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24.02.2022

Deutschlands neue Wasserstoffwelt        Berliner Regierungsberater plädieren für die verstärkte Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Afrika soll Lieferant werden. Kritiker bemängeln die schlechte Energieeffizienz von Wasserstoff.

german-foreign-policy.com, 24. Februar 2022

BERLIN (Eigener Bericht) – Deutsche Regierungsberater sehen für die Energieversorgung der Bundesrepublik eine „neue Wasserstoffwelt“ heraufdämmern und sagen tiefgreifende ökonomische und geostrategische Umbrüche voraus. Die Umstellung auf eine „grüne“ Wasserstoffwirtschaft werde neue globale Lieferketten hervorbringen, die auf spezielle Rohstoffe angewiesen seien, heißt es bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Der rasch steigende deutsche Bedarf an „grünem“ Wasserstoff als Energieträger wiederum könne aus eigener Produktion unmöglich gedeckt werden; man müsse deshalb Wasserstoff in großen Mengen importieren, prognostiziert die SWP. Als Lieferanten hat die Bundesregierung unter anderem einige Länder Afrikas im Blick; Bundeskanzler Olaf Scholz behauptete auf dem EU-Afrika-Gipfel in der vergangenen Woche, ein Einstieg in die Wasserstoffproduktion zur Belieferung des wohlhabenden Europa biete „eine Entwicklungsperspektive für viele Länder Afrikas“. Unterdessen werden zunehmend Zweifel an der Umstellung auf Wasserstoff als Energieträger laut – nicht zuletzt wegen der hohen Energieverluste bei Produktion und Transport von Wasserstoff.


Zitat: „Öl und Gas ersetzen“

Deutschlands führende außenpolitische Denkfabriken halten den Aufbau einer „Wasserstoffwirtschaft“ für ein zentrales Element künftiger wirtschaftlicher und geostrategischer Machtentfaltung der Bundesrepublik. Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) etwa sieht in einer im Dezember publizierten Studie gar eine „neue Wasserstoffwelt“ heraufdämmern, die weitreichende „geotechnologische, geoökonomische und geopolitische Implikationen für Europa“ mit sich bringe.[1] Der Think-Tank ist überzeugt, dass ein weltweiter Umstieg auf Wasserstoff als Energieträger möglich sei und Wasserstoff „Öl und Gas als Energieträger zumindest teilweise ersetzen“ könne. Das werde zu einer grundlegenden Wandlung der globalen Handelsströme führen. Wasserstoff werde überdies „disruptive Auswirkungen“ auf den Umbau der Industrie im Zuge der Energiewende haben, was die künftige „Wirtschaftsgeografie“ prägen werde. Um die Konturen der Wasserstoffwelt zu formen, müsse die deutsche Politik „weitreichende Entscheidungen“ treffen. Berlin und Brüssel sollten bei diesen Weichenstellungen deren „geoökonomische und geopolitische Konsequenzen“ mitberücksichtigen, fordert die SWP.


Weichenstellungen der Politik

Der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger ist der SWP zufolge vor allem „für  schwer zu dekarbonisierende Industrien“ unabdingbar, etwa für die Chemie-, die Stahl-, die Aluminium- und die Zementindustrie sowie die Düngemittelherstellung. Auch im „Luft-, Schiffs- und Schwerlastverkehr“ werde mittelfristig kein Weg an Wasserstoffderivaten vorbeiführen. Die durch Verbrennungsprozesse freigesetzte „chemische Energie“ fossiler Energieträger müsse „großteils mit Elektronen ersetzt werden“; das bringe auch einen umfassenden Umbau der korrespondierenden Infrastruktur mit sich. Angesichts eines Energieverbrauchs von 2.500 Terawattstunden (TWh) in der Bundesrepublik, wovon 560 TWh auf Strom entfallen, sei es überdies klar, dass ein Großteil der künftigen deutschen Wasserstoffnachfrage „über Importe gedeckt“ werden müsse. Die Politik müsse deshalb Weichenstellungen vornehmen, vor allem bei der Entscheidung für konkrete Wasserstoffprodukte: etwa, ob klimaneutraler Wasserstoff oder „Derivate wie Ammoniak, Methanol oder synthetische Fischer-Tropsch-Produkte“ zu fördern seien. Sobald diese Entscheidung gefallen sei, würden es Alternativen schwer haben, sich durchzusetzen, da der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur für die nächsten Dekaden „Markthürden“ schaffe. Überdies müsse entschieden werden, wieviel „staatliche Intervention in das Marktgeschehen“ notwendig sei, um den raschen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zu realisieren, mahnt die SWP; andere Staaten setzten auf „merkantilistische Maßnahmen“, bei denen „Joint Ventures zwischen (halb)staatlichen Unternehmen“ in der gesamten Wertschöpfungskette geschlossen worden seien, um zügig entsprechende „Infrastrukturen und Logistikketten“ zu schaffen.


Neue Wertschöpfungsketten

Die Umstellung auf eine „grüne“ Wasserstoffwirtschaft werde neue, globale Wertschöpfungsketten hervorbringen, die eine rasch steigende Nachfrage nach knappen Ressourcen, vor allem nach „seltenen Metallen und Erden“, zur Folge hätten, sagt die SWP voraus. Die Rohstoffe seien für den Bau von Solar- und Windkraftanlagen notwendig, deren Strom man zur Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse benötige. In Deutschland werde sich der Strombedarf laut SWP im Verlauf der Energiewende bis 2050 verdoppeln, wobei dann die „Elektrolyseure möglicherweise 30 bis 40 Prozent der gesamten Nachfrage ausmachen“. Der Energieaufwand ist gigantisch: Derzeit wäre die gesamte globale Kapazität der Solar- und Windkraft notwendig, um allein den derzeit produzierten „grauen“ Wasserstoff, der durch die Verbrennung fossiler Energieträger hergestellt wird, durch „grünen“ Wasserstoff zu ersetzen. Die anstehende „Energietransformation, die auch eine „industrielle Revolution“ sei, werde es den industrialisierten Importländern von Wasserstoff ermöglichen, ihre „Energiehandelsströme und Importeurs-Exporteurs-Koalitionen so auszugestalten, dass Energiesicherheit neu austariert“ werde, betont die SWP. Sie verweist darauf, dass künftig die Herstellung „emissionsreicher und gut transportierbarer (Vor-)Produkte“ in „sonnen- und windreiche Länder“ der Peripherie verlagert werden könne. Vom geoökonomischen Standpunkt der industriellen Zentren des Weltsystems ergebe sich zudem der Vorteil, dass es kaum Beschränkungen bei der Standortsuche gebe, da erneuerbare Energien als wichtigster Input der „grünen“ Wasserstoffwirtschaft „geographisch weltweit verfügbar“ seien – und Elektrolyseure „perspektivisch sowohl in Großanlagen als auch dezentral“ genutzt werden könnten.


Afrika als Wasserstofflieferant

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen zur Etablierung einer neuen Wasserstoff-Wertschöpfungskette sind die Bemühungen der EU auf dem EU-Afrika-Gipfel [2] in der vergangenen Woche zu verstehen, den afrikanischen Kontinent in einen „Weltmeister der Wasserstoffexporte“ zu transformieren.[3] Die Länder Afrikas sollen im Rahmen eines 150 Milliarden Euro umfassenden Investitionsprogramms der EU zu Exporteuren „grüner“ Energie werden, um „Europas Gier nach Wasserstoff“ zu befriedigen, wie es in Berichten heißt.[4] Bundeskanzler Olaf Scholz gab auf dem Gipfel öffentlich seiner Hoffnung Ausdruck, die „Energiepartnerschaft“ mit Afrika könne rasch konkretisiert werden, da der Aufbau einer erneuerbaren Energieförderung im globalen Süden „gleichzeitig eine Entwicklungsperspektive für viele Länder Afrikas“ darstelle. Ähnlich argumentierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der die EU als bevorzugten Partner Afrikas bei der „Finanzierung der Infrastruktur beim grünen Wandel“ ins Spiel brachte.[5] Dennoch zeitigte der europäisch-afrikanische Gipfel in Brüssel - abgesehen von der generellen Zusage des besagten europäischen Investitionsprogramms – keine konkreten neuen Projekte in Sachen Wasserstoffwirtschaft.


Nur ein Traum?

Dies könnte unter anderem daran liegen, dass viele Experten und Studien die Wasserstoff-Euphorie der deutschen Funktionseliten nicht teilen. Eine jüngst publizierte Studie etwa geht davon aus, dass Wasserstoff als Energieträger im Straßenverkehr keine relevante Rolle spielen werde – selbst bei schweren Lkw nicht, da die Brennstoffzelle ihre „wichtigen Vorteile“ bei der Reichweite und der Schnellladung rasch gegenüber der Batterietechnik verliere.[6] Es blieben Anwendungsgebiete wie Industrie, Schifffahrt und synthetische Flugkraftstoffe, in denen Wasserstoff eine Rolle spielen könne. In älteren Studien ging Berlin noch davon aus, im Jahr 2050 würden bis zu 70 Prozent der Fahrzeuge mit Wasserstoff betrieben.[7] Wasserstoff erfordert überdies aufgrund der gegebenen Explosionsgefahr und des aufwendigen Speicherns in Druckbehältern den Aufbau einer sehr teuren, neuen Infrastruktur, etwa eines geschlossenen Tankstellennetzes.


Ökologisch ineffizient

Schließlich machen vor allem grundlegende, physikalische Hürden eine globale Wasserstoffwirtschaft aus ökologischer Sicht äußerst ineffizient.[8] Bei der Elektrolyse, also der Umwandlung von – im Idealfall „grünem“ – Strom in Wasserstoff gingen „20 bis 40 Prozent“ der eingesetzten Energie verloren, heißt es; hinzu kämen noch Verluste bei der Verdichtung oder Verflüssigung von Wasserstoff, die zwischen weiteren 15 bis 25 Prozent lägen. Demnach geht ein erheblicher Teil der eingesetzten Primärenergie bei deren Umwandlung in den Energieträger Wasserstoff verloren – womöglich bis zu 50 Prozent. Die mangelhafte Effizienz des Energieträgers Wasserstoff würde selbst dann, wenn die Primärenergieverluste durch technische Innovation auf rund ein Drittel begrenzt werden könnten, dazu führen, dass der für das Jahr 2050 prognostizierte Wasserstoffbedarf von 600 Terawattstunden durch 900 Terawattstunden „grünen“ Stroms aus erneuerbaren Energien gedeckt werden müsste. Die Energieverschwendung liegt auf der Hand.

 

[1] Eine neue Wasserstoffwelt. swp-berlin.org 08.12.2021.

[2] S. dazu „Ein koloniales Modell“.

[3] EU will Afrika zum Weltmeister der Wasserstoffexporte machen. euractiv.de 15.02.2022.

[4] Warum Europa Afrika braucht. zdf.de 17.02.2022.

[5] EU will engere Partnerschaft mit Afrika. tagesschau.de 18.02.2022.

[6] Hydrogen unlikely to play major role in road transport, even for heavy trucks: Fraunhofer. rechargenews.com 02.02.2022.

[7] Woher kommt der Wasserstoff in Deutschland bis 2050? dena.de.

[8] Ist Wasserstoff die Allzweckwaffe für die Energiewende? quarks.de 13.12.2021.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8852

24.02.2022

„Alarmsignal“: Impffolgen: Krankenkasse BKK schreibt Brief an Paul-Ehrlich-Institut

berliner-zeitung.de, , 24.2.2022aktualisiert 24.02.2022 - 00:27 Uhr , P. Debionne

Die Krankenkasse BKK hat Millionen Versicherten-Daten ausgewertet. Die angegebenen Fallzahlen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impffolgen sind demnach zu niedrig.


Zitat: Eine große deutsche Krankenkasse hat Zahlen zu Nebenwirkungen von Covid-Impfstoffen erfasst. Das Ergebnis sei „ein erhebliches Alarmsignal“. Nach Angaben der BKK ProVita liegt die Zahl der Nebenwirkungen um ein Vielfaches höher als die, die durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) offiziell bekannt gegeben werden. In einem Brief an das PEI (liegt der Berliner Zeitung vor) heißt es: „In unseren Augen liegt eine erhebliche Untererfassung der Impfnebenwirkungen vor“. Der Vorstand der BKK ProVita, Andreas Schöfbeck, sagte der Welt dazu: „Gemäß unserer Berechnungen halten wir 400.000 Arztbesuche unserer Versicherten wegen Impfkomplikationen bis zum heutigen Tag für realistisch.“


Die Krankenkasse hat die Daten von Millionen Versicherten der BKK-Gruppe analysieren lassen. Aufgrund der ausgewerteten Daten kommt Schöfbeck zudem zu dem Schluss, dass „Gefahr für das Leben von Menschen nicht ausgeschlossen werden kann“. Schöfbeck hat sich jetzt mit einem Brief an Prof. Dr. Klaus Cichutek, den Präsidenten des Paul-Ehrlich-Institut gewandt. Das Schreiben ging auch an den GKV-Spitzenverband, die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Ständige Impfkommission und den BKK Dachverband. Die Berliner Zeitung veröffentlicht den Brief mit der Überschrift „Heftiges Warnsignal bei codierten Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung“ im Wortlaut.


Der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Cichutek, das Paul Ehrlich Institut hat mittels Pressemitteilung bekannt gegeben, dass für das Kalenderjahr 2021 244.576 Verdachtsfälle für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gemeldet wurden. Die unserem Haus vorliegenden Daten geben uns Grund zu der Annahme, dass es eine sehr erhebliche Untererfassung von Verdachtsfällen für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gibt. Dazu füge ich meinem Schreiben eine Auswertung bei.


Datengrundlage für unsere Auswertung sind die Abrechnungsdaten der Ärzte. Unsere Stichprobe erfolgt aus dem anonymisierten Datenbestand der Betriebskrankenkassen. Die Stichprobe umfasst 10.937.716 Versicherte. Uns liegen bisher die Abrechnungsdaten der Ärzte für das erste Halbjahr 2021 und circa zur Hälfte für das dritte Quartal 2021 vor. Unsere Abfrage beinhaltet die gültigen ICD-Codes für Impfnebenwirkungen. Diese Auswertung hat ergeben, obwohl uns noch nicht die kompletten Daten für 2021 vorliegen, dass wir anhand der vorliegenden Zahlen jetzt schon von 216.695 behandelten Fällen von Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung aus dieser Stichprobe ausgehen.


Wenn diese Zahlen auf das Gesamtjahr und auf die Bevölkerung in Deutschland hochgerechnet werden, sind vermutlich 2,5-3 Millionen Menschen in Deutschland wegen Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung in ärztlicher Behandlung gewesen. Das sehen wir als erhebliches Alarmsignal an, das unbedingt beim weiteren Einsatz der Impfstoffe berücksichtigt werden muss. Die Zahlen können in unseren Augen relativ leicht und auch kurzfristig validiert werden, indem die anderen Kassenarten (AOKen, Ersatzkrankenkassen etc.) um eine entsprechende Auswertung der ihnen vorliegenden Daten gebeten werden. Hochgerechnet auf die Anzahl der geimpften Menschen in Deutschland bedeutet dies, dass circa 4-5 Prozent der geimpften Menschen wegen Impfnebenwirkungen in ärztlicher Behandlung waren.


In unseren Augen liegt eine erhebliche Untererfassung der Impfnebenwirkungen vor. Es ist ein wichtiges Anliegen die Ursachen hierfür kurzfristig auszumachen. Unsere erste Vermutung ist, dass, da keine Vergütung für die Meldung von Impfnebenwirkungen bezahlt wird, eine Meldung an das Paul Ehrlich Institut wegen des großen Aufwandes vielfach unterbleibt. Ärzte haben uns berichtet, dass die Meldung eines Impfschadenverdachtsfalls circa eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass 3 Millionen Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen circa 1,5 Millionen Arbeitsstunden von Ärztinnen und Ärzten erfordern. Das wäre nahezu die jährliche Arbeitsleistung von 1000 Ärztinnen und Ärzten. Dies sollte ebenso kurzfristig geklärt werden.


Deshalb ergeht eine Durchschrift dieses Schreibens auch an die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Der GKV-Spitzenverband erhält ebenso eine Abschrift dieses Schreibens mit der Bitte entsprechende Datenanalysen bei sämtlichen Krankenkassen einzuholen. Da Gefahr für das Leben von Menschen nicht ausgeschlossen werden kann, bitten wir Sie um eine Rückäußerung über die veranlassten Maßnahmen bis 22. Februar 2022 18 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schöfbeck Vorstand


Corona  Qualität des Impfstoffs: Chemiker stellen Fragen an das Paul-Ehrlich-Institut https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/qualitaet-des-impfstoffs-chemiker-stellen-fragen-an-das-paul-ehrlich-institut-li.212298


Info:  https://www.berliner-zeitung.de/news/impffolgen-krankenkasse-bkk-schreibt-brief-an-paul-ehrlich-institut-li.213676

23.02.2022

Wollt Ihr den totalen Krieg?!

snanews.de, 23. Februar 2022, 7: 09  Uhr, Wolfgang Bittner

Der Ukraine-Konflikt beschäftigt auch unseren Gastautoren, der entsetzt und empört ist über eine aus seiner Sicht einseitige und verlogene Berichterstattung westlicher Medien, die einseitige und verlogene Argumente transportieren. Eine Gegenrede.


Zum dritten Mal geht es gegen den Erzfeind im Osten. Seit Jahren wird nun schon gegen Russland gehetzt, die Fakten werden umgelogen, es wird gedroht, sanktioniert und diffamiert. Die westliche Allianz unter Führung der USA hat Russland in der Person Wladimir Putins jahrelang abgewiesen und gedemütigt, wo sich nur eine Gelegenheit bot. Putin wurde zur Unperson erklärt, Russland zum „Reich des Bösen“.


Jetzt, nachdem Russland die umkämpften Gebiete im Osten der Ukraine als souveräne Republiken anerkannt hat, gibt es den großen Aufschrei. Dabei herrscht dort seit acht Jahren ein Bürgerkrieg mit etwa 14 000 Toten, unzähligen Verletzten, Millionen traumatisierter Menschen und zerstörter Infrastruktur. Wer daran die Schuld hat, lässt sich nicht ohne die Kenntnis der Vorgeschichte beurteilen.


Die Vorgeschichte

Nach dem von den USA jahrelang subversiv vorbereiteten Regime-Change in Kiew forderte die überwiegend russischsprachige Bevölkerung in den Gebieten Donezk und Lugansk zunächst lediglich mehr Autonomie innerhalb der Ukraine. Daraufhin schickte der neue Machthaber Petro Poroschenko, eine Marionette der USA, Panzer in den Donbass. Ein innerstaatlicher Konflikt sollte – mit den USA im Rücken – militärisch gelöst werden.

 

Das war der Beginn des Bürgerkriegs, ganz im Sinne der USA, die einen Brandherd vor der Tür Russlands anlegten, der immer wieder aufs Neue befeuert wurde. An der Frontlinie zum Donbass kämpfen auf Seiten der Kiewer Ukraine neben der regulären Armee, die vom Westen aufgerüstet wurde und von US-Militärs beraten wird, auch Freiwilligenbataillone und amerikanische Söldner. Insofern waren die Bemühungen mit dem Minsker Abkommen von vornherein zum Scheitern verurteilt.


Münchner Sicherheitskonferenz - SNA, 1920, 19.02.2022„Wahnsinnige Hetze gegen Russland“ und „Brandbeschleuniger MSC“: Einschätzungen zur Ukraine-Krise

19 Februar, 05:45

Die Entscheidung

Unter diesen Umständen war die Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk als souveräne Staaten eine durchaus folgerichtige Entscheidung Putins. Er hat damit einen Genozid verhindert und den USA einen Knüppel aus der Hand geschlagen, der immer wieder gegen Russland geschwungen wurde. Und Putin hat selbstverständlich Recht, wenn er die Ukraine in ihrer heutigen Form als einen Vasallenstaat der USA mit einer kriegslüsternen Marionettenregierung bezeichnet.


Russland hat seit Anfang der 1990er-Jahre um Kooperation mit Westeuropa, insbesondere mit Deutschland, intensiv geworben. Eine solche für beide Teile sinnvolle Zusammenarbeit wurde von den USA systematisch unterbunden. Wie sehr Deutschland unter Kuratel steht, zeigt sich gerade wieder in der Verhinderung der Inbetriebnahme von Nord Stream 2. Obwohl die deutsche Bevölkerung durch die Corona-Maßnahmen ohnehin bis an die Grenze des Erträglichen belastet ist, werden ohne wirkliche Not schwerwiegende Beeinträchtigungen, Preissteigerungen und Versorgungsengpässe in Kauf genommen.


Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archiv) - SNA, 1920, 18.02.2022Lawrow im RT-Interview: Über „raffinierte Diplomatie“ des Westens, Schmunzeln und Fakes

18 Februar, 16:23


                  Die Propaganda

Aber die verantwortlichen Berliner Politiker plappern das nach, was von den Service-Agenturen des Weißen Hauses, der CIA und der Nato kommt und was wortgleich tagtäglich von den dienstbaren Medien mit dem Ergebnis verbreitet wird, dass es die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – wenn sie es ein paar hundert Mal gehört und gelesen hat – eins zu eins glaubt. Andere Meinungen und Sichtweisen werden diskreditiert oder unterdrückt.


Die ganze Welt wird auf den Kopf gestellt. Man ist für Minderheitenschutz, nur nicht im Donbass oder im Baltikum. Man ist für Meinungsfreiheit und Medienfreiheit, aber woanders. Man ist für Frieden, aber überall wird unter Führung der USA Chaos verbreitet, souveräne Staaten werden sanktioniert, es werden Ethnien gegeneinander aufgehetzt und bewaffnet, Regime-Changes durchgeführt, Kriege angezettelt.


Was sind das für Menschen in den Führungspositionen, die gegen die Interessen der Bevölkerung arbeiten? Auch in Deutschland! Sie machen das anders als die Nazis, aber es sind die gleichen Methoden: Psychokrieg, Wirtschaftskrieg, Lügen und Hetze. Es ist erbärmlich! Es ist zum Fürchten! Es ist erschütternd! Wirklich, wir leben in finsteren Zeiten.


Info: https://snanews.de/20220223/wollt-ihr-den-totalen-krieg-5487956.html

23.02.2022

DonbassHHat Russland mit der Anerkennung des Donbass das Minsker Abkommen beerdigt?

anti-spiegel.ru, vom 22. Februar 2022 17:03 Uhr

Im Februar 2015 wurde das Minsker Abkommen unterzeichnet und es wurde durch eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates Teil des Völkerrechts. Wir müssen also erst einmal verstehen, was im Minsker Abkommen vereinbart wurde (den Text des Abkommens


Zitat: Im Februar 2015 wurde das Minsker Abkommen unterzeichnet und es wurde durch eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates Teil des Völkerrechts. Wir müssen also erst einmal verstehen, was im Minsker Abkommen vereinbart wurde (den Text des Abkommens finden Sie hier)


Das Minsker Abkommen

Der in den 13 Punkten des Minsker Abkommens festgelegte Weg zum Frieden in der Ukraine ist erstaunlich einfach, sogar die Reihenfolge, was wann von wem umgesetzt werden sollte, ist klar festgeschrieben. Wenn das Minsker Abkommen umgesetzt worden wäre, wäre der Krieg in der Ukraine schon Ende 2015 Geschichte gewesen. Laut dem Abkommen waren folgende Dinge in folgender Reihenfolge umzusetzen:

  1. Die Ukraine setzt bis Mitte März 2015 ein Gesetz in Kraft, das den Gebieten im Osten Selbstverwaltung garantiert.
  2. Kiew verhandelt mit den Gebieten im Osten die Richtlinien für Kommunalwahlen, die unter Aufsicht der OSZE Ende 2015 stattfinden sollen.
  3. Kiew setzt bis zu den Kommunalwahlen eine Verfassungsreform um, die den Gebieten im Osten ihre Rechte und einen Sonderstatus garantiert.
  4. Am Tag, nachdem die Wahlen von der OSZE als gültig befunden sind, bekommt Kiew die volle Kontrolle über den Osten des Landes und auch die Grenzen zu Russland von den Rebellen übertragen


Außerdem sollte Kiew, damit die Rebellen die Waffen ohne Furcht vor Vergeltung niederlegen können, eine Generalamnestie für die Soldaten auf beiden Seiten erklären, und es sollte ein Gefangenenaustausch „alle gegen alle“ stattfinden. All das sollte auch vor den Wahlen geschehen.

Hinzu kommt, dass Kiew im Sommer 2014 alle Auszahlungen von Sozialleistungen (Renten, etc.) an die Menschen im Donbass gestoppt, im Januar 2015 eine faktische Hungerblockade über den Donbass verhängt und den Donbass vom Zahlungsverkehr abgeklemmt hat. Im Minsker Abkommen hat Kiew sich verpflichtet, die Auszahlungen der Sozialleistungen wieder aufzunehmen, den Bankenverkehr wieder zuzulassen, die Hungerblockade aufzuheben und humanitäre Hilfe ungehindert in den Donbass zu lassen.


Wären all diese Punkte, wie im Minsker Abkommen vereinbart, 2015 umgesetzt worden, wäre der Bürgerkrieg Ende 2015 vorbei gewesen. Aber Kiew hat nicht einen einzigen der Punkte umgesetzt und weigert sich bis heute strikt, direkt mit den Rebellen zu verhandeln, was aber die Grundlage für die Umsetzung all der Punkte ist.


Kiew hat die Umsetzung immer verweigert

Seit der Unterzeichnung des Minsker Abkommens haben Medien und Politik im Westen behauptet, Russland setze das Abkommen nicht um, deshalb könnten die Sanktionen nicht aufgehoben werden. Das war immer gelogen, denn Russland wird in dem Abkommen gar nicht erwähnt und es gibt in dem Abkommen auch keine Forderungen an Russland, die es umsetzen könnte.

Es war all die Jahre Kiew, das – mit Rückendeckung des Westens – nicht einen Punkt des Abkommens umgesetzt hat.


Seit kurzem kann man das auch in westlichen Medien erfahren. Der Grund ist, dass die Kiewer Regierung seit Monaten offen erklärt, sie wolle und werde das Minsker Abkommen nicht umsetzen. Das hat dazu geführt, dass die westlichen Medien inzwischen ihre „Argumentation“ geändert haben und nun schreiben, dass das Abkommen ein russisches Diktat sei, dessen Umsetzung man von Kiew eigentlich gar nicht verlangen könnte. Beispiele dafür gibt es viele, hier und hier finden Sie eine Auswahl.


Deutschland und Frankreich haben das Abkommen beerdigt

Was man in westlichen Medien nicht erfahren konnte, war, dass Deutschland und Frankreich sich Ende 2021 offen von dem Abkommen abgewendet haben. Sie haben das Abkommen de facto beerdigt, als sie plötzlich der Meinung waren, ein direkter Dialog zwischen Kiew und den Rebellen sei nicht nötig. Folgendes war passiert.


Der Westen wollte im Oktober 2021 kurzfristig ein neues Treffen der Außenminister des Normandie-Formates erreichen, hat aber so unannehmbare Forderungen gestellt, dass Russland dazu nicht bereit war. Bevor der Westen daraus eine Medienkampagne gegen Russland formen konnte, Russland habe das Treffen und den Dialog verweigert, hat der russische Außenminister Lawrow zu einer sehr unkonventionellen Lösung gegriffen und die Korrespondenz zwischen Moskau einerseits und Berlin und Paris andererseits veröffentlicht.


Auf den insgesamt 28 Seiten kann man sehen, dass Lawrow Berlin und Paris am 29. Oktober ein Treffen vorgeschlagen hat, das aber gut vorbereitet sein müsse. Als Reaktion haben Berlin und Paris am 4. November in einer gemeinsamen Antwort unter anderem mitgeteilt, dass der russische Vorschlag für eine Abschlusserklärung im Normandie-Format nicht angenommen werden könne, weil Russland darin einen direkten Dialog zwischen Kiew und dem Donbass fordert.

Das allerdings ist – wie gesehen – einer der zentralen Punkte des Minsker Abkommens. Als Berlin und Paris das nun als unannehmbar bezeichnet haben, haben sie de facto das Minsker Abkommen beerdigt.


Am 6. November schrieb Lawrow, die Antwort aus Berlin und Paris sei enttäuschend. Den Vorschlag aus Berlin und Paris, schon am 11. November ein Außenministertreffen im Normandie-Format abzuhalten, lehnte Lawrow ab, da noch keine Antwort auf Moskaus Vorschläge für den Text der Abschlusserklärung des Treffens eingetroffen seien.


Am 15. November haben sich die Außenminister der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs getroffen und dabei Russland öffentlich vorgeworfen, Russland habe sich „zum wiederholten Male“ einem Ministertreffen im Normandie-Format verweigert.


Daraufhin ist Lawrow der Kragen geplatzt und er hat seinen Kollegen aus Berlin und Paris einen weiteren Brief geschrieben. Darin hat er noch einmal die russische Position dargelegt und dann angekündigt, dass er die Korrespondenz am nächsten Tag veröffentlichten werde. Der Brief endete mit den Worten:

„Ich bin sicher, dass Sie die Notwendigkeit dieses unkonventionellen Schrittes verstehen, denn es geht darum, der Weltgemeinschaft die Wahrheit darüber zu vermitteln, wer die völkerrechtlichen Verpflichtungen wie erfüllt, die auf höchster Ebene vereinbart wurden.“

Danach hat das russische Außenministerium die Korrespondenz veröffentlicht.

Die westlichen Medien haben darüber kaum berichtet, und wenn sie es doch mal erwähnt haben, dann war die Rede von einem unerhörten und nie dagewesenen Verhalten Russlands, diplomatische Korrespondenz zu veröffentlichen. Über den Inhalt der Korrespondenz haben die westlichen Medien ihre Leser jedoch nicht informiert.


