Geostratege Mearsheimer:
weltwoche.ch, vom 14.05.2022, John J. Mearsheimer
Zitat: John J. Mearsheimer ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Chicago und befasst sich hauptsächlich mit Geopolitik. Er sprach im März 2022 über die Ursachen des Ukraine-Kriegs und dessen wahrscheinlichen Ausgang. Wir dokumentieren den hochinteressanten Vortrag in einer leicht gekürzten deutschen Fassung. Das englische Original ist frei auf Youtube anzuhören:
Ich möchte heute über die Ursachen der Ukraine-Krise sprechen und darüber spekulieren, wohin das alles führen wird.
Was die Ursachen betrifft, hat man zwei Möglichkeiten. Man kann argumentieren, dass der Westen und vor allem die USA die Krise verursacht haben. Oder man kann argumentieren, dass die Russen die Krise verursacht haben.
Die gängige Meinung in den USA und im Westen im Allgemeinen ist, dass die Russen dafür verantwortlich seien. Vor allem Wladimir Putin sei verantwortlich.
Ich glaube das nicht. Meiner Meinung nach trägt der Westen die Hauptverantwortung für das, was heute geschieht. Es ist weitgehend das Ergebnis der Entscheidung von April 2008, die Ukraine und Georgien in die Nato aufzunehmen.
Wir wollten die Ukraine auf Teufel komm raus in die Nato integrieren. Die Russen sagten damals kategorisch, dass dies für sie inakzeptabel sei. Sie machten deutlich, dass sie die ersten beiden Tranchen der Nato-Erweiterung – die Erweiterung von 1999 und die Erweiterung von 2004 –, geschluckt hätten, aber Georgien und die Ukraine würden nicht Teil der Nato werden. Sie zogen eine Grenze im Sand.
Sie sagten: «Das ist eine existenzielle Bedrohung für uns.»
Im August 2008 kam es dann tatsächlich zu einem Krieg zwischen den Russen und den Georgiern, bei dem es um die Frage ging, ob Georgien der Nato beitreten sollte oder nicht.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die westliche Politik, wenn wir uns nun auf die Ukraine konzentrieren, eigentlich aus drei Säulen bestand.
Die wichtigste Säule war die Integration der Ukraine in die Nato.
Die beiden anderen Säulen bildeten die Integration der Ukraine in die Europäische Union und die Umwandlung der Ukraine in eine pro-westliche liberale Demokratie, das heisst die Umsetzung der Orangen Revolution von 2004/2005.
Diese drei Säulen der Strategie zielten darauf ab, die Ukraine zu einem pro-westlichen Land zu machen, zu einem Land im Orbit des Westens, das an der Grenze zu Russland liegt. Die Russen haben damals unmissverständlich klargestellt, dass dies nicht geschehen würde.
Das führte zu zwei Krisen. Die erste Krise brach im Februar 2014 aus, die zweite im Dezember 2021. Am 24. Februar 2022 begann schliesslich der Krieg.
Beginnen wir mit der ersten Krise von Februar 2014. Sie wurde zum grossen Teil durch einen von den USA unterstützten Staatsstreich in der Ukraine ausgelöst, der dazu führte, dass der pro-russische Präsident Wiktor Janukowytsch gestürzt und durch einen pro-amerikanischen Premierminister ersetzt wurde.
Für die Russen war das unerträglich. Gleichzeitig debattierten die Russen mit dem Westen und mit den Ukrainern über die EU-Erweiterung. Im Hintergrund lauerte zu diesem Zeitpunkt immer die Frage der Nato-Erweiterung.
Das führte zu einer Explosion, die zwei Folgen hatte. Zum einen nahmen die Russen der Ukraine die Krim weg. Sie hatten nicht die Absicht, die Hafenstadt Sewastopol jemals der Nato zu überlassen. Zweitens trugen die Russen dazu bei, dass in der Ostukraine ein Bürgerkrieg ausbrach, der auch nach 2014 andauerte.
