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24.10.2022

Warum die USA nicht vom Kriegspfad gegen China abweichen werden

meinungsfreiheit.rtde.life, 24 Okt. 2022 08:45 Uhr, Eine Analyse von Dr. Radhika Desai

Wenn es das Ziel der US-Politik sein soll, China die Souveränität über seine Gewässer zu verweigern, werden die USA wahrscheinlich nie vom Kriegspfad der militärischen Aggression abweichen.


Warum die USA nicht vom Kriegspfad gegen China abweichen werdenQuelle: Gettyimages.ru © Ezra Acayan / Getty Images


Zitat: Die Kriegstrommeln, die in Washington geschlagen werden, nehmen an Lautstärke zu. Auf den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan folgte der Besuch weiterer US-Kongressabgeordneter. Nur Wochen später erklärte Präsident Biden, dass die USA bereit seien, Taiwan im Falle einer chinesischen Invasion zu verteidigen und zwei Tage danach führten US-amerikanische und kanadische Kriegsschiffe eine weitere provokante Operation im Namen der "Freiheit der Navigation" in der Straße von Taiwan durch, die seit Präsident Obamas "Ausrichtung nach Asien" immer häufiger geworden sind. Und jetzt wurde die Verabschiedung einer Verordnung zur Taiwan-Politik beschleunigt, die darauf abzielt, "die Sicherheit Taiwans und sein Recht auf Selbstbestimmung zu unterstützen".


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Wenn diese Verordnung durchgeht, wird es Bidens charakteristisches außenpolitisches Vermächtnis, ungeachtet des Stellvertreterkriegs gegen Russland in der Ukraine. Sie wird die langjährige Achtung der USA der "Ein-China-Politik" zunichtemachen und ihre Jahrzehnte alte "strategische Zweideutigkeit" in dieser Frage in eine strategische Gewissheit eines Engagements der USA für die Unabhängigkeit Taiwans verwandeln.


Nach Obamas "Ausrichtung nach Asien" und Trumps polterndem Handels-, Technologie- und Währungskrieg wurde Biden für sein Versprechen auf einen gemäßigteren und friedlicheren Ansatz in der China-Frage gewählt. Stattdessen hat seine Präsidentschaft eine regelrechte vierte Krise in der Straße von Taiwan inszeniert, eine Krise, die in einen Atomkrieg münden könnte.

Selbst inmitten des ganzen Tumults des Ukraine-Konflikts bleibt in politischen Kreisen der USA der Alarmismus über China weitverbreitet. Man nehme zum Beispiel den renommierten Council on Foreign Relations (CFR), der seit dem Jahr 1918 eine gewichtige Rolle in der US-amerikanischen Außenpolitik spielt. In den vergangenen Monaten brachte Foreign Affairs, das publizistische Flaggschiff von CFR, Schlagzeilen wie "Taiwan kann nicht warten: Was Amerika tun muss, um eine erfolgreiche chinesische Invasion zu verhindern", "Wie man die nächste Krise in der Straße von Taiwan überlebt", "Washington muss bereit sein für ein Kräftemessen mit oder ohne die Reise von Pelosi", "Amerika muss sich auf einen Krieg um Taiwan vorbereiten" und "Die Zeit läuft ab, um Taiwan zu verteidigen: Warum sich das Pentagon auf zeitnahe Abschreckung konzentrieren muss" – letzteres von niemand geringerem als Michèle Flournoy verfasst, die einst als Verteidigungsministerin in der Regierung von Joe Biden gehandelt wurde.


Diese Schlagzeilen sind nicht bloß heiße Luft. Neben der Reaktivierung des quadrilateralen Sicherheitsdialogs (Quad) zwischen den USA, Australien, Indien und Japan, der Bildung von AUKUS zwischen den USA, Australien und Großbritannien und der beispiellosen Fokussierung der NATO auf China, steht die Regierung von Biden hinter einer massiven Konzentration von Streitkräften im Westpazifik, wobei 57 der 111 weltweit operierenden Kriegsschiffe an die dort zuständige Siebte Flotte angeschlossen sind. Diese Flotte umfasst drei große und drei mittelgroße Flugzeugträger, auf denen Kampfflugzeuge vom Typ F-35 stationiert sind, die Atomwaffen tragen können. Darüber hinaus waren die USA an zahlreichen Militärübungen in der Region beteiligt, einschließlich der sogenannten Durchfahrten durch die Straße von Taiwan im Namen der "Freiheit der Navigation"


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Natürlich ging die schwindende Wirtschaftsmacht der USA in den vergangenen Jahrzehnten auch mit einer schwindenden Militärmacht einher, wie eine Reihe militärischer Misserfolge allein in diesem Jahrhundert zeigt, die im schmählichen Rückzug aus Afghanistan gipfelten. Daher gibt es auch in den USA zwangsläufig Stimmen, die zur Vorsicht mahnen.


Während die außenpolitischen Denkfabriken Geschichten mit Überschriften bringen wie "Peking spielt immer noch das lange Spiel mit Taiwan" und "Warum China für eine Invasion nicht bereit ist", sind auch neue Institutionen entstanden, die dagegen ansteuern. Eine der wichtigsten unter diesen Institutionen ist das Quincy Institute for Responsible Statecraft (Institut für verantwortungsvolle Staatsführung), das unter der Prämisse operiert, dass "das praktische und moralische Versagen der Bemühungen der USA, das Schicksal anderer Nationen einseitig mit Gewalt zu gestalten, ein grundlegendes Überdenken der außenpolitischen Anmaßungen der USA erfordert".

Doch wie viel können solche neuen Institutionen bewirken? Schließlich besteht Einigkeit zwischen den beiden großen US-Parteien und den "realistischen" und "liberalen internationalistischen" Denkschulen im außenpolitischen Diskurs, der China als die Hauptbedrohung für die USA darstellt. Der Experte des Quincy-Instituts für China warnte vor einer "drohenden Inflation" in Zusammenhang mit China. Er empfahl den politischen Entscheidungsträgern in Washington, "ausgewogenere, faktenbasierte Bewertungen der Fähigkeiten und Absichten Chinas zu erstellen" und forderte sie nachdrücklich auf, "ein regionales und globales System zu schaffen, das sich auf ein Höchstmaß an positiven Wechselwirkungen konzentriert, einschließlich kooperativer Strukturen und Vereinbarungen zur Bewältigung spezifischer gemeinsamer regionaler und globaler Bedrohungen wie Klimawandel, Pandemien, finanzieller Instabilität, Cyberangriffe und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen".


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Er befürwortet auch "die Wiederbelebung der Ein-China-Politik gegenüber Taiwan und größere Bemühungen, die Anreize sowohl in Peking als auch in Taipeh zu erhöhen, Kompromisse einzugehen, um politische Gespräche zu ermöglichen". Aber selbst er empfiehlt, dass das ultimative Ziel der US-Politik "eine finanziell machbare Haltung zu einer aktiven Strategie sein sollte, die darauf abzielt, China die Kontrolle über seine maritime Peripherie zu verweigern".


Wenn es das Ziel der US-Politik sein soll, China die Souveränität über seine rechtmäßigen Gewässer zu verweigern, selbst in den Augen der Kritiker der derzeitigen US-Politik gegenüber China, werden die USA wahrscheinlich nie vom Kriegspfad der militärischen Aggression abweichen.


Aus dem Englischen


Dr. Radhika Desai

ist Professorin am Department of Political Studies an der University of Manitoba in Winnipeg, Kanada und Direktorin der Geopolitical Economy Research Group. Sie schreibt auch für den Valdai Club, CGTN, Counterpunch und weitere Nachrichten- und Meinungsportale.


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Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152333-warum-usa-nicht-vom-kriegspfad-gegen-china-abweichen-werden


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.10.2022

Verharmlosung von Kriegsverbrechen: Gesetzesverschärfung im Eiltempo

taz.de, 23. Oktober 2022
Der Bundestag hat das Delikt der „Volksverhetzung“ verschärft. In einem völlig intransparenten Verfahren.


Deutscher Bundestag















Die Leugnung und Verharmlosung von Kriegsverbrechen und Völkermorden ist jetzt als „Volkverhetzung“ strafbar Foto: Michele Tantussi/reuters


BERLIN taz | Die Leugnung und Verharmlosung von Kriegsverbrechen und Völkermorden ist jetzt als „Volkverhetzung“ strafbar. Der Bundestag hat in der Nacht zum Freitag ohne jede Ankündigung das Strafrecht verschärft. Dies betrifft zum Beispiel die Leugnung und Verharmlosung von russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine.


Bisher war in der Bundesrepublik nur die Billigung von Straftaten aller Art (Paragraf 140 Strafgesetzbuch) sowie die Leugnung und Verharmlosung des Holocausts (Paragraf 130 Absatz 3) strafbar. Nun wurde in Paragraf 130 ein neuer Absatz 5 eingefügt. Danach ist auch die öffentliche Leugnung und „gröbliche“ Verharmlosung von anderen Völkermorden sowie von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen strafbar.


Einschränkend heißt es zwar, die Äußerung müsse „geeignet“ sein, den öffentlichen Frieden zu stören und zu Hass oder Gewalt aufzustacheln. Letztlich entscheiden bei so unbestimmten Begriffen aber die Staatsanwaltschaften, welche Äußerungen verfolgt werden. Die Eignung, Hass zu erzeugen, kann in diesen aufgeheizten Zeiten schließlich leicht unterstellt werden.


Die Verschärfung des Strafrechts beruhte auf einer zunächst nicht öffentlichen „Formulierungshilfe“ des Justizministeriums von Marco Buschmann (FDP). Völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit beschloss der Rechtsausschuss am Mittwoch, den Vorschlag in einem harmlosen Gesetz zum Bundeszentralregister unterzubringen.


So konnte auf eine erste Lesung verzichtet werden. Und schon einen Tag später hat der Bundestag die Änderung abschließend beschlossen – als letzten Tagesordnungspunkt kurz vor 23 Uhr. Dafür stimmten die Ampelfraktionen und die Union, dagegen AfD und Linke.


Verschärfung habe nichts mit Ukrainekrieg zu tun

Das Justizministerium betonte, die Verschärfung des Strafrechts habe nichts mit dem Ukrainekrieg zu tun. Man reagiere nur auf ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission. Deutschland habe einen EU-Rahmenbeschluss (zur Bekämpfung des Rassismus) von 2008 nicht deutlich genug umgesetzt. Es gehe nur um eine „Klarstellung“. Schon bisher sei die Leugnung und Verharmlosung von Kriegsverbrechen als Volksverhetzung strafbar gewesen, erklärte das Ministerium.


Davon ist bisher allerdings noch niemand ausgegangen und es sind auch keine entsprechenden Gerichtsurteile bekannt. Auch die Staatsanwaltschaften haben seit Februar zwar wegen Billigung des russischen ­Angriffskriegs ermittelt, aber nicht wegen Leugnung oder Verharmlosung von russischen Kriegsverbrechen. Faktisch handelt es sich also um eine Verschärfung.


Die beschlossene weitreichende Regelung wäre EU-rechtlich auch nicht zwingend gewesen. Denn der EU-Rahmenbeschluss von 2008 lässt den EU-Staaten durchaus gewisse Spielräume. So können sie etwa nur die Leugnung und Verharmlosung solcher Kriegsverbrechen unter Strafe stellen, die bereits durch ein internationales Gericht endgültig festgestellt wurden.


Darauf kommt es nun aber nicht an. Es genügt für die Strafverfolgung von gröblich verharmlosenden Meinungsäußerungen, dass eine Staatsanwaltschaft bestimmte Handlungen als Kriegsverbrechen einstuft.


Info: https://taz.de/Verharmlosung-von-Kriegsverbrechen/!5889964


unser Kommentar:  Erklärung: "Plebiszitäre Demokratie verhält sich zu repräsentativer Demokratie, wie Sein zu Schein."


weiterer Kommentar: Doris Pumphrey: Gesetzesverschärfung im Eiltempo (Richtung Faschismus) 

24.10.2022

Ein System, das auf Angst basiert, ist zum Scheitern verurteilt

Zusammenhalt. Das ist wohl das am häufigsten gebrauchte Wort unserer führenden Politiker. Doch genau der ist längst verschwunden. Und er wird sich – zusammen mit dem ganzen System – weiter nach und nach in Luft auflösen.


Ein System, das auf Angst basiert, ist zum Scheitern verurteilt


Quelle: www.globallookpress.com © Florian Gaertner/PHOTOTHEK


Jede Gesellschaft braucht die Überzeugten, die, die Macht haben und sie im Sinne der Mehrheit einsetzen, und jene, die daran glauben, was von der Machtebene ausgeht. Diese Hierarchie klein- oder gar wegzureden, ist eine Illusion. Der gesellschaftliche Zusammenhalt kann nur funktionieren, wenn in ausreichender Zahl Menschen vorhanden sind, die sich für die Mächtigen einsetzen, die ihnen so weit vertrauen, dass diese wiederum ihre Macht erhalten und Politik gestalten können. Angela Merkel hat viel von dieser Macht als Kanzlerin auf sich vereint. Sie hat oft gelogen, betrogen, hatte keine Skrupel, wenn es um ihre Interessen ging. Aber bei einem Großteil der Bevölkerung hatte "Mutti" dennoch einen Stein im Brett. Sie vermittelte eine Verbundenheit, eine gemeinsame Perspektive mit dem Volk, die faktisch nicht existierte, doch das ist nicht der Punkt. Das Wesentliche war ihre Glaubwürdigkeit, selbst wenn auch die nur konstruiert und mit medialer Unterstützung geschaffen wurde.

Doch heute sind wir an einem anderen Punkt. Und das liegt nicht nur daran, dass Merkel auf ihre stoische Art gewissermaßen etwas Charismatisches hatte, dass sie bei aller Unruhe und in jeder Krise wie ein Fels in der Brandung wirkte. Es liegt vor allem am neuen politischen Personal und an der Art der Politik insgesamt.

Angst ist kein guter Machtgeber

Politisch-mediale Akzeptanz: Wenn "gute Demonstranten" die Gesellschaft nötigen

Meinung

Politisch-mediale Akzeptanz: Wenn "gute Demonstranten" die Gesellschaft nötigen

Die Frage, ob die Politik seit dem Beginn der Corona-Episode gewollt als Strategie ausgearbeitet wurde, beschäftigt viele Zeitgenossen. Von völliger Unfähigkeit bis zur Entwicklung eines teuflischen, bis ins letzte Details ausgearbeiteten Planes ist alles an Thesen dabei, was man sich vorstellen kann. Vermutlich wird diese Frage jedoch erst von Historikern beantwortet.

In jedem Fall aber wird die Strategie – und eine solche gibt es definitiv, die Frage ist nur, wie genau sie durchdacht wurde – scheitern. Denn sie basiert auf Angst und Druck. Vermutlich konnte sich beim Beginn der Corona-Episode niemand der Verantwortlichen vorstellen, welche Maßnahmen in den kommenden gut zwei Jahren durchgesetzt werden können. Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit, bei der Unverletzbarkeit der Wohnung, ja, selbst das Sitzen auf Parkbänken konnte zumindest kurzfristig verboten werden. Die Bereitschaft zum gegenseitigen Observieren und Denunzieren der Bürger untereinander dürfte den einen oder anderen ebenfalls überrascht haben. Rückblickend kann man sagen, dass die Steigerung der Maßnahmen in ihrer Radikalität wahrscheinlich graduell und nach dem Motto "Versuch und Irrtum" erfolgte.

Doch der Politik fehlte eine Exit-Strategie, so wie sie auch jetzt bei der unaufhörlichen Eskalation beim Ukraine-Konflikt fehlt. Der Glaube daran, dass die Strategie aufgeht, hat sich offenbar inzwischen durchgesetzt, was umso verwunderlicher ist, als immer klarer wird, dass dies eine völlige Fehleinschätzung ist. Bezeichnenderweise war es Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, die auf dem letzten Parteitag der Grünen in einer geradezu verstörenden Rede nicht nur durch rhetorische Winkelzüge Russland mit dem Nationalsozialismus gleichsetzte, sondern allen Ernstes behauptete, man beobachte sich selbst genau und nehme Veränderungen und Verbesserungen vor, wenn sich das bisherige Vorgehen als nicht optimal erweist. Man kann das als Lüge, aber auch eine dem Wahn verfallene Selbstwahrnehmung interpretieren.

Das vorprogrammierte Scheitern

Montagsdemos: Wieder gehen Tausende in Ostdeutschland auf die Straße

Montagsdemos: Wieder gehen Tausende in Ostdeutschland auf die Straße

Im Osten Deutschlands zeichnet sich etwas ab, das das Potenzial zu großem, flächendeckendem Widerstand hat. Die Unzufriedenheit nimmt stetig zu, die Argumente "einfacher" Bürger sind die gleichen wie die von den angeblichen Verschwörungstheoretikern, und das ist kein Zufall. Das pauschale Abwerten kritischer Stimmen und das reflexhafte Stecken in Schubladen wie "rechtsextrem", "verschwörungstheoretisch" oder "antisemitisch" breitet sich täglich weiter aus. Die Menschen merken das. Prominente kritische Stimmen wie etwa die von Ulrike Guérot, Sahra Wagenknecht, aber auch Precht und Welzer (wegen ihrer gerechtfertigten Medienkritik) werden medial und politisch regelrecht zerfetzt, weil sie nicht dem Narrativ folgen, das vorgegeben wird.

Die Folgen sind gravierend, wie ich aus eigener journalistischer Erfahrung berichten kann. Immer mehr Menschen, die mehr oder weniger prominent sind oder in gehobenen beruflichen Stellungen im Medien- oder Staatsdienst sind, fürchten sich, ihre Meinung öffentlich zu äußern oder – Stichwort Kontaktschuld – mit den "falschen Leuten" zu sprechen, weil sie mit Konsequenzen rechnen müssen, die bis zum Verlust des Arbeitsplatzes, der Kündigung von Konten oder einer breit angelegten Rufmordkampagne reichen.

All das passiert in einer Zeit, in der wir uns an einem Punkt der "Zeitenwende" befinden, und die Menschen verstehen nach und nach, dass diese Zeitenwende das Ende einer Wohlstandsgesellschaft kennzeichnet, das weder eine Naturkatastrophe noch ein Unfall ist, sondern die Folge fataler politischer Entscheidungen. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass keines der vorgegebenen Ziele erreicht worden wäre oder erreicht werden kann, wenn ein Umsteuern ausbleibt.

Die vermeintliche Solidarität mit der Ukraine – die für die zahllosen anderen Länder, die teils deutlich schlimmer unter den Folgen langanhaltender Kriege leiden, offenbar nicht gilt – ist nicht nur wegen ihrer Exklusivität so frevelhaft, jene Exklusivität richtet sich an ein Land, das nachweislich instabile und korrupte Verhältnisse zeigt, mit dem Faschismus auf freundlicher Augenhöhe steht und seit 2014 die russischstämmige Bevölkerung im Osten des Landes auf grauenvolle Weise quält, massakriert und massenhaft tötet.

Alles, was tatsächlich erreicht wird, ist die Geldvermehrung bestimmter Branchen und die Steigerung des Reichtums derer, die ohnehin schon unverhältnismäßig viel Vermögen horten. Auch das spüren die Menschen, und die jüngste Entscheidung der Bundesregierung, den sogenannten Gaspreisdeckel erst im März 2023 einführen zu wollen, ist ein deutlicher Fingerzeig auf Ignoranz und fehlende Empathie. Auch die Tatsache, dass nun unter Umständen eine frühere Einführung des Deckels diskutiert wird, ändert nichts an der verheerenden Sorglosigkeit der Politik.

Der Untergang

Grünen-Parteitag: Hat Robert Habeck der Nord-Stream-2-Pipeline "endlich den Garaus gemacht"?

Grünen-Parteitag: Hat Robert Habeck der Nord-Stream-2-Pipeline "endlich den Garaus gemacht"?

Eine Gesellschaft wird untergehen, wenn die Herrschenden gegen das Volk arbeiten. Und genau das erleben wir. Angst und Druck als Basis des Zusammenlebens sind Werkzeuge, die mit der Zeit stumpf werden, weil die Dinge verlorengehen, die das am Anfang des Textes beschriebene Vertrauen in die Mächtigen ausmachen. Jenes Vertrauen verwandelt sich bei einer wachsenden Zahl von Menschen in Misstrauen, und aus diesem wird Abneigung, Wut und Hass. Als Reaktion darauf den Druck zu erhöhen, wie wir es seit fast drei Jahren erleben, ist ein geeignetes Mittel, den eigenen politischen Untergang zu forcieren.

Sicher waren die frohlockenden Verkündungen der Vergangenheit, die uns weismachen wollten, alles sei in bester Ordnung, ein politisches Stilmittel der Lüge. Doch für eine nicht unwesentliche gesellschaftliche Gruppe des Mittelstandes funktionierte das Prinzip dennoch. Man konnte sich einreden, dass die gesellschaftlichen Defizite Folge individueller Mängel oder Verweigerungen waren, und dass die Betroffenen "selbst schuld" seien. Auf diese Weise ließ sich das faktisch schon marode Gerüst aufrechterhalten, gesellschaftliche Unzufriedenheit reduzierte sich auf wenige Gruppen und auf Intellektuelle, die für sich in Anspruch nahmen, nun einmal eben kritische Menschen sein zu müssen, von denen man das gemeinhin erwartet. Auch das erleben wir inzwischen kaum noch, vielmehr verkünden ehemals kritische prominente Künstler und Intellektuelle frohgelaunt und nicht ohne den herablassenden Blick auf die Kritiker die regierungspolitische Botschaft. Und verlieren dabei die Identifikation ihrer "Fan-Gemeinden".

Das ganze System war nicht in Gefahr, wie man am Beispiel der Hartz-Gesetze eindrucksvoll sehen kann. Jahrzehntelang spielten sie praktisch keine große gesellschaftliche Rolle, obwohl sie doch in der Summe unmenschlich und destruktiv waren. Das neue Bürgergeld enthält einige "Trostpflaster", die jedoch am Grundproblem nichts ändern. Dennoch ist es wohl kein Zufall, dass es gerade jetzt eingeführt wird, in einer Phase, die ganz offenkundig brisant ist.

Die Politik gegen die Bürger geht weiter, es gibt keinerlei Anzeichen für ein Umsteuern. Die Ampel-Koalition hat sich seit ihrer Bildung nach der Bundestagswahl noch tiefer hineinmanövriert in ein Prinzip des Drucks, der Denunziation und des wirtschaftlichen Suizids. In Anbetracht dessen, dass die Fehler so klar erkennbar sind (auch für die verantwortlichen Politiker), kann das nur bedeuten, dass ein Kalkül hinter dieser zerstörerischen Politik steckt. Und man ist sicher kein Verschwörungstheoretiker (auch wenn man als genau der bezeichnet wird), wenn man unter anderem die USA als Zurufer bzw. Auftraggeber vermutet.

Doch das ist nicht entscheidend. Nicht für die Menschen, deren Leidensfähigkeit mit jedem Tag aufs Neue herausgefordert wird. Sie werden ihre persönlichen Grenzen des Tolerierbaren und des Ertragbaren erreichen, die einen früher, die anderen später. Es brodelt, und das sichtbare Brodeln ist nur die dünne Oberfläche, unterhalb derer tektonische gesellschaftliche Bewegungen begonnen haben.

Die Politik wäre gut beraten, wenn sie die Schwingungen in der Gesellschaft wahrnehmen und ernst nehmen würde. Sie sind ein Signal an die, deren Politik auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird. Das kann und wird auf Dauer nicht folgenlos bleiben. Und in der jetzigen Lage wird die Spaltung der Bevölkerung nicht auf diese Weise gelingen, wie das noch in de Corona-Episode möglich war. Ganz einfach, weil auch der Mittelstand betroffen ist, Angst hat und einem Punkt entgegensteuert, an dem es nicht mehr viel oder irgendwann gar nichts mehr zu verlieren gibt.

Wenn die Politik an oberflächlicher Rhetorik, Druck und Angsterzeugung festhält, wird man sie früher oder später vom Hof jagen. Der deutschen Mentalität entsprechend wohl eher später. Aber aufhalten lassen wird sich der politische Untergang nicht, wenn nicht endlich Vernunft einkehrt.

Mehr zum Thema - Ein Russland-Bild fernab der Realität – Politikberatung auf propagandistischem Niveau

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Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/152308-system-auf-angst-basiert-ist

23.10.2022

Spiel mit dem Feuer (III) Bundestagsdelegation reist nach Taiwan, will dessen „Selbständigkeit“ fördern und erklärt die Insel – völkerrechtlich ein Teil Chinas – zum „Staat“. Washington maximiert den Druck auf Beijing.

BERLIN/TAIPEI (Eigener Bericht) – Die aktuelle Reise einer Bundestagsdelegation nach Taiwan soll dessen „Selbständigkeit“ fördern und droht damit die Spannungen um die Insel gefährlich zuzuspitzen. Man wolle mit dem Besuch „Taiwan als Staat“ unterstützen, teilte Delegationsleiter Peter Heidt (FDP) am Wochenende mit. Damit verstößt der Berliner Parlamentarier gegen das weltweit anerkannte Ein-China-Prinzip, das unter anderem von der UN-Generalversammlung schon vor Jahrzehnten bestätigt worden ist. Für den Fall, dass eine friedliche Wiedervereinigung mit Taiwan endgültig unmöglich gemacht wird – etwa durch eine förmliche Abspaltung der Insel oder durch ihre offizielle Anerkennung als eigener Staat –, behält sich China den Einsatz militärischer Mittel vor. Der Berliner Vorstoß, der an gleichgerichtete Stellungnahmen etwa von Außenministerin Annalena Baerbock anknüpft, missachtet den Mehrheitswillen der taiwanischen Bevölkerung, die am hochsensiblen Status quo nicht rütteln will. Für den Fall, dass eine Provokation wie diejenige Berlins Beijing zu einer militärischen Reaktion anstachelt, rüsten die USA Taiwan auf – mit den gleichen Waffensystemen wie die Ukraine vor dem russischen Überfall.


Zitat: Besuch auf Taiwan

Der Besuch von sechs Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe auf Taiwan ist bereits der zweite einer deutschen Parlamentarierdelegation in diesem Monat. Eine erste Delegation war Anfang Oktober auf der Insel eingetroffen.[1] Auf dem Programm stehen erneut Gespräche mit der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen und dem taiwanischen Außenminister Joseph Wu, darüber hinaus mit weiteren Ministern, Abgeordneten und Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Die Berliner Delegation, die – für den Menschenrechtsausschuss bemerkenswert – in Taipei auch über „die aktuelle sicherheitspolitische und wirtschaftliche Lage Taiwans“ sprechen soll [2], will anschließend nach Japan weiterreisen und dort ebenfalls Gespräche führen – allerdings solche, die ihrem protokollarischen Rang angemessen sind. So wird sie in Tokio weder mit dem Ministerpräsidenten noch mit dem Außenminister zusammentreffen, sondern mit Mitgliedern japanischer Parlamentsausschüsse und mit Vertretern von NGOs; ausdrücklich genannt werden Gespräche mit dem Leiter der japanischen Sektion des World Uyghur Congress (WUC). Der WUC, der seinen Hauptsitz in München hat, nutzt ein Emblem der Islamischen Republik Ostturkestan, die sich 1933 kurzzeitig von China abspaltete.[3]


Abkehr vom Ein-China-Prinzip

Bereits vor der Reise hat Delegationsleiter Peter Heidt (FDP) das doppelte Ziel des Besuchs offengelegt. Demnach geht es nicht nur darum, „dass wir eng zusammenarbeiten wollen“, teilte Heidt mit; man sei zudem bestrebt, für die „Selbstständigkeit Taiwans“ einzutreten [4]: Die Insel sei ein vollgültiger „Staat“.[5] Damit torpediert der FDP-Abgeordnete offen das international anerkannte Ein-China-Prinzip, dem zufolge es nur einen chinesischen Staat gibt; die UN-Generalversammlung hat dies etwa in der Resolution 2758 vom 25. Oktober 1971 bekräftigt.[6] Damit verstärken sich die Hinweise, dass sich Berlin, entgegen anderslautenden Bekundungen, sukzessive vom Ein-China-Prinzip abzuwenden beginnt. Bereits Anfang August hatte Außenministerin Annalena Baerbock erklärt, sie „akzeptiere“ es nicht, wenn „ein größerer Nachbar völkerrechtswidrig seinen kleineren Nachbarn überfällt“.[7] Die Formulierung, auf eine etwaige chinesische Invasion in Taiwan gemünzt, untergräbt das Ein-China-Prinzip, indem sie die Volksrepublik und die Insel förmlich auf eine Ebene stellt. Anfang Oktober hatte der Leiter der damals in Taipei eingetroffenen Bundestagsdelegation, Klaus-Peter Willsch (CDU), die Formulierung übernommen. Auch Heidt schließt sich ihr jetzt an.[8]


„Das entscheidende Jahrzehnt“

Mit den wiederholten Attacken auf das Ein-China-Prinzip missachtet Berlin den Willen der taiwanischen Bevölkerung, die nach Umfragen vorläufig zu mehr als 85 Prozent jede Änderung an dem äußerst sensiblen Status quo der Insel ablehnt.[9] Es folgt allerdings dem Vorgehen Washingtons, das seinerseits Taiwan nach Kräften aufwertet und damit ebenfalls auf eine Änderung am Status quo abzielt. Hintergrund ist, dass die Vereinigten Staaten aktuell nach Einschätzung von US-Präsident Joe Biden in das „entscheidende Jahrzehnt“ des großen Machtkampfs gegen China eintreten und daher sämtliche Kräfte und sämtliche Mittel mobilisieren, um den weiteren Aufstieg der Volksrepublik zu verhindern.[10] So hat die Biden-Administration soeben ein breit angelegtes Halbleiterembargo gegen China verhängt, das die avanciertesten Branchen der chinesischen High-Tech-Industrie – Künstliche Intelligenz (KI), Supercomputing – von den benötigten Hochleistungschips abschneiden und so zerstören soll; Experten sprechen von einem „Enthauptungsschlag“.[11] China sei „der einzige Wettbewerber“, der „sowohl die Absicht“ habe, „die internationale Ordnung neu zu gestalten“, als auch das Potenzial dazu, heißt es in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA. Es gelte deshalb, China „niederzukonkurrieren“.[12]


„Taiwan als Staat“

Vor diesem Hintergrund provozieren die westlichen Staaten mit der sukzessiven Aufwertung Taiwans den nächsten großen Krieg. Die Volksrepublik hat gesetzlich festgelegt, dass sie auf eine friedliche Wiedervereinigung mit Taiwan orientiert. Nur wenn die Wiedervereinigung auf friedlichem Wege endgültig unmöglich gemacht wird – sei es durch eine formelle Abspaltungserklärung Taiwans, sei es durch die Einwirkung äußerer Mächte, die Taiwan als Staat anerkennen –, behält sich Beijing den Einsatz prinzipiell aller Mittel, auch militärischer, vor. Diesen Grundsatz hat in der vergangenen Woche Chinas Kommunistische Partei auf ihrem 20. Parteitag ausdrücklich bekräftigt. Während die Bevölkerung Taiwans daher am Status quo festhalten will, beginnen die westlichen Mächte ihn sukzessive zu verändern – bis hin zum Versuch Berlins, Taiwan zu einem „Staat“ auf gleicher Ebene mit der Volksrepublik zu erklären. Für den Fall, dass der Westen tatsächlich eine chinesische Invasion provoziert, haben die Vereinigten Staaten mittlerweile begonnen, die taiwanischen Streitkräfte mit denselben Waffen wie die Ukraine vor Kriegsbeginn auszurüsten und sie ähnlich auszubilden – Taipei erhält, wie früher Kiew, tragbare Abwehrwaffen gegen Flugzeuge und Schiffe und wird auf einen Untergrundkrieg vorbereitet (german-foreign-policy.com berichtete [13]).


Keine Schlafwandler

Die Delegation des Menschenrechtsausschusses des Bundestags geht die eklatanten Risiken nicht etwa versehentlich, sondern bei vollem Bewusstsein ein. Man sei sich gänzlich im Klaren darüber, „dass wir mit einer unfreundlichen Reaktion Chinas rechnen müssen“, wird Heidt zitiert.[14] Das nehme man aber in Kauf. Heidt äußert dies mit Blick auf eine Lage, deren Kriegspotenzial in der internationalen Öffentlichkeit als recht hoch eingeschätzt wird. Erst kürzlich überschrieb das Wall Street Journal, eine der einflussreichsten US-Zeitungen, einen ausführlichen Beitrag zu den eskalierenden Spannungen rings um die Insel mit dem Titel „Der kommende Krieg um Taiwan“.[15] Die vor Jahren beliebte These, die westlichen Staaten könnten versehentlich, quasi als „Schlafwandler“, in einen Krieg steuern, ist längst überholt: Sie tun dies mutwillig, hemmungslos.

 

[1] S. dazu Spiel mit dem Feuer.

[2] Ausschuss für Menschenrechte reist nach Taiwan und Japan. bundestag.de 21.10.2022.

[3] East Turkistan. uyghurcongress.org.

[4] Erneut Bundestagsabgeordnete in Taiwan. tagesschau.de 23.10.2022.

[5] Felix Huesmann: Bundestagsabgeordnete zu Besuch in Taiwan: „Müssen mit unfreundlicher Reaktion Chinas rechnen“. rnd.de 23.10.2022.

[6] S. dazu Spiel mit dem Feuer.

[7] S. dazu Spiel mit dem Feuer (II).

[8] Felix Huesmann: Bundestagsabgeordnete zu Besuch in Taiwan: „Müssen mit unfreundlicher Reaktion Chinas rechnen“. rnd.de 23.10.2022.

[9] Taiwan Independence vs. Unification with the Mainland (1994/12~2022/06). esc.nccu.edu.tw 12.07.2022.

[10] Demetri Sevastopulo: Joe Biden warns US faces ‘decisive decade’ in rivalry with China. ft.com 12.10.2022.

[11] S. dazu „China niederkonkurrieren”.

[12] National Security Strategy. Washington, October 2022.

[13] S. dazu Spiel mit dem Feuer (II).

[14] Felix Huesmann: Bundestagsabgeordnete zu Besuch in Taiwan: „Müssen mit unfreundlicher Reaktion Chinas rechnen“. rnd.de 23.10.2022.

[15] Hal Brands, Michael Beckley: The Coming War over Taiwan. wsj.com 04.08.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9061

23.10.2022

Gewalt in Nahost
Generalstreik in Westbank

jungewelt.de24.10.2022, Von Gerrit Hoekman

Trauer und Proteste nach Erschießung eines 22jährigen Palästinensers. Sein Konterfei ziert Straßen in besetzten Gebieten


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Zitat: Nach dem Tod Udai Tamimis: Generalstreik am Donnerstag auch in Gaza


Hintergrund: Zara-Boykott Israelische Palästinenser rufen im Internet zum Boykott der spanischen Modekette Zara auf. Der Grund: Der kanadisch-israelische Franchisenehmer von Zara Israel, Joey Schwebel, empfing am vergangenen Donnerstag abend in seinem Haus bei Tel Aviv den antipalästinensischen Hetzer und Knesset-Abgeordneten der ultranationalistischen Partei Otzma Jehudit (Jüdische Stärke), Itamar Ben-Gvir, zu einem politischen Gespräch.


Ben-Gvir würde nach den Parlamentswahlen am 1. November nur zu gern eine entscheidende Rolle in der israelischen Regierung spielen. Noch ist er jedoch ein politischer Paria, mit dem kaum eine Politikerin oder ein Politiker zu tun haben will. Manche Meinungsumfragen sagen seiner Partei, die aktuell nur ihn als Abgeordneten hat, deutliche Gewinne voraus.


Am Sonnabend erließ Scheich Mahmud Al-Habasch, der oberste Scharia-Richter in Palästina und offizielle Berater der Autonomiebehörde in religiösen Angelegenheiten, eine Fatwa, also eine religiöse Handlungsvorschrift, die allen Musliminnen und Muslimen den Handel mit Zara und den Kauf seiner Produkte solange verbietet, bis das spanische Unternehmen den Franchisevertrag mit Schwebel aufkündigt. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur WAFA. Im Internet luden Palästinenser Videos und Fotos hoch, auf denen sie beim Verbrennen von Kleidung zu sehen waren, die sie bei Zara gekauft hatten.


