Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
14.06.2022

Es lebe der Störenfried!

freischwebende-intelligenz.org, 14. Juni 2022, 5:02, Uhr, Milosz Matusche
Freiheit ist stets die Freiheit des Andersdenkenden. Ist diese inzwischen abgeschafft?


Zitat: «Der Kaiser ist ja nackt!», ruft das Kind im Märchen «Des Kaisers neue Kleider», und alle sind erleichtert. Wir freuen uns, wenn jemand die Dinge beim Namen nennt. Doch leider in der Realität eben oft erst später, aus der sicheren Entfernung und nach der Bestätigung durch die Zeitläufte. Ist das nicht eigenartig?


Ein Blick in die Geschichte zeigt: Ungehorsam ist seit Adam und Eva oder Prometheus über Galilei, Tell und Voltaire bis zu den Dissidenten von heute der Treibstoff, der das Rad der Zeit am Laufen hält. Und doch bilden wir selbst in den freiesten Gesellschaften Strukturen in Wissenschaft, Politik und öffentlicher Meinung heraus, welche den Widerspruchsgeist lieber nur pro forma fordern und doch kaum fördern. Die einflussreichsten Denker der Moderne, so Nassim Nicholas Taleb waren Darwin, Marx, Freud und der produktive Einstein: allesamt Gelehrte und keine primär akademischen Eigengewächse.


Die selbsthypnotisierte Gesellschaft

Das Dilemma des Fortschritts ist die fehlende Synchronizität zwischen der Notwendigkeit und ihrer Wertschätzung. Der Grund dafür liegt in dem Graben zwischen dem Jetzt und dem Danach, zwischen dem Status quo und der Ungewissheit. Alles strebt nach Ordnung, das Chaos gilt es zu vermeiden. Der Satz Nietzsches, man müsse noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären, gefällt als Kalenderspruch aber nicht als Lebensprinzip für den Alltag.

Gerade scheint sie wieder besonders spürbar zu sein, diese Periode der Bewegungslosigkeit, des verhinderten Übergangs. Die gesellschaftlichen Kräfte werden auf Zeitlupe geschaltet, in ein Weiter so gedrängt, um das Jetzt künstlich zu verlängern und den Bruch zu vermeiden. Wir sehen es an der Verlangweilung der Politik durch «asymmetrische Demobilisierung», in der Diskursvermeidung im öffentlichen Raum und in der Selbsthypnose des allgemeinen Gefälligkeitsdenken.


Ungehorsam als Motor des Fortschritts

Ungehorsam ist seit Adam und Eva oder Prometheus über Galilei, Tell und Voltaire bis zu den Dissidenten von heute der Treibstoff, der das Rad der Zeit am Laufen hält. Doch eine Gesellschaft, welche die Aversion vor dem Störenfried kultiviert, statt ihn produktiv zu integrieren, die also auf Narkotisierung, gouvernantenhaftes Beschwichtigen, Schweigen oder Denunziation ausweicht, statt sich zu stellen, verlängert oft nur die Zündschnur eines zunehmend explosiven Problems, wie der Philosoph Dieter Thomä («puer robustus») in einer sehr erhellenden ideengeschichtlichen Studie über den Störenfried zeigt. Das aus der Spur schlagende Kind bekommt heute eine ADHS-Diagnose angedichtet und Ritalin verschrieben. In Form der Generation Y sehen wir eine industriell geformte Kohorte gefügiger junger Menschen, welche die Bubble ihrer Legebatterie für Freilandhaltung hält und Nonkonformismus als Pose kultiviert.

Nicht die Welt ist gerade aus den Fugen, sondern der Prozess ihrer Erneuerung. Im Rad der Zeit klemmt und knirscht es. Die natürliche Abfolge von Alt und Neu ist gestört. Das Leben ist erst dann reich und aufregend, wenn die Empfindung intakt ist, dass letztlich jeder ein kleiner Baumeister dieser Welt ist, die niemandem ganz gehört sondern jedem ein bisschen. Goethe ging davon aus, dass man mehrere Leben in einem haben kann, wenn man die Erschütterung sucht und kein Angst vor dem symbolischen Tod hat, dem Ende einer Periode, einer Rolle, eines Glaubenssystems: das gilt für Berufe, Beziehungen, das persönliche Selbstverständnis und auch für Gesellschaften:

«Und so lang du das nicht hast, dieses: stirb und werde! Bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.»

Diese Kolumne erschien zuerst in der NZZ. In Zeiten zunehmenden Konformitätsdrucks scheint sie mir aktueller denn je.


Info: https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/es-lebe-der-storenfried?s=r

14.06.2022

Volker Beck neuer Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

hagalil.com, vom 12. Juni 2022 – 13 Sivan 5782

Mit großer Mehrheit hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) den Politiker Volker Beck zum neuen Präsidenten gewählt.



Beck, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und ausgewiesener Kenner des deutsch-israelischen Beziehungsgeflechtes, löst Staatssekretär Uwe Becker ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr antrat.


„Die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert von der Bundesregierung ein klareres Bekenntnis zur Freundschaft mit Israel. Deutschland darf sich bei den Vereinten Nationen nicht weiter an den Kampagnen gegen Israel beteiligen. Wenn die Generalversammlung oder der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen Israel häufiger verurteilt wird als den Rest der Welt, dann ist etwas mächtig faul. Da darf Deutschland nicht weiter mitmachen“, sagte Volker Beck anlässlich seiner Wahl, „Auch bei der Unterstützung der Palästinenser fordert die DIG, mehr darauf zu achten, was wir mit unseren Steuergeldern finanziert wird. Die direkte oder indirekte Finanzierung von Strukturen, die zu Gewalt gegen Israel anstacheln, muss ein Ende haben!“


Die Hauptversammlung der DIG wählte in Köln ihr vierzehnköpfiges Präsidium neben anderen die Vertreter der demokratischen Parteien des Bundestages als Vizepräsidenten: für die FDP Dr. Markus Faber, für Die Grünen/Bündnis90 Lisa Badum, für die SPD Michelle Müntefering und für die CDU Jürgen Hardt.


Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist die größte bilaterale Freundschaftsorganisation in Deutschland. Ihre über 6000 Mitglieder agieren an 55 Standorten im ganzen Land.


Köln, den 12.06.2022 / Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.

Bild oben: (c) Mathias Schindler / CC BY-SA 3.0


Info: https://www.hagalil.com/2022/06/volker-beck-3





Weiteres:




Israel Volker Beck wird Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) rf-news.de, vom 13.06.2022,  15:55 Uhr

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft DIG - sie hat 6000 Mitglieder - hat Volker Beck zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen sagte anlässlich seiner Wahl: "Die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert von der Bundesregierung ein klareres Bekenntnis zur Freundschaft mit Israel." Deutschland dürfe sich international nicht weiter an Kampagnen gegen Israel beteiligen. Bekanntlich richtet sich die fortschrittliche BDS-Kampagne nicht gegen Israel, sondern gegen die reaktionäre Apartheidspolitik von Israels Staat und Monopolen gegen das palästinensische Volk.


Info: https://www.rf-news.de/2022/kw24/volker-beck-wird-praesident-der-deutsch-israelischen-gesellschaft-dig





Weiteres:





Zitat: Hierher weht der Geist für die Antideutschen/ der Becks, Becker & Co….


https://ajcgermany.org/de/positionen/transatlantische-partnerschaft <https://ajcgermany.org/de/positionen/transatlantische-partnerschaft


www.palaestina-portal.eu


www.dpg-netz.de

mehr lesen
14.06.2022

Video: Bemühungen, den Impfstoff zu stoppen und die Täter strafrechtlich zu verfolgen.

globalresearch.ca, 12. Juni 2022, Von Philip Hyland und Michael Welch

Der Fall des Anwalts Philip Hyland und die Untersuchung der London Metropolitan Police Strafanzeige wegen grob fahrlässiger Tötung und Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt.


Region: ,

Thema: , , , ,


Zitat:Am besorgniserregendsten ist, dass zu keinem Zeitpunkt irgendjemand von der Metropolitan Police vom 20. Dezember 2021 bis einschließlich 22. Februar 2022 Kontakt mit einem der Opfer, einem der Zeugen oder einem der weltbekannten Experten aufgenommen hat, die es waren bieten ihre Beweise und ihr Fachwissen an, um die Metropolitan Police zu unterstützen. Es wird auch angenommen, dass mit keinem der mutmaßlichen Täter gesprochen oder Kontakt aufgenommen wurde.“ – Mark Sexton, ehemaliger Polizist. Teilnehmer des Rechtsteams, das eine Strafanzeige wegen grob fahrlässigen Totschlags und Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt einreicht. [1]


HÖREN SIE SICH AN

Klicken Sie hier, um das Audio herunterzuladen (MP3-Format )


Zahlreiche Beweislinien, die auf zahlreichen Websites, einschließlich Global Research , aus Hunderten von medizinischen und wissenschaftlichen Quellen auf der ganzen Welt, darunter hoch angesehene Experten wie Sucharit Bhakdi , Peter McCullough , Harvey Risch und so weiter, detailliert aufgeführt sind, haben die schweren Verletzungen und Todesfälle dokumentiert, die mit dem zusammenfallen Anwendung des COVID-Impfstoffs.


Bürger überall nehmen dies zur Kenntnis, und Legionen von Anwälten bereiten sich darauf vor, ein wahrscheinliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusprechen.


Einen interessanten Ansatz hat sich die Anwaltskanzlei PJH Law Solicitors ausgedacht. Sie machten die Kriminalbeamten der Hammersmith Police Station und der Metropolitan Police Station auf den Fall aufmerksam. [2]


Sie machten auf der Grundlage ihrer Beweise geltend, dass die öffentliche Stelle im Vereinigten Königreich für fahrlässige Tötung durch Unternehmen, grobe Fahrlässigkeit, die zu Verletzungen und Tod führte, und schweres Fehlverhalten verantwortlich sei. Sie behaupteten, dass dieselben Personen, die für die Entwicklung des SARS-CoV-2-Virus mit einem schädlichen Spike-Protein verantwortlich waren, auch die Lösung, den SARS-CoV-2-Impfstoff, finanzierten.


Sie behaupteten, die „umfassenden, vollständig dokumentierten, unwiderlegbaren und vernichtenden“ Beweise seien „von vielen weltbekannten Experten auf dem Gebiet der Medizin, Kardiologie, Immunologie, Wissenschaft, Daten, Anwälte, Rechtsanwälte, Krankenschwestern und Ärzte im Dienst und im Ruhestand sowie pensionierte Polizisten geliefert worden .“ Sie hatten „über vierhundert Opfer- und Zeugenaussagen“ und lieferten über zehn Wochen lang elektronische Dateien, Speichersticks, Videos und andere Beweismittel. Unter zahlreichen anderen Vorwürfen.


[3]

Die Met-Polizei hat den Fall Berichten zufolge eingestellt . Es bleiben jedoch mehrere Fragen darüber, wie und auf welcher Ebene die Beweise zurückgewiesen wurden.


Warum wurde keiner der Zeugen kontaktiert? Warum den Link angeben, um Nachweise einzureichen?


Warum haben sie den Beschwerdeführern gesagt, dass sie eine Woche lang wichtige Notizen und Ermittlungen hatten, und doch sagte ein Sprecher gegenüber Reuters :


„Während die Bewertung andauert, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass eine Straftat begangen wurde, und es wurden keine strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet.“


Dieses Dilemma könnte zu einem noch interessanteren Ergebnis führen. Aber angesichts der fraglichen Bemühungen hielt es die Global Research News Hour für dringend, unsere Zuhörer auf diesen Fall aufmerksam zu machen.


In unserer ersten halben Stunde hatten wir ein Gespräch mit dem leitenden Anwalt selbst,

Philip Hyland . Er spricht über das Gewicht der Beweise, die Auswirkungen der Schließung des Falls durch die Met und das Scheitern sogenannter „Faktenprüfungen“ der Medien.

Um die Debatte auszugleichen, folgten wir mit einem weiteren Interview mit dem hochkarätigen Promoter des COVID-19-Impfstoffs Dr. Peter Hotez . Er sprach nicht nur über die im vorherigen Interview vorgelegten Beweise, sondern auch über einige der anderen Punkte, die von Kritikern angesprochen wurden, einschließlich des jüngsten und schädlichen Pfizer Dump of Documents als Ergebnis eines Auskunftsersuchens.

Philip Hyland ist Rechtsanwalt und gründete 2002 die Gruppe PJH Law mit Sitz in Stamford Lincolnshire in England.

Dr. Peter Hotez ist Gründungsdekan der National School of Tropical Medicine, Professor für Pädiatrie und Molekulare Virologie und Mikrobiologie am  Baylor College of Medicine , wo er auch Direktor des  Texas Children's Hospital  Center for Vaccine Development und des Texas Children's Hospital Endowed Chair ist in Tropenpädiatrie und Universitätsprofessorin für Biologie am Baylor College of Medicine.

(Global Research News Hour Folge 359)


HÖREN SIE SICH AN

Klicken Sie hier, um das Audio herunterzuladen (MP3-Format )

VIDEO und Abschrift des Interviews mit Philip Hyland.

 

Philipp Hyland:Wir sammelten Beweise und prüften eine einstweilige Verfügung gegen die Medical Health Regulatory Authority, die Arzneimittel und medizinische Geräte im Vereinigten Königreich lizenziert, da die gesammelten Beweise darauf hindeuteten, dass bestimmte Erkrankungen wie Myokarditis und Perikarditis statistisch signifikant anstiegen. Außerdem gab es einen statistisch signifikanten Anstieg der Todesfälle. In einigen männlichen Kohorten waren es 10 % zusätzliche Todesfälle nach der Impfung und so weiter. Und ich denke, dass Frauen es um 8% steigende Zahl der Todesfälle waren. Und dann hatten wir das Problem der Zunahme bestimmter Erkrankungen wie Myokarditis und Perikarditis. Ein Mangel an Informationen über spontane Abtreibungen und anscheinend im Umlauf befindliche schlechte Chargen. Und all das zusammengenommen, wenn wir uns ansehen, was in der Vergangenheit passiert ist, wenn ein Medikament diese Menge an unerwünschten Ereignissen verursacht hat oder hätte verursachen können,


Aber beim SARS-COV-2-Impfstoff schien die Regulierungsbehörde bestenfalls gleichgültig zu sein, welche unerwünschten Ereignisse auftraten, und es schien nicht zu viel Enthusiasmus für das Sammeln von Daten zu geben und … und ich denke, wir können vergleichen dass mit der Art und Weise, wie SARS-COV-2-Todesfälle behandelt wurden, dass jeder Tod innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test als SARS-COV-2-Tod niedergelegt wurde, während jeder Tod 28 Tage nach der Impfung völliger Gleichgültigkeit unterworfen wurde.


Nur als wir es uns ansahen, sahen wir, dass das Problem der schlechten Charge ein zentrales Problem war, das die Aufsichtsbehörde nicht ansprach, aber die Kehrseite dieser Medaille ist, dass die Aufsichtsbehörde Hydroxychloroquin und Zink nicht zugelassen hatte. Und hatte Ivermectin nicht autorisiert. Jetzt können Sie sagen, was Sie über diese beiden Therapeutika mögen, und es wurde viel gesagt, alles von Pferdeberuhigungsmitteln an, aber was, glaube ich, niemand bestreiten kann, nach den Daten zu urteilen, die bei VigiAccess, der Weltgesundheitsorganisation, gesammelt wurden Datenbank, ich glaube nicht, dass irgendjemand bestreiten kann, dass diese Medikamente oder Therapeutika oder Medikamente sicher sind. Ich glaube, das kann niemand bestreiten.


Global Research: Nun, tatsächlich gibt es viele Experten in der WHO, die in den Mainstream-Medien auftreten und dies tun. Sie werden sagen, dass das Hydroxychloroquin nicht wirkt und dass das Ivermectin, dass diese Dinge für einen tatsächlich tödlich sein könnten … Also sagen sie, dass sie weitere Tests durchführen werden, aber bisher ist es nicht bewiesen …


PH: Ja, ich meine, was zu sammeln ist, sind offizielle Zahlen und die Weltgesundheitsorganisation sammelt Daten zur Sicherheit, und die gesammelten Daten zu HCQ-Zink wurden seit 1968 erstellt und die Daten zu Ivermectin seit etwa 1994 und sowohl zu Drogen als auch zu Medikamenten haben sehr gute Sicherheitsaufzeichnungen. Und ich denke nicht, dass das bestritten wird. Ich denke, strittig ist, ob sie funktionieren. Aber auf der anderen Seite haben wir einen Impfstoff, bei dem die Sicherheit nicht besonders gut zu sein scheint, und auch Den Zahlen zufolge haben wir einen Impfstoff erhalten, der nicht wie angekündigt zu wirken scheint, und wenn wir uns das im letzten Dezember ansehen, hat Public Health Scotland einige Zahlen herausgegeben, die sie mit hunderttausend vergleichen der geimpften Bevölkerung gegenüber Hunderttausenden der ungeimpften Bevölkerung, und es gibt eine weitaus höhere Inzidenz von COVID und Todesfällen in der geimpften Bevölkerung, und dieser Anstieg war statistisch signifikant. Ich denke … spontan … es sind etwa 1,5 pro Hunderttausend bei den Ungeimpften und je nachdem, wie viele Auffrischungsimpfungen wir hatten, stieg es auf etwa 3,4 pro 100.000, wenn Sie vier Auffrischungsimpfungen erhalten haben.


Ich denke also, wenn man nebeneinander schaut, hat der Impfstoff Sicherheits- und Wirksamkeitsprobleme. Die Alternativen haben nicht wirklich Sicherheitsprobleme, es gibt heftige Debatten darüber, ob sie beide, Ivermectin und HCQ und Zink, wirken. Aber es ist Teil von a

Beschwerde der Metropolitan Police, wir hatten Beweise von Klinikern gesammelt, die diese HCQ und Ivermectin in der Klinik mit guten Ergebnissen verwendet hatten. Also, wofür wir am 20. Dezember zur Met-Polizei gegangen sind, die Ernsthaftigkeit, die zum öffentlichen Amt zurückkehrt, aber es deckte wirklich die gesamte Bandbreite der COVID-Reaktion ab, die Tests, die nicht zuverlässig waren, die Verwendung von toxischer Psychologie, falsche Darstellung von Zahlen, Unterdrückung sicherer Alternativen sowie eine willkürliche und, wie wir sagen, grob fahrlässige Einführung des Impfstoffs, und so erhielten wir eine erstklassige Referenznummer, und wir erhielten auch eine Dropbox-Einrichtung oder ein Box-Upload-Center zum Hochladen Dokumente, soweit es uns betraf, untersuchte die Met-Polizei.


GR: Die Met-Polizei sagte, dass vor zwei Monaten, dass eine Bewertung aller verfügbaren Beweise klar ist, dass keine Straftaten offensichtlich sind, dass die Metropolitan Police keine strafrechtlichen Ermittlungen einleiten wird und keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf ergriffen werden die Vorwürfe.


PH: Ich werde nicht zu viel sagen, außer dass eine Pressemitteilung der Met nicht erfasst hat, was die Referenznummer der Kriminalität erfasst, die eine ganze Bandbreite angeblicher Kriminalität von Tests bis hin zu willkürlichem und wir würden sagen grob fahrlässigem Impfstoff war Roll-out und alle Punkte dazwischen. Es konzentrierte sich nur auf den Impfstoff. Und das war nicht, das war nicht das einzige Verbrechen, das behauptet wurde. Es war ein größeres Verbrechen. Die Met-Polizei gab also eine meiner Ansicht nach irreführende Erklärung ab, in der sie sagte, dass sie Vorwürfen der Unterdrückung von Informationen über den Impfstoff nachgegangen sei, außer dass keine Verbrechen begangen worden seien. Aber die Strafanzeige ging weit darüber hinaus.


Wir befinden uns also im Moment in einer ziemlich unglücklichen Situation, in der wir uns bei der unabhängigen Stelle oder dem Ombudsmann für Polizeibeschwerden darüber beschweren, dass die Polizei dies nicht ordnungsgemäß untersucht hat, und meine eigene Analyse der Situation lautet, dass wir die Polizei waren Die Interaktion mit wollte es untersuchen, aber die Polizei an der Spitze der Organisation tat es nicht und zerquetschte es. Das ist meine eigene Interpretation der Situation.


Und so haben wir jetzt eine Beschwerde beim Büro, das die Polizei reguliert, wegen des Versäumnisses, Nachforschungen anzustellen, eingereicht, aber die Met-Polizei gab gemischte Botschaften, denn als wir sie besuchten, gingen wir sie am 20. Dezember besuchen , 28. Januar, 12. Februar aus dem Kopf, und bei diesen beiden Gelegenheiten, am 28. Januar, nahmen wir einen Zeugen auf, der eigentlich ein sehr erfahrener Journalist ist. Sie rundete 9/11. Aber sie hatte HCQ in den letzten 15 Jahren auch wegen einer chronischen Erkrankung, die sie hatte, verwendet.


Und was wir am 28. Januar zur Polizei gingen, – ich habe die Daten richtig _, war Folgendes: dass vor der Genesungsstudie 2400 mg verwendet wurden, eine Standardbehandlung bei dieser Studie, sagte ein Augenzeuge als häufiger Benutzer von HCQ, wenn Sie ihr 2400 mg gegeben hätten, wäre sie ins Krankenhaus eingeliefert worden, weil die Standarddosis zwischen 200 und 400 liegt.


Dennoch erhielten Patienten in dieser Studie in den ersten 24 Stunden eine Dosis von 2400 und natürlich wurde die Studie abgebrochen, weil sie zu viele Patienten tötete, aber das ist nicht überraschend, wenn Sie das 8- bis 10-fache der normalen Dosis geben. Und nicht nur das, wir hatten Beweise dafür, dass die beiden Hauptforscher dieser Studie gewarnt worden waren, dass 2400 mg im Studienprotokoll eine zu hohe Dosis seien. Und ich denke, sie wurden auch gewarnt, dass der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von HCQ und Zink der frühe Beginn der Krankheit ist, nicht wenn die Krankheit fortgeschritten ist. Also wir, unsere Behauptung war, dass die Studie im Grunde fehlerhaft war, indem sie den Patienten im falschen Krankheitsstadium verabreicht wurde, als ihre Organe entzündet waren und es ein entzündungshemmendes Mittel war, und auch auf der falschen Ebene dosiert wurde.


Wir brachten einen Zeugen mit und die Polizei nahm alle Details auf. Wir gaben ihr auch, angesichts der Polizei, Tess Lawries Beweise in Bezug auf Ivermectin und ihren Austausch mit, ich glaube, es ist Andrew Hill, [unverständlich] im Video, und wir haben gerade gesagt, ist das kein Zufall. Es gibt zu viele Konkurrenten, wenn Sie so wollen, dass HCQ und Zink und Ivermectin beide nicht empfohlen wurden, aber es sieht so aus, als wären sie zum Scheitern verurteilt. Angesichts des Versuchsprotokolls von HCQ und Zink und angesichts dessen, was Professor Hill zu Tess Lawrie sagte, wo er sich angeblich eingerichtet hatte, ich habe das Video gesehen, geriet er unter Druck von den Sponsoren und als ich es mir ansah, beides HCQ Sowohl der Prozess als auch die Nichtempfehlung von Ivermectin hatten indirekt gemeinsame Sponsoren, nämlich die Bill and Melinda Gates Foundation. Natürlich, diese Stiftung über ihre Treuhänder, die von der Impfung profitierten, weil Bill Gates aktenkundig sagte, dass er eine 20-fache Rendite anstrebt … 20-fache Rendite auf Impfstoffinvestitionen. Doch seine Grundlage schien, entweder indirekt oder direkt,


Also für den Neutralen, wie ich selbst, habe ich dort etwas gesehen, das die Polizei untersuchen sollte, ob privates Geld mit einem persönlichen Interesse das Ergebnis der Ausschaltung von HCQ und Ivermectin und zum Nachteil der öffentlichen Gesundheit beeinflusst hatte. Denn selbst wenn Sie denken, dass Ivermectin ein falscher Entwickler ist und HCQ schädlich ist, hätten bestimmte Stationen, Bürger, Einzelpersonen meiner Meinung nach hier die Wahl zwischen diesen Medikamenten haben sollen, die es seit '94 und 1968 gibt oder dieser neue glänzende Impfstoff mit einer neuartigen experimentellen Wirkungsweise.


Und das ist teilweise ein informierter Zustimmungsprozess, bei dem Einzelpersonen angeboten werden sollten oder eine Diskussion darüber führen sollten, welche Alternativen es zu der angebotenen Behandlung gibt. Aber ich denke, gleichzeitig in Kanada und Amerika und auf der ganzen Welt hatten viele Menschen keinen Zugang zu HCQ und hatten keinen Zugang zu IVM, und ich denke … oder Ivermectin, und ich denke in Südafrika sicherlich, in Amerika gab es Gerichtsverfahren, in denen die Gerichte die Verwendung von Ivermectin angeordnet haben und Menschen buchstäblich von ihren Betten auf der Intensivstation gekommen sind.


Und ich denke, es gibt einige Länder in Europa, vielleicht Slowenien oder die Tschechische Republik, die Ivermectin verwenden. Und ich habe das mit Tess Lawrie besprochen, sie sagte, schauen Sie sich die Daten in Peru an, wo sie Ivermectin bis, glaube ich, Oktober – November 21 verwendeten, und zwar mit großer Wirkung … doch in Peru, als der Präsident wechselte, machten sie weiter eine Impfstoffeinführung, die sich dann als erfolgreich erwies. Ich denke, was dies einem Laien wie mir veranschaulicht, ist, dass, wenn Sie den großen Pharmaunternehmen das Recht geben, ihre eigene Prüfung festzulegen, ihre eigene Prüfung zu bewerten, ihre eigene Prüfung zu moderieren und so die Regulierungsbehörde zu sein, dass sie die Prüfung bestehen, das Sie verlassen sich wirklich auf den guten Glauben der großen Pharmaunternehmen, ehrlich und zuverlässig zu bleiben, und sie sind aufgezeichnete Daten. Ich denke, wenn Sie sich sicherlich eine Firma ansehen, die durch ihre Vorstrafen erwischt wurde.

