aus e-mail von Doris Pumphrey, 31. August 2023, 22:46 Uhr
https://publikumskonferenz.de/blog/hunger-als-waffe-baerbocks-gehaessige-zweckluege/#more-8475
31.8.23
*„Hunger als Waffe“: Baerbocks gehässige Zwecklüge
*Hysterischer Russenhass zerfrisst das letzte bisschen Restverstand /
Selbsttäuschung über die tödlichen EU-Sanktionen
/Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam/
/Der öffentlich-rechtliche „Verblödungs“-Journalismus
<https://www.cashkurs.com/beitrag/peter-scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/>
scheut sich schon lange nicht mehr, bei Mangel an stichhaltigen
Argumenten lückenfüllenden Schaum zu schlagen. Begründungsarmes
Politiker-Gewäsch kriegt sofort eine knallige Verpackung, damit es sich
„verkauft.“ Gegenwärtig versuchen unsere Medienschaffenden, mit dem
verbalen Dreschflegel „Putin setzt Hunger als Waffe ein“ den Verstand
ihres Publikums flachzukloppen. Spätestens, seit sogar Außenministerin
Baerbock den Quatsch fehlerfrei nachplappern kann, ist er zum
geflügelten Wort in der ohnehin niederträchtigen
Ukraine-Kriegsberichterstattung geworden. Den chinesischen Sinnspruch
„Wer in die Luft spuckt, kriegt’s wieder ins Gesicht“, muss unsere
bildungsfreie Chefdiplomatin ja nicht unbedingt kennen. Aber den
urdeutschen Rat, im Glashaus nicht mit Steinen zu werfen, sollte sie
besser doch befolgen. Denn nicht Putin setzt den Hunger als Waffe ein,
sondern Berlin und Brüssel. Mit tödlichem Erfolg. Zum Beispiel in Syrien
<https://www.zlv.lu/db/1/1426659343784/0>. Und in Niger
<https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9331>, wo sie
Sanktionen nachdrücklich unterstützen, die eine Hungerkatastrophe
verursachen werden.
/Baerbock hatte bereits im Juni vorigen Jahres auf einer internationalen
Konferenz zur Ernährungssicherheit in Berlin behauptet, Russland nutze
den Hunger in der Welt „ganz bewusst als Kriegswaffe“. Russland, so
wörtlich, „nimmt die ganze Welt als Geisel
<“" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/lebensmittel-baerbock-101.html>“.
345 Millionen Menschen weltweit seien derzeit von
Nahrungsmittelknappheit bedroht, die Hungerkrise baue sich „wie eine
lebensbedrohliche Welle vor uns auf“. Aber erst Russlands Krieg habe
„aus dieser Welle einen Tsunami gemacht“. (ebd.)
Die plumpe Absicht ihrer Hassrede: Breitere Wählerschichten als nur die
kriegsfreudigen NATO-oliv-Grünen emotional „auf Zinne“ bringen. Im
Verlass auf das tiefsitzende Revanchebedürfnis wegen der Niederlage
Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion und auf das „neue deutsche
Selbstbewusstsein
<“" rel="noopener">https://www.fb03.uni-frankfurt.de/48138951/Jäger_Oppermann_final.pdf>“.
Auch eine gedankliche Verbindung zu den aktuell kräftig verteuerten
Lebensmitteln lässt sich damit anregen. Zugleich könnte die Lüge (bei
häufiger Wiederholung) Baerbocks fehlgeschlagene Sanktionspolitik –
„Russland ruinieren“
<https://www.tagesschau.de/ausland/europa/putin-lawrow-eu-sanktionen-101.html>
– übertünchen. Deren negative Folgen bekommen wir derzeit ja selbst
nachhaltig zu spüren.
