aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 12. März 2026, 8:18 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum ThemaMilitarisierung - auch heute mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.
1. Axios: Trump und Putin besprechen in einem Telefonat das Ende der Kriege im Iran und in der Ukraine2. n tv: Angebot der Ukraine abgelehnt - USA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben
3. t-online: US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg
4. jpost: „Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“, schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag
5. Spiegel: Irankrieg - Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in Jordanien
6. Welt: Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak
7. DW: Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in Europa
8. Berl.Z.: Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen
9. Freitag: US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebracht
10. WDR: MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?
11. FR: Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“
12. IPG: Bomben statt Strategie - Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt. Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.
13. Medico: Angriff auf den Iran - Welt der Wölfe - Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.
14. Campact: Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!
15. Friedenskooperative: Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026
----------------
https://www.axios.com/2026/03/09/trump-putin-iran-ukraine-war-phone-call
1. Axios: Trump und Putin besprechen in einem Telefonat das Ende der Kriege im Iran und in der Ukraine.
Aktualisiert am 9. März 2026
Politik & Politik
Barak Ravid
Präsident Trump habe am Montag mit dem russischen Staatschef Wladimir
Putin telefoniert und den Krieg mit dem Iranund die Bemühungen zur
Beendigung des Krieges in der Ukraine diskutiert, sagte der Kreml.
Warum es wichtig ist: Dies war der erste Anruf zwischen Trump und
Putin seit Beginn des Krieges mit dem Iran.
——
2. n tv: Angebot der Ukraine abgelehnt - USA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben
https://www.n-tv.de/politik/Iran-Krieg-USA-sollen-fatale-Fehlentscheidung-getroffen-haben-id30455497.html
Angebot der Ukraine abgelehntUSA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben11.03.2026, 09:33 Uhr
US-Präsident Donald Trump behauptet gerne, die Ukraine habe in ihrem
Verteidigungskampf keine Karten in der Hand. Dabei wollte Kiew den
Vereinigten Staaten im Sommer offenbar mit Technologie zur Abwehr von
Drohnen helfen. Washington lehnte ab - und benötigt die Unterstützung nun.
Einem Bericht des US-Mediums Axios zufolge hat die Ukraine den USA vor
etwas mehr als einem halben Jahr ihre Technologie zur Eliminierung von
Shahed-Drohnen angeboten. In Washington sei das jedoch auf Ablehnung
gestoßen. Zwei US-Beamte sprachen von einer der "größten taktischen
Fehleinschätzungen" der Regierung.
Denn seit der israelisch-amerikanischen Bombardierung des Iran und den
damit verbundenen Gegenangriffen seit Ende Februar fragen die
Vereinigten Staaten die Ukraine nach genau dieser Technologie.
Axios zufolge hatten die Ukrainer im August 2025 eine
PowerPoint-Präsentation erstellt, in der sie zeigten, wie ukrainische
Technologie die amerikanischen Streitkräfte und ihre Verbündeten in
einem Krieg im Nahen Osten schützen könnte. Trump habe sein Team
gebeten, daran zu arbeiten, "aber sie haben nichts unternommen", sagte
ein ukrainischer Beamter laut Axios. (…)
Mittlerweile haben die USA eine Kehrtwende vollzogen. Laut Angaben aus
Kiew befinden sich ukrainische Spezialisten im Nahen Osten, um bei der
Abwehr von Shahed-Drohnen zu helfen. Staatschef Wolodymyr Selenskyj
erhofft sich im Gegenzug dafür die Lieferung von modernen
PAC-3-Flugabwehrraketen für die ukrainischen Patriot-Systeme.
(…)
—————————
3. t-online: US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_101157988/iran-krieg-us-geheimdienste-hatten-im-vorfeld-zweifel-an-kriegserfolg.html
Newsblog zum Krieg in Nahost
US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg
Von C. Siemer, T. Schibilla, F. Michalski, J. Hartung, J. Seiferth, N. Breuer, C. Cöln, M. Kloft
Aktualisiert am 10.03.2026 - 09:51 Uhr
(…)
US-Geheimdienste hatten Zweifel an Kriegserfolg vor Beginn der Angriffe
Eine US-Geheimdienstanalyse kurz vor Beginn des Krieges kam zu dem
Schluss, dass der Angriff Israels und der USA auf Iran wahrscheinlich
nicht zu einem Regimewechsel in der Islamischen Republik führen würde.
Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zwei mit
dem Bericht vertraute anonyme Personen.
Demnach kam die Analyse zu dem Schluss, dass keine starke oder geeinte
Oppositionskoalition in Iran bereit sei, die Macht zu übernehmen, wenn
die iranische Führung getötet werde. Stattdessen sagte die Analyse
genau das voraus, was am Sonntag passiert ist: Irans führende
Geistliche wählten den Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei zum
neuen obersten Führer.
Die Analyse widerspricht der Behauptung der Trump-Regierung, ihre
Ziele in Iran relativ schnell – möglicherweise innerhalb weniger
Wochen – erreichen zu können.
(…)
——
siehe auch:
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/3-7-Milliarden-in-100-Stunden-So-teuer-ist-der-Iran-Krieg-id30440895.html
Kosten der Operation "Epic Fury“ 3,7 Milliarden in 100 Stunden: So teuer ist der Iran-Krieg06.03.2026, 21:03 Uhr
Die ersten vier Tage der Operation "Epic Fury" sind extrem teuer. Nach
Berechnungen der US-Denkfabrik CSIS haben die ersten 100 Stunden der
Angriffe auf iranische Ziele rund 3,7 Milliarden Dollar verschlungen -
vor allem für Munition, Kampfjets und verlorene Flugzeuge.
