Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
30.08.2022

Neue Regeln :Maskenpflicht: Neue Regeln für Olaf Scholz

berliner-zeitung.de, aktualisiert 29.08.2022 - 10:23 UhrOlaf Scholz ist nach Prag geflogen. Ein Regierungssprecher: Ab sofort gilt „mit Blick auf die öffentliche Debatte“ Maskenpflicht an Bord der Regierungsmaschine.


Zitat: Olaf Scholz ist am Montag nach Prag geflogen. Anders als beim Flug nach Kanada herrscht an Bord jetzt aber Maskenpflicht. Das berichtet die Journalistin Miriam Hollstein bei Twitter. Sie ist nach eigenen Angaben mit an Bord. Hollstein hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als sie die umstrittene Sonderregelung im Regierungsflieger auf dem Flug nach Kanada mit dem Hinweis auf verpflichtende PCR-Test rechtfertige. Am Montag schrieb sie bei Twitter: „Flug nach Prag mit Scholz. Es herrscht Maskenpflicht.“


Die Anwältin Jessica Hamed zeigt sich verwundert über die plötzliche Regeländerung. Sie fragt: „Wieso herrscht jetzt Maskenpflicht, nachdem zuvor unter Aufbietung umständlicher Argumente der maskenlose Flug verteidigt wurde?“


Ein Regierungssprecher teilte dazu mit: „Mit Blick auf die öffentliche Debatte der vergangenen Tage hat das Bundeskanzleramt beschlossen, neben einem aktuellen PCR-Test auch wieder das Tragen von Masken während des gesamten Fluges vorzuschreiben.“


PCR-Test und Schnelltest vor Abflug verpflichtend

Auch die Test-Vorschriften wurden verschärft. Zusätzlich zu einem PCR-Test höchstens 24 Stunden vor Abflug mussten alle Passagiere vor dem Einchecken auch einen Schnelltest machen. 

Die Regel-Änderung an Bord der Regierungsmaschine sorgt prompt für neuerliche Kritik. So schreibt eine Userin: „Somit ist es amtlich. Es hat nichts mit Gesundheit zu tun.“ Und verweist auf einen anderen Tweet, in dem sie schreibt: „Diejenigen, die jetzt wieder Maske tragen, zeigen lediglich, dass sie nichts kapiert haben. Nur Maske tragen, weil sich sonst jemand empören könnte, hat nichts mit Gesundheit zu tun und zeigt deren Überflüssigkeit umso deutlicher.“


Juristin: „Das kommunikative Desaster geht weiter“

Auch Juristin Hamed übt Kritik. Nach ihrer Ansicht „verschlechtert“ sich der Eindruck von Scholz und Co. durch die jetzt ohne tiefergehende Erklärung geänderten Regeln erneut, obwohl das „kaum möglich schien“. Ihr Fazit: „Das kommunikative Desaster geht weiter.“

 

Bei der Reise nach Kanada ( https://www.zeit.de/thema/kanada) zusammen mit Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) vergangene Woche hatte Scholz darauf verzichtet. Ein Video und Fotos vom Hinflug sorgten dann für Kritik. Darauf waren Habeck und eng beieinander sitzende Journalisten ohne Masken zu sehen. Nun müssen alle Passagiere wieder FFP2-Maske tragen. Auch auf allen Linienflügen von und nach Deutschland gilt eine Maskenpflicht. (mit dpa)


Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/flug-mit-olaf-scholz-maskenpflicht-an-bord-pcr-test-schnelltest-li.261325

30.08.2022

Linke und der "heiße Herbst"

aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. August 2022, 12:20 Uhr


*/Zur Erinnerung:

/*Jens Berger in den NachDenkSeiten

<:" rel="noopener">https://www.nachdenkseiten.de/?p=87051>: (…) Hinzu kommt, dass das

Herumdoktern an den Symptomen für die Grünen und die transatlantischen

Kräfte der anderen Parteien (auch der Linken) sehr attraktiv ist, da die

Lösung der Ursachen des Preisschocks nicht gelingen kann, wenn man

seinen irrwitzigen Wirtschaftskrieg gegen Russland fortsetzt und die

Ukraine als Stellvertreter in einem echten Krieg gegen Russland

ausbluten lässt. *Langfristig bezahlbare Energiepreise sind nicht gegen,

sondern nur mit Russland hinzubekommen.* Auch wenn das einem aus

ideologischen Gründen nicht passt. Es ist nun einmal Fakt. *Wer über

bezahlbare Energie spricht, darf zum Krieg gegen Russland nicht

schweigen.* Doch das ist leider bei den Regierungsparteien und auch bei

der Linken nicht konsensfähig. Wir werden also noch viele halbgare

Versuche erleben, mal mehr, mal weniger konsequent an den Symptomen des

Preisschocks herumzudoktern. Und die Preise werden weiter steigen.



https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/linke-und-afd-machen-sich-bei-heissem-herbst-konkurrenz-li.261591

29.8.2022

*Linke und AfD machen sich bei „heißem Herbst“ Konkurrenz


*Steigende Lebensmittel- und Energiepreise: Von links und rechts soll

die Regierung dafür in die Zange genommen werden. Linke und AfD sprechen

von einem „heiß...


Für ihren „heißen Herbst“ holt die Linke wieder die Kochtöpfe zum

Trommeln aus dem Schrank. Überall in Deutschland will die Partei

lautstark gegen die Energiepolitik der Regierung mobilisieren, wie

Parteichefin Janine Wissler ankündigte. Eine ähnliche Protestwelle plant

auch die AfD. Auch sie nutzt das Schlagwort „heißer Herbst“, auch einige

Forderungen ähneln sich. Wird sich da etwas mischen oder gibt es eine

scharfe Abgrenzung?


Definitiv Distanz, betont die Linke. Man werde nirgends mit der AfD

gemeinsame Sache machen, sagte Wissler. „Wir sind uns der Gefahr von

rechts bewusst, aber wir sind der Meinung, dass wir gerade diese

Proteste, diesen Unmut nicht den Rechten überlassen dürfen.“ Immerhin

sei die Linke die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Ihre Kampagne

heißt: „Menschen entlasten. Preise deckeln. Übergewinne besteuern“. Am

5. September soll es in Leipzig mit einer Montagsdemo losgehen. Für den

17. September plant die Linke einen bundesweiten Aktionstag.


Konkret fordert die Partei, Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen

monatlich 125 Euro zu zahlen plus weitere 50 Euro für jede weitere

Person in Haushalt. Zudem sollen unter anderem die Gasumlage gestoppt

und das 9-Euro-Ticket fortgesetzt werden. Zur Finanzierung soll eine

Übergewinnsteuer kommen, von der sich Wissler bis zu 100 Milliarden Euro

erhofft.


*AfD: „Unser Land zuerst!“

*Für die AfD wollen die Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice

Weidel nächste Woche eine eigene Kampagne vorstellen. Das Motto: „Heißer

Herbst, statt kalte Füße!“ ergänzt um den den Slogan „Unser Land

zuerst!“ Der Spruch erinnert an die politische Leitlinie von Donald

Trump: „America first“.


Abgrenzungsprobleme zur Linken sieht Chrupalla nicht. Man habe in der

Krise ganz andere Lösungsvorschläge, meint der AfD-Chef. So halte die

Linke an den Sanktionen gegen Russland fest. Die AfD ist dafür, diese

aufzuheben. Man werde sich nicht Demonstrationen von anderen

Gruppierungen anschließen. „Wir haben es nicht nötig, dass wir mit den

Linken oder mit den Freien Sachsen auf die Straße gehen“, hatte

Chrupalla kürzlich gesagt.


„Und dass die Linke ausgerechnet nun zu Montagsdemos aufruft, das hat ja

schon an sich 'ne komische Note“, so der AfD-Chef. Bei

Montagsdemonstrationen waren in der DDR während der friedlichen

Revolution 1989 Menschen gegen die SED-Führung auf die Straße gegangen.

Aus der SED ging später die PDS und daraus dann die Linkspartei hervor.


Beide Seiten sind sich also offiziell spinnefeind und setzen auch

unterschiedliche Akzente. Doch ohne ihnen zu nahe zu treten: Es ist auch

klar erkennbar, dass beide Oppositionsparteien bei schwachen

Umfragewerten ein Mobilisierungsthema suchen. Die Linke hat zudem das

Problem, dass es immer auch eine Art Linke in der Linken gibt, die ihr

eigenes Süppchen kocht.


*Unterschiedliche Positionen bei der Linken

*Dazu zählt die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, die der

Bundesregierung einen „Wirtschaftskrieg“ gegen Moskau vorwirft, „der uns

mehr schadet als Russland“. Und auch der frühere Parteichef Klaus Ernst,

inzwischen Energieexperte, setzt deutlich andere Akzente als die

Parteispitze. „Die Energiesanktionen gegen Russland erweisen sich als

schwerer Fehler!“, schrieb er kürzlich in der „Berliner Zeitung“.


Immer wieder bringt Ernst ins Gespräch, die von der Bundesregierung

gestoppte Gasleitung Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland doch

noch zu nutzen. „Wir werden noch längere Zeit fossile Energie zu

vernünftigen Preisen brauchen“, schrieb er. Man solle sich mit Russland

einigen. „Das würde einem möglichen heißen Herbst und einem kalten

Winter ein wenig entgegenwirken – und der Ukraine nicht schaden!“

Linken-Chefin Wissler sieht das offiziell ganz anders und ist

ausdrücklich gegen die Nutzung von Nord Stream 2.


*Chrupalla spricht von „Wirtschaftskrieg“ gegen Russland

*AfD-Chef Chrupalla hingegen bedient sich ähnlicher

Argumentationsmuster. Wenn Chrupalla von Krieg spricht, dann meist nicht

von Moskaus Krieg gegen die Ukraine, sondern ebenfalls von einem

„Wirtschaftskrieg“ der Bundesregierung gegen Russland. Co-Chefin Weidel

zeigt aufs Grundgesetz: Die Regierung solle sich der darin

festgeschriebenen Kernaufgabe widmen, den Nutzen des deutschen Volkes zu

mehren und Schaden von ihm abzuwenden.