Dann, im Dezember 2021, kam es zu einer zweiten grossen Krise. Meiner Meinung nach wurde sie vor allem dadurch ausgelöst, dass die Ukraine de facto Mitglied der Nato wurde. Im Westen, insbesondere in Washington, ist es üblich zu sagen, Russland habe nichts zu befürchten. Die Nato tue nichts, um die Aufnahme der Ukraine voranzutreiben. Ich denke, de jure ist das absolut richtig, aber de facto ist das falsch.
Es war Präsident Donald Trump war, der beschloss, die Ukrainer zu bewaffnen. Wir bewaffneten die Ukrainer, wir bildeten die Ukrainer aus, wir knüpften immer engere diplomatische Beziehungen zu den Ukrainern. Das verschreckte die Russen.
Es verschreckte die Russen im Sommer 2021, als das ukrainische Militär Drohnen gegen russische Truppen in der Donbass-Region eingesetzte und die Briten einen Zerstörer durch russische Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer fuhren. Es verschreckte die Russen im November 2021, als US-Bomber innerhalb von 13 Meilen vor der russischen Küste flogen.
Diese Ereignisse, verbunden mit der faktischen Aufnahme der Ukraine in die Nato, brachten die Russen an den Siedepunkt, wie Aussenminister Sergej Lawrow sagte. Am 24. Februar marschierten sie in die Ukraine ein. Jetzt befinden wir uns mitten in einem echten Krieg, nicht nur in einem Bürgerkrieg in der Ostukraine, den wir vor dem 24. Februar hatten.
Das bringt uns zu der Frage, was die gängige Meinung zu diesem Thema sei und wie ich über das Gegenargument denke. Das Gegenargument lautet, dass dies nichts mit der Nato-Erweiterung zu tun habe.
Es ist bemerkenswert, wenn man den Leuten in der Verwaltung zuhört und wenn man Leitartikel in der Washington Post liest, wo es heisst, der Krieg habe nichts mit der Nato-Erweiterung zu tun. Ich weiss nicht, wie man das sagen kann.
Die Russen sagen seit April 2008, dass es hier nur um die Nato-Erweiterung gehe – dass die Nato-Erweiterung in der Ukraine eine existenzielle Bedrohung für sie darstelle. Aber die Amerikaner weigern sich einfach, das zu glauben. Nicht alle Amerikaner, aber viele Amerikaner, und ganz sicher die politische Elite in diesem Land.
Stattdessen haben sie eine Geschichte erfunden, dass es nicht die amerikanische Politik, nicht die Nato-Erweiterung sei, die diesen Zug antreibe. Stattdessen sei Wladimir Putin entweder darauf aus, die Sowjetunion wiederherzustellen, oder daran interessiert, ein grösseres Russland zu schaffen. So oder so, letztlich sei er ein Expansionist. Gott sei Dank hätten wir die Nato erweitert, denn wenn wir sie nicht erweitert hätten, wäre er wahrscheinlich schon in Berlin, wenn nicht sogar in Paris.
Das ist das Hauptargument: Putin sei ein Aggressor.
Mit diesem Argument gibt es eine Reihe von Problemen. Zunächst einmal hat vor dem 22. Februar 2014 niemand behauptet, Putin sei ein Aggressor. Niemand hat behauptet, dass die Nato-Erweiterung notwendig sei, um Russland einzudämmen. Wir hielten Putin nicht für ein Problem. Als die Krise am 22. Februar 2014 ausbrach, waren wir tatsächlich schockiert.
Wenn man sich die Zeitungen von damals anschaut, wurde die Obama-Regierung mit heruntergelassenen Hosen erwischt. Und warum? Weil sie nicht geglaubt hat, dass die Russen aggressiv sind. Nach dem Ausbruch der Krise mussten wir eine Geschichte erfinden, um nicht für die Geschehnisse verantwortlich gemacht zu werden. Wir mussten den Russen die Schuld geben, also behaupteten wir, Putin sei ein Aggressor und Expansionist.