Also, ja, ich habe ein bisschen abgelenkt, also gingen wir am 28. Januar zur Met Police, nur um die unterdrückten Alternativen durchzugehen, und ich glaube, am 12. Februar gingen wir zur Polizei, weil über Tess Lawrie , wir haben ein Fläschchen oder Vill, wie auch immer Sie es aussprechen, mit Impfstoff, ich glaube, es war Pfizer (oder) AstraZeneca – ich glaube, es war Pfizer – analysiert und es hatte, es enthielt Substanzen, die nicht auf der Verpackung standen, und was mit Ergebnissen der Universität Almeria und anderen Orten in Spanien zusammenhängt, Graphen, ich glaube, es war Graphenoxid oder so etwas im Impfstoff. Also haben wir das zur Polizei gebracht. Und als wir das zur Polizei zurückbrachten, sagten sie in der Datenbank, dass sie über 70 Seiten mit Notizen und Ermittlungen haben.


GR: Nun, Sie sagten, Sie hätten eine Charge davon in ein Labor gebracht und sie dann analysieren lassen?


PH:Das war nicht ich. Es war Dr. Tess Lawrie. Wir waren an der Peripherie mit Dr. White involviert. Er ließ die Charge analysieren, und sie enthielt Graphen und, aus dem Gedächtnis, Graphen … Ich bin kein wissenschaftlicher Kopf, aber es waren Substanzen drin, die nicht auf dem Etikett standen. Also haben wir das zur Polizei gebracht und wir haben es auch an MI5 geschickt, das ist unser Militärgeheimdienst, und ein ehemaliger Agent des MI5 hat es auch dem Militärgeheimdienst übergeben oder es per E-Mail geschickt. Und was wir verstehen, habe ich keine Möglichkeit, es zu bestätigen,


GR: Nun, ich frage mich nur, ob es eine Menge Faktenchecks in den Mainstream-Medien gegeben hat? Sie sagen, dass es nicht bewiesen ist, dass es Graphen gibt, dass dies eine Mythologie ist, und sprechen auch darüber, dass eine Kriminalitätsnummer nicht unbedingt bedeutet, dass sie überhaupt ermitteln, nur weil Sie eine Kriminalitätsnummer haben. Was sagst du dazu?


PH: Okay, also zu den Faktenchecks, die Faktenchecks gibt es im Grunde, sie werden von großen Unternehmen durchgeführt, aber ich habe Assoziationen mit großen Unternehmen und mit dem WEF. Aber ... wenn Sie sich die kenianischen katholischen Ärzte im Jahr 2015 ansehen, sie nahmen eine Probe von, ich kann mich nicht erinnern, was der Impfstoff war, und ließen ihn analysieren, und sie sagten, dass darin Substanzen gegen die Fruchtbarkeit enthalten waren. Natürlich, das kam Damals wurden die Fakten überprüft, und entschuldigen Sie das LAN – ich weiß nicht, ob Sie diesen Ausdruck in Kanada haben, aber er wurde von den Faktenprüfern verpatzt, eine Menge Müll, natürlich hat er keine Anti-Fruchtbarkeit Substanzen in. Aber das letzte Mal, als ich mir das ansah, gab es ein Problem mit der Fruchtbarkeit von Frauen in Kenia, und ich denke, dass etwa 900.000 Frauen unfruchtbar waren.


Sie haben also – ich denke, das ist das Problem bei SARS COV. Jeder ist auf der Suche nach zuverlässigen Informationen. Und weil Sie das haben, was die Mainstream-Medien aus meiner Sicht herausbringen, keine streng ausgewogene Version der Ereignisse, und dann haben Sie die unabhängigen Medien, die wahrscheinlich eine ausgewogenere Version der Ereignisse veröffentlichen, und dann haben Sie die Faktenprüfer in der Mitte als Schiedsrichter. Und ich weiß, dass ich selbst von Full Fact auf Fakten überprüft wurde, aber als sie mich auf Fakten überprüften, war einiges von dem, was sie sagten, sachlich falsch.


Sie sagten also, wir seien am 20. Dezember zur Polizeiwache gegangen und hätten eine große Anzahl von Dokumenten abgegeben. Das ist sachlich falsch. Aber wenn Sie zu Full Facts gehen, ist das passiert, aber ich war dort. Full Facts bestreiten also meine gelebte Erfahrung, das heißt, wir gingen hinein und alles, was wir ihnen gaben, war ein Blatt Papier mit einer Liste von Sachverständigen, Professor Bhakdi, Dr. McCullough, Dr. Ardis, Dr. Pierre Kory, Robert F Kennedy Jr., all diese Leute haben zugestimmt, Zeugen bei der Polizei zu sein, wir hatten sie auf einem Blatt Papier, also wie können das Hunderte von Seiten von Dokumenten sein? Aber wenn Sie zu den Faktenprüfern gehen, ist das die Tatsachenaufzeichnung, und diese Tatsachenaufzeichnung stimmt nicht mit dem überein, was passiert ist.


Und als wir am 20. zur Polizei von Hammersmith gingen, sagten sie uns, wir sollten keine Dokumente mitbringen, weil CID sie verlieren würde. Deshalb haben sie uns eine Dokumenten-Upload-Möglichkeit gegeben, die übrigens noch offen ist. Also, Sie haben Recht, Faktenprüfer entscheiden über sachliche Streitigkeiten, aber wie bei jedem Schiedsrichter, egal was der Schiedsrichter auch beurteilt, werden die Leute, die auch beurteilt werden, immer sagen, dass der Schiedsrichter voreingenommen ist. Und das ist fast die Natur des Schiedsrichters, denn wenn Sie gegensätzliche Ansichten haben und der Faktencheck auf einer Seite ankommt, wird die andere Seite sagen, dass sie voreingenommen ist.


Also setze ich nicht zu viel auf Faktenprüfer in Bezug auf die Polizei, die sagt, dass sie nicht ermittelt, das stimmt nicht mit meiner gelebten Erfahrung überein. Denn am 20. Dezember wurde uns gesagt, dass sie Nachforschungen anstellen würden.


Mark Sexton ging am 5. Januar hinein und ihm wurde gesagt, dass sie Ermittlungen durchführen, es ist eine große Ermittlung, dass sie externe Ressourcen benötigen.


Am 28. Januar ging ich mit anderen hinein und uns wurde gesagt, dass sie Nachforschungen anstellten.


Am 12. Februar gingen wir hinein und sie sagten, sie würden Nachforschungen anstellen.

Und dann ist es entweder der 14. Februar oder der 22. Februar, an dem die Met sagte, sie würden die Unterdrückung von Informationen über die Sicherheit von Impfstoffen nicht untersuchen. Und das hat für mich das von uns behauptete Verbrechen eingegrenzt und war selbst irreführend. Meine eigene Analyse lautet also, dass die Spitze der Polizei keine Ermittlungen durchführen wollte, und die Leute, mit denen wir sprachen, sahen, dass es Gründe für eine Untersuchung gab .


GR: Was sich interessant anhört … Lassen Sie einen Richter entscheiden, anstatt nur in einen typischen Gerichtsprozess einzugreifen. Aber ich denke, wir sind am Ende unserer Zeit, Mr. Hyland. Ich danke dir sehr. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie sich die Zeit nehmen, mit uns zu sprechen. Danke noch einmal.


PH: Okay, kein Problem. Vielen Dank.


Die  Global Research News Hour  wird jeden Freitag um 13 Uhr CT auf  CKUW 95.9FM  von der University of Winnipeg ausgestrahlt. Das Programm ist auch als Podcast auf  globalresearch.ca verfügbar  .

Andere Sender, die die Show ausstrahlen:

CIXX 106.9 FM, ausgestrahlt vom Fanshawe College in London, Ontario. Es wird sonntags um 6 Uhr ausgestrahlt.


WZBC 90.3 FM in Newton Massachusetts ist Boston College Radio und sendet in den Großraum Boston. Die Global Research News Hour wird während Truth and Justice Radio ausgestrahlt, die am Sonntag um 6 Uhr morgens beginnt.


Das Campus- und Community-Radio  CFMH 107.3fm  in Saint John, NB, strahlt freitags um 19 Uhr die Global Research News Hour aus.


CJMP 90.1 FM, Powell River Community Radio, strahlt jeden Samstag um 8:00 Uhr die Global Research News Hour aus.


Caper Radio CJBU 107.3FM in Sydney,  Cape Breton , Nova Scotia strahlt die Global Research News Hour ab Mittwochnachmittag von 15 bis 16 Uhr aus.


Cowichan Valley Community Radio CICV 98,7 FM  , das das  Cowichan Lake  -Gebiet auf Vancouver Island, BC, bedient, strahlt das Programm donnerstags um 9 Uhr pazifischer Zeit aus.


Anmerkungen:

  1. https://www.facebook.com/mark.sexton.10 (25. Mai 2022)
  2.  ebenda
  3. ebenda


Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

Copyright © Philip Hyland und Michael Welch , Global Research, 2022


Info: https://www.globalresearch.ca/video-effort-to-stop-the-vaccine-and-prosecute-the-perpetrators-the-case-of-lawyer-philip-hyland/5783109

14.06.2022

Nein!

nachdenkseiten.de, 13. Juni 2022 um 10:12 Ein Artikel, Ein Kommentar von Michael Fitz

Wer Nein sagt, verliert Freunde, verliert Kollegen, zerstreitet sich auch hier und da hoffnungslos mit der eigenen Familie und steht am Ende, zumindest auf den ersten Blick, ziemlich allein da. So zumindest das Narrativ. Neinsagen macht einsam und ich gebe zu, dass ich beinah mein ganzes bisheriges Leben damit verbracht habe, das Neinsagen zu lernen und immer noch daran arbeite.


Aber im Grunde ist es eine gute Zeit, um Neinsagen zu üben.

Zugegeben. Neinsagen ist keine leichte Übung. Allein eine Meinung konträr zum Mainstream zu vertreten, hat Folgen.


Wer das in diesen Tagen tut, wird vorzugsweise auf Twitter und gerne auch von den Leitmedien mit Dreck beworfen. Dem- oder Derjenigen wird mit allerlei Bösartigkeiten seine/ihre fachliche und moralische Kompetenz abgesprochen und man kann im Grunde darauf warten, dass dieses widerliche Gehetze unter die Gürtellinie auch beim Arbeitgeber Wirkung zeigt und so jemand letztlich seinen Job und Broterwerb verliert, zumindest einen wichtigen Teil davon. Das hatten wir ja schon des Öfteren. Das funktioniert immer gleich. Weil Twitter ja so praktisch voraussetzt, dass man sich kurz fasst, nimmt man eben nur einen Teil der Aussage oder Äußerung einer Person, reißt sie aus dem Zusammenhang und verdreht sie entsprechend. Besonders beliebt ist das Framing in die rechte Ecke und wenn es sein muss auch der Antisemitismus-Vorwurf, egal wie konstruiert und abwegig der auch sein mag. Gesagt ist gesagt und re-tweeten kann man so oft, bis es auch wirklich alle mitgekriegt haben. Das Ganze gespickt mit wohlfeiler Empörung.


Interessant, dass auf Twitter selten jemand wirklich Argumente zur Verfügung hat. Unter Rappern nennt man diese Form der Bösartigkeit „Dissen“. Auch interessant, dass man dem Opfer noch nicht einmal zuhört , sondern ihn oder sie vorsorglich aus dem Diskurs ausschließt. Das ist, als ob alle Anderen über einen herziehen und zwar so laut, dass man es mitkriegt, aber nicht mitreden darf. Erinnert eher an Schulhof als an erwachsene Menschen mit akademischer Bildung.


Wer Nein sagt, verliert Freunde, verliert Kollegen, zerstreitet sich auch hie und da hoffnungslos mit der eigenen Familie und steht am Ende, zumindest auf den ersten Blick, ziemlich allein da. So zumindest das Narrativ. Neinsagen macht einsam und ich gebe zu, dass ich beinah mein ganzes bisheriges Leben damit verbracht habe, das Neinsagen zu lernen und immer noch daran arbeite.


Aber im Grunde ist es eine gute Zeit, um Neinsagen zu üben. Vielleicht fange ich einfach mal an:

Nein, Herr Professor Linden, ich gehöre nicht zu den von Ihnen definierten Fundamental-System-Kritikern, bin weder Corona-Leugner noch Querdenker und auch nicht radikal. Ich komme nicht aus der rechten Ecke und habe mich auch von niemandem aufhetzen lassen. Sie haben mich vielleicht in Ihrem Blick durch Ihr wissenschaftliches Vergrößerungsglas, der dem Blick eines Forschers auf ein Insekt unangenehm gleicht, wohl offenbar übersehen. Ja gut, passiert mir öfter, aber vielleicht sollten Sie die Grundvoraussetzungen für Ihre spannenden Untersuchungen und Einordnungsversuche einfach mal überdenken? Vielleicht weniger Framing und noch weniger Schablonen? Wissen Sie, die Welt ist nämlich bunt und ausgesprochen vielfältig. Vor allem der Mensch an sich … das Individuum!


Im Grunde, jeder ist anders und denkt, wenn er das denn tut, möglicherweise gar nicht in den Schubladen, die Sie öffnen oder sich an Ihrem Schreibtisch zurechtbasteln! Vielleicht ist Ihnen das noch nicht aufgefallen…? Und Nein, ich bin mit vielem, was in diesem Land derzeit geschieht, nicht einverstanden, da bin ich nicht der Einzige und dazu habe ich auch allen Grund. Ich war schon immer jemand, der angebliche Fakten, die allzu schnell als absolute Wahrheit einbetoniert wurden und werden, gerne hinterfragt. Das ist in der heutigen Medienlandschaft zwar möglich, aber es wird derzeit alles getan, um den Meinungskorridor weiter zu verengen und kritischen Geistern gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, angebliche Tatsachen oder Mainstream-Meinungen öffentlich zumindest infrage zu stellen. Genau das scheint wohl auch Ihr Bestreben zu sein, wenn Sie mit Etiketten wie Querdenker, rechte Gesinnung, Antisemitismus und anderen arg verunglimpfenden und an der Wahrheit vorbei gehenden, relativ schnell aus dem Hut gezauberten Bezeichnungen hantieren. Da sind Sie beileibe nicht allein … leider.


Nein, Herr Dr. Lauterbach! Wenn die bisherigen Corona-Maßnahmen nicht wissenschaftlich von einer wirklich unabhängigen Kommission aus Experten aller erforderlichen Fachbereiche und zeitnah – und zwar vor dem Lostreten einer neuerlichen Maßnahmenorgie der Exekutive – evaluiert und anhand von vorliegenden oder zu erhebenden Fakten und Daten präzise auf ihre Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit überprüft werden, wenn nicht endlich verlässliche Zahlen auf dem Tisch liegen, werde ich weitere Maßnahmen, die lediglich auf Annahmen und Spekulationen beruhen und somit gegen das von Ihnen maßgeblich gestaltete und mit verabschiedete neue Infektionsschutzgesetz eklatant verstoßen, weder mittragen noch akzeptieren.


Es besteht im Augenblick definitiv keine pandemische Notlage nationaler Tragweite. Schlimm genug, dass Sie uns für den Herbst schon wieder Angst machen und mit unseren Steuergeldern, auch mit meinem bescheidenen Anteil daran, bereits millionenfach Impfdosen eingekauft haben und immer noch einkaufen, die womöglich niemand braucht und auch keiner mehr haben will. Impfstoffe, die, wie sich anhand der inzwischen vorliegenden Informationen zeigt, weder so wirksam noch so harmlos sind, wie von Ihnen und Ihren Freunden von der Pharma-Industrie behauptet. Abgesehen davon gibt es nach wie vor keine streng wissenschaftliche und evidenzbasierte Untersuchung zum Ursprung der Pandemie und zur Herkunft des Sars-COV2-Virus.


Nein, Frau Strack-Zimmermann, seien Sie mir nicht böse. Sie und Ihre Funktion waren mir bisher kaum geläufig. Aber Jemand, der nach einer solch’ unterirdischen „Diskussion“ wie in der Talkshow „Lanz“ vom 2.6.2022, in der man Frau Guerot, die bekanntermaßen eine eigene, nicht regierungs- oder US-konforme Meinung vertritt, weder ausreden noch überhaupt zu Wort kommen ließ, auch noch auf Twitter mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten der Delinquentin quasi nachtritt, kann ich weder als Politikerin noch als Mensch gut finden oder gar ernst nehmen. Ich habe auf Twitter diverse Statements von Ihnen gefunden, die das Ihrer politischen Arbeit und Ihren Bestrebungen zugrunde liegende Weltbild sehr deutlich machen. Man könnte angesichts dessen auch annehmen, dass Sie eine Lobbyistin oder zumindest eine Parteigängerin der Rüstungsindustrie sind. Deshalb sitzen Sie, ja sicher nicht nur aus Leidenschaft, im Verteidigungsausschuss, der den Rahmen dieser Bezeichnung inzwischen längst gesprengt hat. Wie kämen Sie denn sonst auf die absurde Idee, dass man Freiheit und Demokratie – wenn man das politische System in der Ukraine überhaupt so bezeichnen kann – mit noch mehr und noch schwereren Waffen tatsächlich verteidigen kann? Vielleicht aufgrund der Erfahrungen am Hindukusch oder in Syrien? Sie stützen mit Ihrem Waffenwahn das Regime von Selenskji. Und wenn der ein freiheitsliebender Demokrat ist, dem es nur um den Schutz seines geplagten Volkes geht, dann bin ich ab sofort Brad Pitt. Wen möchten Sie denn außer sich selbst noch anlügen?


Das tönt eher nach der sattsam bekannten Parole „Wir bringen Freiheit und Demokratie!“, mit der die USA ihre teils völkerrechtswidrigen Angriffskriege, meist auf der Basis von unwahren Behauptungen, in den letzten 20 Jahren vom Zaun gebrochen haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde, dieser Krieg muss , schon im Interesse der gesamten ukrainischen Zivilbevölkerung, ein Drittel spricht übrigens Russisch, möglichst schnell beendet werden. Mit immer mehr Waffen wird das nicht gehen, sondern ausschließlich mit ergebnisoffenen Verhandlungen, soviel lehrt uns zumindest die Geschichte. Wenn Sie und Herr Pleitgen Frau Guerot hätten ausreden lassen, wüssten Sie und vor allem die Zuschauer jetzt mehr über den geschichtlichen Hintergrund dieses Krieges. Das war wohl nicht in Ihrem Interesse und auch nicht die Absicht des Moderators. Apropos …


Nein, Herr Lanz. Ein Moderator, der den eigenen intellektuellen Bankrott ja schon mehrfach öffentlich vorgeführt hat – ich verweise hier auf ihren kläglich gescheiterten Versuch, Frau Wagenknecht mal eben mit ein paar anwesenden Stichwortgebern in Ihrer Sendung höchstselbst argumentativ fertig zu machen.


Dass Sie sich nun ausgerechnet gegenüber Frau Guerot, die Sie bzw. Ihre Redaktion wohl zum Zweck der öffentlichen Bloßstellung eingeladen haben, zum moralinsauren Chef-Ankläger aufmandeln, kann ich leider auch nicht ernst nehmen. Wenn Sie schon dermaßen aus der Moderatoren-Rolle fallen und zum Angriff übergehen, Ihrem Gast zwar Fragen stellen, auf die Sie offenbar dann keine Antwort hören wollen, weil Sie der Dame permanent über den Mund fahren, dann sollten Sie zumindest gute Argumente mitbringen und nicht nur schlecht gespielte Empörung. Das war, gelinde gesagt, ein Tiefpunkt des öffentlich-rechtlichen Fernseh-Journalismus.

Dann laden Sie doch einfach nur noch Leute ein, denen Sie intellektuell gewachsen sind und die Sie leichter aufs Rad spannen können. Das mit dem Nachtreten auf Twitter gilt natürlich auch für Sie, wie ich finde, leider!


Nein, Frau Roth, nein, Herr Söder, nein, Herr Lindner, und auch: nein, Herr Aiwanger. Wenn Sie glauben, dass Sie mit einer (wie oben im Kapitel Lauterbach bereits beschriebenen) auf Annahmen und Befürchtungen basierenden Maßnahmenpolitik im kommenden Herbst der deutschen Veranstaltungsbranche und Kleinkunstszene nun endgültig den Rest geben und uns, die Betroffenen, dann ein weiteres Mal mit staatlichen Almosen abspeisen können und damit vor allem die Gilde der Steuerberater unterstützen, täuschen Sie sich. Wenn ohne präzise, zeitnahe und faktenbasierte Evaluierung der bisherigen CORONA-Maßnahmen-Politik im Herbst 2022 wiederum eine inzwischen nicht mehr existente Pandemie mit Zugangsbeschränkungen, Maskenzwang, 2G- oder 2G+-Regelungen und ähnlichen Folterinstrumenten an ihrer Ausbreitung gehindert werden soll und Sie uns einmal mehr und ohne stichhaltige Gründe unseres Publikums und unserer Auftrittsmöglichkeiten und somit unseres Verdienstes berauben, müssen Sie mit Konsequenzen rechnen. Dann werden Sie unsere Ausfälle für inzwischen drei- bis viermal verschobene Konzerte und Veranstaltungen zu bezahlen haben. Ich würde einen Hilfsfond von 10 Milliarden veranschlagen, macht sich doch im Vergleich zu einem Fond für Rüstungsausgaben von 100 Milliarden sehr bescheiden aus, nicht wahr? Das Mindeste wäre doch, das von Ihnen so brav mit abgenickte neue Infektionsschutzgesetz zu befolgen. Ich kann und will mir nur sehr schwer vorstellen, dass Sie so abgehoben und realitätsfern sind, das nicht einzukalkulieren.


Nein, ich werde angesichts der derzeitigen Faktenlage keine Konzerte mehr unter 2G- oder 2G+-Regelung spielen. Da die RMNA-Impfstoffe nach den nunmehr vorliegenden Erkenntnissen zwar u.U. vor einem schweren Verlauf schützen, aber weder den Geimpften immun machen noch die Ansteckung Dritter verhindern, würde ich – wenn überhaupt – empfehlen, alle Konzertbesucher und, wenn es sein muss, auch die Künstler unabhängig von ihrem Impfstatus vor jedem Gastspiel zu testen.


Das wäre Integration und so etwas wie eine Wiedergutmachung für die 20 bis 30% teilweise massiv ausgegrenzten Ungeimpften, die dann am kulturellen Leben auch endlich wieder teilhaben könnten.


Das mögen Sie für nicht vergleichbar halten, aber in Dänemark ist die Pandemie seit Monaten Geschichte und kein Mensch interessiert sich mehr für den Impfstatus… das ginge ganz einfach, wenn man denn wollte!


Ich habe in den vergangenen zwei Jahren, wie viele andere Künstler und Kulturschaffende auch, zum geringsten Teil von den dürftigen staatlichen Almosen gelebt, hauptsächlich aber von meiner Altersversorgung, und werde nicht schweigend und ohne Gegenwehr zuschauen, wie sie einen nicht unbeträchtlichen Teil des Mittelstandes, nämlich Einzelunternehmer und Solo-Selbstständige, in einer Branche, die vor CORONA den dritthöchsten Beitrag zum Bruttosozialprodukt dieses Landes erwirtschaftet hat, grundlos und fahrlässig ruinieren.


Nein, Herr Habeck, und nein, Frau Baerbock, ich werde auch Ihnen – den „young european leaders“ von Klaus Schwabs Gnaden und den Sie darin kräftigst unterstützenden sogenannten Leitmedien – nicht sprach- und tatenlos zusehen, wie Sie dieses Land auf Kosten der Steuerzahler zum Erfüllungsgehilfen geostrategischer Interessen der USA und der NATO machen und damit die heimische Wirtschaft, nicht nur den Mittelstand, durch eine völlig überzogene Sanktionspolitik gegenüber Russland in noch gar nicht übersehbarem Ausmaß weiterhin gegen die Wand fahren. Ich kann Sie nur dringend auffordern, das Drehen an der Kriegs- und Aufrüstungsschraube zu beenden bzw. möglichst gar nicht erst damit zu beginnen, um unser aller Willen. Immerhin haben Sie einen Amtseid geleistet, dessen Wortlaut Sie hoffentlich noch kennen. Da ist meines Wissens keine Rede von der Pflicht zur Umsetzung US-amerikanischer Interessen. Und Nein, für Sie werde ich im Winter nicht frieren. Schlimm genug, dass Sie noch nicht mal in der Lage sind, die grenzenlose Gier von Ölkonzernen zur Entlastung der eigenen Bürger im Zaum zu halten.


Ich werde auch nicht tatenlos zusehen, wie Sie unsere inzwischen durch CORONA-Maßnahmen psychisch wie physisch arg geplagten Kinder und Kindeskinder bis über beide Ohren verschulden, nur um den militärisch-wirtschaftlichen Komplex der USA und die heimische Rüstungsindustrie zu subventionieren. Wer, glauben Sie, zahlt denn die Zeche für Ihre kriegsgeilen Abenteuer und den ganzen Maßnahmenwahnsinn? So abgehoben können Sie doch nicht sein … oder vielleicht doch?


Und JA, ich wünsche allen Amtsträgern, die ich hier genannt habe, und ihren ebenso verantwortlichen Vorgängern von Herzen, dass sie für das, was sie derzeit anrichten, eines Tages geradestehen müssen und zur Verantwortung gezogen werden. Als unverbesserlicher Optimist bin ich ganz sicher, dieser Tag wird kommen! Hoffentlich erlebe ich den noch.


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=84763

14.06.2022

MKUltra: Wie die CIA geheime LSD-Experimente an ahnungslosen Bürgern durchführte

test.rtde.tech, vom 11 Juni 2022 22:44 Uhr, Eine Recherche von Anastasia Safronowa

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Forschung der US-Geheimdienste darüber, wie man Kontrolle über den Verstand einer Person erlangen kann, zu einer ihrer Hauptbeschäftigungen. Das jahrzehntelang durchgeführte Programm namens MKUltra führte diese "Untersuchungen" auch an ahnungslosen Bürgern aus. 