-----
4. jpost: „Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“,
schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag
https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-882149
„Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“,
schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag
„Das iranische Regime steckt in Schwierigkeiten“, sagte der ehemalige US-Außenminister
unter Verweis auf die anhaltenden Proteste gegen das Regime, die derzeit im ganzen Iran stattfinden.
Von der Redaktion der Jerusalem Post
3. Januar 2026, 04:52 Uhr
Aktualisiert: 3. Januar 2026, 04:56 Uhr
„Ein frohes neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Und auch an
alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen“, schrieb der ehemalige
US-Außenminister Mike Pompeo am Freitagabend in einem Beitrag auf
X/Twitter.
Pompeos Beitrag erschien inmitten weit verbreiteter und tagelanger
Proteste gegen die Islamische Republik, die im ganzen Land
ausgebrochen sind.
„Das iranische Regime steckt in Schwierigkeiten“, fügte Pompeo hinzu.
„Die Hinzuziehung von Söldnern ist seine letzte Hoffnung.“
„Unruhen in Dutzenden von Städten und die Basij unter Belagerung –
Mashed, Teheran, Zahedan. Nächster Halt: Belutschistan“, fuhr er fort.
„47 Jahre dieses Regimes; POTUS 47. Zufall?“, schrieb er auf X.
Am Montag ermutigte der Mossad die Anti-Regime-Demonstranten in einem
Beitrag in persischer Sprache in den sozialen Medien.
„Geht gemeinsam auf die Straße. Die Zeit ist gekommen“, erklärte der
Mossad und fügte hinzu, dass Mossad-Agenten „nicht nur aus der Ferne
und verbal“ mit den Demonstranten seien. „Wir sind mit [ihnen] vor
Ort.“
Pompeo überlebte zuvor ein Attentat des Iran
Monate zuvor sorgte Pompeo für Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde,
dass die Islamische Republik laut dem im Juli veröffentlichten Buch
„2024: How Trump Retook the White House and the Democrats Lost
America“ beinahe erfolgreich ein Attentat auf ihn verübt hätte.
Die Washington Post erhielt einen Monat vor der Veröffentlichung
Zugang zu dem Buch und enthüllte, dass der beinahe erfolgreiche
Anschlag stattfand, während der ehemalige Außenminister 2022 in einem
Hotelzimmer in Paris wohnte.
Das Buch behandelt auch die beiden Attentate auf US-Präsident Donald
Trump, die er beide in den letzten Monaten seines
Präsidentschaftswahlkampfs überlebte. Es wurde keine Verbindung
zwischen diesen Attentaten und der Islamischen Republik festgestellt.
Yonah Jeremy Bob hat zu diesem Bericht beigetragen.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
——
siehe auch - in der angebotenen deutschen Übersetzung:
https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-881733
Mossad spornt Iran-Proteste an, sagt Agent mit Demonstranten in Farsi-BotschaftAls die Proteste im gesamten Iran zunahmen, veröffentlichte der Mossad
eine ungewöhnliche Farsi-Botschaft, in der die Demonstranten
aufgefordert wurden, zu handeln, und sagte, dass sie mit ihnen auf den
Straßen liegt, inmitten des steigenden wirtschaftlichen Drucks und der
öffentlichen Unruhen. (…)
Von YONAH JEREMY BOB
DEZEMBER 29, 2025 17:40
Aktualisiert: DEZEMBER 29, 2025 20:52(…)
——------
5. Spiegel: Irankrieg - Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in Jordanien
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/iran-krieg-raketenangriff-aus-iran-auf-deutsches-feldlager-in-jordanien-a-3043ce24-7a33-4b35-9348-3d467538d76a
Irankrieg Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in JordanienBei einem Angriff mit ballistischen Raketen wurde nach
SPIEGEL-Informationen auch der deutsche Teil des jordanischen
Luftwaffenstützpunktes al-Azraq getroffen. Unklar ist, ob die Raketen
selbst oder Trümmerteile der Geschosse die Basis trafen.
10.03.2026, 01.41 Uhr
Das deutsche Feldlager im jordanischen al-Azraq ist in der Nacht zum
Montag mit ballistischen Raketen aus Iran angegriffen worden. Nach
SPIEGEL-Informationen wurde auch der deutsche Teil des jordanischen
Luftwaffenstützpunktes, auf dem auch die U.S. Air Force stationiert
ist, getroffen. Demnach wurde bei dem Einschlag ein Unterkunftsgebäude
des deutschen Kontingents getroffen.
Da sich die deutschen Soldatinnen und Soldaten zur Zeit der Attacke in
den Schutzräumen befanden, kam es nicht zu Personenschäden. Bisher ist
nicht klar, ob die Raketen selbst auf der Basis einschlugen oder ob
Trümmerteile von zuvor von der Flugabwehr abgefangenen Geschossen auf
dem Militärgelände niedergingen.
Die Bundeswehr ist seit mehreren Jahren fest in al-Azraq stationiert,
von dort aus unterstützt die Luftwaffe eine internationale
Anti-Terror-Koalition mit Tankflugzeugen. Wegen der eskalierenden Lage
im Nahen Osten hatte die Bundeswehr das Personal in al-Azraq bereits
vorsorglich reduziert, zuvor war dort eine niedrige dreistellige Zahl
von Soldaten stationiert.
