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08.01.2023

Bidens Existenzangst in der Ukraine - Biden’s existential angst in Ukraine

seniora.org, 08. Januar 2023, Von M. K. Bhadrakumar, Januar 8, 2023 - indianpunchline.com

"Aus einer gesamtstrategischen Perspektive kann man gar nicht genug betonen, welch verheerende Folgen es hätte, wenn Putin sein Ziel, die Ukraine zu übernehmen, erreichen würde".


Zitat: Der parteiübergreifende Konsens im Beltway darüber, dass die Vereinigten Staaten die "unverzichtbare" Weltmacht sind, wird in der Regel den Neocons zugeschrieben, die seit den 1970er Jahren die treibende Kraft der US-Außen- und Sicherheitspolitik sowohl in den Regierungen der Demokraten als auch der Republikaner waren.


President Vladimir Putin attending Christmas Mass, Annunciation Cathedral, Kremlin, Moscow, January 7, 2023 (Bild)


Der Artikel in der Washington Post vom Samstag mit dem Titel Die Zeit ist nicht auf der Seite der Ukraine, der von Condoleezza Rice, der ehemaligen Außenministerin unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush, und Robert Gates, der sowohl unter Bush als auch unter seinem Nachfolger Barack Obama von der Demokratischen Partei tätig war, mitverfasst wurde, verdeutlicht dieses Paradigma.


Rice und Gates unterstützen den Krieg von Präsident Biden gegen Russland. Sie vertreten jedoch die These, dass die USA und die NATO-Verbündeten in der Ukraine "drastisch" eingreifen sollten, um eine direkte militärische Intervention zu verhindern, die andernfalls unvermeidlich werden könnte.


Die Stellungnahme erinnert an die beiden Weltkriege, die den Aufstieg der USA zur Weltmacht markierten, und warnt, dass die von den USA geführte "regelbasierte Ordnung" - ein Codewort für die globale Hegemonie der USA - in Gefahr ist, wenn Biden in der Ukraine versagt.


Rice und Gates räumen indirekt ein, dass der hybride Krieg, den Russland führt, im Gegensatz zur bisherigen triumphalistischen Darstellung des Westens auf der Siegesstraße ist. Offensichtlich zerrt die erwartete russische Offensive an ihren Nerven.


Die Stellungnahme steht auch im Zusammenhang mit der amerikanischen Politik. Die Pattsituation um den Sprecher des Repräsentantenhauses und ihre dramatische Zuspitzung in einem erbitterten politischen Kampf zwischen den Republikanern lässt einen dysfunktionalen Kongress bis zu den Wahlen 2024 erahnen.


Der Sprecher Kevin McCarthy, der übrigens die Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump hatte, hat schließlich gewonnen, aber erst nachdem er eine Reihe von Zugeständnissen an den populistischen Flügel gemacht hat, was seine Autorität geschwächt hat. Die AP berichtete: "Es wurde mit dem Finger gezeigt, Worte wurden gewechselt und Gewalt wurde offenbar gerade noch abgewendet... Es war das Ende einer bitteren Pattsituation, die die Stärken und die Zerbrechlichkeit der amerikanischen Demokratie gezeigt hatte."


Ein hochrangiger Kreml-Politiker hat sich interessanterweise bereits dazu geäußert. McCarthy selbst nannte in seiner Erklärung nach der Wahl zum neuen Sprecher des Repräsentantenhauses bei der Bekanntgabe seiner Prioritäten für die kommenden Monate das Engagement für eine starke Wirtschaft, die Bekämpfung der illegalen Einwanderung über die mexikanische Grenze und den Wettbewerb mit China, ließ aber jeden Hinweis auf die Lage in der Ukraine oder die Bereitstellung von Mitteln für Kiew aus.


Noch im November hatte er erklärt, die Republikaner im US-Repräsentantenhaus würden sich einer unbegrenzten und ungerechtfertigten Finanzhilfe für die Ukraine widersetzen.


Nun sind Rice und Gates Republikaner, die sich weigern, im Gleichschritt mit Trump zu marschieren. Aber auch wenn er an Einfluss verloren hat, ist Trump immer noch ein aktiver Akteur, der eine massive Präsenz und funktionale Kontrolle ausübt und bei weitem die größte Stimme in der Republikanischen Partei ist. Was die GOP heute ausmacht, ist zweifellos Trump. Daher wird seine Unterstützung für McCarthy von entscheidender Bedeutung sein.


Biden ist sich dessen bewusst. Es ist denkbar, dass der Meinungsartikel von Rice und Gates vom Weißen Haus in Auftrag gegeben, vom US-Sicherheitsapparat unterstützt und von den Neocons geschrieben wurde. Tatsächlich erschien der Meinungsartikel am Tag nach der gemeinsamen Erklärung von Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz vom 5. Januar, in der sie ihre "unerschütterliche Solidarität" mit der Ukraine betonten.


Unter dem immensen Druck von Biden haben sich Deutschland und Frankreich letzte Woche den USA angeschlossen, um der Ukraine Schützenpanzer zu liefern. Scholz ließ sich auch dazu überreden, sich gegenüber Biden zu verpflichten, dass Deutschland gemeinsam mit den USA eine zusätzliche Patriot-Luftabwehrbatterie an die Ukraine liefern wird. (Ein SPD-Spitzenpolitiker hat inzwischen Vorbehalte geäußert.)


Am selben Tag, an dem der Meinungsartikel unter der Überschrift von Rice und Gates erschien, arrangierte das Pentagon - ungewöhnlich für einen Samstag - ein Pressebriefing von Laura Cooper, stellvertretende Verteidigungsministerin für Russland, die Ukraine und Eurasien, für internationale Sicherheitsfragen. Cooper wies ausdrücklich darauf hin, dass der Krieg in der Ukraine die globale Stellung der USA selbst bedroht. Sie sagte u.a.:

"Aus einer gesamtstrategischen Perspektive kann man gar nicht genug betonen, welch verheerende Folgen es hätte, wenn Putin sein Ziel, die Ukraine zu übernehmen, erreichen würde. Dies würde die internationalen Grenzen in einer Weise neu definieren, wie wir es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben. Und unsere Fähigkeit, diese Errungenschaften rückgängig zu machen und die Souveränität einer Nation zu unterstützen und ihr beizustehen, ist etwas, das nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt Anklang findet."


Die Katze ist endlich aus dem Sack - die USA kämpfen in der Ukraine, um ihre globale Hegemonie zu bewahren. Ob Zufall oder nicht, der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Reznikov hat am Wochenende in einem aufsehenerregenden Interview in Kiew zugegeben, dass Kiew sich bewusst von der NATO in ihrem Konflikt mit Moskau benutzen lässt!


Zitat Reznikov: "Auf dem NATO-Gipfel in Madrid" im Juni 2022 "wurde klar umrissen, dass die Hauptbedrohung für die Allianz im kommenden Jahrzehnt die Russische Föderation sein würde. Heute ist die Ukraine dabei, diese Bedrohung zu beseitigen. Wir führen heute die Mission der NATO aus. Sie vergießen nicht ihr Blut. Wir vergießen das unsere. Deshalb sind sie verpflichtet, uns mit Waffen zu versorgen."


Reznikov, ein ehemaliger Offizier der sowjetischen Armee, behauptete, dass er persönlich kürzlich Urlaubsgrußkarten und Textnachrichten von westlichen Verteidigungsministern in diesem Sinne erhalten hat.


Der Einsatz könnte nicht höher sein, wenn Reznikov Klartext redet, nicht wahr? Am Samstag kündigte das Pentagon das bisher größte Sicherheitspaket der Biden-Administration für die Ukraine im Rahmen des Presidential Drawdown an.


Offensichtlich zieht die Biden-Regierung alle Register. Eine weitere Sitzung des UN-Sicherheitsrats ist für den 13. Januar angesetzt.


Aber Putin hat deutlich gemacht, dass "Russland für einen ernsthaften Dialog offen ist - unter der Bedingung, dass die Kiewer Behörden die wiederholt gestellten klaren Forderungen erfüllen und die neuen territorialen Gegebenheiten anerkennen."


Was den Krieg anbelangt, so sind die Nachrichten aus dem Donbass äußerst besorgniserregend. Soledar ist in russischer Hand und die Wagner-Kämpfer ziehen die Schlinge um Bakhmut, einen strategischen Kommunikationsknotenpunkt und Dreh- und Angelpunkt der ukrainischen Einsätze im Donbass, immer enger.

Andererseits zeigt sich Moskau wider Erwarten unbeeindruckt von sporadischen, theatralischen ukrainischen Drohnenangriffen innerhalb Russlands. Die russische öffentliche Meinung steht weiterhin fest hinter Putin. Der Befehlshaber der russischen Streitkräfte, General Sergej Surowikin, hat der Befestigung der so genannten 'Kontaktlinie' Priorität eingeräumt, die sich als wirksam gegen ukrainische Gegenangriffe erweist.


Das Pentagon ist sich über Surovikins Gedankengang nicht sicher. Nach dem, was sie von seinem brillanten Erfolg bei der Vertreibung von NATO-Offizieren aus dem syrischen Aleppo im Jahr 2016 wissen, ist der Zermürbungskrieg Surovikins Stärke. Aber man weiß ja nie. Man sollte sich also auf eine Panzerschlacht wie bei Kursk im 2. Weltkrieg vorbereiten!


In der Zwischenzeit rüstet Russland in Weißrussland immer weiter auf. Die Raketensysteme S-400 und Iskander sind dort stationiert worden. Ein Angriff der NATO (Polen) auf Weißrussland ist nicht mehr realistisch. Am 4. Januar begrüßte Putin das neue Jahr, als die gewaltige Fregatte Admiral Gorschkow mit dem "hochmodernen Hyperschall-Raketensystem Zircon, das keine Entsprechung hat", zu einer "Langstrecken-Mission über den Atlantik, den Indischen Ozean und das Mittelmeer" aufbrach.

Eine Woche zuvor wurde das sechste raketenbestückte strategische Atom-U-Boot der Borei-A-Klasse, die Generalissimus Suvorov, in die russische Marine aufgenommen. Diese U-Boote können 16 ballistische Interkontinentalraketen vom Typ Bulava transportieren. 


Der Nebel des Krieges umhüllt die russischen Absichten. Rice und Gates haben gewarnt, dass die Zeit für Russland arbeitet: "Die militärischen Fähigkeiten und die Wirtschaft der Ukraine hängen jetzt fast vollständig von den Lebensadern des Westens ab - in erster Linie von den Vereinigten Staaten. Ohne einen weiteren großen ukrainischen Durchbruch und Erfolg gegen die russischen Streitkräfte wird der westliche Druck auf die Ukraine, einen Waffenstillstand auszuhandeln, mit den Monaten des militärischen Stillstands zunehmen. Unter den derzeitigen Umständen würde jeder ausgehandelte Waffenstillstand den russischen Streitkräften eine starke Position verschaffen."


Bidens Telefonat mit Scholz am Freitag zeigt, wie besorgt er ist. Angesichts der Zersplitterung der politischen Klasse im eigenen Land kann sich Biden auch keine Risse in der Einheit der Verbündeten leisten.


Seltsamerweise war dies auch die Hauptaussage eines Artikels, den ein führender russischer Experte, Andrej Kortunow, vor zwei Wochen in der Tageszeitung der Kommunistischen Partei Chinas, Global Times, unter dem Titel US domestic woes could push Ukraine to sidelines of American public discourse veröffentlichte.


Kortunov schrieb: "Wenn man die Emotionen beiseite lässt, muss man akzeptieren, dass der Konflikt nicht nur für die Ukraine und Russland, sondern auch für die USA bereits existenziell geworden ist: Die Biden-Administration kann eine Niederlage in der Ukraine nicht hinnehmen, ohne große negative Auswirkungen auf die Positionen der USA in der ganzen Welt zu befürchten."

Kortunow schrieb dies gut eine Woche, bevor Rice und Gates die gleiche metaphysische Wahrnehmung der Realität bekamen.


Quelle: https://www.indianpunchline.com/bidens-existential-angst-in-ukraine /


Übersetzung mit deeple pro von seniora.org

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 Biden’s existential angst in Ukraine

By M. K. Bhadrakumar

January 8, 2023

https://www.indianpunchline.com/bidens-existential-angst-in-ukraine/

The bipartisan consensus in the Beltway on the United States being    the ‘indispensable’ world power is usually attributed to the neocons who have been the driving force of the US foreign and security policy in both Democratic and Republican administrations through the decades since the 1970s.

The op-end in the Washington Post on Saturday titled Time is not on Ukraine’s side, coauthored by Condoleezza Rice, former Secretary of State under a Republican president George W. Bush, and Robert Gates, under both Bush and his successor Barack Obama from the Democratic Party, highlights this paradigm.

Rice and Gates are supportive of President Biden’s war against Russia. But their thesis is that the US and NATO allies should ‘dramatically’ step up in Ukraine to forestall a direct military intervention that may otherwise become inevitable. 

The op-ed harks back to the two world wars that marked the US’ ascendance as world power and warns that the US-led ‘rules-based order’ — code word for US global hegemony — is in peril if Biden fails in Ukraine. 

Rice and Gates indirectly acknowledge that the hybrid war that Russia has been waging is actually on a winning streak, contrary to the western triumphalist narrative so far. Evidently, the expected Russian offensive is rattling their nerves. 

Equally, the op-ed is contextual to American politics. The House speaker stalemate and its dramatic denouement in a bare-knuckle political fight among Republicans presages a dysfunctional Congress between now and 2024 election. 

The are speaker, Kevin McCarthy, who, incidentally, had former president Donald Trump’s backing, finally won but only after making a series of concessions to the populist wing, which has weakened his authority. The AP reported, “Fingers were pointed, words exchanged and violence apparently just averted… It was the end of a bitter standoff that had shown the strengths and fragility of American democracy.”

senior Kremlin politician, interestingly, already commented on it. McCarthy himself, in his statement after election as the new House speaker, while announcing his priorities in the months ahead, listed commitment to a strong economy, counteracting illegal immigration through the Mexican border and competing with China, but omitted any reference to the situation in Ukraine or providing funds to Kiev. 

Indeed, earlier in November, he had asserted that the Republicans in the US House of Representatives would resist unlimited and unjustified financial aid to Ukraine. 

Now, Rice and Gates are borderline Republicans who refuse to march in lockstep with Trump. But, although a diminished player, Trump still remains an active player, a massive presence and exercises functional control and is by far the largest voice in the Republican Party. Arguably, what defines the GOP today is Trump. Therefore, his backing for McCarthy is going to be consequential.

Biden understands that. Conceivably, the Rice-Gates op-ed was mooted by the White House, sponsored by the US security establishment and scripted by the neocons. In fact, the op-ed appeared on the day after the January 5 joint statement by Biden and German Chancellor Olaf Scholz underscoring their ‘unwavering solidarity’ with Ukraine. 

Under immense pressure from Biden, Germany and France joined the US last week to provide Ukraine with Infantry Fighting Vehicles. Scholz also was persuaded to commit to Biden that Germany will join the US in supplying an additional Patriot air defense battery to Ukraine. (A top SPD politician has since voiced reservations.) 

On the same day as the op-ed appeared under the byline of Rice and Gates, Pentagon arranged, unusually for a Saturday, a Press briefing by Laura Cooper, Deputy Assistant Secretary of Defense, International Security Affairs for Russia, Ukraine, Eurasia. Cooper noted explicitly that the war in Ukraine threatens the US’ global standing itself. She Sais, inter alia: 

“From an overall strategic perspective, it is hard to emphasise enough the devastating consequences if Putin were to be successful in achieving his objective of taking over Ukraine. This would rewrite international boundaries in a way that we have not seen since World War II. And our ability to reverse these gains and to support and stand by the sovereignty of a nation, is something that resonates not just in Europe, but all around the world.” 

The cat is out of the bag, finally — the US is fighting in Ukraine to preserve its global hegemony. Coincidence or not, in a sensational interview in Kiev, Ukrainian Defence Minister Oleksii Reznikov also admitted over the weekend that Kiev has consciously allowed itself to be used by NATO in the bloc’s wider conflict with Moscow! 

To quote Reznikov, “At the NATO Summit in Madrid” in June 2022, “it was clearly delineated that over the coming decade, the main threat to the alliance would be the Russian Federation. Today Ukraine is eliminating this threat. We are carrying out NATO’s mission today. They aren’t shedding their blood. We’re shedding ours. That’s why they’re required to supply us with weapons.” 

Reznikov, an ex-Soviet army officer,  claimed that he personally recently received holiday greeting cards and text messages from Western defense ministers to this effect.

The stakes couldn’t be higher, isn’t it, with Reznikov doing some plain speaking? On Saturday, Pentagon announced the Biden Administration’s single biggest security assistance package for Ukraine so far from the Presidential Drawdown.

Evidently, the Biden Administration is pulling out all the stops. Another UN Security Council meeting has been scheduled for Jan. 13.

But Putin has made it clear that “Russia is open to a serious dialogue   – under the condition that the Kiev authorities meet the clear demands that have been repeatedly laid out, and recognise the new territorial realities.”

As for the war, in immediate terms, the tidings from Donbass are extremely worrisome. Soledar is in Russian hands and the Wagner fighters are tightening the noose around Bakhmut, a strategic communication hub and linchpin of Ukrainian deployments in Donbass. 

On the other hand, contrary to expectations, Moscow is unperturbed about sporadic theatrical Ukrainian drone strikes inside Russia. The Russian public opinion remains firmly supportive of Putin. The commander of the Russian forces, Gen. Sergey Surovikin has prioritised the fortification of the so-called ‘contact line.’ which is proving effective against Ukrainian counterattacks.

Pentagon is unsure of Surovikin’s thought process. From what they know of his brilliant success in evicting NATO officers from Syria’s Aleppo in 2016, attrition war is Surovikin’s forte. But one never knows. So, one had better prepare for a tank battle as in Kursk in World War 2!

Meanwhile, a steady Russian build-up in Belarus is underway. The S-400 and Iskander missile systems have been deployed there. A NATO (Polish) attack on Belarus is no longer realistic. On January 4, Putin hailed the New Year, as the formidable frigate Admiral Gorshkov carrying “cutting-edge Zircon hypersonic missile system, which has no analogue” embarked on a “a long-distance naval mission across the Atlantic and Indian Oceans, as well as the Mediterranean Sea.”

A week earlier, the sixth missile-carrying strategic nuclear-powered submarine of the Borei-A class, The Generalissimus Suvorov, joined the Russian Navy. Such submarines are capable of carrying 16 inter-continental ballistic missiles Bulava.   

The fog of war envelops Russian intentions. Rice and Gates have warned that time works in favour of Russia: “Ukraine’s military capability and economy are now dependent almost entirely on lifelines from the West — primarily, the United States. Absent another major Ukrainian breakthrough and success against Russian forces, Western pressures on Ukraine to negotiate a cease-fire will grow as months of military stalemate pass. Under current circumstances, any negotiated cease-fire would leave Russian forces in a strong position.” 

Biden’s call to Scholz on Friday shows the angst in his mind. With the fragmentation of the political class at home, Biden can ill afford cracks in allied unity as well.

Curiously, this was also the main thrust of an article a fortnight ago by a top Russian pundit Andrey Kortunov in the Chinese Communist Party daily Global Times titled US domestic woes could push Ukraine to sidelines of American public discourse

Kortunov wrote, “Putting emotions aside, one has to accept that the conflict has already become existential not only for Ukraine and Russia, but for the US as well: the Biden administration cannot accept a defeat in Ukraine without facing major negative implications for the US positions all over the world.”

Kortunov was writing well over a week before Rice and Gates began getting the same metaphysical perception of the reality.


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/bidens-existenzangst-in-der-ukraine-biden-s-existential-angst-in-ukraine?acm=3998_1609


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.01.2023

Die Philippinen: Für China und USA von zentraler strategischer Bedeutung

meinungsfreiheit.rtde.life, 8 Jan. 2023 10:40 Uhr, Von Timur Fomenko

Die Philippinen unterhalten wichtige Handelsbeziehungen zu Peking, aber Washington sieht in dem Archipelstaat einen militärischen Stützpunkt bei potenziellen Feindseligkeiten gegen China in der Taiwan-Frage. Auf welche Seite wird sich Manila schlagen?


Quelle: Legion-media.ru © KTSDESIGN (Bild)


Ferdinand Marcos Jr., der Präsident der Philippinen, eröffnete das Jahr 2023 mit einem Besuch in China, bei dem 14 bilaterale Abkommen zwischen Manila und Peking unterzeichnet wurden.


Die Falken im US-Kongress treiben die USA in einen Konflikt um Taiwan hinein





Analyse

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Zwischen den beiden Ländern ist diese Art der Diplomatie nichts Ungewöhnliches. Sie sind enge Wirtschaftspartner, wobei China der größte Exportmarkt der Philippinen und eine wichtige Quelle für eingehende Investitionen ist, vor allem im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI). Die beiden Staaten haben natürlich einige Meinungsverschiedenheiten, insbesondere wenn es um das Südchinesische Meer geht, aber sie haben sich entschieden, das Gesamtbild der bilateralen Beziehungen zumindest vorerst nicht zu trüben.


Es gibt jedoch einen Elefanten im Raum, der seinen Schatten auf die Beziehung zwischen Manila und Peking wirft. Dieser Elefant ist das Land, das sich selbst als den wahren und rechtmäßigen Beherrscher der Philippinen betrachtet – die Vereinigten Staaten von Amerika. Während Marcos Jr. die Zusammenarbeit mit China entwickelt, sieht sich der neugewählte Präsident erheblichem Druck aus Washington ausgesetzt, den USA zu erlauben, ihre militärische Präsenz im Land zu erhöhen, und möglicherweise – aufgrund der kritischen geostrategischen Lage der Philippinen – in einen potenziellen Taiwan-Konflikt verwickelt zu werden. Das hat die Außenpolitik des Archipelstaats zu einer Gratwanderung werden lassen, die im Falle eines Misserfolgs leicht im Desaster enden könnte


Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping am 4. Januar 2023 bei einer Begrüßungszeremonie für den philippinischen Präsidenten Ferdinand Romualdez Marcos Jr. in der Großen Halle des Volkes in Peking.Shen Hong / www.globallookpress.com (Bild)



Die Philippinen sind ein Grundpfeiler der amerikanischen Macht im asiatisch-pazifischen Raum. Das liegt daran, dass der Inselstaat das zweifelhafte Etikett trägt, das einzige Land in Asien zu sein, das buchstäblich eine Kolonie der USA war. Einst ein Herrschaftsgebiet des königlichen Spaniens, wurden die Inseln nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 von Washington annektiert. Dieser Krieg ermöglichte es den USA, eine Großmacht im Pazifik zu werden, und die Philippinen blieben bis 1946 in ihrem Besitz, nachdem die USA die Japaner von den Inseln vertreiben konnten.


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Infolge der Erlangung der Unabhängigkeit blieben die Philippinen weiterhin ein Verbündeter der USA. Als eine Reihe von Inseln vor der Küste Südostasiens ermöglichen die Philippinen den USA, militärische Macht auf den asiatischen Kontinent zu projizieren – zum Beispiel durch die Nutzung von Marinestützpunkten während des Vietnamkriegs. Im Norden der Inseln liegen Taiwan und Festlandchina. Angesichts dieser strategischen Lage betrachten die USA die Philippinen als entscheidendes Element auf dem Schachbrett bei jedem zukünftigen Konflikt mit China. Die Philippinen sind unerlässlich, um China daran zu hindern, seine Ansprüche auf das gesamte Südchinesische Meer auszudehnen und sich gegen eine Eventualität in der Taiwan-Frage zu wehren. Die USA hätten das mit ihren jüngsten Annäherungsversuchen an Manila nicht deutlicher machen können.


Aber so einfach sind die Dinge nicht. Obwohl es zwischen Manila und Peking Meinungsverschiedenheiten über umstrittenes Territorium im Südchinesischen Meer gibt – und man wegen der jüngsten Geschichte instinktiv pro-amerikanisch ist –, ist die Realität, dass die Philippinen auch eine arme Nation sind und die Annäherung an die USA diesen Zustand nicht lindert. Die Philippinen brauchen einen Exportmarkt, sie brauchen Investitionen in die Infrastruktur und sie brauchen den chinesischen Tourismus. China ist nicht nur ein Nachbar, sondern das am besten positionierte Land der Welt, um all diese Dinge bereitzustellen. Dies hat die bilateralen Beziehungen trotz Momenten der Spannungen stabil gemacht. Infolgedessen verhalten sich die Philippinen in ihrer Außenpolitik nicht wie ein offener Verbündeter der USA, wie es ein Land wie Japan tut, sondern versuchen, zwischen Washington und Peking sorgfältig auszugleichen.


Diese Neuausrichtung der philippinischen Außenpolitik begann mit der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte im Jahr 2016, welcher versuchte, die geopolitische Autonomie des Landes zu behaupten, indem er Peking aktiv umwarb, während er Washington auf Abstand hielt. Dies lag daran, dass das Verständnis von Duterte darüber, was nationale Interessen ausmacht, und seine Herangehensweise an Themen wie Kriminalität und Wirtschaft, nicht mit den Visionen der USA übereinstimmten. Obwohl Duterte die USA nicht vollständig aus dem Land geworfen hat – wie seine Entscheidung zeigt, das "Abkommen über die Truppenbesuche" nicht zu kündigen –, positionierte er sein Land so, dass es nicht als Rammbock der USA gegen Peking benutzt werden könnte, weil er verstand, dass China in vielerlei Hinsicht ein nützlicher Partner ist.


Kurz nach Taiwan-Provokation Pelosis: USA versprechen "Verteidigung" der Philippinen





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Es wird angenommen, dass der neugewählte Präsident, Ferdinand Marcos Jr., möglicherweise mehr zu den USA neigt als Duterte, insbesondere angesichts der Erblast, die er durch seinen Vater trägt. Seine Entscheidung, das Jahr mit einem offiziellen Besuch in China zu beginnen, um in den bilateralen Beziehungen einen "Gang höher zu schalten", wie er es nannte, ist jedoch ein Hinweis darauf, dass die Strategie des Ausgleichs zwischen Washington und Peking in der philippinischen Außenpolitik fortgesetzt wird. Es ist klar, dass Marcos Jr. bei seinem Besuch nicht nur versucht hat, den Aspekt der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken, sondern auch China zu versichern, dass die Philippinen nicht zu einer militärischen Plattform für die USA werden.