Auch die AfD argumentiert gegen Sanktionen, auch sie, weil diese ihrer

Ansicht nach Deutschland mehr schaden als Russland. Und auch die AfD

will Nord Stream 2 in Betrieb nehmen. „Günstiges Gas in rauen Mengen

gibt es nur mit der AfD“, twitterte Chrupalla kürzlich. Abgrenzung

tragen also beide Seiten kräftig nach außen - es dürfte beide aber Mühe

kosten, Ziele und Rhetorik im Protestherbst immer trennscharf zu halten.



https://www.focus.de/politik/deutschland/wegen-einer-ausladung-ex-linken-chefin-wagenknecht-wuetet-in-sms-gegen-ministerpraesidenten-ramelow_id_137521936.html

30.8.2022

*Nach Ausladung von Demo

**Wagenknecht wütet in SMS gegen Ramelow:

„Will mit dem Laden nichts mehr zu tun haben“


*Erst lud Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (Die Linke) die frühere

Fraktionschefin der Partei, Sahra Wagenknecht, als Rednerin zu einer

Montagsdemonstration der Linken

<https://www.focus.de/organisationen/die-linke/> ein. Dann wurde die

Politikerin plötzlich wieder ausgeladen. Weshalb, ist unklar. In einer

SMS an einen Linke-Verteiler äußerte Wagenknecht jedoch den Verdacht,

dass Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow etwas damit zu tun haben

könnte. Das berichtet „ Welt

<https://www.welt.de/politik/deutschland/article240741133/Sahra-Wagenknecht-offenbar-von-Linke-Montagsdemo-ausgeladen.html

“.

„Es ist schon das zweite Mal, dass Ramelow Klaus und mich als

Putin-Propagandisten bezeichnet und in einem Atemzug mit Höcke nennt.

Dazu passt meine Ausladung für den 5.9. in Leipzig auf Druck des

KL-Hauses. Natürlich kann man das alles widerspruchslos hinnehmen. Man

darf sich dann nur nicht beschweren, wenn zumindest ich mit diesem Laden

nichts mehr zu tun haben will“, heißt es in der Nachricht.


Die Linke wies diese Darstellung gegenüber dem „ Spiegel

<https://www.spiegel.de/politik/leipzig-sahra-wagenknecht-als-rednerin-bei-linke-montagsdemo-ausgeladen-a-e84ae5ef-89e9-436f-8202-0241fe83175a

“ zurück. Auch Ramelow verkündete, dass er von der besagten SMS nichts

wisse.


Wagenknecht gilt in ihrer Partei als umstrittene Persönlichkeit, die mit

ihren Meinungen oft von Parteistandpunkten abweicht. So kritisiert sie

die Sanktionen gegen Russland <https://www.focus.de/orte/russland/> und

befürwortet eine Öffnung der Ostseepipeline Nord Stream 2. Neben

weiteren Linken-Politikern hatte auch Ramelow die ehemalige

Fraktionschefin für ihre russlandfreundlichen Aussagen angezählt.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.08.2022

Suffizienzförderndes Marketing  Die Quadratur des Kreislaufs

makronom.de, vom 29. August 2022, von Maike Gossen

Die Notwendigkeit von Suffizienz als komplementärer Rahmen für Effizienz- und Konsistenzstrategien wird zunehmend anerkannt – die Rolle von Unternehmen in diesem Prozess jedoch meistens ausgeblendet.


Unsere Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses. Im Zentrum: die Wirtschaft. Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob uns der Wandel by disaster passiert oder uns by design gelingt.


Die Debattenreihe Economists for Future widmet sich den damit verbundenen ökonomischen Herausforderungen. Sie beleuchten einerseits kritisch-konstruktiv Engführungen in den Wirtschaftswissenschaften sowie Leerstellen der aktuellen Wirtschaftspolitik. Andererseits diskutieren wir Orientierungspunkte für eine zukunftsfähige Wirtschaft und setzen Impulse für eine plurale Ökonomik, in der sich angemessen mit sozial-ökologischen Notwendigkeiten auseinandergesetzt wird.


Die erste Ausgabe der Debattenreihe erschien zwischen September und Dezember 2019. Der zweite Teil der Serie startete im September 2020, der dritte im Juni 2021. In der neuesten Ausgabe werden in den kommenden Monaten Aspekte rund um Macht & Märkte thematisiert. Hier finden Sie alle Beiträge, die bisher im Rahmen der Serie erschienen sind.


Die Notwendigkeit von Suffizienz als komplementärer Rahmen für Effizienz- und Konsistenzstrategien wird in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zunehmend anerkannt. Dies erfordert weitreichende Veränderungen sozialer Praktiken und kollektive Verhaltensänderungen.


Die Rolle von Unternehmen für die Förderung von Suffizienz wird im Nachhaltigkeitsdiskurs jedoch meistens ausgeblendet – auch weil sich unter Nachhaltigkeitsakteuren eine tendenziell kritische Perspektive auf kommerzielle Unternehmen als Pioniere des Wandels durchgesetzt hat. Somit werden suffizienzorientierte Geschäftsmodelle (hier und hier) erst seit wenigen Jahren erforscht – etwa im Rahmen der Circular Economy oder aus einer praxistheoretischen Sicht.


Suffizienzorientierten Geschäftsmodellen liegt ein verändertes Verständnis von unternehmerischer Wertschöpfung und damit ein Paradigmenwechsel der Geschäftslogik zugrunde, bei dem es nämlich nicht – wie üblicherweise – ausschließlich um Gewinnmaximierung geht, sondern sichergestellt wird, dass alle unternehmerischen Aktivitäten zu Suffizienz beitragen, indem sie entweder Angebote und Rahmenbedingungen für suffizienzorientierte Lebensstile schaffen oder den Ressourcenverbrauch und die Produktionsmenge im eigenen Unternehmen begrenzen. Dies setzt einen tiefgreifenden Wertewandel in den Unternehmen voraus und macht in Folge der engeren Beziehung zu Kund*innen auch eine Neuausrichtung des Marketings erforderlich. Zur Inspiration dienen so genannte Degrowth-Unternehmen (hier, hier und hier), die bereits Wege der Wertschöpfung gehen, die unabhängig von Wachstum sind oder sich gänzlich von dem Prinzip der Gewinnmaximierung abwenden. Dies kann für das Marketing bedeuten, auf klassische Werbung zu verzichten und anstelle dessen die Interaktion mit Stakeholdern für ein besseres Verständnis über die tatsächlichen Bedürfnisse von Kund*innen zu intensivieren.


Suffizienzförderndes Marketing wird im Produktdesign und durch Kommunikation umgesetzt

Geeignete suffizienzfördernde Marketinginstrumente können dem konventionellen Marketing-Mix zugeteilt werden, der sich aus Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationsstrategien zusammensetzt. Die in bisherigen Studien (hier und hier) untersuchten Unternehmen haben hohe Anforderungen an das Produktdesign und sind bestrebt, möglichst recyclebare, langlebige, multifunktionale, reparierbare und zeitlose Produkte anzubieten. Das Angebot wird um Dienstleistungen ergänzt, die die Nutzungsdauer der Produkte verlängern – wie etwa Reparaturwerkstätten, Secondhand-Verkäufe, Leihangebote oder Pflege- und Reparaturanleitungen.


Hinsichtlich der suffizienzfördernden Preispolitik konnten vor allem hohe Preise, lange Gewährleistungsgarantien und der Verzicht auf Rabattaktionen festgestellt werden. Unter den vertriebspolitischen Maßnahmen finden sich direkte Kundenkontakte und innovative Erlebnisangebote wie Kleidertauschpartys. Als Maßnahmen der Kommunikationspolitik werden Inhalte, die den Überkonsum in Frage stellen und zu kritischem Konsum anregen, sowie Bildungs- und Informationskampagnen zur Bewusstseinsbildung umgesetzt. Der Blick in die Praxis zeigt, dass die meisten Aktivitäten Konsumpraktiken unterstützen, die auf eine Verlängerung der Produktlebensdauer abzielen.


Die Motive sind vielfältig

Suffizienzförderndes Marketing ist widersprüchlich oder zumindest erklärungsbedürftig. Dieser Umstand wirft die Frage nach den Motiven auf, die Unternehmen dazu veranlassen, suffizienzorientierten Konsum zu unterstützen. Erste Studien (hier und hier) zu dieser Frage zeigen, dass die Motive vielfältig sind. Zu den altruistischen Motiven zählt die normative Überzeugung, dass ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur gesellschaftlichen Abkehr von der materialistischen Konsumgesellschaft geleistet werden kann. Aus strategischer Sicht können Unternehmen suffizienzförderndes Marketing nutzen, um ihre Reputation zu verbessern, Kundenbeziehungen zu stärken, neue Geschäftsfelder zu erschließen und den Umsatz zu steigern.


Natürlich treten auch Barrieren auf – sozusagen als logisches Gegenstück zu den genannten Motiven. Diese Barrieren können ebenfalls in zwei Kategorien gruppiert werden: systemisch und organisatorisch. Suffizienzförderndes Marketing von Unternehmen kann im Falle einer engen Auslegung der Konsumentensouveränität kritisch bewertet werden, wenn damit Einschränkungen der Wahlfreiheit und Beeinflussung des wettbewerblichen Marktgeschehens in Verbindung gebracht werden. Als systemische Barrieren wurden die Wachstumsorientierung der Wirtschaft und die vorherrschende Konsumkultur identifiziert, die im Widerspruch zu Suffizienz stehen.


Förderung von Suffizienz durch Marketing erscheint zunächst paradox

Dass die Wachstumsorientierung der Wirtschaft als Barriere gilt, hängt damit zusammen, dass suffizienzförderndes Marketing im Widerspruch zum Ziel der Kaufstimulation des konventionellen Marketings und des kapitalistischen Wachstumsparadigma steht. In den wenigen bisherigen Studien (hier und hier) wurde festgestellt, dass Unternehmen dieser Widerspruch sehr bewusst ist. Die Parallelität beziehungsweise Kollision von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen können zu einem Wertekonflikt führen, mit dem die Unternehmen unterschiedlich umgehen: Entweder diversifizieren und dematerialisieren sie ihr Geschäftsmodell und bieten zusätzliche Dienstleistungen wie Verleih, Miete oder Gebrauchtkauf an. Dies ermöglicht Umsätze zu generieren, die nicht aus dem reinen Produktverkauf stammen.