Der zweite Grund, warum man die Version der US-Regierung bezweifeln sollte, ist, dass Putin nie gesagt hat, er wolle die Sowjetunion wiederherstellen oder ein grösseres Russland schaffen. Er hat nie gesagt, er wolle die Ukraine erobern und in Russland integrieren.
Es steht ausser Frage, dass Putin in seinem Herzen der Meinung ist, es wäre angemessen, wenn die Ukraine ein Teil Russlands würde. Er hat deutlich gemacht, dass er in seinem Herzen gerne die Sowjetunion wiederherstellen würde. Aber er hat ebenso deutlich gemacht, dass er in seinem Kopf genau wisse, dass das eine schlechte Idee sei.
Wenn man sich seine Äusserungen ansieht, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass er die Sowjetunion wiederherstellen oder ein grösseres Russland schaffen wolle. Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Er hat gar nicht die Fähigkeit dazu.
Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens verfügt Putin nicht über ein ausreichend grosses Militär. Russlands Bruttosozialprodukt ist kleiner ist als das von Texas. Das Russland von heute ist nicht die Sowjetunion in ihrer Blütezeit.
Zweitens wissen die Russen, dass die Besetzung von Ländern in Osteuropa ein Rezept für grosse Schwierigkeiten ist. Denken Sie an Ostdeutschland 1953, an Ungarn 1956, an die Tschechoslowakei 1968, an die ständigen Schwierigkeiten mit den Polen.
Die Besetzung der Ukraine und der baltischen Staaten wäre, als würde man ein Stachelschwein verschlucken. Es wäre schlicht verrückt. Wenn man sich ansieht, was die Russen in der Ukraine militärisch tun, dann sieht es nicht so aus, als wollten sie das Land erobern, besetzen und in ein grösseres Russland integrieren.
Wie dem auch sei, jetzt herrscht Krieg. Und ich denke, wir sind alle sehr an der Frage interessiert, wie es weitergehen wird.
Lassen Sie mich mit der US-Politik beginnen. Die US-Politik besteht darin, den Druck zu erhöhen. Das ist es, was wir tun werden. Das ist es, was wir nach 2014 getan haben. Anstatt eine Neubewertung vorzunehmen und zu sagen: «Vielleicht ist die Nato-Erweiterung keine so gute Idee», sind wir in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Die Russen haben sehr wohl verstanden, dass wir die Ukraine de facto zu einem Mitglied der Nato machen.
Das gilt heute mehr denn je. Wir ermutigen die Ukrainer zum Widerstand. Wir werden bis zum letzten Ukrainer kämpfen, aber wir werden nicht für sie kämpfen. Wir werden sie bewaffnen und hoffen, dass sie durchhalten. Niemand glaubt, dass sie die Russen besiegen werden. Aber vielleicht gibt es eine Pattsituation.
Die Schlüsselfrage ist: Was werden die Russen tun? Ich habe den Eindruck, dass viele im Westen glauben, wenn die Ukrainer nur genug Widerstand leisten, werden die Russen schon irgendwann aufgeben. Oder es kommt zu einem Putsch in Moskau, und die neuen Führer Russlands werden sich mit uns arrangieren.
Ich habe mein ganzes Erwachsenenleben damit verbracht, die Politik der Grossmächte zu studieren, und ich sage Ihnen: So funktioniert die Welt nicht, und schon gar nicht die Russen.
Sie müssen verstehen, was ich über die Entscheidung vom April 2008 gesagt habe, die Ukraine und Georgien in die Nato aufzunehmen. Die Russen sagten damals, das sei eine existenzielle Bedrohung.
Jetzt reden wir vom Szenario einer russischen Niederlage in der Ukraine. Das ist für die Russen viel schlimmer als das, was im April 2008 passiert ist – viel schlimmer als das, was im Februar 2014 passiert ist. Darum werden die Russen niemals aufgeben. Vielmehr werden sie die Ukraine zerschlagen. Notfalls werden sie die grossen Geschütze auffahren. Sie werden Kiew und ukrainische Städte in Schutt und Asche legen.