Wie sich das aber letztendlich auswirken wird, bleibt abzuwarten. Es wird angenommen, dass die USA im Jahr 2023 versuchen werden, die Spannungen in der Straße von Taiwan weiter zu verschärfen. Das Ziel dabei wird natürlich sein, jegliche Einheit und harmonische Beziehungen zwischen China und den asiatischen Ländern zu brechen, mit der Absicht, die eigene militärische Macht tiefer zu projizieren, so wie man es im Fall der Ukraine auch getan hat. Wie wird Manila diese Krisen meistern? Wie wird man den Anfragen der USA nach mehr Zugang für die amerikanischen Streitkräfte begegnen? Und wie wird China mit dieser Situation umgehen? Während der Staatsbesuch von Ferdinand Marcos Jr. an der diplomatischen Front vielversprechend war, sagt er wenig darüber aus, was letztendlich folgen wird.


Aus dem Englischen


Timur Fomenko ist ein politischer Analyst.


Mehr zum Thema - Die militärisch-strategische Dynamik des neuen Kalten Krieges im asiatisch-pazifischen Raum


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08.01.2023

Ziel: Dritter Weltkrieg? – CNN rekrutiert Washingtons schlimmsten Kriegstreiber

meinungsfreiheit.rtde.life, 7 Jan. 2023 20:38 Uhr, Von Caitlin Johnstone

CNN hat fast Lichtgeschwindigkeit erreicht und innerhalb einer Millisekunde den ehemaligen Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses, Adam Kinzinger, als Experten rekrutiert, kaum dass dieser von seinem politischen Amt abgetreten war.


Quelle: Legion-media.ru © Olekcii Mach (Bild)


Zitat: Adam Kinzinger, der vor seinem Abgang aus dem Repräsentantenhaus stattliche Wahlkampfspenden von den Waffenherstellern Lockheed Martin, Boeing, Raytheon und Northrop Grumman erhielt, galt wohl als der ungeheuerlichste Kriegshetzer auf dem Capitol Hill.


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Niemand im Kongress setzte sich so aggressiv dafür ein, den Dritten Weltkrieg loszutreten, wie Kinzinger es im vergangenen Jahr tat. Er versuchte, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der einen heißen Krieg gegen Russland ermöglicht hätte, falls Moskau bestimmte "rote Linien" in der Ukraine überschreiten sollte, fand aber keine Unterstützer dafür, weil selbst seine Kollegen in der Fraktion der Falken den Vorstoß für zu verrückt hielten. Kinzinger war die lauteste Stimme im US-Kongress, die bereits in den ersten Kriegswochen nach einer Flugverbotszone über der Ukraine rief, eine Forderung, die selbst von den Massenmedien kritisiert wurde, da dies zwangsläufig dazu geführt hätte, dass das US-Militär russische Kriegsflugzeuge hätte abschießen müssen, was auf aggressive Weise einen Atomkrieg provoziert hätte.


Kinzinger war im Jahr 2022 ein dermaßen wahnsinniger und gemeingefährlicher Verrückter, dass er noch während seiner Amtszeit offizielles Mitglied der vom Imperium geförderten Online-Trollfarm namens "NAFO" (North Atlantic Fellas Organization) wurde, die von einem regelrechten Neonazi gegründet wurde, der von Kinzinger sowohl vor als auch nach der Enthüllung dieser Tatsache offen unterstützt wurde – selbst nachdem Enthüllungen über den Hass des Gründers auf Juden und seine Zuneigung zu Hitler im Netz auftauchten. Noch als amtierender Kongressabgeordneter hetzte er mit dem entsprechenden Hashtag seine Mitstreiter bei "NAFO" auf Twitter-User, um deren Kritik an einer US-Außenpolitik, die seiner psychopathischen Kriegstreiberei entgegenstand, in den sozialen Medien anzugreifen und mit Kommentaren zu überfluten.



Vor dem Krieg in der Ukraine forderte Kinzinger, unmittelbar nach dem Abzug der US-Truppen, die erneute Invasion Afghanistans und tobte über den öffentlichen Widerstand gegen einen "endlosen Krieg". Davor bejubelte er Trumps Ermordung des iranischen Militärführers Qasem Soleimani, forderte US-Interventionismus in Venezuela, verteidigte den von den USA unterstützten Krieg gegen den Jemen, rief zur Invasion Syriens auf und drängte ganz allgemein bei jeder Gelegenheit auf mehr Krieg und Militarismus. Davor half er dem Imperium, als Mitglied der US Air Force, Iraker zu töten. Kinzinger ist online ein derartig unausstehlicher Kriegstreiber, dass selbst ich ihn "den schlimmsten Twitter-Account aller Zeiten" genannt habe.


Kein Wunder also, dass er umgehend von einem kriegstreibenden Propagandanetzwerk aufgegriffen wurde, sobald er verfügbar wurde, um sicherzustellen, dass seine Kriegstreiberei eine möglichst große Plattform erhält. So witzelte Dave DeCamp von Antiwar über das Engagement von Kinzinger bei CNN: "All seine Appelle für den Dritten Weltkrieg müssen ihm diesen Job eingebracht haben."


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Die Eingliederung von Kinzinger in die Industrie der Kriegspropaganda war so vorhersehbar, dass Glenn Greenwald sie im vergangenen Oktober in eine Twitter-Umfrage mit einbezog und sein Publikum fragte, wohin die Karriere von Kinzinger nach seinem Ausscheiden aus dem Kongress voraussichtlich führen werde, wobei CNN eine der Optionen war. Wie einer seiner Twitter-Follower es ausdrückte: "Die Drehtür vom Kongressabgeordneten zum Medienkommentator zum Lobbyisten dreht sich in Washington so schnell, dass sie tatsächlich die Rotation der Erde relativ zur Sonne beeinflusst."


Krieg ist der Kitt, der das US-Imperium zusammenhält, und um diesem Zweck zu dienen, bedarf es endloser Kriegspropaganda. Kriegspropagandisten trennt bei den endlosen militärischen Massakern, die sie unterstützen, nichts mehr von jenen Menschen, die tatsächlich den Abzug betätigen. Wir sehen dies in der Art und Weise veranschaulicht, wie Kinzinger in der Lage war, nahtlos vom Abwerfen von Bomben als Pilot der Air Force zur Verabschiedung von Gesetzen zum Abwerfen von Bomben im US-Kongress hin zum Erzeugen von Zustimmung zum Abwurf von Bomben bei CNN übergehen konnte.


Wir leben unter dem Joch eines Imperiums, das von Lügen und dem Blut von Menschen angeheizt und von den fortwährenden Bemühungen mörderischer Kriegsschlampen wie Adam Kinzinger vorangetrieben wird.


CNN ist der perfekte Arbeitsplatz für ihn.


Aus dem Englischen


Caitlin Johnstone ist eine unabhängige Journalistin aus Melbourne, Australien. Ihre Website findet sich hier und man kann ihr auf Twitter unter @caitoz folgen.


Mehr zum Thema - "Erneuerung der Demokratie": Hillary Clinton bekommt neuen Job an Universität


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08.01.2023

Putins Grußbotschaft an Indien: Die Stärke der russisch-indischen Partnerschaft

meinungsfreiheit.rtde.life, 8 Jan. 2023 14:37 Uhr, Von Andrew Korybko

Aus Putins prägnanter Grußbotschaft zum neuen Jahr an Indien lässt sich viel extrapolieren, was die Absicht der vorliegenden Analyse ist. Es soll kurz umrissen werden, was Präsident Putin in jedem Teil seiner Grußbotschaft gemeint hat, um dem Leser ein solides Verständnis über die Zukunft der russisch-indischen strategischen Partnerschaft zu vermitteln.







Quelle: Legion-media.ru © Mattia Dantonio


Präsident Putin entsandte zum Jahreswechsel Grußbotschaften an alle Staatsführer der engsten Partner seines Landes, zu denen natürlich auch Indien gehört. Die Grußbotschaft, die er an Präsidentin Droupadi Murmu und Premierminister Narendra Modi schickte, enthielt mehr, als man zwischen den Zeilen vielleicht zu lesen vermag. Der nachfolgende Text gibt den Inhalt der Mitteilung des russischen Staatschefs an die indischen Amtskollegen wieder:


"In der Grußbotschaft an die Präsidentin der Republik Indien, Droupadi Murmu, und an den Premierminister Indiens, Narendra Modi, betonte Präsident Putin, dass Russland und Indien im Jahr 2022 den 75. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen begingen und – sich auf die positiven Traditionen der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts stützend – beide Länder ihre besonders privilegierte strategische Partnerschaft weiter ausbauen, nebst Energie, Militärtechnologie und anderen Bereichen der Zusammenarbeit, groß angelegte Handels- und Wirtschaftsprojekte verfolgen und ihre Bemühungen koordinieren, um wichtige Angelegenheiten regionaler und globaler Herausforderungen anzugehen. In seiner Botschaft unterstrich Präsident Putin, dass er zuversichtlich sei, dass Indiens kürzlich angetretene Präsidentschaften bei der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und bei der G20 neue Möglichkeiten für den Aufbau einer mehrdimensionalen russisch-indischen Zusammenarbeit zum Nutzen beider Völker eröffnen werden, im Interesse der Stärkung von Stabilität und Sicherheit in Asien und der ganzen Welt."


Indiens Außenminister zu Lawrow: Neu-Delhi will Vorteile seiner Kooperation mit Moskau beibehalten



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Aus dem obigen Text kann vieles extrapoliert werden, was die Absicht dieser Analyse ist. Es soll kurz umrissen werden, was Präsident Putin in jedem Teil seiner Grußbotschaft gemeint hat, um dem Leser ein solides Verständnis über die Zukunft der russisch-indischen strategischen Partnerschaft zu vermitteln.


Die Grußbotschaft eröffnete damit, die drei Vierteljahrhunderte währenden Beziehungen zwischen beiden Ländern hervorzuheben, was betont, wie weit diese Beziehungen formal bereits zurückreichen. Putin hielt es auch für angebracht, Beobachter daran zu erinnern, dass Russland und Indien einander immer mit gegenseitigem Respekt begegnet sind, was im Gegensatz dazu steht, wie gewisse andere Länder diesem südasiatischen Staat entgegentreten. Auf dieser Grundlage konnte man strategisch erfolgreiche Beziehungen aufbauen, die Präsident Putin ebenfalls kurz angesprochen hat.


Die "groß angelegten Handels- und Wirtschaftsprojekte", auf die er sich bezog, stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Nord-Süd-Transportkorridor (NSTC), auf den sich der russische Präsident im vergangenen Monat mehrmals bezog. Das erste Mal während eines Treffens mit dem Rat für strategische Entwicklung und nationale Projekte am 15. Dezember, das zweite Mal eine Woche später am 22. Dezember während einer spontanen Pressekonferenz und zum letzten Mal zwei Tage später am 24. Dezember während eines informellen Gipfeltreffens mit den Staatsoberhäuptern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).


Die Dimension im Bereich der Energie der russisch-indischen strategischen Partnerschaft ist diejenige, die im vergangenen Jahr am stärksten skaliert wurde, nachdem Russland zu Indiens führendem Öllieferanten wurde. Diese Beziehung ist für beide Seiten von Vorteil, da Moskau zuverlässig Einnahmen generieren kann, aus denen heraus es seine Haushaltspläne formuliert, während Neu-Delhi zuverlässig Lieferungen erhält, um seine Wirtschaft, die im vergangenen Jahr doppelt so schnell gewachsen ist, weiter anzukurbeln. Beide Länder arbeiten auch sehr eng im Bereich der Kernenergie zusammen, während Flüssigerdgas (LNG) ebenfalls ein vielversprechender Vektor bleibt.


Und es wird wieder nichts! Baerbocks Abfuhr in Indien





Meinung

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Zum Thema der militärischen Zusammenarbeit: Russische Waffen helfen Indien, die Glaubwürdigkeit seiner Abschreckungsfähigkeiten gegenüber China und Pakistan aufrechtzuerhalten, was wiederum das Risiko eines heißen Konflikts zwischen diesen Ländern verringert und damit die Chancen auf politische Lösungen bei Streitigkeiten erhöht. Darüber hinaus versorgt Moskau Neu-Delhi mit hochmoderner Technologie, bei der man auch bereit ist, diese in Indien herstellen zu lassen, was kein anderer Partner Indiens im militärischen Bereich auch nur in Erwägung ziehen würde.


Der vage Hinweis von Präsident Putin auf "andere Bereiche der Zusammenarbeit" impliziert wahrscheinlich Russlands Forderung an Indien, seine Exporte nach Russland um das satte Fünffache zu steigern. Damit soll nicht nur das Handelsdefizit zwischen beiden Ländern ausgeglichen werden, das dadurch entstanden ist, dass Neu-Delhi im vergangenen Jahr außerordentlich viel Öl aus Russland bezogen hat, sondern es sollen durch die Exportsteigerung auch die Wirtschaftsbeziehungen umfassend diversifiziert werden, um dem NSTC mehr Gewicht zu verleihen.

Indem Putin in seiner Grußbotschaft dazu übergeht, wie Russland und Indien weiterhin "ihre Bemühungen koordinieren, um wichtige Angelegenheiten regionaler und globaler Herausforderungen anzugehen", spielt Präsident Putin auf den Wunsch an, gemeinsam mit dem Iran ein drittes Einflusszentrum zu schaffen, um der Bi-Multipolarität zum Durchbruch zu verhelfen.


"Definitiv keine Kolonie" – Indien fährt souveränen Kurs und trotzt antirussischen Sanktionen





Analyse

"Definitiv keine Kolonie" – Indien fährt souveränen Kurs und trotzt antirussischen Sanktionen




Der letzte Satz über die persönlichen Hoffnungen des russischen Staatschefs in Bezug auf die strategische Partnerschaft kann als Bekräftigung der Unterstützung seines Landes für die angestrebte Führung Indiens im Globalen Süden durch seinen Vorsitz in der G20 und seine langjährige Forderung nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat interpretiert werden. Präsident Putin drückt auch seine Zuversicht aus, dass Indiens rascher Aufstieg zu einer global bedeutenden Großmacht im vergangenen Jahr auch für Russland weiterhin von beiderseitigem Vorteil sein wird.


Alles in allem lässt sich also der Schluss ziehen, dass die Grußbotschaft des russischen Staatsoberhauptes an Indien zur Jahreswende tatsächlich viel aussagekräftiger ist, als viele Beobachter vielleicht gedacht hätten. Putin bewegte sich prägnant entlang der Bandbreite der russisch-indischen Beziehungen und lobte die neu entdeckte Rolle seines strategischen Partners in globalen Angelegenheiten. Niemand sollte daher daran zweifeln, dass sich die besondere und privilegierte russisch-indische strategische Partnerschaft auch in diesem Jahr als eine der einflussreichsten entwickeln wird.


Aus dem Englischen


Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer Politologe. Er spezialisiert sich auf die US-Strategie in Afrika und Eurasien, Chinas "Neue Seidenstraßen"-Initiative, Russlands geopolitischen Balanceakt sowie hybride Kriegsführung.


Mehr zum Thema - Telefonat statt Treffen: Putin sprach mit Indiens Premierminister Modi


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08.01.2023

Lebenshaus-Newsletter, 8. Januar 2023

Liebe Freundinnen und Freunde,


diesen Newsletter möchte ich einleiten mit einem kurzen Gedanken von Ammon Hennacy (1893 - 1970), US-amerikanischer christlicher Pazifist, Anarchist und prägende Persönlichkeit der Catholic-Worker-Bewegung.


Nur zwischen den Kriegen

ein Pazifist zu sein, ist so,

wie nur zwischen den Mahlzeiten

ein Vegetarier zu sein.


(Ammon Hennacy - zit. nach: Frieden stiften - jeden Tag)


Mehr über Ammon Hennacy ist hier zu finden: https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=c1672bcf6a&e=51d2a34ef5


An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei all den Menschen bedanken, die "Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie" im vergangenen Jahr mit einer Spende unterstützt haben! Selbst die Finanzierungslücke, die zu Weihnachten noch bestand, konnte bis zum Jahresende geschlossen werden. Herzlichen Dank!!!


Ich wünsche einen guten Start in das Jahr 2023 sowie genügend Kraft und Hoffnung angesichts der Herausforderungen, die sich uns stellen!


Ihr / Euer

Michael Schmid


Die Texte und Informationen in unserem Newsletter und auf unseren Websites dienen der Information und sollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Sie entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autor*innen und geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


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Artikel



** Warum ein US-Friedensaktivist in Deutschland ins Gefängnis muss

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Während die Atomkriegsgefahr in Europa steigt, wird der US-Amerikaner LaForge in ein Hamburger Gefängnis geschickt. Bei einem Protest gegen US-Atomwaffen betrat er den Fliegerhorst Büchel. Er sagt: Nuklearwaffen sind das Verbrechen. Von David Goeßmann. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=b46d88ab65&e=51d2a34ef5



** Mit Fehlern behaftete Würdigung des Zivilen Ungehorsams in Mutlangen von 1983-1987

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Es gibt Bücher, die einen als Rezensenten in einen Konflikt bringen. Was tun, wenn das Thema des zu besprechenden Buches in der eigenen Lebensgeschichte eine herausragende Rolle spielte, aber beim Lesen immer mehr falsche Darstellungen und sehr fragwürdige Interpretationen ins Auge springen? Es handelt sich um Richard Rohrmosers Promotion, in der er sich dem Zivilen Ungehorsam gegen die Atomrüstung im baden-württembergischen Mutlangen in den 1980er Jahren widmet. Von Michael Schmid. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9ccab96b62&e=51d2a34ef5



** Ja zur Hilfe für die Menschen in der Ukraine! Nein zu Waffenlieferungen!

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Die "Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen" (DFG-VK) kritisiert die geplante Lieferung von Panzern an die Ukraine: "Statt endlich die zivile Hilfe auszuweiten, werden immer mehr und immer größere Waffensysteme in den Krieg geliefert. Damit wird die Eskalationsspirale angeheizt und der Krieg ausgeweitet", kritisiert der DFG-VK-Bundessprecher Jürgen Grässlin, Experte für Waffenexporte: "Deutschland muss mit aller Kraft zivil helfen!" >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=b61ba5e09a&e=51d2a34ef5



** "Ruhm für die Ukraine!"

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Am 28. Dezember 2022 hielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem hauseigenen Parlament in Kiev eine Rede, die auf seiner Plattform - der Plattform des ukrainischen Präsidenten - in Ukrainisch, Russisch und Englisch zum Lesen zur Verfügung steht. Globalbridge.ch hat die ganze Rede in die deutsche Sprache übersetzt und hat sich zusätzlich erlaubt, zur Abkürzung der Lesezeit die bemerkenswertesten Sätze darin in fette Schrift zu setzen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=403827262f&e=51d2a34ef5



** Ukraine: Chronik der westlichen Einmischung

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Die Intervention des Westens im Umsturz von 2014 wird oft heruntergespielt. Sie passt nicht ins NATO-Narrativ von diesem Krieg. Von Helmut Scheben. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e9236e62cf&e=51d2a34ef5



** Ukraine: "Ohne Hilfe der USA hätte es keinen Staatsstreich gegeben"

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Kein westliches Land hätte einen solchen Gewalt-Aufstand wie auf dem Maidan toleriert, sagte der damalige Ministerpräsident Asarow. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=8304b95ce7&e=51d2a34ef5



** Aushungern, Belagern: Politik im 21. Jahrhundert

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Aserbaidschan sperrt seit bald drei Wochen die Lebensader Bergkarabachs. Abertausende sind ohne Lebensmittel und Medikamente. Von Amalia van Gent. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1d726fc496&e=51d2a34ef5



** Atomkraft: Schluss jetzt! Streckbetrieb ist nutzlos und gefährlich

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Der Atomkonsens sah ein Aus der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke (AKW) Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland zum 31. Dezember 2022 vor. Doch mit der Entscheidung zum Streckbetrieb bis April 2023 haben die Bundesregierung und der Bundestag diesen breiten gesellschaftlichen Kompromiss aufgekündigt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert diese Entscheidung aufs Schärfste und warnt vor den atomaren Gefahren auch im Streckbetrieb. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=bcb73ca710&e=51d2a34ef5 (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=114e547e61&e=51d2a34ef5)



** 2022 sind weltweit die Zahl der AKW und die Atomstromproduktion gesunken

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Ende 2022 erzeugten weltweit laut der Statistiken der amtlichen IAEA (International Atomic Energy Agency) nur noch 422 Atomreaktoren Strom. 20 Jahre früher im Jahr 2002 waren es noch 444. Nachdem schon im Jahr 2021 die weltweite Atomstromproduktion mit 2.653 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) kleiner war als fünfzehn Jahre zuvor im Jahr 2006 mit 2661 TWh (IAEA), wird im Jahr 2022 durch den Stillstand vieler alter und defekter AKW gerade in Frankreich die Atomstromproduktion nochmal gesunken sein. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=0c3305f5b0&e=51d2a34ef5



** Fallstricke des gewaltfreien Reformismus

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Mit aufsehenerregenden gewaltfreien Aktionen setzt die "Letzte Generation" klare Zeichen gegen den drohenden Klimakollaps. An vielen Punkten zeigen sich allerdings eine erschreckende Naivität und Staatsgläubigkeit der Organisation, die Lou Marin in seinem Kommentar ebenso kritisiert wie die banalen Minimalforderungen und fragwürdige interne Strukturen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=31995799ee&e=51d2a34ef5



** Gemeinsame Erklärung: Klimaschutz statt Repression: Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gilt auch im Umgang mit der "Letzten Generation"!

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Mit dem Vorwurf der "Bildung einer kriminellen Vereinigung" nach § 129 StGB fahren die Strafverfolgungsbehörden schweres Geschütz gegen gewaltfreien Klimaprotest auf, der mit der Einhaltung der Klimaschutzziele ein verfassungs- und völkerrechtlich legitimiertes Anliegen verfolgt. Angesichts der weitreichenden Grundrechtseingriffe, die durch diesen Vorwurf gerechtfertigt werden, halten wir die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neuruppin nach § 129 StGB gegen Menschen aus der Bewegung "Letzte Generation" für unverhältnismäßig. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=6ff90448b1&e=51d2a34ef5



** Eine Erde, Eine Gesundheit – Samen der Freiheit gegen Hunger, Mangelernährung und Krankheit ausbringen

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Das industrielle Landwirtschaftsmodell basiert auf Gewalt und Krieg – Krieg gegen die Erde und gegen unsere Körper. Es hat zu strukturellem Hunger, Mangelernährung und Krankheit geführt. Wir müssen zu gewaltfreien Alternativen übergehen, die die Gesundheit des Planeten und der Menschen schützen, die die biologische Vielfalt regenerieren und gesunde Böden und gesunde Lebensmittel schaffen. Von Vandana Shiva. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=6459b29492&e=51d2a34ef5



** Kältestrom und Wärmestrom: Ernst Bloch und die Gaspreisbremse

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"Wärmestrom - Kältestrom": Was Ernst Bloch mit der gegenwärtigen Angst vor dem Frieren, der Gaspreisbremse der Bundesregierung und dem Ende der Weimarer Republik zu tun hat. Eine Analyse. Von Michael Jäger. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=bf9ca70001&e=51d2a34ef5



** Es gibt nur eine Menschenwürde - Asylbewerberleistungsgesetz abschaffen!

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In einem von PRO ASYL, BAfF e.V. und Flüchtlingsrat Berlin initiierten Appell fordern 62 Organisationen das gleiche Recht auf Sozialleistungen für alle in Deutschland lebenden Menschen, ohne diskriminierende Unterschiede. Leistungsempfänger*innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz müssen in das reguläre Sozialleistungssystem und damit auch in das Bürgergeld integriert werden. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=cc231fd25c&e=51d2a34ef5

Hinweise



** Rendite für die Rüstungsindustrie: "Die Wunschlisten beim Militär sind lang"

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Neue Bomber, neue Bomben: Ampelkoalition rüstet Bundeswehr auf. Friedensbewegung fordert Ende "nuklearer Teilhabe". Gespräch mit Martin Singe >> ogy.de/zj7b



** Bundeswehr: Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat sich 2022 fast verfünffacht

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Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Das hat vor allem mit dem Ukrainekrieg zu tun. Viele Antragsteller gaben an, nicht mit einer kriegerischen Auseinandersetzung gerechnet zu haben. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=66d85fce20&e=51d2a34ef5


Zur Kriegsdienstverweigerung siehe ebenfalls:

* Mehr zum KDV-Verfahren und Beratung bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1ceaf52323&e=51d2a34ef5

* Aktion: Nein – meine Kinder gebe ich nicht. Nein – schießen werde ich nicht! "Jetzt den Kriegsdienst verweigern!" >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=24863b08a0&e=51d2a34ef5

* Zu persönlichen Erfahrungsberichten und Hintergrundinformationen zur Kriegsdienstverweigerung in Deutschland West und Ost: "Kriegsdienstverweigerer. Unsere Geschichten" >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=9ae6b637ab&e=51d2a34ef5



** Petition: Russland, Belarus, Ukraine: Schutz und Asyl für Deserteure und Verweigerer

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Zeigen wir unsere Solidarität mit Verweigerern und Deserteuren! Unterzeichne jetzt! Fordere die Europäische Union mit uns auf:

* Geben Sie Deserteuren und Verweigerern aus Belarus und der Russischen Föderation Schutz und Asyl!

* Fordern Sie die ukrainische Regierung auf, die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern einzustellen und ihnen ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu garantieren!

* Öffnen Sie die Grenzen für diejenigen, die sich unter hohem persönlichen Risiko in ihrem Land gegen den Krieg stellen!


Link zur Petition >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1c16db18a4&e=51d2a34ef5

Die Unterschriftensammlung läuft noch bis März 2023. Die Petition wurde initiiert von: Connection e.V., Internationaler Versöhnungsbund, War Resisters‘ International und dem Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung.