MKUltra: Wie die CIA geheime LSD-Experimente an ahnungslosen Bürgern durchführte

Zitat: In den endlosen Kriegen der Spione wurde die Vorstellung, man könne jemanden während eines Verhörs dazu bringen, die volle Wahrheit zu auszusagen – oder gar die Persönlichkeit einer Person vollständig umprogrammieren und ihr eine andere, vielleicht eine kontrollierte überzustülpen –, für Geheimdienste ein attraktives Forschungsfeld. Ein ehemaliger Beamter des US-Außenministeriums namens John Marks veröffentlichte 1979 ein Buch mit dem Titel "The Search for the Manchurian Candidate" (Die Suche nach dem Mandschurischen Kandidat), das sich mit Experimenten zur Gedankenkontrolle der CIA befasste und auf Akten dieser Behörde basiert, die erst gemäß dem US-Gesetz zur Informationsfreiheit veröffentlicht worden waren.


Gift, Mord, Drogen und Gedankenkontrollforschung – die CIA, ihr Projekt MK Ultra und Nazi-Forscher





Gift, Mord, Drogen und Gedankenkontrollforschung – die CIA, ihr Projekt MK Ultra und Nazi-Forscher





Der Begriff "Mandschurischer Kandidat" entstand aus dem Titel eines Romans von Richard Condon, der erstmals 1959 veröffentlicht wurde und die Geschichte eines US-Soldaten erzählt, der einer Gehirnwäsche unterzogen und von den "Kommunisten in Nordkorea" in einen Attentäter verwandelt wurde. Damals grassierte die Befürchtung, dass die Rivalen der USA solche Techniken anwenden könnten, und zwar nicht nur als eine fiktive Fantasie, sondern als eine Angelegenheit, die ernste Besorgnis auslöste. John Marks beschreibt es in seinem Buch folgendermaßen:


"Im Jahr 1947 ging aus dem Gesetz zur Nationalen Sicherheit nicht nur die CIA hervor, sondern auch der Nationale Sicherheitsrat – zusammengefasst die eigentliche Kommandostruktur für den Kalten Krieg. Die Leiter des Büros für Strategische Sicherheit aus den Zeiten des Zweiten Weltkrieges, wie William Donovan und Allen Dulles, setzten sich fieberhaft für dieses Gesetz ein.


Beamte innerhalb dieser neuen Kommandostruktur setzten in der Folge ihre Ängste und ihre grandiosen Vorstellungen bald in die Tat um. Als Reaktion auf die wahrgenommene Bedrohung nahmen sie eine rücksichtslose und bellizistische Haltung gegenüber jedem ein, den sie als Feind betrachteten – insbesondere gegenüber der Sowjetunion. Sie haben es auf sich genommen, den Kommunismus und jene Dinge zu bekämpfen, die überall auf der Welt zum Kommunismus führen könnten."

 

Defensive Ausrichtung wird zweitrangig

Im Jahr 1975 untersuchte ein Ausschuss des US-Senats unter dem Vorsitz vom Frank Church, einem Senator der Demokratischen Partei aus Idaho, Missbräuche durch den Geheimdienst, die möglicherweise in der Vergangenheit begangen wurden. Dies war Teil des sogenannten "Jahres der Geheimdienste", in dem eine Reihe von Untersuchungen von Geheimdienstoperationen durchgeführt wurde, die "illegale, unangemessene oder unethische Aktivitäten" umfassten, wie es in der Resolution zur Einrichtung des Ausschusses hieß.


Tatsächlich gab es für die US-Öffentlichkeit gute Gründe, die Methoden "ihrer" Geheimdienste infrage zu stellen. Nach dem Watergate-Skandal wurde bekannt, dass die CIA eine direkte Rolle bei allem spielte, was da vor sich gegangen war. Im Artikel der New York Times über die Vorgänge rund um den Watergate-Skandal beschrieb der Journalist Seymour Hersh Operationen anderer Geheimdienste, die gegen amerikanische Bürger gerichtet waren. Die CIA selbst hat die Dokumente zu diesem Thema erst im Jahr 2007 veröffentlicht.


Der Ausschuss rund um Senator Church bekamen also ziemlich viel zu tun. Die Mitglieder hielten 126 Ausschusssitzungen und 40 Anhörungen in Unterausschüssen ab und befragten rund 800 Zeugen. Nachdem der Ausschuss 110.000 Dokumente durchforscht hatte, veröffentlichte er im April 1976 seinen Abschlussbericht und gab zudem auch ein Dokument mit dem Titel "Mutmaßliche Attentatspläne gegen ausländische Staatsoberhäupter" heraus, in dem detailliert Pläne der Geheimdienste beschrieben wurden, bei denen mehrere hochrangige Persönlichkeiten wie Patrice Lumumba und Fidel Castro ermordet werden sollten [Patrice Lumumba wurde tatsächlich 1961 ermordet].


"Explodierende Muscheln" und "akustische Kätzchen" – Neue Dokumente belegen bizarre CIA-Methoden





"Explodierende Muscheln" und "akustische Kätzchen" – Neue Dokumente belegen bizarre CIA-Methoden





Der Abschlussbericht enthält ein umfangreiches Kapitel, das dem Einsatz chemischer und biologischer Kampfstoffe durch die Geheimdienste gewidmet ist. "Befürchtungen, dass Länder, die den Vereinigten Staaten feindlich gesinnt sind, chemische und biologische Kampfstoffe gegen Amerikaner oder Amerikas Verbündete einsetzen könnten, führten zur Entwicklung eines Verteidigungsprogramms, das darauf abzielt, Techniken für amerikanische Geheimdienste zu erforschen, um chemische und biologische Kampfstoffe aufzuspüren und ihnen entgegenzuwirken", heißt es im Bericht. Es wurde aber erkennbar, dass aus der Verteidigung bald eine Offensive wurde.


Im Bericht steht weiter, dass diese Programme so heikel waren, dass "sogar innerhalb der Behörde selbst nur wenige Leute von ihrer Existenz wussten" und "es keine Hinweise dafür gibt, dass entweder die Exekutive oder der Kongress jemals darüber informiert wurden". Als Folge dieser Programme erlitten Dutzende von Menschen körperliche Schäden und mindestens zwei Menschen starben nachweislich in der Folge von solchen Experimenten.


Ein düsteres Beispiel dafür ist der Fall des amerikanischen Tennisspielers Harold Blauer. 1952 ging er freiwillig in das Psychiatrische Institut des Staates New York, weil er an Depressionen litt, die durch seine Ehescheidung noch verstärkt wurden. Das Institut hatte einen geheimen Vertrag mit der Armee zur Erforschung potenzieller chemischer Kampfstoffe.


Als Teil eines Experiments, von dem er jedoch nichts wusste, erhielt Blauer eine Reihe von Derivaten einer psychedelischen Substanz namens Mescalin und verstarb in der Folge daran. 1987 entschied ein US-Gericht, dass die Regierung ihre Rolle beim Tod dieses Mannes vertuscht hätte. Ein Richter forderte die Regierung auf, den Hinterbliebenen von Harold Blauer als Entschädigung 700.000 US-Dollar zu zahlen.

 

Ahnungslose Versuchskaninchen

Seit den späten 1940er Jahren experimentierte die CIA an mehreren Projekten mit chemischen und biologischen Kampfstoffen. Von 1947 bis 1953 erforschte ein Projekt namens CHATTER sogenannte "Wahrheitsdrogen" – ein Projekt, das laut dem Bericht des Untersuchungsausschusses des Senats, eine Antwort auf "glaubhafte Berichte über erstaunliche Ergebnisse der Sowjets auf diesem Gebiet" war. Tiere und Menschen wurden in der Folge verschiedenen Tests mit einer Pflanze namens Anabasis aphylla, einem Alkaloid namens Scopolamin und Mescalin unterzogen.

1950 wurde ein Projekt namens BLUEBIRD genehmigt. Sein Ziel war es, Methoden zur Gedankenkontrolle zu untersuchen, mit denen jemand daran gehindert werden kann, "unautorisiert Informationen von sich zu geben" und dem Anwender dieser Methoden gleichzeitig die Möglichkeit geben sollte, eine Person mittels spezieller Befragungstechniken zu kontrollieren. Ein Jahr später wurde das Projekt in ARTICHOKE umbenannt und umfasste nun die Erforschung von "offensiven Verhörtechniken", die Hypnose und Anwendung von Drogen beinhalten. Es gibt keine gesicherten Informationen darüber, wann dieses Projekt beendet wurde. Laut dem Bericht des Untersuchungsausschusses behauptete die CIA, das Projekt ARTICHOKE bereits im Jahr 1956 aufgegeben zu haben – es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die im Projekt erforschten "Sonderverhörmittel" noch mehrere Jahre in Anwendung waren.


Es gab auch das Programm MKNAOMI, bei dem biologische Kampfstoffe, ihre Lagerung und Geräte für ihre Verbreitung erforscht wurden. Dieses Programm wurde jedoch eingestellt, nachdem Präsident Richard Nixon 1969 die Entwicklung offensiver biologischer Waffen für beendet erklärt hatte.

 

MKUltra

Das wichtigste Forschungsprogramm der CIA zur Gedankenkontrolle, das sich bei seiner Enthüllung als ein echter Schock herausstellte, war MKUltra, das von Dr. Sidney Gottlieb geleitet wurde. Das 1953 begonnene und ein Jahrzehnt später eingestellte Programm umfasste die Forschungen zur Kontrolle des menschlichen Verhaltens mittels Strahlung, Elektroschocks, psychologischen und psychiatrischen Mitteln, Substanzen zur Stressauslösung bei Menschen und paramilitärischem Gerät. Das Projekt hatte eine spezielle Unterabteilung MKDELTA, um die im Ausland durchgeführten Tests zu beaufsichtigen.


Die Zecken und das US-Militär – Ist Lyme-Borreliose Folge eines geheimen Experiments?





Die Zecken und das US-Militär – Ist Lyme-Borreliose Folge eines geheimen Experiments?






Die meisten werden von MKUltra gehört haben, weil dabei auch LSD im Spiel war – eine halluzinogene Droge, die 1938 vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann per Zufall in einem Labor im schweizerischen Basel entdeckt wurde. Am 19. April 1943 nahm Hofmann bei Laborarbeiten versehentlich über die Fingerspitzen LSD ein und entdeckte, wie stark die Wirkung dieses Mittels sein könnte. Der 19. April ist heute als "Tag des Fahrrads" bekannt, da Hofmann auf dem Heimweg auf seinem Fahrrad die erste Wirkung seines "Trips" mit LSD erlebte. Sein Arbeitgeber, die Chemiefirma Sandoz, begann vier Jahre später mit der Vermarktung des Mittels als Medikament unter dem Namen "Delysid", das 1948 in den USA zugelassen wurde. Die CIA wusste um die Wirkung von LSD und setzte so sehr darauf, dass es 1953 einen Plan gab, 10 Kilogramm LSD – etwa 100 Millionen Dosen im Wert von 240.000 Dollar – für Experimente zu kaufen.


Die CIA, die sich dafür als Forschungsstiftung ausgab, machte Geschäfte mit Universitäten, Krankenhäusern und anderen Institutionen, um die benötigten Materialien und Substanzen zu beschaffen. Die Tests wurden an menschlichen Probanden durchgeführt – mit oder auch ohne deren Wissen. Selbst diejenigen, die sich freiwillig zur Teilnahme an der Forschung bereit erklärten, waren sich des wahren Zwecks dahinter nicht bewusst. Die CIA war der Ansicht, dass der Aspekt der Geheimhaltung erforderlich sei, da das Zielsubjekt bei einem potenziellen echten Einsatz sicherlich ahnungslos sein würde.


Mehrere Tests mit LSD wurden an Armeeangehörigen durchgeführt und wurden im Ausland bei Verhören mutmaßlicher ausländischer Spione eingesetzt. Das Halluzinogen wurde auch an Gefangenen getestet, manchmal an Drogenabhängigen. Mehreren Insassen des Zentrums für Rehabilitation in Lexington – einem Gefängnis für Süchtige, die Strafen wegen Drogenverstößen verbüßten – wurden halluzinogene Drogen als Ersatz für andere Drogen verabreicht, von denen sie abhängig waren.


Ein amerikanischer Mafiaboss namens James "Whitey" Bulger, nahm 1957 an MKUltra teil, während er in Atlanta im Gefängnis saß. 2017 beschrieb er seine Erfahrungen in einem Artikel für das Entertainment-Unternehmen OZY. Laut Bulger wurde ihm erst Jahre später klar, dass er an Experimenten der CIA teilgenommen hatte, als er das Buch "Die Suche nach dem Mandschurischen Kandidat" gelesen hatte.


Whitey Bulger wurde zusammen mit mehreren anderen Gefängnisinsassen für das Experiment rekrutiert. Laut seinem Artikel wurde ihm gesagt, es handele sich um ein medizinisches Projekt, das darauf abzielte, ein Heilmittel für Schizophrenie zu finden. "Für unsere Teilnahme würden wir drei Tage 'gute Zeit' für jeden Monat des Projekts erhalten", schrieb Bulger. "Jede Woche wurden wir in einem sicheren Raum im Keller des Gefängniskrankenhauses eingesperrt, in einem Bereich, in dem Geisteskranke untergebracht waren." Alle Kandidaten erhielten massive Dosen LSD und wurden dann auf ihre Reaktionen getestet. Whitey Bulger beschrieb es folgendermaßen:


Joe Bidens "Wahrheitsministerium" ist bloß ein weiteres Propagandainstrument





Meinung

Joe Bidens "Wahrheitsministerium" ist bloß ein weiteres Propagandainstrument





"Acht Sträflinge in einem panischen und paranoiden Zustand. Totaler Appetitverlust. Halluziniert. Der Raum veränderte seine Form. Stundenlange Paranoia und gewalttätige Gefühle. Wir erlebten schreckliche Perioden lebendiger Albträume und sahen sogar Blut, das aus den Wänden drang. Typen verwandeln sich vor meinen Augen in Skelette.

Ich sah, wie sich eine Kamera in den Kopf eines Hundes verwandelte. Ich fühlte mich, als würde ich verrückt werden." Er sagte, die Experimente verursachten ihm anschließend lang anhaltende Schlafprobleme und Albträume.

 

Der Tod von Dr. Olson

Im November 1953 versammelte sich eine Gruppe von CIA-Mitarbeitern – einschließlich Sidney Gottlieb – zusammen mit Wissenschaftlern des biologischen Forschungszentrums der USA namens Camp Detrick in einer Waldhütte in Maryland zu einem Treffen. Zu der Gruppe gehörte Dr. Frank Olson, ein Experte für Aerobiologie. Irgendwann beschlossen die Leute von der CIA, ein Experiment an einem ahnungslosen Probanden durchzuführen. Also fügte Gottliebs Stellvertreter Robert Lashbrook einer Flasche Cointreau-Likör LSD bei, die nach dem Abendessen serviert wurde. Der ahnungslose Dr. Olson kostete davon.


Nach seiner Rückkehr nach Hause bemerkten Familienmitglieder von Dr. Olson, dass er depressiv geworden war. Zwei Tage später beklagte Olson bei seinem Chef Vincent Ruwet seinen schlechten Zustand und berichtete ihm, was er erlebt hatte. Ruwet kontaktierte daraufhin Lashbrook und man brachte Olson nach New York, um dort einen Arzt zu treffen, der der CIA nahestand und Erfahrung mit LSD hatte.


In New York fühlte sich Olson dermaßen schlecht, dass er sich sogar weigerte, nach Hause zu fliegen, um das Erntedankfest mit seiner Familie zu verbringen. Später behauptete Lashbrook, der Mann war beim letzten gemeinsamen Abendessen "fast wie der Dr. Olson vor dem Experiment". Laut der Aussage von Lashbrook wurde er um 02:30 Uhr in der Frühe von einem lauten "Klirren von Glas" geweckt und stellte fest, dass sich Olson aus dem Fenster des Zimmers im 10. Stock in den Tod gestürzt hatte. Die Familie von Olson weigerte sich jedoch, an Selbstmord zu glauben und behauptete, der Experte für Aerobiologie sei ermordet worden.


Trotzdem wurden die Tests mit unwissenden Probanden fortgesetzt. Die CIA-Mitarbeiter konnten einen Kandidaten in einer Bar aufgabeln, ihn in ein "sicheres Haus" locken und das Mittel im Essen oder in Getränken verabreichen – um dann die Reaktion abzuwarten. Nicht selten fühlten sich die unwissenden Opfer danach tagelang krank. Das Projekt wurde 1963 aufgegeben. Ein Jahrzehnt später vernichtete Gottlieb die meisten Dokumente zu MKUltra, sodass der wirkliche Umfang dieses Programms niemals bekannt werden wird.


Während MKUltra ein Gespenst aus der Ära des Kalten Krieges bleibt, hat die Erforschung neuer Waffen und Methoden zu ihrer Bekämpfung nie geendet – und wird laut dem ehemaligen CIA-Offizier und Insider John Kiriakou niemals aufhören, solange Länder auf der ganzen Welt Mittel im Wert von Milliarden US-Dollar dafür aufwenden.


Kiriakou glaubt, dass es niemals ethisch vertretbar ist, an einem Menschen zu experimentieren, ohne dass diese Person vollständig versteht, was mit ihr geschieht, und ohne die freiwillige Zustimmung gegeben zu haben, Teil eines solchen Experiments zu sein. "Diese Dinge sollten nicht geheim sein. Wenn sie geheim sind, sollten sie nicht durchgeführt werden", sagte er gegenüber RT. Man dürfe ethisch und rechtlich nicht ohne Zustimmung an Menschen experimentieren.


"Als ich auf dem College war, hatte ich oft nicht genug Geld, um die Miete zu bezahlen. Ich las dann eines Tages die Anzeige eines Pharmaunternehmens, in der stand, dass sie mit neuen Medikamenten an jungen gesunden Menschen experimentieren wollen und dass sie 500 Dollar zahlen, wenn man sich bereit erklärt, diese Medikamente ein Wochenende lang einzunehmen. Danach würde man Blut entnehmen, um die Absorptionsrate des Medikaments zu messen", erinnerte sich Kiriakou. "Also habe ich es getan. Die Medikamente machten mich schläfrig, aber ich bekam meine 500 Dollar und ging nach Hause. Ich wusste, was ich tat, ich hatte zugestimmt, ihnen zu erlauben, an mir zu experimentieren. Es war unangenehm und ich fühlte mich eklig, aber meine Augen blieben dabei zumindest offen."


"Wenn wir über chemische oder biologische Forschung sprechen, ist das eine gute Sache, solange sie friedlichen Zwecken dient", fügte er hinzu. "Am Ende kann viel Gutes dabei herauskommen, besonders wenn Länder zusammenarbeiten. Aber in Kriegszeiten – und besonders, wenn die Öffentlichkeit nicht über solche Dinge informiert wird – kann dies eine beängstigende Aussicht sein, weil wir einfach darauf vertrauen müssen, dass unsere Regierungen diese Mittel nicht offensiv als Waffe einsetzen."


Übersetzt aus dem Englischen.


Anastasia Safronowa ist Redakteurin bei RT.


Info: https://test.rtde.tech/international/140435-wie-die-cia-geheime-lsd-experimente-an-ahnungslosen-machte


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.06.2022

Ein Pamphlet gegen die Tauschlogik Das Märchen vom Tausch

Harrods-Shop in London.





untergrund-blättle.ch, 9. Juni 2022, Gesellschaft

Meine Oma, so sehr sie uns Enkel:innen auch verwöhnte, wusste, wie Schenken gegenüber anderen geht.


Zitat: „Ich brauche noch etwas für Frau Meyer. Für 5 D-Mark.“ „??“ „Soviel war ihr letztes Geschenk an mich wert.“ Hätte ein Ethnologe ihr Verhalten untersucht, wäre die damals gängige Interpretation von Gaben bestätigt worden: nichts als zeitverzögerte Tauschgeschäfte.


Ohne Geld wird getauscht – das ist der Mythos. Zum Beispiel mit Zigaretten in Gefängnissen. Auch Yanis Varoufakis führte dies in seinem Buch Time for Change. Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre aus, anhand der berühmt gewordenen Erfahrungen des Ökonomen Robert A. Radford als Brite in einem deutschen Kriegsgefangenenlager. Varoufakis hatte das Skript für das Buch fertig, als er auf die Idee kam, seinen Vater zu befragen, der vor und nach dem Ende des griechischen Bürgerkriegs interniert gewesen war. Des Vaters Antwort: „Nein, bei uns wurde alles geteilt.“

So sehr ist uns eingetrichtert worden, dass es ohne Geld nur primitive Tauschwirtschaft geben kann, dass wir uns anderes gar nicht mehr vorstellen können. Es ist umständlich, Lebensmittel gegen Schuhe einzutauschen, wenn der Schuster ein Messer braucht und auch der Schmied kein Gemüse, sondern lieber einen Pullover hätte undsoweiterundsofort: Dies lernte ich bereits im Vorschulalter durch eine Comicsendung, und bis heute wird es in Einführungen in die Wirtschaftswissenschaften wiederholt. Der vergangenes Jahr verstorbene Anthropologe David Graeber machte sich darüber lustig: „Welcher Mensch, der bei Verstand ist, würde an einem solchen Ort einen Lebensmittelladen eröffnen?“. Vor der (kolonial motivierten) Einführung von Geld hätten nirgends Individuen Güter innergesellschaftlich auf diese Weise getauscht, so Graeber in seiner Untersuchung über die Entstehung des Geldes Schulden. Die ersten 5000 Jahre. „Seit Jahrhunderten suchen Forscher mittlerweile nach diesem sagenhaften Land des Tauschhandels – alle ohne Erfolg.“ Umgekehrt lasse sich feststellen: Es kam in unterschiedlichen Kulturen zu ganz unterschiedlichen Wirtschaftsformen. Nur Tausch im gemeinten ökonomischen Sinne als äquivalenter Tausch, bei dem offiziell gleiche Werte getauscht werden, kam nicht vor.

Doch auch Yanis Varoufakis wiederholt diese Vorstellung vom ursprünglichen Tausch mit Tauschlogik: „Wenn einer unserer Vorfahren einem anderen eine Banane anbot und dafür einen Apfel wollte, war das eine Form des Austauschs; ein unvollkommener Markt, bei dem eine Banane den Preis für einen Apfel darstellte und umgekehrt.“ Wo auch immer dieses Land mit Bananen und Äpfeln gelegen haben mag: Ein Markt (denn genau das ist Tausch mit Tauschlogik) wäre es eben nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass sowohl Apfel als auch Banane bereits denselben Tauschwert innegehabt hätten. Ansonsten bräche einer von beiden – vielleicht der mit der Banane – seine Frucht in zwei Teile. Und würde hinzufügen: „Ob ich den anderen Teil selbst esse oder in den Dreck schmeisse, geht Dich nichts an, denn Dein Apfel ist weniger wert als meine Banane.“

Und selbst wenn der mit der Banane so viele davon hätte, dass diese ihm bereits wegfaulen, würde er keine davon abgeben, wenn der andere keinen Apfel oder etwas anderes zu bieten hat. Und dieser andere damit im Zweifel verhungert. Das ist Tauschlogik. Tauschlogik – und damit jeder Markt – erzeugt künstlich Knappheit.

Unseren Vorfahren wäre das absurd erschienen. Uns nicht. Weil wir es normal finden, dass Lebensmittel dorthin gehen, wo das Geld ist, hungert eine Milliarde Menschen und ist eine weitere Milliarde unterernährt – während in Europa mehr Lebensmittel weggeschmissen werden, als auf der eigenen Fläche angebaut werden könnten. Marktwirtschaft tötet. Alltäglich Zigtausende. Zwar gab es schon immer vereinzelt Hungersnöte aufgrund von Dürre oder anderen Ereignissen, aber Hunger als Dauerzustand kam durch Marktwirtschaft in die Welt. Und klar: auch durch koloniale Machtverhältnisse, die Mehrwertausbeutung des Kapitalismus, Lebensmittelspekulation etc. Aber all dies braucht es gar nicht dafür. Tauschlogik reicht.

Da der Markt über einen Preis funktioniert und damit nur, wenn nicht alle, die im Grunde das Produkt gerne hätten, es auch bekommen, gilt das Prinzip künstlicher Knappheit für alle Güter. Eine Amazon-Mitarbeiterin wird im Magazin Wirtschaftswoche zitiert, sie allein habe täglich Werte von 23.000 Euro vernichtet. Dies preisen wir gesellschaftlich als Allokation: als magische Hand der Marktwirtschaft, die die Ressourcen und Güter zuteilt.

Gibt dagegen die eine Person die Banane trotzdem her, um das Bedürfnis der anderen zu stillen, verlässt sie die geltende ökonomische Rationalität. Doch diese prägt. Und so entwickelten Menschen, die bereits Geld kennen, in Situationen, wo es nicht mehr zur Verfügung stand, Systeme des Tausches. Das erklärt, warum es in Gefängnissen zu Alternativwährungen kommen kann.

Doch unsere Phantasie dürfen wir nicht länger durch das Märchen vom Tauschen beschränken lassen. Sonst werden wir keine befreite Gesellschaft erreichen können. Wir werden auch die ökologische Katastrophe nicht vermeiden können. Denn Markt, also Tauschlogik, hat noch weitere gravierende Konsequenzen.

Fangen wir wieder klein an. Um ein Anrecht auf die Banane zu bekommen, muss ich mich verwerten. Ich könnte also der Person mit den Bananen anbieten, sie zu massieren. Dann aber muss ich das besser machen, als jede andere Person, die ihr das auch anbieten würde im Tausch für Bananen. Das ist der Grund, warum schon Kinder vor Klausuren nicht schlafen können. Und Erwachsene ebenso. Aus Stress und Leistungsdruck.


Gummibärcheneffekt

War künstliche Knappheit der erste Grund gegen Markt und Tauschlogik, so ist Leistungsdruck der zweite. Doch es geht gleich weiter. So wie Kinder oft nur gerne lernen, bis sie ins Notensystem hineinwachsen, so wird auch die innere Motivation, also Lust etwas zu tun oder Hilfsbereitschaft oder Verantwortungsgefühl durch Geld zerstört. Und zwar praktisch sofort. Dieser als Gummibärcheneffekt bekannte Zusammenhang wurde in vielen Experimenten bestätigt. Denn scheinbar tun die anderen auch nichts ohne Belohnung. Und scheinbar sind die Menschen durch den Austausch von Geld miteinander quitt. Warum dann noch Rücksicht nehmen?

