicht ihrer Hassrede: Breitere Wählerschichten als nur die

    kriegsfreudigen NATO-oliv-Grünen emotional „auf Zinne“ bringen. Im

    Verlass auf das tiefsitzende Revanchebedürfnis wegen der Niederlage

    Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion und auf das „neue deutsche

    Selbstbewusstsein

    <“" rel="noopener">https://www.fb03.uni-frankfurt.de/48138951/Jäger_Oppermann_final.pdf>“.

    Auch eine gedankliche Verbindung zu den aktuell kräftig verteuerten

    Lebensmitteln lässt sich damit anregen. Zugleich könnte die Lüge (bei

    häufiger Wiederholung) Baerbocks fehlgeschlagene Sanktionspolitik –

    „Russland ruinieren“

    <https://www.tagesschau.de/ausland/europa/putin-lawrow-eu-sanktionen-101.html

    – übertünchen. Deren negative Folgen bekommen wir derzeit ja selbst

    nachhaltig zu spüren.


    Der Kampf gegen Hunger und Elend in der Welt ist überdies durchaus keine

    Herzensangelegenheit unserer regierenden Schmuckstücke. Beim erwähnten

    Anlass erklärte Baerbock denn auch: „Die Konferenz ist keine

    Geberkonferenz, es geht nicht nur ums Geld.“ Vielmehr müssten sich die

    ärmeren Länder besser gegen Krisen wappnen. Soll heißen: „Helft euch

    selbst, dann hilft euch Gott“. Deutschland gibt sein Geld – inzwischen

    mehr als 22 Milliarden Euro

    <https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/krieg-in-der-ukraine/deutschland-hilft-der-ukraine-2160274

    – lieber für Waffenlieferungen an die Ukraine und als Schmiermittel für

    dortige Politkriminelle und Oligarchen aus. Dabei wären nur 14

    Milliarden Dollar jährlich nötig, um den Hunger endgültig – weltweit –

    zu besiegen

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/was-kostet-eine-welt-ohne-hunger-li.111170>.

    Merke: Moral ist, wenn es trotzdem kracht.


    *Ohne Sinn und Verstand*


    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber bringt den volksverhetzenden

    Schmarren „Russland setzt den Hunger als Kriegswaffe ein“

    <https://www.zdf.de/nachrichten/politik/baerbock-hunger-waffe-ukraine-krieg-russland-100.html

    unkommentiert, gleichgeschaltet und sprachgeregelt immer wieder unters

    dafür zahlende Volk. Er bestätigt sich damit als Lautsprecheranlage des

    Berliner Regimes und dessen Washingtoner Vorgesetzten. Angesichts des

    moralisierenden Entrüstungs-Glibbers, den unsere journalistischen

    Hofschranzen über die Schreibtische in Hamburg (ARD-aktuell), Mainz

    (ZDF-heute) und Köln (DRadio, DW) gegen satte Rundfunkgebühr an die

    Kundschaft weiterreichen, wird es zunehmend schwieriger, Immanuel Kants

    Aufforderung zu beherzigen: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu

    bedienen!“.

    <https://co-philosophie.de/2021/08/04/habe-mut-dich-deines-eigenen-verstandes-zu-bedienen/>


    Probieren wir‘s bitte mal mit folgender Überlegung: Keines der direkt

    oder indirekt am Ukraine-Krieg teilnehmenden Länder ist wegen

    verhinderter ukrainischer Getreidelieferungen vom Hunger bedroht. Der

    Vorwurf „Hunger als Waffe im Krieg“ trifft somit schon formal nicht.

    Und, gegen Russland gerichtet, den Falschen: Hungersnot droht zwar

    einigen Ländern des globalen Südens

    <https://de.statista.com/infografik/27172/anteil-von-russland-und-der-ukraine-an-den-importen-von-weizen-in-entwicklungslaendern/>,

    allerdings überwiegend jenen, die Russland als Partner betrachtet und

    als diplomatisch Verbündete zu gewinnen sucht. Präsident Putin hat die

    Welt denn auch wissen lassen, dass er den ärmsten Ländern Afrikas

    kostenlos Getreide

    <https://www.welt.de/politik/ausland/article246608412/Afrika-Gipfel-Putin-verspricht-kostenlose-Getreidelieferungen-nach-Afrika.html

    senden wird. Zugleich erklärte er, Russland könne eventuell ausfallende

    ukrainische Getreidelieferungen auf dem Weltmarkt ersetzen

    <https://www.zdf.de/nachrichten/politik/getreide-odessa-putin-ukraine-krieg-russland-100.html>.


    Der globale Getreidemarkt funktioniert eben nicht so eindimensional, wie

    das Schlagwort „Hunger als Waffe“ glauben machen soll. Der Markt

    reagiert auf zahlreiche Impulse

    <https://www.netzwerk-lernen.de/Handel-mit-Getreide-Welche-Faktoren-bestimmen-den-Weltmarkt>,

    nicht nur solche aus dem politischen Raum

    <https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2023/heft/13/beitrag/getreidehandel-und-exportbeschraenkungen-waehrend-des-ukrainekriegs.html>.

    Ein möglicher Versorgungsengpass – mit schweren Folgen für einige

    Empfängerländer Afrikas – hätte jedoch zwei Hauptverursacher, und auf

    beide hat Russland nicht den geringsten Einfluss. Umgekehrt wird dagegen

    ein Schuh draus:


    _Die marktbeherrschenden globalen Getreidehändler_.


    Sie wollen ihre Geschäfte in und mit der Russischen Föderation drastisch

    zurückfahren. Einer Statista-Prognose zufolge soll Russland bei den

    Weizenexporten in der kommenden Saison 2023/24 zwar an erster Stelle

    bleiben, jedoch an Getreide insgesamt fast ein Viertel weniger als heuer

    ausführen

    <https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/russland-versucht-getreide-weltmarkt-bringen-609945>.

    Die internationalen Agrarhändler Cargill, Louis Dreyfus und Viterra

    haben bereits zum Juli dieses Jahres ihren Getreideexport aus Russland

    eingestellt

    <https://grain-protrade.com/news/globale-getreidehaendler-stellen-ab-1-juli-den-export-von-russischem-getreide-ein/>.

    Ihr Anteil am russischen Getreideexport wird auf 16 Prozent geschätzt.

    Dass sie mit ihrem Rückzug globale Versorgungsengpässe erzeugen und

    Getreidepreise auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben können, versteht

    sich von selbst.


    _USA und EU, Initiatoren der völkerrechtswidrigen Sanktionen_.


    Auch die sollen Russlands Getreideexport soweit möglich blocken

    <https://lostineu.eu/getreide-und-sanktionen-eu-raeumt-probleme-ein/>.

    Einer der dazu eingesetzten Hebel ist, Russland aus dem vom Westen

    dominierten Kommunikationssystem SWIFT für den internationalen

    Zahlungsverkehr auszuschließen, „um den Kreml von der Weltwirtschaft

    abzuschneiden

    <“" rel="noopener">https://de.euronews.com/my-europe/2022/08/04/russische-banken-von-swift-ausgeschlossen-gibt-es-fur-sie-alternativen>“.

    Davon betroffen ist auch Russlands staatliche Landwirtschaftsbank. Sie

    kann den Zahlungsverkehr für den russischen Getreideexport nicht mehr

    abwickeln.


    *Nutznießer und Mondgucker*


    Am Rande sei noch vermerkt: Während des inzwischen „toten“

    Schwarzmeer-Abkommens verließen tatsächlich nur 725 000 Tonnen Weizen

    <https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/ukrainian-grain-exports-explained/

    die ukrainischen Häfen in Richtung der am stärksten vom Hunger bedrohten

    Länder Äthiopien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Kenia und

    Dschibuti. Ein Klacks, mehr nicht.  Insgesamt erreichten gerade mal 2,5

    Prozent des ukrainischen Getreideexports

    <https://www.telesurenglish.net/news/Russia-Sees-No-Reason-to-Prolong-Brack-Sea-Grain-Deal-20230630-0010.html

    die wirklich notleidenden Länder.


    Sogar die Tagesschau meldete

    <:" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/getreideabkommen-ukraine-russland-faq-104.html>: 

    „44 Prozent (des ukrainischen Getreideexports) gingen an reiche Länder,

    3 Prozent an arme Länder.“ Den Löwenanteil

    <https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/geht-getreide-ukraine-fuenf-laender-kaufen-60-prozent-602022

    am Getreide aus der Ukraine sicherten sich Spanien, China und die

    Türkei. Mit einigem Abstand folgten Italien und die Niederlande. Gegen

    den ukrainischen Getreideexport

    <https://de.euronews.com/my-europe/2023/07/25/osteuropaische-lander-drangen-auf-verlangerung-der-verbote-fur-ukrainisches-getreide

    opponierten jedoch etliche andere EU-Länder, weil er ihre nationalen

    Märkte unter Druck setze. Bis heute herrscht in der EU heftiger Zoff

    <https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-getreideexporte-eu-agarminister-100.html

    über ein deshalb verfügtes Importverbot.


    Weltweit werden jährlich allein rund 800 Millionen Tonnen Weizen

    produziert. Etwas mehr als 190 Millionen Tonnen gehen in den Export. Die

    fünf größten Anbieter waren zuletzt Russland, die EU, Australien, Kanada

    und die USA. Erst auf dem sechsten Platz folgte die Ukraine. Ihr Anteil

    am Weltmarkt lag bei 8 Prozent

    <https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1293852/umfrage/groesste-weizenexporteure-weltweit-marktanteil/>.

    Dem Regime in Kiew ist künftig zwar der Getreideexport per Schiff übers

    Schwarze Meer verwehrt, es bleibt ihm aber noch die Ausfuhr über Land.

    Der partielle Exportausfall ist für die Ukraine schmerzlich, sein Anteil

    am Weltmarkt jedoch viel zu klein, als dass er dort Versorgungsengpässe

    erzeugen und in einigen Ländern gar Hungersnöte herbeiführen könnte.

    Andere Exportländer treten an die Stelle der Ukraine.


    *Getreidepreistreiber*


    Indien zum Beispiel. Der zweitgrößte Weizenproduzent weltweit

    <https://www.indienaktuell.de/agrar-food/indien-kuendigt-eine-aenderung-in-der-ausfuhrpolitik-fuer-weizen-an-705775>,

    wollte eigentlich von der Knappheit profitieren

    <http://web.archive.org/web/20220515174717/https:/www.sueddeutsche.de/politik/ernaehrungslage-indien-weizen-ukrainekrieg-1.5585031

    und wäre nur allzu gerne als Ersatzlieferant eingesprungen. Premier Modi

    hatte im vorigen Jahr versprochen, eine mögliche Versorgungslücke zu

    füllen. Schon bald verfügte er stattdessen jedoch ein Exportverbot

    <https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/indien-weizen-export-101.html>,

    um den sprunghaften Preisauftrieb im eigenen Land zu stoppen. Drohende

    Ernteausfälle wegen einer Hitzewelle hatten die Kehrtwende erzwungen.

    Modis Absage ließ den Weizenpreis prompt sprunghaft ansteigen

    <https://www.welt.de/wirtschaft/article238783529/Weizenpreis-steigt-wegen-Indiens-Exportstopp-auf-neuen-Rekord.html>.


    Andere Getreideexporteure trugen ebenfalls dazu bei, die aktuellen

    Preise hoch zu halten. In den USA trat dabei ein Neidmotiv zutage. 28

    Mitglieder des US-Kongresses hatten in einem Brief geklagt

    <https://allinfo.space/2022/01/21/us-gesetzgeber-streben-bei-der-wto-einen-rechtsstreit-gegen-indien-wegen-weizensubventionen-an/>: 

    „Amerikanische Rohstoffproduzenten sind gegenüber ihren Konkurrenten

    klar im Nachteil, vor allem aus Indien, wo die Regierung mehr als die

    Hälfte des Produktionswertes für Reis und Weizen subventioniert, anstatt

    der 10 Prozent, die erlaubt sind nach den Regeln der

    Welt-Handelsorganisation (WTO).“ Natürlich reagierten die Getreidebörsen

    auf diesen Protest.


    Den G7-Agrarministern passte die indische Subventionspolitik ebenfalls

    nicht, nur begründeten sie ihre Ablehnung anders.

    Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, bis zum Kragen abgefüllt mit

    Selbstüberschätzung

    <:" rel="noopener">https://www.welt.de/politik/ausland/article238755555/Agrarminister-G-7-gegen-Exportstopp-von-Nahrungsmitteln-Oezdemir-mahnt-Indien-und-Indonesien.html>: 

    „Wir haben alle miteinander, gerade die großen Exportnationen, auch eine

    Verantwortung für den Rest der Welt“, nölte er mit Blick nach Neu-Delhi.

    „Ich sehe das sehr kritisch“. Tatsächlich galt seine „Sorge“ wohl bloß

    den deutschen Verbraucherpreisen, er ist schließlich auch für das

    Ressort Ernährung zuständig. Gardinenpredigten, adressiert an Abwesende,

    dienen seiner Sorte Politiker bevorzugt als risikoloser Ersatz für

    fehlende eigene Handlungsbereitschaft.


    Strich drunter. Das Profitinteresse hat im Kapitalismus immer Vorrang,

    auch angesichts möglicher Hungersnöte.


    Man sollte meinen, dass sich angesichts der Faktenlage jeder lächerlich

    macht, der da behauptet, Russland setze den „Hunger als Waffe“ ein. Doch

    die Baerböcke unserer Tage sind nicht nur aggressiv, sondern auch

    erkenntnisresistent. Zur reuigen Einsicht, Russland genötigt zu haben,

    das Getreideabkommen für die Ukraine auslaufen zu lassen, reicht es

    einfach nicht. Dass Putin versprach, kostenloses Getreide nach Afrika zu

    liefern, verstärkte noch ihre Abneigung, denn es ließ sie in den Augen

    der Welt alt aussehen.


    Es meckerten vor allem die penetrant russophoben Deutschen:

    Bundesentwicklungsministerin Schulze sagte dem Evangelischen

    Pressedienst, „Präsident Putin habe schon zu oft sein Wort gebrochen

    <https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-russland-tuerkei-uno-getreide-abkommen-getreideabkommen-100.html

    und wäre jederzeit wieder in der Lage, Weizen als Waffe zu benutzen“.

    Berliner Spitzenpolitiker legen Wert darauf, intellektuell auf Augenhöhe

    mit einem Briefkastenschlitz zu bleiben.


    *Räuberisches, mörderisches US-Regime*


    Verdrängt und vergessen ist, wie Westliche-Werte-Krieger nach ihren

    militärischen Niederlagen rachsüchtig mit dem „Hunger als Waffe“

    umzugehen pflegen. Die US-Amerikaner nahmen erst jüngst, nach ihrem

    Rauswurf aus Afghanistan, dessen hungernde Bevölkerung in Kollektivhaft.

    Sie froren 6,1 Milliarden Euro

    <https://www.dw.com/de/usa-beschlagnahmen-sieben-milliarden-dollar-von-afghanischer-zentralbank/a-60750427

    auf den afghanischen Auslandskonten ein und schlossen Kabul aus dem

    SWIFT-Bankenzahlungssystem aus. Damit konnte die Taliban-Regierung keine

    Gehälter mehr auszahlen, keine Medikamente und Lebensmittel mehr

    importieren. Die Hungersnot – jeder dritte Afghane ist unterernährt

    <https://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/flucht-und-migration/fluchtursachen/fluchtursachen-afghanistan

    – treibt mittlerweile hunderttausende Afghanen zur Flucht.


    Knapp die Hälfte des afghanischen Geldes, 3,5 Milliarden Dollar, ließ

    US-Präsident Biden inzwischen beschlagnahmen

    <https://www.deutschlandfunkkultur.de/afghanistan-ukraine-doppelmoral-100.html>,

    um damit seine Landsleute, „die Opfer des Anschlags vom 11. September zu

    entschädigen“. Mit diesem Terrorakt hatte Afghanistan zwar nichts zu

    tun, die Attentäter waren Araber. Aber was schert das schon kriminelle

    wertewestliche Regimes wie das der USA und ihrer Vasallen.


    Ähnlich schlimm wie in Afghanistan ergeht es den Menschen in Syrien.

    Dort leidet statistisch jeder Zweite an Hunger

    <https://www.berliner-zeitung.de/open-source/politik-ausland-krieg-wie-westliche-sanktionen-zur-verarmung-der-syrischen-bevoelkerung-beitragen-li.337236>.

    Zufolge der EU-Sanktionen kann sich das Land weder ausreichend mit

    Nahrungsmitteln versorgen, noch lebenswichtige Medikamente und andere

    Bedarfsgüter beschaffen. Sein Öl, den Reichtum des Landes, beuten

    zurzeit die USA aus

    <https://www.zerohedge.com/geopolitical/rare-uprising-against-us-backed-forces-syria-leaves-many-killed>.

    Sie haben die Förderanlagen im Nordosten besetzt, organisieren den Raub

    und illegalen Transport in den Irak und beteiligen eine kurdische

    Clan-Elite

    <https://www.anti-spiegel.ru/2022/usa-rauben-syrisches-oel-und-unterstuetzen-den-kampf-der-kurden-gegen-die-tuerkei/?doing_wp_cron=1693218163.4654660224914550781250

    an den Verkaufserlösen.


    *Hungermacher*


    Syrien war ja einst eine Kornkammer des Nahen Ostens. Jetzt plündern die

    USA die Getreideernte

    <https://linkezeitung.de/2021/07/08/syrien-usa-stehlen-getreide-und-oel-bauen-militaerbasen-auf-tuerkei-mitschuldig-an-kriegsverbrechen/

    und schmuggeln das Raubgut über die Grenze nach Irak. Es schert sie

    nicht im Geringsten, dass sie damit das Überleben ungezählter syrischer

    Kinder opfern

    <https://www.savethechildren.de/news/hunger-in-syrien-millionen-kinder-bedroht/>.

    Bei Gelegenheit völkerrechtswidriger und kriegsverbrecherischer

    US-Bombardements auf die zivile syrische Infrastruktur geht auch schon

    mal ein Getreidespeicher

    <https://www.wsws.org/de/articles/2023/03/26/mfbz-m26.html> in Trümmer,

    und das lebenswichtige Gut in Flammen auf.


    Unserem staatstragenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Syriens

    Elend trotzdem schon lange kaum noch eine Nachricht wert. Dabei könnte

    man die US-amerikanische Besatzerbande wie die verantwortlichen

    EU-Sanktionäre mit Grund beschuldigen, den „Hunger als Waffe“

    einzusetzen. Die Politik Washingtons: Die syrische Bevölkerung so lange

    darben lassen, bis sie revoltiert und ihren Präsidenten Assad stürzt.

    Dazu spendet die Mischpoke von deutschen Staats- und Konzernjournalisten

    gemeinsam mit den Berliner regelbasierten Ordnungskünstlern Beifall.


    Werfen wir noch einen Blick auf die vertragsrechtliche Konstruktion des

    Abkommens über ukrainische Getreideexporte via Schwarzes Meer.


    Im Prinzip handelt es sich nicht um einen üblichen Vertrag mit bindender

    Wirkung für alle Parteien. Russland hatte vielmehr ein separates

    Abkommen nur mit der Türkei und mit den Vereinten Nationen

    unterzeichnet. Getrennt davon hatte sich auch die Ukraine mit der Türkei

    und den UN vereinbart. Darüber hinaus schloss Russland ein Abkommen mit

    den Vereinten Nationen zur Sicherstellung eines ungehinderten Exports

    russischer Agrarprodukte und Düngemittel. Die UN sollten darauf

    hinwirken, dass der Export dieser Warengruppe nicht mehr infolge der

    westlichen Russland-Sanktionen beeinträchtigt wird.


    Es liegt auf der Hand, dass der Erfolg des Bündels von Abkommen nicht

    von Vertragstiteln abhing, sondern vom guten Willen aller Beteiligten.

    Den ließ der Westen aber schmerzlich vermissen. Das Bemühen der UNO,

    russische Getreide- und Düngemittelausfuhren zu erleichtern, hatte

    keinen Erfolg. UN-Generalsekretär Guterres und sein Plenum sind

    gegenüber den Regierungen der USA und der EU nicht nur machtlos, sie

    müssen ihnen gegebenenfalls sogar Folge leisten.