»Unsere Haltung gegenüber Läden wie diesen, die den Faschismus unterstützen, muss klar sein«, sagte der arabische Bürgermeister der israelischen Stadt Rahat, Fais Abu Sahiban, laut der Internetzeitung Times of Israel am Freitag. Ein Video zeigt ihn, wie er ein Hemd der Modekette verbrennt. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter lieferte sich Ahmed Tibi, der Vorsitzende der arabisch-israelischen Ta’al-Partei, ein verbales Duell mit Ben-Gvir. Tibi sprach von der »Hässlichkeit von Zara Ben-Gvir Israel«. Der extrem Rechte antwortete umgehend: »Zara, wunderbare Kleidung, wunderbare Israelis.« Das Büro von Joey Schwebel wollte sich dem israelischen TV-Sender Channel 12 zufolge zu »privaten Familienangelegenheiten« nicht äußern.


Bereits im Juni 2021 gab es in den sozialen Medien einen Boykottaufruf gegen Zara. Damals geriet Vanessa Perilman, die Chefdesignerin des Unternehmens, mit dem in Ostjerusalem geborenen und aufgewachsenen ersten männlichen Model aus Palästina, Kaher Harhasch, aneinander. Harhasch hatte Israel auf Instagram »bösartig« genannt. »Wenn Ihre Leute gebildet wären, würden sie vielleicht nicht die Krankenhäuser und Schulen in die Luft jagen, die Israel in Gaza mitfinanziert hat«, antwortete Perilman, die aus Israel stammt. Nachdem das Unternehmen Inditex, zu dem Zara gehört, die Äußerung öffentlich verurteilt hatte, entschuldigte sich Perilman bei Harhasch. (gh)


Die Spirale der Gewalt dreht sich in Palästina immer schneller – ein Ende ist nicht in Sicht. Am Mittwoch abend wurde der 22jährige Udai Tamimi vor der jüdischen Siedlung Ma’ale Adumim von Wachposten erschossen. Zum Ausdruck der Trauer war die Bevölkerung im Westjordanland und Ostjerusalem am Donnerstag zu einem spontanen eintägigen Generalstreik aufgerufen. Geschäfte, Betriebe, Schulen und Universitäten blieben geschlossen, Busse fuhren nicht, meldete die amtliche Nachrichtenagentur WAFA.


Udai Tamimi lebte im palästinensischen Flüchtlingslager Schu’afat am Stadtrand von Ostjerusalem. Sehr wahrscheinlich erschoss er am 8. Oktober die 18jährige Soldatin Noa Lazar an einem Checkpoint der israelischen Militärpolizei am Eingang des Lagers und verletzte einen weiteren Soldaten schwer. Am Tag zuvor hatte die Armee in Dschenin zwei Männer im Alter von 24 und 18 Jahren erschossen. Noch einen Tag früher starben in Kalkilia und bei Ramallah zwei weitere Jugendliche, 14 und 17 Jahre alt.


»Treibstoff für Wut«

Zehn Tage lang fahndeten die israelische Armee, Polizei und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet nach Tamimi und riegelten Schu’afat von der Außenwelt ab. Aber erst am Mittwoch abend tauchte Tamimi plötzlich wieder auf. Ein zahlreich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geteiltes Video einer Überwachungskamera zeigt, wie er sich vor dem Eingang zur 1975 völkerrechtswidrig auf der Westbank errichteten Siedlung Ma’ale Adumim – mit über 30.000 Einwohnern die drittgrößte jüdische Siedlung im Westjordanland – verletzt am Boden liegend mit seiner Pistole einen Schusswechsel mit den Wachen liefert. Als ihm die Munition ausgeht, wird er tödlich getroffen.

Am Donnerstag machte in den sozialen Netzwerken ein handschriftliches Testament die Runde. »Meine Operation am Schu’afat-Checkpoint war ein Tropfen auf dem tosenden Meer des Kampfes«, heißt es dort. »Ich weiß, dass ich früher oder später den Märtyrertod erleiden werde, und ich weiß, dass ich Palästina durch diese Operation nicht befreit habe. Ich habe sie mit dem primären Ziel ausgeführt, dass der Ertrag der Operation Hunderte junger Menschen sein werden, die nach mir den bewaffneten Kampf weitertragen.« Ob Tamimi das Testament selbst verfasst hat, ist nicht zweifelsfrei zu klären.


Das Video und das Testament verleihen Tamimi in den besetzten Gebieten einen Heldenstatus. Im Internet verbreiteten sich am Donnerstag zahlreiche Zeichnungen und Fotomontagen, die ihn preisen. Mit »Bis zum letzten Atemzug!« ist eines der Bilder unterschrieben. In den Straßen der Westbank und in Ostjerusalem hing an vielen Stellen sein Konterfei. Frauen, Männer und sogar Schulkinder hielten inne, um vor den Plakaten zu salutieren. »Was er für das Land getan hat, macht uns stolz«, sagte ein maskierter palästinensischer Kämpfer in einem Beitrag des TV-Senders Al-Dschasira am Freitag.


»Udais Blut und das Blut der Märtyrer Palästinas sind Treibstoff für die Wut«, teilte die militante Gruppe »Höhle des Löwen« (Arin Al-Usud) am Donnerstag in einer Erklärung mit. Sie ist erst seit August 2022 vor allem in der Altstadt von Nablus und dem Balata-Flüchtlingslager aktiv. »Die Mehrheit der Mitglieder ist zwischen 18 und 24 Jahre alt, säkular und nimmt keine Befehle lokaler religiöser Führer entgegen«, schrieb die israelische Tageszeitung Haaretz am 18. Oktober über die Gruppe.


Nachdem sich am Mittwoch abend die Nachricht von Tamimis Tod in den besetzten Gebieten verbreitet hatte, zogen mehrere hundert Menschen zum Haus seiner Familie. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags griffen palästinensische Kämpfer Stellungen der israelischen Armee in Nablus und Dschenin an, meldete WAFA. Die Auseinandersetzungen zogen sich bis in die Nacht zum Freitag hin. Dabei wurde in Dschenin der 19jährige Salah Al-Barki von Soldaten der Besatzungsmacht angeschossen. Er erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen, berichtete das palästinensische Gesundheitsministerium. Die israelische Armee war auf der Suche nach vermeintlichen Terrorverdächtigen in die Stadt eingedrungen und stieß dabei anscheinend auf erheblichen Widerstand.


Nur wenige Stunden nach Tamimi starb auch Mohammed Fadi Nuri, 16 Jahre alt. Der Jugendliche war vor drei Wochen in Beitunia nahe Ramallah durch eine israelische Kugel in den Unterleib schwer verwundet worden. Am Donnerstag morgen erlag er in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Nuri hatte am 28. September an einer Demonstration anlässlich des Todes von vier Palästinensern in Dschenin teilgenommen – keiner der Getöteten war älter als 30 Jahre.


Angriffe von Siedlern

Am Sonnabend wurde in Kalkilia erneut ein 32 Jahre alter Palästinenser erschossen. Im Ostjerusalemer Stadtviertel Scheich Dscharach wurde am selben Tag der 16jährige Mohammed Abu Kutaisch durch israelische Soldaten schwer verletzt, meldete WAFA. Er soll, so die Armee, wenige Minuten vorher einen israelischen Siedler mit einem Messer angegriffen haben. Im Anschluss stürmten Soldaten das Haus der Familie und verhafteten den Vater und den Bruder des Jungen.

Auch radikale israelische Siedler greifen zunehmend in die Auseinandersetzung auf der Westbank ein. Haaretz zählte 100 Angriffe in den vergangenen zehn Tagen. Sie brennen Olivenhaine nieder, stehlen palästinensischen Bauern die Ernte oder bewerfen Autos mit Steinen. Samstag abend blockierten Siedler die Landstraße zwischen Nablus und Kalkilia, berichtete WAFA.


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/437215.gewalt-in-nahost-generalstreik-in-westbank.html

23.10.2022

Krieg und Bedauern in der Ukraine   Washington wird seine Rolle im Krieg in der Ukraine wohl bedauern.

antikrieg.com, 23. Oktober 2022, erschienen am 19. Oktober 2022 auf  The American Conservative > Artikel  Archiv > Artikel von Douglas Macgregor auf antikrieg.com  

Über den Vietnamkrieg sagte Henry Kissinger, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater und Außenminister unter den Präsidenten Nixon und Ford: "Wir hätten nie dort sein sollen. In Kürze werden die Amerikaner, selbst die Politiker im Regierungsbezirk zu der gleichen Schlussfolgerung über Washingtons ukrainischen Stellvertreterkrieg gegen Russland kommen.


Zitat: Niemand im Weißen Haus, im Senat oder im Repräsentantenhaus hat sich bewusst vorgenommen, den Stellvertreterkrieg in der Ukraine gegen Moskau in einen "Wettbewerb um den Zusammenbruch der Gesellschaft" zwischen Russland und der NATO zu verwandeln. Aber hier sind wir nun. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Regierung Biden und die parteiübergreifende Kriegspartei die Amerikaner und Europäer in ein politisches, militärisches und wirtschaftliches Tal des Todes treiben würden, aus dem es kein Entrinnen gibt. Doch genau das geschieht jetzt.


Im Moment ist Washington noch blind für diese Entwicklungen. Ob in der Presse, im Radio, im Fernsehen oder im Internet, die Darstellung ist eindeutig: trotz furchtbarer Verluste - mindestens 400.000 ukrainische Opfer auf dem Schlachtfeld, darunter 100.000 gefallene Soldaten - gewinnen die ukrainischen Streitkräfte. Außerdem, so heißt es, wird die finanzielle und wirtschaftliche Dominanz Amerikas letztlich die trügerisch schwache russische Wirtschaft überwältigen.

Die ukrainische Siegesgeschichte profitiert freilich in hohem Maße von den westlichen Medien, die gegenteilige Ansichten aktiv ausblenden und Russland und seine Streitkräfte in einem möglichst schlechten Licht darstellen. Die Tatsache, dass fast ein halbes Jahrhundert Kalter Krieg die Amerikaner darauf konditioniert hat, das Schlimmste von den Russen zu halten, ist sicherlich hilfreich.


Aber es ist auch ein gewisses Maß an "echtem Glauben" am Werk, ein Zustand von nationalem Narzissmus innerhalb des Regierungsbezirks, der glaubt, dass Washington kontrollieren kann, was Tausende von Meilen entfernt in der Ostukraine passiert. Die Botschaft findet im Kongress Anklang, weil sie auf einer kritischen strategischen Annahme beruht, die die amerikanischen Bürger erst noch in Frage stellen müssen: dass die nationale Macht der USA grenzenlos und uneingeschränkt ist - als ob es eine Reihe strategischer Fehlschläge, von Vietnam bis Afghanistan, nie gegeben hätte.


Da amerikanische Politiker immer mehr mit innenpolitischen Fragen beschäftigt sind als mit der Außenpolitik, übernehmen die Mitglieder des Kongresses schnell den "wahren Glauben". Dieser Glaube erklärt, warum die Abgeordneten in den letzten acht Jahren glaubten, ein künftiger Krieg mit Russland sei eine wenig riskante Angelegenheit. Die Ukrainer würden das Kanonenfutter liefern und Washington würde die teuren Waffen und die Munition bereitstellen.


Wie zu erwarten, sind Washingtons strategische Grundsätze gegenüber früheren US-Interventionen in der ganzen Welt unverändert. Durchwursteln: Massen von Soldaten - in diesem Fall Ukrainer, die von amerikanischen und verbündeten Offizieren beraten werden - und riesige Infusionen von Geld, Ausrüstung und Technologie können und werden die strategische Realität dauerhaft zu Amerikas Gunsten verändern.


Die verblüffende Selbstgerechtigkeit, die die Biden-Administration an den Tag legt, wenn sie einstige strategische Partner wie Saudi-Arabien angreift oder Pekings Führung moralisierende Vorträge hält oder wenn ihre Medienvertreter ihre Verachtung für den russischen Staat zum Ausdruck bringen, ist geradezu gefährlich. Die Politiker in Washington sind bereit, jede Verfehlung zu dulden, wenn sie im Namen der Zerstörung Russlands begangen wird. Sie sehen die US-Außenpolitik nicht im Kontext einer größeren Strategie und begreifen nicht, inwieweit Russland in der Lage ist, den Vereinigten Staaten zu schaden - eine bizarre Einschätzung von Russlands tatsächlichem militärischen und wirtschaftlichen Potenzial.


Das Ergebnis ist ein vergiftetes Klima des ideologischen Hasses, das es schwer vorstellbar macht, dass ein zeitgenössischer US-Außenminister jemals ein internationales Abkommen unterzeichnet, in dem er auf den Krieg als Instrument der nationalen Politik der USA verzichtet, wie es Außenminister Frank Kellogg 1928 tat. Aber wie einer von Shakespeares Charakteren im "Kaufmann von Venedig" warnte: "Die Wahrheit wird ans Licht kommen."


Der derzeitige Aufbau von 700.000 Mann starken russischen Streitkräften mit moderner Ausrüstung in Westrussland, der Ostukraine und Weißrussland ist eine unmittelbare Folge der Entscheidung Moskaus für eine elastische strategische Verteidigung der Gebiete, die es in den ersten Kriegsmonaten erobert hatte. Das war eine kluge, wenn auch in Russland politisch unpopuläre Entscheidung. Doch die Strategie war erfolgreich. Die ukrainischen Verluste waren katastrophal, und im November werden die russischen Streitkräfte in der Lage sein, einen K.O.-Schlag zu führen.


Heute kursieren in den Medien Gerüchte, wonach Kiew unter Druck stehen könnte, vor den Zwischenwahlen im November weitere Gegenangriffe gegen die russischen Verteidigungsanlagen in Cherson (Südukraine) zu starten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es wohl kaum mit dem Erhalt des ukrainischen Staates zu vereinbaren, wenn das wenige verbliebene Lebenselixier der Ukraine eingesetzt wird, um die russischen Streitkräfte aus der Ukraine zu vertreiben. Es ist auch zweifelhaft, dass weitere Opfer der Ukrainer der Regierung Biden bei den Zwischenwahlen helfen werden.


Die Wahrheit ist, dass Moskau den ukrainischen Beitritt zur NATO immer abgelehnt hat. Die Ostukraine und die Krim waren in Sprache, Kultur, Geschichte und politischer Ausrichtung immer überwiegend russisch geprägt. Der Abstieg Europas in diesem Winter in die wirtschaftliche Vergessenheit ist ebenso real wie die Unterstützung für Russlands Sache in China und Indien und Moskaus wachsende militärische Stärke.



Rückblickend lässt sich leicht erkennen, wie der Kongress von den Vertretern von Think Tanks, Lobbyisten und Generälen im Ruhestand verführt wurde, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur ein Allerweltswissen über konventionelle Kriegsführung der Spitzenklasse aufweisen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats wurden dazu gedrängt, zweifelhafte Strategien für den Einsatz amerikanischer Militärhilfe zu unterstützen, einschließlich waghalsiger Szenarien für einen begrenzten Atomkrieg mit Russland oder China. Aus irgendeinem Grund haben die US-Politiker den Blick für die Realität verloren, dass jeder Einsatz von Atomwaffen die Ziele der gesamten nationalen Politik zunichte machen würde.


Es ist nicht das erste Mal, dass amerikanische Politiker die wahre Natur einer Situation falsch eingeschätzt haben. 1969 riet Kissinger Präsident Nixon von einer Deeskalation mit der Begründung ab, dass die Aufrechterhaltung der US-Truppen in Vietnam eine der wenigen Verhandlungswaffen Washingtons in den Verhandlungen mit Hanoi sei. Kissinger irrte sich. Washington gewann am Verhandlungstisch mit Hanoi nichts, als es nach Januar 1969 noch mehr Amerikaner in Vietnam opferte.


Angesichts der düsteren Aussichten der Ukraine, ihr verlorenes Territorium jemals wiederzuerlangen, und ihrer sich verschlechternden strategischen Lage liegt die Zukunft der Ukraine nun in russischen Händen. Für Washington gibt es eine moralisch verantwortungsvolle und praktische Antwort: Kiew sollte den Aderlass stoppen und den bestmöglichen Frieden mit Moskau schließen, der ihm möglich ist. Leider ist diese Lösung für Washington nicht denkbar.


Solange Washington der Ukraine Geld, Militärhilfe und Ausrüstung liefert, wird Kiew seinen nicht zu gewinnenden Krieg weiterführen, und die herrschende politische Klasse Washingtons wird von den Geldtransfers an das Pentagon und an die US-Rüstungsindustrie profitieren. Aber Washington, seine NATO-Verbündeten und die Ukrainer werden nichts von strategischem Wert gewinnen, während Russland wahrscheinlich stärker werden wird. Das ist eine Entwicklung, die Washington bedauern wird.


Info: http://www.antikrieg.com/aktuell/2022_10_20_krieg.htm


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

23.10.2022

Propagandakrieg »Alles wird Ukraine sein«

jungewelt.de, vom 22.10.2022, Seite 10 / Feuilleton, Von Susann Witt-Stahl

Zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den Autor, Nationalisten, Russen-Hasser und Naziunterstützer Sergij Schadan


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Der ukrainische Schriftsteller und Musiker Sergij Schadan wird seit dem Euromaidan frenetisch gefeiert und mit Auszeichnungen überhäuft. Etwa mit dem Literaturpreis 2022 der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die 1991 für die Abwicklung der sozialistischen Staaten in Osteuropa gegründet worden war – er hat ihn redlich verdient. Denn Schadan tingelt schon seit Jahren durch den Westen und erzählt einem stetig wachsenden Publikum von seinem großen Glück, seit 1991 in einem »Land ohne Lenin« zu leben.


Nun geht auch noch der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Schadan. Die Verleihung findet am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen der Buchmesse statt – ein würdiger Rahmen, war es doch auch eine Buchmesse, allerdings die Leipziger 2014, auf der sich Schadan erstmals im Blitzlichtgewitter einer grenzenlos entzückten Pressemeute als Widerstandskämpfer gegen ein russisches Reich »des Bösen« inszenieren konnte: »Faschisten sind diejenigen, die die aggressive und chauvinistische Politik Putins unterstützen«, giftete er damals linke Kritiker seiner phantasiereichen Narrative über den (von der US-Regierung und westlichen Denkfabriken ebenso mitangezettelten wie mitfinanzierten) Maidan als »Volksrevolution« an – ein gut orchestrierter Aufritt, mit dem ihn die ARD-»Tagesschau« zum Popstar machte.


Im totalen Propagandakrieg des Westens ist alles möglich. Wurden einst Persönlichkeiten mit dem Friedenspreis geehrt, die sich um die Verwirklichung des Friedensgedankens verdient gemacht haben – Schadan erhält ihn nun »für sein herausragendes Werk sowie seine humanitäre Haltung, mit der er sich den Menschen im Krieg zuwendet und ihnen unter Einsatz seines Lebens hilft«, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.


In der Tat bietet Schadans Œuvre genau das, was in kriegsbewegten Zeiten die Herzen von Liebhabern westlich-wertebasierter Musen höher schlagen lässt – NATO-Poesie: Alles, bloß kein Frieden mit Russland, Schadan denkt nicht einmal an Verhandlungen. »Wir müssen vom Westen Waffen fordern, weil wir sonst vernichtet werden«, heißt es in seinem im Juli in Die Zeit veröffentlichten Brandbrief gegen das deutsche Friedenslager. In den sozialen Medien feuert er seine Landsleute an: »Vorwärts für die Befreiung der Region Lugansk, der Region Donezk und der Krim! Alles wird Ukraine sein.«


Weniger gern hört man offenbar – diese undelikaten Details seiner Verdienste werden von den deutschen Medien unisono beschwiegen –, dass Schadans »Zuwendung für Menschen im Krieg« auch dem ukrainischen Oligarchen Wsewolod Koschemiako gilt, der eine nationalistische Privatarmee unterhält, für die der Künstler – sicherlich aus rein humanitären Gründen – intensiv Werbung macht. Auch Neonazis und andere extreme Rechte können stets auf Schadan zählen: Vor einigen Monaten beteiligte er sich in seiner Heimatstadt Charkiw an einer Benefizveranstaltung für die Aufklärungs- und Sabotagetruppe »Kraken« – eine Sondereinheit des faschistischen Asow-Regiments –, die für diverse Kriegsverbrechen verantwortlich ist. Bereits 2016 und 2021 trat Schadan beim Banderstadt-Festival in Luzk auf. Es wurde erstmals 2007 anlässlich des 65. Jahrestages der Gründung der faschistischen Ukrainischen Aufständischen Armee, die am Holocaust beteiligt war, abgehalten, um Stepan Bandera als »nationales Symbol« zu verewigen, wie die Organisatoren betonen. Neben Naziromanen, -rock und -ramsch wie Hakenkreuz- und Wolfsangelschmuck wird in Banderstadt auch »Suppe aus Moskowitern« serviert.


Das dürfte für Sergij Schadan eine Leibspeise sein, denn er ist ein fanatischer Russen-Fresser. In seinem frisch erschienenen Band »Himmel über Charkiw. Nachrichten vom Überleben im Krieg« betrachtet er die Invasoren als »Barbaren« und »Unrat, der aus dem Osten über uns hergefallen ist«; er wünscht ihnen den Tod. Der Krieg habe das »wahre Wesen« der Russen offenbart, auch die russische Kultur als Stützpfeiler der »russischen Welt« sei verantwortlich, verkündete er auf seinem Facebook-Kanal. »Ist Puschkin daran schuld, dass Kriegsverbrecher in Russland geboren werden? Ja, er ist schuldig. Natürlich ist er schuldig. Sie sind alle schuldig.«


Den »Preis der Freiheit« (Taz) – sich jede NATO-Osterweiterung herauszunehmen, die sich die USA und die EU wünschen – bekommt Schadan wohl auch, weil er eine deutsche Sehnsucht stillt. Er sei »ein guter Spiegel für uns«, tat Marieluise Beck (Die Grünen), Chefin der Neocon-Denkfabrik Zentrum Liberale Moderne und eine seiner glühendsten Verehrerinnen, 2021 im Gespräch mit ihm eine vorbewusste Wahrheit kund: Sergij Schadan spricht Dinge aus, die sich Deutsche seit 1945 nicht mehr und noch nicht wieder zu sagen trauen.


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/437176.propagandakrieg-alles-wird-ukraine-sein.html

23.10.2022

Selenskij: Welt muss Kreml angreifen, wenn Russland ukrainisches Präsidentenamt attackiert

    meinungsfreiheit.rtde.life, 23 Okt. 2022 12:18 Uhr

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij sagt, wenn das Entscheidungszentrum in Kiew getroffen wird, sollte die Welt auf die gleiche Weise reagieren – nämlich den Kreml treffen. Seiner Meinung nach spielt es keine Rolle, ob die Ukraine Mitglied der NATO ist oder nicht.


Selenskij: Welt muss Kreml angreifen, wenn Russland ukrainisches Präsidentenamt attackiert


Quelle: Gettyimages.ru © Igor Golovniov/SOPA Images/LightRocket


Zitat: Wenn Russland das "Entscheidungszentrum" in der Bankowaja-Straße, in dem sich das Büro des ukrainischen Präsidenten befindet, angreife, werde die Welt auf den Kreml zurückschlagen müssen. Dies äußerte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij in einem Interview mit den kanadischen Fernsehsendern CTV und CBC. Er sagte:

"Wenn die Botschaft lautet, dass es einen Schlag gegen das Entscheidungszentrum geben wird, dann sollte die Welt wie folgt reagieren: "Hören Sie, wenn Sie Bankowaja treffen, wird es einen Treffer geben, wo Sie sind, wenn Sie das tun, sollten Sie wissen, dass es in einer Sekunde, unabhängig vom Ergebnis Ihres Treffers, einen Treffer in Ihrem Entscheidungszentrum geben wird."

Selenskij fordert atomare Präventivschläge gegen Russland – Kreml: Aufruf zu Drittem Weltkrieg





Selenskij fordert atomare Präventivschläge gegen Russland – Kreml: Aufruf zu Drittem Weltkrieg





Dabei spiele es keine Rolle, ob die Ukraine ein NATO-Land sei oder nicht, fügte Selenskij hinzu.

Die Ukraine ist kein Mitglied der NATO, hat aber seit Juni 2020 einen besonderen Status in der Zusammenarbeit mit dem Bündnis – einen Enhanced Opportunities Partner (EOP). Auch das Streben nach einem NATO-Beitritt ist in der Verfassung des Landes verankert.


Am 30. September, dem Tag, an dem die Verträge über den Beitritt neuer Gebiete zu Russland unterzeichnet wurden, beantragte Selenskij einen beschleunigten Beitritt zum Bündnis. Gemäß der NATO-Satzung ist für die Aufnahme neuer Mitglieder die Zustimmung aller 30 Mitgliedstaaten des Militärblocks erforderlich.


Anfang Oktober forderte Selenskij die NATO auf, einen Präventivschlag gegen Russland zu führen. In der Rede vor dem australischen Lowy Institute sagte er:

"Was sollte die NATO tun? Verhindern, dass Russland Atomwaffen einsetzt. (…) Präventivschläge, damit sie (die Russen) wissen, was mit ihnen geschieht, wenn sie sie einsetzen. Nicht umgekehrt auf Russlands Nuklearschläge warten, um dann sagen zu können: 'Ah, so seid ihr also, na dann kriegt ihr es jetzt zurück'."

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, reagierte auf die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten mit den Worten, der Westen stifte einen Atomkrieg an und "Selenskij habe sich in ein Monster verwandelt, dessen Hände den Planeten zerstören könnten".


Liveticker Ukraine-Krieg – Cherson meldet ein Todesopfer und drei Verletzte nach Terroranschlag




Liveticker Ukraine-Krieg – Cherson meldet ein Todesopfer und drei Verletzte nach Terroranschlag






Das Büro des ukrainischen Präsidenten dementierte daraufhin Selenskijs Aufruf zum Einsatz von Atomwaffen. Seinem Pressesprecher Sergei Nikiforow zufolge sprach der Staatschef, als er von einem Präventivschlag sprach, von Sanktionen, die bis zum 24. Februar in Kraft sein müssten.

Seit dem 24. Februar führt Russland eine militärische Sonderoperation in der Ukraine durch. Wladimir Putin nannte als Ziel die "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" des Nachbarlandes sowie den Schutz der Bevölkerung des Donbass. Kiew reagierte mit der Verhängung des Kriegsrechts und der allgemeinen Mobilisierung.


Die russischen Behörden haben wiederholt mit Schlägen gegen Entscheidungszentren in Kiew gedroht, falls die Ukraine rote Linien überschreitet. Als Beispiele nannte das russische Außenministerium die Lieferung von Langstreckenwaffen und leistungsfähigeren Waffensystemen an Kiew.


Mehr zum Thema - Sergei Lawrow: Selenskijs Aufruf zum Atomschlag bekräftigt Notwendigkeit der Militäroperation


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152304-selenskij-welt-muss-kreml-treffen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

23.10.2022

Tendenz der Faschisierung – vorbereitende Etappe – Faschismus an der Macht?

freidenker.org, vom 18. Juni 2022

Vortrag von Klaus Linder, gehalten bei der Runde „Berliner Freidenker im Gespräch“ am 14. Juni 2022


Ein Auszug vorab: (Peter Hacks prophezeite 1992 ziemlich gut.  (übernommene Formulierung))


Für eine antifaschistische Strategie ist es äußerst wichtig zu erkennen, wo die Kräfte herangereift sind, die die reaktionärsten Kreise für Faschismus und Krieg ausbauen und einsetzen könnten. Diese Gedanken machte sich 1992 auch der kommunistische Dichter Peter Hacks. Die Frage stand nach der Konterrevolution: „Was könnte die Organisation sein, die die Faschisierung in die nächste Etappe oder zum Ziel trägt?“. Hacks‘ Antwort fiel so aus:


„Alle kapitalistischen Parteien sind ein Federbett und ein Hintergrund und ein Nährboden, aber sie sind nicht geeignet, die Organisation hervorzubringen. Sondern dafür braucht man zunächst eine Splittergruppe, die sich entschließt, dieses Geschäft zu übernehmen. Ich nehme an, in Deutschland werden es die GRÜNEN und dieses sogenannte Bündnis 90 sein. Also, es werden nicht die Nazis von Herrn Frey und es werden nicht die Nazis von Herrn Schönhuber sein, sondern es werden die sein. (…) was ich versuche zu sagen, gucken Sie, auch Herr Hitler war natürlich ein Wurmfortsatz der Deutschnationalen und der Harzburger Front. Aber seine Partei wurde die Nazipartei, und die ganzen Leute blieben im Hintergrund und abserviert und wurden im Horst-Wessel-Lied noch als Reaktion angepöbelt. Also die sind der Schoß, aber der Schoß ist nicht die Sache. Und die Sache muß irgendwo aus einer Keimzelle keimen.  (…) das ist ein Gesetz: Wer einmal geschlagen ist, kann nicht unter dem selben Namen wiederkommen. Der braucht eine neue Maske. (…) Deswegen glaub ich auch, das eben in Deutschland nicht die beiden Nazi-Parteien die Keimzelle werden, sondern jemand, auf den man nicht kommt. Und diese weinenden Kleinbürgerorganisationen, die gegen alles sind, was ist mit Recht, und überhaupt nicht wissen, wofür sie sind, die eignen sich. Es ist ein bißchen Prophezeiung drin. Wir werden es sehen.“


(Quelle: Peter Hacks, Marxistische Hinsichten, Berlin 2018, S. 302ff.)


Den ganzen Vortrag als PDF-Dokument herunterladen (ca. 291 KB) https://www.freidenker.org/fw17/wp-content/uploads/2022/06/220614_Linder_TendenzDerFaschisierung.pdf


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Frieden - Antifaschismus - Solidarität 




Tendenz der Faschisierung – vorbereitende Etappe – Faschismus an der Macht?

18. Juni 2022 Webredaktion, , , , , , , , ,

Vorbemerkungen für eine Diskussion der antifaschistischen Strategie

Vortrag von Klaus Linder, gehalten bei der Runde „Berliner Freidenker im Gespräch“ am 14. Juni 2022


Der Vortrag kann auch als Video angesehen werden.


I. Zangenangriff

Der Faschismus hat eine hundertjährige Geschichte, deshalb sollten einige Begriffe wieder besehen werden. Da sich mit der Entwicklung des Faschismus auch der Antifaschismus nur schrittweise, über Fehler und Korrekturen entwickelte, und da diesen Lehren das große Cancel Culture unserer Gegner droht, wenn wir sie nicht verbreiten, gehe ich in die Vergangenheit und erlaube mir dabei immer wieder den Schwenk in das Heute.

Zunächst zur Gegenwart. Der deutsche und der ukrainische Faschismus, die abermals in gemeinsamer Kriegsfront gegen Russland stehen, scheinen durch eine Art kommunizierender Röhren verbunden. Sämtliche Hakenkreuze, die in Westdeutschland jahrzehntelang unsichtbar gemacht wurden, um schließlich die Bombardierung Belgrads als antifaschistischen Akt zu verkaufen, scheinen u.a. in den Katakomben von Asowstal in einer Art monströser Fetischparty konzentriert wieder aufgetaucht zu sein. Ihre Träger werden dort durch die russischen Antifaschisten unschädlich gemacht; wo das nicht geschieht, ist mit ihrem Re-Import ins Westreich zu rechnen, mitsamt gespendeter Waffen. Sie werden  in einem EU-Schlagerwettbewerb beworben, der in den Jahren zuvor merklich zur Mobilisierung der Schwulenszene „gegen Putin“ unter den Zeichen des libertär-kosmopolitischen EU-Imperialismus instrumentalisiert wurde. Das Vorspiel ließ ahnen, dass unter der kosmopolitischen Maske eines Tages der nackte Chauvinismus hervorkommen würde.

Den Vorbereitern und  Aufrichtern des Faschismus in den Staaten und Staatenbündnissen „des Westens“ ist es egal, mit welchen Emblemen ihre Offensive die Gesellschaften durchdringt. Mal können es Hakenkreuze, Totenköpfe und Schwarze Sonnen sein, woanders lieber Einhörner und Regenbögen, am liebsten: alles „bunt“ gemischt. Das Bild des ideologischen Zangenangriffs wird erst vollständig, wenn unter den schwarzen Sonnen die grünen Sonnenblumen stehen. Wer in Deutschland einen anschwellenden Strom der Faschisierung in den letzten Jahren unter dem Dreiklang Klima-Corona-Ukraine gewahrte, sieht seit Februar wie das auch wieder unter altbekannten Zeichen erscheint, als deren sozusagen jugendfreier Platzhalter hier die blau-gelbe Fahne fungiert. Dabei war in der Ukraine seit 2014 alles sichtbar. Aber ein popkulturelles Medien-System sorgt dafür, dass zwischen scheinbar gegensätzlichen Zeichen und Codes mühelos um-codiert und wieder zurück-codiert werden kann. Das geht ganz einfach – durch den Kunstgriff der Ästhetisierung der Politik. Der Nazi-Verbrecher Bandera ist z.B. in der Region Kalusch geboren, sein Vorname war Stepan (Stefan). Also nennt man eine faschistische Staatscombo „Kalusch“, lässt sie ihr Lied „Stefania“ betiteln und sie im Bühnenlicht des European Song Contest, schummrig, aber eindeutig, die Arme zum Hitlergruß für die Nazi-Kämpfer an der NATO-Front erheben. Es ist genau dieser mehrdeutig-eindeutige Nebel der Beleuchtungstechnik, es ist nicht der Hitlergruß für sich genommen, der der heutigen Erscheinungsweise von Faschisierung unter der Regie von NATO und EU ihr präzises Gesicht verleiht. Wir werden diese kulturellen Umcodierungen und das stets kombinierte, sowohl „libertäre“ als auch „traditionell-faschistische“ Auftreten im Auge haben müssen, um nicht dem Eindruck auf den Leim zu gehen, dass die Triebkräfte des Faschismus nur dort auszumachen seien, wo die einschlägigen Tätowierungen wieder auftauchen. Wer als deutscher Antifaschist nur die Hakenkreuze und schwarzen Sonnen dokumentiert, überträgt die Fehler des hiesigen sogenannten  „Kampf gegen Rechts“ sogar noch auf die Ukraine, da er damit im Ukro-Faschismus nicht der Erscheinungsweise und dem Wesen des NATO-Faschismus gerecht wird, der die Macht über diesen Faschismus hält und auf andere Länder übertragbar ist, wenn er dort nicht rechtzeitig erkannt wird. Denn der Faschismus ist kein Zeichensystem, er ist ein Herrschaftsverhältnis.

Kurz nach Beginn der militärischen Sonderoperation schrieb ein Journalist: „Die De-Nazifizierung der Ukraine bringt die Re-Nazifizierung Deutschlands“. Da ist Wahres dran. Nur ist auch hier die Wahrnehmung vom Kopf auf die Füße zu stellen: das zentrale Ereignis, der Brennpunkt ihrer Bestrebungen und Triumphe, war für die Re-Nazifizierung Deutschlands die Konterrevolution 1989-90 und die Liquidierung der DDR mitsamt ihrem theoretischen und praktischen Antifaschismus. Wer hierzulande erst die Ukraine bräuchte, um die Renazifizierung Deutschlands zu bemerken, hat sein eigenes nationales Drama nicht verstanden. Aber schlimmer: Gerade „von links“ scheinen viele es selbst anhand der Ukraine und des verordneten blau-gelben Rausches immer noch nicht zu verstehen.

Ich möchte ermuntern, aufzuhören, wenn von Faschismus die Rede ist, immer nur auf die Erscheinungen, die Ideologie und die Methoden des Hitlerfaschismus zu starren und darauf zu warten, hinter welcher Straßenecke er genau im selben Kostüm wieder hervorkommen könnte. Das genau kennzeichnet die bürgerliche Faschismustheorie der BRD. Man behauptet, der Faschismus sei eine Ideologie und findet dann Überreste angeblich zeitlos fixierter „Ideologie-Versatzstücke“, die man für faschistische Invarianten erklärt. Auf diese Weise verlegt man den Faschismus in das Bewußtsein beliebig zusammengewürfelter gesellschaftlicher Gruppen oder Individuen. Weil sie unbestimmt und unwissenschaftlich ist und deshalb Popanze errichtet, kann diese Methode im Zuge der Faschisierung selber dazu eingesetzt werden, als Resonanzverstärker für den inneren Feindbildaufbau zu wirken, ob das nun gerade „Coronaleugner“, „Klimaleugner“, „Impfverweigerer“, „Verschwörungsideologen“, angebliche „autoritäre Charaktere“, Befürworter nationaler Souveränität, Russen oder Russenfreunde oder Gegner des NATO-Krieges sind. Um die Sache jederzeit auch gegen Kommunisten, ihre Organisationen und Staaten  wenden zu können, hat man als Zwischenboden nach 1945 die sogenannte Totalitarismustheorie eingezogen.