Weitere Organisationen, welche die Petiton unterstützen, finden sich hier >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=b94a228906&e=51d2a34ef5


Siehe ebenfalls: Rudi Friedrich: Kriegsdienstverweigerung in Russland, Ukraine und Belarus, in: FriedensForum 1/2023 >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=38e4a17f93&e=51d2a34ef5



** Mit Wärme-Rekord ins neue Jahr

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In Europa ist der Jahreswechsel wärmer als je zuvor, und in Nordamerika bricht ein arktischer Wintersturm alle Rekorde. Das Wetter-Rekordjahr 2022 bleibt sich bis zum Ende treu.>> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=bdd4299f08&e=51d2a34ef5



** Deutschland verfehlt Klimaziel für 2022

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Obwohl Haushalte und Industrie 2022 weniger Energie verbrauchten, hat Deutschland sein Klimaziel verfehlt. Hauptursache ist der Mehreinsatz fossiler Brennstoffe, so die Jahresbilanz von Agora Energiewende. Der Thinktank warnt vor Trends, die das Erfüllen der Klimaziele auch in den nächsten Jahren infrage stellen. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=015fac48c3&e=51d2a34ef5



** Lage in Lützerath spitzt sich zu

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Die Auseinandersetzung um den Erhalt des von Abbaggerung bedrohten Ortes Lützerath im Rheinland wird schärfer. Während sich die Polizei in Richtung des Ortes vorarbeitet, um die Räumung vorzubereiten, mobilisieren Klimabewegte und Umweltverbände für den Erhalt des Ortes und einen sofortigen Kohleausstieg. >> https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=ff78807e22&e=51d2a34ef5


Demo am 14. Januar 2023, 12 Uhr, in Lützerath: "Lützerath schützen – Kohle stoppen – Räumung verhindern" >> ogy.de/56f7

Veranstaltungstermine finden sich u.a.:

* Netzwerk Friedenskooperative (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=fcaf77a483&e=51d2a34ef5)

* Die AnStifter (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=e2bf215e5b&e=51d2a34ef5)

* Bessere Welt Links. Norbert's Bookmarks für engagierte Leute (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=b383e0c9b0&e=51d2a34ef5)

* Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=299a1b32e3&e=51d2a34ef5)

* .ausgestrahlt Termine (https://lebenshaus-alb.us2.list-manage.com/track/click?u=38051d55d1f126d064e4cd1f4&id=1e2b4c7344&e=51d2a34ef5)


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Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.

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D-72501 Gammertingen

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08.01.2023

«Ohne Hilfe der USA hätte es keinen Staatsstreich gegeben»

seniora.org, vom 07. Januar 2023, Red. infosperber / 7.01.2023 - übernommen von infosperber.ch

Kein westliches Land hätte einen solchen Gewalt-Aufstand wie auf dem Maidan toleriert, sagte der damalige Ministerpräsident Asarow.


Protestiernde in Kiew am 18.2.2014. Mstyslav ChernovCC BY SA 3.0
Protestiernde in Kiew am 18.2.2014 © ChernovCC-BY-SA-3.0


upg. Als Grund für die wochenlangen Unruhen im Jahr 2013/14 auf dem Maidan in Kiew wird immer wieder folgendes Narrativ erzählt: Der damalige Präsident Janukowitsch habe sich unerwartet geweigert, das mit der EU ausgehandelte Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen. Das habe eine spontane Protestbewegung ausgelöst. Als sich die Lage zuspitzte, hätte sich dann das westliche Ausland eingemischt, um die demokratischen Kräfte zu unterstützen.


Premierminister war damals Nikolai Asarow. Er war vier Jahre lang bis zu seinem Rücktritt Ende Januar 2014 Regierungschef   – und damit der am längsten regierende Premierminister der unabhängigen Ukraine. Asarow widerspricht dem westlichen Narrativ. Er lebt heute in Moskau und erarbeitet in einem «Komitee zur Rettung der Ukraine», das in Opposition zur derzeitigen Regierung in Kiew steht, politische Vorschläge für die Zukunft der Ukraine. Wir dokumentieren im Folgenden ein Interview, das der Journalist Stefan Korinth im November 2016 mit Asarow über den genauen Hergang aus dessen Sicht führte.


Dieses Interview erschien am 21. November 2016 auf Teleopolis.


Herr Asarow, wir sprechen heute [2016], zum dritten Jahrestag des Maidanbeginns. Auslöser der Proteste damals war ja die Ablehnung des Assoziierungsabkommens durch Sie und Präsident Viktor Janukowitsch. In deutschen Medien hiess es damals immer, Sie hätten das Abkommen überraschend abgelehnt. In den Medien wurden auch selten Gründe genannt. Könnten Sie für das deutsche Publikum die Ablehnungsgründe nochmal genau erläutern?


Nicolai Asarow 600x670










Nikolai Asarow © ITAR/TASS

















Nikolai Asarow: In den westlichen Medien ist diese Frage sehr wenig objektiv betrachtet worden. Bitte beachten Sie, dass das Assoziierungsabkommen bereits 2012 paraphiert worden war. Das heisst, die Vereinbarung war im Prinzip fertig, zwei Jahre, bevor der Maidan passierte. Daraus folgt die einfache Frage: Warum wurde das Abkommen 2012 oder 2013 nicht unterschrieben, wenn es denn fertig war? Der Grund dafür ist, dass die Europäische Kommission die Unterzeichnung des Abkommens von der Freilassung Julia Timoschenkos abhängig gemacht hat. Und die ukrainische Seite war unzufrieden mit den im Abkommen festgehaltenen Ergebnissen zum Freihandel.


Das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der EU sollte im Prinzip zeitgleich mit einem Freihandelsabkommens zwischen der Ukraine und Russland in Kraft treten. Das hätte bedeutet, dass die ukrainischen Grenzen auf beiden Seiten offen gewesen wären für Waren, Dienstleistungen und Kapital. Das führte zu einem Konflikt zwischen Russland, der Ukraine und der EU, mit dessen Lösung wir uns beschäftigen mussten.


Diese Verhandlungen haben sich sehr, sehr schwierig gestaltet. Sie müssen sich das so vorstellen, dass wir die Fragen am Anfang jeweils bilateral besprochen haben. Das heisst, wir sind nach Brüssel gefahren, haben dort gesprochen. Danach sind wir nach Moskau gefahren und haben dort gesprochen. Und nachdem diese Gespräche nichts gebracht haben, weil auf beiden Seiten keine Einigung erzielbar war, habe ich den Vorschlag gemacht: «Egal wo, aber lasst uns zu dritt zusammensitzen und das klären.»


«Die EU hat dreiseitige Gespräche komplett abgelehnt»

Und erst im September 2013 hat Russland solchen trilateralen Gesprächen überhaupt zugestimmt. Obwohl es schon nicht einfach war, Russland zu einem dreiseitigen Treffen zu bewegen, hat es die EU aber komplett abgelehnt, und gesagt: «Das ist kein Thema, was einem dreiseitigen Gespräch zusteht. Das ist eine Sache nur zwischen der Ukraine und Europa!»


In dieser Zeit hat sich ein Handelsbilanzdefizit von elf Milliarden im Handel zwischen der Ukraine und Europa ergeben. Das heisst die ukrainischen Importe waren um elf Milliarden höher als die Exporte nach Europa. Uns war klar, dass wir in dem Moment, wo wir die Grenzen für Waren und Dienstleistungen öffnen, sofort mit der hohen wirtschaftlichen Entwicklung der westlichen Unternehmen konkurrieren müssen.


Deswegen haben wir uns an die EU gewendet und darum gebeten, Unterstützung für die Modernisierung unserer Wirtschaft zu bekommen. Damit wir auf mittlere Sicht zumindest konkurrenzfähig im Freihandel mit Europa werden können. Und wir hatten Hoffnung, dass diese Frage positiv beschieden wird. Aber an dieser Stelle gab es eben keine Einsicht und auch keine Unterstützung.


Ich würde gern noch zwei, drei Gedanken zum Inhalt dieses Assoziierungsabkommens anbringen.


Bitte

Das, was wir in Wahrheit nach Europa exportieren können, sind zum grossen Teil Agrarprodukte. Aber ausgerechnet diese Produktkategorien wollte die EU sehr limitieren durch Einfuhrquoten. Ein Beispiel: Als wir die Gespräche mit Europa begonnen haben, war die Quote für die Einfuhr von Getreide in die EU 20’000 Tonnen. Im Verlauf der Gespräche habe ich es geschafft, dass wir die Quote zumindest auf 200’000 Tonnen erhöhen konnten. Aber die Ukraine produziert mehr als 60’000’000 Tonnen. Und das potenzielle Volumen, das die Ukraine exportieren könnte, sind 30 ’000’000 Tonnen. Die Frage, die sich für mich natürlich gestellt hat, ist: «Was ist das für ein Freihandelsabkommen, wenn gerade das, was wir exportieren können, sich nicht exportieren lässt, weil man es durch Quoten sehr stark begrenzt?»


Oder wir hätten mehr als 1’000’000 Tonnen Fleisch in die EU liefern können. Und man hat uns eine Quote von 20’000 Tonnen zugestanden. Wir wären auch in der Lage gewesen, ein grosses Volumen an Stahl zu exportieren. Die Produkte des Maschinenbaus, die wir unter Umständen auch hätten exportieren können, die waren natürlich limitiert und reglementiert durch die technischen Normen der EU, die nicht identisch waren mit denen der Ukraine.


Aus diesen ganzen Punkten heraus hat sich Ende 2013 die Meinung manifestiert, dass der ökonomische Teil des Assoziierungsabkommens in der derzeitigen Form für die Ukraine nicht vorteilhaft gewesen ist. Aber ich unterstreiche nochmal: Alle Gespräche sowohl mit der EU als auch mit Russland wurden vertraulich geführt. Nichts davon ist an die Medien durchgesickert. Wir haben darauf gehofft, irgendwie einen Kompromiss zu finden.


Aber im November 2013: Was hatten wir damals vom Gipfeltreffen mit der EU? Die finanzielle Hilfe für die Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft wurde abgelehnt. Die Erhöhung der Quoten wurde abgelehnt. Ein Überbrückungskredit wurde ebenfalls abgelehnt. Daher hat sich für uns die Frage gestellt, die Unterschrift zu verschieben, bis wir die eben benannten Probleme mit einem Kompromiss gelöst haben.


Diesen Moment hat man zur Vorbereitung eines Staatsstreichs genutzt. Auf der diplomatischen Ebene hat Barroso [damals EU-Kommissionspräsident] sehr klar gesagt: «Wenn ihr das nicht unterschreibt, wird es ein anderer Präsident und ein anderer Premierminister unterschreiben.» Ich glaube, dass diese Aussage sehr deutlich unterstreicht, welches Machtverhältnis zwischen der EU und der Ukraine damals existierte.


Aufarbeiten der Geschichte[*]

upg. Ein Krieg darf nicht davon abhalten, die Vorgeschichte zu analysieren. Die Nato unter Führung der USA war für den 20-jährigen Angriffskrieg gegen Afghanistan verantwortlich, der eine Viertel Million Tote forderte. Präsident George W. Bush und seine Koalition der Willigen waren für den Angriffskrieg gegen den Irak, der über eine halbe Million Todesopfer forderte, verantwortlich. Wenn Historiker die Vorgeschichten analysieren und sich fragen, ob diese Kriege vielleicht hätten verhindert werden können, stellen sie damit die Verantwortung der Kriegsführenden nicht in Frage. Auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat eine lange Vorgeschichte. Über sie gilt es   – aufgrund der heutigen Quellenlage   – ebenfalls zu informieren, ohne die Verantwortung Russlands für den Krieg in Frage zu stellen.


Bevor wir zum Maidan kommen, wollte ich noch kurz beim Abkommen bleiben und einmal genauer zu den Interessen nachfragen. Sie haben gerade geschildert, dass die wirtschaftlichen Aspekte des Vertrages nicht so vorteilhaft für die Ukraine waren. Aber was waren denn dann die Vorteile, die sie sich die ukrainische Staatsführung von diesem Vertrag erhofft hat? Denn auch eine Beitrittsperspektive enthielt das Abkommen ja explizit nicht.

Das stimmt. Wir haben eigentlich über die gesamten vier Jahre lang immer wieder die Frage über eine langfristige EU-Mitgliedschaft der Ukraine auf die Tagesordnung gesetzt. Das wurde aber kategorisch abgelehnt. Und es ist richtig, im Abkommen selbst gibt es keinerlei Hinweis auf eine langfristige Beitrittsperspektive.


Aber was haben wir trotzdem als Vorteile gesehen? Erstens habe ich sehr viele Chancen gesehen, die Assoziierung mit der EU zur Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft zu verwenden. Wir wollten im Prinzip über das Abkommen europäische Investitionen ins Land holen und mit Hochtechnologie unsere Wirtschaft modernisieren. Wir sind davon ausgegangen, dass der Wettbewerb zwischen ukrainischen und europäischen Unternehmen mittel- und langfristig zu positiven Strukturveränderungen in der ukrainischen Wirtschaft führt.


Aber der wesentliche Teil des Assoziierungsabkommens war auf Rechtssicherheit und die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Wirtschaft ausgerichtet. Insbesondere in der Frage der Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit haben wir grosse Hoffnungen auf dieses Abkommen gesetzt, besonders die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit von der Exekutive um- und durchzusetzen. Die Umsetzung aller europäischen Normen angefangen von der Meinungsfreiheit über Menschenrechte mit dem Ziel einer demokratischen Gesellschaft.


Also wir haben in der Assoziierung mit der EU sowohl die Möglichkeit gesehen, uns gesellschaftspolitisch weiterzubilden und an europäische Normen anzunähern als auch das Potenzial zur wirtschaftlichen Modernisierung. Leider haben wir uns da tiefgreifend geirrt.


«Ich habe immer gesagt: Die Ukraine ist ein neutraler Staat»

Welche Interessen hat die EU denn Ihrer Meinung nach mit dem Vertrag verfolgt?

Heute ist das vollkommen klar. Das Hauptziel der europäischen Politiker war die Umsetzung amerikanischer Vorgaben, um alles zu unternehmen, dass die Ukraine geopolitisch nicht in die euro-asiatische Zollunion Russland-Kasachstan-Weissrussland eintritt. Und insbesondere die Verbindung zwischen der Ukraine und Russland zu schwächen. Und damit auch indirekt einen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu begründen.


Ich habe auf meinen Treffen mit den europäischen Führungsspitzen oft die Frage gestellt: «Warum braucht ihr das?» Ich habe nie eine Antwort bekommen. Ich habe immer gesagt: Die Ukraine ist ein neutraler Staat. Ein Staat, und das habe ich immer zum Ausdruck gebracht, der sehr gute Beziehungen haben sollte zu Europa genauso wie zu Russland. Und wir hatten weder das Ziel in die Nato einzutreten noch in einen Militärpakt mit anderen Staaten gegen Russland.


Vor uns stand die riesengrosse Aufgabe, die Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft voranzutreiben und deshalb sollte die politische Seite auch eigentlich eher im Hintergrund sein. Ich bin heute nach den vergangenen drei Jahren, in denen wir real die Entwicklungen haben mitverfolgen können, aber umso mehr überzeugt, dass besonders die Aussenpolitik der EU alles andere als unabhängig gewesen ist.


Sie haben ja gerade schon angedeutet, dass es militärische Regelungen in dem Abkommen gab …

… nein, es gab keine Paragrafen für militärische Zusammenarbeit.


Es ist aber in mehreren Artikeln des Vertrages [Artikel 7, 10 und 13] die Rede von «gemeinsamer Sicherheits- und Verteidigungspolitik», von gemeinsamer Terrorabwehr und militärischer Zusammenarbeit mit der EU.

Das sind allgemeine Themen. Terrorismusbekämpfung   – ja. Aber militärische Zusammenarbeit im klassischen Sinne   – nein.


Also es hat definitiv keine militär-politischen Absichten in dem Abkommen gegeben?

Nein.


«Diese Leute haben die Wirtschaft komplett zugrunde gerichtet»

In Ihrem Buch «Die Wahrheit über den Staatsstreich* schreiben Sie, dass Sie «die Ukraine nach Europa führen» wollten. Nun hiess es im Westen immer, Sie seien «pro-russisch». Wie passt das denn zusammen?

Ich war nie ein pro-russischer Politiker, wenn man «pro-russisch» so definiert, dass ich irgendwelche Vorgaben aus Russland umgesetzt habe. Heute sagt man, dass die, die jetzt an der Macht sind, «pro-westlich»-orientierte Politiker sind. Und die, die weggeräumt worden sind, hat man als «pro-russisch» dargestellt. Das ist grundfalsch.


Diejenigen, die jetzt an der Macht sind, führen die Ukraine sicherlich nicht nach Europa, sondern werfen sie viele Jahre in ihrer Entwicklung zurück. Wenn nach Europa, dann in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts.


Diese Leute haben die Wirtschaft komplett zugrunde gerichtet. Während meiner Zeit als Premierminister lag das durchschnittliche Einkommen bei 500 Dollar, die durchschnittliche Rente bei 200 Dollar und die Preise für Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen waren fünf- bis sechsmal niedriger als in Europa. Das heisst die Kaufkraft der 500-Dollar-Einkommen muss man, um sie mit Europa zu vergleichen, mit fünf multiplizieren.


Und heute ist das Durchschnittseinkommen auf 120 Dollar und die Renten auf 30 bis 40 Dollar gesunken. Die Preise aber sind drei- bis viermal höher als früher. Zeigen Sie mir nur ein europäisches Land, in dem vergleichbar niedrige Einkommensverhältnisse herrschen. In welchen Ländern sind rechtsradikale Parteien an der Macht und wo herrscht eine derartige Medienzensur vor wie in der heutigen Ukraine? In welchen europäischen Ländern sind Bücher und Filme verboten? Die, die heute an der Macht sind, führen definitiv keine pro-westliche Politik. Es sind, einfach ausgedrückt, Diebe und Gauner.


Ich war immer beeindruckt vom Lebensniveau in westlichen europäischen Ländern. Deshalb habe ich alles unternommen, um die Ukraine näher an westliche Standards und an das westliche Lebensniveau heranzuführen. Ich habe zum Beispiel während meiner Amtszeit erstmals in der Ukraine eingeführt, dass alle Pharmazieprodukte der GMP entsprechen müssen   – der Good Manufacturing Practice, dem europäischen Standard für pharmazeutische Produkte. Ich hatte auch vor, das in allen anderen Zweigen der Wirtschaft einzuführen.


Aber man muss im Hintergrund verstehen, dass Russland trotzdem unser grösster Wirtschafts- und Handelspartner war. Deswegen war es für uns existenziell, gute nachbarschaftliche Beziehungen zu Russland zu pflegen. Russland hat uns grosse Mengen an Öl, Gas und andere Energieträger zur Verfügung gestellt. Und historisch gesehen, haben wir mit Russland eine sehr stark gemeinschaftlich-integrierte Wirtschaft. Über die gemeinsamen Energieleitungen hat uns Russland in den kalten Wintern grosse Mengen an Energie zur Verfügung gestellt. Deswegen war es strategische Aufgabe jeder unserer Regierungen, gute nachbarschaftliche Beziehungen zu Russland zu pflegen. Und darin besteht auch die zum Ausdruck gebrachte «pro-russische» Haltung unserer Regierung.


Was war denn aus Ihrer Sicht Russlands Interesse in diesen Dreier-Verhandlungen gewesen, wenn es dazu gekommen wäre?

Die Interessen Russlands sind in dieser Hinsicht einfach und transparent. Durch die Ukraine gehen die Erdöl- und Erdgasleitungen nach Europa. Über diese deckte Westeuropa damals mehr als 30 Prozent seines Gasbedarfs. Durch die Ukraine gehen auch die Hauptinfrastrukturträger Russlands nach Europa: Schiene, Strasse, Telekommunikation. Die wichtigsten eisfreien Häfen liegen am Schwarzen Meer.


Die Ukraine war für Russland das Haupttransitland. Die Ukraine war auch der Hauptabsatzmarkt russischer Produkte. Wir haben in Russland Waren im Wert von mehr als 30 Milliarden Dollar eingekauft. Deswegen war für Russland wichtig, dass die Ukraine ein freundschaftlich gesinntes und stabiles Land bleibt. Und das ist auch wichtig für die gemeinsamen Beziehungen zwischen der Ukraine Europa und Russland.


«Ab dieser Nacht hat der Staatsstreich begonnen»

… Dann kommen wir zum Maidan. Sie haben ja damals im Regierungsviertel das alles aus nächster Nähe mitbekommen. Wie haben Sie denn persönlich die ersten Tage und Wochen des Maidan erlebt? War da schon abzusehen, dass das was Grösseres wird?

Die Demonstrationen haben am 21. November 2013 angefangen. Das waren im Prinzip friedliche und relativ kleine Demonstrationen. An manchen Tagen haben sich da bis zu tausend Leute zusammengefunden und hauptsächlich waren das Studenten. Diese Situation war ungefähr bis zum 28. November so, also bis zu dem Moment, als Präsident Janukowitsch am 28. November in Vilnius abgelehnt hat, das Assoziierungsabkommen zu unterschreiben. An diesem Tag hat das Aktionskomitee der Studenten offiziell die Entscheidung getroffen, die Proteste zu beenden.

In der Nacht vom 29. auf den 30. November sind nicht mehr als 50 bis 100 Demonstranten auf dem Platz der Unabhängigkeit gewesen. Wobei der grössere Teil derjenigen schon keine Studenten mehr waren, sondern ältere Zugereiste aus der Westukraine. Und genau ab dieser Nacht hat der Plan zum Staatsstreich begonnen.


Stellen Sie sich einfache Fragen: Wie konnten auf dem Platz der Unabhängigkeit um 4 Uhr nachts mehr als zehn Kamerateams nationaler und internationaler Medien, insbesondere polnischer Medien, sein? Das heisst, sie haben gewusst, da wird etwas passieren. Wenn sie um 4 Uhr morgens Kameras bereithalten und aufbauen, macht man das normalerweise nur, wenn man einen guten Hinweis darauf hat, dass irgendwas passiert.


Ungefähr um halb 5 Uhr morgens kamen aus Richtung Hotel Ukraina rund 100 Leute zum Maidan hinunter   – Vertreter des radikalen Rechten Sektors, bewaffnet mit Eisenstangen und Schlagstöcken. Und die haben angefangen, auf die wenigen Polizisten auf dem Platz einzuschlagen. Auf dem Platz lief ständig eine Kamera der Polizei, deshalb ist das aufgenommen worden. Ich habe diese Aufzeichnungen auch selbst gesehen. Diese Kämpfer des Rechten Sektors gingen mit glühenden Stöcken, die sie zuvor in den brennenden Mülltonnen angesengt hatten, auf die Polizisten los und versuchten, ihnen diese in die Gesichter zu stechen. Die Polizisten haben Verstärkung angefordert. Und es ist ein Spezialkommando der Berkut gekommen. Und die haben angefangen, diese 100 Kämpfer auseinanderzutreiben. In dem Zusammenhang sind auch die vertrieben worden, die ursprünglich im Zeltlager waren. In diesem Moment haben alle ukrainischen und europäischen TV-Sender angefangen zu filmen und zeigten diese Sequenz dann alle halbe Stunde im Fernsehen.


Und dann sind natürlich Bilder um die Welt gegangen, von Leuten mit eingeschlagener Nase und Blut im Gesicht, um in diesem Moment eine Stimmung zu erzeugen. Es ist alles so dargestellt worden, wie ein abscheulicher und zu verurteilender Gewaltexzess der Polizisten gegen Demonstranten. Und niemand hat die Bilder von den Provokateuren gezeigt, die diesen Konflikt begonnen haben.


In den Medien wurden Aufrufe verbreitet, zum Maidan zu kommen und die Gebäude des Präsidenten und weitere Regierungsgebäude zu besetzen. In diesem Moment hat der Prozess der bewaffneten Machtergreifung angefangen. Die Polizisten waren nicht mit Schusswaffen ausgerüstet, deshalb ist es den radikalen Demonstranten gelungen, alle wesentlichen Gebäude zu blockieren, wie das Rathaus und die Präsidentenadministration. Besetzt war auch das Gewerkschaftsgebäude. Trotz dieser klaren Verletzung aller Verfassungsnormen und Gesetze hat Präsident Janukowitsch keine Massnahmen ergriffen, diese Demonstranten gewaltsam auseinanderzutreiben.


In diesen Tagen haben die radikalen Kräfte am Maidan Barrikaden aufgebaut. Diese Kämpfer haben auch die friedlichen Demonstranten benutzt, um aus deren Schutz heraus mit Molotow-Cocktails und Steinen auf Polizisten zu werfen. Im Rathaus war ein Verhörzentrum, wohin gefangengenommene Sicherheitskräfte gebracht wurden oder auch Leute, die sie als Spione betrachtet haben. Es war völlig offensichtlich, dass ein Szenario der Machtübernahme in Gang gesetzt worden war.


Ich hatte die Botschafter der EU-Länder und den amerikanischen Botschafter eingeladen. Ich konnte sie nicht ins Regierungsgebäude einladen, denn es war blockiert von den Maidankämpfern. Deswegen hat dieses Treffen im Aussenministerium stattgefunden.


Ich habe ihnen Bilder gezeigt, insbesondere von diesen Provokateuren. Ich habe Beispiele gezeigt und gesagt: «Meine Herren Botschafter, Ihr habt einen grossen Einfluss auf Eure Länder und auf die militanten Demonstranten. Ruft sie zur Ordnung auf! Wenn sie sich nicht friedlich verhalten, wird der Staat gezwungen sein, sie mit Polizeigewalt zur Ordnung zu rufen. Die gesamte Ukraine arbeitet ruhig und im Zentrum Kiews gibt es eine Gruppe radikaler Putschisten, die versuchen, die Macht zu übernehmen.» Als Antwort der Botschafter: Schweigen.


Ich habe mich damals auch an den deutschen Botschafter gewandt. «Herr Botschafter, können Sie sich vorstellen, wenn in Deutschland eine Gruppe von militanten Demonstranten das Kanzleramt blockieren und besetzen würde? Welche Massnahmen würde in Deutschland die Polizei unternehmen?» Darauf hat er gelächelt, und gesagt: «Das ist in Deutschland unmöglich, weil Deutschland ein demokratisches Land ist.»


Ich habe das als Verhöhnung empfunden und als Zynismus. Und das habe ich ihm auch so gesagt. «Ihr denkt, in der Ukraine darf man sowas machen, aber zu Hause nicht. Man kann in der Ukraine das Regierungsgebäude besetzen. Man kann in der Ukraine Polizisten umbringen, Molotow-Cocktails werfen und zusehen, wie Leute wie Fackeln abbrennen. Und ihr glaubt, dass das alles demokratisch richtig ist.» Ich habe damals verstanden, dass Hilfe vonseiten der europäischen Botschafter und des amerikanischen Botschafters sicher nicht zu erwarten ist.

Ausserdem hat unser Geheimdienst mir jeden Tag berichtet, dass die Führer des Maidan ständig zu Konsultationen in der amerikanischen Botschaft waren. Das ist im Prinzip auch offen zugegeben worden und hat auch Obama bestätigt. Nach Kiew kamen auch Frau Nuland [Assistant Secretary of State im US-Aussenministerium] und der Chef des State Departements. Ich habe mich mit Victoria Nuland getroffen und ihr die Situation geschildert. Sie hat sie besser gekannt als ich. Und sie hat versucht, mich zu überzeugen, dass die Ukraine eine Regierung der nationalen Einheit braucht.