Wissen Sie, was im Zweiten Weltkrieg geschah, als die USA Anfang 1945 mit der Möglichkeit konfrontiert waren, in Japan einmarschieren zu müssen?
Wir beschlossen, ab dem 10. März 1945 die japanischen Städte bis auf die Grundmauern niederzubrennen. In der ersten Nacht, in der wir Tokio bombardierten, starben mehr Menschen als in Hiroshima oder Nagasaki. Wir legten systematisch Japans Städte in Schutt und Asche. Und warum? Weil wir nicht einmarschieren wollten.
Die Russen werden in der Ukraine alle Register ziehen, um sicherzustellen, dass sie gewinnen. Und dann ist da noch die nukleare Dimension der Sache. Die Russen haben ihre Atomwaffen bereits in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Nochmals: Wenn wir anfangen zu gewinnen und die Russen anfangen zu verlieren, dann müssen Sie verstehen, dass wir hier eine nuklear bewaffnete Grossmacht, die das Geschehen als existenzielle Bedrohung ansieht, in die Enge treiben. Das ist gefährlich.
Erinnern Sie sich an die Kuba-Krise? Ich glaube nicht, dass das, was in der Kuba-Krise geschah, für uns so bedrohlich war, wie es diese Situation für die Russen ist.
Wenn man sich anschaut, wie die amerikanischen Entscheidungsträger um Präsident John F. Kennedy damals dachten, dann hatten sie eine Heidenangst. Sie sahen in den sowjetischen Raketen auf Kuba eine existenzielle Bedrohung, und sie waren bereit, unser Atomwaffenarsenal gegen die Sowjetunion einzusetzen. So ernst wird es Grossmächten, wenn sie glauben, dass sie sich einer existenziellen Bedrohung gegenübersehen.
Meiner Meinung nach befinden wir uns in einer sehr gefährlichen Situation. Ich denke, die Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs ist sehr gering, aber die Wahrscheinlichkeit muss nicht hoch sein, damit ich wegen der mit dem Einsatz von Atomwaffen verbundenen Konsequenzen wirklich Angst habe.
So oder so glaube ich, dass die Russen diesen Krieg gewinnen werden. Fragen Sie sich, für wen mehr auf dem Spielt steht, für die Russen oder für die Amerikaner?
Den Amerikanern liegt nicht so viel an der Ukraine. Wir haben deutlich gemacht, dass wir nicht einmal bereit sind, für die Ukraine zu kämpfen, also ist sie für uns nicht so wichtig.
Für die Russen – das haben sie deutlich gemacht – ist dieser Konflikt mit der Nato eine existenzielle Bedrohung. Das Gleichgewicht der Entschlossenheit ist meiner Meinung nach zugunsten der Russen verschoben. Wenn wir uns auf der Eskalationsleiter nach oben bewegen, werden sich meiner Einschätzung nach die Russen durchsetzen.
Die Frage ist nun, wer diesen Krieg verliert. Ich denke, dass es für USA keine grosse Rolle spielt, ob wir in dem Sinne verlieren, dass die Russen in der Ukraine die Oberhand gewinnen.
Ich denke, die wahren Verlierer dieses Krieges sind die Ukrainer. Wir haben uns stark dafür eingesetzt, sie zu einem westlichen Bollwerk an den Grenzen Russlands zu machen, obwohl die Russen deutlich gemacht haben, dass dies für sie inakzeptabel sei.
Wir haben einen Stock genommen und dem Bären ins Auge gestochen. Jetzt wehrt sich der Bär und ist daran, die Ukraine zu zerreissen.
Wir sind wieder da, wo wir angefangen haben: Wer trägt die Verantwortung dafür? Tragen die Russen die Verantwortung dafür? Das glaube ich nicht. Es steht ausser Frage, dass die Russen die Drecksarbeit machen. Ich möchte diese Tatsache nicht verharmlosen, aber die Frage ist, was die Russen dazu veranlasst hat, dies zu tun. Meiner Meinung nach ist die Antwort sehr einfach: die Vereinigten Staaten von Amerika.