Der bürgerliche „Antifaschismus“ ist subjektiv-idealistisch. Er glaubt, das Sein des Faschismus entspringe aus dem Bewußtsein irgendwelcher Gruppen oder Individuen, deren Denkhaltungen zuvor als die faschistischen definiert werden. Das sind aber weitgehend diejenigen, die seine Opfer sind.

Seit sich die Russische Föderation, dem Hilferuf der Volksrepubliken folgend, zu einer antifaschistischen Operation historischen Maßstabs gegen die neuen Herrenmenschen entschied, fallen im Westen die Masken, die Erscheinungen passen sich dem Wesen an. Über dieses Wesen müssen wir also reden. So sehr der Hitler-Faschismus sich hervortat: Wir müssen Faschismus zunächst als Gattungsbegriff verstehen, um festzustellen, was den Spielarten gemeinsam ist. Auch der deutsche Faschismus des XX. Jahrhunderts ist nur eine Spezies neben anderen. Zweitens: Er war nur eine Etappe einer bemerkenswert konstanten Programmatik der imperialistischen Großbourgeoisie. Und: Wir würden am Ende nichts Brauchbares über Faschisierung und Faschismus in Deutschland und in der Ukraine sagen können, wenn wir dann nicht das gesamte Bild enthüllen, mit der entscheidenden Rolle der USA und der NATO und ihrem Sub-Unternehmen EU.

II. Dimitroff

Ich setze nun da ein, wo die Faschismusanalyse der konsequentesten Antifaschisten klassische Reife erlangte und eine wirksame antifaschistische Strategie formulierte: mit dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale, der im Jahr 1935 in Moskau stattfand.

Der Vortrag von Georgi Dimitroff dort trug den Titel: „Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus“.

Zuerst weist Dimitroff daraufhin, dass die KI schon zu Beginn der kapitalistischen Wirtschaftskrise feststellte, „daß faschistische Tendenzen und Keime einer faschistischen Bewegung fast überall zu finden sind.“ (1)

Dann beantwortet er die Frage: „Wozu brauchen sie den Faschismus?“ anhand dreier Punkte.

Erstens: „Die imperialistischen Kreise suchen die ganze Last der Krise auf die Schultern der Werktätigen abzuwälzen. Dazu brauchen sie den Faschismus.“ (2)

Zweitens und drittens: „Sie wollen das Problem der Märkte durch Versklavung der schwachen Völker, durch Steigerung der kolonialen Unterdrückung und durch eine Neuaufteilung der Welt auf dem Wege des Krieges lösen. Dazu brauchen sie den Faschismus.“ (3)

Faschismus bedeutet Krieg.

Diese drei Seiten sollten wir gegenwärtig haben, wenn wir uns heute umschauen, wer die Kräfte sind, die am meisten am Faschismus interessiert, seine Urheber sind. Sie werden folgendes zielstrebig betreiben: Erstens die eigene ungeheure Bereicherung durch radikale Abwälzung der Lasten der verheerenden Wirtschaftskrise auf breiteste Schichten der Werktätigen, d.h.: die gesamte Arbeiterklasse, sowie Bauern, Gewerbetreibende, Mittelschichten, auch kleinere Unternehmer, die durch die weitere Monopolbildung ausgekämmt werden. Zweitens: Ihre außenpolitischen Ziele sind forcierte Unterdrückung, wirtschaftliche und politische Schädigung sowie Ausplünderung schwächerer Länder aller Kontinente – also Kolonialismus im umfassenden Sinne. Und drittens: Der Faschismus ist, im Zuge der imperialistischen Aufteilung der Welt, und zugleich des Niederhaltens der internationalen Gegenkräfte, untrennbar mit der Kriegspolitik und den militärischen Expansionszielen der herrschenden Klasse verbunden, denen die gesamte Volkswirtschaft untergeordnet wird.


Wir müssen also heute nicht lange suchen, um festzustellen, dass diese Kreise bereits in einer Art Syndikat von Parteien, Medien und sogenannten zivilgesellschaftlichen Bewegungen in Deutschland regieren, an den supranationalen Instrumenten und Bündnissen von EU und NATO, G7 und anderen teilhaben und zumal mit den GRÜNEN den direktesten, unterwürfigsten Arm der USA in die deutsche Regierung schoben, der sich durch keinerlei Interessensunterschied zu den transatlantischen kommandierenden Kreisen mehr auszeichnet, keine nationalen Rücksichten in irgendeiner lebenswichtigen Frage achtet, seit langem mit keinem Widerspruch durch eine reale Parteibasis zu rechnen hätte, aber stattdesssen über gut gesteuerte „außerparlamentarische“ Bodentruppen und Influencer verfügt, die zu wichtigen Anlässen in Form von sozialreaktionären Pseudoprotesten auf der Straße, wie etwa sogenannten Klimastreiks zur Ausplünderung der Werktätigen durch sogenannte CO2-Abgaben, in Bewegung gesetzt werden und dafür noch pseudo-antikapitalistischen Applaus ernten. Allerdings erfüllen die Grünen diese Aufgabe im Parteienkonzert bis heute nur als Speerspitze für Faschisierung und Kriegspolitik. Das bedeutet noch nicht, dass die Bourgeoisie die einigende Kraft hätte, sie zu einer Zentralgewalt der Faschisierung auszubauen, zumal die Aussichten auf Erweiterung ihrer an die oberen Mittelschichten gebundenen Massenbasis offenkundig begrenzt sind. Ich gebe damit nicht Entwarnung. Denn eine zentrale Frage wird sein, ob bei der möglichen Vorbereitung des Faschismus unter heutigen Bedingungen der nationalen Massenbasis überhaupt noch die entscheidende Rolle zukommt.


Nun gibt es einen vierten Punkt bei Dimitroff, der  für die antifaschistische Volksfrontstrategie bedeutsam ist: Die Bourgeoisie greift zum Faschismus aus dem Unvermögen, weiter mit den Methoden des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie zu herrschen und die Arbeiterklasse niederzuhalten. Sie ist genötigt, zur Kriegspolitik zu greifen, da sie auf dem Boden einer friedlichen Außenpolitik keinen Ausweg aus ihrer Lage mehr findet.

Der Faschismus ist also nicht nur ein Ausdruck von Stärke der Bourgeoisie – was Dimitroff sagen ließ: „Er ist eine grausame, aber keine feste Macht“ – , aber er ist die äußerste Konsequenz des dem Imperialismus innewohnenden Drangs nach Gewalt, und das meint auch die Ausschaltung der bürgerlichen Demokratie. Deshalb ist für eine antifaschistische Aktionseinheit die damalige Orientierung von Wilhelm Pieck grundlegend: „Solange wir nicht die bürgerliche Demokratie durch die proletarische Demokratie, durch die Diktatur des Proletariats ersetzen können, ist das Proletariat an jedem Fetzen bürgerlicher Demokratie interessiert (…)“. (4)

Im selben Geiste Piecks, und dem der KPD, sagte 1949 Max Reimann vor dem Parlamentarischen Rat, im historischen Moment der Beschließung des von den Westmächten aufgedrungenen und nicht vom Volke verabschiedeten Grundgesetzes: „Die Gesetzgeber aber werden im Verlauf ihrer volksfeindlichen Politik ihr eigenes Gesetz brechen. Wir Kommunisten aber werden die im Grundgesetz verankerten wenigen demokratischen Rechte gegen die Verfasser des Grundgesetzes verteidigen.“ (5)

Das sagte Reimann in Begründung der Ablehnung dieses Grundgesetzes des westdeutschen Separatstaates für die KPD. Er sagte: Wir werden die wenigen demokratischen Rechte verteidigen. Er sagte nicht, wie oft behauptet wird: Wir werden dieses Grundgesetz verteidigen. Das wäre auch heute keine richtige Losung für die antifaschistische Aktionseinheit, sondern würde sie opportunistisch behindern. Was aber hingegen die Verteidigung von „jedem Fetzen bürgerlicher Demokratie“ und der im GG „verankerten wenigen demokratischen Rechte“ betrifft: so liegt hier ein Kern antifaschistischer Strategie vor. Marxisten in Deutschland werden sich z.B. fragen lassen müssen, wie sie es mit der Verteidigung dieser wenigen demokratischen Rechte etwa angesichts einer vorbereitenden reaktionären Maßnahme wie dem „3. Infektionsschutzgesetz“ gehalten haben, bis hin zur Terrorisierung der Werktätigen durch die sogenannte Impfpflicht und -nötigung.

Nun könnte man einwenden: Was du beschreibst – machen das nicht die Kapitalisten sowieso? Brauchen wir da den Spezialbegriff „Faschismus“?

Antwort: Ja, wir brauchen ihn. Die Tendenz des Imperialismus zur reaktionären Umgestaltung bis Vernichtung aller demokratischen Institutionen ist ein Prozeß, der im Faschismus in eine neue Regierungsform umschlägt; es ist kein bloßer Regierungswechsel, sondern ein Wechsel der Staatsform der Klassenherrschaft der Bourgeoisie.  Das ist der Faschismus an der Macht.

Uns fehlt also noch eine Definition, die die spezifische Differenz des Faschismus enthält. Es ist die damals ebenfalls von Dimitroff vorgetragene:

„Der Faschismus an der Macht, Genossen, ist … die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“ (6)

Dem ist aber gleich Dimitroffs Ausführung an die Seite zu stellen, „daß vor der Errichtung der faschistischen Diktatur die bürgerlichen Regierungen in der Regel verschiedene Etappen durchlaufen und eine Reihe reaktionärer Maßnahmen durchführen, die den Machtantritt des Faschismus vorbereiten und unmittelbar fördern. Wer in diesen Vorbereitungsetappen nicht gegen die reaktionären Maßnahmen der Bourgeoisie und gegen den anwachsenden Faschismus kämpft, der ist nicht imstande, den Sieg des Faschismus zu verhindern, der fördert ihn vielmehr.“ (7)

Es sind also drei Dinge zusammenzudenken und gleichzeitig sauber zu unterscheiden. Das sind: Die Tendenz der Faschisierung, die unmittelbaren Vorbereitungsetappen vor der Errichtung der faschistischen Diktatur und der Faschismus an der Macht.

Vergessen wir also nie: Auch der Faschismus ist nur in Übergangsformen, Zwischenschritten möglich, bei denen kein Kettenglied ausgelassen werden kann. Unsere Aufgabe ist es, dem Faschismus bereits die Kettenglieder aus der Hand zu schlagen.

Dimitroffs Faschismusdefinition bedarf heute einiger Worterklärungen.

Erstens spricht er von der offenen Diktatur; also im Gegensatz zur verdeckten Diktatur, mit der dieselbe Bourgeoisie in der vorfaschistischen, parlamentarisch-demokratischen, Phase ihre Macht bereits ausübt.

Zweitens spricht er nicht von der Diktatur der Bourgeoisie oder der Kapitalisten schlechthin, sondern von der der Finanzbourgeoisie. Dieser Begriff geht auf Lenins Imperialismustheorie zurück. Er besagt in Kürze, dass der Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Imperialismus übergegangen ist. Dessen Grundlage ist das aus Konzentration und Zentralisation von Produktionsmitteln und Kapital hervorgegangene Monopol. Dieser Vorgang führt, sobald das Monopol der Kern der Ökonomik wurde, zu Veränderungen im Klassengefüge. Aufseiten der Kapitalisten durch Herausbildung der Finanzbourgeoisie. Sie entsteht aus der Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital – zum Finanzkapital. Das ist keine harmonische Vereinigung, denn die ökonomische Grundlage ihres widerstreitenden Verhältnisses ist die Aufspaltung des der Arbeiterklasse abgepressten Mehrwerts in Unternehmergewinn und den Zins für die Banken.

Das Monopol bringt auch nicht die Konkurrenz unter den Kapitalien zum Absterben. Es steigert sie, nach innen und nach außen unter den international agierenden und expandierenden Monopol-Gruppen.

Das nur als Beispiele, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, das Monopol würde eine Art innere Harmonisierung erzeugen und die nationalen und internationalen Gegensätze und Klassenauseinandersetzungen nach und nach dämpfen. Im Gegenteil, es schärft sie aufs äußerste.

Dies ist nötig in Erinnerung zu rufen. Das Gesetz der ungleichzeitigen Entwicklung kapitalistischer Länder, die Neuaufteilung der Welt unter den Haupt-Imperialisten und die alles durchdringende Konkurrenz bewirken, dass Konzentration und Zentralisierung nicht zu einem gleichförmig in eins verschmolzenen ökonomischen Super-Welt-Monopol führen können. Damit wird es aber auch nicht zu einem politischen Super-Überbau in Form einer zentralen kapitalistischen „Weltregierung“ oder gar eines „Weltfaschismus“ kommen können. Ich füge das hier ein, weil spätestens seit Corona zuweilen das Gegenteil behauptet wird. Besonders absurd werden solche „Theorien“, wenn dann noch behauptet wird, diese „Weltregierung“ würde von den üblichen Verdächtigen  des US-Finanzkapitals gemeinsam mit der Führung der Volksrepublik China ausgeübt, sozusagen von Dr. Fu Mandschu und Dr. Mabuse in finsterer Personal-Einheit, mit einem irgendwo um die Weltgesundheitsorganisation lokalisierten Willens- und Entscheidungszentrum, in dem sich „die Eliten“ den ganzen Rest der Menschheit unterwerfen. Seit dem Sanktionen-Krieg gegen Russland und China und deren demokratischer Gegenreaktion zusammen mit anderen Ländern sind solche Weltregierungs-Fantasien offenkundig schlechte Science Fiction.

Schießen wir also nicht übers Ziel hinaus, indem wir einen fiktiven weltfaschistischen Überstaat an die Wand malen. Lassen wir uns aber auch nicht dahingehend desorientieren, die antifaschistische Strategie könne hier und heute auf die Verballhornung der Losung gegründet werden „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“. Bleiben wir bei dem, was die internationalen Kräfteverhältnisse nahelegen, wenn wir die Faschisierung an der Wurzel bekämpfen wollen. Es wird heute, so meine These, in Europa keine Errichtung irgendeines Faschismus geben ohne kontrollierende Vorbereitung und operative Intervention durch die NATO und jene, die sie kommandieren –  und schon gar nicht gegen deren zustimmende Entscheidung. Sie haben sich ja gerade sogar Nordstream durch „Biden“ und seine Handpuppen verbieten lassen! Denn ein solcher Faschismus hätte heute, wie in der Ukraine, als Stoßtrupp zur Rettung des vereinigten Imperialismus unter der schwankenden Hegemonie der USA zu dienen – erst recht in einem Land, das von strategischen US- und NATO-Basen samt Atombomben nur so strotzt wie Deutschland. Auch die zu begrüßenden Desintegrationstendenzen der EU werden das für sich genommen nicht ändern, sondern, solange nicht eine wirkliche Befreiung von der EU stattfindet, eher forcieren, da die Hauptklammer, die sie noch zusammenhält, der politische, wirtschaftliche und militärische NATO-Krieg gegen Russland und China ist. Und seitdem die USA durch das Sanktionen-Kamikaze die EU noch tiefer und auswegloser sich untergeordnet haben, gilt das mehr noch als zuvor. Nur – ich bitte nicht mißverstanden zu werden: Diese NATO-Dominanz macht hier den Faschismus nicht unwahrscheinlicher, sondern sie macht ihn eben wahrscheinlicher. Darum meine ich, daß „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ eine opportunistische Behinderung der antifaschistischen Strategie wäre.

Zurück zu unserer Faschismus-Definition. Dort hörten wir, dass es sich nicht einmal um die Finanzbourgeoisie als solche, sondern um ihre reaktionärsten Kreise handele. Das sind die Teile der Finanzoligarchie, die aufgrund ihrer internationalen und nationalen Lage am meisten auf Krieg, auf die totale Unterordnung nicht nur einzelner Industrie- oder Agrarzweige, Rohstoffe, Länder, die vollständige und blutige Niederhaltung der Arbeiterklasse und tendenziell zu versklavender ganzer Bevölkerungen angewiesen sind. Sie sind auf die Errichtung des politischen über dem ökonomischen Monopol zur Erzielung von Extraprofiten gnadenlos angewiesen. Dazu bedürfen sie, obwohl sie nur die ökonomische Gesetzmäßigkeit durchsetzen, die sie hervorbrachte, eines dauernden Einsatzes außerökonomischer Gewalt und natürlich auch der Absprachen untereinander, im Volksmund Verschwörungen genannt. Offenkundig handelt es sich bei dieser am meisten reaktionären Finanzoligarchie um eine zahlenmäßig recht überschaubare Truppe. Sie können deshalb den Faschismus weder an die Macht bringen noch daran halten, wenn sie nicht Klassenbündnisse bilden. Und es müssen auch solche Schichten verführt und bestochen werden, deren Klasseninteresse dem ihrigen objektiv entgegengesetzt ist.


III. Faschistische Ideologie

Damit kommen wir zur Frage der faschistischen Ideologie. Dass der Faschismus eine Herrschaftsform, aber keine Ideologie ist, klingt paradox. Es scheint doch sein hervorstechendes Merkmal zu sein, dass er auf pausenlose Beschallung mit Ideologie, Demagogie, psychologischer Kriegsführung, Psy-Op angewiesen ist, und zwar zunehmend vereinheitlicht – oder, wie die Nazis gesagt hätten: „gleichgeschaltet“. Was bewirkt das?

Warum die Beispiele immer in der Vergangenheit suchen. Man fragt sich heutigentags, z.B.: Braucht das die Faschisierung wirklich, dass heute selbst Kindergartenkinder mit gelb-blauen Fahnen im Carrée marschieren müssen – „gegen Putin, Putin ist doof!“? Ja, die Faschisierung braucht das, denn sie wäre nicht Faschisierung, wenn sie eine unberührte Grenze gelten ließe, an der sie negiert werden kann. Zunächst mal ist die Infantilisierung des Politischen, die sich bereits mit „Fridays for Future“ weit bis ans Grundschulalter herangearbeitet hatte, grundsätzlich von Vorteil für die ideologische Faschisierung. Zugleich wird z.B. mit gelb-blauen Kita-Kinder-Prozessionen dem Betrachter vorgetäuscht, es gebe das, was es in Deutschland derzeit in Wirklichkeit trotz allem NICHT gibt: nämlich eine vereinigte antirussische „Volksgemeinschaft“. Der Haupteffekt der Propaganda wäre dann der, glauben zu machen, ihre Inhalte würden zusammenfallen mit dem, was in den Köpfen der Bevölkerungsmehrheit geschieht, als wäre deren Bewußtsein ein direktes Abbild der Propaganda. Das verleiht der Propaganda eine vermeintliche Klassenautorität, die sie in Wirklichkeit nicht hat. Wer an die Identität von Propaganda und tatsächlichem Massenbewusstsein glaubt, sitzt bereits der Faschisierung auf. Eine antifaschistische Strategie muß sich dem entgegenstellen. Darum ist z.B. auch die Annahme, man selber erweise sich als aufgewacht und der Rest der Bevölkerung als Schlafschafe, tödlich für die Bildung der antifaschistischen Einheitsfront, auch wenn diejenigen, die das so sehen, die Faschisierung selber im Ansatz durchaus richtig registrieren mögen.

Ich möchte hierzu eine Beobachtung des Künstlers Pier Paolo Pasolini anführen. Er schrieb im Jahr 1975:

„… Etwas, was selbst der faschistische Faschismus nicht erreicht hatte, denn damals war das äußere Verhalten völlig vom Bewußtsein getrennt. Vergeblich versuchte der ‚totalitäre‘ Herrschaftsapparat immer und immer wieder, seine Verhaltensmaximen bei den Leuten durchzusetzen – ihr Bewußtsein blieb von all dem unberührt. Die faschistischen ‚Modelle‘ waren nichts als Masken, die man aufsetzte und wieder abnahm. Als der faschistische Faschismus dann zusammengebrochen war, wurde alles wieder wie zuvor. Das hat sich auch in Portugal gezeigt: nach vierzig Jahren Faschismus hat das portugiesische Volk den 1. Mai gefeiert, als sei es das letzte Mal ein Jahr zuvor gewesen.“ (8)

Auch wenn wir die Bemerkung Pasolinis über die Unberührtheit des Bewußtseins nicht in Absolutheit teilen müssen: Hier ist ein Punkt benannt, den die antifaschistische Strategie erfordert zur Kenntnis zu nehmen und auszunutzen gegen jede Form der Spaltung: Das Bewusstsein und Verhalten der Unterdrückten und Gegängelten erweist sich als nicht identisch mit dem, was sie durch die Propaganda und deren Sprache über sich ergehen lassen müssen, selbst, wenn das jahrelang so geht; und sie dürfen auf keinen Fall anders angesprochen werden. Anders gesagt: Die Propaganda täuscht vor, als ob diejenigen, die sie andauernd zum bloßen Objekt macht, ihre Subjekte wären. Der Pseudo-Antifaschismus springt genau darauf an und wird damit zur Verlängerung der Propaganda. Aber, mit Pasolini: Sobald bei einer Gelegenheit die Masken fallen – und das ist im Lauterbach-Land sowohl wörtlich als auch bildlich aufzufassen  -, kommt das zum Vorschein, was über Generationen hinweg eine Klasse verbindet und sozusagen ihre Infrastruktur und Lebensweise ausmacht. Antifaschistische Strategie muss ständig suchen, wo Breschen für diese „Infrastruktur“ zu schlagen sind. Antifaschismus ist eine soziale Praxis und nicht nur ein Bekenntnis.

Formierte Straßen-Performances wie die reaktionären Kinderumzüge sind dagegen eine Machtdemonstration, denn mancher Bürger ahnt, dass da, wo so etwas einmal unbeanstandet durchgeht, und ja beispielsweise eine Vielzahl von Familienangehörigen, Erziehern, Lehrern, Zuschauern, Zeugen zustimmend einbezogen sein muß, – dass da statt bloßen Schmierentheaters im gegebenen Moment auch Zwang und Terror greifen könnte. Die faschistischen Ideologien – auch nun der extreme, jede Realität verlassen habende Chauvinismus des „WIR werden Russland ruinieren“ –  sind so brüchig und uneinheitlich, dass sie auf Wechselwirkung mit terroristischen Methoden durch den autoritären Maßnahmenstaat angewiesen sind. Es ist nicht so, dass der Massenbetrug nur in die Demokratie und der Terror nur in den Faschismus gehört. Terror greift schon in der Vorbereitungsetappe und nach dem Machtantritt des offenen Terrors muss der Massenbetrug gesteigert werden  – siehe Reichstagsbrand. Denn selbstverständlich kann die Ideologie gestrickt sein wie sie will: Es bleibt ein Imperium der Lügen.

Der Grund ist einfach und folgt aus dem Klassencharakter des Faschismus: Der Inhalt der faschistischen Ideologie ist Massenbetrug, und dazu nimmt sie alles, was sich anbietet, inklusive halbwahrer Kerne und Pseudo-Antikapitalismus, um diejenigen, deren Interessen der Faschismus widerspricht, einzubinden.

Das ist in der Sprache marxistisch-leninistischer Dialektik: der unaufhebbare Widerspruch von Klasseninhalt und Massenbasis des Faschismus.

Es wurde vielfach beschrieben: Die Ideologien des Faschismus sind ein zusammengewürfeltes Gemisch chauvinistischer, sozialdarwinistischer, herren-rassistischer, irrationaler, mystizistischer und sozialdemagogischer „Theorien“.

Dazu zählt übrigens auch der Neo-Malthusianismus seit dem XX. Jahrhundert, also die unwissenschaftliche „Bevölkerungslehre“, wonach das Bevölkerungswachstum nach ewigen Naturgesetzen vor sich gehe, und die Menschheit unweigerlich schneller wachse als die Produktion von Nahrungs- und Produktionsmitteln, was erwiesenermaßen Unsinn ist und heute, schon verzweifelt penetrant, als Rechtfertigung für die Produktivkraftzerstörung durch die Finanzbourgeoisie vorgeschoben wird. Das führt auch die Eugenik im Schlepptau. Vieles davon ist uns seit Beginn der 1970er Jahre vom Club of Rome mit seiner ‚Studie‘ „Die Grenzen des Wachstums“ wieder aufgetischt worden und erfährt seine Fortführung in „Green New Deal“ oder „Great Reset“. Die Gründung der Grünen wäre ohne das nicht denkbar gewesen.

Häufig bedient sich faschistische Ideologie auch bei Elementen der Sozialdemokratie, vor allem ihren diversen Konzepten der Klassenzusammenarbeit. In dem Zusammenhang sollten wir auch die korporativen oder ständischen Ideologien beachten, die der Zersplitterung der Gesamtarbeiterklasse dienen und damit deren Entwaffnung im Sinne der Faschisierung befördern. Das läuft seit längerem gerne verschleiert durch die Einstiegsdroge harmlos klingender Propagandaworte wie  „bunt“, oder „Vielfalt“, oder „divers“. Eindeutig liegt diese Spaltungsmethode vor, wenn unter einer Generaloffensive gegen die Arbeiterklassse als ganze dann nur Pflegepersonal und Kassierer in Supermärkten ihre symbolischen Sonderapplause erhalten. Man wird übrigens niemals erleben, dass bei solchen Applaus-Veranstaltungen die sorgfältig aus dem Blick genommene Produktionssphäre erscheint.

Weiterhin möchte ich als immer wieder eingesetztes Spaltungs-Element faschistischer Ideologie eines erwähnen, das, wie der Pseudo-Antikapitalismus, gerne als ihr absolutes Gegenteil auftritt. Dieses Element erhielt starke Aufwertung, seit die sogenannte neoliberale Ideologie anfangs der 1970er Jahre das Zepter in der imperialistischen Welt übernahm. Damit ist die absolute Zersplitterung aller Gesellschaft und sozialen Infrastruktur in vermeintliche Individuen und vermeintliche Identitäten gemeint, und die Züchtung solcher Vereinzelung als Kultur-, Sozial- und Lebensgefühl ganzer Generationen. Eine bessere Knetmasse kann sich der Faschismus nicht wünschen. Sowohl der Begriff als auch die Wahrnehmung von Klassenzusammenhang, Klasseninteresse, Klassenbewußtsein, aber auch geschichtlichem Zusammenhang sollen damit unterbunden werden und vor allem natürlich jede entsprechende gesellschaftliche Praxis.  Als Kernsatz dieser Ideologie, gerne bis zur Hymne gesteigert, kann gelten die leere Tautologie: „I am what I am.“ Die zusammenfassende Formel dieser so Faschismus-tauglichen Ideologie lieferte Margaret Thatcher gleich zu Beginn der neoliberalen Krisen-Offensive: „There is no such thing as society.“ („Sowas wie Gesellschaft gibt es nicht.“).

Aber der Anspruch dieser Äußerung auf Originalität darf in Frage gestellt werden. Ich erinnere an die folgende Deklaration von Benito Mussolini aus dem Jahre 1919, wo er ein wenig den Ton der futuristischen Manifeste aufgreifend verkündete:

„Genug ihr roten und schwarzen Theologen aller Kirchen, mit euren abstrakten und falschen Vorstellungen eines Paradieses, das nie kommen wird!

Genug ihr Politiker aller Schulen, mit euren kläglichen ‚Akademien‘!

Genug, ihr lächerlichen Erretter der Menschheit, die auf eure ‚Entdeckungen‘ pfeift, die ihr unfehlbar das Glück bringen werden!

Laßt den Weg frei für die Elementarkräfte des Individuums; denn es gibt keine andere menschliche Realität als das Individuum!“ (9)

Natürlich kann eine so irrationale, elitäre Beschwörung des Individuums wie die durch Mussolini, sobald man eine Gemeinwohldemagogie nach dem Nazi-Spruch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ einführt, jederzeit umgemünzt werden in den Versuch, eine „über allen Parteien stehende“, „unteilbare“„Volksgemeinschaft“ aus der Retorte zu erzeugen. Diese verschleiert die Klassenwirklichkeit ja genauso wie der Kult des abstrakten Individuums, es sind zwei Seiten derselben Medaille. Und plötzlich hüpfen dann, vom Lernen befreit, lauter „elementare Individuen“, zum Wohlgefallen der Kusinen Reemtsma, im absoluten Gleichtakt zur Losung des Irrationalismus: „We don’t have time! Follow the science!“. Wobei allerdings das Hüpfen von den antirussischen Rassisten des Kiewer Maidan übernommen wurde.

Soweit Mussolini. Wer heute sich ein wenig durch Traktate der Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen des Kriegsimperialismus liest, die die Faschisierung mit dem Firnis „zivilgesellschaftlicher“ Ertüchtigung versehen, heißen sie nun Heinrich Böll Stiftung, Antonio Amadeu Stiftung oder Zentrum Liberale Moderne, der wird dem Inhalt des Mussolini-Zitats auf Schritt und Tritt begegnen. Nur wird er auch auf das stoßen, was ich eingangs „Umcodierung“ nannte. Denn dort wird jede Beziehung des mythischen Individuums auf  einen Gruppen- oder Kollektivbegriff – und letztlich sind damit immer objektive Realitäten wie Klasse, Volk, Nation gemeint – als „rechtsaffin, völkisch, autoritär“ usw. qualifiziert und zur Denunziation freigegeben. Ein ur-faschistoider Irrationalismus, den wir soeben aus dem Munde Mussolinis vernahmen, wird hier als höchstes  Kriterium für Antifaschismus in Anspruch genommen.

Das erzeugte längst ein gesellschaftliches Klima, für das „Inquisition“ oder „McCarthyismus“ nur noch Behelfsausdrücke sind. Es ist das, was Pier Paolo Pasolini schon 1974 weitblickend nannte: „Der Faschismus der Antifaschisten“.

Das heißt aber, und es ist, seitdem Fischer, Albright und Konsorten Jugoslawien angeblich „wegen Auschwitz“ bombardieren ließen, heute tausendfach zu belegen und muß als Tatsache für jede antifaschistische Strategie und Bündnispolitik akzeptiert werden: Die immer offenere Durchsetzung der Ziele von Faschisierung und Faschismus und Kriegspolitik erscheint seit Jahren unter der Maske des Antifaschismus. Und es wäre durchgängig noch so, wenn nicht der entschlossene Widerstand des Volkes des Donbass und der Russischen Föderation den Imperialismus, als „kollektiven Westen“, gezwungen hätte, die Maske fallen zu lassen und seine wahre Fratze wieder zu zeigen, da er anders seine einbrechende Hegemonie nicht mehr verteidigen kann. Jeder aufrichtige Demokrat, Friedensbewegte, Sozialist, Kommunist, der sich heute fragt: Wie konnte es soweit kommen?, kann dem schmerzlichen Eingeständnis nicht aus dem Weg gehen, dass vielleicht auch er seit über dreißig Jahren weitgehend eine völlig verfehlte antiproletarische Bündnispolitik stützte. Antifaschistische Strategie bedeutet auch: Die fällige Korrektur endlich konsequent zu durchzuführen.

Im  übrigen ist die faschistische Ideologie vor allem eins: ein Chamäleon.

Ihr wirklich fester und konstanter Kern ist, außer dem durchgängigen Antihumanismus, ein ins Extreme gesteigerter Antikommunismus, der nach Bedarf auch als „Totalitarismustheorie“ erscheint, wo immer nicht genau gezeigt werden darf, auf welcher Seite man wirklich mit allen Konsequenzen steht.


IV. Der Aufstieg des Faschismus folgt keiner Zwangsläufigkeit

Es geht also dem Monopolkapital mit seiner Demagogie darum, eine Massenbasis zu organisieren.  Das ist wohl auch ein Grund, warum sich bei der Faschismusfrage alle Augen der Weimarer Republik zuwenden, denn hier war diese Problematik, aus Gründen des Klassenkräfteverhältnisses, besonders akut. Nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch, der 1920 von der Arbeiterklasse abgeschmettert wurde, konnte die Finanzbourgeoisie ihre Diktatur nur auf „legalem“, „verfassungsmäßigem“ Wege an die Macht bringen. Dazu brauchte sie eine, sei es auch labile, Massenbasis, und entsprechend raffiniert aufgefädelte Massenorganisationen. Die Absicht war, diese tief in die Arbeiterschaft zu senken. Darum die Experimente mit einer „nationalen Arbeiterpartei“. Das mißlang im Prinzip. Es  verfing hauptsächlich, blieb sozusagen hängen, bei breiteren Teilen des Kleinbürgertums und wenigen der rückständigsten Schichten des Proletariats. Hätten sie die wahre Natur des Faschismus begriffen, wären sie ihm nicht gefolgt. Deshalb ist der Faschismus an jedem Punkt seiner Entwicklung durchaus zu verhindern, gerade sein Bedarf nach einer Massenbasis macht ihn verwundbar. Am Klasseninhalt des Faschismus ändert die Massenbasis nichts. Er ist nicht die Macht des Kleinbürgertums oder Lumpenproletariats über das Finanzkapital, sondern die Macht des Finanzkapitals selbst.

Der Weg zur Machtübertragung mittels Massenorganisation verläuft auch nicht so, als hätte die Bourgeoisie von Anfang an ihr Rennpferd fertig gesattelt im Stall, das auf gerader Strecke losläuft, alle Hindernisse überspringt, bis der Pokal geholt ist. An jeder entscheidenden Wendung steht einerseits die Abwehrfähigkeit der Arbeiterklasse und demokratischen Schichten, andererseits irgendein neuer Kuhhandel unter den reaktionärsten Akteuren. Es gab und gibt auf dem reaktionären Laufsteg ein Getümmel an Aspiranten und gravierende Uneinigkeiten unter den Gruppen der Bourgeoisie selber. Auf weniger verschlungenen Wegen ist auch der blutige, anfangs ach so liberal-libertäre Clown Zelensky nicht zum Präsidenten seines faschistischen Un-Staates geworden. Und aus denselben Gründen wurden schon auf dem „Euro-Maidan“ die Verhältnisse für die USA und ihre Marionette Jazenjuk ein für alle mal gegen die BRD und EU mit ihrer Marionette Klitschko entschieden – „Fuck the EU“. Das Ergebnis ist bekannt: „Frieren gegen Putin“.

Für eine antifaschistische Strategie ist es äußerst wichtig zu erkennen, wo die Kräfte herangereift sind, die die reaktionärsten Kreise für Faschismus und Krieg ausbauen und einsetzen könnten. Diese Gedanken machte sich 1992 auch der kommunistische Dichter Peter Hacks. Die Frage stand nach der Konterrevolution: „Was könnte die Organisation sein, die die Faschisierung in die nächste Etappe oder zum Ziel trägt?“. Hacks‘ Antwort fiel so aus:

„Alle kapitalistischen Parteien sind ein Federbett und ein Hintergrund und ein Nährboden, aber sie sind nicht geeignet, die Organisation hervorzubringen. Sondern dafür braucht man zunächst eine Splittergruppe, die sich entschließt, dieses Geschäft zu übernehmen. Ich nehme an, in Deutschland werden es die GRÜNEN und dieses sogenannte Bündnis 90 sein. Also, es werden nicht die Nazis von Herrn Frey und es werden nicht die Nazis von Herrn Schönhuber sein, sondern es werden die sein. (…) was ich versuche zu sagen, gucken Sie, auch Herr Hitler war natürlich ein Wurmfortsatz der Deutschnationalen und der Harzburger Front. Aber seine Partei wurde die Nazipartei, und die ganzen Leute blieben im Hintergrund und abserviert und wurden im Horst-Wessel-Lied noch als Reaktion angepöbelt. Also die sind der Schoß, aber der Schoß ist nicht die Sache. Und die Sache muß irgendwo aus einer Keimzelle keimen.  (…) das ist ein Gesetz: Wer einmal geschlagen ist, kann nicht unter dem selben Namen wiederkommen. Der braucht eine neue Maske. (…) Deswegen glaub ich auch, das eben in Deutschland nicht die beiden Nazi-Parteien die Keimzelle werden, sondern jemand, auf den man nicht kommt. Und diese weinenden Kleinbürgerorganisationen, die gegen alles sind, was ist mit Recht, und überhaupt nicht wissen, wofür sie sind, die eignen sich. Es ist ein bißchen Prophezeiung drin. Wir werden es sehen.“ (10)

Hacks prohezeite 1992 ziemlich gut.