So hatte der Ökonom Uri Gneezy bemerkt, dass im Kindergarten seiner Tochter die Einführung einer Strafgebühr für Eltern, die ihr Kind nachmittags zu spät abholten, nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte, denn nun kamen mehr als doppelt so viele Eltern zu spät. Das Verantwortungsgefühl, die betreuende Person nicht warten zu lassen, war offenbar hinfällig geworden, da durch Geld scheinbar ersetzbar. Doch nachdem das Bussgeld wieder abgeschafft wurde, blieb es beim Zuspätkommen. Dass es dies nun wieder umsonst gab, erschien den Eltern offenbar lediglich wie ein Spezialangebot.

Doch es bleibt nicht beim Verlust des Verantwortungsgefühls. Der Verwertungsdruck erzeugt strukturellen Hass, wenn wir einander als Konkurrenz begreifen müssen.
Im obigen Beispiel: Wenn die andere besser massieren kann als ich und deshalb die Bananen bekommt, die ich brauche, um nicht Not zu leiden, ist das kaum ohne negative Gefühle zu haben. Doch selbst, wenn wir diese nicht spüren, so müssen wir uns doch so verhalten, als würden wir die anderen hassen. Schreiben wir einen Lebenslauf, der zeigt, wie viele Massagepraktika wir schon absolviert haben, so machen wir nichts anderes, als die Lebensläufe aller anderen gegenüber unserem schlechter zu machen. Struktureller Hass ist also der dritte Grund, warum wir mit Markt nie ein schönes Leben haben werden.

Der bereits genannte Gummibärcheneffekt berührt auch den vierten: Entfremdung. Zum einen besteht Entfremdung immer dann, wenn wir mit unserer Lebenszeit einen Job machen, hinter dem wir nicht stehen. Aber selbst wenn wir erfolgreich unsere Konkurrent:innen aus dem Weg schlagen und auf diese Weise unser Hobby zum Beruf machen könnten, dann hiesse das beispielsweise, jeden Montag morgen im Wald Spazierengehen bis nachmittags und das montags bis freitags und am besten ein Leben lang und immer besser als die anderen, die ebenfalls diesen tollen Job wollen.


Strukturelle Zwänge

Das alles macht Tauschlogik mit uns. Doch gehen wir zurück auf die gesamtwirtschaftliche Ebene: Es heisst, das Gesundheitswesen wird immer teurer. Das stimmt aber nur, weil es immer billiger wird, Industrieprodukte herzustellen. Teurer wird es nur im Vergleich. Die IT-Revolution birgt exponentielles Potential, die Herstellung von Industriegütern zu rationalisieren. Menschen dagegen brauchen Zeit, um gross oder gesund zu werden.

Das schlechte Tauschverhältnis auf dem Markt von diesen reproduktiven gegenüber produktiven Tätigkeiten wird darum die Sorgenden immer schlechter entlohnen als jene, die in der Industrie tätig sind. Darum wurden historisch diese Arbeiten nicht nur fast durchgängig bestimmten Menschengruppen zugeteilt, sondern deren Identitätskategorien als besonders geeignet dafür oft erst konstruiert – um diese unschöne Arbeitsteilung zu legitimieren. War noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts von der „Monotonieresistenz der Frauen“ wissenschaftlich die Rede, so macht heute das Bild der „geduldigen Polin“ die Runde auf Stehpartys, auf denen über die osteuropäischen Pflegekräfte für die Eltern geplauscht wird.

Zwischen Industrieländern und jenen, die auf Rohstoffe, Tourismus oder Lebensmittel spezialisiert sind, besteht ein ganz ähnlicher Zusammenhang. Auch deren Herstellung lässt sich schlecht rationalisieren. Und wenn doch, so nützt es den Produzierenden wenig. Da Kakao sich nicht besonders von Kakao unterscheidet, besteht starker Konkurrenzdruck, weshalb mehr Kakao im Grunde lediglich zu fallenden Preisen führt. Und selbst, wenn es gelänge und Menschen in der Kakaoproduktion nun mehr verdienten, so würde dieses steigende Einkommen sich vor allem in vermehrtem Kauf von Industriegütern auswirken, und dort die Wirtschaft steigern. So entwickeln sich auch international auseinandergehende Tauschverhältnisse, die nichts mit gleicher Arbeit oder gleichem Leid zu tun haben.

Die strukturelle Benachteiligung von Sorgetätigkeiten und dem Globalen Süden stellen Grund 5 dar, jetzt kommen wir zu 6: dem strukturellen Zwang für Unternehmen zur Ausbeutung. Gemeint ist hier nicht die kapitalistische Mehrwertausbeutung von Lohnarbeitenden – dass diese zu bekämpfen ist, stellt wohl einen gemeinsamen Nenner aller sich als links verstehenden Kräfte dar, auch jener, die am Markt festhalten wollen. Doch auch eine Genossenschaft mit gleichen Löhnen ändert nichts am Preismechanismus, der dazu führt, dass hinter dem (Tausch-)Geschäft im Laden mit dem lächelnden Verkäufer häufig Produktionsverhältnisse stehen, die grosses Leid verursachen. Der Markt basiert darauf, dass unter sonst gleichen Bedingungen die billigere Variante gewinnt und die teurere vom Markt verschwindet. Billiger aber kann sein, wer unbescholten Natur vernutzt, unbemerkt Sorgetätigkeiten mit einverleibt und Arbeit am meisten ausbeutet. Nicht zuletzt darum dreht sich der vielgepriesene Wettbewerb.

Doch wir sind noch nicht durch. Der letzte, 7. und angesichts der Klimakrise vielleicht gravierendste Grund ist: Die Marktlogik zwingt die Wirtschaft zu wachsen. Nehmen wir an, die Personen A und B produzieren unabhängig voneinander jeden Tag einen Stuhl, verkaufen ihn jeweils und können davon leben. Dann schafft sich Person B eine Maschine an, mit der sie doppelt so schnell produzieren kann, also zwei Stühle am Tag. Der Einfachheit halber sagen wir mal, sie kann nun jeden Stuhl für die Hälfte anbieten (z.B. da beide das Holz aus dem Wald holen und die Kosten für das Werkzeug vernachlässigbar sind). Dann kaufen alle nur noch bei Person B. Will Person A nicht pleite gehen, muss sie nachziehen; sie schafft sich also die gleiche Maschine an. Was ist passiert? Beide arbeiten nicht weniger. Beide haben auch nicht mehr Einkommen. Aber die Welt hat nun doppelt so viele Stühle.

Da das ein sehr konstruiertes Beispiel ist, dauert es für eine Verdoppelung aller Güter und Dienstleistungen im wirklichen Wirtschaften bei dem immer noch erstrebten und weltweit vor Corona auch erreichten Wachstum von drei Prozent 23 Jahre. Und, da es sich um exponentielles Wachstum handelt, nur noch weitere 15 Jahre später zur Verdreifachung. Und so immer weiter und immer schneller. Problem: Es gibt kein ‚entkoppeltes‘ Wachstum. Es gibt zwar eine relative Entkoppelung von Wachstum und steigendem Ressourcenverbrauch, aber keine absolute. Das ist beispielsweise 2019 ausführlich dargelegt worden in einer Studie vom European Environmental Bureau. Wenn es für Deutschland anderes heisst, dann wegen der Auslagerung von Produktion in ärmere Länder. Selbst der Spiegel-online Kolumnist Christian Stöcker schlug deshalb kürzlich vor, Bundeskanzlerin Angela Merkel möge so wie für die exponentiell ansteigenden Coronakurve doch mal eine Bundespressekonferenz veranstalten, um vor der exponentiell wachsenden Wirtschaft zu warnen.

Viele sich als Marxist:innen verstehende Menschen lassen in ihren Visionen Tauschlogik und damit Markt und Geld unangetastet. Doch wer glaubt, Marx sei es nur um eine Beendigung der Mehrwertausbeutung gegangen, irrt. Lohnerhöhungen waren für ihn „eine bessere Salairierung“, also Entlohnung, „der Sklaven“, und selbst die „Gleichheit der Salaire“ bei Verstaatlichung hiess für ihn lediglich, die gesamte Gesellschaft zum „abstrakten Kapitalisten“ werden zu lassen. Ihm aber ging es um eine Gesellschaft, in der wir in Freiheit füreinander tätig werden können.


Friederike Habermann
streifzuege.org


Info:  https://www.untergrund-blaettle.ch/gesellschaft/panorama/das-maerchen-vom-tausch-7080.html

14.06.2022

Die Invasionsmacht als Partner  Die Türkei sucht die Zustimmung des Westens zu ihrer nächsten Invasion in Syrien zu erhalten. Sie hat längst weite Teile Nordsyriens okkupiert und im Nordirak Militär stationiert

german-foreign-policy.com, 14. Juni 2022

ANKARA/BERLIN (Eigener Bericht) – Vertreter der nordsyrischen Kurden appellieren an die westlichen Mächte, darunter Deutschland, eine erneute türkische Invasion in Syrien zu unterbinden. Bislang habe – anders als im Fall der russischen Invasion in die Ukraine – niemand der Türkei mit „Konsequenzen“, insbesondere „mit Sanktionen gedroht“, moniert der Kommandeur der kurdisch-arabischen Syrian Democratic Forces (SDF). Dies müsse sich ändern. Tatsächlich hat Ankara nicht nur weite Gebiete Nordsyriens okkupiert und bereitet zur Zeit die Besetzung weiterer Landesteile vor. Es hat darüber hinaus Militärstützpunkte im Nordirak errichtet, dort mehrere Tausend Soldaten stationiert und mit dem Bau von Straßen zwischen seinen Armeebasen begonnen, um das Territorium zu kontrollieren sowie die Bewegungsfreiheit der PKK rings um ihre nordirakischen Camps zu reduzieren. Der NATO-Partner hat im April neue Militäroperationen im Irak gestartet und eine neue Invasion in Syrien angekündigt. Er ist bestrebt, die geplante NATO-Norderweiterung als Hebel zu nutzen, um eine Zustimmung der westlichen Mächte durchzusetzen. Die Chancen stehen gut.


Zitat: Die „Türkisierung“ Nordsyriens

Schon vor Jahren hat die Türkei begonnen, Teile Nordsyriens zu okkupieren und die von ihr besetzten Gebiete stets weiter auszudehnen. Abgesehen davon, dass Ankara starken Einfluss in der Region rings um Idlib südwestlich von Aleppo besitzt, die von Jihadisten kontrolliert wird, hat es im Sommer 2016 in einer groß angelegten Militäroperation („Euphrates Shield“) die Region rings um Al Bab nordöstlich von Aleppo eingenommen. Anfang 2018 folgte die Okkupation der bis dahin kurdisch dominierten Region um Afrin („Olive Branch“), bei der es zur gewaltsamen Vertreibung von weit über 150.000 kurdischsprachigen Syrern kam. Im Herbst 2019 besetzten die türkischen Streitkräfte einen umfangreichen Landstreifen zwischen den syrischen Grenzorten Tall Abyad und Ras al Ayn. Die Territorien, die sie kontrollieren, hat die Regierung in Ankara türkischen Behörden unterstellt – denjenigen, die die Gebiete auf der türkischen Seite der Grenze verwalten. Sie hat darüber hinaus die türkische Lira als neue Währung eingeführt sowie muslimische Einrichtungen der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt. Beobachter sprachen schon vor Jahren von einer gezielten Kampagne zur „Türkisierung“ Nordsyriens (german-foreign-policy.com berichtete [1]).


Die militärische Kontrolle des Nordirak

Anders als in Nordsyrien hat die Türkei im Nordirak, wo sie Operationen gegen die PKK durchführt, zwar nicht ganze Regionen okkupiert. Sie ist allerdings, wie die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in einer aktuellen Untersuchung berichtet, um 2019 von den begrenzten Luftangriffen und Bodenoffensiven, die sie bereits seit den 1990er Jahren unternimmt, zu einer Strategie militärischer Kontrolle übergegangen. Dazu hat sie zahlreiche Armeestützpunkte und vorgeschobene Basen errichtet, in denen auf irakischem Territorium entlang der nordirakisch-türkischen Grenze laut Schätzung der SWP zwischen 5.000 und 10.000 Soldaten stationiert sind. Um ihre Armeestützpunkte miteinander zu verbinden, haben die türkischen Streitkräfte mittlerweile begonnen, auf irakischem Territorium Straßen zu bauen; das soll zudem „eine effizientere Gebietskontrolle ermöglichen“, schreibt die SWP.[2] Insbesondere gehe es darum, der PKK die Bewegungsfreiheit zu nehmen und ihre Kontakte zur syrisch-kurdischen PYD und deren bewaffnetem Arm, den YPG, zu unterbinden. Die türkischen Streitkräfte haben dabei – wegen seiner hohen Bedeutung als Transitregion – nicht zuletzt das auch von Jesiden besiedelte Gebiet um Sinjar/Şengal im Visier.


Den Grenzstreifen im Visier

Haben die türkischen Streitkräfte am 18. April eine neue Serie militärischer Operationen im Nordirak begonnen (german-foreign-policy.com berichtete [3]), so hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am 23. Mai die nächste Invasion in Nordsyrien in Aussicht gestellt. Wie es heißt, zielt sie vor allem auf die Gebiete um Manbij westlich des Euphrat und um Tall Rifaat nördlich von Aleppo; sie soll den rund 30 Kilometer breiten Grenzstreifen, den Ankara bereits seit Jahren zu okkupieren wünscht, arrondieren. Erdoğan geht es insbesondere darum, die PYD bzw. die YPG – ganz wie die PKK im Irak – in größerem Abstand von der Grenze zu halten und darüber hinaus Platz für syrische Flüchtlinge zu schaffen, die aus der Türkei abgeschoben werden sollen. Noch laviert die türkische Regierung. Einerseits benötigt sie die zumindest stillschweigende Einwilligung Russlands, das militärisch weiterhin in Syrien präsent ist und zuletzt Militärjets und Kampfhubschrauber nach Qamishli weit im Nordosten des Landes verlegt hat. Qamishli liegt in kurdisch dominiertem Gebiet, wird allerdings von den syrischen Regierungstruppen kontrolliert.[4] Andererseits wäre es für die Türkei sehr vorteilhaft, eine Einigung mit den USA über die Invasionspläne zu erzielen, da diese im Kampf gegen den IS mit den YPG kooperieren und zumindest verbal Einwände gegen einen Angriff auf ihren Verbündeten erheben.


„Legitime Bedenken“

Einen Hebel, um die Zustimmung der USA und der anderen westlichen Staaten zu erreichen, bietet die geplante NATO-Norderweiterung. Präsident Erdoğan hat klargestellt, dass er, im Gegenzug zu einer etwaigen türkischen Zustimmung zum Beitritt Finnlands und Schwedens, Zugeständnisse für seinen Kampf gegen kurdische Organisationen verlangt. Im Gespräch sind bislang unter anderem Abschiebungen kurdischer Aktivisten vor allem aus Schweden, aber auch neue Repressalien gegen die PKK und ihr tatsächlich oder angeblich nahestehende Kurden in anderen NATO-Mitgliedstaaten. Längst wird spekuliert, auch die Bereitschaft in der NATO, keinerlei Einwände gegen eine erneute türkische Invasion in Nordsyrien zu erheben, könne Teil einer Lösung sein. Am Sonntag bekräftigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Aufenthalt in der finnischen Hauptstadt Helsinki, die Türkei habe als Bedingung für ihre Einwilligung in die NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens „legitime Bedenken“ vorgebracht: „Wir müssen uns in Erinnerung rufen und verstehen, dass kein NATO-Verbündeter mehr Terrorangriffe erlitten hat als die Türkei.“[5] Was der Militärpakt der Türkei im Detail zubilligen will, ist noch nicht bekannt.


Doppelte Standards

In dieser Situation appellieren die nordsyrischen Kurden an die westlichen Mächte, der türkischen Regierung kein grünes Licht für ihre Militäroperation zu geben. Einerseits heißt es, die YPG bzw. die Syrian Democratic Forces (SDF), eine gemischte kurdisch-arabische Streitmacht, die um die YPG herum gebildet wurde, hätten begonnen, sich zur Abwehr der angekündigten türkischen Invasion mit dem syrischen Militär zu koordinieren. So könne „die syrische Luftabwehr ... uns gegen die türkischen Drohnen helfen“, wird SDF-Kommandeur Mazloum Abdi zitiert.[6] Andererseits fordert Mazloum Abdi den Westen auf, gegen die türkischen Invasionspläne Maßnahmen zu ergreifen, die den Maßnahmen gegen die russische Invasion in die Ukraine gleichen: „Niemand hat der Türkei klargemacht, was die Konsequenzen eines neuen Angriffs wären, oder mit Sanktionen gedroht“, moniert der SDF-Kommandeur. In der Tat ist zwar kein Unterschied zwischen der türkischen Invasion in Syrien und der russischen Invasion in die Ukraine erkennbar; doch ist Russland ein zentraler Rivale der westlichen Mächte, während die Türkei ein NATO-Partner und darüber hinaus eine wichtige Brücke in den Nahen und Mittleren Osten und nach Zentralasien ist. Ernsthafte Maßnahmen der NATO-Staaten gegen sie kommen daher nicht in Betracht.

 

[1] S. dazu Die „Türkisierung“ Nordsyriens.

[2] Salim Çevik: Turkey’s Military Operations in Syria and Iraq. SWP Comment No. 37. Berlin, May 2022.

[3] S. dazu Die ignorierte Invasion (II).

[4] Volker Pabst: Erdogan plant eine neue Offensive in Syrien. Neue Zürcher Zeitung 08.06.2022.

[5] Joshua Posaner: NATO’s Stoltenberg: Turkey needs to be heard on Sweden, Finland concerns. politico.eu 12.06.2022.

[6] Christoph Ehrhardt: Stachel in Erdogans Fleisch. Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.06.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8947

14.06.2022

Sterblichkeit - Fallzahlen nach Monaten für Deutschland 2016 - 2022

             Rohdaten Statistisches Bundesamt, aktueller Stand: 13. Juni 2022


Zelle 1   Jan.   Feb.    März  April 
   Mai   Juni   Juli    Aug.   Sept.  Okt. Nov.
  Dez.
2022  89055  82303
   92950
 85108  80062
Zelle 7Zelle 8Zelle 9Zelle 10Zelle 11Zelle 12Zelle 13
2021106579  82090   81801 81717  80818
  76731
  76613  76340  77774 8487793561102529
2020  84980
  80030   87396 83830  75835  72159  73795  78742  74243 7978185989108792
2019  85105  81009   86739 77410  75669  73483  76926  73444  71022 7700678378  83329
2018  84973  85799 107104 79539  74648  69328  75605  78370  69708 7403974762  80999
2017
  96033  90649   82934 73204  75683  69644  71411  71488  69391 7522974987  81610
2016  81742  76619
   83668 57315  74525  69186  72122  71295  69037 7600177050  84339

Gesamtsterblichkeit: 2022 (bis Mai) = 429478  ; 2021 = 1 021 430 ; 2020 = 985 572 ;                                                              2019 = 939 520 ; 2018 = 954 874 ; 2017 = 932 263 ; 2016 = 910 899


Info: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle-pdf.pdf?__blob=publicationFile


Die endgültigen Daten zu Sterbefallzahlen sind in der gleichen Form für die Berichtsjahre 2000 bis 2015 ebenfalls verfügbar. (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle-endgueltige-daten.html;jsessionid=11235EA955676410CC354AA4E3B07B3A.live722?nn=209016)

                     V.i.S.d.P.: Initiative: "Kein Militär mehr", Leinaustraße 3, D-30451 Hannover
13.06.2022

Gegen den Hunger    WTO-Konferenz ringt um viel mehr als nur Getreide und Fisch

deutschlandfunk.de, vom 12.06.2022, Von Jule Reimer |

Gegen den HungerWTO-Konferenz ringt um viel mehr als nur Getreide und Fisch Die Teilnehmer der 12. WTO-Ministerkonferenz entscheiden diesmal über existentielle Fragen. Es geht um Lösungen bei Corona-Impfstoffen und schädliche Fischereinsubventionen. Ob überhaupt Einigungen über Abkommen erzielt werden können, ist unklar, denn die Differenzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sind groß.



Zitat: Wann sind nationale Exportverbote für Getreide zulässig? Inwieweit dürfen Staaten mit Mindestpreisangeboten über Weltmarktniveau an die eigenen Landwirte die staatliche Lebensmittelvorratshaltung fördern? Gelingt ein Abkommen, das die Subventionierung von Fischereiflotten an die Entwicklung der bedrohten Fischbestände anpasst? Und kann der im WTO-TRIPS-Abkommen verbriefte Patentanspruch von Pharmaunternehmen auf die von ihnen entwickelten Impfungen und Medikamente im Fall einer weltweiten Pandemie ausgesetzt werden? Seit Corona und den massiven Preissteigerungen für Grundnahrungs­mittel auf dem Weltmarkt – 2021 ausgelöst durch Putins Energiepolitik und befeuert seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine – ist auch bei der Welthandelsorganisation WTO vieles anders.



Einst verschrien als Instrument zur Durchsetzung neoliberaler und neokolonialer Politik der westlichen Industriestaaten, wurde es nach den großen Protesten von Gewerkschafts-, Umwelt- und entwicklungspolitischer Gruppen bei der WTO-Ministerkonferenz 1999 im US-Amerikanischen Seattle eher still um die 1995 gegründete Welthandelsorganisation. Das lag nicht nur daran, dass gastgebende Regierungen den Demonstranten die Einreise versuchten zu verweigern. Anfang der 2000er-Jahre konnten sich einige kleinere Entwicklungsländer vor den Schiedsgerichten der WTO erfolgreich gegen unfaire Handelspraktiken von Schwergewichten wie den USA durchsetzen. Die Finanzkrise 2008 erschütterte wiederum auch den Glauben an den Sinn rein neoliberaler Marktöffnungen. Allerdings sorgte auch das Einstimmigkeitsprinzip bei der WTO – ein Land, eine Stimme, egal ob Mini-Inselstaat oder die USA – dafür, dass nur wenige weitere Folgeabkommen zustande kamen.


Wirtschaft

Wie der Ukraine-Krieg den Welthandel beeinflusst

Robert Habeck gestikuliert. Weltwirtschaftsforum in DavosHabeck (Grüne): „Die Regeln der Globalisierung müssen sich ändern“


11:50 Minuten23.05.2022

Viele WTO-Mitglieder – darunter auch die EU – wichen deshalb in den letzten Jahren zunehmend auf bilaterale Abkommen mit einzelnen Staaten aus. Auch deshalb gilt ein erfolgreicher Abschluss (durch konkrete Abkommen, Beschlüsse oder gemeinsame Erklärungen) der aktuellen 12. WTO-Konferenz in Genf als besonders wichtig, einmal für die Existenzberechtigung der WTO als solches, aber auch als Indiz für die Handlungsfähigkeit multilateraler Organisationen insgesamt. Seit Kriegsbeginn hatten sich zudem die ukrainischen und auch viele westliche WTO-Botschafter geweigert, mit der russischen Delegation ohne Erwähnung des kriegerischen Völkerrechtsbruchs zu verhandeln. Tatsache ist: Der Welthandel leidet zwar unter gestörten und veränderten Lieferketten, aber die Globalisierung geht weiter, wenn auch etwas anders als in den letzten 30 Jahren.


Exportverbote für Getreide verschärfen Ernährungsunsicherheit weltweit

Anfang Mai warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres erneut, dass die Zahl der Hungernden und der von Lebensmittelknappheit betroffenen Menschen weltweit steigt. Besonders besorgniserregend sei die Lage in Äthiopien, Südsudan, Madagaskar und Jemen. Der Krieg in der Ukraine verschärfe die Krisen in den Bereichen Nahrungsmittel, Energie und Finanzen. Die Auswirkungen auf die schwächsten Menschen, Länder und Volkswirtschaften der Welt seien verheerend.

Viele Bedürftige werden über die Nothilfe des spendenfinanzierten Welternährungs­programms (WFP) der UNO unterstützt, das bis Kriegsbeginn im Februar vor allem Brotweizen und Sonnenblumenöl preisgünstig in der Ukraine einkaufen konnte. Dort sind die Lager zwar noch gut gefüllt, aber durch die russische Blockade der ukrainischen Häfen kann die Ware nicht wie sonst transportiert werden.


Weizen wird zwar in vielen anderen Staaten produziert. Die modernen Hochertrags­sorten bedürfen jedoch großer Mengen synthetischen Düngers – der wiederum ist energieintensiv in der Herstellung und die Preise haben sich parallel zum Anstieg der Gaspreise vervierfacht. Russland fällt wegen der Sanktionspolitik der westlichen Staaten teilweise als wichtiger Düngerlieferant aus. In vielen Ländern sind große Mengen Weizen zudem für die Tierfütterung oder als Treibstoff verplant. Indien hatte sich zunächst als Ersatzlieferant für die Ukraine angeboten. Doch eine Hitzewelle verbunden mit einer absehbaren Dürre stellt die erhofften Erträge infrage, so dass die indische Regierung zwar weiter Hilfslieferungen bedienen will, ansonsten aber ein Exportverbot für Weizen verkündet hat. Zu dieser Maßnahme haben mittlerweile über 40 Regierungen gegriffen. Nun befürchten viele einen Dominoeffekt, der eine künstliche Knappheit und weitere Preissteigerungen auf dem Weltmarkt erzeugt. Die Bundesregierung möchte deshalb auf der WTO-Konferenz einen Beschluss erreichen, nach dem ungerechtfertigte Ausfuhrbeschränkungen abgebaut werden müssen und der Handel mit Lebensmitteln erleichtert.


Ein Kakaobauer in der Elfenbeinküste bei der Arbeit. Ihr Land ist besonders vom Verkauf der Kakaobohnen abhängig.

Vor 50 Jahren

Als der globale Süden eine Neue Weltwirtschaftsordnung forderte

18:59 Minuten12.04.2022 Eine Grafik zeigt ein Schiff, im Hintergrund Zahlen, Kräne und eine Weltkarte. Weltwirtschaft im LieferkettenstauDie scheinheilige Klage des globalen Nordens


04:22 Minuten04.05.2022

Aber was sind „ungerechtfertigte Ausfuhrbeschränkungen“? Die Diskussion um die nationalen Exportbeschränkungen für Getreide geht mit dem Vorwurf an die WTO und die reichen Länder einher, dass die über die WTO-Regeln erzwungene Marktöffnung in den Entwicklungslän­dern für Agrarprodukte und Supermarktketten der Industriestaaten überhaupt erst die Abhängigkeit und Ernährungsunsicherheit bei vielen WTO Mitgliedern geschürt habe. Viele kleine Bauern hätten wegen der Billigangebote aus dem Norden ihre Produktion traditioneller Getreide wie Hirse aufgegeben, im Senegal sei absurderweise das Baguette zum Symbol für Ernährungssicherheit geworden, klagt der Agrar- und Fischereiexperte Francisco Mari im Deutschlandfunk.