    *Profit schlägt Großmut*


    Als Präsident Putin sich Mitte September vorigen Jahres bereiterklärte,

    rund 300.000 Tonnen russischer Düngemittel, die aufgrund von Sanktionen

    in europäischen Häfen festsitzen, kostenlos an die Entwicklungsländer zu

    liefern, zeigten ihm unsere „Wertewestler“ sogleich den Stinkefinger.

    <https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarpolitik/usa-weisen-russlands-forderung-nach-aufhebung-von-sanktionen-zurueck_article1653643415.html

    Der Dünger, für Russland ohnehin nur noch ein Kostenfaktor, hätte

    mutmaßlich die Preise der transatlantischen Konkurrenz gedrückt und

    deren Profit geschmälert. Düngemittel und Weizen sind zwar von den

    Sanktionen ausgenommen, unterfallen aber schweren Nebenwirkungen der

    gesamten Sanktionspolitik: Hemmnissen

    <https://www.anti-spiegel.ru/2022/worum-es-bei-den-streit-um-das-getreideabkommen-geht/

    beim Transport und bei der Bezahlung beispielsweise, wie beim schon

    genannten SWIFT-Ausschluss.


    Darüber erfuhr man so gut wie nichts in den Mainstream-Medien, auch

    nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst, als das Abkommen im

    Juli 2023 nicht erneuert wurde, kamen die deutschen

    „Hunger-als-Waffe“-Experten wieder aus ihren Löchern. An der Spitze der

    Propaganda-Front: die Grünen. Cem Özdemir: Putin nehme „die Ärmsten der

    Armen auf dieser Welt in Geiselhaft für seine grauenhafte Kriegstreiberei“.


    Norbert Röttgen, „das eifrigste Masseteilchen des Atlantizismus

    <https://www.ullstein.de/werke/ami-go-home/hardcover/9783430210287%20(S.%20197)> 

    in der deutschen Politik“, setzte noch eins drauf: „Putin nimmt die

    hungernden Menschen in Afrika als Geisel, um vom Westen ein politisches

    Lösegeld zu erpressen. Darum geht es bei der Blockade des

    Getreideabkommens. Es wiederholt sich die Erpressung

    <https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2023/putin-getreideabkommen/>,

    die er schon letztes Jahr unternommen hat.“


    Die Qualitätströten der ARD-aktuell bereichern das misstönende Konzert

    mit maßloser und faktenwidriger Übertreibung. Bei dem Getreideabkommen

    handele es sich um eine „für die weltweite Nahrungsmittelversorgung

    bedeutende Vereinbarung

    <.“" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/archiv/sendungen?datum=2023-07-17>.“ Dazu

    passte die tagesschau-typische Falschinformation

    <https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/ts-58852.html>,

    die Ukraine habe „mehr als 38 Millionen Tonnen Getreide exportiert, vor

    allem in ärmere Länder“. Die ARD-aktuell-Nieten widersprechen sich damit

    auch noch selbst.


    Kapitalistisches Profitstreben

    <https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/getreidepreise-weizenpreise-steigen-steil-naechste-rallye-beginnt-585383

    ist ein wesentlicher Verursacher von Hungersnöten im globalen Süden.

    Hunger herrscht, weil der Getreidepreis der Börsenspekulation

    unterliegt. Unseren Regierenden ist es jedoch bei Strafe ihres

    Amtsverlustes – gegebenenfalls sogar ihres Lebens – verwehrt, den

    Börsenhandel mit Nahrungsmitteln zu verbieten. Nicht politische Macht

    zählt hier, sondern die Macht der Geldelite. Westliche Politiker dürfen

    nur mit der heuchlerischen Bezichtigung „… Putin setzt den Hunger als

    Waffe ein!“ auf den Widersacher losgehen.


    Zu guter Letzt: Der SWIFT-Ausschluss Russlands, des weltweit

    bedeutendsten Getreideexporteurs, und andere seinen Handel

    beeinträchtigenden Sanktionen sind lange vor dem 24. Februar 2022

    abgekartet worden. Maulheld Olaf Scholz: „Über Monate hinweg haben wir

    die Sanktionen bis ins kleinste Detail vorbereitet

    <https://augenaufmedienanalyse.de/2022/03/26/scholz-sanktionen-lange-geplant/>,

    damit sie die Richtigen treffen, damit sie wirken“, tönte er im März

    2022 vor dem Bundestag in Berlin. Getroffen werden jetzt aber nicht nur

    russische, sondern auch ukrainische Bauern. Wer sind nun „die

    Richtigen“? Uns‘ Olaf hätte besser den Verstand als „Waffe“ eingesetzt.

    Soweit verfügbar – und soweit er sich „erinnern“ kann…


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Hintergrundinfos Peter Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung"

    cashkurs.com, 09.03.2017, Autor: Ramon Schack
    Heute vor drei Jahren, aus Anlass seines 90. Geburtstages, führte unser Autor Ramon Schack ein Interview mit Peter Scholl-Latour. Es war sein letzter Geburtstag und die vorletzte Begegnung von Ramon Schack mit diesem letzten großen Chronisten unseres Zeitalters.


     

    Foto: 3-Seiten-Verlag


    "Ein guter Freund sagte mir einmal, wenn man über 50 ist und ohne kleine Schmerzen aufwacht, dann ist man schon tot. In diesem Sinne geht es mir gut.", sagte er mir lachend zu Beginn dieses Gespräches, welches wie üblich in einen Tour d´Horizon überging.

    "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung", äußerte er im weiteren Verlauf der Konversation, ein Zitat, welches seitdem eine starke Verbreitung erfahren hat und häufig auch eine unpassende Verwendung findet.

    Peter Scholl-Latour wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass seine Tage gezählt waren.

    In den letzten Monaten seines Lebens reiste er noch in den Libanon und in den Tschad, traf den Papst in Rom und beendete sein letztes Werk "Der Fluch der bösen Tat", sowie den ersten Band zu seiner Biographie.

    Eine geplante Reise, die Scholl-Latour und ich für das kommende Jahr geplant hatten, eine Bahnfahrt von Istanbul nach Isfahan, ließ sich leider nicht mehr realisieren.

    Peter Scholl-Latour verstarb am 16. August 2014. Einige Monate später begann ich mit der Niederschrift zu meinem Buch "Begegnungen mit Peter Scholl-Latour".


     

    Begegnungen mit Peter Scholl-Latour. Ein persönliches Portrait von Ramon Schack. Mit einem Vorwort von Gregor Gysi. 3-Seiten-Verlag, 2015, ISBN 978-3-946341-00-0.


    Peter Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung" 09.03.2014 –Ramon Schack


    Herr Scholl-Latour, Sie feiern heute Ihren 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch.

    Peter Scholl-Latour: Vielen Dank.

    Wie fühlen Sie sich?

    Peter Scholl-Latour: Ein guter Freund sagte mir einmal, wenn man über 50 ist und ohne kleine Schmerzen aufwacht, dann ist man schon tot. In diesem Sinne geht es mir gut.

    Ihr ganzes Leben war eine Suche nach dem, was die Franzosen "Les émotions fortes" nennen, die Suche nach den starken Gefühlen, beziehungsweise nach den starken Erlebnissen. So haben Sie es einmal ausgedrückt. Daran dürfte es Ihnen nie gemangelt haben. Sie haben alle Länder der Welt bereist, sind unzähligen Personen der Zeitgeschichte und historischen Persönlichkeiten begegnet, wurden Zeuge von historischen Umwälzungen.

    Peter Scholl-Latour: Was mich jetzt, am Ende meiner Lebenszeit, mit einer gewissen Ergriffenheit erfüllt, auch mit einer gewissen Genugtuung, ist die Tatsache, dass ich in der Tat sehr viele dieser starken Erlebnisse hatte, obwohl ich schon im Alter von 20 Jahren fast vor dem Aus stand... Bei diesen starken Erlebnissen handelt es sich nicht nur um gefährliche Situationen, beispielsweise in einem Kriegs- oder Krisengebiet, von denen ich sehr viel erlebt habe, dabei kann es sich auch um den Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft handeln oder ähnliches.

    Sie sind immer auf Reisen, pendeln gemeinsam mit Ihrer Frau zwischen Ihren Wohnsitzen in Paris, Berlin, Südfrankreich und am Rhein hin und her. Aktuell schreiben Sie an einem neuen Buch und an Ihrer Biographie. Zur Ruhe kommen werden Sie nicht mehr, oder?

    Peter Scholl-Latour: Nein, solange ich noch in der körperlichen und geistigen Verfassung dafür bin, werde ich weiter aktiv bleiben. Wenn der Tod kommt, dann kommt er. Es ist schon erstaunlich, dass er erst so spät kommt.

    Sie haben den Tod nie gefürchtet?

    Peter Scholl-Latour: Nein. Sterben kann fürchterlich sein, aber der Tod ist so natürlich wie das Leben.

    Sie sind dem Tod im Laufe Ihres langen Berufslebens häufig begegnet.

    Peter Scholl-Latour: Ja, ich habe schon vor vielen Leichenbergen gestanden, nicht nur in Vietnam. Wobei mich der Anblick einer Leiche weniger berührt als der Anblick eines schwer Verwundeten.

    Der von Ihnen geschätzte Charles De Gaulle sagte einmal: "Das Alter ist ein Schiffbruch." Sehen Sie das auch so?

    Peter Scholl-Latour: Ich bin mir gar nicht sicher, ob De Gaulle damit sich selbst meinte. Möglicherweise bezog er diese Aussage auf Marschall Pétain, der nach dem 2. Weltkrieg ja als Verbündeter der Nazis seine Haft antreten musste. Ich selbst sehe das Alter bisher nicht als Schiffbruch.

    Würden Sie sich heute noch als Gaullist definieren?

    Peter Scholl-Latour: André Malraux sagte einmal "Gaullismus ohne De Gaulle ist idiotisch", was ja richtig ist. Allerdings, gemessen an dem heutigen Führungspersonal, Hollande wie auch Sarkozy, kann man schon eine gewisse Nostalgie entwickeln, nicht wahr?

    Gilt das auch für die politische Klasse in Deutschland?

    Peter Scholl-Latour: Sicherlich, wobei Deutschland mit Angela Merkel ja noch großes Glück hat. Die fatale Auszehrung des politischen Personals in Europa hält aber trotzdem an.

    Sie haben einmal geschrieben, Sie haben im Laufe Ihres Lebens eine Welt des Rückzugs erlebt. Was meinen Sie damit?

    Peter Scholl-Latour: Damit meine ich, den Rückzug des weltpolitischen Einflusses Europa, der ja bis heute anhält. Als ich als junger Mann meine Tätigkeit als Journalist begann, wehte noch die französische oder britische Fahne über einem Großteil des Erdballs. Damit ist es vorbei, wobei der Rückzug ja noch anhält, unter veränderten Rahmenbedingungen.

    Könnten Sie das bitte etwas ausführen?

    Peter Scholl-Latour: Europa steht heute ohne jegliches religiöses Bewusstsein da, in einer Welt, die überall immer religiöser wird, was eine Schwäche ist, angesichts dieses Aufbruchs der Mythen.

    Sie erblickten am 9. März 1924 das Licht der Welt in Bochum, wuchsen als Kind in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Wie war das Verhältnis Ihrer Eltern zur Weimarer Republik?

    Peter Scholl-Latour: Meine Eltern standen der Republik von Weimar kritisch gegenüber, wie nicht wenige ihrer Zeitgenossen. Erst als die Republik mit dem Aufstieg der NSDAP Ihrem Ende entgegen taumelte, wurden sie angesichts der damit verbundenen Gefahren zu Verteidigern der Republik.

    Sie sprachen gerade von den Gefahren bezüglich des NS-Regimes. Haben Sie als Kind die Sorgen Ihrer Eltern wahrgenommen?

    Peter Scholl-Latour: Sicherlich. Zwar wuchsen meine Schwester und ich unter privilegierten, ja großbürgerlichen Verhältnissen auf, mein Vater war Arzt, doch machten sich meine Eltern, besonders meine Mutter, über den Charakter dieses kommenden Regimes keine Illusionen. Sie vermittelten dies auch ihren Kindern.

    Deshalb wurden Sie auch von Ihren Eltern nach dem Machtantritt der Nazis auf ein katholisches Internat in der Schweiz geschickt.

    Peter Scholl-Latour: Ja, das war 1935. Nach den sogenannten Nürnberger Gesetzen galt ich ja als Mischling ersten Grades. Meine Eltern wollten mir somit eine Indoktrination durch das NS-Bildungssystem als auch die damit verbundenen Diskriminierung ersparen.

    In der Gestapo-Gefangenschaft lernte Scholl-Latour die Abgründe der menschlichen Natur kennen Ihre Mutter war getaufte Christin, stammte aber aus einer jüdischen Familie. Fast Ihr gesamtes Leben lang waren nur enge Freunde und Bekannte darüber informiert, dass Sie und Ihre Familie im 3. Reich Verfolgungen ausgesetzt waren. Weshalb haben Sie so lange darüber geschwiegen?

    Peter Scholl-Latour: Nun, ich hatte nie die Absicht, auf meinem Status als Opfer der Nazis im Nachkriegsdeutschland zu pochen. Da gab und gibt es ja auch viele Wichtigtuer, die sich nachträglich gerne als irgendeine Art von Widerstandskämpfern darstellten. Es gab und gibt ja auch viel zu viele Menschen, die sich etwas auf ihre Religionszugehörigkeit einbilden. Dieses Phänomen ist unter allen Religionen zu beobachten, auch gerade heute.

    Sie selbst gerieten allerdings am Ende des 2. Weltkrieges noch in die Hände der Gestapo.

    Peter Scholl-Latour: Ja, ich versuchte damals dem Regime, welches mir nicht wohlgesonnen war, zu entkommen. Erst plante ich an der Westfront durch die Frontlinien zu gelangen, was aber misslang. Deshalb versuchte ich anschließend, mich in Jugoslawien Titos Partisanen anzuschließen, dabei wurde ich dann in Kärnten erwischt und geriet der Gestapo in die Hände. Das war ein Stahlbad. Die Erfahrungen in den Kerkern der Gestapo haben mich gestärkt, gerade auch gegenüber späteren Herausforderungen und Krisensituationen im Leben.

    Sie wurden auch gefoltert?

    Peter Scholl-Latour: Ja. Ich werde aber keine Details erwähnen, ich bitte um Ihr Verständnis. Nur so viel möchte ich Ihnen mitteilen, damals, als junger Mann von 21 Jahren, lernte ich die Abgründe der menschlichen Natur kennen. Ich bin aber auch immer Heiligen begegnet. Der Mensch ist halt beides - böse und gut -, und es kommt auch immer auf die Umstände an, welche Seite dominiert. Diesbezüglich geben wir uns heute gerne immer wieder irgendwelcher Illusionen hin. Deshalb gibt es ja auch die Religion, nicht um den Mensch gut, sondern um ihn erträglich zu machen, wobei Religion natürlich auch immer missbraucht wurde und wird.

    "Ich muss mal wieder raus" 1929 veröffentlichte der spanische Philosoph José Ortega y Gasset sein berühmtes Werk "Der Aufstand der Massen". Leben wir heute in einem Zeitalter der Massen?

    Peter Scholl-Latour: Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.

    Inwiefern?

    Peter Scholl-Latour: Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.

    Halten Sie die Entwicklung für gefährlich?

    Peter Scholl-Latour: Ja, vor allem auch für die EU. Ich frage mich, was sich die EU von einer Annäherung der Ukraine erhofft. In Brüssel sollte man sich besser auf eine Konzentration und Konsolidierung ausrichten, statt die Ausweitung nach Osten voranzutreiben. Schon mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens haben sich die Kommissare in Brüssel übernommen. Käme nun noch die Republik von Kiew hinzu, wo von den Tataren die Wurzeln des heutigen Russlands gelegt wurden und die Bekehrung zum Christentum stattfand, dann würde das aufgeblähte Territorium der fragilen Europäischen Union bis rund dreihundert Kilometer an jenes Schlachtfeld heranrücken, das unter dem Namen Stalingrad berühmt wurde. Haben die Deutschen jedes Gespür für die Tragik der eigenen Geschichte verloren?

    Wie werden Sie Ihren heutigen Ehrentag begehen?

    Peter Scholl-Latour: Mein Verlag hat eine kleine Feier organisiert. In wenigen Tagen werde ich wieder verreisen, in den Tschad, ich muss mal wieder raus.

    Vielen Dank, Peter Scholl-Latour!



    Kommentare

    ironalex am 09.03.2017 um 16:10 Uhr

    Ein weiser Mann, geprägt von der Geschichte Europas. Weil der Mensch aus Katastrophen nichts lernt möchte ich dazu nur soviel sagen: Die Ukraine wird das Stalingrad der EU.
    Zutreffend der Titel seines letzten Buches "Der Fluch der bösen Tat" der von diesem Zitat herrührt: »Es ist der Fluch der bösen Tat, dass Böses fortwährend Böses muss gebären«.
    Die Lektüre seiner Publikationen ist äußerst empfehlenswert schildert es doch das ganze Dilemma aus dem es heute kaum noch einen Ausweg gibt.

    77tonino77 am 09.03.2017 um 18:08 Uhr

    Ein großer weiser Mann :-)
    Habe seine Interviews im Fernsehen als Heranwachsender immer bewundert & verfolgt.
    Das Buch werde ich wohl dann auch mal irgendwann lesen müssen, wenn ironalex es schon ausdrücklich empfiehlt.

    crashtester am 09.03.2017 um 21:23 Uhr

    Man muss nicht alle seine Ansichten teilen. Aber der Welt wäre viel Unheil erspart geblieben, hätte man PSL öfter mal zugehört.

    jplessow am 10.03.2017 um 03:17 Uhr

    Es ist wie es ist und schon immer war: die Cleveren verblöden die Massen, weil sie dann leichter auszunehmen sind und die Massen lassen sich verblöden, weil sie eigentlich nur friedlich leben, Spaß haben und bescheiden glücklich leben wollen.

    In einem Land wie den USA wird das übrigens besonders deutlich. Ein denkender Mitteleuropäer, der dort mehrere Jahre lebt, kann sich nur die Haare darüber raufen. Und der Boden wird dafür schon gezielt in der Grundschule gelegt, wo auch die kleinste Leistung schon mit "oh, how great" bewertet wird. Die Eliten dort machen in Gesprächen unter vier Augen übrigens noch nicht mal einen Hehl daraus, dass dies doch Absicht ist, damit die Cleverles daraus ihren Vorteil ziehen können.

    Aber in Deutschland nähern wir uns zunehmend dem US-Bild an. Die vielen Einwanderer tragen mit dazu bei, da sie aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen das Niveau in den unteren Schulklassen drücken. Dies möglicherweise sogar obwohl diese Einwanderer, die es hierher schaffen, im Schnitt sogar intelligenter sind als der durchschnittliche Deutsche. Der Spiegel hierfür sind natürlich die in Deutschland zunehmenden Privatschulen. Hier müssen die Kinder der Cleveren sich natürlich nicht von Flüchtlingskindern mit Sprachschwierigkeiten im Lernniveau drücken lassen.

    Mangelnde Intelligenz und Hang zur Verblödung hängen doch wohl irgendwie zusammen. Menschen mit hohem Intelligenzgrad sind sicherlich auch schwieriger zu verblöden. Insofern ist die Voraussetzung zur Verblödung in gewisser Weise angeboren. Das Bild, das PSL zeichnet, ist leider richtig, aber geht zu wenig in die Tiefe, was die Ursachen und Zusammenhänge anbelangt. Da er selbst ja sicher auch zu den Intelligenteren gehörte, ist er natürlich der Verblödung entkommen.

    Die Massen haben halt noch nicht rausgefunden, wie sie sich verfassungsmäßig vor der Verblödung schützen können. Insofern sind sie schutzlos und lassen sich in längeren Phasen immer wieder in der Gesamtheit vorführen und sogar als Kanonenfutter missbrauchen. Das System, in dem wir in den letzten 500 Jahren leben, ist darauf aufgebaut.

    Davor galt das Recht des Stärkeren - übrigens auch heute noch in einigen Ländern. Dieses System wurde aber für die Herrschenden dann zu teuer, um ihre Macht aufrecht zu erhalten. So wurde dann die Demokratie erfunden - nämlich in England - in der man die Massen auf freiwilliger Basis viel leichter steuern und ausnehmen kann. Und für die Herrschenden ist dieses Gesellschaftsmodell natürlich viel kostengünstiger.