Eine letzte Bemerkung zur Zielstrebigkeit der Durchsetzung des Faschismus.

Beim italienischen Faschismus ging die „Experimentierphase“ weit über seine Gründung hinaus.

Der Faschismus selber schuf nun im Nachhinein den Mythos als sei sein aufhaltsamer Aufstieg zur Macht, in Italien etwa seit dem Marsch auf Rom 1920, „einem genau auskalkulierten, von vornherein festgelegten Plan hinsichtlich der diktatorischen Herrschaftsform (…) vorgegangen.“ Palmiro Togliatti bemerkte dazu: „… geht man von dieser Konzeption aus, akzeptiert man unweigerlich Prämissen der faschistischen Ideologie, d.h. in der einen oder anderen Weise befindet man sich schon unter dem direkten oder indirekten Einfluß des Faschismus. In der Tat sind es die Faschisten, die versuchen, glaubhaft zu machen, daß alle ihre Aktionen sich auf der Grundlage von ausgearbeiteten Plänen vollzogen haben.“ (11)

Das sollten wir verallgemeinern: Wir dürfen nicht auf den Mythos der reaktionärsten Kreise hereinfallen, dass das was sie tun und in den nächsten Jahren zu tun vorhaben, einem ausgereiften, vorbestimmten Plan entspringe, den sie die Allmacht hätten, auszuführen, als sei ihnen „planetarische“ Alleinherrschaft eigen. Der Grundwiderspruch dieser Bourgeoisie ist der von Produktionsverhältnissen und Produktivkräften. Um die kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu retten, sind sie genötigt, die Entwicklung vergesellschafteter Produktivkräfte zu behindern, wo sie nur können. Ihre den Interessen der Monopole unterworfenen Staaten können nicht einmal mehr eine innenpolitische Krise wie „Corona“ planend meistern. Ihre Eigentumsverhältnisse stehen ihren großangekündigten „globalen“, technokratisch-futurologischen Weltherrschafts- und Transformations-Entwürfen im Wege, selbst wenn sie von hunderten Think-Tanks und „Global Conferences“ ausgearbeitet wurden. Wer ihnen diese steuernde Durchsetzungskraft noch abnimmt, verhält sich so, als hätte er seine mächtigen Verbündeten und die Gegenkräfte in der Welt und im eigenen Land, die solche Pläne durchkreuzen, noch gar nicht wahrgenommen. Weniges ist schädlicher für eine antifaschistische Strategie, als der Bourgeoisie ihre Behauptung von steuernder Planungs- und handlungsleitender Prognosefähigkeit abzukaufen, anstatt ihre enormen inneren Widersprüche zu begreifen. Das gilt auch angesichts des Geschwurbels, man verzeihe mir den Ausdruck, des Herrn Klaus Schwab.

Das einzige „globale“ zukunftsweisende Konzept der letzten Jahrzehnte, das immer deutlicher weltgeschichtliche Konturen und Wirkungsmacht annimmt, ist entgegengesetzten Klassenursprungs. Es ist die zuerst von Jewgeni Primakow in den 1990er Jahren konzipierte „multipolare Welt“. Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation hat erkannt, dass hier ein Kettenglied für den internationalen und nationalen Klassenkampf liegt, und zugleich die vorderste Front des Antifaschismus. Mit dem Antrag auf Anerkennung der Lugansker und Donezker Volksrepubliken, dem die Regierung der Russischen Föderation stattgab, hat sie das Kettenglied im gebotenen Moment ergriffen. Was soll das anderes gewesen sein, wenn nicht angewandte Volksfrontstrategie?


V. Schluss

Fragtet ihr mich nun: Wie sieht es denn nun hier aus? Wo stehen wir in Deutschland – Allgemeine faschistische Tendenz, vorbereitende Etappe, Faschismus an der Macht?

Dann würde ich sagen: Ich tippe auf Nr.2. Wir befinden uns schon in einer Etappe der Vorbereitung der möglichen Aufrichtung eines Faschismus. ABER: Dieser kann verhindert werden.

Wenn ihr jetzt noch fragtet: Von wo kommt er?

Dann habe ich meine Meinung bereits angedeutet. Ich antworte abschließend mit einem Zitat von Kurt Gossweiler aus dem Jahre 1974:

„Gegenwärtig geht die Hauptgefahr für die demokratischen Rechte der Massen und für den bürgerlichen Parlamentarismus in den imperialistischen Hauptländern nicht von den dort vorhandenen faschistischen Organisationen aus, sondern von den Hauptparteien der imperialistischen Bourgeoisie (…), von den reaktionären Regierungen und den imperialistischen Militärkoalitionen, insbesondere der NATO. Das Beispiel Griechenlands hat demonstriert, daß beim Ausbleiben einer faschistischen Massenbasis die NATO an deren Stelle treten kann, um zu helfen, in einem als strategisch wichtig angesehenen Lande eine faschistische Diktatur gegen das Volk in den Sattel zu heben.“ (12)

Klaus Linder ist Vorsitzender des Landesverbandes Berlin des Deutschen Freidenker-Verbandes und Mitglied des geschäftsführenden Verbandsvorstandes


Quellen:

  1. Georgi Dimitroff, Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, in: Wilhelm Pieck, Georgi Dimitroff, Palmiro Togliatti: Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus, Berlin 1957, S.85
  2. ebd., S. 85
  3. ebd., S. 85f.
  4. Wilhelm Pieck, Über die Tätigkeit des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale, in: Wilhelm Pieck, Georgi Dimitroff, Palmiro Togliatti: Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus, Berlin 1957, S. 36
  5. Max Reimann, Ludwig Landwehr, Willi Mohn, Otto Niebergall, KPD-Verbot. Ursachen und Folgen, Frankfurt am Main 1971, S. 15
  6. Dimitroff a.a.O., S. 88
  7. ebd., S. 89
  8. Pier Paolo Pasolini, Freibeuterschriften, Berlin 1979, S. 70
  9. Benito Mussolini, Alte Bräuche, 12. Dezember 1919, zitiert nach: Opera omnia di Benito Mussolini. Bd. XIV, Firenze 1954, S. 194
  10. Peter Hacks, Marxistische Hinsichten, Berlin 2018, S. 302ff.
  11. Palmiro Togliatti, Lektionen über den Faschismus, Frankfurt am Main 1973, S. 19f.
  12. Kurt Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus, Berlin 1986, S. 340

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Bild oben: Dimitroff mit (gekürztem) Zitat: „Der Faschismus ist die offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“
Grafik: Worker, gemeinfrei
Quelle: https://openclipart.org/detail/213762/georgi-dimitrovs-definition-of-fascism


Info: https://www.freidenker.org/?p=13538



unser Kommentar: Zitat: Das Gesetz der ungleichzeitigen Entwicklung kapitalistischer Länder, die Neuaufteilung der Welt unter den Haupt-Imperialisten und die alles durchdringende Konkurrenz bewirken, dass Konzentration und Zentralisierung nicht zu einem gleichförmig in eins verschmolzenen ökonomischen Super-Welt-Monopol führen können. Zitatende

Ob das auch unter den Bedingungen einer teils zwanghaft vorangetriebenen Digitalisierung weiterhin gilt, der sich viele sogar freiwillig unterwerfen, auch das sollte zur Diskussion stehen!

23.10.2022

Tanz der Toten vor der Air Base Ramstein – Die Atombomben schweben über unseren Köpfen

nachdenkseiten.de, 17. Mai 2022 um 11:31 Ein Artikel von Pascal Luig *[*]

Vom 19. bis 26. Juni ist es wieder soweit, die Kampagne Stopp Air Base Ramstein veranstaltet ihre alljährliche Aktionswoche. Neben einem einwöchigen Friedenscamp wird es eine große Demonstration am 25. Juni vor der Air Base Ramstein unter dem Motto „Tanz der Toten“ geben. Die Kampagne wendet sich gegen Aufrüstung, fordert eine Beendigung aller Waffenlieferungen, Rückkehr zu Verhandlungen und Diplomatie sowie die Schließung der Air Base Ramstein, verbunden mit einem Prozess der Konversion. Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine wird sich mancher Leser fragen, wieso mit Blick auf die momentane Bedrohung gegen eine militärische Einrichtung der US-Amerikaner sowie der NATO demonstriert wird. „Die Amerikaner sind da, die NATO ist da, wir sind dadurch eigentlich auch geschützt“ [1], fasst es der Bürgermeister Ralf Hechler von Ramstein-Miesenbach zusammen. Aber entspricht dies auch den Tatsachen?

Die Rolle der Air Base Ramstein

Fakt ist, dass die zentrale Rolle der Air Base Ramstein in diesem Konflikt von der Öffentlichkeit bisher weitestgehend unbemerkt blieb. Die Militärbasis ist das größte Luftdrehkreuz der US-Streitkräfte außerhalb der USA. Hierüber werden schon jetzt fast alle Personen- und Frachttransporte der US-Streitkräfte während der Ukraine-Krise abgewickelt. Auf der Base befinden sich aber auch wichtige Kommandozentralen, die für den militärischen Flugverkehr von USA und NATO über Europa zuständig sind. Das integrierte Hauptquartier der U.S. Air Forces in Europe kann innerhalb von nur wenigen Stunden Luftangriffe in ganz Europa, einschließlich Russlands, organisieren. Dem AIRCOM Ramstein unterstehen die Luftwaffen aller NATO-Staaten. Eine Befehlszentrale für das sogenannte Raketenabwehrschild der USA und der NATO ist in das AIRCOM integriert. Das Abwehrschild wurde noch vor dem Ukraine-Krieg ausgebaut. Bereits unter Präsident Obama wurde die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen beschlossen. Auf Kriegsschiffen sowie in Rumänien und Polen wurde das Aegis-Kampfsystem, das auch Atomraketen abschießen kann, stationiert. Das Abwehrschild soll die russischen Interkontinentalraketen über Europa abfangen. Das Kampfsystem wird vom Hersteller Lockheed Martin als „ein risikoloses System für die Bedrohungen von heute – ein evolutionäres System für die Bedrohungen von morgen“ [2] angepriesen. Der Zeitraum zwischen der ersten Ortung des Ziels und dem Start der Abfangrakete beträgt unter 15 Sekunden. Dieser technische Fortschritt soll den Einsatz der nuklear bestückten Raketen von russischer Seite quasi unmöglich machen, weil die russischen Raketen ihr Ziel niemals erreichen würden.


Trügerische Sicherheit

Soweit die Theorie. In der Realität stellt sich schnell heraus, dass die trügerische Sicherheit, einen Atomkrieg zu überleben, von den Waffenherstellern, den Militärs und der Politik konstruiert ist. Ein Raketenabwehrsystem ist fehleranfällig und hat niemals eine hundertprozentige Erfolgsquote, die Raketen abzufangen. Zwar gibt es quasi keine Tests des in Ramstein beheimateten Raketenabwehrschildes unter realen Bedingungen, aber aus den Erfahrungen mit anderen Abwehrsystemen, wie dem Patriot-System der NATO oder dem Iron Dome in Israel, können Voraussagen getroffen werden. Die Wahrscheinlichkeit, einen Atomsprengkopf mit einer Abfangrakete zu treffen, beziffern Friedensforscher deshalb auf höchstens 50 Prozent, vielleicht aber auch viel weniger. [3] Die Verteidigung gegen eine ganze Armada angreifender Raketen gilt derzeit als technisch unmöglich. [4] Weltweit gibt es ungefähr 12.700 atomare Sprengköpfe, wovon Russland ca. 6.000 besitzt. Die Annahme, wenn auch nur ein Bruchteil dieser Raketen gestartet wird, ein nukleares Szenario zu überleben, erweist sich somit als eine Lüge. In dem Szenario ist der nukleare Winter, der durch die nicht abgefangenen Atomraketen ausgelöst wird, nicht einmal einberechnet.


Raketenabwehr unter Idealbedingungen

Dies sind natürlich alles Mutmaßungen, da es glücklicherweise bisher zu keinem Einsatz unter realen Bedingungen gekommen ist. Spielen wir also vorsorglich gedanklich das Szenario durch, das Abwehrsystem würde wie gewünscht funktionieren und alle Raketen abfangen. In diesem Falle würden tausende mit Plutonium bestückte Atomraketen hauptsächlich über Europa pulverisiert werden. [5] Plutonium zählt aber zu den giftigsten Substanzen der Welt. Die tödliche Dosis liegt bei 20 bis 60 Milligramm, bereits 80 Millionstel Gramm reichen aus, um mit hoher Wahrscheinlichkeit Lungenkrebs auszulösen. [6] Jede Atombombe besteht aber aus mehreren Kilogramm Plutonium. Es lässt sich leicht ausmalen, was mit der Menschheit passiert, wenn sich diese in der Atmosphäre pulverisieren und über den Erdball verteilen.

In diesem Krieg können wir alle nur verlieren

Die Air Base Ramstein wäre aus den oben genannten Gründen ein Primärziel [7] im Falle eines Atomkrieges. Diese aus geostrategischen Interessen provozierte Krise kann also zu einem militärischen Konflikt führen, bei dem nicht nur die Menschen in der Ukraine, sondern wir alle verlieren.


Eine mögliche nukleare Auseinandersetzung ist derzeit wahrscheinlicher als zu Zeiten des Kalten Krieges. Damals waren die Brücken der Diplomatie nicht überall fragil, es gab ein Rotes Telefon und internationale Verträge, die z.B. die Stationierung von Mittelstreckenraketen untersagten. Die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste, Avril Haines, geht davon aus, dass Putin nur Atomwaffen einsetzt, wenn es eine existenzielle Bedrohung für Russland gibt. Dies gelte für den Fall, „wenn er den Eindruck hat, dass er den Krieg in der Ukraine verliert […]“. [8] Angesichts der vom Westen ausgesprochenen Losung, dass Putin diesen Krieg keinesfalls gewinnen darf und der Ruf nach Verhandlungen im Getöse nach Waffenlieferungen nicht einmal mehr in Erwägung gezogen wird, wäre der Weg in die letzten Tage der Menschheit vorgezeichnet.


Deshalb ist es notwendig, diesem Wahnsinn besonnen und deeskalierend entgegenzuwirken. Da dies von Politik und Medien leider kaum zu erwarten ist, ist es umso wichtiger, dass von der Bevölkerung ein Zeichen des Friedens gesetzt wird. Darum protestiert die Kampagne Stopp Air Base Ramstein vom 19. bis 26. Juni. Informationen zu Friedenscamp, Demonstration und der gesamten Aktionswoche finden sich auf www.stoppramstein.de. Nur wenn wir mit vielen gemeinsam für den Frieden demonstrieren, können wir das Kriegsgeheule von Politik und Medien stoppen.


[«*] Pascal Luig ist Historiker und Politikwissenschaftler und über viele Jahre in der Friedensbewegung aktiv. Er ist einer der Initiatoren der 2015 gegründeten Stopp Air Base Ramstein Kampagne. Seit 2018 ist er Geschäftsführer der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative – Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit e.V. (NatWiss).


Fußnoten:

[«1] https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/ramstein-buergermeister-ralf-hechler-zum-ukraine-krieg-und-der-air-base-100.html
[«2] https://www.lockheedmartin.com/content/dam/lockheed-martin/rms/documents/aegis/Aegis-trifold.pdf
[«3] https://www.deutschlandfunk.de/was-bringt-der-nukleare-raketenabwehrschirm-der-nato-100.html
[«4] https://de.wikipedia.org/wiki/National_Missile_Defense
[«5] https://www.heise.de/tp/features/Raketenabwehrschild-Sicherheitsberaterin-auf-Kaffeefahrt-6661571.html
[«6] https://rp-online.de/politik/so-gefaehrlich-ist-plutonium_aid-13558897
[«7] Neben den in Büchel gelagerten Atombomben.
[«8] https://www.nachdenkseiten.de/?p=83870


Rubriken:

Friedenspolitik Militäreinsätze/Kriege Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen


Schlagwörter:



Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=83958

23.10.2022

Die Welt darf nicht ohne US-Führung bleiben

Mit diesen Worten beschwört US-Außenminister Antony Blinken den Erhalt der bröckelnden US-Führungsmacht. Aber ist die Abwendung von der "regel-basierten Ordnung" des US-Alleinherrschers womöglich ein Schritt in den (chinesischen) Abgrund?


Die Welt darf nicht ohne US-Führung bleiben


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Irmantas Gelunas


Man dürfe nicht zulassen, dass die Welt ohne die Führung der USA bleibe, erklärte US-Außenminister Antony Blinken bei einer Veranstaltung an der US-Elite-Universität Stanford am 17. Oktober. Gemeinsam mit seiner Amtsvorgängerin, Ex-Außenministerin Condoleezza Rice, sprach er über die zukünftige Entwicklung und Bedeutung von Technologie, Diplomatie und nationaler Sicherheit und in diesem Zusammenhang ausgiebig über die Rolle Chinas. Unter anderem sagte Blinken:

"Rundum stehen wir in einem Wettrennen (mit China), um – wie ich bereits aus unserer Perspektive erklärte – die Ära zu gestalten, die auf die Post-Kalte-Krieg-Periode als nächstes folgt. Wie wird diese Zeit aussehen? Wessen Werte werden widergespiegelt werden? Wir haben eine einfache Entscheidung, denn die Welt organisiert sich nicht von selbst. Die USA haben die Wahl. Wenn wir uns an der Organisation nicht beteiligen und keine Führungsrolle übernehmen, bedeutet das eins von beiden: Entweder sie (die Welt) wird von jemand anderem übernommen, vielleicht von China, und zwar nicht in einer Weise, die voll und ganz mit unseren Interessen und Werten übereinstimmt, oder – was genau so schlimm ist – niemand tut es, dann entsteht ein Vakuum, das eher von schlechten Dingen gefüllt wird als mit guten."

Hier haben wir sie wieder, die unausstehliche US-amerikanische Selbstverherrlichung, dass nur und ausschließlich die USA das Wahre, Gute und Schöne verkörpern und sich die US-Oligarchen selbstlos aufopfern, den Rest der Welt mit Gaben zu beglücken, wenn nötig mit Bomben und Granaten, mit Sanktionen und Hungersnöten, mit Millionen Toten und noch mehr Verletzten und Flüchtlingen. Aber die Länder der Welt haben längst hinter die glitzernde Kulisse der US-Oligarchen-Demokratur geschaut, erkannt, dass die politische Kaste sich einen feuchten Dreck um die existenziell notwendigen, täglichen Bedürfnisse der Masse der eigenen US-Bevölkerung kümmert, zugleich aber dem Rest der Welt Demokratie und Prosperität vorgaukelt.


"Europa wird immer noch vom Neokolonialismus angetrieben" – MEP entlarvt Borrells "Garten"





"Europa wird immer noch vom Neokolonialismus angetrieben" – MEP entlarvt Borrells "Garten"





Was der neo-liberale Kriegstreiber Blinken in Stanford akademisch verklausuliert aufgetischt hat, wird in den letzten Jahren von westlichen US-Vasallen in Politik, Medien und Wissenschaft vermehrt als warnende Frage in die Länder der sogenannten Dritten Welt getragen; ob nämlich der lang ersehnte, jetzt von China und Russland ermöglichte, vermeintlich befreiende Schritt nach vorn, weg von der ordnenden Pax Americana des US-Alleinherrschers und hin zu einer multipolaren Weltordnung, nicht womöglich ein Schritt in den Abgrund ist?

Dieses Schreckensbild wird von den Vertretern und Profiteuren der im Westen immer noch tonangebenden, aber absterbenden neo-liberalen Ordnung propagiert. Aber welche Alternative kann eine multi-laterale, von BRICS-Staaten geführte neu Ordnung gegenüber der kriminellen, US-geführten US-Kriegs- und Chaosversion bieten? Kann es für die Länder der Welt überhaupt schlimmer werden als die angeblich "regel-basierte Ordnung" der USA und ihrer Vasallen, die stets und überall auf Konfrontationskurs gegen alle Länder gehen, die sich der Ausbeuterordnung der Imperialisten nicht unterwerfen.

Eine Ahnung von der im Entstehen begriffenen, multilateralen Weltordnung bietet die Struktur der von China gegründeten und insbesondere von den BRICS-Staaten unterstützten Asiatischen Infrastruktur- und Investitionsbank (AIIB).

Ein erklärtes Ziel dieser Entwicklungsbank ist es, die bis dahin weltweit allein geltenden, von den USA und ihren neo-liberalen Verbündeten aufgestellten Regeln der globalen Entwicklungsfinanzierung, d. h. den Washingtoner Konsens, auszuhebeln.

Wenn die US-geführte Weltbank z. B. in Afrika eine Wasseraufbereitungsanlage finanziert, dann muss sich das betroffene Land dazu verpflichten, weitere wirtschaftliche "Reformen" in Richtung Marktwirtschaft und Deregulierungen der Wirtschaft durchzusetzen, u. a. den Abbau von Schutzzöllen und Subventionen zur Entwicklung der eigenen Wirtschaft, die Öffnung der eigenen Wirtschaft zur Ausbeutung durch westliche Raubtier-Konzerne, den Abbau von Arbeitsschutz und Kürzung sozialer Sicherungsmaßnahmen, usw.


Zugleich besteht die Weltbank in der Regel darauf, dass die zu neue oder die zu modernisierende Wasseraufbereitungsanlage marktwirtschaftlich arbeitet und profitabel ist und deshalb privatisiert werden muss. Das bedeutet, dass die Anlage in dem Entwicklungsland an den Meistbietenden, in der Regel an einen westlichen Konzern, für 'n Appel und 'n Ei verhökert wird.


Für die profitorientierten Wasserkonzerne muss der Preis für sauberes Wasser natürlich erhöht werden, selbst wenn dadurch ein Großteil der armen Bevölkerung von der Versorgung mit sauberem Wasser ausgeschlossen wird. Davon sind nicht nur die Entwicklungsländer betroffen, sondern auch die Armenviertel in den reichen und angeblich hochentwickelten Oligarchen-Demokraturen des Westens, vor allem in den USA.


In vielen Ländern dominieren private Monopole inzwischen den Bereich der einstmals sozialen ausgerichteten öffentliche Dienstleistungen. Wer nicht zahlen kann, bleibt von der Versorgung ausgeschlossen. Selbstredend sind dadurch mehr Krankheiten und Epidemien und insbesondere eine höhere Kindersterblichkeit vorprogrammiert. Aber für Freiheit und Markwirtschaft müssen schließlich Opfer gebracht werden, wie wir alle aus den unzähligen Propagandareden westlichen Eliten in Politik und Medien wissen!


Wie kann China auf die neue US-Strategie reagieren?





Analyse

Wie kann China auf die neue US-Strategie reagieren?






Es ist die von den USA und ihren Vasallen kontrollierte Weltbank, die im Verein mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), für die westlichen Konzerne den Weg freiräumt, um die Länder der Dritten Welt auszuplündern. Die dabei angewandte, neo-koloniale Methode stellt eine raffinierte Verfeinerung, aber nicht weniger brutale Abwandlung des alten Kolonialismus ist. Im Unterschied zu früher ersetzen heute in der Regel Finanz-Instrumente die Kanonen, obwohl auch die immer wieder zum Einsatz kommen, um den Forderungen der westlichen "regel-basierten Ordnung" Nachdruck zu verleihen.


Die Asiatische Infrastruktur- und Investitionsbank (AIIB) arbeitet ganz anders. An ihre Kreditvergabe knüpft sie keine ideologischen oder politischen Vorleistungen der Entwicklungsländer. Die souveräne Regierung eines jeden Landes entscheidet selbst. Einzige Bedingungen sind

a) Transparenz, also öffentliche Kontrolle zur Vermeidung von Korruption, und b) die finanzierten Projekte müssen umweltverträglich sein.


Politische oder andere Bedingungen im Stil des Washingtoner Konsens sind bei der neuen von China gegründeten AIIB-Entwicklungsbank vom Tisch. Wir notieren, dass sie Privatisierung von staatlichen oder genossenschaftlichen Unternehmen keine Vorbedingung für einen Kredit ist. Auch die Abschaffung oder Abschwächung von wirtschaftspolitischen Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der heimischen Wirtschaft ist keine Vorbedingung der AIIB.


So ist es kein Wunder, dass die AIIB den neo-liberalen Globalisierern unter den westlichen Eliten ein großer Dorn im Auge ist. Denn die Regierungen in den Entwicklungsländern hatten plötzlich die Wahl, sich entweder für westliche Instituten wie die Weltbank, IWF und Asiatische Entwicklungsbank oder für die chinesische AIIB zu entscheiden. Da die Attraktivität der AIIB im Vergleich zu westlichen Institutionen klar war, galt ihr wirtschaftlicher Erfolg schon bei ihrer Gründung im Jahr 2015 als sichert, weshalb auch europäische Großbanken nicht abseitsstehen wollten. Die meisten westlichen Staaten, einschließlich Frankreich und Deutschland, und sogar England beeilten sich, Mitglied dieser chinesischen Entwicklungsbank zu werden, obwohl Washington vor diesem Schritt nachdrücklich(!) abgeraten hatte.


Nachdem die AIIB 2016 ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, entwickelte sie sich schnell zu einem wichtigen Akteur in der globalen Finanzwelt. Anfang 2021 hatte sie bereits 102 zugelassene Mitgliedsstaaten. Die Teilnahme der größeren Volkswirtschaften Europas als Gründungsmitglieder hatte sicher dazu beigetragen, dass die AIIB bei den global führenden Rating-Agenturen eine erstklassige Bonitätsbewertung von AAA bekam.


Eine Kunstwährung, die den Dollar verdrängen könnte





Analyse

Eine Kunstwährung, die den Dollar verdrängen könnte






Aber die AIIB war auch ein riesiger diplomatischer Triumph für China, das damit zeigte, dass es auch in der internationalen Wirtschaft eine andere Geschäftspolitik verfolgt als die Raubtier-Kapitalisten des Washingtoner Konsens, nämlich eine Win-win-Politik zum gegenseitigen Vorteil und zur gesellschaftlichen Entwicklung. Letzteres wird z. B. durch die beeindruckenden AIIB finanzierten Investitionen in Afrika, Asien und auch in Latein-Amerika in Projekte der Verkehrs- oder Gesundheits- und Sozialinfrastruktur belegt, z. B. Eisenbahnlinien, Krankenhäuser, Schulen, etc.


Zugleich spielt die chinesische Währung, der Yuan, bei der Finanzierung neuer Infrastrukturprojekte in den Entwicklungsländern den eben genannten Weltregionen eine immer größere Rolle und sie hat das Zeug, den Dollar im Handel mit diesen Regionen nach und nach weitgehend zu ersetzen.


Washington blieb im Abseits sitzen, sah aus der Ferne zu und schmollte. Zugleich musste es zusehen, wie weitere Pfeiler seiner "regel-basierten Ordnung" mehr und mehr zerbröseln. Jetzt, wo die AIIB fest etabliert ist, plant sie zunehmend, ihre eigene Kredit-Pipeline zu entwickeln mit dem Ziel, zur weltweit führenden Finanzinstitution für Infrastruktur zu werden. Ihre Standards werden in Zukunft in den Ländern der Dritten Welt fundamental wichtig sein, was für die Wall Street ein Dorn im Auge und vollkommen inakzeptabel ist.


Aber ohne Beachtung der AIIB-Standards werden die rein westlichen Finanzakteure in den Ländern der Drittenwelt immer mehr an Boden verlieren. Das ist der Grund, weshalb westliche Eliten in Politik und Medien dazu aufrufen, dass "Wir", also die USA und ihre Vasallen, den Chinesen nicht erlauben dürfen, in Industrie, Technik und Finanzen die Standards für die Märkte der Zukunft zu setzen. Denn das sind die Instrumente, die bisher die Ausbeutung der Welt durch den Westen erheblich erleichtert haben.


In der neuen Weltordnung zeigen Russlands Waffen nach Westen, seine Wirtschaft nach Osten




Analyse

In der neuen Weltordnung zeigen Russlands Waffen nach Westen, seine Wirtschaft nach Osten





Aber um die befürchte Dominanz chinesischer Standards auf den zukünftigen Märkten der Dritten Welt zu verhindern, sind den denkfaulen Eliten in Washington keine konstruktiven Lösungen eingefallen. Denn eine nachhaltige und breite Anhebung des wirtschaftlichen und technologische Niveaus, wäre nur durch eine Verbesserung des desaströsen Bildungsniveaus in den USA möglich. Das aber würde über mindestens eine Generation enorme politische, finanzielle uns soziale Anstrengungen verlangen, zu denen die parasitären Eliten in Washington nicht bereit sind.


Andererseits fehlt Washington auch die Bereitschaft zur diplomatischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Peking mit dem Ziel eines einvernehmlichen Miteinanders. Denn für die arroganten US-Eliten ist die Vorstellung, gegenüber den aus ihrer Sicht "unterentwickelten" Chinesen nicht als Führungsmacht diktieren zu können, sondern im kollegialen Miteinander zu zusammenarbeiten, vollkommen unakzeptabel.


Stattdessen hat Washington zu seinem bevorzugten, "altbewährten Rezept" im Umgang mit Staaten zurückgegriffen, die nicht gewillt sind, die Interessen Washingtons auf Kosten der eigenen zu bedienen, nämlich:


– Drohung mit Krieg,
– Verhängung von Wirtschaftssanktionen, um Chinas Entwicklung zu blockieren,
– Destabilisierungsversuche in Hongkong und Förderung der lokalen Unabhängigkeitsbewegung, was zu schweren Unruhen führte,


– schwere Provokationen Pekings in Bezug auf Taiwan; De-facto-Aufkündigung des US-China-Abkommens zur "Ein-China-Politik", in dem Washington ausdrücklich die Zugehörigkeit Taiwans zur Volksrepublik China anerkannt hat; massive Waffenlieferungen an Taiwan.


Ähnlich wie im blutigen Ukraine-Russland-Konflikt übt Washington derzeit auch massiven Druck auf seine europäischen Vasallen aus, die der US-Führungsmacht in ihrer Konfrontationspolitik gegen China zu folgen haben. Auch damit hat Washington bei den meisten deutschen Parteien Erfolg, vor allem bei der "grünen" US-Sekte. Denn aus deren Reihen haben sich bereits freiwillig viele "Selbstmord-Attentäter" gegen die deutsche Wirtschaft gemeldet.


Mehr zum Thema - China und Russland sind bereit für ein Ende der US-Dominanz auf globalen Finanzmärkten

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Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/152113-welt-darf-nicht-ohne-us


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

23.10.2022

wichtige Entwicklungen heute...

aus e-mail von Doris Pumphrey, vom 23. Oktober 2022, 23:49 Uhr


RT-Liveticker 23.10.2022

<https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-macron-sieht/>

19:39 Uhr

*Staatsduma-Abgeordneter Sluzki:

Selenskij Sätze über Schlag gegen russisches Entscheidungszentrum wie

eine Agonie*


Die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij, im Falle

eines Angriffs auf Kiew das russische Entscheidungszentrum zu treffen,

klingen wie eine Agonie und ein Versuch, den Westen in Richtung Dritter

Weltkrieg zu drängen. Diese Meinung vertrat am Sonntag Leonid Sluzki,

Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für internationale

Angelegenheiten. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb

<https://t.me/slutsky_l/1415> Sluzki:

*/"Die Marionette Selenskij treibt seine westlichen Puppenspieler

unverhohlen in Richtung Dritter Weltkrieg."/

*

Er wies darauf hin, dass immer mehr Politiker, darunter auch hochrangige

US-Politiker wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama sagen, dass ein

direkter Konflikt mit Russland nicht zugelassen werden könne. Auch die

Kritik an der militärischen und finanziellen Unterstützung der Ukraine

werde immer lauter. Sluzki betonte:

*/"Vor diesem Hintergrund klingen Selenskijs Anrufe wie eine Agonie und

eine Folge des 'Schocks' der bevorstehenden Erkenntnis des

bevorstehenden Scheiterns des Anti-Russland-Projekts."/

*

Er erinnerte daran, dass jede Aggression westlicher Länder gegen die

Atommacht Russland unweigerlich eine Antwort nach sich ziehen würde.

Sluzki bemerkte:

*/"Und dies wird bereits eine echte militärische Konfrontation mit

Moskau sein, die von den NATO-Ländern ausgelöst wird. Ich bin sicher,

dass sich der Westen dessen sehr wohl bewusst ist."/

*


https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152324-warnung-vor-ukrainischer-schmutziger-bombe/

23.10.22

*Warnung vor ukrainischer "Schmutziger Bombe" –

Schoigu telefoniert mit westlichen Amtskollegen


*Russland hat am Sonntag offiziell vor einer bevorstehenden nuklearen

Provokation in der Ukraine gewarnt. Vorliegenden Informationen, die als

zuverlässig eingestuft werden, zufolge plant Kiew einen nuklearen

Sprengsatz geringer Kraft auf seinem Gebiet zu zünden, um Russland zu

beschuldigen.


Russland verfügt über Informationen über eine unmittelbar bevorstehende

Zündung einer sogenannten "Schmutzigen Bombe" – eines nuklearen

Sprengsatzes geringer Masse – durch die Ukraine, und schätzt diese

Hinweise als zuverlässig ein. Darüber informierte Verteidigungsminister

Sergei Schoigu seine Amtskollegen aus Frankreich, der Türkei und

Großbritannien in mehreren am Sonntag geführten Telefonaten.


Schon am Sonntagmorgen hatte die Nachrichtenagentur /RIA Nowosti/

gemeldet <https://ria.ru/20221023/provokatsiya-1825967691.html>, dass

"glaubwürdigen Quellen in verschiedenen Ländern, darunter auch die

Ukraine" zufolge die ukrainische Regierung eine Provokation auf ihrem

Territorium vorbereitet, bei der eine sogenannte "Schmutzige Bombe",

eine Atomwaffe mit geringer Sprengkraft, gezündet werden soll. Ziel der

Provokation sei es, so die Meldung von /RIA Nowosti/ weiter, Russland

des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen auf dem ukrainischen

Kriegsschauplatz zu beschuldigen und damit eine starke antirussische

Kampagne in der Welt in Gang zu setzen.


Aus voneinander unabhängigen Quellen sei bekannt, so die Meldung der

Nachrichtenagentur, dass Kiew bereits damit begonnen habe, diesen Plan

unter Anleitung westlicher Berater in die Praxis umzusetzen. Die Leitung

des Östlichen Bergbau- und Verarbeitungskombinats in der im Gebiet

Dnepropetrowsk liegenden Stadt Scholtye Wody sowie das Kiewer Institut

für Kernforschung seien mit der Herstellung der "schmutzigen Bombe"

beauftragt worden. Die Arbeiten daran sollen sich bereits im Endstadium

befinden oder schon abgeschlossen sein.


Gleichzeitig hätten Mitarbeiter des ukrainischen Präsidialamtes auf

Anweisung des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij vertrauliche

Kontakte zu Vertretern Großbritanniens aufgenommen, um die mögliche

Weitergabe von Kernwaffenkomponenten an die Kiewer Behörden zu erreichen.

Das Kalkül der Organisatoren der Provokation sei der russischen

Verlautbarung zufolge, dass im Falle eines Erfolgs die meisten Länder

extrem hart auf den "nuklearen Zwischenfall" in der Ukraine reagieren

werden. Infolgedessen würde Moskau die Unterstützung vieler wichtiger

Partner verlieren, während der Westen erneut versuchen würde, Russland

den Status als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats abzuerkennen

und die antirussische Rhetorik zu verstärken.

Wladimir Selenskij hatte bereits auf der Münchener Sicherheitskonferenz

Mitte Februar unter dem Beifall der Zuhörer angekündigt, die Ukraine

wolle den Status einer Nuklearmacht wiedererlangen, und damit einen der

Gründe für die militärische Sonderoperation Russlands geliefert. (...)



https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-ukraine-will/ 


17:24 Uhr

*Donald Trump: Ich hätte als Präsident die Krise in der Ukraine nicht

zugelassen*

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat verkündet, er hätte eine

Eskalation in der Ukraine nicht zugelassen, wenn er im Amt geblieben

wäre. Dies erklärte Trump bei einer Kundgebung vor Anhängern im

US-Bundesstaat Texas: /"Und jetzt haben wir (einen Konflikt - Anm. d.