Nach WTO-Regeln gilt es als marktverzerrende Subvention, wenn Länder wie Indien mit staatlich fixierten Mindestpreisen, die über Weltmarktniveau liegen, Getreide für die staatliche Lagerhaltung aufkaufen. Diese Politik ist insbesondere den USA ein Dorn ein Auge. Sehen sich andere Länder im Agrarhandel durch solche Praktiken unlauterer Konkurrenz ausgesetzt, können sie vor dem WTO-Schiedsgericht klagen und haben gute Aussichten, als Antwort ihrerseits Strafzölle gegen das beklagte Land verhängen zu dürfen. Pikant ist dabei: Auch marktverzerrende Exportbeschränkungen und -hürden sind laut WTO-Regeln nicht oder mit strengen Ausnahmen erlaubt, allerdings hat man bei der Gründung der WTO 1994/1995 als Folgevertrag für das GATT-Abkommen vergessen, auch für diese die Möglichkeit von Sanktionen einzuführen.


Dringend notwendig: Handelsabkommen gegen die Überfischung der Weltmeere

Die Ernährungskrise könnte sich verschärfen, wenn das seit 20 Jahren bei der WTO verhandelte Abkommen für einen Abbau schädlicher Fischereisubventionen und illegale Fangflotten erneut nicht zustande kommt. In vielen Entwicklungsländern ist Fisch die zentrale Proteinquelle für die arme Bevölkerung. Was dem Kleinbauern der Kleinacker zum Anbau seiner Grundnahrungsmittel ist, bedeuten die küstennahen Fischgründe als Existenzgrundlage für 800 Millionen Menschen.


Laut FAO stagnieren die Fischerträge seit den 1990er-Jahren bzw. viele sind gefährdet. Ein Grund: Insbesondere China, Russland, die USA, die EU, Südkorea und bestimmte Entwicklungsländer wie Peru, Indonesien, Indien und Vietnam betreiben subventionierte Fangflotten, die teils völlig überdimensioniert sind und/oder illegal in den Küstengewässern anderer räubern. Allein Chinas Flotten sind für über 10 Prozent des weltweiten Fischfangs verantwortlich. Wissenschaftler schätzen, dass quer durch die Weltmeere jeder vierte Fisch illegal im Netz landet. 90 Prozent der Fischereiaktivitäten finden auf nur 5 Prozent der Meeresfläche statt – und zwar in den Küstengewässern der häufig ärmsten Entwicklungsländer.  Diese Praxis widerspricht in jeder Hinsicht den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals S-DGs), zu deren Einhaltung bis zum Jahr 2030 sich die Staatengemeinschaft verpflichtet hat.


Während bei Agrarprodukten nach WTO-Regeln auch Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeitsanforderungen berücksichtigt werden können, geht das bei Handelsstreitigkeiten rund um Fisch bisher nicht: Denn die WTO-Abkommen behandeln diesen als Industrieprodukt – also wie Autos oder Spielzeug. Praktisch hat dies zur Folge, dass nach derzeitigem Stand im Streitfall wegen Überfischung/illegaler Praktiken zwischen Regierungen auch keine WTO-Vergeltungszölle und andere WTO-Maßnahmen gegen falsches Verhalten verhängt werden können. Im geplanten Abkommen würden alle unterschreiben, dass sie illegale Fischerei unterbinden und Überkapazitäten bzw. schädliche Subventionen abbauen.


Probleme macht die Definition. Normalerweise könnte zum Beispiel im angestrebten WTO-Abkommen stehen: Industriestaaten müssen schädliche Subventionen sofort beenden, Entwicklungsländer langsamer. Dieses übliche Vorgehen funktioniert hier aber nicht, weil China mit Abstand am meisten fischt und innerhalb der WTO in der Regel darauf beharrt – obwohl fragwürdig-, sich selbst weiterhin als Entwicklungsland einzustufen. Eine generelle Pflicht zum Subventionsabbau würde also auch arme Länder ohne Fischfangflotten treffen, die zum Beispiel derzeit die Treibstoffkosten ihrer Kleinfischer subventionieren. Ein weiteres Problem ist, dass es bisher keine Definition für „Kleinfischerei“ gibt. Allerdings zeichnet sich ab, dass China bei einem Fischereiabkommen auf die Privilegien, die mit einem Entwicklungslandstatus einhergehen, verzichten würde.


Verärgert sind die Entwicklungsländer jedoch über die Subventionsdefinition im Abkommensentwurf, die ausgerechnet bestimmte Fischerei-Subventionsformen der Industriestaaten nicht erfasst. So werden über das Abkommen direkte Benzingutscheine an Kleinfischer als marktverzerrende Subvention definiert. Wenn Schiffstreibstoff von der Mehrwertsteuer ausgenommen wird (wie in den USA), gilt das im Abkommensentwurf nicht als Subvention. Das gleiche gilt für die Kompensationszahlungen, die die EU an Entwicklungsländer zahlt, um in deren Fischgründen zu fischen – was natürlich genauso zur Überfischung beitragen kann.


Der Streit um die Fischereisubventionen steht für einen klassischen Vorwurf an die WTO: Ihre Regeln und Schiedsgerichte orientierten sich nur an Produktionskosten. Umweltmaßahmen könnten als unzulässige Subvention interpretiert werden, die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Klimaerwärmung würden ausgeblendet. Tatsächlich hatten die WTO-Schiedsgerichte jedoch in einzelnen Fällen begonnen, Umweltaspekte zu berücksichtigen. Ein Fischereiabkommen wäre der erste Ansatz, diese systematischer in die Handelspolitik einzubeziehen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Mai 2022 hat WTO-Generalsdirektorin Ngozi Okonjo-Iweala angeboten, an der Entwicklung möglicher CO2-Grenzausgleichsabgaben mitzuwirken wie sie zum Beispiel die EU-Kommission mit ihrem CBAM-Projekt verfolgt. Allerdings sehen viele Entwicklungsländer solche Ansätze skeptisch, weil sie durch höhere Standards auch über ihre Möglichkeiten hinaus belastet werden könnten. Und in der Tat nutzen viele WTO-Mitgliedsstaaten Normen und Standards immer wieder auch missbräuchlich für Protektionismus und Marktabschottung und um indirekte Importhürden zugunsten der eigenen Industrien und Branchen zu errichten.


Streit um WTO-Waiver zur Aussetzung der mRNA-Patente auf Covid-19-Impfstoffe

Schon seit Anbeginn der Covid-19-Pandemie dringen Hilfsorganisationen auf die Freigabe von Corona-Patenten – und zwar für Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika. Denn auch Tests und Laborausstattungen sind dort extrem knapp. Das im Rahmen der WTO-Gründung 1995 unterzeichnete TRIPS-Abkommen sichert den großen Pharmaunternehmen, die vorwiegend in den reichen Industriestaaten sitzen, einen sehr hohen Schutz ihres geistigen Eigentums zu, auf deren Basis sie häufig sehr hohe Preise durchsetzen können. Während der Aids-Pandemie durchbrachen Hersteller in Brasilien diese Vorgaben. In der Folge belieferten Produzenten aus Schwellenländern ärmere Entwicklungsländer mit HIV-Nachahmerprodukten zu günstigen Preisen. Nach weltweiten scharfen Protesten gegen die offiziellen Patentregeln erklärten sich die Herkunftsländer führender Pharmaunternehmen Anfang der 2000er Jahre zu Ausnahmeklauseln im TRIPS-Abkommen bereit, die aber in der Praxis aufgrund ihrer komplizierten Konstruktion nie wirklich Anwendung fanden.


Südafrika und Indien legten bereits im Oktober 2020 in der WTO einen Antrag auf eine ausnahmsweise Aussetzung der Patente („Waiver“ in der WTO-Sprache) auf Covid-19-Produkte vor. Die US-Regierung unter Präsident Biden signalisierte teilweise Zustimmung zu einem solchen Waiver. Sie tut sich allerdings auch leichter, weil Moderna, der wichtigste rein US-amerikanischer Hersteller von mRNA-Impfstoffen, gar nicht alle Patente der Produktionskette hält und ein Teil sogar bei der US-Gesundheitsbehörde selbst liegt. Die EU – respektive Deutschland mit dem mRNA-Impfstoffhersteller Biontech, der mit dem US-Unternehmen Pfizer kooperiert – wehrte sich sehr lange, den Forderungen überhaupt entgegenzukommen. Die EU-Kommission als auch Biontech/Pfizer hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass eine reine Patentfreigabe noch keine Produktion garantiere, da die Produktionsprozesse bei mRNA-Imfpstoffen sehr komplex seien. Im März 2022 legte die EU-Kommission dann einen etwas offeneren Kompromissvorschlag vor, auf dessen Basis derzeit in Genf verhandelt wird.


Ein

PandemiebekämpfungWie Afrika so gut durch die Coronakrise kam

18:59 Minuten11.03.2022 Eine ältere Marokkanerin erhält eine Impfung gegen Covid-19 in einem Impfzentrum in Sale in der Nähe von Rabat Globale Verteilung von Corona-ImpfstoffImpfgerechtigkeit bleibt eine Illusion 18:50 Minuten02.02.2021 Der kamerunische Gesundheitsminister Manaouda Malachie besucht das Zentralkrankenhaus in Yaoundé, während das Gesundheitspersonal mit dem chinesischen Sinopharm-Impfstoff geimpft wird. Impfen in AfrikaWenig Bereitschaft, genug Impfstoff?

25:35 Minuten06.01.2022


Ärzte ohne Grenzen und andere entwicklungspolitische Organisationen sehen die EU-Vorlage jedoch extrem kritisch: Der Vorschlag beziehe sich lediglich auf Impfstoffe, lasse Tests und Medikamente außen vor und würde nur für eine stark eingeschränkte Anzahl von Ländern gelten. Außerdem umfasse er nicht alle geistigen Eigentumsrechte oder einen Technologietransfer, sondern beschränke sich auf Patente im engsten Sinn. Dieser Entwurf würde für Hersteller in einkommensschwachen Ländern zusätzliche Hürden errichten und die lokale Produktion von Impfstoffen weiter verhindern, mahnt unter anderem Oxfam: Seit die Verhandlungen dazu vor 20 Monaten begonnen hätten, seien bereits 17,5 Millionen Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Gleichzeitig wurden in vielen Hocheinkommensländern überflüssige Impfstoffe vernichtet.


Die Patentfreigabe sei unerlässlich, damit einkommensschwache Länder der Pandemie durch eigene Produktion von Impfstoffen und Medikamenten begegnen könnten. Die Regierungen der wohlhabenden Länder hätten sich dazu bekannt, dass Impfstoffe ein globales öffentliches Gut sein sollen. „Dann haben sie 20 Monate damit verbracht, genau jenen Prozess zu sabotieren, der dieses Versprechen in die Tat umgesetzt hätte,“ klagt Oxfam-Gesundheitsexpertin Anna Marriott. Dabei seien in Afrika derzeit noch immer weniger als ein Fünftel der Bevölkerung doppelt geimpft. Hauptursache sei keinesfalls eine schlechte Infrastruktur für Impfkampagnen. Über ein Jahr lang seien kaum Impfstoffe verfügbar gewesen, dann sei dieser aus den wenigen Herstellerstaaten nur sporadisch und oft erst kurz vor dem Verfallsdatum geliefert worden.


Auch IWF-Chefin Kristalina Georgieva und UNAIDS-Chefin Winnie Byanyima haben wiederholt darauf hingewiesen, dass es in den Entwicklungsländern mindestens 100 renommierte Institute und Unternehmen gebe, die bei entsprechenden Technologietransfer schnell eine Produktion von mRNA-Impfstoffen auf die Beine stellen könnten. Das gilt auch für den mRNA-Technologie-Hub, den die Weltgesundheitsorganisastion WHO in Südafrika etabliert und bislang vergeblich die großen westlichen mRNA-Imfpstoffhersteller zur Zusammenarbeit eingeladen hat. Der Hub unterstützt auch das südafrikanische Unternehmen Afrigen Biologics, das an einer preisgünstigen Kopie des Moderna-Impfstoffs zum Export in ärmere Entwicklungsländer arbeitet. Biontech hat zwar eine eigene Impfstoffproduktion in kleinem Rahmen im Senegal und Ruanda angekündigt, allerdings entspricht der Plan bisher keinesfalls einem echten Technologietransfer.  


WTO-Reform: Waren die WTO-Richter zu unabhängig?

Zentral für die Zukunft der WTO wird auch sein, mit welchem Ergebnis die Verhandlungen über eine Reform der Schiedsgerichte enden. Die USA haben ein paar Mal vor den WTO-Schiedsgerichten nicht nur gegen die EU, sondern auch gegen kleine Entwicklungsländer verloren und blockieren schon seit Obama die Wiederbesetzung der Richterposten. Es scheint auch nicht so, als würde sich deren Haltung ändern. Allerdings haben sich ein Drittel der WTO-Staaten (darunter die EU und China) zusammengetan und Ersatzgerichte geschaffen, deren Urteile sie auch anerkennen wollen. Solche plurilateralen Abkommen sind eigentlich nicht WTO-konform, aber es gibt sie für immer mehr Bereiche innerhalb der WTO-Mitgliedsgemeinde. Die einen sehen dies als Ausweg für eine Organisation, die sich durch ihr Einstimmigkeitsprinzip oft lähmt. Die anderen – vor allem Entwicklungsländer – befürchten, dass über diesen Mechanismus für sie schwierige Themen durch die Hintertür abkommensreif vorbereitet und dann durchgedrückt werden.


Info: https://www.deutschlandfunk.de/wto-treffen-2022-100.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

13.06.2022

Scholz-HiWis polieren Sankt Selenskyjs Scheinheiligen-Schein

Bildquelle: Screenshot Tagesschau


publikumskonferenz.de, Veröffentlicht am 12. Juni 2022 von Maren Müller

Scholz-HiWis polieren Sankt Selenskyjs Scheinheiligen-Schein

Der Ukrainer nutzt den Krieg und die Faschisten, um sich an der Macht zu halten

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam


Preisfrage: Wann lief die letzte 20-Uhr-Tagesschau ohne Beitrag über Ukraines Präsidenten Selenskyj – albern kostümiert in NATO-Oliv, Waffen und Geld fordernd? „Selenskyj“ im Suchfeld auf tagesschau.de ergibt für die letzten drei Monate mehr als 1 400 Treffer. Tagesschau.de listet darunter mehr als 500-mal Selenskyj-Videos: Heldenverehrung für einen ferngesteuerten Gewaltherrscher, der den Kriegszustand zur Festigung der eigenen Position verlängert und dafür täglich hunderte Menschenleben opfert. Hingegen verschwieg die Tagesschau den weltweit beachteten Rat des einstigen US-Außenministers Henry Kissinger, Selenskyj solle zur Vermeidung einer gesamteuropäischen Katastrophe freiwillig Territorium an Russland abtreten und Frieden schließen. Kissingers Realismus passte der giftgrün-linientreuen ARD-aktuell-Redaktion ersichtlich nicht in den Propagandakram.


Selenskyj ist US-Präsident Bidens Büttel in Europa, vor dem sich die hiesigen Regierungschefs untertänigst zu verneigen haben. Warum sie buckeln, anstatt sich an ihren mutigen lateinamerikanischen Kollegen ein Beispiel zu nehmen, könnte vielleicht der US-Geheimdienst NSA näher erklären. Er hört schließlich ungehindert und flächendeckend bei uns ab, Ex-Kanzlerin Merkel kann’s bezeugen. Politiker erpressen gehört zu den leichteren Formen der US-Regierungskriminalität.


Selenskyj erfüllt das Interesse des US-geführten militärisch-industriellen Komplexes an einem langen Krieg. Schließlich verbraucht die Ukraine derzeit in drei Monaten

 „das Äquivalent von mindestens zwei Jahresproduktionen der gesamten westlichen Rüstungsindustrie.“


Alastair Crooke, vormals britischer Diplomat, Vermittler mehrerer Waffenstillstandsabkommen in Nahost, verweist auf den übergeordneten geopolitischen Hintergrund:

Die Fixierung auf die Ukraine ist im Grunde nur ein Deckmantel, der über die Realitäten einer in Auflösung begriffenen globalen Ordnung gelegt wird. 


Erst, seit er den Kriegsfürsten von Washingtons Gnaden spielen darf, genießt der Showman Selenskyj die intensive Zuwendung seiner westeuropäischen Kollegen. Davor hatten sie und ihre Medien ihn als Wichtigtuer abgetan. Noch ein Jahr nach seinem Amtsantritt kommentierte ARD-aktuell-Korrespondent Demian von Osten:


„Anders will er sein – und macht große Versprechungen … ‚Ich bin bereit, das Sterben unserer Soldaten um jeden Preis zu stoppen!‘ … Der in Paris vereinbarte Waffenstillstand hat (aber) nicht geklappt. Wie schon oft zuvor.“


In jenem Mai 2020 nahm Russland es noch hin, dass die ukrainische Armee ihre Mitbürger im Donbass blutig bekriegte und Kiew jedes Waffenstillstandsabkommen brach.


Versager in jeder Hinsicht

Selenskyj stand zeitweise im Wertewesten sogar auf der „Verschissliste“, zum Beispiel, weil er den korruptionsverdächtigen US-Präsidenten Biden und dessen Sohn Hunter bei ihrer privaten Abzocke im Ukraine-Gasgeschäft nicht ausreichend effektiv abgeschirmt hatte (angeblich strichen Vater und Sohn Biden damals nebenher schlappe 1,5 Millionen US-Dollar ein). Zudem unternahm Selenskyj nichts Entscheidendes gegen die übermächtigen ukrainischen Oligarchen.

Um seine Macht abzusichern, war er nur allzu schnell bereit,entgegen seinem Wahlversprechen „Beendigung des Bürgerkrieges in der Ostukraine“ auf die Rückeroberung des Donbass und der Krim zu setzen. Zum Wohlgefallen Washingtons und der NATO-Kriegsknechte behauptete er einfach, Russland bedrohe ganz Westeuropa. Schon während seines Antrittsbesuchs bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin warb er dafür, die Russlandsanktionen zu verschärfen; Merkel war damals klug genug gewesen, das abzulehnen.


Dass das Präsidentenamt etliche Nummern zu groß für ihn ist, lässt sich mit Zahlen und Fakten aufzeigen: Bis kurz vor dem Krieg kehrten 4 Millionen Ukrainer ihrer von heimischen Oligarchen und westlichen „Investoren“ ausgesaugten Heimat den Rücken. Das waren zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Gegen den entschiedenen Willen seiner Mitbürger hob Selenskyj am 1. Juli 2021 das sakrosankte Verbot auf, staatlichen Wald- und Ackerboden an private Käufer zu veräußern. Er entsprach damit der erpresserischen Forderung des Internationalen Währungsfonds, im Gegenzug für 8 Milliarden Dollar Kriegskredite.


Ukrainische Oligarchen können jetzt zulasten vieler Pächter aus ärmeren Bevölkerungsschichten Land aufkaufen und auch als Strohmänner westlicher Immobilienhaie agieren. Größter Gewinner beim Ausverkauf der Ukraine dürfte der US-amerikanische Spekulant George Soros werden.


Größter politischer Verlierer bei der miesen Nummer war Selenskyj selbst. Hatten ihm zu Beginn jenes Jahres noch 61 Prozent der Ukrainer vertraut, so fand er am Ende nur noch 38 Prozent Zustimmung.


Wundersame Wandlung

Im vorigen Jahr verzeichnete die Ukraine 9,4 Prozent Inflation. Wie hoch der Geldwertverlust seither ist, lässt sich wegen des Krieges nicht abschätzen. Das monatliche Durchschnittseinkommen fiel von 641 Dollar im Dezember 2021 auf nur noch 521 US-Dollar im Januar. Wie niedrig es seit Kriegsbeginn wurde, ist unbekannt. (Zum Vergleich: das durchschnittliche Monatseinkommen in Deutschland beträgt 4800 Dollar). 


Bereits vor dem russischen Einmarsch hatte Präsident Selenskyj die Ukraine stark militarisiert und den Bürgerkrieg gegen die Maidan-Gegner im Osten intensivieren lassen, trotz Kiews ökonomisch desolater Verhältnisse und seiner korrupten Strukturen. Er ist mitverantwortlich für den gewaltsamen Tod von 14 000 Zivilisten im Donbass: Sein verheerender Feuerüberfall vom 16. Februar beim Versuch, den Widerstand der Ostukrainer endgültig niederzuschlagen, veranlasste die russische Invasion. Mehr als 1000 ukrainische Artilleriegranaten und Raketen schlugen an jenem Tag in die Wohngebiete der Donbass-Republiken ein; die OSZE registrierte in den fünf folgenden Tagen jeweils noch höhere Zahlen.

Selenskyjs Bürgerkrieg machte ihn jedoch nicht etwa zur Unperson, sondern die transatlantische US-Gefolgschaft inszenierte seine wundersame Wandlung – vom großmäuligen Versager zum verehrungswürdigen Freiheitskämpfer. Zum umschwärmten Oberhaupt eines Staatsgebildes, das es aus westlicher Sicht rechtfertigt, den Dritten Weltkrieg zu riskieren.


Es ist und bleibt unfassbar: Die US-NATO-EU-Eliten und ihre journalistische Entourage haben es geschafft, die Mehrheit unserer Mitbürger zu kritiklosen Unterstützern einer ukrainischen Präsidentenmarionette zu deformieren. Zu Befürwortern umfangreicher Waffenlieferungen und Geldgeschenke in Milliardenhöhe, obwohl uns das mitschuldig werden lässt am Massensterben und ungezählten Verbrechen in der Ukraine. Wir sind angeblich „zur Hilfe verpflichtet“, obwohl uns das zur Kriegspartei macht; obwohl viele deutsche Waffen auf den Schwarzmarkt und in die Hände von internationalen Terroristen geraten; obwohl die Euro-Milliarden in ein Fass ohne Boden fließen. Dass ein beachtlicher Teil der Hilfsgelder in privaten Taschen verschwindet, lässt sich ja nicht mehr leugnen.


Die weitgehende Gleichgültigkeit gegenüber dem Jahrhundertskandal ist ein Meisterstück der Massen-Manipulation mithilfe unserer Leitmedien.


Nachdenken unerwünscht

Ohne selbst von Russland bedroht zu sein, nehmen wir essenzielle Einschränkungen unseres Alltags in Kauf: explodierende Lebenshaltungskosten, Gefährdung der Grundversorgung, der Arbeitsplätze, des sozialen Friedens, unserer Freiheitsrechte. Dies alles zugunsten eines korrupten und verkommenen Staates, mit dem wir nichts am Hut haben und über den die meisten Deutschen kaum etwas wissen. Über das gleichgeschaltete Tagesschau-Niveau hinaus können sie sich über die Lage in der Ukraine ja nur mit großem Zeitaufwand und vieler Mühe zutreffend informieren. Das verhindern schon die EU und die deutschen Zensurbehörden. „Feind-Medien“ sind verboten. Hatten wir das alles nicht schon mal …?


Unter solchen Rahmenbedingungen machen in Deutschland Kriegsbefürworter und Flachdenker Karriere. Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann, bedauerlicherweise zur Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages avanciert, reagierte auf die Bemerkung

„die Ukraine ist ein hochgradig korrupter Oligarchenstaat ohne Pressefreiheit“

mit folgendem Aberwitz:


„Es ist Fakt, dass in den vergangenen Jahren die Ukraine ein deutliches Problem mit Korruption hatte. Präsident Selenskyj setzt sich seit seiner Wahl dafür ein, dieses Problem zu lösen. … Im Gegensatz zu Russland herrscht in der Ukraine Pressefreiheit.“


Nur ein Schelm gibt mehr, als er hat. Die hier wörtlich zitierte Lindner-Vertraute ist eben intellektuell nicht so begütert, um ohne derartigen Unsinn auszukommen.


Nicht nur hat die Ukraine ein „Problem mit Korruption“, Selenskyj persönlich ist korrupt. Seinen Wahlkampf ließ er sich vor drei Jahren vom Oligarchen und Medienmogul Kolomoyskyi finanzieren und besetzte zum Dank dafür wichtige Staatsämter mit Leuten aus Kolomoyskyis Dunstkreis. Der Banker und Milliardär Kolomoyskyi war wegen Betrügereien nach Israel geflüchtet, Interpol fahndete nach dem Mann mit den drei Pässen. Nach Selenskyjs Wahl durfte er trotzdem zurückkehren, Strafverfolgung musste er nicht mehr befürchten. Oligarch Rinat Achmetow, der reichste Mann der Ukraine, ließ seine Beziehungen spielen und erreichte, dass Selenskyj Denys Schmyhal zum Ministerpräsidenten ernannte, einen Manager aus Achmetows Firmenimperium.


„Pressefreiheit in der Ukraine“: Vor einem Jahr hatte Selenskyj drei oppositionelle Nachrichtensender verbieten lassen, ohne jegliche Rechtsgrundlage. Kritische Journalisten lässt er verfolgen, Andersdenkende haben in der Ukraine das Fürchten gelernt.  Zum Instrumentarium seines repressiven Vorgehens gehören Gewaltandrohung, Lizenzentzug und Kontensperrungen, darüber hinaus die willkürliche Festnahme.


Unkenntnis oder Verlogenheit

Die von Strack-Zimmermann demonstrierte Unkenntnis – falls es sich nicht nur um simple Verlogenheit handelte, womit die Frau ja nicht alleine wäre – lässt ahnen, wie es den westlichen Eliten und ihrer journalistischen Gefolgschaft möglich war, den Schlimmfinger Selenskyj binnen Kurzem zur Lichtgestalt zu modulieren: dreist lügen, Realität ignorieren.


Wenn Selenskyj in TV-Sendungen sein schamloses Mantra runterleiert – „Waffen, Waffen, Waffen,“ und „Geld, Geld, Geld“ – dann serviert die Tagesschau im O-Ton. Das Publikum ist längst abgestumpft. Dem vollends angewiderten Zuschauer bleibt nur das Abschalten. Wer hält auch einen TV-„Star“ wie Botschafter Andrij Melnyk noch aus? Den ließ die Tagesschau in den vergangenen Wochen 131-mal per Meldung und 18-mal in Videoclips seine so unfasslichen, ungestraften Unverschämtheiten vortragen.