    Und es wird so bleiben bis die Massen vielleicht nach der nächsten "französischen Revolution" - die übrigens bald auf uns in der westlichen Welt zukommen könnte - Wege finden, sich bei all ihrer Freiwilligkeit im guten Glauben besser vor Missbrauch durch die Cleveren schützen zu lassen. Diese Prinzipien gelten übrigens weltweit und sind nicht an die Zugehörigkeit zu einer Nationalität gebunden.

    ironalex am 10.03.2017 um 09:42 Uhr

    @Jplessow: Exzellenter Beitrag! Berthold Brecht hätte es nicht besser sagen können. Danke!

    Gruß ironalex und ein schönes Wochenende.


    Info: https://www.cashkurs.com/beitrag/peter-scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Jeffrey Sachs: Die wahre Geschichte des Krieges in der Ukraine: Eine Chronologie

    aus e-mail von Thomas Nauerth, 31. August 2023, 20:59 Uhr


      Jeffrey Sachs, us-amerikanischer Ökonom, hat eine interessante

      Webseite, auf die ich durch einen Hinweis von Albert Fuchs stieß:

      *https://www.jeffsachs.org. **

      *


    Dort findet sich ein bemerkenswerter Artikel vom 17.Juli 2023: *Die

    wahre Geschichte des Krieges in der Ukraine: Eine Chronologie der

    Ereignisse und ein Plädoyer für die Diplomatie*


    *Sachs fokussiert sich allein auf die Ostausdehnung der NATO, mit den

    USA als Treiber und sieht hier die Wurzel allen Übels:*


    "/Die Ukraine kann nicht gewinnen.////Es ist sehr wahrscheinlich, dass

    Russland auf dem Schlachtfeld die Oberhand gewinnt, so wie es jetzt zu

    sein scheint. Doch selbst wenn die Ukraine mit konventionellen

    Streitkräften und NATO-Waffen durchbrechen sollte, würde Russland

    notfalls einen Atomkrieg anzetteln, um die NATO in der Ukraine zu

    verhindern./


    //


    /Während seiner gesamten Laufbahn hat Biden dem

    militärisch-industriellen Komplex gedient. Er hat die NATO-Erweiterung

    unermüdlich vorangetrieben und Amerikas zutiefst destabilisierende

    Kriege der Wahl in Afghanistan, Serbien, Irak, Syrien, Libyen und jetzt

    in der Ukraine unterstützt. Er stützt sich auf Generäle, die mehr Krieg

    und mehr "Aufstockungen" wollen und die einen baldigen Sieg vorhersagen,

    um die leichtgläubige Öffentlichkeit bei der Stange zu halten./


    //


    /Außerdem scheinen Biden und sein Team (Antony Blinken, Jake Sullivan,

    Victoria Nuland) ihre eigene Propaganda geglaubt zu haben, dass

    westliche Sanktionen die russische Wirtschaft strangulieren würden,

    während Wunderwaffen wie HIMARS Russland besiegen würden.////Und die

    ganze Zeit über haben sie den Amerikanern gesagt, sie sollten Russlands

    6.000 Atomwaffen keine Beachtung schenken./"



    Die Analyse von Sachs mag einseitig sein, aber es ist eine Seite dieses

    Krieges, die hierzulande fast völlig ausgeklammert wird. Man sollte die

    "/kurze Chronologie einiger Schlüsselereignisse an, die zu dem laufenden

    Krieg geführt haben/", mit der Sachs seinen Artikel schließt (und seine

    Analyse belegt) aufmerksam lesen und in die Diskussion hierzulande

    einbringen.


    pax et bonum


    Thomas Nauerth


    --

    apl. Prof. Dr. theol. Thomas Nauerth


    Institut für Katholische Theologie

    Universität Osnabrück

    tnauerth@uni-osnabrueck.de


    www.friedenstheologie.de

    www.bibelunddidaktik.uni-osnabrueck.de/


    Aktuelle Veröffentlichungen:

    - Auswege aus dem Mythos erlösender Gewalt. In: Heise, Joachim / Junginger, Horst (Hg.), Religion und Sozialismus. Feuer und Wasser? (Schriftenreihe des Berliner Institutes f. vergleichende Staat-Kirche-Forschung 33), Berlin 2023, 239-258.

    - "Friede ist der Name Gottes". Frieden als leitende Perspektive und Aufgabe der Religionspädagogik.(Monographie,online unter https://independent.academia.edu/ThomasNauerth)


    וְאֹהֵ֣ב חָמָ֑ס שָֽׂנְאָ֥ה נַפְשֽׁוֹ


    "Ich denke an all die Grausamkeit, an all die unschuldigen Menschen, die für den Wahnsinn bezahlen, den Wahnsinn auf allen Seiten, denn der Krieg ist ein Wahnsinn, und im Krieg kann keiner sagen: „Nein, ich bin nicht wahnsinnig.“ Der Wahnsinn des Krieges. (…) Die Unschuldigen bezahlen den Krieg, die Unschuldigen! Denken wir an diese Wirklichkeit und sagen wir zueinander: Der Krieg ist ein Wahnsinn. Und jene, die am Krieg und am Waffenhandel verdienen, sind Verbrecher, die die Menschheit töten. (Papst Franziskus, Generalaudienz, 24. August 2022)


    »Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird,hierauf  die  Erwartung,  dass  es  dem  anderen  schlechter  gehen wird,  dann  die  Genugtuung,  dass  es  dem  anderen  auch  nicht besser  geht, und  hiernach  die  Überraschung,  dass  es  beiden schlechter geht.« (Karl Kraus)


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Militärputsch in Niger: Es gibt mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Wagner-Niger-Washington… Was ist die Verbindung?

    globalresearch.ca, vom 30. August 2023, Von Peter König


    Region:

    Thema:


    Einführung

    Zuletzt kam es in Westafrika zu mehreren Militärputschen. Meistens in ehemaligen französischen Kolonien und in vielerlei Hinsicht „Neokolonien“ Frankreichs, die den Sahel-Ländern wohl mehr Schaden zufügen als die mehr als 300 Jahre dauernden französischen Kolonien „vor Ort“ oder die Versklavung. Dieses letztere Verbrechen ist jedoch keineswegs von der Hand zu weisen. Es handelte sich um einen Völkermord in ganz Afrika unvorstellbaren Ausmaßes, der bisher ungestraft blieb.


    Aber das neue Verbrechen, die finanzielle und militärisch-strategische, wirtschaftspolitische Kolonisierung, muss jetzt in den Vordergrund gerückt werden.


    Zu den Putschländern zählen Mali, Guinea, Burkina Faso, Niger, aber auch Nigeria – eine ehemalige britische Kolonie.


    Von all diesen „Putschen“ erhält Niger mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit und scheint im Zentrum der Kontroverse zu stehen.


    Zunächst sah es so aus, als hätte das Militär einen Putsch inszeniert, um den frankreichfreundlichen Präsidenten Mohamed Bazoum (Bild rechts mit Präsident Macron) aus dem Weg zu räumen und sich von der französischen Währungshegemonie, dem Franc CFA (Communauté Financière Africaine, kurz: Communauté Financière Africaine, dt Afrikanische Finanzgemeinschaft). Siehe auch dies  und das .

    Bei näherem Nachdenken ergab sich jedoch ein anderes Bild, insbesondere nach dem persönlichen Besuch von Madame Victoria Nuland, stellvertretende US-Außenministerin (7. August 2023), in Niamey, Niger, wo ihr angeblich der Zugang zum gestürzten Präsidenten verweigert wurde und sie offenbar brüskiert wurde der neue Militärführer, General Abdourahmane Tchiani.


    Letzteres ist wenig plausibel, stellt aber einmal mehr einen „Mediencoup“ gegen die Wahrheit dar. Es tauchen immer mehr Beweise dafür auf, dass der Putsch in Niger von den USA unterstützt wurde. Washington verfügt über zwei Militärstützpunkte in Niger und mindestens 3.000 bis 4.000 Militärangehörige sind in Niger stationiert.


    Einer der US-Stützpunkte ist ein strategisch wichtiger Drohnenstützpunkt in der Region Agadez, bekannt als Niger Air Base 201 . Nach seinem permanenten Stützpunkt in Dschibuti ist der Niger Air Base 201 (Bild links) der zweitgrößte US-Stützpunkt in Afrika. Sehen Sie sich das an .  

    Der Luftwaffenstützpunkt 201 gehört dem nigerianischen Militär und wurde von den Vereinigten Staaten gebaut und finanziert. Es wird vom US-Militär als Drohnenbasis betrieben.


    Frankreich hat immer noch mindestens 1.500 Soldaten in Niger stationiert. Und das, obwohl der französische Präsident Macron versprochen hatte, sie zurückzuziehen, sobald General Tchiani ihn dazu „aufgefordert“ hätte. Jetzt muss alles in Frage gestellt werden. Hat Tchiani tatsächlich einen Abzug der französischen Truppen gefordert?

    Was (fast) sicher erscheint, ist, dass die USA den Militärputsch unterstützten, wenn nicht sogar General Tchiani – der als Chef der  nigerianischen  Präsidentengarde  (2011–2023) fungierte – bei der militärischen Machtübernahme unterstützten. Siehe auch diese wichtige Analyse von Professor Chossudovsky.

    Die USA stecken in einem Dilemma mit Niger. Scott Ritter


    Was auf dem Spiel steht?

    Der gestürzte Präsident Mohamed Bazoum hatte Macrons Unterstützung, nicht nur, weil er Frankreichs schamlose Ausbeutung Nigers durch den CFA-Franc zuließ (weitere Einzelheiten finden Sie hier) , sondern auch, weil Frankreich Nigers reichhaltiges Uran und hochreines Benzin ausbeutet – und Zugang zu Nigers hat andere mineralische Reichtümer. Siehe dies  und das ).

    Außerdem, und vielleicht am wichtigsten, ist Niger ein Binnenstaat der Sahelzone, strategisch günstig im Zentrum Nordafrikas gelegen, zwischen Algerien, Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria, Tschad und Libyen (siehe Karte).


    Die Kontrolle über Niger (25 Millionen Einwohner) zu haben, ist in gewisser Weise so, als hätte man die Kontrolle über den Kosovo, das von den USA und der NATO künstlich angelegte Stück Land in der Mitte Serbiens (mit der größten US-Militärbasis in Europa). des ehemaligen Jugoslawiens, das 1999 von Präsident Clinton in Schutt und Asche gelegt wurde, um das Gebiet zu teilen und zu erobern – zu erobern.


    So könnte Niger werden, wenn die USA das Sagen haben. Washington will Frankreich nicht mehr einbeziehen. Die Kontrolle über Niger zu haben, ist so, als hätte man zumindest die Kontrolle über Nordwestafrika, ein ressourcenreiches, aber von extremer Armut geplagtes Gebiet – von dem Washington vermutet, dass es auch Russland und möglicherweise China interessieren könnte.


    Die Rolle der Wagner-Privatarmee 

    Es ist kein gut gehütetes Geheimnis, dass die private russische Wagner-Armee in diesem Teil Afrikas mit mehreren tausend Söldnern seit mindestens ein paar Jahren, vielleicht sogar länger, Fuß gefasst hat – im Tschad, in der Zentralafrikanischen Republik, in Mali, Burkina Faso, und vielleicht sogar Nigeria.


    Nehmen wir hypothetisch und rein spekulativ an, dass der Anführer der Wagner-Privatarmee, Jewgeni Prigoschin , der angeblich bei einem Flugzeugabsturz am 23. August 2023 zwischen Moskau und St. Petersburg ums Leben kam, noch lebt und nie in diesem Flugzeug war. Daher könnte er dem Absturz entkommen sein.


    Dies wurde allen offiziellen Nachrichten zufolge, auch vom Kreml (vor 2 Tagen), dementiert. Offenbar ergaben russische Untersuchungen mittels Gentests, dass Jewgeni Prigoschin bei dem Absturz ums Leben kam.


    Präsident Putin selbst hat bestätigt, dass die Überreste von Jewgeni Prigoschin einer DNA-Untersuchung unterzogen wurden, und bestätigte, dass er tot ist.


    OK, Prigozhin ist nicht mehr unter den Lebenden.


    Beispielsweise äußerte Dr. Joanna Szostek, Dozentin für  politische Kommunikation an der Universität Glasgow, einige Zweifel. Sie sagte: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir nie genau wissen werden, was passiert ist …“, wie hier zitiert .


    Gerüchten zufolge wurde Prigozhin nach dem Flugzeugunfall in der Zentralafrikanischen Republik gesehen, wo er sein Hauptquartier in Afrika hat und wo er ein Held ist.


    Es ist erwähnenswert, dass Prigozhin angeblich am 21. August 2023 ein Video aus Afrika gepostet hat. War das zwei Tage vor dem Flugzeugabsturz oder war es ein Video, das einem früheren Datum entsprach: 


    Sehen Sie sich das kürzlich von der Daily Mail veröffentlichte Video an

     


    Dennoch bleiben einige Zweifel bestehen, einer davon ist Prigoschins feste Angewohnheit, nicht mit seinen Spitzenleuten in das gleiche Flugzeug zu steigen, und zwar genau aus dem Grund eines mutwilligen oder versehentlichen Absturzes.


    Prigozhin war in den vergangenen Jahren schon einmal „getötet“ worden und tauchte wieder auf.


    Wer weiß, vielleicht ist dies sein endgültiger Tod.


    Siehe auch das Interview mit einem ehemaligen KGB-Agenten: 

    https://www.youtube.com/watch?v=E7LyfITOJVE 

    Nur um der Argumentation willen: Eine russische Söldnerarmee im nördlichen Zentralafrika, die möglicherweise immer noch für Russland kämpft, wäre für Madame Nuland und ihre hegemonialen Leute in Washington höchst unangenehm, wenn auch sehr unwahrscheinlich. 

    Oder ist es möglich, dass Wagner von Washington gekauft wird? Schließlich sind Söldner Mörder für Geld.


    Was tun dagegen? 

    Der Versuch der USA besteht darin, sicherzustellen, dass Niger, das Land der Strategie, ein Mitglied der von den USA/NATO und Frankreich unterstützten ECOWAS, nicht aus der „Unabhängigkeit“ vor etwa 60 Jahren in die Freiheit abrutscht.


    Kurz nach dem Militärputsch in Niger warnte Putin davor, sich in die inneren Angelegenheiten Nigers einzumischen. Er bezog sich genau auf die ECOWAS, die vor einer militärischen Intervention der ECOWAS „gewarnt“ hatte, wenn der mit den Franzosen verbündete abgesetzte Präsident Bazoum nicht sofort wieder die Präsidentschaft übernehmen würde. Im Nachhinein und nach dem, was wir jetzt wissen, war auch die ECOWAS-Warnung eine durch „Planung“ in den Medien hergestellte Unwahrheit.


    ECOWAS ist die Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten.  Sie ist eine von acht regionalen politischen und wirtschaftlichen Gewerkschaften Afrikas . ECOWAS hat 15 Mitgliedsländer in Zentral- und Westafrika. Aber die ECOWAS ist innerlich gespalten. Ohne die Unterstützung der USA/NATO und Frankreichs könnte es auseinanderfallen. Daher hat eine Warnung der ECOWAS nur dann Bedeutung, wenn zuvor eine „Vereinbarung“ erzielt wurde.

    Der Conseil National pour la Sauvegarde de la Patrie (CNSP), grob übersetzt „Nationale Bewegung zur Verteidigung des Heimatlandes“, unter der Leitung von General Tchiani der Militärjunta, wird vom Pentagon unterstützt  . Mindestens fünf Mitglieder des Militärputsches (26. Juli 2023) erhielten ihre militärische Ausbildung in den USA 

    Dies bedeutet, dass die USA in Niger und durch Verbindungen in Zentral- und Westafrika gut etabliert sind – und sie diese äußerst strategische – und ressourcenreiche – afrikanische Position nicht verlieren wollen; nicht an die Franzosen, nicht an die Russen – und nicht an China.

    Aber dann gibt es immer noch den unbestätigten Verdacht, dass eine Söldnerarmee in Westafrika umherstreift – und wer weiß – nur für den Fall –, was ihre Pläne sein könnten und für wen sie kämpfen könnten.

    *

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    Peter Koenig  ist ein geopolitischer Analyst und ehemaliger leitender Ökonom bei der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo er über 30 Jahre lang weltweit tätig war. Er lehrt an Universitäten in den USA, Europa und Südamerika. Er schreibt regelmäßig für Online-Zeitschriften und ist Autor von „  Implosion – An Economic Thriller about War, Environmental Destruction and Corporate Greed“; und  Co-Autorin von Cynthia McKinneys Buch „When China Sneezes: From the Coronavirus Lockdown to the Global Politico-Economic Crisis“ (Clarity Press – 1. November 2020).Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG). Er ist außerdem nicht ansässiger Senior Fellow des Chongyang-Instituts der Renmin-Universität in Peking.

    Die Originalquelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Peter Koenig , Global Research, 2023


    Info:  https://www.globalresearch.ca/wagner-niger-washington-what-connection/5830635


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    „Hunger als Waffe“: Baerbocks gehässige Zwecklüge

    Bildquelle: stock.adobe.com/BillionPhotos.com


    publikumskonferenz.de, 31. August 2023 by Maren Müller, Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

    Hysterischer Russenhass zerfrisst das letzte bisschen Restverstand / Selbsttäuschung über die tödlichen EU-Sanktionen


    Der öffentlich-rechtliche „Verblödungs“-Journalismus scheut sich schon lange nicht mehr, bei Mangel an stichhaltigen Argumenten lückenfüllenden Schaum zu schlagen. Begründungsarmes Politiker-Gewäsch kriegt sofort eine knallige Verpackung, damit es sich „verkauft.“  Gegenwärtig versuchen unsere Medienschaffenden, mit dem verbalen Dreschflegel „Putin setzt Hunger als Waffe ein“ den Verstand ihres Publikums flachzukloppen. Spätestens, seit sogar Außenministerin Baerbock den Quatsch fehlerfrei nachplappern kann, ist er zum geflügelten Wort in der ohnehin niederträchtigen Ukraine-Kriegsberichterstattung geworden. Den chinesischen Sinnspruch „Wer in die Luft spuckt, kriegt’s wieder ins Gesicht“, muss unsere bildungsfreie Chefdiplomatin ja nicht unbedingt kennen. Aber den urdeutschen Rat, im Glashaus nicht mit Steinen zu werfen, sollte sie besser doch befolgen. Denn nicht Putin setzt den Hunger als Waffe ein, sondern Berlin und Brüssel. Mit tödlichem Erfolg. Zum Beispiel in Syrien. Und in Niger, wo sie Sanktionen nachdrücklich unterstützen, die eine Hungerkatastrophe verursachen werden.


    Baerbock hatte bereits im Juni vorigen Jahres auf einer internationalen Konferenz zur Ernährungssicherheit in Berlin behauptet, Russland nutze den Hunger in der Welt „ganz bewusst als Kriegswaffe“. Russland, so wörtlich, „nimmt die ganze Welt als Geisel“. 345 Millionen Menschen weltweit seien derzeit von Nahrungsmittelknappheit bedroht, die Hungerkrise baue sich „wie eine lebensbedrohliche Welle vor uns auf“. Aber erst Russlands Krieg habe „aus dieser Welle einen Tsunami gemacht“. (ebd.)


    Die plumpe Absicht ihrer Hassrede: Breitere Wählerschichten als nur die kriegsfreudigen NATO-oliv-Grünen emotional „auf Zinne“ bringen. Im Verlass auf das tiefsitzende Revanchebedürfnis wegen der Niederlage Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion und auf das „neue deutsche Selbstbewusstsein“. Auch eine gedankliche Verbindung zu den aktuell kräftig verteuerten Lebensmitteln lässt sich damit anregen. Zugleich könnte die Lüge (bei häufiger Wiederholung) Baerbocks fehlgeschlagene Sanktionspolitik – „Russland ruinieren“ – übertünchen. Deren negative Folgen bekommen wir derzeit ja selbst nachhaltig zu spüren.