Ich habe ihr geantwortet, dass es in der Ukraine eine Regierung gibt, die nach der Verfassung und den Gesetzen demokratisch gewählt ist. Eine Woche vor diesem Treffen hatten ich und mein Kabinett noch das Vertrauen des Parlaments ausgesprochen bekommen, nachdem ich ein Misstrauensvotum gestellt hatte. Was geht es Frau Nuland überhaupt an, welche Regierung es in der Ukraine gibt? Wir erzählen ihnen auch nicht, was es für einen Regierung in den USA geben soll. Welche Veranlassung haben sie, uns zu erklären, welche Regierung wir brauchen?


Den gesamten Dezember über sind verschiedenste Vertreter westlicher Länder nach Kiew gereist. Da waren Kaczyński, McCainWesterwelle und viele andere. Alle diese Vertreter haben auf dem Maidan gesagt, dass sie die Demonstranten unterstützen. Nuland hat gesagt, dass der Erfolg der Demokratie, so wie sie diesen Staatsstreich genannt hat, die USA fünf Milliarden Dollar gekostet hat. Aber was hat es die Ukraine gekostet? Hunderte Milliarden, 50’000 Tote und viele bittere Schicksale.


«Vonseiten der westlichen Diplomaten gab es das permanente Mantra, unter keinen Umständen Gewalt anzuwenden gegen die Demonstranten»

Ich wollte noch kurz beim Maidan bleiben. Präsident Janukowitsch hätte also selbst entscheiden können, den Maidan mit Gewalt zu räumen? Oder hätte das der Entscheidung eines Polizeiführers bedurft?

Nach der Verfassung der Ukraine unterstehen alle Polizei- und Militärstrukturen dem Präsidenten. Die Regierung befasst sich mit sozialen und ökonomischen Fragen. Aber kein Vertreter der Regierung, des Parlaments oder der Präsident selbst hat den Auftrag zur gewaltsamen Räumung des Maidan gegeben. Die Polizisten hatten keine Schusswaffen, sie hatten Schlagstöcke, Schilder und manche hatten Reizgas.


Jetzt haben Sie ja schon erklärt, was Sie den westlichen Vertretern während des Maidan gesagt haben. Was haben die denn Ihnen gegenüber für Druck gemacht?

Vonseiten der westlichen Diplomaten gab es das permanente Mantra, unter keinen Umständen Gewalt anzuwenden gegen die Demonstranten. Ich weiss, dass Herr Biden [damals US-Vize-Präsident] Janukowitsch offen bedroht hat: Wenn er eine gewaltsame Auflösung der Demonstration durchführt, wird er eine persona non grata in Europa und in der Welt. Und gegen ihn würden Sanktionen beschlossen.


Das hat bei Janukowitsch zu einer Situation der Unentschlossenheit geführt. Und die Putschisten merkten, dass sie nicht bestraft wurden. Janukowitsch hat drei Monate lang mit ihnen Gespräche geführt. Jeden Tag haben sie mehrere Stunden gesessen, um Bedingungen für einen Kompromiss auszuhandeln. Und jedes Mal haben die Demonstranten die Versprechungen, die sie abgegeben haben, nicht eingehalten.


Ein Beispiel: Janukowitsch hatte mit den Demonstranten ausgehandelt, dass das Ministerium für Landwirtschaft geräumt werden soll. Das haben sie zugesagt, aber nicht gemacht. Er hat mit ihnen besprochen, dass sie die Blockade des Regierungsgebäudes aufheben sollen. Das haben sie versprochen, aber auch nicht eingehalten. Dasselbe gilt für das Rathaus. Und so weiter.


«Es war keine Revolution, sondern ein Staatsstreich»

In der Ukraine heisst es heute, der Maidan war eine «Revolution der Würde». Was halten Sie davon? Was war der Maidan?

Es ist völlig offensichtlich, dass es ein Staatsstreich gewesen ist. Es ist aber auch augenscheinlich, dass man einem Staatsstreich einen gewissen demokratischen Anschein geben muss. Und genau deshalb hat man den Maidan als Revolution dargestellt.


Aber wie kann das eine Revolution sein, wenn im ganzen Land eine normale Situation herrschte und nur im Zentrum Kiews sowas passierte? Wenn Sie hundert Meter weggegangen sind von diesen Maidanbarrikaden, lief das Leben in Kiew zu dieser Zeit ganz normal. Das zeigt, dass in dem ganzen Maidanprozess ein minimaler Anteil der ukrainischen Bevölkerung involviert war. Im Wesentlichen einige tausend bewaffnete Kämpfer und Aktivisten.


Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, mit denen fertig zu werden, wenn Janukowitsch die Vollmachten genutzt hätte, die ihm als Präsidenten nach der Verfassung zustehen. Der Versuch der bewaffneten Machtübernahme ist ein Verbrechen. Die Tötung von Polizisten ist auch ein Verbrechen, das bewaffnete Besetzen von Gebäuden ist genauso ein Delikt. Da entsteht eine einfache Frage: Warum hat der gesamte Sicherheitsapparat des Landes drei Monate lang nicht auf diese Verbrechen reagiert?


Heute gibt es schon eine grosse Anzahl an Beweisen. Es gibt heute sogar schon ein Geständnis von einem radikalen Aktivisten, dass er mit zwei Schüssen zwei Polizisten getötet hat («Maidan: Ich schoss ihnen ins Genick»). Es gibt auch Dokumentationen von westlichen Sendern. Es ist heute schon dokumentiert, woher die Sniper gekommen sind, wer sie gewesen sind und wer die friedlichen Demonstranten erschossen hat. Und alle diese Verbrechen sind nur begangen worden, um ein Ziel durchzusetzen: die Machtübernahme. Deswegen ist es völlig offensichtlich, dass es keine Revolution war, sondern ein Staatsstreich.


Welche Informationen haben Sie denn über die Sniper?

Zum Beispiel Herr Pashinsky, das ist einer der radikalen Putschisten, ist damals festgehalten worden beim Wegbringen von Scharfschützengewehren vom Maidan. Einer der Berater des derzeitigen Innenministers Awakow hat geholfen, einen der Scharfschützen zu befreien, der auf dem Maidan festgenommen wurde. Sie haben von diesen Festnahmen gewusst. Sie haben diese Sniper befreit. Die Sniper sind verschwunden mit unbekanntem Aufenthalt.


Die Vertreter von Staatsanwaltschaft und Polizei haben es innerhalb von drei Jahren nicht geschafft, nur einen einzigen Zeugen zu finden oder sonst irgendwie zu beweisen, dass die Scharfschützen aus den Strukturen Janukowitschs oder Berkuts gewesen wären. Oder in irgendeiner Weise zu belegen, dass der damalige Innenminister Sachartschenko oder Janukowitsch den Auftrag für die Sniper gegeben hätten. Ich unterstreiche: Innerhalb von drei Jahren keinerlei Beweise.


Dafür gibt es bei uns eine grosse Anzahl von Beweisen, dass insbesondere Jazenjuk, Poroschenko, Pashinsky und Turtschinow in die Organisation dieser bewaffneten Auseinandersetzungen involviert gewesen sind. Die Maidan-Morde haben ihnen geholfen, die Bevölkerung aufzuwühlen und auf dieser Basis die Verfolgung von Janukowitsch anzugehen. Sie wollten Janukowitsch damals umbringen und sie wollten das öffentlich tun. Eine grosse Anzahl von bewaffneten Radikalen hat sich auf den Weg gemacht zur Residenz des Präsidenten. Janukowitsch ist gezwungen gewesen, mit seinem Hubschrauber nach Charkow zu fliegen. Während dieser Zeit ist schon die Machtübernahme in den Städten fortgeschritten.


In Ihrem Buch beschreiben Sie, dass es auf Sie selbst bzw. auf Ihren Dienstwagen, in dem Ihre Frau sass, einen Anschlag gab. Können Sie diese Situation nochmal schildern?

Nachdem Janukowitsch von Kiew nach Charkow geflogen ist, war mein Aufenthalt in Kiew lebensbedrohlich. Meine Personenschützer haben mich darüber informiert, dass für meine Sicherheit nicht garantiert werden kann. Ich habe die Entscheidung getroffen, in den Osten des Landes zu fahren, in dem es damals ruhig war und die gesamte Situation anders war. Ich wollte mit dem Flugzeug fliegen. Meine Frau kann aus Gesundheitsgründen nicht mit kleinen Flugzeugen fliegen. Deswegen habe ich sie mit dem Auto nach Donezk geschickt. Als sie von zu Hause weggefahren ist, ist gleich ein Jeep hinter ihnen hergefahren. Er ist dem Auto ungefähr 100 Kilometer gefolgt. Dann hat er sie überholt. Alle haben gedacht, er ist jetzt weggefahren.


Allerdings haben sie diesen Jeep einige Minuten später wieder gesehen, als er ihnen auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite entgegen kam. Und auf den Trittbrettern des Jeeps stand ein Mann mit einer Maschinenpistole. Als dieser Jeep sich dem Auto meiner Frau näherte, hat der Mann einen Feuerstoss auf das Auto meiner Frau abgegeben. Zum Glück war die Strasse nicht eben und alle Kugeln sind im Motor eingeschlagen, nur eine Kugel hat das Glas zerfetzt. Der Motor hat gebrannt und der Jeep ist mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Kiew weggefahren. In dem Auto, auf das geschossen wurde, waren vier Personen, die zum Glück nicht verletzt wurden. Sie haben sich dann umgesetzt in ein zweites Auto, das im Konvoi mit ihnen gefahren war und sind weiter nach Donezk gefahren. Natürlich hatten die Attentäter erwartet, dass ich im Auto sass und schossen deshalb.


Plan für eine friedliche Regelung in der Ukraine

Zur Zukunft der Ukraine: Was ist nun aus Ihrer Sicht nötig, wer muss sich bewegen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden?

Ein Staatsstreich, eine Wirtschaftskrise und ein militärischer Konflikt im Osten des Landes   – das sind Folgen des Konfrontationskurses zwischen den USA und Russland. Es hätte keinerlei Staatsstreich gegeben, wenn das nicht aus den USA gutgeheissen und gefördert worden wäre.


Donald Trump hat vor kurzem sehr einfach und klar gesagt: «Der Konflikt in der Ukraine ist ein Konflikt zwischen den USA und Russland.» Deswegen gibt es auch nur einen Ausweg aus der Situation: Eine Vereinbarung zu finden zwischen den USA und Russland, in der ein Massnahmenkatalog zur Stabilisierung des Landes verabschiedet wird. Natürlich kann auch Deutschland einen grossen Beitrag dazu leisten, wenn es eine prinzipielle und objektive Position dort übernehmen würde. Ich habe das bisher leider nicht so sehen können.


Ich habe einen eigenen Plan für eine friedliche Regelung in der Ukraine. Er besteht aus zehn Punkten. Der Hauptpunkt ist, die Akzeptanz, dass in der Ukraine ein Staatsstreich stattgefunden hat, und dass die derzeitige ukrainische Regierung eine nicht-legitime Regierung ist. Wenn man diesen Fakt anerkennt, dann kann man die Situation in der Ukraine schnell lösen. So lange aber die Leute in der Ukraine an der Macht sind, deren Arme bis zu den Ellenbogen im Blut waren, und die diesen Staatsstreich durchgeführt und den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine ausgelöst haben, kann man den Konflikt nicht lösen. Das bedeutet, die amerikanische Position muss anerkennen, dass es sich um einen Staatsstreich gehandelt hat.


Eines der Hauptprobleme überhaupt in der Ukraine ist die gigantische Anzahl unkontrollierter Waffen, die aus diesem Konflikt jetzt hervorgegangen sind und die nicht-formalen Bataillone und Regimente, die kaum als rechtsstaatlich zu bezeichnen sind. Wie kann man die Situation in einem Land stabilisieren, wenn im Prinzip die gesamte Opposition entweder im Gefängnis oder im Exil sitzt oder unter extremem Druck steht? Mit wem kann man denn einen Kompromiss finden?

Einen Kompromiss kann man nur zwischen verschiedenen politischen Kräften finden, in welchen den unterschiedlichen Meinungen, Sichtweisen und Mentalitäten in der Ukraine auch Rechnung getragen wird. Aber so lange, wie es eben keinen Dialog mit den Leuten gibt, die sich im Osten des Landes gegen dieses Regime erhoben haben, so lange wird es auch keinen Kompromiss dort geben.


Ist in Ihren Augen Deutschland, ist Angela Merkel, viel zu passiv?

Nicht nur passiv. Was immer verdrängt und eigentlich nie erwähnt wird, ist, dass Deutschland eigentlich als Garantiemacht am 21. Februar eine Erklärung mit unterzeichnet hat, in der der Übergang festgelegt worden war, also wie es zum Jahresende zu vorgezogenen Präsidentschaftswahlen kommen sollte. Und diese Erklärung wurde damals vom deutschen Aussenminister Steinmeier unterzeichnet. Drei Aussenminister haben unterschrieben: Polen, Deutschland und Frankreich. Und an diesem gleichen Tag hat man Janukowitsch weggejagt. Da fragt man sich natürlich über den Wert eines solchen Papiers und einer solchen Unterschrift. Diejenigen, die den Staatsstreich realisiert haben, haben sich offen und zynisch gegen Deutschland gestellt.

Welche Perspektive sehen Sie für sich persönlich, nochmal als Politiker in der Ukraine einzugreifen?

Ich bin bereit, meine Erfahrungen und Kenntnisse einzubringen, um einen friedlichen Weg zur Regulierung des Konfliktes in der Ukraine zu finden. Ich bin überzeugt, dass sich früher oder später die Ukraine mit der Wiederbelebung der Wirtschaft beschäftigen muss, sowie mit der Wiederherstellung normaler Beziehungen zu Russland und zu Europa. Ich glaube, dass hier meine Erfahrungen und mein Wissen für das ukrainische Volk sehr wertvoll sein können.


Ich war nie ein Radikaler. Ich habe immer nach Kompromisslösungen gesucht. Ich war immer darauf ausgerichtet, das Land zu vereinen und nicht zu teilen. Ich bin bereit, an der Wiederherstellung der Wirtschaft mitzuwirken.


Ihnen und Ihrem Sohn wird von westlicher Seite vorgeworfen, selbst Teil dieses oligarchischen Systems in der Ukraine gewesen zu sein. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Was kann man einem erfolgreichen Premierminister vorwerfen, unter dessen Führung sich das Land entwickelt hat? Eine Zeit, in der das Einkommen gestiegen ist, in der im Land Strassen, Stadien, Flughäfen gebaut wurden. Schauen wir in die Realität: Seit drei Jahren versucht eine grosse Gruppe von Ermittlern und Staatsanwälten krampfhaft, gegen mich irgendwelche Anschuldigungen zusammenzubauen. Alle Vorwürfe, die bis jetzt gegen mich erhoben wurden, sind falsch.

Zeigen Sie mir bitte einen Menschen in der Ukraine, der mir wirklich Korruption vorwerfen kann. Jemand, der sagt, er ist damals zu mir, dem Premierminister, gegangen und hat ihm Geld gegeben und hat so irgendeine Frage geklärt. Zeigen Sie mir, wo diese Gelder sein sollen? Was soll ich damit gemacht haben?


Ich habe kein Vermögen, kein Geld ausserhalb der Ukraine. Die EU hat Sanktionen gegen mich beschlossen und Konten beschlagnahmt auf Basis eines Anschuldigungsbriefes der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine ohne jegliche Beweise. Ich stelle die einfache Frage: Welche Konten in welchen Banken haben sie denn beschlagnahmt? Es gibt keine.


Das Kiewer Regime lügt ohne jegliche Scham. Kürzlich hat der Vorsitzende der Oschad-Bank bekanntgegeben, dass auf den Konten von Asarow und Janukowitsch Milliarden liegen würden, er aber auf Basis des Bankengesetzes keine Details nennen könne. Aber welche Einzelheiten kann er denn eröffnen? Ich habe in 20 Jahren ein einziges Konto gehabt   – in dieser Bank. Dorthin sind mein Gehalt, meine Pension und alle meine Verdienste etwa durch meine Tätigkeiten in der Akademie der Wissenschaften geflossen. Und die Summe beträgt ungefähr eine Million Griwna. Nicht eine Milliarde, sondern eine Million. Griwna. Was beim derzeitigen Wechselkurs ungefähr einer Summe von 40’000 Dollar entspricht. Jeder dieser Dollars kann mit konkreten Dokumenten seiner Herkunft belegt werden. In den vergangenen drei Jahren konnte keine konkrete Anklage zu falschen Tätigkeiten gestellt werden.


Ich habe in meiner gesamten Politikerlaufzeit einen Grundsatz gehabt, und dem bin ich immer treu geblieben: Nie Business-Interessen mit nationalen Interessen zu vermischen. Deswegen habe ich meinem Sohn nicht ein einziges Mal an irgendeiner Stelle einen Staatsauftrag zukommen lassen. Er lebt seit 25 Jahren selbstständig und komplett unabhängig von mir.


Sie haben ja die Sanktionen schon angesprochen. Anfang des Jahres gab es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, der entschied, dass die Sanktionen gegen Sie nicht rechtmässig sind. Trotzdem werden diese aufrechterhalten. Was sagt Ihnen das über die «Realpolitik» der EU?

Ich bin sehr enttäuscht. Insbesondere über das politische System, aber auch über das Rechtssystem. Der Europäische Rat trifft Entscheidungen über Sanktionen gegen mich. Seit drei Jahren bitte ich den Europäischen Rat: «Fordern Sie bitte Beweise und Dokumente über mich aus der Ukraine an und geben diese einem kompetenten Juristen. So dass sich jemand objektiv mit diesen Materialien auseinandersetzt. Und danach treffen Sie bitte Ihre Schlussfolgerungen.»

Ich möchte mich nicht rechtfertigen, ich bitte nicht um irgendeine besondere Behandlung, ich will nicht bevorzugt werden. Das Einzige, was ich fordere, ist eine objektive Analyse und Auseinandersetzung mit den Vorwürfen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass jeder unvoreingenommene Jurist, der die absurden Vorwürfe liest, die gegen mich in der Ukraine erhoben werden, zum Schluss kommen wird, dass die Sanktionen nicht begründet sind.

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Dieses Interview erschien am 21. November 2016 auf Teleopolis.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Quelle: https://www.infosperber.ch/politik/welt/ohne-hilfe-der-usa-haette-es-keinen-staatsstreich-gegeben/

[*] Wir von seniora.org übernehmen mit Dank den zur Aufklärung des Ukrainekrieges wichtigen Text, gehen aber mit der Einschätzung des Infosperber zur "Aufarbeitung der Geschichte" nicht einig. Wir halten die militärische Intervention Russlands zum Schutz der russisch sprechenden Bevölkerung und der russischen Bürger in der Ukraine für eine präventive Massnahme, die mit den zitierten räuberischen Angriffskriegen in Afghanistan und Irak nicht vergleichbar ist.

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Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/ohne-hilfe-der-usa-haette-es-keinen-staatsstreich-gegeben?acm=3998_1607


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2023

Allein mit dem Wort

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. Januar 2023, 13:23 Uhr


Frieden – Freiheit – Demokratie Eine Fantasie von vorgestern?Für Carl von

Ossietzky, Julian Assange und Michael Ballweg



„*Die Krise des Jahres 1923 hatte den deutschen Volkskörper bis ins Mark

erschüttert“1*


Das lesen wir so beim österreichischen Publizisten Bruno Frei in seiner

1978 erschienen Ossietzky Biografie, verfasst zum 40sten Todesjahr seines

Kollegen.


Für uns Heutige liegen zu Beginn des Jahres 2023 immerhin drei Jahre

Freiheitsberaubung und massiver Demokratieverlust hinter uns. Auch für den

Krieg wird längst wieder unerlässlich getrommelt, alle Reserven werden für

diesen unrühmlichen Zweck locker gemacht und 24 Stunden täglich wird Hass

versprüht gegen ein europäisches Nachbarland, dem wir viel zu verdanken

haben.


*Pazifismus und Antimilitarismus nur für Friedenszeiten?*


Das freie antimilitaristische Wort Carl von Ossietzkys ist - über 100 lange

Jahre kriegerischer Zeiten hinweg – scheinbar echolos verhallt. Wer von den

Jungen kennt wohl heute noch das einst renommierte linksbürgerliche

Wochenblatt „Die Weltbühne“, deren Chefredakteur Ossietzky einst war? Der

ihm verspätet zugeteilte Nobelpreis von 1936 nutzte dem zuletzt am 28. 02.

33 inhaftierten, verleumdeten und schwer gequälten Weimarer Journalisten

und Friedenspatrioten nichts mehr. Das Preisgeld unterschlugen die Nazis.

Ihr misshandeltes Opfer verschied bald nach der Scheinfreilassung sang- und

klanglos unter den stets argwöhnischen Augen seiner Gestapo Bewacher. Der

Meisterjournalist der Weimarer Jahre hatte sich in der KZ-Haft eine offene

Tuberkulose zugezogen, die unter den verordneten Bedingungen nicht mehr

auszukurieren war.


*Eine auf dem linken Auge blinde Justiz nur in Weimar?*


Es waren allerdings Weimarer Richter, die den eloquenten Verfechter des

freien Wortes vorverurteilt hatten. Wegen vorgeblichem Landesverrat und

„Beleidigung der Reichswehr“ musste der Whistleblower von damals schon zu

Republikzeiten „sitzen“. Dabei hatte er sich nur kämpferisch vor seine

Autoren gestellt, die sich ihrerseits rechtzeitig ins Ausland abgesetzt

hatten. Der bekannteste unter ihnen, Kurt Tucholsky hatte in der

„Weltbühne“ das Wort gewagt: „Soldaten sind Mörder“. Ein Walter Kreiser

hatte am selben Ort „Windiges aus der Deutschen Luftfahrt“ zu verzeichnen

gehabt und die illegale Aufrüstung der Reichswehr einem breiteren Publikum

offenbart. „Der Kampf gegen die Seuche des Militarismus war allerdings für

Ossietzky die patriotischste aller Aufgaben“2, so Frei. Darin war er sich

mit Tucholsky, seinem Mitherausgeber durchaus einig. Beide hatten die

Realität des Völkermordens als Soldaten im Ersten Weltkrieg anschaulich

miterlebt. Der ehemalige Kriegsteilnehmer Ossietzky war der aus Frankreich

herüberschwappenden Antikriegsbewegung des Henri Barbusse „Guerre a la

Guerre“ - „Krieg dem Kriege“ - gefolgt und setzte sich seit 1919 schon für

die deutsch-französische Aussöhnung ein. Das Jahr 1921 sah ihn mit an der

Spitze des Aktionsausschuss „Nie wieder Krieg!“. Das temporäre

Friedensbündnis hat es verstanden, im Berliner Lustgarten große

Menschenmassen zu mobilisieren. Der Federfuchs Ossietzky gehörte zu jenen

wenigen unter den Pazifisten, die „schärfsten Protest gegen die

Weltblockade Sowjetrusslands einlegten“3 . Auf seinem Weg vom Pazifisten

zum Antimilitaristen forderte der spätere Weltbühnenherausgeber mit

Nachdruck: „Der Pazifismus muss politisch werden!“


Während der 1889 in Hamburg geborene Journalist Carl von Ossietzky, trotz

seines Adelstitels übrigens ein Kind sehr kleiner Verhältnisse, noch mit

den Füßen im 19. Jahrhundert wurzelt, liegen zwischen ihm und seinem

Kollegen im Geiste, Julian Assange fast 100 Jahre, scheinbar eine ganze

Epoche.


Sein nachgeborener Kollege Assange kommt 1971 in Queensland in „Down Under“

zur Welt. Er beherrscht die Mathematik und die Computersprache. Eines Tages

bekommt er „Windiges über US-amerikanische Kriegsverbrechen“ zugespielt.

Wie sein europäischer Vorgänger Ossietzky hat er ein pochendes Gewissen,

ein überdeutliches Gespür für das Menschenrecht und einen glasklaren

Verstand. Er nutzt seine Fähigkeiten, genau wie vor ihm ein Ossietzky am

anderen Weltende zu einer anderen Zeit die Printmedien genutzt hatte. Er

nutzt die Plattform des weltumspannenden digitalen Netzes, um Dokumente

über menschenunwürdige, kriegerische Kardinalverbrechen der allgemeinen

Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als freiheitsliebender, freisinniger

Mensch kann er sich offenbar noch nicht vorstellen, wie gewaltig, wie

gewaltsam und wie hinterhältig die Maschinerie der fortbestehenden,

kriegerischen Tiefenstaatstrukturen tatsächlich sind. In seiner politischen

Naivität sieht Assange vielleicht, so wenig wie vor ihm Ossietzky, dass

diese Kräfte alle, die ihnen in die Suppe spucken, zermalmen wollen.


*Rufmord – ein altbewährtes Mittel der Vorverurteilung*


Zunächst werden dem Computergenie Sexualdelikte angelastet, sein

persönlicher Ruf wird zerstört. Bald aber wird klar und deutlich, dass auch

er sich mit dem Vorwurf der Spionage und des Hochverrates konfrontiert

sieht. 4 Wie einst Ossietzky wird er zunächst verleumdet, dann seiner

Freiheit beraubt. Während sich allerdings der Weimarer Zeitungsmann

standhaft, wider besseren Rat, weigert zu fliehen, entzieht sich Assange

zunächst durch seine „Flucht“ in die ecuadorianische Botschaft dem

ungerechtfertigten Haftbefehl. Ossietzkys Ehre gebot es ihm dagegen als

patriotisches Vorbild zu wirken. Herr Hitler war für ihn nur ein

„Winterkönig“ . Aber auch für den gewitzteren Assange gab es im

demokratisch verfassten, wertebasierten Westen kein Entkommen. Keine

machtvolle internationale Solidaritätsbewegung konnte bisher sein Leiden

verkürzen oder auch nur abmildern.


Fünf Jahre währte der bittere Leidensweg Ossietzkys. Der Australier Julian

Assange aber erduldet nun schon seit über zehn Jahren die unmenschliche

Isolationshaft. Inzwischen sitzt er in einem britischen Gefängnis für

Schwerverbrecher. Ohne Urteil, auf Geheiß der US-amerikanischen Justiz ist

er im Londoner Belmarsh Hochsicherheitstrakt unter Bedingungen

untergebracht, die der ehemalige Foltersonderbeauftragte des

UN-Menschenrechtsrates Nils Melzer5 als menschen- und völkerrechtswidrig

angeprangert hat.


*Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit – Wegwerfprodukte im „Werte

gebundenen Westen“?*


Presse- und Meinungsfreiheit gelten zwar nominell als höchstgeschätzte

Rechtsgüter im kollektiven, sich als Demokratien drapierenden westlichen

„Werteverbund“. Strengsten verurteilt wird ihre Verletzung aber vor allem

außerhalb der NATO - “Verteidungsgemeinschaft“. Nicht nur Exekutive und

Judikative auch die journalistische Zunft tut sich mit dem Kollegen Assange

schwer.6 Sein Beispiel wirkt einschüchternd, schließlich wird an ihm

stellvertretend für alle ein Exempel statuiert und die Pressefreiheit mal

ebenso zu Grabe getragen, Meinungsfreiheit hat schließlich ihre Grenzen.

Und so ist es denn nur konsequent, wenn erst recht keine Feder des

Aufschreis für einen inhaftierten deutschen Patrioten namens Michael

Ballweg gerührt wird. Der neuesten Diffamierungsmethode gemäß wurde dieser

Stuttgarter Unternehmer und Familienvater schon frühzeitig mit dem immer

wirkenden Geschmäckle des Rechtsradikalismus belegt. Das geht im Zeitalter

der regierenden Antifa leicht und funktioniert ganz nach dem Motto “Etwas

bleibt immer haften“.


Michael Ballwegs Name darf ja nicht in einem Atemzug mit Assange genannt

werden, gilt er doch als zwielichtige Gestalt. Er soll sich früh mit dem

ominösen, höchst staatsgefährdenden Reichsbürgerclub zusammengetan haben,

als keine Seele ihm mehr einen Versammlungsort vermieten wollte. Und wozu

sollte ein solcher Ort dem Herrn Ballweg auch gedient haben, wo doch zwei

Jahre lange sämtliche Versammlungen überhaupt Pandemie-bedingt verboten

waren, besonders wenn sie von selbsternannten „Querdenkern“ organisiert

waren. Da haben die sich zwar pausenlos aufs Grundgesetz berufen und

wollten sogar die Demokratie noch verbessern, aber das haben schon ganz

andere vor ihnen versucht. Das konnte nun einmal nicht geduldet werden aus

Gründen der staatserhaltenden Gesundung des Gesundheitswesens.


Das konnte nicht geduldet werden, denn dieser Mann hat freihändig aus dem

Stand hunderttausende Mitbürger zu mobilisieren gewusst, Menschen wie er

aus der Mitte unserer demokratisch verfassten, prosperierenden Gesellschaft

heraus. Die Massen strömten friedlich, fröhlich und frei auf seinen Ruf hin

in die Landeshauptstadt um ein Ende der Maulkorberlasse zu fordern, ein

Ende der jegliches Geschäft schädigenden, jegliches Persönlichkeitsrecht

verletzenden Maßnahmen. Sie forderten die Rücknahme der

gesundheitspolitisch begründeten Blitzgesetze. Sie spendeten reichlich

Tatkraft und finanzielle Mittel um mutig ihrem Demokratieverständnis

Ausdruck zu verleihen. Auch von Hundestaffeln und Wasserwerfern ließen sie

sich nicht einschüchtern, denn es stand viel auf dem Spiel und sie traten

für eine gerechte Bürgersache ein. Selbst der Neffe John F. Kennedys war

Ballwegs Ruf gefolgt um mitten im Herzen Berlins, an der Siegessäule zu

bekunden, dass sich hier keine Neonazis zusammengerottet hatten, ganz im

Gegenteil.


*Das neueste Exempel heißt Michael Ballweg*


Julian Assange zu verteidigen, für ihn einzutreten, für ihn auf die Straße

zu gehen bleibt unsere Sache, die Sache jedes entschiedenen Demokraten und

bewussten Kriegsgegners. Vergessen wir aber über Assange nicht, was gerade

heute in nächster Nähe geschieht. Es handelt sich um Unrecht begangen an

einem friedliebenden, freundlichen, treuen Steuerzahler, Mitbürger und

engagierten Verfechter demokratischer Rechte.


Auch an ihm wird derzeit ein Exempel statuiert auf dass sich keiner mehr

traue, Widerspruch einzulegen gegen Regierungsmaßnahmen, die für untragbar

erachtet werden.


Seit über sechs Monaten wird direkt in unserer Mitte, nebenan an dem

ehemaligen Betriebswirt und IT-Unternehmer aus Stuttgart, Michael Ballweg

ein düsteres Exempel statuiert. Es handelt sich um einen deutschen

Patrioten, um einen, der sich für Bürger- und Menschenrechte einsetzte, ein

Mann, der für die Verteidigung demokratisch verbriefter Rechte, gutgläubig

auf unser Grundgesetz vertrauend, alles aufs Spiel setzte.


Die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet* „Michael Ballweg, Gründer und

Gesicht der bundesweiten Querdenken-Bewegung sitzt seit über einem halben

Jahr in Stuttgart Stammheim. „Der in einem bei der Staatsanwaltschaft

Stuttgart wegen des Verdachts des Betrugs und der Geldwäsche geführten

Ermittlungsverfahren festgenommene Tatverdächtige befindet sich in

Untersuchungshaft“, weil sich bei der Durchsuchung konkrete Anhaltspunkte

dafür ergeben hätten, dass sich der Tatverdächtige mit seinen

Vermögenswerten ins Ausland begeben wollte, sei Haftbefehl wegen

Fluchtgefahr beantragt und vom Haftrichter beim Haftprüfungstermin auch

erlassen worden. 7*


*Trotz des Protests seiner Anwälte **bleibt "Querdenken"-Initiator Michael

Ballweg auch über die Frist von einem halben Jahr in Untersuchungshaft*

<*" rel="noopener">https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/63157971>*. Das ordnete das

Oberlandesgericht Stuttgart nach Angaben vom Dienstag an. Nach aktueller

Sach- und Beweislage sei der Beschuldigte bei bestehender Fluchtgefahr

weiterhin des versuchten gewerbsmäßigen Betruges und der Geldwäsche

dringend verdächtig, erklärte eine Sprecherin. Auch habe die

Staatsanwaltschaft die Ermittlungen seit der Festnahme am 29. Juni

2022"durchweg mit der gebotenen Beschleunigung zügig geführt". Somit lägen

die Voraussetzungen dafür vor, dass der 48-Jährige über sechs Monate hinaus

in Untersuchungshaft bleibt.8*


Der ehemalige Betriebswirt und Unternehmer Ballweg kandidierte 2020 für das

Oberbürgermeisteramt in Stuttgart. Seine Leitideen: Eigenverantwortung,

Selbstbestimmung, Liebe, Freiheit, Frieden und Wahrheit*.*



„Die Krise des Jahres 1923 hatte den deutschen Volkskörper bis ins Mark

erschüttert“ schrieb Bruno Frei in seiner Ossietzky - Biografie. Was aber

wird uns das Jahr 2023 bringen? Was sind wir Bürger einer noch demokratisch

verfassten Republik bereit zu geben, um auch unseren Enkeln ein Leben in

Frieden Freiheit und Demokratie zu sichern?


Irene Eckert am Dreikönigstag, 6. Januar 2023



1 Bruno Frei „Ossietzky Biografie“ siehe Fußnote 2, Ruhrbesetzung,

Hyperinflation, Währungsreform, Hitlerputsch in München, Reichswehr

beseitigt „Rote“ legitime parlamentarische Mehrheitsregierungen in Sachsen

und Thüringen, Reichswehrtruppen marschierten nach Dresden und Weimar; es

gab mehrere Dutzend Tote und Verletzte. Die "Proletarischen

Hundertschaften" wurden aufgelöst, die kommunistischen Minister entlassen

(Sachsen), oder sie traten zurück (Thüringen)

https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/dossier-nationalsozialismus/39531/kampf-um-die-republik-1919-1923/


2Bruno Frei


3Bruno Frei 'Carl von Ossietzky. Eine politische Biografie', Berlin 1978,

Das Arsenal, Verlag für Kultur und Politik S. 62 , Helene Stöcker und Kurt

Hiller vertraten u.a. diese Position S. 114, Der deutsche Botschafter in

Moskau Brockdorff-Rantzau schrieb in einem Geheimbericht vom Mai 1923 „Ich

erachte es als meine Pflicht zu erklären, dass ich den Gang nach Westen

nicht für gangbar halte, ohne das deutsche Volk in seiner Mehrheit einem

Helotentum auszuliefern, Das deutsche Volk in seiner breiten Masse wird

sich auf die Länge eine solche würdelose Existenz nicht bieten lassen. Ich

sehe daher vorderhand die einzige Möglichkeit, das deutsche Volk aus dem

Elend zu befreien, …, nicht etwa in einer bedingungslosen Hingabe an die

Sowjetunion, wohl aber in einer planmäßigen, selbstbewussten Zusammenarbeit

mit Russland auf wirtshcaftlichem und politischem Gebiet.“ S. 103f. zitiert

nach Bruno Frei


4 *Die US-Regierung hat Julian Assange wegen der Entgegennahme und

Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen angeklagt und verlangt von

Großbritannien seine Auslieferung. **Dem hat die britische Regierung

zugestimmt

<*" rel="noopener">https://www.zeit.de/digital/2022-06/julian-assange-abschiebung-grossbritannien-usa-wikileaks>*

*. **https://www.zeit.de/2022/42/julian-assange-wikileaks-auslieferung-usa-ithaka

<**" rel="noopener">https://www.zeit.de/2022/42/julian-assange-wikileaks-auslieferung-usa-ithaka>**

vom

15. Okt. 22*


5

https://www.piper.de/buecher/der-fall-julian-assange-isbn-978-3-492-07076-8


*https://www.youtube.com/watch?v=fjWA6i9nbKk

<*" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=fjWA6i9nbKk>*


Der UN-Berichterstatter für Folter und andere grausame, unmenschliche oder

erniedrigende Behandlung, der Völkerrechtler Nils Melzer, legt sein Mandat

vorzeitig nieder. Melzer war auch mit Kritik an der Berliner Polizei

bekannt geworden.

https://www.sueddeutsche.de/politik/un-berichterstatter-fuer-folter-hoert-auf-1.5521675


6Vor genau einem Jahr befasste sich immerhin das Studio M von Monitor mit

der Sache Assange in eienr mutigen, sehr aufschlussreichen Weise,

Begleittext: „Auf der Plattform Wikileaks enthüllte Julian Assange ab 2010

geheime US-Militärdokumente zu Einsätzen in Afghanistan oder dem Irak.

Mittlerweile sitzt er seit mehr als 1.000 Tagen in Großbritannien im

Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Bald könnte Assange an die USA

ausgeliefert werden, dort drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Ein britisches

Berufungsgericht hat das Abschiebeverbot im Dezember aufgehoben. Doch wie

fair ist sein Verfahren? Was ist wichtiger: der Schutz von Menschenrechten

und die Pressefreiheit oder der Schutz von Staatsgeheimnissen und des

Machtapparates? MONITOR-Redaktionsleiter Georg Restle diskutiert diese

Fragen mit seinen Gästen: Nils Melzer (UN-Sonderberichterstatter über

Folter), John Kornblum (ehemaliger US-Botschafter in Deutschland), Prof.

Herta Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin a.D.) und Constanze Kurz

(Sprecherin des Chaos Computer Clubs) in der ersten MONITOR studioM Ausgabe

in diesem Jahr. Die Ausgabe wurde am 12.01.2022 aufgezeichnet.

https://www.youtube.com/watch?v=idSiuGn96cE


7Augsburger Allgemeine berichtete über den „Fall“ schon am 30. 06. 22


8Ebd. 01. 01. 23 und

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.michael-ballweg-querdenken-initiator-bleibt-in-u-haft.74f8b8cd-e993-4ce1-96d6-6cb452f36ea3.html

07.01.2023

Ukrainischer Verteidigungsminister: Kiew kämpft für die NATO

meinungsfreiheit.rtde.life, 7 Jan. 2023 15:48 Uhr

Im Gegenzug dafür, dass die Ukraine faktisch für die NATO kämpfe und Blut vergieße, erwarte das Land weitere Unterstützung des "zivilisierten Westens" in Form von Waffen und Munition, so der ukrainische Verteidigungsminister Alexei Resnikow.


Quelle: www.globallookpress.com © Nina Liashonok/Keystone Press Agency (Bild)


Der ukrainische Verteidigungsminister Alexei Resnikow hat in einem Interview mit einem Fernsehsender erklärt, dass sein Land Blut vergieße, um den Auftrag der NATO zu erfüllen. Kiew erwarte, dass der "zivilisierte Westen" im Gegenzug dafür Waffen und Munition liefere.

In einem Beitrag für den ukrainischen Sender TSN des Netzwerks 1+1 am Donnerstagabend wies Resnikow darauf hin, dass die NATO auf dem Madrider Gipfel im vergangenen Sommer Russland zur größten Bedrohung für den von den USA geführten Block erklärt habe. Er erklärte:

"Heute geht die Ukraine auf diese Bedrohung ein. Wir führen heute die Mission der NATO aus, ohne ihr Blut zu vergießen. Wir haben unser Blut vergossen, also erwarten wir von ihnen, dass sie uns Waffen liefern."

Waffenschmiede Rheinmetall verkündet Rekordjahr





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Resnikow behauptete auch, seine NATO-Kollegen hätten ihm sowohl in Gesprächen als auch per SMS gesagt, die Ukraine sei der "Schild der Zivilisation" und "verteidige die gesamte zivilisierte Welt, den gesamten Westen".


Ukrainische Vertreter, von Präsident Wladimir Selenskij abwärts, rufen routinemäßig öffentlich nach Panzern, Raketen, Artillerie und Munition. Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu hatte im Dezember vor seinem Generalstab erklärt, Moskau kämpfe faktisch gegen den sogenannten "kollektiven Westen". Nach seinen Schätzungen hatte die Regierung in Kiew allein im Jahr 2022 Waffen, Munition und andere Güter im Wert von fast 100 Milliarden Dollar erhalten.


Resnikow führte diese Bemühungen an und prahlte im Oktober gegenüber dem US-Magazin Politico damit, dass er den politischen Prozess des Pentagons durchschaut habe. Sein Ziel sei es, die Latte immer höher zu legen, bis die Ukraine Kampfpanzer erhalte.


Diese Schwelle ist zwar noch nicht erreicht, aber am Freitag kündigte Washington als Teil eines Waffenpakets im Wert von drei Milliarden Dollar die Lieferung von 50 Bradley-Schützenpanzern an, den modernsten Panzern, die bisher nach Kiew geschickt wurden. Anfang dieser Woche hat auch Frankreich eine Reihe von leichten Radpanzern zugesagt.


Mit diesen Lieferungen sollen die Verluste der Ukraine auf dem Schlachtfeld ersetzt werden. Im letzten Monat hatte Kiews oberster General Waleri Saluschny der Zeitschrift Economist erklärt, er benötige 300 weitere Panzer, bis zu 700 Schützenpanzer und 500 Haubitzen, um Offensivoperationen durchzuführen. Das ist mehr als die Anzahl dieser Fahrzeuge in britischen oder deutschen Beständen.


Moskau besteht darauf, dass westliche Waffenlieferungen nur dazu dienen, den Konflikt zu verlängern, und hat die Unterstützer der Ukraine wiederholt gewarnt, dass dies zu einer umfassenden militärischen Konfrontation zwischen Russland und der NATO führen könnte.


Mehr zum Thema – Welche Chancen gibt es für einen Frieden in der Ukraine?


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/159195-ukrainischer-verteidigungsminister-kiew-kaempft-fuer-die-nato


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2023

UNO: Russland vergleicht Tempelberg-Besuch von Ben-Gvir mit Auslöser der Zweiten Intifada

    meinungsfreiheit.rtde.life, 7 Jan. 2023 13:13 Uhr

    Nur wenige Tage nach der Regierungsbildung hat der neue israelische Sicherheitsminister Ben-Gvir am Tempelberg provoziert. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung.


Quelle: AFP © Michael M. Santia



Wassili Aleksejewitsch Nebensja ist ein russischer Diplomat. Er war von 2013 bis 2017 stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation. Seit 2017 ist er der Botschafter Russlands bei den Vereinten Nationen und in deren Sicherheitsrat.(Bild)


Zitat: Auf der jüngsten Sitzung des UN-Sicherheitsrats verurteilte der russische Diplomat und UN-Delegierte Wassili Nebensja die jüngsten Provokationen des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir, der am 3. Januar das Gelände des Tempelbergs im besetzten Osten Jerusalems aufgesucht hatte. Nebensja sagte, dass der jüngste Vorfall nicht von den Ereignissen im Jahr 2000 getrennt betrachtet werden könne, als der damalige israelische Premierminister Ariel Scharon das Gelände aufsuchte.


UN-Sicherheitsrat befasst sich mit umstrittenem Tempelberg-Besuch von Israels Sicherheitsminister





UN-Sicherheitsrat befasst sich mit umstrittenem Tempelberg-Besuch von Israels Sicherheitsminister





Der Besuch Scharons auf dem Tempelberg gilt bis heute als Mitauslöser der zweiten palästinensischen Intifada, was zu Hunderten von Toten führte.

Nebensja wies darauf hin, dass die Spannungen im besetzten Jerusalem eine Quelle der Destabilisierung in der Region seien. Das neue israelische Kabinett solle von seiner Politik ablassen, Palästinenser weiter zu vertreiben oder ihren Besitz und ihr Land zu konfiszieren.


Der russische Außenminister Sergej Lawrow drängte bereits darauf, dass beide Seiten ihre Differenzen auf der Grundlage von Resolutionen des Sicherheitsrats und der Generalversammlung beilegen, was möglicherweise zur Umsetzung einer Zweistaatenlösung führen könnte, wie die Nachrichtenagentur WAFA berichtete.


Das Judentum verehrt den Tempelberg als seinen heiligsten Ort. Für Muslime ist der Hügel mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung.


Mit dem Amtsantritt der rechtsradikalen Regierung in Israel scheint der Konflikt in den palästinensischen Gebieten wieder zu eskalieren. Netanjahu hatte seinen nationalistischen und ultrareligiösen Koalitionspartnern Zugeständnisse machen müssen, um überhaupt ein Regierungsbündnis schmieden zu können, unter anderem mit Ben-Gvirs umstrittener Partei Otzma Jehudit. Ben-Gvir war in der Vergangenheit wegen rassistischer Hetze und Unterstützung einer jüdischen Terrororganisation verurteilt worden.


Mehr zum Thema - "Radikalste Regierung in der Geschichte Israels" – Bürger sollen das Land in Massen verlassen


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/159177-uno-russland-vergleicht-tempelberg-besuch


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2023

Proteste gegen die NATO? Spione, Spione, überall Spione!

meinungsfreiheit.rtde.life, 7 Jan. 2023 13:56 Uhr, Von Dagmar Henn

Kaum hat das Jahr begonnen, startet auch schon eine neue Kampagne gegen die bösen Putin-Freunde in Deutschland. Inzwischen wird der Ton noch etwas schärfer, und die Folgen sind noch schwerer einzuschätzen. Aber die neuesten Artikel verheißen nichts Gutes. 



Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Lorenzo Filippucc

Anti-NATO-Protest in München am 1. Oktober 2022 (Bild)


Eigentlich sind Nachrichten, wie das Wort selbst schon nahelegt, etwas, das nach einem Ereignis entsteht. Im Verlauf der letzten Jahre scheint sich die Abfolge zwischen Nachricht und Ereignis gelegentlich umzudrehen; gerade dann, wenn es um Kernanliegen regierungsfreundlicher Propaganda geht. Es wird erst die Erzählung konstruiert, und dann geschieht etwas, das die Erzählung zu bestätigen scheint. So war jedenfalls der Ablauf beispielsweise bei jener "Sturm auf den Reichstag" genannten Demonstration, der eine lebhafte Berichterstattung vorausgegangen war, die Kritiker der Corona-Maßnahmen samt und sonders ins rechte Lager verwiesen hatte und die sich dann nach jenem reichlich künstlichen Ereignis bestätigt fühlen konnte.


Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen weitere Waffenlieferungen





Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen weitere Waffenlieferungen






Augenblicklich kann man dabei zusehen, wie eine weitere solche Vorabnachricht erzeugt wird. Das zentrale Motiv ist bereits seit Jahren in Arbeit. Es lautet, jede NATO-kritische Position sei keine wirkliche politische Position, sondern Agententätigkeit im Auftrag des Kreml. Angelegt ist diese Wendung bereits in den Begriffen, die vor Jahren in Umlauf gebracht wurden, sei es nun Putinversteher oder Kremltroll. Als wäre die Auseinandersetzung um das Verhältnis zu den USA wie zu Russland nicht eines der zentralen Debattenfelder deutscher Politik schon seit den Weimarer Tagen, sondern nur ein künstlich, durch äußeres Einwirken hervorgerufener Streit, der eine gleichsam genetisch angelegte Westorientierung zu untergraben sucht.


Das ist historischer Unfug, dem nicht nur die innenpolitischen Konflikte um die Wiederbewaffnung der BRD unter Konrad Adenauer entgegenstehen, sondern selbst noch die Verweigerung einer Verfassungsdebatte, die auf die sogenannte Wiedervereinigung hätte folgen müssen und die genau deshalb nicht erfolgen durfte, weil sie womöglich zu einer Neutralität der erweiterten Bundesrepublik geführt hätte.


Trotz aller transatlantischer Netzwerke war weder die Unterordnung unter die USA noch deren Ausmaß je unumstritten, und gerade die Entwicklung der letzten Monate beweist, dass es dafür selbst abseits jedes deutschen Großmachtwahns leicht nachvollziehbare materielle Gründe gibt. Mehr noch, in einer Gesellschaft, die zumindest so weit demokratisch verfasst ist, dass über die politischen und wirtschaftlichen Interessen aller Bevölkerungsgruppen gesprochen werden kann, hätte der Anschlag auf Nord Stream eine heftige Debatte auslösen müssen, ob nicht eine grundsätzliche Änderung des Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten angebracht wäre. Denn in der Welt der objektiven Tatsachen, jenem fernen mythischen Bereich, in dem die Gesetze der Physik und der Ökonomie gelten und nicht ominöse Werte und Regeln, gibt es damit ein Land, das eine kriegerische Handlung gegen Deutschland unternommen hat, und das heißt nicht Russland.

Landshut: Ein Tänzchen um die Meinungsfreiheit





Meinung

Landshut: Ein Tänzchen um die Meinungsfreiheit






Man muss sich das immer wieder in Erinnerung rufen, wenn man die Erzählungen betrachtet, an denen die westliche Presse arbeitet; insbesondere, wenn diese Erzählungen in die Kategorie der Ex-Ante-Nachrichten gehören, der ein Ereignis vorbereitenden Berichterstattung.


Diesmal beginnt die Kette bei dem in Lettland angesiedelten, mit "proukrainisch" noch verniedlichten Portal The Insider, das sich diverser Preise europäischer Institutionen rühmt, aber eine Berichterstattung liefert, mit der verglichen die Bild zurückhaltend und auf Wahrhaftigkeit bedacht ist. Nachdem dieses Portal auch mit bekannten Akteuren wie Bellingcat kooperiert hat und sich der "Aufklärung" im Falle Skripal rühmt, könnte man sagen, es wird von einem gewissen Duft des MI6 umweht.


Am 27. Dezember erscheint dort ein Artikel über "prorussische" Proteste in Deutschland. Die Berichterstattung zielt auf eine Reihe von Personen, und die Kernaussage – die nicht sonderlich überraschen wird – findet sich bereits in der Einleitung:


"Obwohl das offizielle Berlin Kiew bedingungslos unterstützt und die Rechtfertigung der russischen Aggression in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird, gibt es eine ganze Reihe Verteidiger der 'russischen Welt' in der BRD. Im Frühjahr organisierten sie Autokonvois und Demonstrationen zur Unterstützung Putins und des Krieges, und jetzt demonstrieren sie gegen die NATO und 'für Frieden' mit Russland; tatsächlich für ein Ende der militärischen Unterstützung Kiews. Die Protestierer selbst präsentieren sich als unabhängige Aktivisten, aber in Wirklichkeit kooperieren sie aktiv mit der russischen Botschaft und nutzen örtliche rechtsextreme Aktivisten als ihre Verbündeten."

Friede auf Erden – aber Krieg gegen Russland





Meinung

Friede auf Erden – aber Krieg gegen Russland






So weit, so bekannt; ein einzelner Artikel, schon gar auf einem solchen Portal, besagt gar nichts, außer, dass die alte Geschichte wieder aufgewärmt wird, die jeden gleichsam ausbürgert, der der NATO-Position widerspricht.


Am 3. Januar wird dieser Bericht von Reuters aufgegriffen und erweitert. Wir sind immer noch im angelsächsischen Bereich, auch wenn der Reuters-Bericht von diversen deutschen Medien weitergereicht wird. Die Liste der benannten Personen ist erweitert und ein Detail der Erzählung deutlich verstärkt. Der Hintergrund ist einfach: "Wenn Deutschland, die größte Wirtschaft der Europäischen Union, Kiew den Rücken zudreht, dann wird die europäischen Einigkeit zu diesem Krieg zerbrechen. (...) Die Mehrheit der Deutschen unterstützt noch die Ukraine, aber nach einem steilen Anstieg der Energiekosten zeigen Umfragen, dass weniger von ihnen die militärische Unterstützung erhöhen wollen."


Das Ziel ist also nicht nur eine Aufrechterhaltung der bisherigen Regierungsposition, sondern eine "Erhöhung der militärischen Unterstützung"; genau das, was aus rein technischen Gründen ein verdeckter Kriegseintritt wäre. Um dies durchzusetzen, beziehungsweise um im Interesse der Durchsetzbarkeit eines solchen Schritts abweichende Stimmen zum Verstummen zu bringen, muss nun die schon lange angedeutete Deutung als "russische Agententätigkeit" weiter verschärft werden.


Russische Botschaft in Berlin verurteilt Marder-Lieferungen an Kiew: "Ein Schritt zur Eskalation"





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Natürlich geht ein solcher Spin nicht ohne Pathos. "Durch Interviews und die Durchsicht von Nachrichten in sozialen Netzwerken und andere öffentlich verfügbaren Informationen hat Reuters die Schlüsselgestalten identifiziert, die darin verwickelt sind, in Deutschland eine Pro-Moskau-Sicht zu fördern, seit der Krieg begann." Mehr noch: "Reuters fand heraus, dass einige der lautesten Agitatoren für eine Veränderung der deutschen Politik zwei Gesichter haben. Einige nutzen Decknamen und haben verborgene Verbindungen nach Russland und zu russischen Institutionen, die unter internationalen Sanktionen stehen, oder zu rechtsextremen Organisationen."