Da die Amerikaner das Camp mit ihrer Flugabwehr schützen, galt
al-Azraq bisher als relativ sicher. Die Bundeswehr hat aktuell in
al-Azraq zwei A400M der Luftwaffe in Bereitschaft, um im Falle einer
Evakuierungsoperation schnell reagieren zu können.
Wie groß die Schäden durch die Einschläge sind, war am Montag zunächst
unklar. Ein Sprecher des zuständigen Operativen Führungskommandos
bestätigte auf Anfrage des SPIEGEL lediglich, dass es in der Nacht
einen Angriff gab, der Vorfall werde gerade intern untersucht.
——
6. Welt: Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak
https://www.welt.de/politik/ausland/article6983a98d2dfdd2aa24525e1c/drohende-eskalation-zwischen-usa-und-iran-bundeswehr-reduziert-praesenz-im-irak.html
Angespannte Sicherheitslage
Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak
Veröffentlicht am 04.02.2026
Die Bundeswehr nutzt im Irak gemeinsame Stützpunkte mit
US-Streitkräften. Angesichts der Spannungen zwischen dem Iran und den
USA werden die deutschen Kräfte nun deutlich reduziert, heißt es in
einem Medienbericht.
Die Bundeswehr bereitet sich auf eine drohende militärische Eskalation
zwischen den USA und Iran vor. Nach Informationen des „Spiegel“ hat
das Operative Führungskommando entschieden, die deutschen Kräfte im
Nordirak deutlich zu reduzieren.
Nicht missionskritisches Personal wurde vorsorglich aus dem Irak
verlegt. Die Sicherheitsmaßnahme sei wegen der „weiter zunehmenden
Spannungen zwischen USA und Iran“ nötig, heißt es in einer Information
für den Bundestag.
Die Bundeswehr unterstützt im Irak den Aufbau der lokalen
Streitkräfte. Schwerpunkt ist die Kurden-Metropole Erbil im Norden des
Irak, in der Hauptstadt Bagdad sind nur noch einzelne Soldaten als
Berater eingesetzt.
Zuletzt hatte die Bundeswehr für die Mission um die 300 Soldaten und
Soldatinnen im Einsatz. Der größte Teil davon ist allerdings in
Jordanien stationiert, wo die Luftwaffe in al-Azraq seit Jahren ein
kleines Feldlager betreibt und die internationale
Anti-Terror-Koalition unter anderem mit Tankflugzeugen unterstützt.
Bereits Ende Januar wurde die Gefahrenstufe für den Nordirak wegen
„der zunehmenden Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit
Iran“ verschärft.
Wegen der gemeinsamen Nutzung von Stützpunkten mit US-Streitkräften
bestehe eine „mittelbare Gefährdung“ für die Bundeswehr, so ein
aktueller Lagebericht. In der Vergangenheit hatte das iranische Regime
in Spannungssituationen mehrfach versucht, US-Streitkräfte im Nordirak
mit Raketen anzugreifen.
———
7. DW: Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in Europahttps://www.dw.com/de/ramstein-air-base-iran-krieg-militaerisches-drehkreuz-der-usa-in-europa-nato-stuetzpunkt/a-76275616
Politik Deutschland
Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in EuropaChristoph Hasselbach
09.03.20269. März 2026
Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland spielt für dieVereinigten Staaten eine wichtige Rolle. Umstritten war er schonimmer, wegen des Iran-Kriegs auch jetzt wieder.
Der Stützpunkt Ramstein ist eine Welt für sich. Im WestenDeutschlands, nahe dem Ort Ramstein-Miesenbach, erstreckt sich einweitläufiges Militärgelände mit Landebahnen, Hangars und zahlreichenGebäuden.
Die Luftwaffenbasis ist wie eine eigene kleine Stadt mitten imländlichen Rheinland-Pfalz, streng abgeriegelt von der hügeligenLandschaft darum herum. Und auch wenn die Ramstein Air Base aufdeutschem Staatsgebiet liegt, genießt sie doch ähnlich wie eineausländische Botschaft Immunität: Deutsche Beamte und Politiker dürfensie nur mit Zustimmung des US-Kommandeurs betreten.
Rund 9000 Menschen arbeiten hier. Es ist der größteLuftwaffenstützpunkt der USA in Europa. "Die Ramstein Air Base ist einunglaublich wichtiges logistisches Drehkreuz für das US-Militär", sagtder frühere NATO-Direktor William Alberque im Interview mit der DW.
(…)
Spanien hat seine Stützpunkte für die USA vorübergehend gesperrt, weildie Regierung die Angriffe auf den Iran für völkerrechtswidrig hält.Die Linkspartei in Deutschland fordert das mit derselben Begründungauch für Ramstein.
Aber abgesehen davon, dass sich Kanzler Merz hinter die US-Einsätzegestellt hat - wäre das rechtlich möglich? "Es wäre sehr schwierig fürdie Bundesregierung, die US-Operationen in Ramstein zu begrenzen",sagt der frühere NATO-Direktor William Alberque der DW.
"Wenn sie wollten, könnten sie es tun, aber es wäre sehr ungewöhnlich,und ich glaube nicht, dass sie das wollen."
——
siehe auch:
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/us-airbase-ramstein-iran-krieg-li.10023065
Iran-Krieg: Wie gefährdet ist Deutschland wegen der US-Airbase Ramstein? Ohne die Airbase Ramstein wäre der US-Krieg gegen den Iran kaum vorstellbar.