154 Kommentare zu “Geostratege Mearsheimer: Der Westen trägt eine Hauptverantwortung für das Ukraine-Desaster. Die Strategie der Amerikaner verschlimmert die Lage. Am Ende dürften die Russen gewinnen”
russenluegenimmer
Auch ein Professor kann viel Unsinn verbreiten, wenn er von Russland bezahlt wird... Der Westen ist also Schuld daran, dass Putin in der Ukraine einmarschiert ist. Außerdem darf man sich nicht wehren, wenn Russland gedenkt, das Rad der Geschichte zurück zu drehen und das ukrainische Volk a u s z u l ö s c h e n. Was Russland als Besatzungsmacht leistet, konnte man ja sehen (die getöteten Menschen z.B. in Butcha waren k e i n e Schauspieler. Mir fehlen einfach die Worte...
Hans Eber
Das Wichtigste ist für den Autoren, was die Russen "schon immer gesagt" haben. Und? 1. hat Putin kaum einmal für die Russen geredet, sondern für seine Kleptokratenclique und 2. wird seit 1917 von dort meistens gelogen. "Wir beabsichtigen nicht, die Ukraine anzugreifen". Es darf die freie Welt spätestens seit Hitler nicht danach handeln, was die Tyrannen sagen, sondern was sie tun und zu tun fähig sind. Deshalb hätte Putin mit allen Mitteln gestoppt werden müssen. Und er muss es jetzt werden.
nam
Und schon wieder sind es die bösen Amerikaner... wie immer... und alles war geplant, wahrscheinlich ist auch Putin nur eine amerikanische Marionette...
putin the terrible.
Kampf der Geostrategen. Geostratege Mearsheimer: "Der Westen trägt eine Hauptverantwortung für das Ukraine-Desaster." versus Geostratege Putin the Terrible: "Russland trägt die alleinige Verantwortung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine."
triskele
Diese sog. Geostrategen mit ihren so unendlich weisen Analyse können nicht akzeptieren, dass es auch noch die Menschen gibt, welche über ihr Schicksal und ihre Zukunft gerne selber bestimmen. Als die Sowjetunion zusammenbrach standen die Russen als Unterdrücker und „Herrenmenschen“ unerwartet in „Feindesland“. Das hatte nichts aber auch gar nichts mit dem Westen oder der NATO zu tun. Oder glaubt irgend jemand, dass die Ukrainer für die NATO kämpfen?
Peter Meier-Schlittler
Ja, die Russen werden alle Register Ziehen, dass sie gewinnen und v.a. die russischstämmige Bevölkerung vom Kiewer Terror befreien. Vielleicht hilft der Film "Leben und Sterben im Donbass" von Wilhelm Domke-Schulz zum besseren Verständnis? Vielleicht wird auch die katastrophal einseitige Medienberichterstattung korrigiert?
https://gloria.tv/post/TNeuLbcNs8814aUq2T6gkkJKc#10
leonardo
Aber leider sieht es so aus, dass nicht die Ukrainerinnen und Ukrainer, sondern die USA darüber entscheiden, ob es zu einem Waffenstillstand und einer Friedenslösung kommt.
leonardo
Aus dem Angriffskrieg von Russlands Präsidenten Wladimir Putin mit dem Ziel, die US-Marionettenregierung in Kiew durch eine russische Marionettenregierung zu ersetzen, ist ein Zermürbungskrieg von US-Präsident Joe Biden geworden mit dem Ziel, Russland entscheidend zu schwächen. Daran ändert wohl auch Putins Rede am 9. Mai in Moskau nichts mehr, mit der er signalisierte, dass er seine ursprünglichen Kriegsziele aufgeben musste.