Das klingt wirklich gefährlich, oder? Allerdings muss man dabei berücksichtigen, wie niedrig inzwischen in Deutschland die Schwelle liegt, jenseits derer "Verbindungen nach Russland" bereits als illegal bewertet werden. Inzwischen löst der Kauf einer Musik-CD von einer in Russland ansässigen Privatperson Strafverfahren wegen Sanktionsumgehung aus, und im November fällte das OLG Düsseldorf ein Urteil wegen Spionage, das an die wildesten Auswüchse der Adenauer-Jahre erinnert. Wobei Reuters tatsächlich so weit geht, russischen Staatsbürgern Kontakte zur russischen Botschaft als belastend vorzuhalten.


Besonders verwerflich ist es nach Reuters, an Gedenkveranstaltungen für sowjetische Gefallene des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen. Das war auch in dem Artikel von The Insider bereits so; man sollte allerdings zumindest bei einer Nachrichtenagentur wie Reuters annehmen, dass der Beitrag der Roten Armee zur Befreiung vom Nazismus noch bekannt ist. Was schreibt Reuters über eine seiner Zielpersonen? "Er tauchte auf Veranstaltungen zum Gedächtnis an die in Deutschland bestatteten sowjetischen Kriegstoten neben russischen Diplomaten auf."


Regelbasierte Abgabenordnung – oder: Wie das Finanzamt einen Hilfsverein mundtot machen will





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Regelbasierte Abgabenordnung – oder: Wie das Finanzamt einen Hilfsverein mundtot machen will




Wie man es von solchen Texten seit Jahren gewohnt ist, dienen Fotos dazu, enge Verbindungen zu behaupten. Diese Behauptungen funktionieren, weil das Niveau politischer Erfahrungen in Deutschland mittlerweile extrem niedrig ist und die meisten Leser daher solche Aufnahmen wie Familienbilder deuten und nicht wahrnehmen, dass es bei politischen Handlungen Bündnisse geben kann, die nicht notwendigerweise große Nähe bezeugen, sondern schlicht einem bestimmten Zweck dienen.


Aber das Muster wurde in den letzten Jahren etabliert und spätestens während der Auseinandersetzungen um die Corona-Maßnahmen durchgesetzt. Nachdem es inzwischen als normal gilt, mit Menschen außerhalb eines engen Meinungsspektrums nicht mehr zu kommunizieren, sollte man daran erinnern, wie der politische Umgang in einer demokratischen Umgebung aussieht: Man kann in bestimmten Fragen, beispielsweise zur Migration, vehement verschiedener Ansicht sein und doch bei anderen, beispielsweise der Ausstattung der örtlichen Feuerwehr, an einem Strang ziehen. Jeder, der jemals auch nur auf kommunaler Ebene politisch tätig war, kann das bestätigen.


Selbst im Umgang mit wirklichen Feinden ist eine Strategie des "Mit dem rede ich nicht" nur begrenzt sinnvoll; der Ursprung der gesamten Diplomatie liegt nicht im Gespräch zwischen Freunden. Und dennoch hat sich das als Verhalten selbst bei "schwachen" Abweichungen in Deutschland etabliert; und in Ergänzung dazu wurde es möglich, die schlichte Tatsache des Kontakts bereits zum Vorwurf zu machen, weil ja jeder, der sich an die vorgegebenen Regeln politischer Tugend hält, gar keinen Kontakt zu "verdächtigen" Personen haben kann.


Verhaftung des Chefredakteurs von "Sputnik Litauen": Russland appelliert an UNO und OSZE





Verhaftung des Chefredakteurs von "Sputnik Litauen": Russland appelliert an UNO und OSZE





Um selbst für Reuters als verdächtig zu gelten, reichen Lappalien aus. So wird dort ein Telegram-Kanal namens "Putin Fanclub" angeführt, dem Folgendes vorgeworfen wird: "Für die 36.000 Abonnenten werden regelmäßig Bilder von Putin gepostet, Meldungen über seine öffentlichen Auftritte und deutsche Übersetzungen seiner Reden. Ein dort gepostetes verändertes Video zeigt, wie Putin Joe Biden beim Armdrücken schlägt. Ein weiterer Post vom 26. Oktober drängt die Deutschen dazu, Putins Warnung vor einem nuklearen Konflikt ernst zu nehmen."


Ist daran irgendetwas illegal? Die Veröffentlichung deutscher Übersetzungen von Reden eines ausländischen Staatsoberhaupts, dem Präsidenten eines Staates, mit dem sich Deutschland – man muss das leider immer wieder betonen – nicht im Krieg befindet? Nichts daran überschreitet die Grenzen der Meinungsfreiheit, die es doch eigentlich geben soll in Deutschland. Aber Reuters hält es für angemessen, die Betreiber dieses Kanals zu erkunden.


Und nun wandert die Geschichte in deutsche Medien und wird noch weiter in eine bestimmte Richtung gedreht. Der Tagesspiegel greift sich aus dem Büfett des Reuters-Artikels eine einzelne Person heraus, Oleg Eremenko, der nun besonders finster gezeichnet wird. Schließlich habe er in seiner Zeit bei der russischen Armee zugestandenermaßen beim Militärgeheimdienst GRU gearbeitet, woraus sich eine passende Gruselgeschichte stricken lässt. Anker dafür ist ein mehrere Jahre altes Foto, auf dem Eremenko neben Igor Girkin/Strelkow steht, der angeblich ebenfalls einmal für den GRU tätig gewesen sei. Und natürlich wird die Skripal-Geschichte ebenfalls angehängt, auch wenn sie in keinster Weise je belegt worden ist.


Europäische Journalistenföderation fordert von Lettland Einhaltung der Menschenrechtskonvention





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In Wirklichkeit sind die meisten Angehörigen von Militärgeheimdiensten mit Spionageabwehr und Signalauswertung befasst. Es wurde zwar in den letzten Jahren einige Mühe darauf verwandt, die russische GRU mindestens so finster wirken zu lassen wie einst das KGB, aber wie bei allen solchen Diensten gibt es eine Menge harmloser und nur einen kleinen Teil operativer Tätigkeiten, und die schlichte Tatsache, dass jemand dort tätig war, besagt erst einmal gar nichts, weil es wie in jeder anderen Behörde auch Buchhalter und Sekretärinnen, Elektriker und Archivare gibt.


Aber die Kombination funktioniert: Russe, Militär und Geheimdienst ergibt das ultimative Böse, und den Punkt "ehemalig" kann man getrost ignorieren. Der Tagesspiegel nutzt die Geschichte sogar, um die SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig anzugreifen, die sich irgendwie mangelnder Zuverlässigkeit schuldig gemacht haben muss. "Schwesig nahm im April 2021 an einer Veranstaltung zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Greifswald teil. Eremenko, der Initiator dieses Gedenktermins, überreichte dort eine Tafel zum Gedenken an seinen Großvater Nikolai Ljaschtschenko, einen Generalmajor der Roten Armee, der später als 'Held der Sowjetunion' ausgezeichnet wurde. In Greifswald hatte dieser in den letzten Wochen des Krieges die kampflose Übergabe der Stadt ausgehandelt."


Der Tagesspiegel hat sich allen Ernstes beim Büro von Schwesig erkundigt, warum sie mit Eremenko zusammengetroffen sei. Dabei ist es selbst in Deutschland üblich, zu Anlässen wie der Einweihung einer Gedenktafel Verwandte der derart Bedachten einzuladen, das ist ein völlig normales protokollarisches Verfahren. Auch die Anwesenheit des russischen Botschafters bei einem solchen Termin entspricht schlicht der Norm. Was nicht der Norm entspricht, ist, daraus einen Skandal stricken zu wollen.


Pipeline "Druschba" und russisches Erdöl: Schwedt und das Ende der "Freundschaft" nach 60 Jahren





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Allerdings hatte es dazu bereits im Mai einen Anlauf der FAZ gegeben, die Eremenko unter anderem vorgeworfen hatte, zusammen mit Rainer Rupp Geld für sowjetische Veteranen gesammelt zu haben. "Ukraine-Hasser und Stasi-Freund" war die Formulierung gewesen, zu der die FAZ gegriffen hatte.


Die Geschichte war damals ohne Folgen geblieben, weil die Zusammenstellung der Hauptrichtung der Erzählung widersprochen hatte, die NATO-Gegner seien allesamt böse Rechte. Der Tagesspiegel nutzt nun die konstruierte Spionageumgebung, um jetzt über Eremenko das Feld der Verdächtigen zu erweitern: "Im August vergangenen Jahres trat er in Berlin auf einem Fest der DKP auf. In einer Diskussionsrunde über 'Frieden mit Russland' saß er gemeinsam mit dem früheren stellvertretenden Generalstaatsanwalt der DDR, Hans Bauer, auf dem Podium."


Die Aussagen, mit denen Eremenko von dieser Veranstaltung zitiert wird, sind ebenso unschuldig wie seine Anwesenheit bei der Übergabe der Gedenktafel über ein Jahr zuvor. Er kritisierte die Darstellung Russlands und der Russen in Kindergärten und Schulen. Dies zu einer Zeit, als längst vielfache Meldungen über Mobbing vorlagen und Sendungen wie die KiKA-Nachrichten immer wieder Geschichten vom bösen Wladimir Putin erzählten.


Gälten in Deutschland noch die Regeln einer demokratischen Kultur, man würde mit den Schultern zucken und fragen, was diese Aufregung soll. An die Missachtung dieser Gepflogenheiten, an die Hysterie, mit der auf ein Abweichen reagiert wird, hat man sich bereits gewöhnt. Aber in dieser letzten Welle von Artikeln, die mit The Insider begonnen hatte, doch vermutlich noch nicht an ihrem Ende angelangt ist, geschieht etwas Neues. Es wird versucht, aus politischen Äußerungen, selbst so protokollarisch-formellen wie der Übergabe von Gedenktafeln, eine Agententätigkeit zu konstruieren. Für unaufmerksame Leser, die all die eingeflochtenen Verweise auf andere zentrale Propagandaerzählungen wie Skripal und MH17 akzeptiert haben, durchaus überzeugend.


Ukraine-Krieg: Deutschland liefert Kiew Schützenpanzer Marder und Flugabwehrraketensystem Patriot





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Nun haben diverse Beispiele in den vergangenen Monaten, sei es nun der Fall der tanzenden Julia aus Landshut oder seien es die Artikel über den Verein Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe e. V., belegt, dass solche Texte das Vorspiel staatlicher Maßnahmen darstellen und dass die Richtung, die die Vorwürfe in diesen Artikeln nehmen, anzeigt, wie diese Maßnahmen aussehen könnten. Am Beispiel des angeblichen Reichsbürgerputsches konnte man sehen, zu welch gigantischer Größe sich ein faktisches Nichts aufblasen lässt.


Die massiven Verschärfungen der Paragrafen 140 und 130 StGB, die bereits den Resten der Meinungsfreiheit in Deutschland weitgehend den Garaus machten, scheinen nicht zu genügen, um die von der Bundesregierung gewünschte Kriegspolitik weiter abzusichern. Was sich in dieser neuesten Welle von Artikeln abzeichnet, ist der Versuch, jegliche politische Tätigkeit, die sich gegen die NATO richtet, zur Agententätigkeit zu erklären und als solche zu behandeln, und die Liste der Organisationen, auf die gezielt wird, ist sehr umfassend. Natürlich bleibt die Hoffnung, dass es nicht oder zumindest noch nicht dazu kommt, dass das, was sich aus diesen Artikeln lesen lässt, in Handlungen umgesetzt wird, aber verlassen sollte man sich darauf nicht. Dieser Einstieg ins Jahr 2023 lässt wenig Raum für Hoffnung.


Mehr zum ThemaDiplomatische Gretchenfrage: Tausche ein Russisches Haus gegen drei Goethe-Institute?


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/159135-proteste-gegen-nato-spione-spione-ueberall-spione


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2023

falsche Unterstützung der Tafeln

aus e-mail von Alfred Müller, 7. Jannuar 2023, 17:56 Uhr


Leserbrief zum HAZ-Artikel „Sparkasse unterstützt fünf Tafeln in der Region mit insgesamt 100.000 Euro“, v. 6.1.23


Eine verkehrte Maßnahme
In Deutschland steigt die Armut von einem Rekord zum anderen — hinter jeder dieser Zahlen
steht ein individuelles Schicksal. Doch dies muss nicht sein. Gegen Armut hilft Geld. Diese
Weisheit ist über ein höheres Bürgergeld, höhere Renten, Abschaffung des Niedriglohnsek-
tors, gesicherte Arbeitsplätze und eine bessere Entlohnung in die Praxis umzusetzen.
Wer ein ausreichendes Einkommen hat, ist nicht gezwungen, sich über Armenspeisungen
durch „Tafeln“ erniedrigen zu lassen und seine Würde und Wertschätzung zu verlieren.
Die Expansion der Tafeln ist nicht nur Ausdruck der steigenden Armut, sondern ebenfalls
unzureichender Sozialleistungen des Staates und Lohnzahlungen der Unternehmen. Es besteht
eine Abwärtsspirale, die nichts mit konjunkturellen Schwankungen und der Inflation zu tun
hat, sondern in unserem Wirtschaftssystem immer schon eingebaut war und ist. Mit dem Pro-
duzieren von privatem Reichtum wird gleichzeitig Armut erzeugt und der wirtschaftliche
Erfolg und die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen wird durch die Armut der Lohnabhän-

gigen erzielt.


Das, was die Ehrenamtlichen der Tafeln machen, ist eine ganz tolle und ganz wichtige Arbeit
– und genau da fängt das Problem an. Die Tafeln beseitigen nicht die Armutsursache, sondern
verlängern das Elend der Betroffenen. Sie verhindern eine bedarfsgerechte Mindestsicherung
und reduzieren den Druck auf die Politik. Sie sind ein billiges Konzept der Nahrungsmittel-
beseitigung und stopfen vorhandene Versorgungslücken. Sie sind kein zusätzliches Angebot
der Armutslinderung, vernebeln den Anspruch auf ausreichende Einkommen und eröffnen
den Bedürftigen keine verfügbaren Handlungsperspektiven. Seit Beginn der „Tafelbewe-
gung“, die durch die großen weltweit tätigen Unternehmensberatungen ins Leben gerufen
wurde, haben die staatlichen Stellen die Einrichtungen der Tafeln kräftig gefördert, auch um
die Sozialleistungen möglichst gering halten zu können und die Unternehmen in ihren

Lohndruck zu unterstützen.


So lobenswert die Subventionszahlungen der Sparkasse sein mögen, sie setzen am verkehrten
Hebel an. Das Geld sollte in andere wichtige Bereiche, wie die Klimaschutzpolitik, fließen
und die Politik, die Sparkasse und die Gewerkschaften sollten sich für eine ausreichende

Daseinsvorsorge einsetzen.


Statt mildtätiger Gaben über „Tafeln“ muss die Armutsbeseitigung wieder in den Vorder-
grund treten. Solidarisches und barmherziges Handeln bedeutet vor allem, dass man gegen die
strukturellen Ursachen der Armut kämpft. Wer den Armen helfen will, sollte mit seiner
Barmherzigkeit und seinem Mitgefühl die Wunden der Armen heilen und nicht das Elend der
Bedürftigen verewigen. Der Zulauf zu den Tafeln ist nichts anderes als das Zeichen einer
verfehlten Sozialpolitik und Wirtschaftsordnung. Damit alle Menschen in Deutschland genug
zu essen und zu trinken haben, müssen wir eine menschenwürdige Wirtschaft aufbauen und
die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellen. Die ehrenamtliche Tafelarbeit und die
Fördermaßnahmen dürfen nicht dazu dienen, wirtschaftliches und staatliches Versagen zu

kaschieren.


Alfred Müller, Hildesheim
06.01.2023

Deutsche Panzer an die Ostfront! / SPD-Kühnert Zeitpunkt ist klug

aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. Januar 2023, 20:34 Uhr


RT-Liveticker 6.1.2023

<https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-kiew-lehnt/>18:06 

Uhr

*SPD-Generalsekretär Kühnert zur Marder-Entscheidung:

Lange Abwägung war politisch klug*


Nach Darstellung des SPD-Generalsekretärs Kevin Kühnert hat die

Entscheidung des Bundeskanzlers, Olaf Scholz, zur Lieferung von

Schützenpanzern in die Ukraine nichts mit dem Druck der

Koalitionspartner FDP und Grüne zu tun. Am Freitag sagte der Politiker

bei einer Online-Diskussion: /"Ich glaube, weder im Weißen Haus noch

anderswo werden allzu intensiv die Tweets von

Verteidigungsausschuss-Vorsitzenden und anderen verfolgt."/


Scholz' Entschluss habe etwas "mit politischer Klugheit und einer langen

Abwägung zu tun, den richtigen Moment für solche Entscheidungen zu

treffen", sagte Kühnert. Er sei froh, dass auch der FDP-Vorsitzende und

Finanzminister Christian Lindner es am Donnerstag als richtig bewertet

habe, dass Scholz nicht im Alleingang entschieden habe. Der Entschluss

des Kanzlers sei "in enger Abstimmung mit unseren internationalen

Partnern" erfolgt – auch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.


https://www.anti-spiegel.ru/2023/deutsche-panzer-an-die-ostfront/

6.1.2023

*Deutsche Panzer an die Ostfront!

*/Von Thomas Röper

/

Das Mantra des deutschen Kanzlers Scholz der letzten Monate war

eindeutig: „Bei Waffenlieferungen an die Ukraine wird es keine deutschen

Alleingänge geben!“


*Scholz hat nichts gegen Waffenlieferungen aller Art

*Die Aussage war nicht etwa ein Ausdruck des Zauderns des

Bundeskanzlers, wie die Medien irrtümlich meinten, sondern vollkommen

ernst gemeint. Scholz hat nichts gegen die Lieferung jeder Art von

Waffen für den Krieg gegen Russland, er will nur nicht der erste sein,

der das tut. Daher hat der französische Präsident Macron Scholz am

Mittwoch den Gefallen getan, die Lieferung älterer französischer

Spähpanzer vom Typ AMX-10 RC zu verkünden. Auch die USA haben kurz

darauf die Lieferung von Bradley-Schützenpanzern an Kiew genehmigt.

Daraufhin war für Scholz der Weg frei, am Freitag nach einem Telefonat

mit US-Präsident Biden ebenfalls die Lieferung von

Marder-Schützenpanzern an Kiew freizugeben.


Damit ist bereits klar, dass Scholz auch die Lieferung von

Leopard-Panzern gestatten wird, sobald der erste NATO-Staat beginnt,

Kampfpanzer westlicher Bauart an Kiew zu liefern. Dabei handelt es sich

also nur um eine Frage der Zeit.


Deutschland liefert der Ukraine außerdem eine

Patriot-Flugabwehrbatterie, was Scholz vor einigen Wochen, als es um die

Lieferung einer Patriot-Flugabwehrbatterie an Polen ging, die Polen in

der Ukraine stationieren wollte, noch vehement abgelehnt hat. Aber es

ist das gleiche Spiel, wie bei den Panzern: Scholz wollte nur nicht der

erste sein und nachdem die USA im Dezember die Lieferung von

Patriot-Flugabwehrbatterien an die Ukraine gestattet haben, hat Scholz

nun zusammen mit den Marder-Panzern auch die Lieferung einer

Patriot-Flugabwehrbatterie der Bundeswehr an Kiew freigegeben.


*Gemäß Völkerrecht ist Deutschland im Krieg gegen Russland

*Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat schon am 16. März 2022

ein 12-seitiges Gutachten

<https://www.bundestag.de/resource/blob/892384/d9b4c174ae0e0af275b8f42b143b2308/WD-2-019-22-pdf-data.pdf> herausgegeben,

in dem er der Frage nachgegangen ist, ab wann ein Staat Kriegspartei im

russisch-ukrainischen Konflikt ist. Ich habe über das Gutachten

ausführlich berichtet, meinen Artikel finden Sie hier

<https://www.anti-spiegel.ru/2022/waffenlieferungen-und-ausbildung-von-soldaten-ist-deutschland-kriegspartei/>.


Im Kern stellte das Gutachten zwei Themenfelder fest, bei denen

Deutschland aus völkerrechtlicher Sicht zu einer Kriegspartei werden

kann. Waffenlieferungen machen Deutschland demnach nicht zu einer

Kriegspartei, aber: /„Erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch

die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in

Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung

verlassen.“


/Da ukrainische Soldaten in Deutschland an NATO-Waffensystemen

ausgebildet werden, ist dieser Punkt erfüllt. Sowohl die US-Armee bildet

ukrainische Soldaten in Deutschland aus, als auch die Bundeswehr. Auch

für die Marder-Panzer und vielleicht sogar für die

Patriot-Flugabwehrsysteme dürften die ukrainischen Soldaten in

Deutschland ausgebildet werden.


Das zweite Themenfeld, bei dem Deutschland aus völkerrechtlicher Sicht

zu einer Kriegspartei werden kann, ist die Übermittlung von

Geheimdienstinformationen. Dazu heißt es in dem Gutachten: /„Hier sind

die genauen Umstände entscheidend: Je substanzieller die Unterstützung

wird und je abhängiger die unterstützte Partei, also die Ukraine in

unserem Fall, davon ist, desto näher kommt man der roten Linie.

Strategisch relevante Geheimdienstinformationen fallen dabei natürlich

ins Gewicht. Ihrer Natur gemäß sind sie aber natürlich geheim und für

die gegnerische Seite nicht oder nur schwer nachzuweisen.“


/Dass die USA die Ukraine nicht nur mit Geheimdienstinformationen in

Echtzeit versorgen und der Ukraine bei der Auswahl von Angriffszielen

helfen, sondern sogar aktiv in die militärischen Planungen der Ukraine

eingebunden sind, ist bekannt

<https://www.anti-spiegel.ru/2022/die-usa-und-grossbritannien-sind-in-der-ukraine-de-facto-kriegsparteien-gegen-russland/>.

Die USA sind damit aus völkerrechtlicher Sicht in jedem Fall in jedem

Fall Kriegspartei gegen Russland.


*Der BND liefert Daten an die Ukraine

*Anfang Oktober 2022 wurde bekannt, dass auch der BND die Ukraine mit

Geheimdienstinformationen versorgt. Darüber hat die „Zeit“ berichtet und

in dem Artikel der „Zeit“

<https://www.zeit.de/2022/40/ukraine-russland-krieg-bnd-geheimdienstinformationen/komplettansicht

konnte man erfahren: /„Die Analysen und Aufklärungsergebnisse, darunter

Geodaten, können in die Kriegsplanung einfließen und der ukrainischen

Armee dabei helfen, Kampfkraft und Moral russischer Einheiten

einzuschätzen oder ihre Stellungen zu überprüfen. Die Daten-Lieferungen

sind der geheimdienstliche Teil der Zeitenwende.

Die Informationen stammen vom Bundesnachrichtendienst (BND). Sie speisen

sich aus Satellitenbildern, abgefangenen Funksprüchen und

Mobiltelefongesprächen.“


/Außerdem will der BND überprüft haben, ob dieses Vorgehen eine deutsche

Kriegsbeteiligung bedeutet: „/Um sicherzugehen, gab der BND im Mai eine

Prüfung der „rechtlichen Zulässigkeit von Übermittlung targeting-fähiger

Informationen an die Ukraine“ in Auftrag. Ergebnis: Die Daten-Weitergabe

sei gesetzeskonform und bedeute völkerrechtlich keinen Kriegseintritt

Deutschlands.“


/Das Gutachten, dass der BND in Auftrag gegeben hat, würde ich gerne mal

sehen, denn offensichtlich kommt es zu einem anderen Ergebnis als das

Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Wie aktiv der

BND bei der Übermittlung der Informationen ist, haben wir auch erfahren:

/„Andererseits hören und sehen die Deutschen in der Ukraine Details über

die russische Armee, die den Ukrainern manchmal entgehen –

Satellitenaufnahmen eines russischen Flugfeldes etwa, bei dem der BND

die genaue Lage und Zahl der Flugzeuge erfassen konnte. Oder Hinweise

auf ein russisches Munitionsdepot. Aber weil die Daten oft mit der

Verzögerung von bis zu mehreren Tagen übermittelt werden, seien sie

„nicht unmittelbar“ für die Planung und Steuerung tödlicher Angriffe

nutzbar, heißt es in Berlin. Manchmal teilt der BND Satellitenbilder,

manchmal nur Textberichte über das, was zu sehen ist. Eine der Auflagen

lautet, nur Aufnahmen aus der Ukraine selbst zu übermitteln, keine aus

Russland. Insgesamt haben die Deutschen bislang weit mehr als hundert

Hinweise geschickt, im Schnitt mehr als einen pro Tag.“


/*Ist Deutschland Kriegspartei?

*Dass der BND damit zu weit geht, stand auch in dem Artikel:

/„Scholz geht mit der neuen Praxis ein erhebliches Risiko ein. Er bewegt

sich entlang einer politischen Kontaktlinie, deren genauer Verlauf nicht

bekannt ist – allein der russische Präsident entscheidet, wann er sie

für überschritten hält. (…) Intern haben sich die Deutschen von Anfang

an keine Illusionen gemacht, dass der diskrete Informationsfluss

verborgen bleibt. Das ukrainische Militär sei zu sehr von russischen

Informanten durchdrungen, als dass sich eine so wichtige Operation

verheimlichen ließe. Die Russen, heißt es in Berlin, wüssten längst

Bescheid.“


/Im Klartext bedeutet das, dass die deutsche Regierung bewusst volles

Risiko fährt und sich de facto an dem Krieg gegen Russland beteiligt

hat. Da sind die Lieferungen von Panzern gegen Russland nur konsequent.

Ob das allerdings eine gute Idee ist, steht auf einem anderen Blatt.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

06.01.2023

Warum schweigt Merkel?

Oskar Lafontaine


nachdenkseiten.de, 06. Januar 2023 um 8:27 Ein Artikel von

Ukraine: Milliarden und Waffen in ein Fass ohne Boden? Ein Zwischenruf von Oskar Lafontaine.




In Frankreich hat sich Pierre de Gaulle, Enkel von Charles de Gaulle, Bankmanager und Unternehmensberater, in einem erstaunlichen Interview zu Wort gemeldet: “Die öffentliche Meinung beginnt, sich des perversen Spiels und der Lügen der Amerikaner und insbesondere der NATO bewusst zu werden. Die Ukraine-Krise wird genutzt, um Europa zu destabilisieren . Die Kriegsauslöser sind die Amerikaner und die NATO, und ich möchte als Beweis die Äußerungen von Frau Merkel anführen, die sagte, sie habe nie die Absicht gehabt, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen, die unterzeichnet wurden, um die Sicherheit der russisch-sprachigen Bevölkerung im Donbass zu gewährleisten .. Frau Merkel hat alles getan, um der NATO zu erlauben, die Ukraine zu bewaffnen, hat alles getan, um die Grundlagen für diesen Konflikt zu legen. Indem sie diese ukrainische nationalistische Expansion zuließ, hat sie zugelassen, dass 16.000 bis 18.000 Menschen bombardiert und getötet wurden.”