Wird der deutsche Stützpunkt nun zum Ziel für Vergeltung? Was sagt das Völkerrecht?
(…)
——
8. Berl.Z.: Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/von-der-leyen-iran-widerstand-bruessel-li.10023387
Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen MachtkampfStreit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen In Brüssel bricht offener Widerstand gegen die
EU-Kommissionspräsidentin aus. Die Mitgliedstaaten werfen von der
Leyen vor, im Iran-Krieg ihre Kompetenzen massiv zu überschreiten.
Raphael Schmeller
09.03.2026. 10.03.2026, 06:25 Uhr
In Brüssel wächst der Widerstand gegen Ursula von der Leyen. Mehrere
EU-Staaten werfen der Kommissionspräsidentin vor – besonders seit
Beginn des Iran-Kriegs –, in der Außenpolitik über ihr Mandat
hinauszugehen. Scharfe Kritik kommt aus dem Europäischen Parlament,
aus diplomatischen Kreisen und inzwischen auch aus den Hauptstädten
der Mitgliedstaaten.
Wie Politico am Montag unter Berufung auf Gespräche mit neun
Diplomaten, EU-Beamten und Abgeordneten berichtete, werden der
deutschen EU-Chefin Kompetenzüberschreitungen vorgeworfen. Sie wagt
sich demnach in Bereiche vor, die nach den EU-Verträgen vor allem
Sache der Mitgliedstaaten sind. Die Rede ist von einem „diplomatic
overreach“, einer diplomatischen Überdehnung ihres Amtes.
——
9. Freitag: US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebrachthttps://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/iran-usa-das-gezielte-toeten-von-fuehrungspersonal-hat-nahost-kriege-nie-beendet/6c9d8ffe-b310-48a3-8d7c-931f94796b09
US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebrachtDer Enthauptungsstrategie Israels liegt die Intention zugrunde,
charismatische Führungsfiguren eines Gegners zu treffen, damit der an
Kampf- und Entscheidungskraft verliert. Auf den ersten Blick erscheint
das logisch, auf den zweiten nicht.
Von Sabine Kebir
04.03.2026
Der 86-jährige Großayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 Nachfolger
des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini war, wurde am 28. Februar auf
eine Art getötet, wie sie Israel seit Langem als „Enthauptungsstrategie“ praktiziert.
Beihilfe hatte die CIA geleistet. Ihr war das Bewegungsprofil des
Geistlichen zu verdanken, der seit Monaten beobachtet wurde.
US-Diensten und dem Mossad gelingt es immer wieder, den iranischen
Sicherheitsapparat zu infiltrieren.
-----
siehe auch:
https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/kanzler-bei-trump-merz-hat-sich-als-kompagnon-des-krieges-in-szene-gesetzt/40deae18-22bc-4285-ad5d-7237acebaf12
Mein Herz erschrickt: Merz, Trump und selbst die Linke billigen gezieltes Töten im Iran?Während andere EU-Staaten die Angriffe auf den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnen,
gibt Friedrich Merz im Weißen Haus den makellosen Verbündeten.
Das war schon bei den Militärschlägen im Juni so – nur hat sich jetzt die Lage verändert
Von Lutz Herden
04.03.2026
(…)
—————————
10. WDR: MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/angriff-auf-iran-was-ist-der-plan-100.html
MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?
Der Angriff der USA und Israels auf Iran wird mit zwei großen Zielen
verbunden: mehr Sicherheit im Nahen Osten und der Sturz des
Mullah-Regimes in Teheran. Was aber ist der Plan zum Erreichen dieser
Ziele außer wochenlanger Luftangriffe? Fachleute haben Zweifel, ob es
einen solchen Plan überhaupt gibt und erinnern an die erzwungenen
Umstürze im Irak, in Afghanistan und in Libyen, die zu noch mehr
Terror und Chaos geführt haben.
Von Herbert Kordes, Lisa Seemann
(…)
George W. Bush (17.3.2003), damaliger US-Präsident (Übersetzung
MONITOR): "Wir werden den Terrorapparat zerschlagen und Ihnen helfen,
einen neuen, wohlhabenden und freien Irak aufzubauen."
Doch auf den Sturz des Diktators Saddam Hussein folgte Chaos. „Mission
accomplished“ – Mission erfüllt – ohne einen Plan für eine
Friedensordnung. Die US-Truppen hinterließen ein Land, in dem sich der
Terror des IS breitmachen konnte.
Prof. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut für Friedens- und
Konfliktforschung: "Also insgesamt muss man sagen, dass diese
Intervention im Irak 2003 zur Destabilisierung der gesamten Region
damals beigetragen hat. Und zum Wachstum eigentlich auch von
terroristischen Strukturen im Kontext des Islamischen Staates, aber
auch anderer terroristischer Gruppierungen."
Destabilisierung, Terror, Bürgerkrieg. Zweites Beispiel, Libyen: Ab
dem 19. März 2011 greift eine internationale Koalition unter
US-Führung Libyen an – sogar mit UN-Mandat. Auch damals ging es
angeblich um den Schutz von Menschen, die für Demokratie und
Menschenrechte demonstriert hatten. Auch hier wurde mit Muammar
al-Gaddafi ein Diktator gestürzt. Und auch damals weckte ein
US-Präsident große Hoffnungen:
Barack Obama (22.8.2011), damaliger US-Präsident: "So viel ist klar,
das Gaddafi-Regime geht zu Ende und die Zukunft Libyens liegt in den
Händen seines Volkes. Das Libyen, das ihr verdient, ist zum Greifen
nah!"