leonardo
Viel Geschwafel eines Theoretikers. Man kann das ganze auch mit bedeutend weniger Worten beschreiben:
Wladimir Putin hat einen verbrecherischen Angriffskrieg gestartet. Joe Biden macht daraus einen verantwortungslosen Zermürbungskrieg
hallerhans
Geostratege Mearsheimer weiss worum es geht und warum es gerade zu diesem Krieg kommen musste. Es geht um die Vorherrschaft und weniger um die Ukraine selber, die sind da nur die Leidtragenden. Der Krieg da in der Ukraine hat doch sehr viele Väter nicht nur einen einzigen. - Und ja, die Mainstreamer wollen ja den Krieg und befeuern diesen nahezu tagtäglich. Aber keiner dieser Mainstreamer, die da "Haltung zeigen" wollen, würde selber in den Krieg ziehen. Das überlassen die gerne den anderen.
Jacob Tomlin
Hört auf mit dem Fossil Mearsheimer, oder wandert ins Putinland aus. Es gibt gegenteilige Stimmen, z. B. Stephen Kotkin, Princeton, der mehrere Jahre im Reich des Bösen verbrachte. Die Weltwoche sollte sich Gegenwoche umbenennen, weil sie zu jeder vernünftigen mehrheitlichen Haltung einen Gegenexperten bringt. Sei es Klima, Impfung, Filmgesetz, Organspende. Nächstes Thema? Taiwan? Warum nicht Auflösung der Schweiz?
Michael Wäckerlin
Der Elefant im Wohnzimmer ist das unter normalen Wirtschaftsbedingungen vollkommen insolvente Finanzsystem. Eine Krise, die alle Schuld am maroden Zentralbankkonfetti und wertloser Zahlungsversprechen ableitet. Viel eleganter, das Kartenhaus im Nebel des Krieges zum Einsturz zu bringen, schuld ist dann der Iwan.
kritisch2020
Wann tauchen solche Artikel im Mainstream auf? Bei SARS-COV-2 brauchte es zwei Jahre - jetzt etwas über zwei Monate. Ich schätze kritische Sichtweisen gegen die westliche Heuchelei. Was mich masslos ärgert ist, wenn ich von unserem Politpersonal für dumm verkauft werde.
edeschweiz
Der alte Mann erzählt seine Geschichte von weit weg, er hat seine Meinung, die soll er auch haben! Aber die Meinung der Ukrainer interessiert Ihn überhaupt nicht! Die Ukrainer wollen nicht unter dem Regime Putins leben, lieber kämpfen sie für Ihre Freiheit und das ist zu akzeptieren!
a.ziegler
Mearsheimer hätte wahrscheinlich auch deb Sieg Hitlers im Zweiten Weltkrieg vorausgesagt. Im Moment sieht es zum Glück nicht nach einem Sieg Russlands aus.
Eslängt
Mearsheimer‘s Analyse ist interessant. Es fehlt aber die Tatsache, dass die zur Diskussion stehenden Staaten explizit um die Mitgliedschaft in der NATO gebeten hatten. Jeder souveräne Staat muss das Recht haben, friedlich in seinem Interesse zu handeln. Russland hätte mit einer Nichtstationierungsforderung von neue Waffen (Raketen, etc.), bzw. einer neuen Abrüstungsrunde reagieren können. Aber nein, im Zweifelsfall dreinschlagen, morden, plündern, vergewaltigen und zerstören für die Kleptokratie
EP
Die Gedanken von Mearsheimer sind interessant, auch sein Vortrag von 2014. Vieles scheint logisch. Aber die Erfahrungen der ehemaligen Osteuropastaaten, die von Russland überfallen wurden und ihre eigene freie Wahl für den Westen darf man ich außer Acht lassen. Und warum hat Putin Angst, dass im eigenen Land die westliche Sicht der Dinge nicht frei zugänglich ist. Warum werden Andersdenkende eingesperrt?