Das beerdigte Abkommen

Das Minsker Abkommen war damit im Grunde beerdigt, denn Kiew verweigerte dessen Umsetzung inzwischen vollkommen offen, der Westen hat Kiew dabei unterstützt und Deutschland und Frankreich, die als Mitglieder des Normandie-Formates die Aufgabe hatten, Kiew zur Umsetzung des Abkommens zu drängen, haben dessen Umsetzung nun ebenfalls verweigert.


Die Frage, ob Russland das Minsker Abkommen mit seiner Anerkennung des Donbass beerdigt hat, könnte man ironisch also so beantworten: Wie kann man etwas beerdigen, was schon von anderen beerdigt wurde?


Die Anerkennung des Donbass kann als Verstoß gegen das Abkommen gewertet werden, obwohl die Anerkennung in dem Abkommen nicht verboten ist. Aber die Anerkennung dürfte den Weg des Donbass zurück unter die Kiewer Herrschaft auf sehr lange Sicht versperrt haben. Allerdings war es Russland, das als einziger Teilnehmer am Normandie-Format bis zuletzt auf die Umsetzung des Abkommens bestanden hat, was am Ende aber alle anderen Partner des Formates abgelehnt haben.


Daher war die russische Anerkennung des Donbass eine logische Folge, denn anders dürfte eine Kiewer Offensive auf den Donbass kaum zu verhindern sein. Wenn Kiew das Minsker Abkommen – also eine friedliche Lösung des Konfliktes – ablehnt und gleichzeitig Truppen im Donbass zusammenzieht, dann muss man kein Hellseher sein, um zu verstehen, was als nächstes geplant war.


Ob das Minsker Abkommen nun noch eine Zukunft hat, bleibt abzuwarten. Der Ball lag und liegt bei Kiew. Kiew könnte anfangen, endlich die eingegangenen Verpflichtungen aus dem Abkommen umzusetzen. Russland hat ausdrücklich nicht abgelehnt, diesen Weg zu gehen. Es war Kiew, das es bisher abgelehnt hat, den Weg des Abkommens zu gehen und seit Oktober 2021 haben auch Deutschland und Frankreich sich dem angeschlossen.


Zum Schluss möchte ich noch Beispiele für Kiews Ablehnung des Abkommens zeigen, denn die Sprecherin des russischen Außenministeriums hat auf ihrem Telegram-Kanal eine Auswahl der Erklärungen zusammengefasst, die in Kiew verkündet wurden (über viele der Erklärungen habe ich berichtet):


Die Haltung der ukrainischen politischen Elite zum Minsker Abkommen. Wenn sie schreien, dass sie nur nach diesem Dokument gelebt und es strikt beachtet haben, erinnern Sie sie an ihre eigenen Aussagen:


Der ukrainische Präsident Selensky, 13. Dezember 2019: „Wir verstehen, dass wir als Team Minsk nicht unterzeichnet haben, aber wir als Regierung müssen die Bedingungen erfüllen, auf die die Regierung damals eingegangen ist. <…> Aber ich bin sicher, dass wir einige Dinge ändern können und werden.“


Alexej Reznikov, stellvertretender Ministerpräsident der Ukraine und Minister für die Wiedereingliederung der vorübergehend besetzten Gebiete, 9. Juli 2020: „Ich werde sogar (Bundeskanzlerin) Frau Merkel über das Minsker Abkommen zitieren: Es ist nicht in Stein gemeißelt. Heute entspricht es nicht mehr den Gegebenheiten, die in der Ukraine herrschten, als diese Abkommen als politische und rechtliche Vereinbarungen geschlossen wurden. Denn heute sind die im Minsker Abkommen (2014-2015) festgelegten Fristen bereits abgelaufen und das Minsker Abkommen wurde nicht umgesetzt.“


Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine Alexej Danilov, 31. Januar 2021: „Die Umsetzung des Minsker Abkommens bedeutet die Zerstörung des Landes. Als es im Visier russischer Kanonen unterzeichnet wurde und Deutschland und Frankreich zusahen, war allen vernünftigen Menschen bereits klar, dass diese Dokumente nicht umgesetzt werden können.“ „Wenn sie auf der Umsetzung des Minsker Abkommens in seiner jetzigen Form bestehen, wird dies für unser Land sehr gefährlich sein. Wenn die Gesellschaft diese Vereinbarungen nicht akzeptiert, kann das zu einer sehr schwierigen Situation innerhalb des Landes führen, und Russland baut darauf“


Der ukrainische Präsident Selensky, 26. April 2021: „Ich nehme an dem Prozess teil, der entwickelt wurde, bevor ich [ins Amt] kam. Der Minsk-Prozess sollte in der gegenwärtigen Situation flexibler sein. Er sollte den Zielen der Gegenwart dienen, nicht der Vergangenheit“. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Wir können das Minsker Format ändern, es anpassen. Oder wir können ein anderes Format verwenden. Die Geschwindigkeit ist wichtig. Das Tempo des Prozesses ist wichtig, denn wir verlieren jeden Tag Menschen.“


Der ukrainische Präsident Selensky, 2. Februar 2022: „Ich möchte nicht über die Minsker Punkte sprechen. Ich bin nicht mit allen Punkten zufrieden. Wir haben unterschiedliche Auffassungen über die Reihenfolge der Umsetzung des einen oder anderen Punktes“.


Der ukrainische Außenminister Dmitrij Kuleba, 4. Februar 2022: „Das Minsker Abkommen kann nicht unter russischen Bedingungen umgesetzt werden, das auf einem direkten Dialog zwischen der Ukraine und den Rebellen beruht, den sie uns aufzwingen und der, das kann ich Ihnen bestätigen, bei allen Treffen, auf allen Ebenen ganz klar abgelehnt wird.“ „Wir werden keinen direkten Dialog mit den sogenannten Donezker und Lugansker Volksrepubliken führen. Das ist im Minsker Abkommen nicht vorgesehen. Der Versuch, einen solchen Dialog aufzunehmen, liegt einzig und allein im Interesse der Russischen Föderation, um den Status einer Konfliktpartei loszuwerden und selbst zum Vermittler zu werden“


Der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko, 15. Februar 2022: „Von heute an hat die Ukraine jedes Recht, sich von ihren Verpflichtungen zu lösen.“ „[Der ukrainische Präsident Wladimir] Selensky hat schon vor langer Zeit, seit dem Wahlkampf, versprochen, ein anderes Format anzubieten. Mit gesundem Menschenverstand sind wir [Poroschenkos Europäische Solidaritätspartei] bereit, seine neuen Vorschläge zu unterstützen, denn dafür ist er seit drei Jahren zuständig.“


Info:  https://www.anti-spiegel.ru/2022/hat-russland-mit-der-anerkennung-des-donbass-das-minsker-abkommen-eerdigt/

23.02.2022

Sanktionen gegen Russland

The New York Times, 23. Februar 2022
Die USA und ihre Verbündeten verhängten schnell Wirtschaftssanktionen gegen Russland für das, was Präsident Biden als Beginn einer "Invasion der Ukraine" verurteilte. Westliche Beamte haben bestätigt, dass russische Streitkräfte die ukrainische Grenze in zwei separatistische Enklaven in der Ostukraine überschritten haben.

Zitat: Ukrainer in der Nähe der von kreml unterstützten Separatisten kontrollierten Gebiete haben bereits tagelangen Beschuss und mindestens einen Todesfall erlitten. Zivilisten haben sich in Kellern versteckt, während ukrainische Truppen in Schützengräben hocken. Seit fast einem Jahrzehnt bestimmt Gewalt das Leben der Bewohner dieser Tasche der Ostukraine.

Zu den bisherigen Sanktionen gehören der Stopp der Nord Stream 2-Gaspipeline und die Unterbrechung der globalen Finanzierung von zwei russischen Banken und einer Handvoll Eliten des Landes. Die Schritte blieben hinter dem umfassenderen Wirtschaftskrieg zurück, den einige gefordert haben, obwohl Biden warnte, dass weitere Sanktionen folgen würden, wenn Wladimir Putin, der russische Präsident, seine Streitkräfte nicht aus der Ukraine abziehen würde.

Diplomatie: Antony Blinken, der US-Außenminister, sagte Pläne für ein Treffen mit dem russischen Außenminister am Donnerstag ab und sagte, es sei "nicht sinnvoll", Gespräche zu führen, während die russischen Streitkräfte unterwegs sind.

Analyse: Putin hat in der Ukraine ein Zeichen gesetzt, schreibt unser Pariser Büroleiter. Hat der Westen die Mittel, ihn aufzuhalten?

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23.02.2022

Die Büchse der Pandora    Berlin und Brüssel eskalieren den Machtkampf gegen Russland mit neuen Sanktionen. Moskau kann sich bei seiner Ukrainepolitik auf den Präzedenzfall Kosovo berufen.

german-foreign-policy.com, 23. Februar 2022

BERLIN/BRÜSSEL/MOSKAU (Eigener Bericht) – Mit schweren Vorwürfen und einer massiven Verschärfung der Sanktionen gegen Russland reagieren Berlin und die EU auf die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk durch Moskau. Unter anderem werden alle 351 Duma-Abgeordneten, die Präsident Wladimir Putin zur Anerkennung der „Volksrepubliken“ aufgefordert haben, mit Einreise- und Vermögenssperren belegt. Moskau hatte seinen Schritt unter anderem damit begründet, dass keinerlei Aussicht mehr auf eine Umsetzung des Minsker Abkommens besteht. Der Vorwurf trifft vor allem Berlin: Die Verhandlungen zur Realisierung des Abkommens wurden unter maßgeblicher deutscher Regie geführt. Noch an diesem Wochenende riet eine führende deutsche Tageszeitung dazu, die Verhandlungen zwar fortzusetzen, um Russland zu „binden“, die Verwirklichung des Abkommens aber nicht ernsthaft zu forcieren. Moskau betreibt die Anerkennung der „Volksrepubliken“ mit Argumenten, mit denen Berlin bzw. die NATO die Abspaltung des Kosovo von Jugoslawien gegen den Willen der Regierung in Belgrad erzwangen – ein Präzedenzfall, der in Europa die Büchse der Pandora geöffnet hat.



Zitat: Neue Sanktionen

Mit einer deutlichen Verschärfung der Sanktionen gegen Russland reagieren Berlin und die EU auf die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk durch Moskau. Das Sanktionspaket, auf das sich die Mitgliedstaaten geeinigt haben, umfasst vier Teile. Der erste sieht vor, dass sämtliche 351 Abgeordnete der russischen Duma, die Präsident Wladimir Putin zur Anerkennung der „Volksrepubliken“ aufgefordert haben, nicht mehr in die EU einreisen dürfen; sollten sie Vermögen dort haben, wird es eingefroren. Es handelt sich um das erste Mal, dass nahezu ein komplettes gewähltes Parlament mit Strafmaßnahmen belegt wird. Darüber hinaus dürfen keine Geschäfte mehr mit 27 Banken und Unternehmen getätigt werden, denen die EU vorwirft, mit den Separatisten oder russischen Militärs, die diese unterstützen, Geschäfte zu machen. Drittens werden die „Volksrepubliken“ vom Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine ausgeschlossen. Auch wird der russische Zugang zum europäischen Finanzmarkt weiter eingeschränkt; dabei geht es vor allem um Staatsanleihen mit einer Laufzeit von weniger als 30 Tagen.[1] Deutschland stoppt zudem zumindest vorläufig, wie Bundeskanzler Olaf Scholz mitteilte, die Erdgaspipeline Nord Stream 2.[2]


Das Minsker Abkommen

Moskau hat die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk vor allem damit begründet, es bestünden keinerlei Aussichten mehr, das Minsker Abkommen umzusetzen und so den Krieg im Osten der Ukraine zu beenden. Der Vorwurf trifft insbesondere Berlin, das stets eine führende Rolle in den Verhandlungen im „Normandie-Format“ beansprucht hat; in ihnen ging es darum, das Minsker Abkommen zu realisieren. Die Verhandlungen wurden im November 2021 von Russland abgebrochen, da die Ukraine sich nicht nur unverändert weigerte, zentrale Bestimmungen des Abkommens umzusetzen, sondern auch dazu überging, Donezk und Luhansk mit Drohnen des Typs Bayraktar TB2 zu attackieren; diese Drohnen hatten etwa im Krieg Aserbaidschans gegen Armenien kriegsentscheidend gewirkt.[3] Berlin nahm nicht nur den Drohneneinsatz hin, obwohl er gültige Vereinbarungen brach; es deckte auch die ukrainische Weigerung, das Minsker Abkommen zu erfüllen. Erst nachdem US-Präsident Joe Biden bilaterale Verhandlungen mit Moskau angekündigt hatte, war die Bundesregierung um die rasche Wiederaufnahme der Gespräche im „Normandie-Format“ bemüht.[4] Zuletzt schienen sich dabei Fortschritte abzuzeichnen; Kiew sagte zu, die notwendigen Gesetze auf den Weg zu bringen.[5]


„Russland binden“

Allerdings blieb nicht nur unklar, ob die erwähnten Gesetze wirklich verabschiedet werden können; im ukrainischen Parlament ist eine Mehrheit dafür nicht in Sicht. Es bleiben darüber hinaus auch Zweifel, ob der Westen das Minsker Abkommen zu unterstützen bereit ist. Die Hintergründe schilderte am Samstag die einflussreiche Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wie das Blatt schrieb, sei zu berücksichtigen, dass die Ukraine am 12. Februar 2015, als das Abkommen unterzeichnet wurde, „in große militärische Bedrängnis geraten“ war. Darauf sei zurückzuführen, dass es Bestimmungen enthalte, „die sehr ungünstig für die Ukraine sind“; den Versuch, sie umzusetzen, „würde keine ukrainische Regierung überstehen“.[6] Darüber hinaus behauptete die Frankfurter Allgemeine, in Donezk und Luhansk seien „freie Wahlen“, wie sie das Minsker Abkommen vorsehe, „unmöglich“. Sollten Berlin und Paris wirklich in Betracht ziehen, „Druck“ auf Kiew auszuüben, um die Umsetzung der Vereinbarung zu erzwingen, sei das „sinnlos“ und sogar „gefährlich“. Die Zeitung rät dazu, nicht ernsthaft auf das Minsker Abkommen zu setzen. Offiziell solle es freilich nicht aufgegeben werden, weil es „einen Rahmen zur Einhegung des Konflikts“ biete und vor allem Russland „binde“.


Quod licet Iovi...

Hat Berlin sieben Jahre lang jede Chance vertan, den Konflikt um Donezk und Luhansk mit einer Durchsetzung der Bestimmungen des Minsker Abkommens zu lösen, so bezieht die Bundesregierung nun umso schärfer Position. Die Anerkennung der „Volksrepubliken“ durch Moskau sei „ein schwerwiegender Bruch des Völkerrechts“, erklärte gestern Bundeskanzler Olaf Scholz; Russland verstoße mit ihr gegen „Grundprinzipien, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen zum friedlichen Zusammenleben der Völker verankert sind. Dazu gehören die Wahrung der territorialen Integrität und Souveränität der Staaten, der Verzicht auf Androhung und Anwendung von Gewalt und die Verpflichtung zur friedlichen Streitbeilegung.“[7] Die Äußerung ist nicht nur deshalb aufschlussreich, weil führende westliche Mächte regelmäßig gegen die erwähnten Grundprinzipien verstoßen haben, etwa mit den Überfällen auf den Irak im Jahr 2003 und auf Libyen im Jahr 2011; Sanktionen hatte dabei keine der beteiligten Mächte zu befürchten.


Die Stunde der Heuchler

Aufschlussreich ist Scholz‘ Äußerung auch, weil Russlands Vorgehen in zentralen Punkten dem deutschen Vorgehen bei der Abspaltung des Kosovo entspricht. Die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk geschah ebenso gegen den Willen der Ukraine, wie die Anerkennung des Kosovo im Februar 2008 gegen den Willen Serbiens vollzogen wurde. Die Abspaltung des Kosovo wurde dabei mit serbischer Gewalt gegen die kosovarische Bevölkerung begründet; im Bürgerkrieg um Donezk und Luhansk kamen inzwischen mehr als 14.000 Menschen zu Tode – mehr als im Kosovo. Während Russland erst Truppen in die „Volksrepubliken“ entsandte, nachdem es sie offiziell anerkannt hatte, besetzte die NATO, darunter deutsche Truppen, das Kosovo allerdings im Rahmen eines Angriffskriegs gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999, dem Tausende Zivilisten zum Opfer fielen, und schuf mit umfassenden Bombardements die Voraussetzungen für die Abspaltung des Gebiets. Moskau hat das Vorgehen des Westens damals scharf kritisiert. Allerdings kann sich heute, wer die Abspaltung von Teilen fremder Staaten anerkennt, stets auf den Präzedenzfall berufen, den die NATO-Staaten mit der Abspaltung des Kosovo geschaffen haben – unter Führung nicht nur der USA, sondern auch der Bundesrepublik.

 

[1] Thomas Gutschker, Jochen Buchsteiner: Strafen gegen Abgeordnete, Oligarchen und Banken. Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.02.2022.

[2] Scholz stoppt Gasleitung Nord Stream 2. Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.02.2022.

[3] S. dazu Waffen für die Ukraine.

[4] S. dazu Führung aus einer Hand und Führung aus einer Hand (II).

[5] S. dazu Neue Hürden.

[6] Reinhard Veser: Kein Mittel zur Lösung des Konflikts. Frankfurter Allgemeine Zeitung 19.02.2022.

[7] Schwerwiegender Bruch des Völkerrechts – Deutschland an der Seite der Ukraine. bundesregierung.de 22.02.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8850

23.02.2022

Russland-Ukraine-Krise: Darum geht es im Russland-Konflikt

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Hier andere Karte zur Lage


zeit.de, 22. Februar 2022, 16:02 Uhr, Von und

Minsker Abkommen, Kontaktlinie, Nato-Russland-Grundakte: Wir erklären wichtige Begriffe, um die Auseinandersetzung besser verstehen zu können.


Zitat: Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Einmarsch in die von prorussischen Separatisten kontrollierten ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk befohlen. Dieser Schritt ist möglicherweise der Beginn von weiteren militärischen Aktionen oder einer weiteren Invasion Russlands in die Ukraine. Worum geht es in der Krise? Wir erklären wichtige Begriffe.


Übersicht:


Beginn des Krieges gegen die Ukraine

Ab Ende 2013 protestierten in der ukrainischen Hauptstadt Hunderttausende Menschen gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Anlass war, dass dieser ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union in letzter Minute doch nicht unterzeichnet hatte.


​​Bei den Euromaidan-Protesten wurden Anfang 2014 mehr als 80 Menschen getötet, Janukowitsch floh schließlich aus dem Land nach Russland. Das Parlament erklärte ihn daraufhin für abgesetzt und schrieb ihn zur Fahndung aus. Janukowitsch bezeichnet das als illegal. Im Osten des Landes, wo er starke Unterstützung erfahren hatte, lieferten sich von Russland unterstützte bewaffnete Milizen Gefechte mit der ukrainischen Armee.


Donezk und Luhansk

Seit 2014 in Teilen abtrünnige ostukrainische Regionen mit gleichnamigen Hauptstädten, die sich selbst als Volksrepubliken bezeichnet hatten. Deren Unabhängigkeit hat Russland am 21. Februar 2022 anerkannt. In der Folge wurde die Entsendung von russischen Truppen in die Regionen angekündigt, die bislang von prorussischen Separatisten kontrolliert werden. Russland hält allerdings auch den Teil der Regionen für unabhängig, der von der Ukraine kontrolliert wird.


Donbass

Auch Donezbecken genannt. Ukrainisch-russisches Gebiet, das auf der ukrainischen Seite die Regionen Donezk und Luhansk umfasst. Aufgrund von Steinkohlevorkommen und Industrie strategisch wichtig.


Kontaktlinie

Etwa 500 Kilometer lange Front zwischen dem ukrainischen Militär und den prorussischen Separatisten in den Regionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine; sie wurde 2014 im Zuge des Minsker Abkommens eingerichtet und von der OSZE-Mission beobachtet.


Krim

Die große Halbinsel liegt zwischen dem nördlichen Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer im Südosten der Ukraine. Sie gilt wegen ihrer Lage als militärstrategisch wichtig, in Sewastopol liegt ein großer Flottenstützpunkt. Anfang 2014 erzwangen bewaffnete russische Kräfte eine Abspaltung von der Ukraine und einen Anschluss an Russland. Völkerrechtlich wird diese Annexion nicht anerkannt.


OSZE-Mission

Seit 2014 ist die OSZE mit einer Mission in der Ukraine aktiv, eingerichtet wurde sie auf Wunsch der damaligen ukrainischen Regierung und mit Zustimmung der 57 Mitgliedsstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Es handelt sich um eine unbewaffnete Mission, die die Lage in der Ukraine und insbesondere an der Kontaktlinie beobachten und darüber berichten soll. Sie erstellt regelmäßige Berichte, etwa zu Verstößen gegen den offiziell an der Kontaktlinie geltenden Waffenstillstand zwischen dem ukrainischen Militär und den prorussischen Separatisten.


Nato-Russland-Grundakte

Die im Mai 1997 unterzeichnete Absichtserklärung sollte eine friedliche und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen der Nato und Russland ermöglichen. Sie regelt gemeinsame Ziele und Wege für Zusammenarbeit und Absprache, etwa die Schaffung des Nato-Russland-Rates.


Nato-Ukraine-Charta

Im Juli 1997 unterzeichnet ermöglicht die Charta (pdf)  die Teilnahme von ukrainischen Streitkräften an Nato-Missionen, die unter UN-Mandat oder Leitung der OSZE laufen. Sie führte zur Einrichtung von Verbindungsstellen zwischen dem Nato-Hauptquartier in Brüssel und Kiew. Die Ukraine hat seit 2008 eine Nato-Beitrittsperspektive, seit 2018 ist sie Beitrittskandidatin.


EU-Beitrittsperspektive

Wird von der aktuellen ukrainischen Regierung angestrebt und laut Umfragen von einer Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. Seit 2014 besteht ein Assoziierungsabkommen, das die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen regelt.


Minsker Abkommen

Besteht eigentlich aus zwei Teilen: Bei Minsk I handelt es sich um einen Ende 2014 zwischen der Ukraine, Russland und der OSZE ausgehandelten Fahrplan zu einem Waffenstillstand. Er wurde in der belarussischen Hauptstadt Minsk unterschrieben, brachte aber keinen Frieden.


Das Beste aus Z+: Russland-Ukraine-Krise

Minsk II wurde im Februar 2015 von Wladimir Putin, dem damaligen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatschef François Hollande ausgehandelt und wenig später durch eine UN-Resolution bestätigt (pdf). In den Beschlüssen legten sich die Verhandlungspartner auf den Abzug schwerer Waffen aus der Ostukraine fest und verpflichteten sich, eine Waffenruhe einzuhalten. Zudem wurde festgelegt, die territoriale Unversehrtheit, also die geltenden Grenzen der gesamten Ukraine, zu achten und sämtliche "ausländischen Formationen" vom Staatsgebiet abzuziehen. Die OSZE wurde eingesetzt, um die Einhaltung des Abkommens zu überwachen.

Völkerrechtsverstoß

Als Völkerrecht werden grundsätzliche, überstaatliche Prinzipien bezeichnet, welche die Beziehungen vor allem zwischen Staaten regeln. Grundlage ist die Charta der Vereinten Nationen. Darin verpflichten sich Mitglieder unter anderem dazu, jedes Vorgehen gegen die "territoriale Integrität" oder politische Unabhängigkeit zu unterlassen. Sie sieht zudem vor, dass Streitigkeiten friedlich beizulegen sind. Der UN-Sicherheitsrat kann etwa feststellen, dass eine Bedrohung oder gar ein Bruch des Friedens vorliegt. Russlands Regierung werden vor allem wegen der Annexion der Krim Verstöße gegen das Völkerrecht vorgeworfen. Konsequenzen folgen daraus zunächst nicht. Internationale Gerichtshöfe in Den Haag ahnden Völkerrechtsverstöße wie Kriegsverbrechen auf Grundlage von UN-Resolutionen.

Sanktionen

Sanktionen können sich gegen Einzelpersonen, Organisationen oder Staaten richten und sollen zur Einhaltung völkerrechtlicher Verpflichtungen führen. Sanktionen müssen von internationalen Organisationen wie dem UN-Sicherheitsrat getragen werden. Allerdings werden oft auch Maßnahmen einzelner Staaten gegen andere Länder oder Einzelpersonen als Sanktionen bezeichnet, obwohl sie nicht vom Sicherheitsrat unterstützt worden sind.


EU-Staaten haben mehrfach Sanktionen gegen Russland verhängt, zum Beispiel Lieferverbote. Auch der vorläufige Stopp der Pipeline Nord Stream 2 ist eine solche Maßnahme, in dem Fall von Deutschland veranlasst. Oft reagieren betroffene Länder mit Gegensanktionen. 


Nord Stream 2

Eine von zwei Ostseepipelines, durch die russisches Gas direkt nach Deutschland kommen soll. Während Nord Stream 1 verschiedene Eigentümer hat, gehört Nord Stream 2 ausschließlich Gazprom. Der Bau der zweiten Röhre wird seit Jahren von Verbündeten Deutschlands kritisiert und wurde zeitweise mit US-Sanktionen belegt. Osteuropäische Länder befürchten, dass sie durch die Pipeline dem Druck der russischen Regierung stärker ausgeliefert sind. Nun hat die Bundesregierung das noch ausstehende Genehmigungsverfahren für den Betrieb von Nord Stream 2 ausgesetzt.


hier keine Karte

Die wichtigsten Gaspipelines für die Versorgung in Deutschland – und die zentralen Häfen mit Flüssiggasterminals (Stand 2022)




Info: https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-02/russland-ukraine-konflikt-begriffe-erklaert?utm_referrer=https%3A%2F%2Fgetpocket.com%2Frecommendations

23.02.2022

Gewagter Schachzug

aus e-mail von Doris Pumphrey,  23. Februar 2022, 21:31 Uhr


https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/ukraine-konflikt-gewagter-schachzug

*22.2.22

*Gewagter Schachzug * Von Lutz Herden


Wladimir Putins Entscheidung, die autonomen Republiken im Donbass anzuerkennen, zeigt vor allem eines: Der Westen hat sich selbst ausmanövriert und ringt um Fassung


Das war ein schwarzer Abend für die Ukraine-Politik der EU, vor allem Deutschlands, das in den vergangenen acht Jahren nie daran Anstoß nahm, dass die Führung in Kiew bis auf den Ge-fangenen-Austausch keinen Deut des im Februar 2015 geschlossenen Minsk-II-Abkommens <https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/die-quadratur-des-kreises>   erfüllen wollte. Weder gab es die vorgesehene Verfassungsreform, die eine Autonomie des Donbass ermöglichen sollte, noch kam es je zu direkten Verhandlungen mit den politischen Führern der Volksrepubliken

Donezk und Lugansk. Stattdessen wurde eine Wirtschaftsblockade gegen die Gebiete verhängt, was geradezu eine Einladung an Russland war, sich dort zu exponieren. Ganz zu schweigen von den ständigen Angriffen ukrainischer Militärkräfte gegen den Raum Donezk. Schwer zu vermitteln, dass Menschen beschossen, getötet und in die Flucht getrieben werden, bei denen es sich nach Kiewer Lesart doch um die eigenen Staatsbürger handelt.


Es waren vorwiegend russische Ukrainer im Osten des Landes, die nach dem durch Verfassungsbruch bewirkten Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch der sich etablierenden Regierung die Gefolgschaft verweigerte. Immerhin hatte sie in einem ersten Schritt Gesetze kassiert, von denen Russisch als zweite Amtssprache des Landes garantiert wurde.


*Prinzip Stagnation*

Die Gespräche im Normandie-Format beherrschte seit 2015 das Prinzip Stagnation. Deutschland und Frankreich haben als Schirmherren den permanenten Stillstand moderiert. Die ukrainische Seite war nicht bereit, sich daran zu halten, was die Minsker Verhandlungen ergeben hatten, obwohl der damalige Präsident Petro Poroschenko daran beteiligt und der ehemalige Staatschef Leonid Kutschma beauftragt war, für die Ukraine die ausgehandelten Dokumente zu unterzeichnen, was auch geschah.


Dass Russland die Geduld irgendwann verlieren musste, war seit langem absehbar. Dass Moskau nun die Entitäten Donezk und Lugansk als unabhängige Republiken anerkennt, ist insofern auch die Absage an ein Abkommen, das schuldig blieb, was vereinbart war. Putins Entscheidung

ist der Versuch, vollendete Tatsachen zu schaffen wie vor acht Jahren mit der Annexion der Krim.


Ein politischer, wohl kalkulierter Schachzug, der den Westen offenbar verblüfft und überrascht. Was in Moskau verkündet wurde, liegt weit unter dem Level dessen, was seit Wochen prophezeit wird und zu einer Überbietungswettbewerb bei angekündigten Einmarsch-Szenarien <https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/bidens-kriegspalaver>  führt


Joe Biden rechnete mit einer „russischen Operation im D-Day-Maßstab <https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/ukraine-konflikt-joe-biden-nennt-tag-fuer-russischen-angriff>“   und das von einem Tag zum nächsten. NATO-Analysten erwarteten, dass jeder Angriff schnell, verdeckt und asymmetrisch erfolgt, dass Spezialeinheiten eingesetzt würden, dass Sabotage und Cyberkrieg zu erwarten seien. Andere sahen russische Panzer vor Kiew.


*Diplomatie ohne Ertrag*

Verlierer der Entscheidung von Präsident Putin ist die ukrainische Führung, die sich einmal mehr selbst ausmanövriert hat und mit leeren Händen dasteht. Die zuletzt gehörig aufgepumpte Militärpräsenz der NATO in einigen Staaten Osteuropas wurde als Drohkulisse für den Fall eines

massiven russischen Angriffs auf die Ukraine aufgezogen. Es war nie daran gedacht, in der Ostukraine für Kiew die Kastanien aus dem Feuer zu holen.