Alternativ setzen insbesondere kleinere Unternehmen auf zeitlich begrenztes Unternehmenswachstum, in der Annahme, dass die temporär steigenden Verkaufszahlen zu einer Schrumpfung der Marktanteile von nichtnachhaltigen Unternehmen führen soll. Die Erkenntnis, dass Umsatzeinbußen in der Folge von suffizienzförderndem Marketing durch zusätzliche Dienstleistungen oder moderate Wachstumsstrategien zunächst ausgeglichen werden können, kann hierbei andere Unternehmen zur Umsetzung von suffizienzförderndem Marketing motivieren.


Dies führt zu einer gewissen Paradoxie, die sich exemplarisch anhand der „Don’t buy this jacket“-Anzeige von Patagonia aufzeigen lässt. Das Ziel der Kampagne war, Kund*innen über Reparaturmöglichkeiten und Second Hand-Angebote zu informieren und zum Kaufverzicht zu bewegen. Gleichwohl erzielte Patagonia ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Erst kürzlich verkündete das Unternehmen dann öffentlich, „nicht weiter wachsen zu wollen“ und den Unternehmenszweck vom Unternehmenswachstum zu entkoppeln.


Glaubwürdige Absichten oder Greenwashing?

Aus der Forschung zu unternehmerischer Verantwortungsübernahme ist bekannt, dass inkonsistente und damit unglaubwürdige Kommunikation die Einstellungen gegenüber einem Unternehmen negativ beeinflusst, was wiederum die Reputation des Unternehmens gefährden kann. Zweifel an der Ernsthaftigkeit gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen sind eng mit dem Vorwurf des Greenwashings verbunden. Dahinter verbirgt sich die Vermutung, dass Unternehmen Nachhaltigkeit nur betreiben würden, um den Anschein gesellschaftlicher Verantwortlichkeit zu wahren.


Um solchen Vorwürfen vorzubeugen, sollten sich Unternehmen um eine authentische, transparente und konsistente Kommunikation bemühen. Zudem empfiehlt es sich, ein suffizienzförderndes Produkt- und Dienstleitungsangebot als Basis für alle sonstigen operativen Marketingaktivitäten zu begreifen. Der Fokus vieler Unternehmen auf die Langlebigkeit, Qualität und Zeitlosigkeit ihrer Produkte sowie die aktive Kommunikation der Vorteile suffizienzorientierten Konsums (z. B. finanzielle Einsparungen, Zeitgewinne oder die Reduktion von Eigentumspflichten) sind daher geeignete Ansatzpunkte für ein glaubwürdiges Marketing. Dass suffizienzorientierter Konsum auch Praktiken des Selbermachens und Reparierens einschließt, bietet zudem die Chance, die Aneignung handwerklicher Fähigkeiten zu unterstützen und dadurch die Selbstwirksamkeit und Selbstermächtigung von Konsument*innen zu stärken.


Potenzial für Verhaltensänderungen ist gegeben, aber tatsächliche Wirkung nur kurzfristig messbar

Diverse Forschungsarbeiten (hier, hier und hier) haben gezeigt, dass Verbraucher*innen suffizienzfördernde Kommunikation sowie den Absender der Kommunikation positiv wahrnehmen. Aber folgt auf diese positive Reaktion auch tatsächlich eine individuelle Verhaltensänderung in Richtung Suffizienz – also eine Reduktion des absoluten Verbrauchs, eine Umstellung auf weniger ressourcen-intensive Verhaltensweisen, die Erhöhung der Langlebigkeit von Produkten oder gemeinsame Nutzungspraktiken?


Eine experimentelle Studie mit Kund*innen des nachhaltigen Online-Marktplatz Avocadostore hat diesbezüglich ergeben, dass Teilnehmende zwar im Untersuchungszeitraum ihren Kleidungsverbrauch reduzierten, es aber keinen Unterschied gemacht hat, ob sie zuvor die suffizienzfördernde Intervention gesehen haben oder nicht. Daraus kann gefolgert werden, dass die suffizienzfördernden Inhalte das Verhalten nicht im intendierten Sinne beeinflussen. Im Vergleich dazu konnte in einer weiteren Studie – diesmal als Online-Laborexperiment realisiert – ein kurzfristiger Effekt der suffizienzfördernden Instagram-Kommunikation auf suffizienzorientierten Konsum gemessen werden. Dauerhafte Auswirkungen konnten hingegen bislang nicht empirisch belegt werden. Es scheint, dass Kommunikationsaktivitäten von Unternehmen allein nicht effektiv genug sind, um langfristige Verhaltensänderungen in Richtung suffizienzorientierter Lebens- und Konsumstile zu unterstützen.


Politische Unterstützung ist notwendig

Die begrenzte Wirkung von Suffizienzkommunikation verdeutlicht, dass der Erfolg von suffizienzförderndem Marketing von weiteren Faktoren abhängt. Dies betrifft vor allem die politischen Rahmenbedingen, etwa in Form von wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die die Suffizienzförderung durch Unternehmen flankieren. Gute Beispiele in diesem Zusammenhang sind der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Reparaturdienstleistungen in Schweden und der Reparatur-Index in Frankreich.


Auf lokalpolitischer Ebene besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Werbung im öffentlichen Raum für umweltschädliche Produkte wie von fossilen Energien angetriebene Fahrzeuge oder Auslandsflüge zu verbieten oder einzuschränken. Städte wie Amsterdam oder Grenoble machen davon bereits Gebrauch. Um suffizienzorientierten Konsum zur sozialen Norm in der Gesellschaft zu machen, sollten Unternehmen zudem Partnerschaften untereinander, aber auch mit Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft eingehen. Konzertierte Aktionen und Kampagnen, die von einer breiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Basis getragen werden, können dem Prinzip der Suffizienz in der gegenwärtigen Konsumkultur eine größere Bedeutung verschaffen.

Unternehmen stehen vor der Aufgabe zu hinterfragen, ob die bestehenden Marketingansätze geeignet sind, um zukunftsfähige Lösungen für den Überkonsum in Wohlstandsgesellschaften zu fördern. Hier kann die nachhaltigkeitsorientierte Marketing- und Konsumforschung beitragen, indem sie die Entstehung von nicht-nachhaltigen Lebensstilen sowie die Verantwortung und institutionelle Macht des Marketings stärker in den Blick nimmt.

 

Zur Autorin:

Maike Gossen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Sozial-ökologische Transformation der TU Berlin. Sie forscht und lehrt zu den Themen nachhaltiger Konsum, suffizienzförderndes Marketing und sozial-ökologische Transformation.


Info: https://makronom.de/suffizienzfoerderndes-marketing-die-quadratur-des-kreislaufs-42434?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=suffizienzfoerderndes-marketing-die-quadratur-des-kreislaufs


unser Kommentar: Wen wunderts, wenn eine bisher erfolgreiche Branche, die auch überflüssigen Konsum und Verschwendung steht, in dieser Krise versucht sich neu zu erfinden und eine neue Konsumkultur kreiert. Darum neues Marketing statt seiner Überwindung, indem die Suffizienz selbst zum komplementären Rahmen, zum Marketingprodukt  erklärt wird, wohl auch zur nächsten absatzfördernden Verblendung .

30.08.2022

Energiekrise Kosten, Hintergründe, Profiteure: Was bedeutet die Gasumlage?

anti-spiegel.ru, vom 9. August 2022 03:00 Uhr

Die Bundesregierung hat eine Gasumlage beschlossen, die Verbraucher ab 1. Oktober viel Geld kosten wird. Was die Umlage bedeutet und warum sie ein weiteres Mal aufzeigt, wie verlogen die Regierung ist.


Die „Qualitätsmedien“ haben berichtet, dass die Bundesregierung eine Gasumlage beschlossen hat, deren Ziel – so die Formulierung im Spiegel – es ist, die

„durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelösten Energiekrise Insolvenzen und Lieferausfälle in der Gasversorgung zu verhindern und so die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft aufrechtzuerhalten“

Und natürlich, so erfahren wir im Spiegel auch, ist das alles ganz solidarisch:

„Damit würden die Kosten »möglichst solidarisch verteilt«, betonte Habeck. Betroffene Gasimporteure würden bis Oktober die Kosten für die Ersatzbeschaffung allein tragen, so der Minister. »Danach werden diese gleichmäßig auf viele Schultern verteilt. Zehn Prozent der Kosten tragen die betroffenen Gasimporteure für die Zeit der Umlage selbst.«“

Der Populismus der Regierung

Erinnern Sie sich noch an Anfang Mai diesen Jahres? Damals haben die Grünen eine „Übergewinnsteuer“ gefordert und Wirtschaftsminister Habeck war damals offen gegenüber der Besteuerung von „Kriegsgewinnen“. Ich habe damals in einem sehr bissigen Artikel aufgezeigt, warum dieses Gerede ein weiterer Beweis für die komplette Inkompetenz dieser Leute ist, die Deutschland als Führungspersonal der Grünen gerade mit Vollgas an die Wand fahren.

Besteuern wollten diese Superhelden damals die Energiekonzerne, weil die so große Gewinne gemacht haben, als sie russisches Gas billig eingekauft und teuer an der Börse verkauft haben. Die Forderung nach einer „Überbesteuerung“ war reiner Populismus, denn die Börse für den Gashandel wurde von der EU-Kommission erst vor wenigen Jahren geschaffen und die einfachste Lösung wäre es gewesen, den Gashandel an der Börse zu verbieten und schon hätte es diese Gewinne nicht mehr gegeben und die Preise für Strom und Heizung wären damals nicht so explodiert.


Nun aber, nur drei Monate später, wird das komplette Gegenteil von dem beschlossen, was der Grüne Super-Wirtschaftsexperte Habeck damals gefordert hat: Die Energiekonzerne werden keine „Übergewinnsteuer“ bezahlen, sondern bekommen Milliarden geschenkt. Bezahlen sollen das die Menschen in Deutschland über die Gasumlage.


Umverteilung von unten nach oben

Das hat System, denn die Gewinne durften die Konzerne all die Jahre behalten, nun aber, wo sie Verluste machen, sollen Sie – ja Sie, liebe Leser, Sie ganz persönlich – diese Verluste der Energiekonzerne über die Gasumlage ausgleichen. Das erinnert mich an die Finanzkrise 2008, denn damals war es das gleiche Spiel: Die Banken hatten jahrelang märchenhafte Gewinne mit dem Zocken an der Börse gemacht, aber als die Blase platzte, musste der Staat – also Sie – 60 Milliarden locker machen, um die Banken zu retten.