jean ackermann
Die Amis können froh sein dass die Chinesen mit der Pandemie so phantasielos beschäftigt und so voll absorbiert sind. Bald einmal werden sie ihre Expansionstrategie genau so phantasielos weiter führen. Dann haben die Amis aber keine so willfährigen Europäer die die Drecksarbeit für sie erledigen, aber den gleichen irrlichternden Präsidenten.
meier
selbstverständlich geht von der ukraine eine grosse gefahr aus für putin (nicht für russland); in der ukraine wird 1:1 vorgeführt wie ein freiheitliches system der putinschen diktatur überlegen ist. das und nur das ist der grund für diesen krieg.
pastacaspa
So gehts, wenn man Ursache und Wirkung vertauscht.
Nicht ernst zu nehmen!
glancy
professor mearsheimer ist wirklich ein weiser mann und meinte schon vor ein paar jahren voraussehend: „Wenn man Russland wirklich zerstören wolle, sollte man es ermutigen, die Ukraine zu erobern. Putin ist viel zu klug, um das zu versuchen“. will er uns damit sagen, dass putin nicht klug ist?
die wochenwelt
„ Sie wurde zum grossen Teil durch einen von den USA unterstützten Staatsstreich in der Ukraine ausgelöst“
Diese Behauptung ist durch rein gar nichts belegt! Haben Sie dafür Beweise, Quellen? Nein, Sie können hier keine einzige nennen! Selbst wenn die USA unterstützt haben, ging der Aufstand vom Volk aus! Und nicht von amerikanischen Söldnern, welche die Regierung stürzen, im Gegensatz zum Donbas, wo russische Söldner eingriffen
die wochenwelt
Für Putin ist es eine Gefahr, wenn die Ukraine demokratisch wird und sich Europa annähert! Dann sehen die Russen, wie es den Menschen ihres Brudervolkes bald besser geht, wie ihnen selber. Das ist für Putin ein Problem! Wer das immer noch nicht begriffen hat, muss halt weiterhin seiner Blase bleiben.
die wochenwelt
Jeder kann sich seine Freunde selber aussuchen! Wenn du nicht tust was ich verlange, dann verhaue ich dich! Und schuld daran bist du! Was für eine wirre Logik!
werner.widmer
Es war nie die Rede, dass die Russen die Ukraine einverleiben wollten. Was sie nicht wollten war klar. Die Ostukraine wollte ihre russische Sprache, die Tradition, ihre Oligarchen, ihre Zeitungen behalten. Das Bankwesen Vorort in Funktion. In der Ukraine war ein Funken Demokratie und die hat die jetzige Regierung eliminiert. Was bei andern Regimen durch den Westen massivst bekämpft wird, ist hier ohne Wenn und Aber gut. Die Rüstungsindustrie im Westen hat Freude an den Waffenlieferungen→Arbeit.
Inouck
Der Vortrag und die Schlussfolgerung scheinen schlüssig. ABER eben scheinen nur. Auch 2015, und jetzt, blendet Mearsheimer aus, dass es auch noch Völker gibt, die ihr Schicksal selber bestimmen wollen - und können sollten. Er blendet die fundamentale Kontrastellung von Autokratie und Demokratie aus. Klar sind EU und NATO westliche Gebilde. Wohlstand, Freiheit, Rechtssicherheit, Garantie von Eigentum - das bietet die russische Föderation nicht. Will sie nicht! Drohungen stärken die NATO ... klar!
die wochenwelt
Was für eine Verfälschung der historischen Abläufe! Im Jahr 2008 wurde der ukrainische Beitritt zur NATO von Frankreich und Deutschland abgelehnt! Somit hatte sich diese Diskussion weitesgehend erledigt. Selbst in 2014 stellte sich Deutschland noch dagegen! Die Konsequenzen der Tatsache, dass die Ukraine der NATO nicht beigetreten ist, haben wir gesehen: Russland ist in die Krim eingefallen.
richardson
Die Administration in Washington orchestriert und kämpft bis zum letzten Ukrainer. Wenn der letzte Ukrainer gefallen ist, dann werden die NATO-Partner verheizt. Wahrscheinlich geht es dann mit dem Juniorpartner Finnland weiter bis auch der letzte Europäer dem Machtanspruch der Amerikaner zu Diensten war, denn dienen ist ja deutsches Grundanliegen. Der große Teich ist aber für Russland kein Grund den Amerikanern keinen Besuch abzustatten.