Selenskyj gibt sich siegessicher. Unberührt davon, dass die Russen bereits 20 Prozent seines Staates unter militärischer Kontrolle und zu 100 Prozent die Lufthoheit über die Ukraine haben. 

Sieben Millionen Menschen, zumeist Frauen und Kinder, sind vor dem Krieg ins Ausland geflüchtet, täglich sterben bis zu 500 Männer den „Heldentod“. Selenskyj aber weiß sich bei seinen Durchhalteparolen einig mit gewissenlosen US-Marionetten wie dem Briten Boris Johnson; er stützt sich darüber hinaus auf Kanzler Scholz, dessen Vize Habeck sowie auf Trampoline Baerbock. Das Credo dieser nicht eben hellsten Glühbirnen im geopolitischen Raum:


„Die Ukraine muss gewinnen“.

Die dumpfe Russophobie liegt vermutlich in der deutschen DNA. Rache für Stalingrad geht vor Nachdenken und Differenzieren? Unsere Volksvertreter können oder wollen aus Ignoranz, Borniertheit oder Hass nicht würdigen, dass die Sowjets friedfertig aus der DDR abgezogen sind, dass Russland sich gegenüber Deutschland stets vertragstreu verhalten und uns nie mit Angriff oder harter Kante bedroht hat. Wenn sich Aggressivität zeigte, dann war sie deutschsprachig. Obwohl es für Moskau ein Leichtes wäre, mit einem Stopp aller Energie- und Rohstofflieferungen den Exportweltmeister Deutschland in den Abgrund zu kippen.


Von Faschisten abhängig

Selenskyj ist ein Blender. Es geht ihm nicht um sein Land. Die Leiden seiner ukrainischen Bürger rühren ihn offenkundig nicht wirklich, er sieht nur sein Ego:


„Heute ist mein Leben schön. Ich glaube, dass ich gebraucht werde. Ich glaube, das ist der wichtigste Sinn des Lebens – gebraucht zu werden. Zu spüren, dass man nicht nur eine Leere ist, die nur atmet, geht und etwas isst. Du lebst.“


Die ukrainische Wissenschaftlerin Olga Baysha befürchtet, Selenskyj genieße die einmalige Gelegenheit, auf einer globalen Bühne aufzutreten, die ihm der Krieg bot:


„Er hat sein Leben schön gemacht; er lebt. Im Gegensatz zu Millionen von Ukrainern, deren Leben überhaupt nicht schön ist, und zu Tausenden von denen, die nicht mehr am Leben sind.“

Selenskyj hat sich nie rechtsextremistisch geäußert. Tatsächlich aber duldet er, dass nationalistische Ultras, Faschisten und Neonazis den politischen Prozess in der Ukraine kontrollieren und gewaltsam gegen alle vorgehen, die es wagen, sich ihnen und ihrer Kriegstreiberei gegen Russland entgegenzustellen. Mithilfe dieser faschistischen Kreise sichert der Schauspieler seine Macht.


Der Bundesregierung ist das selbstverständlich bekannt. Über den Einfluss der Rechtsextremisten auf die Politik der Ukraine urteilte die staatlich finanzierte „Stiftung Wissenschaft und Politik“, SWP:


„Auch wenn rechte und rechts­extreme Parteien bei den Wahlen seit 2014 keine nennens­werten Erfolge erzielen konnten, hat natio­nalistisches Gedankengut in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um den Konflikt im Osten (wie auch bei anderen Themen) erheblichen Einfluss. Es gelingt nationalistischen Akteuren immer wieder, die poli­tische Führung zur Anpassung ihrer Politik zu zwingen.“


Angesichts all dessen sind die „standing ovations“ im Deutschen Bundestag – für den präsidialen Komplizen ukrainischer Faschisten! – erst recht nicht mehr zu begreifen.


Präsident und Steuerbetrüger

Die Angaben über Selenskyjs Privatvermögen schwanken: Sie reichen von 30 Millionen bis 1,4 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der Bundeszentrale für Politische Bildung steht fest: Er war an Offshore-Briefkastenfirmen beteiligt und bezog dafür steuerfrei 41 Millionen Dollar vom Oligarchen Ihor Kolo­mo­js­kyj. Vor seiner Wahl zum Präsidenten hatte er diese Firmenanteile zwar formell auf Dritte überschreiben lassen, gleichwohl aber weiter Zahlungen aus diesem Vermögen empfangen. Vermittels Tarnfirmen seien in London Luxuswohnungen für mehrere Millionen Dollar gekauft worden, auch eine teure 413-qm-Villa in Italien, die allerdings inzwischen wieder verkauft wurde. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt Selenskyjs Vermögen auf rund 30 Millionen Dollar, bestehend aus Aktien, Luxuswohnungen, Grundeigentum, Schmuck und Autos.


Stinkreich, fühlt er sich nun dazu berufen, im Auftrag und Interesse der USA den permanenten Krieg in Europa zu schüren. Er hält es für sein gutes Recht, seinen hiesigen Verbündeten auf der Nase herumzutanzen, Unsummen aus ihren Staatskassen abzugreifen und ihre Repräsentanten nach Belieben vor den Kopf zu stoßen. Als er sich jüngst den Besuch des Bundespräsidenten Steinmeier in Kiew verbat und unserer Silberpappel vom Schlosspark Bellevue die Einreise in die Ukraine sogar verbot, schleimte die Tagesschau nur in typisch miesem Deutsch:


„Die Absage der Ukraine für eine Reise von Bundespräsident Steinmeier nach Kiew hat bei der Bundesregierung Verwunderung ausgelöst. Die Verstimmung in der Ukraine ist offenbar gewaltig.“


Diese Verharmlosung entspricht dem in Westeuropa regierenden Unterdurchschnitt von Scholz über Habeck, Baerbock und Lindner bis v.d. Leyen, die den Selenskyj wie einen Säulenheiligen behandeln und ihm Opfergaben darbringen (es ist ja nicht ihr eigen Geld, sondern nur das der Steuerzahler). Tagesschau-Meldung:


„Haushaltsdebatte im Bundestag: 50 Milliarden neue Schulden wegen Ukraine-Krieg“.

Kaum jemand regt sich darüber auf. Obwohl damit mehr als erklärlich ist, dass in Deutschland die Preise für Energie und Nahrungsmittel durch die Decke gehen und der konjunkturelle Absturz droht. So wirkt die Meinungsmache hierzulande:


„… grassierende Fremdbestimmung durch Manipulationen und groß angelegte Kampagnen … Als Ergebnis wäre festzustellen, dass es immerhin, ziemlich scharf getrennt vom gläubigen Publikum, einen verlässlichen Kreis von kritischen, aufgeklärten Mitmenschen gibt. Leider noch eine Minderheit.“


Daraus kann allerdings eine frustrierte und erzürnte Mehrheit werden – wenn die Tagesschau so weitermacht und mit schäbigster journalistischer Konfektion die Bildungs- und Chancenlosen blendet


 Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog


Info: https://publikumskonferenz.de/blog/2022/06/12/scholz-hiwis-polieren-sankt-selenskyjs-scheinheiligen-schein


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.06.2022

Energieversorgung: Scholz / Würgeengel des Tages

aus e-mail von Doris Pumphrey, vom 12. Juni 2022, 21 Uhr


https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-zum-ukraine-krieg-ukraine/

12.6.22 19:30 Uhr


*Scholz: Zu lange auf Energielieferungen aus Russland verlassen*


Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Fehler beim Umgang mit der

Energieversorgung aus Russland eingeräumt. "Wir haben uns zu lange und

zu einseitig auf Energielieferungen aus Russland verlassen. (...) Die

alte Gleichung, dass Russland auch in Krisen ein verlässlicher

Wirtschaftspartner ist, gilt nicht mehr", sagte Scholz am Sonntagabend

in seiner Eröffnungsrede beim ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad

Saarow. Deshalb sei das Ziel klar: Deutschland müsse unabhängig werden

von russischen Energieimporten – "und zwar so schnell wie möglich, aber

auch so sicher wie nötig", betonte der Kanzler.

Dabei habe die Bundesregierung immer auch Ostdeutschland im Blick. Es

gehe um Versorgungssicherheit und um Bezahlbarkeit von Energie. "Ein

Öl-Embargo darf nicht zu massiven regionalen Preisunterschieden an den

Zapfsäulen führen. Das ist für mich eine Frage der Solidarität. Die

Kosten des Krieges tragen wir alle gemeinsam", bekräftigte er.


https://www.jungewelt.de/artikel/428259.w%C3%BCrgeengel-des-tages-carsten-schneider.html

13.6.2022


*Würgeengel des Tages: Carsten Schneider

*/Von Arnold Schölzel


/Die /Süddeutsche Zeitung/ (/SZ/) fragte den Beauftragten der

Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider (SPD), am

Sonnabend, ob im Osten wieder »große Betriebe auf der Kippe stehen«.

Antwort: »Das ist nicht auszuschließen.« So leicht geht das, wenn man

einen wie Schneider hat. Gemeint waren die Ölraffinerien in Schwedt und

Leuna, die ab Januar 2023 nach fast 60 Jahren kein russisches Erdöl mehr

verarbeiten sollen. Das Problem: Die zehn Raffinerien im Westen, mit

denen das NATO-Depot- und Pipelinenetz CEPS verbunden ist, werden aus

Rotterdam, Wilhelmshaven oder Triest versorgt, eine West-Ost-Verbindung

gibt es nicht. Ölmäßig ist der deutsche Osten NATO-Ausland.


Sollen aber deren »schwere Waffen« mit Feinddiesel an die russische

Grenze rollen? Geht gar nicht. Also kündigte Michael Kellner (Bündnis

90/Die Grünen), parlamentarischer Staatssekretär im

Wirtschaftsministerium von Robert Habeck, am 2. Juni an, Schwedt bekomme

eine »grüne Raffinerie«. Wie schön. An der Oder sind sie allerdings auch

kopfmäßig noch nicht NATO-reif. Kellner hatte dort im Wahlkreis für den

Bundestag kandidiert und landete mit 5,8 Prozent ganz hinten. Die

Landesliste rettete ihm ein Mandat.


Vom Militärischen reden er und Schneider nie. Sie sind dafür zuständig,

dass sanft erwürgt wird. Also schiebt Schneider im /SZ/-Interview nach:

»Rechtsstaatlich sauber« müsse alles geschehen, »die Schwedter« sollten

»mitgenommen« werden. Klar jedoch: »Die politische Entscheidung der

Regierung« sei gefallen. Eine Grabrede. Sieht auch Brandenburgs

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) so, fuhr am Donnerstag nach

Schwedt und verlangte eine »Garantie«: keine Engpässe. Die wird sein

Genosse Kanzler auf der Konferenz mit den Ostministerpräsidenten an

diesem Montag abgeben. Ohne »Gewürge«, wie Habeck die ungarische

Sturheit beim EU-Ölembargo genannt hat. Deutsche Panzer werden rollen.


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/428259.w%C3%BCrgeengel-des-tages-carsten-schneider.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.06.2022

NYT: BRICS-Länder, Israel und Pakistan weigern sich, die US-Koalition gegen Russland zu unterstützen

de.news-front.info,12.06.2022 13:24

Biden versucht, die Koalition gegen Russland zu erweitern, stößt dabei aber auf den Widerstand vieler asiatischer, afrikanischer und lateinamerikanischer Länder, schreibt The New York Times.


NYT: страны БРИКС, Израиль и Пакистан отказываются поддерживать коалицию США против России



Länder in Asien, Afrika und Südamerika ignorieren die Aufforderungen der USA, sich der Koalition gegen Moskau anzuschließen und in Partnerschaft mit der Russischen Föderation zu bleiben. Dies berichtet The New York Times.


Joe Biden versucht, Indien, Brasilien, Israel und die Golfstaaten davon zu überzeugen, Russland Beschränkungen aufzuerlegen und die Ukraine militärisch zu unterstützen, aber «bisher hat kaum einer von ihnen den Wunsch geäußert, dies zu tun».

«US-Beamte räumen ein, dass es schwierig ist, andere Länder davon zu überzeugen, ihre Interessen mit den Bemühungen der USA und Europas um eine Isolierung Russlands in Einklang zu bringen», schreibt NYT.

NYT zufolge konnte Russland den Rubelkurs dank der BRICS-Länder, Venezuela und Thailand halten und gleichzeitig die Handelsbeziehungen mit diesen Ländern aufrechterhalten.

«Uganda, Pakistan und Vietnam haben die von den USA geführte Koalition gegen Russland beschuldigt, wegen der Militärhilfe für die Ukraine jede Möglichkeit für Friedensgespräche zu vereiteln», laut NYT.

Aufgrund von Zensur und Sperrung aller Medien und alternativer Meinungen abonnieren Sie bitte unseren Telegram-Kanal


National Interest-Kolumnist Axel de Vernou: Eine weitere Aufwertung des Rubels wird zu zusätzlichen Kosten für den Westen beim Kauf russischer Energieressourcen führen.

Der Experte erklärte, dass die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Gas in der Landeswährung zu verkaufen, zu einem deutlichen Anstieg des Rubels geführt habe.

«Die Last, die auf den Schultern des Westens lastet, der gezwungen wurde, Putins System zu akzeptieren, wird immer schmerzhafter werden. Wenn der Rubel in den kommenden Monaten weiter an Wert gewinnt, werden die westlichen Länder die zusätzlichen Kosten für die Konvertierung ihrer Währungen in Rubel tragen müssen, um die Importe von unersetzlichen Energieressourcen zu bezahlen», so Axel de Vernou in einer Kolumne für National Interest.

Der Kolumnist glaubt auch, dass in der gegenwärtigen Situation die Nachfrage nach russischer Währung in der Welt zunehmen wird und die Unwirksamkeit der westlichen Sanktionen gegen Russland deutlich zeigen wird.


Mit Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine Ende Februar lag der Rubelkurs bei 80 Rubel pro Dollar und 90 Rubel pro Euro. Der Dollar und der Euro erreichten am 10. März ein Allzeithoch von 121,53 Rubel pro Dollar und 132,42 Rubel pro Euro. Nach den Maßnahmen der Zentralbank begann die russische Währung zu steigen. Infolgedessen lag der Wechselkurs am 25. Mai bei 55,8 Rubel für den Dollar und 57,1 Rubel für den Euro.



Info: https://de.news-front.info/2022/06/12/nyt-brics-lander-israel-und-pakistan-weigern-sich-die-us-koalition-gegen-russland-zu-unterstutzen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.06.2022

Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff: Das Schlimmste kommt erst noch

Kenneth Rogoff Porträt

stern.de, 08.06.2022, 06:00 Uhr

Globalisierung Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff zur Lage der Weltwirtschaft: Das Schlimmste kommt erst noch









Wir hofften, die Weltwirtschaft habe Pandemie und die Krise überwunden. Falsch, sagt Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff. Denn die Globalisierung, die unseren Wohlstand wachsen ließ, hat uns verwundbar gemacht.


Kenneth Rogoff, Ökonom an der Harvard-Universität, warnt im neuen STERN vor dunklen Zeiten für die Weltwirtschaft: "Ich fürchte, dass wir das Schlimmste noch vor uns haben", sagt der Professor. "Falls China in die Rezession rutscht, steuern wir auf die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu."


Rogoff, einer der bekanntesten Ökonomen der Welt und ehemaliger Chefvolkswirt des internationalen Währungsfonds (IWF), hält die Mischung der verschiedenen Krisen für hochgefährlich: die Folgen der Pandemie, die weltweite Inflation sowie der russische Krieg gegen die Ukraine – dazu komme nun, so Rogoff, der Niedergang Chinas durch die Zero-Covid-Politik. Die sei zum Scheitern verurteilt: "Gegen die neuen Omikron-Varianten kommt auch so ein mächtiger Apparat wie der chinesische Staat nicht an", sagt Rogoff. "Selbst wenn das Regime einen Großteil der Bevölkerung zu Hause einsperrt." Die Welt brauche dringend einen neuen Wachstumsmotor, denn China werde das nicht mehr sein.


Kenneth Rogoff erwartet das Ende der Globalisierung

Der Harvard-Ökonom glaubt, dass wir durch Pandemie, Krieg und Lieferkettenprobleme das Ende der Globalisierung erleben – zumindest wie wir sie kannten. "Der Aufstieg Chinas war die größte Geschichte der letzten 40 Jahre", sagt Rogoff. "Der Niedergang der Globalisierung könnte die Geschichte der nächsten 40 Jahre sein." Er warnt vor Instabilität in der Welt: "In Afrika mehren sich Revolutionen und Putsche. Die Entwicklungsländer verlieren gerade 10, 20 Jahre."


Für die USA sagt Rogoff voraus, dass die Inflation noch Ende kommenden Jahres bei bis zu vier Prozent liegen könnte – und für Europa sehe es kaum besser aus. Bei der Bekämpfung der Krise sei US-Präsident Joe Biden übers Ziel hinausgeschossen, so Rogoff. "Er hat den Leuten zur Bekämpfung der Krise viel zu viel Geld gegeben." Das habe zu der hohen Inflation geführt. Biden habe es sicher gut gemeint, aber es sei zu viel gewesen. "Seine Ausgabenpolitik hat uns um den finanziellen Spielraum gebracht, den wir jetzt brauchten, um gegen den drohenden Absturz der Wirtschaft anzusteuern."


Wie meinen Sie, ist Globalisierung unter Chinas Führung gut oder schlecht?


Vor kurzem las ich das Buch von Paul Ronzheimer "Sebastian Kurz – die Biografie" und dachte darüber nach, wie Globalisierung das Leben eines Menschen über Nacht ruinieren kann. Wir können nicht leugnen, dass heute die Globalisierung unter Chinas Führung geht. Es gilt schon als Axiom, dass die Globalisierung der Schaffung neuer Arbeitsplätze fördert. Und jetzt will ich diese Tatsache in Frage stellen. Im Jahr 2005 hat Josef Kurz (Vater von Sebastian Kurz) seinen Job wegen Verlagerung der Produktion aus Kostegründen nach China verloren. Damals arbeitete bei Philips. Josef weigerte sich nach China zu fahren, weil seiner Ansicht nach die Entwicklung und das Know-how nur in Wien passieren können. Aber sein Kollege, der diesen Job angenommen hat, wurde sozusagen betrogen. Josef Kurz: "Er sollte die Chinesen ausbilden. Nach einem Jahr haben sie dann zu ihm gesagt: Wir können das jetzt allein, und haben ihn entlassen. Er hat dann einen Herzinfarkt bekommen".





Mehr zum Thema

Die Vermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt

Global Wealth Report Vermögen steigen in der Krise: So viele Superreiche gibt es in Deutschland




Horst von Buttlar: Der Capitalist Ein Schutzschirm für die Volkswirtschaft? Wir müssen jetzt groß und ganz neu denken


Wirtschaft gelähmt Ist das bedingungslose Grundeinkommen die Antwort auf die Folgen des Coronavirus?


Folgen des Corona-Virus Harvard-Ökonom: "Wir erleben die erste wirklich globale Krise seit der Großen Depression"


Harvard-Ökonom zur Corona-Krise "Das ist wie im Krieg.


Info: https://www.stern.de/wirtschaft/harvard-oekonom-kenneth-rogoff--das-schlimmste-kommt-erst-noch-31930188.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE


unser Kommentar: Zitat: "Für die USA sagt Rogoff voraus, dass die Inflation noch Ende kommenden Jahres bei bis zu vier Prozent liegen könnte – und für Europa sehe es kaum besser aus. Zitatende


Was soll das in diesem Zusammenhang?

13.06.2022

Die Glaubwürdigkeit der EU  Scholz-Besuch in Südosteuropa: 19 Jahre nach EU-Beitrittsversprechen für die Region immer noch kein echter Fortschritt. Bulgarien benennt „Kulturzentrum“ nach NS-Kollaborateur

german-foreign-policy.com, 13. Juni 2022

SOFIA/SKOPJE/BERLIN (Eigener Bericht) – Vor der Entscheidung der EU-Kommission über die Vergabe des EU-Beitrittskandidatenstatus an die Ukraine gerät der Beitrittsprozess in Südosteuropa immer weiter ins Stocken. Am Wochenende ist Kanzler Olaf Scholz mit seinem Versuch gescheitert, Bulgarien zur Aufgabe seines Vetos gegen die geplanten Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien aufzugeben. Die bulgarische Regierung begründet ihr Veto mit völkischen Behauptungen, nach denen die Bevölkerung Nordmazedoniens Teil des „bulgarischen Volkes“ ohne eine wirkliche Eigenständigkeit sei; Skopje müsse seine Zugehörigkeit zum „Bulgarentum“ anerkennen. Sofia hat ein „bulgarisches Kulturzentrum“ in der nordmazedonischen Stadt Bitola nach einem NS-Kollaborateur benannt, der den Kampf für seine großbulgarischen Zielsetzungen an der Seite NS-Deutschlands führte. Dass 19 Jahre nach dem förmlichen Beitrittsversprechen der EU nicht einmal die notwendigen Verhandlungen gestartet werden können, stößt in Nordmazedonien auf starken Unmut. Die EU müsse sich im Klaren sein, dass letzten Endes nicht Versprechungen, sondern Taten zählten, heißt es in Skopje.


Zitat: Großbulgarische Forderungen

Die bulgarische Regierung begründet ihr fortbestehendes Veto gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien mit völkischen Behauptungen, die in der bulgarischen Rechten populär sind. Demnach sei die Bevölkerung Nordmazedoniens ein Teil des „bulgarischen Volkes“; Skopje müsse dies anerkennen und von seiner „antibulgarischen“ Interpretation der südosteuropäischen Geschichte absehen. In Teilen der bulgarischen Rechten wird diese Forderung um großbulgarische Agitation erweitert. So warb der damalige bulgarische Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow im vergangenen Jahr mit einer Landkarte, auf der Nordmazedonien vollständig Bulgarien eingegliedert war.[1] In einem Wahlkampfvideo trat Karakatschanows Parteikollege Angel Dschambaski von der damaligen Regierungspartei WMRO-BNB mit offenen Territorialforderungen hervor. Dschambaski, der als Abgeordneter im Europaparlament sitzt, sorgte im Februar für einen Eklat, als er nach einer Rede im Parlament in Strasbourg den Hitlergruß zeigte.[2] Die Forderung, Skopje müsse die Zugehörigkeit Nordmazedoniens zum „Bulgarentum“ offiziell anerkennen, genießt dabei weit über offen annexionistische, extrem rechte Spektren hinaus Sympathien, etwa in der Partei „Es gibt so ein Volk“ des Showstars Slawi Trifonow, die in der vergangenen Woche die Regierung verlassen und damit eine heftige Krise ausgelöst hat.


Nach einem NS-Kollaborateur benannt

Bereits zuvor hatte die völkische Agitation der Regierung in Sofia gegen Nordmazedonien für heftige Spannungen gesorgt. Im April war in Bitola im Südwesten Nordmazedoniens ein „bulgarisches Kulturzentrum“ eröffnet worden, das den Namen von Iwan Michajlow trägt. Michajlow, ein großbulgarischer Nationalist, hatte im Verlauf seines Kampfes für die Abspaltung des heutigen Nordmazedoniens von Jugoslawien in den 1930er Jahren zunächst mit der kroatischen Ustaša, dann mit dem NS-Reich kollaboriert.[3] Entsprechend stieß die Benennung des „bulgarischen Kulturzentrums“ nach ihm in Mazedonien auf erheblichen Protest. Unter anderem forderte die jüdische Gemeinde Mazedoniens die EU nachdrücklich dazu auf, den bulgarischen Provokationen ein Ende zu setzen.[4] Von entsprechenden Interventionen aus Brüssel ist nichts bekannt. Am 4. Juni kam es schließlich zu einem Brandanschlag auf das Kulturzentrum; die Eingangstür zu dem Gebäude verkohlte, doch konnte das Feuer offenbar vergleichsweise schnell gelöscht werden. Der mutmaßliche Täter, ein prominenter nordmazedonischer Sänger, soll sich mittlerweile zu dem Anschlag bekannt haben. Mit Verweis auf den Namensgeber treten Demonstranten mittlerweile für seine Freilassung ein.


Verfassungsänderungen

Seit die bulgarische Regierung im Jahr 2020 erstmals ihr Veto gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien eingelegt hat, bemühen sich Berlin und Brüssel mit aller Kraft, Sofia davon abzubringen – bisher jedoch ohne Erfolg. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz gelang dies am Samstag bei seinem Besuch in der bulgarischen Hauptstadt nicht. Ein angeblicher Kompromissvorschlag, den Bulgariens Ministerpräsident Kiril Petkow Scholz präsentierte, gilt als in Skopje kaum vermittelbar. Demnach solle Nordmazedonien seine Verfassung ändern und in ihr die bulgarischsprachige Minderheit als konstitutiven Teil seines „Staatsvolkes“ hervorheben.[5] In Nordmazedonien hingegen wird, abgesehen von politischen Einwänden, geltend gemacht, man habe bekanntlich erst 2019 den Staatsnamen und die Verfassung geändert, um den Weg zu EU-Beitrittsverhandlungen zu bahnen – durch die Beilegung des seit Jahrzehnten schwelenden Namensstreits mit Griechenland. Athen hatte sich stets geweigert, über einen möglichen EU-Beitritt des Landes zu verhandeln, solange es denselben Namen beanspruche („Mazedonien“) wie die nordgriechische Region rings um Thessaloniki. Bereits die Namensänderung war freilich bloß unter Zuhilfenahme politischer Tricks und dank umfassender Interventionen aus dem Ausland zustande gekommen, darunter Auftritte von Kanzlerin Angela Merkel in Sofia.[6]


„Viel Anziehungskraft verloren“

Die Tatsache, dass Nordmazedonien weiterhin auf die erhofften Beitrittsverhandlungen mit der EU verzichten muss, wiegt schwer. Bereits im Juni 2003, vor 19 Jahren, hatte die Union auf einem Gipfeltreffen in Thessaloniki den Staaten Südosteuropas die Mitgliedschaft grundsätzlich in Aussicht gestellt: „Die Zukunft der Balkanstaaten liegt in der Europäischen Union“, hieß es in dem am 21. Juni 2003 verabschiedeten Gipfeldokument.[7] In der Praxis schleppt sich der Beitrittsprozess seitdem dahin, ohne dass ein erfolgreicher Abschluss auch nur in Reichweite kommt. Montenegro führt schon seit 2012, Serbien immerhin seit 2014 Beitrittsverhandlungen; die Fortschritte sind mager. Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und mit Albanien hat die EU eigentlich zugesagt; allerdings werden sie zur Zeit durch Bulgariens Veto verhindert. Bosnien-Herzegowina und das Kosovo sind bislang noch nicht einmal zu Beitrittskandidaten ernannt worden. Bereits 2017 konstatierten Beobachter, in den Ländern Südosteuropas habe „die Verheißung“, mit der EU werde sich „alles zum Besseren wenden, ... viel von ihrer Anziehungskraft verloren“.[8] Seitdem hat sich die Stimmung noch weiter eingetrübt – zuletzt vor allem in Nordmazedonien mit Blick auf Bulgariens Veto.