Der Kampf gegen Hunger und Elend in der Welt ist überdies durchaus keine
Herzensangelegenheit unserer regierenden Schmuckstücke. Beim erwähnten
Anlass erklärte Baerbock denn auch: „Die Konferenz ist keine
Geberkonferenz, es geht nicht nur ums Geld.“ Vielmehr müssten sich die
ärmeren Länder besser gegen Krisen wappnen. Soll heißen: „Helft euch
selbst, dann hilft euch Gott“. Deutschland gibt sein Geld – inzwischen
mehr als 22 Milliarden Euro
<https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/krieg-in-der-ukraine/deutschland-hilft-der-ukraine-2160274>
– lieber für Waffenlieferungen an die Ukraine und als Schmiermittel für
dortige Politkriminelle und Oligarchen aus. Dabei wären nur 14
Milliarden Dollar jährlich nötig, um den Hunger endgültig – weltweit –
zu besiegen
<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/was-kostet-eine-welt-ohne-hunger-li.111170>.
Merke: Moral ist, wenn es trotzdem kracht.
*Ohne Sinn und Verstand*
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber bringt den volksverhetzenden
Schmarren „Russland setzt den Hunger als Kriegswaffe ein“
<https://www.zdf.de/nachrichten/politik/baerbock-hunger-waffe-ukraine-krieg-russland-100.html>
unkommentiert, gleichgeschaltet und sprachgeregelt immer wieder unters
dafür zahlende Volk. Er bestätigt sich damit als Lautsprecheranlage des
Berliner Regimes und dessen Washingtoner Vorgesetzten. Angesichts des
moralisierenden Entrüstungs-Glibbers, den unsere journalistischen
Hofschranzen über die Schreibtische in Hamburg (ARD-aktuell), Mainz
(ZDF-heute) und Köln (DRadio, DW) gegen satte Rundfunkgebühr an die
Kundschaft weiterreichen, wird es zunehmend schwieriger, Immanuel Kants
Aufforderung zu beherzigen: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu
bedienen!“.
<https://co-philosophie.de/2021/08/04/habe-mut-dich-deines-eigenen-verstandes-zu-bedienen/>
Probieren wir‘s bitte mal mit folgender Überlegung: Keines der direkt
oder indirekt am Ukraine-Krieg teilnehmenden Länder ist wegen
verhinderter ukrainischer Getreidelieferungen vom Hunger bedroht. Der
Vorwurf „Hunger als Waffe im Krieg“ trifft somit schon formal nicht.
Und, gegen Russland gerichtet, den Falschen: Hungersnot droht zwar
einigen Ländern des globalen Südens
<https://de.statista.com/infografik/27172/anteil-von-russland-und-der-ukraine-an-den-importen-von-weizen-in-entwicklungslaendern/>,
allerdings überwiegend jenen, die Russland als Partner betrachtet und
als diplomatisch Verbündete zu gewinnen sucht. Präsident Putin hat die
Welt denn auch wissen lassen, dass er den ärmsten Ländern Afrikas
kostenlos Getreide
<https://www.welt.de/politik/ausland/article246608412/Afrika-Gipfel-Putin-verspricht-kostenlose-Getreidelieferungen-nach-Afrika.html>
senden wird. Zugleich erklärte er, Russland könne eventuell ausfallende
ukrainische Getreidelieferungen auf dem Weltmarkt ersetzen
<https://www.zdf.de/nachrichten/politik/getreide-odessa-putin-ukraine-krieg-russland-100.html>.
Der globale Getreidemarkt funktioniert eben nicht so eindimensional, wie
das Schlagwort „Hunger als Waffe“ glauben machen soll. Der Markt
reagiert auf zahlreiche Impulse
<https://www.netzwerk-lernen.de/Handel-mit-Getreide-Welche-Faktoren-bestimmen-den-Weltmarkt>,
nicht nur solche aus dem politischen Raum
<https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2023/heft/13/beitrag/getreidehandel-und-exportbeschraenkungen-waehrend-des-ukrainekriegs.html>.