Damals, wie auch heute, gab es eine weitaus bessere und billigere Methode, das Ziel zu erreichen. Wenn ein Energiekonzern pleite gehen sollte, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder seine Aktionäre schießen Geld zu und retten den Konzern vor der Pleite, oder der Staat übernimmt die Aktien, wird Eigentümer des Konzerns und stellt so sicher, dass der Konzern auch weiterhin Energie liefert. Der Nachteil daran ist, dass in beiden Fällen die Aktionäre in die Röhre gucken, denn entweder müssen sie Geld zuschießen, oder sie verlieren ihre Aktien.


Das will man natürlich nicht, denn die Reichsten der Reichen müssen im westlichen Wirtschaftssystem geschützt werden. Also wird eine Gasumlage erfunden, bei der alle Menschen Deutschland zusammenlegen und die Verluste der Energiekonzerne kompensieren, damit die Eigentümer der Gaskonzerne ungeschoren davonkommen. Die Gewinne haben sie eingesteckt, die Verluste erstatten ihnen die Menschen in Deutschland.

Und die Kasper in der Regierung sprechen allen Ernstes von „Solidarität“.


Was das Sie ganz persönlich kosten wird

Noch steht die Höhe der Gasumlage nicht fest, aber es gibt Schätzungen:

„Die genaue Höhe der Umlage soll bis zum 15. August ermittelt werden. Bisherige Berechnungen des Wirtschaftsministeriums gehen von einer Spanne zwischen 1,5 und fünf Cent pro Kilowattstunde aus. Inklusive Mehrwertsteuer von 19 Prozent würde das für einen Singlehaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden laut Vergleichsportal Check24 eine Umlage von 89 bis 298 Euro bedeuten. Auf eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kämen demnach Mehrkosten zwischen 357 und 1190 Euro zu.“

Wir reden also davon, dass Singles ab 1. Oktober zwischen 7,50 und 25 Euro pro Monat zahlen müssen, während auf die genannte Familie Mehrkosten zwischen 30 und 100 Euro pro Monat zukommen. Damit aber nicht genug, denn die zu erwartenden Erhöhungen der Rechnungen für Strom und Heizung sind damit nicht vom Tisch:

„Doch mit der Gaspreisumlage allein ist es nicht getan: Gasversorger (wie Stadtwerke) dürfen, sofern sie selbst von erhöhten Beschaffungskosten betroffen sind, diese höheren Kosten im Rahmen der laufenden Verträge als Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben. Geschieht dies, dann kommen zu der Umlage noch die Preiserhöhungen des Versorgers.
Für die Verbraucher wird im Winter viel davon abhängen, bei welchem Versorger ihr Vertrag besteht, welche Kosten dort zusätzlich auftreten und wie viel davon an sie als Endkunden weitergegeben wird. Auch das lässt sich nicht vorhersagen. Zu der geplanten Gasumlage käme in so einem Fall im kommenden Jahr eine Nachzahlung für die unterjährig erhöhten Tarife und als drittes die daraus resultierenden höheren Abschlagszahlungen für das Folgejahr.“

Im Klartext: Zu der Gasumlage kommen aller Wahrscheinlichkeit die Nachzahlungen am Jahresende 2022 hinzu, die auf mehrere tausend Euro pro Haushalt geschätzt werden, und ab Januar 2023 werden auch die monatlichen Abschlagszahlungen erhöht.


Wie war das mit der „Übergewinnsteuer“, liebe Superhirne von den Grünen?

Es wird lange dauern

Die Bundesregierung hat in ihrer Pressemeldung über die Gasumlage auch mitgeteilt, wie lange Sie, liebe Leser, die bettelarmen Energiekonzerne und deren Aktionäre nun unterstützen dürfen:

„Die Umlage soll ab 1. Oktober 2022 bei allen Gasverbrauchern erhoben werden und endet am 1. April 2024. Die Abrechnung erfolgt grundsätzlich bis zum 30. September 2024. Die Umlage wird monatlich abgerechnet und kann alle drei Monate angepasst werden.“

So so, eine mögliche Anpassung alle drei Monate.

Wollen wir wetten, dass es dabei nicht um eine Senkung der Umlage gehen wird, obwohl die Konzerne am Jahresende die Nachzahlungen in Rechnung stellen und ab Januar die monatlichen Abschlagszahlungen erhöhen dürfen?


Das hat Methode

Ich will daran erinnern, dass dieses Vorgehen der Regierung, den Großaktionären bei (selbst verursachten) Krisen Geld zu schenken, Tradition hat. Daher will ich kurz an die Geschichte der Finanzkrise von 2008 erinnern, vielleicht finden Sie ja Parallelen zu heute.


Als 2008 die weltweite Finanzkrise ausbrach, riefen die Banken um Hilfe. Eine massenhafte Bankenpleite hätte nicht nur die Vermögen der (Klein-)Anleger vernichtet, sondern auch den Zahlungsverkehr ausgeschaltet. Und wenn man keine Löhne oder Rechnungen bezahlen kann, steht die Welt still. Dass das verhindert werden musste, sieht jeder Mensch ein.


Die Frage war, wie man das verhindern kann. Und das wäre ganz einfach gewesen: Der Staat gibt Garantien ab, dass er jede pleite gehende Bank übernimmt und damit rettet. Die Aktionäre einer pleite gegangenen Bank, hätten ihr unternehmerisches Risiko getragen und ihre Aktien wären wertlos geworden. Die betroffenen Banken wären in Staatsbesitz übergegangen, aber sowohl die Vermögen der Bankkunden, als auch der Zahlungsverkehr wären nicht in Gefahr geraten.

Aber so ist es nicht gelaufen.


Stattdessen wurde ein Eilgesetz erlassen, das Finanzmarktstabilisierungsgesetz. Das Gesetz sollte bis zu 480 Milliarden für die Rettung der Banken bereitstellen, aber natürlich ohne dass der Staat Eigentümer der Banken geworden wäre. Der Staat (also wir alle) zahlt, die Aktionäre behalten ihr Geld.


Dass die Banken ausgerechnet so gerettet wurden, ist kein Zufall. Der Focus zum Beispiel schrieb 2009 über das Zustandekommen des Gesetzes:

„Steinbrücks Ministerium ließ die Gesetzentwürfe sowie die Verordnung zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz – die Grundlage für die staatliche Stützung deutscher Banken mit bis zu 480 Milliarden Euro – komplett von Anwälten der Frankfurter Top-Kanzlei Freshfields ausarbeiten. Zu deren Mandanten gehören fast alle führenden Banken der Republik.“

Die Kanzlei Freshfields ist die weltweit führende Lobby-Kanzlei für Banken. Das bedeutet, dass eine Kanzlei, die von den Banken dafür bezahlt wird, Gesetze zu erreichen, die für die Banken gut sind, das Gesetz machen durfte, das die Banken retten sollte. Wenig überraschend, was dabei herauskommen musste.


Das ganze wurde für Sie persönlich richtig teuer. Zehn Jahre später hat die „Welt“ eine Bilanz gezogen und berichtet, dass diese Bankenrettung jede Familie in Deutschland 3.000 Euro gekostet hat. Ganze 59 Milliarden wurden den Banken in den Rachen geworfen, damit die Aktionäre nicht ihr Geld verlieren. Im Gegenzug hat der Staat nichts bekommen, außer Post von der Lobby-Kanzlei, denn die hat ja ihre Rechnungen für Beratung geschrieben.


So, wie die Aktionäre der Banken 2008 auf Kosten der Steuerzahler gerettet wurden, so werden heute die Energiekonzerne auf Kosten ihrer Kunden gerettet. 2008 haben Sie nicht gemerkt, dass Sie den Banken 3.000 Euro geschenkt haben, denn das Geld wurde über Staatsverschuldung aufgebracht. Heute macht sich die Regierung nicht mehr die Mühe, vor Ihnen zu verbergen, wer das Geld der Aktionäre der Energiekonzerne retten darf – das tun ab 1. Oktober Sie über die Gasumlage.


Wie sehr die Bundesregierung lügt

Als Gründe für die Gasumlage schreibt die Bundesregierung:

„Russlands Krieg gegen die Ukraine führt weiterhin zu Verwerfungen auf den Energiemärkten. Russland setzt Energie als Waffe ein und ist kein zuverlässiger Energielieferant. Seit Mitte Juni kam es immer wieder zur Drosselung des Gasimports nach Deutschland durch russische Lieferanten.“

Dass das gelogen ist, versteht jedes Kind mit Grundschulbildung, denn nicht „Russlands Krieg“ ist an der Misere schuld, sondern die anti-russischen Sanktionen des Westens. Ohne diese Sanktionen würde Gas durch Nord Stream 2 fließen und die Jamal-Pipeline würde auch nicht stillstehen, wenn Polen russisches Gas nicht ablehnen würde. Details über die fünf Pipelines, die Gas aus Russland nach Europa bringen können, und warum keine davon derzeit voll ausgelastet ist, finden Sie hier.


Wenn die Regierung ihre Presseerklärung über die Gasumlage mit einer Lüge beginnen muss, dann lässt das tief blicken. Nach dieser Lüge hat die Regierung dann mitgeteilt, wie solidarisch sie das Problem mit Hilfe der Gasumlage lösen will, was – wie ich aufgezeigt habe – auch gelogen ist.


Die wahren Gründe für die Energiekrise

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa, die schon lange vor der russischen Intervention in der Ukraine begonnen hat, habe ich oft berichtet, aber der Vollständigkeit halber fasse ich die Gründe hier noch einmal kurz zusammen.


Erstens: Der Winter 2020/2021 war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in 2021 ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in dem Jahr nur knapp 75 Prozent.


Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der Sommer 2021 aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.


Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien waren die Gaspreise im letzten Sommer noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker sind nach Asien gefahren, anstatt nach Europa.


Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 und mehr Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.


Fazit

Die EU hat die Energiekrise und die explodierenden Preise durch die Reform des Gasmarktes selbst geschaffen. Die Folgen davon haben alle Menschen in Europa bereits Ende letzten Jahres gespürt, als die Preise für Strom und Heizung zu steigen begannen. Das Problem war hausgemacht.