Es rächt sich, bei den Verhandlungsangeboten, die Moskau in den letzten Wochen unterbreitet hat, Russland bei der NATO- Osterweiterung und den geforderten Sicherheitsgarantien nicht substantiell entgegengekommen zu sein. Und es rächt sich, dass besonders Frankreich mit seiner diplomatischen Energie nie ein Verhandlungsmandat des Westens, wenigstens der EU, besaß, um Russland so entgegenzukommen, dass Kompromisse denkbar wurden. Putins Entscheidung ist ganz klar auch eine auf diplomatische Sondierungen, die lediglich um ihrer selbst Willen stattfanden.


Die „massivsten Sanktionen“, mit denen die USA und die EU seit Wochen drohen, kann es schwerlich für eine politische Entscheidung geben, Gebiete als legitime Republiken anzuerkennen, die das ausdrücklich wollen. Die gern reklamierte geschlossene Sanktionsfront wird dafür

nicht zu haben sein, Italien, Ungarn und Österreich melden bereits Bedenken an. Plötzlich machen Kommentatoren und Beobachter geltend, dass harte Strafmaßnahmen auch den Westen treffen würden. Das kann sich ändern – aber in den ersten Reaktionen aus Washington, Brüssel und Berlin, taucht die Pipeline „Nord Stream II <https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/usa-russland-nato-nordstream2-erdgas-ukraine>“   kaum auf.


*Gewalt der Straße*

Präsident Putin spielt seine Partie Zug um Zug und setzt damit mehr denn je die Regierung Selenski unter Druck. Sie wird in ihrem von antirussischen Obsessionen besessenen Anhang mit der Forderung nach militärischen Gegenmaßnahmen konfrontiert und sich des Risikos bewusst

sein, dass sie damit eingeht.


Dass Gewalt und Macht der Straße wie 2013/14 an Einfluss gewinnen und der Regierung zusetzen, ist denkbar. Zugleich werden auch Kräfte wieder an Einfluss gewinnen, die Selenski und seinem Außenminister Kuleba zu recht vorwerfen, durch kompromisslose Sturheit und einseitige

Orientierung auf den Westen, die Ostukraine verspielt zu haben.

22.02.2022

Gabriel gibt Nord Stream 2 nicht mehr „den Hauch einer Chance“

welt.de, 23. Februar 2022

Der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel sieht für die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 keine Zukunft mehr.


Zitat: „Ich war immer ein Befürworter des Projekts, weil ich auch an die Friedensdividende in der Wirtschaftspolitik geglaubt habe. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Projekt noch Realität wird. Es sei denn, es geschehen Wunder und es gibt eine Verständigung mit Russland – aber danach sieht es ja nicht aus“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk.ortal.de


Er glaube nicht, dass Nord Stream 2 auch nur noch „den Hauch einer Chance hat“. Selbst wenn die Krise noch bewältigt werden könnte, müssten Deutschland und Europa die Energiebeziehungen neu regeln.


Die Nicht-Inbetriebnahme werde aber natürlich Konsequenzen haben, so Gabriel weiter. Schließlich gebe es Verträge, Projekte dieser Größenordnung könnten in demokratischen Systemen nicht einfach so mit einem Federstrich beendet werden und das sei auch gut so. Zu rechnen sei etwa mit finanziellen Konsequenzen, Klagen und Gerichtsverfahren.


Im Gespräch mit dem „Pioneer“-Podcast „Morning Briefing“ ging Gabriel am Mittwochmorgen dann sogar noch einen Schritt weiter. „Ich glaube, es wäre ein erheblicher Einschnitt, wenn wir nicht nur Nord Stream 2 stoppen, sondern über die nächsten drei bis fünf Jahre unsere Energiebeziehung zu Russland auf null fahren. Das geht – technisch und wirtschaftlich.“


Die umstrittene Gaspipeline durch die Ostsee ist fertig, das Genehmigungsverfahren für den Betrieb wurde allerdings von der Bundesregierung am Dienstag gestoppt. Damit reagierte sie auf die russische Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine. Die Pipeline wurde nach Angaben des russischen Gaskonzerns Gazprom im September 2021 fertiggestellt und soll Gas von Russland nach Deutschland bringen.


Gabriel begrüßte die geplanten Sanktionen gegen Russland – auch wenn er davon ausgeht, dass der russische Präsident Wladimir Putin diese bereits einkalkuliert hat. Wichtig sei nun aber, dass die Geschlossenheit gegenüber Russland bestehen bleibe und einzelne Länder nicht wegen eigener wirtschaftlicher Interessen ausscherten.


Info: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/gabriel-gibt-nord-stream-2-nicht-mehr-den-hauch-einer-chance/ar-AAUc4HN?ocid=msedgntp




Weiteres:




Info:  https://www.deutschlandfunk.de/wirtschaftsminister-habeck-sieht-versorgungssicherheit-nicht-gefaehrdet-102.html

22.02.2022

Anerkennung des Donbass  Präsident Putins komplette Rede an die Nation im Wortlaut

anti-spiegel.ru, 22. Februar 2022 03:11 Uhr, von Anti-Spiegel

Der russische Präsident Putin hat am 21. Februar in einer Grundsatzrede die russische Position erklärt und dann die Republiken in Donezk und Lugansk anerkannt. Hier finden Sie die komplette Rede.

Ich werde nicht viel vorweg sagen, denn Putins Rede war ungewöhnlich lang und dauerte fast eine Stunde, entsprechend lang ist auch dieser Artikel mit der Übersetzung der Rede.

Da vielleicht nicht jeder die Rede komplett lesen wird, fasse ich kurz zusammen, worum es in der Rede ging. Zunächst hat Putin einen historischen Exkurs gemacht und ist auf die Entstehung der Ukraine eingegangen. Allerdings war das Haupthema dieses Exkurses nicht einmal die Ukraine, sondern eher die Fehler der früheren politischen Führer des Landes, die am Ende zur Entstehung der Situation geführt haben, in der Russland und die Ukraine nun sind. Putin geht dabei übrigens – entgegen den ständig wiederholten Behauptungen westlicher Medien – sehr hart mit der Sowjetunion und namentlich mit Lenin und Stalin ins Gericht, was ganz nebenbei viele Behauptungen westlicher Medien über Putins angebliches sowjet-nostalgisches Weltbild Lügen straft.

Putin schlägt in seiner Rede einen weiten Bogen und spricht sowohl über die unglückliche Entwicklung der Ukraine nach ihrer Unabhängigkeit, denn das Land wird seit 1990 von einigen wenigen Oligarchen ausgepresst und ist vor allem nach dem Maidan extrem verarmt. Putin kritisiert – wie immer – die Machthaber in der Ukraine, hat aber offenes Mitgefühl mit den Menschen in der Ukraine, die unter den Zuständen in dem Land leiden müssen.

Putin kommt auch auf die aktuellen Verhandlungen mit den USA über gegenseitige Sicherheitsgarantien zu sprechen und erklärt Russlands Position dazu noch einmal ausführlich. Und er macht klar, dass Russlands Geduld am Ende ist und es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder echte Gespräche unter ehrlicher Berücksichtigung der russischen Sicherheitsinteressen, oder eine russische Reaktion, die von den Offiziellen in Moskau als „militär-technisch“ bezeichnet wird.

Erst ganz am Ende der Rede teilt Putin, fast schon nebenbei, mit, dass er die Donbass-Republiken nun anerkennt und mit ihnen Verträge über Zusammenarbeit und Schutz abschließen wird. Er beendet die Rede mit einer deutlichen Warnung an Kiew, die Feindseligkeiten sofort einzustellen, oder selbst die für die Folgen weiterer Feindseligkeiten die Verantwortung zu übernehmen.

Putin scheint sehr wütend zu sein und die Rede war emotional, auch wenn der Text das nicht wieder gibt. Dass Putin offensichtlich sehr wütend ist, zeigte sich auch bei der Unterzeichnung der Vereinbarungen mit den Donbass-Republiken, die direkt im Anschluss an die Rede übertragen wurde. So kurz angebunden wie dabei, habe ich Putin noch nie bei keinem feierlichen Anlass gesehen.

Damit genug der Vorrede, es folgt die Übersetzung der kompletten Rede, denn sie auf Deutsch zu veröffentlichen, halte ich für wichtig, weil der Spiegel schon einen ersten Desinformations-Artikel über das gebracht hat, was Putin nach Meinung von Christian Esch, dem Leiter des Spiegel-Büros in Moskau, gesagt haben soll. Daher können Sie hier nachlesen, was Putin wirklich gesagt hat.

Beginn der Übersetzung:

Verehrte Bürger Russlands! Liebe Freunde!

Das Thema meiner Rede sind die Ereignisse in der Ukraine und warum das so wichtig für uns, für Russland ist. Meine Rede richtet sich natürlich auch an unsere Mitbürger in der Ukraine.

Ich werde mich ausführlich und detailliert äußern müssen. Das Problem ist sehr ernst.

Die Lage im Donbass ist erneut kritisch und akut geworden. Und heute wende ich mich direkt an Sie, nicht nur um zu bewerten, was geschieht, sondern auch um Sie über die Entscheidungen, die getroffen werden, und mögliche weitere Schritte in dieser Richtung zu informieren.

Ich möchte noch einmal betonen, dass die Ukraine für uns nicht nur ein Nachbarland ist. Sie ist ein integraler Bestandteil unserer eigenen Geschichte, Kultur und unseres spirituellen Raums. Das sind unsere Freunde, unsere Verwandten, nicht nur Kollegen, Freunde und ehemalige Arbeitskollegen, sondern auch unsere Verwandten und engen Familienmitglieder.

Seit ältesten Zeiten nennen sich die Bewohner der südwestlichen historischen Gebiete des alten Russlands Russen und orthodoxe Christen. So war es auch im 17. Jahrhundert, als ein Teil dieser Gebiete mit dem russischen Staat wiedervereinigt wurde, und auch danach war das so.

Es scheint uns, dass wir das im Prinzip alle wissen, dass wir über bekannte Tatsachen sprechen. Um jedoch zu verstehen, was heute geschieht, um die Motive des russischen Handelns und die Ziele, die wir uns gesetzt haben, zu erklären, ist es notwendig, zumindest ein paar Worte über die Geschichte des Themas zu verlieren.

Lassen Sie mich also mit der Tatsache beginnen, dass die moderne Ukraine vollständig von Russland geschaffen wurde, genauer gesagt, vom bolschewistischen, kommunistischen Russland. Dieser Prozess begann fast unmittelbar nach der Revolution von 1917, und Lenin und seine Mitstreiter taten das auf sehr grobe Weise mit Russland selbst – durch Sezession, indem sie Teile seiner eigenen historischen Territorien abtrennten. Natürlich hat niemand die Millionen von Menschen, die dort lebten, nach irgendetwas gefragt.

Dann, vor und nach dem Großen Vaterländischen Krieg, annektierte bereits Stalin einige Gebiete, die zuvor zu Polen, Rumänien und Ungarn gehörten, an die UdSSR und übertrug sie der Ukraine. Als eine Art Entschädigung gab Stalin Polen einige der angestammten deutschen Gebiete, und 1954 nahm Chruschtschow Russland aus irgendeinem Grund die Krim weg und gab sie der Ukraine. Auf diese Weise entstand das Gebiet der sowjetischen Ukraine.

Aber jetzt möchte ich besonders auf die Anfangszeit der Gründung der UdSSR eingehen. Ich denke, das ist für uns sehr wichtig. Wir werden, wie man so schön sagt, aus der Ferne beginnen müssen.

Ich möchte daran erinnern, dass die Bolschewiki nach dem Oktoberputsch von 1917 und dem anschließenden Bürgerkrieg mit dem Aufbau eines neuen Staatswesens begannen, und dass es zwischen ihnen recht heftige Meinungsverschiedenheiten gab. Stalin, der 1922 die Ämter des Generalsekretärs des Zentralkomitees der RKP und des Volkskommissars für Nationalitäten in Personalunion bekleidete, schlug vor, das Land nach den Grundsätzen der Autonomisierung aufzubauen, also den Republiken – den künftigen administrativ-territorialen Einheiten – bei ihrem Beitritt zum Einheitsstaat weitreichende Befugnisse zu übertragen.

Lenin kritisierte diesen Plan und schlug vor, den Nationalisten, wie er sie damals nannte, Zugeständnisse zu machen – den „Unabhängigen“. Genau das waren Lenins Vorstellungen von einer im Wesentlichen konföderativen Staatsstruktur und dem Recht der Völker auf Selbstbestimmung bis hin zur Sezession, die die Grundlage der sowjetischen Staatlichkeit bildeten: zunächst 1922 in der Erklärung über die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und dann, nach Lenins Tod, in der Verfassung der UdSSR von 1924.

Hier stellen sich sofort viele Fragen. Und die erste von ihnen ist eigentlich die wichtigste: Warum war es notwendig, irgendwelche grenzenlos wachsenden nationalistischen Ambitionen an den Rändern des ehemaligen Reiches zu befriedigen? Die Übertragung riesiger, oft willkürlich gebildeter Verwaltungseinheiten, die Unionsrepubliken, die oft keinen Bezug zu dem Gebiet hatten. Ich wiederhole: Sie wurden zusammen mit der Bevölkerung des historischen Russlands übertragen.

Darüber hinaus erhielten diese Verwaltungseinheiten faktisch den Status und die Form nationaler staatlicher Einheiten. Wieder einmal frage ich mich: Warum war es notwendig, so großzügige Geschenke zu machen, von denen die glühendsten Nationalisten vorher nicht einmal zu träumen wagten, und darüber hinaus den Republiken das Recht einzuräumen, sich ohne jegliche Bedingungen vom Einheitsstaat abzuspalten?

Auf den ersten Blick ist das völlig unverständlich, das ist Wahnsinn. Aber das ist nur auf den ersten Blick so. Dafür gibt es eine Erklärung. Nach der Revolution bestand die Hauptaufgabe der Bolschewiki darin, die Macht zu erhalten, und zwar um jeden Preis. Dafür haben sie alles getan: sie haben die erniedrigenden Bedingungen des Brester Vertrages zu einer Zeit akzeptiert, als sich das kaiserliche Deutschland und seine Verbündeten in der schwierigsten militärischen und wirtschaftlichen Lage befanden und der Ausgang des Ersten Weltkrieges eigentlich schon vorherbestimmt war, und sie sind allen Forderungen, allen Wünschen der Nationalisten im Inneren des Landes nachgekommen.

Im Hinblick auf das historische Schicksal Russlands und seiner Völker waren die leninistischen Prinzipien des Staatsaufbaus nicht nur ein Fehler, sondern weitaus schlimmer als ein Fehler. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 wurde das absolut offensichtlich.

Natürlich können die Ereignisse der Vergangenheit nicht geändert werden, aber wir müssen zumindest direkt und ehrlich, ohne Vorbehalte und ohne politische Färbung über sie sprechen. Ich kann nur hinzufügen, dass die Erwägungen der aktuellen politischen Konjunktur, so spektakulär und vorteilhaft sie zu einem bestimmten Zeitpunkt auch erscheinen mögen, unter keinen Umständen die Grundlage für die Grundprinzipien der Staatlichkeit bilden sollten oder können.

Ich will jetzt niemanden beschuldigen, die Situation im Land zu dieser Zeit und nach dem Bürgerkrieg, vor dem Bürgerkrieg, war unglaublich schwierig und kritisch. Ich möchte heute nur sagen, dass es genau so war. Das ist eine historische Tatsache. Wie ich bereits gesagt habe, führte die bolschewistische Politik zur Entstehung der Sowjetukraine, die auch heute noch zu Recht als „Wladimir-Lenin-Ukraine“ bezeichnet werden kann. Er war ihr Autor und Architekt. Das wird durch Dokumente in den Archiven vollständig bestätigt, einschließlich Lenins strenger Direktiven für den Donbass, der buchstäblich in die Ukraine hineingepresst wurde. Und nun haben die „dankbaren Nachkommen“ Lenin-Denkmäler in der Ukraine abgerissen. Sie nennen das Entkommunisierung. (Anm. d. Übers.: „Entkommunisierung“ meint die Tilgung von allem, was an den Kommunismus erinnert, ähnlich wie die Entnazifizierung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg)

Sie wollen entkommunisieren? Nun, für uns ist das vollkommen in Ordnung. Aber Sie sollten nicht, wie man so schön sagt, auf halbem Weg stehen bleiben. Wir sind bereit, Ihnen zu zeigen, was eine echte Entkommunisierung für die Ukraine bedeutet.

Um auf die Geschichte zurückzukommen, wiederhole ich, dass die UdSSR 1922 auf dem Gebiet des ehemaligen Russischen Reiches gegründet wurde. Das Leben selbst jedoch zeigte sofort, dass es unmöglich war, ein so großes und komplexes Gebiet zu erhalten oder es nach den vorgeschlagenen amorphen, quasi konföderativen Prinzipien zu regieren. Sie waren völlig losgelöst von der Realität und der historischen Tradition.

Es ist nur logisch, dass der Rote Terror und der rasche Übergang zur stalinistischen Diktatur, die Vorherrschaft der kommunistischen Ideologie und das Machtmonopol der Kommunistischen Partei, die Verstaatlichung und das Planwirtschaftssystem in der Praxis die erklärten, aber nicht umsetzbaren Prinzipien der Staatlichkeit zu einer bloßen Erklärung, einer Formalität gemacht haben. In Wirklichkeit hatten die Unionsrepubliken keinerlei Souveränitätsrechte, diese Rechte existierten einfach nicht. In der Praxis wurde ein streng zentralisierter, völlig einheitlicher Staat geschaffen.

Stalin hat in der Tat nicht Lenins, sondern seine ganz eigenen Vorstellungen von Staatlichkeit in die Praxis umgesetzt. Aber er hat keine entsprechenden Änderungen in den systemischen Dokumenten, in der Verfassung des Landes vorgenommen, hat die verkündeten leninistischen Prinzipien des Aufbaus der UdSSR nicht formell überdacht. Offensichtlich gab es dafür keinen Grund – alles funktionierte unter dem totalitären Regime und es sah an der Oberfläche sehr schön, attraktiv und sogar superdemokratisch aus.

Dennoch ist es sehr schade, dass die abscheulichen, utopischen, von der Revolution inspirierten, aber für ein normales Land absolut zerstörerischen Fantasien nicht umgehend von den grundlegenden, formell legalen Fundamenten, auf denen unsere gesamte Staatlichkeit aufgebaut wurde, entfernt wurden. Niemand hat, wie es bei uns früher so oft der Fall war, an die Zukunft gedacht.

Die Führer der Kommunistischen Partei schienen davon überzeugt zu sein, dass es ihnen gelungen war, ein solides Regierungssystem zu bilden und dass sie die nationale Frage durch ihre Politik endgültig gelöst hatten. Aber die Verfälschungen, Veränderungen von Begriffen, Manipulation des öffentlichen Bewusstseins und Täuschung waren kamen teuer zu stehen. Der Bazillus des nationalistischen Ehrgeizes war nicht verschwunden, und die ursprüngliche Mine, die gelegt worden war, um die Immunität des Staates gegen die Ansteckung durch den Nationalismus zu untergraben, wartete nur darauf, zu explodieren. Diese Landmine, ich wiederhole das, war das Recht, sich von der UdSSR abzuspalten.

Mitte der 80er Jahre verschärfte sich vor dem Hintergrund wachsender sozioökonomischer Probleme und einer offensichtlichen Krise der Planwirtschaft die nationale Frage, deren Kern, wie immer, nicht die Erwartungen und unerfüllten Sehnsüchte der Völker der Union waren, sondern in erster Linie der wachsende Appetit der lokalen Eliten.

Doch anstatt die Situation gründlich zu analysieren und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, vor allem in der Wirtschaft, sowie eine allmähliche, durchdachte und bewusste Umgestaltung des politischen Systems und der staatlichen Struktur vorzunehmen, beschränkte sich die KPdSU-Führung darauf, das leninistische Prinzip der nationalen Selbstbestimmung in Worte zu fassen.

Als sich der Machtkampf in der Kommunistischen Partei selbst entfaltete, begann jede der gegnerischen Seiten, um ihre Unterstützungsbasis zu verbreitern, rücksichtslos nationalistische Gefühle anzuregen, zu fördern und mit ihnen zu spielen, indem sie ihren potenziellen Anhängern versprach, was immer sie wünschten. Inmitten einer oberflächlichen und populistischen Rhetorik über Demokratie und eine strahlende Zukunft, die auf der Grundlage einer Markt- oder Planwirtschaft aufgebaut wurde, aber unter den realen Bedingungen der Verarmung und des totalen Defizits, dachte niemand an der Macht an die unvermeidlichen tragischen Folgen für das Land.

Und dann folgten sie dem ausgetretenen Pfad der Befriedigung der Ambitionen nationalistischer Eliten, die in ihren eigenen Parteireihen genährt wurden, und vergaßen dabei, dass die KPdSU – Gott sei Dank – nicht mehr über solche Instrumente wie Staatsterror und eine Diktatur nach Art Stalins verfügte, um die Macht und das Land selbst zu erhalten. Und so verschwand selbst die berüchtigte Führungsrolle der Partei selbst wie ein Morgennebel spurlos vor ihren Augen.

Im September 1989 verabschiedete das Plenum des Zentralkomitees der KPdSU ein im Grunde verhängnisvolles Dokument – die so genannte nationale Politik der Partei unter modernen Bedingungen, die KPdSU-Plattform. Sie enthielt folgende Bestimmungen, ich zitiere: „Die Unionsrepubliken haben alle Rechte, die ihrem Status als souveräne sozialistische Staaten entsprechen.“

Eine weitere Klausel lautete: „Die obersten repräsentativen Machtorgane der Unionsrepubliken können die Erlasse und Anordnungen der Unionsregierung in ihrem Hoheitsgebiet anfechten und aussetzen.“

Und schließlich: „Jede Unionsrepublik hat ihre eigene Staatsbürgerschaft, die für alle ihre Einwohner gilt.“

War es denn nicht offensichtlich, wozu solche Formulierungen und Entscheidungen führen würden?

Dies ist weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Ort, um Fragen des Staats- oder Verfassungsrechts zu erörtern und den Begriff der Staatsbürgerschaft zu definieren. Dennoch stellt sich die Frage: Warum musste das Land unter diesen ohnehin schon schwierigen Umständen noch weiter erschüttert werden?

Schon zwei Jahre vor dem Zusammenbruch der UdSSR war ihr Schicksal praktisch besiegelt. Jetzt reklamieren die Radikalen und Nationalisten, auch und vor allem in der Ukraine, die Erreichung der Unabhängigkeit für sich. Wie wir sehen, ist das ganz und gar nicht der Fall. Der Zusammenbruch unseres einigen Landes wurde durch historische, strategische Fehler der bolschewistischen Führer, der Führung der KPdSU, verursacht, die zu verschiedenen Zeiten beim Staatsaufbau, in der Wirtschafts- und Nationalpolitik gemacht wurden. Sie haben den Zusammenbruch des historischen Russlands, das den den Namen UdSSR trug, auf dem Gewissen.

Trotz all dieser Ungerechtigkeiten, des Betrugs und des offenen Ausraubens Russlands hat unser Volk die neuen geopolitischen Realitäten anerkannt, die nach dem Zusammenbruch der UdSSR entstanden sind, hat die neuen unabhängigen Staaten anerkannt. Und nicht nur das – Russland selbst, das sich zu dieser Zeit in einer sehr schwierigen Situation befand, half seinen GUS-Partnern, einschließlich seiner ukrainischen Kollegen, von denen bereits zum Zeitpunkt der Unabhängigkeitserklärung zahlreiche Ersuchen um materielle Unterstützung eingingen. Und unser Land hat diese Unterstützung unter Wahrung der Würde und Souveränität der Ukraine geleistet.

Nach Expertenschätzungen, die durch eine einfache Berechnung der Preise für Energieträger bestätigt werden, betrug das Volumen der Vorzugskredite und der Wirtschafts- und Handelspräferenzen, die Russland der Ukraine gewährt hat, sich für den ukrainischen Haushalt von 1991 bis 2013 auf etwa 250 Milliarden Dollar.

Aber das ist noch lange nicht alles. Ende 1991 beliefen sich die Schuldverpflichtungen der UdSSR gegenüber dem Ausland und internationalen Fonds auf rund 100 Milliarden Dollar. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass diese Kredite von allen ehemaligen Sowjetrepubliken im Verhältnis zu ihrem wirtschaftlichen Potenzial solidarisch zurückgezahlt werden würden. Russland übernahm jedoch die gesamten sowjetischen Schulden und zahlte sie in voller Höhe zurück. Es hat diesen Prozess 2017 abgeschlossen.

Im Gegenzug sollten die neuen unabhängigen Staaten auf ihren Teil des sowjetischen Auslandsvermögens verzichten und im Dezember 1994 wurden entsprechende Vereinbarungen mit der Ukraine getroffen. Kiew ratifizierte diese Abkommen jedoch nicht und weigerte sich später einfach, es umzusetzen. Es erhob Anspruch auf den Diamantenfonds, die Goldreserve sowie Eigentum und andere Vermögenswerte der ehemaligen UdSSR im Ausland.

Doch trotz der bekannten Probleme hat Russland immer offen, ehrlich und – ich wiederhole das – unter Wahrung seiner Interessen mit der Ukraine zusammengearbeitet, und unsere Beziehungen haben sich in einer Vielzahl von Bereichen entwickelt. So betrug der bilaterale Handelsumsatz im Jahr 2011 mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Handelsvolumen der Ukraine mit allen EU-Ländern im Jahr 2019, also noch vor der Pandemie, unter dieser Zahl lag.

Dabei springt es ins Auge, dass die ukrainischen Regierungen es vorzogen, so zu handeln, dass sie in den Beziehungen zu Russland alle Rechte und Vorteile, aber keine Verpflichtungen hatten.

Anstelle von Partnerschaft herrschte Abhängigkeit, die von den offiziellen Stellen in Kiew zuweilen geradezu als Kavaliersdelikt empfunden wurde. Es genügt, an die ständige Erpressung im Bereich des Energietransits und den banalen Diebstahl von Gas zu erinnern. (Anm. d. Übers.: Details der Gaskonflikte Vergangenheit, auf die Putin hier anspielt, finden Sie hier)

Ich sollte noch hinzufügen, dass Kiew versucht hat, den Dialog mit Russland als Vorwand zu nutzen, um mit dem Westen zu verhandeln, ihn mit einer Annäherung an Moskau zu erpressen und Vorteile für sich zu gewinnen: mit der Begründung, dass sonst der russische Einfluss in der Ukraine zunehmen würde.

Gleichzeitig haben die ukrainischen Regierungen von Anfang an, das möchte ich betonen, von den ersten Schritten an damit begonnen, ihre Staatlichkeit auf der Leugnung all dessen aufzubauen, was uns verbindet, sie haben versucht, das Bewusstsein und das historische Gedächtnis von Millionen von Menschen, ganzer Generationen, die in der Ukraine leben, zu entstellen. Es überrascht nicht, dass die ukrainische Gesellschaft mit dem Aufkommen des extremen Nationalismus konfrontiert wurde, der schnell die Form von aggressiver Russophobie und Neonazismus annahm. Daher die Beteiligung ukrainischer Nationalisten und Neonazis an Terrorbanden im Nordkaukasus und die immer lauter werdenden territorialen Ansprüche gegenüber Russland.

Die ausländischen Kräfte, die ein ausgedehnte Netz von NGOs und Geheimdiensten genutzt haben, um ihre Klientel in der Ukraine zu pflegen und ihre Vertreter an die Macht zu bringen, haben ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass es in der Ukraine im Grunde nie eine stabile Tradition echter Staatlichkeit gegeben hat. Seit 1991 ist sie den Weg der mechanischen Kopie fremder Modelle gegangen, losgelöst von ihrer Geschichte und der ukrainischen Realität. Die politischen Institutionen des Staates wurden ständig umgestaltet, um den rasch aufstrebenden Clans mit ihren eigenen Interessen zu dienen, die nichts mit den Interessen der ukrainischen Bevölkerung gemeinsam haben.

Der Sinn der sogenannten pro-westlichen zivilisatorischen Entscheidung der ukrainischen Oligarchen war und ist nicht, bessere Bedingungen für das Wohlergehen des Volkes zu schaffen, sondern den geopolitischen Rivalen Russlands unterwürfig zu dienen, um Milliarden von Dollar, die den Ukrainern gestohlen und von den Oligarchen auf westlichen Bankkonten gebunkert wurden, zu retten.

Einige industrielle Finanzgruppen, die Parteien und Politiker übernommen haben, stützten sich zunächst auf Nationalisten und Radikale. Andere gaben Lippenbekenntnisse zu guten Beziehungen zu Russland und zur kulturellen und sprachlichen Vielfalt ab und kamen mit den Stimmen von Bürgern an die Macht, die solche Bestrebungen von ganzem Herzen unterstützten, darunter Millionen aus dem Südosten des Landes. Doch sobald sie im Amt waren, verrieten sie sofort ihre Wähler, ließen ihre Wahlversprechen fallen und setzten eine Politik auf Geheiß der Radikalen um, wobei sie manchmal ihre ehemaligen Verbündeten verfolgten – jene Organisationen der Zivilgesellschaft, die für Zweisprachigkeit und Zusammenarbeit mit Russland eintraten. Sie machten sich die Tatsache zunutze, dass die Menschen, die sie unterstützten, in der Regel gesetzestreu und gemäßigt in ihren Ansichten sind und daran gewöhnt sind, der Regierung zu vertrauen.

Die Radikalen wiederum wurden immer unverschämter und ihre Forderungen wuchsen von Jahr zu Jahr. Es fiel ihnen nicht schwer, einer schwachen Regierung, die selbst mit dem Virus des Nationalismus und der Korruption infiziert war, immer wieder ihren Willen aufzuzwingen und die wahren kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen des Volkes und die wirkliche Souveränität der Ukraine geschickt durch verschiedene Arten von Spekulationen mit nationalen Begründungen und fremden ethnografischen Merkmalen zu ersetzen.