Ein möglicher Versorgungsengpass – mit schweren Folgen für einige
Empfängerländer Afrikas – hätte jedoch zwei Hauptverursacher, und auf
beide hat Russland nicht den geringsten Einfluss. Umgekehrt wird dagegen
ein Schuh draus:
_Die marktbeherrschenden globalen Getreidehändler_.
Sie wollen ihre Geschäfte in und mit der Russischen Föderation drastisch
zurückfahren. Einer Statista-Prognose zufolge soll Russland bei den
Weizenexporten in der kommenden Saison 2023/24 zwar an erster Stelle
bleiben, jedoch an Getreide insgesamt fast ein Viertel weniger als heuer
ausführen
<https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/russland-versucht-getreide-weltmarkt-bringen-609945>.
Die internationalen Agrarhändler Cargill, Louis Dreyfus und Viterra
haben bereits zum Juli dieses Jahres ihren Getreideexport aus Russland
eingestellt
<https://grain-protrade.com/news/globale-getreidehaendler-stellen-ab-1-juli-den-export-von-russischem-getreide-ein/>.
Ihr Anteil am russischen Getreideexport wird auf 16 Prozent geschätzt.
Dass sie mit ihrem Rückzug globale Versorgungsengpässe erzeugen und
Getreidepreise auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben können, versteht
sich von selbst.
_USA und EU, Initiatoren der völkerrechtswidrigen Sanktionen_.
Auch die sollen Russlands Getreideexport soweit möglich blocken
<https://lostineu.eu/getreide-und-sanktionen-eu-raeumt-probleme-ein/>.
Einer der dazu eingesetzten Hebel ist, Russland aus dem vom Westen
dominierten Kommunikationssystem SWIFT für den internationalen
Zahlungsverkehr auszuschließen, „um den Kreml von der Weltwirtschaft
abzuschneiden
<“" rel="noopener">https://de.euronews.com/my-europe/2022/08/04/russische-banken-von-swift-ausgeschlossen-gibt-es-fur-sie-alternativen>“.
Davon betroffen ist auch Russlands staatliche Landwirtschaftsbank. Sie
kann den Zahlungsverkehr für den russischen Getreideexport nicht mehr
abwickeln.
*Nutznießer und Mondgucker*
Am Rande sei noch vermerkt: Während des inzwischen „toten“
Schwarzmeer-Abkommens verließen tatsächlich nur 725 000 Tonnen Weizen
<https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/ukrainian-grain-exports-explained/>
die ukrainischen Häfen in Richtung der am stärksten vom Hunger bedrohten
Länder Äthiopien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Kenia und
Dschibuti. Ein Klacks, mehr nicht. Insgesamt erreichten gerade mal 2,5
Prozent des ukrainischen Getreideexports
<https://www.telesurenglish.net/news/Russia-Sees-No-Reason-to-Prolong-Brack-Sea-Grain-Deal-20230630-0010.html>
die wirklich notleidenden Länder.
Sogar die Tagesschau meldete
<:" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/getreideabkommen-ukraine-russland-faq-104.html>:
„44 Prozent (des ukrainischen Getreideexports) gingen an reiche Länder,
3 Prozent an arme Länder.“ Den Löwenanteil
<https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/geht-getreide-ukraine-fuenf-laender-kaufen-60-prozent-602022>
am Getreide aus der Ukraine sicherten sich Spanien, China und die
Türkei. Mit einigem Abstand folgten Italien und die Niederlande. Gegen
den ukrainischen Getreideexport
<https://de.euronews.com/my-europe/2023/07/25/osteuropaische-lander-drangen-auf-verlangerung-der-verbote-fur-ukrainisches-getreide>
opponierten jedoch etliche andere EU-Länder, weil er ihre nationalen
Märkte unter Druck setze. Bis heute herrscht in der EU heftiger Zoff
<https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-getreideexporte-eu-agarminister-100.html>
über ein deshalb verfügtes Importverbot.