Mit dem Beginn der russischen Intervention in der Ukraine ist der Westen vollends auf Konfrontationskurs mit Russland gegangen und die EU hat massive Sanktionen erlassen, die auch die Energieversorgung treffen. Zwei der fünf bestehenden Pipelines (Nord Stream 2 und Jamal-Europe) sind auf Betreiben der EU und ihrer Mitglieder außer Betrieb, die drei anderen laufen nicht mit voller Leistung. Bulgarien und andere Länder lehnen russisches Gas aus Turkish Stream ab und die Ukraine hat die Lieferungen durch ihre Pipeline verringert.


Nord Stream 1 lasse ich hier wegen des Streits um die Turbine außen vor, denn die Turbinen sind nicht entscheidend. Die anderen bestehenden Pipelines könnten die verringerten Gaslieferungen durch Nord Stream 1 kompensieren, was politisch aber nicht gewollt ist. Stattdessen dürfen Sie ab sofort eine Gasumlage und stark steigende Rechnungen für Strom und Heizung bezahlen.


So funktioniert Solidarität heute.


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2022/kosten-hintergruende-profiteure-was-bedeutet-die-gasumlage/?doing_wp_cron=1661759095.7047340869903564453125





Weiteres:





Grüne Inkompetenz

Gasumlage: Habeck gesteht öffentlich die eigene Inkompetenz ein

Robert Habeck, der Philosoph und Kinderbuchautor, der Deutschland als Wirtschaftsminister derzeit mit Vollgas an die Wand fährt, hat seine eigene Inkompetenz nun offen eingestanden.


anti-spiegel.ru, 28. August 2022 18:17 Uhr

Dass die Gasumlage, die das Ministerium von Kinderbuchautor Habeck ausgearbeitet hat, eine Katastrophe ist, mit der alle Verbraucher in Deutschland den Energiekonzernen und Stromversorgern Milliarden schenken werden, habe ich bereits ausgeführt. Da ich hier nicht alles wiederholen kann, lesen Sie die Details bitte hier nach.


Die Gasumlage

Kurz zusammengefasst macht die Gasumlage folgendes: Sie spült den Konzernen Milliarden in die Taschen, offiziell, um sie vor einer möglichen Pleite zu retten. Diese Milliarden zahlen die Verbraucher über die Gasumlage. Wenn einige Konzerne wirklich von der Pleite bedroht wären, gäbe es eine viel einfachere Methode, Stromversorgung und Heizung sicherzustellen, als den Konzernen Geld zu schenken.


Wenn ein Energiekonzern pleite gehen sollte, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder seine Aktionäre schießen Geld zu und retten den Konzern vor der Pleite, oder der Staat übernimmt die Aktien, wird Eigentümer des Konzerns und stellt so sicher, dass der Konzern auch weiterhin Energie liefert. Der Nachteil daran ist aber, dass in beiden Fällen die Aktionäre in die Röhre gucken, denn entweder müssen sie Geld zuschießen, oder sie verlieren ihre Aktien. Das nennt man „Tragen des unternehmerischen Risikos“ und es sollte ganz normal sein.


Aber das will man natürlich nicht, denn die Reichsten der Reichen müssen im westlichen Wirtschaftssystem geschützt werden. Also hat Habecks Ministerium die Gasumlage erfunden, bei der alle Menschen Deutschland zusammenlegen und die Verluste der Energiekonzerne kompensieren, damit die Eigentümer der Gaskonzerne ungeschoren davonkommen. Die Gewinne haben sie eingesteckt, die Verluste erstatten ihnen die Menschen in Deutschland.


Die Inkompetenz im Wirtschaftsministerium

Diese unsinnige Politik, die die Gaskrise erst künstlich geschaffen hat (siehe Ende dieses Artikels) und dann die Menschen in Deutschland die Folgen bezahlen lässt, wurde auf dem Twitter-Account des Bundeswirtschaftsministeriums heftig kritisiert, wobei ein User auch meine ungezählten Artikel mit dem Kommentar erwähnt und verlinkt hat, ich würde über das, worüber sich die Experten des Bundeswirtschaftsministeriums sich nun überrascht zeigen, bereits seit Juni 2021 schreiben.


In der Presseabteilung des Ministeriums, die auf Twitter auf User-Kommentare antwortet, scheinen keine Menschen zu sitzen, die von der Materie ein auch nur grundsätzliches Verständnis haben, denn die Reaktionen des Ministeriums waren so peinlich, dass ich darüber einen Artikel geschrieben und dem Ministerium eine öffentliche Diskussion zwischen mir und deren Experten vorgeschlagen habe.


Habecks gesteht eigene Inkompetenz ein

Mein Artikel war sehr sarkastisch formuliert, aber das Leben kann noch sarkastischer sein als ich. Habeck sagte vor einigen Tagen zu der Unsinnigkeit der Gasumlage:

„Weil wir aber nicht wussten, das muss man ehrlicherweise sagen – und niemand wusste das – wie dieser Gasmarkt verflochten ist, wie er im Undurchsichtigen, welche Firmen irgendwelche Anteile an Töchtern und so weiter haben, ist durch diese im Prinzip richtige Entscheidung, ein Problem entstanden.“

Der Bundeswirtschaftsminister, zu dessen Ministerium auch die Bundesnetzagentur gehört, sagt öffentlich, dass niemand in seinem Ministerium Ahnung vom Gasmarkt hat. Kann man die eigene Inkompetenz deutlicher eingestehen? Er sagte im Klartext:


„Hey Leute, ich bin für Eure Versorgung mit Strom und Heizung verantwortlich, habe aber keinen Schimmer, wie das funktioniert. Vertraut mir aber einfach weiterhin, alles wird gut. Wie das gehen soll, weiß ich zwar auch nicht, aber Ihr müsst nur ganz fest daran glauben!“


Das Schweigen der Medien

Für Deutschland, seine Wirtschaft und die Menschen geht es derzeit buchstäblich um alles, denn der bescheidene Wohlstand Deutschlands ist in akuter Gefahr, was auch Politik und Medien inzwischen recht offen verkünden. Aber der für dieses zentrale Thema verantwortliche Kinderbuchautor, der aus irgendeinem Grund Bundeswirtschaftsminister spielen darf, sagt offen, dass er davon keine Ahnung und keinen Plan hat.


In einem normalen Land würde die Presse aufheulen und seinen Rücktritt fordern, damit vielleicht ein Minister ernannt wird, der das Land und den Wohlstand der Menschen noch retten kann. Aber in Deutschland ist alles anders, denn die „Qualitätsmedien“ lieben die Grünen und ihre realitätsfernen Ideen. Die Grünen dürfen so ziemlich alles, sie dürfen ihre Wähler ein ums andere Mal belügen und betrügen, oder auch öffentlich ihre Inkompetenz zur Schau stellen – die deutschen „Qualitätsmedien“ lassen sie gewähren.


So auch jetzt bei Habecks Eingeständnis seiner eigenen Inkompetenz. Gab es über seine Aussage große Artikel bei den führenden deutschen Medien? Gab es gar Rücktrittsforderungen, weil ein wenig Grundwissen in wirtschaftlichen Fragen für einen Bundeswirtschaftsminister durchaus wünschenswert sein könnte? Nein.


Der Spiegel hat das in seiner Rubrik „Die Lage am Morgen“ kurz mal erwähnt, einen eigenen Artikel war dem ehemaligen Nachrichtenmagazin das aber nicht wert. Der FAZ war Habecks Aussage immerhin einen giftigen, aber dafür sehr kurzen Kommentar wert. Aber ansonsten sucht in den „Qualitätsmedien“ weitgehend vergeblich nach Berichten über Habecks Aussage.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie es sein kann, dass in Deutschland vollkommen unfähige Kasper Minister werden, die von ihrem Ressort, für das sie verantwortlich sind, noch weniger Ahnung haben, als eine fette Sau vom Hochsprung, dann empfehle ich Ihnen mein Buch „Abhängig beschäftigt“ – leider ist das kein Zufall, sondern es hat System.


Und daher kommt Habeck damit durch, dass er offen sagen kann, dass er von seinem Ressort keinen blassen Schimmer hat. Aber nicht vergessen: Habeck meint, alles wird gut. Irgendwie.

Oder eben auch nicht…


Die wahren Gründe für die Energiekrise

Der Vollständigkeit halber werde ich für alle, die neu auf dem Anti-Spiegel sind, noch einmal die Gründe für die Energiekrise in Europa auflisten, die schon lange vor der russischen Intervention in der Ukraine begonnen hat und über die ich oft berichtet habe.


Erstens: Der Winter 2020/2021 war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in 2021 ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in dem Jahr nur knapp 75 Prozent.


Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der Sommer 2021 aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.


Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien waren die Gaspreise im letzten Sommer noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker sind nach Asien gefahren, anstatt nach Europa.


Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für inzwischen 2.000 und mehr Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.08.2022

Streit um das Luftkampfsystem  Das bedeutendste Rüstungsprojekt in der EU, ein Luftkampfsystem um einen Kampfjet der sechsten Generation, könnte scheitern. Auf Erfolgskurs ist dagegen die britische Konkurrenz

german-foreign-policy.com, 30. August 2022

PARIS/BERLIN (Eigener Bericht) – Das bedeutendste und teuerste Rüstungsprojekt in der EU steht möglicherweise vor dem Scheitern. Dabei handelt es sich um das FCAS (Future Combat Air System), ein Luftkampfsystem, das um einen High-Tech-Kampfjet der sechsten Generation herum konzipiert ist, Drohnen und Drohnenschwärme umfasst und mit Hilfe der Cloud-Technologie und Künstlicher Intelligenz (KI) vernetzt ist. Es wird gemeinsam von Deutschland, Frankreich und Spanien entwickelt. Zwischen den beteiligten Konzernen kommt es zu Streit: Dassault (Frankreich) sieht sich durch die Integration des spanischen Airbus-Ablegers in das Projekt benachteiligt und verlangt jetzt eine klare Führungsrolle, die Airbus Defence and Space (Deutschland) dem Unternehmen bisher nicht zugestehen will. Schon jetzt sind durch die Differenzen Verspätungen entstanden, die die Einsatzbereitschaft des FCAS über das ursprünglich geplante Jahr 2040 hinaus verzögern. Aktuell führen sie dazu, dass die spanische Luftwaffe den Kauf von US-Kampfjets des Typs F-35 fordert; dies sei nötig, um die eigene Kampfkraft im kommenden Jahrzehnt sicherzustellen, heißt es. Als Alternative käme ein britisches FCAS-System („Tempest“) in Betracht.