    Der Kampf gegen Hunger und Elend in der Welt ist überdies durchaus keine Herzensangelegenheit unserer regierenden Schmuckstücke. Beim erwähnten Anlass erklärte Baerbock denn auch: „Die Konferenz ist keine Geberkonferenz, es geht nicht nur ums Geld.“ Vielmehr müssten sich die ärmeren Länder besser gegen Krisen wappnen. Soll heißen: „Helft euch selbst, dann hilft euch Gott“. Deutschland gibt sein Geld – inzwischen mehr als 22 Milliarden Euro – lieber für Waffenlieferungen an die Ukraine und als Schmiermittel für dortige Politkriminelle und Oligarchen aus. Dabei wären nur 14 Milliarden Dollar jährlich nötig, um den Hunger endgültig – weltweit – zu besiegen. Merke: Moral ist, wenn es trotzdem kracht.


    Ohne Sinn und Verstand

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber bringt den volksverhetzenden Schmarren „Russland setzt den Hunger als Kriegswaffe ein“ unkommentiert, gleichgeschaltet und sprachgeregelt immer wieder unters dafür zahlende Volk. Er bestätigt sich damit als Lautsprecheranlage des Berliner Regimes und dessen Washingtoner Vorgesetzten. Angesichts des moralisierenden Entrüstungs-Glibbers, den unsere journalistischen Hofschranzen über die Schreibtische in Hamburg (ARD-aktuell), Mainz (ZDF-heute) und Köln (DRadio, DW) gegen satte Rundfunkgebühr an die Kundschaft weiterreichen, wird es zunehmend schwieriger, Immanuel Kants Aufforderung zu beherzigen: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.

    Probieren wir‘s bitte mal mit folgender Überlegung: Keines der direkt oder indirekt am Ukraine-Krieg teilnehmenden Länder ist wegen verhinderter ukrainischer Getreidelieferungen vom Hunger bedroht. Der Vorwurf „Hunger als Waffe im Krieg“ trifft somit schon formal nicht. Und, gegen Russland gerichtet, den Falschen: Hungersnot droht zwar einigen Ländern des globalen Südens, allerdings überwiegend jenen, die Russland als Partner betrachtet und als diplomatisch Verbündete zu gewinnen sucht. Präsident Putin hat die Welt denn auch wissen lassen, dass er den ärmsten Ländern Afrikas kostenlos Getreide senden wird. Zugleich erklärte er, Russland könne eventuell ausfallende ukrainische Getreidelieferungen auf dem Weltmarkt ersetzen.


    Der globale Getreidemarkt funktioniert eben nicht so eindimensional, wie das Schlagwort „Hunger als Waffe“ glauben machen soll. Der Markt reagiert auf zahlreiche Impulse, nicht nur solche aus dem politischen Raum. Ein möglicher Versorgungsengpass – mit schweren Folgen für einige Empfängerländer Afrikas – hätte jedoch zwei Hauptverursacher, und auf beide hat Russland nicht den geringsten Einfluss. Umgekehrt wird dagegen ein Schuh draus:

    Die marktbeherrschenden globalen Getreidehändler.


    Sie wollen ihre Geschäfte in und mit der Russischen Föderation drastisch zurückfahren. Einer Statista-Prognose zufolge soll Russland bei den Weizenexporten in der kommenden Saison 2023/24 zwar an erster Stelle bleiben, jedoch an Getreide insgesamt fast ein Viertel weniger als heuer ausführen. Die internationalen Agrarhändler Cargill, Louis Dreyfus und Viterra haben bereits zum Juli dieses Jahres ihren Getreideexport aus Russland eingestellt. Ihr Anteil am russischen Getreideexport wird auf 16 Prozent geschätzt. Dass sie mit ihrem Rückzug globale Versorgungsengpässe erzeugen und Getreidepreise auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben können, versteht sich von selbst.

    USA und EU, Initiatoren der völkerrechtswidrigen Sanktionen.


    Auch die sollen Russlands Getreideexport soweit möglich blocken. Einer der dazu eingesetzten Hebel ist, Russland aus dem vom Westen dominierten Kommunikationssystem SWIFT für den internationalen Zahlungsverkehr auszuschließen, „um den Kreml von der Weltwirtschaft abzuschneiden“.  Davon betroffen ist auch Russlands staatliche Landwirtschaftsbank. Sie kann den Zahlungsverkehr für den russischen Getreideexport nicht mehr abwickeln.


    Nutznießer und Mondgucker

    Am Rande sei noch vermerkt: Während des inzwischen „toten“ Schwarzmeer-Abkommens verließen tatsächlich nur 725 000 Tonnen Weizen die ukrainischen Häfen in Richtung der am stärksten vom Hunger bedrohten Länder Äthiopien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Kenia und Dschibuti. Ein Klacks, mehr nicht.  Insgesamt erreichten gerade mal 2,5 Prozent des ukrainischen Getreideexports die wirklich notleidenden Länder.


    Sogar die Tagesschau meldete: „44 Prozent (des ukrainischen Getreideexports) gingen an reiche Länder, 3 Prozent an arme Länder.“ Den Löwenanteil am Getreide aus der Ukraine sicherten sich Spanien, China und die Türkei. Mit einigem Abstand folgten Italien und die Niederlande. Gegen den ukrainischen Getreideexport opponierten jedoch etliche andere EU-Länder, weil er ihre nationalen Märkte unter Druck setze. Bis heute herrscht in der EU heftiger Zoff über ein deshalb verfügtes Importverbot.


    Weltweit werden jährlich allein rund 800 Millionen Tonnen Weizen produziert. Etwas mehr als 190 Millionen Tonnen gehen in den Export. Die fünf größten Anbieter waren zuletzt Russland, die EU, Australien, Kanada und die USA. Erst auf dem sechsten Platz folgte die Ukraine. Ihr Anteil am Weltmarkt lag bei 8 Prozent. Dem Regime in Kiew ist künftig zwar der Getreideexport per Schiff übers Schwarze Meer verwehrt, es bleibt ihm aber noch die Ausfuhr über Land. Der partielle Exportausfall ist für die Ukraine schmerzlich, sein Anteil am Weltmarkt jedoch viel zu klein, als dass er dort Versorgungsengpässe erzeugen und in einigen Ländern gar Hungersnöte herbeiführen könnte. Andere Exportländer treten an die Stelle der Ukraine.


    Getreidepreistreiber

    Indien zum Beispiel. Der zweitgrößte Weizenproduzent weltweit, wollte eigentlich von der Knappheit profitieren und wäre nur allzu gerne als Ersatzlieferant eingesprungen. Premier Modi hatte im vorigen Jahr versprochen, eine mögliche Versorgungslücke zu füllen. Schon bald verfügte er stattdessen jedoch ein Exportverbot, um den sprunghaften Preisauftrieb im eigenen Land zu stoppen. Drohende Ernteausfälle wegen einer Hitzewelle hatten die Kehrtwende erzwungen. Modis Absage ließ den Weizenpreis prompt sprunghaft ansteigen.

    Andere Getreideexporteure trugen ebenfalls dazu bei, die aktuellen Preise hoch zu halten. In den USA trat dabei ein Neidmotiv zutage. 28 Mitglieder des US-Kongresses hatten in einem Brief geklagt: „Amerikanische Rohstoffproduzenten sind gegenüber ihren Konkurrenten klar im Nachteil, vor allem aus Indien, wo die Regierung mehr als die Hälfte des Produktionswertes für Reis und Weizen subventioniert, anstatt der 10 Prozent, die erlaubt sind nach den Regeln der Welt-Handelsorganisation (WTO).“ Natürlich reagierten die Getreidebörsen auf diesen Protest.


    Den G7-Agrarministern passte die indische Subventionspolitik ebenfalls nicht, nur begründeten sie ihre Ablehnung anders. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, bis zum Kragen abgefüllt mit Selbstüberschätzung: „Wir haben alle miteinander, gerade die großen Exportnationen, auch eine Verantwortung für den Rest der Welt“, nölte er mit Blick nach Neu-Delhi. „Ich sehe das sehr kritisch“. Tatsächlich galt seine „Sorge“ wohl bloß den deutschen Verbraucherpreisen, er ist schließlich auch für das Ressort Ernährung zuständig. Gardinenpredigten, adressiert an Abwesende, dienen seiner Sorte Politiker bevorzugt als risikoloser Ersatz für fehlende eigene Handlungsbereitschaft.


    Strich drunter. Das Profitinteresse hat im Kapitalismus immer Vorrang, auch angesichts möglicher Hungersnöte.


    Man sollte meinen, dass sich angesichts der Faktenlage jeder lächerlich macht, der da behauptet, Russland setze den „Hunger als Waffe“ ein. Doch die Baerböcke unserer Tage sind nicht nur aggressiv, sondern auch erkenntnisresistent. Zur reuigen Einsicht, Russland genötigt zu haben, das Getreideabkommen für die Ukraine auslaufen zu lassen, reicht es einfach nicht. Dass Putin versprach, kostenloses Getreide nach Afrika zu liefern, verstärkte noch ihre Abneigung, denn es ließ sie in den Augen der Welt alt aussehen.


    Es meckerten vor allem die penetrant russophoben Deutschen: Bundesentwicklungsministerin Schulze sagte dem Evangelischen Pressedienst, „Präsident Putin habe schon zu oft sein Wort gebrochen und wäre jederzeit wieder in der Lage, Weizen als Waffe zu benutzen“. Berliner Spitzenpolitiker legen Wert darauf, intellektuell auf Augenhöhe mit einem Briefkastenschlitz zu bleiben.


    Räuberisches, mörderisches US-Regime

    Verdrängt und vergessen ist, wie Westliche-Werte-Krieger nach ihren militärischen Niederlagen rachsüchtig mit dem „Hunger als Waffe“ umzugehen pflegen. Die US-Amerikaner nahmen erst jüngst, nach ihrem Rauswurf aus Afghanistan, dessen hungernde Bevölkerung in Kollektivhaft. Sie froren 6,1 Milliarden Euro auf den afghanischen Auslandskonten ein und schlossen Kabul aus dem SWIFT-Bankenzahlungssystem aus. Damit konnte die Taliban-Regierung keine Gehälter mehr auszahlen, keine Medikamente und Lebensmittel mehr importieren. Die Hungersnot – jeder dritte Afghane ist unterernährt – treibt mittlerweile hunderttausende Afghanen zur Flucht.


    Knapp die Hälfte des afghanischen Geldes, 3,5 Milliarden Dollar, ließ US-Präsident Biden inzwischen beschlagnahmen, um damit seine Landsleute, „die Opfer des Anschlags vom 11. September zu entschädigen“. Mit diesem Terrorakt hatte Afghanistan zwar nichts zu tun, die Attentäter waren Araber. Aber was schert das schon kriminelle wertewestliche Regimes wie das der USA und ihrer Vasallen.


    Ähnlich schlimm wie in Afghanistan ergeht es den Menschen in Syrien. Dort leidet statistisch jeder Zweite an Hunger. Zufolge der EU-Sanktionen kann sich das Land weder ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen, noch lebenswichtige Medikamente und andere Bedarfsgüter beschaffen. Sein Öl, den Reichtum des Landes, beuten zurzeit die USA aus. Sie haben die Förderanlagen im Nordosten besetzt, organisieren den Raub und illegalen Transport in den Irak und beteiligen eine kurdische Clan-Elite an den Verkaufserlösen.


    Hungermacher

    Syrien war ja einst eine Kornkammer des Nahen Ostens. Jetzt plündern die USA die Getreideernte und schmuggeln das Raubgut über die Grenze nach Irak. Es schert sie nicht im Geringsten, dass sie damit das Überleben ungezählter syrischer Kinder opfern. Bei Gelegenheit völkerrechtswidriger und kriegsverbrecherischer US-Bombardements auf die zivile syrische Infrastruktur geht auch schon mal ein Getreidespeicher in Trümmer, und das lebenswichtige Gut in Flammen auf.


    Unserem staatstragenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Syriens Elend trotzdem schon lange kaum noch eine Nachricht wert. Dabei könnte man die US-amerikanische Besatzerbande wie die verantwortlichen EU-Sanktionäre mit Grund beschuldigen, den „Hunger als Waffe“ einzusetzen. Die Politik Washingtons: Die syrische Bevölkerung so lange darben lassen, bis sie revoltiert und ihren Präsidenten Assad stürzt. Dazu spendet die Mischpoke von deutschen Staats- und Konzernjournalisten gemeinsam mit den Berliner regelbasierten Ordnungskünstlern Beifall.


    Werfen wir noch einen Blick auf die vertragsrechtliche Konstruktion des Abkommens über ukrainische Getreideexporte via Schwarzes Meer.


    Im Prinzip handelt es sich nicht um einen üblichen Vertrag mit bindender Wirkung für alle Parteien. Russland hatte vielmehr ein separates Abkommen nur mit der Türkei und mit den Vereinten Nationen unterzeichnet. Getrennt davon hatte sich auch die Ukraine mit der Türkei und den UN vereinbart. Darüber hinaus schloss Russland ein Abkommen mit den Vereinten Nationen zur Sicherstellung eines ungehinderten Exports russischer Agrarprodukte und Düngemittel. Die UN sollten darauf hinwirken, dass der Export dieser Warengruppe nicht mehr infolge der westlichen Russland-Sanktionen beeinträchtigt wird.


    Es liegt auf der Hand, dass der Erfolg des Bündels von Abkommen nicht von Vertragstiteln abhing, sondern vom guten Willen aller Beteiligten. Den ließ der Westen aber schmerzlich vermissen. Das Bemühen der UNO, russische Getreide- und Düngemittelausfuhren zu erleichtern, hatte keinen Erfolg. UN-Generalsekretär Guterres und sein Plenum sind gegenüber den Regierungen der USA und der EU nicht nur machtlos, sie müssen ihnen gegebenenfalls sogar Folge leisten.


    Profit schlägt Großmut

    Als Präsident Putin sich Mitte September vorigen Jahres bereiterklärte, rund 300.000 Tonnen russischer Düngemittel, die aufgrund von Sanktionen in europäischen Häfen festsitzen, kostenlos an die Entwicklungsländer zu liefern, zeigten ihm unsere „Wertewestler“ sogleich den Stinkefinger. Der Dünger, für Russland ohnehin nur noch ein Kostenfaktor, hätte mutmaßlich die Preise der transatlantischen Konkurrenz gedrückt und deren Profit geschmälert. Düngemittel und Weizen sind zwar von den Sanktionen ausgenommen, unterfallen aber schweren Nebenwirkungen der gesamten Sanktionspolitik: Hemmnissen beim Transport und bei der Bezahlung beispielsweise, wie beim schon genannten SWIFT-Ausschluss.

    Darüber erfuhr man so gut wie nichts in den Mainstream-Medien, auch nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst, als das Abkommen im Juli 2023 nicht erneuert wurde, kamen die deutschen „Hunger-als-Waffe“-Experten wieder aus ihren Löchern. An der Spitze der Propaganda-Front: die Grünen. Cem Özdemir: Putin nehme „die Ärmsten der Armen auf dieser Welt in Geiselhaft für seine grauenhafte Kriegstreiberei“.


    Norbert Röttgen, „das eifrigste Masseteilchen des Atlantizismus in der deutschen Politik“, setzte noch eins drauf: „Putin nimmt die hungernden Menschen in Afrika als Geisel, um vom Westen ein politisches Lösegeld zu erpressen. Darum geht es bei der Blockade des Getreideabkommens. Es wiederholt sich die Erpressung, die er schon letztes Jahr unternommen hat.“

    Die Qualitätströten der ARD-aktuell bereichern das misstönende Konzert mit maßloser und faktenwidriger Übertreibung. Bei dem Getreideabkommen handele es sich um eine „für die weltweite Nahrungsmittelversorgung bedeutende Vereinbarung.“ Dazu passte die tagesschau-typische Falschinformation, die Ukraine habe „mehr als 38 Millionen Tonnen Getreide exportiert, vor allem in ärmere Länder“. Die ARD-aktuell-Nieten widersprechen sich damit auch noch selbst.


    Kapitalistisches Profitstreben ist ein wesentlicher Verursacher von Hungersnöten im globalen Süden. Hunger herrscht, weil der Getreidepreis der Börsenspekulation unterliegt. Unseren Regierenden ist es jedoch bei Strafe ihres Amtsverlustes – gegebenenfalls sogar ihres Lebens – verwehrt, den Börsenhandel mit Nahrungsmitteln zu verbieten. Nicht politische Macht zählt hier, sondern die Macht der Geldelite. Westliche Politiker dürfen nur mit der heuchlerischen Bezichtigung „… Putin setzt den Hunger als Waffe ein!“ auf den Widersacher losgehen.


    Zu guter Letzt: Der SWIFT-Ausschluss Russlands, des weltweit bedeutendsten Getreideexporteurs, und andere seinen Handel beeinträchtigenden Sanktionen sind lange vor dem 24. Februar 2022 abgekartet worden. Maulheld Olaf Scholz: „Über Monate hinweg haben wir die Sanktionen bis ins kleinste Detail vorbereitet, damit sie die Richtigen treffen, damit sie wirken“, tönte er im März 2022 vor dem Bundestag in Berlin. Getroffen werden jetzt aber nicht nur russische, sondern auch ukrainische Bauern. Wer sind nun „die Richtigen“? Uns‘ Olaf hätte besser den Verstand als „Waffe“ eingesetzt. Soweit verfügbar – und soweit er sich „erinnern“ kann…

     

    Qellen:

    https://www.cashkurs.com/beitrag/peter-scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/

    https://www.zlv.lu/db/1/1426659343784/0

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9331

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/lebensmittel-baerbock-101.html

    https://www.fb03.uni-frankfurt.de/48138951/Jäger_Oppermann_final.pdf

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/putin-lawrow-eu-sanktionen-101.html

    https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/krieg-in-der-ukraine/deutschland-hilft-der-ukraine-2160274

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/was-kostet-eine-welt-ohne-hunger-li.111170

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/baerbock-hunger-waffe-ukraine-krieg-russland-100.html

    https://de.statista.com/infografik/27172/anteil-von-russland-und-der-ukraine-an-den-importen-von-weizen-in-entwicklungslaendern/

    https://www.welt.de/politik/ausland/article246608412/Afrika-Gipfel-Putin-verspricht-kostenlose-Getreidelieferungen-nach-Afrika.html

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/getreide-odessa-putin-ukraine-krieg-russland-100.html

    https://www.netzwerk-lernen.de/Handel-mit-Getreide-Welche-Faktoren-bestimmen-den-Weltmarkt

    https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2023/heft/13/beitrag/getreidehandel-und-exportbeschraenkungen-waehrend-des-ukrainekriegs.html

    https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/russland-versucht-getreide-weltmarkt-bringen-609945

    https://de.euronews.com/my-europe/2022/08/04/russische-banken-von-swift-ausgeschlossen-gibt-es-fur-sie-alternativen

    https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/ukrainian-grain-exports-explained/

    https://www.telesurenglish.net/news/Russia-Sees-No-Reason-to-Prolong-Brack-Sea-Grain-Deal-20230630-0010.html

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/getreideabkommen-ukraine-russland-faq-104.html

    https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/geht-getreide-ukraine-fuenf-laender-kaufen-60-prozent-602022

    https://de.euronews.com/my-europe/2023/07/25/osteuropaische-lander-drangen-auf-verlangerung-der-verbote-fur-ukrainisches-getreide

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-getreideexporte-eu-agarminister-100.html

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1293852/umfrage/groesste-weizenexporteure-weltweit-marktanteil/

    https://www.indienaktuell.de/agrar-food/indien-kuendigt-eine-aenderung-in-der-ausfuhrpolitik-fuer-weizen-an-705775

    http://web.archive.org/web/20220515174717/https://www.sueddeutsche.de/politik/ernaehrungslage-indien-weizen-ukrainekrieg-1.5585031

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/indien-weizen-export-101.html

    https://www.welt.de/wirtschaft/article238783529/Weizenpreis-steigt-wegen-Indiens-Exportstopp-auf-neuen-Rekord.html

    https://www.welt.de/politik/ausland/article238755555/Agrarminister-G-7-gegen-Exportstopp-von-Nahrungsmitteln-Oezdemir-mahnt-Indien-und-Indonesien.html

    https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-russland-tuerkei-uno-getreide-abkommen-getreideabkommen-100.html

    https://www.dw.com/de/usa-beschlagnahmen-sieben-milliarden-dollar-von-afghanischer-zentralbank/a-60750427

    https://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/flucht-und-migration/fluchtursachen/fluchtursachen-afghanistan