Weltweit werden jährlich allein rund 800 Millionen Tonnen Weizen
produziert. Etwas mehr als 190 Millionen Tonnen gehen in den Export. Die
fünf größten Anbieter waren zuletzt Russland, die EU, Australien, Kanada
und die USA. Erst auf dem sechsten Platz folgte die Ukraine. Ihr Anteil
am Weltmarkt lag bei 8 Prozent
<https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1293852/umfrage/groesste-weizenexporteure-weltweit-marktanteil/>.
Dem Regime in Kiew ist künftig zwar der Getreideexport per Schiff übers
Schwarze Meer verwehrt, es bleibt ihm aber noch die Ausfuhr über Land.
Der partielle Exportausfall ist für die Ukraine schmerzlich, sein Anteil
am Weltmarkt jedoch viel zu klein, als dass er dort Versorgungsengpässe
erzeugen und in einigen Ländern gar Hungersnöte herbeiführen könnte.
Andere Exportländer treten an die Stelle der Ukraine.
*Getreidepreistreiber*
Indien zum Beispiel. Der zweitgrößte Weizenproduzent weltweit
<https://www.indienaktuell.de/agrar-food/indien-kuendigt-eine-aenderung-in-der-ausfuhrpolitik-fuer-weizen-an-705775>,
wollte eigentlich von der Knappheit profitieren
<http://web.archive.org/web/20220515174717/https:/www.sueddeutsche.de/politik/ernaehrungslage-indien-weizen-ukrainekrieg-1.5585031>
und wäre nur allzu gerne als Ersatzlieferant eingesprungen. Premier Modi
hatte im vorigen Jahr versprochen, eine mögliche Versorgungslücke zu
füllen. Schon bald verfügte er stattdessen jedoch ein Exportverbot
<https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/indien-weizen-export-101.html>,
um den sprunghaften Preisauftrieb im eigenen Land zu stoppen. Drohende
Ernteausfälle wegen einer Hitzewelle hatten die Kehrtwende erzwungen.
Modis Absage ließ den Weizenpreis prompt sprunghaft ansteigen
<https://www.welt.de/wirtschaft/article238783529/Weizenpreis-steigt-wegen-Indiens-Exportstopp-auf-neuen-Rekord.html>.
Andere Getreideexporteure trugen ebenfalls dazu bei, die aktuellen
Preise hoch zu halten. In den USA trat dabei ein Neidmotiv zutage. 28
Mitglieder des US-Kongresses hatten in einem Brief geklagt
<https://allinfo.space/2022/01/21/us-gesetzgeber-streben-bei-der-wto-einen-rechtsstreit-gegen-indien-wegen-weizensubventionen-an/>:
„Amerikanische Rohstoffproduzenten sind gegenüber ihren Konkurrenten
klar im Nachteil, vor allem aus Indien, wo die Regierung mehr als die
Hälfte des Produktionswertes für Reis und Weizen subventioniert, anstatt
der 10 Prozent, die erlaubt sind nach den Regeln der
Welt-Handelsorganisation (WTO).“ Natürlich reagierten die Getreidebörsen
auf diesen Protest.
Den G7-Agrarministern passte die indische Subventionspolitik ebenfalls
nicht, nur begründeten sie ihre Ablehnung anders.
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, bis zum Kragen abgefüllt mit
Selbstüberschätzung
<:" rel="noopener">https://www.welt.de/politik/ausland/article238755555/Agrarminister-G-7-gegen-Exportstopp-von-Nahrungsmitteln-Oezdemir-mahnt-Indien-und-Indonesien.html>:
„Wir haben alle miteinander, gerade die großen Exportnationen, auch eine
Verantwortung für den Rest der Welt“, nölte er mit Blick nach Neu-Delhi.
„Ich sehe das sehr kritisch“. Tatsächlich galt seine „Sorge“ wohl bloß
den deutschen Verbraucherpreisen, er ist schließlich auch für das
Ressort Ernährung zuständig. Gardinenpredigten, adressiert an Abwesende,
dienen seiner Sorte Politiker bevorzugt als risikoloser Ersatz für
fehlende eigene Handlungsbereitschaft.