In der Ukraine gibt es immer noch keine dauerhafte Staatlichkeit und die politischen Wahlverfahren dienen nur als Deckmantel, als Projektionsfläche für die Umverteilung von Macht und Eigentum zwischen verschiedenen Oligarchenclans.

Die Korruption, die zweifellos für viele Länder, auch für Russland, eine Herausforderung und ein Problem darstellt, hat in der Ukraine einen besonderen Charakter angenommen. Sie hat die ukrainische Staatlichkeit, das gesamte System, alle Zweige der Macht buchstäblich imprägniert und korrodiert. Radikale nutzten die berechtigte Unzufriedenheit der Menschen aus, sattelten auf den Protest auf und führten den Maidan 2014 zu einem Staatsstreich. Dabei erhielten sie direkte Unterstützung aus dem Ausland. Die materielle Unterstützung des so genannten Protestcamps auf dem Maidan in Kiew durch die US-Botschaft betrug unseren Informationen zufolge eine Million Dollar pro Tag. Weitere sehr hohe Beträge wurden dreist direkt auf die Bankkonten der Oppositionsführer überwiesen. Und wir sprachen von mehreren Dutzend Millionen Dollar. Und wie viel haben die, die tatsächlich verletzt wurden, die Familien derjenigen, die bei den Zusammenstößen auf den Straßen und Plätzen von Kiew und anderen Städten ums Leben gekommen sind, am Ende bekommen? Danach sollte man besser nicht fragen.

Die Radikalen, die an die Macht kamen, organisierten eine Verfolgung, einen regelrechten Terror gegen diejenigen, die sich gegen verfassungsfeindliche Maßnahmen aussprachen. Politiker, Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wurden misshandelt und öffentlich gedemütigt. Die ukrainischen Städte wurden von einer Welle von Pogromen und Gewalt überrollt, einer Reihe von spektakulären und ungesühnten Morden. Die schreckliche Tragödie in Odessa, bei der friedliche Demonstranten im Gewerkschaftshaus brutal ermordet und lebendig verbrannt wurden, lässt einen erschaudern. Die Verbrecher, die diese Gräueltat begangen haben, sind nicht bestraft worden und niemand sucht nach ihnen.

Aber wir kennen ihre Namen und werden alles tun, um sie zu bestrafen, sie zu finden und vor Gericht zu stellen.

Der Maidan hat die Ukraine der Demokratie und dem Fortschritt nicht näher gebracht. Mit dem Staatsstreich führten die Nationalisten und die sie unterstützenden politischen Kräfte die Situation endgültig in die Sackgasse und stießen die Ukraine in den Abgrund des Bürgerkriegs. Acht Jahre nach diesen Ereignissen ist das Land gespalten. Die Ukraine befindet sich in einer akuten sozioökonomischen Krise.

Nach Angaben internationaler Organisationen waren 2019 fast sechs Millionen Ukrainer, ich betone, etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung, nicht der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, gezwungen, auf der Suche nach Arbeit ins Ausland zu gehen. In der Regel handelt es sich dabei um Gelegenheitsjobs. Auch die folgende Tatsache ist bezeichnend: Seit 2020 haben mehr als 60.000 Ärzte und anderes Gesundheitspersonal das Land während der Pandemie verlassen.

Seit 2014 haben sich die Wassertarife um fast ein Drittel erhöht, die Strompreise um ein Mehrfaches und die Gaspreise um das Zehnfache. Viele Menschen haben einfach nicht das Geld, um die Nebenkosten zu bezahlen, sie müssen buchstäblich überleben.

Was ist passiert? Warum geschieht das alles? Die Antwort liegt auf der Hand: Es liegt daran, dass die Mitgift, die nicht nur aus der Sowjetära, sondern auch aus dem Russischen Reich stammt, vergeudet und veruntreut wurde. Zehn- und Hunderttausende von Arbeitsplätzen, die den Menschen ein stabiles Einkommen boten, auch durch die enge Zusammenarbeit mit Russland, und Steuern in die Staatskasse brachten, gingen verloren. Industriezweige wie Maschinenbau, Instrumentenbau, Elektronik, Schiffbau und Flugzeugbau liegen entweder brach oder sind zerstört, während sie früher der Stolz nicht nur die Ukraine, sondern der gesamten Sowjetunion waren.

Im Jahr 2021 wurde die Tschernomorskij-Werft in Mykolajiw, in der zu Zeiten Katharinas II. die ersten Schiffswerften gebaut wurden, stillgelegt. Der berühmte Antonow-Konzern hat seit 2016 kein einziges Serienflugzeug mehr produziert, und das auf die Herstellung von Raketen- und Raumfahrtausrüstung spezialisierte Juschmasch-Werk steht ebenso wie das Stahlwerk Krementschuk kurz vor dem Bankrott. Diese traurige Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Das Gastransportsystem, das von der gesamten Sowjetunion aufgebaut wurde, ist so marode, dass sein Betrieb mit großen Risiken und Umweltrisiken behaftet ist.

Und das wirft die Frage auf: Sind Armut, Hoffnungslosigkeit, Verlust des industriellen und technologischen Potenzials die Wahl der pro-westlichen Zivilisation, die Millionen von Menschen jahrelang getäuscht und ihnen das Paradies versprochen hat?

In der Pracis ist es darauf hinausgelaufen, dass der Zusammenbruch der ukrainischen Wirtschaft mit einer regelrechten Ausplünderung der Bürger einhergeht, während die Ukraine selbst einfach unter ausländische Verwaltung gestellt wird. Das geschieht nicht nur auf Anweisung westlicher Hauptstädte, sondern auch vor Ort durch ein ganzes Netz ausländischer Berater, NGOs und anderer Institutionen, die sich in der Ukraine breit gemacht haben. Sie haben direkten Einfluss auf alle wichtigen Personalentscheidungen, auf alle Zweige und Ebenen der Regierung, von der Zentralregierung bis zu den Kommunen, auf die wichtigsten staatlichen Unternehmen und Konzerne, darunter Naftogaz, Ukrenergo, die Ukrainische Eisenbahn, Ukroboronprom (die Verteidigungsindustrie), Ukrposhta (die Post) und die ukrainische Seehafenverwaltung.

In der Ukraine gibt es einfach keine unabhängigen Gerichte. Auf Ersuchen des Westens räumte die Kiewer Regierung Vertretern internationaler Organisationen das vorrangige Recht ein, die Mitglieder der höchsten Justizorgane – des Justizrats und der Richterqualifikationskommission – auszuwählen.

Darüber hinaus kontrolliert die US-Botschaft direkt die Nationale Agentur für Korruptionsprävention, das Nationale Antikorruptionsbüro NABU, die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft und das Oberste Antikorruptionsgericht. All dies geschieht unter dem plausiblen Vorwand, die Korruptionsbekämpfung effektiver zu gestalten. Gut, fein, aber wo sind die Ergebnisse? Die Korruption steht in voller Blüte und gedeiht besser als je zuvor.

Sind den Ukrainern selbst all diese Methoden ihrer Verwaltung bekannt? Ist ihnen klar, dass ihr Land nicht nur einfach unter einem politischem und wirtschaftlichem Protektorat steht, sondern auf das Niveau einer Kolonie mit einem Marionettenregime reduziert wurde? Die Privatisierung des Staates hat dazu geführt, dass die Regierung die sich selbst als „Macht der Patrioten“ bezeichnet, ihren nationalen Charakter verloren hat und konsequent die vollständige Entsouveränisierung des Landes verfolgt.

Die Ent-Russifizierung und Zwangsassimilierung gehen weiter. Die Werchowna Rada erlässt unablässig mehr und mehr diskriminierende Gesetze, und ein Gesetz über die so genannten einheimischen Völker ist bereits in Kraft. Menschen, die sich als Russen verstehen und ihre Identität, ihre Sprache und ihre Kultur bewahren möchten, haben die klare Botschaft erhalten, dass sie in der Ukraine fremd sind.

Nach den Gesetzen über die Bildung und das Funktionieren der ukrainischen Sprache als Staatssprache ist das Russische aus den Schulen, aus allen öffentlichen Bereichen bis hin zu gewöhnlichen Geschäften verbannt. Das Gesetz über die so genannte Lustration, die „Säuberung“ der Macht, ermöglichte es, unliebsame Beamte zu entlassen.

Gesetze, die den ukrainischen Strafverfolgungsbehörden Anlass zur rigorosen Unterdrückung der Meinungsfreiheit und abweichender Meinungen sowie zur Verfolgung der Opposition geben, werden gezüchtet. Die traurige Praxis einseitiger illegitimer Sanktionen gegen andere Staaten, ausländische natürliche und juristische Personen ist weltweit bekannt. Die Ukraine hat ihre westlichen Kuratoren übertrumpft und ein solches Instrument wie Sanktionen gegen ihre eigenen Bürger, Unternehmen, Fernsehsender, andere Medien und sogar Parlamentsmitglieder erfunden.

Auch die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats wird in Kiew weiterhin massakriert. Und das ist keine emotionale Einschätzung, sondern konkrete Entscheidungen und Dokumente belegen das. Die ukrainische Regierung hat die Tragödie der Kirchenspaltung auf zynische Weise zu einem Instrument der Staatspolitik gemacht. Die derzeitige Führung des Landes reagiert nicht auf die Bitten der Bürger der Ukraine, die Gesetze aufzuheben, die die Rechte der Gläubigen verletzen. Außerdem wurden in der Rada neue Gesetzesentwürfe gegen den Klerus und Millionen von Gemeindemitgliedern der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats registriert.

Ich möchte gesondert auf die Krim zu sprechen kommen. Die Menschen auf der Halbinsel haben sich aus freien Stücken für die Zugehörigkeit zu Russland entschieden. Die Regierung in Kiew hat diesem klaren und eindeutigen Willen des Volkes nichts entgegenzusetzen und setzt daher auf aggressive Aktionen, auf die Aktivierung extremistischer Zellen, einschließlich radikal-islamischer Organisationen, auf die Entsendung subversiver Gruppen zur Durchführung von Terroranschlägen auf kritische Infrastrukturen und zur Entführung russischer Bürger. Wir haben direkte Beweise dafür, dass solche aggressiven Aktionen mit der Unterstützung ausländischer Geheimdienste durchgeführt werden.

Im März 2021 hat die Ukraine eine neue Militärstrategie verabschiedet. Dieses Dokument ist fast ausschließlich der Konfrontation mit Russland gewidmet und zielt darauf ab, ausländische Staaten in einen Konflikt mit unserem Land zu ziehen. Die Strategie sieht vor, auf der Krim und im Donbass eine Art terroristischen Untergrund aufzubauen. Sie umreißt auch die Konturen des zu erwartenden Krieges, der nach Ansicht der heutigen Strategen in Kiew – ich zitiere ab hier – „mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft zu für die Ukraine günstigen Bedingungen“ enden soll. Und auch, wie sich Kiew heute ausdrückt, und ich zitiere auch hier, hören Sie bitte genauer hin „mit der militärischen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft in einer geopolitischen Konfrontation mit der Russischen Föderation.“ Im Grunde genommen ist das nichts anderes als die Vorbereitung einer militärischen Aktion gegen unser Land – gegen Russland.

Wir wissen auch, dass es bereits Erklärungen gegeben hat, dass die Ukraine ihre eigenen Atomwaffen entwickeln wird, und das ist keine leere Angeberei. Die Ukraine verfügt über sowjetische Nukleartechnologie und die Mittel zum Einsatz solcher Waffen, darunter Flugzeuge und Tochka-U-Raketen, ebenfalls sowjetischer Bauart, mit einer Reichweite von mehr als 100 Kilometern. Aber die werden sie erhöhen, das ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt Know-how aus der Sowjetzeit.

So wird es für die Ukraine viel einfacher sein, in den Besitz taktischer Atomwaffen zu gelangen als für einige andere Staaten – ich will sie jetzt nicht nennen -, die solche Entwicklungen tatsächlich durchführen, vor allem, wenn sie technologische Unterstützung aus dem Ausland erhält. Und auch das dürfen wir nicht ausschließen.

Wenn die Ukraine in den Besitz von Massenvernichtungswaffen kommt, wird sich die Lage in der Welt, in Europa, insbesondere für uns, für Russland, dramatisch verändern. Wir können nicht anders als auf diese reale Gefahr zu reagieren, vor allem darauf, dass die westlichen Schirmherren das Auftauchen solcher Waffen in der Ukraine erleichtern könnten, um eine weitere Bedrohung für unser Land zu schaffen. Wir können sehen, wie hartnäckig das Kiewer Regimes mit Waffen vollgepumpt wird. Allein die Vereinigten Staaten haben seit 2014 Milliarden von Dollar für diesen Zweck bereitgestellt, darunter Waffen, Ausrüstung und Spezialtraining. In den letzten Monaten sind ständig westliche Waffen in die Ukraine geflossen, demonstrativ und vor den Augen der ganzen Welt. Die ukrainischen Streitkräfte und Geheimdienste werden von ausländischen Beratern geführt, das ist uns wohl bekannt.

In den letzten Jahren haben sich Militärkontingente aus NATO-Ländern unter dem Vorwand von Übungen fast ständig auf ukrainischem Gebiet aufgehalten. Das Kommando- und Kontrollsystem der ukrainischen Truppen wurde bereits in die NATO-Truppen integriert. Das bedeutet, dass das Kommando über die ukrainischen Streitkräfte, auch über einzelne Einheiten und Untereinheiten, direkt vom NATO-Hauptquartier aus ausgeübt werden kann.

Die USA und die NATO haben damit begonnen, das ukrainische Territorium schamlos als Schauplatz möglicher Kriege zu erschließen. Die regelmäßigen gemeinsamen Übungen sind eindeutig anti-russisch ausgerichtet. Allein im letzten Jahr waren mehr als 23.000 Soldaten und mehr als tausend Stück Militärtechnik daran beteiligt.

Es wurde bereits ein Gesetz über die Zulassung von Streitkräften aus anderen Ländern auf dem Hoheitsgebiet der Ukraine im Jahr 2022 verabschiedet, um an multinationalen Übungen teilzunehmen. Es ist klar, dass wir in erster Linie über die NATO-Truppen sprechen. Für dieses Jahr sind mindestens zehn solcher gemeinsamen Manöver geplant.

Es liegt auf der Hand, dass solche Ereignisse als Deckmantel für die rasche Aufrüstung des NATO-Militärverbands in der Ukraine dienen. Dies gilt umso mehr, als das mit Hilfe der Amerikaner ausgebaute Netz von Flugplätzen – Boryspil, Iwano-Frankiwsk, Tschugujew, Odessa und so weiter – die Verlegung von Militäreinheiten in kürzester Zeit gewährleisten kann. Der ukrainische Luftraum ist offen für Flüge von amerikanischen strategischen Bombern und Aufklärungsflugzeugen und Drohnen, die zur Überwachung des russischen Territoriums eingesetzt werden.

Ich möchte hinzufügen, dass das von den Amerikanern errichtete Maritime Operations Center in Otschakow es ermöglicht, die Aktionen der NATO-Schiffe zu unterstützen, einschließlich ihres Einsatzes von Präzisionswaffen gegen die russische Schwarzmeerflotte und unsere Infrastruktur an der gesamten Schwarzmeerküste.

Einst wollten die USA ähnliche Einrichtungen auf der Krim errichten, doch die Krimbewohner und die Einwohner von Sewastopol durchkreuzten diese Pläne. Daran werden wir uns immer erinnern.

Ich wiederhole, heute wird ein solches Zentrum eingerichtet, es wurde bereits in Otschakow eingerichtet. Ich möchte Sie daran erinnern, dass im 18. Jahrhundert Soldaten von Alexander Suworow für diese Stadt gekämpft haben. Ihrem Mut ist es zu verdanken, dass sie ein Teil Russlands wurde. Zur gleichen Zeit, im 18. Jahrhundert, wurden die Schwarzmeerländer, die infolge der Kriege mit dem Osmanischen Reich an Russland angegliedert worden waren, Noworossija genannt. Heute sind diese Meilensteine der Geschichte ebenso in Vergessenheit geraten wie die Namen von Staatsmännern des Russischen Reiches, ohne deren Wirken viele große Städte und sogar der Zugang zum Schwarzen Meer in der modernen Ukraine nicht existieren würden.

Vor kurzem wurde das Denkmal für Alexander Suworow in Poltawa abgerissen. Was soll man dazu sagen? Sie leugnen Ihre eigene Vergangenheit? Aus dem so genannten kolonialen Erbe des russischen Imperiums? Nun, dann seid hier konsequent.

Weiter. Ich möchte darauf hinweisen, dass Artikel 17 der ukrainischen Verfassung die Einrichtung ausländischer Militärstützpunkte auf dem ukrainischen Staatsgebiet nicht zulässt. Es stellte sich jedoch heraus, dass das nur eine Konvention ist, die leicht umgangen werden kann.

Die NATO-Staaten haben Ausbildungsmissionen in die Ukraine entsandt. In der Tat handelt es sich bereits um ausländische Militärstützpunkte. Die nennen die Stützpunkte einfach „Mission“ und sie ist eingetütet.

Kiew hat seit langem einen strategischen Kurs in Richtung NATO-Mitgliedschaft verkündet. Ja, natürlich hat jedes Land das Recht, sein eigenes Sicherheitssystem zu wählen und Militärbündnisse einzugehen. Und das wäre auch alles so, wenn es nicht ein „aber“ gäbe. In den internationalen Dokumenten ist ausdrücklich der Grundsatz der gleichen und unteilbaren Sicherheit verankert, der bekanntlich die Verpflichtung beinhaltet, die eigene Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten zu stärken. Ich kann hier auf die 1999 in Istanbul verabschiedete OSZE-Charta für europäische Sicherheit und die OSZE-Erklärung von Astana 2010 verweisen.

Mit anderen Worten: Die Wahl der Sicherheit darf keine Bedrohung für andere Staaten darstellen und der Beitritt der Ukraine zur NATO ist eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Russlands.

Ich erinnere daran, dass die USA im April 2008 auf dem Bukarester Gipfel des Nordatlantischen Bündnisses die Entscheidung durchgesetzt haben, dass die Ukraine und übrigens auch Georgien Mitglieder der NATO werden. Viele europäische Verbündete der USA waren sich bereits aller Risiken einer solchen Perspektive bewusst, mussten sich aber dem Willen ihres Seniorpartners beugen. Die Amerikaner haben sie einfach dazu benutzt, eine eindeutig anti-russische Politik zu verfolgen.

Eine Reihe von Mitgliedstaaten des Bündnisses stehen einem NATO-Beitritt der Ukraine schon jetzt sehr skeptisch gegenüber. Gleichzeitig erhalten wir ein Signal aus einigen europäischen Hauptstädten, das besagt: „Worüber macht ihr euch Sorgen? Es wird nicht buchstäblich morgen passieren.“ Tatsächlich sprechen auch unsere amerikanischen Partner darüber. „Gut“, sagen wir, „nicht morgen, aber übermorgen. Was ändert sich dadurch in der historischen Perspektive? Im Grunde genommen nichts.“

Mehr noch, uns sind der Standpunkt und die Worte der Führung der Vereinigten Staaten bekannt, dass die aktiven Feindseligkeiten in der Ostukraine die Möglichkeit eines NATO-Beitritts dieses Landes nicht ausschließen, wenn es die Kriterien des Nordatlantischen Bündnisses erfüllen und die Korruption besiegen kann.

Dennoch versuchen sie immer wieder, uns davon zu überzeugen, dass die NATO ein friedliebendes und rein defensives Bündnis ist. Sie sagen, dass es keinerlei Bedrohung für Russland gibt. Wieder einmal schlagen sie vor, dass wir uns auf ihr Wort verlassen. Aber wir kennen den wahren Wert dieser Worte. Als 1990 die Frage der deutschen Wiedervereinigung erörtert wurde, wurde der sowjetischen Führung von den Vereinigten Staaten zugesagt, dass die Zuständigkeit und die militärische Präsenz der NATO nicht einen Zoll nach Osten ausgedehnt werden würden. Und dass die deutsche Wiedervereinigung nicht zu einer Ausdehnung der militärischen Organisation der NATO nach Osten führen würde. Das ist ein Zitat.

Sie haben geredet, mündliche Zusicherungen gemacht, und es hat sich alles als leeres Geräusch herausgestellt. Später wurde uns versichert, dass die NATO-Mitgliedschaft der mittel- und osteuropäischen Länder die Beziehungen zu Moskau nur verbessern, diesen Ländern die Angst vor dem schwierigen historischen Erbe nehmen und darüber hinaus einen Gürtel russland-freundlicher Staaten schaffen würde.

Das exakte Gegenteil ist eingetreten. Die Regierungen einiger osteuropäischer Länder, die mit ihrer Russophobie hausieren gingen, brachten ihre Komplexe und Stereotypen über die russische Bedrohung in das Bündnis ein und bestanden auf dem Aufbau kollektiver Verteidigungsfähigkeiten, die in erster Linie gegen Russland eingesetzt werden sollten. Und das geschah in den 1990er und frühen 2000er Jahren, als sich die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen dank der Offenheit und unseres guten Willens auf einem hohen Niveau befanden.

Russland hat alle seine Verpflichtungen erfüllt, einschließlich des Truppenabzugs aus Deutschland und aus den mittel- und osteuropäischen Staaten, und leistete damit einen großen Beitrag zur Überwindung des Erbes des Kalten Krieges. Wir haben stets verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit angeboten, auch im Rahmen des NATO-Russland-Rates und der OSZE.

Mehr noch, ich werde jetzt etwas sagen, was ich noch nie öffentlich gesagt habe, ich werde es zum ersten Mal sagen. Im Jahr 2000, als der scheidende US-Präsident Bill Clinton Moskau besuchte, fragte ich ihn: „Was würde Amerika davon halten, Russland in die NATO aufzunehmen?“

Ich werde nicht alle Einzelheiten dieses Gesprächs preisgeben, aber die Reaktion auf meine Frage sah nach außen hin, sagen wir, sehr zurückhaltend aus, und wie die Amerikaner tatsächlich auf diese Möglichkeit reagierten, sieht man an ihren praktischen Schritten gegenüber unserem Land. Dazu gehören die offene Unterstützung von Terroristen im Nordkaukasus, eine ablehnende Haltung gegenüber unseren Forderungen und Sicherheitsbedenken im Bereich der NATO-Erweiterung, der Ausstieg aus dem ABM-Vertrag über das Verbot einer Raketenabwehr und so weiter. Da fragt man sich: Warum? Wozu das alles? Gut, Sie wollen uns nicht als Freund und Verbündeten sehen, aber warum müssen Sie einen Feind aus uns machen?

Es gibt nur eine Antwort: Es liegt nicht an unserem politischen Regime oder an etwas anderem, sie brauchen einfach kein so großes unabhängiges Land wie Russland. Das ist die Antwort auf alle Fragen. Sie ist die Quelle der traditionellen amerikanischen Russlandpolitik. Daher auch die Einstellung zu allen unseren Sicherheitsvorschlägen.

Heute genügt ein Blick auf die Landkarte, um zu sehen, wie die westlichen Staaten ihr Versprechen, die NATO nicht nach Osten auszudehnen, „eingehalten“ haben. Sie haben uns einfach betrogen. Wir haben fünf Erweiterungswellen der NATO erlebt, eine nach der anderen. Im Jahr 1999 wurden Polen, die Tschechische Republik und Ungarn in das Bündnis aufgenommen. 2004 Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. 2009 Albanien und Kroatien. 2017 Montenegro und 2020 Nordmazedonien.

Im Ergebnis ist das Bündnis mit seiner militärischen Infrastruktur direkt an die Grenzen Russlands gekommen. Das war eine der Hauptursachen für die Euro-Sicherheitskrise und hat sich sehr negativ auf das gesamte System der internationalen Beziehungen ausgewirkt und zu dem Verlust des gegenseitigen Vertrauens geführt.

Die Lage verschlechtert sich weiter, auch im strategischen Bereich. So werden beispielsweise in Rumänien und Polen im Rahmen des US-Projekts zur globalen Raketenabwehr Stellungen für Raketenabwehrraketen eingerichtet. Es ist bekannt, dass die dort platzierten Abschussrampen für Tomahawk-Marschflugkörper, also für offensive Angriffssysteme, verwendet werden können. (Anm. d. Übers.: Details dazu finden Sie hier)

Darüber hinaus entwickeln die USA die universelle Standard-6-Rakete, die nicht nur die Probleme der Luft- und Raketenabwehr löst, sondern auch See- und Landziele treffen kann. Mit anderen Worten: Das vermeintlich defensive US-Raketenabwehrsystem wird erweitert und es entstehen neue offensive Fähigkeiten.

Die uns vorliegenden Informationen geben uns allen Grund zu der Annahme, dass der Beitritt der Ukraine zur NATO und die anschließende Stationierung von NATO-Einrichtungen in diesem Land eine ausgemachte Sache sind; es ist nur eine Frage der Zeit. Uns ist klar, dass in einem solchen Szenario die militärische Bedrohung Russlands um ein Vielfaches zunehmen wird. Und ich weise besonders darauf hin, dass die Gefahr eines Überraschungsangriffs auf unser Land um ein Vielfaches steigen wird.

Ich möchte klarstellen, dass die amerikanischen strategischen Planungsdokumente – es sind offiziellen Dokumente! – die Möglichkeit eines so genannten Präventivschlags gegen feindliche Raketensysteme vorsehen. Und wir wissen auch, wer der Hauptgegner der USA und der NATO ist. Es ist Russland. In den NATO-Dokumenten wird unser Land offiziell direkt zur Hauptbedrohung der euro-atlantischen Sicherheit erklärt. Und die Ukraine wird als Sprungbrett für einen solchen Schlag dienen. Wenn unsere Vorfahren das hören würden, würden sie es wahrscheinlich nicht glauben. Und wir wollen es heute nicht glauben, aber es ist wahr. Ich möchte, dass das sowohl in Russland als auch in der Ukraine verstanden wird.

Viele ukrainische Flugplätze liegen in der Nähe unserer Grenzen. Die hier stationierten taktischen NATO-Flugzeuge, darunter auch hochpräzise Waffenträger, werden in der Lage sein, unser Gebiet bis zur Linie Wolgograd – Kasan – Samara – Astrachan zu treffen. Die Stationierung von Radaraufklärungsgeräten auf ukrainischem Gebiet wird es der NATO ermöglichen, den russischen Luftraum bis zum Ural streng zu kontrollieren.

Nachdem die Vereinigten Staaten den Vertrag über Kurz- und Mittelstreckenraketen gebrochen haben, entwickelt das Pentagon bereits offen eine Reihe von bodengestützten Angriffswaffen, darunter ballistische Raketen, die Ziele in einer Entfernung von bis zu 5.500 Kilometern erreichen können. Wenn solche Systeme in der Ukraine eingesetzt werden, können sie Ziele im gesamten europäischen Gebiet Russlands sowie jenseits des Urals treffen. Tomahawk-Marschflugkörper bräuchten weniger als 35 Minuten, um Moskau zu erreichen, 7 bis 8 Minuten für ballistische Raketen aus der Region Charkow und 4 bis 5 Minuten für Hyperschallraketen. Das nennt man, das Messer an der Kehle zu haben. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie diese Pläne genauso umsetzen werden, wie sie es in den vergangenen Jahren immer wieder getan haben, indem sie die NATO nach Osten ausdehnen und militärische Infrastruktur und Ausrüstung an die russischen Grenzen verlagern, wobei sie unsere Bedenken, Proteste und Warnungen völlig ignorieren. Nach dem Motto: Entschuldigen Sie, die sind uns wurscht und wir tun, was immer wir wollen, was immer wir für richtig halten.

Und natürlich wird auch erwartet, dass wir uns weiterhin gemäß dem bekannten Sprichwort verhalten: „Der Hund bellt, aber die Karawane zieht weiter.“ Ich sage sofort, dass wir dem nicht zugestimmt haben und niemals zustimmen werden. Gleichzeitig war und ist Russland immer dafür, die komplexesten Probleme mit politischen und diplomatischen Mitteln am Verhandlungstisch zu lösen.

Wir sind uns unserer großen Verantwortung für die regionale und globale Stabilität bewusst. Bereits 2008 hat Russland eine Initiative zum Abschluss eines Europäischen Sicherheitsvertrags vorgelegt. Die Kernaussage war, dass kein Staat und keine internationale Organisation im euro-atlantischen Raum seine Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer stärken kann. Unser Vorschlag wurde jedoch von Anfang an abgelehnt: Man konnte nicht zulassen, dass Russland die Aktivitäten der NATO einschränkt.

Mehr noch: Uns wurde ausdrücklich gesagt, dass nur Mitglieder des Nordatlantischen Bündnisses rechtsverbindliche Sicherheitsgarantien haben können.

Im vergangenen Dezember haben wir unseren westlichen Partnern den Entwurf eines Vertrags zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten von Amerika über Sicherheitsgarantien sowie den Entwurf eines Abkommens über Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Russischen Föderation und der NATO-Mitgliedstaaten übermittelt.

Die Antwort der Vereinigten Staaten und der NATO bestand aus vielen gemeinsamen Worten. Es gab zwar einige vernünftige Punkte, doch ging es dabei um zweitrangige Themen, und es sah aus wie ein Versuch, die Diskussion in eine andere Richtung abzulenken.

Wir haben dementsprechend geantwortet und betont, dass wir bereit sind, den Weg der Verhandlungen zu gehen, allerdings unter der Bedingung, dass alle Fragen als Paket, als Ganzes betrachtet werden, ohne sie von den grundlegenden russischen Vorschlägen zu trennen. Und diese enthalten drei wichtige Punkte. Der erste ist die Verhinderung einer weiteren NATO-Erweiterung. Der zweite ist die Weigerung, dem Bündnis die Stationierung von Angriffswaffensystemen an den Grenzen Russlands zu gestatten. Und schließlich die Rückführung der militärischen Fähigkeiten und der Infrastruktur des Blocks in Europa auf den Stand von 1997, als die NATO-Russland-Grundakte unterzeichnet wurde.