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/afghanistan-ukraine-doppelmoral-100.html

    https://www.berliner-zeitung.de/open-source/politik-ausland-krieg-wie-westliche-sanktionen-zur-verarmung-der-syrischen-bevoelkerung-beitragen-li.337236

    https://www.zerohedge.com/geopolitical/rare-uprising-against-us-backed-forces-syria-leaves-many-killed

    https://www.savethechildren.de/news/hunger-in-syrien-millionen-kihttps://linkezeitung.de/2021/07/08/syrien-usa-stehlen-getreide-und-oel-bauen-militaerbasen-auf-tuerkei-mitschuldig-an-kriegsverbrechen/nder-bedroht/

    https://www.wsws.org/de/articles/2023/03/26/mfbz-m26.html

    https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarpolitik/usa-weisen-russlands-forderung-nach-aufhebung-von-sanktionen-zurueck_article1653643415.html

    https://www.ullstein.de/werke/ami-go-home/hardcover/9783430210287 (S. 197)

    https://www.tagesschau.de/archiv/sendungen?datum=2023-07-17

    https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/ts-58852.html

    https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/getreidepreise-weizenpreise-steigen-steil-naechste-rallye-beginnt-585383

    https://augenaufmedienanalyse.de/2022/03/26/scholz-sanktionen-lange-geplant/

     

    Anmerkung der Autoren:

    Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog


    Info: https://publikumskonferenz.de/blog/hunger-als-waffe-baerbocks-gehaessige-zweckluege/#more-8475




    Weiteres:




    „Hunger als Waffe“: Baerbocks gehässige Zwecklüge


    seniora.org, 31. August 2023, Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam 31.08.2023

    Hysterischer Russenhass zerfrisst das letzte bisschen Restverstand / Selbsttäuschung über die tödlichen EU-Sanktionen


    Der öffentlich-rechtliche „Verblödungs“-Journalismus[1] scheut sich schon lange nicht mehr, bei Mangel an stichhaltigen Argumenten lückenfüllenden Schaum zu schlagen. Begründungsarmes Politiker-Gewäsch kriegt sofort eine knallige Verpackung, damit es sich „verkauft.“  Gegenwärtig versuchen unsere Medienschaffenden, mit dem verbalen Dreschflegel „Putin setzt Hunger als Waffe ein“ den Verstand ihres Publikums flachzukloppen. Spätestens, seit sogar Außenministerin Baerbock den Quatsch fehlerfrei nachplappern kann, ist er zum geflügelten Wort in der ohnehin niederträchtigen Ukraine-Kriegsberichterstattung geworden. Den chinesischen Sinnspruch „Wer in die Luft spuckt, kriegt’s wieder ins Gesicht“, muss unsere bildungsfreie Chefdiplomatin ja nicht unbedingt kennen. Aber den urdeutschen Rat, im Glashaus nicht mit Steinen zu werfen, sollte sie besser doch befolgen. Denn nicht Putin setzt den Hunger als Waffe ein, sondern Berlin und Brüssel. Mit tödlichem Erfolg. Zum Beispiel in Syrien.[2] Und in Niger, wo sie Sanktionen nachdrücklich unterstützen, die eine Hungerkatastrophe verursachen werden.[3]


    Baerbock hatte bereits im Juni vorigen Jahres auf einer internationalen Konferenz zur Ernährungssicherheit in Berlin behauptet, Russland nutze den Hunger in der Welt „ganz bewusst als Kriegswaffe“. Russland, so wörtlich, „nimmt die ganze Welt als Geisel“.[4] 345 Millionen Menschen weltweit seien derzeit von Nahrungsmittelknappheit bedroht, die Hungerkrise baue sich „wie eine lebensbedrohliche Welle vor uns auf“. Aber erst Russlands Krieg habe „aus dieser Welle einen Tsunami gemacht“. (ebd.)


    Die plumpe Absicht ihrer Hassrede: Breitere Wählerschichten als nur die kriegsfreudigen NATO-oliv-Grünen emotional „auf Zinne“ bringen. Im Verlass auf das tiefsitzende Revanchebedürfnis wegen der Niederlage Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion und auf das „neue deutsche Selbstbewusstsein“.[5] Auch eine gedankliche Verbindung zu den aktuell kräftig verteuerten Lebensmitteln lässt sich damit anregen. Zugleich könnte die Lüge (bei häufiger Wiederholung) Baerbocks fehlgeschlagene Sanktionspolitik   – „Russland ruinieren“[6]   – übertünchen. Deren negative Folgen bekommen wir derzeit ja selbst nachhaltig zu spüren.


    Der Kampf gegen Hunger und Elend in der Welt ist überdies durchaus keine Herzensangelegenheit unserer regierenden Schmuckstücke. Beim erwähnten Anlass erklärte Baerbock denn auch: „Die Konferenz ist keine Geberkonferenz, es geht nicht nur ums Geld.“ Vielmehr müssten sich die ärmeren Länder besser gegen Krisen wappnen. Soll heißen: „Helft euch selbst, dann hilft euch Gott“. Deutschland gibt sein Geld   – inzwischen mehr als 22 Milliarden Euro[7]   – lieber für Waffenlieferungen an die Ukraine und als Schmiermittel für dortige Politkriminelle und Oligarchen aus. Dabei wären nur 14 Milliarden Dollar jährlich nötig, um den Hunger endgültig   – weltweit   – zu besiegen.[8] Merke: Moral ist, wenn es trotzdem kracht.


    Ohne Sinn und Verstand

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber bringt den volksverhetzenden Schmarren „Russland setzt den Hunger als Kriegswaffe ein“ unkommentiert, gleichgeschaltet und sprachgeregelt immer wieder unters dafür zahlende Volk.[9] Er bestätigt sich damit als Lautsprecheranlage des Berliner Regimes und dessen Washingtoner Vorgesetzten. Angesichts des moralisierenden Entrüstungs-Glibbers, den unsere journalistischen Hofschranzen über die Schreibtische in Hamburg (ARD-aktuell), Mainz (ZDF-heute) und Köln (DRadio, DW) gegen satte Rundfunkgebühr an die Kundschaft weiterreichen, wird es zunehmend schwieriger, Immanuel Kants Aufforderung zu beherzigen: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“[10].


    Probieren wir‘s bitte mal mit folgender Überlegung: Keines der direkt oder indirekt am Ukraine-Krieg teilnehmenden Länder ist wegen verhinderter ukrainischer Getreidelieferungen vom Hunger bedroht. Der Vorwurf „Hunger als Waffe im Krieg“ trifft somit schon formal nicht. Und, gegen Russland gerichtet, den Falschen: Hungersnot droht zwar einigen Ländern des globalen Südens[11], allerdings überwiegend jenen, die Russland als Partner betrachtet und als diplomatisch Verbündete zu gewinnen sucht. Präsident Putin hat die Welt denn auch wissen lassen, dass er den ärmsten Ländern Afrikas kostenlos Getreide senden wird.[12] Zugleich erklärte er, Russland könne eventuell ausfallende ukrainische Getreidelieferungen auf dem Weltmarkt ersetzen.[13]


    Der globale Getreidemarkt funktioniert eben nicht so eindimensional, wie das Schlagwort „Hunger als Waffe“ glauben machen soll. Der Markt reagiert auf zahlreiche Impulse[14], nicht nur solche aus dem politischen Raum.[15] Ein möglicher Versorgungsengpass   – mit schweren Folgen für einige Empfängerländer Afrikas   – hätte jedoch zwei Hauptverursacher, und auf beide hat Russland nicht den geringsten Einfluss. Umgekehrt wird dagegen ein Schuh draus:

    Die marktbeherrschenden globalen Getreidehändler.


    Sie wollen ihre Geschäfte in und mit der Russischen Föderation drastisch zurückfahren. Einer Statista-Prognose zufolge soll Russland bei den Weizenexporten in der kommenden Saison 2023/24 zwar an erster Stelle bleiben, jedoch an Getreide insgesamt fast ein Viertel weniger als heuer ausführen.[16] Die internationalen Agrarhändler Cargill, Louis Dreyfus und Viterra haben bereits zum Juli dieses Jahres ihren Getreideexport aus Russland eingestellt.[17] Ihr Anteil am russischen Getreideexport wird auf 16 Prozent geschätzt. Dass sie mit ihrem Rückzug globale Versorgungsengpässe erzeugen und Getreidepreise auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben können, versteht sich von selbst.


    USA und EU, Initiatoren der völkerrechtswidrigen Sanktionen.

    Auch die sollen Russlands Getreideexport soweit möglich blocken.[18] Einer der dazu eingesetzten Hebel ist, Russland aus dem vom Westen dominierten Kommunikationssystem SWIFT für den internationalen Zahlungsverkehr auszuschließen, „um den Kreml von der Weltwirtschaft abzuschneiden“.[19]  Davon betroffen ist auch Russlands staatliche Landwirtschaftsbank. Sie kann den Zahlungsverkehr für den russischen Getreideexport nicht mehr abwickeln.


    Nutznießer und Mondgucker

    Am Rande sei noch vermerkt: Während des inzwischen „toten“ Schwarzmeer-Abkommens verließen tatsächlich nur 725 000 Tonnen Weizen die ukrainischen Häfen in Richtung der am stärksten vom Hunger bedrohten Länder Äthiopien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Kenia und Dschibuti.[20] Ein Klacks, mehr nicht. Insgesamt erreichten gerade mal 2,5 Prozent des ukrainischen Getreideexports die wirklich notleidenden Länder.[21]


    Sogar die Tagesschau meldete: „44 Prozent (des ukrainischen Getreideexports) gingen an reiche Länder, 3 Prozent an arme Länder.“[22] Den Löwenanteil am Getreide aus der Ukraine sicherten sich Spanien, China und die Türkei. Mit einigem Abstand folgten Italien und die Niederlande.[23] Gegen den ukrainischen Getreideexport opponierten jedoch etliche andere EU-Länder[24], weil er ihre nationalen Märkte unter Druck setze. Bis heute herrscht in der EU heftiger Zoff über ein deshalb verfügtes Importverbot.[25]


    Weltweit werden jährlich allein rund 800 Millionen Tonnen Weizen produziert. Etwas mehr als 190 Millionen Tonnen gehen in den Export. Die fünf größten Anbieter waren zuletzt Russland, die EU, Australien, Kanada und die USA. Erst auf dem sechsten Platz folgte die Ukraine. Ihr Anteil am Weltmarkt lag bei 8 Prozent.[26] Dem Regime in Kiew ist künftig zwar der Getreideexport per Schiff übers Schwarze Meer verwehrt, es bleibt ihm aber noch die Ausfuhr über Land. Der partielle Exportausfall ist für die Ukraine schmerzlich, sein Anteil am Weltmarkt jedoch viel zu klein, als dass er dort Versorgungsengpässe erzeugen und in einigen Ländern gar Hungersnöte herbeiführen könnte. Andere Exportländer treten an die Stelle der Ukraine.


    Getreidepreistreiber

    Indien zum Beispiel. Der zweitgrößte Weizenproduzent weltweit [27], wollte eigentlich von der Knappheit profitieren[28] und wäre nur allzu gerne als Ersatzlieferant eingesprungen. Premier Modi hatte im vorigen Jahr versprochen, eine mögliche Versorgungslücke zu füllen. Schon bald verfügte er stattdessen jedoch ein Exportverbot, um den sprunghaften Preisauftrieb im eigenen Land zu stoppen.[29] Drohende Ernteausfälle wegen einer Hitzewelle hatten die Kehrtwende erzwungen. Modis Absage ließ den Weizenpreis prompt sprunghaft ansteigen.[30]


    Andere Getreideexporteure trugen ebenfalls dazu bei, die aktuellen Preise hoch zu halten. In den USA trat dabei ein Neidmotiv zutage. 28 Mitglieder des US-Kongresses hatten in einem Brief geklagt: „Amerikanische Rohstoffproduzenten sind gegenüber ihren Konkurrenten klar im Nachteil, vor allem aus Indien, wo die Regierung mehr als die Hälfte des Produktionswertes für Reis und Weizen subventioniert, anstatt der 10 Prozent, die erlaubt sind nach den Regeln der Welt-Handelsorganisation (WTO).“[31] Natürlich reagierten die Getreidebörsen auf diesen Protest.

    Den G7-Agrarministern passte die indische Subventionspolitik ebenfalls nicht, nur begründeten sie ihre Ablehnung anders. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, bis zum Kragen abgefüllt mit Selbstüberschätzung: „Wir haben alle miteinander, gerade die großen Exportnationen, auch eine Verantwortung für den Rest der Welt“, nölte er mit Blick nach Neu-Delhi. „Ich sehe das sehr kritisch“.[32] Tatsächlich galt seine „Sorge“ wohl bloß den deutschen Verbraucherpreisen, er ist schließlich auch für das Ressort Ernährung zuständig. Gardinenpredigten, adressiert an Abwesende, dienen seiner Sorte Politiker bevorzugt als risikoloser Ersatz für fehlende eigene Handlungsbereitschaft.


    Strich drunter. Das Profitinteresse hat im Kapitalismus immer Vorrang, auch angesichts möglicher Hungersnöte.


    Man sollte meinen, dass sich angesichts der Faktenlage jeder lächerlich macht, der da behauptet, Russland setze den „Hunger als Waffe“ ein. Doch die Baerböcke unserer Tage sind nicht nur aggressiv, sondern auch erkenntnisresistent. Zur reuigen Einsicht, Russland genötigt zu haben, das Getreideabkommen für die Ukraine auslaufen zu lassen, reicht es einfach nicht. Dass Putin versprach, kostenloses Getreide nach Afrika zu liefern, verstärkte noch ihre Abneigung, denn es ließ sie in den Augen der Welt alt aussehen.   


    Es meckerten vor allem die penetrant russophoben Deutschen: Bundesentwicklungsministerin Schulze sagte dem Evangelischen Pressedienst, „Präsident Putin habe schon zu oft sein Wort gebrochen und wäre jederzeit wieder in der Lage, Weizen als Waffe zu benutzen“.[33] Berliner Spitzenpolitiker legen Wert darauf, intellektuell auf Augenhöhe mit einem Briefkastenschlitz zu bleiben.

    Räuberisches, mörderisches US-Regime

    Verdrängt und vergessen ist, wie Westliche-Werte-Krieger nach ihren militärischen Niederlagen rachsüchtig mit dem „Hunger als Waffe“ umzugehen pflegen. Die US-Amerikaner nahmen erst jüngst, nach ihrem Rauswurf aus Afghanistan, dessen hungernde Bevölkerung in Kollektivhaft. Sie froren 6,1 Milliarden Euro auf den afghanischen Auslandskonten ein und schlossen Kabul aus dem SWIFT-Bankenzahlungssystem aus.[34] Damit konnte die Taliban-Regierung keine Gehälter mehr auszahlen, keine Medikamente und Lebensmittel mehr importieren. Die Hungersnot   – jeder dritte Afghane ist unterernährt   – treibt mittlerweile hunderttausende Afghanen zur Flucht.[35] 


    Knapp die Hälfte des afghanischen Geldes, 3,5 Milliarden Dollar, ließ US-Präsident Biden inzwischen beschlagnahmen, um damit seine Landsleute, „die Opfer des Anschlags vom 11. September zu entschädigen“.[36] Mit diesem Terrorakt hatte Afghanistan zwar nichts zu tun, die Attentäter waren Araber. Aber was schert das schon kriminelle wertewestliche Regimes wie das der USA und ihrer Vasallen.


    Ähnlich schlimm wie in Afghanistan ergeht es den Menschen in Syrien. Dort leidet statistisch jeder Zweite an Hunger.[37] Zufolge der EU-Sanktionen kann sich das Land weder ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen, noch lebenswichtige Medikamente und andere Bedarfsgüter beschaffen. Sein Öl, den Reichtum des Landes, beuten zurzeit die USA aus.[38] Sie haben die Förderanlagen im Nordosten besetzt, organisieren den Raub und illegalen Transport in den Irak und beteiligen eine kurdische Clan-Elite an den Verkaufserlösen.[39]


    Hungermacher

    Syrien war ja einst eine Kornkammer des Nahen Ostens. Jetzt plündern die USA die Getreideernte und schmuggeln das Raubgut über die Grenze nach Irak.[40] Es schert sie nicht im Geringsten, dass sie damit das Überleben ungezählter syrischer Kinder opfern.[41] Bei Gelegenheit völkerrechtswidriger und kriegsverbrecherischer US-Bombardements auf die zivile syrische Infrastruktur geht auch schon mal ein Getreidespeicher in Trümmer, und das lebenswichtige Gut in Flammen auf.[42]


    Unserem staatstragenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Syriens Elend trotzdem schon lange kaum noch eine Nachricht wert. Dabei könnte man die US-amerikanische Besatzerbande wie die verantwortlichen EU-Sanktionäre mit Grund beschuldigen, den „Hunger als Waffe“ einzusetzen. Die Politik Washingtons: Die syrische Bevölkerung so lange darben lassen, bis sie revoltiert und ihren Präsidenten Assad stürzt. Dazu spendet die Mischpoke von deutschen Staats- und Konzernjournalisten gemeinsam mit den Berliner regelbasierten Ordnungskünstlern Beifall.  

    Werfen wir noch einen Blick auf die vertragsrechtliche Konstruktion des Abkommens über ukrainische Getreideexporte via Schwarzes Meer. 


    Im Prinzip handelt es sich nicht um einen üblichen Vertrag mit bindender Wirkung für alle Parteien. Russland hatte vielmehr ein separates Abkommen nur mit der Türkei und mit den Vereinten Nationen unterzeichnet. Getrennt davon hatte sich auch die Ukraine mit der Türkei und den UN vereinbart. Darüber hinaus schloss Russland ein Abkommen mit den Vereinten Nationen zur Sicherstellung eines ungehinderten Exports russischer Agrarprodukte und Düngemittel. Die UN sollten darauf hinwirken, dass der Export dieser Warengruppe nicht mehr infolge der westlichen Russland-Sanktionen beeinträchtigt wird.


    Es liegt auf der Hand, dass der Erfolg des Bündels von Abkommen nicht von Vertragstiteln abhing, sondern vom guten Willen aller Beteiligten. Den ließ der Westen aber schmerzlich vermissen. Das Bemühen der UNO, russische Getreide- und Düngemittelausfuhren zu erleichtern, hatte keinen Erfolg. UN-Generalsekretär Guterres und sein Plenum sind gegenüber den Regierungen der USA und der EU nicht nur machtlos, sie müssen ihnen gegebenenfalls sogar Folge leisten.


    Profit schlägt Großmut

    Als Präsident Putin sich Mitte September vorigen Jahres bereiterklärte, rund 300.000 Tonnen russischer Düngemittel, die aufgrund von Sanktionen in europäischen Häfen festsitzen, kostenlos an die Entwicklungsländer zu liefern, zeigten ihm unsere „Wertewestler“ sogleich den Stinkefinger.[43] Der Dünger, für Russland ohnehin nur noch ein Kostenfaktor, hätte mutmaßlich die Preise der transatlantischen Konkurrenz gedrückt und deren Profit geschmälert. Düngemittel und Weizen sind zwar von den Sanktionen ausgenommen, unterfallen aber schweren Nebenwirkungen der gesamten Sanktionspolitik: Hemmnissen beim Transport und bei der Bezahlung beispielsweise, wie beim schon genannten SWIFT-Ausschluss.[44]


    Darüber erfuhr man so gut wie nichts in den Mainstream-Medien, auch nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst, als das Abkommen im Juli 2023 nicht erneuert wurde, kamen die deutschen „Hunger-als-Waffe“-Experten wieder aus ihren Löchern. An der Spitze der Propaganda-Front: die Grünen. Cem Özdemir: Putin nehme „die Ärmsten der Armen auf dieser Welt in Geiselhaft für seine grauenhafte Kriegstreiberei“.