Red.) … der theoretisch zu Hunderttausenden von Toten führen könnte, was

nicht einmal in einer Million Jahren passiert wäre, wenn ich Präsident

gewesen wäre."/

Trump fügte hinzu, dass auch "die Ölpreise niedrig gewesen wären".

Überdies unterstrich der Ex-Staatschef der USA, dass der russische

Präsident Wladimir Putin sich niemals auf eine Eskalation einlassen würde.



RT-Liveticker 23.10.2022

<https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-macron-sieht/>

22:20 Uhr

*Britischer Verteidigungsminister sichert Schoigu zu, dass Kiew nicht

eskalieren wird*


Die Behörden in Kiew hätten nicht die Absicht, den Konflikt in der

Ukraine zu eskalieren, sagte der britische Verteidigungsminister Ben

Wallace in einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergei

Schoigu, wie /RIA Nowosti/ meldet.

Der russische Verteidigungsminister hatte Wallace angerufen und ihm

seine Besorgnis mitgeteilt, Kiew könne möglicherweise eine Provokation

mit einer "Schmutzigen Bombe" verüben. Daraufhin habe der britische

Minister seinerseits diese Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt,

die Ukraine werde keine Maßnahmen ergreifen, die die Spannungen

verschärfen würden.

Ebenso teilte Wallace per Twitter mit, dass London bereit sei, zur

Lösung des Konflikts beizutragen: /"Der Verteidigungsminister

bekräftigte außerdem, dass das Vereinigte Königreich und die gesamte

internationale Gemeinschaft die Ukraine unterstützen und eine

Deeskalation des Konflikts anstreben. Die Ukraine und Russland sollten

eine Lösung für diesen Krieg suchen, und Großbritannien ist bereit,

dabei zu helfen."/


Schoigu hatte auch seine französischen und türkischen Amtskollegen

angerufen. Er übermittelte ihnen seine Besorgnis über mögliche

Provokationen Kiews. Der Minister erörterte auch die Lage in der Ukraine

mit Pentagon-Chef Lloyd Austin.

Austin habe im Gespräch mit Schoigu den Wert eines kontinuierlichen

Kontakts bekräftigt, so /RIA Nowosti/.



RT-Liveticker 23.10.2022

<https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-macron-sieht/>

20:18 Uhr

*Macron sieht Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konflikts in der

Ukraine*


Der französische Präsident Emmanuel Macron scheint eine Perspektive für

eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts nicht auszuschließen. Dabei

sieht er offenbar die Ukraine am Zug, wie /TASS/ berichtet

<https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/16132849>.

"Die Aussicht auf Frieden besteht", habe Macron am Sonntag in Rom auf

dem internationalen Forum "Appell für den Frieden", das von der

katholischen "Gemeinschaft Sant’Egidio" organisiert wurde, geäußert. Der

französische Staatschef habe die Ansicht vertreten, dass ein Frieden

möglich sei, "wenn die Ukraine zu einer solchen Entscheidung kommt".

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es notwendig sei, den Dialog mit

beiden Seiten fortzusetzen. "Ich habe nie aufgehört, mit dem russischen

Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen", so Macron.


RT-Liveticker 23.10.2022

<https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-macron-sieht/>

18:56 Uhr

*Russisches Verteidigungsministerium meldet Gespräch von Schoigu auch

mit US-Amtskollegen*

Der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu hat nach Angaben

seines Ressorts am 23. Oktober auch seinen US-Kollegen Lloyd Austin

kontaktiert. Die beiden Seiten hätten den Ukraine-Konflikt besprochen,

so das russische Ministerium. Schoigu und Austin telefonierten zum

zweiten Mal innerhalb von drei Tagen. (…)

22.10.2022

Antisemitismus- und Rechtsvorwurf sind selber faschistoid


Israelkritik per se ist kein Antisemitismus.
Auch Zionismuskritik nicht. Denn Judentum,
Zionismus und Israel sind als Kategorien
auseinanderzuhalten. Wenn man also die
Kritik an Israel als antisemitisch markiert,
begeht man nicht nur eine Begriffsverfehlung,
sondern ignoriert auch die Tatsache, dass viele
Juden sich längst nicht mehr mit dem Staat
Israel solidarisieren können und meinen,
gegebenenfalls den Zionismus insgesamt
hinterfragen zu sollen.
Moshe Zuckermann


Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Gerade die Menschen, die die Covid-Politik kritisiert haben, kennen ihn nur zu gut: den Antisemitismusvorwurf. Er könnte – man muss es so klar sagen – leidlicher nicht sein, lautet er doch, man mache sich mit Nazis, Antisemiten und Rechtsradikalen gemein oder sei gar selber einer, wenn man das Corona-Narrativ in Frage stellt.


Selbst so jemand wie Nena blieb von diesem vielleicht extremsten aller möglichen Anwürfe nicht verschont. Dabei hatte sie sich Ende März 2021 lediglich mit einem «Danke Kassel» mit denen solidarisch gezeigt, die in der hessischen Stadt gegen die Lockdown-Massnahmen protestiert hatten. Absurder geht es kaum, kann man da nur beklagen. Das betonte auch das Management des Superstars:

«Nena hat sich bei den Menschen in Kassel bedankt, die mit der derzeitigen Politik und den unmenschlichen Zuständen, die hier herrschen, nicht einverstanden sind und dafür auf der Strasse waren. Die Behauptung, Nena würde sich mit ‹Chaoten› und ‹Rechten› gemeinmachen, ist absurd und ein Schlag ins Gesicht der Tausenden friedlichen Menschen, die dort demonstriert haben.»


Quelle: welt.de

Absurder könnte dieser Anwurf deshalb kaum sein, weil von Beginn an klar war, dass die Gemeinde der Kritiker der Corona-Politik zum ganz überwiegenden Teil überhaupt nicht in der rechten bzw. rechtsextremen Ecke zu verorten ist. Dies zeigten einem nicht nur die unzähligen persönlichen Begegnungen mit Menschen aus dieser «Szene».


Auch hatten Rechtsextreme sogar nach Einschätzung des deutschen Verfassungsschutzes(!) keinen prägenden Einfluss auf die erste Grossdemo in Berlin Anfang August 2020. Darüber berichtete kurz nach den Megaprotesten in der Bundeshauptstadt sogar ein so «etabliertes» Medium wie die FAZ. Und trotzdem wird der Vorwurf immer noch hervorgeholt ...


Quelle: faz.net

Von diesem Antisemitismusanwurf sind leider auch bei weitem nicht «nur» die Kritiker der Corona-Politik betroffen. Aktuell ereilt dieser die französische Schriftstellerin Annie Ernaux, die kürzlich mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Der eingangs zitierte Moshe Zuckermann, der als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv aufwuchs und dort am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete, kommentiert dazu in einem aktuellen Beitrag für das Overton-Magazin:

«Da war er wieder, der pawlowsche Reflex. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, reagierte ‹verstört› auf die Vergabe des Literaturnobelpreises an die französische Schriftstellerin Annie Ernaux: Die Auszeichnung sei ‹ein Rückschlag für den weltweiten Kampf gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit› … Es ist, offen gestanden, ermüdend, auf derlei Automatismen immer wieder reagieren zu müssen. Denn mit rationalen Argumenten ist solchen politischen Indignationen nicht beizukommen.

Eingefleischte Vorurteile und damit einhergehende Ideogiebildungen lassen sich nicht leicht überwinden, weder von ihren Trägern noch von der öffentlichen Sphäre, die sie rezipiert und sich zu eigen gemacht hat.

Israelkritik per se ist kein Antisemitismus. Wenn man also die Kritik an Israel als antisemitisch markiert, begeht man … eine Begriffsverfehlung … Das bedeutet nicht, dass ein Israelkritiker nicht auch Antisemit sein kann. Aber wenn er es ist, muss man ihm das nachweisen können, etwa, wenn er ‹Juden› abstrahiert und alle Juden in Beschlag nimmt für seine israelkritische Argumentation.

Ist das der Fall bei Annie Ernaux? Wenn Josef Schuster das nicht nachweisen kann und dennoch auf die Verunglimpfung der Schriftstellerin beharrt, wird er sich sagen lassen müssen, dass er ob seiner Israelapologie (denn das ist es ja, was er mutatis mutandis betreibt) als zionistischer Faschist angesehen werden kann, dessen Argumentation der von in Israel parlamentarisch wie öffentlich agierenden Faschisten gleicht ...

Mit Antisemitismusbekämpfung haben die Praktiken von Josef Schuster und Gleichgesinnten nichts zu tun. Und wenn der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland meint, das literarische Werk der französischen Autorin nicht beurteilen zu können oder zu wollen, dann soll er lieber schweigen.»


Quelle: overton-magazin.de

Mit diesem Antisemitismusanwurf geht wohlgemerkt nicht nur eine völlig deplatzierte Verunglimpfung von Menschen einher. Es steckt viel mehr dahinter. Dies klingt auch in dem, was Zuckermann schreibt, schon durch: nämlich dass mit dem «Totschlagvorwurf», jemand oder eine Gruppse sei «antisemitisch» oder «rechts», Machtpolitik betrieben wird, die selbst faschistoide Züge aufweist und demokratische Strukturen (immer weiter) «zerhackstückt».

Ex-BILD-Chefredakteur Julian Reichtelt hat kürzlich auf diesen Punkt aufmerksam gemacht, und zwar in einem Video-Beitrag mit dem Titel «Die Regierung gibt nicht zu, was sie plant, aber es ist erschreckend!». Die Regierung wolle damit, so Reichelt, Folgendes erreichen:

«Wer nicht links ist, wer nicht linke Ansichten vertritt, soll sich nicht mehr trauen zu sprechen. Die Grünen geben diese Sprache vor. Und es geht hier nicht einfach um Worte. Es geht darum, über Sprache den Umbau der Gesellschaft voranzutreiben ... [Schon jetzt] fühlt sich Deutschland immer seltener an wie eine Demokratie.»


Quelle: Youtube-Kanal von Achtung, Reichelt!

Das Einzige, was man Reichelt meines Erachtens vorhalten muss, ist, dass er mit dem Begriff «links» unsauber umgeht. Denn das, was er mit «links» bezeichnet, hat mit «links» eigentlich gar nichts mehr am Hut – jedenfalls nicht, wenn man «links» als das definiert, wofür es vor nicht allzu langer Zeit mal stand: sich gegen Machtmissbrauch, gegen Korruption und Vetternwirtschaft, gegen Ausbeutung und das Auseinanderdriften von Arm und Reich oder auch gegen die Zerstörung demokratischer Strukturen und der Natur einzusetzen.

Dass auch die Grünen einst in diesem «Geiste» agierten, hatte ich ja vor Kurzem in meinem Newsletter «Als die Grünen systemkritisch und lustig waren» zum Thema gemacht.

Im Übrigen geht es letztlich auch gar nicht um «rechts» gegen «links», was auch immer diese Begriffe bedeuten mögen, sondern um (kleine Gruppe) oben gegen (die «Masse») unten ...

Alles Gute – trotz allem!


Torsten Engelbrecht


Info: https://transition-news.org/antisemitismus-und-rechtsvorwurf-sind-selber-faschistisch


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

22.10.2022

Proteste „Solidarischer Herbst“ „Warum sind hier nur so wenige?“

welt.de, Stand: 22.10.2022, Von Jörg Wimalasena Politischer Korrespondent

Demonstrationen des „Solidarischen Herbstes“ am Samstag in Berlin

„Solidarischen Herbstes“ am Samstag in Berlin


Rechtsradikale Gruppen versammeln in Ostdeutschland regelmäßig Tausende Demonstranten. Der linksliberale Protest des „Solidarischen Herbstes“ konnte dem in puncto Massenmobilisierung an diesem Wochenende wenig entgegensetzen. Für echten Einfluss dürfte er kaum genug Schlagkraft entfalten.


Es sollte der große Auftakt zum „Solidarischen Herbst“ werden. Ein breites Protestbündnis aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Klimaaktivisten hatte am Samstagmittag in den Berliner Invalidenpark geladen, um für eine gerechtere Verteilung der Krisenlasten und die ökologische Transformation der Wirtschaft zu demonstrieren. Doch in Berlin-Mitte versammelten sich nur knapp 2800 Menschen.


Im Vorfeld waren die Veranstalter in erster Linie darauf bedacht, sich bei ihrem Sozialprotest von Rechten und Russland-Freunden zu distanzieren sowie Solidarität mit der Ukraine zu demonstrieren. Man fürchtete, dass „Querdenker“ die Veranstaltung unterwandern könnten. Eine Sorge, die sich als unbegründet erwies. Die wenigen Demonstranten mit provokanten Plakaten zogen lediglich die Aufmerksamkeit der Presse auf sich. Ein Mann mit einem „Europa tief im Arsch der USA“-Schild absolvierte zwar einen Interviewmarathon, wurde aber ansonsten weitgehend ignoriert.


Aber: An der Mobilisierung haperte es offenbar. „Warum sind hier nur so wenige Leute?“, fragte eine Frau am Rande der Demo eine Begleiterin. Laut Veranstaltern waren es in Berlin 6000 Teilnehmer und bei Parallelveranstaltungen in anderen Städten insgesamt 24.000. Die Polizei geht nicht nur in Berlin von weit weniger Teilnehmern aus.


Demonstranten des „Solidarischen Herbstes“ in Berlin


Die überschaubare Zahl sollte den Veranstaltern zu denken geben. Allein die mitmobilisierende Gewerkschaft Ver.di hat rund 1,9 Millionen Mitglieder, der Naturschutzbund BUND 674.000 Mitglieder.


Diverse rechtsradikale Vereinigungen in kleinen Städten versammeln regelmäßig in Ostdeutschland mehrere Tausend Demonstranten. Der linksliberale Protest des „Solidarischen Herbstes“ konnte dem in puncto Massenmobilisierung wenig entgegensetzen und dürfte so auch kaum genug Schlagkraft entfalten, um echten Einfluss auf die Bundespolitik auszuüben.


Wenig Proteststimmung entfacht

Auf der Bühne im Invalidenpark konnten die Redner überwiegend wenig Proteststimmung entfachen. Man forderte Übergewinnsteuern, Umverteilung und wandte sich gegen Hass und Rassismus. Als ein Kaufhof-Gewerkschafter vom Kampf der Belegschaft um die eigenen Arbeitsplätze berichtete, hörten viele Teilnehmer nicht einmal zu.


Wirklichen Enthusiasmus konnte nur der Stadtreinigungs-Gewerkschafter Michael Erdmann erzeugen, der in breitem Berliner Dialekt echte Klassenkampfatmosphäre erzeugte. „Alles ist teurer geworden, sag mal, wollen die uns für blöd verkaufen, wie dumm oder arrogant muss die Regierung sein, dass die uns nichts (von den Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Preissteigerungen) abgeben?“, rief der Mann im orangefarbenen Pullover ins Mikrofon. Den Arbeitgebern, die sich gegen die Forderung nach einer Erhöhung der Tarife um zehn Prozent sträuben, rief Erdmann entgegen: „Haben die nicht mehr alle Latten im Zaun? Wir haben zehn Prozent Inflation, das (die Ver.di-Forderung, die Red.) ist eine Nullrunde.“


„Bürgergeld“-Debatte

Die Mär von den faulen Arbeitslosen

Wer sich unter den Teilnehmern umhörte, bekam nur ausweichende Antworten zur Frage der ausbaufähigen Mobilisierung. Zu viele ökologischen Forderungen in einer sozialen Krise? Die Themen gehörten zusammen, sagten Teilnehmer. Und Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, sagte bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor: „Die beste Sozialpolitik macht keinen Sinn, wenn wir nicht massiv und konsequent etwas gegen den Klimawandel tun.“


Lag es an der vorgegebenen außenpolitischen Position in Sachen Ukraine? Auf diese Frage gibt es an diesem Samstag keine Antwort. Auf die Position der Linkspartei-Rebellin Sahra Wagenknecht angesprochen, die zur Armutsbekämpfung vor allem eine Abkehr vom „Wirtschaftskrieg“ gegen Russland fordert, sagte eine Armutsbetroffenen-Aktivistin dieser Zeitung: „Frau Wagenknecht ist für mich nicht relevant.“


Und so bleibt der Eindruck, dass der „Solidarische Herbst“, der eigentlich die Sozialproteste bündeln wollte, am Ende trotz prominenter Unterstützer vorerst nur eines von vielen Bündnissen in der zerklüfteten deutschen Protestlandschaft bleibt.




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    • Jakob Hayner

  • Info: https://www.welt.de/politik/deutschland/article241738257/Proteste-Solidarischer-Herbst-Warum-sind-hier-nur-so-wenige.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.10.2022

    Ausgewähltes von heute

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. Oktober 2022, 20:19 Uhr


    RT-Liveticker 22.10.22

    <https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-ukraine-will/>

    08:02 Uhr

    *Russland warnt UN-Sicherheitsrat vor Zerstörung des Wasserkraftwerks

    Kachowka durch ukrainische Angriffe*

    Russland hat am Freitag an den UN-Sicherheitsrat appelliert, eine

    Zerstörung des Wasserkraftwerks Kachowka im Gebiet Cherson nicht

    zuzulassen. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja teilte mit, dass

    durch eine Zerschlagung des Damms Tausende von Menschen ums Leben kommen

    könnten. Die russische Delegation forderte den UN-Sicherheitsrat und die

    UN-Leitung auf, diese fürchterliche Provokation zu verhindern.



    https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/152185-ukraine-foerdert-terrorismus-und-extremismus/

    22.10.2022

    *Ukraine fördert Terrorismus und Extremismus

    */Von Gert Ewen Ungar

    /

    In dieser Woche beschloss die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine,

    die "Tschetschenische Republik Itschkerien" als "vorübergehend von

    Russland besetztes Gebiet" anzuerkennen, und verurteilte den "Völkermord

    an den Tschetschenen". Gleichzeitig stellte sie die Anerkennung er

    Unabhängigkeit weiterer Völker und Nationen Russlands in Aussicht.


    Die Anerkennung hat völkerrechtlich keinerlei Auswirkungen, zeigt aber,

    dass die Ukraine willens ist, Terrorismus zu unterstützen und zu

    fördern. Gleichzeitig bestätigt der Schritt Befürchtungen der russischen

    Führung, Ziel des Westens sei die Aufspaltung und Zerschlagung der

    Russischen Föderation. Weiter belegt der Schritt, dass sich der Westen

    aktiv Extremismus, Terrorismus und Faschismus zur Durchsetzung seiner

    Zwecke bedient.


    Kiew machte deutlich, dass es bereit ist, auch andere separatistische

    Bewegungen in Russland zu unterstützen und Regionen als unabhängig

    anzuerkennen. So sagte laut dem Portal /The European Times /der

    Abgeordnete der Selenskij-Partei Oleg Dunda, dass die "Demontage"

    Russlands in "ein oder zwei Jahren" stattfinden werde.


    Die separatistische Bewegung in Tschetschenien hatte zum Ziel, im

    Kaukasus ein Kalifat ähnlich dem Islamischen Staat zu errichten. Die

    Folge waren zwei blutige Bürgerkriege, die auch vom Ausland befeuert wurden.

    Russland konnte die Abspaltung schließlich verhindern. Heute hat

    Tschetschenien den Status einer autonomen islamischen Republik und gilt

    als religiöses Zentrum eines gemäßigten Islam. Anhänger der

    separatistischen Bewegung gingen in großer Zahl in den Irak und nach

    Syrien. Nach dem Abflauen der Kämpfe dort haben sich einige den

    ukrainischen Nationalisten angeschlossen und kämpfen nun in der Ukraine.


    Bereits im Mai traf eine Delegation der nicht anerkannten

    tschetschenischen Republik Itschkerien mit ihrem Anführer Achmed

    Sakajew, der in Russland auf der Fahndungsliste steht, in Kiew mit

    Vertretern des zuständigen Verteidigungsausschusses der Werchowna Rada

    zusammen, um ein weiteres Vorgehen abzustimmen.

    Die Anerkennung der Tschetschenischen Republik Itschkerien zeigt, dass

    die Ukraine den internationalen Terrorismus fördert. Gleichzeitig

    fördert sie im eigenen Land extremistische und faschistische Bewegungen.

    Damit wird die Ukraine zu einem Land in der Mitte Europas, von dem eine

    akute Gefahr für die Sicherheit der Staaten Europas ausgeht.



    RT-Liveticker 22.10.22

    <https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-ukraine-will/>

    16:56 Uhr

    *Rada bringt Resolution ein, die Weißrussland als von Russland "besetzt"

    anerkennt*

    Wie der ukrainische Abgeordnete Alexei Gontscharenko mitteilte, wurde

    der Werchowna Rada der Ukraine der Entwurf eines Dekrets vorgelegt, mit

    dem Weißrussland als von Russland "besetzt" anerkannt wird. Auf seinem

    Telegram-Kanal schrieb <https://t.me/oleksiihoncharenko/27181> er:

    /"Die Ukraine erkennt Weißrussland als vorübergehend von Russland

    besetzt an! Gemeinsam mit meinen Kollegen habe ich der Werchowna Rada

    eine entsprechende Entschließung vorgelegt."/

    Der Abgeordnete sagte, die Resolution ziele darauf ab, der Regierung des

    weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko die internationale

    Rechtspersönlichkeit zu entziehen, die Mitgliedschaft des Staates in

    internationalen Organisationen zu beenden und antirussische Sanktionen

    gegen Weißrussland zu synchronisieren.



    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152259-nebensja-weigert-sich-ukrainischen-standigen/

    22.10.22

    *Nebensja weigert sich, ukrainischem Ständigem Vertreter bei UN-Sitzung

    zuzuhören

    *Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates hat sich der Ständige

    Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja,

    geweigert, den Vertreter der Ukraine Sergei Kisliza anzuhören. Wassili

    Nebensja erklärte, dass diese Entscheidung auf die beleidigenden

    Kommentare von Kisliza über die russischen Diplomaten in den sozialen

    Medien zurückzuführen sei. Wörtlich hieß es:

    /"Bevor ich zu Ende komme, möchte ich vorher mitteilen: Ich werde mir

    heute im Sicherheitsrat keine weitere Runde bösartiger Tiraden des

    Vertreters des ukrainischen Regimes anhören und ihm damit ein seltsames

    und lasterhaftes Vergnügen bereiten, das er darin findet."/


    Nebensja erinnerte an die jüngsten beleidigenden Äußerungen Kislizas

    über russische Diplomaten in den sozialen Medien. In diesem Zusammenhang

    brachte der russische Diplomat zum Ausdruck: /"Leider spiegeln solche

    Ausschreitungen den derzeitigen Zustand der ukrainischen Diplomatie

    wider und sind ein Beweis dafür, dass Kiew zu keinem Dialog fähig und

    bereit ist, geschweige denn zu einem zivilisierten Dialog."/


    Zuvor hatte Kisliza auf seinem Twitter-Account einen Kommentar

    veröffentlicht, in dem er Moskaus Logik als "schwachsinnig" und den

    stellvertretenden russischen UN-Botschafter Dmitri Poljanski als "eine

    der widerlichsten Personen, die die UNO je gesehen hat" bezeichnete.

    Poljanski wies wiederum darauf hin, dass Diplomaten persönliche Angriffe

    unterlassen sollten. Er fügte hinzu, dass der ukrainische UN-Vertreter

    durch solche Äußerungen nur sich selbst und sein Land erniedrige und

    "veranschaulicht, warum die Ukraine dort ist, wo sie jetzt ist – in

    einer Sackgasse".


    Am 21. Oktober bezeichnete Nebensja westliche Aussagen über angebliche

    Lieferungen iranischer Drohnen an Russland als Fake. Er betonte,

    Russland "lehnt alle Versuche ab, das UN-Sekretariat in dieses unheilige

    Spiel zu verwickeln".



    *Scott Ritter: "Putin ist nicht gegen den Westen. Der Westen ist gegen

    ihn."

    *Am Vortag hatte CIA-Veteran Jack Devine den russischen Präsidenten

    Wladimir Putin einen "Verbrecher" genannt, "der seit Kindesbeinen den

    Westen hasst".

    Ritter schmunzelte nur bei diesen Worten des langjährigen CIA-Chefs und

    machte in wenigen Sätzen klar, warum er die Angelegenheit anders

    betrachtet und bewertet.

    /Ausschnitt des Videos mit deutschen Untertiteln hier:/

    https://meinungsfreiheit.rtde.life/kurzclips/video/152258-scott-ritter-putin-ist-nicht/

    /Das ganze Interview in Englisch hier:/

    https://www.youtube.com/watch?v=qvGUUFdIHds



    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152256-medien-usa-setzen-division-in/

    22.10.2022

    *USA setzen Division in Europa ein, die bereit ist, ukrainisches

    Territorium zu betreten

    *Die USA stationieren die Division "Screaming Eagles" auf einem

    rumänischen Militärflughafen, so der Fernsehsender CBS News. Der

    Divisionskommandeur erklärte, dass sie im Falle einer Eskalation des

    Konflikts oder eines Angriffs auf die NATO bereit wäre, in die Ukraine

    einzudringen.


    Zum ersten Mal seit 80 Jahren haben die USA die 4.700 Mann starke

    Division "Screaming Eagles" nach Europa entsandt, um an Übungen

    teilzunehmen. Dies berichtete

    <https://www.cbsnews.com/news/ukraine-news-russia-us-army-101st-airborne-nato-war-games-romania/

    der Fernsehsender /CBS News/. Nach Angaben des Divisionskommandeurs

    werde die Division bereit sein, im Falle einer Eskalation des Konflikts

    oder eines Angriffs auf die NATO ukrainisches Gebiet zu betreten.


    Der rumänische Generalmajor Iulian Berdila bezog sich in dem Interview

    mit /CBS News/ auf die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkriegs an

    der nordfranzösischen Küste und sagte: /"Für mich ist die Anwesenheit

    US-amerikanischer Truppen hier so bedeutsam, als hätte man Verbündete in

    der Normandie, bevor der Feind dort ankommt."/


    Das Weiße Haus hatte wiederholt versichert, dass sich das US-Militär

    nicht an der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine beteiligen

    werde. Mitte August teilte die US-Mission bei der NATO mit, dass

    Angehörige der 101. Luftlandedivision der US-Armee nach Europa entsandt

    würden, um den Schutz der Ostflanke des Bündnisses zu verstärken.


    Die 101. Luftlandedivision der US-Armee, die "Screaming Eagles", nahm an

    den Operationen des Zweiten Weltkriegs im westeuropäischen Einsatzgebiet

    teil. Sie partizipierte an der Landung in der Normandie und der

    Operation Market Garden. Im Jahr 1965 wurde eine Brigade der 101.

    Division im Vietnamkrieg und im Jahr 2003 bei der Invasion des Iraks

    eingesetzt.

    Die Staats- und Regierungschefs der NATO einigten sich auf dem

    Gipfeltreffen in Madrid am 29. Juni darauf, die Zahl der schnellen

    Eingreiftruppen des Bündnisses fast zu verachtfachen - auf bis zu

    300.000 Mann.

    Der Generalsekretär der Allianz, Jens Stoltenberg, behauptete, dass die

    Erhöhung im Jahr 2023 erfolgen werde. Er sagte, dass das Bündnis diese

    Kräfte ausbilden und finanzieren werde, um bestimmte Gebiete im Osten zu

    verteidigen. Die NATO plane die Stationierung von schwerem Gerät und

    Waffen an der Grenze zu Russland.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.10.2022

    Sprache des Faschismus /Waffen für den Faschismus

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. Oktober 2022, 15:24 Uhr


    Sahra Wagenknecht: Die Grünen sind die heuchlerischste, verlogenste,

    abgehobenste, inkompetenteste und (...) gefährlichste Partei im

    deutschen Bundestag.

    Siehe:

    https://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/3216.von-wegen-cool-und-%C3%B6ko-wie-die-gr%C3%BCnen-wirtschaft-und-natur-zerst%C3%B6ren.html

    /


    //Zur Erinnerung (dp):

    Hitlers Ziel: Die „Vernichtung der Lebenskraft Russlands“

    Die größenwahnsinnige deutsche Außenministerin*Baerbock* will „Russland

    ruinieren“.

    Oskar Lafontaine „Das ist die Sprache des Faschismus“

    <https://www.youtube.com/watch?v=-FE-SkSxnJw> /


    /


    /https://www.spiegel.de/politik/deutschland/baerbock-und-lambrecht-wollen-1-5-milliarden-euro-mehr-fuer-ukraine-waffen-a-d1f18ec6-e3b1-4105-b257-3393de95b62a

    22.10.2022

    *Brandbrief an den Finanzminister Baerbock und Lambrecht wollen 1,5

    Milliarden Euro mehr für Ukraine-Waffen

    *

    Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Verteidigungsministerin

    Christine Lambrecht (SPD) fordern von Finanzminister Christian Lindner

    (FDP) für das kommende Jahr deutlich mehr Geld, um die Ukraine

    militärisch zu unterstützen. Den beiden Ministerinnen schwebt dafür ein

    Sondertopf für die Waffenhilfe in Höhe von 2,2 Milliarden Euro vor. Nur

    mit diesem Budget, so schrieben sie in einem Brief vom Donnerstag, könne

    Deutschland »konkret und sichtbar die Verantwortung übernehmen, die

    unsere internationalen Partner von uns erwarten«. Das Schreiben liegt

    dem SPIEGEL vor.

    Gleich zu Beginn des Briefes kritisieren die Ministerinnen, dass bisher

    im Haushalt 2023 nur 697 Millionen Euro im sogenannten

    »Ertüchtigungstitel« eingeplant seien. (…)

    Konkret wollen die beiden Ministerinnen, dass Lindner den Sondertopf bei

    der Finalisierung des Haushalts Mitte November erheblich aufstockt.

    Wörtlich schreiben sie, dass das bisher eingeplante Budget die

    Handlungsspielräume »auf ein politisch nicht mehr vertretbares Minimum«

    reduziere. Statt der geplanten 697 Millionen Euro solle Lindner deswegen

    gut anderthalb Milliarden Euro mehr einplanen. Zudem solle der

    FDP-Minister ermöglichen, dass die beiden Häuser 2023 sogenannte

    Verpflichtungserklärungen im Umfang von einer weiteren Milliarde für

    mehrjährige Rüstungsprojekte eingehen können.

    Ihre Forderung untermauern die beiden Ministerinnen mit großen Worten.

    So argumentieren sie, »die außen- und sicherheitspolitische

    Handlungsfähigkeit und internationale Reputation« Berlins hänge von

    einer guten Ausstattung des Sondertopfes ab. Das Jahr 2022 habe gezeigt,

    dass »ein Höchstmaß an Flexibilität« notwendig sei, um die Ukraine beim

    Aufbau »hochkomplexer militärischer Fähigkeiten« zu unterstützen. Bisher

    habe die Bundesregierung bewiesen, dass sie schnell und effektiv sein

    könne. Damit dieses Tempo nicht abreißt, so die Ministerinnen, bitte man

    dringlich um Hilfe.


    /.....für die Faschisten in der Ukraine.....(dp) /

    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/152202-kiewer-spitzenpolitiker-fordert-ausloeschung-russischer-sprache/

    22.10.2022

    *"Element feindlicher Propaganda" –

    Kiewer Spitzenpolitiker fordert Auslöschung russischer Sprache


    *Die russische Sprache sei ein Element feindlicher Propaganda und

    Gehirnwäsche, behauptet der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats

    Alexei Danilow. Für seine russischsprachigen Landsleute, über ein

    Drittel der ukrainischen Bevölkerung, findet er klare Worte.


    */"Mögen sie uns vom Leib bleiben, in ihre Sümpfe gehen und dort auf

    Russisch quaken!"/

    *

    Diese Anregung hat am Freitag der Sekretär des ukrainischen Rats für

    nationale Sicherheit und Verteidigung Alexei Danilow an seine

    russischsprachigen Landsleute gerichtet. In der Sendung

    <https://youtu.be/GA1mtWn5v0c?t=1846> des ukrainischen Talkshows

    /Goworyt Welyky Lwiw/ ("Das große Lwow spricht") vergaß der Politiker

    nicht zu erwähnen, dass die Ukraine "das gesamte demokratische Europa"

    angeblich vor "Faschismus" verteidige. Dies hinderte ihn allerdings

    nicht daran, wenig später im Verlaufe des Gesprächs zu Argumenten zu

    greifen, die so von Antifaschisten eher selten angeführt werden.


    Auf die Tatsache angesprochen, dass die russische Sprache noch immer in

    ukrainischer Öffentlichkeit bisweilen genutzt werde, antwortete er:

    /"Das ist eine ganz gefährliche Sache. Schauen Sie, wenn wir vom Staat

    sprechen, ist die englische Sprache verpflichtend."/


    Kenntnisse der offiziellen Landessprache Ukrainisch forderte Danilow

    immerhin an zweiter Stelle und fuhr in Bezug auf die russischsprachigen

    Ukrainer fort:

    /"Das Aufzwingen von diesen russischen Narrativen ist eine ganz

    gefährliche Sache. Sie sagen, dass wir sie irgendwie verstehen müssen,

    wie sie sind, was sie sind. Wir wollen nichts von ihnen. Mögen sie uns

    vom Leib bleiben, in ihre Sümpfe gehen und dort auf Russisch quaken!"/


    Das Russische sei ein "Element feindlicher Propaganda und Gehirnwäsche"

    für die Ukrainer, so Danilow. Nach Angaben der Ukrainischen Akademie der

    Wissenschaften ist Russisch die Muttersprache von etwa 40 Prozent der

    Bewohner der Ukraine.



    Weiteres:


    Von wegen cool und öko - Wie die Grünen Wirtschaft und Natur zerstören Bessere Zeiten. Wagenknechts Wochenschau vom 20.10.2022 20.10.2022, Von Sahra Wagenknecht



    Manche halten die Grünen auch heute noch für eine coole Öko-Partei, die für die Rettung des Klimas, für Frieden und Menschenrechte kämpft, und deren hochmoralische Aktivisten am liebsten jeder Kröte beim Überqueren der Straße helfen würden. Mit der Realität hat das leider nichts zu tun. "Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr Waffen liefern müssen," so Grünen-Parteichefin Lang auf dem letzten Parteitag. „Wenn die Ukraine Panzer braucht und wir welche liefern können, dann sollten wir das tun“, ergänzt Parteichef Nouripour und Außenministerin Baerbock liefert die Begründung "weil wir eine Friedens- und Menschenrechtspartei sind.“ Klar, wer für Frieden und Menschenrechte ist, der muss unbedingt immer mehr schwere Waffen an die Ukraine liefern und so dafür sorgen, dass das Sterben bloß nicht aufhört. Und weil Putin den Wirtschaftskrieg „nicht gewinnen darf“(Habeck), werden Millionen Menschen zum Frieren genötigt, massenhaft Betriebe in die Insolvenz getrieben, Waffen an islamistische Golfdiktatoren verkauft, schmutzige Braunkohlekraftwerke angeworfen, den USA Umwelt und Klima zerstörendes Frackinggas abgekauft und in der Nordsee LNG-Terminals genehmigt, die das Meerwasser vergiften werden... Im Video der Woche begründe ich, warum die Grünen für mich die heuchlerischste, verlogenste, abgehobenste, inkompetenteste und gemessen an dem realen Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei im deutschen Bundestag sind.


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.10.2022

    Liebe Palästina- und Israel-Interessierte,
    wir leiten den Aktuellen Newsletter des Bündnisses für Gerechtigkeit
    zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) e.V. (https://bip-jetzt.de/)
    weiter.
    Im Vorwort des Newsletters finden Sie den Hinweis auf die Europäische
    Bürgerinitiative (EBI). Mehr als 100 zivilgesellschaftliche
    Organisationen
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=3a925836b0&e=ac615e8215> starten
    eine Kampagne zur Sammlung von einer Million Unterschriften von
    EU-Bürger*innen, um den europäischen Handel mit illegalen Siedlungen in
    besetzten Gebieten zu beenden.
    Im Newsletter ist u.a. die Rede von der Jounalistin Shireen Abu Akleh.
    Näheres finden Sie unter
    BIP-Aktuell #230: Shireen Abu Akleh – Eingeständnis, aber keine
    Verantwortung
    <https://bip-jetzt.de/2022/09/17/bip-aktuell-230-shireen-abu-akleh-eingestaendnis-aber-keine-verantwortung/


    vom 17. September 2022


    Herzlichen Gruß www.palaestina-initiative.de Hans Norden
    PS.: In Hannover kann man Olivenöl aus Palästina kaufen: Im
    Allerweltsladen, Limmerstr. 44. Es schmeckt gut und der Kauf unterstützt
    die palästinensischen Olivenbauern in den besetzten Gebieten.