Genau diese unsere prinzipiellen Vorschläge wurden ignoriert. Unsere westlichen Partner haben, ich wiederhole es, wieder einmal die abgedroschene Formulierung geäußert, dass jeder Staat das Recht hat, frei zu entscheiden, wie er seine Sicherheit gewährleistet und sich beliebigen Militärbündnissen und Allianzen anschließen kann. Mit anderen Worten: An ihrem Standpunkt hat sich nichts geändert und es wird immer wieder auf die berüchtigte „Politik der offenen Tür“ der NATO verwiesen. Außerdem versuchen sie, uns erneut zu erpressen, indem sie uns erneut mit Sanktionen drohen, die sie übrigens sowieso in dem Maße verhängen werden, in dem Russlands Souveränität und die Macht unserer Streitkräfte zunehmen. Und ein Vorwand für einen weiteren Sanktionsangriff wird immer gefunden oder einfach erfunden, unabhängig von der Lage in der Ukraine. Das Ziel ist das gleiche – die Entwicklung Russlands zu unterdrücken. Und sie werden es tun, wie sie es schon früher getan haben, sogar ohne jeglichen formalen Vorwand, weil wir unsere Souveränität, unsere nationalen Interessen und unsere Werte niemals gefährden werden.

Ich möchte klar und deutlich sagen, dass Russland in der gegenwärtigen Situation, in der unsere Vorschläge für einen gleichberechtigten Dialog über grundsätzliche Fragen von den Vereinigten Staaten und der NATO praktisch unbeantwortet geblieben sind, in der das Ausmaß der Bedrohungen für unser Land erheblich zunimmt, jedes Recht hat, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten. Genau das werden wir tun.

Was die Lage im Donbass betrifft, so sehen wir, dass die Führungsspitze in Kiew ständig öffentlich erklärt, dass sie nicht bereit ist, das Minsker Maßnahmenpaket zur Beilegung des Konflikts umzusetzen, und dass sie nicht an einer friedlichen Lösung interessiert ist. Im Gegenteil, sie versuchen erneut, einen Blitzkrieg im Donbass zu organisieren, wie sie es bereits 2014 und 2015 getan haben. Wir erinnern uns noch, wie diese Abenteuer damals endeten.

Jetzt vergeht praktisch kein Tag mehr, an dem nicht Städte und Dörfer im Donbass beschossen werden. Eine große Gruppe von Truppen setzt ständig Angriffsdrohnen, schweres Gerät, Raketen, Artillerie und Mehrfachraketenerfer ein. Die Tötung von Zivilisten, die Blockade, die Misshandlung von Menschen, einschließlich Kindern, Frauen und älteren Menschen, geht unvermindert weiter. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Und die sogenannte zivilisierte Welt, zu deren einzigen Vertretern sich unsere westlichen Kollegen selbst ernannt haben, zieht es vor, das nicht zur Kenntnis zu nehmen, als gäbe es diesen ganzen Horror, den Genozid, dem fast 4 Millionen Menschen ausgesetzt sind, nicht, und das nur, weil diese Menschen mit dem vom Westen unterstützten Putsch in der Ukraine im Jahr 2014 nicht einverstanden waren und sich der gesteigerten staatlichen Bewegung hin zu einem höhlenartigen und aggressiven Nationalismus und Neonazismus widersetzten. Und sie kämpfen für ihre elementaren Rechte: in ihrem eigenen Land zu leben, ihre eigene Sprache zu sprechen, ihre Kultur und Traditionen zu bewahren.

Wie lange kann diese Tragödie noch andauern? Wie lange können wir das noch ertragen? Russland hat alles getan, um die territoriale Integrität der Ukraine zu wahren, und hat all die Jahre hart und geduldig für die Umsetzung der Resolution 2202 des UN-Sicherheitsrats vom 17. Februar 2015 gekämpft, in der das Minsker Abkommen vom 12. Februar 2015 zur Lösung der Lage im Donbass verankert ist.

Alles umsonst. Präsidenten und Abgeordnete der Rada wechseln, aber das Wesen und der aggressive, nationalistische Charakter des Regimes, das in Kiew die Macht übernommen hat, ändert sich nicht. Er ist ausschließlich ein Produkt des Staatsstreichs von 2014 und diejenigen, die den Weg der Gewalt, des Blutvergießens und der Gesetzlosigkeit eingeschlagen haben, haben keine andere Lösung für die Donbass-Frage als eine militärische anerkannt und werden dies auch in Zukunft nicht tun.

In diesem Zusammenhang halte ich es für notwendig, eine längst überfällige Entscheidung zu treffen: die Unabhängigkeit und Souveränität der Volksrepublik Donezk und der Volksrepublik Lugansk unverzüglich anzuerkennen.

Ich bitte die Bundesversammlung der Russischen Föderation, diese Entscheidung zu unterstützen und dann die Verträge über Freundschaft und gegenseitigen Beistand mit beiden Republiken zu ratifizieren. Diese beiden Dokumente werden in naher Zukunft ausgearbeitet und unterzeichnet.

Und von denen, die in Kiew die Macht übernommen haben und halten, fordern wir die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten. Andernfalls wird die Verantwortung für die mögliche Fortsetzung des Blutvergießens ausschließlich auf dem Gewissen des Regimes lasten, das das Gebiet der Ukraine regiert.

Bei der Bekanntgabe der heute gefassten Beschlüsse vertraue ich auf die Unterstützung der Bürger Russlands und aller patriotischen Kräfte des Landes.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Ende der Übersetzung


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2022/praesident-putins-komplette-rede-an-die-nation-im-wortlaut

22.02.2022

Womit habt Ihr das verdient?

cashkurs.com, 22.02.2022, Autor: HG.Butzko

Und das erste, was man wissen muss, wenn man sich eine Meinung zum Konflikt um die Ukraine bilden will:

Propaganda machen immer nur die anderen.
Die Wahrheit verbreiten immer nur wir.
Das ist ganz wichtig.

Wenn man sich in einen anderen Standpunkt hineinversetzen will, muss man vor allem immer nur auf dem eigenen Standpunkt beharren.
Das ist das Gegenteil von Empathie, und nennt sich Diplomatie.
Andere sagen dazu: „Idiotie“.

Und wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe. Wenn die Nato Konsequenzen ankündigt, ist das eine Warnung.
Wenn Russland Konsequenzen ankündigt, ist das eine Drohung.
Und wenn die katholische Bischofskonferenz Konsequenzen ankündigt, ist das peinlich.

Ich mein´, dass Putin der Böse ist, das stimmt. Ein Autokrat, der gegen Abweichler vorgeht, die Presse- und Meinungsfreiheit einschränkt, und spätestens, wenn ich mir vor Augen führe, dass politische Satire immer auch Regierungskritik ist, wäre ich in Russland wohl schon längst verhaftet worden. So weit ist es inzwischen gekommen:
Ein Wladimir Putin schafft es, dankbar zu sein, von Olaf Scholz regiert zu werden.

Dass Putin der Böse ist, das stimmt also.
Und dass wir die Guten sind, das stimmt…nicht so ganz.

Denn dass Russland jetzt an der Grenze zur Ukraine sein Militär aufmarschieren ließ, ist zwar richtig. Richtig ist aber auch, dass das auf eigenem Territorium passiert. Worauf dann Annalena Baerbock sagte: „Es ist schwer, das nicht als Bedrohung zu verstehen.“
Und besser könnte man den russischen Standpunkt doch gar nicht beschreiben.

Denn bevor Russland jetzt seine Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen hat, hat die NATO schon vor langem Kampfgruppen in Estland, Lettland und Litauen, in Polen und an der Grenze zur russischen Enklave um Kaliningrad zusammengezogen.
Schon lange davor hat die NATO Kampfpanzer, Schützenpanzer und schwere Artillerie an die Nato-Ostflanke verlegt.

Schon lange davor hat die NATO eine Flugstunde von Moskau entfernt Bombenabwürfe geübt. Und schon seit langem lässt die NATO permanent Soldaten, Kampf- und Schützenpanzer in Polen, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien ständig rotieren. Wäre Annalena Baerbock russische Außenministerin, sie würde sagen:

Es ist schwer, das nicht als Bedrohung zu verstehen.“

Aber nein“, sagt die NATO, „wir machen das ja nur zur Abschreckung,

weil Russland ein Aggressor ist.“ Stichwort Krim und Ostukraine.

Und das stimmt natürlich. Also, wenn man die Vorgeschichte ausblendet. Wenn man die Vorgeschichte einblendet, steht der Westen wieder nicht ganz so blendend da, wie er sich selber gerne einbildet. Und um mal die Einbildung auszublenden, will ich gerne mal etwas ausholen, um die Entwicklung der Verwicklung einzuholen.

Und damit meine ich nicht, dass der Westen Gorbatschow versprochen hatte, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Das war in keinem Vertrag formuliert worden und heute sagen die einen so, und die anderen so. Sehr wohl formuliert hingegen war aber ein anderer Vertrag, und um den geht es mir!
„Mir“ ist übrigens russisch, und das heißt Frieden. Und um den geht es mir auch.


  

Also: Wir befinden uns im Jahr 2014.
Deutschland ist Fußballweltmeister und eine gewisse Helene Fischer veröffentlicht den Song „Atemlos durch die Nacht.“
Man sehnt sich zurück nach 2013.

2014 aber sollte ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet werden, das der Westen jahrelang mit der Ukraine ausgearbeitet hatte, worin es hauptsächlich um Handelsbeziehungen ging. Hauptsächlich.
Nebensächlich hat man es sich nicht nehmen lassen, auch noch eine militärische Zusammenarbeit vorzubereiten.

Und dann hat damals der russische Präsident, ein gewisser Wladimir Putin dem damaligen ukrainischen Präsidenten, einem gewissen Wiktor Janukowytsch gesagt, dass zur Ukraine ja auch die Halbinsel Krim gehört.
Und dann hat der Janukowytsch gesagt: „Ja und?“
Und dann hat der Putin gesagt: „Ja und? Auf der Krim ist seit dem 19. Jahrhundert die Schwarzmeerflotte von uns Russen stationiert. Aber ist ja kein Problem, oder? Spielt doch ruhig mit unserer Flotte Schiffe versenken! Oder was?“

Und warum die russische Flotte auf quasi ukrainischem Territorium stationiert ist, liegt daran, dass die Krim noch gar nicht so lange zur Ukraine gehörte. Die hat der Chruschtschow zu Sowjetzeiten der Ukraine geschenkt. In einer Schnapslaune. Ein Wodka zu viel getrunken, und schon hieß es: „Hier Krim, gehst Ukraine.“ Das ist so, als würde jemand auf die Idee kommen, Österreich den Bayern zu schenken. Es gibt nicht wenige Leute, die sagen:
„Das wär´ andersrum eine feine Sache.“
Einerseits.

Andererseits stelle mal sich doch mal vor, auf Kuba z. B. gäbe es einen US-amerikanischen Stützpunkt. Was weiß ich? Nennen wir ihn mal Guantanamo. Also nur hypothetisch.
Und dann stelle man sich mal vor, die Russen würden mit Kuba eine militärische Zusammenarbeit vereinbaren, und womöglich Militär dorthin verlegen wollen.

Völlig absurder Gedanke. Total aus der Luft gegriffen. Zum Glück nur ein theoretisches Gedankenspiel. Wie gut, dass die Amis noch nie in einer solchen Situation waren. Nicht auszudenken, wie nah die Welt am Abgrund eines Krieges gestanden wäre.

Aber nur mal angenommen, es hätte so ein Szenario mal gegeben, dann wäre man doch im Westen nie im Leben so blauäugig gewesen, auch nur auf die Idee zu kommen, mit der Ukraine eine militärische Co-Operation einzugehen. Ich bitte Euch. Wir sind doch die Guten.

Und da der Westen aber von einer militärischen Zusammenarbeit nicht zurücktreten wollte, hat Putin darauf dann in einer Nacht- und Nebelaktion als grüne Männchen getarnte Milizeneinheiten auf die Krim geschickt, um dort in der Bevölkerung ein Referendum abhalten zu lassen. Mit dem Resultat, dass die Krim ab sofort wieder zu Russland gehört.

Was durchaus völkerrechtswidrig war. Einfach grüne Milizenmännchen auf das Territorium eines anderen Landes schicken und dann ein Referendum abhalten, steht nicht wirklich in der Charta der Vereinten Nationen drin. Nicht mal andeutungsweise.

Man stelle sich einfach nur mal vor, Frankreich würde Truppen ins Saarland schicken und dort ein Referendum darüber abhalten, ob die Saarländer nicht lieber zu Frankreich gehören wollen. Es gibt nicht wenige Leute, die sagen:
„Das wär´ eine feine Sache.“ Einerseits.

Andererseits gibt’s ja noch die Lage in der Ostukraine. Was ist da eigentlich los?


  

Also: Die EU hatte mit der Ukraine ein Assoziierungsabkommen ausgehandelt.
Und dann, kurz vor der Unterzeichnung dieses Abkommens hat der ukrainische Präsident Janukowytsch auf Druck aus Moskau einen Rückzieher gemacht, und gesagt, er könne das nicht unterzeichnen. Weil er im Zeichnen im Kunstunterricht in der Schule immer ganz schlechte Noten bekommen hat.

Und darauf wurde dann der immerhin demokratisch gewählte Präsident Janukowytsch in Kiew durch nicht ganz so demokratische Vorgänge aus dem Amt gejagt. Wie kann man das erklären?

Also stell dir mal vor, in Deutschland hätte es Proteste vor'm Reichstagsgebäude gegeben mit dem Versuch, das Parlament zu stürmen. Klar, in Deutschland unvorstellbar.

Und dann stell dir vor, es würde von der Regierungsseite auf diese Demonstranten geschossen, und zwar mit scharfer Munition, und am Ende liegen etliche Leute tot in den Straßen. Die einen sagen, Janukowytsch hat auf friedliche Demonstranten schießen lassen. Die anderen sagen, die Demonstranten waren nicht alle friedlich, und wer geschossen hat, ist auch nicht zu 100 % geklärt.
Übrigens bis heute nicht.

Denn es gab damals Informationen, die besagten, dass nicht nur aus einer Richtung geschossen worden sein soll, sondern auch aus Reihen der Demonstranten. Und es ging sogar das Gerücht um, dass Regierungsgegner auf Regierungsgegner schießen ließen, um Märtyrer zu schaffen. Also man kann sagen, dass ziemlich viele Leute damals anscheinend den Schuss nicht gehört haben.

Und dann stell´ dir mal vor, nachdem die Unruhen abgeflaut waren, soll es im Parlament zu einer Art Misstrauensvotum kommen. Die Abgeordneten sollen abstimmen, ob sie die Regierung im Amt lassen oder absetzen wollen. Helmut Kohl und Helmut Schmidt sitzen auf der Wolke und singen: „Das kommt mir soo bekannt vor.“

Und jetzt stell dir vor, die Gegner der Regierung umstellen das Parlamentsgebäude und drohen allen, die für die Regierung stimmen wollen, den Schädel einzuschlagen. Tolle Idee. Muss man erst mal draufkommen. Wer für den Präsidenten stimmen will, den bringen wir um.

Und jetzt ratet doch mal, wie viele Abgeordnete, die für den Präsidenten stimmen wollten, sich darauf getraut haben, das Gebäude zu betreten? Hmmmm…

Und dann ratet doch mal, wenn im Sitzungssaal nur Gegner der Regierung sitzen, mit wie viel Prozent die Regierung abgewählt wurde. Hmmmm…
Wie sagte schon Humphrey Bogart:
Der Beginn einer wunderbaren Demokratie.

Und dann stell dir vor, nachdem der Präsident vertrieben war, kam eine neue Regierung an die Macht, die von niemandem gewählt wurde, und in dieser Regierung sitzen einige dieser gewalttätigen Regierungsgegner, die anderen Leuten den Schädel einschlagen wollen plötzlich auf einigen Ministerposten, und entpuppten sich als Ultra Nationalisten, Swoboda, rechter Sektor.
Rassisten, Antisemiten, Faschisten.
Also stell dir vor, Björn Höcke, Götz Kubitschek, oder noch sympathischer: Attila Hildmann hätten bei uns plötzlich das Sagen. Ja, da wird einem doch ganz wohlig ums Herz, oder? Aber nicht vergessen: Die Russen sind die Bösen!

Und jetzt stell´ dir folgendes vor: Da sitzen also rechtsradikale Nazis in der Regierung, die niemand da hingewählt hat, und das erste, was die beschließen, kaum im Amt, und nichts Wichtigeres zu tun, als allererste Maßnahme zu beschließen, die Sprache „Russisch“ in der ganzen Ukraine ab sofort zu verbieten. Noch so ´ne tolle Idee.

Was die anscheinend gar nicht wussten: In der Ukraine sprechen sehr viele Menschen russisch, vor allem im Osten des Landes. Na sowas aber auch. Und die hören von einer nicht gewählten, mit Extremisten durchsetzten Regierung, dass ihre Sprache ab sofort verboten ist. Stell´ dir mal vor, eine nicht gewählte Bundesregierung in Berlin beschließt, dass schwäbisch zu sprechen ab sofort verboten ist. Gibt nicht wenige, die sagen:
„Das …sollte man auch mit sächsisch machen.“

Und jetzt kommt die entscheidende Frage: Wenn Leute hören, dass ihre Sprache ab sofort verboten ist, wie sollen die sich in dem Moment fühlen?

1.) bedroht?
2.) beschissen?
3.) oder bedroht und beschissen?
Kleiner Tipp: Jede Antwort ist ein Volltreffer.


  

Da fragt man sich, warum man in der Ukraine eigentlich solche Vorbehalte mit der russischen Sprache hat. Also, wenn man die Vorgeschichte ausblendet.
Wenn man die Vorgeschichte einblendet, erfährt man, dass Väterchen Stalin damals auch eine richtig tolle Idee hatte, nämlich die Ukraine zu russifizieren. Also ein kleines bisschen Kolonialismus, wie man das damals halt so machte. Und alle Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich geweigert haben, die wurden dann …
Moment, wie nennt man das noch? Ach ja… massakriert.
Fünf Millionen Tote.
Ein kleines bisschen Genozid, wie man das damals halt so machte.
Wäre Wladimir Putin heute ukrainischer Außenminister, er würde sagen: „Es ist schwer, russisches Hegemonialstreben nicht als Bedrohung zu verstehen.“

Und dieses Sprachverbot könnte eventuell der entscheidende Knackpunkt in der gesamten Entwicklung der Ostukraine gewesen sein. Dieses Sprachverbot wurde zwar von der nächsten Regierung dann wieder gestoppt, aber da war der Geist bereits aus der Flasche. Und die hatte Hochprozentiges und leicht Entflammbares enthalten. Also Wodka, nur ohne Korn.
Und für Putin ein willkommener Anlass, die Gläser zu erheben.

Und dann kommt noch hinzu, dass kurz nach diesem Sprachverbot in der südukrainischen Hafenstadt Odessa vier Dutzend prorussische Sympathisanten von einem proukrainischen Mob in einem Gewerkschafshaus bei lebendigem Leib verbrannt worden sind.
Und ab da war es natürlich komplett unnachvollziehbar,
warum die einen Ostukrainer darauf die Waffen,
und die anderen Ostukrainer die Flucht ergriffen haben.
Und ergriffen war ab da auch der Westen.

Denn aus welcher Richtung kamen die Waffen für diese Ostukrainer?
Für die prorussischen Ostukrainer aus Russland.
Für die proukrainischen Ostukrainer … die fielen vom Himmel…

Weswegen es auch ganz wichtig ist, jetzt einen Krieg dort zu verhindern. Wenn man halt ausblendet, dass dort seit acht Jahren bereits ein Krieg stattfindet. Warum sonst auch sollen so viele Ostukrainer seitdem die Flucht ergriffen haben?
Klar. Wegen dieser harmonischen Stille in der friedlichen Nachbarschaft.

Und noch eine Frage stellt sich da, nämlich: In welche Richtung eigentlich sind die Ostukrainer geflohen? Ich würde ja dorthin fliehen, wo ich mich sicher fühle. Und da schau mal einer an, ca. 700.000 Ostukrainer sind wohl nach Russland geflohen. Ins Reich des Bösen. Also spätestens da muss man aber jetzt schon mal fragen, ob diese Flüchtlinge eigentlich keine deutschen Nachrichten verfolgen. Wissen die denn nicht, dass wir die Guten sind?

Und um mal einordnen zu können, wie gut wir die Guten sind, hier noch eine Aussage eines richtig Guten, des Bürgermeisters von Kiew, ein gewisser Vitali Klitschko. Mit seinem Bruder Wladimir in Deutschland auch bekannt als die linke und die rechte Faust der Milchschnitte.
Bürgermeister Vitali Klitschko sagte damals den Satz (Zitat): „Menschenrechte finde ich immer gut. Aber für Lesben- und Schwulenrechte werde ich mich nicht einsetzen.“

Und dieser Mann sagt jetzt. „Wir Ukrainer sind nur die ersten. Danach kommen Lettland, Estland und Litauen dran.“ Aber wie gesagt, Propaganda machen immer nur die anderen.

Der Rest ist Geostrategie. Und eine Gasleitung nach Deutschland.

Und am Ende leiden wieder die einfachen Menschen. Vor allem die einfachen Menschen, die zufälligerweise in der Ukraine geboren wurden, und seitdem dort versuchen, einfach nur ihr Leben zu leben. Tja. Womit habt Ihr das verdient?


Kommentare

oldpetrus51 am 22.02.2022 um 13:51 Uhr

Es ist herrlich, auch einmal zwischen den Zeilen zu lesen und einen Artikel zu finden, der nicht alles bierernst nimmt (Bier schon, aber Politik nicht)
Die Lage ist ernst genug, aber nach Krieg sieht es nicht aus.
Und Putin hat allen gezeigt, dass er doch der bessere Schachspieler ist. Zwei autonome Gebiete (auch wenn die Autonomie trotz Minsker Verträge in Kiew nicht anerkannt wird, aber das wissen die Außenministerinnen nicht) erklären sich zu unabhängigen Volksrepubliken, Russland erkennt sie an, sie dürfen nun Russland um Hilfe bitten (die Renten werden schon von Russland gezahlt) und schon steht er mit seinem Militär bereit.
Wollen wir wetten, dass nun der Beschuss von Donezk und Luganzk (nicht Luhansk, wie ARD und ZDF vermelden) aufhört?
Ach ja, Syrien hat die Republiken auch schon anerkannt.
Nordkorea und China werden bald folgen, wie ich vermute.
Dann wird noch die Durchleitung von Gas für Europa in der Ukraine unterbrochen (Selenskij und Co könnten so dumm sein) und Putin bietet an über Nord Stream 2 weiterhin seine Verträge zu erfüllen....
Oder sehe ich einfach alles falsch?

poligny am 22.02.2022 um 14:10 Uhr

"Und jetzt stell dir vor, die Gegner der Regierung umstellen das Parlamentsgebäude und drohen allen, die für die Regierung stimmen wollen, den Schädel einzuschlagen. Tolle Idee. Muss man erst mal draufkommen. Wer für den Präsidenten stimmen will, den bringen wir um."

Die Wahrheit ist sogar noch irrer. Denn laut ukrainischer Verfassung braucht es im Parlament eine Mehrheit von 75% um den amtierenden Präsidenten vor Ablauf seiner Amtszeit abzusetzen. Und trotz diesem Aufmarsch und Drohungen kamen damals nur 74,xy% der Stimmen zu Stande, nach ukrainischem Recht wurde Janukowitsch also gar nicht seines Amtes enthoben, was die Vorgänge damals noch viel stärker in das Licht eines Staatsstreiches rückt!

Machatsch am 22.02.2022 um 14:12 Uhr


Dann Frage ich mich, was passiert gerade hier mit diesen zwielichten Corona-Maßnahmen.
Die Meinungsfreiheit einhergehend mit dem Entzug der Freiheitsrechte nennt man hier oder in Kanada Demokratie, in Russland Diktatur.
Ich kann so etwas nicht mehr ernst nehmen.

dirkmuellerzugang am 22.02.2022 um 14:39 Uhr

lieber HG, ich genieße gerade deinen wunderbaren Humor um dabei ins politisch "Schwarze" zu treffen oder ins Wespennest...ihr wisst schon. auch erinnert es mich an den genialen Volker Pispers. Und doch schrieb er mir vor wenigen Jahren sinngemäß: "die Aufklärung der Deutschen ist für mich nach 35 Jahren Kabarett gescheitert". Und deshalb bitte ich zu bedenken dass genug geredet und lamentiert ist - ob ernst oder humorvoll. Es ist die Zeit der Taten gekommen, jeder wie er kann. aber mindesten Spazierengehen kann man. Manche können deutlich mehr.....

Biba1401 am 22.02.2022 um 14:54 Uhr

In Vodka Veritas. Volltreffer!

Biba1401 am 22.02.2022 um 15:01 Uhr

Besser kann man die gegenwärtige Situation wohl kaum beschreiben.

Clark am 22.02.2022 um 15:04 Uhr

..wie immer eine grandiose "Zusammenfassung"!!!!

RESPEKT

Midasferratum am 22.02.2022 um 15:14 Uhr

Midasferratum
Auch Frank Meyer hätte das nicht besser auf den Punkt bringen können !
:-) Daumen hoch!!!!!

ironalex am 22.02.2022 um 16:20 Uhr

Respekt! Aber ich frage mich, wie erträgt man das Ganze und kann das auch noch so deutlich rüberbringen, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass der Michel es eh nicht versteht?

Georg Schramm, Volker Pispers, Urban Priol – und Butzko setzt dem die Krone auf, chapeau!
… und aus dem Bunker unter dem Reichstag? Bla, bla bla …

hardworker am 22.02.2022 um 16:32 Uhr

Hallo Herr Butzko, vielen Dank für diesen Artikel,
das Schlimme ist, dass unsere gebührenfinanzierten Staatsmedien nur die eine Seite der Medaille beleuchten, und den Menschen so lange die Sichtweise "Wir sind die Guten" eintrichtern, bis die breite Masse der Bevölkerung das glaubt. Schauen Sie Spielfilme an, die sich mit dem zweiten Weltkrieg oder der Zeit unmittelbar danach beschäftigen. Tenor, "die Amis haben uns befreit, tolle Musik, Zigaretten und Feinstrumpfhosen gebracht und die Russen - haben Oma vergewaltigt". Der Grundstein für den Bösen Russen ist gelegt.


Über HG.Butzko

HG.ButzkoEr ist der heimliche Star auf Deutschlands Kleinkunstbühnen: HG.Butzko, der Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts. Denn wenn der Gelsenkirchener auf der Bühne steht, zu allem und jedem seine ganz spezielle Meinung äußert, und dabei die großen Zusammenhänge so beleuchtet, als würden sie "umme Ecke" stattfinden, dann gelingt ihm das seltene Kunststück, einem Publikum aus dem Herzen zu sprechen.
Er verbindet das Politische und das Private, den Alltag und den Bundestag, die große Welt und den kleinen Geist und hat dabei einen ganz eigenen Stil entwickelt, den die Presse treffend als "Kumpelkabarett" oder "Thekengespräch mit Publikum" bezeichnete. 
Und nicht zuletzt auch deswegen wächst seine Fan-Gemeinde von Auftritt zu Auftritt, weil ein Abend mit HG.Butzko immer auch ein Fest der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten ist.
Mit einer einzigartigen Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang, brutal witzig und bisweilen besinnlich, polemisch, philosophisch, provokant, entdeckt HG.Butzko die Bösartigkeiten aus heiterem Himmel, und das Komische in den Katastrophen des Lebens. 
Und wo andere elegant abbiegen, da brettert er voll durch. Und trifft. Den Kern der Sache, und das Zwerchfell des Publikums!Herzerfrischend und Bewußtseinser-Heiternd.

Auf seine Webseite geht es  hier.


22.02.2022

Russland befiehlt Truppen in die Ukraine

The New York Times, 22. Februar 2022, von Natasha Frost,   (elektr. übersetzt. unkorrigiert)
Wladimir Putin, der russische Präsident, befahl seinem Verteidigungsministerium gestern, Truppen zu entsenden, um "Friedenssicherungsfunktionen" in Donezk und Luhansk, zwei von Russland unterstützten separatistischen Gebieten in der Ukraine, durchzuführen und einen Konflikt zu eskalieren, vor dem westliche Beamte warnen, dass er zu einem der größten bewaffneten Zusammenstöße in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg explodieren könnte.

Zitat: In einer emotionalen und verärgerten Ansprache an das russische Volk deutete Putin die Möglichkeit einer breiteren Militärkampagne an und erhob Anspruch auf die gesamte Ukraine als ein "von Russland geschaffenes Land". Die Rede kam nach einem Tag umfangreicher Berichte in den russischen Nachrichtenmedien über ukrainischen Beschuss gegen zivile Ziele in den separatistischen Regionen. Die Ukraine hat es bestritten.

Putins Befehl wurde gestern Abend von mehreren Nationen auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats als Verletzung des Völkerrechts und der Souveränität der Ukraine verurteilt. Präsident Biden wird Wirtschaftssanktionen gegen die beiden abtrünnigen Regionen verhängen, aber er hat davor zurückgeschreckt, direkt gegen Russland Strafen zu verhängen. Die europäischen Verbündeten sagten, sie unterstützten die Einführung der ersten Sanktionen.
Hier sind die neuesten Karten des Konflikts.