Zitat: Das FCAS

Das FCAS (Future Combat Air System) ist das zur Zeit bedeutendste und zugleich teuerste Rüstungsprojekt innerhalb der EU. Im Mittelpunkt steht dabei ein Kampfjet der neuesten, sechsten Generation. Die gegenwärtig modernsten Kampfjets aus europäischer Produktion – der Eurofighter und die französische Rafale – werden der vierten Generation zugerechnet; zur fünften Generation, die über Tarnkappeneigenschaften verfügt, gehören die F-35 (USA), die Suchoi Su-57 (Russland) und die Chengdu J-20 (China). Die sechste Generation zeichnet sich dadurch aus, dass der Kampfjet Teil eines vernetzten Luftkampfsystems ist; er fungiert quasi als High-Tech-Kommandozentrale für mitfliegende Drohnen, Drohnenschwärme und Lenkwaffen. Mit ihnen vernetzt ist er über ein hochmodernes Cloudsystem. Dabei wird auch Künstliche Intelligenz (KI) genutzt.[1] Ein Teil des Gesamtsystems sind High-Tech-Helme, die nicht nur die wichtigsten Informationen ins Visier einblenden, sondern darüber hinaus die Augenbewegungen und die Gehirnströme der Piloten messen und auswerten; Ziel ist, ihnen bestimmte Entscheidungen abzunehmen, um sie zu entlasten und zugleich das Tempo der Kampfoperationen über das Menschenmögliche hinaus zu erhöhen.


Streit um die Führung

Beschlossen worden ist die Entwicklung des FCAS inklusive eines Kampfjets der sechsten Generation von den Regierungen Deutschlands und Frankreichs schon im Juli 2017; mit den Arbeiten beauftragt wurden zunächst die Konzerne Dassault (Frankreich) sowie Airbus Defence and Space (Deutschland). Auch aufgrund der hohen Kosten, die auf 100 Milliarden Euro, vielleicht sogar mehr, geschätzt werden, drang besonders Berlin darauf, mit Spanien ein weiteres EU-Mitglied mit ins Boot zu holen. Spanien hat die dortige Airbus-Filiale beauftragt, an der Entwicklung des FCAS teilzunehmen. Deren Integration in das Projekt hat allerdings zu Spannungen geführt. Dies liegt zum einen daran, dass sich der Airbus-Anteil mit dem spanischen Ableger erhöht hat – zu Lasten von Dassault. Zum anderen schrumpfen die Aufträge für Airbus Defence and Space und für Dassault. Das wird vor allem von dem französischen Konzern mit Unmut quittiert. Ursache ist, dass Dassault mit der Rafale bereits zuvor einen Kampfjet komplett in Eigenregie gebaut hat und entsprechend über größeres Know-how verfügt als Airbus Defence and Space, das den Eurofighter nicht allein, sondern gemeinsam mit BAE Systems (Großbritannien) und Leonardo (Italien) konstruiert.


Dassaults rote Linie

Mit Blick darauf äußerte bereits Anfang 2021 der französische Militärexperte Jean-Charles Larsonneur, der La République en marche angehört, der Partei von Staatspräsident Emmanuel Macron, bei Dassault herrsche der „Eindruck ..., bei FCAS mehr zu verlieren als zu gewinnen“ zu haben: „Verschleudern wir nicht unser technologisches Wissen?“[2] Zum selben Zeitpunkt wies Dassault-Chef Éric Trappier öffentlich darauf hin, sein Konzern sei ohne weiteres in der Lage, in Kooperation mit anderen französischen Waffenschmieden das FCAS auch alleine zu konstruieren. Dies ist nicht aus der Luft gegriffen; schon die Rafale entstand als ausschließlich französischer Kampfjet, nachdem Dassault aus dem Eurofighter-Projekt ausgestiegen war und den Alleingang wagte. Gestützt auf diese Option pokert Trappier seit geraumer Zeit hoch und dringt energisch darauf, sein Konzern müsse bei der Entwicklung des FCAS eine klare Führungsrolle erhalten. „Es braucht einen Baumeister“ – Dassault –, wird Trappier zitiert: „Wenn das geklärt ist, gibt es kein Problem.“[3] Bei der Forderung, die industrielle Führung beim FCAS müsse auf jeden Fall bei Dassault liegen, handle es sich um eine „rote Linie“, deren Überschreitung hinzunehmen der Konzern nicht bereit sei.


Fünf Jahre verspätet

Der Streit ist bis heute nicht gelöst, führt aber zu empfindlichen Zeitverlusten. Ursprünglich war geplant, einen Prototyp („Demonstrator“) spätestens im Jahr 2026 fliegen zu lassen. Jetzt heißt es, es sei ungewiss, ob man dies noch 2027 schaffe. Trappier warnt bereits, die für 2040 geplante Einsatzreife des FCAS werde sich verzögern – um fünf Jahre, womöglich auch um mehr.[4] Die Spannungen werden dadurch verschärft, dass die Bundesregierung 35 US-Kampfjets vom Typ F-35 beschaffen will, um die „nukleare Teilhabe“ sicherzustellen.[5] Auf französischer Seite hat dies den Verdacht geweckt, Berlin könne den Ausstieg aus dem FCAS vorbereiten.[6] Hinzu kommt nun auch noch, dass die spanische Luftwaffe Druck macht, da sie in absehbarer Zeit ihre alternde Flotte von rund 80 F-18-Kampfjets ersetzen muss. Vor kurzem wurde berichtet, Madrid werde dafür in einem ersten Schritt für etwa zwei Milliarden Euro 20 Eurofighter erwerben.[7] Ende vergangener Woche berichtete die Tageszeitung El País, die Luftwaffe dringe – nicht zuletzt wegen der Verspätungen bei Entwicklung und Bau des FCAS – energisch darauf, die F-18 durch US-amerikanische F-35 zu ersetzen.[8] Dann wären allerdings in Madrid keine ausreichenden Mittel für das FCAS mehr da.


Großbritannien auf Erfolgskurs

Während die Spannungen rund um das FCAS andauern, die Verwirklichung des Vorhabens zunehmend in Frage steht und Dassault-Chef Trappier eine endgültige Entscheidung bis zum Jahresende verlangt, drängt sich zunehmend eine – für Berlin eigentlich höchst missliebige – Alternative auf: die britische FCAS-Variante. Sie wird seit 2018 entwickelt; im Mittelpunkt steht gleichfalls ein Kampfjet der sechsten Generation („Tempest“), der im Grundsatz dieselben Fähigkeiten wie sein deutsch-französisch-spanisches Äquivalent besitzen soll, der aber wohl zusätzlich in einer unbemannten Version genutzt werden kann. London ist es gelungen, Italien (mit Leonardo) und Schweden (mit Saab) zur Beteiligung an Entwicklung und Bau zu bewegen. Aktuell wird darüber verhandelt, auch Japan einzubinden, wo zur Zeit Mitsubishi an einem japanischen FCAS-Projekt arbeitet („F-X“).[9] Sollte es gelingen, Mitsubishi einzubinden, dann könnte der britische Konzern BAE Systems, der federführend bei Tempest ist, nicht nur japanisches Know-how einsetzen; es könnte zudem ein Teil der finanziellen Lasten auf Tokio abgewälzt werden. Ein Tempest-Demonstrator soll spätestens 2027 fliegen; die Einsatzreife des in London konzipierten Luftkampfsystems ist für 2035 vorgesehen. Das Vorhaben liegt noch im ursprünglichen Zeitplan.


Unabhängigkeit in Frage

Scheitert das deutsch-französisch-spanische FCAS, dann stünde Berlin vor der Entscheidung, entweder auf US-Modelle oder auf das britisch geführte Tempest-Luftkampfsystem setzen zu müssen. Ursprünglich war geplant, die EU mit einem eigenen FCAS in die militärische wie auch rüstungsindustrielle Unabhängigkeit zu führen. Dass dies gelingt, steht nun in Frage.

 

[1] S. dazu Der digital-militärische Komplex.

[2] Thomas Hanke: Steht Europas Mega-Rüstungsprojekt vor dem Aus? handelsblatt.com 01.03.2021. S. dazu Der High-Tech-Kampfjet der EU.

[3] Niklas Záboji: Der Herr der Kampfjets. Frankfurter Allgemeine Zeitung 03.08.2022.

[4] Niklas Záboji: Dunkle Wolken über Europas größtem Rüstungsprojekt. Frankfurter Allgemeine Zeitung 22.07.2022.

[5] S. dazu Festtage für die Rüstungsindustrie (II).

[6] Martin Murphy, Frank Specht, Gregor Waschinski: Deutschland und Frankreich – Bei der Rüstung hört die Freundschaft auf. handelsblatt.com 22.03.2022.

[7] Sebastian Sprenger: Spain finalizes $2.1 billion deal for 20 Eurofighters to replace old F-18s. defensenews.com 23.06.2022.

[8] Miguel González: El Ejército apuesta por el F-35 de EE UU en vez del Eurofighter en una compra de 10.000 millones. elpais.com 22.08.2022.

[9] Tim Kelly, Nobuhiro Kubo, Paul Sandle, Tim Hepher: Britain, Japan said to be looking to merge Tempest and F-X fighter programs. japantoday.com 17.07.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9008

29.08.2022

Die B61-12 Mini-Atomwaffen „Made in America“ sollen in „A Nuclear First Strike“ eingesetzt werden. Demnächst in Italien, Belgien, Deutschland, Niederlande.

globalresearch.ca, 27. August 2022, Von Manlio Dinucci   (elektr. übersetzt, unkorrigiert)

Europa wird somit von den USA in die Frontlinie einer nuklearen Konfrontation mit Russland verwandelt, die noch gefährlicher ist als die des Kalten Krieges.