    Weitergeleitet:
    /M///artin Breidert//
    //Beueler Kreuz 1//
    //D-53604 Bad Honnef//
    //02224/9118059
    //m//artin.breidert@gmx.d <mailto:martin.breidert@gmx.de>e//




    -------- Weitergeleitete Nachricht --------
    Betreff: BIP-Aktuell #231: Aufstand im Westjordanland
    Datum: Sat, 15 Oct 2022 16:38:48 +0000
    Von: Bündnis BIP<info@bip-jetzt.de>
    Antwort an: Bündnis BIP<info@bip-jetzt.de>
    An: martin.breidert@gmx.de







    Dies ist der wöchentliche Newsletter des Bündnis für Gerechtigkeit
    zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) e.V.


    Im Browser ansehen
    <https://mailchi.mp/2c9a5c4fa389/bip-aktuell-231-aufstand-im-westjordanland?e=ac615e8215




    *BIP-Aktuell #232: Aufstand im Westjordanland*


    *Mehr als hundert getötete Palästinenser in diesem Jahr im Westjordanland*


    /*Die israelische Armee führt im gesamten besetzten Westjordanland
    eine groß angelegte Operation durch, um den palästinensischen
    Widerstand zu brechen. In diesem Jahr wurden mehr Palästinenser
    getötet als in den letzten sieben Jahren. Da die Palästinensische
    Autonomiebehörde nicht in der Lage und nicht willens ist, den Aufstand
    zu beenden, ist ihre künftige Existenz ungewiss. Die israelische
    Regierung ist mit den bevorstehenden Wahlen beschäftigt und nicht an
    langfristigen Lösungen interessiert. In diesem politischen Vakuum
    wenden die Soldaten nach Belieben exzessive Gewalt an.*/


    ******************************
    ***************************************
    Mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=3a925836b0&e=ac615e8215> starten
    eine Kampagne zur Sammlung von einer Million Unterschriften von
    EU-Bürger*innen, um den europäischen Handel mit illegalen Siedlungen
    in besetzten Gebieten zu beenden.
    DieEuropäische Bürgerinitiative
    <ist" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=ec81563e99&e=ac615e8215>ist 
    ein offizielles Instrument, um die Stimmen der EU-Bürger zu verstärken
    und ihre demokratische Beteiligung zu verbessern. Wenn die Initiative
    innerhalb eines Jahres nach ihrem Start eine Million Unterschriften
    von Bürgerinnen und Bürgern in allen EU-Mitgliedstaaten sammelt, ist
    die Europäische Kommission gesetzlich verpflichtet, den Vorschlag zu
    prüfen, mit den Unterzeichnern zu diskutieren und gesetzgeberische
    Maßnahmen einzuleiten.
    Die/Europäische Bürgerinitiative (EBI)/unterliegt EU-Regularien:
    https://www.cidse.org/de/2022/04/07/take-action-to-end-european-trade-with-illegal-settlements/ 
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=f653b1ac91&e=ac615e8215>
    Hier kann manteilnehmen
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=ab99f71fed&e=ac615e8215>.
    ******************************
    ***************************************


    Seit mehr als sechs Monaten nehmen die Konfrontationen und Tötungen im
    Westjordanland zu. Das israelische Militär griff palästinensische
    Gemeinden im Rahmen einer kollektiven Bestrafung an als Vergeltung für
    sieben Angriffe von Palästinensern mit Messern, Äxten und Gewehren,
    bei denen zwischen März und Mai insgesamt neunzehn Menschen
    (sieheBIP-Aktuell #213
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=cfb905811a&e=ac615e8215>),
    darunter vier bewaffnete israelische Sicherheitskräfte und fünfzehn
    unbewaffnete Zivilisten, getötet wurden. Israelische Streitkräfte
    haben in diesem Jahrmehr
    <als" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=9e61f1d980&e=ac615e8215>als 
    100 Palästinenser getötet, fast alle von ihnen unbewaffnete
    Zivilisten. Unter den Opfern sind der 16-jährigeAmjad Abu Alya
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=4d1e979848&e=ac615e8215>,
    der 12-jährigeMahmoud Mohammad Khalil Samoudi
    <und" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=311b28e95a&e=ac615e8215>und 
    die bekannte Journalistin Shireen Abu Akleh (sieheBIP-Aktuell #218
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=76626ab8b6&e=ac615e8215>).
    Der 7-jährigeRayan Souliman
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=51a5d1a4d1&e=ac615e8215>,
    der aus Angst starb, als Soldaten ihn verfolgten und in sein Haus
    eindrangen, ist in dieser Liste nicht enthalten, da die Soldaten ihn
    nicht direkt getötet haben. Obwohl das Jahr 2022 noch nicht vorbei
    ist, wurden in diesem Jahr mehr Palästinenser getötet als in jedem
    anderen der letztensieben
    <Jahre" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=09807d9573&e=ac615e8215>Jahre.




    Am vergangenen Wochenende wurden innerhalb von 24 Stundenvier
    <Palästinenser" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=ee70bda12b&e=ac615e8215>Palästinenser 
    im Westjordanland getötet. Adel Ibrahim Daoud, 14, wurde in der Nähe
    der Trennmauer in Qalqilya in den Kopf geschossen, während Mahdi
    Ladadweh, 17, von Soldaten nordwestlich von Ramallah in die Brust
    geschossen und getötet wurde. Mahmoud Assos, 18, und Ahmed Daragma,
    16, wurden am Samstagmorgen bei einer großen Razzia der Armee im
    Flüchtlingslager Jenin durch israelische Schüsse getötet. Quelle:
    2022,Twitter
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=99264df324&e=ac615e8215>.


    Die israelische Gewalt konzentriert sich auf die Stadt und das
    Flüchtlingslager von Jenin. Vor zwanzig Jahrendrangen
    <israelische" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=f29fe0f704&e=ac615e8215>israelische 
    Streitkräfte im Rahmen der/Operation Defensivschild/in Jenin ein und
    töteten 52 Palästinenser. Die Stadt wurde zu einem Symbol für den
    palästinensischen Widerstand gegen die israelische Besatzung, und es
    war dort, wo ein israelischer Scharfschütze die
    Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu-Akleh ermordete (sieheBIP-Aktuell
    #219
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=c65ab5360d&e=ac615e8215>).


    Wie immer in Zeiten der Gewalteskalation wird unter Palästinensern und
    Israelis über dieMöglichkeit
    <einer" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=9301382ff0&e=ac615e8215>einer 
    weiteren Intifada (was auf Arabisch "abschütteln" bedeutet)
    gesprochen. Die erste Intifada brach 1987 aus, also zwanzig Jahre nach
    der Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens, die zweite
    Intifada im Jahr 2000. Nun, da mehr als zwanzig weitere Jahre
    vergangen sind, vermuten Analysten, dass sich eine junge Generation
    von Palästinensern verpflichtetfühlt
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=b5217dedaf&e=ac615e8215>,
    zu beweisen, dass sie alles getan hat, um ihre Freiheit zu erlangen.
    Sie meint, damit mehr erreicht zu haben als ihre Eltern und Großeltern.


    Im Gegensatz zu den vorangegangenen Intifadas hat sich die Meinung der
    Weltöffentlichkeit über Palästina jedochgewandelt
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=bb7675e625&e=ac615e8215>.
    Die ukrainischen Streitkräfte, die gegen die russische Armee kämpfen,
    werden im Westen als Helden gepriesen. Wie können also Palästinenser,
    die gegen eine Besatzungsarmee kämpfen, als etwas anderes angesehen
    werden?


    Am 4. September griffen Palästinenser ein Militärfahrzeug mit
    Molotowcocktails an und verletzten sieben Soldaten; die israelischen
    Medien meldeten den Angriff als "Terroranschlag" (Quelle aufHebräisch
    <)und" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=a0c9e506d8&e=ac615e8215>)und 
    ignorierten dabei die Tatsache, dass die Palästinenser dabei nicht
    israelische Zivilisten, sondern Soldaten angriffen, die in ihr Land
    einmarschiert waren.Ein Palästinenser aus Nablus, Mohammed Minawi,
    wurde mit Waffengewalt verhaftet und betonte in seinem Verhör, er habe
    auf eine Gelegenheit gewartet, um Soldaten, nicht aber Zivilisten,
    anzugreifen. Der israelische ultraorthodoxe jüdische Journalist Israel
    Frei twitterte, Minawi sei ein "Held", weil er sich geopfert habe; er
    sei nur bereit gewesen, gegen bewaffnete israelische Soldaten zu
    kämpfen. Frei wurde von DemocraTV entlassen, bei dem er angestellt
    war, obwohl DemocraTV behauptet, ein progressiver Sender zu sein
    (Quelle aufHebräisch
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=31615e4d1a&e=ac615e8215>).


    Das israelische Militär trifft keine juristischen Maßnahmen gegen die
    tödlichen Angriffe der Soldaten gegen wehrlose Palästinenser, weil es
    angeblich politische Zwänge gibt. Dabei hat das Militär Angst vor
    Ungehorsam unter den Soldaten, wenn die ungesetzliche Tötung von
    Palästinensern von den Behörden untersucht wird und strafrechtliche
    Konsequenzen drohen. Keiner der Soldaten, die ihre Waffen auf
    palästinensische Zivilisten gerichtet haben, ist bestraft worden,
    nichteinmal
    <der" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=d20807daed&e=ac615e8215>der 
    Scharfschütze, der Shireen Abu-Akleh ermordet hat. Es ist nicht zu
    erwarten, dass sich das ändert, denn Verteidigungsminister Gantz hat
    einen neuen Oberbefehlshaber des israelischen Militärs ernannt, Herzi
    Halevy, den ersten Militärkommandanten, der ein religiöserSiedler
    <ist" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=0cb0b29825&e=ac615e8215>ist.
    Gantz hat diese Ernennung vorgenommen, um bei den bevorstehenden
    Wahlen rechte Wähler aus dem Netanjahu-Lager anzulocken, aber den
    Preis für diese Entscheidung werden Palästinenser mit ihrem Leben
    bezahlen.
    Die eskalierende Gewalt gegen Palästinenser kann nicht in der
    israelischen Strategie zur Kontrolle des Westjordanlandes gesehen
    werden, sondern vielmehr im Scheitern dieser Strategie. Die
    israelische Regierungverlässt
    <sich" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=300bc29758&e=ac615e8215>sich 
    darauf, dass die Palästinensische Autonomiebehörde in ihrem Namen die
    Ordnung im Westjordanland aufrechterhält, verkennt aber, dass die
    Legitimität der Palästinensischen Autonomiebehörde sich insbesondere
    dadurch auf einem historischen Tiefstand befindet: Die Anordnung an
    palästinensische Polizeibeamte, Demonstranten gegen die israelische
    Besatzung zu verhaften, vor allem in Jenin, wo diese Demonstrationen
    besonders symbolträchtig sind, könnte den völligenZusammenbruch
    <der" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=3353e6aeea&e=ac615e8215>der 
    Palästinensischen Autonomiebehörde bewirken.




    Der neue Oberbefehlshaber des israelischen Militärs Herzi Halevy.
    Quelle: 2020,Wikipedia
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=7f4de7f1d8&e=ac615e8215>.


    Die israelische Regierung ist sich bewusst, dass die Krise
    unkontrollierbar werden könnte und will das alte System der Kontrolle
    durch einen Militärgouverneur, das bereits vor der Palästinensischen
    Autonomiebehörde bestand, nicht wieder einführen, aber die
    innenpolitischeKrise
    <in" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=0193454ddf&e=ac615e8215>in 
    Israel lähmt die Regierung. Im Moment gibt es nur wenige echte
    Möglichkeiten für eine Befriedung: Erstens eine strafrechtliche
    Verfolgung von Soldaten, die Palästinenser getötet haben, zweitens
    eine Entschädigung palästinensischer Familien, drittens den Bau
    illegaler Siedlungen zu stoppen und viertens die Beendigung der
    ethnischen Säuberungen in Masafer Yatta (sieheBIP-Aktuell #217
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=db1453118a&e=ac615e8215>),
    Sheikh Jarrah (sieheBIP-Aktuell #194
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=e04db2655d&e=ac615e8215>)
    und in der Negev-Wüste (sieheBIP-Aktuell #202
    <https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=bae5b69c18&e=ac615e8215>).
    All diese Maßnahmen sind jedoch für israelische Politiker, die die
    kommenden Wahlen am 1. November gewinnen wollen, unmöglich. Jeder Akt
    des Mitgefühls oder der Rücksichtnahme vor der Wahl wird den Politiker
    als unpatriotischen "Araberliebhaber" brandmarken.


    ******************************
    ***************************************
    Eine neueFolge
    <des" rel="noopener">https://bib-jetzt.us14.list-manage.com/track/click?u=d2d027ff28580d7b9d45684bc&id=6f164253d1&e=ac615e8215>des 
    BIP-Gesprächs ist da. Diese Woche sprechen wir mit Bischof Dr.
    Hans-Jürgen Abromeit, einem Mitglied des BIP.
    ******************************
    ***************************************


    /**//BIP Aktuell berichtet an dieser Stelle regelmäßig über
    Menschenrechtsverletzungen im besetzten Palästina, die in unseren
    Medien zumeist nicht erwähnt werden. Diese Woche beschränkt sich BIP
    Aktuell ausnameweise auf einen übersetzten Text aus dem 972 Magazine./


    *18-jähriger Palästinenser von der Armee getötet – Palästinenser in
    Ostjerusalem rufen zum Generalstreik auf*


    „Ein Palästinenser wurde am Mittwochnachmittag im Flüchtlingslager
    Al-Aroub bei Bethlehem durch israelisches Militärfeuer getötet, wie
    das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Bei dem
    Verstorbenen handelt es sich um den 18-jährigen Mahmoud Adwai, einen
    Bewohner des Lagers.
    Zwei weitere Palästinenser wurden Berichten zufolge bei Zusammenstößen
    in der Nähe von Ramallah schwer verletzt, und im Isawiyah-Gebiet in
    Ostjerusalem wurden Steine auf israelische Streitkräfte geworfen. Die
    Streitkräfte antworteten mit Betäubungsgranaten.
    In den vergangenen Nächten patrouillierte die israelische Polizei in
    den Straßen des Flüchtlingslagers Shoafat auf der Suche nach Adi
    Tamimi, dem Verdächtigen der Schießerei am Kontrollpunkt auf den
    israelischen Soldaten Noa Lazar im Nordosten Jerusalems am vergangenen
    Samstagabend, und nahm dessen Familienmitglieder sowie weitere
    Verdächtige fest.
    Bewohner des Lagers gerieten mit den Soldaten aneinander und bewarfen
    sie mit Feuerwerkskörpern; die Polizei setzte Tränengas und
    Gummigeschosse ein.
    Nach der Schießerei am Kontrollpunkt blockierten die israelischen
    Streitkräfte die Ausgänge des Lagers und hinderten Zehntausende von
    Palästinensern daran, zum Arbeiten nach Jerusalem zu kommen. Die
    Bewohner des Lagers, von denen die meisten einen israelischen Ausweis
    besitzen, behaupteten, dies sei eine Form der kollektiven Bestrafung.
    Die Polizei öffnete die Kontrollpunkte am Dienstag, führte jedoch
    strenge Sicherheitskontrollen durch, was die Durchfahrt erschwerte und
    zu extrem langen Schlangen führte.
    Die Palästinenser in Ostjerusalem begannen am Mittwoch einen
    Generalstreik, um gegen das harte Vorgehen zu protestieren. Schulen
    und Geschäfte in ganz Ostjerusalem, auch in der Altstadt, blieben
    geschlossen. Einige Demonstranten blockierten Straßen und verbrannten
    Autoreifen. Der Streik wurde nicht vollständig eingehalten, einige
    Geschäfte blieben geöffnet. Das israelische Verkehrsministerium
    kündigte an, dass der Verkehr von und nach der Hauptstadt
    beeinträchtigt sein wird, da mehrere palästinensische Busfahrer
    beschlossen haben, wegen der strengen Sicherheitskontrollen nicht zur
    Arbeit zu kommen.
    Die israelische Armee sperrte am Mittwochmorgen auch alle Eingänge zur
    Stadt Nablus im Westjordanland, wobei sie den Durchgang nur auf drei
    Stellen beschränkte und eine Sicherheitskontrolle verlangte. Die
    Entscheidung, die Eingänge zu sperren, beruht auf der Einschätzung der
    Armee, dass die meisten der für die jüngsten Schießereien im
    Westjordanland verantwortlichen Personen aus der Stadt stammen und
    anschließend dorthin geflohen sind.


    Die in Nablus ansässige Organisation "Höhle des Löwen", der Hunderte
    von Jugendlichen aus verschiedenen palästinensischen Organisationen
    angehören, übernahm die Verantwortung für die Schießerei und erklärte,
    dies sei erst der Anfang der "Tage der Wut".“


    https://www.haaretz.com/israel-news/2022-10-12/ty-article/.premium/18-year-old-palestinian-reportedly-killed-by-israeli-forces-near-bethlehem/00000183-ccc0-da47-abcb-fcc73f930000 
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    *Israel führt einen unerklärten Krieg gegen Palästina*


    „Allein in der vergangenen Woche hat das israelische Militär
    mindestens fünf Kinder und Teenager getötet, 120.000 Palästinenser in
    Flüchtlingslagern in Ost-Jerusalem belagert und daran gehindert,
    dringend benötigte medizinische Versorgung oder grundlegende
    medizinische Güter zu erhalten, ist jede Nacht in Städte im gesamten
    Westjordanland eingedrungen, insbesondere in Nablus, Jenin und
    Ramallah, hat Siedlern die Möglichkeit gegeben, die palästinensische
    Olivenernte zu überfallen sowie die Palästinenser weiterhin von ihrem
    Land in Masafer Yatta und den südlichen Hebron-Hügeln vertrieben.
    In den Mainstream-Medien, die sich viel mehr auf die Ermordung zweier
    israelischer Soldaten konzentrieren, ist davon jedoch kaum etwas zu
    lesen. Es ist wichtig, sich den Kontext der Geschehnisse vor Augen zu
    halten:
    800 palästinensische politische Gefangene werden derzeit ohne Anklage
    festgehalten, mindestens 20 von ihnen befinden sich im Hungerstreik.
    Über 165 Palästinenser wurden in diesem Jahr im Westjordanland und in
    Ostjerusalem vom israelischen Militär getötet.
    Vor zwei Monaten wurden bei israelischen Luftangriffen 50 Menschen in
    Gaza getötet, darunter 17 Kinder.
    Im vergangenen Mai töteten israelische Scharfschützen die angesehene
    palästinensische Reporterin Shireen Abu Akleh.
    Während all dieser Ereignisse hat die US-Regierung ihre einseitige
    Unterstützung der israelischen Regierung fortgesetzt.
    Wir befinden uns in einem Krieg, der sich vor unseren Augen abspielt.
    Die Bedingungen vor Ort können nicht ewig so bleiben, und es ist nur
    eine Frage der Zeit, bis sie eskalieren. Unsere Stimmen werden
    gebraucht werden. Wir sollten darauf vorbereitet sein, sie zu
    nutzen.“https://www.972mag.com/jenin-refugee-camp-armed-resistance/?sourceid=1001761&emci=dc9c7b4f-b949-ed11-b495-002248258d38&emdi=29209ec0-574a-ed11-b495-002248258d38&ceid=297220 
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    Das Redaktionsteam von BIP-Aktuell besteht aus dem Vorstand und dem
    Geschäftsführer Dr. Shir Hever.
    V. i. S. d. P. Dr. Götz Schindler, BIP-Vorstand.


    /Copyright © 2022 Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und
    Palästinensern e.V., alle Rechte vorbehalten./


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    22.10.2022

    Russischer Botschafter Sergej J.Netschajew im Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS Oktober 19, 2022

    russische-botschaft.ru, vom 19. Oktober 2022

    Deutschland, Dänemark und Schweden wollen eine gemeinsame Untersuchungsgruppe einrichten, um den Vorfall an den Nord-Stream-Leitungen aufklären zu lassen. Halten sie eine objektive Untersuchung ohne russische Beteiligung für möglich?


    Nach den uns vorliegenden Informationen gestaltet sich die Einrichtung einer gemeinsamen Untersuchungsgruppe bei unseren westlichen Kollegen problematisch. Sie sind nämlich nicht bereit, selbst untereinander Untersuchungserkenntnisse zu teilen, was meines Erachtens Bände spricht.


    Stichwort unsere Teilnahme. In unseren Gesprächen mit den deutschen Exekutivbehörden haben wir ausdrücklich und von vornherein darauf hingewiesen, dass eine Beteiligung von Vertretern der zuständigen russischen Behörden und von Gazprom an der Aufklärung des Vorfalls alternativlos ist. Unsere Ersuchen diesbezüglich wurden auf offiziellem Wege an die deutsche Seite überbracht.


    Da es sich augenscheinlich um Sabotage gegen eine kritische Infrastrukturanlage handelt, muss ein möglichst vollständiges und objektives Bild des Geschehenen her. Russische Fachleute verfügen über dafür nötige Kompetenzen. Einer Aufnahme der gemeinsamen Bemühungen stehen keinerlei rechtliche Hürden im Wege. Es ist wichtig, auch der Tatsache Rechnung zu tragen, dass gerade die russische Seite den meisten Schaden davongetragen hat — sowohl infolge der Beschädigung der von Russland gebauten Gasleitungen als auch wegen der beträchtlichen entwichenen Gasmengen.  Eine Weigerung, mit Russland bei der Aufklärung des Vorfalls  zusammenzuarbeiten, werden wir als einen offenkundigen Versuch des Westens werten, das wahre Bild des Geschehenen zu kaschieren.


    Soweit man beurteilen kann, ist ein Pipelinestrang von Nord Stream 2 nicht beschädigt worden. Könnte denn die Bundesrepublik aus Ihrer Sicht angesichts der aktuellen Gasversorgungslage doch um eine Inbetriebnahme des Strangs bitten? Hat die deutsche Seite das vielleicht schon signalisiert?


    Russland hat mehrmals, auch auf höchster Ebene, sich bereit erklärt, Gastransporte nach Deutschland über Nord Stream 2 zügig aufzunehmen. Aus unserer Sicht würde das den Bedürfnissen der Wirtschaft, der Industrie und der Menschen in diesem Land vollauf entsprechen. Für den intakten Strang von Nord Stream 2  gilt das auch heute noch. Die deutsche Seite muss jedoch die dafür nötigen Beschlüsse fassen, insbesondere eine Betriebserlaubnis für die Pipeline erteilen. Derzeit wird das uns gegenüber nicht signalisiert.


    Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil erklärte, die Energiekooperation Deutschlands und Russlands sei «unwiederbringlich zerstört». Teilen Sie seinen Standpunkt? Ist eine Renaissance der Zusammenarbeit in diesem Bereich noch möglich? Wenn ja, zu welchen Bedingungen?


    Zuerst einmal müsste man die Dinge beim Namen nennen und offen sagen, wer diese Zusammenarbeit zerstört hat. Bedauerlicherweise wurde die Bundesregierung zur Geisel der kollektiven Position des Westens, die von dessen bekennenden  russophonen Protagonisten formuliert wird. An dieser Linie festhaltend hat Berlin eigenhändig eine der Grundlagen für Wohlstand, Prosperität und Wettbewerbsfähigkeit des Landes zerstört. Damit meine ich die zuverlässigen langfristigen Energielieferungen aus Russland zu vertretbaren Preisen. Die Suche nach Alternativen zu russischen Rohstoffen fällt bislang nicht sonderlich erfolgreich aus.


    Sie fragen, ob eine Renaissance möglich ist. Es hängt von denen ab, die im Sinne falsch verstandener Solidarität und wider gesunden Menschenverstand die zum gegenseitigen Vorteil stattfindende Zusammenarbeit mit Russland zerstört haben. In Jahrzehnten hat sie sich als gerechtfertigt und gefragt bewährt. Moskau hat nie auf die Zusammenarbeit mit Deutschland im Energiebereich verzichtet.


    Vor kurzem sagten Sie, dass die Situation mit der Russenfeindlichkeit in Deutschland im Vergleich mit den ersten Wochen und Monaten nach Beginn der militärischen Sonderoperation ruhiger geworden sei. Gehen Sie angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine von einer Zunahme russophober Stimmungen in der Bundesrepublik aus?


    Die Lage mit der Russophobie hat sich auch deshalb etwas beruhigt, weil wir deutsche Politiker, Strafverfolgungsbehörden und Medien aufs Aktivste darauf aufmerksam machten, Auszüge aus Mitteilungen der russischen Landsleute an das eigens dafür eingerichtete Online-Postfach der Botschaft publizierten, die sich Diskriminierungen und Drohungen aussetzen mussten. Das hat zwar vielen hierzulande nicht gefallen, hatte jedoch seine Wirkung. Denn die Einsicht in die durch diese Entwicklung ausgelöste Gefährdung brach sich die Bahn. Leider haben antirussische Übergriffe nicht vollständig aufgehört. Erst vor kurzem wurden die Botschaft in Berlin und das Generalkonsulat in Frankfurt am Main zur Zielscheibe radikaler Angriffe. An den Gebäuden der Auslandsvertretungen entstanden Sachbeschädigungen. Sie wurden mit Farbe beschmiert. In diesem Zusammenhang hat die Botschaft beim Auswärtigen Amt einen Protest eingelegt und gefordert, für zuverlässigen Schutz der russischen Auslandsvertretungen zu sorgen. In enger Abstimmung mit den russischen Konsulareinrichtungen sind wir weiter dabei, die Entwicklungen diesbezüglich aufmerksam zu verfolgen.


    Würden Sie bitte ein Wort dazu sagen, ob und wie in diesen schwierigen Zeiten ein Dialog mit der Bundesregierung stattfindet? Gibt es diesen wenigstens zu praktischen Fragen?


    Trotz der Schwierigkeiten hat man den Dialogfaden nie abreißen lassen. Der russische Präsident und der Bundeskanzler tauschen sich hin und wieder aus. Ihr jüngstes  Telefonat fand am 13. September 2022 statt. Auch zwischen den Außenministerien bestehen Kontakte fort. Jedoch sind sie von der Ebene, Intensität und Substanz her wesentlich bescheidener als in den vorigen Jahren. Die deutsche Seite legte die meisten traditionellen Kooperationsformate nicht nur auf staatlicher, parlamentarischer und behördlicher, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene auf Eis. De facto strebt die Bundesregierung einen Verzicht auf die besonderen Beziehungen zwischen unseren Ländern und Völkern an, die von den vorigen Generationen sorgfältig aufgebaut wurden und uns sogar in den schwierigsten Zeiten zusammenhielten. Übrigens haben sich die Deutschen gerade dadurch aus dem kollektiven Westen hervorgetan und als Vermittler auftreten können, der besser als andere Russland und seine Interessen kennt und versteht. Nun hat Deutschland diese Rolle verspielt. Genauer gesagt, Deutschland hat sie aufgegeben.


    In Deutschland wird weiterhin über mögliche Lieferungen von Kampfpanzern an Kiew aktiv diskutiert. Sie hatten einmal gesagt, dass deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine bereits zur roten Linie für Moskau geworden seien. Nehmen wir an, Berlin würden sich trotzdem für die Leopard-Lieferungen entscheiden. Wie wird es sich auf die russisch-deutschen Beziehungen in der Situation auswirken, wenn es bereits jetzt scheint, als könnte es schon nicht mehr noch schlimmer kommen?


    Die Lieferungen deutscher tödlicher Waffen ans Kiewer Regime, die nicht nur gegen russische Militärs, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden, stellen natürlich eine rote Linie dar, die die Bunderegierung hätte nicht überschreiten sollen. Das gilt mit Blick auf die historische Verantwortung Deutschlands vor unserer Bevölkerung für die Nazi-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs, ganz zu schweigen von unserem Beitrag zur Nachkriegsversöhnung und zur deutschen Wiedervereinigung. Es sei dabei erwähnt, dass diese rote Linie auch in Deutschland immer Bestand hatte. Über Jahrzehnte verzichtete Berlin auf Lieferungen von Waffen, insbesondere schwerem militärischem Gerät, in Krisengebiete. Es gab einen breiten innenpolitischen Konsens darüber. Die Vorgehensweise änderte sich erst jetzt und nur in Bezug auf Russland. Das war ein Beschluss der neuen Koalitionsregierung, den wir für einen schweren Fehler halten. Es versteht sich, dass sich diese Wende höchst negativ auf unser bilaterales Verhältnis und seine Aussichten auswirken musste.


    Berlin muss verstehen, dass ein unkontrolliertes Aufpumpen der Ukraine mit Waffen in Verletzung internationaler Handels- und Exportkontrollregeln nur eine Verlängerung des Konflikt, neue Zerstörungen, Zivilopfer und eine weitere Destabilisierung der Lage in Europa, unter anderem in Deutschland, herbeiführt. Es besteht eine greifbare Gefahr, dass westliche Waffen in der Ukraine, darunter tragbare Luftabwehrsysteme und Panzerabwehrlenkwaffen,  in die Hände von Terroristen und Extremisten gelangen. Der Verkauf tödlicher Waffen im Darknet ist in vollem Gange. Ich möchte hoffen, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt. Bisher hören wir jedoch nur von immer neuen Plänen, deutsche Waffen an die Ukraine zu liefern.


    In den deutschen Städten, vor allem im Osten des Landes, wird gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und die antirussischen Sanktionen demonstriert. Wird diese Protestwelle aus Ihrer Sicht Fahrt aufnehmen oder nachlassen?


    Ich möchte mich in solchen Prognosen nicht üben, geschweige denn deutsche innere Angelegenheiten kommentieren. Gleichzeitig weisen Fakten darauf hin, dass die EU  die Experimente an der Bevölkerung der eigenen Mitgliedstaaten fortsetzt: Jedes neue in Brüssel verabschiedete Sanktionspaket gegen Russland kehrt wie ein Bumerang zum Werfer zurück. Es liegt auf der Hand, dass steigende Strom-, Heiz- und Gaskosten, zweistellige Inflationsraten, sinkender Konsum und abnehmender Wohlstand der Bürger keine Folge von vermeintlichen Kreml-Machenschaften, sondern ein Ergebnis der EU-Politik sind, deren Führung in antirussischem Eifer bereits viel Porzellan zerschlagen hat und anscheinend damit nicht aufhören will. Nun muss man Konsequenzen tragen.


    Info: https://russische-botschaft.ru/de/2022/10/19/russischer-botschafter-sergej-j-netschajew-im-gespraech-mit-der-nachrichtenagentur-tass


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.10.2022

    Zur Erinnerung: Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien   (I von II)

    global Research, 28. März 2016, Von Prof. Michel Chossudovsky Global Research 19. September 2003                                                                                                           (elektr. übersetzt, unkorrigiert)


    Region:

    Thema:

    Ausführlicher Bericht: , ,

     

    Vor siebzehn Jahren: März 1999, NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Artikel, der ursprünglich 1999 über Jackson Progressive veröffentlicht wurde und 2003 von Global Research veröffentlicht wurde.

    General Wesley Clark (Bild rechts), der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, bestätigte Ende Mai [1999], dass „die Luftkampagne der NATO ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat und das Bündnis auf weitere zivile Opfer vorbereitet sein sollte“.

    General Clark bestätigte auch, dass „er versuchen würde, die Zahl der Luftangriffe im Kosovo zu erhöhen und die Palette der Ziele zu erweitern.


    Als die Bombenanschläge in ihren dritten Monat gingen, gab es auch eine merkliche Veränderung in der „NATO-Rhetorik“. Das Bündnis war zunehmend reueloser geworden, NATO-Beamte entschuldigten sich nicht mehr für zivile Opfer und behaupteten, letztere würden dazu beitragen, „Milosevics Propagandamaschine zu helfen“.


    Atomkrieg geringer Intensität

    Mit dem Beginn des dritten Monats der NATO-Luftangriffe hat sich eine neue Phase des Krieges entfaltet. Die „humanitären Bombardierungen“ der NATO wurden verstärkt, was zu steigenden zivilen Opfern und menschlichem Leid führte. 30 Prozent der bei den Bombenanschlägen Getöteten sind Kinder. 1 Zusätzlich zum Einsatz von Streubomben führt das Bündnis einen „Atomkrieg geringer Intensität“ mit giftigen radioaktiven Granaten und Raketen, die abgereichertes Uran enthalten. Ausführlich dokumentiert, verursacht der radioaktive Fallout Krebs, von dem möglicherweise Millionen von Menschen für kommende Generationen betroffen sind. Laut einem kürzlich erschienenen wissenschaftlichen Bericht wurden in Jugoslawien seit Beginn der Bombenangriffe „die ersten Anzeichen einer Bestrahlung bei Kindern, einschließlich Herpes im Mund und Hautausschlägen an Rücken und Knöcheln“, beobachtet. 2


    Zusätzlich zu den radioaktiven Niederschlägen, die die Umwelt und die Nahrungskette verseucht haben, hat das Bündnis auch die großen Chemie- und Pharmafabriken Jugoslawiens bombardiert. Die Bombardierung von Galenika, der größten Arzneimittelfabrik Jugoslawiens, hat zur Freisetzung gefährlicher, hochgiftiger Dämpfe beigetragen. Als NATO-Truppen Mitte April Anlagen des petrochemischen Komplexes Pancevo bombardierten, „brach Feuer aus und riesige Mengen an Chlor, Ethylendichlorid und Vinylchlorid-Monomer flossen aus. Aus Angst vor weiteren Bombenangriffen, die gefährliche Materialien in die Luft jagen würden, setzten Arbeiter in Pancevo Tonnen von Ethylendichlorid, einem Karzinogen, in die Donau frei.“ 3


    Nato zur „Rettung ethnischer Albaner“

    Ethnische Albaner sind von NATO-Luftangriffen nicht verschont geblieben. Die Tötung ethnischer Albaner im Kosovo sei „unvermeidlich“, um eine „humanitäre Operation zugunsten ethnischer Albaner“ durchzuführen. Zusätzlich zu den Auswirkungen des Bodenkriegs zwischen der UÇK und den jugoslawischen Streitkräften waren die Bombenanschläge und der daraus resultierende radioaktive Niederschlag verheerender als im übrigen Jugoslawien.

    Als humanitäre Mission präsentiert, bestätigen die Beweise reichlich, dass die brutalen Luftangriffe der NATO auf Städte und Dörfer im Kosovo den Exodus von Flüchtlingen ausgelöst haben. Diejenigen, die aus ihren Häusern in Flüchtlingslager in Mazedonien und Albanien geflohen sind, haben nichts, wohin sie zurückkehren können, nichts, worauf sie sich freuen können … Ein ganzes Land wurde zerstört, seine zivile Industrie und öffentliche Infrastruktur wurden in Schutt und Asche gelegt. Brücken, Kraftwerke, Schulen und Krankenhäuser werden als „legitime militärische Ziele“ angezeigt, die vom Combined Air Operations Center (CAOC) der NATO in Vicenza, Italien, ausgewählt und sorgfältig „bestätigt werden, bevor der Pilot seinen Streik startet“.

    Während das „diplomatische Shuttle“ noch läuft, ist das Bündnis bestrebt, der jugoslawischen Wirtschaft (einschließlich Kosovo) so viel Schaden wie möglich zuzufügen, bevor es eine von den G8 vermittelte „Friedensinitiative“ erreicht, die es ermächtigt, Bodentruppen zu entsenden.

    „Alliierte Kommandeure haben ihre Liste wirtschaftlicher Ziele ständig erweitert … Die Auswirkungen der NATO-Luftangriffe haben zunehmend Menschen arbeitslos gemacht … was zu Wasserknappheit in Belgrad, Novi Sad und anderen serbischen Städten geführt hat. … [D]ie Wirkung war die Schließung von Unternehmen, die Belastung der Funktionsfähigkeit von Krankenhäusern und das Abstellen von Wasser …“ 4 .