Historischer Hintergrund: In seiner Rede erklärte Putin die Ukraine zu einer Erfindung des bolschewistischen Revolutionsführers Wladimir Lenin. Als Fehlinterpretation der Geschichte war es extrem. Und es war nicht Moskau, das der Ukraine 1991 die Unabhängigkeit gewährte, sondern das ukrainische Volk, das in einem demokratischen Referendum mit überwältigender Mehrheit für den Austritt aus der Sowjetunion stimmte.


Die Ölraffinerie von Gazprom Neft in Omsk, Russland. Alexey Malgavko/Reuters

Was bei Russlands Invasion in der Ukraine auf dem Spiel steht


Ein bewaffneter Zusammenstoß an Europas Grenze könnte Schockwellen durch die Weltwirtschaft schicken. Das Versprechen, die US-Sanktionen zu bestrafen, und das Potenzial für russische Vergeltungsmaßnahmen haben die Aktienrenditen bereits nach unten gedrückt und die Gaspreise in die Höhe getrieben. Ein offener Angriff könnte dazu führen, dass die Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, Inflationsängste schüren und Investoren erschrecken, was die Volkswirtschaften auf der ganzen Welt bedroht.

Europa bezieht fast 40 Prozent seines Erdgases und 25 Prozent seines Öls aus Russland. Die Heiz- und Gasrechnungen in der Region steigen bereits in die Höhe, und die Erdgasreserven sind bei weniger als einem Drittel der Kapazität, mit wochenlangem kaltem Wetter. Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben Russland beschuldigt, die Lieferungen zu reduzieren, um sich einen politischen Vorteil zu verschaffen.

Ein landesweiter Angriff auf die Ukraine könnte auch zu einer Million bis fünf Millionen Flüchtlingen führen, von denen viele nach Polen strömen, haben Pentagon-Beamte geschätzt. Viele der fast 5.000 US-Soldaten, die letzte Woche in Polen angekommen sind, arbeiten mit polnischen Streitkräften zusammen, um Bearbeitungszentren für Zehntausende von Menschen einzurichten, darunter Amerikaner, von denen erwartet wird, dass sie fliehen werden, wenn Russland eine umfassende Invasion startet.

Traumatische Erinnerungen: Für jüdische Gemeinden in der Ukraine hat die Kriegsgefahr Erinnerungen an vergangene Schrecken geweckt. In Odessa haben aufeinanderfolgende Gewaltwellen, von jüdischen Pogromen im frühen 20. Jahrhundert bis hin zu Massenhinrichtungen durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg, unauslöschliche Narben hinterlassen.

Info: https://messaging-custom-newsletters.nytimes.com/template/oakv2?campaign_id=51&emc=edit_mbe_20220222&instance_id=53911&nl=morning-briefing%3A-europe-edition&productCode=MBE&regi_id=179513371&segment_id=83514&te=1&uri=nyt%3A%2F%2Fnewsletter%2F22f6e48f-0fa9-5f4a-b5ca-ac94529c4533&user_id=f32ef16f74a315d2f30cf28f5b3b49a1
22.02.2022

german-foreign-policy.com, 22. Februar 2022

BAMAKO/BERLIN/PARIS (Eigener Bericht) – Die Bundeswehr gerät in Mali durch den französischen Truppenabzug und durch harte Reaktionen der malischen Militärregierung auf Frankreichs eigenmächtiges Vorgehen in zunehmendem Maß unter Druck. Die in Mali stationierten französischen Truppen werden, wie Präsident Emmanuel Macron vergangene Woche bekanntgab, aus Mali abgezogen, sollen sich dafür allerdings bis zu einem halben Jahr Zeit lassen. Die malische Regierung, empört, dass Paris es einmal mehr nicht für nötig gehalten hat, die Maßnahme angemessen mit ihr abzustimmen, fordert den sofortigen Abzug. Ohne die französischen Militärs fehlen den deutschen MINUSMA-Blauhelmsoldaten Unterstützung und unter Umständen auch medizinische Versorgung. In Berlin ist umstritten, ob die Bundeswehr in Mali bleiben soll: Einem möglichen Abzug an der Seite Frankreichs steht ein weiterer Einflussverlust im Sahel entgegen. Als grundsätzlich denkbar gilt eine Verlegung von Truppen in Malis Nachbarstaat Niger, dessen Regierung zur Kooperation mit den Staaten Europas bereit ist. Allerdings nimmt auch in der nigrischen Bevölkerung der Unmut über die ehemaligen Kolonialherren zu.


Zitat: Aus Mali nach Niger

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in der vergangenen Woche wie erwartet den Beschluss zum Abzug aller französischen Soldaten aus Mali bekanntgegeben. Das betrifft zum einen die Opération Barkhane, in deren Rahmen bis zu 5.000 französische Soldaten einen Kampfeinsatz gegen Jihadisten führten; Barkhane sollte ohnehin zumindest stark reduziert werden und umfasst in Mali nur noch 2.400 Soldaten. Zum anderen verlässt die Task Force Takuba das Land; ihr gehören aktuell rund 900 Soldaten aus mehreren Staaten Europas an. Paris lässt sich mit dem Abzug Zeit und veranschlagt für ihn vier bis sechs Monate. Allerdings ist nicht geplant, die Truppen endgültig nach Europa zurückzuholen. Vielmehr will Frankreich, unterstützt von anderen europäischen Staaten, seine Präsenz im Sahel aufrechterhalten. Als Standort ist zur Zeit das im Osten an Mali angrenzende Niger vorgesehen. Darüber hinaus ist Paris bemüht, den Einsatz auf einige Staaten am Golf von Guinea auszuweiten – auf Côte d’Ivoire, Ghana, Togo und Benin. Anlass ist, dass die jihadistischen Milizen, die im Sahel operieren, längst dabei sind, nach Süden vorzustoßen. Paris will die Verhandlungen über die Modalitäten bis spätestens Juni abschließen.[1]


Einsatzkritik

Dabei werden schon jetzt Warnungen vor den möglichen Folgen der Verlegung bzw. der Ausweitung des Einsatzes laut. Die Staaten Europas sollten sich Gedanken darüber machen, wieso Mali mit ihren militärischen Aktivitäten nicht mehr einverstanden sei, urteilt etwa das Institute for Security Studies (ISS) mit Hauptsitz im südafrikanischen Pretoria – dies mit Blick darauf, dass sich die Lage in Mali im Lauf des neunjährigen französisch-europäischen Militäreinsatzes nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert hat. Anstelle allenfalls kosmetischer Kurskorrekturen sei eine gründliche Überprüfung des Einsatzes erforderlich, hält das ISS fest; in Europa gestehe bisher – jedenfalls öffentlich – niemand wirklich die Mängel der Militäroperationen ein.[2] Als gravierenden Fehler benennt das ISS etwa die Fokussierung auf die Festnahme oder die Tötung von Führungspersonal jihadistischer Organisationen, ohne die örtlichen sozioökonomischen Probleme anzugehen, „die sich diese Gruppierungen zunutze machen, um Boden zu gewinnen“. Auch „der mangelhafte Schutz von Zivilisten“ sei ein Fehler, den man andernorts besser nicht wiederhole. Die Staaten Westafrikas sollten in Zukunft stets „die politische Führung behalten“, sich also nicht den Mächten Europas politisch ausliefern, rät das ISS.


Frankreichs Paternalismus

Frankreich droht dabei in Mali noch weiter unter Druck zu geraten. Am vergangenen Freitag hat die Militärregierung in Bamako Paris aufgefordert, seine Truppen umgehend abzuziehen, anstatt bis zu einem halben Jahr dafür zu veranschlagen. Präsident Macron hat den Vorstoß umgehend zurückgewiesen; in Paris wird daran erinnert, dass die französischen Truppen nicht zuletzt für gewisse Unterstützungsleistungen und die medizinische Versorgung der UN-Blauhelme zuständig sind, die im Rahmen des UN-Einsatzes MINUSMA vor allem in Malis Norden operieren.[3] Zudem heißt es, es müssten drei Militärstützpunkte geschlossen werden – in Gao, Ménaka und Gossi –, was sich ebensowenig übers Knie brechen lasse wie der notwendige Abtransport schweren Geräts, darunter allerlei gepanzerte Fahrzeuge. Allerdings bewegen sich die französischen Truppen in einem Umfeld, das immer größere Risiken mit sich bringt. In Mali gehen Berichten zufolge mittlerweile Zehntausende gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich auf die Straße.[4] Der französische „Paternalismus gegenüber Mali“ sei „nicht mehr hinzunehmen“, stellt ein Führungsmitglied zweier Organisationen fest, die sich dem Kampf gegen Neokolonialismus verschrieben haben.[5]


„Kein Vakuum entstehen lassen“

Die Konstellation stürzt die EU und insbesondere Berlin in erhebliche Schwierigkeiten. So tragen französische Barkhane-Einheiten bisher auch zur Unterstützung und zur medizinischen Versorgung deutscher MINUSMA-Soldaten bei; Ersatz ist aktuell nicht in Sicht. Es kommt hinzu, dass die Bundesregierung den zweifachen Putsch der gegenwärtig regierenden Militärs genauso entschlossen verurteilt hat wie Frankreichs Präsident Macron; dass Berlin zu ihnen ein entspannteres Verhältnis entwickeln kann, gilt als wenig wahrscheinlich. Vergangene Woche wurde Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit der Aussage zitiert, wenn die malische Militärregierung die nächsten Wahlen im Land wie angekündigt vier bis fünf Jahre verschiebe, dann gebe es „keine Basis für ein weiteres deutsches Engagement“.[6] Allerdings heißt es in Berlin zugleich, eine militärische Präsenz im Sahel sei durchaus von Bedeutung, um in der Region nicht noch weiter an Einfluss zu verlieren; dort dürfe „kein Vakuum“ entstehen, wird beispielsweise Christoph Hoffmann (FDP), stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zitiert.[7] Als Option gilt, den EU-Trainingseinsatz EUTM Mali zu beenden, dafür aber die Bundeswehr im Rahmen von MINUSMA in Mali stationiert zu lassen. Alternativ wird eine Verlegung auch deutscher Truppen nach Niger diskutiert.


„Als Besatzungsmacht behandeln“

Dabei nimmt auch in Nigers Bevölkerung der Unmut über das Auftreten der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich rasch zu. Im November blockierten Einwohner des Grenzgebiets zu Burkina Faso und Mali einen französischen Militärkonvoi; bei der gewaltsamen Auflösung der Proteste kamen drei Einwohner ums Leben. Maïkol Zodi, ein führender Aktivist der internationalen Organisation Tournons La Page (TLP), die sich für Demokratie einsetzt und in Niger gegen die Präsenz ausländischer Streitkräfte kämpft, erklärt, es sei „nicht akzeptabel“, dass französische Truppen aus Mali nach Niger verlegt würden: „Wenn sie das tun, werden wir sie als Besatzungsmacht behandeln.“[8] Während im Sahel der Unmut über die einstigen europäischen Kolonialmächte anschwillt, wächst das Interesse an einer engeren Kooperation nicht nur mit Russland (german-foreign-policy.com berichtete [9]), sondern auch mit der Türkei. Zu Monatsbeginn kündigte Malis Ministerpräsident Choguel Maïga an, Bamako wolle seine Zusammenarbeit mit Ankara ausbauen.[10] Dieses Vorhaben wird nicht zuletzt von einflussreichen Vertretern muslimischer Organisationen unterstützt, was ihm eine breitere Verankerung sichert, während die Kooperation mit Westeuropa an Rückhalt verliert.[11]

 

Mehr zum Thema: Koloniale Reflexe und Koloniale Reflexe (II).

 

[1] Mali : Macron officialise le retrait des troupes françaises. jeuneafrique.com 17.02.2022.

[2] Lori-Anne Théroux-Bénoni, Sampson Kwarkye: Lessons must be learned before Barkhane marches into new territory. issafrica.org 21.02.2022.

[3] Mali : la junte au pouvoir demande à la France de retirer ses soldats „sans délai“. jeuneafrique.com 19.02.2022.

[4] Bokar Sangaré: Mali : à Bamako, la démonstration de force du pouvoir. jeuneafrique.com 15.01.2022.

[5] Barkhane : les Maliens satisfaits mais inquiets du depart annoncé de la France. jeuneafrique.com 17.02.2022.

[6], [7] Peter Carstens, Johannes Leithäuser: Bleibt die Bundeswehr? Frankfurter Allgemeine Zeitung 18.02.2022.

[8] After Mali exit, Niger accepts foreign forces to secure border. aljazeera.com 18.02.2022.

[9] S. dazu Russische Fahnen in Bamako.

[10] Maïga : „Le Mali veut développer la cooperation avec la Turquie, notamment dans la défense”. malijet.com 06.02.2022.

[11] Imam Dicko : “La Turquie peut et doit jouer un rôle au Mali“. aa.com.tr 07.02.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8848

21.02.2022

Bitte unterzeichnen Sie den Appell Diplomatie statt Kriegsvorbereitung    Ein Appell von IPPNW und IALANA

Sehr geehrte Damen und Herren, die Friedensorganisationen IPPNW (International Physician for the Prevention of War) und IALANA (International Association of Lawyers against Nuclear Arms) sehen die sich czuspitzende Spannung zwischen Russland und der NATO mit größter Sorge. Im unten angeführten Appell Diplomatie statt Kriegsvorbereitung - Den aufgeheizten Konflikt um die Ukraine friedlich lösen! fordern wir die Bundesregierung auf, aktiv zur Deeskalation und zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes beizutragen. Wir möchten Sie einladen den Aufruf an die Bundesregierung durch Ihre Unterschrift zu unterstützen. Sie können den Aufruf hier unterzeichnen oder uns eine Email schicken an appell@ialana.de. Mit freundlichen Grüßen, Lucas Wirl


Ein Appell von IPPNW und IALANA

Diplomatie statt Kriegsvorbereitung
Den aufgeheizten Konflikt um die Ukraine friedlich lösen!In dem aktuell gefährlichen Konflikt zwischen der NATO und Russland fordern wir die Bundesregierung auf, aktiv dazu beizutragen, die Eskalation zu stoppen und eine friedliche Lösung zu suchen. Dabei sollen alle bestehenden wechselseitigen völkerrechtlichen Verpflichtungen genutzt werden, um gegenseitige Sicherheit zu erreichen. Dauerhafte Sicherheit kann nicht gegeneinander, sondern nur miteinander erreicht werden.Obwohl die Truppenkonzentration bedrohlich wirkt, will Russland erklärtermaßen keinen Krieg, sondern einen Vertrag, der seine Sicherheit gewährleistet und hat dazu zwei detaillierte Entwürfe vorgelegt, die in der Öffentlichkeit allerdings weitgehend unbekannt sind. Einige der Vorschläge enthalten weitgehende Maximalforderungen und Verhandlungsmasse für ein neues europäisches Sicherheitskonzept. Andere Vorschläge in den Vertragsentwürfen für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA  sind einigungsfähig, z.B. zur Einrichtung von Telefon-Hotlines, für eine wechselseitige Unterrichtung über militärische Übungen und Manöver und die jeweiligen Militärdoktrinen (Art. 2, Vertragsentwurf NATO-Russland) oder der Vorschlag eines Verbotes einer Stationierung von landgestützten Mittel- und Kurzstreckenraketen in Gebieten, die es ermöglichen, das Gebiet der anderen Vertragsparteien zu erreichen (Art. 5).  Weitere zielen auf die Beendigung der nuklearen Teilhabe und den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa (Art. 7 des Vertrags mit den USA). Im Artikel 1 heißt es: „Die Vertragsparteien lassen sich in ihren Beziehungen von den Grundsätzen der Zusammenarbeit, der gleichen und unteilbaren Sicherheit leiten. Sie werden ihre Sicherheit (….) nicht auf Kosten der Sicherheit der anderen Vertragsparteien stärken.“Die Bundesregierung hat eine besondere rechtliche Verpflichtung gegenüber Russland: Am 9. November 1990 haben Kohl und Gorbatschow einen „Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“ geschlossen, der unverändert noch gilt. Art. 7 lautet: „Falls eine Situation entsteht, die nach Meinung einer Seite eine Bedrohung für den Frieden oder eine Verletzung des Friedens darstellt oder gefährliche internationale Verwicklungen hervorrufen kann, so werden beide Seiten unverzüglich miteinander Verbindung aufnehmen und bemüht sein, ihre Positionen abzustimmen und Einverständnis über Maßnahmen zu erzielen, die geeignet sind, die Lage zu verbessern oder zu bewältigen.“ Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Gespräche im Sinne dieser Verpflichtungen zu intensivieren.Wichtige einzuhaltende völkerrechtliche Verpflichtungen für die Lösung des aktuellen Konflikts ergeben sich insbesondere aus den Grundsätzen der UN-Charta zur friedlichen Streitbeilegung (Art. 2 Ziff. 3) und zum Gewaltverbot (Art. 2 Ziff. 4). Sie folgen auch aus der NATO-Russland-Grundakte vom 27. Mai 1997. Demnach unterliegt die dauerhafte Stationierung von substanziellen Kampftruppen in den neuen Nato-Ländern in der Mitte und im Osten Europas völkervertraglichen Beschränkungen. Die jetzt praktizierte lückenlose Rotation von NATO-Truppen an der NATO-Ostgrenze unterläuft Verpflichtungen des Abkommens. Forderungen der neuen NATO-Länder, die NATO solle sich darüber hinwegsetzen, muss widersprochen werden. Zu Recht erinnert Russland an die Formulierung im Schlussbericht des OSZE-Gipfels von 1999 in Istanbul, wonach jeder Teilnehmerstaat bei Änderungen seiner Sicherheitsstrukturen die Rechte aller anderen Staaten achten und seine Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen wird. Diese Zusage haben die NATO-Staaten beim OSZE-Gipfel im Dezember 2010 in Astana bekräftigt.Wir appellieren an die Bundesregierung, die anstehenden Verhandlungen mit Respekt und unter Anerkennung der gegenseitigen Sicherheitsinteressen und unter Beachtung der bestehenden Sicherheitssysteme zu führen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Russland seit 1990 zunehmend seine Sicherheit an der Westgrenze durch die NATO bedroht sieht. Der Verzicht auf die Osterweiterung der NATO ist zwar nicht völkerrechtlich bindend vereinbart worden, war aber wiederholt Gegenstand von Gesprächen und Verhandlungen mit Vertretern der russischen Regierung.Wir fordern die Bundesregierung auf, im folgenden Rahmen zu verhandeln:

  • verschärfte Bemühungen, das Waffenstillstandsabkommen Minsk II durchzusetzen und die Parteien davon abzuhalten, die territorialen Streitigkeiten hinsichtlich der Krim und des Donbass militärisch zu beenden.
  • Aktivierung aller noch bestehenden Gesprächskanäle zwischen Russland und NATO, um eine friedliche Lösung zu finden, die sowohl westliche als auch russische Sicherheitsbedenken anerkennt.
  • Stopp aller Maßnahmen, die gegenwärtig eine militärische Auseinandersetzung befördern. Dazu gehören der Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine, die Beendigung aller Truppenkonzentrationen beidseits der ukrainischen Ostgrenze, die Einrichtung eines Sicherheitsbereichs beiderseits der ukrainischen Ostgrenze, in dem alle Truppenbewegungen ab Divisionsstärke (= 5.000) der Gegenseite vorab gemeldet werden sowie die Unterlassung von Manövern in diesem Sicherheitsbereich.
  • rote Telefone insbesondere im Atomwaffenbereich; keine Stationierung von Kurz- und Mittelstreckenraketen in Europa sowie ein beidseitiger Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen.
  • Verhandlungen im Rahmen der OSZE über den russischen Vertragsentwurf mit dem Ziel einer europäischen Sicherheitsstruktur und einer Neubestimmung des Verhältnisses Russland-NATO im Geist der früheren Abkommen über gegenseitige Sicherheit.
  • Förderung aller Formen des kulturellen Austauschs und persönlicher Kontakte zwischen den Völkern von Russland und Deutschland, die in ihrer großen Mehrheit jeden Krieg in Europa ablehnen, sondern friedlich miteinander leben wollen.

Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in soziale Verantwortung (IPPNW)
 www.ippnw.de, Tel. 030 698074-0

Deutsche Sektion der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) 
www.ialana.de, Tel. 30 20654857

Erstunterzeichner*innen (Stand 11.02.2022): Franz Alt, Journalist, Dr. Bernd Asbrock, Richter i.R.; Gerhard Baisch, Rechtsanwalt, Vorstandsmitglied IALANA; Dr. Till Bastian, Publizist; Prof. Dr. Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin; Ralf Becker, Koordinator Initiative "Sicherheit neu denken";  Peter Brandt, Historiker und Publizist; Reiner Braun, International Peace Bureau; Dr. med. Angelika Claußen, IPPNW-Vorsitzende; Daniela Dahn, Schrifststellerin, Prof. Dr. Wolfgang Däubler; Ina Darmstädter, Vorstand Friedensfestival Berlin e.V.; Prof. Dr. Jost Eschenburg, pax christi, Bistum Augsburg; Annegret Falter, IALANA Beiratsmitglied; Ulrich Frey, Mitglied im Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung e.V.; Dr. Heiner Fechner, Vorstände der IALANA, VDJ und EJDM; Prof. Dr. i. R. Albert Fuchs, Dr. Rolf Gössner, Jurist und Publizist; Dr. Peter Gerlinghof, Initiative Erinnern und Gedenken Sangerhausen; Prof. Dr. Ulrich Gottstein, IPPNW-Ehrenvorstandsmitglied; Ulrike Guérot, Prof. Europapolitik; Bernd Hahnfeld, IALANA, Gert Heidenreich, Schriftsteller und ehem. PEN-Vorsitzender West, Gisela Heidenreich, Buchautorin, Prof. Dr. i.R. Helwart Hierdeis, Erziehungswissenschaftler; Uwe-Karsten Heye, Journalist, Diplomat und Autor, Otto Jäckel, Rechtsanwalt, Vorsitzender der IALANA e.V.; Michael Karg, Propst i.R., Vorsitzender der Martin-Niemöller-Stiftung e.V., Joachim Kerth-Zelter, Rechtsanwalt, Bundesvorsitzender der  Vereinigung Demokratischer Jurristinnen und Juristen; Gerold König, Pax christi Bundesvorsitzender; Karl-Wilhelm Lange, Regierungspräsident i.R.; Prof. Mohssen Massarrat, wiss. Beirat der IPPNW; Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschlands und Parl. Staatssekretär a.D.; Prof. Dr. Götz Neuneck, deutscher Pugwash Beauftragter der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler; Prof. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler; Florian D. Pfaff, Major a.D., Sprecher des Arbeitskreises "Darmstädter Signal"; Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums; Dr. med. Lars Pohlmeier, IPPNW-Vorsitzender, Rüdiger Postier, Richter am Bundesverwaltungsgericht a.D.; Konrad Raiser, Theologe, ehem. Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen; Rainer Rehak, stellv. Vorsitzender der Informatiker*innen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FifF), Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes; Pamela Rosenberg, ehem. Intendantin der Berliner Philharmoniker, Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Physiker und Geograph; Thomas Schmidt, Co-Generalsekretär EJDM Europäische Vereinigung von Juristinnen und Juristen für Demokratie und Menschenrechte in der Welt e.V.; Prof. em. Dr. Dr.h.c. Dieter Senghaas, Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsforscher; Amela Skiljan, stellvertretende Vorsitzende IALANA, Prof. Dr. i.R. Gert Sommer, Prof. für Klinische Psychologie und Konfliktforschung, Dr.h.c. Graf Sponeck, Beigeordneter UNO Generalsekretär a.D.; Tommy Spree, Leiter des Anti-Kriegs-Museums Berlin; Prof. Johano Strasser, Politologe und Schriftsteller, ehem. Präsident des PEN-Zentrums Deutschland; Antje Vollmer, Bundestagsvizepräsidentin a.D., Peter Vonnahme, Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof i.R., Mitglied von IALANA; Prof. Dr. Herbert Wulf, Burkhard Zimmermann „Initiative Neue Entspannungspolitik jetzt!", Andreas Zumach, Journalist
IPPNW_und_IALANA

Info: https://www.ialana.info/?na=v&nk=28121-907a728751&id=84

21.02.2022

„Young Global Leaders“ des Weltwirtschaftsforums enthüllt

de.technocracy.news, vom 7. FEBRUAR 2022, VON: JACOB NORDANGÅRD ÜBER PHAROS

Nicht umsonst wurde das Jahr 1992 als Startjahr für das Programm „Global Leaders of Tomorrow“ gewählt. Dies war dasselbe Jahr, in dem die Agenda 21 und nachhaltige Entwicklung auf die Welt losgelassen wurden. Die neue Agenda für die Welt erforderte eine neue Art von Führern, und Schwabs Programm war ausschlaggebend. ⁃ TN-Editor


Zitat: Durch sein Junge globale Führungskräfte Programm hat das Weltwirtschaftsforum maßgeblich an der Gestaltung einer Weltordnung mitgewirkt, die alle demokratischen Prinzipien untergräbt. Seit mehreren Jahrzehnten fördert dieses Programm gefügige Führungskräfte, die als WEF-Agenten in Regierungen auf der ganzen Welt fungieren. Die Folgen sind weitreichend und können sich als verheerend für die Menschheit erweisen.


Ich muss sagen, dann erwähne ich Namen wie Frau Merkel, sogar Wladimir Putin und so weiter, sie alle waren Young Global Leaders des World Economic Forum. Aber worauf wir jetzt bei der jungen Generation wie Premierminister Trudeau, Präsident von Argentinien usw. wirklich stolz sind, ist, dass wir in die Kabinette eindringen … Das gilt für Argentinien und das gilt jetzt für Frankreich … (Klaus Schwab)


In 1992, Klaus Schwab und Weltwirtschaftsforum startete ein ursprünglich genanntes Programm Globale Führungskräfte von morgen. Im Jahr 2004 wurde dieses Programm in das umgewandelt Forum für junge globale Führungskräfte (was ich in meinem Buch behandle Der globale Staatsstreich) – ein 5-Jahres-Programm zur Indoktrination der Prinzipien und Ziele des WEF. Ziel war und ist es, geeignete zukünftige Führungskräfte für die entstehende globale Gesellschaft zu finden. Das Programm hat seit seiner Einführung Politiker, Wirtschaftsführer, Könige, Journalisten, Künstler und andere Kulturschaffende aufgenommen, die sich in ihren Bereichen hervorgetan haben, aber noch nicht 40 Jahre alt sind (ursprünglich 43, um Angela Merkel einzubeziehen). Seitdem ist es zu einem umfassenden globalen Netzwerk engagierter Führungskräfte mit enormen Ressourcen und Einfluss gewachsen, die alle daran arbeiten, die technokratischen Pläne des Weltwirtschaftsforums in ihren jeweiligen Ländern und Bereichen umzusetzen.


Das Netzwerk schafft durch die Kombination der individuellen Fähigkeiten und Ressourcen seiner Mitglieder eine Kraft für weltweiten Einfluss.


Wie Klaus Schwab im einleitenden Zitat sagt, ist es sehr erfolgreich geworden. Bereits im ersten Jahr, 1992, wurden einige sehr einflussreiche Kandidaten gewählt. Unter 200 ausgewählten waren globale Profile wie Angela MerkelTony BlairNicolas SarkozyBill GatesBindungRichard Branson (Jungfrau), Jorma Ollila (Schalenöl) und José Manuel Barroso (Präsident der Europäischen Kommission 2004–2014).[1]


Weitere Beispiele einflussreicher Young Global Leaders [2]: Kronprinzessin Victoria von Schweden Kronprinz Haakon von Norwegen Kronprinz Fredrik von DänemarkPrinz Jaime de Bourbon de Parme, Niederlande Prinzessin Reema Bint Bandar Al-Saud, Botschafter für Saudi-Arabien in den USAJacinda Arden, Premierminister, NeuseelandAlexander de Croo, Premierminister, BelgienEmmanuel Macron, Präsident, FrankreichSanna Marin, Premierminister, FinnlandCarlos Alvarado Quesada, Präsident, Costa Rica


Faisal Alibrahim, Minister für Wirtschaft und Planung, Saudi-Arabien
Shauna Aminath, Minister für Umwelt, Klimawandel und Technologie, Malediven
Ida Auken, MP, ehemaliger Umweltminister, Dänemark (Autor des berüchtigten Artikels „Willkommen im Jahr 2030: Ich besitze nichts, habe keine Privatsphäre und das Leben war noch nie besser")
Annalena Bärbock, Außenminister, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Deutschland
Kamissa Camara, Minister für digitale Wirtschaft und Planung, Mali
Ugyen Dorji, Innenminister, Bhutan
Chrystia Freeland, stellvertretender Premierminister und Finanzminister, Kanada
Martin Guzmán, Finanzminister, Argentinien
Muhammad Hammad Azhar, Energieminister, Pakistan
Paula Ingabire, Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie und Innovation, Ruanda
Ronald Lamma, Minister für Justiz und Strafvollzug, Südafrika
Birgitta Ohlson, Minister für Angelegenheiten der Europäischen Union 2010–2014, Schweden
Mona Sahlin, Parteivorsitzender der Sozialdemokraten 2007–2011, Schweden
Stav Shaffir, Vorsitzender der Grünen, Israel
Vera Daves de Sousa, Finanzminister, Angola
Leonardo Di Caprio, Schauspieler und Klimaaktivist
Matthias Klum, Fotograf und Umweltschützer
Jack Ma, Gründer von Alibaba
Larry Page, Gründer von Google
Ricken Patel, Gründer von Avaaz
David von Rothschild, Abenteurer und Umweltschützer
Jimmy Wale, Gründer von Wikipedia
Jakob Wallenberg
, Vorsitzender von Investor
Niklas Zennström, Gründer von Skype
Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook


Das Ziel war von Anfang an, „eine zukunftsorientierte globale Agenda zu identifizieren und voranzutreiben, die sich auf Themen an der Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Sektor konzentriert“. Öffentlich-private Partnerschaften sind einer der Eckpfeiler der Philosophie des Weltwirtschaftsforums. Das heißt, eine Fusion zwischen Staat und großen Unternehmen (auch Korporativismus genannt) mit dem Ziel, globale Probleme „effektiver“ zu lösen. Die Auswahl der Führungskräfte spiegelt diesen Anspruch deutlich wider.