Einen langfristigen Plan? Den gab es auch damals nicht. Das Land
versank im Bürgerkrieg. Rivalisierende Milizen und zwei Regierungen,
die bis heute um die Macht kämpfen – und um den Ölreichtum des Landes.
Droht das auch in Iran?
Daniel Gerlach, Nahost-Experte, Candid Foundation: "Also so ein
Regimesturz ist besonders heikel und besonders riskant in einem
ressourcenreichen Land wie Libyen. Und das konnte man sehr gut sehen,
denn der Kampf um die Macht, der Kampf um die Staatsmacht ist ein
Kampf um die Ressourcen, Zugriff auf Geld, die Ölressourcen des
Landes. Und das facht natürlich Bürgerkrieg an – und in einem solchen
Land ist es unter Umständen noch viel, viel schwieriger, demokratische
Machtteilung zu erwirken, wenn es so ein Machtvakuum gibt. Und das hat
man in Libyen sehr dramatisch gesehen."
Machtvakuum, Bürgerkrieg Unterdrückung der Zivilbevölkerung. Drittes
Beispiel: Afghanistan: Ab dem 7. Oktober 2001 greifen amerikanische
Kampfjets die Hauptstadt Kabul an. Was mit dem Kampf gegen das
Terrornetzwerk von 9/11 begann, wurde zu einem der längsten
Auslandseinsätze überhaupt, auch für die Bundeswehr. Und auch damals
hieß es:
George W. Bush (07.10.2001), damaliger US-Präsident (Übersetzung
MONITOR): "Wir verteidigen nicht nur unsere kostbare Freiheit, sondern
auch die Freiheit aller Völker, frei von Angst zu leben und ihre
Kinder frei zu erziehen."
Auf das große Versprechen folgte 2021 ein hastiger und planloser
Rückzug der USA und ihrer Alliierten. Heute herrschen wieder die
Feinde der Freiheit – die Taliban. Ein Desaster für den Westen, eine
Katastrophe vor allem für die Frauen im Land: Unterdrückt, entrechtet,
unter den Schleier gezwungen.
Prof. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut für Friedens- und
Konfliktforschung: "Wir sind eigentlich wieder zurück im Zeitpunkt
Anfang der Zweitausender Jahre, bevor es zu dieser Intervention
gekommen ist. Und wir müssen wirklich sagen, dass zwei Jahrzehnte
Versuch von Regime-Change vollkommen fehlgeschlagen sind."
Drei Militärinterventionen mit verheerenden Folgen: in Afghanistan
herrscht ein islamistisches Unrechtsregime, im Irak erstarkten
islamistische Terroristen, in Libyen wurde ein Bürgerkrieg entfacht,
der immer noch schwelt. Droht ähnliches jetzt auch in Iran? Die USA
müssten es eigentlich wissen, sagen Fachleute. (...)
—----
siehe auch:
https://www.sueddeutsche.de/meinung/iran-krieg-usa-trump-kommentar-li.3450188?reduced=true
Meinung
Iran
Dieser Krieg wird den gewünschten Erfolg kaum haben
Kommentar von Bernd Dörries
10. März 2026, 13:28 Uhr
Ach, wie schön wäre es, ließe sich das Regime in Teheran einfach wegbomben,
und danach wäre alles gut. So aber wird es nicht kommen, wie die Geschichte
der Interventionen in Nahost lehrt. (…)
——
11. FR: Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“
https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/ein-angriffskrieg-bleibt-ein-angriffskrieg-trotz-tyrannei-94195978.html
Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“
03.03.2026, 16:16 Uhr
Von: Michael Hesse
Die Friedens- und Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff über die
Erosion der internationalen Ordnung, den völkerrechtswidrigen Krieg
der USA und Israels gegen den Iran und Illusionen über einen
Regimewechsel.
Die Frankfurter Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff zählt in
Deutschland zu den gefragtesten Expertinnen auf dem Gebiet der
Friedens- und Konfliktforschung.
Frau Deitelhoff, Israel und die USA sprechen im Kern von einem
Präventivschlag. Donald Trump, der Amerika einst durch einen „großen
Teich“ von den Kriegen der Welt getrennt sah, sagt nun, Iran könne
Raketen bauen, die auch die USA erreichen. Was ist davon zu halten?
Es ist wenig überzeugend. Die Argumentation ist zwar verständlich –
man versucht erkennbar, sich innerhalb des Völkerrechts zu bewegen.
Aber das trägt nicht. Das Völkerrecht schließt Präventivschläge aus.
Was allenfalls zulässig wäre, ist die Abwehr eines unmittelbar
bevorstehenden Angriffs – das nennen wir einen Präemptivschlag. Und
genau das liegt hier nicht vor. (…)
———
11. IPG: Bomben statt Strategie - Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt. Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/bomben-statt-strategie-8912/?utm_campaign=de_40_20260305&utm_medium=email&utm_source=newsletter
Außen- und Sicherheitspolitik 05.03.2026 |
David Ramin Jalilvand
Bomben statt Strategie
Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt.
Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.