Der Enkel Charles de Gaulles stellt im Hinblick auf die Vorgeschichte des russischen Einmarschs richtigerweise fest, dass die Amerikaner und die NATO die Kriegsauslöser sind. Eine Feststellung, die in Deutschland sofort zum Vorwurf des Putin-Verstehers und zur Ausgrenzung aus dem politischen Dialog führen würde. Viel wichtiger ist aber der Vorwurf de Gaulles an Angela Merkel, sie habe zugelassen, dass 16.000 bis 18.000 Menschen im Donbass getötet wurden. Diese zweifelhafte Rolle Merkels, die sich aus ihrem am 7. Dezember von der “Zeit” veröffentlichten Interview ergibt, wird weltweit diskutiert und veranlasste Putin zur Frage, ob man im Westen überhaupt noch jemanden trauen und Vereinbarungen treffen könne.


Warum schweigt Merkel dazu?

In der Tat ist eine Mitverantwortung Deutschlands an der fehlenden Umsetzung des Minsker Abkommens nicht zu leugnen. Und sie ist ein weiterer Grund dafür, dass die Bundesregierung ihre US-hörige Politik aufgeben und auf einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen drängen muss. Das umso mehr, weil auch der Bericht des europäischen Rechnungshofes vom September 2021 eine Änderung der Ukraine-Politik der Bundesregierung dringend erfordert: “Sachverständige schätzen, dass enorme Summen – in der Größenordnung von zig Milliarden Dollar – jährlich in der Ukraine aufgrund der Korruption verloren gehen.” Dazu kommen sich häufende Berichte, dass ein Teil der in die Ukraine gelieferten Waffen nicht bei der Armee ankommt, sondern auf den Schwarzmärkten der Waffenhändler verhökert wird.


Die zwingend notwendige Änderung der deutschen Ukraine-Politik mit dem Ziel, einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen, einer Waffenruhe und Verhandlungslösung, habe ich in einem Interview mit Radio München dargelegt.


Rubriken:

Das kritische Tagebuch


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=92164



Weiteres:



Oskar Lafontaine, diese Regierung und der Ukraine-Krieg


radiomuenchen.net, 30: Dezember 2022

"Von deutschem Boden darf niemals wieder Krieg ausgehen", sagte einst der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt - heute liefert die Bundesregierung schwere Waffen in die Ukraine. Warum? Weil Deutschland ein Vasallen-Staat der USA ist. So die Analyse von Oskar Lafontaine in seinem aktuellen Buch „Ami, it´s time to go“, Plädoyer für die Selbstbehauptung Europas, das im Westend-Verlag erschienen ist. Der ehemalige Vorsitzende der SPD, Kanzlerkandidat, Bundesfinanzminister und Politiker der Linken plädiert für eine Selbstbehauptung Europas.


Radio München · Oskar Lafontaine, diese Regierung und der Ukraine-Krieg

Audio https://soundcloud.com/radiomuenchen/oskar-lafontaine-diese-regierung-und-der-ukraine-krieg?utm_source=www.radiomuenchen.net&utm_campaign=wtshare&utm_medium=widget&utm_content=https%253A%252F%252Fsoundcloud.com%252Fradiomuenchen%252Foskar-lafontaine-diese-regierung-und-der-ukraine-krieg Dauer 31:18 min.


Hören Sie dazu unsere Autorin Sylvie-Sophie Schindler im Gespräch mit Oskar Lafontaine.

„Ami, it's time to go“, Plädoyer für die Selbstbehauptung Europas, ist im Westend-Verlag. Es hat 64 Seiten, kostet als Kindle 9 Euro 90 und als Paperback 12 Euro.


Info: https://www.radiomuenchen.net/podcast-archiv/radiomuenchen-themen/2013-04-04-17-34-58/2114-oskar-lafontaine-diese-regierung-und-der-ukraine-krieg.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

06.01.2023

Was steckt im Budget der geheimen DARPA-Agentur?

Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ist als der berüchtigtste und geheimnisvollste Zweig des Pentagons bekannt.


globalresearch.ca, 06. Januar 2023, Von Jeremy Loffredo


Rebel News 3. Januar 2023

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Der Economist  hat DARPA als die Agentur bezeichnet, „die die moderne Welt geformt hat“, und Wettersatelliten, GPS, Drohnen, Stealth-Technologie, Sprachschnittstellen, den Personal Computer und das Internet auf der Liste der Innovationen aufgeführt, für die „DARPA zumindest teilweise Anspruch erheben kann Kredit." Diese Technologien wurden ursprünglich für die militärischen Ziele des Pentagon erfunden.


DARPA  hat die mRNA-Impfstofftechnologie von Moderna seit mindestens 2013 finanziert und technisch  unterstützt. DARPA hatte auch langjährige Mitarbeiter und Partner am Wuhan Institute of Virology.

Kein sicherer Ort zum Verstecken. Eine Video-Antwort auf die nukleare PSA von NYC. Haben wir vergessen?

Ein Blick auf ihr  neues Budget  gibt einen Einblick in das, was das US-Militär als Teil der Zukunft der Kriegsführung sieht.


Der Einsatz von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz (KI) zur Manipulation von Informationen oder menschlichem Verhalten scheint für die DARPA nach dem Budget zu urteilen eine Priorität zu sein.


Ein Projekt namens AAI zielt darauf ab, die „Erleichterung der Bediener-Maschine-Schnittstelle, Wissensmanagement und -verbreitung sowie soziale Kontext-informierte KI-Prognose“ zu fördern. Das Projekt zielt auch darauf ab, einen „Fokus auf die Messung und Aggregation vorbewusster Signale und darauf zu legen, wie diese verwendet werden können, um festzustellen, was die Menschen für wahr halten“.


Das Projekt SemaFor ist für Hunderte Millionen Dollar vorgesehen und wird KI verwenden, „um falsche Informationen, ihren Ursprung und ihre Absicht zu identifizieren [Hervorhebung hinzugefügt]. Ein Projekt namens ASED entwickelt „Counter-Social-Engineering-Bots“. Eine kleine Beschreibung dieses Projekts wird gegeben.


Früher nur für Filme und Fernsehsendungen gedacht, plant DARPA, die Entwicklung einer Art „Strahlenkanone“ voranzutreiben. Project Warden ist mit Millionen von Dollar ausgestattet, um „die Reichweite und Tödlichkeit von Hochleistungs-Mikrowellensystemen und -waffen zu verstärken“.


Die Idee des Weltwirtschaftsforums der Technologie der vierten industriellen Revolution, die teilweise als Verschmelzung digitaler, technischer und biologischer Systeme definiert wird, wird auch im DARPA-Budget hervorgehoben.


In einem Projekt mit dem Titel „Rapid Healing for Warfighter Injuries“ plant DARPA, „künstliche Intelligenz zu nutzen, um physiologische Prozesse in komplexen Geweben vorherzusagen, zu stimulieren und zu kontrollieren“.


Das Projekt mit dem Codenamen „NSIA“ oder nicht-chirurgische Maschinenschnittstellentechnologie zielt darauf ab, „mehrere Informationskanäle in biologisches menschliches Nervengewebe einzugeben“. Die Beschreibung erklärt, dass sich diese derzeit in der „abschließenden Test-/Übergangsphase zur Implementierungsphase“ befindet.


Die Agentur plant auch, intelligente Geräte wie intelligente Uhren, Smartphones, intelligente Autos und intelligente Haushaltsgeräte, die auch als Internet der Dinge (IoT) bekannt sind, zur weiteren Spionage und Überwachung einzusetzen. zielt darauf ab, die Aufbewahrung (ständige Überwachung) von „Zielen“ in umkämpften Umgebungen zu erleichtern, „Schnittstelle zur IoT-Infrastruktur zur Ergänzung der Satellitenfähigkeit“.


Das ausgewählte Bild stammt von der Südfront

Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Rebel News

Copyright © Jeremy Loffredo , Rebel News , 2023


Info: https://www.globalresearch.ca/whats-inside-budget-secretive-darpa-agency/5803805

06.01.2023

Starkes Zeichen für Frieden und Abrüstung In über 30 Städten – von Hamburg bis München und Bonn bis Berlin – gab es am 20. November 2022 Friedensaktionen gegen den Krieg in der Ukraine und die Aufrüstung des Militärs.

Screenshot_2023_01_06_at_15_27_10_Stoppt_das_T_ten_in_der_Ukraine

Hier geht es zur Pressemitteilung.


Zum Aufruf des Bündnisses „Stoppt das Töten in der Ukraine – Aufrüstung ist keine Lösung!“ geht es hier.




Alle Fotos zu den Aktionen gibt es auf Flickr.




Aufruf zum dezentralen Aktionstag für Frieden und ein gutes Leben für alle am 19. November 2022

Am 24. Februar 2022 begann die Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Der Angriffskrieg hat zu zehntausenden Toten, hunderttausenden Verletzten und Millionen Geflüchteten geführt. Durch den militärischen Konflikt, der bereits 2014 begann, wurden zudem unzählige Gebäude und öffentliche Einrichtungen zerstört, Lebensmittel vernichtet und deren Anbau unmöglich gemacht.


Die deutsche Regierung hat als Reaktion auf die neuerliche russische Aggression wenige Tage nach Beginn der Angriffe ein 100 Milliarden Euro umfassendes Aufrüstungsprogramm für die Bundeswehr angekündigt. Dieses wurde mittlerweile per Grundgesetzänderung beschlossen. Mit jährlichen Ausgaben von 2% des Bruttoinlandsprodukts hätte Deutschland bald nominal den drittgrößten Militäretat der Welt – nach den USA und China.


Aufrüstung und Krieg lehnen wir ab

Diese Politik lehnen wir ab! Die Waffen müssen schweigen: Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand mit einem Rückzug des russischen Militärs aus der Ukraine. Es braucht Friedensverhandlungen: Wir fordern von der Bundesregierung, aktiv an einer diplomatischen Lösung des Konflikts zu arbeiten.


Kriege und bewaffnete Konflikte – wie beispielsweise auch die völkerrechtswidrigen Angriffe der Türkei auf kurdische Gebiete oder Aserbaidschans auf Armenien – verursachen weltweit unsägliches Leid. Wir fordern den Schutz von Menschen, die vor Kriegen fliehen, die Aufnahme von Militärdienstentzieher*innen, Kriegsdienstverweigerer*innen sowie Deserteur*innen und die Aufarbeitung von Völkerrechtsverbrechen.


Die aktuelle Rüstungsspirale, an der viele Staaten der Welt, darunter Deutschland, beteiligt sind, muss zum Wohle aller Menschen gestoppt werden. Denn jeder Euro, Dollar oder Rubel, der ins Militär fließt, fehlt im Kampf gegen globale Menschheitsprobleme wie die Klimakrise, Armut oder die Corona-Pandemie.


Die Klimakrise schreitet ungebremst voran – hierzulande bekam man die Folgen im vergangenen Dürre-Sommer deutlich zu spüren. Alle verfügbaren Ressourcen müssen deshalb für die Eindämmung des Klimawandels und dessen Folgen aufgewendet werden. Die Klimakrise, die Corona-Pandemie und die Folgen des Krieges in der Ukraine führen dazu, dass immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze fallen – die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie machen auch den Menschen in Deutschland das Leben schwer. Mit militärischen Mitteln lässt sich keines dieser Probleme lösen.


Werdet aktiv für eine friedlichere Welt

Wir wollen eine Welt, in der alle Menschen frei und sicher leben können. Wir rufen deshalb am Samstag, dem 19. November 2022, zu gewaltfreien und bunten Protesten gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und das Aufrüstungsprogramm auf.


Organisiert werden sollen dafür Aktionen und Proteste an den Orten, an denen über Aufrüstung und Kriege entschieden wird – zum Beispiel vor Regierungsgebäuden und den Büros der regierenden Parteien. In Innenstädten, vor den Fabriken der Rüstungsindustrie und vor Militäreinrichtungen soll unsere Wut und Empörung über die Profiteur*innen und Verantwortlichen des Krieges sichtbar und hörbar werden. Werdet aktiv am 19. November gegen Aufrüstung und Krieg und für Frieden und ein gutes Leben für alle!


Wer wir sind

Wir sind ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, stehen für Menschenrechte ein und sind solidarisch mit allen Menschen, die sich gegen Krieg einsetzen.


Für Menschen und Gruppen aus dem nationalistischen und antidemokratischen Spektrum ist auf unseren Aktionen kein Platz. Ebenso erteilen wir Menschen und Gruppen, die wissenschaftsfeindlich sind, die Journalist*innen angreifen, sowie Menschen und Gruppen, die Verschwörungsmythen anhängen und/oder Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder andere diskriminierende Botschaften verbreiten, eine Absage.


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Aufrufende Organisationen

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Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden | attac | Bund für Soziale Verteidigung | Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen | IPPNW | Naturfreunde Deutschlands | Netzwerk Friedenskooperative | Frauennetzwerk für Frieden | Ohne Rüstung Leben | Omas gegen Rechts München | Rheinmetall entwaffnen | Rostocker Friedensbündnis | VVN-BdA 


Stand: 25. Oktober 2022


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Ja zur Hilfe für die Menschen in der Ukraine!

Nein zu Waffenlieferungen!


Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) kritisiert die
geplante Lieferung von Panzern an die Ukraine: „Statt endlich die zivile Hilfe auszuweiten, werden immer mehr und immer größere Waffensysteme in den Krieg geliefert. Damit wird die
Eskalationsspirale anngeheizt und der Krieg ausgeweitet“, kritisiert der DFG-VK-Bundessprecher

Jürgen Grässlin, Experte für Waffenexporte: „Deutschland muss mit aller Kraft zivil helfen!“


Nachdem Frankreich und die USA angekündigt haben, die Ukraine mit leichten Kampfpanzern zu
beliefern, beabsichtigt nun auch die Bundesregierung weitere Waffen zu liefern, allen voran Marder-
Schützenpanzer und Patriot-Flugabwehrsysteme. Die Ausbildung der ukrainischen Soldat*innen an den Waffen soll auf Truppenübungsplätzen der Bundeswehr stattfinden.


Seit Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs hat Deutschland bereits MARS-

Raketenwerfer, Panzerhaubitzen 2000 und Gepard-Luftabwehrgeschütze an die Ukraine exportiert.


Dazu kommen noch 900 Panzerfaust 3 mit insgesamt 3.000 Patronen, 500 Flugabwehrraketen Stinger, 100.000 Handgranaten, 30.000 Schuss Munition für 40mm Granatwerfer, 13.500 Schuss 155 mm Artilleriemunition, 100 Maschinengewehre und vieles Kriegsgerät mehr. Alsbald sollen nun auch noch Marder- und Patriot-Waffensysteme folgen.


„Diese Waffenlieferungen folgen der immens gefährlichen Militärlogik beider Seiten, dass dieser Krieg militärisch zu gewinnen sei. Doch statt Öl ins Feuer zu gießen, sollte Deutschland endlich
Friedensmacht werden“, so Jürgen Grässlin. Er kritisiert dabei die eklatante Vernachlässigung ziviler Hilfen durch die Ampelkoalition in Berlin: „In der Ukraine fehlt es an so vielem: Warum liefert die Bundesregierung nicht hunderte von Kranken- oder Feuerwehrfahrzeugen sowie Transporter und
Material für den Wiederaufbau, sondern immer nur weitere Kriegswaffen?“


Das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine ist im Jahr 2022 wegen des russischen Einmarschs um 30,4 Prozent gesunken. Die Infrastruktur des Landes wird von den russischen Angreifern
zusammengebombt: „Wichtig wäre, auf dem Verhandlungsweg einen sofortigen Waffenstillstand zu vereinbaren und unter der Ägide der Vereinten Nationen ernsthafte Friedensverhandlungen
aufzunehmen. Stattdessen spielt die Bundesregierung mit dem Feuer: Sie hat bisher nicht erklärt, wie
lange und wofür die Ukraine die Waffen nutzen darf“, so Grässlin.


Die DFG-VK bemängelt zudem, dass es Männern im wehrfähigen Alter noch immer verboten ist, die Ukraine zu verlassen. „Das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern, ist ein Menschenrecht“, macht Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer der DFG-VK aufmerksam: „Es braucht Schutz und Asyl für alle Menschen, die sich in den drei direkt am Krieg beteiligten Ländern Russland, Belarus und Ukraine dem Militärdienst entziehen!“ Weder die Bundesregierung noch die EU-Kommission hätten dafür ausreichende Schritte unternommen. Schulze von Glaßer verweist darauf, dass die Friedensorganisationen bereits 8.000 Euro zur Unterstützung russischer Kriegsdienstverweigerer*innen an eine finnische Partnerorganisation gespendet hat. Auch mit Kriegsgegner*innen aus Belarus und der Ukraine arbeitet die DFG-VK zusammen.


Jürgen Grässlin: „Mit den weiteren Waffenexporten wird der Krieg weiter eskalieren, das Kriegsende wird auf Jahre hinausgeschoben, zehntausende weiterer Menschen werden sterben, weite Landstriche der Ukraine werden zerstört und auf lange Zeit unbewohnbar.“ Die DFG-VK fordert daher den Stopp der deutschen Waffenexporte ins Kriegsgebiet zu Gunsten einer deutlichen Ausweitung der zivilen Hilfsmaßnahmen: „Wir stehen an der Seite aller, die sich dem Krieg verweigern. Wir begrüßen alle Aktionen der Sozialen Verteidigung. Und wir fordern den immensen Ausbau der zivilen Hilfe“, sagt Grässlin.Für das Wochenende vom 24. bis 26. Februar 2023, an dem sich der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine jährt, plant die DFG-VK gemeinsam mit vielen weiteren Friedensgruppen Protestaktionen unter dem Motto „Stoppt das Töten in der Ukraine – für Waffenstillstand undVerhandlungen!“. Weitere Infos gibt es am Montagabend – 9. Januar 2023 – auf: www.stoppt-das-toeten.de
Für Interviews oder bei Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu Jürgen Grässlin
(Bundessprecher der DFG-VK, Sprecher der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den
Waffenhandel!“ und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.)) auf: Festnetz: 0761-
7678208, Mobil: 0170-6113759, E-Mail: graesslin@dfg-vk.de
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Freiburg/Stuttgart 6. Januar 2023

Info: https://stoppt-das-toeten.dfg-vk.de
06.01.2023

Kriegsindustrie dreht auf – Panzer sollen rollen für den Sieg!

    meinungsfreiheit.rtde.life, 6 Jan. 2023 10:38 Uhr,Von Uli Gellermann

    Wer will am Tod verdienen? Die Rüstungslobby betreibt die Lieferung westlicher Panzer an Kiew. Auch Deutschland soll mit dabei sein. Dabei, so Uli Gellermann, sollte man es doch hierzulande eigentlich besser wissen: "Da war und ist nichts zu siegen. Da wartet der Tod."


Quelle: www.globallookpress.com © Kay Nietfeld/dpa (Bild)



"Stahlhelm auf zwei Beinen": Strack-Zimmermann mit dem ukrainischen Ex-Boxer Wladimir Klitschko im November 2022 in Berlin


Der Stahlhelm auf zwei Beinen, Frau Strack-Zimmermann von der FDP, barmt: "Lieferung des Leopard 2 dringend erforderlich". In ihrem Wahlkreis liegt die Firma Rheinmetall, die Firma, die am Tod verdient. Man liefert gern in die Ukraine. Ihre Kinder hat Frau Strack-Zimmermann noch nicht an die Ukraine-Front geliefert. Schade. Die Medien lieben Helden-Storys, auch Beerdigungen sind immer gut für die Auflage.


Französischer Panzer in die Ukraine

Auch die Franzosen haben eine Rüstungsindustrie. Auch die will am Tod verdienen. Da sorgt der französische Präsident schnell dafür, dass der flotte Radpanzer AMX-10 RC in die Ukraine geliefert wird. Der Panzer war schon im Irak-Krieg, im Kosovo-Krieg, im Afghanistan-Krieg und wird zurzeit im Mali-Krieg eingesetzt. Und vor allem: Der Panzer wird in einem Unternehmen hergestellt, an dem auch die deutsche Firma Rheinmetall beteiligt ist. So steuert die deutsch-französische Freundschaft auf einen Endsieg zu.


Friede auf Erden – aber Krieg gegen Russland





Meinung

Friede auf Erden – aber Krieg gegen Russland






Wenn Frankreich am Tod verdient ...

Wenn Macron was für den Kriegsumsatz tut, dann darf Scholz nicht zurückbleiben. Findet die Frau mit dem Stahlhelm: "Das vom Bundeskanzleramt ständig vorgeschobene Argument, Deutschland dürfe keine Alleingänge starten, ist absolut passé", sagt die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. "Frankreich übernimmt wieder einmal die Rolle, die von Deutschland erwartet wurde, und geht selbst voran." So spielt Strack-Zimmermann über Bande: Wenn Frankreich am Tod verdient, dann muss für deutsche Firmen auch was drin sein.


Dann ist unser Panzer ein ehernes Grab

"Deutschland muss endlich den Schützenpanzer Marder und am besten gemeinsam mit den europäischen Partnern den Leopard 2 liefern", röhrt Strack-Zimmermann und heizt die Rüstungsspirale an. Das Wort "endlich" sollte aufhorchen lassen. Heißt es doch im Panzerlied der Bundeswehr: "Trifft uns die Todeskugel, ruft uns das Schicksal ab, dann ist unser Panzer ein ehernes Grab."


Es krepieren immer die anderen?

Das "Panzerlied" hatte die Bundeswehr brav von der Nazi-Wehrmacht übernommen. Die kannte blutige Erfahrungen in Russland und der Ukraine. Da war und ist nichts zu siegen. Da wartet der Tod. Das ist den Rüstungslobbyisten scheißegal. Die denken, es krepieren immer die anderen. Dass ein Krieg mit Russland, und auf den steuern die Waffenlieferungen zu, in einen Weltkrieg führen kann, wollen die Strack-Zimmermanns und deren angeschlossene Medien nicht wissen. Das wird dann ein Krieg sein, in dem auch die verrecken. Wenn sie doch nur alleine wären.


Uli Gellermann ist Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern grundieren seine Medienkritik. Er ist Herausgeber der Internetseite RATIONALGALERIE.

Mehr zum Thema – Auch Zwerge können sterben! Kleines Deutschland will ganz groß rauskommen

RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/159084-kriegsindustrie-dreht-auf-panzer-sollen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

06.01.2023

Stellungnahme der Russischen Botschaft in Deutschland in Bezug auf die Entscheidung der Bundesregierung, der Ukraine Schützenpanzer vom Typ Marder und ein Patriot-Raketenabwehrsystem bereitzustellen

russische-botschaft.ru, Januar 6, 2023

Am 5. Januar 2023 wurde bekanntgegeben, dass der Bundeskanzler Olaf Scholz und der Präsident der Vereinigten Staaten Joseph Biden sich in einem Telefonat darauf verständigten, das Regime in Kiew mit schwerem militärischem Gerät zu beliefern. Demnach wird Deutschland der Ukraine insbesondere Schützenpanzer vom Typ Marder und ein Patriot-Raketenabwehrsystem bereitstellen.


Entschieden verurteilen wir diesen Beschluss und betrachten ihn als einen weiteren Schritt hin zur Konflikteskalation in der Ukraine. Besonders zynisch ist es, dass darüber kurz vor dem orthodoxen und in der christlichen Welt hochverehrten Weihnachtsfest und vor dem Hintergrund des in diesem Zusammenhang vom russischen Präsidenten einseitig erklärten Waffenstillstands entschieden wurde.

Die Zügigkeit dieser konfrontationsgeladenen Entscheidungsfindung lässt keinen Zweifel daran, dass man sich in Berlin auch unter großem Druck aus Washington darauf einließ und im Sinne einer zerstörerischen Logik der transatlantischen Solidarität handelte.


Von unserer Seite betonen wir erneut, dass die Lieferungen tödlicher und schwerer Waffen an das Kiewer Regime, die nicht nur gegen russische Militärs, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung im Donbas eingesetzt werden, die moralische Grenze darstellen, die die Bunderegierung hätte nicht überschreiten sollen. Das gilt mit Blick auf die historische Verantwortung Deutschlands vor unserer Bevölkerung für die Nazi-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs.


Mit dieser Entscheidung von Berlin wird immer mehr deutlich, dass die Bundesrepublik und der kollektive Westen kein Interesse daran haben, eine friedliche Konfliktlösung zu suchen. Durch ihr Bemühen wurde die Ukraine de facto zu einem militärischen Übungsplatz gemacht und das ukrainische Volk zur Erreichung geopolitischer Ziele des Westens instrumentalisiert, was die Feindseligkeiten in die Länge zieht und sinnlose Opfer und Zerstörungen herbeiführt. Die Entscheidung Berlins, schwere Waffen an das Kiewer Regime zu liefern, wird die deutsch-russischen Beziehungen gravierend beeinträchtigen.


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Info: https://russische-botschaft.ru/de/2023/01/06/stellungnahme-der-russischen-botschaft-in-deutschland-in-bezug-auf-die-entscheidung-der-bundesregierung-der-ukraine-schuetzenpanzer-vom-typ-marder-und-ein-patriot-raketenabwehrsystem-bereitzustellen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

06.01.2023

«Wir haben die Gefahren der NATO-Erweiterung immer gekannt»


 
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US-Präsident Bill Clinton, NATO-Generalsekretär Javier Solana und US-Aussenministerin Madeleine Albright – eine extreme Hardlinerin – an der Feier «50 Jahre NATO» im April 1999. Und sie lachen: Eben haben sie erreicht, was nun letztlich zum Krieg in der Ukraine geführt hat: den Beginn der Erweiterung der NATO nach Osten (Polen, Tschechien und Ungarn, NATO-Beitritt am 12. März 1999) @ NATO


globalbridge.ch, 06. Januar 2023 Autor: Ted Snider in Geschichte, Politik

(Red.) Am 15. April 2022 publizierte Globalbridge.ch eine eigene Recherche: «Die Mitverantwortung der USA und der NATO: Vor der NATO-Osterweiterung wurde mehrfach gewarnt». Darin wurden ein Dutzend Politiker und Politologen genannt und zitiert – in ihrer Originalsprache, meist Englisch, aber auch ins Deutsche übersetzt. Auch heute kann nicht genug wiederholt und betont werden, dass die USA wussten, dass die NATO-Osterweiterung von Moskau nur als Provokation verstanden werden konnte. Im Dezember 2021 hat Russland deshalb von den USA und der NATO verlangt, dass die Ukraine neutral bleiben müsse, was aber von beiden, den USA und von der NATO, pauschal abgelehnt wurde. Auch wenn formell ein NATO-Beitritt der Ukraine noch nicht erfolgt war, die Zusammenarbeit Ukraine-NATO wurde immer enger: von der Angleichung der militärischen Hierarchiestufen bis zum obligatorischen Englisch-Unterricht für die ukrainischen Offiziere. Ted Snider zeigt auf, dass die USA wussten, dass der absolut heikelste Punkt der NATO-Osterweiterung eben die Ukraine war.