    Etwa 115 medizinische Einrichtungen wurden beschädigt, von denen mehrere vollständig zerstört wurden. Und Krankenhauspatienten – darunter Kinder und ältere Menschen – sterben aufgrund des Mangels an Wasser und Strom … 5

    General Wesley Clark, Oberbefehlshaber der NATO in Europa, bestätigte Ende Mai, dass „die Luftkampagne der NATO ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat und das Bündnis auf weitere zivile Opfer vorbereitet sein sollte“. 6 . General Clark bestätigte auch, dass „er versuchen würde, die Zahl der Luftangriffe im Kosovo zu erhöhen und die Palette der Ziele zu erweitern. 7 Als die Bombenanschläge in ihren dritten Monat gingen, gab es auch eine merkliche Veränderung in der „NATO-Rhetorik“. Das Bündnis war zunehmend reueloser geworden, NATO-Beamte entschuldigten sich nicht mehr für zivile Opfer und behaupteten, letztere würden dazu beitragen, „Milosevics Propagandamaschine zu helfen“.


    Ausweitung des Konflikts über den Balkan hinaus

    Ertrunken in der Flut von Medienbildern und eigennützigen Analysen bleiben die breiteren strategischen Interessen und wirtschaftlichen Ursachen des Krieges unerwähnt. Der verstorbene Sean Gervasi, der 1995 schrieb, hatte einen bevorstehenden Krieg vorausgesehen. Laut Gervasi reichten die strategischen Ziele Washingtons weit über den Balkan hinaus. Sie bestanden größtenteils darin, „in Jugoslawien ein Regime nach westlichem Vorbild zu installieren und das geografische Gebiet, die Macht und den Einfluss Serbiens auf ein Minimum zu reduzieren …“. 8

    In diesem Zusammenhang ist die Errichtung amerikanischer Macht in Südeuropa und im Mittelmeerraum auch ein Schritt zur Ausweitung des geopolitischen Einflussbereichs Washingtons über den Balkan hinaus in den Raum des Kaspischen Meeres, Zentralasiens und Westasiens.

    Auch die völkerrechtswidrige Militärintervention der NATO in Jugoslawien schafft in dieser Hinsicht einen gefährlichen Präzedenzfall. Es verleiht künftigen Militärinterventionen „Legitimität“. Um seine strategischen Ziele zu erreichen, werden Volkswirtschaften destabilisiert, regionale Konflikte durch verdeckte Unterstützung bewaffneter Aufstände finanziert … Mit anderen Worten, der Konflikt in Jugoslawien schafft Bedingungen, die zukünftige Interventionen des Bündnisses in die „inneren Angelegenheiten“ legitimieren souveräne Nationen“.

    Die Festigung amerikanischer strategischer Interessen in Osteuropa, auf dem Balkan (und darüber hinaus) war nicht nur knapp zwei Wochen vor Beginn der Bombenangriffe durch die Erweiterung der NATO (mit dem Beitritt Ungarns, Polens und der Tschechischen Republik als NATO-Mitglieder) gekennzeichnet , fiel der Krieg in Jugoslawien auch mit einer kritischen Spaltung der geopolitischen Ausrichtungen innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zusammen.

    Ende April unterzeichneten Georgien, die Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldawien in Washington einen Pakt zur Gründung von GUUAM, einer regionalen Allianz, die strategisch im Zentrum des kaspischen Öl- und Gasreichtums liegt, „mit Moldawien und der Ukraine, die [Pipeline] Exportrouten in den Westen“. 9 Diese geopolitische Spaltung steht in direktem Zusammenhang mit der Krise in Jugoslawien. Die Region ist bereits instabil und von nationalistischen Konflikten und separatistischen Bewegungen geprägt.

    Die Mitglieder dieser neuen politischen Pro-NATO-Gruppierung unterstützen nicht nur stillschweigend die Bombenanschläge in Jugoslawien, sie haben auch einer „niedrigen militärischen Zusammenarbeit“ mit der NATO zugestimmt, wobei sie darauf bestehen, dass „die Gruppe kein militärisches Bündnis ist, das sich gegen Dritte richtet, nämlich Moskau." 10

    Die von westlichen Ölinteressen dominierte Bildung der GUUAM zielt nicht nur darauf ab, Russland von den Öl- und Gasvorkommen im kaspischen Raum auszuschließen, sondern auch darauf, Moskau politisch zu isolieren und dadurch möglicherweise die Spaltungen des Kalten Krieges neu zu entfachen …


    Der Krieg hat die nukleare Rüstungskontrolle ins Stocken gebracht

    Im Gegenzug hat der Krieg in Jugoslawien nukleare Rüstungskontrollinitiativen erheblich zum Stillstand gebracht, was zur Annullierung eines Austauschprogramms führte, „das US-amerikanische und russische Atomwaffenoffiziere am Jahresende in ständigem Kontakt gehabt hätte, um jegliche Starts als Folge des Jahres 2000 zu verhindern Computerprobleme.“ 11

    Darüber hinaus hat auch das russische Militär seine Besorgnis geäußert, „dass sich die Bombardierung Jugoslawiens in sehr naher Zukunft nur als Probe für ähnliche Angriffe auf Russland herausstellen könnte“. 12 .

    Laut Dr. Mary-Wynne Ashford, Co-Präsidentin der International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, sind die Auswirkungen der NATO-Bombenanschläge auf Jugoslawien „auf die Atomwaffenpolitik eine äußerst ernste Entwicklung … die Russen fühlen ein Gefühl des Verrats durch den Westen … weil die NATO diese Maßnahmen außerhalb der UN ergriffen hat.“ 13

    Aleksander Arbatov, stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Russischen Staatsduma für die Beziehungen zwischen den USA und Russland, beschreibt den Krieg in Jugoslawien als den „schlimmsten, akutesten und gefährlichsten Wendepunkt seit der amerikanisch-sowjetischen Berlin- und der Kuba-Krise“. 14 Laut Arbatov:

    „START II ist tot, die Zusammenarbeit mit der NATO ist eingefroren, eine Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr kommt nicht in Frage, und Moskaus Bereitschaft zur Zusammenarbeit in Fragen der Nichtverbreitung ist auf einem historischen Tiefstand. Darüber hinaus ist die Anti-US-Stimmung in Russland real, tief und weiter verbreitet als je zuvor, und der Slogan, der die NATO-Aktion beschreibt – „heute Serbien, morgen Russland“, ist „tief in den Köpfen der Russen verwurzelt“ … 15 Mary-Wynne Ashford warnt auch davor, dass Russland sich zwar auf eine Integration mit Europa zubewegte, sie [die Russen] aber jetzt:

    „…. nehmen ihre Hauptbedrohung aus dem Westen wahr. Beamte in [Russlands] auswärtigen Angelegenheiten (Rüstungskontrolle und Abrüstung) sagten uns, dass Russland keine andere Wahl hat, als sich zu seiner Verteidigung auf Atomwaffen zu verlassen, weil seine konventionellen Streitkräfte unzureichend sind …. Selbst wenn die Bombardierungen jetzt aufhören, machen uns die veränderte Haltung Russlands gegenüber dem Westen, sein erneutes Vertrauen in Atomwaffen mit Tausenden in höchster Alarmbereitschaft und sein Vertrauensverlust in das Völkerrecht anfällig für Katastrophen …. Diese Krise macht die Alarmierung von Atomwaffen dringender denn je. Denjenigen, die sagen, dass die russische Bedrohung nur aus Rhetorik besteht, antworte ich, dass Rhetorik Kriege auslöst.“ 16

    Der Medienkrieg: „Die schweigende Mehrheit zum Schweigen bringen“

    Dieser Krieg ist auch „ein Krieg gegen die Wahrheit“. Mit der Entwicklung von Protestbewegungen auf der ganzen Welt hat die NATO ihre Macht über die Massenmedien verstärkt. In einer stilisierten medialen Maskerade („mit dem Hund wedeln“) wird das Bündnis schonungslos als „Retter der ethnisch albanischen Kosovaren“ dargestellt. Eine vollwertige „Vertuschungsoperation“ wurde in Gang gesetzt, um die öffentliche Debatte über den Krieg zu vereiteln. Die versteckte Agenda besteht darin, „die schweigende Mehrheit zum Schweigen zu bringen“. Die westlichen Medien, die den Forderungen des Bündnisses Beachtung schenken, haben die öffentliche Meinung eklatant in die Irre geführt. Auf Fernsehbildschirmen salopp dargestellt, werden zivile Tote als unvermeidliche „Kollateralschäden“ gerechtfertigt. Laut Pentagon „gibt es keinen sauberen Kampf“. 17

    Unterdessen wurden Antikriegskommentatoren (darunter ehemalige Botschafter und OSZE-Beamte) sorgfältig aus den Mainstream-Public-Affairs-Programmen entfernt, Fernsehinhalte werden genau unter die Lupe genommen, die aus Belgrad übertragenen Bilder von zivilen Toten und Zerstörungen werden selten und selektiv gezeigt, Journalisten sind unter Druck Aufsicht. Während die Medien nicht zögern, die NATO für „Fehler“ und „tragische Fehler“ zu kritisieren, werden die Legitimität der Militäroperation und ihr „humanitäres Mandat“ nicht in Frage gestellt:

    „Die öffentliche Meinung wird mit einer aufgeladenen Frage konfrontiert, die nur eine Antwort zulässt. Im gegenwärtigen Krieg lautet diese Frage: „Muss die ethnische Säuberung nicht gestoppt werden?“ Diese Vereinfachung erlaubt es den Medien, Jugoslawien statt der NATO als Aggressor darzustellen. In völliger Umkehrung der Realität wird das Bündnis so dargestellt, als würde es im Wesentlichen einen Verteidigungskrieg im Namen der Kosovo-Albaner führen …“, obwohl in Wirklichkeit ethnische Albaner die Hauptopfer der „humanitären Bombenanschläge“ der NATO sind. 18

    Laut der Propagandamaschine der NATO „fliehen ethnische Albaner nicht vor den Bombenanschlägen“ und dem Bodenkrieg zwischen der UÇK und der jugoslawischen Armee. Laut Diana Johnstone macht sie das „fast einzigartig, [weil] im Laufe der Geschichte Zivilisten aus Kriegsgebieten geflohen sind …. Nein, wie wir wiederholt von Nato-Sprechern und Apologeten gehört haben, flüchten Kosovo-Albaner nur vor einer Sache: der brutalen ethnischen Säuberung durch Serben.“ 19

    Die Flüchtlingskrise, die uns von der NATO erzählt wird, beschränkt sich auf den Kosovo. Doch die Beweise (von den westlichen Medien zurückgehalten) bestätigen, dass Menschen aus ganz Serbien aus den Großstädten fliehen:

    Verlässliche Schätzungen beziffern die Zahl der Flüchtlinge, die Belgrad verlassen haben, um den Bombenangriffen zu entkommen, auf 400.000. Die meisten sind Frauen und Kinder, wie bei den Kosovo-Albanern. Mindestens weitere 500.000 haben die anderen serbischen Städte verlassen, insbesondere Novi Sad und Nish, wo NATO-Bombardierungen Luftverschmutzung verursacht, die Wasserversorgung unterbrochen und rein zivile Ziele wie Marktplätze getroffen haben. Insgesamt hat das NATO-Bombardement laut der italienischen Tageszeitung „Il Manifesto“ mindestens eine Million Flüchtlinge in Serbien hervorgebracht. Predrag Simic, außenpolitischer Berater des serbischen Oppositionsführers Vuk Draskovic, sagte auf einer Pariser Konferenz [Ende Mai], dass das Kosovo durch die NATO-Bombenangriffe so gründlich verwüstet werde, dass niemand, weder Albaner noch Serben, zurückkehren und dort leben könne.“ . 20


     Wer ist verantwortlich für Kriegsverbrechen?

    Die öffentliche „Missbilligung“ der NATO-Bombenanschläge wird sofort als „serbische Propaganda“ abgetan. Diejenigen, die sich gegen die NATO aussprechen, werden als „Apologeten von Milosevic“ gebrandmarkt. Während die meisten Antikriegskritiker in den NATO-Staaten keine Verteidiger des Milosevic-Regimes sind, wird dennoch erwartet, dass sie in ihren Argumenten „ausgewogen“ sind. „Beide Seiten des Bildes zu betrachten ist die Regel“: Anti-Kriegs-Kommentatoren sind eingeladen, den fabrizierten Medienkonsens der NATO zu wiederholen und sich unmissverständlich „auf den Zug“ gegen Milosevic „einzulassen“. Unter diesen Umständen ist ein objektives Verständnis und eine objektive Analyse der Rolle der Milosovic-Regierung seit dem Bürgerkrieg in Bosnien und im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise im Kosovo praktisch unmöglich geworden.

    Mediale Doppelmoral? Während Präsident Milosevic und vier Mitglieder seiner Regierung vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (ICTY) (Ende Mai) angeklagt wurden, weil sie eine Politik der „ethnischen Säuberung“ im Kosovo organisiert hatten, versäumten die Nachrichtenmedien zu erwähnen, dass mehrere parallele Gerichtsverfahren eingeleitet wurden Das Haager Tribunal (ICTY), das die NATO-Führer der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ beschuldigt. 21

    Erwähnenswert ist auch, dass die britische Regierung (deren Premierminister Tony Blair auf der Liste der Angeklagten in einem der parallelen Gerichtsverfahren steht) dem Den Haager Tribunal seit Beginn der Bombenanschläge „Informationen über die Situation im Kosovo“ zur Verfügung gestellt hat. 22 Ein Teil dieses Geheimdienstmaterials wurde von der UÇK weitergegeben, mit der der britische Außenminister Robin Cook in häufigem Kontakt stand, sowie von britischen Spezialeinheiten (SAS), die direkt mit der UÇK zusammenarbeiten.


    Klage gegen NATO-Führer

    Im Mai reichte eine Gruppe von 15 kanadischen Rechtsanwälten und Rechtsprofessoren zusammen mit der American Association of Jurists (mit Mitgliedern in mehr als 20 Ländern) eine Klage gegen NATO-Führer beim ICTY in Den Haag ein. 23 Die Klage weist auf eine „offene Verletzung“ der Charta der Vereinten Nationen, des NATO-Vertrags, der Genfer Konventionen und der „vom Nürnberger Tribunal anerkannten Grundsätze des Völkerrechts“ hin. Letzteres macht: „Planung, Vorbereitung, Einleitung oder Führung eines Angriffskrieges oder eines Krieges unter Verletzung internationaler Verträge, Vereinbarungen oder Zusicherungen“ zu einem Verbrechen. 24

    Die Liste der mutmaßlich von NATO-Führern begangenen Verbrechen umfasst:

    „vorsätzliches Töten, vorsätzliches Verursachen großer Leiden oder schwerer Körper- oder Gesundheitsschäden, umfangreiche Zerstörung von Eigentum, … Einsatz von Giftwaffen [impliziert radioaktiven Niederschlag] oder anderer Waffen, um unnötiges Leid zu verursachen, mutwillige Zerstörung von Städten, Gemeinden oder Dörfern , oder Verwüstung, die nicht durch militärische Notwendigkeit gerechtfertigt ist, … “ 25

    Nach dem Mandat des ICTY „ist eine Person, die die Planung, Vorbereitung oder Ausführung eines Verbrechens geplant, angestiftet, befohlen, begangen oder anderweitig bei der Planung, Vorbereitung oder Ausführung eines Verbrechens unterstützt und unterstützt hat, individuell für das Verbrechen verantwortlich“ und „die offizielle Position eines jeden Angeklagten“. Person, sei es als Staats- oder Regierungschef oder als verantwortlicher Regierungsbeamter, darf diese Person weder von ihrer strafrechtlichen Verantwortlichkeit entheben noch die Strafe mildern.“ 26

    Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte Mary Robinson (und ehemalige Präsidentin von Irland) bestätigte am 30. April 1999 in Genf, dass der Ankläger des Kriegsverbrechertribunals (ICTY) nicht nur das Mandat hat, serbische Streitkräfte zu verfolgen, sondern dass die Kosovo-Befreiungsarmee ( UÇK) und die NATO könnten ebenfalls unter die Lupe genommen werden, „wenn es den Anschein hat, dass schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht stattgefunden haben“.

    Laut Walter J. Rockler, ehemaliger Ankläger der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse:

    „Der Bombenkrieg verletzt und zerfetzt auch die grundlegenden Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen und anderer Konventionen und Verträge; Der Angriff auf Jugoslawien stellt die dreiste internationale Aggression dar, seit die Nazis Polen angegriffen haben, um „polnische Gräueltaten“ gegen Deutsche zu verhindern. Die Vereinigten Staaten haben den Anspruch auf internationale Legalität und Anstand aufgegeben und einen Kurs des rohen Amok-Imperialismus eingeschlagen.“ 27

    Wackelige Beweise für eine „humanitäre Katastrophe“ vor den Bombenanschlägen

    Im Zuge der „Vertuschung“ der wirklichen Beweggründe der NATO, den Krieg zu beginnen, haben die internationalen Medien auch nicht erwähnt, dass ein offizieller Geheimdienstbericht des deutschen Außenministeriums (der zur Feststellung der Anspruchsberechtigung von politischen Flüchtlingen aus dem Kosovo verwendet wurde) bestätigt wurde dass es in den Monaten unmittelbar vor den Bombenanschlägen keine Hinweise auf „ethnische Säuberungen“ im Kosovo gab. Wer lügt? Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte das Eingreifen der Nato mit dem Hinweis auf eine „humanitäre Katastrophe“ begründet, doch die internen Dokumente seines eigenen Ministeriums besagen genau das Gegenteil:

    „Auch im Kosovo ist eine explizite politische Verfolgung im Zusammenhang mit der albanischen Volkszugehörigkeit nicht nachweisbar. Der Osten des Kosovo ist immer noch nicht in bewaffnete Konflikte verwickelt. Das öffentliche Leben in Städten wie Pristina, Urosevac, Gnjilan usw. verlief während der gesamten Konfliktzeit relativ normal weiter. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte richtete sich nicht gegen die Kosovo-Albaner als ethnisch definierte Gruppe, sondern gegen den militärischen Gegner [UÇK] und seine tatsächlichen oder vermeintlichen Unterstützer.“ … „ 29

    [Mit einer Einigung mit der serbischen Führung Ende 1998 … haben sich sowohl die Sicherheitslage als auch die Lebensbedingungen der albanischstämmigen Bevölkerung merklich verbessert … Insbesondere in den größeren Städten hat sich das öffentliche Leben inzwischen relativ normalisiert. ” 29

    Die obigen Einschätzungen stimmen weitgehend mit mehreren unabhängigen Bewertungen der humanitären Lage im Kosovo vor dem Angriff der Bombenangriffe überein. Roland Keith, ein ehemaliger Außenstellenleiter der OSZE-Kosovo-Verifizierungsmission (KVM), der das Kosovo am 20. März verließ, berichtete, dass der größte Teil der Gewalt im Kosovo von der Kosovo-Befreiungsarmee (UÇK) angezettelt wurde:

    Die Sicherheitskräfte reagierten und die daraus resultierenden Sicherheitsschikanen und Gegenoperationen führten zu einem verschärften Aufstandskrieg, aber wie ich an anderer Stelle gesagt habe, war ich weder Zeuge noch hatte ich Kenntnis von irgendwelchen Vorfällen von sogenannten „ethnischen Säuberungen“ und dort Während ich bei der KVM im Kosovo war, gab es sicherlich keine Fälle von „Völkermordpolitik“. Was passiert ist, seit die OSZE-Beobachter am 20. März evakuiert wurden, um die vorletzte Warnung auszusprechen, Jugoslawien zur Einhaltung der Rambouillet- und der nachfolgenden Pariser Dokumente zu zwingen, und dem Beginn des NATO-Luftangriffs am 24. März, hat offensichtlich zu Menschenrechtsverletzungen geführt und eine sehr bedeutende humanitäre Katastrophe, da etwa 600.000 albanische Kosovaren aus der Provinz geflohen sind oder vertrieben wurden. Dies geschah jedoch nicht vor dem 20.30

    Chronologie der NATO-Planung

    Sorgfältig aus der Öffentlichkeit entfernt, laufen seit fast einem Jahr die Vorbereitungen sowohl für den „Luftangriff“ als auch für den „Bodenkrieg“, bevor am 24. März 1999 die „humanitären Bombenangriffe“ der NATO begannen.

    Als Reaktion auf breite strategische und wirtschaftliche Ziele bestand die erste Priorität des Bündnisses darin, die Stationierung bewaffneter Kampftruppen in Mazedonien an der unmittelbaren Grenze zum Kosovo sicherzustellen. US-Verteidigungsminister William Cohen war Ende Dezember 1997 zu Gesprächen mit der mazedonischen Regierung und dem Militär nach Skopje gereist. Diesen hochrangigen Gesprächen folgte einige Monate später der Besuch des mazedonischen Verteidigungsministers L. Kitanoski in Washington zu Treffen im Pentagon. Auf der Tagesordnung: die Errichtung eines Nato-Stützpunkts in Mazedonien. 31

    Es wurde keine Zeit verloren: Am 6. Mai 1998 traf sich der NATO-Rat, „um die Bündnisbemühungen“ in der Region zu überprüfen; Eine große militärische Übung mit dem Titel „Cooperative Best Effort“ sollte im September in Mazedonien stattfinden. Nichtsdestotrotz „versicherte die NATO der internationalen Gemeinschaft“, dass die Militärübung nicht als „Probe“ gedacht sei, sondern es den „NATO-Militärbehörden ermöglichen solle, verschiedene Optionen zu prüfen. Entscheidungen darüber, ob eine dieser Optionen ausgeführt werden soll, wären eine Frage der zukünftigen Entscheidung.“ 32

    Kosovos „Unabhängigkeit“: Dilemmata der NATO-Aggression 1999

    Die Verschlechterung der Sicherheitslage im Kosovo, die größtenteils die Folge des UÇK-Terrors war, lieferte der NATO praktischerweise einen Vorwand, um ihre Bodentruppen in Mazedonien aufzubauen (die sich größtenteils aus britischen und französischen Truppen zusammensetzten). Laut NATO war es daher notwendig, „eine kompliziertere und ehrgeizigere [militärische] Übung [in Mazedonien] ins Auge zu fassen, um ein klares politisches Signal [nach Belgrad] für die Beteiligung der NATO zu senden“. 33


    Die Rolle der Kosovo-Befreiungsarmee

    Parallel zum Aufbau ihrer Militäroperationen in Albanien und Mazedonien hatte die NATO direkte Verbindungen zur Kosovo-Befreiungsarmee (UÇK) aufgebaut. Ein Briefing des US-Verteidigungsministeriums bestätigt diesbezüglich, dass Mitte 1998 „erste Kontakte“ zwischen der UÇK und der NATO stattgefunden haben:

    „…den Menschen [in der NATO] ist die Erkenntnis gekommen, dass wir [die NATO] die UCK [Akronym für UÇK auf Albanisch] in diesen Prozess einbeziehen müssen, weil sie zumindest das Potenzial gezeigt haben, Ablehnungen gegenüber jedem möglichen Abkommen zu sein dort mit den bestehenden Kosovo-Parteien gearbeitet. Irgendwie müssen sie also eingebracht werden, und deshalb haben wir dort erste Kontakte mit der Gruppe geknüpft, hoffentlich mit den richtigen Leuten in der Gruppe, um zu versuchen, sie in diesen Verhandlungsprozess einzubeziehen. 34

    Während diese „Erstkontakte“ von der NATO erst Mitte 1998 offiziell anerkannt wurden, erhielt die UÇK (verschiedenen Berichten zufolge) seit Mitte der 90er Jahre „verdeckte Unterstützung“ und Ausbildung durch die CIA und den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND). . 35

    Der gleichzeitige Aufbau von UCK-Streitkräften war Teil der NATO-Planung. Bis Mitte 1998 wurde die „verdeckte Unterstützung“ – trotz der Verbindungen der UÇK zum organisierten Verbrechen – schrittweise durch offizielle („offene“) Unterstützung durch das Militärbündnis ersetzt, was gegen die Resolution UNSCR 1160 des UN-Sicherheitsrates vom 31. März 1998 verstößt, die verurteilte:

    „… alle Terrorakte der Kosovo-Befreiungsarmee oder anderer Gruppen oder Einzelpersonen sowie jegliche externe Unterstützung für terroristische Aktivitäten im Kosovo, einschließlich Finanzen, Waffen und Ausbildung.“

    Am 24. September 1998 wurde eine weitere wichtige Resolution des UN-Sicherheitsrates (UNSCR 1199) verabschiedet, die „die Behörden in Belgrad und die Führung der kosovarisch-albanischen Gemeinschaft dringend auffordert, ohne Vorbedingungen in einen sinnvollen Dialog über Fragen des politischen Status einzutreten“. Außerdem forderte sie Belgrad auf, seine Truppen aus dem Kosovo abzuziehen.

    Nach einer erneuten Welle des UÇK-Terrorismus wurden die jugoslawischen Behörden für die „Razzia gegen ethnische Albaner“ verantwortlich gemacht, die dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Vilmoura, Portugal (am 24 eine „Aktivierungswarnung“ für eine Kampagne von Luftangriffen gegen serbische Stellungen. In der Vilmoura-Erklärung wurde Belgrad aufgefordert, „unverzügliche Schritte zur Linderung der humanitären Lage zu unternehmen, die repressiven Maßnahmen gegen die Bevölkerung einzustellen und eine politische Lösung durch Verhandlungen mit der albanischen Mehrheit zu suchen“. 36

    Dieser sogenannten „Aktivierungswarnung“ folgte Mitte Oktober eine „Aktivierungsanordnung“ des Nordatlantikrats, die den NATO-Oberbefehlshaber für Europa, General Wesley Clark, ermächtigte, „begrenzte Luftangriffe“ und eine „phasenweise Luftkampagne“ einzuleiten … sollte die jugoslawischen Behörden weigern sich, UNSCR 1199 einzuhalten. 37

    Unter der drohenden Bedrohung durch Luftangriffe führte Belgrad (nach der Verabschiedung von UNSCR 1199) einen teilweisen Rückzug durch, wodurch fast sofort Bedingungen für die UCK geschaffen wurden, Positionen zu besetzen, die zuvor von sich zurückziehenden serbischen Streitkräften gehalten wurden. Das Erstarken der UÇK wiederum ging mit erneuten terroristischen Aktivitäten und einer daraus resultierenden „Verschlechterung der Sicherheitslage“ einher. Das versteckte Ziel der NATO in dieser Hinsicht war es, den UÇK-Aufstand zu nutzen, um weitere ethnische Spannungen zu provozieren und soziale Unruhen im Kosovo zu erzeugen.

    Inzwischen war der US-Gesandte Richard Holbrooke in Gespräche mit Präsident Milosovic eingetreten. Unter der Androhung von NATO-Luftangriffen wurden in Pristina auch Verhandlungen über den politischen Status des Kosovo zwischen einer serbischen Delegation unter Führung von Präsident Milan Milutinovic und Ibrahim Rugova, dem Präsidenten der Demokratischen Liga (DLK), die ethnische Albaner vertritt, aufgenommen. Während Mr. Christopher Hill, der US-Gesandte, als Beobachter zu diesen Treffen eingeladen worden war, hatte Milutinovic darauf bestanden, dass die Verhandlungen (die von UNSCR 1199 ausgingen) eine interne Angelegenheit seien.

    Nach der Vereinbarung zwischen dem US-Gesandten Richard Holbrooke  und Präsident Slobodan Milosevic sollte Jugoslawien die Verhandlungen über „einen Rahmen für eine politische Lösung“ bis zum 2. November 1998 abschließen. wurde im Kosovo unter der Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eingerichtet. Eine parallele NATO-Luftverifikationsmission (Ergänzung der OSZE-Verifikationsmission) wurde nach einer Vereinbarung eingerichtet, die am 15. Oktober 1998 in Belgrad vom jugoslawischen Generalstabschef und NATO-Oberbefehlshaber der Alliierten, General Wesley Clark, unterzeichnet wurde.

    Die Bedingungen sowohl des OSZE- als auch des NATO-Verifikationsabkommens wurden anschließend in UNSCR 1260 vom 24. Oktober aufgenommen. Während Belgrad eine 96-stündige „Frist für die Einhaltung“ gegeben wurde, beschloss das Bündnis, die Einleitung von Luftangriffen nach Gesprächen in Belgrad (25.-26. Oktober) zwischen Präsident Slobodan Milosevic und General Wesley Clark zu verschieben. In der Erklärung des Bündnisses heißt es: „Die NATO wird bereit bleiben, Luftoperationen durchzuführen, falls dies erforderlich sein sollte“ 38 . In der Zwischenzeit startete die NATO die Operation Eagle Eye mit unbewaffneten Flugzeugen und unbemannten Predator Aerial Vehicles (UAVs). Die Überwachungsaktivitäten von Eagle Eye wurden mit der von OSZE-Beobachterteams und der diplomatischen Beobachtermission des Kosovo (KDOM) durchgeführten „Bodenverifikationsmission“ koordiniert.


    Ein ehemaliger „Iran-Contragate“-Beamter leitet die OSZE-Verifizierungsmission

    In der Zwischenzeit wurde Botschafter William G. Walker [siehe Bild rechts], ein berufstätiger US-Diplomat, zum Leiter der Kosovo-Verifizierungsmission (KVM) der OSZE ernannt. Ein Auftrag nach Maß: Walker war bekannt für seine Rolle im „Iran-Contragate“-Skandal während der Reagan-Administration. Der UÇK-Aufstand war in vielerlei Hinsicht eine „Kopie“ der nicaraguanischen Contras, die ebenfalls durch Drogengelder mit verdeckter Unterstützung der CIA finanziert worden waren.

    Durch Gerichtsakten gut dokumentiert, spielte William G. Walker – zusammen mit Oliver North – eine Schlüsselrolle bei der Kanalisierung verdeckter Gelder an die nicaraguanischen Contras, während er als stellvertretender stellvertretender Außenminister für interamerikanische Angelegenheiten in der Reagan-Administration diente. In dieser Funktion wurde er Sonderassistent des stellvertretenden Außenministers Elliot Abrams, „einer Figur, deren Name im Zusammenhang mit … der „Iran-Contra“-Affäre bald täglich in die Schlagzeilen gelangen würde“. 39

    William G. Walker war am sogenannten Nicaraguan Humanitarian Assistance Office („NHAO“) im Außenministerium beteiligt, einem Vertuschungsfonds, durch den verdeckte militärische Hilfe an die Contras geliefert wurde. Ziel war es, die sogenannten „Boland-Änderungen“ zu umgehen – dh. „Reiter“ des Department of Defense Appropriation Act, „der der [US-]Regierung untersagte, Geld auszugeben, um die Regierung von Nicaragua zu stürzen“. 40 Bestätigt durch Akten des US Court of Appeal (District of Columbia): „Walker nahm an einigen Sitzungen der Restricted Interagency Group for Central America teil, der Oliver North angehörte“. 41

    Walker wurde nie wegen kriminellen Fehlverhaltens im Iran-Contragate-Skandal angeklagt. Nach Abschluss seiner Arbeit bei Oliver North wurde er zum US-Botschafter in El Salvador ernannt. Sein Aufenthalt in El Salvador fiel mit dem Aufstieg der Todesschwadronen und einer Zeit zusammen, in der das Land praktisch „im Griff des von den USA gesponserten Staatsterrors“ war. 42

    Im Kosovo wandte William G. Walker seine in Mittelamerika erworbenen Fähigkeiten in verdeckten Operationen an. Als Leiter der Kosovo Verification Mission (KVM) unterhielt Walker enge Verbindungen zum Militärkommando der UÇK vor Ort. 43 Von Beginn seiner Mission im Kosovo an nutzte er seine Position, um die Interessen des Bündnisses zu verfolgen.


    „Das Racak-Massaker“

    Das sogenannte „Racak-Massaker“ ereignete sich kurz vor dem Start der „Friedensinitiative“ von Rambouillet. Obwohl es sich als Fälschung herausstellte, spielte das Massaker von Racak nichtsdestotrotz eine Schlüsselrolle bei der „Bühne“ für die Luftangriffe der NATO. William Walker erklärte (in seiner Eigenschaft als Leiter der KVM), dass die jugoslawische Polizei am 15. Januar ein Massaker an Zivilisten in Racak verübt habe. Die jugoslawischen Behörden erwiderten, dass die örtliche Polizei in diesem Dorf tatsächlich eine Operation gegen die Kosovo-Befreiungsarmee durchgeführt habe und dass mehrere UCK-Soldaten im Kreuzfeuer gestorben seien. Wie später von mehreren französischen Zeitungen (Le Monde, Le Figaro und Liberation) berichtet wurde, wurde bestätigt, dass das „Racak-Massaker“ tatsächlich eine Fälschung war, die mit dem Ziel zusammengestellt wurde, Belgrad zu diskreditieren:

    „Schließlich schloss sich sogar die Los Angeles Times an und veröffentlichte eine Geschichte mit dem Titel „Racak Massacre Questions: were atrocities faked?“ Die Theorie hinter all diesen Exposés war, dass die UÇK nach der Schlacht ihre eigenen Toten eingesammelt, ihnen die Uniformen ausgezogen, sie in Zivilkleidung gesteckt und dann die Beobachter hinzugezogen hatte.“ 44 .


    Der Rambouillet-Prozess

    Am 22. Januar forderten hochrangige Beamte der sogenannten „Kontaktgruppe“ von sechs Ländern (darunter die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien), die sich in London trafen, eine Friedenskonferenz, auf der die jugoslawische Regierung und „ Vertreter ethnischer Albaner.“ Im Gegenzug warnte die NATO, sie sei „bereit zu handeln“, falls der von der Kontaktgruppe abzuschließende Friedensplan abgelehnt werde. UN-Generalsekretär Kofi Annan stimmte bei einem Besuch im NATO-Hauptquartier in Brüssel zu, dass die Androhung von Gewalt „wesentlich“ sei, um beide Seiten zu einer Einigung zu drängen. 45

    In der Zwischenzeit hatte das Bündnis, während es den UÇK-Aufstand vor Ort unterstützte, auch dazu beigetragen, den UÇK-Führer Hashim Thaci (ein 29-jähriger „Freiheitskämpfer“) dazu zu bringen, im Namen der albanischen Mehrheit die kosovarische Delegation in Rambouillet zu leiten. Die Demokratische Liga unter Führung von Ibrahim Rugova war bewusst außen vor gelassen worden. Das Bündnis verließ sich auf seine UCK-Marionetten (mit Verbindungen zum organisierten Verbrechen), um ein Abkommen abzusegnen, das den Kosovo in ein besetztes Gebiet unter NATO-Militärherrschaft verwandelt hätte.

    Albright und UÇK-Führer Hashim Thaci

    Während die Verhandlungen in Rambouillet liefen, beschloss die Nato, die Einsatzbereitschaft ihrer zugewiesenen Streitkräfte zu erhöhen, „um sie in die Lage zu versetzen, die Operation innerhalb von 48 Stunden durchzuführen“. 46 Mit anderen Worten, in Rambouillet wurden (entgegen der Wiener Konvention) „Friedensverhandlungen“ unter Androhung drohender Luftangriffe aufgenommen. Die NATO hatte den in Rambouillet versammelten Parteien eine dreiwöchige Frist zum Abschluss der Verhandlungen eingeräumt.

    Am 19. Februar, einen Tag vor Ablauf der Frist, bekräftigte NATO-Generalsekretär Javier Solano: „Sollte bis zu der von der Kontaktgruppe gesetzten Frist keine Einigung erzielt werden, ist die NATO bereit, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden“. 47 Und am 22. März 1999 ermächtigte der Nordatlantikrat der NATO „den Generalsekretär, erforderlichenfalls vorbehaltlich weiterer Konsultationen über ein breiteres Spektrum von Luftoperationen zu entscheiden“. 48 Und am 23. März 1999 wies der NATO-Generalsekretär den Obersten Befehlshaber der Alliierten in Europa, General Wesley Clark, an, Luftoperationen in der Bundesrepublik Jugoslawien einzuleiten. Der Flugbetrieb begann am 24. März 1999 unter dem Spitznamen „Operation Allied Force“. 49


    Entsendung von Bodentruppen im Rahmen eines G-8 „Friedensplans“

    Seit dem brutalen Angriff der Luftangriffe am 24. März hat das Bündnis in Erwartung einer bevorstehenden militärischen Invasion seine Bodenkampftruppen an der mazedonischen Grenze weiter aufgebaut. Ursprünglich hatte die NATO eine kosovarische Besatzungstruppe von 50.000 Soldaten vorgesehen, die mit einem größeren US-Anteil als den ursprünglich unter Rambouillet vorgesehenen 4.000 auf 60.000 aufgestockt werden könnte.