Strich drunter. Das Profitinteresse hat im Kapitalismus immer Vorrang,
auch angesichts möglicher Hungersnöte.
Man sollte meinen, dass sich angesichts der Faktenlage jeder lächerlich
macht, der da behauptet, Russland setze den „Hunger als Waffe“ ein. Doch
die Baerböcke unserer Tage sind nicht nur aggressiv, sondern auch
erkenntnisresistent. Zur reuigen Einsicht, Russland genötigt zu haben,
das Getreideabkommen für die Ukraine auslaufen zu lassen, reicht es
einfach nicht. Dass Putin versprach, kostenloses Getreide nach Afrika zu
liefern, verstärkte noch ihre Abneigung, denn es ließ sie in den Augen
der Welt alt aussehen.
Es meckerten vor allem die penetrant russophoben Deutschen:
Bundesentwicklungsministerin Schulze sagte dem Evangelischen
Pressedienst, „Präsident Putin habe schon zu oft sein Wort gebrochen
<https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-russland-tuerkei-uno-getreide-abkommen-getreideabkommen-100.html>
und wäre jederzeit wieder in der Lage, Weizen als Waffe zu benutzen“.
Berliner Spitzenpolitiker legen Wert darauf, intellektuell auf Augenhöhe
mit einem Briefkastenschlitz zu bleiben.
*Räuberisches, mörderisches US-Regime*
Verdrängt und vergessen ist, wie Westliche-Werte-Krieger nach ihren
militärischen Niederlagen rachsüchtig mit dem „Hunger als Waffe“
umzugehen pflegen. Die US-Amerikaner nahmen erst jüngst, nach ihrem
Rauswurf aus Afghanistan, dessen hungernde Bevölkerung in Kollektivhaft.
Sie froren 6,1 Milliarden Euro
<https://www.dw.com/de/usa-beschlagnahmen-sieben-milliarden-dollar-von-afghanischer-zentralbank/a-60750427>
auf den afghanischen Auslandskonten ein und schlossen Kabul aus dem
SWIFT-Bankenzahlungssystem aus. Damit konnte die Taliban-Regierung keine
Gehälter mehr auszahlen, keine Medikamente und Lebensmittel mehr
importieren. Die Hungersnot – jeder dritte Afghane ist unterernährt
<https://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/flucht-und-migration/fluchtursachen/fluchtursachen-afghanistan>
– treibt mittlerweile hunderttausende Afghanen zur Flucht.
Knapp die Hälfte des afghanischen Geldes, 3,5 Milliarden Dollar, ließ
US-Präsident Biden inzwischen beschlagnahmen
<https://www.deutschlandfunkkultur.de/afghanistan-ukraine-doppelmoral-100.html>,
um damit seine Landsleute, „die Opfer des Anschlags vom 11. September zu
entschädigen“. Mit diesem Terrorakt hatte Afghanistan zwar nichts zu
tun, die Attentäter waren Araber. Aber was schert das schon kriminelle
wertewestliche Regimes wie das der USA und ihrer Vasallen.
Ähnlich schlimm wie in Afghanistan ergeht es den Menschen in Syrien.
Dort leidet statistisch jeder Zweite an Hunger
<https://www.berliner-zeitung.de/open-source/politik-ausland-krieg-wie-westliche-sanktionen-zur-verarmung-der-syrischen-bevoelkerung-beitragen-li.337236>.
Zufolge der EU-Sanktionen kann sich das Land weder ausreichend mit
Nahrungsmitteln versorgen, noch lebenswichtige Medikamente und andere
Bedarfsgüter beschaffen. Sein Öl, den Reichtum des Landes, beuten
zurzeit die USA aus
<https://www.zerohedge.com/geopolitical/rare-uprising-against-us-backed-forces-syria-leaves-many-killed>.