Seit dem Wochenende greifen Israel und die USA gemeinsam Iran an. ImZentrum der bisherigen Bemühungen stehen dabei drei taktische Ziele:erstens „Enthauptungsschläge“ gegen die Staatsführung; zweitens dieGewinnung der Lufthoheit; und drittens die Schwächung desmilitärischen, sicherheitspolitischen und repressiven Apparats desRegimes. Bereits in den ersten Tagen des Konflikts führten dieamerikanisch-israelischen Angriffe jedoch auch zu zahlreichen zivilenOpfern.
Teherans Reaktion erfolgte prompt und entschlossen. Noch am Samstag,dem Tag des Kriegsbeginns, griff Iran nicht nur Israel und US-Ziele imNahen und Mittleren Osten an, sondern auch zivile Infrastruktur in denGolfstaaten – und nahm seither Hotels, Flughäfen und Energieanlagenins Visier. Zugleich ist die für den globalen Fracht- undEnergiehandel zentrale Straße von Hormus seit der Drohung Irans, dortkeine Schiffe mehr passieren zu lassen, weitgehend geschlossen. Ausdem Libanon heraus eröffnete die Hisbollah zudem eine weitere Frontgegen Israel.
Trotz der Tötung zahlreicher politischer und militärischerFührungskader – darunter des Obersten Führers, des Chefs desVerteidigungsrats und des Kommandeurs der Revolutionsgarden – bliebIran bislang handlungsfähig. In Antizipation genau solcher Schlägegegen seine Führung hatte Teheran im Vorfeld die Kommandostrukturdezentralisiert und lokalen Befehlshabern Ziele sowie weitreichendeEntscheidungskompetenzen an die Hand gegeben.
Mit der Ausweitung des Kampfgebiets will Iran die politischen undökonomischen Kosten für die USA und ihre Verbündeten gezielt in dieHöhe treiben.
Mit der Ausweitung des Kampfgebiets will Iran die politischen undökonomischen Kosten für die USA und ihre Verbündeten gezielt in dieHöhe treiben. Damit soll insbesondere die innenpolitische Debatte inWashington gekippt und die Trump-Administration zum Rückzug bewegtwerden.
Unterdessen kämpfen Israel und die USA zwar Seite an Seite, dochverfolgen sie nicht zwingend dieselben Ziele. Israel wirktentschlossen, das Regime in Teheran um jeden Preis zu stürzen – selbstunter Inkaufnahme eines Staatskollapses, der Fragmentierungstaatlicher Strukturen oder gar eines Bürgerkriegs. Dagegen hatUS-Präsident Donald Trump seit Samstag unterschiedliche Ziele benannt.Aktuell scheint ihm vor allem an der Dezimierung der militärischen undnuklearen Fähigkeiten Irans gelegen zu sein, während er zugleich einen„Deal“ mit neuen Vertretern des Regimes in Teheran für möglich hält.
Dass die kombinierte amerikanisch-israelische Militärmacht den Iranempfindlich treffen kann, steht außer Frage. Irans Raketenbestände,-abschussrampen und -produktionsstätten dürften sich zu großen Teilenzerstören lassen. Das gilt auch für das, was vom Atomprogramm nach denAngriffen Israels und der USA im vergangenen Juni noch geblieben ist.Ein erheblicher Teil der iranischen Atom- und Rüstungsaktivitätenwurde aus Sorge vor genau solchen Schlägen jedoch in unterirdischenBunkeranlagen angelegt, und lässt sich aus der Luft zumindest nichtvollständig ausschalten.
Am Ende bleibt vor allem die Frage, welche politischen Ziele sich mitmilitärischen Mitteln langfristig überhaupt erreichen lassen. Ohnerealistische politische Perspektive wird militärische Gewalt auchgegen ein noch so brutales Regime kaum zu stabileren Verhältnissenführen. Die Unzulänglichkeit, große militärische Macht in nachhaltigestrategische Gewinne zu übersetzen, zeigt sich insbesondere bei derFrage eines möglichen Regimewechsels. Es erscheint äußerstunwahrscheinlich, dass ein solcher allein durch Luftschlägeherbeigeführt werden kann. Damit die Islamische Republik tatsächlichstürzt, müsste sie so weit geschwächt werden, dass sie dasGewaltmonopol im Land verliert. Dafür bräuchte es letztlich entwedereine organisierte und bewaffnete Opposition oder die Abspaltungsignifikanter Teile des Sicherheitsapparats – doch beides zeichnetsich derzeit nicht ab.
Sollten sich jüngste Berichte über eine Bewaffnung kurdischer Milizendurch Israel und die USA bewahrheiten, die gegen die Zentralmacht inTeheran kämpfen sollen, wäre zwar eine neue Qualität in diesemKonflikt erreicht. Dass diese Verbände jedoch über die kurdischenGebiete hinaus Territorium einnehmen könnten, woran ihnen überhauptnicht gelegen sein dürfte, erscheint fraglich. Gleiches gilt für eineetwaige Bewaffnung belutschischer Gruppierungen im Südosten Irans.
Soweit es sich beurteilen lässt, hat der Angriff auf Iran bislangvielmehr zu einer stärkeren Kohäsion der islamisch-republikanischenEliten geführt, die sich weiterhin auf einen großen Repressionsapparatstützen können, zumal in den wichtigen Metropolen des Landes.