„Nicht nur Versprechungen abgeben“

Nordmazedonien habe nun „seit 17 Jahren“ den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten, wird der Ministerpräsident des Landes, Dimitar Kovačevski, zitiert; während dieser Zeit habe man erhebliche Anstrengungen unternommen und bereits 45 Prozent der Gesetzgebung an diejenige der EU angepasst.[9] Dabei habe Skopje auch einige „harte Entscheidungen“ getroffen. Die EU allerdings habe ihre Versprechen „zum Beginn der Verhandlungen“ über den Beitritt „nicht eingelöst“; dies sei bedauerlich. Befragt dazu, was er davon halte, dass die Ukraine jetzt womöglich mit einem Schlag den Status eines Beitrittskandidaten erhalte, auf den Bosnien-Herzegowina und das Kosovo nach 19 Jahren immer noch warteten, erklärt Kovačevski: „Wir können ihnen nur Glück bei ihren Aspirationen zur EU-Kandidatur wünschen, aber die EU muss sich im Klaren darüber sein, dass sie liefern muss, anstatt nur Versprechungen abzugeben.“ Denn dies sichere letzten Endes „die Glaubwürdigkeit“.

 

Mehr zum Thema: Bulgariens „mazedonische Frage“.

 

[1] Daniel Braun, Davor Pasoski: Nach den Wahlen in Bulgarien: Wann werden die Gespräche mit Skopje weitergeführt? Konrad-Adenauer-Stiftung, Auslandsbüro Nordmazedonien. April 2021.

[2] Bulgarischer EU-Abgeordneter zeigt Hitlergruß. spiegel.de 17.02.2022.

[3] Stefan Troebst: Makedonischer Staat von Hitlers Gnaden? Ein nationalsozialistisches Staatsgründungsprojekt vom Sommer 1944. In: Gabriella Schubert (Hg.): Makedonien. Prägungen und Perspektiven. Wiesbaden 2005. S. 41-54.

[4] Valentina Dimitrievska: Controversial Bulgarian cultural centre in North Macedonia set on fire. intellinews.com 05.06.2022.

[5] Michael Martens: Reise in die Krise. Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.06.2022.

[6] S. dazu Das dreißigste Mitglied der NATO.

[7] Gipfeltreffen EU – westliche Balkanstaaten. Erklärung. Thessaloniki, 21.06.2003.

[8] Norbert Mappes-Niediek: Die EU hat auf dem Balkan viel an Reiz verloren. deutschlandfunk.de 08.02.2017.

[9] Alexandra Brzozowski: North Macedonia’s PM: We wish Ukraine good luck but for us, the EU didn’t deliver yet. euractiv.com 08.06.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8946

12.06.2022

Absicht oder Unvermögen? Deutschland macht sich mit den verzögerten Waffenlieferungen verdächtig

tagesspiegel.de, 10.06.2022, 09:00 Uhr, , Ein Kommentar.

Bisher ist keine schwere Waffe aus Deutschland in der Ukraine angekommen. Obwohl einiges versprochen wurde. Olaf Scholz gerät in Erklärungsnot.


Screenshot_2022_06_13_at_05_39_41_Deutschland_macht_sich_mit_den_verz_gerten_Waffenlieferungen_verd_chtig


Inzwischen ist die theoretische Ausbildung von ukrainischen Soldaten an den deutschen Panzerhaubitzen in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz abgeschlossen. Nun lernen sie, das Gerät im Feld zu nutzen.


Kanzler Olaf Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht verbuchen das sicher als Erfolg, vielleicht als Meilenstein. Legt man aber die Liste der Fehlleistungen daneben, im Hinblick auf die Lieferung schwerer Waffen, ist das nicht mehr als ein Kiesel.


Die deutsche Bilanz bei den Waffenlieferungen, man muss es so deutlich sagen, ist verheerend. Trotz anderslautender Ankündigungen aus Berlin hat Deutschland bisher keine einzige schwere Waffe an die Ukraine geliefert. Kein Panzer, kein Mehrfachraketenwerfer, kein Luftabwehrsystem, keine Haubitze hat die Grenze passiert. Lediglich Versprechen, etwas zu liefern, gingen in Richtung Kiew.


Das Problem nun: Vor Herbst oder Winter könnte keines der versprochenen Geräte einsatzfähig sein, weder der Mehrfachraketenwerfer Mars noch das Luftabwehrsystem Iris. Von Panzern ganz zu schweigen. Die Haubitzenlieferung war für Juni angekündigt. Ob das zu halten ist, ist derzeit unklar.


Stattdessen ist aktuell an der Front im Donbass Artillerie aus den USA, aus Großbritannien, aus Frankreich und aus Norwegen im Einsatz. Auch polnische „Krab“-Haubitzen sind inzwischen in der Ukraine angekommen. Insgesamt handelt es sich um rund 150 Geräte.


Mehrfachraketenwerfer aus den USA und Großbritannien werden bald folgen. In Polen befinden sich die US-Systeme schon. Die Ausbildung wird wohl noch zwei Wochen in Anspruch nehmen. Dann sollen sie der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.


Waffen, die der Ukraine schmerzlich fehlen

Ein ukrainischer Kommandeur, der die US-Haubitzen gegen die russischen Truppen im Donbass einsetzt, schwärmte zuletzt: „Sie funktionieren hervorragend. Sie haben die Präzision eines Scharfschützengewehrs und feuern gleichzeitig eine 155-mm-Granate ab. Ihre Reichweite ist viel größer als die unserer eigenen Waffen, und wir können ihre Stellungen, Nachschublinien und Munitionsdepots in größerer Entfernung treffen.“


Der Gouverneur der aktuell heftig umkämpften Provinz Luhansk, Serhiy Haidai, glaubt sogar, dass mit Langstreckenwaffen wie Raketenwerfern die Stadt "Sjewjerodonezk in zwei, drei Tagen aufgeräumt" werden könnte.


Und tatsächlich sind die westlichen Systeme den russischen deutlich überlegen. Einmal in großer Stückzahl mit ausreichend Munition in ukrainischer Hand, da sind sich die Militärexperten einig, könnten sie den entscheidenden Unterschied in dem furchtbaren Krieg machen.


Wenn Olaf Scholz wie jetzt bei seinem Besuch in Litauen behauptet, dass „niemand in ähnlich großem Umfang“ wie Deutschland Waffen liefere, muss das für Kiew also wie Hohn klingen.

Vor allem, weil es auch generell bei der Waffenunterstützung hapert. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, sind zwischen dem 30. März und dem 26. Mai überhaupt nur zwei deutsche Lieferungen in der Ukraine eingetroffen – mit Kleingerät wie Panzerabwehrminen.

Bis hierhin also die Fakten.


Ein Glaubwürdigkeits- oder ein Kompetenzproblem?

Wenn man sich den Gründen zuwendet, wird es nebulös: Ist es Unvermögen in Berlin oder steckt gar Absicht hinter den stockenden Lieferungen? Beantworten lässt sich diese Frage aktuell nicht.


Scholz macht sich jedenfalls verdächtig, dass er gar nicht so unglücklich über die Verzögerungen ist. Immer noch, das haben Recherchen der „Zeit“ und des „Spiegel“ zuletzt gezeigt, herrscht im Kanzleramt Misstrauen gegenüber der Ukraine. Sie könne die Waffen im Überschwang auf russischem Gebiet einsetzen, fürchten einige Mitentscheider angeblich.


US-Präsident Joe Biden hat dieses Problem offen gegenüber Kiew angesprochen. Die Folge: Die USA liefern ihre Raketenwerfer nur mit mittelweit schießender Munition; immerhin noch 80 Kilometer statt der möglichen mehreren Hundert Kilometer. Das ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der nicht ganz auszuschließenden Gefahr einer weiteren Eskalation des Krieges und hilft der Ukraine trotzdem.


Ein anderes Argument in Berlin: Das Land habe eh keine Chance gegen die russischen Truppen. Vor allem in den ersten Kriegstagen war das in Regierungskreisen die Überzeugung, weshalb längerfristige Planungen bei den Waffen gar nicht erst angegangen wurden.


Zuletzt: Das Argument, dass Russland und damit Wladimir Putin nach diesem Krieg immer noch da sein werden und man ja irgendwie miteinander weitermachen müsse. Zu sehr dürfe man Putin deshalb nicht verärgern.


Dieser Gedanke scheint auch in Paris die Politik zu beeinflussen. Deshalb auch die in Osteuropa für Verwunderung sorgende Telefondiplomatie von Scholz und Macron mit dem Kreml-Machthaber. Man dürfe Putin nicht „demütigen“, sagte Macron kürzlich.


Macron aber kann seinen Kritikern – anders als Scholz – entgegenhalten, das mächtige Artilleriesystem Caesar in die Ukraine geschickt zu haben. Dem Kanzler muss die Haubitzen-Lieferung jetzt also pünktlich gelingen.


Denn Stand heute kommen Scholz und Teile seiner Regierung (vornehmlich das Verteidigungsministerium) bei der Sache nicht gut weg: Entweder hat Olaf Scholz ein Glaubwürdigkeits- oder ein Kompetenzproblem. Fragt sich, was schlimmer ist.


Ein ukrainischer Soldat mit Raketen für eine amerikanische M777 Haubitze im Donbass.Mehr zum Thema Tag 105 im Ukraine-Krieg „Präzision eines Scharfschützengewehrs“ – Ukrainer nutzen westliche Artillerie im Donbass






Benjamin Reuter

Korrektur: Die mögliche Reichweite der Himars-Raketenwerfer wurde in einer früheren Version mit 100 Kilometer angegeben. Es sind aber mehrere hundert Kilometer. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.


Info:https://www.tagesspiegel.de/politik/absicht-oder-unvermoegen-deutschland-macht-sich-mit-den-verzoegerten-waffenlieferungen-verdaechtig/28412242.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

12.06.2022

Die Nahrungsmittelknappheitslösung in Ihrem eigenen Hinterhof

globalresearch.ca, vom 10. Juni 2022, Von Ellen Braun          (elekt. übersetzt, unkorrigiert)


Thema:


Während die globalen Ernährungssysteme, von denen wir abhängig sind, zunehmend unter Druck geraten, gibt es eine Lösung für die wachsende Krise, die die meisten Amerikaner in ihren eigenen Hinterhöfen – oder Vorgärten – finden können.


Ein Zusammenfluss von Krisen – Abriegelungen und Geschäftsschließungen, Mandate und Arbeitskräftemangel, Unterbrechungen der Lieferkette und Inflation, Sanktionen und Krieg – haben sich verschärft, um Nahrungsmittelknappheit auszulösen; und wir wurden gewarnt, dass sie möglicherweise länger halten als die in unseren Vorratskammern gelagerten Lebensmittel. Was zu tun ist?


Jim Gale, Gründer von  Food Forest Abundance , wies kürzlich in einem  Interview mit Del Bigtree darauf hin,  dass es in den Vereinigten Staaten 40 Millionen Morgen Rasen gibt. Rasen ist die zerstörerischste Monokultur der Welt, die mehr Ressourcen und Pestizide absorbiert als jede andere Kulturpflanze, ohne einen Ertrag zu erzielen. Wenn wir 30 % dieses Rasens in permakulturbasierte Lebensmittelgärten umwandeln würden, könnten wir uns selbst versorgen, ohne auf Importe oder Chemikalien angewiesen zu sein, sagt Gale.


Permakultur  ist eine Gartenbautechnik, die „die inhärenten Qualitäten von Pflanzen und Tieren in Kombination mit den natürlichen Eigenschaften von Landschaften und Strukturen nutzt, um auf kleinster praktischer Fläche ein lebenserhaltendes System für Stadt und Land zu schaffen“.

Russische Familien haben die Möglichkeiten gezeigt, indem sie Permakulturmethoden auf einfachen Bauerngärten oder Kleingärten, den sogenannten  Datschen , anwandten . Wie  Dr. Leon Sharashkin , ein russischer Übersetzer und Lektor mit einem Doktortitel in Forstwirtschaft von der University of Missouri,  erklärt :


Im Wesentlichen zeigen russische Gärtner, dass Gärtner die Welt ernähren können – und man braucht keine GVO, industrielle Farmen oder andere technologische Spielereien, um sicherzustellen, dass alle genug zu essen haben. Denken Sie daran, dass Russland nur 110 Tage Vegetationsperiode pro Jahr hat – in den USA beispielsweise könnte die Produktion der Gärtner also wesentlich höher sein. Heute ist die Rasenfläche in den USA jedoch doppelt so groß wie die der russischen Gärten – und sie produziert nichts als eine milliardenschwere Rasenpflegeindustrie.


Das  Datscha  -Modell

Dachas  sind kleine Holzhäuser auf einem kleinen Grundstück, normalerweise nur 600 Meter

(656 Yards) groß. In Sowjetrussland wurden sie aufgrund   der Theorie, dass das Land dem Volk gehöre, kostenlos zugeteilt . Sie wurden vielen öffentlichen Bediensteten gegeben; und Familien, denen keine  Datscha gegeben  wurde, konnten Zugang zu einem Stück Land in einer Kleingartengemeinschaft erhalten, wo sie Gemüse anbauen, regelmäßig besuchen konnten, um ihre Gemüsegärten zu pflegen und Getreide zu sammeln.


Datschen  wurden ursprünglich hauptsächlich als Feriendörfer auf dem Land genutzt. Doch in den 1990er Jahren entwickelten  sie sich  von einem Ort der Ruhe zu einem wichtigen Überlebensmittel. Damals litt die russische Wirtschaft unter dem, was die Journalistin Anne Williamson vor dem Kongress als „ Vergewaltigung Russlands “ bezeichnete. Die Wirtschaft wurde zerstört und dann von Finanzoligarchen geplündert, die hereinstürmten, um Vermögenswerte zu Ausverkaufspreisen zu kaufen.


Ohne andere Ressourcen wandten sich russische Familien ihren  Datschen  zu, um Lebensmittel anzubauen. Dr. Sharaskin stellte fest, dass der Anteil des Lebensmittelgartenbaus an der nationalen Landwirtschaft von 32 % im Jahr 1990 auf über 50 % im Jahr 2000 gestiegen ist. Im Jahr 2004 machten Lebensmittelgärten 51 % der gesamten landwirtschaftlichen Produktion der Russischen Föderation aus – mehr als der Beitrag von die gesamte Stromerzeugungsindustrie; größer als die gesamte Forst-, Holzverarbeitungs- und Zellstoff- und Papierindustrie; und deutlich größer als die Kohle-, Erdgas- und Ölraffinerieindustrie zusammengenommen.


Datschas  sind jetzt ein kodifiziertes Recht der russischen Bürger. Im Jahr 2003 unterzeichnete die Regierung das  Gesetz über private Gartengrundstücke  , das den Bürgern kostenlose Grundstücke von jeweils 1 bis 3 Hektar zugesteht. (Ein Hektar entspricht etwa 2,5 Acres.) Dr. Sharaskin meinte 2009, dass „mit 35 Millionen Familien (70 % der russischen Bevölkerung) … die mehr als 40 % der landwirtschaftlichen Produktion Russlands produzieren, dies aller Wahrscheinlichkeit nach die umfangreichste Nahrungsmittelproduktion im Mikromaßstab ist Praxis in jeder industriell entwickelten Nation.“


In einem Artikel aus dem Jahr 2014 mit dem Titel „ Dacha-Gärten – Russlands erstaunliches Modell für die städtische Landwirtschaft “ schrieb Sara Pool, dass Russland „über 50 % der landwirtschaftlichen Produkte von Familiengärten bezieht. Das Hinterhof-Gartenmodell verbraucht etwa 3 % Ackerland und macht laut dem  Statistischen Bundesamt Russlands etwa 92 % aller russischen Kartoffeln, 87 % aller Früchte, 77 % Gemüse und 59 % des gesamten russischen Fleisches aus .“


Unsere schönen, aber giftigen und verschwenderischen grünen Rasenflächen

Anstelle von  Datschen haben  wir im Westen unberührte grüne Rasenflächen, die nicht nur keine Nahrung produzieren, sondern auch chemische und mechanische Pflege erfordern, die einen großen Beitrag zur Wasser- und Luftverschmutzung leistet. Rasenflächen sind die  größte bewässerte Einzelkultur  in den USA und bedecken fast 32 Millionen Morgen. Dies ist vor allem in den westlichen US-Bundesstaaten ein Problem, die derzeit aufgrund der Dürre unter einer reduzierten Nahrungsmittelproduktion leiden.  Von Urban Plantations von der EPA, dem Public Policy Institute of California und der Alliance for Water Efficiency zusammengestellte Daten deuten darauf hin, dass Gärten 66 % weniger Wasser verbrauchen als Rasen. In den USA werden  Obst und Gemüse angebaut  auf nur etwa 10 Millionen Hektar. Theoretisch könnte das Land also, wenn die von amerikanischen Rasenflächen eingenommene Fläche in Lebensmittelgärten umgewandelt würde, viermal so viel Obst und Gemüse produzieren wie heute.


Krieg, Zensur und Halbwahrheiten


Eine  Studie  von NASA-Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit Forschern in Mountain West schätzte, dass amerikanische Rasenflächen eine Fläche bedecken, die etwa der Größe von Texas entspricht und dreimal so groß ist wie die für andere bewässerte Pflanzen in den Vereinigten Staaten. In der Studie ging es jedoch nicht um das Wachstum von Rasenflächen, sondern um deren Auswirkungen auf die Umwelt und die Wasserressourcen. Es stellte sich heraus  , dass „die Pflege eines gut gepflegten Rasens bis zu 900 Liter Wasser pro Person und Tag verbraucht und die Wirksamkeit der Kohlenstoffbindung um bis zu 35 Prozent reduziert, indem Emissionen aus der Düngung und dem Betrieb von Mähgeräten hinzugefügt werden.“ Um Wasser- und Verschmutzungsprobleme zu bekämpfen, haben sich einige Städte dafür  ausgesprochen, den großen grünen Rasen aufzugeben zugunsten von Gemüsegärten, einheimischen Pflanzen, Wiesen oder einfach das Gras absterben lassen. Aber gut gepflegte Rasenflächen sind eine etablierte kulturelle Tradition in den USA; und einige Gemeinden haben Vorgartengärten verboten, da sie den ästhetischen Standards der Nachbarschaft nicht entsprechen. Einige Hausbesitzer haben sich jedoch gewehrt. Florida verabschiedete schließlich  im Juli 2019  ein Gesetz, das es Städten verbietet, essbare Gärten aus ästhetischen Gründen zu verbieten; und in Kalifornien wurde 2014 ein Gesetz  verabschiedet  , das die Nutzung des Gartens für die „ persönliche Landwirtschaft “ erlaubt (definiert als „Nutzung von Land, auf dem eine Person essbare Pflanzen für den persönlichen Gebrauch oder als Spende anbaut“). Wie in einem  Kommentar der Los Angeles Times erwähnt :


„Der Gesetzgeber hat erkannt, dass die Rasenpflege ressourcenintensiv ist, da Rasen die größte bewässerte Kulturpflanze in den Vereinigten Staaten ist, die keinen Nährstoffgewinn bietet. Mit der Feststellung, dass 30 % bis 60 % des Wassers in Wohngebieten für die Bewässerung von Rasenflächen verwendet werden, ist der Gesetzgeber der Ansicht, dass diese Ressourcen produktiveren Aktivitäten, einschließlich dem Anbau von Nahrungsmitteln, zugewiesen werden könnten, wodurch der Zugang zu gesunden Optionen für Personen mit niedrigem Einkommen verbessert wird.“


Ungeachtet dessen, wie groß sie in der amerikanischen Vorstellungswelt sind, sind makellos grüne Rasenflächen, die mit Pestiziden, Herbiziden und elektrischen Rasenmähern gepflegt werden, ein relativ junges kulturelles Phänomen in den Vereinigten Staaten. In den 1930er Jahren wurden Chemikalien nicht empfohlen . Unkraut wurde entweder durch Jäten von Hand oder durch das Halten von Hühnern bekämpft. Die Verwendung von Chemikalien wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg populär und hat seitdem erheblich zugenommen. Nach Angaben der EPA sprühen fast 80 Millionen US-Haushalte jedes Jahr 90 Millionen Pfund Pestizide und Herbizide auf ihren Rasen. Eine Studie des United States Geological Survey aus dem Jahr 1999 ergab, dass 99 % der städtischen Wasserläufe Pestizide enthalten, die unser Trinkwasser verschmutzen und ernsthafte Gesundheitsrisiken für Wildtiere, Haustiere und Menschen darstellen. Unter anderen Störungen, Diese Chemikalien sind  mit einem erhöhten Risiko für Krebs, Erkrankungen des Nervensystems und einem siebenfach erhöhten Risiko für Leukämie im Kindesalter verbunden.


Das ist nur die Verschmutzung in unserer Wasserversorgung. Weitere Probleme mit unserem Rasenfetisch sind Luft- und Lärmbelästigung durch gasbetriebene Rasen- und Gartengeräte. Die Environmental Protection Agency schätzt, dass diese Geräte für 5 % der Luftverschmutzung in den USA verantwortlich sind. Amerikaner verbrauchen etwa 800 Millionen Gallonen Benzin pro Jahr, nur um ihren Rasen zu mähen.

Doch selbst Menschen, die die Nachteile von Rasenmähern und Chemikalien erkennen, verwenden sie weiterhin, unter dem Druck, den Anschein zum Wohle der Nachbarschaft zu wahren. Diese kulturelle Voreingenommenheit könnte sich jedoch angesichts ernsthafter Nahrungsmittelknappheit ändern. Und während Höfe, die Schmutz und Unkraut überlassen werden, unansehnlich sein können, sind gut gepflegte Permakulturgärten ohne den Einsatz von Chemikalien oder Mähen ästhetisch ansprechend. Hier sind ein paar Beispiele, das erste von einer Datscha  und das zweite von einem Gemeinschaftsgarten in Pennsylvania:


Stephen Scott /  Small Farmers' Journal

Trust der Nachbarschaftsgärten


Lebensmittel aus eigenem Anbau: Bio, gentechnikfrei und ohne fossile Brennstoffe

Die lokale Gartenwirtschaft braucht keine chemischen Düngemittel oder gasfressende Maschinen, um zu gedeihen, wie die russischen  Datschenbauern  demonstrierten. Dr. Sharashkin schrieb in  seiner Doktorarbeit 2008 :


[D] Die Sowjetregierung hatte die Politik, Datscha-Gärtnern nur auf marginalen, unproduktiven oder übernutzten Flächen zuzulassen, die nicht in der staatlichen Landwirtschaft genutzt werden konnten. Und genau auf diesen Ländereien produzieren Gärtner konsequent große Ernten von Gemüse und Obst, seit private Gärten im Jahr 1941 wieder genehmigt wurden. …  [Die meisten] Gärtner bauen ihre Produkte ohne chemische Düngemittel an.


Als die Praxis [der industriellen Chemikalienverwendung] in den 1990er Jahren nachließ, als die Produktion der kollektiven Landwirtschaft schrumpfte und durch die Haushaltsproduktion ersetzt wurde, wurde eine signifikante Verringerung der Umweltverschmutzung durch Agrochemikalien (insbesondere der von Wassereinzugsgebieten) beobachtet. [Betonung hinzugefügt.]


Die meisten Gartenprodukte Russlands werden nicht nur ohne Agrochemikalien, sondern auch ohne gentechnisch verändertes Saatgut angebaut, das in Russland 2016 verboten wurde. Wie  Mitchel Cohen im Covert Action Magazine berichtet , hat sich ein Teil der Verwendung von GVO wieder eingeschlichen, aber eine Rechnung für ein vollständiges Verbot der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bahnt sich derzeit seinen Weg durch die Duma (die regierende russische Versammlung).


Der Anbau eigener Lebensmittel schont Erdölressourcen, nicht nur, weil keine Traktoren oder andere Maschinen benötigt werden, sondern auch, weil sie nicht über lange Strecken in Lastwagen, Zügen oder Schiffen transportiert werden müssen. Lebensmittel  legen durchschnittlich 1.500 Meilen  zurück, bevor sie auf Ihren Esstisch gelangen, und dabei gehen Nährstoffe verloren. Familien, die sich die gesunden, aber teuren Bio-Lebensmittel im Supermarkt nicht leisten können, können ihre eigenen anbauen.


Prof. Sharaskin stellte fest, dass Gärten auch psychologische Vorteile haben. Er zitierte Studien, die zeigen, dass die persönliche Interaktion mit Pflanzen Stress, Angst und Müdigkeit reduzieren und den Blutdruck und die Muskelspannung senken kann. Gartenarbeit verbindet uns auch wieder mit unseren Nachbarn und der Erde. Sharaskin zitiert Leo Tolstoi:


„Eine der ersten und allgemein anerkannten Voraussetzungen für Glück ist das Leben in engem Kontakt mit der Natur, dh das Leben unter freiem Himmel, im Licht der Sonne, an der frischen Luft; Interaktion mit der Erde, Pflanzen und Tieren.“


Von der Krise zur Chance

Heute erleben die Menschen im Westen etwas Ähnliches wie die „Vergewaltigung Russlands“ durch Finanzoligarchen. Oligarchische Giganten wie  BlackRock  und  Blackstone  kommen einem in den Sinn, zusammen mit der „Crowd von Davos “ – jenem exklusiven Kartell aus internationalen Bankern, Großunternehmern, Medien und Politikern, das sich jährlich beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, Schweiz, trifft.