    Norbert Röttgen, „das eifrigste Masseteilchen des Atlantizismus in der deutschen Politik“[45], setzte noch eins drauf: „Putin nimmt die hungernden Menschen in Afrika als Geisel, um vom Westen ein politisches Lösegeld zu erpressen. Darum geht es bei der Blockade des Get

    31.08.2023

    Riskantes Spiel um Aiwanger – Wohin führt Söders Liebäugeln mit den Grünen?

    freedert.online, 31 Aug. 2023 17:21 Uhr, Von Dagmar Henn

    Nachdem der vermeintliche Skandal um Aiwanger inzwischen einige Tage lang immer weiter befeuert wird und Markus Söder ihn nicht wirklich in Schutz nimmt, obwohl das mit Verweis auf seine damalige Jugend einfach wäre, ist es an der Zeit, zu fragen, wozu das Ganze gut sein soll.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/elxeneize


    Bayrisches Postkartenidyll: Blick auf den Watzmann


    Kaum jemand in Deutschland dürfte sich wundern, warum die übliche grün-rosa Journaille sich auf Aiwanger stürzt. Das funktioniert inzwischen ganz automatisch. Auch die Geschichte des ehemaligen Lehrers, der darauf versessen ist, seinem einstigen Schüler ordentlich eins einzuschenken, ist keine wirkliche Überraschung. Was eher verwundert, ist die lauwarme Gegenwehr seitens des bayerischen Ministerpräsidenten Söder. Nein, es verwundert sehr; insbesondere, wenn man betrachtet, was die Grundlage des bayrischen Wohlstands ist.


    Söder: "Die grüne Drohung, Nord Stream 2 nicht zu nutzen, schadet vor allem Deutschland"





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    Aber dazu muss man erst einmal sehen, welche Folgen diese Geschichte für den bayrischen Wahlkampf haben wird. Die Auslöser dieser Kampagne hoffen darauf, dadurch das Wählerpotenzial der Freien Wähler zu drücken; dabei würde es genügen, es zwischen FW und AfD aufzuteilen. Nachdem mit der AfD niemand koaliert, müsste die CSU höchstwahrscheinlich eine andere Koalition suchen; und Söder hatte schon früher signalisiert, dass er Schwarz-Grün nicht abgeneigt sei. Die SPD dürfte dabei kaum eine Rolle spielen (auch wenn der pensionierte Lehrer, der einer der Hauptakteure der Geschichte ist, darauf hoffen mag, ihren Absturz zu mildern; sie könnte die 10 Prozent nach unten durchschlagen).


    Theoretisch hätte die CSU mit dem momentan vorhergesagten Ergebnis zwischen 40 und 38 Prozent die Wahl zwischen drei Koalitionspartnern: AfD und Grünen, die beide um die 15 Prozent liegen, und den Freien Wählern, die augenblicklich mit etwa 13 Prozent rechnen können. Die Freien Wähler müssen also gar nicht so weit gedrückt werden, um als mögliche Koalitionspartner aus dem Spiel zu sein und eine CSU-Grüne-Koalition geradezu zu erzwingen. Söder mag das unter Umständen noch, auch wenn alle Erfahrung der letzten zwei Jahre das Gegenteil belegt, für eine Modernisierungskoalition halten. Auf jeden Fall wären Privatisierungen und ähnliche neoliberale Späße mit den Grünen weitaus leichter zu haben als mit den Freien Wählern.

    Dass dieses Bestreben die Form einer hemmungslosen Schmutzkampagne annimmt, hat auch damit zu tun, dass die Vorstellung einer Koalition mit den Grünen weder in Bayern noch in der CSU Freude auslöst. Wahlkundgebungen der Grünen finden mittlerweile unter massivem Polizeischutz statt. Was nicht daran liegt, dass sie, wie sie selbst sich einbilden, so ungeheuer fortschrittlich sind und das bei den bayrischen Querschädeln auf wenig Gegenliebe stößt, sondern damit, dass ihre industrie- und landwirtschaftsfeindliche Politik tatsächlich die Mehrheit der Bevölkerung gegen sie aufbringt.


    Wer ist hier rechts? Hubert Aiwanger und die wahren Reaktionäre





    Meinung

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    Bayern ist nämlich weitaus komplexer, als es viele außerhalb annehmen. Es hat, neben Baden-Württemberg, schon seit Jahrzehnten die einstige Rolle des Ruhrgebiets übernommen. Bayern ist gepflastert mit Industriebetrieben, von Siemens über die Maxhütte bis zu BMW und Audi, nicht zu vergessen Airbus und Bosch. Doch man weiß auch hier, wie ehemalige Industriegebiete aussehen. In der Oberpfalz beispielsweise wurde lange Geschirr hergestellt; diese Betriebe sind seit zwanzig Jahren verschwunden, und die Orte um diese Betriebe verfallen vor sich hin. Kein Schicksal, das irgendein bayrischer Kommunalpolitiker anstreben würde.


    Die traditionelle ländliche Szenerie, mit Schützenverein und Volkstanzgruppe, ist zwar auch in Bayern nicht mehr so stabil wie vor zwanzig Jahren, aber das ist immer noch meilenweit entfernt von Zuständen wie im Norden, wo sich so gut wie alles aufgelöst hat, von den annektierten Bundesländern ganz zu schweigen. Sicher auch eine Nebenwirkung des industriellen Wohlstands. Aber das bedeutet gleichzeitig, dass dieser Hyperindividualismus, der durch die Grünen gepredigt wird, nicht gut ankommt. Genauso wenig wie die landwirtschaftlichen Vorstellungen, und schon gar nicht ein Land ohne Industrie.


    Eine offen erklärte Koalitionsabsicht der CSU mit den Grünen würde die CSU eine ganze Menge Stimmen kosten, die dann zu den Freien Wählern oder zur AfD abwandern würden. Also muss zu Mitteln gegriffen werden wie der Kampagne gegen Aiwanger. Wie nennt man das in Geheimdienstkreisen? "Glaubwürdige Abstreitbarkeit". Söder möchte seinen Partnerwechsel ohne größere Verluste durchziehen und meint, auf diese Weise könnte es ihm gelingen. Mag sein, er hat dieses Geschenkpaket nicht auf den Weg geschickt; aber er hat es auf jeden Fall angenommen.


    Aiwangers Ex-Lehrer mit SPD-Sympathien forderte: "Zeit, die braune Socke zu stürzen"





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    Die Folgen für Bayern könnten aber ganz anders aussehen, als Söder und die Betreiber der Kabale das planen. Es wird gemunkelt, eine Koalition mit den Grünen könnte sogar das Ende der CSU bedeuten. Die CSU ist nämlich, wenn man sie auf die bundespolitische Ebene übersetzen würde, eher eine Art Bündnis als eine Partei. Ihre Machtposition verdankt sie der Tatsache, dass sie im Grunde über Jahrzehnte hinweg sowohl die konservative als auch die sozialdemokratische Rolle spielte. Wenn sie sich derart festlegt, wie das eine Koalition mit den Grünen bedeuten würde (die mit beiden Varianten, der konservativen wie der traditionell sozialdemokratischen, unvereinbar ist), kann das nicht gut gehen.


    Man kann das im Kleinen ganz gut beobachten. Es gibt Kommunen in Bayern, die haben sich ihr Postamt im Ort erhalten. Kommunal finanziert, weil die Post meinte, das rechne sich nicht mehr. Aber in einen Ort gehört eben ein Postamt. Und eigentlich auch ein Metzger und ein Bäcker, ein Wirtshaus und eine Kirche. Ja, die Strukturen verfallen auch in Bayern. Aber es löst immer noch Widerspruch aus, wird immer noch nicht klaglos hingenommen. Die Programmatik der CSU auf Landesebene mag zutiefst neoliberal sein; Bayern und Sachsen haben einmal diese Politik vorangetrieben. Doch in den Kommunen war das nie problemlos möglich, und so war die CSU bisher oft kommunal das eine, in der Landespolitik das andere.


    Die bevorstehenden Probleme sind schlimm genug, denn die Haushalte bayrischer Kommunen standen bisher noch weitgehend ziemlich gut da, dank der Industrie eben, aber die Belastungen durch Flüchtlinge und Energiekosten gekoppelt mit dem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen werden sich hier weitaus schärfer bemerkbar machen als in jenen Gegenden, die schon seit Jahrzehnten unter Haushaltsaufsicht stehen. In weiten Teilen Deutschlands ist das nur die Fortsetzung des bereits bekannten Elends. In Bayern war noch Geld da für Stadttheater und Freibäder; das wird sich in den nächsten Jahren ändern, und je mehr die Grünen das Sagen haben, desto schlimmer werden diese Folgen sein.


    Nicht nur in Bayern: Irrsinn – das System dreht hohl





    Meinung

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    Das führt auf jeden Fall zu einer politischen Krise. Je stärker die Automobilindustrie und der Maschinenbau getroffen sind, desto tiefer geht sie. Aus den Kommunen wird zu Recht die Forderung kommen, Sperenzchen wie Klimapläne oder Ähnliches auf die Zeit des nächsten Aufschwungs zu verschieben. Was außerdem mit Sicherheit kommen wird, ist, die Migration endlich zu beschränken, weil die Kommunen die Unterbringung schlicht nicht mehr leisten können. Bei einer schwarz-grünen Landesregierung wird aber der grüne Anteil dafür sorgen, dass diese Probleme schlicht ignoriert werden.


    Nun, es kann sein, dass das Manöver ganz anders endet. Mit einem Stimmenzuwachs für die Freien Wähler beispielsweise, weil CSU-Wähler entscheiden könnten, man müsse etwas gegen Schwarz-Grün unternehmen. Es ist ein Spiel, nicht ohne Risiko. Die traditionelle bayrische Kultur ist Jugendsünden gegenüber sehr nachsichtig. Nicht umsonst ist einer der traditionellen Volkstänze der Watschentanz (Watsche ist bayrisch für Ohrfeige), und nach wie vor gibt es Burschenvereine, die vor dem ersten Mai anderen Orten die Maibäume klauen. Sicher, es ist längst nicht mehr so wie im Königlich Bayerischen Amtsgericht, der alten Fernsehserie, aber es gibt einen bäuerlich-anarchischen Geist, der sich mit dem protestantischen Moralismus der Grünen ganz und gar nicht verträgt.


    Schon allein die Sprachzensur widerstrebt. Bayrisch ist eine Sprache für derbe Flüche und direkte Formulierungen. Das Redezitat, das Aiwanger vorgehalten wird, ist auf der bayrischen Skala absolut normal, auch wenn man in Berlin bei "den Arsch offen" gleich von Hass und Hetze spricht. Man sollte nicht vergessen – ehe Montgelas 1806 die Kirchengüter säkularisierte, waren weite Teile des Landes bitter arm; und in der deutschen Geschichte war Bayern zwar auch die "Ordnungszelle" in der Weimarer Zeit, aber das war die Folge besonders brutaler Repression nach der Novemberrevolution 1918, die in Bayern immerhin bis zum 2. Mai 1919 überlebte, Monate länger als in Berlin.


    Nächste Runde der Kampagne gegen Aiwanger: Angebliche Hitler-Imitationen zur Schulzeit




    Nächste Runde der Kampagne gegen Aiwanger: Angebliche Hitler-Imitationen zur Schulzeit






    1760 gab es mit der Sendlinger Bauernschlacht einen Versuch einer bürgerlichen Revolution. Auch 1848 wurde ein König gestürzt. Es mag sein, dass bayrische Aufstände am stärksten von Bierpreisen getrieben werden, aber konservativ sind die Bayern vor allem, wenn es ihnen gut geht. Räumt man ihnen die Speisekammer leer, kann sich das schnell und deutlich ändern.


    Der günstigste Ausgang für die bayrische Zukunft wäre eine Wahl gegen die Grünen. Je stärker dieses Votum ausfällt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass auch zumindest die Schädlichkeit der Sanktionspolitik wieder angesprochen werden kann. Das schlimmste Ergebnis wäre Schwarz-Grün; wenn es einen Weg gibt, der die ökonomische Krise in eine wirklich tiefe politische ummünzt, dann diesen. Die Angriffe auf Aiwanger sind ein Spiel mit weit höherem Risiko, als den Spielern bewusst ist.


    Mehr zum Thema - Causa Aiwanger: Katharina Schulze und die Krux mit der politischen Doppelmoral


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/179430-riskantes-spiel-um-aiwanger


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Mittlerer Osten Damaskus im Brennpunkt

    jungewelt.de, Aus: Ausgabe vom 31.08.2023, Von Karin Leukefeld

    Syrien: Festhalten der USA an globaler Hegemonie lässt das Land nicht zur Ruhe kommen



    Sweida 24/via REUTERS »Nein zur Korruption – ja zum Rechtsstaat«: Parolen von Demonstranten in der Stadt Suweida (24.8.2023)

    Hintergrund: Proteste in Suweida

    Nach zehn Tagen sind die Proteste von Drusen in der südsyrischen Stadt Suweida deutlich zurückgegangen. Die syrische Tageszeitung Al-Watan meldete am Mittwoch rund 150 Teilnehmer. Anlass der Proteste waren die enormen Preiserhöhungen vor knapp zwei Wochen, die das Land in einen Schockzustand versetzten.


    Suweida führte die Proteste gegen die Regierungsmaßnahmen an. Oppositionelle Medien meldeten Forderungen nach einem »Sturz des Regimes«. Angeblich sei ein Bild Präsident Baschar Al-Assads verbrannt worden. Beobachter nannten die Proteste gegen die Preiserhöhungen »nachvollziehbar«. Masen M., Übersetzer aus Damaskus, sagte gegenüber jW, die Versorgungslage sei schlecht und das Leben sehr teuer geworden. Nicht nur in Suweida, auch in Vororten von Damaskus habe es Proteste mit »einigen hundert Menschen« gegeben. Obwohl in diesen Vororten sehr viele Drusen lebten, sei es anders als in Suweida ruhig geblieben.


    M. bestätigte, dass bei den Protesten in Suweida auch Parolen gegen die Regierung geäußert wurden. Das habe jedoch einen »separatistischen Hintergrund«. Es sei den Urhebern nicht um die Versorgungslage gegangen, sondern um Stimmung gegen die Regierung. Ein Bild des Präsidenten sei nicht verbrannt worden, das sei eine Falschmeldung, die von syrischen oppositionellen Webseiten verbreitet worden sei.


    Drusische Stammesführer und religiöse Oberhäupter hatten zwischen Demonstranten und Regierungsvertretern vermittelt. Am Mittwoch berichtete Al-Watan von einer Beruhigung der Lage. Joseph Al-Dscharbu, einer der religiösen Führer der Drusen, wurde mit den Worten zitiert, Suweida sei Teil von Syrien, und eine Loslösung der Provinz – wie von einigen der Demonstranten gefordert – werde nicht akzeptiert. (kl)



    Die Spannungen in Syrien nehmen zu. Israel hat Montag erneut den Flughafen von Aleppo bombardiert. Im Nordosten hält der Drohnenkrieg der Türkei mit gezielten Morden an Kadern der kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) an. Arabische Verbände in der östlichen Provinz Deir Al-Sor liefern sich Kämpfe mit den SDK, die den Vorsitzenden des Militärrates von Deir Al-Sor festgenommen haben sollen. Die SDK kündigten eine Offensive gegen den »Islamischen Staat« an. Einwohner des Dorfes Hamu südlich von Kamischli verweigerten einer US-Militärpatrouille die Durchfahrt.


    Der Hintergrund der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den SDK und dem Militärrat von Deir Al-Sor – der eigentlich mit den SDK kooperiert – war zunächst unklar. Berichten zufolge waren hochrangige militärische Anführer zu einem »wichtigen Treffen« auf eine Militärbasis in Al-Hasaka eingeladen worden und von dort nicht zurückgekehrt. In einer Erklärung des SDK-Medienzentrums von Mittwoch heißt es, die Männer seien von ihren Posten im Militärrat von Deir Al-Sor entlassen worden. Die Entscheidung habe der Militärrat in Übereinstimmung mit den SDK getroffen. Die Entlassenen seien direkt in Verbrechen und Machtmissbrauch verwickelt. Genannt wurden »Kommunikation und Koordination mit äußeren Kräften, die der Revolution gegenüber feindlich eingestellt« seien. Die Männer hätten Verbrechen begangen, Drogen geschmuggelt, die Sicherheit vernachlässigt und sich persönlich bereichert. Auf Anordnung der »Strafverfolgungsbehörden in Nordostsyrien« seien die Personen festgenommen worden.

    Auch im Nordwesten des Landes wird es nicht ruhig. In Idlib eskalieren seit Tagen die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den syrischen Streitkräften und bewaffneten Kräften von Haiat Tahrir Al-Scham (HTS). Auslöser war ein Angriff von HTS auf einen Stützpunkt der syrischen Armee, bei dem eine ungenannte Zahl von syrischen Soldaten getötet wurde. Die HTS-Kämpfer hatten einen Tunnel unter der syrischen Armeestellung gegraben, mit Sprengstoff gefüllt und diesen zur Explosion gebracht. Nach der Explosion griff am vergangenen Wochenende auch die russische Luftwaffe ein und zerstörte mindestens vier HTS-Stellungen. Dutzende Kämpfer wurden dabei getötet.


    Die UNO meldete derweil, dass seit dem schweren Erdbeben am 6. Februar 2023 von ihr organisierte Hilfsgüter aus der Türkei über den Grenzübergang Bab Al-Salama in betroffene Gebiete im Nordwesten Syriens gebracht worden seien. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten Kliniken in Afrin und Asas sowie örtliche Lager besuchen, in denen medizinische Ausrüstung deponiert wird. Beide Orte werden von der Türkei und mit der Türkei verbündeten bewaffneten Gruppen kontrolliert. Die Not sei weiterhin groß, erklärte UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York.


    Drei republikanische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses fuhren unter dem Schutz einer türkischen Militärpatrouille am 27. August 2023 ebenfalls über den Grenzübergang Bab Al-Salama in das von bewaffneten Regierungsgegnern kontrollierte Idlib. Begleitet wurden French Hill aus Arkansas, Benjamin Cline aus Virginia und Scott Fitzgerald aus Wisconsin von Mitarbeitern der oppositionellen »Syrian Emergency Task Force« (SETF) mit Sitz in den USA, die den drei Abgeordneten eine Schule vorstellten, die von der SETF geleitet wird.


    Im Nordosten des Landes empfingen derweil Mitglieder des kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Rates eine kanadische Delegation unter Leitung von Senatorin Kimberly Pate zu ausführlichen Gesprächen mit der »Autonomen Verwaltung von Nord- und Ostsyrien«. Die kurdische Seite sprach sich für einen syrisch-syrischen Dialog entsprechend der UN-Sicherheitsratsresolution 2254 aus. Die kanadische Seite sagte Hilfe bei der Rückkehr von IS-Familien in ihre Herkunftsländer zu.


    In Damaskus traf am Mittwoch der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian mit seinem syrischen Amtskollegen Faisal Mekdad zusammen. Beide äußerten sich nach Redaktionsschluss auf einer Pressekonferenz. Amir-Abdollahian reiste anschließend nach Beirut weiter.

    Die Unruhen in Syrien sind auch auf die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Russland zurückzuführen. Militärische Beobachter sprechen von einer Situation »am Rande einer direkten Konfrontation«, zumal eine ursprüngliche US-amerikanisch-russische Vereinbarung, sich in Syrien aus dem Weg zu gehen (Deconflicting) und jeweilige Einsätze anzukündigen, nicht erneuert wurde.


    Syrien werde zunehmend zum Schauplatz der Konfrontation zwischen der US-geführten NATO-Allianz und Russland, heißt es in einer Analyse des Beiruter »Zentrums für Studien der Arabischen Einheit« von Mitte August. Grund sei der Anspruch der USA, die Welt, ihre Ressourcen und politischen Systeme allein zu kontrollieren. Neuer Auftakt des US-amerikanisch-russischen Konflikts seien die Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien und Jemen gewesen. Vorläufiger Höhepunkt sei die Ukraine, wo die USA versuchten, eine multipolare Weltordnung mit Russland als politischem Pol zu verhindern. Dieser Konflikt weite sich auf andere Kriegs- und Krisenherde der Welt aus. Auch Syrien werde wie zuvor Afghanistan, Irak, Libyen und Jemen in ihn hineingezogen. Beide Mächte versuchten direkt und durch Stellvertreterkriege den Einfluss des anderen zu schwächen.


    Siehe auch


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/458008.mittlerer-osten-damaskus-im-brennpunkt.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Sky: Nigers Militär fordert, dass die französischen Truppen das Land bis zum 3. September verlassen


    anti-spiegel.ru, 31. August 2023 01:24 Uhr, von Anti-Spiegel

    In der nigrischen Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit über die Präsenz des französischen Militärs in der Republik


    DUBAI, 30. August./ Der von den nigrischen Rebellen gebildete Nationale Rat zur Rettung des Vaterlandes hat gefordert, dass Frankreich seine Truppen bis zum 3. September aus der Republik abzieht, berichtet der Fernsehsender Sky News Arabia, der aus Dubai sendet.