Region: ,

Thema:


Erstveröffentlichung am 15. Juli 2022

***

„Die Produktion der Atombombe B61-12 beginnt“, teilten die Sandia National Laboratories aus den USA mit. Die B61-12, die die frühere B61 ersetzt, die von den USA in Aviano und Ghedi und anderen europäischen Stützpunkten eingesetzt wurde, ist ein neuer Waffentyp. Es verfügt über einen Atomsprengkopf mit vier Leistungsoptionen, die je nach zu zerstörendem Ziel wählbar sind. Es wird nicht senkrecht abgeworfen, sondern in einem Abstand von dem Ziel, auf das es geführt von einem Satellitensystem gerichtet wird. Es kann in den Untergrund eindringen und tief explodieren, um die Bunker der Kommandozentrale bei einem nuklearen Erstschlag zu zerstören.


Das nukleare Rennen beschleunigt sich


Die als „nicht strategische Nuklearwaffen“ eingestuften B61-12 werden in Europa – in Italien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und wahrscheinlich anderen Ländern – in ausreichender Entfernung stationiert, um Russland zu treffen. Sie verfügen damit über ähnliche Offensivfähigkeiten wie strategische Waffen.


Ein weiteres Nuklearwaffensystem, das die Vereinigten Staaten in Europa gegen Russland installieren wollen, sind bodengestützte Mittelstreckenraketen. Sie können auch von „Anti-Raketen-Schild“-Anlagen aus gestartet werden, die von den USA an Stützpunkten in Deveselu in Rumänien und Redzikowo in Polen sowie an Bord von fünf Kriegsschiffen eingesetzt werden, die im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und in der Ostsee in der Nähe von Russland kreuzen.


Dass solche Anlagen offensive Fähigkeiten haben, wird von Lockheed Martin selbst bestätigt. Es umreißt die Eigenschaften des vertikalen Startsystems Mk 41, das sowohl in Land- als auch in Marineinstallationen verwendet wird, und spezifiziert, dass es in der Lage ist, „Raketen für alle Missionen, sowohl Verteidigungs- als auch Langstreckenangriffe, einschließlich Tomahawk-Marschflugkörpern“ abzufeuern. Diese können mit Atomsprengköpfen bewaffnet werden.

Europa wird somit von den USA in die Frontlinie einer nuklearen Konfrontation mit Russland verwandelt, die noch gefährlicher ist als die des Kalten Krieges.

*

Hinweis für die Leser: Bitte klicken Sie oben oder unten auf die Teilen-Schaltflächen. Folgen Sie uns auf Instagram und Twitter und abonnieren Sie unseren Telegram Channel. Fühlen Sie sich frei, Artikel von Global Research zu reposten und zu teilen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf byoblu veröffentlicht.


Manlio Dinucci,  preisgekrönter Autor, geopolitischer Analyst und Geograph, Pisa, Italien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG).

Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research


Info: https://www.globalresearch.ca/the-b61-12-mini-nukes-made-in-america-to-be-used-in-a-nuclear-first-strike-coming-soon-to-italy-belgium-germany-netherlands/5786765

29.08.2022

„Großisrael“: Der zionistische Plan für den Nahen Osten Der berüchtigte „Oded-Yinon-Plan“. Einführung von Michel Chossudovsky    I von III

globalresearch.ca, vom 28. August 2022, Von Israel Shahak und Prof. Michel Chossudovsky

Association of Arab-American University Graduates, Inc. 3. März 2013


Region:

Thema: , ,

Ausführlicher Bericht: IRAK- , ,

 

Einer unserer beliebtesten Artikel, erstmals veröffentlicht am 1. März 2013

***

Aktualisierung und Analyse

Naftali Bennett  ist Israels erster „religiöser stellvertretender Premierminister“ . Er ist mit der jüdischen Siedlungsbewegung verbunden. Er ist ein entschiedener Befürworter der Annexion von Teilen des besetzten Westjordanlandes.

Bennett engagiert sich auch für „Großisrael“ und das „Gelobte Land“, nämlich die biblische Heimat der Juden. (Siehe unsere Analyse unten)

***

13. Mai 2022: Die Nakba. Vor 74 Jahren, am 13. Mai 1948.  Die palästinensische  Katastrophe setzt sich fort . In einem Bericht von 2018erklärten die Vereinten Nationen, dass Gaza „unbewohnbar“ geworden sei:

Mit einer Wirtschaft im freien Fall, 70 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, stark verunreinigtem Trinkwasser und einem zusammengebrochenen Gesundheitssystem ist Gaza laut dem Sonderberichterstatter für Menschenrechte in den Palästinensischen Gebieten „unbewohnbar“ geworden.

Israel fährt derzeit mit dem Plan fort, große Teile des palästinensischen Territoriums zu annektieren, „während die palästinensischen Einwohner unter Bedingungen schwerer Entbehrung und Isolation gehalten werden. Die Schaffung von Bedingungen extremer Armut und wirtschaftlichen Zusammenbruchs sind die Mittel, um die Vertreibung und den Exodus der Palästinenser aus ihrem Heimatland auszulösen. Es ist Teil des Annexionsprozesses.

„Wenn das Manöver erfolgreich ist, wird Israel am Ende alle Gebiete haben, die es während des Krieges von 1967 erobert hat , einschließlich der gesamten Golanhöhen und Jerusalems und der meisten palästinensischen Gebiete, einschließlich der besten Wasserquellen und landwirtschaftlichen Flächen.

Das Westjordanland wird sich in der gleichen Situation wiederfinden wie der Gazastreifen, abgeschnitten von der Außenwelt und umgeben von feindlichen israelischen Streitkräften und israelischen Siedlungen.“ ( Südfront)

„Groß-Israel würde eine Reihe von Stellvertreterstaaten schaffen. Es würde Teile des Libanon, Jordaniens, Syriens, des Sinai sowie Teile des Irak und Saudi-Arabiens umfassen.“

„Palästina ist weg! Weg! راحت فلسطين . Die palästinensische Notlage ist äußerst schmerzhaft, und der Schmerz wird durch die verblüffend beiläufige Zurückweisung und Auslöschung dieses Schmerzes durch westliche Mächte noch verstärkt, Rima Najjar , Global Research, 7. Juni 2020

Michel Chossudovsky , 10. Juni 2021, 9. Juli 2022

***


Einführung

Das folgende Dokument  , das sich auf die Bildung von „Groß-Israel“ bezieht, bildet den Eckpfeiler mächtiger zionistischer Fraktionen innerhalb der derzeitigen Regierung Netanyahu, der Likud-Partei sowie innerhalb des israelischen Militärs und Geheimdienstes. 

Präsident Donald Trump hatte  im Januar 2017 seine Unterstützung für Israels illegale Siedlungen bekräftigt (einschließlich seiner  Ablehnung der Resolution  2334 des UN-Sicherheitsrates zur Illegalität der israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland). Die Trump-Administration brachte ihre Anerkennung der israelischen Souveränität über die Golanhöhen zum Ausdruck. Und jetzt wird die gesamte Westbank von Israel annektiert. 

Unter der Biden-Regierung unterstützt Washington trotz rhetorischer Verschiebungen in der politischen Erzählung weiterhin die israelischen Pläne, das gesamte Jordantal sowie die illegalen Siedlungen im Westjordanland zu annektieren.

Denken Sie daran: Das Groß-Israel-Design ist nicht unbedingt ein zionistisches Projekt für den Nahen Osten, es ist ein integraler Bestandteil der US-Außenpolitik, sein strategisches Ziel ist es, die US-Hegemonie auszuweiten sowie den Nahen Osten zu spalten und zu balkanisieren.  

In dieser Hinsicht besteht die Strategie Washingtons darin, die regionalen Wirtschaftsmächte im Nahen Osten, einschließlich der Türkei und des Iran, zu destabilisieren und zu schwächen. Begleitet wird diese – im Einklang mit Großisrael – stehende Politik von einem Prozess der politischen Fragmentierung.

Seit dem Golfkrieg (1991) erwägt das Pentagon die Schaffung eines „Freien Kurdistans“, das die Annexion von Teilen des Irak, Syriens und Irans sowie der Türkei beinhalten würde

 

„The New Middle East“: Inoffizielle Karte der US-Militärakademie von Lt. Col. Ralph Peters

 

Laut dem Gründervater des Zionismus , Theodore Herzl, „erstreckt sich das Gebiet des jüdischen Staates: „Vom Bach Ägyptens bis zum Euphrat“. Laut Rabbi Fischmann „erstreckt sich das Gelobte Land vom Fluss Ägypten bis zum Euphrat, es umfasst Teile Syriens und des Libanon.“

Im aktuellen Kontext betrachtet, einschließlich der Belagerung von Gaza, hat der zionistische Plan für den Nahen Osten eine enge Beziehung zur Invasion des Irak 2003, dem Libanonkrieg 2006, dem Libyenkrieg 2011, den andauernden Kriegen gegen Syrien und den Irak und Jemen, ganz zu schweigen von der politischen Krise in Saudi-Arabien.

Das Projekt „Großisrael“ besteht darin, benachbarte arabische Staaten als Teil eines amerikanisch-israelischen Expansionsprojekts mit Unterstützung der NATO und Saudi-Arabiens zu schwächen und schließlich zu zerbrechen. Insofern ist die saudisch-israelische Annäherung aus Netanjahus Sicht ein Mittel zur Ausweitung der israelischen Einflusssphären im Nahen Osten sowie zur Konfrontation mit dem Iran. Selbstverständlich ist das „Groß-Israel“-Projekt mit Amerikas imperialem Design vereinbar.

29.08.2022

„Großisrael“: Der zionistische Plan für den Nahen Osten Der berüchtigte „Oded-Yinon-Plan“. Einführung von Michel Chossudovsky    II von III

Groß-Israel“ besteht aus einem Gebiet, das sich vom Niltal bis zum Euphrat erstreckt. Laut Stephen Lendman ,

Vor fast einem Jahrhundert umfasste der Plan der World Zionist Organization für einen jüdischen Staat:

• historisches Palästina;

• Südlibanon bis nach Sidon und dem Fluss Litani;

• Syriens Golanhöhen, Hauran-Ebene und Deraa; und

• Kontrolle über die Hijaz-Eisenbahn von Deraa nach Amman, Jordanien sowie den Golf von Aqaba.

Einige Zionisten wollten mehr – Land vom Nil im Westen bis zum Euphrat im Osten, das Palästina, den Libanon, Westsyrien und die Südtürkei umfasst.“

 

Das zionistische Projekt hat die jüdische Siedlungsbewegung unterstützt. Im weiteren Sinne beinhaltet es eine Politik des Ausschlusses von Palästinensern aus Palästina, die zur Annexion sowohl des Westjordanlandes als auch des Gazastreifens durch den Staat Israel führt.