    Mit anderen Worten, die vorgeschlagene Invasionstruppe sollte mehr als doppelt so hoch sein wie unter Rambouillet (28.000 Soldaten) und gleichzeitig alle normativen Klauseln des ursprünglichen Rambouillet-Abkommens durchsetzen, einschließlich der „freien Bewegung“ von NATO-Kampfeinheiten in ganz Jugoslawien.

    In der Zwischenzeit forcierte das militärische Establishment der NATO das Tempo der internationalen Diplomatie. Das Bündnis deutete im Mai an, dass eine Bodenoffensive gestartet werden könnte, bevor ein von den G8 genehmigtes und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ratifiziertes „Friedensabkommen“ erreicht wird.

    Zusätzlich zu den bereits (lange vor Beginn der Bombenangriffe) in Mazedonien stationierten 16.000 Bodentruppen (von denen fast die Hälfte Briten sind), waren in Albanien auch etwa 7.000 NATO-Truppen und „Spezialeinheiten“ präsent, ganz zu schweigen von den NATO-Truppen stationiert in Bosnien-Herzegowina im Rahmen der Operation Joint Endeavour:

    „Wir haben bereits eine ganze Menge Truppen in Mazedonien als Kern dieser Operation stationiert“, sagte der britische Außenminister Robin Cook. „Es gibt bereits über 12.000 dort … und letztes Wochenende [14.-15. Mai] haben wir weitere zweieinhalbtausend dazu verpflichtet, dorthin zu gehen. Wir müssen aufbauen – eigentlich müssen wir jetzt aufbauen …“ 50 .

    Ende Mai wurde das Ziel von 60.000 Soldaten auf 150.000 revidiert. Vertreter der Allianz schätzen, dass „wenn die Allianz später beschließt, für einen Landangriff zu mobilisieren … eine Invasionstruppe mehr als 150.000 Soldaten umfassen könnte“. 51 Premierminister Tony Blair hatte in einer separaten Erklärung (ohne jede Art von Parlamentsdebatte) die Entsendung von 50.000 britischen Truppen als Teil der 150.000 Mann starken Invasionstruppe bestätigt.

    Anfang Juni wurde eine NATO-geführte Invasion im Rahmen einer Schein-G8-UN-Friedensinitiative ins Leben gerufen. Während letzteres dazu diente, die öffentliche Meinung zu besänftigen und abzulenken, verlieh es dem Bündnis nützlicherweise einen Anschein von Legitimität gemäß der UN-Charta. Es gab auch vor, das Zögern gewählter Politiker wie des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder und des italienischen Ministerpräsidenten Massimo D'Alema zu überwinden. Die US-Regierung verlangte auch den „Stempel“ des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, um die Zustimmung des republikanisch dominierten Kongresses zu erlangen:

    „Die Demokraten des Repräsentantenhauses und des Senats sind sich einig, dass es zu diesem Zeitpunkt wenig Unterstützung für den Einsatz von Bodentruppen gibt … selbst wenn Clinton und andere NATO-Führer einen Konsens über eine so dramatische Änderung der Taktik erzielen könnten. Fürs Erste hat Clinton gesagt, er sei gegen Bodentruppen.“ 52

    Das US-Repräsentantenhaus (in einer scheinbar parteiischen „Anti-Clinton“-Abstimmung) hat sich geweigert, die Luftkampagne auch nur zu unterstützen, während es seine Weigerung zum Ausdruck brachte, einen „Bodenkrieg“ ohne Zustimmung des Kongresses zu genehmigen. Anfang April schlossen sich Republikaner und Demokraten im Repräsentantenhaus die Hände und warfen mit überwältigender Mehrheit von 427 zu 2 Stimmen eine vorgeschlagene „Kriegserklärung an Jugoslawien“ ab.

    Ende Mai reichten siebzehn Mitglieder des Kongresses eine Klage gegen Präsident Clinton ein, die auf den eklatanten Verstoß gegen die US-Verfassung hinwies:

    „dass der Angeklagte, der Präsident der Vereinigten Staaten, einen offensiven Militärangriff der Streitkräfte der Vereinigten Staaten gegen die Bundesrepublik Jugoslawien verfassungswidrig fortsetzt, ohne eine Kriegserklärung oder eine andere ausdrückliche Ermächtigung des Kongresses der Vereinigten Staaten einzuholen, wie dies erforderlich ist Artikel I, Abschnitt 8, Klausel 11 der Verfassung und trotz der Entscheidung des Kongresses, eine solche Maßnahme nicht zu genehmigen.“ 53

    Die vor dem Bezirksgericht (District of Columbia) eingeleitete Klage wies auch auf die Verletzung der War Powers Resolution von 1973 hin, einer Gesetzgebung aus der Zeit des Vietnamkriegs, die „die Zustimmung des Kongresses des amtierenden Präsidenten für die „Einführung in Feindseligkeiten“ der US-Streitkräfte erfordert Kräfte länger als 60 Tage“:

    Die Kläger verlangen auch eine Erklärung, dass ein Bericht gemäß Abschnitt 1543(a)(1) der War Powers Resolution am 26. März 1999, innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Feindseligkeiten in der Bundesrepublik Jugoslawien von United, eingereicht werden musste Bundeswehr. Darüber hinaus verlangen die Kläger eine Erklärung, dass der Präsident gemäß Abschnitt 1544(b) der Entschließung den Einsatz der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, die in Feindseligkeiten gegen die Bundesrepublik Jugoslawien verwickelt sind, spätestens sechzig Kalendertage nach dem 26. März 1999 beenden muss Der Präsident muss dies tun, es sei denn, der Kongress erklärt den Krieg oder erlässt eine andere ausdrückliche Genehmigung oder hat die 60-Tage-Frist verlängert oder der Präsident entscheidet, dass weitere 30 Tage erforderlich sind, um die Streitkräfte der Vereinigten Staaten sicher aus dem Kampf zurückzuziehen. 54


    NATO als „Friedensstifter“

    In Anlehnung an das Sperrfeuer der eigennützigen NATO-Propaganda besteht der Medienbetrug nun darin, Bodentruppen der Allianz geschickt als echte „Friedensbewahrer“ darzustellen. Die öffentliche Meinung sollte sich nicht über die Bedeutung einer zwischen G8 und UN vermittelten diplomatischen Lösung täuschen lassen.

    Eine „internationale Präsenz“, die im Wesentlichen aus NATO-Truppen im Rahmen des G8-Vorschlags besteht (der Anfang Juni vom serbischen Parlament ratifiziert wurde), könnte eine symbolische Teilnahme von „Nicht-NATO-Streitkräften“, darunter Russland und die Ukraine, beinhalten. Während Moskau Anfang Juni dem Abzug aller jugoslawischen Streitkräfte aus dem Kosovo neben der Entwaffnung der UÇK zustimmte, bestand der russische Gesandte Viktor Tschernomyrdin dennoch darauf, dass die Kommandostruktur der vorgeschlagenen internationalen Truppe unter der Kontrolle und Gerichtsbarkeit der Vereinten Nationen stehen sollte.

    Trotz seiner oberflächlichen Verurteilung der NATO-Bombenanschläge ist der russische Präsident Boris Jelzin eine westliche Marionette. Tschernomyrdin hatte zuvor in einem Schreiben in der Washington Post davor gewarnt, dass eine Fortsetzung der Luftangriffe die amerikanisch-russischen Beziehungen beeinträchtigen könnte: „Die Welt war noch nie in diesem Jahrzehnt so nah wie jetzt am Rande eines Atomkriegs …“ und fügte hinzu, „Russland würde es tun sich aus dem Verhandlungsprozess zurückzuziehen, wenn die NATO-Bombardierung, die am 24. März begann, nicht bald aufhört.“ 55

    In der Zwischenzeit hatte das Bündnis jedoch darauf bestanden, eine einheitliche NATO-Kommandostruktur aufrechtzuerhalten (was für Moskau und Belgrad nicht akzeptabel war). Die NATO hat die Bombenanschläge auch verstärkt, um Druck auf Belgrad auszuüben, die „fünf Bedingungen“ der NATO (ohne vorherige Verhandlungen) zu akzeptieren.

    Wenn der G-8-Vorschlag ratifiziert werden sollte, würde die NATO zunächst US-Marines von der 26. Marine Expeditionary Unit in der Adria in den Kosovo entsenden. Die Marines würden vor dem Einzug einer Truppe von 50.000 Soldaten Teil einer sogenannten „Enabling Force“ sein.

    Ein „Friedensvorschlag“ der G-8 (der de facto eine militärische Besetzung des Kosovo impliziert) könnte auf dem G7-G8-Gipfel in Köln Mitte Juni formell ratifiziert werden. Alle G7-Regierungs- und Staatsoberhäupter werden zusammen mit Präsident Boris Jelzin in Köln anwesend sein, was hoffentlich eine hochfliegende Demonstration der Einheit zugunsten einer (G8-sanktionierten) NATO-geführten Invasion sein wird. Dennoch warnte die NATO Anfang Juni davor, dass das Bündnis mit einer Bodeninvasion mit 150.000 Soldaten fortfahren würde, sollte die diplomatische Initiative keinen Erfolg haben.


    Die Entsendung von „Special Forces“

    In der Zwischenzeit hat bereits ein beginnender unerklärter Bodenkrieg begonnen: Britische, französische und amerikanische Spezialkräfte sollen die UÇK bei der Durchführung von Bodenkampfoperationen gegen reguläre Einheiten der jugoslawischen Armee beraten. Um diese Initiative zu unterstützen, wurde im US-Kongress ein von den Republikanern gesponserter Gesetzentwurf eingebracht, um der UCK direkte militärische Hilfe zukommen zu lassen.

    Diese „Spezialeinheiten“ „beraten die Rebellen in ihren Hochburgen in Nordalbanien, wo die UÇK eine große Rekrutierungs- und Ausbildungsoperation gestartet hat. Laut hochrangigen UÇK-Beamten nutzt die [britische] SAS zwei Lager in der Nähe von Tirana, der albanischen Hauptstadt, und ein weiteres an der kosovarischen Grenze, um UÇK-Offizieren beizubringen, wie man Operationen zum Sammeln von Informationen auf serbischen Stellungen durchführt.“ 56 Im Mai berichtete die jugoslawische Tageszeitung Vecernje Novosti, dass drei französische Spezialeinheitsoffiziere in Uniformen der französischen Streitkräfte („Parachutistes“) an der Grenze zwischen Albanien und Jugoslawien getötet wurden. Laut der französischen Tageszeitung Libration waren die drei Männer angeblich „Ausbilder, die für die Koordinierung der Bodenkriegsaktivitäten der UÇK verantwortlich waren …“ 57 .


    Info: https://www.globalresearch.ca/natos-war-of-aggression-against-yugoslavia-2/5517027


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.10.2022

    Zur Erinnerung: Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien  (II von II)

    global Research, 28. März 2016, Von Prof. Michel Chossudovsky

    Global Research 19. September 2003                                                  (elektr. übersetzt, unkorrigiert)


    Eine unheilige „Vernunftehe“

    Neben der Entsendung westlicher Spezialeinheiten haben Mudschaheddin-Söldner und andere islamisch-fundamentalistische Gruppen (unter anderem finanziert vom Iran und dem saudischen Finanzier Osmane Bin Laden) mit der UÇK im Bodenkrieg zusammengearbeitet.

    „[B]y Anfang Dezember 1997 hatte der iranische Geheimdienst bereits die ersten Lieferungen von Handgranaten, Maschinengewehren, Sturmgewehren, Nachtsichtgeräten und Kommunikationsausrüstung geliefert … Darüber hinaus begannen die Iraner, vielversprechende albanische und UCK [UÇK]-Kommandanten zu entsenden für fortgeschrittene militärische Ausbildung in al-Qud [Spezial-] Kräften und IRGC-Lagern im Iran… 58 .

    Bin Ladens Al Qaida, die angeblich für die Bombenanschläge auf afrikanische Botschaften im vergangenen Jahr verantwortlich war, „war eine von mehreren fundamentalistischen Gruppen, die Einheiten in den Kosovo geschickt hatten, um zu kämpfen, … Bin Laden soll 1994 eine Operation in Albanien eingerichtet haben … albanische Quellen sagen Sali Berisha , der damals Präsident war, hatte Verbindungen zu einigen Gruppen, die sich später als extreme Fundamentalisten herausstellten“. 59

    Nato in enger Zusammenarbeit mit UÇK-Bodenoperationen

    Laut Jane Defense Weekly (10. Mai 1999) ist der neue Stabschef der UÇK der ehemalige Brigadegeneral der kroatischen Streitkräfte, Agim Ceku (ein ethnischer Albaner), gegen den derzeit das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag (ICTY) wegen seiner Rolle ermittelt bei „kurzen Hinrichtungen, wahllosem Beschuss der Zivilbevölkerung und ‚ethnischen Säuberungen‘ während des Krieges in Bosnien“. 60

    Die Antwort von NATO-Sprecher Jamie Shea auf die Ernennung eines Kriegsverbrechers zum UÇK-Stabschef wurde in einer Pressekonferenz mitgeteilt:

    „Ich habe immer deutlich gemacht, und Sie haben mich das sagen hören, dass die NATO keine direkten Kontakte zur UÇK hat. Wen sie zu ihren Führern ernennen, das ist ganz ihre Sache. Dazu habe ich keinen Kommentar." 61

    Sheas Aussage, die NATO habe „keine direkten Kontakte zur UÇK“, ist eine Lüge. Es steht in offenem Widerspruch zu anderen Erklärungen des Bündnisses: „Ich spreche regelmäßig mit Hashim Thaci, dem Anführer der Kosovo-Befreiungsarmee, der im Kosovo ist. Ich habe Ende letzter Woche mit ihm gesprochen“, sagte der britische Außenminister Robin Cook. 62

    Operationen am Boden (geführt von der UÇK und den NATO-Spezialeinheiten) werden nun sorgfältig mit der Luftkampagne koordiniert. Darüber hinaus „arbeiten etwa 50 kanadische Streitkräfte mit der UÇK im Kosovo zusammen“, um zu melden, „wo die Bomben fallen“, damit sie besser zielen können, „wo die nächste Bombe landen soll“. 63

    Vom Pentagon gesponserte Söldner im Kosovo

    Die UÇK hat auch „einen langfristigen Ausbildungsvertrag mit Military and Professional Resources International [MPRI] erhalten, einer Söldnerfirma, die von ehemaligen amerikanischen Offizieren geführt wird, die mit halboffizieller Genehmigung des Pentagon operieren und beim Aufbau eine Schlüsselrolle gespielt haben Kroatiens Streitkräfte [während des Krieges in Bosnien].“ 64 Und General Brigadier Agim Ceku (trotz seiner Rolle bei „ethnischen Säuberungen“ in Bosnien) arbeitet derzeit im Auftrag der UÇK eng mit der Söldnereinheit MPRI des Pentagon zusammen.

    Die UÇK will eine „Post-Konflikt-Regierung“ bilden

    Eine selbsternannte provisorische UÇK-Regierung des Kosovo wurde eingesetzt. Mit dem UCK-Führer Hashim Thaci als designiertem Premierminister wurde der UCK bereits eine zentrale Rolle bei der Bildung einer „Post-Konflikt-Regierung“ zugesagt.

    Während die NATO offen eine „Freiheitsbewegung“ mit Verbindungen zum Drogenhandel förderte, war sie auch bestrebt, die zivile Kosovo Democratic League und ihren Führer Ibrahim Rugova zu umgehen, die zuvor ein Ende der Bombenanschläge gefordert hatten. Rugova wurde von der UÇK als „Verräter“ gebrandmarkt. Laut dem albanischen Staatsfernsehen hatte die UÇK Rugova zum Tode verurteilt und ihn beschuldigt, „ein Agent des Regimes in Belgrad“ zu sein. 65

    Im April wurde Fehmi Agani, einer der engsten Mitarbeiter Rugovas in der Demokratischen Liga, getötet. Die Serben wurden von NATO-Sprecher Jamie Shea beschuldigt, Agani ermordet zu haben. Laut der Skopjeer Zeitung Makedonija Danas unter Berufung auf zuverlässige Quellen in Albanien: „Agani wurde getötet … auf Befehl von Tirana, wo sich Thaci mit den Mitgliedern seiner illegalen Regierung aufhält“. 66

    Laut einem Bericht des Foreign Policy Institute:

    „… die UÇK hat [keine] Bedenken, Rugovas Kollaborateure zu ermorden, die sie des „Verbrechens“ der Mäßigung beschuldigt. Obwohl Rugovas jüngstes Treffen mit Milosevic möglicherweise unter Druck stand, erklärte die UÇK vor Kurzem Rugova zum „Verräter“ – ein weiterer Schritt, um alle Konkurrenten um die politische Macht im Kosovo auszuschalten.“ 67

    Das UCK-Militärregime hatte die ordnungsgemäß gewählte (von ethnischen Albanern) zivile provisorische kosovarische Regierung von Präsident Ibrahim Rugova ersetzt. In einer Erklärung vom April hielt die UÇK die von der Demokratischen Liga organisierten (parallelen) „Parlamentswahlen“, die im März 1998 abgehalten wurden, für ungültig.

    Die selbsternannte kosovarische Regierung besteht aus der UÇK und der Bewegung der Demokratischen Union (LBD), einer Koalition von fünf Oppositionsparteien, die gegen Rugovas Demokratische Liga (LDK) sind. Neben der Position des Premierministers kontrolliert die UÇK die Ministerien für Finanzen, öffentliche Ordnung und Verteidigung. Mit den Worten des Sprechers des US-Außenministeriums, James Foley:

    „Wir wollen eine gute Beziehung zu ihnen [der UÇK] entwickeln, während sie sich in eine politisch orientierte Organisation verwandeln“, … „[W]ir glauben, dass wir viele Ratschläge und viel Hilfe bieten können ihnen, wenn sie genau die Art von politischen Akteuren werden, die wir uns wünschen.' 68

    Da die UÇK bereit ist, eine zentrale Rolle bei der Bildung einer „Post-Konflikt“-Regierung zu spielen, geht die Tendenz zur Einrichtung eines „Mafia-Staates“ mit Verbindungen zum Drogenhandel. Die Position des US-Außenministeriums ist, dass die UÇK „nicht als militärische Kraft weiter bestehen dürfte, aber die Chance hätte, in ihrem Streben nach Selbstverwaltung unter einem ‚anderen Kontext‘ voranzukommen“, was die Einführung einer De-facto-„Narko“ bedeutet -Demokratie“ unter dem Schutz der NATO: „Wenn wir ihnen helfen können und sie wollen, dass wir ihnen bei diesen Transformationsbemühungen helfen, ist das meiner Meinung nach nichts, womit irgendjemand argumentieren kann.“ 69

    In jüngster Zeit hat das Bündnis jedoch versucht, durch die Vermittlung von US-Außenministerin Madeleine Albright die Meinungsverschiedenheiten zwischen Thachi, Rugova und anderen ethnischen albanischen Führern zu versöhnen, „hauptsächlich im Hinblick auf die Stärkung seiner eigenen Position [des Bündnisses] in der Region .“ 70

    Auferlegen von „Freimarkt“-Reformen

    Analysten der Wall Street sind sich einig, dass „Krieg gut fürs Geschäft ist“, insbesondere in Zeiten „wirtschaftlicher Abschwächung“. Der US-Kongress hat erhöhte Haushaltszuweisungen zur Finanzierung des Krieges in Jugoslawien genehmigt, was zu Aufträgen in Milliardenhöhe für die amerikanische Verteidigungsindustrie führen wird. Im Gegenzug wird der Krieg den militärisch-industriellen Komplex und die damit verbundenen High-Tech-Sektoren in den USA und Westeuropa ankurbeln. Ein Bodenkrieg in Kombination mit einer längeren militärischen Besetzung (wie in Bosnien) wird die Militärausgaben stützen. Im Gegenzug wird die verdeckte Unterstützung und Finanzierung von „Freiheitskämpfern“ (die sich über den Balkan hinaus bis nach Zentralasien und in den Nahen Osten erstrecken) dazu beitragen, den lukrativen Schmuggel von Kleinwaffen für einen wachsenden Markt aufständischer nationalistischer Bewegungen zu fördern.

    „Wirtschaftlicher Wiederaufbau“

    Die „Post-Konflikt“-Agenda (im Rahmen der vorgeschlagenen „Friedensinitiative“ der G8 besteht darin, im Kosovo ein besetztes Gebiet unter westlicher Verwaltung zu errichten (im Großen und Ganzen nach dem gleichen Modell wie das Bosnien-Herzegowina auferlegte Dayton-Abkommen von 1995).

    Für den Kosovo sind unter Aufsicht der Bretton-Woods-Institutionen „Reformen des freien Marktes“ vorgesehen. In Artikel I (Kapitel 4a) des Rambouillet-Abkommens heißt es: „Die Wirtschaft des Kosovo funktioniert nach den Grundsätzen des freien Marktes“.

    „Zivilverwaltung [im Kosovo] und Wiederaufbau würden von nichtmilitärischen Gremien durchgeführt, einschließlich der EU und der OSZE, mit Beiträgen der Weltbank und des IWF, um kriegszerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen und Flüchtlinge unterzubringen. 71

    In enger Verbindung mit der NATO hatten die Bretton-Woods-Institutionen bereits die Folgen einer eventuellen Militärintervention analysiert, die zur militärischen Besetzung des Kosovo führen würde: Fast ein Jahr vor Beginn des Krieges führte die Weltbank „Simulationen“ durch, die „die Möglichkeit eines Notfallszenarios aufgrund der Spannungen im Kosovo“. 72 Die in Washington durchgeführten „Simulationen“ wurden tatsächlich bereits in eine Palette von „Notfallkrediten“ für Mazedonien und Albanien übersetzt, und es kommt noch mehr … Seit der Verhängung des Embargos wird Jugoslawien jedoch nicht mehr berücksichtigt ein Mitglied der Bretton-Woods-Institutionen und hat keinen Anspruch auf Kredite von IWF und Weltbank, bis die Sanktionen aufgehoben sind.

    Der vorgeschlagene „Marshall-Plan“ für den Balkan ist eine Illusion. Wir erinnern daran, dass die Wiederaufbaukosten in Bosnien in der Größenordnung von 50 Milliarden Dollar lagen. Westliche Geber sagten zunächst 3 Milliarden Dollar an Wiederaufbaudarlehen zu, doch im Dezember 1995 wurden nur magere 518 Millionen Dollar gewährt, von denen ein Teil (gemäß den Bedingungen des Dayton-Friedensabkommens) zur Finanzierung einiger der lokalen Zivilkosten der Implementierungstruppe bestimmt war (IFOR) Militäreinsatz sowie Rückzahlung von Schulden bei internationalen Gläubigern. 73

    Der eventuelle „Wiederaufbau“ Jugoslawiens, der im Zusammenhang mit den Reformen des „freien Marktes“ formuliert und durch internationale Schulden finanziert wird, soll weitgehend einen sicheren Hafen für ausländische Investoren schaffen, anstatt die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur des Landes zu sanieren. Die tödliche „Wirtschaftsmedizin“ des IWF wird verhängt, die Volkswirtschaft wird demontiert, europäische und amerikanische Banken übernehmen Finanzinstitute, lokale Industrieunternehmen, die noch nicht vollständig zerstört sind, werden in den Bankrott getrieben. Das rentabelste Staatsvermögen wird im Rahmen des von der Weltbank geförderten Privatisierungsprogramms in die Hände ausländischen Kapitals überführt. Im Gegenzug,

    „Die Alliierten werden mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um beim Wiederaufbau des Kosovo zu helfen, sobald die Krise vorbei ist: Der Internationale Währungsfonds und die Gruppe der sieben Industrieländer gehören zu denen, die bereit sind, den Ländern der Region finanzielle Hilfe anzubieten. Wir wollen eine angemessene Koordinierung der Hilfe sicherstellen und den Ländern helfen, auf die Auswirkungen der Krise zu reagieren. Dies sollte Hand in Hand gehen mit den notwendigen Strukturreformen in den betroffenen Ländern – unterstützt durch Budgethilfe der internationalen Gemeinschaft. 74

    Der sogenannte „Wiederaufbau“ des Balkans durch ausländisches Kapital wiederum wird Multi-Milliarden-Verträge an multinationale Unternehmen für den Wiederaufbau von Straßen, Flughäfen und Brücken bedeuten, die schließlich (sobald das Embargo aufgehoben wird) erforderlich sein werden, um die „Freizügigkeit“ zu erleichtern ” von Kapital und Waren.

    Der vorgeschlagene „Marshall-Plan“, der von der Weltbank und der Europäischen Entwicklungsbank (EBWE) sowie privaten Gläubigern finanziert wird, wird weitgehend westlichen Bergbau-, Erdöl- und Bauunternehmen zugutekommen und gleichzeitig die Auslandsverschuldung der Region bis weit ins dritte Jahrtausend hinein anheizen. Und die Länder des Balkans sollen diese Schulden durch die Wäsche von schmutzigem Geld im heimischen Bankensystem zurückzahlen, das unter der Aufsicht westlicher Finanzinstitute dereguliert wird. Narco-Dollar aus dem milliardenschweren Balkan-Drogenhandel werden recycelt (über das Bankensystem) und zur Bedienung der Auslandsschulden sowie zur „Finanzierung“ der Kosten des „Wiederaufbaus“ verwendet.

    Das Muster für Kosovo ähnelt in dieser Hinsicht dem von Mazedonien und Albanien. Seit den frühen 1990er Jahren haben die Reformen des IWF die albanische Bevölkerung verarmt und die nationale Wirtschaft in den Bankrott geführt. Die tödliche Wirtschaftstherapie des IWF verwandelt Länder in offene Territorien. In Albanien und Mazedonien hat sie das Wachstum des illegalen Handels und die Kriminalisierung staatlicher Institutionen gefördert.

    Darüber hinaus hatten NATO-Truppen in Mazedonien und Albanien bereits vor dem Flüchtlingszustrom zivile Einrichtungen (einschließlich Hotels, Schulen, Kasernen und sogar Krankenhäuser) besetzt, ohne die nationalen Regierungen für die Inanspruchnahme lokaler Dienste zu entschädigen. 75

    In grausamer Ironie soll ein erheblicher Teil dieser entstandenen Kosten sowie der Kosten im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise nun nicht vom Bündnis, sondern von den nationalen Regierungen auf geliehenem Geld finanziert werden:

    „[D]ie formalen Strukturen der albanischen Regierung wurden durch die Krise gelähmt. Die Staatskasse ist durch die ersten Bemühungen, den Flüchtlingen zu helfen, geleert.“ 76

    Wer zahlt Kriegsreparationen?

    Die umfassende Zerstörung Jugoslawiens würde normalerweise erfordern, dass das Bündnis „Kriegsreparationen“ an Belgrad zahlt. Allerdings wird das Bündnis nach einem Muster, das sowohl in Vietnam als auch im Irak festgelegt wurde, Belgrad zweifellos zwingen, „für die Kosten“ der Operation Allied Force (einschließlich der Marschflugkörper und radioaktiven Granaten) als Bedingung für die „Normalisierung der Beziehungen“ zu zahlen die Aufhebung des Wirtschaftsembargos.

    Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass Vietnam zwar nie Kriegsreparationszahlungen erhalten hat, Hanoi jedoch – als Bedingung für die „Normalisierung“ der Wirtschaftsbeziehungen und die Aufhebung des US-Embargos 1994 – gezwungen war, die „uneinbringlichen Schulden“ der Verstorbenen anzuerkennen Saigon-Regime, die größtenteils zur Finanzierung der US-Kriegsanstrengungen verwendet wurden. Durch die Anerkennung (in einem 1993 ausgehandelten geheimen Abkommen des Pariser Clubs) der Legitimität dieser Schulden hatte Vietnam akzeptiert, „Kriegsentschädigungen“ an seinen ehemaligen Feind zu zahlen. 77

    In ähnlicher Weise wurden Bagdad „die Kosten des Golfkriegs in Rechnung gestellt“, – –dh. Die angehäuften irakischen Schulden, einschließlich privater Forderungen gegen den Irak, wurden von einer Sondereinheit des UN-Sicherheitsrates sorgfältig erfasst. Die Anerkennung dieser Schulden durch Bagdad zu einem späteren Zeitpunkt wird eine Bedingung für die Aufhebung der Sanktionen gegen den Irak sein.

    Anmerkungen:

    1. Erklärung des UNICEF-Vertreters in Belgrad, zitiert in Yugoslav Daily Survey, Belgrad, 23. Mai 1999, Nr. 4351.
    2. Bericht von Dr. Siegwart-Horst Günther, Sitzung der PBS (Bundessozialisten), Bonn, 17. Mai 1999.
    3.  International Action Center, „NATO Bombing Unleashes Environmental Catastrophe in Europe“, Pressemitteilung, 14. Mai 1999).
    4.  Joseph Fitchett, „Ist die serbische Wirtschaft das wahre Ziel? Raids Seem Aimed at Bolstering Resistance to Milosevic“, International Herald Tribune, Paris, 26. Mai 1999.
    5. Pressemitteilung von Tanjug, 25. Mai 1999.
    6. Erklärung an die Botschafter von 19 NATO-Staaten, zitiert in Daily Telegraph, London, 28. Mai 1999.
    7. Ebenda.
    8. Sean Gervasi, Bosnien und Vietnam, Textentwurf, 1995.
    9. Financial Times, London, 6. Mai 1999, p. 2.
    10. Ebenda.
    11. The Boston Globe, 8. April 1999.
    12. Laut Viktor Chechevatov, einem Drei-Sterne-General und Kommandeur der Bodentruppen im Fernen Osten Russlands, zitiert in The Boston Globe, 8. April 1999
    13. Dr. Mary-Wynne Ashford, „Bombardierungen entzünden Atomkriegsängste“, The Victoria Times-Colonist. 13. Mai 1999, Seite A15. Mary-Wynne Ashford ist Co-Präsidentin des Friedensnobelpreisträgers IPPNW.
    14. Zitiert in Mary-Wynne Ashford, op. cit.
    15. Zitiert von Dr. Mary-Wynne Ashford, aaO. cit.
    16. Dr. Mary-Wynne Ashford, op. cit.
    17. Zitiert in The Washington Post, 9. Mai 1999, Seite A20.
    18. Leitartikel der World Socialist Website, 24. Mai 1999.
    19. Diana Johnstone, On Refugees, Paris, 30. Mai 1999.
    20. Ebenda.
    21. Siehe „Lawyers Charge NATO Leaders Before War Crimes Tribunal“, Toronto, 6. Mai 1999.
    22. Siehe Financial Times, 27. Mai 1999.
    23. Siehe „Lawyers Charge NATO Leaders Before War Crimes Tribunal“, Toronto, 6. Mai 1999; siehe auch Jude Wanniski, „Memo to US House Majority Leader“, Polyconomics, New York, 10. Mai 1999.
    24. Lawyers Charge NATO, op cit.
    25. Ebenda.
    26. Ebenda.
    27. Chicago Tribune, 10. Mai 1999. 28. Geheimdienstbericht des Auswärtigen Amtes, 12. Januar 1999 an das Verwaltungsgericht Trier.
    28. Lagebericht des Auswärtigen Amtes vom 18.11.1998 an das Oberverwaltungsgericht Münster vom 24.02.1999.
    29. Siehe Roland Keith, „Failure of Diplomacy, Returning OSCE Human Rights Monitor Offers A View From the Ground in Kosovo“, The Democrat, Mai 1999.
    30. Pressemitteilung des US-Verteidigungsministeriums, 6. April 1999. Der erklärte Zweck der Mission war es, „eine Reihe von Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit den jüngsten ethnischen Zusammenstößen im Kosovo zu erörtern“. In Skopje bestand die Tagesordnung darin, Sicherheitsvorkehrungen zu prüfen, die nach Beendigung des UNPREDEP-Programms umgesetzt werden sollten.
    31. Hintergrundbesprechung durch einen hochrangigen Verteidigungsbeamten im NATO-Hauptquartier, Donnerstag, 11. Juni 1998.
    32. Ebenda.
    33. US-Verteidigungsministerium, Background Briefing, 15. Juli 1998.
    34. Für weitere Einzelheiten siehe Michel Chossudovsky, Kosovo „Freedom Fighters“ Financed by Organized Crime, Ottawa, 1999.
    35. Zitiert in The Daily Telegraph, London, 25. September 1998.
    36. Siehe Federation of American Scientists, „Operation Certaind Force“, 24. März 1999, siehe auch Financial Times, 12. Oktober 1998.
    37. Zitiert in Federation of American Scientists, op. cit.
    38. Siehe Roland Keith, Anhang, a.a.O. cit.
    39. United States Court of Appeals, für den District of Columbia Circuit, eingereicht am 23. Januar 1996, Abteilung Nr. 86-6, in Re: Oliver L. North.
    40. Ebenda.
    41. Roland Keith, Anhang, op. cit.
    42. Bestätigt durch mehrere Presseberichte sowie Äußerungen der UÇK, siehe auch Radio 21 Dispatch, Tirana, 28. Februar 1999.
    43. Roland Keith, Anhang, op cit.
    44. Daily Telegraph, London, 29. Januar 1999.
    45. Föderation amerikanischer Wissenschaftler, op. cit.
    46. Ebenda.
    47. Ebenda.
    48. Ebenda.
    49. „Margaret Warner spricht mit Cook über die neuesten Entwicklungen im Jugoslawienkonflikt“, Jim Lehrer News Hour, 21. Mai 1999.
    50. New York Times, 26. Mai 1999.
    51. Washington Post, 23. Mai 1999.
    52. Klage beim Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den District of Columbia, Klage auf Feststellungshilfe, vorläufige Erklärung, District of Columbia, 27. Mai 1999.
    53. Ebenda, siehe auch Truth in Media, Phoenix, 23. Mai 1999.
    54. Washington Post, 27. Mai 1999.
    55. Sunday Telegraph, London, 18. April 1999.
    56. Libration, Paris, 19. Mai 1999.
    57. Yossef Bodansky, „Italy Becomes Iran's New Base for Terrorist Operations“, Defense and Foreign Affairs Strategic Policy, London, Februar 1998. Bodansky ist Direktor der Task Force des US-Kongresses für Terrorismus und unkonventionelle Kriegsführung
    58. Chris Steven, „Bin Laden eröffnet eine europäische Terrorbasis in Albanien“, Sunday Times, London, 15. November 1998.
    59. „War Crimes Panel Finds Croat Troops ‚Säuberung‘ der Serben“, New York Times, 21. März 1999.
    60.  NATO-Pressekonferenz, 14. Mai 1999.
    61. Jim Lehrer News Hour, op. cit.
    62. Laut dem kanadischen Abgeordneten David Price, 19. April 1999, UPI Press Dispatch. 64. Sunday Telegraph, London, 18. April 1999.
    63. „US Is Trying to Reconcile Ethnic-Albanian Separatists“, Belgrad, Tanjug Press Dispatch, 30. Mai 1999.
    64. Zitiert in Tanjug Press Dispatch, 14. Mai 1999.
    65. Siehe Michael Radu, „Don't Arm the KLA“, CNS-Kommentar des Foreign Policy Research Institute, 7. April 1999).
    66. New York Times, 2. Februar 1999.
    67. Ebenda.
    68. Pressemeldung Tanjug, 30. Mai 1999.
    69. Siehe World Bank Development News, Washington, 27. April 1999.
    70. Ebenda.
    71. Siehe Michel Chossudovsky, Dismantling Yugoslavia, Colonizing Bosnia, Covert Action Quarterly, Nr. 56, Frühjahr 1996.
    72. Erklärung von Javier Solano, Generalsekretär der NATO, veröffentlicht in The National Post, Toronto, Mai 1999).
    73. Siehe Jan Oberg, Press Info, No. 59, Insecuring Macedonia, Transnational Foundation TFF, 18. März 1999.
    74. Jane Intelligence Review, Juni 1999.
    75. Siehe Michel Chossudovsky, The Globalization of Poverty, Impacts of IWF and World Banks Reforms, Third World Network Penang und Zed Books, 1997, Kapitel 8.

    Verweise:

    Zur UÇK: http://www.transnational.org/features/crimefinansed.html

    Zum Zerfall Jugoslawiens: http://www.hartford-hwp.com/archives/62/022.html und http://www.lbbs.org/yugoslavia.htm

    Zu den Auswirkungen der Bombenanschläge: http://www.diaspora-net.org/food4thought/chossudovsky.htm

     

    Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Prof. Michel Chossudovsky , Global Research , 2016


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