WEF-Gründer Klaus Schwab hat  das gegenwärtige Zusammentreffen von Krisen als „ein seltenes, aber enges Fenster der Gelegenheit bezeichnet, unsere Welt zu reflektieren, neu zu erfinden und zurückzusetzen“. Es ist auch eine seltene, aber enge Gelegenheit für uns, die Entrechteten, unsere geplünderten Vermögenswerte und die Macht zurückzugewinnen, unser eigenes Geld auszugeben, die Wirtschaft im Dienste der Menschen zu verbessern und die Ernährungssysteme und unsere eigenen Landstriche, wie klein sie auch sein mögen, neu zu erfinden .


Was die Lebensmittelnachhaltigkeit betrifft, können wir von den erfolgreichen russischen  Datschen lernen  , indem wir unsere eigenen Familien- und Gemeinschaftsgärten anlegen. Russland hat auch das aufkeimende Wachstum von Ökodörfern erlebt – Subsistenzgemeinschaften, die aus Mehrfamilienhäusern bestehen, die typischerweise Gemeindegebiete mit einer Schule, einer Klinik, einem Theater und einem Festivalgelände umfassen. Die Bildung autarker Gemeinschaften und „going local“ ist heute auch im Westen eine populäre Bewegung.


Eine Folge davon ist die unabhängige Kryptowährungsbewegung. Wir können diese beiden Bewegungen kombinieren, um unsere lokalen Lebensmittelgärten mit lebensmittelgestützten Gemeinschaftswährungen oder Kryptowährungen zu finanzieren. Jetzt gekaufte Krypto-„Münzen“ würden wie Terminkontrakte fungieren und als Vorauszahlung auf die zukünftige Produktivität dienen, die zur Erntezeit in landwirtschaftliche Produkte einlösbar wäre. Dieses Thema wird in Kürze in einem Folgeartikel behandelt.

*

Hinweis für die Leser: Bitte klicken Sie oben oder unten auf die Teilen-Schaltflächen. Folgen Sie uns auf Instagram, Twitter und Facebook. Fühlen Sie sich frei, Artikel von Global Research zu reposten und zu teilen.


Dieser Artikel wurde zuerst auf  ScheerPost veröffentlicht .


Ellen Brown ist Anwältin, Vorsitzende des  Public Banking Institute und Autorin von dreizehn Büchern, darunter  Web of Debt The Public Bank Solution und  Banking on the People: Democratizing Money in the Digital Age . Sie ist außerdem Co-Moderatorin einer Radiosendung auf  PRN.FM mit dem  Titel „ It’s Our Money “. Ihre über 300 Blog-Artikel werden auf  EllenBrown.com veröffentlicht .


Sie schreibt regelmäßig Beiträge für Global Research.

Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

Urheberrecht © Ellen Brown , Globale Forschung, 2022


Info: https://www.globalresearch.ca/food-shortage-solution-your-own-backyard/5783022

12.06.2022

2022-06-11 Corona-Ausschuss zu Grundgesetz und Verfassung

odysee.com, June 11th, 2022154 views

Ralph Boes & Heinz Kruse | Session 108: fiat iustitia


Und Heinz Kruse beim Corona-Ausschuss:

2022-06-11 Corona-Ausschuss zu Grundgesetz und Verfassung

Video https://odysee.com/@Corona-Ausschuss:3/Sitzung-108-Boes-und-Kruse-Odysee-final:a  Dauer 1:09:25 h


Let Corona Investigative Committee know you enjoyed this!

Guests:


Ralph Boes - Human rights activist, ensured that Hartz IV sanctions were brought before the the Federal Constitutional Court and had them declared unconstitutional.


Heinz Kruse - Book author and former head of economic affairs in Hanover


About:

  • Renewal of the Federal Republic on its own ideals
  • On the necessity and possibility of self-empowerment of the Sovereign in Germany, the Relevance of § 146 GG
  • Although the most important articles, §§ 1 and 20 GG are especially protected by § 79 (3) GG (clause of immutability)
    of all things, §20 of the Basic Law is not to be found in a art project at the Bundestag. Ralph Boes has changed this
    his own art object, which is not tolerated by the Bundestag but is not tolerated by the Bundestag


The Corona Committee was founded on the initiative of attorney and economist Viviane Fischer and attorney Dr. Reiner Fuellmich. It is conducting a review of evidence on the Corona crisis and measures.


Learn more about the committee:

https://corona-investigative-committee.com



Info: Video hier mir englischer Übersetzerstimme https://odysee.com/Session-108-Boes-und-Kruse-Odysee-final:8c2c7f5524c16cd96e1761918263d2e432be5186  Dauer 1:09:25 h

12.06.2022

Hintergrundinfos Es geht los: Die erste Regierung führt digitale Bezahldaten und Kassenbons zusammen

cashkurs.com, 10.06.2022, Autor: Cashkurs-Redaktion

Für viele wirkte die Warnung bisher weit hergeholt, bald könnten staatliche Sozialingenieure zu unserem Besten oder dem von Natur oder Gesellschaft bestimmen, welche Nahrungsmittel und was sonst noch wir kaufen dürfen. Nun holt sich die erste europäische Regierung die nötigen Daten. Sie greift alle Bezahldaten und Kassenbons ab und führt sie mit Daten über die Haushalte zusammen. Ein Beitrag von Dr. Norbert Häring.


GaudiLab / Shutterstock.com


Es ist nicht das Jahr 2050 und es ist kein dystopischer Zukunftsroman oder Musik-Video von 1985, sondern Realität. Das norwegische Statistikamt SSB will den größten Betreiber von digitalen Bezahlterminals Nets, verpflichten, ihm alle Daten der über die Terminals abgewickelten Kartenzahlungen zu übermitteln. Sie enthalten Namen, Adressen, Kaufdatum und Preise der einzelnen Produkte.


Außerdem sollen die vier größten Einzelhandelsketten verpflichtet werden, den regierungsamtlichen Statistikerinnen und Statistikern die digitalen Kassenbelege zu übergeben, aus denen hervorgeht welche Produkte die jeweiligen Bürger gekauft haben.


Der in Norwegen lebende Peter Imanuelsen hat am 2. Juni zuerst auf Englisch darüber geschrieben. Einen weiteren Bericht konnte ich nicht finden. Glauben konnte ich es auch nicht. Also fertigte ich mit maschineller Hilfe eine Übersetzung der Kosten- und Nutzenabschätzung der Statistikbehörde an, aus der hervorgeht, was sie plant, und wofür das gut sein soll.


Und es stimmt tatsächlich. Der reißerisch wirkende Bericht Imanuelsens ist nicht übertrieben.

Über Nets-Terminals werden 80 % der digitalen Bezahlvorgänge in norwegischen Supermärkten abgewickelt. Die Statistiker wollen jeden Tag Millionen Kassenquittungen und jedes Jahr über eine Milliarde Bezahlvorgänge einsammeln, kombinieren, archivieren und auswerten.


Die Statistiker sind sich zwar bewusst, dass das Vorhaben sehr tief in die Privatsphäre der Norweger eingreift, aber es sei ja nur für statistische Zwecke und die Statistiker seien vertrauenswürdig und den sicheren Umgang mit heiklen Daten gewöhnt. Und das Gesetz verbiete, die Daten zu einem anderen Zweck als statistischen zu nutzen. Das gebe den Bürger die Garantie, dass das auch nicht passiere. (Mindestens solange bis die relevanten Gesetze geändert werden.)

Von einer Löschung der Daten irgendwann schreibt die Behörde allerdings nichts, was den Bericht eines norwegischen Mediums glaubwürdig macht, die Daten sollten dauerhaft aufbewahrt werden. Maßnahmen zur Datensicherheit werden nur sehr allgemein beschrieben. Davon, dass die Daten nicht von amerikanischen Firmen gehostet oder verarbeitet werden dürfen, weil sonst laut CLOUD-Gesetz die Geheimdienste der USA jederzeit Zugriff darauf haben, ist nicht ausdrücklich die Rede. Der Gedanke ist nicht abseitig, hostet doch das Statistische Bundesamt die Volkszählungsdaten 2022 bei Cloudflare, einem amerikanischen Unternehmen.


Staat will wissen, wer was isst und trinkt… Allen Ernstes ist einer der genannten Hauptzwecke für diese beängstigende Form der Datenerhebung, dass die Statistiker besser wissen wollen, welche Nahrungsmittel und Getränke die Bürger zu sich nehmen. Und zwar nicht nur insgesamt, sondern fein aufgeschlüsselt. So kann der Staat besser beurteilen, wie gesund bzw. ungesund seine Bürger sich ernähren, und feststellen, welche Gruppen er besonders bearbeiten muss, wenn er die Ernährungsgewohnheiten verbessern will. Weil es schwer zu glauben ist, lohnt hier ein längeres Zitat aus der Kosten-Nutzen-Analyse der Statistiker:

Statistic Norway wird auf der Grundlage neuer Datenquellen neue amtliche Statistiken über die Ernährung der norwegischen Bevölkerung entwickeln und veröffentlichen. (…) Die Statistiken werden durch den Zugang zu Transaktionsdaten von Nets in Kombination mit u. a. Bon-Daten von Lebensmittelketten, Daten über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln und Haushaltsdaten aus dem Verwaltungsregister von Statistik Norwegen eine viel höhere Qualität und einen höheren Detaillierungsgrad als bisher aufweisen.

Dies gilt beispielsweise für Statistiken, die zeigen, wie die Ernährung der norwegischen Bevölkerung mit sozioökonomischen Hintergrundfaktoren wie Einkommen, Bildung und Arbeitsmarktzugehörigkeit variiert und wie sie mit demografischen und geografischen Dimensionen variiert. Es ist wichtig, regionale, demografische und soziale Unterschiede in der Ernährung aufzuzeigen, da dies eine zentrale Dimension bei der Messung und Quantifizierung der Lebensgewohnheiten der Bevölkerung ist.


Insgesamt werden die Statistiken zu einer wesentlich besseren Wissensbasis über die Entwicklungen in der norwegischen Ernährung beitragen, und zwar mit einer höheren Qualität und einem höheren Detaillierungsgrad als bisher. Dies entspricht auch dem, was in den Aktionsplänen der Gesundheitsbehörden und in einer Absichtserklärung zwischen den Gesundheitsbehörden und der Lebensmittelindustrie über eine gesündere Ernährung zum Ausdruck kommt.“

…und wer zu welchem Arzt und Psychiater geht Weil die Terminals von Nets auch in den Praxen der Gesundheitsberufe stehen, freuen sich die staatlichen Statistiker auch darauf, ihre Gesundheitsstatistiken verbessern zu können.

Die Erfassung von Zahlungsvorgängen von Nets kann auch für vollständigere Statistiken darüber genutzt werden, wer private Gesundheitsleistungen in Anspruch nimmt und was diese kosten. Dies kann unter anderem die bestehenden Datenquellen in Bezug auf Selbstzahlung, Herstellung und Inanspruchnahme privater Gesundheitsdienstleistungen wie zahnärztliche Dienstleistungen, ärztliche Dienstleistungen, Physiotherapie, Chiropraktik, Psychologie und Labordienstleistungen ergänzen.“

…und ganz allgemein wer was kauft? Aber natürlich bleiben die Statistiker nicht bei Gesundheit und Ernährung stehen. Da sich durch das Zusammenbringen von Kassenbons, Zahlungsdaten und Käuferdaten alle Käufe bis auf die Produktebene und die persönliche Ebene zuordnen lassen, wird das auch gemacht und die Daten gespeichert und ausgewertet. Welche schönen Untersuchungen man machen kann, wenn man genau weiß, wer was kauft, breiten sie zwar noch nicht aus. Aber es wird ihnen und den Ministerien im Lauf der Zeit schon einfallen.


Was könnte da schiefgehen? Statistik Norwegen gibt bei der Beschreibung der Sensibilität der Daten eine gute Ahnung davon, was hier schiefgehen könnte:

(Die Daten) identifizieren sowohl den Karten- als auch den Kontoinhaber und listen alle mit der Debitkarte getätigten Transaktionen mit Angabe von Zeit und Ort der Nutzung (z. B. Geschäft) auf. Darüber hinaus können in den Zahlungsvorgängen besondere Kategorien personenbezogener Daten enthalten sein, da die Art des Nutzerstandorts unter anderem die Religion, die politische Meinung, den Gesundheitszustand, die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder sexuelle Beziehungen des Kontoinhabers implizieren kann.“

Dem Bericht von Imanuelsen zufolge protestiert immerhin NorgesGruppen als eine der Supermarktketten, die die Kassendaten liefern sollen gegen diese Verknüpfung mit Zahlungsdaten und verlangt eine Stellungnahme der Datenschutzbehörde. Auch Nets kritisiere die drohende Verletzung der Privatsphäre der Kunden.


Die Statistiker räumen zwar ein, dass die Kunden der Supermärkte und Gesundheitsdienstleister nicht damit rechneten, auf diese Weise ausgeforscht zu werden. Aber andererseits seien sie bereits mit dem Gedanken vertraut, dass private Zahlungsdienstleister ähnliches täten:

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die betroffene Person weiß, dass die Informationen registriert sind und den Banken zur Verfügung stehen, die auf der Grundlage dieser Informationen verschiedene Online-Bankdienstleistungen anbieten. Daten von BankAxept werden auch an Marktanalysten verkauft, aber dann in einer aggregierten Form, die nicht persönlich identifizierbar ist.“

Bargeld als letzte Ausweichmöglichkeit – noch Wenn das norwegische Statistikamt seine Absicht wie geplant umsetzen kann, bedeutet das, dass die organisatorischen Grundlagen für eine umfassende Feinsteuerung des Bürgerhandelns geschaffen werden. Es mag eine Weile dauern, bis die Daten für so etwas genutzt werden, aber Gründe werden sich ganz sicher finden, um das nach und nach zu tun, mal hier, mal da, und immer ein bisschen mehr.


Das hat auch große Bedeutung für uns, weil die Norweger damit die Erfahrungen sammeln, die in anderen Ländern von deren Regierungen dann sehr schnell ebenfalls umgesetzt werden können, zum Beispiel, wenn die nächste Pandemie ausgerufen wird. Denn eines haben wir gelernt: Wenn eine Pandemie ausgerufen ist, muss alles andere hinter dem vermeintlichen Gesundheitsschutz der Bevölkerung zurückstehen, das Recht auf Privatsphäre auch und zuerst.


Neben der politischen Bekämpfung von Bestrebungen dieser Art und derer, die sie vorantreiben, ist Barzahlen die wichtigste Form des Widerstandes.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog von Norbert Häring. Vielen Dank für die Erlaubnis ihn übernehmen zu dürfen!


Kommentare

alter_schwede am 10.06.2022 um 14:57 Uhr

Alles Materialistische Sekterismus was her vorgeht!
Danke, immer wider!


Info: https://www.cashkurs.com/hintergrundinfos/beitrag/es-geht-los-die-erste-regierung-fuehrt-digitale-bezahldaten-und-kassenbons-zusammen

12.06.2022

"In der Gunst Washingtons" – Wie die USA ihre militärische Erschließung Polens fortsetzen

pressefreiheit.rtde.tech, 12 Juni 2022 06:45 Uhr, Eine Analyse von Alexander Karpow und Aljona Medwedewa

Die USA errichten innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als 100 militärische Objekte für verschiedene Zwecke in Polen. Darüber informierte der US-Botschafter in dem osteuropäischen Land Mark Brzezinski anlässlich des Baubeginns eines Munitionslagers der USA in Powidz.


"In der Gunst Washingtons" – Wie die USA ihre militärische Erschließung Polens fortsetzen


Innerhalb eines Jahrzehnts werden die Vereinigten Staaten von Amerika in Polen mehr als 100 militärische Objekte für verschiedene Zwecke errichtet haben. Das berichtete der neue US-amerikanische Botschafter in Polen Mark Francis Brzezinski. Nach seinen Worten senden Washington und Warschau auf diese Weise eine "Botschaft" an Russland über ihre Bereitschaft, gemeinsam auf jede Bedrohung zu reagieren. Die Experten erinnern ihrerseits daran, dass die polnische Regierung seit langem ihre Absicht bekundet, die militärische Kollaboration mit den US-Amerikanern zu vertiefen, da dies Warschau geopolitische Vorteile sowohl in Europa als auch innerhalb der NATO verschaffen würde. Von großem Nutzen ist diese Ausrichtung auch für das Weiße Haus in Washington, D.C., wo man weiterhin eine ehrgeizige Strategie gegen die Russische Föderation verfolgt, so die Analysten.

"Für die nächsten zehn Jahre sind mehr als 110 Bauprojekte geplant", zitierte TASS die Worte des US-Botschafters Brzezinski.

Nach seinen Worten sind sie notwendig, "um die militärische Bereitschaft ernsthaft zu erhöhen".


Polen will Kontrolle über Weltfonds für Wiederaufbau der Ukraine





Polen will Kontrolle über Weltfonds für Wiederaufbau der Ukraine






"Die heutige Zeremonie des ersten Spatenstichs ist nur eine von acht in diesem Sommer in Polen geplanten", sagte Brzezinski. Er fügte hinzu, dass der militärische Aufbau von der Bereitschaft der USA und Polens zeuge, gemeinsam auf Bedrohungen zu reagieren, und bezeichnete die in Powidz (ehemals deutsch Kurheim genannt) zu errichtenden Waffendepots als "abschreckendes Element".


Laut Brzezinski "sind wir [USA und Polen] vereint, wir stehen zusammen, und diese Botschaft wird in Russland sehr gut gehört und verstanden."


Der Bau von Munitionsdepots in Powidz ist Teil eines Aktionsplans für Einsatzbereitschaft, der auf dem NATO-Gipfel 2014 in Wales verabschiedet wurde. Dieser Plan sieht unter anderem die Errichtung von Gebäudekomplexen für Waffen und Ausrüstung vor.


Insgesamt werden 56 Depots gebaut, von denen 51 von den Amerikanern und 5 vom polnischen Militär belegt werden. Das polnische Verteidigungsministerium berichtet, dass die in diesem Rahmen geschaffene Infrastruktur einen schnellen Einsatz zusätzlicher Kampffähigkeiten in Mittel- und Osteuropa in Form von bemannten Kräften der NATO-Verbündeten ermöglichen.


Bevorzugter "Kunde"

In den letzten Jahren entwickelt Polen sehr tatkräftig seine militärische Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, die sich nicht nur darin äußert, dass Polen die militärische Infrastruktur der USA beherbergt, sondern auch in umfangreichen Waffenkäufen im Pentagon und beim militärisch-industriellen Komplex (MIK) der USA ihren Ausdruck findet.


Im Zeitraum von 2015 bis 2019 verkauften die USA an Polen militärische Ausrüstung im Wert von 861 Millionen US-Dollar, darunter Transportmittel, Gasturbinenmotoren, Feuerleitsysteme und Laserleitsysteme.


"Polnisch-ukrainische Union": Warschau und Kiew wollen Geschichte schreiben





Meinung

"Polnisch-ukrainische Union": Warschau und Kiew wollen Geschichte schreiben





Im März 2018 unterzeichnete Polen einen Vertrag über den Erwerb von Patriot-Luftabwehrsystemen des Konzerns Raytheon im Wert von 4,75 Milliarden US-Dollar. Und im Jahr 2020 wurde ein weiterer Vertrag über 4,6 Milliarden unterzeichnet – diesmal für den Kauf und die Wartung von 32 Kampfjets des modernen Typs F-35A Lightning.


Zudem plant die polnische Regierung den Ankauf von 500 HIMARS-Mehrfachraketenwerfern von den Amerikanern für 411 Millionen Dollar.


Das Außenministerium schätzt das Portfolio an Aufträgen für Rüstungsgüter, Militärtechnik und Ausrüstung für Warschau auf 15,66 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören auch Panzerabwehrraketen vom Typ FGM-148 Javelin, Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-120C-7, die Wartung von F-16-Kampfflugzeugen und so weiter.


All dies mache Warschau "zu einem wichtigen strategischen Verbündeten in Mitteleuropa", der "mit den Vereinigten Staaten auf internationalen Foren zusammenarbeitet, um Stabilität und Sicherheit in der Region und darüber hinaus zu fördern", wird im US-Außenministerium betont.

Dabei verschweigt man in Washington gar nicht, dass diese intensivere militärische Zusammenarbeit mit Polen vor allem gegen Russland gerichtet ist.


"Die Vereinigten Staaten und Polen bemühen sich gemeinsam um die Aufrechterhaltung eines Vorpostens zum Schutz der Allianz und als Gegenmaßnahme zu Russland, das weiterhin die auf Regeln basierende internationale Ordnung untergräbt. Die Vereinigten Staaten führen eine verstärkte Vornepräsenz (eFP) in Polen an und stationieren gepanzerte Brigadekampftruppen auf Rotationsbasis als Teil der Operation Atlantic Resolve, die von der Europäischen Abschreckungsinitiative finanziert wird", betonte das US-Außenministerium.


Der Appetit Polens auf Kaliningrad – Oder: Machen Sie sich ein Tilsiter Käsebrot





Meinung

Der Appetit Polens auf Kaliningrad – Oder: Machen Sie sich ein Tilsiter Käsebrot





Zusätzlich unterschrieben Warschau und Washington im Jahr 2019 zwei gemeinsame Deklarationen, in denen geplante Standorte für eine verstärkte US-Militärpräsenz in Polen aufgelistet sind, und im Jahr 2020 wurde das Abkommen über verstärkte Verteidigungszusammenarbeit (EDCA) geschlossen. Zum heutigen Zeitpunkt sind rund 4.500 US-Soldaten auf Rotationsbasis in Polen stationiert.


US-Außenminister Antony Blinken besuchte Polen im März und lobte, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern habe ein neues Niveau erreicht.


"Es scheint mir, man darf mit Sicherheit sagen, dass die Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung zwischen Polen und den USA als NATO-Verbündete enger ist als je zuvor. Und wir haben erheblich die Anzahl und das Spektrum des militärischen Apparats und der Fähigkeiten erhöht, die in Polen eingesetzt werden", sagte der US-Chefdiplomat.


Die antirussische Richtung

Die Politologen halten fest, dass die Ausweitung der amerikanischen Militärpräsenz auf dem polnischen Staatsgebiet faktisch eine Aufgabe für die Stärkung der eigenen Rolle darstellt.


"Der US-Botschafter sagte im Prinzip, dass Washington die Kolonisierung dieses Landes fortsetzen werde, weil die Errichtung von Militärbasen in solchem Umfang nur auf einem entsprechenden Territorium möglich ist. Die Interessen der USA werden höher geschätzt als die nationalen Interessen Polens, auf dessen Boden sich die US-amerikanischen Stützpunkte befinden", erklärte der Militärexperte Wiktor Litowkin in einem Gespräch mit RT.


Jedenfalls imponiert diese Sachlage offenbar der polnischen Seite, so der Experte.


Militärische Geschichtsrevision – Meldungen über Polens "Friedenstruppen"-Pläne zur Westukraine




Analyse

Militärische Geschichtsrevision – Meldungen über Polens "Friedenstruppen"-Pläne zur Westukraine





"Mehr noch, Präsident Duda versuchte einst Donald Trump zu überreden, einen amerikanischen Stützpunkt auf polnischem Territorium zu errichten und versprach, dafür sogar selbst  2 Milliarden Dollar zu zahlen, denn offensichtlich möchte Polen gern eine Kolonie der Vereinigten Staaten sein", so Litowkin.


Er erinnerte daran, dass Polen in den letzten Jahren kein Geheimnis aus seiner Absicht gemacht hat, der wichtigste Verbündete der USA in Europa zu werden und damit zugleich seinen eigenen Status in der nordatlantischen NATO-Allianz zu erhöhen.


"Auf diese Weise versucht die polnische Regierung die Möglichkeit zu erhalten, Einfluss auf andere Länder in Europa nehmen zu können, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Als Günstling Washingtons wird Polen seine Politik jedem aufzwingen können, ohne Verpflichtungen zu übernehmen", meint der Analyst.


Sergei Jermakow, ein führender Experte des Russischen Instituts für Strategische Studien (RISS), stellte seinerseits fest, dass die gegenwärtige US-Politik in Richtung Polen eine Fortsetzung der US-Strategie zur Eindämmung Russlands ist.


"All diese Maßnahmen entsprechen eindeutig den Plänen Washingtons und der NATO zur sogenannten Eindämmung, in Wirklichkeit aber zur Bekämpfung von Russland. In jüngster Zeit erhöhen die USA systematisch sowohl ihren Militärhaushalt als auch ihre Militärausgaben, von denen der größte Teil für den Widerstand gegen Russland gedacht ist. Mit diesen Mitteln erweitert das US-Kommando in Europa seine militärische Infrastruktur, erhöht die Kapazität und die Zahl seiner Streitkräfte, die dort dauerhaft stationiert sind", erklärte der Experte.


Nach seinen Worten war und ist die Hauptaufgabe des US-Militärs in Europa und der gesamten NATO die Bekämpfung Russlands, worüber die US-Militärkommandeure offen sprechen.

"Deswegen liegt die Priorität auf der östlichen Flanke und den Verbündeten, welche die USA bei diesen Bemühungen am meisten unterstützen – also bei den baltischen Staaten und Polen. Im gleichen Kontext sind die Bemühungen zu sehen, die nördlichen Länder – also Schweden und Finnland – in den NATO-Block zu holen. All das geschieht ausschließlich zu dem Zweck, Russland 'einzudämmen' ", unterstrich Jermakow.


Übersetzt aus dem Russischen


Mehr zum Thema - Warschau – blindes trojanisches Pferd der USA in Europa rächt sich an Moskau für Verlust der Ukraine


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/europa/140411-in-gunst-washingtons-polen-militaerisch-erschlossen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


Die Monroe-Doktrin von 1823 lässt grüßen und die polnisch-ukrainische Union, die "Geschichte schreiben" will, tut ihr übriges einen potenziellen NATO-Bündnisfall herbei zu führen.

Sage keiner wir wüssten nicht, was wir wissen können!

Seite 983 von 1116

< 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 300 ... 700 .. 800 .. 900 .. 950 .. 960 .. 970 .. 980 981 982 983 984 985 986 .. 990 .. 1000 .. 1010 .. 1090 .. 1100 .. 1110 .. 1113 1114 1115 1116 >