Im Jahr 2008 warnte William Burns, der heute Bidens CIA-Direktor ist, damals aber Botschafter in Russland war, dass „der Beitritt der Ukraine zur NATO für die russische Elite (nicht nur für Putin) die leuchtendste aller roten Linien ist“. Er warnte Außenministerin Condoleezza Rice: „Ich habe noch niemanden gefunden, der die Aufnahme der Ukraine in die NATO als etwas anderes beurteilt als eine direkte Herausforderung der russischen Interessen.“ Kurz vor einer Erweiterung in die Ukraine bezeichnete Burns die NATO-Erweiterung nach Osteuropa bestenfalls als verfrüht und schlimmstenfalls als unnötige Provokation. Ginge es um die Ukraine, warnte Burns, „könnte es keinen Zweifel geben, dass Putin hart zurückschlagen würde“.


Burns war jedoch nicht der erste Russland-Experte, der dem Weißen Haus dieses Warnzeichen gab. Im Jahr 1990, als die Sowjetunion wie ein Puzzle in einzelne Länder zerfiel, standen die USA und die NATO an einer entscheidenden Wegscheide, an der sie vor zwei zukunftsweisenden Entscheidungen standen. Sie konnten die Teile des Puzzles wieder zu einem umfassenden Bild einer integrierten Welt zusammenfügen, die keine neuen Grenzen in Europa zieht, Russland willkommen heißt, Blöcke überwindet und eine umfassende europäische Sicherheitsstruktur schafft, oder sie konnten die neu entstandenen Teile an die NATO anhängen, Russland ausschließen und isolieren und eine aufgeblähte NATO direkt an Russlands Grenzen heranführen.


Die USA und die NATO haben eine historische Chance zur Zusammenarbeit vertan und sich für das Zweite entschieden. Ein ganzes Heer von Russlandexperten beklagte die verpasste Chance und warnte eindringlich. Der Verteidigungsminister von Präsident Clinton, Bill Perry, nannte es „tragisch“, weil „wir in den 1990er Jahren die Gelegenheit hatten, eine dauerhafte kooperative Beziehung zu Russland aufzubauen.“


Eine ganze Reihe der sachkundigsten und erfahrensten US-Beamten warnte erneut nach dieser verpassten Gelegenheit, denn sie wussten schon damals, dass ein Verbleiben Russlands ausserhalb der EU und ausserhalb dem neuen Sicherheitsabkommen und ein Vorrücken (der NATO, Red.) an Russlands Grenzen eine existenzielle Bedrohung für Russlands Sicherheitsinteressen darstellen würde und dass Russlands rote Linie eben die Ukraine war.


NATO-Osterweiterung

Bereits 1997, noch vor der NATO-Osterweiterung, sagte Jack Matlock, ehemaliger US-Botschafter in Russland, vor dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats aus: „Ich halte die Empfehlung der Regierung, zum jetzigen Zeitpunkt neue Mitglieder in die NATO aufzunehmen, für verfehlt. Sollte sie vom Senat der USA gebilligt werden, so könnte sie als der größte strategische Fehler seit dem Ende des Kalten Krieges in die Geschichte eingehen.“


Im selben Jahr erklärte George Kennan, ein weiterer ehemaliger US-Botschafter in Russland und Architekt der US-Politik der Eindämmung und des Rückzugs aus der Sowjetunion, dass die NATO-Osterweiterung „der verhängnisvollste Fehler der amerikanischen Politik in der gesamten Nachkriegszeit wäre“. Er fügte hinzu, dass sie „die Atmosphäre des Kalten Krieges wiederherstellen“ würde. Kennan schrieb, dass diese Ansicht „von einer Reihe anderer Personen geteilt wird, die über umfangreiche und in den meisten Fällen neuere Erfahrungen in russischen Angelegenheiten verfügen.“


Diese Warnungen waren weder subtil noch zurückhaltend: „tiefster strategischer Fehler“, „verhängnisvollster Irrtum“. Und sie kamen von den Leuten, die es am besten wussten. Andere US-Botschafter als die Botschafter in Russland schlossen sich den Warnungen an. In einem Artikel in der New York Review of Books von 1995 warnte der ehemalige US-Botschafter in Polen, Richard T. Davies, dass die US-Politiker die besten Ratschläge ihrer besten Berater ignorierten. Aber selbst dies waren nicht die ersten Warnungen. Warnungen kamen aus den Reihen der Bush-Administration, seit die Gespräche über die Erweiterung begannen.


Im Oktober 1990 – vielleicht die erste Warnung – erstellte das Außenministerium eine Analyse über „Osteuropa und die NATO“. Darin kam es zum Schluss, dass es nicht im besten Interesse der NATO oder der USA sei, diesen Staaten die volle NATO-Mitgliedschaft zu gewähren. Es warnte vor einer „antisowjetischen Koalition, deren Grenze die sowjetische Grenze ist“. Im selben Monat berichtete die Lenkungsgruppe für europäische Strategie der Regierung, dass „alle Behörden darin übereinstimmen, dass osteuropäische Regierungen in nächster Zukunft nicht zum NATO-Beitritt eingeladen werden sollten“. Zu diesen Behörden gehörten das Außenministerium, das Verteidigungsministerium, die NSA und die Generalstabschefs.


1992 wurde das Außenministerium, das erneut eine NATO-Erweiterung in Erwägung zog, vom stellvertretenden Außenminister Thomas Niles dahingehend beraten, dass eine Osterweiterung der NATO Moskau sagen würde, dass das Endergebnis einer internen Revolution und der Aufgabe seines Sowjet-/Warschauer-Pakt-Imperiums die Ausdehnung der NATO bis zu Russlands Grenze sei. In seinem Buch «Not One Inch» (Nicht einen Zentimeter) schreibt M.E. Sarotte (*), dass „Niles dazu riet, bei der NATO-Mitgliedschaft ‚am Ball zu bleiben‘.“ Im selben Jahr, so Sarotte, habe Colin Powell, der damalige Vorsitzende der Generalstabschefs, gewarnt, dass „er persönlich zögere, die Brücke der osteuropäischen Mitgliedschaft in der NATO zu überqueren.“


Im Oktober 1995 zwang ein Skandal den NATO-Generalsekretär Willy Claes zum Rücktritt. Ruud Lubbers war bereit, ihn zu ersetzen. Als sich jedoch herausstellte, dass Lubbers gegen die Pläne der USA zur Osterweiterung der NATO war, beschlossen die USA laut James Steinberg, dem Direktor für politische Planung im Außenministerium, Lubbers Aufstieg an die Spitze der NATO zu verhindern – eine weniger bekannte Geschichte über das Ignorieren von Warnungen und über Manöver zur Durchsetzung ihrer Ziele. Laut Sarotte berichtete Steinberg, dass die USA „im Nachhinein entschieden, Lubbers den Posten nicht zu überlassen“. Stattdessen begleiteten die USA Javier Solana an die Spitze der NATO. Solana machte deutlich, dass er in der Frage der NATO-Osterweiterung „der amerikanischen Sichtweise folgen werde“.


Die USA wussten, dass die NATO-Osterweiterung Moskau verärgern und bedrohen würde. Sie wussten auch, dass die Erweiterung auf die Ukraine besonders heikel und bedrohlich war und eine besondere rote Linie darstellte. Im Wissen um die Sensibilität dieser roten Linie wurde die Expansion in die Ukraine besonders intensiv debattiert.


In einem bewegenden Appell aus dem Jahr 1991, den Sarotte zitiert, warnte der US-Botschafter in Moskau, Robert Strauss – ein weiterer jener Experten, die gemäß Kennan über die umfangreichsten und neusten Erfahrungen verfügten –, dass „das revolutionärste Ereignis des Jahres 1991 für Russland wohl nicht der Zusammenbruch des Kommunismus ist, sondern der Verlust von etwas, das die Russen aller politischen Richtungen als Teil ihrer eigenen Politik betrachten, und zwar als Herzensangelegenheit: die Ukraine.“


In seinen Memoiren «Duty» sagte Robert Gates, dass der Versuch, Georgien und die Ukraine in die NATO aufzunehmen, wirklich zu weit ging. Er fügte hinzu, dass damit „rücksichtslos ignoriert wurde, was die Russen als ihre eigenen vitalen nationalen Interessen betrachteten“.

Aus diesen Gründen wurde in einem internen Entwurfspapier von 1991 empfohlen, „die Möglichkeit eines Beitritts der Ukraine zum NATO-Verbindungsprogramm“ auf „einen späteren Zeitpunkt“ zu verschieben.


Die Ukraine war auch deshalb ein heikler Fall, weil sich in ihrem Hoheitsgebiet ehemalige sowjetische Atomwaffen befanden, die die Ukraine zeitweise nur ungern abgab. Doch selbst wenn die NATO-Mitgliedschaft als Zuckerbrot für die Abgabe der Atomwaffen an Russland dienen sollte, zögerten die Experten, der Ukraine die NATO-Mitgliedschaft anzubieten und damit Russlands rote Linie zu überschreiten. 1993 erklärte Clintons nationaler Sicherheitsberater Anthony Lake, ein aggressiver Befürworter der NATO-Erweiterung, den Briten, dass das Nuklearproblem gelöst wäre, wenn die Ukraine in die NATO aufgenommen würde. Aus den Unterlagen geht laut Sarotte hervor, dass die Briten darauf mit Unverständnis reagierten. Sie erinnerten Lake daran, dass „eine Erweiterung der NATO um die Ukraine die röteste aller russischen roten Linien überschreiten würde“. Das war schon vor drei Jahrzehnten bekannt.


Selbst Richard Holbrooke, der die Erweiterung aggressiv vorantrieb, wusste, dass „die Ukraine das heikelste Thema ist“ und anders behandelt werden musste. Er wusste, dass die Ukraine eine rote Linie war, die wahrscheinlich nicht überschritten werden konnte, und nannte die NATO „ein Bündnis, dem sie wahrscheinlich niemals beitreten kann. . .“ NATO-Generalsekretär Javier Solana, der versprach, dass seine Auffassung zur NATO-Erweiterung „mit der amerikanischen Zielsetzung übereinstimmen würde“, wusste, dass die Erweiterung in die baltischen Staaten und in die Ukraine „der schwierigste Teil der Erweiterung“ war.


Im Dezember 1994 stellten der Präsident Clinton und Vizepräsident Al Gore bei einem Treffen im Weißen Haus insgeheim klar, dass die Zeit für die NATO-Osterweiterung nun gekommen sei. Wie Sarotte berichtet wurde jedoch beschlossen, sich auf Mittel- und Osteuropa und nicht auf die Ukraine zu konzentrieren.


Vierzehn Jahre später sandte Burns seine Warnung nach Washington, dass „der Beitritt der Ukraine zur NATO die hellste aller roten Linien ist“ und dass, falls die NATO in die Ukraine expandieren würde, „es keinen Zweifel geben kann, dass Putin hart zurückschlagen wird“.

Zum Original-Beitrag von Ted Snider auf der US-amerikanischen Plattform «ANTIWAR@COM»

(*) Die Zitate von Mary Elise Sarotte stammen aus ihrem Buch «1989, The Struggle to Create Post-Cold War Europe», Princeton University Press.


Zum Artikel «Die Mitverantwortung der USA und der NATO: Vor der NATO-Osterweiterung wurde mehrfach gewarnt» (Autor Christian Müller)


Info: https://globalbridge.ch/wir-haben-die-gefahren-der-nato-erweiterung-immer-gekannt


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

06.01.2023

Nachrichten von Pressenza: Nach Vereidigung hebt Lula mehr als 10 von Bolsonaro unterzeichnete Dekrete auf

aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 6. Januar 2022, 7:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 06.01.2023


Nach Vereidigung hebt Lula mehr als 10 von Bolsonaro unterzeichnete Dekrete auf


Der neue brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat in einer seiner ersten Amtshandlungen mehr als zehn Dekrete aufgehoben, die während der Regierungszeit von Bolsonaro unterzeichnet wurden. Lula bestimmte, dass der Generalbevollmächtigte der Union (CGU, Controladoria-Geral da União) die&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/01/nach-vereidigung-hebt-lula-mehr-als-10-von-bolsonaro-unterzeichnete-dekrete-auf/


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Berlin: Stadt der Wahlpannen und ein Schicksalsort der Geopolitik


Die ersten großen internationalen Auftritte Deutschlands waren 1873 das &#8222;Drei-Kaiser-Abkommen&#8220;,1878 der Berliner Kongress der fünf europäischen Großmächte und 1885 die Berliner Kongo-Konferenz zur kolonialen Aufteilung Afrikas. Die deutsche Hauptstadt war wenig später Planungsort des 1. Weltkrieges von Kaiser Wilhelm&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/01/berlin-stadt-der-wahlpannen-und-ein-schicksalsort-der-geopolitik/


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Näheres:



Nach Vereidigung hebt Lula mehr als 10 von Bolsonaro unterzeichnete Dekrete auf dação São Paulo


Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Italienisch verfügbar  (Bild von Prensa Latina)


pressenza.com, vom 05.01.23 - Brasilien -

Der neue brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat in einer seiner ersten Amtshandlungen mehr als zehn Dekrete aufgehoben, die während der Regierungszeit von Bolsonaro unterzeichnet wurden.


Lula bestimmte, dass der Generalbevollmächtigte der Union (CGU, Controladoria-Geral da União) die Geheimhaltung von 100 Jahren für Dokumente und Informationen der Öffentlichen Verwaltung, die von der vorherigen Exekutive beschlossen wurde, innerhalb von 30 Tagen neu bewerten muss.


Er stellte auch den Betrieb des Amazonas-Fonds wieder her, erließ ein Dekret gegen die Deforestierung und hob eine Maßnahme zum illegalen Bergbau auf.


Darüber hinaus hat der neu ernannte Präsident von Brasilien die Ausgabe von neuen Waffenerlaubnissen und die Genehmigung von neuen Schießklubs ausgesetzt.


Der Präsident unterzeichnete zusätzlich mehrere vorläufige Maßnahmen, von denen eine die Zahlung von 600 Reais (110 US-Dollar) an Familien garantiert, die im aktuellen Auxilio Brasil-Programm (jetzt Bolsa Familia) eingeschrieben sind und eine andere die Steuerbefreiungen für Kraftstoffe verlängert. Eine dritte strukturiert die Regierung um, indem sie die Anzahl der Ministerien erhöht.


Darüber hinaus ordnete Lula an, dass seine Minister:innen Vorschläge vorzulegen haben, um öffentliche Unternehmen wie das Ölunternehmen Petrobras und den Postdienst Correios aus dem Privatisierungsprojekt zu entfernen.


Der Präsident setzte die 37 Minister:innen des neuen Regierungssystems ein, die ihr Amt unter dem Motto „Einheit und Wiederaufbau“ sofort antraten.


Lula führte eine Zeremonie durch, bei der die 37 Mitglieder seines Kabinetts gemeinsam vereidigt wurden. Am kommenden Montag, der der erste effektive Tag der neuen Regierung sein wird, werden sie nun offiziell ihr Amt antreten.


Der starke Mann der Wirtschaft wird Fernando Haddad sein, der Minister für Finanzen, während an der Spitze des Außenministeriums Mauro Vieira stehen wird, ein erfahrener Karrierediplomat, der bereits von 2014 bis 2016 Außenminister in der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff war.


Lulas Kabinett umfasst elf Frauen und politische Führungspersonen von neun Parteien über ein breites Spektrum, von den Linken bis zu den moderaten Rechten.


Unter den Frauen ist Sonia Guajajara, eine Vertreterin der indigenen Völker, eine besonders hervorstechende Persönlichkeit. Sie hat das Ministerium für indigene Völker übernommen, eine Institution, die bisher nicht existierte und die Lula während des Wahlkampfs zu schaffen versprochen hatte.


Nachdem er seine neuen Minister ernannt hatte, posierte Lula mit seinem gesamten Kabinett für das erste offizielle Foto seiner dritten Regierungsperiode; er hatte bereits zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten zwischen 2003 und 2010 inne.


Übersetzung aus dem Spanischen von Chiara Pohl vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige! 


Kategorien: Originalinhalt, Politik, Südamerika

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Redação São Paulo
News from the Pressenza bureau in Sao Paulo, Brazil


Info: http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/01/nach-vereidigung-hebt-lula-mehr-als-10-von-bolsonaro-unterzeichnete-dekrete-auf



Näheres:



Berlin: Stadt der Wahlpannen und ein Schicksalsort der Geopolitik

pressenza.com, vom 05.01.23 - Günter Buhlke

Die ersten großen internationalen Auftritte Deutschlands waren 1873 das „Drei-Kaiser-Abkommen“, 1878 der Berliner Kongress der fünf europäischen Großmächte und 1885 die Berliner Kongo-Konferenz zur kolonialen Aufteilung Afrikas. Die deutsche Hauptstadt war wenig später Planungsort des 1. Weltkrieges von Kaiser Wilhelm und des 2. Weltkrieges von Hitler. Auf der Berliner Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 haben deutsche Führungskräfte verschiedener Bereiche die technischen Abläufe und das Vorgehen des Holocaust an dem jüdischen Volk festgelegt und der bis zur Gegenwart die Welt erschüttert.


Ein Aufatmen ging um den Globus, als die faschistischen Staaten Deutschland und Japan 1945 mit ihren Verbündeten besiegt waren.


An der Stadtgrenze zum total zerstörten Berlin, auf der Potsdamer Konferenz, wurde die in Teheran und Jalta von der Anti-Hitler-Koalition beschlossene Nachkriegsordnung in 4 Besatzungszonen besiegelt. Berlin wurde zum Sitz des Kontrollrats der Alliierten bestimmt.


Die Last der Schuld am Holocaust und am 2. Weltkrieg dämpfte nach 1945 Wortmeldungen Deutschlands in der Geopolitik. Das Land suchte mühsam einen Weg zur Demokratie mit Wahlen.


Nach Teilung Deutschlands in die BRD (April 1949) und die DDR (Oktober 1949), wurde Berlin Hauptstadt der DDR. Die Westsektoren erhielten einen Status zur Verwaltung unter Führung der westlichen Alliierten.


In Berlin beschloss die DDR-Regierung den Bau einer Mauer, zur Kontrolle der Grenzübergänge, wie es offiziell hieß. Die Welt hielt den Atem an, als sich ein amerikanischer und ein russischer Panzer nur wenige Meter voneinander entfernt, am Berliner Checkpoint Charly gegenüberstanden. Der Geist der Anti-Hitler-Koalition in Washington und Moskau verhinderten eine Katastrophe. Von Berlin aus rief Ernst Reuter „Schaut auf diese Stadt“ und Kennedy betonte bei seinem Besuch “Ich bin ein Berliner“. Der Staatsratsvorsitzende (Präsident) der DDR Erich Honecker schlug der Bundesregierung 1987 eine „Koalition der Vernunft“ vor. Die Mauer hat die Regierung der zweiten demokratischen Alternative Deutschlands am 9. November 1989 geöffnet.

Die Länder der Welt stehen gegenwärtig erneut vor einer Kriegskatastrophe, als Folge des Ost/West Konflikts in der Ukraine. Um so verständlicher sind die Worte des Papstes in seiner Weihnachtsbotschaft 2022: “Der Herr … erleuchte den Verstand derer, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen und diesen sinnlosen Krieg ein sofortiges Ende zu setzen (Berliner Zeitung v. 28.12.2022).


Berlin war immer auch ein Ort der Kultur mit seinen Universitäten und Museen von der babylonischen Geschichte bis zur Modernen, eine Stadt der Wissenschaften mit vielen Nobelpreisträgern der Humboldt Universität. Sie ist heute wieder Heimstatt des Bundestages und der Regierung Deutschlands, mit allen Wirkungen der Gesetze nach innen und außen.


Die SPD stimmte im Berliner Reichstag 1914 den Kriegskrediten des Kaisers für den 1. Weltkrieg zu und der Bundeskanzler Scholz von der SPD richtete im Berliner Bundestag ein Sonderfonds von 100 Mrd. Euro für das Verteidigungsministerium ein. Das waren keine guten Meldungen für den friedliebenden Berliner, der am 12. Februar in einer Wiederholungswahl die Zusammensetzung des Berliner Abgeordnetenhaus bestimmen wird. Die Korrektur der Bundestagswahl haben die Verfassungsrichter nicht für erforderlich gehalten. Die Wahlmängel in Berlin haben aber die Demokratie in Deutschlands beschädigt.


Die SPD verlor 1918 in Berlin ihren linken Flügel, der sich zur KPD einer weiteren linken Alternative formierte.


Die Partei Die Linke leistet eine Sisyphusarbeit für den Frieden, erhält aber von den anderen Parteien mehr als nur Schelte und permanente mediale Kritik. Die Linke setzt sich für eine Politik der gerechten Verteilung zugunsten der Bevölkerung ein und dafür, dass die Macht vom Volke ausgeht, wie es die Verfassung vorsieht.


Die Wiederholungswahl hat einen richtungsgebenden Charakter für Berlin und für die nächsten politischen Wahlen in Deutschland. Die Bewegung der Letzten Generation in Berlin und anderswo fordert von der Politik eine gesicherte Zukunft, die das Leben der Menschen achtet und die die Biodiversität der Welt nicht gefährdet. Die unzureichenden Ergebnisse der 27. Klimakonferenz in Ägypten und der Konferenz zum Erhalt der Artenvielfalt in Kanada zeigen, dass auch die Delegation der Berliner Regierung unzureichende Verhandlungsvollmachten hatte. SPD, CDU, FDP, AfD stehen für ein unbegrenztes Wachstum der Wirtschaft mit der Konsequenz des Klimawandels, sowie für alte Gewohnheiten der Konsumenten, die die Umwelt schädigen. Die Politiker der Regierungsparteien scheuen sich Gesetze zu erlassen, die Teile des Lebensniveaus im Interesse des Klimaschutzes verändern, sowie den wirtschaftlichen Kurs beeinflussen. Sie sind Meister Kommissionen zu bilden, die die Probleme erörtern sollen. Bis zur Gesetzgebung brauchen sie dann weitere Jahre. Nur bei der Diätenerhöhung geht es in Wochenfristen.


Homo Sapiens hat in seiner langen Geschichte immer Wege gefunden, dank seines Vermögens zu denken und zu arbeiten, betonte Albert Einstein.


Wählen heißt für jeden Wahlberechtigten an die Zukunft zu denken. Die Erfahrungen der Vergangenheit sind dabei zur Orientierung dringend notwendig. Sie zeigen, welche Partei was bei früheren Wahlen versprochen hat. Länder, die die Teilnahme an Wahlen zur Pflicht erklärten, kommen besser über die Hürden der Geschichte.


Info: http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/01/berlin-stadt-der-wahlpannen-und-ein-schicksalsort-der-geopolitik

06.01.2023

Alexander Dubcek  Das lächelnde Gesicht des Sozialismus

deutschlandfunknova.de, vom 30. Dezember 2022

Alexander Dubcek war er von 1968 bis 1969 der mächtigste Politiker der Tschechoslowakei. Er setzte sich für die Liberalisierung und Demokratisierung und einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" ein.

Die politische Führung der Tschechoslowakische Sozialistische Republik (CSSR) ist in Feierlaune, denn im Herbst 1967 steht das 50. Jubiläum der „Oktoberrevolution“ an. 50 Jahre zuvor, 1917, stürzten bolschewistische Revolutionäre um Lenin den Zaren und mit ihm ein feudalistisches Regierungssystem, das Russland in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt hatte.

Aber die tschechoslowakischen Kommunisten sind in jenen Herbsttagen des Jahres 1967 zerstritten. Tschechen hier, Slowaken dort, Reformer auf der einen, starre Stalinisten auf der anderen Seite.

Auf Seiten der Reformer hat sich Alexander Dubcek, der erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Slowakei, einen Namen gemacht. Ihm gegenüber steht Staatspräsident Antonin Novotny. Er war für antisemitische Schauprozesse und zahlreiche Justizmorde verantwortlich, bei denen mehr als 230 Todesurteile gefällt wurden.


Reformen im slowakischen Teil

Alexander Dubcek ist nicht erst seit kurzem ein landesweit bekannter Politiker. Als Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Slowakei opponierte er gegen die Änderung des Staatsnamens durch den Zusatz "sozialistisch".

Als nach dem Tod Stalins Anfang März 1953 die sogenannte Tauwetterperiode begann und die Opfer des Stalinismus rehabilitiert wurden, wollte Dubcek auch jene slowakischen Kämpfer rehabilitiert sehen, die zwischen 1951 und 1953 hingerichtet worden waren.

Als Dubcek nach internen Machtkämpfen 1963 seine Position innerhalb der Kommunistischen Partei wieder gefestigt hatte, sorgte er im slowakischen Teil der CSSR für politische Reformen, während im tschechischen Teil des Landes alles beim Alten blieb.


Dubcek wird zum lächelnden Aushängeschild

Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden KP-Chefs Dubcek und Novotny ist unausweichlich und mündet am 5. Januar 1968 in der Absetzung Novotnys, sein Nachfolger wird Alexander Dubcek als KP-Chef der CSSR. Mit ihm beginnt der sogenannte Prager Frühling, der als Reformbewegung den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ propagiert. Lächelndes Aushängeschild wird Alexander Dubcek.


Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Politikwissenschaftler und Autor Peter Brandt erläutert, was der „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ war und was er wollte.
  • Der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel beschäftigt sich mit Zielen und Motiven des Prager Frühlings.
  • Der Historiker Rüdiger Wenzke hat über die Nationale Volksarmee der DDR geforscht und erläutert deren Rolle bei der Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Geschichte der Tschechoslowakei seit dem Münchner Abkommen vom 29. September 1938.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Felix Schledde schildert den Machtkampf zwischen Novotny und Dubcek.

In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:

  • 00:13:35

    Peter Brandt erläutert, was der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" war

  • 00:21:27

    Martin Schulze-Wessel beschäftigt sich mit Zielen und Motiven des Prager Frühlings

  • 00:32:02

    Rüdiger Wenzke erläutert die Rolle der Nationalen Volksarmee bei der Niederschlagung des Prager Frühlings


     Podcast Audio Dauer 42:42


Info: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/alexander-dubcek-1968-bis-1969-der-maechtigste-politiker-der-tschechoslowakei?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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