BürgerFürMarktwOrdn
"Wer trägt die Verantwortung dafür?" Der deutsche Bundestag und Kanzler Scholz können sehr viel zur Deeskalation beitragen, wenn Deutschland verbindlich ein Veto gegen die Nato-Mitgliedschaft von Finnland und der Ukraine und ein Veto gegen die EU-Mitgliedschaft der Ukraine beschließt. Sowas ist im Interesse Deutschlands und dient dem Frieden! - Und interessant für die Öffentlichkeit wäre auch zu wissen, ob und wie die USA Deutschland erpressen.
loetscherespey
Der Ami hatte noch nie Interesse, dass Russland und Deutschland zusammenfinden. Eine grosse Mittverantwortung am Krieg haben für mich die Medien. Medien ➙ Volk ➙ Politik. Die Lage in der Ukraine ist Überhaut nicht so wie sie geschildert wird. s. Patrick Lancaster oder Alina Lipp, Eva Bartlett etc. alle werden gejagt von den Medien. NED National Endowment 4 Democracy. und im Ukrainischen TV zitiert mann SS Eichmann und die unterstützen wir ? s. Ukrainia Agonie. etc. nehmt euch die Zeit.
Basler
Gerade für einen kleinen Staat wie die Schweiz ist es sehr aufschlussreich, das Verhalten der Grossmächte zu sehen. Null Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht eines kleinen Staates. Die Grossmacht glaubt, sie könne bestimmen, wo man mitmachen dürfe und wo nicht. Notfalls wird das Grossmachtinteresse mit einem Krieg durchgesetzt und die Verantwortung der Gegenseite in die Schuhe geschoben. Mit Finnland ist die Nato bald an der russischen Grenze und Putin kann seine Ziele vergessen.
hr.h
...und wenn man sich noch die Interessen von China hinzudenkt wirds noch krasser. China überrollt die Welt mit einem neuen interessanten Staats-Kapitalismus (in 2 Corona-Jahren Anzahl chinesische Milliardäre verdoppelt von 600 auf 1200). Dass Russland/China nun wieder eine Kampflinie ziehen zwischen West und Ost ist naheliegend. Ungarn. Türkei, Polen werden sich diesem Bündnis anschliessen wenn die EU Milliarden nicht mehr fliessen. Rat an die Jungen: Lernt chinesisch und Russisch.
tempelritter1947
Wollen wir hoffen, dass die einseitige Unterstützung von einem Komödianten sich nicht zu einer
tragischen Komödie ausweitet.
Rudi Mentär
Ich meine der US-geführte Westen weiß, dass eine NATO-Mitgliedschaft eine existentielle Bedrohung für Russland ist. Man macht aber weiter, weil man meint, dass man stärker ist und weil einen die Opfer egal sind.
beograd
Die dunklen Kreise, die die Welt mit Coronon getäuscht haben, sind dieselben Kreise, die jetzt die Welt durch dieselben Kanäle täuschen – die Medien und ihre Kommandeure aus dem dunklen tiefen Staat und dem WEF. Es ist ihnen egal, wie viele Menschen sterben. Sie interessieren sich nur für ihre dunkle Agenda, die Welt zu regieren.
adrian venetz
Lawrow sagte anlässlich eines Treffens der Nato-Staaten 2005 in Vilnius, die Ukraine sei ein souveräner Staat und es stehe dem Land frei, seine Partner und Allianzen selbst auszuwählen. Erachtet es Mearsheimer als unnötig, dies zu erwähnen, oder weiss er nichts davon?