Sie haben die Förderanlagen im Nordosten besetzt, organisieren den Raub
und illegalen Transport in den Irak und beteiligen eine kurdische
Clan-Elite
<https://www.anti-spiegel.ru/2022/usa-rauben-syrisches-oel-und-unterstuetzen-den-kampf-der-kurden-gegen-die-tuerkei/?doing_wp_cron=1693218163.4654660224914550781250>
an den Verkaufserlösen.
*Hungermacher*
Syrien war ja einst eine Kornkammer des Nahen Ostens. Jetzt plündern die
USA die Getreideernte
<https://linkezeitung.de/2021/07/08/syrien-usa-stehlen-getreide-und-oel-bauen-militaerbasen-auf-tuerkei-mitschuldig-an-kriegsverbrechen/>
und schmuggeln das Raubgut über die Grenze nach Irak. Es schert sie
nicht im Geringsten, dass sie damit das Überleben ungezählter syrischer
Kinder opfern
<https://www.savethechildren.de/news/hunger-in-syrien-millionen-kinder-bedroht/>.
Bei Gelegenheit völkerrechtswidriger und kriegsverbrecherischer
US-Bombardements auf die zivile syrische Infrastruktur geht auch schon
mal ein Getreidespeicher
<https://www.wsws.org/de/articles/2023/03/26/mfbz-m26.html> in Trümmer,
und das lebenswichtige Gut in Flammen auf.
Unserem staatstragenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Syriens
Elend trotzdem schon lange kaum noch eine Nachricht wert. Dabei könnte
man die US-amerikanische Besatzerbande wie die verantwortlichen
EU-Sanktionäre mit Grund beschuldigen, den „Hunger als Waffe“
einzusetzen. Die Politik Washingtons: Die syrische Bevölkerung so lange
darben lassen, bis sie revoltiert und ihren Präsidenten Assad stürzt.
Dazu spendet die Mischpoke von deutschen Staats- und Konzernjournalisten
gemeinsam mit den Berliner regelbasierten Ordnungskünstlern Beifall.
Werfen wir noch einen Blick auf die vertragsrechtliche Konstruktion des
Abkommens über ukrainische Getreideexporte via Schwarzes Meer.
Im Prinzip handelt es sich nicht um einen üblichen Vertrag mit bindender
Wirkung für alle Parteien. Russland hatte vielmehr ein separates
Abkommen nur mit der Türkei und mit den Vereinten Nationen
unterzeichnet. Getrennt davon hatte sich auch die Ukraine mit der Türkei
und den UN vereinbart. Darüber hinaus schloss Russland ein Abkommen mit
den Vereinten Nationen zur Sicherstellung eines ungehinderten Exports
russischer Agrarprodukte und Düngemittel. Die UN sollten darauf
hinwirken, dass der Export dieser Warengruppe nicht mehr infolge der
westlichen Russland-Sanktionen beeinträchtigt wird.
Es liegt auf der Hand, dass der Erfolg des Bündels von Abkommen nicht
von Vertragstiteln abhing, sondern vom guten Willen aller Beteiligten.
Den ließ der Westen aber schmerzlich vermissen. Das Bemühen der UNO,
russische Getreide- und Düngemittelausfuhren zu erleichtern, hatte
keinen Erfolg. UN-Generalsekretär Guterres und sein Plenum sind
gegenüber den Regierungen der USA und der EU nicht nur machtlos, sie
müssen ihnen gegebenenfalls sogar Folge leisten.
*Profit schlägt Großmut*
Als Präsident Putin sich Mitte September vorigen Jahres bereiterklärte,
rund 300.000 Tonnen russischer Düngemittel, die aufgrund von Sanktionen
in europäischen Häfen festsitzen, kostenlos an die Entwicklungsländer zu
liefern, zeigten ihm unsere „Wertewestler“ sogleich den Stinkefinger.