Die Young Global Leaders-Gruppe wurde zunächst beauftragt, die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu identifizieren. Dazu gehörten Frieden, Umwelt, Bildung, Technologie und Gesundheit – Bereiche, die diese aufstrebenden Führer im neuen Jahrtausend politisch, wirtschaftlich und kulturell nutzen könnten.


Partner für Globale Führungskräfte von morgen im Jahr 2000 waren große globale Unternehmen wie z Die Coca Cola FirmaErnst & YoungVolkswagenund BP Amoco. Diese könnten zur Tagesordnung beitragen, indem sie „eine aktive Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzepts des GLT-Projekts spielen. Die Partner können sich daher aktiv an der Entwicklung von GLT-Programmen beteiligen; Vertreter der Partnerunternehmen sowie deren Gäste werden zu GLT-Meetings eingeladen .. ” Da der Globale Führungskräfte von morgen wurde verwandelt Junge globale Führungskräfte 2004, Partner wie die Bill & Melinda Gates-StiftungGoogleund JPMorgan Chase (mit Alumni aus dem Programm) haben sich auch als Sponsoren beteiligt.


Die letztendliche Konsequenz sowohl öffentlich-privater Partnerschaften als auch dieser Zielbereiche ist die Schaffung eines weitgehend faschistischen Gesellschaftsvertrags, in dem das Individuum diesen mächtigen Interessen untergeordnet wird. Auch edle Ziele, eine bessere Welt zu schaffen, wurden entführt. Besonders deutlich wird dies im Kontext der Partnerschaft zwischen dem WEF und der UN und der Umsetzung der globalen Ziele (Agenda 2030) durch die Anwendung der Technologien der Vierten Industriellen Revolution.


Damit sind die demokratischen Prinzipien und die Gewaltenteilung des 20. Jahrhunderts weitgehend ausgehöhlt und stattdessen durch eine neue globale Klasse ersetzt worden, die unsere gemeinsame Zukunft nach ihren eigenen Interessen gestaltet. Dies hat zu einer De-facto-Privatisierung sowohl nationaler Regierungen als auch internationaler Organisationen geführt, wo Lobbyisten nicht länger in der Lobby gehalten werden, sondern in den Sitz der Macht eingezogen sind und die Politik gestalten, die sich direkt auf unser Leben auswirkt. Was das bedeutet, ist seit der Ausrufung der Pandemie im März 2020 besonders deutlich geworden. Darüber hinaus haben führende multinationale Vermögensverwaltungsgesellschaften wie z BlackRock, angeführt von den eigenen des World Economic Forum Larry Fink, haben ihre Positionen ständig nach vorne verschoben.


Deutscher Ökonom und Journalist Ernst Wolf ist der Ansicht, dass viele der in das Young Global Leader-Programm aufgenommenen nationalen Führungskräfte aufgrund ihrer Bereitschaft ausgewählt wurden, die harte Agenda der Lockdowns in den letzten Jahren ohne Fragen durchzuführen, und dass ihr bevorstehendes Scheitern (wie sich in einer wachsenden Unzufriedenheit von der Massen) wird als Vorwand benutzt werden, um eine neue Form der globalen Regierung zu schaffen, in der die alten Nationalstaaten weitgehend obsolet werden. Eine neue globale digitale Währung mit dem universellen Grundeinkommen (UBI) kann dann schrittweise eingeführt werden, um unser dem Untergang geweihtes Geldsystem zu ersetzen.[3] Diese Schlussfolgerung deckt sich teilweise mit meiner eigenen. Es wird auch unterstützt von Paul Raskin's Szenarien aus Die große Übergangsinitiative darüber, wie eine totalitäre „Neue Erdordnung“ errichtet wird, die langfristig durch eine globale demokratische Regierung (Erdföderation) mit einer Weltverfassung ersetzt werden soll.[4]


Die COVID-19-Pandemie hat das katastrophale Scheitern eines Jedes-Land-für-sich-Ansatzes für die öffentliche Gesundheit unterstrichen, und nationale Wirtschaftsinteressen statt globaler Bedürfnisse dominieren weiterhin die Diskussionen über die Klimapolitik und ebnen den Weg zum Klimachaos.


Unter dem dreikammerigen Weltparlament befinden sich die vier Hauptorgane der Regierung der Erdföderation: das Weltgerichtssystem, die Weltexekutive, das Weltvollstreckungssystem und der Weltombudsmann.[5] – 


Glen T. Martin, Der große Übergang erfordert die Erdverfassung


Die Vision ist, dass durch die Gründung einer Weltföderation mit einem Weltparlament, einer Weltregierung und einem Weltgericht eine friedliche und harmonische Welt im Gleichgewicht geschaffen wird. Das sind Ideen, die schon lange im Umlauf sind Club von Rom und eng verbundene New-Age-Kreise. Die Frage ist, wie ein solches neues globales Machtsystem dem Schicksal entgehen könnte, von denselben Interessen entführt zu werden, die unser derzeitiges korruptes und versagendes System geschaffen haben. Dies ist im Hinblick auf diejenigen, die Projekte wie z Der große Übergang (mit Startkapital von Steven Rockefeller initiiert). Was passiert, ist eher eine Methode, uns zu ihrer endgültigen Lösung in Form eines globalen technokratischen Kontrollsystems zu führen.


Dass dieser Plan aufgeht, ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Das Bewusstsein breitet sich wie ein Lauffeuer aus und die Panik der Elite nimmt zu, während ihre Erzählung zusammenbricht und die Menschen immer immuner gegen die Propaganda werden. Daher all die Inquisitoren und „Faktenprüfer“, die die Erzählung sorgfältig überwachen und dabei helfen, die öffentliche Meinung in die „richtige“ Richtung zu lenken. Ihnen ist sicherlich zu trauen, da z. David Roy Thomson, Vorsitzender des Thomson Reuters Gesellschaft, ist ein Absolvent von Globale Führungskräfte von morgen, Jahrgang 1993.


Es ist jetzt an der Zeit, unser eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen und zu vermeiden, in neue Fallen zu tappen.


Referenzen

Danke an den investigativen Journalisten Cory Morgenstern für den Clip, der diesen Blogartikel inspiriert hat. Folgen Sie ihrem Blog Falsche Art von Grün.

[1] Weltwirtschaftsforum, GLT-Klasse von 1993. Pdf
[2] Weltwirtschaftsforum, Young Global Leaders Community (durchsuchbare Liste über YGL-Alumni)
[3] Michael Herr, „Aufgedeckt: Klaus Schwabs Schule für Covid-Diktatoren, Plan für „Great Reset““, RAIR-Stiftung, 10. November 2021
[4] Paul Raskin, Journey to Earthland: Der große Übergang zur planetaren Zivilisation.pdf, Tellus Institute, Boston, 2016
[5] Glen T.Martin, Der Große Übergang erfordert die Erdverfassung“, Great Transition Initiative, November 2021


Lesen Sie die ganze Geschichte hier…

Read more in the upcoming english translation of The Global Coup d’Etat and Rockefeller – Controlling the Game which can be ordered from Pharos webshop.



Patrick Holz Patrick Wood ist ein führender und kritischer Experte für nachhaltige Entwicklung, grüne Wirtschaft, Agenda 21, Agenda 2030 und historische Technokratie. Er ist Autor von Technocracy Rising: Das trojanische Pferd der globalen Transformation (2015) und Co-Autor von Trilaterals Over Washington, Band I und II (1978-1980) mit dem verstorbenen Antony C. Sutton.

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Info: https://de.technocracy.news/world-economic-forums-young-global-leaders-revealed

21.02.2022

Ukraine droht NATO mit Wiederanschaffung von Atomwaffen

aus e-mail von Doris Pumphrey, 21. Februar 2022, 17:33 Uhr


/Siehe auch:/EU genehmigt 1,2 Milliarden Euro an Darlehen für die Ukraine <https://de.rt.com/europa/132077-eu-genehmigt-12-milliarden-euro/>


https://de.rt.com/international/132011-ukraine-droht-nato-mit-wiederanschaffung-atomwaffen/

21.2.22

*Ukraine droht NATO mit Wiederanschaffung von Atomwaffen*

/Eine Analyse von Rainer Rupp/


Kiew will in die NATO, jetzt, sofort! Sonst will Präsident Selenskij Atombomben entwickeln. Das ginge aber nicht ohne verbotene westliche Hilfe. Sie würde gegen den Nichtweiterverbreitungsvertragverstoßen. Mit seiner Atombomben-Schnappsidee Idee droht Selenskij der NATO also mit

viel Ärger, wenn er nicht bekommt, was er wirklich will: Mehr Waffen und vor allem mehr Geld.


In einem dramaturgisch ausgefeilten Auftritt auf der sogenannten Sicherheitskonferenz in München am 19. Februar 2022 hat der gelernte Schauspieler und Komiker Wladimir Selenskij in seiner Rolle als Präsident der Ukraine der NATO gedroht, und zwar mit der atomaren Wiederbewaffnung der Ukraine. Wahrscheinlich hat er geglaubt, damit den Russen Angst einjagen zu können, aber tatsächlich dürfte er mit seinem Wahnsinnsplan seine westlichen NATO-Unterstützer weitaus mehr erschreckt haben.


Die Ukraine habe jedes Recht, wieder eine Atommacht zu werden, unterstrich Selenskij und verwies auf ein Dokument, das von führenden Weltmächten unterzeichnet worden war, nachdem Kiew nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zugestimmt hatte, sowjetische Atomwaffen

im Austausch gegen Sicherheitsgarantien an Russland zurückzugeben. Bei dem Dokument handelt es sich um das sogenannte Budapest Memorandum.


Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war die Ukraine für kurze Zeit die drittgrößte Atommacht der Welt. Ihr nukleares Arsenal war Teil des atomaren Vermächtnisses der Sowjetunion, das in den drei neuen unabhängigen Staaten Weißrussland, Kasachstan und Ukraine zurückgeblieben war. Insgesamt hatte die Ukraine etwa 1.700 strategische Atomsprengköpfe und Hunderte von Trägerwaffen, über die in der Praxis jedoch Moskau, genauer gesagt der Kreml, die Kontrolle nie aufgegeben hatte.


Die Gefahr, dass im damaligen "Wilden Osten" Tausende von sowjetischen Atomwaffen in den instabilen ehemaligen Teilrepubliken der UdSSR lagerten und womöglich auf "Wanderschaft" in den terroristischen Untergrund gehen konnten, war damals für die Westmächte ein einziges

Horrorszenario. Mit politischen Versprechungen und viel Geld als Schmiermittel gelang es den Westmächten, die Regierungen der drei betroffenen Länder zu überzeugen, ihre gefährlichen Atomwaffen-Vorräte an Russland, den eigentlichen Besitzer und legalen Nachfolgestaat der Sowjetunion, zurückzugeben.


Im Budapest Memorandum hatten sich die Ukraine, Weißrussland und Kasachstan verpflichtet, ihre Atomwaffenarsenale abzubauen beziehungsweise an Russland zurückzugeben und den Atomwaffensperrvertrag (NPT) zu unterzeichnen. Neben den drei ehemaligen Sowjetrepubliken wurde das Memorandum auch von den USA, Großbritannien und Russland als Garantiemächte unterzeichnet. Diese hatten sich ihrerseits gegenüber der Ukraine verpflichtet, für deren "Unabhängigkeit und Souveränität" und "die bestehenden Grenzen" der Nation einzustehen. Sie verpflichteten sich auch, die Androhung militärischer Gewalt oder wirtschaftlichen Zwangs gegen die Ukraine nicht anzuwenden und ihre Position im UN-Sicherheitsrat zur Verteidigung der Ukraine zu nutzen, "wenn die Ukraine Opfer einer Aggression oder Objekt einer Bedrohung durch Aggression werden sollte, bei der Atomwaffen eingesetzt werden".


In den Jahren nach dem von den USA geförderten und mit 5 Milliarden US-Dollar finanzierten blutigen Maidan-Putsch gegen den demokratisch gewählten ukrainischen Präsidenten Janukowitsch ist es immer wieder zu kontroversen Interpretationen des Budapest-Abkommens gekommen. Kiew# argumentiert seit 2014, dass Russland das Abkommen gebrochen habe, als es die Krim und Teile der Ostukraine "besetzte" habe. Moskau bestreitet dies. Die Menschen auf der Krim, so argumentieren die Russen, übten angesichts der Bedrohung durch die aus Kiew vorrückenden, schwer bewaffneten faschistischen Freiwilligen-Bataillone ihr Recht auf Selbstbestimmung gemäß der UN-Charta aus. In einem Referendum sprach sich die Bevölkerung der Krim mit sehr großer Mehrheit dafür aus, aus der Ukraine auszutreten und die Aufnahme in die Russische Föderation zu beantragen, was vom russischen Parlament angenommen und vom Präsidenten unterschrieben wurde. Der Konflikt im Donbass, so Russland weiter, sei ein von Kiew begonnener Bürgerkrieg gegen abtrünnige Regionen und kein internationaler Konflikt. Zugleich haben auch die USA und Großbritannien ihren Verpflichtungen aus dem Budapest-Memorandum nicht gebrochen, denn zu keiner Zeit war die Ukraine durch einen Einsatz von Atomwaffen bedroht worden. Auch hat, wie vonseiten Kiews gerne behauptet wird, Russland der Ukraine nie den Krieg erklärt.


Soweit der historische und juristische Hintergrund zur ehemaligen, wenn auch nur kurzzeitigen Nuklearmacht Ukraine. Aber wie stehen nun die Chancen Kiews für eine atomare Wiederbewaffnung? Juristisch wird die Ukraine durch nichts daran gehindert, sich aus dem Atomwaffensperrvertrag zurückzuziehen und ihre eigenen Atomwaffen zu entwickeln. Nordkorea ist diesen Weg erfolgreich gegangen, trotz aller internationalen Bemühungen, Pjöngjang zu stoppen. Es gibt auch die Beispiele Indien und Pakistan, die Atomwaffen für eine gegenseitige Abschreckung entwickelt haben, sowie das Beispiel Israel. Kiews technische Fähigkeit, Atomwaffen herzustellen, ist eine andere Sache. Zwar hat die Ukraine einige nukleare Forschungseinrichtungen und eine

entwickelte zivile Atomindustrie mit einigen alten Reaktoren in Kraftwerken, die in der Sowjetzeit gebaut wurden. Was die Trägerwaffen betrifft, so hatte die Ukraine früher eine gut entwickelte, inzwischen aber veraltete Luft- und Raumfahrtindustrie, die einst in der Lage war,

Interkontinentalraketen und schwere Bomber herzustellen.


Andererseits hatte die Ukraine nie Anlagen zur Urananreicherung oder Plutoniumwiederaufbereitung, die benötigt werden, um waffenfähiges Material herzustellen. Es gab auch keine Fabriken, die Atomwaffen auf ukrainischem Territorium produziert hatten. Was die Rohstoffe betrifft,

so hat das Land uranhaltige Bergbaubetriebe seit den 1950er-Jahren betrieben. Aber die Produktion ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die Minen erfordern enorme Investitionen und somit viel Geld, das die Ukraine nicht hat, um wieder produktiv zu werden.


Einige ukrainische Experten, wie der pensionierte General Petro Garashchuk, behaupteten laut einem Bericht von /RT-International/, dass die Ukraine genug technisches Know-how behalten habe, um eine vollständige Palette von Atomwaffen und Trägersystemen zu herzustellen. Dies wird laut /RT/ auch von Ilya Kramnik, einem Forscher am Zentrum für Nordamerikastudien am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen bestätigt: "Technisch gesehen hat die Ukraine eine Industrie, die mit einigen Veränderungen in der Lage sein sollte, Atomwaffensysteme zu produzieren", so Kramnik. Das Problem liegt in dem Begriff "mit einigen Veränderungen". Dabei handelt es sich um Hochtechnologien, die von der Ukraine nicht hergestellt werden und somit aus dem Ausland importiert werden müssten. Diese Technologien fallen jedoch unter den Nichtweiterverbreitungsvertrag(NPT) und somit ist ihr Export verboten. Es ist auch kaum vorstellbar, dass die USA oder andere westliche Ukraine-Unterstützer Kiew diesbezüglich zu Hilfe kommen würden. Dafür gibt es mehrere Gründe:


- An der Ostflanke der NATO eine instabile, aber atomar bewaffnete Ukraine zu wissen, deren Sicherheitsorgane und Ministerien von nationalistischen Extremisten und offenen Faschisten durchsetzt sind, die jederzeit mit Russland einen Krieg beginnen können, würde weder in Washington noch in den NATO-europäischen Hauptstädten die Verantwortlichen ruhig schlafen lassen


- Mit der Lieferung von NPT-verbotenen Technologien an die Ukraine würden die USA und andere westliche Staaten den Damm durchbrechen, den sie selbst mit viel Mühe über Jahrzehnte NPT-Exportpolitik zum Beispiel gegen Iran und andere Länder im Mittleren Osten aufgeschüttet haben.


Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass Kiew nicht in der Lage wäre, Atomwaffen heimlich zu entwickeln. Zumindest müsste es Tests durchführen, um zu bestätigen, dass seine Entwürfe tatsächlich funktionieren. Andere Teile eines erfolgreichen Atomwaffenprogramms wären ebenfalls sowohl von westlichen Nationen als auch von Russland nachweisbar. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Moskau die Drohung, dass die Ukraine heimlich nuklear geht, mit größerem Wohlwollen verfolgt als dies damals Israel tat, als es im Irak die Nuklearanlagen weggebombt hat.


Angesichts all der Probleme, die auf die westlichen Unterstützer der Ukraine zukommen würden, wenn Kiew offen seine Absicht erklärte, Nuklearwaffen zu entwickeln, kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Westen Kiew nicht nur jede Hilfe versagt, sondern alles tun wird, um seine Pläne zu stoppen. Zudem ist ein Atomprogramm sehr teuer. Und ausländische Investitionen würden erst recht ausbleiben, wenn bekannt würde, dass die Ukraine ein Atomwaffenprogramm hätte. Statt Wirtschaftshilfe und Geldspritzen wären sogar Wirtschaftssanktionen wahrscheinlich. "Ich persönlich glaube, dass es keine einzige Atommacht gibt, die der Ukraine helfen wird, diesen Weg zu gehen", sagte Kramnik. "Einfach, weil sich niemand mit den unvermeidlichen Folgeproblemen befassen will, die an dem Tag auftreten werden, an dem sicher bekannt wird, dass die Ukraine Atomwaffen entwickelt."


Anstatt ihre Zustimmung und Hilfe anzubieten, würden die USA und ihre Verbündeten ab dem ersten Tag gegen ukrainische Atomwaffenpläne arbeiten und möglicherweise sogar Wirtschaftssanktionen verhängen. Die derzeitige Wirtschaftslage der Ukraine und die Abhängigkeit der Regierung von ausländischer Hilfe lassen Kiews Chancen, das zu tun, was Nordkorea getan hat, zweifelhaft erscheinen.


Es ist kaum vorstellbar, dass sich der ukrainische Präsident oder die Leute, die ihn beraten und seine Reden schreiben, nicht wissen, dass ein ukrainisches Atomwaffenprogramm eine Luftnummer ist. Und dennoch hat Selenskij dies zu einem zentralen Punkt seiner Rede in München gemacht. Seine an die eigenen Unterstützer gerichtete Drohung mit einer ukrainischen Atomwaffe ist auch nicht neu. Seit Jahren geistert sie im Diskurs ukrainischer Außenpolitiker herum. Allen voran tut sich diesbezüglich der Freund der deutschen Grünen, Andrei Melnik hervor, seines Zeichens Botschafter Kiews in Berlin. Ja, es ist der Melnik, der glaubt, die deutsche Regierung und den Bundestag noch schlimmer anpöbeln# zu können, als es vor nicht allzu langer Zeit der größenwahnsinnige US-Cowboy, Botschafter Richard Grenell, getan hat.


Eine mögliche Erklärung für dieses seltsame Verhalten hat Selenskij in München selbst genannt, als er an das illustre Publikum der "UN-Sicherheitskonferenz" appellierte: "Gebt uns Geld, ohne Bedingungen daran zu knüpfen. Warum müssen Sie jedes Mal, wenn Sie uns diese oder jene Summe zuteilen, die Umsetzung von einer, zwei, drei, vier, fünf, sieben, acht, zehn Reformen daran knüpfen?", sagte er bei einer Podiumsdiskussion im Anschluss an seine Rede. "Schauen Sie, es gibt auch den Krieg. Gibt es eine andere Nation auf der Welt, die im Osten eine so starke Armee hat und Reformen umsetzt? Das ist nicht einfach", fügte Selenski hinzu.


Die in München zur Schau gestellten nuklearen Ambitionen der Ukraine scheinen also lediglich Teil einer nach Aufmerksamkeit heischenden Kampagne zu sein, um die westlichen Geberländer zu bewegen, noch mehr Steuergelder in dem ukrainischen Fass ohne Boden zu versenken. Dennoch sollten die ukrainischen Strategiespielchen mit Atomwaffen nicht verharmlost werden, denn sie zeigen wes Geistes Kind die Russen hassenden Eliten in den ukrainischen Schlüsselpositionen von Militär, Polizei, Geheimdienste, Sicherheitsrat und Justiz sind.

21.02.2022

!!!! Imminent: Anerkennung von Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten

aus e-mail von Doris Pumphrey, 21. Februar 2022, 17: 28 Uhr


/*Hier zum Video in deutscher Übersetzung der gesamten außerordentlichen Sitzung des russischen Sicherheitsrates:*/


https://de.rt.com/live/video/132044-wladimir-putin-spricht-bei-ausserordentlichen/


https://de.rt.com/russland/132041-putin-entscheidung-uber-anerkennung-volksrepubliken/

21.2.22


*Putin: Entscheidung über Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk wird heute getroffen *


Bei einer außerordentlichen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates sagte der russische Präsident am Montag, das Ziel des Treffens sei es, weitere Schritte zum Donbass festzulegen. Die Leiter der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk hatten Wladimir Putin zuvor gebeten, ihre Regionen als unabhängige Staaten anzuerkennen.


Das Ziel der außerordentlichen Sitzung sei es, weitere Schritte zum Donbass festzulegen, kündigte Wladimir Putin gleich vorweg an. Er unterstrich, dass er die Frage der Anerkennung nicht im Voraus mit den Mitgliedern des Sicherheitsrates besprochen habe. Kurz davor hatten sich die Leiter der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk mit der Bitte an den russischen Präsidenten gewandt, die beiden Regionen als unabhängige Staaten anzuerkennen.


Putin erklärte, Russland habe zunächst alles getan, um die Widersprüche in der Region friedlich zu lösen, doch die Situation ändere sich nicht zum Besseren. Kiew wolle die Minsker Abkommen nicht einhalten und habe dies auch mehrmals betont, so Putin. Falls die Ukraine in die NATO aufgenommen würde, begänne die Allianz mit der Rückeroberung der Krim, und die Bedrohungen für Russland nähmen um ein Vielfaches zu, resümierte der russische Staatschef.


An der Sitzung nahmen unter anderem Außenminister Sergei Lawrow und Verteidigungsminister und Sergei Schoigu sowie der Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB Alexander Bortnikow teil. Alle Mitglieder sprachen sich für die Anerkennung der beiden Republiken aus. Der Berater des russischen Präsidenten bei den Verhandlungen im Normandie-Format Dmitri Kosak sagte bei dem Austausch, es sei klar geworden, dass weder die Ukraine noch der Westen den Donbass brauchen. Er unterstrich, dass der Verhandlungsprozess über die Minsker Abkommen seit dem Jahr 2015 auf dem Nullpunkt sei.


Auch Dmitri Medwedew erklärte, er gehe davon aus, dass die Ukraine die Minsker Abkommen nicht umsetzen werde. Laut Medwedew liegt es nicht im Interesse des ukrainischen Präsidenten, diese Vereinbarungen umzusetzen. Die überwiegende Mehrheit der Russen würde die Anerkennung der beiden Republiken unterstützen, mutmaßte der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates.


Die Sprecherin des Föderationsrates Walentina Matwijenko meinte, die Ukraine brauche den Konflikt im Donbass, um die sich verschlechternde Wirtschaftslage zu rechtfertigen. Der Sprecher der Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin erinnerte daran, dass die meisten Abgeordneten für

den Antrag der Kommunisten gestimmt hatten, die Republiken anzuerkennen.


Auch weitere Mitglieder des Sicherheitsrats argumentierten, dass sich im Donbass eine kritische Situation entwickelt habe. Explizit dagegen sprach sich niemand aus. Nachdem Putin sich alle Meinungen angehört hatte, versicherte er, dass noch am Montag eine Entscheidung getroffen

werde.


Die Lage in der Ostukraine bleibt äußerst angespannt. Wegen der Gefahr einer militärischen Eskalation haben die Leiter der selbst ernannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk zur Evakuierung nach Russland aufgefordert. Putin wies die Regierung an, jedem Flüchtling eine Soforthilfe in Höhe von 10.000 Rubel (rund 115 Euro) auszuzahlen. Bisher kamen etwa 61.000 Menschen aus dem Donbass nach Russland, hieß es am Montag aus dem russischen Katastrophenschutzministerium.


Um die Lage zu deeskalieren, ist ein Treffen zwischen Putin und US-Präsident Joe Biden geplant. Das Angebot kam von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, hieß es aus dem Élysée-Palast. Biden habe dem Treffen zugestimmt, allerdings unter der Bedingung, dass Russland vorher

nicht in die Ukraine einmarschiere, teilte das Weiße Haus mit.


Indes fordert die Ukraine von der Europäischen Union mehr Druck auf Russland. Dazu zählte Außenminister Dmitri Kuleba bei einem Treffen mit den EU-Außenministern am Montag in Brüssel auch sofortige Sanktionen.


Detailliertere Informationen zum Konflikt in der Ostukraine finden Sie auch in unserem Live-Ticker.


*Mehr zum Thema*- Live-Ticker zur Ukraine-Krise: Sabotageakte / Tote unter Zivilisten / Kiew fordert Waffen <https://de.rt.com/international/131481-live-ticker-zur-ukraine-lage/>

21.02.2022

US-INFORMATIONEN  Gezielte Tötungen und Entführungen bei Einmarsch in Ukraine

welt.de, Stand: 21. Februar 2022, 08:48 Uhr, Von Clara OttRedakteurin Wissen

Zitat: Den USA liegen Informationen über schwere Menschenrechtsverletzungen im Falle einer Invasion vor. Ziel wären Menschen, die Russland Widerstand leisten würden. Laut Insidern hat die US-Regierung ein erstes Sanktionspaket vorbereitet, das auf den russischen Bankensektor abzielt. Mehr im Liveticker.

Die USA haben eigenen Angaben zufolge Informationen über schwere Menschenrechtsverletzungen im Falle eines Einmarsches Russlands in die Ukraine. „Insbesondere haben wir glaubwürdige Informationen, die darauf hindeuten, dass die russischen Streitkräfte Listen mit identifizierten Ukrainern erstellen, die nach einer militärischen Besetzung getötet oder in Lager geschickt werden sollen“, schrieb die amerikanische UN-Botschafterin Bathsheba Nell Crocker in Genf an die UN-Menschenrechtsbeauftragte Michelle Bachelet. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Weiter heißt es, dass die USA Geheimdienstinformationen dazu hätten, „dass die russischen Streitkräfte wahrscheinlich tödliche Maßnahmen anwenden werden, um friedliche Proteste aufzulösen“. Die Vereinigten Staaten befürchten demnach, dass wie bei „früheren russischen Aktionen“ Folter zum Einsatz kommen werde.

Ziel wären Menschen, die Russland Widerstand leisten würden, „einschließlich russischer und weißrussischer Dissidenten im Exil in der Ukraine, Journalisten und Anti-Korruptionsaktivisten und gefährdete Bevölkerungsgruppen wie religiöse und ethnische Minderheiten und LGBTQI+-Personen“. Die Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter- und queere Menschen.

Der US-Regierung liegen Medienberichten zufolge Geheimdienstinformationen vor, wonach Moskau seinem Militär den Befehl gegeben haben soll, mit Einmarschplänen in die Ukraine fort

zufahren.

Der Liveticker vom 20. Februar:

00:00 Uhr – Belarussische Opposition fordert harte Sanktionen gegen Lukaschenko-Regime

Mit großer Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage hat die belarussische Opposition auf die Nachricht reagiert, dass Russland und Belarus ihre Militärübungen an der Grenze zur Ukraine fortsetzen wollen. „Die EU und die Nato-Staaten sollten jetzt sofort scharfe Sanktionen gegen das Regime von Alexander Lukaschenko verhängen“, forderte Franak Viacorka, hochrangiger Berater der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Montag).

Die Präsenz russischer Truppen in Belarus verstoße gegen die Verfassung des Landes und internationales Recht, sagte Viacorka. Angesichts der Spannungen wegen des russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine mache das Belarus zu einem Aggressor. „Wir wissen genau, warum das geschieht“, sagte Viacorka. Lukaschenko bedanke sich damit für die Unterstützung durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach den manipulierten Präsidentschaftswahlen in Belarus im August 2020.

22:30 Uhr – Botschafter kritisiert Bundesregierung – „Ukrainer werden diesen Verrat nie vergessen“

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat angesichts der Furcht vor einem russischen Einmarsch seine Forderung nach deutschen Waffenlieferungen bekräftigt. „Heute brauchen wir nicht nur Worte, nicht nur solidarische Bekundungen, wir brauchen Waffen für die Verteidigung“, sagte Melnyk am Sonntag dem Sender Bild TV. „Diese Waffen, die Deutschland lie

fern könnte, werden uns nach wie vor verweigert.“

Sollte sich Deutschland weiterhin weigern und der russische Präsident Putin tatsächlich in den nächsten Tagen oder Wochen in die Ukraine einmarschieren, würde dies ein „Versagen der deutschen Außenpolitik“ und eine „Bankrotterklärung“ darstellen. „Und die Ukrainer werden diesen

Verrat nie vergessen“, betonte der Botschafter.