    Demnach erinnerte der Sprecher der Rates daran, dass Frankreich eine Frist von 30 Tagen für den Abzug seiner Streitkräfte aus dem Staatsgebiet gesetzt wurde. Diese Frist läuft am 3. September ab.

    In der nigrischen Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit über die Präsenz des französischen Militärs in der Republik, so der Sender. Nach Angaben von Sky News Arabia gibt es im Land Forderungen an die Regierung, den französischen Soldaten, die auf dem Stützpunkt in Niamey stationiert sind, den Zugang zu Lebensmitteln, Strom und Wasser zu verwehren, um sie zum Verlassen des Landes zu zwingen.

    Zuvor hatte der Fernsehsender Al Hadath TV am Mittwoch berichtet, dass die Rebellen die Aussetzung des Abkommens über die militärische Präsenz der französischen Streitkräfte in dem afrikanischen Land verkündet hätten.

    Am 25. August forderte das nigrische Militär, das Ende Juli einen Staatsstreich in Niger inszeniert und die Absetzung von Präsident Mohamed Bazoum verkündet hatte, den französischen Botschafter auf, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Nach Angaben von Al Hadath reagierte der Botschafter nicht auf eine Vorladung zum Außenministerium, das von den Rebellen kontrolliert wird, und weigerte sich, sich mit deren Vertretern zu treffen. Das französische Außenministerium erklärte, die Putschisten hätten kein Recht, den Botschafter zum Verlassen des Landes aufzufordern, da Akkreditierungen „ausschließlich von der rechtmäßigen Regierung Nigers“ ausgestellt würden.

    Nach Angaben des Senders Al Arabiya demonstrierten Anhänger des Militärs am 27. August vor der französischen Militärbasis in Nigers Hauptstadt. Die Demonstranten forderten, dass Frankreich das Hoheitsgebiet der Republik verlässt. Seit die dem französischen Botschafter gesetzte Frist abgelaufen ist, haben die Rebellen noch keine Maßnahmen gegen die französische diplomatische Vertretung ergriffen, so Sky News Arabia.


    Info: https://www.anti-spiegel.ru/2023/sky-nigers-militaer-fordert-dass-die-franzoesischen-truppen-das-land-bis-zum-3-september-verlassen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Ungarn fordert von der EU und der Ukraine einen Bericht über die Verwendung der 50-70 Milliarden Euro für Kiew


    anti-spiegel.ru, 31. August 2023 14:45 Uhr, von Anti-Spiegel

    Laut dem ungarischen Außenminister Péter Szijjártó wird Budapest in der EU nicht über die zusätzliche Finanzierung der Militärhilfe für die Ukraine sprechen, solange es diese Informationen nicht erhält


    BUDAPEST, 31. August./ Die ungarische Regierung hat von der EU-Führung und der ukrainischen Regierung einen detaillierten Bericht darüber gefordert, wofür genau die 50 bis 70 Milliarden Euro, die der Ukraine bisher zur Verfügung gestellt wurden, ausgegeben wurden. Der ungarische Minister für auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaftsbeziehungen, Peter Szijjarto, sagte, dass Budapest in der EU nicht über zusätzliche Finanzierung von Militärhilfe für die Ukraine sprechen werde, solange es diese Informationen nicht erhalte.

    Auf dem Weg zum Treffen mit seinen EU-Kollegen in Toledo sagte der Außenminister auch, Ungarn weigere sich, über die Bereitstellung neuer Mittel für die Ukraine zu sprechen, weil die größte ungarische Bank OTP noch nicht von der Liste der „internationalen Kriegssponsoren“ gestrichen worden sei.

    Szijjártó sagte, dass EU-Chefdiplomat Josep Borrell in Toledo unter vier Augen oder möglicherweise gemeinsam mit dem ukrainischen Außenminister Dmitri Kuleba „Ungarns Beitrag zur Bereitstellung von Dutzenden Milliarden Euro für die Ukraine“ besprechen wolle. Ungarn hat jedoch nicht die Absicht, seine Position zu ändern.

    „Natürlich werde ich dem Druck nicht nachgeben. Solange wir keinen detaillierten und klaren Bericht darüber erhalten, wofür die etwa 50 bis 70 Milliarden Euro, die in die Ukraine geflossen sind, ausgegeben wurden, und solange die OTP-Bank nicht von der Liste der so genannten internationalen Kriegssponsoren gestrichen ist, steht es außer Frage, dass wir über zusätzliche Mittel zur Finanzierung von Rüstungsgütern oder anderen Dingen im Zusammenhang mit der Ukraine entscheiden werden“, sagte der ungarische Außenminister in einer Videobotschaft auf seiner Facebook-Seite.

    Er bedauerte, dass von den anderen Ministern auf dem Treffen in Toledo erwartet wurde, dass sie über neue Waffenlieferungen an die Ukraine sprechen würden, anstatt über Friedensgespräche. „Die Stimme des Friedens muss lauter werden, denn es ist klar, dass mit jedem Tag und mit jeder Waffenlieferung die Gefahr einer Eskalation [der Feindseligkeiten] immer ernster wird“, warnte Szijjártó. „Jeder Tag des Krieges und jede an die Ukraine gelieferte Waffe tötet mehr und mehr Menschen, und genau das wollen wir verhindern“, fügte der ungarische Außenminister hinzu.


    Info: https://www.anti-spiegel.ru/2023/ungarn-fordert-von-der-eu-und-der-ukraine-einen-bericht-ueber-die-verwendung-der-50-70-milliarden-euro-fuer-kiew


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    Ukraine: "400.000 Gefallene"

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. August 2023, 14:33 Uhr


    Erich Maria Remarque

    <https://beruhmte-zitate.de/zitate/2010404-erich-maria-remarque-ich-dachte-immer-jeder-mensch-sei-gegen-den-krieg/>/"Ich 

    dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass

    es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen."/


    Ursula von der Leyen

    <:" rel="noopener">https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/statement_22_2375>: 

    /"Ich habe so viel Bewunderung für unsere tapferen ukrainischen Freunde.

    Sie führen unseren Krieg."

    /

    Baerbock:

    <https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ukraine-baerbock-unterstuetzung-hilfe-krieg-100.html

    "/Für mich ist klar: Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unsere

    Friedensordnung und wir unterstützen sie finanziell und militärisch -

    und zwar so lange es nötig ist. Punkt."

    /

    RT-Liveticker 31.8.23

    <https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/>

    *Deutschland schickt der Ukraine weitere zehn Leopard-Panzer

    *Wie aus der am Mittwoch aktualisierten Liste der Bundesregierung zu

    militärischen Hilfen für die Ukraine hervorgeht, hat Deutschland der

    Ukraine weitere zehn Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 A5 zur Verfügung

    gestellt. Außerdem wurden weitere 13,1 Millionen Schuss Munition für

    Handfeuerwaffen geliefert. Zur aktuellen Lieferung gehörte auch ein

    Luftraumüberwachungsradar vom Typ TRML-4D, das mit dem Flugabwehrsystem

    Iris-T zum Einsatz kommt. Darüber hinaus wurden der Ukraine ein

    Feldhospital, vier Schwerlastsattelzüge und 16 Aufklärungsdrohnen vom

    Typ Vector geliefert. Die Bundesrepublik Deutschland ist mittlerweile

    einer der größten militärischen Unterstützer der Ukraine. Über den

    dringenden Wunsch in Kiew nach Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern

    hat die Bundesregierung noch nicht entschieden.


    https://freedert.online/europa/179332-400-tausend-gefallene-ukrainischer-mobilfunkanbieter-verraet-zahl-getoeteten-soldaten/

    30.8.2023


    *"400.000 Gefallene" ‒

    Ukrainischer Mobilfunkanbieter verrät die Zahl der getöteten Soldaten


    *Der populärste ukrainische Mobilfunkanbieter gab die Zahl der im Krieg

    gefallenen Soldaten an. Diese Zahl übertrifft die höchsten bislang

    angenommenen Schätzungen. Gesetzt den Fall, dass der Anbieter nur seine

    verlorenen Kunden zählte, könnte auch diese Zahl viel höher ausfallen.


    In einem Werbevideo, das diese Woche auf TikTok veröffentlicht wurde,

    ruft der ukrainische Mobilfunkanbieter Kyivstar seine Abonnenten dazu

    auf, sich bei den im Krieg gegen Russland gefallenen Kämpfern zu

    bedanken. Sie sollen nur das Wort "Danke" an die Nummer der inzwischen

    verstorbenen ukrainischen Soldaten senden. Der Werbetext verrät, wie

    viele das sind: /"400.000 Helden werden niemals in der Lage sein, den

    Anruf und die Nachricht zu beantworten." /


    Nachdem die Botschaft im Netz für Aufmerksamkeit gesorgt hatte

    <https://t.me/ASGasparyan/42317>, löschte Kyivstar das Video. Vor allem

    die russischen Kommentatoren sahen dies als Hinweis auf die wirklich

    unwiederbringlichen Verluste der ukrainischen Armee seit dem Beginn der

    russischen Spezialoperation. Da die realen Verluste der ukrainischen

    Armee strenger Geheimhaltung unterliegen, könnte der zufällige

    "Versprecher" des Mobilfunkanbieters Licht ins Dunkel bringen.


    Denn ausgerechnet die Mobilfunkanbieter verfügen mit der Zahl der

    stillgelegten SIM-Karten über die aussagekräftigsten Statistiken im

    Hinblick auf mögliche Verluste unter ihren Abonnenten. Wenn Kyivstar mit

    seinen 43 Prozent <https://digital.report/ukraina-svyaz/> des

    ukrainischen Marktanteils nur seine Abonnenten zählte, dann könnte die

    Zahl der mutmaßlich gestorbenen Soldaten sogar noch höher ausfallen. Ein

    Insider-Hinweis eines Branchenkenners macht diese Rechnung plausibel:

    /"Zu Beginn des Sommers schätzten die ukrainischen Betreiber ihre

    'unwiederbringlichen Verluste' auf 1,1 Millionen SIM-Karten. Bis März

    2022 gab es in der Ukraine 1,2 SIM-Karten pro Person, und den Rest

    können Sie selbst zählen." /


    Das schrieb

    <https://mobile-review.com/all/articles/misc/spam-ataka-mobilnogo-telefona-kak-zashhitit-sebya-ot-nepriyatnostej/> der

    russische Fachmann für Mobilfunktechnologie Eldar Murtasin auf seinem

    Blog /mobile-review.com/ am 24. Juli. Die Zahlen habe er von seinen

    ukrainischen Kollegen bekommen. In seinen Artikeln verweist er

    regelmäßig auf geheim gehaltene Gespräche mit seinen ehemaligen

    ukrainischen Branchenpartnern. Es handelt sich nicht um die SIM-Karten,

    die sich im Roaming befinden, betont er, sondern um die Telefone, die

    dauerhaft stummgeschaltet sind. Auch die Menschen, die jetzt in Russland

    leben und die Dienste ukrainischer Betreiber ablehnen, seien nicht

    berücksichtigt. Zum Schluss lässt er den Vertreter eines ukrainischen

    Providers zitieren:

    /"Seit Anfang Juli haben wir im Osten des Landes wöchentlich 5.500

    SIM-Karten verloren, andere Betreiber haben die gleichen Zahlen. Die

    Ukraine hat sich objektiv ihrer Zukunft beraubt."/


    Überprüfen lassen sich diese Zahlen zwar nicht, aber sie liefern

    Anhaltspunkte, die nicht mehr ignoriert werden können. Zusammengenommen

    mit anderen Hinweisen, zeichnet sich ein makabres Bild ab. Zu den

    weiteren Indizien gehören nicht etwa die Schätzungen der

    US-Geheimdienste, die in US-Zeitungen immer wieder auftauchen und

    zugunsten der Ukraine ausfallen, sondern Berichte ebenjener Medien über

    überfüllte Friedhöfe und Militärhospitäler im ganzen Land.


    Der Beschluss der Regierung

    <https://freedert.online/meinung/178598-266-hektar-fuer-gefallene-ukraine/

    über den beschleunigten Bau des größten Soldatenfriedhofs Europas in der

    Nähe von Kiew ist auch ein solches Indiz. Mit seinen 266 Hektar Fläche

    könnte er mehrere Hundert Tausend Soldatengräber unterbringen und damit

    die Größe des berühmten US-Soldatenfriedhofs Arlington übertreffen.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    'Das Gemetzel muss beendet werden'

    e-pages.dk, 28. August 2023
    Krieg in der Ukraine: Günter Verheugen über Friedensverhandlungen und die Debatte in DeutschlandDer ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) gehörte zu den Erstunterzeichnern des "Manifests für den Frieden".

    Silke Hellwig

    Herr Verheugen, was vermuten Sie in Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz, bei dem Jewgeni Prigoschin ums Leben gekommen ist?

    Günter Verheugen: Ich kann da nur spekulieren wie alle anderen auch. Die üblichen Theorien kursieren: Dahinter steckt Putin, der russische Generalstab, die Ukraine, die CIA … ich weiß nicht das Geringste. Alles ist möglich, und man kann frei nach Schillers Maria Stuart feststellen: „Dieser Prigoschin starb Euch sehr gelegen.“

    Davon abgesehen scheint die Vorstellung, mit Russland friedlich und kooperativ ein geeintes Europa zu formen, derzeit so weit weg wie der Mond von der Erde.

    Wenn wir die großen Aufgaben betrachten, die uns als Menschheit und Staatengemeinschaft gestellt sind, ist ein Krieg das letzte, was wir brauchen. Wir müssen unsere Kräfte konzentrieren, um die großen, lebensbedrohlichen Krisen zu bewältigen. Da kann man nicht einen Staat ausschließen, weil einem die Zustände dort nicht gefallen.

    Sondern?

    Ich bin sehr geprägt von der frühen Entspannungspolitik. Ich habe sie nicht nur miterlebt, sondern ich war daran beteiligt. Wenn Willy Brandts Position gewesen wäre, dass man mit Breschnew nicht reden kann, wäre der Kalte Krieg bis heute nicht beendet. Wenn ich möchte, dass sich die Verhältnisse in einem autoritären Staat ändern, erreiche ich das nicht mit militärischem Druck, sondern indem ich ein Vertrauensverhältnis schaffe.

    Sie sagen, dass der Krieg in Deutschland auf einen Kampf zwischen Gut und Böse reduziert wird. Es gibt eine ungeheure Solidarisierung mit dem Guten, der Ukraine, gegen das Böse, Putin und Russland. Wie erklären Sie sich das?

    Der Umsturz in der Ukraine wird bei uns dargestellt als eine demokratische Revolution von begeisterten Pro-Europäern. Das war eine fabelhafte PR-Nummer, denn es ist nur ein Ausschnitt der Wahrheit. Es war ein vorbereiteter Staatsstreich. Die ersten Maßnahmen der Übergangsregierung waren gegen die russischstämmige Bevölkerung in der Ukraine gerichtet. Dann begann der Krieg, 2014 mit der sogenannten Anti-Terror-Operation, und die russische Politik von Putin wurde dämonisiert. Die Annexion der Krim hat ihn ins Unrecht gesetzt, das machte es leicht. Der Krieg in der Ukraine wird entsprechend überhöht zu einem Kampf zwischen rivalisierenden Systemen.

    Zwischen Demokraten und Autokraten …

    … aber das ist dieser Krieg nicht. Es geht nicht um Ihre oder meine Sicherheit. Wegen meiner Freiheit und zur Verteidigung meiner demokratischen Rechte muss kein Mensch in der Ukraine sterben. Meine Freiheit ist nicht durch Russland bedroht. Schon allein das zu sagen, bringt einen heute in den Verdacht, ein nützlicher Idiot des Kremls zu sein. Deshalb, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es besteht kein Zweifel daran, dass Russland der Aggressor ist, Verträge und Grundsätze verletzt hat, die das friedliche Zusammenleben in Europa regeln sollen. Aber man muss die Vorgeschichte dieses Kriegs kennen, um sich ein sachliches Urteil zu bilden.

    Inwiefern?

    Statt einfach zu behaupten, der Zweite Weltkrieg sei allein auf einen Verrückten namens Hitler zurückzuführen, gibt es zu der Vorgeschichte eine Bibliothek mit Millionen Büchern. Das ist bei diesem Krieg nicht anders: Ein langer Weg hat dorthin geführt, wenn wir ihn nicht erkennen wollen, sind wir dazu verurteilt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

    Wie kommt es, dass die Vorgeschichte in der derzeitigen Debatte so gut wie keine Rolle spielt?

    Weil es in der offiziellen westlichen Darstellung keine Vorgeschichte gibt. Zudem übt die Ukraine moralischen Druck aus, dieser Druck wird in den deutschen Medien massiv verstärkt. Die Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, sind nie genug. Und ich frage mich, wohin das am Ende führen soll, wenn man es auf der anderen Seite mit einer Atommacht zu tun hat.

    Sie fragen auch, welches Ziel Deutschland mit seiner Beteiligung am Krieg hat.

    Ich habe absolut nichts dagegen, dass wir der Ukraine helfen, ihre Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen. Die Fragen sind nur: Wie soll der Krieg beendet werden und was kommt danach? Bleibt es bei der Idee eines geeinten Europas? Welche Rolle soll Russland darin künftig spielen? Wenn das politische Ziel des Westens ein sogenannter Siegfrieden ist, bei dem der Westen Russland die Friedensbedingungen diktieren kann, dann sage ich: Dieses Ziel ist nicht erreichbar. Wenn das Ziel Regime Change heißt, einschließlich Putin loszuwerden, dann kann ich nur vor Träumereien warnen. Wenn das Ziel ist, Russland zu ruinieren, wie Annalena Baerbock es formulierte: Auch dieses Ziel ist nicht erreichbar. Wenn das Ziel ist, Russland zu isolieren: Auch das ist nicht geschehen.

    Noch einmal zurück zu der Frage von Gut und Böse: Wie erklären Sie sich, dass die Debatte in Deutschland verengt ist?

    Ich kann diese Frage nicht vollends beantworten. Einen Grund sehe ich in der fundamentalistischen Außenpolitik der Grünen. Mir war unwohl, als sich die Ampelkoalition gebildet hat. Nicht nur, weil man vorhersehen konnte, dass sich die Parteien ständig streiten würden, sondern eben wegen der grünen Außenpolitik. Sie macht unsere angeblichen hohen moralischen Ansprüche zum Maßstab für alles und ist mit Sanktionen (völkerrechtswidrig) und Pressionen schnell bei der Hand. Die Ziele, für die die Bundesaußenministerin eintritt, sind wunderbar: Wer wollte nicht mehr Freiheit, Demokratie oder Rechtsstaatlichkeit? Aber wie setzt man das in einer Welt durch, die bei uns Heuchelei erkennt und doppelte Standards beklagt?

    Wie?

    Jedenfalls nicht durch Repressalien und Belehrung. Die Welt ändert sich dramatisch. In der Konferenz der Brics-Staaten zeigen sich die Umrisse einer neuen Weltordnung – nicht zu unseren Gunsten. Die einflussreichsten Weltregionen der Zukunft liegen nicht in Europa oder Nordamerika, sondern in Asien, Lateinamerika und Afrika. Die Botschaft der Brics-Staaten ist: Wir haben es satt, ständig von euch belehrt, geschurigelt und bevormundet zu werden. Unsere Welt ist so beschaffen, dass man nur mit Gesprächsbereitschaft und im Dialog unter Beachtung der gegenseitigen Interessen einen Weg findet, im Frieden miteinander zu leben.

    Auch die Ukraine hat eine Vorgeschichte ...

    Die Minsker Abkommen sollten eine Lösung für die inneren Konflikte in der Ukraine finden. Mich macht betroffen, dass der damalige Bundesaußenminister und heutige Bundespräsident diese Bemühungen inzwischen als Fehler ansieht. Noch betroffener macht mich, dass Frau Merkel heute sagt, das sei alles nicht ernst gewesen. Denn das Minsk-2-Abkommen sollte die Rechte der russischen Minderheit sicherstellen. Zur vollen Wahrheit gehört, dass die Verantwortlichen in der Ukraine nicht einen Tag lang ernsthaft daran gedacht haben, die im Abkommen vorgesehen Maßnahmen umzusetzen.