<https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarpolitik/usa-weisen-russlands-forderung-nach-aufhebung-von-sanktionen-zurueck_article1653643415.html>
Der Dünger, für Russland ohnehin nur noch ein Kostenfaktor, hätte
mutmaßlich die Preise der transatlantischen Konkurrenz gedrückt und
deren Profit geschmälert. Düngemittel und Weizen sind zwar von den
Sanktionen ausgenommen, unterfallen aber schweren Nebenwirkungen der
gesamten Sanktionspolitik: Hemmnissen
<https://www.anti-spiegel.ru/2022/worum-es-bei-den-streit-um-das-getreideabkommen-geht/>
beim Transport und bei der Bezahlung beispielsweise, wie beim schon
genannten SWIFT-Ausschluss.
Darüber erfuhr man so gut wie nichts in den Mainstream-Medien, auch
nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst, als das Abkommen im
Juli 2023 nicht erneuert wurde, kamen die deutschen
„Hunger-als-Waffe“-Experten wieder aus ihren Löchern. An der Spitze der
Propaganda-Front: die Grünen. Cem Özdemir: Putin nehme „die Ärmsten der
Armen auf dieser Welt in Geiselhaft für seine grauenhafte Kriegstreiberei“.
Norbert Röttgen, „das eifrigste Masseteilchen des Atlantizismus
<https://www.ullstein.de/werke/ami-go-home/hardcover/9783430210287%20(S.%20197)>
in der deutschen Politik“, setzte noch eins drauf: „Putin nimmt die
hungernden Menschen in Afrika als Geisel, um vom Westen ein politisches
Lösegeld zu erpressen. Darum geht es bei der Blockade des
Getreideabkommens. Es wiederholt sich die Erpressung
<https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2023/putin-getreideabkommen/>,
die er schon letztes Jahr unternommen hat.“
Die Qualitätströten der ARD-aktuell bereichern das misstönende Konzert
mit maßloser und faktenwidriger Übertreibung. Bei dem Getreideabkommen
handele es sich um eine „für die weltweite Nahrungsmittelversorgung
bedeutende Vereinbarung
<.“" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/archiv/sendungen?datum=2023-07-17>.“ Dazu
passte die tagesschau-typische Falschinformation
<https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/ts-58852.html>,
die Ukraine habe „mehr als 38 Millionen Tonnen Getreide exportiert, vor
allem in ärmere Länder“. Die ARD-aktuell-Nieten widersprechen sich damit
auch noch selbst.
Kapitalistisches Profitstreben
<https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/getreidepreise-weizenpreise-steigen-steil-naechste-rallye-beginnt-585383>
ist ein wesentlicher Verursacher von Hungersnöten im globalen Süden.
Hunger herrscht, weil der Getreidepreis der Börsenspekulation
unterliegt. Unseren Regierenden ist es jedoch bei Strafe ihres
Amtsverlustes – gegebenenfalls sogar ihres Lebens – verwehrt, den
Börsenhandel mit Nahrungsmitteln zu verbieten. Nicht politische Macht
zählt hier, sondern die Macht der Geldelite. Westliche Politiker dürfen
nur mit der heuchlerischen Bezichtigung „… Putin setzt den Hunger als
Waffe ein!“ auf den Widersacher losgehen.
Zu guter Letzt: Der SWIFT-Ausschluss Russlands, des weltweit
bedeutendsten Getreideexporteurs, und andere seinen Handel
beeinträchtigenden Sanktionen sind lange vor dem 24. Februar 2022
abgekartet worden. Maulheld Olaf Scholz: „Über Monate hinweg haben wir
die Sanktionen bis ins kleinste Detail vorbereitet
<https://augenaufmedienanalyse.de/2022/03/26/scholz-sanktionen-lange-geplant/>,
damit sie die Richtigen treffen, damit sie wirken“, tönte er im März
2022 vor dem Bundestag in Berlin. Getroffen werden jetzt aber nicht nur
russische, sondern auch ukrainische Bauern. Wer sind nun „die
Richtigen“? Uns‘ Olaf hätte besser den Verstand als „Waffe“ eingesetzt.
Soweit verfügbar – und soweit er sich „erinnern“ kann…
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält