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04.09.2022

Cherson-Offensive: Durchbruch oder Katastrophe?

Wenn es nach der deutschen Presse geht, läuft noch immer eine ukrainische Offensive bei Cherson, die auch Erfolge bringt. Die russischen Zahlen sprechen von einer Katastrophe. Ein kleiner Überblick über die Sichtweisen und Bewertungen.


Cherson-Offensive: Durchbruch oder Katastrophe?


Quelle: Sputnik © Konstantin Mihalchevskiy


Deutsche Medien sind immer etwas langsamer. Dort wird immer noch ein "Breiter Vormarsch ukrainischer Truppen westlich des Dnepr" gemeldet (FAZ), ein "Vormarsch ukrainischer Truppen auf breiter Front" (FR), oder – etwas vorsichtiger –, die ukrainischen Streitkräfte hätten "offenbar bereits einige Gebietsgewinne im nordwestlichen Teil der Region Cherson erzielt" (ZDF). Die FAZ bezieht sich dabei sogar auf eine Veröffentlichung des britischen Verteidigungsministeriums, ohne offenbar wirklich gelesen zu haben, was da steht.

Übersetzt heißt nämlich der entscheidende Teil bei den Briten: "Die Operation hat begrenzte unmittelbare Ziele, aber die ukrainischen Truppen haben wahrscheinlich einen gewissen Grad taktischer Überraschung erzielt; schlechte Logistik, Verwaltung und Führung in den russischen Streitkräften genutzt."


Russland: Ukrainische Truppen versuchten, das Kernkraftwerk Saporoschje einzunehmen





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Der Schlüsselbegriff bei dieser Aussage ist das Wort "begrenzte". Monatelang war von einer "großen" Gegenoffensive im Gebiet Cherson die Rede, von Rückeroberung. Diese Gegenoffensive sollte im August stattfinden. Was unternommen wurde, war eine Operation mit "begrenzten unmittelbaren Zielen", die offenbar gar nicht mehr beabsichtigt, Cherson völlig einzunehmen.


Dass trotz ihrer monatelangen Ankündigung eben dieser Offensive gerade die Briten, die in Gestalt ihres Premiers Boris Johnson tief in den Konflikt verwickelt sind (es war schließlich Johnson, der die Verhandlungen im April zerschlagen hat), diese militärische Aktion jetzt so darstellen, als sei sie von vorneherein klein und begrenzt beabsichtigt und sei noch nie die Rede gewesen von einer Armee mit einer Million Mann, ist ein Detail, das man mitlesen muss. Weil es auf der sprachlichen Ebene der klassischen "Frontbegradigung" die Bestätigung eines Scheiterns ist.


Der Deutschlandfunk liefert selbst ein hübsches Beispiel, welches Niveau von Lügen man zu verkaufen versucht. Er zitiert eine Pressesprecherin des ukrainischen Militärs mit der Aussage, "die Streitkräfte würden aus humanitären Gründen keine befreiten Orte nennen. Es bestehe die Gefahr, dass die russischen Truppen solche Informationen missbrauchten, um die befreiten Territorien gezielt mit Artillerie und aus der Luft aus (sic!) anzugreifen." Man ist es schon so gewöhnt, jeden ukrainischen Unfug zu übernehmen, dass man auch nicht über die Behauptung stolpert, die russischen Truppen wüssten nicht selbst, welche Orte ihnen die Ukrainer gerade abgenommen hätten, und müssten das in der westlichen Presse nachlesen.


Eine weitere Äußerung, die der Deutschlandfunk zitiert, sollte man sich aber gut merken, wenn es um die realen Ereignisse im Gebiet Cherson geht: "Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskij sagte, da man eigene Verluste vermeiden wolle, sei es ein sehr langsamer Prozess. Es werde keinen schnellen Erfolg geben, denn ein schneller Erfolg bedeute immer viel Blut."


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Meinung

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Über die immensen Verluste der ukrainischen Truppen, die das russische Verteidigungsministerium bisher im Zusammenhang mit dieser ukrainischen Offensive gemeldet hat, wird geschwiegen. Der Deutschlandfunk weiß lediglich: "Russische Quellen sprechen davon, die Offensive sei bereits gescheitert – allerdings ohne einen Beleg dafür zu nennen." Fast identisch formuliert es das ZDF: "Keine Beweise für besonders schwere ukrainische Verluste."


Diese Verluste liegen nach den Meldungen des russischen Verteidigungsministeriums bei mehr als 2.000 toten Kämpfern. Die entsprechende Zahl der Verwundeten (nach einer Faustregel zwischen dem Drei- bis Fünffachen) kann dann auf mindestens 6.000 Verwundete geschätzt werden. Und es gibt Meldungen, dass die Krankenhäuser in Kriwoi Rog, Odessa und Nikolajew mit Verwundeten überfüllt sind; es gibt Aufrufe zu Blutspenden, und es gibt Bilder von Schlangen von Wartenden, die Blut spenden wollen, etwa aus Odessa. Es existieren also durchaus auch in der Ukraine Möglichkeiten, zumindest die Wahrscheinlichkeit solcher Meldungen zu überprüfen. So man denn will. Aber das hieße ja, die Verluste zuzugeben.


Über zweitausend Tote und mehrere tausend Verwundete für einen winzigen Geländegewinn? Das müsste eigentlich eine Debatte über Sinn und Zweck dieses Angriffs auslösen, würde die deutsche Presse tatsächlich über diesen Konflikt berichten wollen. Doch sie tut das noch weniger als die angelsächsische Presse, die – so berichtet zumindest Alexander Mercouris – schon am ersten Tag der ukrainischen Offensive von großen Meldungen zu kleineren überging, als sich die erhofften Erfolge nicht zeigten. Das ZDF zitiert einen Pentagon-Sprecher mit der Bemerkung, es seien "ukrainische Militäroperationen bekannt, die eine gewisse Vorwärtsbewegung gemacht hätten." Auch dieser sehr bescheidene Satz hätte sämtliche Alarmglocken klingeln lassen müssen.


Schließlich gab es jüngst einen Bericht auf CNN, der sogar eine direkte Beteiligung des US-Militärs bei der Vorbereitung ebendieser Offensive bestätigte. Er bezieht sich erst auf "vielfältige US- und ukrainische Quellen", die eingestanden, dass US-Kräfte sich gemeinsam mit der ukrainischen Seite mit "war gaming" beschäftigt hätten, also Angriffssimulationen. Das Ausmaß der Gegenoffensive sei von US-Seite "vorgeschlagen" worden. Und es wird ein Pentagon-Sprecher zitiert, der sagt: "Allgemein gesprochen: wir versorgen die Ukrainer mit Informationen, um ihnen zu helfen, die Bedrohungen zu verstehen, denen sie gegenüberstehen, und ihr Land gegen russische Aggression zu verteidigen. Letztlich treffen die Ukrainer die Entscheidung über ihre Operationen.


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Das, was hier als "war gaming" verharmlost wird, ist die Planung und Berechnung eines militärischen Einsatzes, sprich, die eigentliche Aufgabe eines Generalstabs. Im Grunde war es spätestens mit den Waffenlieferungen dieses Jahres klar, dass die NATO militärisch am Konflikt beteiligt ist. Die die hoch gepriesenen HIMARS-Systeme sind nicht besser als ein 60 Jahre altes Grad-System, wenn sie denn nicht mit der Art präziser Zielinformation gesteuert werden, beschaffbar nur über entsprechende Einrichtungen militärischer Aufklärung, wie etwa Satelliten, Aufklärungsflugzeuge und Drohnen. Es ist schon lange die Rede davon, dass die HIMARS-Systeme mitsamt dem entsprechenden Bedienpersonal geliefert werden, weil die Ausbildungszeit dafür schlicht zu lange dauern würde.


Trotz der massiven Unterstützung endete die Offensive aber in einer Katastrophe, wobei immer noch nicht klar ist, ob sie bereits vorbei ist oder noch fortgesetzt wird. Denn schon im Donbass hat sich die Neigung der ukrainischen (oder US-amerikanischen) Generalität gezeigt, auch in Stellungen, in denen die Truppen komplett aufgerieben wurden, immer wieder neues Personal nachzuschieben. Das könnte auch in der kleinen Geländetasche im Gebiet Cherson noch einige Zeit so betrieben werden.


Warum eine solche Operation, die nicht nur massenhaft Truppen, sondern auch noch eine Menge frisch gelieferten Materials – wie polnische Panzer T-72 – verheizt, überhaupt stattfindet, darüber sind die Analytiker geteilter Meinung. Dima von Military Summary ging gleich von angreifenden Truppen von 36.000 Mann aus und erklärte, die ukrainischen Verluste seien deshalb anteilig gar nicht so hoch. Eine weit verbreitete Schätzung liegt aber bei 10.000 bis 15.000 Mann, und dann sehen Verluste von 2.000 Gefallenen und 6.000 Verwundeten schon ganz anders aus.


Generalinspekteur der Bundeswehr: Russlands militärisches Potenzial nicht unterschätzen




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Hier die Bewertung von Bernhard vom Moon of Alabama (MofA; der Autor ist übrigens ehemaliger NVA-Offizier): "Der Plan war von Anfang an verrückt. Das ganze Gebiet ist flache offene Steppe. Die Truppen hätten einen fünfzig Kilometer tiefen Korridor durch offenes feindliches Gebiet schaffen müssen. Die Ortschaften entlang dieser Strecke sind vor allem landwirtschaftliche Mini-Dörfer mit ein oder zwei Straßen und ebenerdigen Häusern, die wenig Schutz bieten. Die ukrainischen Truppen haben keine Luftverteidigung oder Luftangriffskapazitäten, um vordringende Truppen zu decken. Ihre Artilleriekapazitäten sind ein Zehntel dessen, was die russische Armee in dieser Gegend stellen kann. Es war von Anfang an erkennbar, dass das eine Selbstmordmission war."


Er zitiert dann noch einen Tweet, der ein taktisches Muster im Ablauf dieser Offensive erkennt:

"Die Wahrheit über die "Offensive" von Cherson ist für alle sichtbar in die Karten geschrieben: die ukrainischen Streitkräfte greifen an; Russland schlägt sie hart und zieht sich zurück; die Ukrainer dringen vor; Russland schlägt sie wieder, aber zieht sich weiter zurück; die Ukrainer bringen zusätzliche Truppen; Russland umgeht sie kraftvoll und schneidet den Rückzug ab; Falle geschlossen; Truthahnschießen."

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Meinung

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Sowohl MofA als auch die beiden von The Duran, Mercouris und Cristoforou, gehen davon aus, dass vor allem die britische Regierung Druck gemacht hätte, die versprochene Offensive endlich zu liefern; die letzte Verantwortung dafür also in London läge.


Gleichzeitig berichten alle drei von Auseinandersetzungen zwischen Selenskij und dem ukrainischen Generalstab, wo man diese Offensive für einen Fehler gehalten haben soll.


Die Annahme, dass der ganze Vorgang auf mediale Wirkung in der westlichen Öffentlichkeit abzielte, nicht auf wirkliche militärische Erfolge, teilt auch Andrey Rayevski (The Saker):


"Diese 1.700 Soldaten wurden durch Panzerfahrzeuge, Artillerie und sogar einige Flugzeuge unterstützt, und die USA/GB hatten große Hoffnungen, dass diese vielfach angekündigte 'Gegenoffensive' einiges an guter PR bringen würde. Die Brandon-Regierung ist absolut verzweifelt bemüht, irgendetwas wenigstens irgendwie Erfolgreiches vorzuzeigen, doch diese sogenannte 'Gegenoffensive' ergab nur einige taktische Angriffe, die kein irgendwie messbares Ergebnis brachten. Die Größe dieser Truppe zeigt, dass es bei dieser Operation vor allem um PR ging (und nicht um eine wirkliche Gegenoffensive). Die Ukrainer hatten nie eine Chance, nicht auf taktischer Ebene und noch weniger dabei, einen taktischen Angriff in eine operationelle Gegenoffensive zu überführen. Wenn man berücksichtigt, dass sie Monate brauchten, um diese eher bescheidene Operation vorzubereiten, zeigt das, wie sehr die ukrainischen Truppen in den letzten Monaten geschwächt wurden."


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In der Bewertung des Ergebnisses unterscheidet sich Andrei Martyanov nicht von den übrigen Kommentatoren. Er geht allerdings davon aus, dass dieser Angriff tatsächlich vom Pentagon als Eröffnung einer echten Gegenoffensive geplant war. Der Bericht von CNN diene vor allem dazu, "die Schuld abzuwälzen." Auch die Geschichte über den Streit zwischen Selenskij und seinem Generalstabschef sei nur ein Ablenkungsmanöver. In Wirklichkeit sei Selenskij 24 Stunden am Tag unter Kontrolle des britischen MI6 und der CIA. "Und natürlich plant das Pentagon die Einsätze und scheitert erbärmlich." Der CNN-Artikel beschriebe genau das. "Offenkundig wissen sie nicht, wie man die erforderlichen Truppen berechnet." Und der ehemalige sowjetische Marineoffizier kommt zu dem Schluss: "Meine Güte, was bringen sie ihnen nur bei."


Der Spiegel aber verbindet nach wie vor noch große Erwartungen mit den weitgehend bereits aufgeriebenen Truppen und zitiert ausgerechnet einen britischen "Experten" mit der Aussage: "Was sich definitiv geändert hat, ist, dass die militärische Initiative jetzt bei der Ukraine liegt." Und er rechnet nach wie vor mit einem ukrainischen Sieg, wenn nur noch genug westliche Waffen geliefert würden. Dafür wird sogar ein Leitartikel in Stellung gebracht: "Wenn die Ukraine mit der Gegenoffensive im Süden Erfolg haben soll, benötigt sie mehr und andere Waffen. Gebiete zu verteidigen, ist das eine, sie einzunehmen, ist ungleich schwieriger, das hat der bisherige Kriegsverlauf gezeigt. (…) Wenn der Westen Putin in Schach halten und der Ukraine annehmbare Friedensverhandlungen ermöglichen will, dann muss er Schwächen des Gegners auch für sich nutzen. Und die Schlacht um Cherson scheint eine solche Schwäche zu offenbaren."


Nun ja, mit Meldungen über Frontbegradigungen hat man in Deutschland schon lange Erfahrungen.


Mehr zum Thema - Ein nuklearer Showdown in der Ukraine? Unwahrscheinlich!


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Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/147917-cherson-offensive-durchbruch-oder-katastrophe


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04.09.2022

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03.09.2022

US-Biowaffen Russland veröffentlicht weitere Details über die US-Biowaffenprogramme in der Ukrainer Ukraine

US-Biowaffen Russland veröffentlicht weitere Details über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine Das russische Verteidigungsministerium hat am 3. September weitere Informationen über die Biowaffenprogramme veröffentlicht, an denen das Pentagon in der Ukraine gearbeitet hat.



anti-spiegel.ru, 3. September 2022 19:00 Uhr

Ich erinnere daran, dass die russischen Erklärungen über das US-Biowaffenprogramm keine russische Propaganda sind, sondern dass mir und meinem Informanten, mit dem ich für das Buch „Inside Corona“ recherchiert habe, viele der jetzt von Russland veröffentlichten Informationen schon aus öffentlich zugänglichen Quellen bekannt waren. Das Pentagon hat das meiste jedoch nach Beginn der russischen Veröffentlichungen vom Netz genommen, um die Spuren zu verwischen, wie ich hier aufgezeigt habe. Wenn Sie nicht wissen, worum es in dem Buch geht, lesen diese beiden aufeinander aufbauenden Artikel dazu, zuerst diesen und dann diesen.


Mein Informant und ich haben in den Monaten September bis November 2021 an dem Buch gearbeitet und sind in dem Buch nur am Rande auf die Frage eingegangen, ob das Virus künstlich im Labor erschaffen wurde, weil es darüber damals noch wenig gesicherte Informationen gab. Ich habe zwar seit Juni 2021 über die Hinweise auf eine künstliche Entstehung des Virus unter Finanzierung der US-Regierung berichtet, hatte mich zu dem Zeitpunkt, als ich das Buch geschrieben habe, aber noch nicht festgelegt. Anfang 2022 sind weitere Informationen dazu öffentlich geworden und seit einiger Zeit bin ich sicher, dass COVID-19 mit Geldern der US-Regierung künstlich erschaffen und ausgesetzt wurde.


Das russische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn der russischen Militäroperation Unterlagen über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine, eine Chronologie der Veröffentlichungen finden Sie am Ende dieses Artikels.


Der Vorteil von Biowaffen

US-amerikanische Think Tanks weisen schon seit vielen Jahren darauf hin, dass Biowaffen die Zukunft gehört, denn im Gegensatz zu Panzern oder Atombomben sind sie unsichtbar und es ist nur schwer zu beweisen, dass eine Epidemie künstlich erschaffen wurde, also ein Angriff mit Biowaffen war, und nicht natürlichen Ursprungs ist. Dabei muss es keineswegs um eine Krankheit gehen, die Menschen befällt. Man kann auch Krankheiten als Biowaffen einsetzen, die Tiere oder Pflanzen befallen, denn der wirtschaftliche Schaden, wenn Millionen von Nutztieren vernichtet werden müssen oder wenn eine Ernte durch eine Krankheit vernichtet wird, ist gigantisch.


Biowaffen machen also verdeckte Kriege möglich und das ist es, was den Geostrategen in den USA daran gefällt: Sie können Länder, die sie als Gegner ansehen, angreifen, ohne dass der Angriff für die Öffentlichkeit sichtbar ist. Dafür sorgt auch die Macht der westlichen Medien, die Meldungen über einen amerikanischen Angriff mit Biowaffen sofort als böse Propaganda oder Verschwörungstheorien abstempeln.


Darauf ist das russische Verteidigungsministerium in seiner neuesten Veröffentlichung über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine eingegangen, denn in den USA wurden zum Beispiel Drohnen patentiert, die speziell für den Einsatz von Biowaffen entwickelt wurden, was man auch in der Patenschrift wörtlich lesen kann. Das ist nur ein Beispiel dafür, was das russische Verteidigungsministerium dieses Mal veröffentlicht hat, es gab aber noch weit mehr interessante Details.


Ich habe die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums übersetzt, im Anschluss an die Übersetzung finden Sie einen Link zu den dazu veröffentlichten Unterlagen und eine Chronologie aller Veröffentlichungen des russischen Verteidigungsministeriums zu dem Thema.


Beginn der Übersetzung:

Auf Initiative der Russischen Föderation wird nächste Woche eine Sitzung der Vertragsstaaten der Biowaffenkonvention stattfinden, bei der es um die Frage der Nichteinhaltung der Verpflichtungen aus dem internationalen Vertrag durch die Vereinigten Staaten und die Ukraine geht. Auf der Veranstaltung werden dokumentierte Beweise für ihre Verstöße gegen die Artikel I und IV des Übereinkommens vorgelegt.


Wir möchten die Organisationen, die für die Einhaltung der Konvention zuständig sind, und die Weltgemeinschaft auf eine Reihe von biologischen Bedrohungen aufmerksam machen.


Erstens gibt es in unmittelbarer Nähe der Grenzen der Russischen Föderation derzeit über 50 modernisierte Biolabore, die vom Pentagon finanziert und kontrolliert werden. Insgesamt kontrolliert das US-Verteidigungsministerium nach Angaben des chinesischen Außenministeriums 336 Biolabors in 30 Ländern der Welt.


Dabei wird ihre Tätigkeit von einer Verschlechterung der epidemischen Situation bei besonders gefährlichen und wirtschaftlich bedeutsamen Infektionen sowie mit dem Auftreten von für eine bestimmte Region untypischen Infektionskrankheiten begleitet.


So hat die Russische Föderation seit 2010 einen Anstieg der Inzidenz von Brucellose, Kongo-Krim-Fieber, West-Nil-Fieber und Afrikanischer Schweinepest in den an die Ukraine angrenzenden Gebieten sowie eine uncharakteristische Ausweitung des Verbreitungsgebiets der Überträger festgestellt.


Die Russische Föderation ist sich als verantwortliche Vertragspartei der Biowaffenkonvention des gesamten Spektrums der Bedrohungen bewusst, die mit den möglichen Folgen eines Verstoßes bei der Arbeit in ukrainischen Biolaboratorien verbunden sind.


Wir haben von der von den USA finanzierten biologischen Forschung auf dem Gebiet der Ukraine erfahren. Der Erlass des ukrainischen Gesundheitsministeriums vom 24. Februar 2022 über die Notvernichtung von Sammlungen pathogener Mikroorganismen hat unsere Bedenken hinsichtlich möglicher Verstöße gegen Artikel I und IV der Biowaffenkonvention während der vom Pentagon in Auftrag gegebenen Arbeiten verstärkt. Das erhaltene Material veranlasste die Russische Föderation zu einer Untersuchung der biologischen Aktivitäten der USA in der Ukraine.


Die Forschungen in den ukrainischen Biolabors wurden im Einklang mit dem 2005 zwischen dem US-Militär und dem ukrainischen Gesundheitsministerium unterzeichneten „Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der Prävention der Verbreitung von Krankheitserregern, Technologien und Kenntnissen, die für die Entwicklung biologischer Waffen verwendet werden können“, durchgeführt.



Die Gesamtausgaben der USA für die biologischen Programme in der Ukraine beliefen sich auf über 250 Millionen Dollar.


Die Arbeiten wurden vom Büro für Bedrohungsreduzierung des US-Verteidigungsministeriums (DITRA) koordiniert und unter Geheimhaltung durchgeführt, wobei der Zugang ukrainischer Spezialisten zu Informationen und Räumlichkeiten eingeschränkt war.


Gegenwärtig erleben wir eine Änderung der Taktik der US-Regierung in dem Versuch, die besagte Direktion, deren Aktivitäten Gegenstand internationaler Verfahren geworden sind, aus der Schusslinie zu nehmen. Nach den vorliegenden Informationen wurden die Funktionen zur Durchführung der militär-biologischen Programme in der zentralasiatischen Region zivilen Fachorganisationen übertragen, deren Arbeit vom US-Marinedienst, der eine sehr geschlossenste Struktur darstellt, kontrolliert wird.


Darüber hinaus beabsichtigt das Pentagon, noch nicht abgeschlossene Programme in der Ukraine so bald wie möglich auf andere postsowjetische Länder sowie auf osteuropäische Staaten, wie Bulgarien und die Tschechische Republik und die baltischen Staaten zu übertragen.


Die Ausweitung des Netzes von Biolaboratorien, auf deren Grundlage Komponenten für biologische Waffen hergestellt und gelagert werden können, stellt eine Bedrohung für die militärische Sicherheit der Russischen Föderation dar. Im Gegensatz zu den Nuklearwaffen, die die Vereinigten Staaten auf dem Territorium der NATO-Partnerländer stationieren, erlaubt eine solche Politik des Bündnisses im biologischen Bereich, sich unseren Grenzen unkontrolliert zu nähern. Das ist der erste Punkt, den wir hervorheben möchten.



Zweitens entspricht der Schwerpunkt der vom Pentagon durchgeführten Arbeiten nicht den aktuellen Gesundheitsproblemen in der Ukraine, bei denen es sich hauptsächlich um sozial bedeutsame Krankheiten handelt: Masern, Röteln, Tuberkulose und AIDS.


Die amerikanischen Organisatoren sind jedoch an einer ganz anderen Nomenklatur interessiert, nämlich an Cholera, Tularemie, Pest, Kongo-Krim-Fieber und Hantaviren. Diese Erreger wurden im Rahmen der so genannten ukrainischen Projekte UP und TAP untersucht. Das Interesse der US-Militärbiologen ist darauf zurückzuführen, dass diese Erreger sowohl in der Ukraine als auch in Russland natürliche Vorkommen haben und ihr Einsatz als natürliche Krankheitsausbrüche getarnt werden kann.


Die Aktivitäten der Biolaboratorien und das von den Vereinigten Staaten durchgeführte Programm der so genannten „Reform“ des ukrainischen Gesundheitssystems haben zu einem unkontrollierbaren Anstieg des Auftretens besonders gefährlicher und wirtschaftlich bedeutender Infektionen geführt. Die Zahl der Röteln-, Diphtherie- und Tuberkulosefälle nimmt in der Ukraine zu. Die Häufigkeit von Masern ist um mehr als das 100-fache gestiegen. Die Lage in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest hat sich erheblich verschlechtert, wobei die Gesamtverluste des Agrarsektors in den osteuropäischen Ländern durch diese Krankheit 2,4 Milliarden Euro übersteigen.


Im Rahmen der erklärten Bemühungen des US-Militärs, Infektionskrankheiten in der Ukraine zu bekämpfen und das sanitäre und epidemiologische Wohlergehen zu gewährleisten, wurde keine humanitäre Hilfe geleistet und keine Impfung oder Behandlung von Kranken durchgeführt.

Außerdem ist die Zahl der Masern- und Rötelnimpfung seit 2008 um 70 Prozent gesunken. Dies wirft die Frage nach den wahren Zielen der durchgeführten Forschung auf.


Drittens. Wir haben wiederholt betont, dass eine der vorrangigen Aufgaben der ukrainischen Laboratorien darin besteht, Stämme von Erregern gefährlicher Infektionskrankheiten wie Cholera, Milzbrand und Tularämie zu sammeln und in die USA zu senden. Gleichzeitig wurde die Verbringung von Krankheitserregern nicht von der WHO, der Biowaffenkonvention oder anderen internationalen Institutionen kontrolliert. (Anm. d. Übers.: Dabei handelt es sich um das PREDICT-Programm der USA, in dessen Rahmen weltweit seltene Krankheitserreger gesammelt und in die USA gebracht wurden.)



Einem Inspektionsbericht über die Sammlung von Mikrobenstämmen zufolge wurden im Metschnikov-Pestforschungsinstitut in Odessa 654 Behälter mit Milzbrand und 422 mit Cholera gelagert. In dem Dokument wird darauf hingewiesen, dass es nicht notwendig ist, eine große Anzahl von Fläschchen mit denselben Stämmen aufzubewahren. Die Nomenklatur und die Menge an gefährlichen Krankheitserregern stellen jedoch den prophylaktischen, schützenden oder anderweitig friedlichen Charakter der durchgeführten Aktivitäten in Frage.


Nach Aussage eines Mitarbeiters wurde die Sammlung des Instituts in Odessa im Februar 2022 in die USA überführt. Angesichts der Tatsache, dass 46 ukrainische Laboratorien an dem US-Programm beteiligt waren, könnte die Gesamtzahl der ausgeführten Stämme mehr als zehntausend betragen. (Anm. d. Übers.: Dass das Pentagon 46 Biolabore in der Ukraine finanziert hat, hat das Pentagon selbst gemeldet)


Die vorliegenden Dokumente bestätigen zahlreiche Fälle, in denen menschliche Gewebe- und Serumproben sowie gefährliche Krankheitserreger und deren Vektoren aus der Ukraine ins Ausland verbracht wurden. Den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten ist es gelungen, mindestens 16.000 Bioproben aus der Ukraine auszuführen, was das Risiko eines Transfers sensibler genetischer Informationen ins Ausland birgt und eine Bedrohung der Biosicherheit nicht nur für die Ukraine, sondern auch für alle Regionen darstellt, in die Proben transferiert worden sind.


Viertens wurden nach den vorliegenden Unterlagen im Rahmen des Projekts UP-8 bei viertausend Militärangehörigen in Lwiw, Charkiw, Odessa und Kiew Blutproben auf Antikörper gegen Hantaviren und bei vierhundert auf Antikörper gegen das Kongo-Krim-Fieber-Virus untersucht. Ein so groß angelegtes Immunitätsscreening könnte durchgeführt worden sein, um die Anfälligkeit der Bevölkerung der Region für bestimmte biologische Agenzien zu bewerten.



Bemerkenswert ist die Entscheidung, die der Leiter der Ethikkommission des Zentrums für öffentliche Gesundheit der Ukraine am 12. Juni 2019 im Rahmen des genannten Projekts unterzeichnet hat. Aus dem Dokument geht hervor, dass die Forschung mit unbekannten Risiken für das Leben und die Gesundheit der Teilnehmer durchgeführt wurde und dass die Identität der Probanden verschleiert wurde. Das Forschungsprogramm dieses Projekts umfasst lediglich ein normales Verfahren zur Blutentnahme. Man muss sich fragen, um welche Art von Konsequenzen für das Leben es bei den Studien geht, wenn das Dokument vorschreibt: „…geringfügige Zwischenfälle mit Probanden müssen dem US-Bioethikausschuss innerhalb von 72 Stunden nach dem Vorfall gemeldet werden, schwerwiegende Zwischenfälle, einschließlich des Todes von Probanden, innerhalb von 24 Stunden…“


Wir schließen nicht aus, dass das offizielle Forschungsprogramm nur der „sichtbare Teil des Eisbergs“ ist und dass in der Praxis Probanden mit dem Kongo-Krim-Fieber-Virus, Hantaviren und Leptospirose-Erregern infiziert wurden.


Die Fakten der Tests an Militärangehörigen und sozial schwachen Kategorien ukrainischer Bürger werden durch die Aussagen von Augenzeugen bestätigt, die im Rahmen der laufenden parlamentarischen Untersuchung in der Russischen Föderation befragt wurden.


Fünftens. Es gibt in den Vereinigten Staaten von Amerika Informationen über die Entwicklung und Patentierung von technischen Mitteln für die Ausbringung und den Einsatz von biologischen Waffen auf der Grundlage von Drohnen. So wurde beispielsweise das Dokument Nr. 8.967.029 von der United States Patent and Trademark Agency für ein unbemanntes Luftfahrzeug zur Ausbringung von infizierten Insekten aus der Luft ausgestellt. In der Beschreibung des Patents heißt es, dass das Gerät eingesetzt werden kann, um feindliche Truppen ohne Risiko für US-Truppen zu zerstören oder außer Gefecht zu setzen.



Wie Sie wissen, kann nach amerikanischem Recht ein Patent in den USA nicht erteilt werden, wenn es das tatsächliche Gerät nicht gibt. Daraus lässt sich schließen, dass der Behälter als Mittel zur Ausbringung von biologischen Wirkstoffen entwickelt und hergestellt wurde.


Angesichts der Tatsache, dass in den USA technische Mittel für die Ausbringung und den Einsatz von Biowaffen entwickelt wurden, ist das Interesse der Ukraine an der Lieferung unbemannter Luftfahrzeuge besonders besorgniserregend.


Uns liegt eine Bestätigung des Ersuchens der Ukraine an den türkischen Drohnenhersteller Bayraktar vom 15. Dezember 2021 vor, die Drohne mit Aerosolausstoßsystemen und -mechanismen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 20 Litern auszustatten. (Anm. d. Übers.: Darüber habe ich berichtet, Details finden Sie hier)


Mit einer Flugreichweite der Drohnen von bis zu 300 km und Containern, die mit biologischen Präparaten gefüllt sind, besteht die reale Gefahr eines groß angelegten Einsatzes biologischer Waffen auf dem Gebiet der Russischen Föderation.


Das wirft eine Frage auf: Zu welchem Zweck haben die Vereinigten Staaten technische Mittel für den Einsatz von Biowaffen entwickelt und patentiert, und was ist der Grund für das Interesse der Ukraine an der Beschaffung solcher technischer Mittel?


Besonders besorgniserregend ist neben der Tatsache, dass das Pentagon die biologische Forschung durchführt, auch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten seit 2001 alle internationalen Initiativen zur Überprüfung der Biowaffenkonvention blockiert haben. Das schließt eine Überprüfung von Laboratorien sowohl innerhalb der Vereinigten Staaten als auch außerhalb ihrer nationalen Gerichtsbarkeit aus.


Seit 2016, dem Beginn der ukrainischen UP-Projekte, schweigen die Vereinigten Staaten und die Ukraine in den jährlichen Berichten über die Umsetzung der Biowaffenkonvention im Rahmen der vertrauensbildenden Maßnahmen bewusst über diese Projekte, obwohl sie eindeutig militär-biologisch ausgerichtet sind. Die Dokumente geben keinen Aufschluss über die Finanzierung der ukrainischen Labors durch das US-Verteidigungsministerium. Diese Geheimhaltung sowie die Geheimhaltung sensibler Informationen sind ein weiterer Grund, über die wahren Ziele des Pentagons nachzudenken.



Die Russische Föderation hat sich stets um die Einrichtung eines rechtsverbindlichen Kontrollmechanismus der Biowaffenkonvention bemüht.


Die von mehreren Ländern vorgeschlagenen Maßnahmen zur Stärkung der Biowaffenkonvention, insbesondere die französische Initiative über freiwillige Besuche in Biolaboratorien, sind zwar attraktiv, bieten aber keine umfassende Kontrolle ihrer Aktivitäten.


Das Fehlen klarer Überprüfungsverfahren sowie von Kontrolllisten für Mikroorganismen und Toxine ermöglicht den westlichen Ländern, allen voran den USA, eine subjektive Auslegung der Bestimmungen der Biowaffenkonvention. Ich möchte an die kollektive Missachtung des sogenannten „Zehnerprinzips“ durch den Westen erinnern. Diesem Grundsatz zufolge muss eine Entscheidung einen alternativen Standpunkt berücksichtigen, auch wenn er nur von einem Staat vertreten wird.


Ein deutliches Beispiel ist die Plattform der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), bei der auf Betreiben der Vereinigten Staaten und entgegen der Meinung der meisten Länder beschlossen wurde, der Organisation attributive Befugnisse zu übertragen. Dieser Mechanismus ermöglicht es, notwendige Beweise zu „fabrizieren“ und Schuldzuweisungen nach eigenem Gutdünken vorzunehmen, was im Zuge der Ermittlungen zu den chemischen Zwischenfällen in Syrien bereits mehrfach praktiziert wurde. (Anm. d. Über.: Wenn das für Sie neu sein sollte, finden Sie hier Details dazu)



Wir sind der Ansicht, dass der Ansatz des UNO-Sicherheitsrates zur Entscheidungsfindung bei der Untersuchung chemischer und biologischer Zwischenfälle überprüft werden muss.


Nach den nicht umgesetzten Versprechen des kollektiven Westens, die NATO nicht nach Osten zu erweitern, haben wir nicht das Recht, den Vereinigten Staaten ihr Wort zu glauben, was den friedlichen Charakter der vom Pentagon betriebenen biologischen Forschung betrifft.


Die Russische Föderation hat auf verschiedenen internationalen Plattformen wiederholt an die Vereinigten Staaten und die Ukraine appelliert, die folgenden Fragen zu klären:


  • Warum wurde die Arbeit vom Pentagon in Auftrag gegeben und warum stimmt ihr Thema nicht mit den aktuellen Gesundheitsproblemen der Ukraine überein?
  • Was haben die Amerikaner verborgen, als sie unter den Bedingungen der Geheimhaltung und des eingeschränkten Zugangs ukrainischer Spezialisten zu Informationen und Räumlichkeiten gearbeitet haben?
  • Wozu wurden Stämme pathogener Mikroorganismen – potenzielle biologische Kampfstoffe und Biomaterialien ukrainischer Bürger – aus dem Hoheitsgebiet der Ukraine ausgeführt, ohne dass ein klarer Zweck angegeben wurde?
  • Warum wurden die Fakten der Zusammenarbeit im militär-biologischen Bereich in der internationalen Berichterstattung im Rahmen der Biowaffenkonvention verschwiegen und warum blockieren die USA die Entwicklung des Kontrollmechanismus seit 2001?
  • Warum sind US-Offizielle, einschließlich der Unterstaatssekretärin Victoria Nuland, so besorgt über die Möglichkeit, dass die Ergebnisse der Tätigkeit des US-Verteidigungsministeriums in der Ukraine und die Materialien in den Biolaboratorien unter die Kontrolle von russischen Spezialisten kommen können? (Anm. d. Übers.: Nulands Aussage dazu finden Sie hier)

Wir haben nur einen Teil der Themen angesprochen, die uns außerordentliche Sorgen bereiten.

Übrigens möchten wir selbst die Frage beantworten, warum die Forschung außerhalb des nationalen Territoriums der USA durchgeführt wurde.

In einem Memo, das das US-Außenministerium am 12. Oktober 2018 verfasst hat, um russische Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Biowaffenkonvention durch die USA zu zerstreuen, betont Washington die strikte Einhaltung des Übereinkommens und schlägt einmal mehr vor, „ihrem Wort“ zu glauben.


Außerdem wird in diesem Vermerk auf „die edle Tradition der Beteiligung von Wissenschaftlern des US-Militärs an der Forschung im Bereich der öffentlichen Gesundheit verwiesen, die schon mehr als 100 Jahre andauert.“


Beispiele für eine solche „Beteiligung“ sind uns gut bekannt: Es sind Vietnam und Kuba.

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf ein weiteres Dokument lenken, das uns zur Verfügung steht und das die 2004 durchgeführte Erprobung eines vom Walter Reed Infectious Disease Research Institute der US-Armee entwickelten Tularämie-Impfstoffs beim US-Militär betrifft. Bei der Studie, an der 1.064 Personen teilnahmen, traten 468 Fälle von Komplikationen auf.


Das erklärt weitgehend die Tatsache, dass solche risikoreichen Versuche außerhalb ihres nationalen Hoheitsgebiets durchgeführt werden. Dies geht aus der Vereinbarung hervor, die das ukrainische Gesundheitsministerium und das US-Verteidigungsministerium am 29. August 2005, also ein Jahr nach diesen Versuchen, unterzeichnet haben.


Jetzt werden wir Zeuge davon, wie nervös Washington auf Artikel der internationalen Presse über die hochsensiblen Dokumente, die vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurden, reagiert. Journalisten weisen darauf hin, dass die US-Geheimdienste beispiellose Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die russische Seite keine potenziellen Zeugen aus dem Umfeld der geheimen militär-biologischen Projekte des Pentagons in der Ukraine bekommt.

Diese Bedenken des Weißen Hauses bestätigen uns einmal mehr den bedrohlichen Charakter des als friedlich getarnten militär-biologischen Programms der USA, sowohl für Russland als auch für die gesamte Weltgemeinschaft.

Ende der Übersetzung


Hier finden Sie die zu der Erklärung veröffentlichten Unterlagen.


Die Chronologie der russischen Veröffentlichungen

Wie versprochen, können Sie hier noch einmal alles über die russischen Veröffentlichungen zum Thema der US-Biowaffenlabore in der Ukraine finden.

Schon Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Dokumente veröffentlicht, die belegt haben, dass die Ukraine nach Beginn der russischen Militäroperation in aller Eile gefährliche Krankheitserreger vernichtet hat. Im Westen wurde derweil bestritten, dass es diese Krankheitserreger in der Ukraine überhaupt gegeben hätte. Und ebenfalls Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Details über die Krankheitserreger veröffentlicht, an denen geforscht wurde und auch mitgeteilt, welche amerikanischen Organisationen daran geforscht haben.

Was Anfang März noch „russische Propaganda“ war, hat die stellvertretende US-Außenministerin Nuland ein paar Tage später bei einer Anhörung im US-Parlament unter Eid indirekt bestätigt, aber die westlichen Medien hielten das nicht für berichtenswert. Auch dass die WHO Kiew wiederum nur ein paar Tage später aufgefordert hat, „hochgefährliche Krankheitserreger“ zu vernichten, die Kiew laut westlichen Medien und Politikern angeblich gar nicht hatte, fanden die westlichen Medien nicht interessant genug, um darüber zu berichten. Daher weiß davon im Westen auch kaum jemand, während russische Medien im Detail darüber berichtet haben.


Ende März hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details und Dokumente zu dem US-Biowaffenprogramm in der Ukraine veröffentlicht, aus denen unter anderem hervorging, dass unter anderem eine New Yorker Firma namens Rosemont Seneca an der Finanzierung beteiligt war. Stammlesern des Anti-Spiegel ist die Firma ein Begriff, denn sie hat in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle in der Ukraine gespielt. Die Firma gehört übrigens Hunter Biden, dem Sohn des US-Präsidenten.


Wie kurz danach öffentlich wurde, haben die US-Spezialisten in der Ukraine auch Tests an Menschen durchgeführt. Weitere Details wurden Mitte April und Anfang Mai veröffentlicht. Außerdem hat der ehemalige US-Präsident Bush Junior Mitte Mai die Existenz der unter ihm in der Ukraine begonnenen US-Biowaffenprogramme, wenn auch unfreiwillig, zugegeben.


Anfang Juni fand in Moskau eine Konferenz über die Biowaffenprogramme des Pentagon in der Ukraine statt, in der die der Öffentlichkeit bekannten Fakten zusammengetragen wurden und an der auch ich teilgenommen habe. Darüber habe ich in zwei Artikeln (hier und hier) berichtet. Nur wenige Tage später hat das Pentagon zugegeben, 46 Biolabore in der Ukraine finanziert zu haben, allerdings sei es dabei nur um Gesundheitsvorsorge gegangen, Details dazu inklusive Link zur Erklärung des Pentagon finden Sie hier.


Mitte Juni hat das russische Verteidigungsministerium viele Details über die US-Biowaffenprogramme und die Erreger, an denen geforscht wurde, veröffentlicht, denen Anfang Juli weitere Details folgten.


Anfang August hat das russische Verteidigungsministerium erklärt, dass es Covid-19 für eine US-Biowaffe hält.


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2022/russland-veroeffentlicht-weitere-details-ueber-die-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.09.2022

Ziele.     Respice finem  – Bedenke das Ende!
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seniora.org, 03. September 2022, Von Willy Wimmer - 3. September 2022 Spiegel-online meldete am 2.9.2022 kurzzeitig, daß SPD-MdBs von dem Bundeskanzler eine auf Beendigung des Krieges in der Ukraine und einen Friedensschluß ausgerichtete Politik fordern würden. Das ist nicht das erste Mal, Stimmen dieser Tonlage aus der SPD zu vernehmen. In dem Maße, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Mützenich in der Versenkung zu verbleiben scheint, machen sich Teile der SPD friedenspolitisch Luft. Weder in CDU/CSU noch bei den Grünen oder der FDP gibt es vergleichbare Trends.


Willy Wimmer mit Mikrofon

Willy Wimmer*






In Anbetracht der Kriegsschäden in der Ukraine und der fortdauernden Ereignisse kann man bei dieser Haltung aus Teilen der SPD davon ausgehen, daß gerade an dieser Forderung kein Interesse besteht, weil das Ziel der westlichen Koalition nicht in Kriegsbeendigung sondern dem Erreichen von Kriegszielen mittels der Ukraine besteht.


War zum Beispiel eines der Ziele beim Putsch 2014 in Kiev die NATO-Übernahme des russischen Stützpunktes Sewastopol, ist es heuer beim Versuch, die Großstadt Chersson wieder einzunehmen, die Rückeroberung des dort befindlichen amerikanischen Stützpunktes am Schwarzen Meer. Rußland soll substantiell geschwächt und aus Europa herausgeworfen werden.


Solange noch ein Ukrainer übrigbleibt, der dafür kämpfen kann, wird der Westen und gerade die Bundesregierung weitermachen. Kriegsbeendigung und Friedenshoffnung sind nicht vorgesehen. Da nimmt man es auch hin, mit einer zielgerichteten, amerikanischen Politik in Sachen Ukraine seit Jahrzehnten in Mithaftung genommen zu werden, obwohl die französisch-deutsche Politik auf Befriedung der Ukraine und Ausgleich mit Moskau aus guten Gründen ausgerichtet gewesen war. Daran kann auch der politische Gedächtnisverlust der deutschen Staatsspitze nichts ändern.


Im Stil der US-Politik seit mehr als 200 Jahren darf Deutschland mitmachen und dazu eine Politik gesteigerter Selbstverstümmelung betreiben. Die Konsequenz, mit der die USA gegen Rußland mit der deutschen «Staatsraison-Attitude» vorgehen, wirft allerdings eine Frage auf:

Muß Washington sich in den Besitz des russischen Potentials setzen, weil es anders seine globalen Ziele nicht erreichen kann?

Die Anschlußfrage drängt sich sofort auf:

Was geschieht mit den USA, wenn Russland nicht in die Knie geht und den «Großen Zweiten Vaterländischen Krieg» wieder siegreich beendet? (Wie gewohnt, sollte man sagen.)

Alle Kriege, mit denen wir es seit dem Ende des Kalten Krieges durch die Kriegspolitik der USA zu tun hatten, haben diese zentralen Fragen nicht aufgeworfen.


Die Lage, in die uns die USA jetzt zielgerichtet hineinmanövriert haben, hat «Endspiel-Charakter*».


Es ist nicht nur die Frage nach der Zukunft auf dem Kontinent, wenn man im Sinne der «Atlantik-Charta» Grenzen des Zuwachses erfährt. Nach der Rede von Präsident Biden in Philadelphia, die landesweit in diesen Tagen ausgestrahlt worden ist, kann man nicht mehr von einem irgendwie gearteten Vorbildcharakter der USA im eigenen Lager ausgehen. Jemanden so anzugehen, wie es Präsident Biden mit den Republikanern versucht hat, bedeutet eigentlich eine Vorstufe für schlimmere Abläufe. Die OSZE weiss ohnehin um die eklatanten Vorzüge europäischer Wahlsysteme. Jemanden aber in die faschistische Ecke zu stellen, bedeutet mehr, als das politische Tischtuch zu zerschneiden.


Das ist die Gemengelage, auf die mutige Abgeordnete im Regierungslager treffen. Es darf davon ausgegangen werden, daß die tatsächliche Haltung der Deutschen zum Krieg in der Ukraine in der Pfalz am 17. September 2022 bei den «Pleisweiler-Gesprächen» durch Oskar Lafontaine bundesweiten Rückenwind erhält.


*Willy Wimmer, Staatssekretär a.D. weiss, wovon er spricht: Er war „Verteidigungsminister Üb“ an der NATO-Übung WINTEX/CIMEX im Jahre 1989. Entsetzt über das Ansinnen der NATO-Führung, zu einem Einsatz von Nuklearwaffen gegen Ziele in der damaligen DDR, hat er seine weitere Mitwirkung und gesamte deutsche Beteiligung an der Übung, mit Zustimmung von Bundeskanzler Kohl, beendet.


Willy Wimmer an der Tagung „Frieden durch Recht?“, die am 26./27. Juni 2009 in der Berliner Humboldt-Universität stattfand:


„Ich bin wahrscheinlich der Einzige hier im Saal, der Atomkriegs-Erfahrungen hat"


Mit freundlicher Genehmigung des Autors


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/deutschland/ziele

03.09.2022

Baerbock hat in wenigen Sätzen das gesamte Konzept der westlichen Demokratie diskreditiert

Die Äußerungen von Annalena Baerbock werden aller Wahrscheinlichkeit nach im Nachhinein als ein Wendepunkt in der Geschichte angesehen werden. Ein Punkt, an dem die "Maske der Demokratie" verrutschte und das diktatorische Gesicht der deutschen Eliten zum Vorschein kam.


Baerbock hat in wenigen Sätzen das gesamte Konzept der westlichen Demokratie diskreditiertQuelle: Gettyimages.ru © Jens


Büttner/dpa


Das Konzept der westlichen Demokratie wird weithin so verstanden, dass die gewählten Vertreter eines Landes immer den Interessen ihres Volkes dienen und ihm gegenüber rechenschaftspflichtig sind. Weshalb die jüngste Grundsatzerklärung der deutschen Außenministerin absolut schockierend ist. Annalena Baerbock hat am vergangenen Mittwoch, während einer Konferenz zum Thema "Die klare und gegenwärtige Gefahr für die Demokratie: Wie reagieren wir?", ironischerweise folgendes antidemokratische Gelöbnis abgelegt:

"Wenn ich Leuten in der Ukraine das Versprechen gebe 'Wir stehen zu euch, solange ihr uns braucht' – dann will ich mein Versprechen auch halten. Egal, was meine deutschen Wähler denken, aber ich möchte gegenüber den Menschen in der Ukraine mein Versprechen halten. Darum ist es für mich wichtig, immer offen und klar zu bleiben. Das bedeutet, dass jede Maßnahme die ich treffe, so muss klar sein, dass diese bestehen bleiben, so lange die Ukraine mich braucht.


Wir stehen jetzt vor einem Winter, in dem wir als demokratische Politiker herausgefordert werden. Die Leute werden auf die Straße gehen und sagen: 'Wir können unsere Energiekosten nicht bezahlen'. Und ich werde sagen: 'Ja, ich weiß, also helfen wir euch mit sozialen Maßnahmen.' Aber ich will nicht sagen: 'Okay, dann stoppen wir die Sanktionen gegen Russland.' Wir werden zur Ukraine stehen, und das bedeutet, dass die Sanktionen auch im Winter aufrecht erhalten werden, auch wenn es für die Politiker wirklich hart wird."

In nur wenigen Sätzen, diskreditierte die Spitzendiplomatin des de facto führenden Landes der Europäischen Union, das gesamte Konzept der westlichen Demokratie. Weit davon entfernt, den Interessen derjenigen zu dienen, die diese deutsche Regierung gewählt haben, verspricht sie offen, gegen sie zu arbeiten. Selbst wenn diese Wähler auf die Straße gehen, um in Massen gegen die kontraproduktive Sanktionspolitik gegen Russland zu protestieren, die bereits jetzt enorme Härten beim Durchschnittsdeutschen verursacht hat.


Sergei Lawrow über das "fantastische Geständnis" von Annalena Baerbock



Sergei Lawrow über das "fantastische Geständnis" von Annalena Baerbock






Vor über einem halben Jahr, bevor der von den USA provozierte Ukraine-Konflikt in seine letzte Phase trat, hätten westliche Offizielle und einflussreiche Meinungsmacher in ihrer jeweiligen Gesellschaft – hauptsächlich in den von der Regierung beeinflussten Mainstream-Medien – jede Spekulation über ein solches Szenario als "Verschwörungstheorie" abgetan. Ganz im Einklang mit den böswilligen Kampagnen im Informationskrieg gegen die Gedanken und Meinungen ihrer eigenen Bürger. Und siehe da, jetzt wo Baerbock gerade die westliche Demokratie diskreditiert hat, haben dieselben Leute nichts dazu zu sagen.


Beobachter können eher damit rechnen, dass sich diese Meinungsmacher bald zur Verteidigung von Baerbock zusammenrotten. Mit dem Argument, dass die Deutschen leiden müssen, um "die Demokratie in der Ukraine zu schützen." Ganz nach dem Motto: "Der Zweck heiligt die Mittel", das der machiavellistischen Denkweise entstammt. Somit folgt daraus, dass die Essenz der westlichen Demokratie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden muss, bis die sogenannte "Entkolonialisierung Russlands" vollständig vollzogen ist. Was, wie westliche Staatslenker neuerdings andeuten, das große strategische Ziel in diesem Stellvertreterkrieg ist.


Da dieses strategische Ziel aber nur eine politische Fantasie bleiben wird, bedeutet dies, dass der vergleichsweise viel "demokratischere" Status quo ante bellum, offensichtlich nie zurückkehren wird und es auch gar nicht vorgesehen ist, dass er das soll. Das schleichende Bewusstsein für diese politische Tatsache wird vorhersehbar zu weit verbreiteten Protesten im ganzen Westen führen. Die durch die Verzweiflung der Menschen noch heftiger ausfallen werden, da sie zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ernsthaft darum kämpfen müssen, ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken.


Egon Krenz im Dialog: "Komm mir nicht mit Rechtsstaat!"





Egon Krenz im Dialog: "Komm mir nicht mit Rechtsstaat!"







Vor diesem Hintergrund ist es viel einfacher zu verstehen, was Baerbock mit ihrer provokanten Aussage erreichen wollte, mit der sie die westliche Demokratie vollständig diskreditierte. Sie versuchte, der Öffentlichkeit glauben zu machen, dass das bestehende und bevorstehende wirtschaftliche Leiden der Menschen einer "größere Sache" diene, als sie selbst es sind. Und diese Sache scheint für die Regierenden groß genug zu sein, dass sie die immensen Kosten, die daraus entstehen, als "unvermeidlich" betrachten.


Die Realität ist jedoch, dass die "Demokratie" in der Ukraine von niemand anderem als Selenskij selbst mit voller Unterstützung des Westens demontiert wurde, als er Oppositionsparteien verbieten, einige ihrer Mitglieder inhaftieren und kritische Medien schließen ließ. Zudem war es nicht "unvermeidlich", dass Deutschland vor den Sanktionsforderungen der USA kapitulieren musste, um damit einen wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen, freiwillig die eigene Bevölkerung in die Verelendung zu treiben und die Wettbewerbsfähigkeit der EU gegenüber den USA für immer lahm zu legen.


Ungeachtet des dramatischen Versprechens von Baerbock an die Ukraine, belegen die neuesten Daten des Ukraine Support Trackers des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, dass Deutschland und die fünf aufeinanderfolgenden großen EU-Staaten im Juli keine neuen militärischen Verpflichtungen gegenüber Kiew eingegangen sind.


Ganz klar spricht die Außenministerin des de facto führenden Landes der Europäischen Union mit gespaltener Zunge. Aus Gründen, die nur sie erklären kann, die jedoch unter Anwendung fundierter Vermutungen entblößt werden können.


Einerseits meinen Baerbock und ihresgleichen es todernst mit dem Abbau der westlichen Demokratie. Genauso wie Selenskij seine zerfallende ehemalige Sowjetrepublik demontiert hat. Andererseits versteht Baerbock auch sehr genau, dass Deutschland seine militärische Hilfe für Kiew nicht auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten kann. Darin liegt das Dilemma zwischen Worten, Taten und Absichten – was in diesem Fall durch die Gleichzeitigkeit verkompliziert wird; wodurch es schwierig wird, genau vorherzusagen, was Deutschland als Nächstes tun wird.


"Debatte" Gleichgesinnter: Wie der Deutschlandfunk Hörerkritik abwehrt




Meinung

"Debatte" Gleichgesinnter: Wie der Deutschlandfunk Hörerkritik abwehrt






Gleichwohl zeichnen sich bereits jetzt die Parameter Berlins in der Gestaltung seiner Politik ab. Die deutschen Eliten wollen nicht zum vergleichsweise "demokratischeren" Status quo ante bellum zurückkehren. Sie können aber auch nicht mit Vollgas eine hyperliberale Diktatur durchsetzen, da man bereits mit massiven Unruhen im kommenden Winter rechnet, sobald die sich anbahnende Energiekrise ihren Höhepunkt erreicht. Dies legt eine sogenannte Politik des "Mittelwegs" nahe, bei der die kommende Diktatur schrittweise und nicht radikal durchgesetzt wird.


Was die militärische Dimension anbelangt, so kann Deutschland seine Verpflichtungen nicht einfach zurücknehmen. Es kann aber auch nicht das Tempo und den Umfang seiner bisherigen Waffenlieferungen aufrechterhalten, geschweige denn in dieser Hinsicht die USA übertrumpfen. Aus diesem Grund wird erwartet, dass das de facto führende Land der EU weiterhin wenig überzeugende Rhetorik von sich geben wird, à la "Um jeden Preis zur Ukraine stehen" – während man hinter den Kulissen stillschweigend die Waffenlieferungen an Kiew herunterfährt.


Die antirussische Sanktionspolitik Berlins wird jedoch wahrscheinlich sehr hart bleiben, da diese von Deutschlands amerikanischem Schirmherrn durchgesetzt wurden. Und dieser würde niemals zulassen, dass sich Deutschland ohne Washingtons Erlaubnis von davon lossagt. Aber das ist ohnehin etwas, was voraussichtlich nie geschehen wird. Dies deutet wiederum darauf hin, dass die strukturellen Grundlagen der Instabilität dieses Landes nicht angegangen werden. Was bedeutet, dass weitere Proteste vorhergesagt werden können, in denen provokative Elemente – ob staatliche oder nicht – den Vorwand für die Beschleunigung diktatorischer Tendenzen schaffen könnten.


US-Nazis in der Ukraine: Russland vernichten im CIA-Auftrag?


Analyse

US-Nazis in der Ukraine: Russland vernichten im CIA-Auftrag?






Deutschland kämpft aktuell darum, seine Handlungen und Absichten, unter Berücksichtigung seiner politischen Richtlinien – Waffenverkäufe an Kiew und antirussischen Sanktionen – in Bezug auf die Zukunft seines politischen Systems in Einklang zu bringen. Und seine politischen Vertreter werden wahrscheinlich an dem offiziellen Fahrplan festhalten, unabhängig von den Diskussionen über die zukünftige Gestaltung der Politik. Daher bleibt dem Durchschnittsbürger nichts anders übrig, als zu spekulieren, was wirklich hinter den Kulissen vor sich geht, da nichts klar sein wird. Was an sich schon ein weiteres Beispiel dafür ist, wie Deutschland die westliche Demokratie diskreditiert.

Die Äußerungen von Annalena Baerbock werden a

ller Wahrscheinlichkeit nach, im Nachhinein als ein Wendepunkt in der Geschichte angesehen werden, bei dem die "Maske der Demokratie" verrutschte und das diktatorische Gesicht der deutschen Eliten zum Vorschein kam.


 "Deutschlands jahrhundertelanges Komplott zur Übernahme der Kontrolle über Europa ist fast abgeschlossen", im wirtschaftlichen, militärischen und politischen Bereich. Aus diesem Grund scheinen Deutschlands Eliten beschlossen zu haben, dass es an der Zeit ist, im eigenen Land schrittweise eine Diktatur durchzusetzen, um anschließend die Grundlagen ihrer Diktatur über den Rest der EU zu stülpen.


Übersetzt aus dem Englischen


Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer Politologe, der sich auf die US-Strategie in Afrika und Eurasien spezialisiert hat, sowie auf Chinas Belt & Road-Initiative, Russlands geopolitischem Balanceakt und hybrider Kriegsführung.


Mehr zum Thema - Baerbock, der Schicksalsschlag unserer Nation


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Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/147840-baerbock-hat-in-wenigen-satzen-demokratie-diskreditiert


unser Kommentar: Zitat: "Baerbock hat in wenigen Sätzen das gesamte Konzept der westlichen Demokratie diskreditiert." Zitatende  Richtiger ist, dass Baerbock in wenigen Sätzen die Untauglichkeit und die Missbrauchbarkeit westlicher "repräsentativer" Demokratien durch korrupte Politiker, Regierungsbeamte samt deren Entourage veranschaulicht . Einschließlich des Amtseides der Politikbeauftragte ohne feste Mandate nur ihrem persönlichen Gewissen statt deren Wähler*innen gegenüber verpflichtet, sofern sie sich ein solches noch leisten.


unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.09.2022

Biden ernennt ukrainischen Kriegsgeneral

globalresearch.ca, vom 02. September 2022, Von GaryWilson


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Präsident Joe Biden plant, die Ukraine zu einer offiziellen US-Militäroperation zu erklären, berichtet das Wall Street Journal vom 24. August, und macht sie zu einem separaten Kommando mit einem eigenen General. Sollte Biden das tun, würde dies die Operation in der Ukraine mit den US-Militäroperationen im Irak und in Afghanistan gleichstellen.


„Die Benennung der Operation würdigt formell die Bemühungen der USA innerhalb des Militärs, ähnlich wie das Pentagon die Missionen im Irak und in Afghanistan Operation Iraqi Freedom, Operation Enduring Freedom und Operation Freedom's Sentinel nannte. Die Benennung der Schulung und Unterstützung ist aus bürokratischer Sicht von Bedeutung, da sie in der Regel eine langfristige, zweckgebundene Finanzierung und die Möglichkeit besonderer Bezahlung, Bänder und Auszeichnungen für an den Bemühungen teilnehmende Servicemitglieder beinhaltet.


„Die Auswahl eines Generals, von dem erwartet wird, dass er ein Zwei- oder Drei-Sterne-General ist, spiegelt die Schaffung eines Kommandos wider, das für die Koordinierung der Bemühungen verantwortlich ist, eine Abkehr von den weitgehend Ad-hoc-Bemühungen, den Ukrainern jahrelang Ausbildung und Unterstützung zu bieten.“ Das berichtet das Wall Street Journal.


Biden und der Kongress erhöhen die Kriegsausgaben und die Expansion, während die Arbeiter dieses Jahr eine Lohnkürzung von fast 4 % hinnehmen mussten  . Das ist die gute alte Waffen-nicht-Butter-Politik. Mit den Worten von General Dwight Eisenhower: „Jede Waffe, die hergestellt wird, jedes gestartete Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete bedeutet im letzten Sinne einen Diebstahl an denen, die hungern und nicht ernährt werden, denen, die frieren und nicht bekleidet sind. ”


Info: https://www.globalresearch.ca/biden-name-ukraine-war-general/5792158?utm_campaign=magnet&utm_source=article_page&utm_medium=related_articles


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.09.2022

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03.09.2022

Aus dem Pressebriefing der offiziellen Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, Moskau, 31. August 2022

mid.ru, 31 August 2022 14:00     1761-31-08-2022


Zur Situation in Donbass und um die Ukraine  

Seit sechs Monaten dauert in der Ukraine und im Donezbecken die militärische Spezialoperation an. Wir vergewissern uns täglich darin, dass Russland keine andere Wahl hatte als sich unverzüglich zum Schutz der stark leidenden Bevölkerung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu stellen, mit Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine, Beseitigung der von ihrem Territorium ausgehenden Sicherheitsbedrohungen für unser Land zu beginnen. Wie die Führung unseres Landes mehrmals sagte, werden alle diese Aufgaben unbedingt erfüllt werden.


In der letzten Zeit verheimlicht Kiew noch nicht einmal, dass es schon vor langer Zeit die Vorbereitung auf eine bewaffnete Konfrontation mit Russland begonnen hatte. Das ist eine Antwort auf die Frage jener, die sagten, dass sie nichts wissen, nichts verstehen. Es soll unerwartet für alle begonnen haben, und das „friedensliebende Kiewer Regime“ versuchte zwar, konnte aber nicht die Minsker Vereinbarungen erfüllen.


Am 26. August dieses Jahres gab der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Alexej Danilow, zu, dass die ukrainische Führung bereits am nächsten Tag nach dem Gipfel im „Normandie-Format“ in Paris im Dezember 2019 zum Schluss kam, dass „ein großer Krieg gegen Russland unvermeidlich“ sei. Der Zynismus solcher Erklärungen ist unglaublich. Es war gerade der Präsident Wladimir Selenski, der damals alles machte, um reale Schritte zur Konfliktregelung im Südosten der Ukraine zu vermeiden, und dann damit begann, Russland angebliche Verletzung der erreichten Vereinbarungen zur Last zu legen. Dann sagte er überhaupt, dass das Kiewer Regime Atomwaffen beschaffen soll – dann würde die Lage besser sein. Wie wir immer sagen, kommt die Wahrheit ans Licht. Ukrainische Vertreter verstehen die Unvermeidlichkeit der Rechtsjustiz gegen sie, geben Eingeständnisse in TV-Sendungen. Sie gestehen selbst ein, wer in der Tat die Minsker Abkommen nicht erfüllte, wer sich auf den Krieg vorbereitete, wer das in Theorie und in Praxis machte, wobei die Lieferungen der westlichen Offensivwaffen erhalten und Kampfhandlungen prognostiziert wurden. Das ist das Eingeständnis der „Totengräber“ des eigenen Landes.


Ein anderer Beweis, der das nazistische Wesen des jetzigen ukrainischen Regimes bestätigt, sind russophobe Offenbarungen des Botschafters der Ukraine in Kasachstan, Pjotr Wrublewski. Ein direktes Zitat eines Mannes, der sich nicht einfach Vertreter der Ukraine, sondern ukrainischen Botschafter nennt. Am 22. August dieses Jahres sagte diese Erscheinung (man kann einen solchen Menschen nicht einen Diplomaten nennen) öffentlich: „Wir bemühen uns, möglichst viele von ihnen (Russen) zu töten. Je mehr Russen wir jetzt töten, desto weniger von ihnen müssen unsere Kinder töten. Das war's“. Sie selbst haben alles eingestanden.


Nazismus, Faschismus, Nationalismus – das sind Neoerscheinungen davon, was im historischen Gedenken (nicht nur das Hackenkreuz-Zeichen, Symbole des Asow-Bataillons, die auf nazistische SS-Bataillone zurückgehen) bleiben soll. Das ist in erster Linie eine Ideologie, die die Entwicklung der Kultur der Identität der Völker, die historische Gebiete besiedeln, nicht zulässt. Das ist Menschenhass-Ideologie. Der Hass hin bis zum Wunsch, Vertreter einer Nation und Kulturgruppen zu vernichten. Einfach weil sie nicht gefallen, man sie als Konkurrenten in bestimmten Richtungen bezeichnet. Das ist gerade das, gegen das die Menschen in Donbass aufbegehrten, was die Krim-Bewohner loswerden wollten. Das kann für uns jetzt nicht ein Moment der Annahme sein, weil das wäre Kollaboration, Zustimmung mit neonazistischer Ideologie gewesen.


Das Kiewer Regime begann selbst zu sprechen. Es ist schwer zu sagen, ob wegen Angst, Dummheit oder weil es im Schockzustand ist. Der Mensch bietet dem Bewusstsein die Möglichkeit, in den Vordergrund zu treten. Mögen Psychologen, Psychotherapeuten, Politologen, Historiker das klären. Sie entlarven sich selbst. Zuvor war es nicht so flächendeckend gewesen. Wir sahen einzelne Elemente, die dieses Wesen aufdecken. Nun beginnen alle zu sprechen.


Es gab unseren Kommentar über die Aussagen des Botschafters der Ukraine in Kasachstan. Wir haben die Reaktion der kasachischen Kollegen gesehen. Es wird nicht einfach so gelassen.

Das alles wird von Kiew gemacht, darunter um vom Westen, vor allem den USA neue moderne Waffen und Finanzhilfen zu bekommen. Warum verbinde ich die nationalistische, neonazistische Tätigkeit, Logik und Ideologie des Kiewer Regimes mit den USA? Sie können sagen, dass es ein ausgeklügelter Vergleich ist. Nein. Ich möchte an die Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush erinnern. Vor ein Paar Monaten formulierte er das, was der ukrainische Botschafter in Kasachstan wiederholte. Das waren die Worte des Vertreters des US-amerikanischen politischen (Finanz-, Wirtschafts-, Energie-) Establishments. Dieser „Tiefe Staat“. George W. Bush meinte, dass er mit Wladimir Selenski spricht, und sagte, dass die ukrainische Mission darin bestehe, „möglichst viele Russen zu töten“. Deswegen spreche ich in Bezug auf die nationalistische Logik sofort über Washington und jene, die Inspiratoren des Kiewer Regimes in dieser Richtung sind.


Laut US-Medienberichten werden die Fragen der neuen Finanzhilfen sowie die Situation auf dem Boden bereits auf der fünften Sitzung der „Kontaktgruppe zur Verteidigungsunterstützung für die Ukraine“ im Ramsteiner Format besprochen, die am 8. September in Präsenz unter dem Vorsitz des Pentagon-Chefs Lloyd Austin stattfindet. Der Kreis hat sich geschlossen.


Derzeit rücken die Verbündetenkräfte zwar allmählich, aber sicher vor, wobei der Donbass Schritt für Schritt von den Neonazis, die dessen Städte und Dörfer in den vergangenen acht Jahren in ihre befestigten Gebiete verwandelt haben, befreit wird. Das alles sorgt für Verärgerung in der militärpolitischen Führung des Kiewer Regimes aus, das wahnsinnige und verbrecherische Befehle über massive Angriffe gegen zivile Objekte in der Volksrepublik Donezk und Lugansk sowie in den befreiten Territorien der Gebiete Saporoschje und Cherson erteilt, um maximalen Schaden zuzufügen, noch mehr Opfer und Verletzte unter Zivilbevölkerung auszulösen. Ukrainische Streitkräfte treffen vehement Kindergärten, Schulen und andere Bildungsanstalten, was im Vorfeld des 1. September noch blasphemischer aussieht. Wir haben das alles schon erlebt. Wir erinnern uns sehr gut an die Tragödie von Beslan, die sich gerade zum Zeitpunkt ereignete, als Kinder in die Schule gingen. Menschen, die das begingen, werden von der ganzen Welt als Terroristen bezeichnet. Menschen, die Kindereinrichtungen beschießen und Angriffe gegen Kinderanstalten versetzen (zumal am 1. September), sind Terroristen. Es kann keine anderen Begriffe für sie geben.


Extreme Besorgnisse sind mit der wachsenden Spannung um das europaweit größte AKW Saporoschje verbunden. Es ist erstaunlich, dass nur bei uns. Als ob sich das Kernkraftwerk weit weg von Europa befindet, und seine Bevölkerung geschützt ist. Als ob es ein anderes Märchen ist, und alles, was dort geschehen wird, niemanden (darunter auf dem europäischen Kontinent) treffen wird. Das ist der „Traum der Vernunft“. Ukrainische Neonazis setzen aktiv Nato-Waffen – Großkaliber-Artillerie, Mehrfachraketenwerfer, Drohnen – für den Beschuss von Objekten, darunter jener, deren Zerstörung unvorhersehbare Folgen nach sich ziehen können, ein. Vertreter westlicher liberaler Regimes stellen sich sogar keine Fragen, ob die Ukraine die gelieferten Waffen für den Beschuss des AKW Saporoschje nutzt. Sie denken nicht daran, dass im Falle einer Tragödie sie auf die Nutzung ihrer Geschosse zurückzuführen sein wird. Es handelt sich unter anderem um Energie-Unterstationen, Lager von abgearbeiteten und noch nicht genutzten Nuklearkraftstoff u.a. Wir rechnen damit, dass der für 31. August geplante Beginn des Besuchs der IAEO-Inspekteure zum Kernkraftwerk dabei helfen wird, die Behörden der Ukraine bei ihrem Streben, eine Atomkatastrophe zu provozieren, stoppen und diese nukleare Erpressung stoppen wird.


Wir machten bereits mehrmals auf ein antihumanes Verhalten Kiews zum menschlichen Leben aufmerksam. Die Streitkräfte der Ukraine und nationalistische Gruppierungen setzen weiterhin unzulässige Methoden der Kampfführung ein, nutzen friedliche Einwohner als lebendiges Schild. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Streitkräfte der Ukraine chemische Giftstoffe gegen russische Militärs im Gebiet Saporoschje nutzten.


Erstaunlich ist die Position der westlichen Länder und des UN-Sekretariats. Auf direkte Fragen, wer das AKW Saporoschje beschießt, sagen sie, dass sie es nicht wissen. Sie haben eigene Stellung dazu. Also wieso nicht? In Bezug auf „massenhafte Gruppenvergewaltigungen“ haben sie eine Position. Sie wissen angeblich sicher, dass es die Russen machen. In Bezug auf andere Verbrechen weisen sie sofort auf Moskau hin. Und hier ist die Stellung merkwürdig vage. Was mangelt? Was hindert sie daran, die Dinge bei ihren Namen zu nennen und daran zu erinnern, dass der Beschuss seitens des Gebiets erfolgt, das vom Kiewer Regime kontrolliert wird. Oder hätte man zumindest die Richtung des Windes bestimmen können? Dann kann man wohl sagen, woher der Beschuss erfolgt. Was passierte? Was wurde vergessen?


In der militärbürgerlichen Administration der Region wird mitgeteilt, dass die Behörden der Ukraine zu bakteriologischen Provokationen und Terror gegenüber der Bevölkerung des Gebiets übergehen können. Vor dem Hintergrund des andauernden Beschusses der Streitkräfte der Ukraine gegen friedliche Städte der Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie mehrerer Gebiete des Südostens der Ukraine wurde seit langem klar, dass es für das Kiewer Regime egal ist, was mit Menschen in diesen Gebieten sein wird. Und nicht nur in diesen Gebieten angesichts der Tatsache, dass ein Nuklearobjekt beschossen wird.


Ich verstehe, dass sich die EU jetzt mit einem wichtigen Thema befasst – ob man Visa für die Russen geben soll oder nicht. Doch die Strahlung hat keine Pässe. Sie braucht keine Visa zur Überquerung der Grenzen. Wenn es im AKW Saporoschje zu etwas kommt, wird es nicht um Visa, Pässe und Grenzen gehen. Aus irgendeinem Grund ist die EU über diese Frage nicht besorgt. Es wurde wenig zerstörerisch, selbstmörderisches gemacht. Vielleicht ist es eine weitere Münze im Münzbehälter.


Wir sind überzeugt, dass nach dem Abschluss der militärischen Spezialoperation alle Bewohner der jetzigen Ukraine ein friedliches Leben im freien Land aufnehmen können, wo es keine Nazis, keinen Beschuss der Städte, keine Diskriminierung (nach nationalem bzw. sprachlichen Merkmal) gibt, wo internationale humanitäre Normen, Rechte und Freiheiten jedes Staatsbürgers respektiert werden.

 

Zu den Waffenlieferungen Rumäniens an die Ukraine

 

Eine Nachrichtenagentur Rumäniens berichtete über ein vor einigen Tagen stattgefundenes Gespräch des Verteidigungsministers dieses Landes, Vasile Dîncu, mit dem ukrainischen Kollegen Alexej Resnikow, der sich für das vor kurzem gebilligte fünfte Paket der rumänischen Militärhilfe für die Streitkräfte der Ukraine, darunter Schusswaffe, Munition, Bestandteile für militärische Erzeugnisse, bedankte.


Dieses Thema kam zum ersten Mal so eindeutig in den öffentlichen Raum, obwohl auch früher in Sozialen Netzwerken Videomaterialien auftauchten, die auf die Nutzung der Geschosse rumänischer Produktion durch die Streitkräfte der Ukraine hinwiesen. Doch es gab keine direkten Fakten.


Bukarest vermeidet Transparenz bei diesen Fragen und bevorzugt, der rumänischen und internationalen Öffentlichkeit ausschließlich über „humanitäre“ Unterstützung für die Ukraine zu berichten. Jetzt ist klar, was das Wort „humanitär“ bedeutet. Mit der Erfüllung der Nato-Aufträge zur Entsendung der neuen Parteien der tödlichen Frachten fühlen sich rumänische Vertreter wohl moralisch unwohl, indem reale Folgen dieser ideologisch bedingten Politik begriffen werden. Man soll Scham zur Seite schieben und alles eingestehen. Dem eigenen Volk und der ganzen Welt sagen, wie die Situation in der Tat aussieht. Haben sie keine Angst.

Das Waffen-Vollpumpen der ukrainischen Nationalisten, die gegen das eigene Volk kämpfen, zieht den Konflikt nur in die Länge (vielleicht weiß Bukarest das nicht) und führt zum Anstieg der Zahl der menschlichen Opfer. Jene, die das fördern, teilen mit dem Kiewer nationalistischen Regime die Verantwortung für immer neue Verbrechen, Blut und Leiden der Menschen. Wenn die Behörden Rumäniens meinen, dass das alles lyrische Worte sind, ist es ihre Position. Doch es wäre besser, über die „Offenbarungen“ über die Lieferungen zu berichten. Was schicken sie an das Kiewer Regime?

 

Zum Kampf gegen russische „Propaganda“ und „Desinformation“ in Deutschland

 

Wir wurden auf die in der letzten Zeit häufiger gewordene Entfachung durch die deutschen Behörden des Themas der angeblichen russischen Bedrohung zur Verbreitung von Desinformation und Propaganda aufmerksam.


Am 17. August dieses Jahres wurde eine Erklärung des deutschen Bundesamtes für Verfassungsschutz über mögliche Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes auf die innere Sicherheit in Deutschland mit entsprechenden Kommentaren des Leiters des Amtes, Thomas Haldenwang, veröffentlicht. Von deutschen Geheimdienstlern werden das Wachstum der Intensität der russischen Propaganda, die darauf abzielt, „Angst vor einer möglicherweise existenzbedrohenden Energie- oder Lebensmittelknappheit in Deutschland zu schüren“, und damit eine Spaltung in der deutschen Gesellschaft prognostiziert.


Wollen wir das klären. Sind es wir, die darüber mitteilen, wie viel und wie sich die Deutschen waschen sollen? Ist es Russlands Botschaft in Berlin, die die Bevölkerung Deutschlands regelmäßig darüber informiert, wie sie Strom sparen, Geschirr waschen, sich duschen soll? Wer erlaubt sich so etwas? Mir schien, dass der Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz, verschiedene Minister der Bundesregierung jene sind, die das jeden Tag machen. Sie machen das initiativreich, beim Antworten auf die Fragen der Bürger bzw. in Interviews. Herr Haldenwang, halten Sie Ihre Kollegen aus der Bundesregierung ebenfalls für Desinformanten, Propagandisten, die auf die Spaltung der deutschen Gesellschaft ausgerichtet sind? Oder dürfen sie das machen?


Wir sagen überhaupt nichts über den Energiemangel. Wir machen alles, damit es in Deutschland nicht dazu kommt. Wir bauten eine Gaspipeline zusammen mit deutschen Unternehmen. Ich verstehe, dass es bequem ist, so zu tun, als ob sie darüber nicht wissen oder sich daran nicht erinnern. Doch das zeugt nicht einfach von Amnesie, sondern von tiefen psychologischen Problemen am Rande der Psychiatrie. Wissen Sie nicht, dass wir Ressourcen an Deutschland lieferten und liefern? Wissen Sie nicht, dass es gerade die jetzige deutsche Bundesregierung (auf Hinweis Washingtons) ist, die alles macht, um die Energie-Zusammenarbeit mit unserem Land zu zerstören? Es ist nicht Deutschland, das Ressourcen an Russland liefert, sondern Russland – an Deutschland. Mit der Zerstörung der Energiekooperation wird uns der Energiemangel zur Last gelegt. Sie sind verrückt. Und das ist keine Metapher.


Zugleich ist auf der Webseite des deutschen Bundesministeriums des Innern eine ausführliche Broschüre für breite Bevölkerungsschichten über Bekämpfung der russischen Propaganda und Desinformation veröffentlicht. Unter Bedingungen der angeblich aktiver gewordenen Desinformation durch russische Staatsmedien, staatsnahen Internetressourcen sowie Accounts des Außenministeriums Russlands und russischer diplomatischer Vertretungen werden die Deutschen dazu aufgerufen, Informationen kritisch zu hinterfragen und sich nicht daran zu beteiligen, irreführende Nachrichten zu verbreiten. Welche sind es? Kann man in der Broschüre (oder irgendwo noch) Beispiele der „irreführenden Meldungen“ anführen, die Bürger zufällig, unkontrolliert verbreiten können? Wer wird überprüfen, was geschrieben werden kann und was nicht? Das Innenministerium Deutschlands? Werden sie eine Webseite zur Überprüfung der „zugelassenen“ und „nicht zugelassenen“ Meldungen haben? Es ist sogar keine Zensur, sondern eine totale Kontrolle der Bürger. Man soll die Dinge beim Namen nennen. Als „zuverlässige“ Informationsquellen werden ausschließlich Nachrichten aus deutschen Systemmedien, Materialien und Webseiten deutscher Machtorgane empfohlen. Ist es auch keine Zensur? Vor einem Jahr deckten deutsche Medien eine große Menge an desinformierenden Materialien auf, die sie selbst verbreitet hatten, Recherchen anstellten, Mitarbeiter kündigten, über Probleme in lokalen Medien sprachen. Oder ist alles egal? Wenn das deutsch ist, darf es sein, oder? Dann soll man sich dazu anders verhalten. Man soll erklären, dass in Deutschland eine totale Zensur eingeführt wird, der „äußere Feind“ gefunden wurde, dem alle inneren Probleme zur Last gelegt werden. Nur die einzige Ideologie und Informationen sind richtig – jene, die von Berlin verbreitet werden. Berlin kann von Energiemangel (und das sind richtige Informationen) sprechen, und im Kontext internationaler Energielieferungen – niemand mehr. Man sollte ein paar Beispiele anführen, damit alle es verstehen, darunter die Deutschen.


In diesem Zusammenhang soll hervorgehoben werden, dass unbegründete Insinuationen deutscher Behörden über „russische Propaganda“ und „Desinformation“, die in Deutschland von örtlichen Medien gerne aufgenommen und verbreitet werden, uns schon lange nicht verwundern. Es war gerade Berlin, das mit Einsatz aller Ressourcen die Ausstrahlung des TV-Senders RT in der deutschen Sprache blockiert hat, sich das Recht privatisierte, diese Sprache zu nutzen, wobei man vor etwas viel Angst hatte. Die ganze Geschichte dauerte rund ein Jahr. Doch diesmal haben die Deutschen sich selbst überbieten. Es stellt sich heraus, dass die deutschen Behörden uns genau das vorwerfen, was ihre Systemmedien fast jeden Tag machen, indem sie Geschichten über die Schuld Russlands an der Verschlechterung der sozialwirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Notwendigkeit harter Einsparung der Energieressourcen „Putin zum Trotz“  verbreiten. Sie sollten doch eine eindeutige Position einnehmen – ob es in Deutschland Probleme mit Energie gibt oder nicht. Wenn ja, veröffentlichen sie eine ausführliche Liste, wer darüber sprechen darf und wer nicht. Es ist wohl im Sinne von George Orwell, wenn Berlin selbst Panik unter Bevölkerung verbreitet und die aktuelle Entwicklung als „Intrigen des Kreml“ darstellt. Man soll ja wieder eine eindeutige Position einnehmen. Wenn es die „Intrigen des Kreml“ sind, heißt es, dass es in Deutschland Probleme gibt. Doch über sie darf nicht gesprochen werden. Also es gibt keine Probleme. Dann heißt es, dass es auch keine Intrigen gibt. Oder es gibt sie, aber sie erreichen Deutschland nicht.


Mit der Veröffentlichung von oben erwähnten Materialien gab Berlin de facto öffentlich einen zunehmenden Verlust der Logik, merkwürdige russophobe und kränkliche Ausrichtung, die es in den deutschen Medienraum richtet, zu. Es stellt sich heraus, dass die aggressive Agitation nicht funktioniert und keinen erwünschten Einfluss auf die Stimmungen in der deutschen Gesellschaft leistet. In Deutschland nimmt wohl die Zahl der Menschen zu, die wegen Medienwahnsinn außer Atem sind. Sie stellen unbequeme Fragen, stellen die Handlungen der Behörden gegenüber Russland und die Position Deutschlands in internationalen Beziehungen in Frage. Vor diesem Hintergrund werden ausprobierte Instrumente der Säuberung des Informationsraums von allen alternativen Informationsquellen eingesetzt. Es werden alle Abweichungen vom Hauptkurs der deutschen Offiziellen beseitigt. So sieht derzeit der Pluralismus der Meinungen in Deutschland, das sich so aktiv damit befasst, „demokratische Werte“ den Anderen beizubringen, aus. Es gibt keine solchen Werte in Deutschland.

 

Aus Antworten auf Fragen:


Frage: Die IAEA-Mission reist zum Kernkraftwerk Saporoschje. Gibt es bereits Informationen, wie der Besuch verläuft, wie die ersten Ergebnisse sind? Welche Erwartungen hat die russische Seite?


Antwort: Ich habe diese Frage heute schon mehrmals kommentiert, würde aber nochmals sagen. Das IAEA-Team ist auf dem Weg zum Kernkraftwerk. Von der russischen Seite wird alles Notwendige und sogar mehr gemacht. Wir befassen uns damit bereits seit drei Monaten, wobei die Reise selbst, Inspektion, Zusammensetzung, Zeit, Route u.a. abgestimmt wurden. Es wird alles gemacht, damit die bereits vor einigen Monaten geplante Mission unter Leitung des IAEA-Generaldirektors Rafael Grossi endlich zustande kommt, in Sicherheit verläuft und alle gestellten Aufgaben erfüllt werden.


Der Mission ging eine tüchtige Arbeit voraus. Alle Details der Reise wurden von unseren profilierten Experten koordiniert. Es gab ein Treffen des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, mit IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Nachdem der Besuch Grossis zum AKW Saporoschje im Juni wegen einer groben Einmischung des UN-Sekretariats und Hürden seitens des Kiewer Regimes nicht zustande gekommen war, mussten viele Dinge aufs Neue abgestimmt werden.

Hier kann es keine Ansprüche gegenüber Russland geben. Ich betone nochmals, dass von unserer Seite alles am 3. Juni, also vor drei Monaten abgestimmt wurde. Dort beeilt man sich leider nicht, eigene Fehler zuzugeben. Natürlich sind es Fragen an sie, ich muss das aber feststellen.

Wir gehen davon aus, dass die IAEA-Vertreter, die bereits in der nächsten Zeit zum Kernkraftwerk kommen sollen, vor Ort die Situation detailliert klären, die Folgen unmenschlicher ukrainischer Angriffe gegen Objekte auf diesem Gebiet einschätzen und sich darin vergewissern können, dass die Informationen, die von der russischen Seite fast jeden Tag bereitgestellt werden (die Lage im Kernkraftwerk Saporoschje wird immer gefährlicher, die Quelle dieser Bedrohungen sind eindeutig das Kiewer Regime und seine bewaffneten Einheiten) vollständig der Realität entsprechen.


Die Mission soll objektiv und, was am wichtigsten ist, professionell sein. Ihr Hauptziel und Aufgabe ist, alles zu sehen, was es dort zum jetzigen Zeitpunkt gibt und was das Ergebnis destruktiver Handlungen gegenüber dem Atomobjekt im Laufe der letzten Monate wurde. Die Versuche der ukrainischen Seite, die Durchführung der internationalen IAEA-Mission zu erschweren, das Wachstum der Intensität der Angriffe auf das Kernkraftwerk und der Einsatz immer schwerer Waffen machen alle Zusicherungen des Regimes Selenskis, als ob Kiew an einem erfolgreichen Besuch des Teams Grossis interessiert ist, zunichte. Angriffe werden immer gezielter versetzt und erfolgen immer näher zu lebenswichtigen Objekten des Kernkraftwerks, darunter Lager des nuklearen Kraftstoffs – frischen und abgearbeiteten nuklearen Kraftstoffs. Die Einwohner von Energodar, viele von denen Mitarbeiter des Kernkraftwerks sind, sowie ihre Familien leben seit mehreren Monaten unter Feuer. Es gibt keine Rechtfertigung dafür sowie für das Streben der ukrainischen Führung, nicht nur die Sicherheit des AKW Saporoschje, sondern auch das Schicksal der Völker des ganzen Kontinents einer Gefahr auszusetzen. Ich möchte nochmals betonen, dass es keine Grenzen für Strahlung gibt. Sie wird nicht sehen, ob sie irgendwelche Grenzen verletzte oder nicht, ob der europäische Kontinent endete oder nicht. Wir alle verstehen sehr gut, worum es geht. Darüber wissen die UNO und IAEA sicher Bescheid. Wir hoffen, dass die Pläne der ukrainischen „Strategen“, die IAEA-Mission wieder zu verhindern nicht in Erfüllung gehen und sie zustande kommt. Eine andere Entwicklung kann nicht anders als Eingeständnis der Schuld des Kiewer Regimes für das Geschehene betrachtet werden.


Die IAEA-Mission sowie das Mandat der Agentur im Ganzen haben einen technischen Charakter. Allerdings meinen wir, dass der Besuch Grossis im AKW Saporoschje dabei helfen wird, die Situation zu verbessern, was die ukrainischen bewaffneten Einheiten dazu zwingen wird, den Beschuss des Kernkraftwerks und anliegenden Gebieten für immer zu stoppen.


Wir rufen alle Länder, vor allem jene, die das Kiewer Regime direkt beeinflussen können, dazu auf, die ukrainischen Behörden weiterhin unter Druck zu setzen, wobei sie zu Vernunft kommen, mit der nuklearen Willkür, Erpressung aufhören und die Situation nicht zu einer Katastrophe bringen, die irreversible und sehr schwere Folgen nach sich ziehen wird.


Frage: Olaf Scholz sagte, dass die EU das Prinzip der Einstimmigkeit beim Treffen von wichtigen Beschlüssen zugunsten der einfachen Mehrheit aufheben soll. Versteht das Außenministerium, dass solche Änderungen unter anderem die Einführung von neuen Sanktionen gegen Russland vereinfachen können, weil solcher Prinzip es ermöglichen wird, die Länder zur Seite zu schieben, die sich skeptischer zu neuen Einschränkungen verhalten?


Antwort: Hindert sie jetzt etwas daran, Sanktionen einzuführen? Wo ist der Prozess einer realen Besprechung der Folgen, zu denen Sanktionen geführt haben? Wo ist die Berücksichtigung der Meinungen der Völker dieser Länder? Es gibt nichts davon. Dieser Mechanismus ist nicht vorgesehen. Wir haben das doch gesehen, gehört und gelesen, darunter in der westlichen Presse. Nicht in der Presse, der man prorussische Sympathien vorwerfen kann.


In der westlichen Presse wird jedes Andersdenken via Erpressung und direkte Drohungen unterdrückt. Wenn sie nicht gegen Verlängerung der Sanktionen bzw. Einführung neuer Sanktionen abstimmen, werden wir ihnen… Und dann kommt, was sie mit ihnen machen werden. Das betrifft nicht nur die antirussische Position bzw. Sanktionen, sondern auch das Leben innerhalb der EU.


Erinnern sie sich an die Versuche Polens, Ungarns, anderer Länder, für sich etwas Individuelles aus der Sicht der nationalen Interessen „durchzusetzen“. Worin endete das? Mit Schiedsgerichtsprozessen, politischen Drohungen, Druckinstrumenten. Die Frage besteht darin, dass die Ideologie anders ist. Sie dominiert über alles, sogar nicht über pragmatischen Aspekten, sondern über dem Recht, Prinzipien und Werten, die als unerschütterlich ausgerufen worden waren. Die politische Ideologie unterordnete Demokratie und liberale Erscheinungen. Sie dominiert, herrscht. Was ist das für eine Ideologie? Das ist ja interessant. Es ist die Ideologie des Diktats, des Willens der Starken gegenüber den Schwachen, das Aufdrängen der Position der Entscheidungsträger. Menschen und Akteure werden ausgetauscht, sofort wechseln sich ideologische Einstellungen. Und dass Menschen daran leiden, die im Laufe von vielen Jahren den Willen der früheren Entscheidungsträger erfüllten, interessiert niemanden. Das ist leider die Visitenkarte davon, was derzeit in der EU vor sich geht.


Info: https://mid.ru/de/foreign_policy/news/1827915


unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.09.2022

Wagenknecht attackiert Baerbock: „Eine Gefahr für unser Land“

zlive-news.de, vom 2. September 2022

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat in einem Twitter-Post die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) scharf kritisiert. Wagenknecht schreibt:

„Eine Außenministerin, die erklärtermaßen nicht die Interessen der dt. Wähler sondern der Ukraine vertritt & im Interesse der US-Reg. Verhandlungen zur Kriegsbeendigung ablehnt, ist nicht nur eine eklatante Fehlbesetzung, sondern eine Gefahr für unser Land.“

+++ Massive Schwierigkeiten: Russische Truppen ziehen sich zurück +++

Dazu verlinkt Wagenknecht auf einen Artikel von welt.de, in dem sich auf eine vorausgegangene Aussage Baerbocks bezogen wird. Die Grünen-Politikerin versprach, ihr Versprechen, die Ukraine zu unterstützen, einzuhalten und fügte hinzu: „Egal, was meine deutschen Wähler denken.“


Info: https://zlive-news.de/wagenknecht-attackiert-baerbock-eine-gefahr-fuer-unser-land




weiteres:




Wagenknecht attackiert Baerbock: „Eine Gefahr für unser Land“


msn.com, Z-LiVE News - Gestern (am 2. Sept 2022, um 11:48 Uhr

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat in einem Twitter-Post die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) scharf kritisiert. Wagenknecht schreibt:


„Eine Außenministerin, die erklärtermaßen nicht die Interessen der dt. Wähler sondern der Ukraine vertritt & im Interesse der US-Reg. Verhandlungen zur Kriegsbeendigung ablehnt, ist nicht nur eine eklatante Fehlbesetzung, sondern eine Gefahr für unser Land.“


+++ Massive Schwierigkeiten: Russische Truppen ziehen sich zurück +++


Dazu verlinkt Wagenknecht auf einen Artikel von welt.de, in dem sich auf eine vorausgegangene Aussage Baerbocks bezogen wird. Die Grünen-Politikerin versprach, ihr Versprechen, die Ukraine zu unterstützen, einzuhalten und fügte hinzu: „Egal, was meine deutschen Wähler denken.“


Mehr Nachrichten: 

Bild: DIE LINKE, Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine in Weimar, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (Bildgröße geändert)


Info: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/wagenknecht-attackiert-baerbock-eine-gefahr-f%C3%BCr-unser-land/ar-AA11nVPp?rc=1&ocid=winp1taskbar&cvid=711d08a8251f4655c934a42d8e89d579





Weiteres:





Ukrainische Gegenoffensive „Wenn die Ukraine fällt, wird Putin Polen angreifen und bis nach Berlin marschieren“


welt.de, vom 01.09.2022, Von Gregor Schwung, Christina Lewinsky

Aktuell gibt es Berichte über eine ukrainische Gegenoffensive um Cherson. Im Interview bestätigt der Minister für Kultur und Informationspolitik erstmals diese und erklärt, welche Ziele Kiew damit verfolgt. Unter einem Umstand könne die Ukraine den Krieg jetzt schnell beenden.


ARTIKEL WIRD GELADEN


- ab hier Bezahlschranke -


Info: https://www.welt.de/politik/ausland/plus240767199/Minister-Tkachenko-Wenn-die-Ukraine-faellt-wird-Putin-Polen-angreifen-und-bis-nach-Berlin-marschieren.html





Weiteres:





Ukraine: „Putin wird bis nach Berlin marschieren“


msn.com, Z-LiVE News - Gestern (2. September 2022) um 08:16

Vergangene Woche kündigte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz Waffenlieferungen im Wert von über einer halben Milliarde Euro an die Ukraine an. Geliefert werden soll im Jahr 2023.


Für den ukrainischen Minister für Kultur und Informationspolitik Oleksandr Tkachenko zu spät, wie er gegenüber der WELT mitteilt. „Ukrainer werden gerade bombardiert und getötet, es zählt jeder Tag.“ Darüber hinaus bezweifelt er, dass das geplante Lieferdatum auch wirklich eingehalten wird. 

Tkachenko weiter: „Ich wünsche mir, dass hier verstanden wird, dass wir auch Deutschland verteidigen. Wenn die Ukraine fällt, wird Putin als nächstes Polen angreifen und bis nach Berlin marschieren.


Info: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/ukraine-putin-wird-bis-nach-berlin-marschieren/ar-AA11nEDL?cvid=40c54c59005240b1899690e6f1f17363

03.09.2022

Annalena Baerbock und Russland: Sie macht ihr Ding

t-online.de, vom Aktualisiert am 30.08.2022

Aus der allerersten Reihe wurde sie verdrängt, nun hat die Grünen-Politikerin ihre Rolle gefunden. Während andere zanken, schmiedet sie eifrig ihren Russland-Plan.


Zitat: Die wahre Mission der Annalena Baerbock offenbart sich in einem Keller, gut 3.000 Kilometer von Berlin und vom großen Schlamassel der Bundesregierung entfernt. Vor einer blauen Wand und einer deutschen Fahne steht die Außenministerin und schaut ihrem Gastgeber in die Augen.


Er heißt Nasser Bourita und ist ihr marokkanischer Amtskollege. Baerbock ist auf offizieller Mission, die ramponierten Beziehungen zu Marokko wiederzubeleben. Diplomatisch kein ganz unwichtiger Vorgang, und doch keiner, der die ganz großen Schlagzeilen hervorbringt.


Interessanter für eine breite Öffentlichkeit ist hingegen Baerbocks inoffizielle Mission, deren Umriss im Keller des Außenministeriums in Rabat am vergangenen Donnerstag nicht zu übersehen ist. Sie lautet, auf ein Wort eingedampft: Russland.


Wenn es bei dem kurzen Auftritt um die wichtigsten Themen vor Ort geht, den Status der Westsahara etwa, die Energiepartnerschaft oder um den Konfliktherd Mali, landet Baerbock oft nach wenigen Sätzen bei Russland. Hinsichtlich des Bundeswehreinsatzes in Mali verurteilt Baerbock umgehend die dortigen "russischen Destablisierungsversuche". Sie schaut ihren Amtskollegen eindringlich an, bis der nickt. Dann sagt sie: "Wir dürfen Mali nicht alleinlassen und vor allem nicht Russland überlassen."


Baerbocks neue Rolle

Annalena Baerbock hat ihre Berufung gefunden. Während die Koalition in Berlin unter dem Eindruck von Ukraine-Krieg, Rekordinflation und Energiekrise ächzt, einige in der Ampel über die Koalitionspartner öffentlich herfallen und der Frust über die wichtigsten Vertreter der Bundesregierung wächst, steht die Grünen-Politikerin auf festem Grund.


Während die Aufmerksamkeit in Deutschland für Russlands Krieg schwindet, schmiedet sie unablässig eine Koalition gegen Wladimir Putins Russland. So hat sie eine neue Rolle in der Bundesregierung eingenommen – eine Rolle, die noch heikel werden könnte.


Die drei wichtigsten Regierungsvertreter in der Bewältigung der Krise sind SPD-Kanzler Olaf Scholz, Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP). Sie alle stehen derzeit unter Beschuss: Scholz? In der Krise viel zu zögerlich, heißt es. Habeck? Kommuniziert gut, macht aber immer mehr Fehler. Und Lindner? Blockiert sozial gerechte Lösungen in der Inflationskrise. So der Tenor.

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Die 41-jährige Baerbock, die selbst so gern Kanzlerin geworden wäre, steht als Außenministerin eine Reihe hinter den dreien. So sah man es auch am Dienstag auf der Kabinettsklausur in Meseberg. Sie ist nicht mehr so häufig im Zentrum des Nachrichtensturms.


Damit ist sie zugleich auch ein Stück weit aus der Schusslinie geraten. Der Murks mit der Gasumlage von Parteifreund und -konkurrent Habeck? Nicht ihr Problem.


Scholz, Habeck und Lindner widmen sich weniger der direkten Konfrontation mit Russland als in den ersten Kriegsmonaten. Sie müssen jetzt vor allem deren Folgen managen. Das hat einen gewissen Spielraum eröffnet, den Annalena Baerbock gern nutzt. Sie macht ihr Ding – in der deutschen wie in der internationalen Öffentlichkeit.


80 Prozent ihrer Zeit kümmere sie sich um Russland, sagte die Außenministerin in den ersten Wochen des Krieges einmal. Jetzt ist es weniger, aber Putin bleibt ihr mit Abstand wichtigstes Thema. Und das stellt sie wirklich überall nach vorn.


Putin bleibt ihr mit Abstand wichtigstes Thema

In der deutschen Debatte finden ihre deutlichen und einfach zu verstehenden Verurteilungen Russlands insbesondere in den sozialen Netzwerken immer ein lautes Echo. Beste Außenministerin aller Zeiten, jubeln die einen, ein Spiel mit dem Feuer, ereifern sich andere.


Baerbock kennt die Dynamik und nutzt sie aus. Ihre Aufgabe sieht sie auch darin, stärker als andere in der Bundesregierung daran zu erinnern, dass in Bezug auf die Ukraine und Russland immer noch keine Lösung in Sicht ist. Sie ist überzeugt, diesen Umstand besser kommunizieren zu können als andere.


Wie sie international dabei vorgeht, haben ihre Besuche in Marokko und Dänemark in der vergangenen Woche verdeutlicht.


Baerbock in Marokko:


Die großen Schlagzeilen machte in jenen Tagen eine andere Reise. Scholz und Habeck waren zusammen in Kanada, Energiegeschäfte mit einem demokratischen Partner eintüten. Es gab auch heftige Kritik an beiden, weil auf dem gemeinsamen Flug plötzlich nicht das galt, was auf Flügen für Normalsterbliche in Deutschland gilt: die Pflicht zum Tragen einer Maske.


An Baerbock zieht das Drama vorüber. Auf dem Flug von Berlin nach Rabat, irgendwo über Spanien, empfängt sie zum Hintergrundgespräch in einem holzvertäfelten Raum der Regierungsmaschine "Theodor Heuss". Wir tragen hier natürlich Maske, betont sie zu Beginn und lacht selbst ein bisschen.

Heißt: Einen solchen Fehler wie auf der Scholz-und-Habeck-Reise wird sie ganz sicher nicht machen. Es unterlaufen ihr zurzeit, noch ganz anders als im verunglückten Bundestagswahlkampf als Grünen-Spitzenkandidatin, ohnehin wenig Fehler.


Keine Vereinbarung ohne Verurteilung Russlands

In Marokko unterzeichnet sie eine 59 Punkte umfassende Erklärung, ein Dokument mit wenig Handfestem und vielen allgemeinen Absichtsbekundungen. Im siebten Punkt allerdings wird die "tiefe Besorgnis über die Auswirkungen der russischen Invasion der Ukraine" im Prinzip und deren Folgen für die Ernährungssicherheit in der Welt betont.


Das ist ihr Programm: Baerbock unterzeichnet im Namen Deutschlands kein Dokument, das nicht ausdrücklich Russlands Angriffskrieg verurteilt. Das ist die Grenze, die sie zieht.


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Bei öffentlichen Auftritten wie in Rabat erwähnt sie bei nahezu jeder sich bietenden Gelegenheit die Russland-Problematik. Damit wandelt sie auf einem schmalen Grat. Es könne missionarisch wirken, raunt jemand aus der Delegation, die Baerbock auf dieser Reise begleitet.


Ein schmaler Grat

Und tatsächlich sträubt sich eine Vielzahl an Staaten – etwa in Afrika – dagegen, vereinnahmt zu werden in einem Konflikt, den man weniger als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, sondern als Auseinandersetzung zwischen dem Westen und Russland wahrnimmt.


Baerbocks Antrieb hingegen ist immer noch ein Schockerlebnis von Anfang März. Damals, eine Woche nach Kriegsausbruch, sprach sie vor der Uno-Vollversammlung: Russlands Krieg wurde in New York mit überwältigender Mehrheit verurteilt. Es schlugen sich fünf Schurkenstaaten auf die Seite Russlands, damit hatte sie gerechnet. Nicht aber damit, dass sich ganze 35 Staaten enthalten würden. Und dass etwa ein Land wie Marokko der Sitzung gleich komplett fernblieb.


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"Christian hat nie gekifft. Seine Leidenschaft war Milch"

Das soll nie wieder passieren. Und so bemüht sich Baerbock darum, die Länder, die damals den Krieg nicht verurteilten, in ihr Lager zu holen. Kanzler Scholz sieht dieselbe Notwendigkeit, nur hat er weniger Zeit für diese Aufgabe als Baerbock.


"Putins Krieg?" Baerbock sagt es anders als Scholz

Ob es eine deutsche Außenministerin wirklich schaffen kann, die internationale Koalition gegen Russland bedeutend auszuweiten, ist eine gänzlich offene Frage. Aber Baerbock versucht es immerhin mit vielen Mitteln.


Die andere Aufgabe lautet, die Front in Europa zusammenzuhalten, was immer schwieriger wird. Am Tag nach dem Marokko-Besuch ist Baerbock in Dänemark, zu Gast bei Freunden. Als sie mit ihrem Amtskollegen in Kopenhagen in einem dunklen Raum im Außenministerium vor die Presse tritt, tut sie so, als seien die Grenzkontrollen der Dänen, die die Pendelei behindern, quasi das einzige Problem mit dem Nachbarn. Stimmt so natürlich nicht.


Dänemark würde wegen des Krieges gern keine russischen Touristen mehr ins Land lassen. "Es muss deutlich gemacht werden gegenüber Putin, welche Einstellung wir haben", sagt der Außeminister Jeppe Kofod. Dieser Streit über ein Visaverbot für Russen dominiert auch das Außenministertreffen in Prag in dieser Woche. Die deutsche Bundesregierung vertritt eine andere Haltung als Dänemark.


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Bundeskanzler Scholz hatte dieses Ansinnen, das vor allem mehrere osteuropäische Länder verfolgen, eher brüsk abgebügelt. "Es ist Putins Krieg", sagte er kürzlich bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin und bei anderen Gelegenheiten, nicht der Krieg der Russen. Basta.

Baerbock sieht es gar nicht so anders als der Kanzler. Man dürfe nicht "140 Millionen Russen in Sippenhaft nehmen". Und doch spricht sie anders über das Problem. Unterschiedliche Länder betrachteten das eben aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sagt sie.

Gerade für Nachbarländer, die sich durch Putin bedroht fühlen, ist die Freizügigkeit mitunter schwer zu ertragen. Dieser osteuropäischen Perspektive gab Baerbock Raum. Scholz tat es nicht. Erst seit kurzem betont der Kanzler diesen Umstand ebenfalls.

Natürlich ist und bleibt es der Bundeskanzler, der die Richtlinien der Politik bestimmt, doch in der Kommunikation kann es eben auch einmal anders herum laufen.


Jetzt kommt China

Es bleibt eine heikle Konstellation zwischen Baerbock und Scholz bestehen. Mehr als ihre Schlagworte einer wertebasierten Außenpolitik oder feministischen Außenpolitik sind es ihre Russland-Politik und Russland-Rhetorik, die Baerbocks Amtszeit bislang definieren.

Anfangs sorgte das für Reibereien und Misstöne zwischen ihr und der SPD, die sich lange über eine andere Haltung gegenüber Moskau definiert hatte. Da lästerten die Genossen über eine Außenministerin, die zwar öffentlichkeitswirksam Putin angreife, sich aber vor schwierigen Gesprächen drücke. Das hört man jetzt kaum noch in Berlin.

Hitzig könnte es dann allerdings bei der kommenden Auseinandersetzung über die neue deutsche China-Politik zugehen. Baerbock vertritt hier die klare Haltung, dass Deutschland klarere Grenzen ziehen müsse. Ihre Russland-Rhetorik überträgt sie bisweilen auch auf China und die Taiwan-Krise, was man in Peking gar nicht gern hört.

Die Grüne hat sich zur Amtsübernahme auch die Verantwortung für eine nationale Sicherheitsstrategie ausbedungen, die gerade erarbeitet wird und einen Kompass für Deutschlands Politik in der Welt darstellen soll. Hier beginnt nun hinter den Kulissen eine Auseinandersetzung mit dem Verteidigungsministerium und natürlich dem Kanzleramt.


Dabei dürften die Konflikte mit Olaf Scholz und seinen SPD-Ministern noch deutlich zutage treten. Doch Annalena Baerbock, das ist zumindest der Eindruck aus ihrer Russland-Politik, ist für solch eine Auseinandersetzung gerüstet.


Mehr aus dem Ressort

Eine Demonstration polnischer Nationalisten in Warschau (Archivbild): Die antideutsche Stimmung wurde im Nachbarland zuletzt häufiger geschürt.
urn:newsml:dpa.com:20090101:220829-911-007843
Kompressorstation Portowaja (Archivbild): Hier soll es zu einem Ölaustritt gekommen sein – laut Gazprom der Grund für den Gasstopp.


Info: ttps://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/aussenpolitik/id_100046076/annalena-baerbock-und-russland-sie-macht-ihr-ding.html

03.09.2022

Rubikon-Newsletter der Kalenderwoche 36/2022

Rubikon ist das Magazin für die kritische Masse. Wir berichten über das, was in den Massenmedien nicht zu finden ist. Anbei übersenden wir Ihnen die Übersicht unserer Artikel der letzten 7 Tage.


Inhaltsverzeichnis


   1. Jürgen Fliege: Die Angst der Pfarrer

   2. Rubikons Weltredaktion: Die globale Informationskontrolle

   3. Marco P. Schott: Die Gedankenmatrix expandiert

   4. Ronny Ebel: Schlechte Zeichen

   5. Nicolas Riedl: Der Sog des Krieges

   6. Gönül Freyseel: Ein deutscher Herbst

   7. Willy Wimmer: Die wirkliche Zeitenwende

   8. Christian Kreiß: Die Rückkehr des Diskurses

   9. Rubikons Weltredaktion: Die Impfzwang-Entschädigung

  10. Aaron Richter: Minister in aller Munde

  11. Ralf Rosmiarek: Endlos spannende Zeiten

  12. Ulrike Kirchhoff: Das Geschenk der Schönheit

  13. Daniel Sandmann, Susanne Kappeler: Der totalitäre Stoßtrupp

  14. Charlotte Kirchhof: Die andere Perspektive

  15. Pepe Escobar: Das eurasische Puzzlespiel

  16. Jochen Kirchhoff: Das bewusste Universum

  17. Dieter Duhm: Der Horizont des Möglichen

  18. Markus Gelau: Mächtige Mitwisser

  19. Eric Angerer: Sex und Transhumanismus

  20. Roberto J. De Lapuente: Werdet Unterlassungshelden!

  21. Willy Meyer: Haltung statt Bildung

  22. Felix Feistel: Wer schwurbelt, hat Mut

  23. Gerald Ehegartner: Vergebung oder Vergeltung

  24. Eric Angerer: Sex und Transhumanismus

  25. Nicolas Riedl: Die wahren Delegitimierer

  26. Nadine Rebel: Die Würde der Waschlappen

  27. Werner Köhne: Der Wunsch nach Unendlichkeit

  28. Jochen Förster: Die Ernsthaftigkeitsfalle

[Bild: Die Angst der Pfarrer ]



Die Angst der Pfarrer


Statt Haltsuchenden die Furcht zu nehmen, verbreiten die kirchlichen Gottesdiener das Virus der Angst.


am Samstag, 03. September 2022, 15:59 Uhr von Jürgen Fliege


Das Rückgrat unter dem Pfarrer-Talar ist meist nicht stark. Das haben insbesondere die letzten zwei Jahre gezeigt. Angst regiert in den Pfarrern und wird durch sie zu den Menschen getragen. Stehen Pfarrer eigentlich nicht im Dienst, den Menschen die Furcht zu nehmen, insbesondere die Furcht vor dem Tod? Doch nichts dergleichen lässt sich, bis auf wenige Ausnahmen, feststellen. Dieses Problem wurzelt tief im System der Kirche. Dort herrscht eine straffe Hierarchie, der sich alle Pfarrer unterzuordnen haben. So wird klamm an den Bibelseiten festgehalten, aus ihnen nur vorgelesen, statt frei von Herzen über Glauben und die Beziehung zu Gott zu sprechen. Es ist ein bloßes Bezeugen von etwas Höherem, statt dieses Höhere hier auf Erden mit Leben zu füllen.


Zum Artikel https://www.rubikon.news/artikel/die-angst-der-pfarrer



Die globale Informationskontrolle


Die „Trusted News Initiative“ ist ein neuer, zentraler Knotenpunkt im Geflecht des internationalen Meinungsmanagements.


am Samstag, 03. September 2022, 15:58 Uhr von Rubikons Weltredaktion


Die Trusted News Initiative (TNI) wurde im Juli 2019 von der BBC gegründet. TNI behauptet zwar, Demokratie und Freiheit zu fördern, doch ihr Daseinszweck ist die globale Informationskontrolle. Zu den Partnern der Initiative gehören globale Medien wie The Washington Post, Reuters, The Associated Press, AFP, die Financial Times und die Europäische Rundfunkunion (EBU) sowie Big-Tech-Partner wie Google, Facebook, Twitter, YouTube und Microsoft. TNI wurde nur wenige Wochen nach einem Bericht des Reuters-Instituts gegründet, aus dem hervorging, dass das Vertrauen in die US-Medien auf einen historischen Tiefstand von nur 29 Prozent gesunken war — der niedrigste Wert unter den 46 einbezogenen Ländern. Offensichtlich informierten sich die Menschen woanders über die Fakten, und das alles führte wahrscheinlich zur Gründung von TNI. Da die großen Sender und Zeitungen keine Kontrolle über die alternativen Medien haben, suchten sie nach einem umfassenden Weg, um sie alle auszuschalten.


Zum Artikel https://www.rubikon.news/artikel/die-globale-informationskontrolle



Die Gedankenmatrix expandiert


Die Finanzelite versucht alles, um Herrin über unsere Gedanken zu werden — mit Metaverse rückt uns die Gedankenmatrix immer näher.


am Samstag, 03. September 2022, 15:00 Uhr von Marco P. Schott


Dass die herrschenden Gedanken immer die Gedanken der herrschenden Klasse sind, wusste bereits Marx. In immer intensiverer Form zeigt sich dies im digitalen Zeitalter. Der den Gedankenraum umzingelnde Zaun bekommt immer mehr Latten, sodass die Lücken dazwischen immer schmaler werden. Inhalte, die von der herrschenden Meinung abweichen, sollen gar nicht mehr zu den Menschen vordringen. Exemplarisch zeigt sich das im World Wide Web. Die vormalige Grenzenlosigkeit des dort archivierten Wissens weicht einer immer stärkeren Selektion durch die Algorithmen der Suchmaschinen. Der Suchende erhält nur noch eine streng sortierte Vorauswahl, die ihn — wie ein Schäferhund — in das enge Gedankengehege hineintreibt. Als besonders bedrohlich stellt sich die Sache dar, wenn sich die Gedankenmatrix nicht mehr auf die Außenwelt beschränkt, sondern der Schnittstelle unserer Sinneswahrnehmung immer näher rückt. Mit Mark Zuckerbergs Metaverse und der Virtual Reality braut sich am Horizont eine Bedrohung zusammen. Die Matrix könnte direkten Zugriff auf unsere Sinnesorgane nehmen, sodass jedes Entkommen verunmöglicht wird.


Zum Artikel https://www.rubikon.news/artikel/die-gedankenmatrix-expandiert



Schlechte Zeichen


Ab Herbst werden Menschen wieder markiert, und es regt sich — endlich — vermehrt Widerstand.


am Samstag, 03. September 2022, 14:00 Uhr von Ronny Ebel


Ab Oktober könnten Aufkleber und die Corona-Warn-App ihr Comeback feiern. Bestimmte Farben geben dem Bürger dann bestimmte Rechte. Oder ihm werden diese Rechte verweigert. Die Empörung darüber wächst, doch selbst wenn es diese Markierungen, aus welchen Gründen auch immer, doch nicht geben wird, stellt sich folgende Frage: Wieso bringt diese Idee erst jetzt relativ viele Menschen auf, obwohl wir das alles doch bereits hatten? Der Autor diskutiert drei mögliche Erklärungen.


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Der Sog des Krieges


Rapper Prinz Pi führt uns mit „Drei Kreuze für Deutschland“ vor Augen, wie der Krieg auch abseits der Gefechte seinen Blutzoll fordert.


am Samstag, 03. September 2022, 13:00 Uhr von Nicolas Riedl


Kriege sind ein Moloch, der auch jenseits der Kampfhandlungen Menschenleben verschlingt. Der Track „Drei Kreuze für Deutschland“, veröffentlicht von Prinz Pi im Jahr 2011, veranschaulicht, wie der Sensenmann auch außerhalb der Schlachtfelder seinen Tribut fordert. Es ist ein sogenannter „Story-Telling-Track“, in welchem Pi vom Schicksal einer vierköpfigen Soldatenfamilie erzählt. Der Vater ist ein Kapitän bei der Marine, die Mutter eine Zivilistin, die beide Söhne sind zurückgekehrte Soldaten aus dem illegalen Afghanistan-Kriegseinsatz. Mit jeder Strophe verstirbt ein weiteres Familienmitglied. Der Vater geht nachts über Bord des Kriegsschiffes, der ältere Sohn begeht aufgrund seiner posttraumatischen Belastungsstörung Selbstmord, und der Jüngste lässt sich im sicheren Innendienst stationieren, wird dann aber in der Heimat von Neonazis ermordet. Am Ende ist nur noch die Mutter am Leben, der von ihrer Familie nichts weiter übrig bleibt als drei Kreuze, die ihr die Armee für ihre verlorenen Männer verlieh. Ein Text zu der Aktion #Friedensnoten.


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Ein deutscher Herbst


Die kommende dunkle Jahreszeit droht hierzulande zu einem denkwürdigen, wenn nicht gar historischen Ereignis zu werden — eine Retrospektive aus der Zukunft.


am Samstag, 03. September 2022, 12:00 Uhr von Gönül Freyseel


Der „heiße Herbst“ ist in aller Munde. Allerlei Mutmaßungen, Prophezeiungen, Prognosen und Ängste wabern durch den Äther. Zwischen unerschütterlicher Zuversicht und allen Schattierungen der Angst schwanken die Menschen im Angesicht der bevorstehenden Zeit. Es ist Anfang September, und allmählich kehren die Dissidenten der Gegenwart — deren Anzahl sich inzwischen beträchtlich vermehrt hat — aus ihrer „Sommerpause“ zurück. Das „Bitte nicht stören!“-Schild wird wieder in der Truhe der Unbeschwertheit verstaut, und man gilt nicht mehr als Spielverderber und Pessimist, wenn man daran erinnert, dass die gegnerische Agenda nie pausiert. Auf allen Seiten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, und es ist zu spüren, dass wir uns auf einen entscheidenden Moment oder vielleicht sogar den Kulminationspunkt dieses so unglaublichen Zeitgeschehens zubewegen. Der folgende Text — aus einer zukünftigen Perspektive geschrieben — möchte eine der unzähligen Möglichkeiten aufzeigen, die der kommenden Zeit innewohnen. Gleichzeitig will er daran erinnern, dass kein noch so großspuriges Machtgebaren etwas daran ändern kann, dass nach wie vor WIR in nicht zu unterschätzendem Maße darüber entscheiden, welche dieser Möglichkeiten wir als Kollektiv tatsächlich erfahren werden. Wir können davon ausgehen, dass wir genug Rückenwind haben. Glückauf!


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Die wirkliche Zeitenwende


Der verstorbene Michail Gorbatschow und westliche Politiker seiner Generation machten den heutigen Staatenlenkern vor, wie Entspannungspolitik funktionieren kann.


am Freitag, 02. September 2022, 17:00 Uhr von Willy Wimmer


Keine Frage: Der Tod Michail Gorbatschows hat in vielen von uns nostalgische Gefühle ausgelöst. Warum schafften es Politiker wie Gorbatschow, Willy Brandt, Helmut Kohl und selbst Ronald Reagan, die Welt durch Entspannungspolitik in eine Epoche zu führen, in der die Angst vor einem Krieg lange Zeit zurückgedrängt werden konnte? Und warum bewirken die heute aktiven Politiker das genaue Gegenteil: eine offenbar nachhaltige Verdunkelung des politischen Horizonts? Es greift zu kurz, wenn der Westen jetzt Gorbatschow gegen Putin auszuspielen versucht. Auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs waren damals Werte wie Verständigung, Kompromiss, waren der Abbau von Feindbildern und die ernst gemeinte Frage nach den Interessen und Ängsten der jeweils anderen Seite keine Fremdworte. So war Wandel durch Annäherung möglich. Wollen wir die dunkle Periode überwinden und ein „gemeinsames Haus Europa“ schaffen, müssen wir die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Gedenken an Gorbatschow ziehen. Willy Wimmer, ehemaliger aktiver CDU-Politiker und Mitglied des Bundestags, analysiert die Lage auf der Basis seiner reichhaltigen Lebenserfahrung.


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Die Rückkehr des Diskurses


In den etablierten Medien Großbritanniens wird mittlerweile offen über die Schäden infolge der Corona-Restriktionen berichtet.


am Freitag, 02. September 2022, 16:00 Uhr von Christian Kreiß


Der Debattenraum in Großbritannien dehnt sich wieder. Was in den Leitmedien bis vor Kurzem niemand zu drucken oder zu senden gewagt hätte, wird nun offen besprochen: Schäden durch die Lockdown-Politik, Übersterblichkeit ohne einen Zusammenhang mit Corona sowie die gigantischen Fehlprognosen der COVID-Mahner. Besonders hervorstechend ist hierbei der Mathematiker Neil Ferguson vom Imperial-College. Obwohl dieser sich in der Vergangenheit mehrmals durch astronomische Fehlprognosen hervortat, war sein „Report 9“ weltweit wegweisend für die Corona-Maßnahmen, während seriöse Wissenschaftler diskreditiert wurden. Auch dieser Umstand wird mittlerweile in britischen Leitmedien angeklagt.


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Die Impfzwang-Entschädigung


Beschäftigte im Gesundheitswesen, die dem Impfstoffmandat unterworfen sind, erhalten große Entschädigungssummen.


am Freitag, 02. September 2022, 15:00 Uhr von Rubikons Weltredaktion


In den USA soll eine Gruppe von fast 500 Beschäftigten des Gesundheitswesens im Rahmen eines erstmaligen Rechtsvergleichs gegen das COVID-19-Impfmandat ihres Krankenhauses eine Auszahlung von 10 Millionen Dollar erhalten. Die Koalition der Beschäftigten des NorthShore University HealthSystem in Illinois reichte ihre Klage im Oktober 2021 ein und behauptete, die Gesundheitseinrichtung weigere sich rechtswidrig, religiöse Ausnahmen von der Impfpflicht zu gewähren. Die am 29. Juli 2022 vom nördlichen Bezirksgericht des Bundesstaates getroffene Vergleichsvereinbarung bedeutet, dass 473 derzeitige und ehemalige Beschäftigte des Gesundheitswesens bald eine Entschädigung erhalten werden.


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Minister in aller Munde


Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, empfiehlt Gesundheitsminister Lauterbach, mit Mundspülungen statt Speiseöl zu kochen.


am Freitag, 02. September 2022, 14:00 Uhr von Aaron Richter


Nach seinem gut gemeinten Ratschlag im April 2020, Masken der Marke Eigenbau aus Staubsaugerbeuteln zu basteln (1), ebenso wie seiner Empfehlung ein Jahr darauf, einer COVID-Erkrankung mit Asthmaspray vorzubeugen (1), wartet Karl Lauterbach — mittlerweile Gesundheitsminister — erneut mit praktischen Haushaltstipps auf. Auf der Bundeszitronenpressekonferenz am vergangenen Freitag empfahl er, zukünftig Mundwasser statt Speiseöl zum Anbraten zu nutzen. Dies erhöhe die Schutzwirkung gegen SARS-CoV-2 und sei zugleich ein „Vergeltungsschlag gegen Putin“, der im April dieses Jahres den Export von Sonnenblumenöl eingestellt hatte (2). Zudem mahnte Lauterbach, es gebe keine Garantie dafür, dass alle Deutschen von Oktober bis Ostern Masken tragen würden, selbst wenn die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, welche dies vorsieht (3), verabschiedet wird. Alltagsmundspülungen seien demnach eine kostengünstige Präventionsmaßnahme. Lauterbach appellierte erneut an die gesellschaftliche Solidarität gegen Ungeimpfte und Leugner gesundheitsfördernder Maßnahmen.


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Endlos spannende Zeiten


Die Abnormalität unserer Zeit beginnt sich zu normalisieren — schon stehen nach Corona neue selbstgemachte Krisen in den Startlöchern.


am Freitag, 02. September 2022, 13:00 Uhr von Ralf Rosmiarek


Wir stehen gesellschaftlich unter Spannung. Und das bereits seit über zwei Jahren. Ein Spannungsabfall ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil! Ganz viele alte und neue Drohkulissen werden in der Sommerpause des Polittheaters auf die gesellschaftliche Bühne geschoben. Die gesellschaftliche Drangsalierungshorrorshow wird ab Herbst weitergehen und immer bizarrere Blüten treiben. Die letzten Reste an Rationalismus werden aus dem Diskurs getilgt, so davon nach zwei Jahren neuer Normalität überhaupt noch irgendetwas übrig geblieben ist. Dem kann nur entgegengewirkt werden, wenn wir wieder beginnen, einen kritischen Rationalismus zu kultivieren.


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Das Geschenk der Schönheit


Im Sommer zeigt die Natur, was in ihr steckt — wenn wir uns liebevoll auf sie einlassen, widerstehen wir der Dominanz des Seelenlosen in unserer Kultur.


am Freitag, 02. September 2022, 12:00 Uhr von Ulrike Kirchhoff


Kletterrosen, Kosmeen, Sonnenblumen im Spätsommerlicht. Dazwischen, taumelnd, orange-braun ein Distelfalter, der sich mal hier, mal dort niederlässt. Eine erfüllte und die Seele erfüllende Schönheit, die zugleich den nahenden Verfall ahnen lässt ... Ist es angesichts der politischen Erschütterungen dieser Zeit überhaupt relevant, ist es legitim, diese Dinge zu bemerken? Inmitten einer Bewegung, die die Autorin zu Recht „Feldzug gegen die Natur“ nennt, zählt es sehr wohl, ob wir noch in der Lage sind, in die magische Atmosphäre eines Gartens einzutauchen, eine Blume zu hegen oder auch nur achtsam-liebevoll wahrzunehmen. Wir fühlen dann, selbst wenn uns die Worte dazu fehlen, dass wir nicht die Maschinenmenschen sind, die ein verkehrter Zeitgeist aus uns machen will. Vielmehr lebendige Wesen, eingebunden in ein bewusstes, beseeltes Natur-Umfeld. Der Sommer zeigt uns noch einmal die ganze Pracht seiner Farben- und Formenvielfalt. Nehmen wir dieses Geschenk an und schenken wir unsere Freude, unsere Sympathie zurück! Sie trifft bei den Wesen, die uns umgeben, nicht auf „taube Ohren“. Dies hilft uns, gesund zu bleiben und uns gegen den grassierenden, lebensfeindlichen Wahn zu immunisieren. Die Autorin würdigt die sommerliche Vegetation nicht nur mit wohlgesetzten Worten, sondern auch mit einer Fotostrecke, die den Zauber erahnen lässt.


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Der totalitäre Stoßtrupp


Die aggressive Frontstellung des Genderismus gegenüber dem Feminismus hat mit dem großen Umgestaltungsprojekt der Eliten zu tun. Teil 1/2.


am Donnerstag, 01. September 2022, 17:00 Uhr von Daniel Sandmann, Susanne Kappeler


Das Verhältnis von Feminismus und Genderismus ist in alternativen Medien wenig beleuchtet worden. Ein Verständnis dafür wäre aber bedeutsam, weil die Gender-Ideologie eine der offensichtlichsten Schlagbewegungen des „New Normal“ ist. Mit ihm werden fundamentale Verankerungen, die in einer feudalkapitalistischen Welt und ihrem digitalen Totalitarismus stören, beseitigt. Susanne Kappeler und Daniel Sandmann ziehen die Linien in ihrem Gespräch bis zu den Parallelen von Genderismus und Coronanarrativ, beides Manifestationen der westlichen Machbarkeitsideologie, gegen die sich der Feminismus im 20. Jahrhundert gestellt hat.


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Die andere Perspektive


Der Alltag in Kenia unterscheidet sich drastisch von unserem — das gilt auch für den Umgang mit dem Coronavirus.


am Donnerstag, 01. September 2022, 16:00 Uhr von Charlotte Kirchhof


Das Leben in Kenia ist den meisten Deutschen gänzlich fremd. Das Land ist aus unserer Perspektive weit entfernt, es zählt nicht zum „Wertewesten“. Hierzulande ist Kenia allenfalls in den Schlagzeilen, wenn es um Experimente rund um ein bedingungsloses Grundeinkommen geht. Doch wie läuft der Alltag einer achtköpfigen kenianischen Familie ab, die zwischen Slums und Villengegend lebt? Wie haben die Kenianer die „Pandemie“ wahrgenommen und wie gehen sie mit Corona um? Die Autorin berichtet von ihrer Freiwilligenarbeit in Mombasa, der zweitgrößten Stadt Kenias.


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Das eurasische Puzzlespiel


Die ehrgeizigen Verkehrsprojekte Chinas und Russlands haben westliche Widerstände überwunden und dringen nun tief in das asiatische Kernland vor.


am Donnerstag, 01. September 2022, 15:00 Uhr von Pepe Escobar


Die Vernetzung Zentralasiens ist eine taoistische Gleichgewichtsübung: Stück für Stück werden deren Komponenten geduldig zu einem gigantischen Puzzle zusammengefügt. Das erfordert Zeit, Geschick, Weitblick und natürlich große Durchbrüche. Ein wichtiges Puzzleteil wurde kürzlich in Usbekistan ergänzt, wodurch die Verbindungen zwischen der Gürtel- und Straßeninitiative (BRI) und dem Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC) gestärkt wurden. Der Westen versucht wichtige Knotenpunkte des großen neuen Netzwerks wie Afghanistan und jetzt die Ukraine fortwährend zu destabilisieren — mit immer weniger Erfolg.


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Das bewusste Universum


Giordano Brunos Philosophie ist ein bis heute inspirierender Gegenentwurf zum materialistischen Weltbild. Exklusivabdruck aus „KoSMoS“.


am Donnerstag, 01. September 2022, 14:00 Uhr von Jochen Kirchhoff


Was wissen wir über Giordano Bruno? Häufig nur, dass er Opfer eines brutalen Justizmordes durch die katholische Kirche geworden ist. Aber wodurch hatte er sich den Unmut der Kirche zugezogen? Tatsächlich ging es nicht darum, dass Bruno den Glaubenshütern zu wissenschaftlich-rational argumentiert hätte — vielmehr haben wir es mit einem Konflikt zweier nur schwer miteinander vereinbarer spiritueller Konzepte zu tun. Giordano Bruno ging von einem durchweg belebten, mit Bewusstsein erfüllten Universum und der Existenz von unzähligen bewohnten Planeten aus. Dieses Panorama würde das für die Kirche zentrale Erlösungswerk des Jesus von Nazareth in seiner Bedeutung sehr stark relativieren. Zudem übte Bruno eine sehr scharfe Kritik an Jesus, was in seinem Jahrhundert skandalös wirken musste. Wir Heutigen spüren aber vor allem, wie die Vorstellung eines toten Kosmos mit der Erde als einziger Lebensoase zur Grundlage wurde für eine verhängnisvolle Entwicklung des Zeitgeists — gipfelnd in einem schroffen Materialismus, der zugleich ein Angriff auf die Würde des Menschen als einem beseelten, gottgewollten Wesen darstellt. Die Besinnung auf die Ideen Brunos kann also gerade auch für Menschen der Gegenwart eine geistige „Immunstimulanz“ mit Blick auf transhumanische Angriffe bieten. Exklusivabdruck aus „KoSMoS“.


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Der Horizont des Möglichen


Nicht die Materie, sondern Bewusstsein ist der Stoff, aus dem wir unsere Zukunft machen — nutzen wir diese Erkenntnis endlich für das Positive statt für das Destruktive!


am Donnerstag, 01. September 2022, 13:00 Uhr von Dieter Duhm


Ein Blick in die Natur zeigt uns die unendlichen Möglichkeiten der Schöpfung. Es gibt keine festgelegte Realität. Es gibt kein endgültiges Naturgesetz, das den Menschen Grenzen setzt, sondern nur die Grenzen, die wir uns selber setzen. Ein Beispiel dafür liefern Abenteurer und Extremsportler wie Alexander von Humboldt oder Reinhold Messner. Menschen wie sie zeigen: Es ist möglich! Das heißt auch, dass wir diesen geschundenen Planeten in ein großes Paradies verwandeln können.


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Mächtige Mitwisser


Die organisierte Kriminalität unter den „Volksvertretern“ gefährdet unsere Demokratie.


am Mittwoch, 31. August 2022, 17:00 Uhr von Markus Gelau


Seit genau 20 Jahren weiß die Bundesregierung vom CumEx-Betrug. Und genauso lange wird dieses Verbrechen an den europäischen Steuerzahlern zuverlässig immer nur dann an die Oberfläche gespült, wenn es der Agenda nützt. Die dunklen Verwicklungen des Kanzlerkandidaten Olaf Scholz haben 2021 offenbar niemanden interessiert. Dass seine Vergangenheit in Form des CumEx-Damoklesschwertes ihn ausgerechnet jetzt — zumindest vordergründig — einholt, erinnert ein wenig an gängige Schemata der Vergangenheit. Das eine oder andere Skandälchen in der Schublade diverser Interessengruppen sorgt eben schon immer zuverlässig dafür, den eigenen Kandidaten auf Kurs zu halten. Denn Fakt ist: Das Ausmaß an selbstzerstörerischer Narretei, in welche sich dieses Land gerade unter Olaf Scholz, unter aktiver Mitwirkung schlafwandelnder und von US-Thinktanks geformten Grünen, begibt, ist auch politisch eher Uninteressierten nur noch schwer zu vermitteln. Naiv zu glauben, dass dieser Fakt einem Olaf Scholz, der aus gutem Grund zunehmend öffentliche Auftritte vermeiden wird, verborgen bliebe. Cui bono? Wer also sind die Interessengruppen, die die deutsche Regierung unter Scholz in ihrem mittlerweile kafkaesken Handeln antreiben? Der Mittelstand, die deutsche Industrie, das Handwerk oder gar die Bürger sind es offenbar nicht.


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Sex und Transhumanismus


Sexualität hat sich immer mit der jeweiligen Klassengesellschaft verändert und wird aktuell zunehmend dem transhumanistischen Projekt der globalistischen Netzwerke angepasst. Teil 2/2.


am Mittwoch, 31. August 2022, 16:00 Uhr von Eric Angerer


Neutral oder autonom war Sexualität nie. In Sklavenhaltergesellschaften sah sie anders aus als im Feudalismus. Im Kapitalismus wurde sie stets der Entwicklung angepasst und in den letzten Jahrzehnten immer mehr kommerzialisiert und marktgerecht zugerichtet. Gegenwärtig erfährt die sexuelle Ökonomie eine Adaption in Richtung Transhumanismus — durch weitere Digitalisierung und Cybersex, durch Surrogate für Emotionen und Triebabfuhr, durch künstliche Intelligenz, durch die tendenzielle Trennung von Reproduktion und Sexualität, passend begleitet von der Transgender-Ideologie.


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Werdet Unterlassungshelden!


Zu Pandemiebeginn erntete Ruhm, wer zu Hause blieb und nichts tat — auch heute können wir wieder zu Helden werden: indem wir nicht tun, was sich die Politik für uns ausgedacht hat.


am Mittwoch, 31. August 2022, 15:00 Uhr von Roberto J. De Lapuente


Sich aufs Sofa fläzen, Netflix an, Chipstüte aufgerissen und dem Lieferanten, der die astrein vegane Bowl an die Haustür befördert hat, einen Euro Trinkgeld unter die Fußmatte legen: So einfach war es vor zwei Jahren, ein Held zu sein. Politiker, Medien und lästige Zeitgenossen wurden seinerzeit nicht müde, das Heldische in uns zu beschwören. Man müsse ja nicht mal was dafür tun, einfach nur etwas unterlassen — und schon war man ein Superman. Unterlassen, irgendwo hinzugehen nämlich, unterlassen, etwas zu unternehmen, jemanden zu treffen. Etwas nicht zu tun: Das könnte auch der heroische Slogan für den Herbst werden. Wieder mal ist es ganz einfach, ein richtiger Held zu werden. Man muss nur Dinge nicht tun: sich nicht testen lassen, keine Maske tragen und das, was sich Gesundheitsminister und Innenminister in trauter Zweisamkeit ausgedacht haben, um die Pandemie in eine Verlängerung gehen zu lassen, einfach nicht ausführen.


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Haltung statt Bildung


Unter dem Deckmantel der Courage gegen Diskriminierung und Rassismus werden junge Menschen an unseren Schulen ideologisch indoktriniert.


am Mittwoch, 31. August 2022, 14:00 Uhr von Willy Meyer


Im Windschatten der massiven Einschränkungen an Deutschlands Schulen durch die bildungsbehördlich angeordneten sogenannten Coronamaßnahmen setzt sich ein Trend fort, der dabei ist, die gesamte Bildungslandschaft auf den Kopf zu stellen. Schule vermittelt zunehmend weniger Bildung; stattdessen fördert sie gesellschaftlich genehme Haltungen in der Schülerschaft. Heranwachsende lernen nicht mehr, eigenständig zu denken, vielmehr das Richtige zu denken — und das bedeutet immer: was die Eliten und Zeitgeist-Designer vorgeben.


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Wer schwurbelt, hat Mut


Verordnete Denkräume zu verlassen und über den eigenen Tellerrand zu blicken, sollte Prinzip einer demokratischen Gesellschaft sein.


am Mittwoch, 31. August 2022, 13:00 Uhr von Felix Feistel


Nicht erst seit Beginn der Corona-Erzählung werden Menschen, die über Regierungserklärungen oder Dogmen nachdenken und nicht der herrschenden Linie entsprechen, diffamiert. „Verschwörungstheoretiker“ gab es auch früher schon, sie wurden ganz allgemein als Spinner oder Sonderlinge betrachtet. Seit 2020 werden Menschen, die das öffentlich ausgegebene Narrativ hinterfragen, zusätzlich als „Schwurbler“ beschimpft. Dies jedoch ist nur eine andere Bezeichnung für Menschen, die es wagen, erlaubte Denkräume zu verlassen und sich unabhängig eine Meinung zu bilden. So bezeichnet zu werden, ist also keine Schande, sondern eher ein Adelsprädikat, das von Mut und Unabhängigkeit im Geiste kündet.


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Vergebung oder Vergeltung


Bei unserer Bewertung von Unrecht sollten wir zwischen dem „Sünder“ und der „Sünde“ differenzieren.


am Mittwoch, 31. August 2022, 12:00 Uhr von Gerald Ehegartner


Es war ein langer und erfolgreicher zivilisatorischer Prozess, bis es uns als Menschheit gelang, von der Sippenhaftung über „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zur Vergebung durchzudringen. Die „Unschuldsvermutung“ als Grundprinzip eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens baut seit Jahrhunderten auf dem Gedanken der Vergebung auf. Der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt durchaus als im positiven Sinn wesentliches Erbe des christlichen Glaubens. Sollen wir, die viele der Maßnahmen als ungerechtfertigt und völlig überschießend bewerten, diese Errungenschaft nun über Bord werfen und die Verurteilung der Verantwortlichen einfordern? Gleich vorweg: Ja, ich bin dafür, die ausführenden Personen zur Verantwortung zu ziehen, jedoch im Geiste der Verzeihung.


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Sex und Transhumanismus


Sexualität hat sich immer mit der jeweiligen Klassengesellschaft verändert und wird aktuell zunehmend dem transhumanistischen Projekt der globalistischen Netzwerke angepasst. Teil 1/2.


am Dienstag, 30. August 2022, 17:00 Uhr von Eric Angerer


Neutral oder autonom war Sexualität nie. In Sklavenhaltergesellschaften sah sie anders aus als im Feudalismus. Im Kapitalismus wurde sie stets der Entwicklung angepasst und in den letzten Jahrzehnten immer mehr kommerzialisiert und marktgerecht zugerichtet. Gegenwärtig erfährt die sexuelle Ökonomie eine Adaption in Richtung Transhumanismus — durch weitere Digitalisierung und Cybersex, durch Surrogate für Emotionen und Triebabfuhr, durch künstliche Intelligenz, durch die tendenzielle Trennung von Reproduktion und Sexualität, passend begleitet durch die Transgender-Ideologie.


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Die wahren Delegitimierer


Menschen, die sich für die Grundrechte einsetzten, wird „Delegitimierung des Staates“ vorgeworfen — nicht dagegen marktradikalen Privatisierern.


am Dienstag, 30. August 2022, 16:00 Uhr von Nicolas Riedl


Nichts und niemand aus der Bevölkerung könnte den Staat so gründlich delegitimieren, wie dieser es gerade selbst tut. Dennoch dachte sich der Verfassungsschutz die neue Kategorie der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ aus. Ein Begriff, so dehnbar wie Pizzateig, kann natürlich auf alles und jeden angewendet werden. Besonders bizarr mutet es an, wenn ein wie auch immer gearteter Wille zur Delegitimierung des Staates jenen angedichtet wird, die unter Berufung auf das Grundgesetz für die Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit und funktionierenden Institutionen eintreten. Was bei dieser Phantom-Debatte vollkommen in Vergessenheit gerät, sind jene Akteure, die mit Fug und Recht als „Staatsdelegitimierer“ bezeichnet werden können: die Marktradikalen. Genau jene also, die jahrzehntelang nach weniger Staat, einem schlankeren Staat, Deregulierung und Privatisierung schrien, mussten sich diesen Vorwurf nie gefallen lassen.


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Die Würde der Waschlappen


Indem die Politik sich nun gezwungen sieht, kommenden Herbst in die intimste Sphäre der Menschen vorzudringen, hat sie ihre absolute Bankrotterklärung abgegeben.


am Dienstag, 30. August 2022, 15:00 Uhr von Nadine Rebel


Ein Waschlappen. Ein Waschhandschuh. Ein Utensil, welches man zur Körperhygiene benutzen kann. Der Begriff Waschlappen wird allerdings auch gerne als Schimpfwort für einen Menschen gebraucht, der sozial oder moralisch wenig standhaft ist. Die gleichen Menschen, die uns noch vor ein paar Monaten dazu aufforderten, die Hände mindestens 30 Sekunden und circa 20-mal täglich unter fließendem warmen Wasser zu reinigen, und die dazu aufforderten, Türen und Fenster am besten permanent geöffnet zu lassen, sind sich nun nicht zu schade, zweifelhafte Tipps zur Privatsache der persönlichen Körperhygiene zu geben und geöffnete Ladentüren am besten ganz zu verbieten. Waschlappen eben.


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Der Wunsch nach Unendlichkeit


Spätestens seit Corona wird Leben nur noch als die Abwesenheit des Todes verstanden — mit fatalen Folgen für unsere Lebendigkeit. Teil 3/3.


am Dienstag, 30. August 2022, 14:00 Uhr von Werner Köhne


Die Endlichkeit unendlich ausdehnen zu wollen, ist paradox. Doch liegt dieses Streben allen biopolitischen Handlungen im Zusammenhang mit Corona zugrunde. Man klammert sich an das Leben fest, an dessen bloßes Fortbestehen, ohne zu fragen, wie lebendig eine solche Daseinsform überhaupt noch ist. Der Tod, mittlerweile nur noch verstanden als die Abwesenheit von Leben, wird gewaltsam hinausgezögert, anstatt ihn als einen natürlichen, notwendigerweise begrenzenden Taktgeber unseres irdischen Daseins zu verstehen. Die Gegenwart steckt so im Morast einer lähmenden Zeit fest, in welcher sich gegenstandslose Ereignisse überschlagen, aber am Ende doch kein Weiterkommen zu verzeichnen ist.


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Die Ernsthaftigkeitsfalle


Die jüngsten Grundrechtsdemonstrationen wirkten auf viele Beobachter „zu heiter“ — zu Unrecht, es wird Zeit, die Lebensfreude ernst zu nehmen.


am Dienstag, 30. August 2022, 13:00 Uhr von Jochen Förster


Im Rahmen der „Woche der Demokratie“ fanden in Berlin am 30. Juli und am 1. August 2022 zwei große Demonstrationen statt, die von den Mehrheitsmeinungsmachern weitestgehend ignoriert wurden. Damit beschränkte sich deren Außenwirkung auf die lokale Präsenz, wo sie in Wohn- und ebenso in Einkaufsstraßen durchaus Beachtung fanden. Auch als Jubiläumsveranstaltung der großen Augustdemonstrationen des Jahres 2020 gedacht, blieben sie bezüglich der Teilnehmerzahl weit hinter diesen zurück, was Teile der Demokratiebewegung scharf kritisierten. Diese übersehen dabei die historische Größe des Kampfes und dass das Gefühl der Machtlosigkeit durch fortgesetzte Entrechtung über die letzten zweieinhalb Jahre auch zu Ermüdungserscheinungen geführt hat. Dagegen war in Berlin eine Freude zu spüren, als die Menschen erkannt haben, wie viele andere ohne merkliche Ermüdung beim Protestieren weiterhin Lebensfreude ausstrahlten. Genau dies kam aber bei einem Teil der meist nur medial Zuschauenden gar nicht gut an.


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Ihre Rubikon-Redaktion

03.09.2022

Reparationen Polen wird Reparationsforderungen an Deutschland stellen

wiwo.de, vom 01. September 2022 | Quelle: dpa

Polen beziffert die Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg auf umgerechnet 1,3 Billionen Euro – und will Reparationsforderungen an Deutschland stellen


Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der nationalkonservativen Regierungspartei PiS in Polen: Die Regierung stellt Reparationsforderungen an Deutschland. Quelle: dpa

















Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der nationalkonservativen Regierungspartei PiS in Polen: Die Regierung stellt Reparationsforderungen an Deutschland.

Bild:  dpa


83 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs präsentiert Polen einen Bericht zu den im Krieg erlittenen Schäden. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski kündigt Reparationsforderungen an Deutschland an.


Polen beziffert die von Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg angerichteten Schäden in einem Bericht auf umgerechnet mehr als 1,3 Billionen Euro. Der Vorsitzende der nationalkonservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, sprach am Donnerstag in Warschau von einem „enormen Schaden“ bis heute. Das Gutachten wurde zum 83. Jahrestag des Beginn des Zweiten Weltkriegs im Königsschloss der polnischen Hauptstadt vorgestellt. Es soll die Reparationsforderungen von Polens nationalkonservativer Regierung an die Bundesrepublik untermauern. Die Bundesregierung sieht dafür keine Grundlage mehr.


„Die Deutschen sind in Polen eingefallen und haben uns enormen Schaden zugefügt. Die Besatzung war unglaublich verbrecherisch, unglaublich grausam und hatte Auswirkungen, die in vielen Fällen bis heute anhalten“, sagte Kaczynski, der als starker Mann der polnischen Politik gilt. Daher werde Warschau von Berlin Reparationen fordern. „Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, nur weil es jemandem so vorkommt, als befände sich Polen in einer besonderen, radikal niedrigeren Position als andere Länder.“ Er sei sich bewusst, dass es zu den Reparationen ein „langer und schwieriger Weg“ sei.


Die nationalkonservative PiS-Regierung, die das Nachbarland seit 2015 führt, hat das Thema Entschädigungszahlungen immer wieder aufgebracht. Die PiS rief 2017 für das Gutachten eine Parlamentskommission ins Leben. Zudem gründete Polen ein Forschungsinstitut für Kriegsschäden. Der mehrfach angekündigte Bericht wurde nun an einem symbolischen Tag präsentiert: Am 1. September 1939 begann der deutsche Überfall auf Polen.


WiWo History: Wer zahlt den Preis für die Kriegsschäden?

WiWo History Wer zahlt den Preis für die Kriegsschäden?

von Werner Plumpe

Berlin lehnt jegliche Reparationsforderungen ab

Dies war auch der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit mindestens 55 Millionen Toten - andere Schätzungen kommen sogar auf bis zu 80 Millionen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Allein in Polen kamen nach Schätzungen bis zu sechs Millionen Menschen ums Leben. Nach Angaben von Arkadiusz Mularczyk, dem Leiter der Parlamentskommission, waren an dem Gutachten 30 Experten beteiligt, darunter Historiker, Wirtschaftsfachleute und Immobiliengutachter.


Der erste Band umfasst mehr als 500 Seiten und ist in neun Kapitel unterteilt - Berechnungen zu den polnischen Kriegsverlusten in den Bereichen Demografie, der wirtschaftlichen Bewertung der menschlichen Verluste sowie den materiellen Verlusten. Außerdem geht es um den Verlust von Kultur- und Kunstgütern sowie verschiedenen Arten von Finanzmitteln, Bankguthaben und Wertpapieren.


Info: https://www.wiwo.de/politik/ausland/reparationen-polen-wird-reparationsforderungen-an-deutschland-stellen/28650312.html

02.09.2022

Letzte Generation: Störenfriede für das Klima?

Letzte Generation: Störenfriede für das Klima?


pressenza.com, 01.09.22 - Lukas Klus

Im letzten Jahr hat man immer wieder von blockierten Autobahnen gehört. Dafür waren oft Klimaaktivist*innen der Letzten Generation verantwortlich. Die Letzte Generation, sie tauchte vor einiger Zeit wie aus dem Nichts auf und wirkt wie die radikalere Version von Fridays for Future. In den Medien erscheint die Letzte Generation gerne als neues Schreckgespenst. Ein paar Leute, die Autobahnen blockieren, wirken fast angsteinflößender als die Klimakatastrophe selbst. Es lohnt sich, einen näheren Blick auf die Letzte Generation zu werfen.


Zitat: Hervorgegangen ist die Organisation aus einem Hungerstreik, der im letzten Jahr vor dem Bundestag stattfand. Es fahr eine radikale Form des Klimaaktivismus: Hungerstreik als Mittel, Aufmerksamkeit zu schaffen.


Tatsächlich suchte Bundeskanzler Olaf Scholz daraufhin das Gespräch mit den Aktivist*innen. Passiert ist seitdem: Nichts. Klimapolitische Veränderung wird weiterhin vermisst. Für die Letzte Generation war das ein entscheidendes Signal: Um die Gefahr des menschengemachten Klimawandels wirklich auf die Agenda zu bringen, reichen keine Demos mehr. Für wirkliche Aufmerksamkeit braucht es mehr.


„Auf Autobahnen kann man am besten stören“, sagt Carla Rochel von der Letzten Generation. Sie war bei einer Vielzahl von Aktionen der Organisation dabei, protestierte in Städten wie Frankfurt und Berlin und wurde für ihren Aktivismus bereits festgenommen. Sie betont, dass es bei den Autobahnprotesten nicht darum geht, sich gegen die Autofahrer*innen zu richten. Menschen, die einfach nur auf dem Weg zur Arbeit sind, das sind nicht diejenigen, die eigentlich getroffen werden sollten. Generell ist es der Letzten Generation stets wichtig, zu betonen, dass klimapolitische Maßnahmen nicht auf Kosten arbeitender und ärmerer Menschen gehen dürften. Aber die Blockaden sieht Carla Rochel trotzdem als notwendiges Übel: Denn nur ein Aktivismus, der die Menschen direkt betrifft, schafft auch Aufmerksamkeit für das Thema. Wichtig sei es, den Aktivismus nicht auf dem Rücken dieser Menschen zu bezeichnen.


Die Letzte Generation versteht sich jedoch auch nicht als bloßes Kollektiv von Störenfrieden mit dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Die Aktivist*innen bringen eine Vielzahl an Forderungen mit sich. So fordern sie unter anderem ein Ende der Ölbohrungen in der Nordsee, keine neuen fossilen Brennstoffe und eine Unabhängigkeit von ölfördernden Diktaturen. Die Macht der Konzerne, die massiv zum Klimawandel beitragen, soll beschränkt werden, an dieser Stelle sollen demokratische Partizipationsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Letzte Generation schlägt stattdessen Bürger*innenräte vor, in denen Menschen aus unterschiedlichen Schichten, Bereichen und Lebensrealitäten zusammenkommen, um sich politisch einzubringen. Dem Ideal nach sollten solche Räte auch Einfluss auf die Politik der Bundesregierung nehmen können – gelebte Demokratie soll so Politikverdrossenheit und Konzernmacht entgegenwirken.


Carla Rochel betont hierzu, dass die Verantwortung für den menschengemachten Klimawandel nicht individualisiert werden darf: „Der ökologische Fußabdruck ist eine Erfindung der fossilen Energieindustrie, um Verantwortung von sich zu weisen.“ Das Problem sieht sie in einer Politik, die nicht handelt und einem wirtschaftlichen System, das die Klimakrise vorantreibt. Die Verantwortung auf einzelne Menschen abzuwälzen, sei falsch. Ein paar Bioprodukte oder eine Holzzahnbürste alleine retten auch nicht die Welt. Dies könne nur eine große politische Veränderung leisten. Eine Holzzahnbürste besitzt Carla Rochel trotzdem.


Bleibt nur noch die Frage nach dem Namen: Die Letzte Generation, das klingt wenig verheißungsvoll, nahezu apokalyptisch. Die Organisation will jedoch keinesfalls als Botin des Untergangs verstanden werden: Die Letzte Generation hat noch die Chance, das Ruder herumzureißen. Sie ist die Letzte Generation deshalb, weil sie als letztes noch alle Register ziehen kann, der Klimakatastrophe entgegenzuwirken. In wenigen Jahren ist es zu spät, ab dann ist die Katastrophe unvermeidbar. Der Name Letzte Generation ist eine Aufforderung: Es muss jetzt gehandelt werden!


In den letzten Monaten haben wir eine beispiellose Hitzewelle erlebt. Waldbrände und Dürre haben dazu geführt, dass viele Staaten den Notstand ausrufen mussten. Es steht inzwischen außer Frage: Der Klimawandel ist da. Der Aktivistin Carla Rochel fällt es vor diesem Hintergrund schwer, den Optimismus zu wahren: „Manchmal glaube ich, dass es bereits zu spät ist.“ Aber bei aller Verzweiflung erkennt sie auch, gerade jetzt alles getan werden muss, um zu retten, was zu retten ist.


Es steht außer Frage, dass der Klimawandel uns noch lange begleiten wird. Seine Folgen spüren wir momentan am eigenen Leib – und es wird nicht besser. Jedenfalls nicht, wenn es so weitergeht wie bisher. Radikaler Klimaaktivismus wie der der Letzten Generation mag derzeit noch eine Randerscheinung sein. Wenn die Menschheit jedoch weiter auf die Katastrophe zufährt wie bisher, dann kann er keine Randerscheinung bleiben.


Info: https://www.pressenza.com/de/2022/09/letzte-generation-stoerenfriede-fuer-das-klima


unser Kommentar: Die schnell konzentriert entstandene "Letzte Generation", der schon viele erste Generationen vorausgingen und hoffentlich noch folgen werden, genießt volle Medienpräsenz in der Öffentlichkeit. Ein Schuft wer denkt, dass diese Kampagne mit wahrscheinlich finanzstarkem Hintergrund, ausgeheckt wurde um die Öffentlichkeit an sie zu binden bzw. abzulenken, und wenn ja wovon denn wohl?

02.09.2022

Das Lukaschenko-Regime und Russlands Krieg Die Belarussen warten nur auf die passende Gelegenheit

tagesspiegel.de, vom 23.08.2022, 10:09 Uhr, Slawomir Sierakowski

Dissidenten kommen als freiwillige Kämpfer in der Ukraine erstmals an Waffen. Stürzt der Kreml ins Chaos, könnte das Gewalt in Minsk auslösen. Ein Gastbeitrag.


Oktober 2020: Demonstration gegen die Wahlfälschung in Minsk.

- Slawomir Sierakowski, Gründer der Bewegung Krytyka Polityczna, ist Senior Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (Copyright: Project Syndicate, 2022, project-syndicate.org).


Während der Krieg in der Ukraine weiter tobt, scheint die Stabilität des benachbarten Weißrusslands, das die russische Invasion unterstützt hat, zu bröckeln. Schwächt der Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin das Regime in Minsk, das praktisch ein abgelegener Flügel des Kremls ist?


Im August 2020 blieb Präsident Alexander Lukaschenko nach Wahlfälschungen im Amt, obwohl Swetlana Tichanowskaja die Wahlen mit ziemlicher Sicherheit gewonnen hat. Das löste monatelange Proteste aus.


Das Regime reagierte mit Terror und Massenverhaftungen, was zu noch größeren Protesten führte. Nach der Wahl begann Lukaschenkos Macht zu schwinden, als Arbeiter, öffentliche Medien, Ärzte, Studenten, Rentner und viele andere sich öffentlich gegen die Sicherheitsdienste stellten.


Das ganze Land streikte, aber Lukaschenko hielt sich mit brutalen Interventionen loyaler Spezialeinheiten in dem Amt, das er seit 1994 hat. Dennoch ist klar, dass die Belarussen nicht zu alter Passivität zurückkehren werden. „Wir haben uns alle verändert, und zwar für immer“, sagt die Oppositionsführerin Mascha Kalesnikowa, die die vergangenen 23 Monate im Gefängnis saß. Die Belarussen haben sich in der Zeit auch wegen fehlender offizieller Informationen zur Coronapandemie massenhaft an unabhängige Medien gewandt und gewöhnt. Die nutzen sie trotz drohender Inhaftierung auch heute noch.


Die Belarussen taten immer so, als lebten sie in einem freien Land

Dass die Belarussen die Welt 2020 mit ihrem anhaltenden Protest und den Forderungen nach Demokratie verblüffen konnten, liegt auch daran, dass ihr Land – wie die Ukraine – trotz der jahrhundertelangen Russifizierung und Sowjetisierung Russland kulturell fremd geblieben ist. Die Belarussen taten immer so, als lebten sie in einer demokratischen, liberalen Gesellschaft, denn so sehen sie sich selbst (obwohl ältere Jahrgänge stark von Russland und Lukaschenko beeinflusst werden).


Die Belarussen mit den Ukrainern zu vergleichen und die gleiche Art von Widerstand zu erwarten, wäre aber unfair. Sie haben keine Oppositionsmitglieder im Parlament oder in den lokalen Regierungen, wie es die Ukrainer vor der Invasion hatten. Eher taugt der Vergleich mit Polen: Die Polen haben Ende 1981 friedlich gegen die Verhängung des Kriegsrechts protestiert, was die einzige Möglichkeit war, sich Gehör zu verschaffen.


Die Gewerkschaft Solidarnosc war nach 16-monatiger Tätigkeit geschrumpft, doch blieb der Mythos erhalten. Eine Million Menschen haben Polen verlassen, aber der Rest ist geblieben und hat nicht vergessen, wie man auf die Straße geht. Die polnische Erfahrung bietet eine Vorschau auf das, was Belarus bevorstehen könnte. Die Polen erhielten 1989 ihre Chance auf Unabhängigkeit, weil sie einen kurzen Moment der Unsicherheit im Kreml ausnutzten.


Es gibt freie Medien mit Sitz im Ausland

Ähnlich war es bei der Ukraine, die 1991 beim Zusammenbruch der Sowjetunion die Gunst der Stunde nutzte und ihre Souveränität erlangte (obwohl Russland diese Souveränität seitdem immer wieder bedroht). Russlands scheiternder Krieg in der Ukraine könnte Belarus eine ähnliche Chance bieten. Seit 2020 hat die belarussische Gesellschaft ihre Werte artikuliert, langfristigen Widerstand gelernt und freie Medien mit Sitz im Ausland geschaffen. Und jetzt bekommen belarussische Dissidenten, die sich in Ukraine am Kampf gegen Putin beteiligen, vielleicht zum ersten Mal überhaupt Waffen in die Hand.


Am zweiten Jahrestag der Minsker Proteste wurde eine belarussische Exilregierung unter der Leitung von Tichanowskaja gebildet. Zu ihr gehören ihr Büro in Vilnius, das Nationale Krisenmanagement unter der Leitung von Pavel Latushka, die in Warschau ansässige BYPOL-Initiative ehemaliger Angehöriger der uniformierten Dienste, die Oppositionsinitiative, zu der auch die Cyber-Partisanen gehören, und das in der Ukraine kämpfende Pahonia-Regiment.


Swetlana Tichanowskaja, Oppositionsführerin von Belarus.

Der Koordinationsrat, der während der Proteste vor zwei Jahren gegründet wurde und dem die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexejewitsch angehört, wird zu einem Ersatz für das Parlament umfunktioniert.



Mehr zum Thema Tag 169 im russischen Angriffskrieg Ukrainischer General erklärt, wann der Krieg zu Ende sein könnte

Ukrainische Soldaten der Aufklärungsgruppe "Fireflies" fahren auf einem Pickup an der Frontlinie in der Region Mykolajiw.

Benjamin Reuter

Eine deutliche Veränderung ist, dass die Exilregierung bereits über eine eigene bewaffnete Abteilung verfügt, für die sich mehr als 200 000 Belarussen registriert haben, die bereit sind, sich bei der ersten Gelegenheit gegen Lukaschenko zu erheben - auch mit Gewalt. Bis vor kurzem hatten die belarussischen Soldaten und Regierungsbeamten keine Alternativen. Doch jetzt haben sie die Wahl zwischen der illegitimen Regierung in Minsk und der 2020 mehrheitlich gewählten Regierung unter Tichanowskaja. Diese Wahl wird getroffen werden, wenn sich die Gelegenheit ergibt, was der Fall sein könnte, wenn Russlands Demütigung in der Ukraine den Kreml ins Chaos stürzt.


Neuester Kommentar
  1. rumme antwortet auf Karl-Heinzjohann
    26.08.2022, 10:43 Uhr
    Ich glaube es ist so ähnlich wie in der Ukraine .Das Land gehörte jahrzehntelang zu Russland und Plötzlich war es unabhängig .
    Sowohl die Ukraine, als auch Belarus "gehörten" zuletzt vor 1917/1918 zu Rußland!

    Btw.: arbeiten Sie bitte an Ihrer Interpunktion, Rechtschreibung etc.:
     ,die Resolution Frist ihre Kinder !
    Alleine dieser letzte Textabschnit sorgt für erheblichen Fremdschmerz beim Leser – Danke!


Info: https://www.tagesspiegel.de/politik/das-lukaschenko-regime-und-russlands-krieg-die-belarussen-warten-nur-auf-die-passende-gelegenheit/28611004.html


unser Kommentar: Der nächste Putsch durch den Westen ist bereits eingefädelt und das Framing läuft.


unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.09.2022

Die Instrumentalisierung Gorbatschows

Michail Gorbatschow sitzt neben Erich Honecker.


overton-magazin.de, vom 2. September 2022 20 Kommentare

Tote können sich nicht wehren. Olaf Scholz versucht »Gorbi« für seine Kampagne gegen Russland zu instrumentalisieren.


Zitat: Geschichtsvergessenheit ist Trumpf in Deutschland. Kaum ist Michail Gorbatschow gestorben, versucht der deutsche Kanzler den Verstorbenen als Kronzeugen gegen Putin zu instrumentalisieren. Zwar gehörte Gorbatschow zu den Finanziers der oppositionellen Novaja Gaseta. Aber das geschah nicht aus fanatischer Liebe zum westlichen Gesellschaftsmodell, sondern war eher der Überlegung geschuldet, dass jede gesunde Gesellschaft eine Opposition braucht.

Putin gegenüber hat sich Gorbatschow immer loyal verhalten. Insbesondere die russische Außenpolitik seit dem Jahre 2000 fand die Unterstützung von Gorbatschow.


Gorbatschow kritisierte die Hegemonialpolitik der USA, bloß nahmen die deutschen Medien konsequent keine Notiz davon. Im November 2001 erklärte der ehemalige sowjetische Generalsekretär in einem Interview, welches ich mit ihm führte, »der Kalte Krieg wurde beendet. Es gab viel Gerede von einer Neuen Weltordnung, aber nichts davon ist umgesetzt worden. Kaum war die Sowjetunion zerbrochen, begannen geopolitische Spiele. Eine Chance verstrich.« Die Globalisierung »spiele nur auf ein Tor«, nütze nur den entwickelten Staaten. »Viele unterentwickelte Länder sprechen von einem neuen Kolonialismus. Die Politiker der westlichen Länder haben sich eben wie Kapitalisten verhalten. Sie sahen eine Möglichkeit, sich zu bereichern, und sagten nur Gib her! Und auch wir Russen haben bekommen, was wir bekommen sollten …«


»Bevölkerung der Krim fast einmütig für die Vereinigung mit Russland«

2014, als sich die Krim mit Russland vereinigte, erklärte Gorbatschow gegenüber der Komsomolskaja Prawda, »ich unterstütze das, weil sich die Bevölkerung der Krim fast einmütig dafür ausgesprochen hat.« Gegenüber der BBC erklärte Gorbatschow im gleichen Jahr, bei der Auflösung der Sowjetunion hätte man »über das Schicksal der Krim sprechen müssen, wo seit Jahrhunderten Russen leben.« In der gesamten Ukraine lebten 14 Millionen Russen. »Das muss man berücksichtigen.«


Im März 2021 erklärte der ehemalige Generalsekretär in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, die Welt befände sich heute in einer »sehr schwierigen Situation«. Gorbatschow erinnerte in dem Interview an die Gefahr eines Atomkrieges und er hob hervor, dass er 1985 gemeinsam mit US-Präsident Reagan erste Schritte zur atomaren Abrüstung eingeleitet habe.


Frau und Mutter waren Ukrainerinnen

Man kann davon ausgehen, dass der Krieg in der Ukraine Gorbatschow stark belastet hat. Zum einen, weil der ehemalige Generalsekretär wohl spürte, dass die USA in der Ukraine wieder mal versuchen, Einflusssphären zu verschieben, zum anderen weil die Mutter von Gorbatschow und seine Frau Raissa Ukrainerinnen waren.


Deutsche Medien und Politiker zitieren Gorbatschow immer nur dann, wenn es dem Gefühl »wir Deutschen haben alles richtig gemacht«, nützt. Alle Äußerungen von Gorbatschow, die sich nicht in diesem Sinne nutzen lassen, lässt man einfach unter den Tisch fallen. Dass man nach Tod von Gorbatschow nun noch einen Zahn zulegt, ist nur schwer zu ertragen.


Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern der Demokratie in Russland?

Am Mittwoch erklärte Olaf Scholz, »wir wissen, dass er in einer Zeit gestorben ist, in der nicht nur die Demokratie in Russland gescheitert ist, anders kann man die gegenwärtige Lage dort nicht beschreiben, sondern auch Russland und der russische Präsident Putin neue Gräben in Europa zieht und einen furchtbaren Krieg gegen ein Nachbarland, die Ukraine, begonnen hat. Gerade deshalb denken wir an Michail Gorbatschow und wissen, welche Bedeutung er für die Entwicklung Europas und auch unseres Landes in den letzten Jahren hatte.«


An dieser Stelle muss man fragen, was hat denn der Westen getan, damit sich in Russland nach 1991 eine Demokratie etabliert? War es nicht so, dass der Westen die Demokratie in Russland verraten hat, als westliche Politiker und große Medien im Oktober 1993 nichts dagegen einzuwenden hatten, als der Nachfolger von Gorbatschow, der russische Präsident Boris Jelzin mit Panzern auf das gewählte russische Parlament schießen ließ und den russischen Vizepräsidenten Aleksandr Ruzkoi sowie Parlamentssprecher Ruslan Chasbulatow als »Aufständische« verhaften ließ?


Machtzentralisierung begann schon unter Boris Jelzin

Und warum hatte in Berlin und Washington Niemand etwas dagegen einzuwenden, dass Boris Jelzin im Dezember 1993 eine neue russische Verfassung verabschieden ließ, die den Umbau Russlands zu einer Präsidialdemokratie vorsah, in welcher das Parlament kaum Rechte hatte, während die Präsidialadministration zum alles steuernden Machtzentrum wurde? Die Machtkonzentration in einem Zentrum begann nicht mit dem Machtantritt von Wladimir Putin im Jahre 2000, sondern bereits 1993.


Und ist es nicht unglaubwürdig, wenn der Westen Boris Jelzin als Demokraten huldigt, obwohl Jelzin im Dezember 1994 zur Niederschlagung der tschetschenischen Unabhängigkeitsbewegung russische Truppen in Tschetschenien einmarschieren ließ, anstatt zunächst alles dafür zu tun, um mit den Tschetschenen eine friedliche Regelung über einen Verbleib im russischen Staatsverband zu finden?


Wiedervereinigung ohne Gegenleistung

Gorbatschow wird in Deutschland verehrt, weil er die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte. Die Russen mit denen ich spreche verstehen das. Sie kränkt aber, dass von deutschen Politikern zwei zentrale Fragen ausgeblendet werden. Immer wieder höre ich:


1) »Warum haben wir 1994 ohne jegliche Gegenleistung in Form von Sicherheitsgarantien die sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland abgezogen?«


2) »Tragen Gorbatschow und Jelzin nicht beide Schuld dafür, dass durch die Perestroika und die nachfolgende Schocktherapie unter Ministerpräsident Jegor Gajdar Millionen Menschen nicht nur in Russland, sondern in allen ehemaligen Sowjetrepubliken in Armut gestürzt wurden?«

Ich habe seit 1992 ganz Russland bereist, vom Kaukasus bis nach Salechard im Norden, von Kaliningrad bis zur Insel Sachalin im russischen Fernen Osten. Von allen Russen mit denen ich über Gorbatschow sprach, konnten ihm nur gefühlte fünf Prozent etwas Positives abgewinnen. Und von diesen fünf Prozent waren auch noch viele aus Moskau und St. Petersburg.


Dass die Russen in ihrer Mehrheit kein Interesse an einer Demokratie westlichen Zuschnitts haben, liegt daran, dass die vom Westen unterstützten russischen Regierungen in den 1990er Jahren, eine Politik auf dem Rücken des Volkes machten. Wichtiger als eine minimale Absicherung für die Rentner, den Schutz von Kindern und alleinerziehenden Frauen vor Armut waren für die russischen Politiker die Interessen der »neuen Russen«, den Gewinnlern der Übergangszeit, die sich oft auf illegalem Wege das Staatseigentum aneigneten.


Trostpflaster von westlichen Stiftungen

Um die Folgen des brutalen Übergangs in die Marktwirtschaft abzufedern, haben westliche Stiftungen einige nützliche Sozialprojekte in Russland finanziert. Doch das war nicht mehr als ein Trostpflaster für eine insgesamt verheerende Entwicklung in welcher der Staat seine ureigenste Aufgabe – die Schwachen zu schützen – aufgab. Aus einem Staat der während der 73 Jahre seines Bestehens das Lebensniveau der Arbeitenden massiv angehoben hat, wurde ein Staat, der amerikanischen Ökonomen nacheiferte, die schon in Lateinamerika asoziale Schocktherapien durchgezogen hatten.


Ich stimme mit den Russen überein, die sagen, ein politischer und wirtschaftlicher Wandel in Russland war in den 1980er Jahren überfällig. Aber ich stimme nicht mit denen überein, die sagen, Gorbatschow sei unverschuldet gescheitert. Noch sind die Akten nicht zugänglich, die darüber Auskunft geben, über welche Entwicklungsmodelle in den 1980er Jahren in der sowjetischen Führung debattiert wurde.


Russland, bzw. die Sowjetunion, die international wegen ihrem hohen Bildungsstand, ihrer guten Gesundheitsversorgung und wissenschaftlichen Leistungen geachtet wurde, fiel Ende er 1980er Jahre auf das Niveau einer Bananenrepublik zurück. Im Westen bettelte die Sowjetunion um Kredite.


Die Bevölkerung war nur noch formal an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligt war. Eigene gesellschaftliche Aktivität war nur erwünscht, solange sie von der Partei initiiert wurden. Die Kommunistische Partei verlor an Glaubwürdigkeit und Unterstützung.


Gruppeninteressen gewannen die Oberhand

Treibende soziale Kraft der Perestroika waren gut ausgebildete Russen, junge Komsomol-Sekretäre, »Republiksfürsten« und Fabrikdirektoren, die eher das wirtschaftliche Fortkommen der eigenen sozialen Schicht im Blick hatten, als die Weiterentwicklung der gesamten Gesellschaft.


Gorbatschow war gut ausgebildet. Er und seine Berater müssen gewusst – zumindest geahnt – haben, welche Prozesse sie mit der Perestroika anstoßen. Warum sind sie dieses Risiko eingegangen? Vermutlich war es einfach Naivität.


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Ähnliche Beiträge:


Info: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/gorbatschow-als-kronzeuge-gegen-putin

02.09.2022

Die beschränkten Narrative des Westens   Berliner Think-Tank warnt davor, China international isolieren zu wollen: Beijing werde in Afrika, Asien und Lateinamerika als Kooperationspartner geschätzt und sei dort durchaus populär.

german-foreign-policy.com, 2. September 2022

BEIJING/BERLIN (Eigener Bericht) – Ein auf China spezialisierter Think-Tank in Berlin warnt davor, die Volksrepublik ähnlich wie Russland international isolieren zu wollen. Die Haltungen zu China jenseits Europas und Nordamerikas unterschieden sich ganz erheblich „von den Mainstream-Narrativen“ in der westlichen Welt, heißt es in einer Analyse des Mercator Institute for China Studies (MERICS); es sei „von hoher Bedeutung“, zu verstehen, wie „Akteure außerhalb der einschlägigen Gruppe reicher, liberaler Marktwirtschaften“ die globalen Kräfteverschiebungen einstuften und wie sie über Europa dächten. Tatsächlich wird das äußerst negative Urteil der westlichen Öffentlichkeit über China jenseits des Westens weithin nicht geteilt; vielmehr genießt die Volksrepublik zuweilen sogar deutlich größere Popularität als die Vereinigten Staaten. Bei nichtwestlichen Eliten wird Beijing gewöhnlich geschätzt, weil es Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika nicht belehrt und weil der chinesische Markt und chinesische Investitionen gewaltige Chancen bieten. Wolle die EU nicht gegenüber Beijing zurückfallen, dann müsse sie energisch aktiv werden, urteilt MERICS.


Zitat: Feindbild China

Hintergrund der aktuellen Studie des Berliner Think-Tanks MERICS (Mercator Institute for China Studies) ist zum einen die Tatsache, dass im Westen und bei dessen engsten Verbündeten in der Asien-Pazifik-Region (Australien, Japan, Südkorea) negative Haltungen gegenüber China in den vergangenen Jahren massiv zugenommen haben und zum Teil Rekordwerte erreichen. Dies belegt etwa eine neue Umfrage des Pew Research Center in 19 Ländern, darunter 17 aus dem Westen. So werden „unvorteilhafte Ansichten“ über die Volksrepublik von 87 Prozent der Japaner geteilt, 86 Prozent der Australier, 83 Prozent der Schweden, 82 Prozent der US-Amerikaner und 80 Prozent der Südkoreaner. In Deutschland sind es 74 Prozent. Aus dem Rahmen fallen lediglich die beiden nichtwestlichen Länder in der Pew-Untersuchung: In Malaysia haben 60 Prozent der Bevölkerung „vorteilhafte Ansichten“ über China, in Singapur sogar 67 Prozent.[1] Die dramatische Verschlechterung des Chinabildes im Westen korreliert mit einer Medienberichterstattung, die exemplarisch in Deutschland untersucht wurde. Eine aktuelle Analyse der Berichterstattung der deutschen Leitmedien über die Volksrepublik kommt zu dem Ergebnis, diese sei „von teils noch aus kolonialen Zeiten herrührenden Klischees und Stereotypen geprägt“, stelle China oft als „nicht gleichrangig dar“ und führe „zur Tradierung von Klischees und Ängsten“.[2]


Gegen Krieg, gegen Sanktionen

Hintergrund der MERICS-Studie sind zum anderen Erfahrungen aus dem eskalierenden Machtkampf gegen Russland. In diesem müssen die westlichen Mächte zur Zeit feststellen, dass es ihnen zwar gelungen ist, negative Auffassungen über Russland in ihren eigenen Bevölkerungen ähnlich wie über China zu zementieren, dass das aber nicht dazu führt, dass die nichtwestlichen Länder ihnen darin folgen. So ist es dem Westen zwar gelungen, knapp drei Viertel der Staaten in der UN-Generalversammlung Anfang März zur Verurteilung des russischen Überfalls auf die Ukraine zu bewegen. Praktische Konsequenzen hat dies aber nicht: Ebenfalls drei Viertel aller Staaten – die Staaten jenseits des Westens und seiner engsten asiatisch-pazifischen Verbündeten – weigern sich bis heute konsequent, sich dem transatlantischen Sanktionskrieg gegen Moskau anzuschließen (german-foreign-policy.com berichtete [3]). MERICS wirft nun die Frage auf, ob die Staaten, die den russischen Krieg verurteilen, in einem vergleichbaren Fall auch dazu bereit wären, China anzuprangern oder gar weiter reichende Schritte gegen Beijing zu unterstützen. Das sei stark zu bezweifeln, vermutet MERICS mit Blick nicht nur auf Chinas „erheblich stärkere wirtschaftliche Bindungen zu großen Teilen der Welt“, sondern auch auf die „wachsende Rolle“ Beijings „als Sicherheitsdienstleister“ in einer Vielzahl an Ländern.[4]


Eher Beijing als Washington

Um die Aussichten fundierter zu eruieren, China bei Bedarf isolieren zu können, nimmt MERICS systematisch acht Staaten in den Blick: die Türkei und Saudi-Arabien, Kasachstan, Bangladesch und Indonesien, Kenia und Nigeria sowie Chile. Zunächst ergibt sich, dass nur in zwei Ländern positive Ansichten über die USA verbreiteter sind als positive Ansichten über China – in Kenia (60 Prozent versus 58 Prozent) und in Indonesien (42 Prozent versus 36 Prozent).[5] Für Kasachstan liegen keine Daten vor. In den fünf übrigen Ländern ist die Volksrepublik teilweise erheblich populärer als die Vereinigten Staaten (Türkei: 37 Prozent versus 20 Prozent; Saudi-Arabien: 49 Prozent versus 37 Prozent; Chile: 51 Prozent versus 39 Prozent). Dies entspricht den jüngsten Statistiken des Afrobarometers, denen zufolge in den Staaten Afrikas 63 Prozent der Bevölkerung China einen positiven Einfluss auf ihr Land zuschreiben – mehr als den Vereinigten Staaten (60 Prozent) oder gar den einstigen Kolonialmächten aus Europa (46 Prozent).[6] Aus den MERICS-Angaben geht hervor, dass die positive Bewertung Chinas keineswegs auf unkritischer Zuneigung beruht. In Kenia beispielsweise wurde kritisiert, dass Beijing den Bau der neuen Eisenbahn aus Nairobi nach Mombasa von chinesischen Repressionskräften absichern ließ; dies wurde zuweilen als Verstoß gegen Kenias Souveränität verstanden und scharf angeprangert.


Mit beiden Seiten

Auch in den Eliten der acht von MERICS untersuchten Staaten haben die westlichen Mächte keinen Vorsprung gegenüber China; im Gegenteil. Prinzipiell positiv aufgenommen werde, dass sich Beijing nicht in die inneren Angelegenheiten seiner Kooperationspartner einmische – ganz im Gegensatz zu den Bedingungen, mit denen USA und EU Hilfe und Investitionen verknüpften, heißt es in der MERICS-Analyse. Als Pluspunkt bewertet werde auch, dass Chinas riesiger Markt attraktive Chancen biete und dass die Volksrepublik ein Gegengewicht gegen die Vereinigten Staaten sei. Insgesamt dominiere in den meisten der untersuchten Länder die Hoffnung, China biete ihnen Chancen, ihre ökonomische und ihre geostrategische Stellung aufzuwerten. Auch die Finanzierung von Infrastrukturprojekten sowie technische Hilfe bei deren Realisierung durch die Volksrepublik werde überall günstig bewertet, ebenso sonstige chinesische Investitionen und die Chance, den Handel mit China zu intensivieren. Bezüglich der zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten sowie der Volksrepublik heißt es in dem MERICS-Papier, in den acht untersuchten Ländern dominiere der Wille, sich nicht zwischen Washington und Beijing entscheiden zu müssen; mit beiden Seiten kooperieren zu können, gelte allgemein als überaus vorteilhaft.


„Geopolitische Alternative“

Mit Blick auf Überlegungen, die jeweiligen Länder zu einer Entscheidung zwischen dem Westen und China zu zwingen zu versuchen, gibt die MERICS-Studie sich skeptisch. Beijing sei nicht untätig, heißt es in dem Papier; es reagiere darauf, dass die NATO und ihre Partner in der Asien-Pazifik-Region sich immer enger zusammenschlössen, indem es sich seinerseits bemühe, sein „Netzwerk von Freunden und Partnern“ zu stärken. Es werde sich dabei als bedeutender Wirtschaftspartner und als „geopolitische Alternative“ zu den USA und Europa positionieren. Dabei habe es durchaus Aussicht auf Erfolg.


Wille und Potenzial

MERICS rät, die EU solle ihrerseits aktiv werden und „ihre Rolle als Wirtschafts- und Sicherheitspartner stärken“. Wolle sie „ein relevanter geopolitischer Akteur bleiben und ihre eigenen Interessen und ihre Sicherheit schützen“, dann müsse sie energischer „globale Koalitionen gestalten“. Der Wille dazu ist in Berlin und Brüssel durchaus vorhanden; dies zeigen die wiederkehrenden Bemühungen um neue deutsche bzw. EU-Einflussoffensiven in Afrika [7] und in Lateinamerika [8]. Offen ist dabei jedoch, ob das Machtpotenzial der Bundesrepublik und der EU noch ihrem Willen zur Macht entspricht.

 

[1] Laura Silver, Christine Huang, Laura Clancy: Negative Views of China Tied to Critical Views of Its Policies on Human Rights. pewresearch.org 29.06.2022.

[2] Jia Changbao, Mechthild Leutner, Xiao Minxing: Die China-Berichterstattung in deutschen Medien im Kontext der Corona-Krise. Studien der Rosa-Luxemburg-Stiftung 12/2021. Berlin 2021. S. dazu Feindbild China.

[3] S. dazu „Russland isolieren“ (III) und „Russland isolieren“ (IV).

[4] Zitate hier und im Folgenden: Jacob Gunter, Helena Legarda (ed.): Beyond Blocs. Global views on China and US-China relations. MERICS Papers on China No. 11. Berlin, August 2022.

[5] Abgefragt wurde, ob ein Land positiv bewertet wurde oder nicht; Mehrfachnennungen waren möglich.

[6] Josephine Sanny, Edem Selormey: AD489: Africans welcome China’s influence but maintain democratic aspirations. afrobarometer.org 15.11.2021.

[7] S. dazu Einflusskampf um Afrika (II) und Unbestimmt verschoben.

[8] S. dazu Die Lateinamerika-Offensive der EU.


Info:  https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9011

02.09.2022

Mit Hilfe der Grünen: Die USA planen die Zerstörung der deutschen Wirtschaft

Interessantes Dokument
anti-spiegel.ru,1. September 2022 15:01 Uhr

Dass die USA die deutsche Wirtschaft zerstören wollen, gilt als Verschwörungstheorie und russische Propaganda, ist aber offensichtlich. Nun bestätigt das ein sehr interessantes Dokument.


Zitat: Dass die anti-russischen Sanktionen den Effekt haben, die deutsche – und damit im Endeffekt auch die europäische – Wirtschaft zu zerstören, kann niemand bestreiten. Die Explosion der Energiepreise macht ganze Wirtschaftszweige unrentabel und wird entweder zu einer massiven Pleitewelle ganzer Branchen oder zu ihrer sofortigen Abwanderung in Länder außerhalb der EU führen. Das ist nicht mehr zu verhindern, denn inzwischen kostet Gas in Europa das Zehnfache dessen, was es noch vor anderthalb Jahren gekostet hat, und auch die Strompreise in Deutschland haben sich um über 1.000 Prozent erhöht.


Die geopolitische Lage

Die anti-russischen Sanktionen schaden der EU mehr als Russland und besonders bemerkenswert ist, dass die USA nur anti-russische Sanktionen verhängt haben, die ihnen kaum schaden. Während die EU im Auftrag der USA wirtschaftlichen Selbstmord begeht, halten sich die USA zurück und heben sogar Sanktionen wieder auf, wenn sie merken, dass sie ihnen ernsthaften Schaden zufügen können, was in der EU undenkbar ist.


Dass es seit hundert Jahren eines der wichtigsten geopolitischen Ziele der USA ist, Russland und Deutschland dauerhaft voneinander zu trennen, ist unter geopolitischen Analysten bekannt und wird in den USA auch ganz offen gesagt, nur deutsche „Qualitätsmedien“ halten es nicht für nötig, ihre Leser darüber zu informieren. Die Befürchtung der Geostrategen der USA ist es, dass ein Zusammengehen von deutscher Technologie und russischer Manpower und russischen Bodenschätze die weltweite Vorherrschaft der USA beenden würden, weshalb es eines der obersten Ziele der USA ist, ein Zusammengehen von Deutschland und Russland zu verhindern.


Da die USA aktuell schwächer werden, befürchten sie, dass sie ein solches Zusammengehen von Deutschland und Russland nicht mehr ewig verhindern können. Daher liegt es aus amerikanischer Sicht nahe – Geopolitik ist nun einmal zynisch -, die deutsche Wirtschaft zu zerstören, bevor man ein Zusammengehen Deutschlands und Russlands nicht mehr verhindern kann. Eine zerstörte deutsche Wirtschaft würde die Gefahr für die USA abwenden.

Und genau das erleben wir gerade.


Ein interessantes Dokument

Leider muss ich wieder etwas tun, was ich sehr ungerne tue, nämlich über eine Information aus einer ungenannten Quelle berichten. Das habe ich vor wenigen Tagen bereits getan, als es um den Film ging, den Chodorkowski finanziert, in dem Merkel die Schuld an der aktuellen Gas- und Energiekrise und damit an Inflation und dem kommenden Zusammenbruch der Wirtschaft gegeben werden soll, um von der Verantwortung der aktuellen Regierungen abzulenken. Übrigens hat sich diese Information inzwischen als wahr erwiesen, denn im Netz sind erste Informationen über den Film aufgetaucht und er dürfte in den nächsten Tagen auf einem Filmfestival Premiere haben. Darüber werde ich dann gesondert berichten.


Nun wurde mir ein Dokument geschickt, wieder weil ein (allerdings anderer) Kollege dazu meine Einschätzung aus geopolitischer Sicht hören wollte. Ich kann die Echtheit des Dokuments nicht verifizieren, aber angeblich wurde es am 25. Januar 2022 an US-Regierungsbehörden verschickt und ist von irgendwem durchgestochen worden. Das Dokument trägt die Überschrift „Schwächung Deutschlands, Stärkung der USA“ und dabei handelt es sich um eine geopolitische und wirtschaftliche Kurzanalyse mit Vorschlägen dazu, wie die deutsche Wirtschaft im Falle eines russischen Kriegseintritts in den ukrainischen Krieg im Donbass geschwächt werden kann, um die US-Wirtschaft zu stabilisieren oder sogar zu stärken. Das Dokument ist eine – in meinen Augen – sehr professionelle Analyse der aktuellen Situation.


Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens, das Dokument ist echt, dann wäre es eine Sensation, weil es schon im Januar verfasst wurde. Zweitens, das Dokument ist nicht aus US-Regierungskreisen durchgestochen worden, sondern von jemand anderem (zu einem späteren Zeitpunkt) verfasst worden. In dem Fall wäre es eine sehr zutreffende Analyse der aktuellen Situation, wie man sie normalerweise auf Portalen professioneller und auf das Thema spezialisierter Think Tanks wie der RAND-Corperation findet. Auch sein Aufbau, sein Stil und die Formulierungen klingen so, wie ich sie aus öffentlichen Dokumenten transatlantischer US-Think Tanks kenne.


Ich habe das Dokument übersetzt, da es in jedem Fall lesenswert ist, selbst wenn es sich „nur“ um eine sehr professionelle Analyse handeln sollte. Sollte es allerdings tatsächlich ein durchgestochenes Dokument aus US-Regierungsbehörden sein, wäre es noch interessanter.


Zur Erinnerung: Die USA haben die russische Militäroperation in der Ukraine provoziert und von langer Hand vorbereitet, Details dazu finden Sie hier. Vor allem das amerikanische Lend-Lease-Gesetz, mit dem die USA die Ukraine nun „gegen die russische Invasion“ mit Waffen versorgen, ist dafür ein klarer Beleg, denn es wurde schon am 19. Januar 2022 in den Kongress eingebracht, also über einen Monat vor Beginn der russischen Intervention.


Das ist für mich ein Hinweis darauf, dass das Dokument echt sein könnte, denn im Januar 2022, als die USA wussten, dass Russland keine andere Wahl mehr hatte, als in der Ukraine militärisch einzugreifen, dürften die Geostrategen in Washington Überstunden gemacht haben, um die Folgen abzuschätzen und die Reaktionen der USA vorzubereiten. Das Dokument ist – ich erinnere daran – demnach vom 25. Januar, was exakt zu diesem Szenario passen würde.


Daher habe ich das Dokument übersetzt und für alle, die sich in der Geopolitik nicht so gut auskennen, an einigen Stellen Erklärungen zum besseren Verständnis hinzugefügt. Ich erinnere daran, beim Lesen im Hinterkopf zu behalten: Wenn das Dokument echt sein sollte, wurde es vor sieben Monaten und einen Monat vor Beginn der russischen Intervention in der Ukraine verfasst.


Beginn der Übersetzung:


  1. Januar 2022

Vertraulich

Verteilung: WHCS, ANSA, Außenministerium, CIA, NSA, DNC


Zusammenfassung

Schwächung Deutschlands, Stärkung der USA

Der gegenwärtige Zustand der US-Wirtschaft deutet nicht darauf hin, dass sie ohne finanzielle und materielle Unterstützung von außen funktionieren kann. Die Politik der quantitativen Lockerung, auf die die Fed in den letzten Jahren regelmäßig zurückgegriffen hat, sowie die unkontrollierte Ausgabe von Bargeld während der Covid-Lockdowns 2020 und 2021 haben zu einem starken Anstieg der Auslandsverschuldung und einer Zunahme des Dollarangebots geführt.

Die anhaltende Verschlechterung der Wirtschaftslage wird bei den bevorstehenden Wahlen im November 2022 höchstwahrscheinlich zu einem Verlust der Position der Demokratischen Partei im Kongress und im Senat führen. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ist unter diesen Umständen nicht auszuschließen und muss unter allen Umständen vermieden werden.


Es ist dringend notwendig, dass Ressourcen in die nationale Wirtschaft fließen, insbesondere in das Bankensystem. Nur europäische Länder, die durch EU- und NATO-Verpflichtungen gebunden sind, werden in der Lage sein, diese ohne erhebliche militärische und politische Kosten für uns bereitzustellen.


Das Haupthindernis dafür ist die wachsende Unabhängigkeit Deutschlands. Obwohl es immer noch ein Land mit eingeschränkter Souveränität ist, bewegt es sich seit Jahrzehnten konsequent darauf zu, diese Einschränkungen aufzuheben und ein vollständig unabhängiger Staat zu werden. Diese Bewegung ist langsam und vorsichtig, aber stetig. Die Extrapolation zeigt, dass das Endziel erst in einigen Jahrzehnten erreicht werden kann. Wenn jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in den Vereinigten Staaten eskalieren, könnte sich das Tempo erheblich beschleunigen.


Ein weiterer Faktor, der zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands beiträgt, ist der Brexit. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus den EU-Strukturen haben wir eine wichtige Möglichkeit verloren, die Aushandlung regierungsübergreifender Entscheidungen zu beeinflussen.


Es ist die Angst vor unserer negativen Reaktion, die im Großen und Ganzen das relativ langsame Tempo dieser Veränderungen bestimmt. Wenn wir eines Tages Europa verlassen, besteht für Deutschland und Frankreich eine gute Chance, zu einem vollständigen politischen Konsens zu gelangen. Dann könnten sich Italien und andere Länder des alten Europas – vor allem die ehemaligen EGKS-Mitglieder – dem unter bestimmten Bedingungen anschließen. Großbritannien, das derzeit nicht der Europäischen Union angehört, wird dem Druck des deutsch-französischen Duos allein nicht standhalten können. Wenn dieses Szenario eintritt, wird Europa nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern auch zu einem politischen Konkurrenten der Vereinigten Staaten werden.


Außerdem wird das alte Europa, wenn die USA für eine gewisse Zeit von innenpolitischen Problemen heimgesucht werden, in der Lage sein, dem Einfluss der amerikanisch orientierten osteuropäischen Länder wirksamer zu widerstehen.


Schwachstellen in der deutschen und der EU-Wirtschaft

Eine Zunahme des Ressourcenflusses von Europa in die USA ist zu erwarten, wenn Deutschland in eine kontrollierte Wirtschaftskrise gerät. Das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung in der EU hängt fast alternativlos von der Lage der deutschen Wirtschaft ab. Es ist Deutschland, das die Hauptlast der Ausgaben für die ärmeren EU-Mitglieder trägt.


Das derzeitige deutsche Wirtschaftsmodell stützt sich auf zwei Säulen. Das sind der unbegrenzte Zugang zu billigen russischen Energieressourcen und zu billigem französischem Strom, dank des Betriebs von Kernkraftwerken. Die Bedeutung des ersten Faktors ist wesentlich höher. Eine Unterbrechung der russischen Lieferungen kann durchaus eine Systemkrise auslösen, die für die deutsche Wirtschaft und indirekt für die gesamte Europäische Union verheerend wäre.


Auch der französische Energiesektor könnte bald in große Probleme geraten. Die vorhersehbare Einstellung der von Russland kontrollierten Kernbrennstofflieferungen in Verbindung mit der instabilen Lage in der Sahelzone würde den französischen Energiesektor in eine kritische Abhängigkeit von australischen und kanadischen Brennstoffen bringen. Im Zusammenhang mit der Gründung von AUKUS ergeben sich neue Möglichkeiten, Druck auszuüben. Diese Frage würde jedoch den Rahmen des vorliegenden Berichts sprengen.


(Anm. d. Übers.: Das Thema sehe ich derzeit oft in Artikeln von Analysten, denn Russland beherrscht fast 50 Prozent des weltweiten Marktes für Reaktorbrennstäbe, weshalb Analysten die Frage diskutieren, wie die französischen und amerikanischen AKWs in Zukunft laufen sollen, wenn Russland den Export einstellen sollte. In diesem Zusammenhang sind die Entwicklungen in Mali wichtig, die derzeit Schlagzeilen machen, denn dort geht es keineswegs um den Kampf gegen irgendwelche Terroristen, sondern um die Sicherstellung von Uranlieferungen nach Frankreich, die mit einem Abzug der deutschen und französischen Truppen in Gefahr geraten könnten, Details dazu finden Sie hier. Daher ist AUKUS sehr wichtig, denn das neue Bündnis ist ein weiteres Machtinstrument der USA, um seinen Einfluss auf Australien auszudehnen.)


Eine kontrollierte Krise

Aufgrund von Koalitionszwängen hat die deutsche Führung die Lage im Land nicht vollständig unter Kontrolle. Dank unserer präzisen Aktionen war es möglich, die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 trotz des Widerstands der Lobbyisten aus der Stahl- und Chemieindustrie zu verhindern. Die dramatische Verschlechterung des Lebensstandards könnte die deutsche Führung jedoch dazu bewegen, ihre Politik zu überdenken und zur Idee der europäischen Souveränität und strategischen Autonomie zurückzukehren.


Der einzig gangbare Weg, Deutschlands Ablehnung russischer Energielieferungen zu garantieren, ist die Einbindung beider Seiten in den militärischen Konflikt in der Ukraine. Unser weiteres Vorgehen in diesem Land wird unweigerlich zu einer militärischen Antwort Russlands führen. Die Russen werden den massiven Druck der ukrainischen Armee auf die nicht anerkannten

Donbass-Republiken natürlich nicht unbeantwortet lassen können. Das würde es ermöglichen, Russland zum Aggressor zu erklären und das gesamte Paket der zuvor vorbereiteten Sanktionen gegen das Land anzuwenden. (Anm. d. Übers.: Dass die Sanktionen von langer Hand vorbereitet waren, hat Bundeskanzler Scholz später mehrmals öffentlich gesagt)


Putin könnte seinerseits beschließen, begrenzte Gegensanktionen zu verhängen – vor allem gegen russische Energielieferungen nach Europa. Der Schaden für die EU-Länder wird also durchaus mit dem für die Russen vergleichbar sein und in einigen Ländern – vor allem in Deutschland – wird er höher sein.


Die Voraussetzung dafür, dass Deutschland in diese Falle tappen kann, ist die führende Rolle der grünen Parteien und Ideologie in Europa. Die deutschen Grünen sind eine stark dogmatische, wenn nicht gar eifrige Bewegung, was es recht einfach macht, sie dazu zu bringen, wirtschaftliche Argumente zu ignorieren. In dieser Hinsicht übertreffen die deutschen Grünen ihre Pendants im übrigen Europa. Persönliche Eigenschaften und die mangelnde Professionalität ihrer Führer – allen voran Annalena Baerbock und Robert Habeck – lassen vermuten, dass es für sie nahezu unmöglich ist, eigene Fehler rechtzeitig zuzugeben.


So wird es ausreichen, das mediale Bild von Putins aggressivem Krieg schnell zu formen, um die Grünen zu glühenden und hartgesottenen Befürwortern von Sanktionen zu machen, zu einer „Partei des Krieges“. Auf diese Weise kann das Sanktionsregime ohne Hindernisse eingeführt werden. Die mangelnde Professionalität der derzeitigen Führer wird auch in Zukunft keinen Rückschlag zulassen, selbst wenn die negativen Auswirkungen der gewählten Politik deutlich genug werden. Die Partner in der deutschen Regierungskoalition werden ihren Verbündeten einfach folgen müssen – zumindest so lange, bis die Last der wirtschaftlichen Probleme größer ist als die Angst, eine Regierungskrise zu provozieren.


Doch selbst wenn SPD und FDP bereit sind, sich gegen die Grünen zu stellen, werden die Möglichkeiten der nächsten Regierung, die Beziehungen zu Russland schnell genug wieder zu normalisieren, spürbar eingeschränkt sein. Die Beteiligung Deutschlands an umfangreichen Waffen- und Rüstungslieferungen an die ukrainische Armee wird unweigerlich ein starkes Misstrauen in Russland hervorrufen, was den Verhandlungsprozess ziemlich langwierig machen wird.

Sollten sich Kriegsverbrechen und die russische Aggression gegen die Ukraine bestätigen, wird die deutsche politische Führung nicht in der Lage sein, das Veto ihrer EU-Partner gegen Hilfen für die Ukraine und verschärfte Sanktionspakete zu überwinden. Das wird für eine ausreichend lange Kluft in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland sorgen, die große deutsche Wirtschaftsunternehmen wettbewerbsunfähig machen wird.


Erwartete Folgen

Eine Verringerung der russischen Energielieferungen – im Idealfall ein völliger Stopp dieser Lieferungen – hätte katastrophale Folgen für die deutsche Industrie. Die Notwendigkeit, erhebliche Mengen russischen Gases für die Beheizung von Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen im Winter umzuleiten, wird die Engpässe weiter verschärfen. Stilllegungen von Industrieunternehmen werden zu Engpässen bei Komponenten und Ersatzteilen für die Produktion, zum Zusammenbruch der Logistikketten und schließlich zu einem Dominoeffekt führen. In den größten Betrieben der Chemie-, Metallurgie- und Maschinenbauindustrie ist ein völliger Stillstand wahrscheinlich, da sie praktisch keine freien Kapazitäten haben, um den Energieverbrauch zu senken. Das könnte zur Schließung von Unternehmen mit kontinuierlichem Zyklus führen, was deren Zerstörung bedeuten würde. (Anm. d. Übers.: Das gilt zum Beispiel für die Stahlindustrie, denn wenn ein Brennofen einmal komplett heruntergefahren wird, ist er zerstört. Brennöfen müssen immer mit einer Mindestlast betrieben werden.)


Die kumulierten Verluste der deutschen Wirtschaft lassen sich nur ungefähr abschätzen. Selbst wenn die Einschränkung der russischen Lieferungen auf das Jahr 2022 begrenzt ist, werden die Folgen mehrere Jahre andauern, und die Gesamtverluste könnten 200 bis 300 Milliarden Euro erreichen. Das wird nicht nur der deutschen Wirtschaft einen verheerenden Schlag versetzen, sondern die gesamte EU-Wirtschaft wird unweigerlich zusammenbrechen. Wir sprechen hier nicht von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums, sondern von einer anhaltenden Rezession und einem Rückgang des BIP allein bei der materiellen Produktion um drei bis vier Prozent pro Jahr in den nächsten fünf bis sechs Jahren. Ein solcher Rückgang wird unweigerlich zu einer Panik auf den Finanzmärkten führen und diese möglicherweise zum Zusammenbruch bringen.

Der Euro wird unweigerlich und höchstwahrscheinlich unwiderruflich unter den Dollar fallen. Ein starker Rückgang des Euro wird folglich seinen weltweiten Verkauf zur Folge haben. Er wird zu einer toxischen Währung und alle Länder der Welt werden seinen Anteil an ihren Devisenreserven rasch reduzieren. Diese Lücke wird in erster Linie mit Dollar und Yuan gefüllt werden.


Eine weitere unvermeidliche Folge einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Rezession wird ein starker Rückgang des Lebensstandards und eine steigende Arbeitslosigkeit sein (bis zu 200.000 bis 400.000 allein in Deutschland), was die Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften und gut ausgebildeten jungen Menschen zur Folge haben wird. Es gibt heute buchstäblich keine anderen Ziele für eine solche Migration als die Vereinigten Staaten. Ein etwas geringerer, aber ebenfalls nicht unerheblicher Migrantenstrom ist aus anderen EU-Ländern zu erwarten.


Das untersuchte Szenario wird also sowohl indirekt als auch ganz direkt zur Stärkung der nationalen Finanzlage beitragen. Kurzfristig wird es den Trend der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Rezession umkehren und darüber hinaus die amerikanische Gesellschaft konsolidieren, indem es sie von unmittelbaren wirtschaftlichen Sorgen ablenkt. Das wiederum wird das Risiko bei der Wahl verringern.


Mittelfristig (4-5 Jahre) könnten sich die kumulierten Vorteile der Kapitalflucht, der neu ausgerichteten logistischen Ströme und des geringeren Wettbewerbs in den wichtigsten Branchen auf sieben bis neun Billionen Dollar belaufen.


Leider dürfte auch China mittelfristig von diesem sich entwickelnden Szenario profitieren. Gleichzeitig erlaubt uns die starke politische Abhängigkeit Europas von den USA, mögliche Versuche einzelner europäischer Staaten, sich China anzunähern, wirksam zu neutralisieren.


Ende der Übersetzung


Vor allem die Ausführungen über die Grünen und namentlich über Baerbock und Habeck sind interessant, weil Baerbock gerade erst (am 31. August) offen gesagt hat, dass sie exakt das umsetzen will, was in diesem Dokument gefordert wurde. Die Details von Baerbocks Aussage inklusive dem Link zu dem Video mit ihrer Aussage finden Sie hier. (

https://www.anti-spiegel.ru/2022/antwort-der-schwarmintelligenz-ja-baerbock-hat-das-wirklich-gesagt )


Nachtrag

Einige Stunden, nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich zusätzlich zu dem „nackten“ Text auch das „Original“, also die Deckblätter, geschickt bekommen. Dabei musste ich lachen, denn tatsächlich ist das Dokument von der RAND-Corporation verfasst worden. Ich habe so viele von deren Berichten und Studien gelesen, dass ich deren Stil schon in einem „nackten“ Text erkenne. Den Verdacht, dass die RAND-Corporation der Verfasser ist, habe ich in diesem Artikel sofort angedeutet.


Derzeit prüft Mr. X mit seinen Möglichkeiten, ob das Dokument auch schon irgendwo, zum Beispiel auf Seiten der US-Regierung, veröffentlicht wurde, obwohl es ursprünglich als „vertraulich“ eingestuft worden ist. Ich werde in den nächsten Tagen noch einmal auf das Dokument eingehen.




Info: https://www.anti-spiegel.ru/2022/mit-hilfe-der-gruenen-die-usa-planen-die-zerstoerung-der-deutschen-wirtschaft


unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.09.2022

Zurück in die Realität? – Habeck und Co. können die Energielücke nicht schließen

pressefreiheit.rtde.tech, 2 Sep. 2022 06:45 Uh, Von Rainer Rupp

Europa steht am Abgrund einer wirtschaftlichen und sozialen Krise, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Die EU-/NATO-Europäer haben sich das mit ihren "Selbstmord-Sanktionen" gegen Russland selbst angetan. Aber die unverbrüchliche Solidarität mit den Polit-Abenteurern in Kiew beginnt zu bröckeln. 


Zurück in die Realität? – Habeck und Co. können die Energielücke nicht schließen



Quelle: www.globallook


press.com © T.Seeliger

snapshot-photography


Seit der russischen Spezialoperation zur Entnazifizierung und Demilitarisierung in der Ukraine und dem auf Druck Washingtons begonnenen Wirtschaftskrieg haben die Sprechköpfe aus Politik und Medien die deutsche Öffentlichkeit mit zahllosen Varianten derselben Geschichte beglückt, Deutschland benötige weder russisches Erdgas noch Öl noch all die anderen wichtigen Rohstoffe aus dem Osten, die für eine Industrienation unabdingbar sind. Um das zu beweisen, sind die Herren und Damen der deutschen Bundesregierung rund um die Welt gereist, um nach ihrer Rückkehr mit kräftiger Unterstützung der Medien das heimische Publikum zu belügen: Alles sei in Ordnung, sie hätten die Lage im Griff, alles werde gut, solange die EU-, NATO- und G7-Staaten solidarisch am gleichen Sanktionsstrang gegen Russland ziehen.


Umdenken in Washington – zeichnet sich ein Richtungswechsel in der Sanktionspolitik ab?




Meinung

Umdenken in Washington – zeichnet sich ein Richtungswechsel in der Sanktionspolitik ab?





Aber egal, wie sehr man versucht, der Realität auszuweichen, sie holt einen schließlich ein. Und die Realität heißt, dass kurz- und mittelfristig das Angebot an knappen Energie-Rohstoffen nicht ausreichend erhöht werden kann. Erstens, weil viele Anbieter-Länder bereits am Rande ihrer Kapazität produzieren, zweitens können wegen der fehlenden logistischen Infrastruktur die Lücken nicht gestopft werden, die durch den Wegfall der bisher zuverlässig über Pipelines gelieferten, großen Mengen von russischem Öl- und Gas entstanden sind.


Diese in Deutschland und in der EU entstandene Riesen-Gas-Lücke könnte nur über den Seeweg verkleinert werden. Aber dazu fehlen – wie Habecks Besuch in Katar gezeigt hat – nicht nur der politische Wille der Grünen, langfristige Verträge einzugehen, sondern auch die notwendige Logistik, vor allem Schiffe, die Öl-Tanker und die super-teuren Spezialschiffe für Flüssiggas (LNG) sowie Kapazitäten zur Verflüssigung und Verladung von LNG. Um die im ausreichenden Maß zu bauen, benötigt man viel Zeit, denn … :


a) Nicht jede Werft kann LNG-Tanker bauen und die vorhandene Werft-Kapazität ist begrenzt, was bedeutet, dass erst noch mehr Spezialwerften gebaut werden müssen, bevor man mit dem Bau der Schiffe anfangen kann.


b) Für den Bau der zusätzlichen Werften und die LNG-Tanker sind gigantische Investitionen nötig. Diese sind aber mit einem hohen politischen Risiko verbunden, denn jeder Investor, privat oder staatlich, wird sich fragen, was passiert, in diesem oder im nächsten Winter in Europa und in Deutschland? Wenn etwa die Deutschen oder die Mehrzahl der europäischen Völker ihre korrupten Politiker davonjagen und die neuen Regierungen in den EU-Staaten auf Russlands Forderung nach gleichberechtigter Sicherheit in Europa eingehen und zugleich Moskau bitten würden, Nord Stream 2 zu öffnen. Würde Moskau auf das Angebot eingehen, dann würden sich die LNG-Investitionen in neue Werften und Schiffe und Verladeanlagen als finanzieller Flop mit riesigen Verlusten erweisen. Dass dieses Szenario so unwahrscheinlich nicht ist, darauf werde ich weiter unten näher eingehen.


Der Kanzler als Handelsreisender – Deutschlands einsame Außenpolitik im Namen der Energie




Analyse

Der Kanzler als Handelsreisender – Deutschlands einsame Außenpolitik im Namen der Energie





c) Fester Bestandteil der Politik der Grünen ist, so schnell wie irgend möglich aus allen fossilen Energieträgern auszusteigen, also auch aus Gas. Deshalb war der grüne Klima-Ideologe Habeck bei seinem Bettelbesuch in Katar nicht bereit, mit der dortigen Regierung über langfristig bindende Verträge zur Abnahme bestimmter Menge von LNG-Gas zu verhandeln. Stattdessen hatte Habeck gehofft, kurzfristig Lieferersatz für russisches Gas zu finden.


Allerdings hatte ein Regierungsvertreter von Katar bereits vor Habecks Reiseantritt verlauten lassen, dass sein Land an seiner Kapazitätsgrenze ist und kurzfristig seine Produktion von LNG im besten Fall nur geringfügig erhöhen könne. Zugleich gab er zu verstehen, dass sein Land feste Lieferverträge mit langjährigen, treuen Kunden hat, und diese auch weiterhin zuerst bedient würden. Bei seiner Ankunft in Katar musste der grüne Russenhasser Habeck dann feststellen, dass auch seine tiefste und höchst untertänige Verbeugung vor dem Gas-Scheich nicht ausreicht, ihn dazu zu bewegen, sein Scheichtum zum kurzfristigen Lückenbüßer für russisches Gas zu machen.


Stattdessen gab Katar Habeck und seiner Entourage von hochkarätigen deutschen Wirtschaftsvertretern zu verstehen, dass eine signifikante Produktionserhöhung Milliarden teure Investitionen zur Erschließung neuer Gas-Quellen, LNG-Verflüssigungs- und Verladeanlagen von Katar erfordern würde. Das war ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl: Wir sind nur an langfristigen Verträgen mit fest vereinbarten Liefermengen interessiert. Dazu gehört nicht selten, dass die vereinbarten Mengen vom Kunden in ihrer Gesamtheit bezahlt werden müssen, selbst wenn der Kunde nur einen Teil abnimmt. Zugleich schien Katar auch zu erwarten, dass sich Deutschland finanziell an den Investitionen in Katar beteiligt, die zur Erweiterung der LNG-Produktionskapazität des Landes notwendig wären.


War Habecks "feministische Außenpolitik" umsonst? Katar wird kein Gas liefern





War Habecks "feministische Außenpolitik" umsonst? Katar wird kein Gas liefern






Habecks groß aufgezogener Ausflug nach Katar war für die Ampelregierung auf der ganzen Linie ein Riesen-Flop. Der hätte für jeden halbwegs aufgeklärten Energiepolitiker von Anfang an voraussehbar sein müssen. Aber Dilettanten umgeben sich in der Regel mit noch größeren Dilettanten, so kann man die eigene Unfähigkeit besser verbergen, nach dem Motto: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Dies ist ein Merkmal, das allen führenden grünen Politikern gemeinsam ist.


Dennoch werden die offensichtlichen Fehler der grünen Regierungspolitiker, die für die Zukunft unserer Wirtschaft und für den sozialen Zusammenhalt und den bescheidenen Wohlstand der Bevölkerung eine echte und akute Gefahr darstellen, von den  Regierungs- und Konzernmedien bewundert und unaufhaltsam beklatscht. So wurde Habeck nach seiner Rückkehr aus Katar vorwiegend von den öffentlich-rechtlichen Sendern von Regierungspropaganda mit großem Tamtam gefeiert.


Nur einige wirtschaftsnahe Blogs im Internet wiesen auf die skandalöse Unfähigkeit des Wirtschaftsministers hin, ergebnislos aus Katar zurückzukommen. Inzwischen haben die deutschen Medien und die Politiker wieder ihre Kritik an den Menschenrechtsverletzungen in Katar und ihre Debatte über einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar reaktiviert. Davon war rund um den Habeck-Besuch so gut wie nichts zu hören. Liest man jetzt die Berichte über Katar, dann kann der deutsche Bürger geradezu froh sein, dass Habeck ohne Gas zurückgekommen ist.


Nach Absage Norwegens für zusätzliche Erdgaslieferungen: Scholz wirbt um kanadisches LNG-Gas





Nach Absage Norwegens für zusätzliche Erdgaslieferungen: Scholz wirbt um kanadisches LNG-Gas





Eine ähnliche Luftnummer, um der deutschen Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und zu suggerieren, dass die Ampel-Koalition alles im Griff hat, war der gemeinsame Besuch von Kanzler Scholz und Bundeswirtschaftsminister Habeck jüngst in Kanada. Erneut feierten ARD und ZDF atemlos die großartigen Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit Kanada von russischen Energieimporten unabhängig zu werden. Allerdings mussten deutsche Regierungskreise einräumen, dass in den nächsten zwei Jahren ohnehin nichts geliefert werden kann, weil es noch keine LNG-Exportterminals an der kanadischen Ostküste gibt. Dann ist wegen des enormen Widerstands der kanadischen Bevölkerung gegen die Umwelt vergiftende Förderung von Fracking-Gas noch unklar, ob Kanada überhaupt in der Lage sein wird, seine Förderung zu erhöhen.


So bleibt auch die Aussicht auf LNG-Lieferungen aus Kanada eine Fata Morgana, die der deutschen Bevölkerung überschwänglich als Realität verkauft wurde. Noch weiter in der Zukunft liegt die vereinbarte deutsch-kanadische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Wasserstoffs. Die Technologien für den Einsatz von Wasserstoff als Ersatz für Gas oder Öl stecken ebenso wie die Forschungen, inwieweit Wasserstoff überhaupt die fossilen Energieträger in den unterschiedlichen privaten und industriellen Anwendungen ersetzen kann, noch in den Kinderschuhen. Eines aber ist ganz sicher: Wasserstoff aus Kanada, der in Spezialschiffen über den Atlantik angelandet wird, wird für die Verbraucher hier sehr viel teurer sein als vergleichbare Mengen von russischem Pipeline-Gas.


Kanada statt Russland? Scholz und Habeck suchen weiter neue Energie- und Rohstoffquellen





Kanada statt Russland? Scholz und Habeck suchen weiter neue Energie- und Rohstoffquellen





Auch Hoffnungsträger Norwegen ist jetzt als potenzieller Gaslieferant zur wenigstens teilweisen Schließung der Lücke ausgefallen, die durch die selbstmörderischen Sanktionen der Ampelkoalition gegen russische Energieträger gerissen wurde. Norwegen deckt normalerweise den allergrößten Teil seines Stromverbrauchs aus Wasserkraft, über die das Land aufgrund seiner Geografie hinreichend verfügt, aber dieses Jahr wurde auch Norwegen von der in Europa vorherrschenden Trockenheit getroffen und musste daher verstärkt auf Gas zur Stromerzeugung zurückgreifen. Oslo hat daher den Export von Gas nicht nur nach Deutschland, sondern auch in skandinavische Länder vermindert.


Politisch wurde dieser Schritt in Oslo damit gerechtfertigt, dass man die eigene Bevölkerung vor den drastischen Energiepreiserhöhungen beschützen möchte, die die Menschen in den EU-Ländern treffen. Diese Ungleichheit in der Belastung der Bevölkerung hat wiederum zu wütenden Beschimpfungen der norwegischen Regierung in den skandinavischen Nachbarländern geführt. Die werfen Oslo vor, sich mit diesem Schritt aus der Solidaritätsbekundung der übrigen NATO-Länder mit der Ukraine verabschiedet zu haben, denn in allen anderen EU-/NATO-Ländern müsse die Bevölkerung zumindest einen Teil der hohen Kosten der Energiekrise tragen.

Ähnliche Auflösungserscheinungen der EU-/NATO-Solidarität, die anscheinend in Frieren und Hungern für die Ukraine besteht, werden auch aus Bulgarien gemeldet, das im Alleingang dem ungarischen Beispiel nacheifern will. Die Tatsache, dass es Bulgarien nicht gelungen ist, angesichts des nahenden Winters alternative Gaslieferanten zu finden, haben das Land zum Umdenken veranlasst und es will jetzt doch wieder Gas aus Russland beziehen.

"Die bulgarischen Unternehmen werden den hohen Gaspreis nicht verkraften können, was in der Praxis Verhandlungen mit Gazprom Export über die Wiederaufnahme der Gaslieferungen im Rahmen des aktuellen Abkommens unumgänglich macht",

betonte der Energieminister des Landes, Rossen Hristov, vergangene Woche anlässlich seiner Gespräche in Moskau.


Erinnern Sie sich, liebe Leser, als vor etwas mehr als sechs Monaten die Eliten der EU dem bösen Wladimir Putin zeigen wollten, wer der Boss im europäischen Haus ist. Ihre in Radikalität und Schärfe historisch einmaligen Strafsanktionen, um die russische Wirtschaft zu ruinieren, waren verbrämt mit von unschuldiger Tugend tropfenden Solidaritätsbekundungen mit den nationalistischen Gewaltextremisten und Faschisten in Kiew.


US-Unternehmen suchen nach Wegen, den Handel mit Russland heimlich wieder aufzunehmen





US-Unternehmen suchen nach Wegen, den Handel mit Russland heimlich wieder aufzunehmen





Diese haben seit dem gewaltsamen Sturz der rechtmäßigen, demokratisch gewählten Regierung im Jahr 2014 auf dem Maidan einen blutigen Krieg gegen die eigene Bevölkerung in der Ost-Ukraine geführt, weil die dort ansässigen, hauptsächlich russisch sprechenden Menschen sich weigerten, unter der Knute der von Faschisten gestützten Putschisten-Regierung in Kiew zu leben.


Der Krieg Kiews mit Unterstützung von EU und NATO gegen die Menschen in der Ostukraine hat laut UN-Berichten mit Stand vom Dezember letzten Jahres insgesamt 14.000 Zivilisten das Leben gekostet. Eine diplomatische Lösung des Konfliktes im Rahmen von Minsk II, ein Dokument, das die ukrainische Regierung laut Angaben des damaligen Ministerpräsidenten Poroschenko nur als Täuschungsmanöver unterschrieben hatte, wurde von Kiew bis zuletzt systematisch verzögert.


Solange, bis sich Russland am 24. Februar dieses Jahres entschied, den Krieg in der Ostukraine ein für alle Mal mit einer militärischen Spezialoperation zur Entnazifizierung und Demilitarisierung der Ukraine zu beenden. Darauf reagierten dann die EU-Eliten, indem sie in völliger Verkennung der Realität und der Situation auf den Energiemärkten mit der Verhängung der Sanktionen gegen die meisten russischen Energieexporte begannen. Sie hatten damit den Grundstein zum eigenen wirtschaftlichen Selbstmord gelegt, der inzwischen schon weit fortgeschritten ist.


Wie "Russophrenie" uns langsam in einen großen europäischen Krieg führt




Meinung

Wie "Russophrenie" uns langsam in einen großen europäischen Krieg führt






Nun steht Europa vor einer historischen wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe, die durch die finanzwirtschaftlichen und monetären Probleme der EU-Länder nur noch verschärft wird. Besonders schmerzhaft für die EU-Eliten ist die Ironie, dass ausgerechnet die von ihnen erdachten Sanktionen zur "Ruinierung der russischen Wirtschaft" (Baerbock) dafür gesorgt haben, dass Russland sich eines neuen, goldenen Zeitalters für seine Öl- und Gasexporte erfreuen kann. Laut Wall Street Journal vom Montag in dieser Woche

"… pumpt Russland fast so viel Öl auf den Weltmarkt wie vor seiner Invasion der Ukraine. Mit steigenden Ölpreisen verdient Moskau auch mehr Geld. (…) Mit den Ölexporten hat Russland in diesem Jahr einen durchschnittlichen monatlichen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar erzielt, verglichen mit einem monatlichen Durchschnitt von 14,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021."

Nachdem also erkannt wurde, wie bedeutungslos und zwecklos die Sanktionen waren, begann Europas "tugendhafte Solidarität" mit der Ukraine zu bröseln, nicht nur in Ungarn und Bulgarien, sondern auch in der Hauptstadt der Niederlande, die möglichst unbemerkt das unzerbrechliche Bündnis der europäischen Titanic mit der Ukraine verlassen und mit einem Rettungsboot von Gazprom davon segeln will. Am vergangenen Donnerstag hat die Verwaltung der niederländischen Hauptstadt Den Haag angekündigt, eine "vorübergehende" Befreiung von den EU-Sanktionen gegen Russland zu beantragen, da sie Schwierigkeiten hat, rechtzeitig einen Ersatz für ihren Vertrag mit dem russischen Gasversorger Gazprom zu finden.


“Diese Sanktionen sind nicht notwendig" - Den Haag will weiterhin russisches Gas beziehen



“Diese Sanktionen sind nicht notwendig" - Den Haag will weiterhin russisches Gas beziehen





Laut der Stadtverwaltung hatte sie im Juni und Juli eine EU-weite Ausschreibung für die Lieferung von Gas durchgeführt, aber keine Angebote von potenziellen Lieferanten erhalten. Das dürfte wohl daran gelegen haben, dass die Stadt nicht bereit war – einen viel höheren Preis als zuvor zu bezahlen. Dass es so kommen würde, daran hatte im Februar dieses Jahres, als alle bereit waren, sich kollektiv von der Sanktionsklippe zu stürzen, wohl keine der EU-Intelligenzbestien gedacht.


Den Haag ist nicht die einzige niederländische Gemeinde, die einen Energievertrag mit Gazprom hat. Laut Reuters gibt es viele davon. Aber Den Haag ist die erste, die eine Ausnahme von den Sanktionen beantragen will. Wenn ihr das gewährt wird, dann ist zu erwarten, dass jede einzelne andere europäische Stadt diesem Beispiel folgt, mit Ausnahme der Grün-versifften deutschen Städte.


Eingangs wurde unter Punkt b) ein hohes politisches Risiko erwähnt, das mit langfristigen Investitionen in die LNG-Produktion und dessen Verflüssigung und Verschiffung verbunden ist. Dass das viel teurere LNG-Gas nur noch wenige Abnehmer in Europa finden und es zu einem Überangebot an LNG und zu einem Preisverfall kommen würde, der viele Produzenten und Logistik-Anbieter in den Ruin treiben würde, liegt nahe, die überhöhten Energiekosten und den Verlust der staatlichen Investitionen, die wiederum die Bürger bezahlen, eingeschlossen.


Neuordnung der Bundeswehrführung deutet auf vermehrte Übernahme polizeilicher Aufgaben




Neuordnung der Bundeswehrführung deutet auf vermehrte Übernahme polizeilicher Aufgaben






Das könnte das Fass zum Überlaufen bringen: Schließlich hat sogar Bundesminister Habeck wiederholt vor Unruhen im kommenden Winter gewarnt. Auch hat die Bundesregierung bereits entsprechende Vorsorge getroffen, indem sie Spezialeinheiten der Bundeswehr zur Niederschlagung von Demonstrationen und zur Bekämpfung ziviler Unruhen ausbildet. Zugleich wurde der Posten des dafür zuständigen Abteilungsleiters im Innenministerium mit einem aktiven Bundeswehrgeneral besetzt. Ein Militärangehöriger auf zivilem Regierungsposten, damit beweist die Ampelkoalition öffentlich ihre Bereitschaft, das bisherige Tabu des verbotenen Einsatzes der Bundeswehr gegen die Zivilbevölkerung zu brechen, um so ihre korrupte Herrschaft weiterhin zu sichern.


Die vorhersehbaren, katastrophalen Folgen dieser korrupten Politik nehmen die herrschenden Eliten billigend in Kauf. Denn es ist ihnen klar, früher oder später wird die Regierungspropaganda versagen, spätestens wenn der Großteil der Bevölkerung friert, teilweise hungert, und wegen Massenarbeitslosigkeit weiter verarmt, während die Inflation den Löhnen und den Unterstützungszahlungen davon galoppiert. Spätesten dann werden die Menschen verstehen, dass die Politiker und die Regierung nicht dem Volk, sondern nur sich selbst gedient haben, indem sie den EU-/NATO-Eliten und den neoliberalen Globalisten des Davoser WEF den Weg bereiteten und das Volk über Klima-Hysterie, Corona-Angst und Russen-Hass zur endgültigen Ausplünderung gefügig machten.


Mehr zum Thema - Die Medien und ihre Suche nach den Schuldigen für die Gaskrise


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/147668-zuruck-in-realitaet-habeck-energieluecke


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

01.09.2022

Baerbock: Russland muss strategisch scheitern – ... und es ist egal, was meine Wähler sagen

pressefreiheit.rtde.tech,1 Sep. 2022 13:12 Uhr

Nachdem es nicht gelungen ist, Russland zu ruinieren, zielt die deutsche Außenministerin nun auf ein strategisches Scheitern Russlands ab. Dem Widerstand gegen die steigenden Kosten der deutschen Konfrontationspolitik will die Ministerin mit "strategischer Kommunikation" begegnen. 77 Prozent der Bundesbürger wollen allerdings Verhandlungen über ein Kriegsende.


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In einem als Verschlusssache eingestuften Papier, das der dpa vorliegt, formuliert die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ein neues Ziel für die Auseinandersetzung mit Russland. Ziel ist es demnach nicht mehr, Russland zu ruinieren. Das von Baerbock anvisierte Ergebnis ist vielmehr, ein strategisches Scheitern der Russischen Föderation herbeizuführen.


Baerbock: Müssen mit "Selbstbetrug" aufhören, "wir hätten jemals billiges Gas aus Russland erhalten"




Baerbock: Müssen mit "Selbstbetrug" aufhören, "wir hätten jemals billiges Gas aus Russland erhalten"






Die deutsche Russlandpolitik werde künftig von vier Säulen getragen, wie aus dem Papier hervorgeht: die Stärkung der eigenen Wehrhaftigkeit, die Unterstützung von russischen Regimegegnern, die finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine, sowie die Zusammenarbeit mit weltweiten Partnern bei der Verteidigung des internationalen Rechts.

Verhandlungen mit Russland und die diplomatische Suche nach einem Weg aus der Krise sind auch in dem neuen Konzept der Außenministerin nicht vorgesehen. 

Baerbock macht deutlich:

"Um künftigen Aggressionen vorzubeugen, muss sich Russlands Krieg gegen die Ukraine in ein strategisches Scheitern verwandeln."

Dieses Scheitern ist umfassend definiert, nicht nur militärisch. Angedacht ist beispielsweise auch die Entkoppelung von russischer Energie.


Eingeräumt wird in diesem Zusammenhang, dass die Unterstützung der Ukraine einen Preis hat, der absehbar noch einmal steigen wird. Dem zunehmenden Widerstand gegen den damit einhergehenden Wohlstandsverlust will Baerbock mit sogenannter strategischer Kommunikation begegnen.


Demokratieverständnis von Außenministerin #Baerbock beim gestrigen Panel des @Forum_2000: "Egal was meine Wähler denken, aber ich will die Erwartungen des ukrainischen Volkes erfüllen."

Ja, ich bin kriegsmüde






Meinung

Ja, ich bin kriegsmüde






Das heißt, die Einstellung der Deutschen gegen eine weitere Unterstützung der Ukraine soll durch gezielte Manipulationen im Sinne der neuen Zielsetzung beeinflusst werden. Auch hier setzt Baerbock nicht auf Dialog und die Suche nach tragfähigen Kompromissen. Man müsse verdeutlichen, dass ein Sieg der Ukraine auch die Sicherheit in der EU und in Deutschland erhöhe.


Der Vorschlag Baerbocks diente als Diskussionsgrundlage für das informelle EU-Außenministertreffen am vergangenen Dienstag und Mittwoch in Prag. Dass ihr Vorschlag die Wünsche in der deutschen Bevölkerung ignoriert, ist der grünen Außenministerin allerdings durchaus bewusst. Während der abschließenden Diskussionsrunde in Prag sagte sie:

"Egal was meine Wähler denken, aber ich will die Erwartungen des ukrainischen Volkes erfüllen."

Wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervorgeht, sind 77 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass der Westen Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs anstoßen sollte. Baerbock lehnt Verhandlungen mit Russland dagegen bisher kategorisch ab.


Die Forsa-Umfrage wurde im Auftrag von RTL Deutschland am 26. und 29. August 2022 durchgeführt. Befragt wurden dabei 1.011 Bürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozent.


Mehr zum Thema - Vom Menschenrechtsfundamentalismus einer "wertegeleiteten Außenpolitik"


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

01.09.2022

Paranoia im Habeck-Ministerium – Jagd auf "russische Spione"

Spionierten Beamte in Robert Habecks Wirtschaftsministerium für Russland? Mit diesem Verdacht hatten sich laut der "Zeit" Vertraute des Grünen-Politikers an den Verfassungsschutz gewandt. Ins Visier kamen die Beamten wohl, weil sie politisch konträre Positionen zu ihrem Minister vertraten.


Paranoia im Habeck-Ministerium – Jagd auf "russische Spione"


Quelle: www.globallookpress.com © Chris Emil Janssen


Zitat: Derzeit gehe es lediglich "um einen bitterbösen Verdacht", wie die Wochenzeitung Die Zeit schreibt, doch der Fall habe "das Zeug zu einem Polit-Skandal" zu werden. Der für Spionageabwehr zuständige Verfassungsschutz soll laut dem Bericht zwei leitende Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ins Visier genommen haben. Die Beamten bekleiden demnach wichtige Posten, die mit dem Bereich Energieversorgung verknüpft sind. Und sie fielen wohl – aus der Sicht einiger im Ministerium – in Fragen der Gas- und Energiepolitik mit einer auffallend russlandfreundlichen Position auf.


Gazprom-Chef Alexei Miller: Russlands Gasvorräte reichen für 100 Jahre





Gazprom-Chef Alexei Miller: Russlands Gasvorräte reichen für 100 Jahre






Die Überprüfung der Mitarbeiter sollen Vertraute des Ministers, Grünen-Politiker Robert Habeck, selbst veranlasst haben. So hätten sie sich im Frühjahr an den Geheimdienst gewandt und über "Ungereimtheiten" in Unterlagen berichtet, in denen es um für Deutschland so wichtige Angelegenheiten wie Nord Stream 2, Füllstand der Gasspeicher oder Versorgungssicherheit des Landes geht. Laut der Zeit baten Habecks Vertraute die für Spionageabwehr zuständige Behörde um Amtshilfe. Denn in diesen internen Papieren habe es "nur so von Verständnis für die russische Sicht getrieft." Die darin angeführten Argumente stimmten demnach oft nicht mit der "offiziellen Linie der Bundesregierung" überein.


Die Zeit schreibt weiter:

"Bei allen großen Diskussionen des Winters, die sich um das Thema Gaslieferungen drehten, hätten die für das Thema zuständigen Ministerialbeamten eine Position eingenommen, die meilenweit von der politischen Linie ihres Ministers abgewichen sei."

Dabei ging es demnach etwa um die Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2, den Status von Gazprom Germania oder die milliardenschwere Rettung des Energiekonzerns Uniper. Die besagten Mitarbeiter sollen stets eine Position vertreten haben, die von jener des Ministers abwich. Laut Zeit sei intern von "Obstruktion" die Rede. Auf die Nennung von Namen, konkreten Abteilungen oder Postenbezeichnungen verzichtete die Zeitung, um die betreffenden Personen zu schützen. Denn, es sei ein bloßer Verdacht geäußert worden, aber in anderen ähnlichen Fällen hatte schon dies für private Dramen und ein Karriereende gesorgt. In dem Bericht wollte man wohl jegliche Rückschlüsse auf die Identität der Betroffenen verhindern.


Bloomberg: Kompletter Gas-Stopp in die EU für Russland wirtschaftlich kein Problem





Bloomberg: Kompletter Gas-Stopp in die EU für Russland wirtschaftlich kein Problem






Der Geheimdienst begann mit einer Überprüfung, durchforstete die Lebensläufe der betreffenden Beamten und stieß demnach auf "biografische Auffälligkeiten". So fand man bei einem der beiden verdächtigen Mitarbeiter einen "Studienaufenthalt" in Russland oder nach der Überprüfung der privaten Freundschaften der besagten Personen auch eine "emotionale Nähe zu Russland" – aber nichts Substanzielles. Wie es in dem Bericht weiter heißt, wurden "keine handfesten Beweise" für Spionage oder Korruption gefunden.


Die Zeit, nach eigenen Angaben "Deutschlands führende Qualitätszeitung" mit über 600.000 verkauften Exemplaren und einer Reichweite von mehr als zwei Millionen Lesern, stellt zwar eine wahrlich reißerische Überschrift über ihren Artikel – "Moskau sieht mit". Das Blatt muss am Ende seines Berichts jedoch konstatieren, dass es wohl keine "tatsächlichen Anhaltspunkte" für eine Spionagetätigkeit der Mitarbeiter gegeben habe. Dafür würde auch das Detail sprechen, dass bei den betreffenden Mitarbeitern keine "vollständige Überwachung inklusive Observationen, abgehörter Telefonate und mitgelesener E-Mails" durchgeführt wurde. Dass die Vertrauten des Ministers aber gleich den Geheimdienst ins Haus holten, dürfte laut der Zeitung Beamte in Habecks Ministerium "befremden".


Mehr zum Thema - Die Medien und ihre Suche nach den Schuldigen für die Gaskrise


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