Russland drosselt Gaslieferungen :Wer ist schuld am Gasstopp? Siemens reagiert auf Gazprom-Vorwürfe zu Nord Stream
berliner-zeitung.de, vom 14.6.2022 - 17:45 Uhr Russland hat die Gaslieferungen durch die Nord Stream deutlich reduziert und dem Siemens-Konzern die Schuld daran gegeben. Der Konzern hat nun reagiert.
In der Tat hat der staatliche russische Energiekonzern Gazprom die Gaslieferungen nach Europa über die Nord Stream um 40 Prozent gedrosselt ( https://www.berliner-zeitung.de/news/wladimir-putin-ukraine-nord-stream-pipeline-russland-reduziert-gaslieferung-um-40-prozent-li.236161)
– und erklärte das damit, dass der deutsche Konzern Siemens notwendige Gaspumpeneinheiten nicht rechtzeitig aus der Reparatur zurückgebracht habe.
Als Folge könnten derzeit nur noch drei Gaskompressoreinheiten eingesetzt und eine Durchleitung von 100 Millionen Kubikmetern Gas am Tag anstelle der üblichen 167 Millionen Kubikmeter sichergestellt werden, teilte der russische Konzern weiter mit. Zudem seien an der Verdichterstation technische Störungen von Motoren festgestellt worden, weshalb man eine Anordnung der Regulierungsbehörde Rostechnadzor über ein vorübergehendes Aktivitätsverbot erhalten habe.
Aufgrund der von Kanada verhängten Sanktionen...
Wer trägt also Schuld an den reduzierten Liefermengen? So einfach ist es nicht, wie die Stellungnahme des deutschen Unternehmens zeigt. Eine Sprecherin des Konzerns teilte auf Anfrage der Berliner Zeitung mit Hinweis auf die Vorgeschichte mit:
„Siemens Energy hat 2009 Gasturbinen für eine Verdichterstation der Nord-Stream 1-Gaspipeline in Russland geliefert. Die Gasturbinen treiben Verdichter an, die für die Druckerhöhung des Erdgases in der Pipeline Nord Stream 1 erforderlich sind. Es handelt sich um so genannte aeroderivative Gasturbinen, die in Kanada gefertigt wurden und bereits seit mehr als zehn Jahren im Einsatz sind.“
Um den Betrieb der Pipeline aufrechtzuerhalten, so die Sprecherin weiter, sei es notwendig, dass diese Turbinen regelmäßig überholt werden. Eine Turbine werde derzeit in Montreal überholt, denn aus technischen Gründen die Überholung dieser aeroderivativen Gasturbinen nur in Montreal, Kanada, durchgeführt werden könne.
Und an dieser Stelle treffen die kanadischen Sanktionen gegen Russland offenbar auch Siemens. Aufgrund der von Kanada verhängten Sanktionen, sagte die Siemens-Sprecherin, sei es für Siemens Energy derzeit nicht möglich, überholte Gasturbinen an den Kunden, also Gazprom, zu liefern. „Vor diesem Hintergrund hatten wir die kanadische und deutsche Regierung informiert und arbeiten an einer tragfähigen Lösung“, sagte die Sprecherin.
Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums Susanne Ungrad erklärte ihrerseits auf Anfrage der Berliner Zeitung, man beobachte genauer die Lage und prüfe den Sachverhalt. Auch die Bundesnetzagentur hat sich ähnlich auf die Anfrage geäußert. Aktuell sei die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet, hieß es von beiden Seiten.
Weiteres:
Putin macht Ernst : Nord Stream: Russland reduziert Gaslieferung um 40 Prozent
berliner-zeitung.de, AFP, vom 14.6.2022, aktualisiert 15.06.2022 - 09:39 Uhr
Der Konflikt rund um den Ukraine-Krieg eskaliert weiter. Russland reduziert die Gaslieferung durch die Pipeline Nord Stream 1 um 40 Prozent.
Russland drosselt die Gaslieferungen über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland um gut 40 Prozent. Es könne nur noch eine Durchleitung von 100 Millionen Kubikmetern Gas am Tag anstelle der üblichen 167 Millionen Kubikmeter sichergestellt werden, teilte der Energiekonzern Gazprom am Dienstag im Messengerdienst Telegram mit. Als Grund gab das Unternehmen unter anderem an, dass derzeit Kompressoren des deutschen Siemens-Konzerns am Startpunkt der Pipeline fehlten.
Konkret erklärte Gazprom, dass an der Verdichterstation Portowaja am Startpunkt der Pipeline derzeit nur drei Gaskompressoreinheiten eingesetzt werden könnten, da weitere Gaspumpeneinheiten von Siemens nicht rechtzeitig aus der Reparatur zurückgebracht worden seien. Zudem seien an der Verdichterstation technische Störungen von Motoren festgestellt worden, weshalb man eine Anordnung der Regulierungsbehörde Rostechnadzor über ein vorübergehendes Aktivitätsverbot erhalten habe.
Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sowie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärten auf Anfrage der Berliner Zeitung, die Lage genauer zu beobachten sowie den Sachverhalt zu prüfen. Aktuell sei die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet, hieß es.
Nord Stream: Pipeline von Wyborg nach Mecklenburg-Vorpommern
Die russischen Erdgaslieferungen nach Europa sind seit Inkrafttreten der europäischen Sanktionen gegen Moskau wegen der militärischen Intervention in der Ukraine deutlich gesunken. Gazprom unterbrach zudem zudem die Lieferung mehrerer europäischer Kunden , weil diese sich weigerten, für das Gas in Rubel zu bezahlen.
Die 2011 in Betrieb genommene Nord-Stream-Leitung ist die Gas-Pipeline mit der höchsten Kapazität zwischen Russland und Deutschland. Sie verläuft vom russischen Wyborg nordwestlich von St. Petersburg bis nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Durch die Pipeline wurden 2021 nach Angaben der Betreibergesellschaft 59,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland nach Europa exportiert.
Weiteres:
aus e-mail von Doris Pumphrey, 15. Juni 2022, 8:38 Uht
15.6.2022
*Ein hochrangiger EU-Beamter nutzte Desinformation, um Russland bei der
UNO anzuschwärzen
*/Ein Kommentar von Rachel Marsden/
Der Präsident des Europäischen Rates tut sein Bestes, um ein
antirussisches Narrativ zu spinnen. Aber bei genauerem Hinsehen zerfällt
dieses Narrativ und sollte noch mehr Skepsis gegenüber der Agenda der EU
hervorrufen.
Anfang der vergangenen Woche verließ Wassili Nebensja
<https://rtde.site/kurzclips/video/140443-eu-ratsprasident-beschuldigt-russland-alleinschuld/>,
der russische Botschafter im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, den
Raum während einer "Rede über Frieden und Sicherheit in der Ukraine" des
Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel. "Sie dürfen den Raum
ruhig verlassen. Vielleicht ist es einfacher, keine Wahrheiten zu hören,
Herr Botschafter", rief ihm der höchste EU-Beamte selbstgefällig nach.
Aber sagte Michel in seiner Rede
tatsächlich die Wahrheit?
In seinen Bemerkungen, die in der Presse als Auslöser für den
demonstrativen Abgang Nebensjas dargestellt wurden, machte Michel
Russland für eine drohende globale Hungersnot verantwortlich. "/Russland
allein ist verantwortlich für diese Nahrungsmittelkrise, nur Russland.
Trotz der Lügen- und Desinformationskampagne des Kremls. Ich habe es mit
eigenen Augen gesehen. Vor einigen Wochen noch steckten in Odessa am
Schwarzen Meer, wegen russischer Kriegsschiffe und wegen des russischen
Angriffs auf die Infrastruktur der Ukraine, Millionen Tonnen Getreide
und Weizen in Containern und Schiffen fest/", behauptete Michel.
Diese Behauptung wird jedoch durch die Präsenz russischer Frachtschiffe
widerlegt, die Berichten zufolge
<https://www.nytimes.com/2022/06/05/world/africa/ukraine-grain-russia-sales.html>
nach Käufern für das ukrainische Getreide suchen. Die Ukraine und ihre
westlichen Verbündeten beschuldigen Russland, das Getreide "gestohlen"
zu haben. Moskau weist die Anschuldigungen zurück und behauptet, dass
Kiew diese Lieferungen behindert. Außenminister Sergei Lawrow sagte:
*"/Damit die Fracht die Häfen verlassen kann, muss Herr Selenskij den
Befehl dazu erteilen, das ist alles/."
*Auf der einen Seite gehen also westliche Staatsbeamte mit dem Narrativ
hausieren, dass Russland eine Nahrungsmittelkrise verursacht, indem es
Getreidelieferungen blockiert. Andererseits beschweren sie sich
gleichzeitig darüber, dass Russland Getreide an afrikanische
Entwicklungsländer liefert, und qualifizieren das Getreide somit als
"gestohlen". Will man nun, dass die Menschen zu essen bekommen oder
nicht? Sollen die Menschen einfach verhungern, während Staatsbeamte
darüber streiten, wer Lebensmittel aus der Ukraine holen darf und wer nicht?
Nach all den rohstoffreichen Ländern, deren natürliche Ressourcen im
Gefolge westlicher Invasionen eigennützig vereinnahmt wurden, warum
entsteht jetzt ein Händeringen, wenn Moskau die Initiative ergreift und
Lebensmittelprodukte an andere Nationen liefert?
Es scheint, dass die Ukraine selbst kein großes Interesse daran hat.
Nach Ansicht des Außenministers der Ukraine Dmitri Kuleba ist "die erste
Priorität die Sicherheit, die zweite Priorität die Sicherheit und die
dritte Priorität – die Sicherheit" und dass "wenn dieses Problem nicht
gelöst wird, wenn unser Land nicht in Sicherheit ist, kein Getreide
irgendwohin gehen wird. Denn das Thema Sicherheit steht für uns an
erster Stelle."
Das klingt ganz danach, als setze die Ukraine Nahrungsmittel für Zwecke
der Erpressung ein, um die Welt unter Druck zu setzten, die
militärischen und wirtschaftlichen Forderungen der Ukraine zu erfüllen,
während Russland durch Nahrungsmittellieferungen die Welt von diesem
Druck entlastet. Michel sieht Russland jedoch als das Böse in diesem
Spiel, das "Lebensmittelvorräte als Waffe gegen Entwicklungsländer
einsetzt", während die Fakten das Gegenteil nahelegen.
Michel beschuldigte Russland auch, "Kriegsverbrechen" begangen zu haben,
und sagte, dass die EU "jetzt mithilft, Beweise für diese Verbrechen zu
sammeln". Den Haag möchte vielleicht Michel anrufen und seinen Job
zurückfordern. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass über ein
ordnungsgemäßes Verfahren für mutmaßliche Kriegsverbrechen, über das nur
das Haager Tribunal entscheiden kann, nicht mit einem vorherbestimmten
Ergebnis oder einer Schlussfolgerung beginnt und dann rückwärts
arbeitet, um genau jene Vorwürfe zu bestätigen, die von Anbeginn an im
Raum standen.
Michel sagte auch, die EU begrüße "die Maßnahmen des Internationalen
Gerichtshofs, mit denen Russland angewiesen wurde, seine
Militäroperationen unverzüglich einzustellen". Was also hindert die
EU-Mitgliedsländer daran, ihre eigenen militärischen Bemühungen
einzustellen – etwa ukrainische Soldaten auszubilden und zu bewaffnen –,
anstatt Kiew zu einem Waffenstillstand zu drängen?
Die Bedeutung eines objektiven, ordentlichen Verfahrens wird durch
Michels Anschuldigungen gegen Russland zusätzlich unterstrichen.
"Während wir hier sprechen, hören wir Berichte über russische
Streitkräfte, die sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einsetzen", sagte
Michel in seiner Rede vor dem Sicherheitsrat. Nun, während Sie sprachen,
Herr Charles Michel, stimmte das ukrainische Parlament in großer
Mehrheit dafür, die offizielle Menschenrechtskommissarin Ljudmila
Denissowa ihres Amtes zu entheben, die offenkundig falsche Behauptungen
über sexuelle Gewalt durch russische Truppen verbreitet hatte.
Anscheinend aber hatte Michel das Memo darüber noch nicht erhalten, als
er seinen Auftritt hatte und diese zweifelhaften Anschuldigungen als
Tatsachen ausspuckte, bar jeder Skepsis, die sogar Kiew selbst zu diesem
Thema gezeigt hatte.
Apropos sexuelle Gewalt: Vielleicht könnte Michel uns ein Update zur
ausführlich dokumentierten sexuellen Gewalt gegen Migranten geben, die
versuchten, aus Libyen nach Europa zu fliehen, nachdem NATO- und
EU-Mitgliedsstaaten 2011 das Oberhaupt dieses Landes, Muammar
al-Gaddafi, gestürzt hatten?
Erst im vergangenen Jahr hat Amnesty International "Europas beschämende
Rolle bei der Zwangsrückführung" von Migranten angeprangert, die
"erschütternde Übergriffe, einschließlich sexueller Gewalt, gegen
Männer, Frauen und Kinder erlebt haben, nachdem sie beim Überqueren des
Mittelmeers abgefangen und gewaltsam in Haftanstalten nach Libyen
zurückgebracht worden waren". Das wäre doch ein existenzielles Thema,
das durchaus in Michels Zuständigkeitsbereich liegt.
Er erklärte auch, dass die EU in der Ukraine "daran arbeitet, den
Menschenhandel zu bekämpfen und Menschen zu schützen, die vor dem Krieg
fliehen". Gemessen an der Situation des Menschenhandels in Libyen sind
die EU-Mitgliedsländer und ihre Verbündeten damit beschäftigt, ihre
eigenen Brände zu löschen, wenn sie nicht gerade die besten Bedingungen
für Menschenhändler schaffen, indem sie ihre Länder destabilisieren.
Michels Rede vor dem Sicherheitsrat der UN ist das unglückliche Ergebnis
von Wunschdenken, Ideologie und einem Mangel an Selbstreflexion, die
eine vernünftige und maßvolle Betrachtung der objektiven Realität
verhindert. Die Tatsache, dass westliche Staatsbeamte wie Michel
versuchen, ihre Bürger in dieses sorgfältig konstruierte Spiegelkabinett
zu ziehen, sollte bei jedem noch mehr Skepsis gegenüber ihrer Agenda
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.











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