Teheran kämpft mit großer Entschlossenheit. Wenn das Regime diesenKrieg überlebt, dürfte es sich weiter radikalisieren. In derSicherheitspolitik dürfte es alles daransetzen, einAbschreckungspotenzial aufzubauen, das Israel und die USA von weiterenAngriffen abhält. Im Nuklearbereich dürften jene Stimmen an Gewichtgewinnen, die dafür plädieren, aus der bislang impliziten Drohungeiner nuklearen Bewaffnung eine explizite zu machen – und den Besitzvon Atomwaffen aktiv anzustreben. Das Regime würde wohl auch gegenüberjeder Form von Opposition noch ruchloser vorgehen. Wie weit es zugehen bereit ist, zeigte es zu Beginn des Jahres, als es binnenweniger Tage Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Protestierendekaltblütig niedermetzeln ließ. In den ersten Tagen des Kriegeserklärte das Regime bereits, es werde jede Form von Protest als„Kollaboration“ mit dem Feind werten.
Dass diesem Krieg, jenseits der teilweisen Erosion von Staatlichkeit,ein realistisch erreichbares Ziel fehlt, macht den Umstand, dass ihmjede völkerrechtliche Basis abgeht, umso gravierender. Israel und dieUSA erklärten zwar, angesichts einer iranischen Bedrohung präventivgehandelt zu haben. Schlüssige Beweise für einen unmittelbarbevorstehenden iranischen Angriff legten sie jedoch nicht vor, undnach weit verbreiteter Ansicht ist der Krieg klar völkerrechtswidrig.Vor diesem Hintergrund wirken die laxen Einlassungen von führendenStellen in Deutschland, die das Völkerrecht als nachrangig oder garirrelevant erscheinen lassen, befremdlich. Sie rühren am Fundamentdeutscher Außenpolitik: der Verpflichtung auf das Völkerrecht alsLehre aus der eigenen Geschichte.
Die Missachtung des Völkerrechts ist umso frappierender, weil damitkein erkennbarer Vorteil für deutsche Interessen verbunden ist.
Diese Missachtung des Völkerrechts ist umso frappierender, weil damitkein erkennbarer Vorteil für deutsche Interessen verbunden ist. ImGegenteil: Der Krieg droht Deutschland und Europa in mehrfacherHinsicht zu schaden. Das zeigt sich besonders mit Blick auf dieUkraine. Die Annäherung an die Iranpolitik der Trump-Administrationhat gerade nicht zu einer klareren Verpflichtung Washingtons zugunstenKyjiws geführt. Stattdessen droht die Ukraine in mehrfacher Hinsichtzum Kollateralopfer der Eskalation zu werden: dadurch, dassFlugabwehrmunition nach Nahost umgeleitet wird und ihr deshalb fehlt;dadurch, dass Russland die verschobene internationale Aufmerksamkeitnutzt, um zivile Ziele in der Ukraine noch intensiver anzugreifen; unddadurch, dass steigende Energiepreise dem Kreml zusätzliche Milliardenin die Kriegskasse spülen.
Doch die Folgen reichen über die Ukraine hinaus. Auch in Deutschlandist der Konflikt bereits spürbar: an höheren Preisen an der Zapfsäule,die schon jetzt ihren Schatten auf die bevorstehenden Landtagswahlenwerfen; an gestörten Lieferketten; und an zusätzlichem Inflationsdruckinfolge steigender Energiekosten.
Vor diesem Hintergrund liegt es im deutschen Interesse, eine weitereEskalation des Konflikts zu verhindern, auf ein rasches Ende derKampfhandlungen hinzuwirken und einen Staatszerfall Irans abzuwenden,der neue Folgekonflikte auslösen könnte. Es ist bemerkenswert, dassnahezu alle Staaten des Nahen und Mittleren Ostens diese Ziele teilen.Die diplomatischen Bemühungen sollten deshalb insbesondere gegenüberden Golfstaaten und der Türkei intensiviert werden, flankiert vonAngeboten zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeit.
Den Rahmen hierfür sollte weiterhin das Völkerrecht bieten: alsGrundlage für eine wie auch immer geartete Nachkriegsordnung für denNahen Osten, aber auch mit Blick auf andere Konfliktfelder, bei denenBerlin sich zu Recht auf völkerrechtliche Prinzipien beruft – vonGrönland über den Ukrainekrieg bis zur Rüstungskontrolle.
Darüber hinaus dürfte Iran unabhängig von Verlauf und Ausgang desKrieges mit einer humanitären Notlage konfrontiert sein: wegen derZerstörung im Land, aber auch weil Getreideimporte ausbleiben unddamit die Versorgungslage weiter kippt. Zur Linderung dieser Not kannDeutschland einen wichtigen Beitrag leisten.
——
13. Medico: Angriff auf den Iran - Welt der Wölfe - Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.
https://www.medico.de/welt-der-woelfe-20421
Angriff auf den IranWelt der Wölfe04.03.2026
Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.
Die Verbrechen des iranischen Regimes, zuletzt mindestens 30.000
Ermordete bei den Protesten Anfang Januar, sind unauslöschlich. Jede:r
in der Diaspora weiß darum, kennt Einzelheiten der Verbrechen und
betroffene Familien. Ihre Hoffnung, dass sich nach so viel Leid
endlich etwas ändert, kann man nicht mit geostrategischen Überlegungen
wegwischen.
Ob sich die Erwartungen an eine friedliche, demokratische Zukunft des
Landes auf Grundlage des Krieges erfüllen? Eher unwahrscheinlich. Das
böse Erwachen wird kommen. Aber sind das Argumente, ein auf
Endlosigkeit gebuchtes Regime nicht um jeden Preis loswerden zu
wollen? Man kann die Verbrechen der israelischen Regierung nicht gegen
die Verbrechen des iranischen Regimes aufrechnen. Das ist das eine.