    Mit den Verantwortlichen meinen Sie ukrainische Oligarchen?

    Ja, und ihre Marionetten in der ukrainischen Politik. Die Ukraine ist ein Land mit ungeheurem Potenzial. Das zivile Engagement ist ungemein groß. Es gibt natürliche Reichtümer. Die Ukraine könnte ein glückliches stabiles Land sein. Aber die beiden Hauptprobleme des Landes sind seit dreißig Jahren ungelöst: endemische Korruption und Oligarchenherrschaft.

    Deutschland gibt wieder deutlich mehr Geld für Rüstung aus. Hätten Sie sich das träumen lassen?

    Rüstungsaufwendungen sind die unproduktivsten und umweltfeindlichsten Ausgaben, die man sich vorstellen kann. Wir finanzieren sie durch Kredite. Man könnte also von Kriegskrediten reden, und jedem Sozialdemokraten müssten sich dabei die Haare aufrichten. Der Rüstungswettlauf hat längst begonnen. Das wird nicht gut enden. Ich plädiere dafür, die Rüstungskontrollpolitik wieder aufzunehmen. Das ist die Überlebensfrage schlechthin. 

    Wieso stehen Ihren Parteifreunden nicht die Haare zu Berge?

    Das mag damit zusammenhängen, dass eine andere Generation von Politikern am Werke ist. Mangelndes Geschichtsbewusstsein spielt sicher eine Rolle. Ich bin geprägt von der frühen Bundesrepublik. Ich erinnere mich daran, wie das Leben in einem nicht nur materiell, sondern auch moralisch zerstörten Land ausgesehen hat. Nie wieder Krieg, das ist im Bewusstsein meiner Generation und derjenigen, die den Krieg selbst noch erlebt haben, tief verankert.

    Wie wird es weitergehen?

    Es ist doch offensichtlich, dass die Ukraine verzweifelt versucht, dass das Engagement des Westens und der Nato die Grenze zur direkten Intervention überschreitet. Das hätte die direkte Auseinandersetzung der beiden Super-Atommächte zur Folge und wäre der Schritt in den Abgrund. Wir müssen also unsere ganze Kraft einsetzen, um Russland und die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bekommen. Ich halte es für einen Fehler, die Strategie der Ukraine bedingungslos zu unterstützen, ohne Verhandlungsbereitschaft zu verlangen, und zwar ohne Vorbedingungen.

    Warum sollte Russland verhandeln?

    In der Tat, Russland haben wir nicht mehr viel anzubieten. Dennoch glaube ich, dass die Option einer engen Kooperation mit der EU für Russland immer noch attraktiv ist. Und wenn man in Deutschland sagt, dass man mit diesen Verbrechern doch nichts mehr zu tun haben kann, möchte ich in aller Bescheidenheit auf unsere Vergangenheit hinweisen wollen. Wir haben einen Krieg angefangen, der alle Maßstäbe gesprengt hat, trotzdem wurde uns nach 1945 wieder die Hand gereicht.

    Sehen Sie eine Chance für Dialog und Aussöhnung?

    Die gibt es immer. 

    Deutet irgendetwas darauf hin?

    Ich habe den Eindruck, dass in allen europäischen Ländern die öffentliche Skepsis gegenüber der jetzigen Ukraine-Politik wächst. Ich habe sogar den Eindruck, dass die große Mehrheit der Deutschen zwar dafür ist, dass man der Ukraine beisteht, aber auch fordert, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet und in Friedensverhandlungen eingetreten wird. Das Gemetzel muss beendet werden. Das zu bewirken ist die wichtigste Aufgabe der deutschen und europäischen Politik.

    Das Gespräch führte Silke Hellwig.


    INFO

    Mit den Ursachen und Folgen des Kriegs in der Ukraine befasst sich auch der Band "Ukrainekrieg: Warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht", den der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft mit herausgegeben hat. Zu den Autoren zählen unter anderem der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi und der Soziologe Wolfgang Streeck sowie der französische Osteuropa-Experte David Teurtrie.


    ZUR PERSON

    Günter Verheugen

    war viele Jahre Mitglied der FDP, unter anderem war er ihr Bundesgeschäftsführer und Generalsekretär. 1982 wechselte er in die SPD. Er war Bundesgeschäftsführer, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion sowie Staatsminister im Auswärtigen Amt. Von 2004 bis 2009 war er EU-Kommissar in Brüssel und Vizepräsident der Europäischen Kommission.


    Info: https://www.e-pages.dk/weserkurier/171502/article/1882601/3/1/external/?token=77e29aefc7e0fe09d5d2329bbc98048b


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

    31.08.2023

    NATOstan-Roboter gegen die himmlischen Pferde der Multipolarität Der gesamte Westen wartet mit schwarzen Vorhängen im Bahnhofsraum – und ohne Züge.

    globalresearch.ca, vom 30. August 2023, Von Pepe Escobar, Strategische Kulturstiftung 29. August 2023


    Thema: ,


    Wir alle werden viel Zeit und Selbstbeobachtung brauchen, um die gesamte Bandbreite bahnbrechender Vektoren zu analysieren, die durch die Enthüllung der BRICS-11-Staaten letzte Woche in Südafrika freigesetzt wurden.


    Doch die Zeit wartet auf niemanden. Das Imperium wird (Kursivschrift von mir) mit voller Wucht zurückschlagen; Tatsächlich sind seine Multi-Hydra-Hybrid-War-Tentakel bereits ausgestellt.

    Hier und hier habe ich versucht, zwei grobe Geschichtsentwürfe zur Entstehung von BRICS 11 zu entwerfen. Im Wesentlichen ist das, was die strategische Partnerschaft zwischen Russland und China Schritt für Schritt erreicht, auch multivektoriell:


    • Erweiterung der BRICS-Staaten zu einem Bündnis zur Bekämpfung der US-amerikanischen Nichtdiplomatie.
    • der Sanktion Demenz entgegenwirken.
    • Förderung von Alternativen zu SWIFT.
    • Förderung von Autonomie, Eigenverantwortung und Instanzen von Souveränität,
    • und in naher Zukunft die Integration von BRICS 11 (und weitere) in die Shanghai Cooperation Organization (SCO), um imperialen militärischen Bedrohungen entgegenzuwirken, worauf Präsident Lukaschenko, der Erfinder der kostbaren Wortschöpfung „Global Globe“, bereits hingewiesen hat.


    Im Gegensatz dazu hat der unverzichtbare Michael Hudson immer wieder gezeigt, dass „der strategische Fehler der USA und der EU, sich vom Rest der Welt zu isolieren, so massiv und so umfassend ist, dass seine Auswirkungen einem Weltkrieg gleichkommen“.


    Daher die Behauptung von Prof. Hudson, dass der Stellvertreterkrieg in der Ukraine – nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen Europa – „als Dritter Weltkrieg angesehen werden kann“.

    Prof. Hudson führt aus, dass wir in vielerlei Hinsicht leben

    „ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs, dessen Nachwirkungen dazu führten, dass die Vereinigten Staaten eine internationale wirtschaftliche und politische Organisation unter ihrer eigenen Kontrolle gründeten, um in ihrem eigenen nationalen Eigeninteresse zu agieren: den Internationalen Währungsfonds, um die Finanzkontrolle der USA durchzusetzen und die Weltwirtschaft zu Dollar zu machen; die Weltbank soll den Regierungen Geld leihen, um die Infrastrukturkosten zu tragen, die durch die Schaffung einer Handelsabhängigkeit von US-Lebensmitteln und -Erzeugnissen entstehen; Förderung der Plantagenlandwirtschaft, Kontrolle der USA/NATO über Öl, Bergbau und natürliche Ressourcen; und Organisationen der Vereinten Nationen unter US-amerikanischer Kontrolle, mit Vetorecht in allen internationalen Organisationen, die es gegründet hat oder denen es beigetreten ist.“


    Jetzt ist es ein völlig anderes Ballspiel, wenn es um den globalen Süden oder die globale Mehrheit der echten Emanzipation des „Global Globe“ geht. Man denke nur an Moskau, das Ende Juli den Russland-Afrika-Gipfel ausrichtet, dann an Peking, das letzte Woche mit Xi persönlich einen Tag in Johannesburg mit Dutzenden afrikanischen Führern verbracht hat, die alle Teil der neuen Bewegung der Blockfreien Staaten (NAM) sind G77 (tatsächlich 134 Nationen), unter dem Vorsitz eines Kubaners, Präsident Diaz-Canel.


    Das ist im Grunde die Doppelhelix zwischen Russland und China, die große Teile des „Global Globe“ in den Bereichen Sicherheit und High-Tech-Infrastruktur (Russland) sowie Finanzen, Industrieexporte sowie Straßen- und Schieneninfrastruktur (China) bietet.


    In diesem Zusammenhang ist eine BRICS-Währung nicht erforderlich. Prof. Hudson zitiert Präsident Putin entscheidend: Was benötigt wird, ist ein „Mittel zur Begleichung“ der Zahlungsbilanz der Zentralbanken, um Ungleichgewichte im Handel und bei Investitionen unter Kontrolle zu halten. Das hat nichts mit einer goldgedeckten supranationalen BRICS-Währung zu tun.


    Darüber hinaus besteht kein Bedarf für eine neue Reservewährung, da immer mehr Nationen in ihren Siedlungen auf den US-Dollar verzichten werden.


    Neokonservative wollen Krieg mit China

    Putin hat von einer „vorübergehenden“ Abrechnungseinheit gesprochen, da der Handel innerhalb der BRICS-11-Staaten unweigerlich in ihren Landeswährungen zunehmen wird. All dies wird sich im Kontext einer zunehmend überwältigenden Allianz großer Öl-, Gas-, Mineralien-, Agrar- und Rohstoffproduzenten entwickeln: eine echte (Kursivschrift von mir) Wirtschaft, die in der Lage ist, eine neue globale Ordnung zu unterstützen, die die westliche Vorherrschaft zunehmend in Vergessenheit treibt.


    Nennen Sie es die sanfte Art, die Hegemonie einzuschläfern.


    Alle an Bord der Erzählung vom „bösartigen China“.

    Vergleichen Sie das alles jetzt mit dem Stück norwegischen Holzes, das sich als NATO-Generalsekretär ausgibt und dem CIA-Sprachrohr in Washington in einem einzigartigen Moment der Offenheit mitteilt, dass der Ukraine-Krieg „nicht im Jahr 2022 begonnen hat. Der Krieg begann im Jahr 2014. “ “.


    Hier haben wir es also mit einem designierten kaiserlichen Vasallen zu tun, der klar und deutlich zugibt, dass die ganze Sache mit dem Maidan begann, dem von den USA inszenierten Putsch unter der Aufsicht der Keksverkäuferin Vicky „F**k the E“ Nuland. Das bedeutet, dass die Behauptung der NATO, es handele sich um eine „Invasion“ Russlands, die sich auf die Special Military Operation (SMO) bezieht, aus rechtlicher Sicht absolut falsch ist.


    Es ist fest erwiesen, dass die Spindoktoren/bezahlten propagandistischen „Experten“ der atlantischen Idiokratie, die eine beispiellose Mischung aus Arroganz und Ignoranz praktizieren, glauben, sie könnten mit allem durchkommen, wenn es darum geht, Russland zu dämonisieren. Das Gleiche gilt für ihr neues Narrativ vom „bösartigen China“.


    Chinesische Gelehrte, mit denen ich die Ehre habe, zu interagieren, weisen immer wieder gerne darauf hin, dass imperiale Pop-Narrative und vorausschauende Programmierung absolut nutzlos sind, wenn es darum geht, Zhong Hua („Die prächtige Zentralzivilisation“) zu konfrontieren.


    Das liegt daran, dass China, wie einer von ihnen es beschreibt, über eine „klare, zielstrebige und unerbittliche aristokratische Oligarchie an der Spitze des chinesischen Staates“ verfügt, die Machtinstrumente einsetzt, die unter anderem die öffentliche Sicherheit und Hygiene gewährleisten alle; Bildung konzentrierte sich auf das Erlernen nützlicher Informationen und Fähigkeiten, nicht auf Indoktrination; ein Währungssystem unter Kontrolle; physische Vermögenswerte und die industrielle Kapazität, echte Dinge herzustellen; erstklassige diplomatische, Lieferketten-, technisch-wissenschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle, kommerzielle, geostrategische und finanzielle Netzwerke; und erstklassige physische Infrastruktur.


    Und doch sind die westlichen Mainstream-Medien seit mindestens 1990 davon besessen, zu diktieren, dass Chinas wirtschaftlicher Zusammenbruch oder eine „harte Landung“ unmittelbar bevorstehe.


    Unsinn. Ein anderer chinesischer Gelehrter formuliert es so: „Chinas Strategie bestand darin, schlafende Hunde und Lügenmaschinen liegen zu lassen. Lassen Sie China sie in der Zwischenzeit im Schlaf übertreffen und den Untergang des Imperiums herbeiführen.“


    Gifte, Viren, Mikrochips

    Und damit schließt sich der Kreis zurück zum neuen großen Spiel: NATOstan gegen die multipolare Welt. Unabhängig von den Beweisen, die die anschauliche Realität liefert, glaubt NATOstan im fortgeschrittenen Seppuku-Modus – insbesondere der europäische Sektor – tatsächlich, dass es den Krieg gegen Russland-China gewinnen wird.


    Der globale Süden/die globale Mehrheit/der „Global Globe“ gilt als Feinde. Daher sollten ihre überwiegend armen Bevölkerungsgruppen mit Hungersnöten, experimentellen Injektionen, neuen modifizierten Viren, implantierten Mikrochips wie in BCI (Brain Computer Interface) und bald NATO As Global Robocop-„Sicherheits“-Outfits vergiftet werden.


    Das Kommen von BRICS 11 löst bereits eine neue imperiale Welle tödlicher Vergiftungen, brandneuer Viren und Cyborgs aus.


    Der kaiserliche Meister erteilte den Befehl, die japanische Meeresfrüchteindustrie zu „retten“ – ein paar Fetzen als Gegenleistung dafür, dass Tokio als tollwütiger Hund im kaiserlichen Chip-Krieg gegen China auftrat und auf dem jüngsten Gipfel in Camp David pflichtbewusst Seite an Seite ein Bündnis versprach mit den südkoreanischen Vasallen.


    Gleichzeitig hoben die EU-Vasallen die japanischen Lebensmitteleinfuhrbestimmungen auf, gerade als das Atomabwasser von Fukushima ins Meer gepumpt werden sollte. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die EU weiterhin ihr eigenes Grab schaufelt – während Japan einen Rückschlag vom Typ „Taifun Nummer Zehn“ erleiden wird.


    Die weltweite Ausbreitung der Strahlung über den Pazifik wird unzählige Krebspatienten auf der ganzen Welt hervorbringen und gleichzeitig die Wirtschaft mehrerer kleiner Inselstaaten zerstören, die stark vom Tourismus abhängig sind.


    Parallel dazu gehörte Sergey Glazyev, Minister für Makroökonomie bei der Eurasischen Wirtschaftskommission, Teil der EAWU, zu den ganz wenigen, die vor der neuen transhumanistischen Grenze warnten: dem bevorstehenden Nanotechnologie-Injektionswahn – etwas, das in wissenschaftlichen Fachzeitschriften recht gut dokumentiert ist.


    Unter Berufung auf Dr. Steve Hotze erklärte Glazyev in einem seiner Telegram-Beiträge, was DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) getan hat, indem sie „Nanobots in Form von Graphenoxid und Hydrogel“ in den menschlichen Körper injizierte und so eine Schnittstelle zwischen Nanobots schuf und Gehirnzellen. Wir werden „zu einem Empfänger, Empfänger und Sender von Signalen“. Das Gehirn empfängt Signale von außen und man kann aus der Ferne manipuliert werden.“


    Glazyev verweist auch auf die inzwischen hektische Werbung für „Eris“, eine neue Covid-Sorte, die von der WHO nach der griechischen Göttin der Zwietracht und Feindschaft, Tochter der Göttin der Nacht, Nykta, benannt wurde.


    Wer sich mit der griechischen Mythologie auskennt, wird wissen, dass Eris ziemlich wütend war, weil sie nicht zur Hochzeit von Peleus und Thetis eingeladen wurde. Ihre Rache bestand darin, beim Fest einen goldenen Apfel aus den Gärten der Hesperiden mit der Aufschrift „Der Schönste“ zu pflanzen: Das war der legendäre „Apfel der Zwietracht“, der die Mutter aller Zirkulationen zwischen Hera, Athene und Aphrodite hervorbrachte. Und das führte schließlich zu nicht weniger als dem Trojanischen Krieg.


    Im Weißen Raum mit schwarzen Vorhängen

    Es ist so vorhersehbar, dass die „Eliten“, die das Sagen haben, ein neues Virus als Vorboten eines Krieges bezeichnen. Schließlich ist „Der nächste Krieg“ dringend nötig, denn das Projekt Ukraine erwies sich als massiver strategischer Misserfolg, da die kosmische Demütigung der NATO unmittelbar bevorsteht.


    Während des Vietnamkriegs – den das Imperium gegen eine Bauernguerilla-Armee verlor – wurde die tägliche Besprechung im Kommandohauptquartier in Saigon von jedem Journalisten mit einem IQ über Raumtemperatur als „Saigon-Torheiten“ verspottet.


    Saigon würde sich niemals mit dem Tsunami täglicher Torheiten vergleichen, der im Stellvertreterkrieg in der Ukraine durch ein kitschiges, bewegliches Fest im Weißen Haus, im Außenministerium, im Pentagon, im NATO-Hauptquartier, in der Brüsseler kafkaesken Maschinerie und in anderen westlichen Umgebungen angeboten wird. Der Unterschied besteht darin, dass diejenigen, die sich heute als „Journalisten“ ausgeben, kognitiv nicht in der Lage sind, diese „Torheiten“ zu verstehen – und selbst wenn sie es täten, wären sie daran gehindert, darüber zu berichten.


    Dort befindet sich also der kollektive Westen im Moment: in einem Weißen Raum, einem Simulakrum von Platons Höhle, dargestellt in Creams Meisterwerk von 1968 , teilweise inspiriert von William Blake, das blasse „silberne Pferde“ und erschöpfte „gelbe Tiger“ heraufbeschwört.


    Der gesamte Westen wartet mit schwarzen Vorhängen im Bahnhofsraum – und ohne Züge. Sie werden „an diesem Ort mit der einsamen Menge schlafen“ und „im Dunkeln liegen, wo die Schatten vor ihnen fliehen“.


    Draußen in der Kälte, in großer Entfernung, unter dem Sonnenlicht, weg von den sich bewegenden Schatten, über Straßen aus Seide und Eisen galoppieren die Himmlischen Pferde ( Tianma ) der multipolaren Welt galant von Netzwerk zu Netzwerk, von Belt and Road nach Eurasien und Afro-Eurasien-Brücke, von der Intuition zur Integration, von der Emanzipation zur Souveränität.

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    Pepe Escobar,  geboren in Brasilien, ist Korrespondent und Chefredakteur bei Asia Times und Kolumnist für Consortium News und Strategic Culture. Seit Mitte der 1980er Jahre lebt und arbeitet er als Auslandskorrespondent in London, Paris, Mailand, Los Angeles, Singapur und Bangkok. Er hat ausführlich über Pakistan, Afghanistan und Zentralasien bis hin zu China, Iran, Irak und dem gesamten Nahen Osten berichtet. Pepe ist der Autor von Globalistan – How the Globalized World is Dissolving into Liquid War; Red Zone Blues: Eine Momentaufnahme von Bagdad während des Aufschwungs. Er war Mitherausgeber von „The Empire“ und „The Crescent“ sowie „Tutto in Vendita“ in Italien. Seine letzten beiden Bücher sind Empire of Chaos und 2030. Pepe ist auch mit der in Paris ansässigen European Academy of Geopolitics verbunden. Wenn er nicht unterwegs ist, lebt er zwischen Paris und Bangkok.


    Er schreibt regelmäßig Beiträge für Global Research.

    Das vorgestellte Bild ist unter der Public Domain lizenziert


    Die Originalquelle dieses Artikels ist die Strategic Culture Foundation

    Copyright © Pepe Escobar , Strategic Culture Foundation , 2023


    Info: https://www.globalresearch.ca/natostan-robots-versus-heavenly-horses-multipolarity/5830775


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält

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