Melnyk appellierte außerdem an den Westen, die diskutierten Sanktionen gegen Russland zu beschließen, „bevor der Beschuss von Kiew stattfindet“.

Die Bundesregierung hatte zuletzt ihre ablehnende Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine bekräftigt. Es sei nicht der Moment, um „unseren Kurs um 180 Grad zu ändern“, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte, er sehe derzeit „keinen Anlass“, die Rüstungsexportvorschriften zu ändern. „Das wäre jetzt genau der falsche Zeitpunkt“, sagte er nach dem EU-Afrika-Gipfel am Freitag in Brüssel.

22:52 Uhr – Von der Leyen droht mit Ausschluss Russlands von Finanzmärkten

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat die gegen Russland drohenden Sanktionen des Westens im Fall eines Angriffs auf die Ukraine konkretisiert.

Die geplanten Finanzsanktionen seien darauf abgerichtet, dass „Russland im Prinzip abgeschnitten wird von den internationalen Finanzmärkten“, sagt von der Leyen in der ARD-Sendung „Anne Will“. Wirtschaftlich ichteten sich alle Sanktionen gegen „die Güter, die Russland dringend braucht, um seine Wirtschaft zu modernisieren und zu diversifizieren“.

22:36 Uhr – EVP-Chef für sofortige Sanktionen gegen Russland

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament und stellvertretende CSU-Vorsitzende, Manfred Weber, fordert die umgehende Verabschiedung harter Wirtschaftssanktionen gegen Russland und dessen Präsident Wladimir Putin wegen der Ukraine-Krise. „Putin spricht nur die Sprache der Stärke, der Macht. Und diese Sprache sprechen wir derzeit nicht – nicht nur wir Deutschen nicht, sondern wir Europäer insgesamt nicht“, sagte Weber zu „Bild“.

22:30 Uhr – Laut US-Geheimdiensten gab es bereits Angriffsbefehl

21:14 Uhr – US-Botschaft warnt vor Anschlägen in Russland

Die US-amerikanische Botschaft in Moskau warnt US-Bürger in Russland vor möglichen Anschlägen auf Einkaufszentren, Bahnhöfe und Metrostationen in Großstädten wie Moskau, St. Petersburg und entlang der ukrainischen Grenze. Laut Medienberichten habe es derartige Drohungen gegeben.

20:58 Uhr – Russischer Botschafter in den USA dementiert Angriffspläne

Russlands Botschafter in Washington hat Befürchtungen des Westens vor einem baldigen Einmarsch russischer Soldaten in die Ukraine zurückgewiesen. „Es gibt keine Invasion, und es gibt auch keine solchen Pläne“, sagte Anatoli Antonow dem US-Sender CBS am Sonntag. Russland wolle die diplomatischen Bemühungen zur Lösung aller offenen Fragen fortsetzen.

Mit Blick auf Moskaus Forderung an den Westen sagte er: „Wir würden gerne alles zu Papier bringen. Wir möchten rechtlich verbindliche Garantien für die russische Sicherheit sehen.“ Die Nato sei keine „friedliebende NGO“, so Antonow. „Wir wollen nicht, dass die nächste Welle der Nato-Erweiterung stattfindet“, sagte er mit Blick auf Bestrebungen der Ukraine, der Militärallianz beizutreten.

19:05 Uhr – Laut Nato-Angaben stockt Russland die Truppen auf

Die Nato reagiert besorgt auf die Entscheidung Russlands, länger als ursprünglich geplant Tausende Soldaten in Belarus zu belassen. Der Generalsekretär der Militärallianz, Jens Stoltenberg, sagte am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“, Russland habe versprochen, Truppen aus der Grenzregion zur Ukraine abzuziehen, stocke sie aber tatsächlich auf. Es seien mehr Soldaten nahe der Grenze.

Zudem gebe es offensichtlich Bemühungen, in der Ostukraine einen Vorwand für einen russischen Einmarsch zu inszenieren. Stoltenberg sagte weiter, es sei nicht zu spät für einen Kurswechsel Russlands. „Aber das Risiko eines Angriffs steigt.“

18:15 Uhr – Stoltenberg kritisiert Verlängerung von russischem Manöver

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kritisiert die Entscheidung Russlands, das Manöver in Belarus nicht wie angekündigt am Sonntag zu beenden, sondern zu verlängern. Die Entscheidung „passt in der Tat in dieses Muster von Entscheidungen, die deren militärischen Aufmarsch unterstützen“, sagt Stoltenberg im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Und es gibt die Bemühungen, einen Vorwand im Donbass zu schaffen, um eine Ausrede zu schaffen für einen Einmarsch in die Ukraine.“

16:15 Uhr: US-Außenminister: „Es ist todernst.“

US-Außenminister Antony Blinken will im Ukraine-Konflikt so lange wie möglich auf Diplomatie setzen. „Alles, was wir sehen, deutet darauf hin, dass es todernst ist, dass wir am Rande einer Invasion stehen“, warnte er am Sonntagmorgen (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CNN. Man wolle aber „jede Gelegenheit und jede Minute“ nutzen, um Russlands Präsident Wladimir Putin noch von einem Einmarsch abzuhalten, solange „bis die Panzer tatsächlich rollen und die Flugzeuge fliegen“, so Blinken.

Blinken bei der Münchener Sicherheitskonferenz

Ein Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in der kommenden Woche in Europa sei weiterhin geplant, „es sei denn, Russland marschiert in der Zwischenzeit ein“, betonte der US-Minister. Mit Blick auf die Lage im Konfliktgebiet im Osten der Ukraine sagte Blinken: „Alles, was auf die eigentliche Invasion hinführt, scheint sich zu vollziehen: Alle diese Täuschungsmanöver (‘false flag operations‘, d. Red.), alle diese Provokationen, um Rechtfertigungen zu schaffen.“ Dies sei einstudiert und genau das, wovor die US-Regierung gewarnt habe.

Blinken kritisierte außerdem die Entscheidung, dass russische Truppen vorerst doch in Belarus bleiben sollen, um gemeinsame Militärübungen fortzusetzen. Es handle sich um „Übungen in Anführungszeichen“, sagte er. Diese würden mit der Situation in der Ostukraine gerechtfertigt. Dies sei „eine Situation, die sie geschaffen haben, indem sie die Spannungen weiter anheizen“, so Blinken mit Blick auf Moskau und Minsk.

15:55 Uhr – Putin und Macron wollen Waffenruhe erreichen

Die Präsidenten von Russland und Frankreich, Wladimir Putin und Emmanuel Macron, haben nach Angaben Frankreichs sofortige Schritte zur Erreichung einer Waffenruhe in der Ost-Ukraine vereinbart.

Eine Arbeitsgruppe mit diesem Ziel solle möglichst in den kommenden Stunden tagen, teilt das Präsidialamt in Paris mit. Beide Staatschefs seien übereingekommen, dass alle geeigneten Schritte gegen eine Eskalation und für den Frieden unternommen werden müssten.

15:38 Uhr – Habeck: Russland-Sanktionen träfen auch Deutschland hart

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rechnet im Fall einer russischen Invasion in der Ukraine mit schweren ökonomischen Folgen auch für Deutschland. Man müsse deutlich sagen, „dass Sanktionen auch unsere eigene Wirtschaft hart treffen werden“, sagte der Grünen-Politiker dem „Handelsblatt“.

Das sei auch deutschen Unternehmen klar. Sollte Russland den Konflikt weiter eskalieren, werde die EU in Abstimmung mit ihren Partnern mit harten Wirtschaftssanktionen darauf antworten, sagte Habeck: „Darauf sind wir vorbereitet.“

14:32 Uhr – Polen ruft OSZE-Sondersitzung ein

Polen beruft wegen der Lage in der Ukraine eine Sondersitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ein. Der Ständige Rat der Organisation werde am Montag zusammenkommen, erklärt der amtierende polnische Vorsitz. Die Ukraine habe die Sitzung beantragt. Im Kriegsgebiet im Donbass ist eine OSZE-Beobachtermission im Einsatz.

14:10 Uhr – Macron und Putin telefonieren fast zwei Stunden

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach einem längeren Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin im Anschluss erneut mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Wie es am Sonntag aus dem Élyséepalast hieß, dauerte das Telefonat von Macron mit Putin rund eine Stunde und 45 Minuten. Zum Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Erst am Vorabend hatte Macron mit Selenskyj telefoniert, der die Dialogbereitschaft seines Landes im Konflikt mit Russland betont hatte. Wie es in Paris hieß, sicherte Selenskyj zu, nicht auf Provokationen moskautreuer Separatisten in der Ostukraine zu reagieren.

Unterdessen sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen mit Blick auf Befürchtungen des Westens vor einem Einmarsch Russlands in die Ukraine: „Welchen Sinn hat es, dass Russland jemanden angreift? Wir rufen dazu auf, sich an die Geschichte zu erinnern.“ Vielmehr könnte sich die Ukraine zu einer gewaltsamen Lösung im Konfliktgebiet im Osten des Landes provoziert fühlen. Peskow kritisierte einmal mehr die militärische Unterstützung des Westens für Kiew.

Russland hat nach westlichen Angaben etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland Ukraine zusammengezogen, streitet aber Angriffspläne ab.

13:35: Uhr: Russland will Truppen nicht aus Belarus abziehen

Inmitten schwerer Spannungen im Ukraine-Konflikt wollen Belarus und Russland weiter gemeinsame Militärübungen abhalten. Das teilte der belarussische Verteidigungsminister Viktor Chrenin mit. Damit werden russische Truppen vorerst nicht wie zuvor angekündigt aus Belarus abgezogen. Chrenin sagte am Sonntag laut einer Mitteilung, „angesichts der Zunahme der militärischen Aktivitäten“ in der Nähe der Außengrenzen beider Länder und der Verschärfung der Lage in der Ostukraine sei beschlossen worden, die „Überprüfung der Reaktionskräfte des Unionsstaates“ fortzusetzen.

Belarus und Russland halten seit zehn Tagen gemeinsam ein großes Manöver ab. Das sollte am Sonntag zu Ende gehen. Unklar war aber, wie viele russische Soldaten im Nachbarland bleiben werden.

Die weiteren gemeinsamen Übungen haben Russlands Präsident Wladimir Putin und der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko beschlossen, wie Chrenin weiter sagte. Die beiden Spitzenpolitiker hatten sich am Freitag und Samstag in Moskau getroffen.


13:28 Uhr – Ukraine fordert schon jetzt Sanktionen

Angesichts der eskalierenden Lage im Donbass fordert der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba den Westen zum Handeln auf. Es müssten jetzt schon Teile der geplanten Sanktionen gegen Russland verhängt werden, sagt Kuleba. „Russland muss jetzt gestoppt werden, wir sehen, wie sich die Dinge entwickeln.“ Es sei jetzt nicht mehr die Zeit für endlose Diskussionen, es müssten vielmehr Entscheidungen getroffen werden.

13:09 Uhr – Russland nennt Lage in Ostukraine „maximal belastet“

Das russische Präsidialamt nennt die Lage an der sogenannten Kontaktlinie im Osten der Ukraine „maximal belastet“. Jegliche kleinere Provokation könne zu irreparablen Konsequenzen führen, wird Kreml-Sprecher Dmitri Peskow von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Die ständigen Warnungen des Westens an Russland vor einer Invasion in die Ukraine seien eine Provokation und könnten gegenteilige Konsequenzen haben.

13:00 Uhr – EU bereitet sich auf möglichen Flüchtlingszustrom vor

Die EU bereitet sich für den Fall eines russischen Angriffes gegen die Ukraine auf einen möglichen Zustrom von Kriegsflüchtlingen vor. „Ja, wir arbeiten daran“, sagte die für das Thema zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Bereits seit einigen Wochen würden mit den Mitgliedstaaten Notfallpläne erstellt – insbesondere mit denen, die unmittelbar an die rund 41 Millionen Einwohner zählende Ukraine grenzen.

Für den Fall eines Angriffs nur im Osten wird damit gerechnet, dass die meisten flüchtenden Menschen erst einmal im westlichen Teil der Ukraine Schutz suchen. Sie würden dann dort Unterstützung brauchen, sagte die Schwedin.

Als vermutlich wichtigstes Fluchtziel in der EU nannte Johansson das direkt an die Ukraine grenzende Polen, daneben aber auch Italien, Deutschland und Frankreich. Nicht sagen wollte sie, mit vielen Kriegsflüchtlingen in den unterschiedlichen Szenarien gerechnet wird.

Anhaltspunkte hatte allerdings bereits am Freitag US-Verteidigungsminister Lloyd Austin gegeben. Seinen Angaben zufolge könnte allein Polen „Zehntausende von vertriebenen Ukrainern und anderen Menschen über seine Grenze strömen sehen, die versuchen, sich und ihre Familien vor den Schrecken des Krieges zu retten“. Weitere direkte Nachbarländer der Ukraine in der EU sind die Slowakei, Ungarn und Rumänien.

12:00 Uhr – Truss: Putin wird nicht bei der Ukraine stoppen

Die britische Außenministerin Liz Truss hat vor russischen Aggressionen gegenüber weiteren Ländern außer der Ukraine gewarnt und den Westen zu entschlossenem Widerstand aufgerufen. „Wir müssen (Wladimir) Putin stoppen, denn er wird nicht bei der Ukraine stoppen“, sagte die Ministerin in einem Interview der „Mail on Sunday“. Der russische Präsident habe sehr deutlich gemacht, „dass er nicht nur die Kontrolle über die Ukraine übernehmen, sondern die Uhr bis Mitte der 1990er Jahre oder sogar davor zurückdrehen will.“ So seien auch das Baltikum und der Westbalkan bedroht.

„Deshalb ist es so wichtig, dass wir und unsere Verbündeten Putin etwas entgegen setzen“, betonte Truss. „Nächste Woche könnte die Ukraine dran sein, aber welches Land kommt als nächstes?“ Premierminister Boris Johnson und andere Mitglieder der britischen Regierung warnten vor einer unmittelbaren Kriegsgefahr. Seit Tagen erhebt London sehr offensiv den Vorwurf gegenüber Moskau, „Operationen unter falscher Flagge“ zu inszenieren und damit einen Vorwand für einen möglichen Einmarsch schaffen zu wollen.

10:51 Uhr – Explosionen in Donezk zu hören

In der von Rebellen kontrollierten ostukrainischen Stadt Donezk sind mehrere Explosionen zu hören. Die Bewohner werden über einen Lautsprecher zur Vorsicht aufgerufen, wie ein Reuters-Mitarbeiter weiter berichtet. Worauf die Explosionen zurückzuführen sind, war zunächst nicht klar.

10:55 Uhr – Johnson warnt vor größtem Krieg seit 1945

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts der drohenden Eskalation in der Ukraine vor einem Krieg in der Dimension des Zweiten Weltkriegs gewarnt. „Ich muss leider sagen, dass der Plan, den wir sehen, vom Ausmaß her etwas ist, das wirklich der größte Krieg in Europa seit 1945 sein könnte“, sagte Johnson der BBC, die ihn am Wochenende bei der Sicherheitskonferenz in München interviewte. Er bezieht sich damit auf mutmaßliche russische Pläne für einen Angriff auf die Ukraine.

„Alles deutet darauf hin, dass der Plan in gewisser Weise schon begonnen hat“, sagte Johnson, der in den vergangenen Tagen bereits sehr offensiv vor russischen „Operationen unter falscher Flagge“ gewarnt hatte. So werden bewusst inszenierte Aktionen bezeichnet, für die im Nachhinein andere – in diesem Fall ukrainische Kräfte – verantwortlich gemacht werden. Russland könne etwas inszenieren, um einen Vorwand für einen Einmarsch zu schaffen, so die Sorge.

„Die Leute müssen wirklich verstehen, wie viele Menschenleben betroffen sein könnten“, warnte Johnson in Bezug auf die drohende Eskalation und kündigte erneut scharfe Sanktionen für diesen Fall an. Großbritannien und die USA würden es russischen Unternehm


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„Putin hat ein völlig falsches Verständnis moderner Kriegsführung“

UKRAINE-KONFLIKT

„Unmittelbar bevorstehende Invasion“ – Wie die USA auf den Lügen-Vorwurf reagieren

UKRAINE-KONFLIKT

Aufmarsch statt Abzug – Wie sich der Westen von Putin getäuscht fühlt

UKRAINE-KRISE

Ein Vorgehen, wie aus „dem russischen Strategie-Handbuch“


Info: https://www.welt.de/politik/ausland/article237025411/Ukraine-Konflikt-Gezielte-Toetungen-und-Entfuehrungen-bei-Einmarsch-in-Ukraine.html?icid=search.product.onsitesearch


21.02.2022

Wie wird Russland in die Ukraine einmarschieren?

The New York Times, 21. Februar 2022, von Natasha Frost
Auf Anraten amerikanischer Geheimdienste sagte Präsident Biden am Freitag, er sei überzeugt, dass Wladimir Putin die Ukraine "in der kommenden Woche, in den kommenden Tagen" angreifen werde. Aber wie der russische Führer es tun wird - alles auf einmal, wie hochrangige US-Militär- und Geheimdienstbeamte erwarten, oder in einer Reihe kleinerer Angriffe - bleibt unklar.


Zitat: Eine mögliche Option ist ein pythonartiger Druck, der durch die Tatsache noch einfacher wird, dass Belarus russischen Truppen erlaubt, auf unbestimmte Zeit im Land zu bleiben, wo sie Kiew, die ukrainische Hauptstadt, bedrohen können. Putin könnte darauf wetten, dass er die ukrainische Wirtschaft erschüttern und ihre Regierung stürzen kann, ohne sofort Panzer einsetzen zu müssen.

Wenn Putin zuschlagen würde, um das ganze Land mit einem Schlag zu nehmen, könnte dies die größte und gewalttätigste Schlacht um europäisches Territorium seit der Kapitulation der Nazis im Jahr 1945 provozieren. Es steht außer Frage, dass das gesamte Sanktionspaket gegen Russland und die Sperrung von Technologieexporten fast sofort in Anspruch genommen würde. Eine internationale Verurteilung würde folgen, auch wenn sie vielleicht nicht von Dauer sein wird.

Vor Ort: Das russische Artilleriefeuer in der Ostukraine eskalierte am Wochenende stark, was die Angst vor einem bevorstehenden Angriff vertiefte und Russland möglicherweise einen Vorwand für eine Invasion gab. Die Ukrainer verließen widerwillig ihre Heimat, einige evakuierten nach Russland.

Geopolitik: Russland und China scheinen im Gleichschritt zu sein, und die USA versuchen, globale Koalitionen aufzubauen, um dem Bündnis entgegenzuwirken. Experten sagen, dass Putin möglicherweise versucht, das Ergebnis des letzten Kalten Krieges zu revidieren, und dass Russlands Truppenaufstockung ein Zeichen dafür sein könnte, dass er rücksichtsloser geworden ist.

Betriebsmittel: Hier sind Live-Updateseine Erklärung über den Konflikt und eine Zeitleiste.

Info: https://messaging-custom-newsletters.nytimes.com/template/oakv2?campaign_id=51&emc=edit_mbe_20220221&instance_id=53841&nl=morning-briefing%3A-europe-edition&productCode=MBE&regi_id=179513371&segment_id=83436&te=1&uri=nyt%3A%2F%2Fnewsletter%2F1a9a7519-8377-59ef-9fba-08e41e870e30&user_id=f32ef16f74a315d2f30cf28f5b3b49a1

21.02.2022

Die Ukraine und die US-Sicherheitsgarantien    Die USA behaupten weiterhin, ein russischer Einmarsch in die Ukraine stehe „unmittelbar“ bevor. Experten weisen das zurück. US-Sicherheitsgarantien erweisen sich als unwirksam.

german-foreign-policy.com, 21. Februar 2022

BERLIN/KIEW/MOSKAU (Eigener Bericht) – Warnungen vor einem Krieg in der Ukraine haben am Wochenende die diesjährige Münchener Sicherheitskonferenz überschattet. „In Europa droht wieder ein Krieg“, erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz; Außenministerin Annalena Baerbock schloss sich an und äußerte, man stehe „vor der greifbaren Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung mitten in Europa“. Die USA und Großbritannien behaupten weiterhin, ein Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine stehe „unmittelbar bevor“. Fachleute widersprechen. So urteilt die Politikprofessorin Nina Chruschtschowa aus New York, „ein viel größeres Interesse an einer Invasion als Putin“ habe die Biden-Administration: Gelinge es ihr, Moskau zu einem Einmarsch zu verleiten, dann könne sie hoffen, Präsident Wladimir Putin werde gestürzt werden. Dmitri Trenin, Direktor des Carnegie Moscow Center, rechnet ebenfalls nicht mit einer russischen Invasion und weist darauf hin, ihre Weigerung, der Ukraine militärisch beizustehen, führe zu einer Schwächung der globalen Position der USA. Behauptungen, Russland plane eine false flag-Operation in der Ostukraine, haben sich nicht bewahrheitet.



Zitat: Trinkwasserversorgung attackiert

Seit Ende vergangener Woche eskalieren die Kämpfe in der Ostukraine dramatisch. Die OSZE dokumentierte 591 Verstöße gegen die Waffenstillstandsvereinbarungen, darunter 535 Explosionen, für die Region Donezk sowie 975 weitere Verstöße, darunter 860 Explosionen, für die Region Luhansk; diese Angaben beziehen sich, wie berichtet wird, auf das Geschehen am Freitag.[1] Am Samstag kam es zu weiteren Schusswechseln und Detonationen; nicht zuletzt seien zwei Pumpstationen in Donezk beschädigt worden und ausgefallen, die mehr als eine Million Menschen mit Trinkwasser versorgten, berichtete das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Moskau und die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk gehen von einer geplanten Offensive der ukrainischen Streitkräfte aus; Kiew streitet dies ab. Donezk und Luhansk begannen mit der Evakuierung der Zivilbevölkerung und mit der Mobilmachung; über 40.000 Einwohner sollen inzwischen in Auffanglager in Russland in Sicherheit gebracht worden sein. „Wir sind sehr besorgt über die Entwicklungen in der Ostukraine“, wird die Leiterin der Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in der Ukraine zitiert. Westliche Unterstellungen, Moskau plane eine false flag-Operation in der Ostukraine, um anschließend seine Truppen über die Grenze zu schicken, bewahrheiteten sich nicht.


„Unmittelbar bevorstehend“

Die Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens behaupten dennoch weiterhin, ein russischer Einmarsch in die Ukraine stehe „unmittelbar“ bevor. US-Präsident Joe Biden, der zuvor prognostiziert hatte, der Einmarsch werde am 16. Februar stattfinden (german-foreign-policy.com berichtete [2]), legte sich am Freitag erneut darauf fest, Russlands Präsident Wladimir Putin habe „die Entscheidung“ zur Invasion nun getroffen.[3] Mit einem Einmarsch sei „in den kommenden Tagen“ zu rechnen. Die britische Außenministerin Liz Truss hielt eine Invasion „bereits nächste Woche“ für möglich, widersprach damit allerdings ihrem Premierminister Boris Johnson, der „den gefährlichsten Moment“ schon am 10. Februar für „die nächsten paar Tage“ vorausgesagt hatte. US-Außenminister Antony Blinken wiederum teilte gestern mit, er sei sich gewiss, dass Russland „am Rande“ eines Angriffs auf die Ukraine stehe.[4] Unter dem Eindruck der Warnungen forderte das Auswärtige Amt alle Deutschen, die sich in der Ukraine aufhalten, am Wochenende auf, das Land umgehend zu verlassen. Die Lufthansa kündigte die vorläufige Einstellung ihrer Flüge nach Kiew und Odessa an. Unterdessen teilten Russland und Belarus mit, sie würden ihr Großmanöver, das am gestrigen Sonntag zu Ende gehen sollte, verlängern. Unklar ist, ob nun die westlichen Ankündigungen, ein russischer Einmarsch stehe „unmittelbar“ bevor, gleichfalls in die nächste Runde gehen.


Interesse an einer Invasion

Zu den unaufhörlich wiederholten US-Behauptungen, ein russischer Einmarsch in die Ukraine stehe „unmittelbar bevor“, hat sich Ende vergangener Woche unter anderem Nina Chruschtschowa geäußert, Professorin für Internationale Politik an der renommierten New School in New York. Chruschtschowa urteilt, Präsident Putin plane „keinen Angriff“, wenngleich „in so einer aufgeladenen Situation“ bereits „ein falscher Schritt“ genüge, um einen Krieg auszulösen.[5] „Die USA“, erklärt die Professorin, „haben ein viel größeres Interesse an einer Invasion als Putin“; sie versuchten „alles, um ihn zu einem Fehler zu verleiten“, „sodass er tatsächlich in die Ukraine einmarschiert“. Chruschtschowa begründet dies mit einem Blick auf die vermutlich verheerenden Folgen einer Invasion: Washington spekuliere darauf, dass sich der russische Präsident im eigenen Land so „unbeliebt“ mache, „dass die Russen ihn stürzen“. Zugleich sei die Biden-Administration bestrebt, „Europa hinter sich [zu] vereinen“. Dazu aber müsse sie „Putin dazu bringen, wenigstens einen Fingerbreit auf ukrainisches Territorium vorzudringen“, erläutert Chruschtschowa, eine erklärte Gegnerin des russischen Präsidenten: „Wenn das geschieht, werden sich alle hinter Washington zusammenschließen“. Leidtragende dieser Taktik sei freilich die Ukraine.


Künftig zwei Säulen

Ganz wie Chruschtschowa, das bestätigte Ende vergangener Woche Dmitri Trenin, der Leiter des Carnegie Moscow Center, gehen „die meisten seriösen russischen Analytiker“ nicht davon aus, dass Russland „eine größere Offensive gegen die Ukraine“ starten werde.[6] Zwar müsse man damit rechnen, dass die Krise noch länger andauern werde; auch „der Informationskrieg“ werde wohl unvermindert fortgesetzt, prognostiziert Trenin. Doch würden gleichzeitig die Gespräche über eine Lösung des Konflikts weitergeführt. Bei den Gesprächen aber scheine es Moskau zu gelingen, erste Fortschritte zu erzielen. So seien die Vereinigten Staaten offenkundig bereit, über ein Verbot von Mittelstreckenwaffen in Europa zu verhandeln; als Putin dies im Jahr 2019 gefordert habe, sei er damit in Washington abgeblitzt. Trenin räumt freilich ein, die Ursache für die plötzliche Verhandlungsbereitschaft der USA sei wohl weniger die aktuelle Krise als vielmehr die Tatsache, dass die neuen russischen Hyperschallwaffen ein wirksames Gegengewicht gegen jegliche Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa darstellten. Gespräche darüber könnten „ein wichtiger erster Schritt zu einer Reform der europäischen Sicherheitsarchitektur“ sein – „vom gegenwärtigen US-dominierten, NATO-lastigen Modell zu einer Struktur, die von zwei Säulen getragen wird, einer westlichen und einer russischen“.


„Andere Wege“

Das womöglich am weitesten reichende Ergebnis der aktuellen Krise, urteilt Trenin, betrifft nicht Russland direkt, sondern zunächst die Ukraine: Weder die Vereinigten Staaten noch die NATO werden das Land gegen einen Angriff mit eigenen Truppen verteidigen. Dies haben US-Präsident Biden sowie weitere Funktionsträger der NATO Staaten mehrmals bekräftigt. Das schließe einen NATO-Beitritt der Ukraine, solange Moskau ihn als casus belli betrachte, in der Praxis aus, konstatiert Trenin. Kiew müsse sich daher „um andere Wege“ bemühen, um „seine Sicherheit zu gewährleisten“.[7] In diesem Kontext stuft der Leiter des Carnegie Moscow Center die Andeutung des ukrainischen Botschafters in Großbritannien, Wadym Prystajko, die Ukraine könne eventuell ihrerseits auf einen NATO-Beitritt verzichten, als möglichen Kompromiss bezüglich der russischen Forderung ein, die NATO müsse auf jegliche neue Osterweiterung verzichten.[8] Zugleich wird die US-Ankündigung, man werde die Ukraine nicht mit Truppen verteidigen, auch in anderen Weltregionen aufmerksam registriert. So berichtet Trenin, der Konflikt um die Ukraine werde nicht zuletzt im Mittleren Osten sehr genau verfolgt. Man nehme dort wahr, dass „US-Sicherheitsgarantien ... gegen eine reale Drohung der anderen atomaren Supermacht mit einer militärischen Kollision“ nicht wirkten.[9] Schon der US-Abzug aus Afghanistan hatte in der arabischen Welt Zweifel an der Verlässlichkeit der USA bzw. des Westens gestärkt.

 

Mehr zum Thema: Die Stationierungsräume der NATONeue Hürden und „Teil einer Strategie“.

 

[1] Ostukraine: Armee und Separatisten melden erneute Beschüsse – Rotes Kreuz ist „sehr besorgt“. rnd.de 20.02.2022.

[2] S. dazu „Teil einer Strategie“.

[3] Ukraine conflict: Biden says he is convinced Putin has decided to invade. bbc.co.uk 19.02.2022.

[4] Blinken Says Russia Looks ‘On Brink’ Of Ukraine Invasion, Says Biden Ready To Meet ‘At Any Time’. rferl.org 20.02.2022.

[5] Ellen Ivits: Warum die USA mehr Interesse an einer russischen Ukraine-Invasion haben als Putin. stern.de 18.02.2022.

[6], [7] Dmitri Trenin: Arms accords between Russia and the west stand a chance despite treat of conflict. ft.com 18.02.2022.

[8] S. dazu Neue Hürden.

[9] Michael Young: What’s on the Table? carnegie-mec.org 18.02.2022.



Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8847

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