Das andere ist ein deutscher Bundeskanzler, der nach Beginn der
israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran sagte, jetzt
sei nicht der Moment für völkerrechtliche Belehrungen. Kritisiert
werden von Deutschland, Großbritannien und Frankreich dagegen die
iranischen Gegenangriffe. Der Begriff „Doppelstandard“ beschreibt nur
noch unzureichend die selektive Aussetzung des Völkerrechts.
Internationale Normen gelten nicht für „Partner und Verbündete“
(Merz), dieser Maßstab ist den Feinden vorbehalten.
Aber man kann nicht an das Völkerrecht appelieren, wenn es um
Grönland, Taiwan und die Ukraine geht und es beiseite schieben, wenn
es um Iran, Venezuela und andere Regime geht – entweder das
Völkerrecht gilt für alle, oder für keinen. Ob es gefällt oder nicht.
Neu ist im Gegensatz zu früheren Militärinterventionen die
Dreistigkeit, mit der das Völkerrecht gebrochen wird und wie
unverhohlen eigene Interessen durchgesetzt werden. Setzten die USA im
Krieg gegen den Irak 2003 noch auf eine sogenannte Koalition der
Willigen, die die fehlende Legitimation durch den UN-Sicherheitsrat
aufwiegen sollte, handeln Israel und die USA heute allein. Weil sie es
können. Es gilt das imperiale Recht des Stärkeren.
Nach dem Genozid in Gaza, dem Ende des Assad-Regimes und der massiven
Schwächung der Hisbollah im Libanon, scheint der Moment für die USA
und Israel gekommen zu sein, den Mittleren Osten vollständig nach
ihren Interessen umzugestalten: Vermeintliche Sicherheit für die einen
auf Kosten des Lebens der anderen. Dirk Moses prägte den Begriff der
„dauerhaften Sicherheit“, das Streben eines Staates nach Immunität
gegenüber Bedrohungen, auch zukünftiger. Dieses Streben lässt keinen
Kompromiss zu, sondern ist mit der Vernichtung, Vertreibung oder
Kontrolle derer verbunden, die als Gefahr für die Sicherheit des
Staates angesehen werden.
Noch kurz vor den Angriffen auf den Iran war von einem möglichen
Durchbruch bei den Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm zu lesen,
während die USA und Israel im Hintergrund die Angriffe auf das Land
bereits geplant hatten. Welche Bedeutung hat Diplomatie in Zukunft
noch, wenn sie keinerlei Verbindlichkeit mehr hat?
Dass es keine nennenswerte internationale Institution mehr gibt, die
dem Recht des Stärkeren noch Einhalt gebieten könnte, hat Deutschland
mit zu verschulden. Auch wenn Friedrich Merz seine Haltung als
pragmatische Reaktion auf eine immer unübersichtlichere Welt verkauft,
könnte die Bundesrepublik eine andere Rolle spielen, als sich der
Macht unterzuordnen: Waren nicht die Institutionalisierung des
internationalen Rechts, die Etablierung des zwischenstaatlichen
Gewaltverbots und die juristische Verfolgung von Kriegsverbrechen und
-verbrechern Lehren aus dem von Deutschland begonnenen Zweiten
Weltkrieg?
Die Wolfswelt gestaltet sich ohne Völkerrecht, ein permanenter
Kriegszustand zur Garantie vermeintlicher Sicherheit, zur Durchsetzung
eigener Interessen und zur Sicherung von Ressourcen. Doch das Recht
des Stärkeren ist keine Option für eine Welt, die genug Krisen zu
bewältigen hat, die nur gemeinsam gelöst werden können.
Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun. Will Europa an
Frieden und Völkerrecht festhalten, braucht es einen anderen Blick auf
die eigene Gewalt und Komplizenschaft, eine eigene Idee in der neuen
Weltordnung. Sich der Abwärtsspirale unterzuordnen, aufzurüsten,
auszugrenzen, abzuschotten, das verstärkt sie nur, spielt den Rechten
in die Hände und führt uns alle in den Abgrund.
-
————
14. Campact: Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!
https://aktion.campact.de/klima/energiewende-gegen-energiekrise/teilnehmen?utm_medium=email&utm_source=campact_mailing&utm_campaign=20260305-as-hv-iran-energiewende-an-aktive&utm_content=variation-a&utm_term=unterzeichne-jetzt-fur-eine-unabhangige-energieversorgung
Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!
Der Krieg in Iran lässt die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Erneut zeigt sich: Unsere Energieversorgung hängt viel zu stark von
despotischen Regimen ab. Doch statt uns unabhängiger zu machen, würgt
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Energiewende ab. Die
Bundesregierung muss umsteuern und die Erneuerbaren ausbauen – so
schnell wie möglich. Unterzeichne jetzt unseren Appell.
—
siehe auch:
https://weact.campact.de/petitions/demokratische-zivilgesellschaftliche-gruppen-in-israel-und-palastina-schutzen
An: Bundesaußenminister Dr. Johann WadephulDemokratische zivilgesellschaftliche Gruppen in Israel und Palästina schützen(…)
——
15. Friedenskooperative: Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026
https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/zeitungsanzeige
Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026 Unterzeichne jetzt den Aufruf
—--
Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.