Groß-Israel würde eine Reihe von Stellvertreterstaaten schaffen. Es würde Teile des Libanon, Jordaniens, Syriens, des Sinai sowie Teile des Irak und Saudi-Arabiens umfassen. (Siehe Karte).

Laut Mahdi Darius Nazemroaya in einem Global Research-Artikel aus dem Jahr 2011 war    der Yinon-Plan eine Fortsetzung des britischen Kolonialdesigns im Nahen Osten:

„[Der Yinon-Plan] ist ein israelischer strategischer Plan, um die regionale Überlegenheit Israels sicherzustellen. Es besteht darauf und fordert, dass Israel sein geopolitisches Umfeld durch die Balkanisierung der umliegenden arabischen Staaten in kleinere und schwächere Staaten umgestalten muss.

Israelische Strategen betrachteten den Irak als ihre größte strategische Herausforderung durch einen arabischen Staat. Aus diesem Grund wurde der Irak als das Herzstück der Balkanisierung des Nahen Ostens und der arabischen Welt bezeichnet. Im Irak haben israelische Strategen auf der Grundlage der Konzepte des Yinon-Plans die Teilung des Irak in einen kurdischen Staat und zwei arabische Staaten gefordert, einen für schiitische Muslime und einen für sunnitische Muslime. Der erste Schritt dazu war ein Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, den der Yinon-Plan diskutiert.

The Atlantic veröffentlichte 2008 und das Armed Forces Journal des US-Militärs 2006 weit verbreitete Karten, die sich eng an die Umrisse des Yinon-Plans anlehnten. Neben einem geteilten Irak, den auch der Biden-Plan fordert, fordert der Yinon-Plan einen geteilten Libanon, Ägypten und Syrien. Auch die Aufteilung des Iran, der Türkei, Somalias und Pakistans stimmen mit diesen Ansichten überein. Der Yinon-Plan fordert auch eine Auflösung in Nordafrika und prognostiziert, dass er von Ägypten ausgeht und dann in den Sudan, nach Libyen und in den Rest der Region übergreift.

„Großisrael“ erfordert die Aufspaltung der bestehenden arabischen Staaten in Kleinstaaten.

„Der Plan arbeitet auf zwei wesentlichen Prämissen. Um zu überleben, muss Israel 1) eine imperiale Regionalmacht werden und 2) die Aufteilung des gesamten Gebiets in kleine Staaten durch die Auflösung aller bestehenden arabischen Staaten bewirken. Klein wird hier von der ethnischen oder sektiererischen Zusammensetzung jedes Staates abhängen. Folglich ist die zionistische Hoffnung, dass sektiererische Staaten zu Israels Satelliten und ironischerweise zu seiner Quelle moralischer Legitimation werden … Dies ist keine neue Idee, noch taucht sie zum ersten Mal im zionistischen strategischen Denken auf. Tatsächlich war die Zersplitterung aller arabischen Staaten in kleinere Einheiten ein wiederkehrendes Thema.“ (Yinon-Plan, siehe unten)

So gesehen ist der Krieg gegen Syrien und den Irak Teil des israelischen territorialen Expansionsprozesses.

In dieser Hinsicht stellt die Niederlage der von den USA gesponserten Terroristen (ISIS, Al Nusra) durch die syrischen Streitkräfte mit der Unterstützung Russlands, des Iran und der Hisbollah einen erheblichen Rückschlag für Israel dar.

Michel Chossudovsky, Global Research, 6. September 2015, aktualisiert am 13. September 2019, überarbeitet am 7. Juni 2020, 13. Mai 2021



Der zionistische Plan für den Nahen Osten 

Übersetzt und bearbeitet von

Israel Shahak

Das Israel von Theodor Herzl (1904) und von Rabbi Fischmann (1947)

In seinen vollständigen Tagebüchern, Bd. II. p. 711 sagt Theodore Herzl, der Begründer des Zionismus, dass sich das Gebiet des jüdischen Staates erstreckt: „Vom Bach Ägyptens bis zum Euphrat.“

Rabbi Fischmann, Mitglied der Jewish Agency for Palestine, erklärte am 9. Juli 1947 in seiner Aussage vor dem Sonderuntersuchungsausschuss der Vereinten Nationen: „Das Gelobte Land erstreckt sich vom Fluss Ägypten bis zum Euphrat, es umfasst Teile Syriens und des Libanon. ”

aus

Oded Yinons

„Eine Strategie für Israel in den 1980er Jahren“

Herausgegeben von der

Association of Arab-American University Graduates, Inc.

Belmont, Massachusetts, 1982

Sonderdokument Nr. 1 (ISBN 0-937694-56-8)

Inhaltsverzeichnis

 Herausgeber nicht e1

Einleitende Anmerkung von Dr. Khalil Nakhleh

Die Association of Arab-American University Graduates findet es überzeugend, ihre neue Publikationsreihe Special Documents mit Oded Yinons Artikel zu eröffnen, der in Kivunim (Directions), der Zeitschrift der Informationsabteilung der Zionistischen Weltorganisation, erschienen ist. Oded Yinon ist ein israelischer Journalist und war früher im israelischen Außenministerium tätig. Unseres Wissens nach ist dieses Dokument die bisher expliziteste, detaillierteste und eindeutigste Erklärung der zionistischen Strategie im Nahen Osten. Darüber hinaus ist es eine genaue Darstellung der „Vision“ des derzeit herrschenden zionistischen Regimes von Begin, Sharon und Eitan für den gesamten Nahen Osten. Seine Bedeutung liegt daher nicht in seinem historischen Wert, sondern in dem Albtraum, den es darstellt.

2

Der Plan arbeitet auf zwei wesentlichen Prämissen. Um zu überleben, muss Israel 1) eine imperiale Regionalmacht werden und 2) die Aufteilung des gesamten Gebiets in kleine Staaten durch die Auflösung aller bestehenden arabischen Staaten bewirken. Klein wird hier von der ethnischen oder sektiererischen Zusammensetzung jedes Staates abhängen. Folglich besteht die zionistische Hoffnung darin, dass auf Sekten basierende Staaten Israels Satelliten und ironischerweise seine Quelle moralischer Legitimation werden.

3

Dies ist weder eine neue Idee, noch taucht sie zum ersten Mal im zionistischen strategischen Denken auf. Tatsächlich war die Zersplitterung aller arabischen Staaten in kleinere Einheiten ein wiederkehrendes Thema. Dieses Thema wurde in sehr bescheidenem Umfang in der AAUG-Publikation  Israel's Sacred Terrorism (1980) von Livia Rokach dokumentiert. Basierend auf den Erinnerungen von Moshe Sharett, dem ehemaligen Premierminister von Israel, dokumentiert Rokachs Studie in überzeugenden Details den zionistischen Plan, wie er für den Libanon gilt und wie er Mitte der fünfziger Jahre ausgearbeitet wurde.

4

Die erste massive israelische Invasion im Libanon im Jahr 1978 führte diesen Plan bis ins kleinste Detail durch. Die zweite und barbarischere und umfassendere israelische Invasion im Libanon am 6. Juni 1982 zielt darauf ab, bestimmte Teile dieses Plans zu bewirken, der hofft, nicht nur den Libanon, sondern auch Syrien und Jordanien in Fragmenten zu sehen. Dies sollte die israelischen öffentlichen Behauptungen bezüglich ihres Wunsches nach einer starken und unabhängigen libanesischen Zentralregierung lächerlich machen. Genauer gesagt wollen sie eine libanesische Zentralregierung, die ihre regionalen imperialistischen Pläne sanktioniert, indem sie einen Friedensvertrag mit ihnen unterzeichnet. Sie suchen auch Zustimmung zu ihren Entwürfen durch die syrische, irakische, jordanische und andere arabische Regierungen sowie durch das palästinensische Volk. Was sie wollen und was sie planen, ist keine arabische Welt, sondern eine Welt aus arabischen Fragmenten, die bereit ist, der israelischen Hegemonie zu erliegen. Daher spricht Oded Yinon in seinem Essay „Eine Strategie für Israel in den 1980er Jahren“ von „weitreichenden Möglichkeiten zum ersten Mal seit 1967“, die durch die „sehr stürmische Situation, die Israel umgibt“, geschaffen werden.

5

Die zionistische Politik der Vertreibung der Palästinenser aus Palästina ist sehr aktiv, wird aber in Konfliktzeiten, wie im Krieg von 1947-1948 und im Krieg von 1967, energischer verfolgt. Ein Anhang mit dem Titel  „Israel spricht von einem neuen Exodus“ ist in dieser Veröffentlichung enthalten, um vergangene zionistische Vertreibungen von Palästinensern aus ihrem Heimatland zu demonstrieren und neben dem wichtigsten zionistischen Dokument, das wir präsentieren, andere zionistische Pläne zur Entpalästinensierung Palästinas zu zeigen.

6

Aus dem im Februar 1982 veröffentlichten Kivunim-Dokument geht klar hervor, dass die „weitreichenden Möglichkeiten“, an die zionistische Strategen gedacht haben, dieselben „Möglichkeiten“ sind, von denen sie versuchen, die Welt zu überzeugen, und von denen sie behaupten, dass sie geschaffen wurden durch ihre Invasion im Juni 1982. Es ist auch klar, dass die Palästinenser nie das einzige Ziel der zionistischen Pläne waren, aber das vorrangige Ziel, da ihre lebensfähige und unabhängige Präsenz als Volk das Wesen des zionistischen Staates negiert. Jeder arabische Staat ist jedoch früher oder später ein echtes Ziel.

7

Im Gegensatz zu der detaillierten und eindeutigen zionistischen Strategie, die in diesem Dokument erläutert wird, leidet die arabische und palästinensische Strategie leider an Mehrdeutigkeit und Inkohärenz. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass arabische Strategen den zionistischen Plan in seiner vollen Verzweigung verinnerlicht haben. Stattdessen reagieren sie mit Ungläubigkeit und Schock, wenn sich eine neue Phase davon entfaltet. Dies zeigt sich in der arabischen Reaktion auf die israelische Belagerung von Beirut, wenn auch gedämpft. Die traurige Tatsache ist, dass die arabische Reaktion auf jede zukünftige Belagerung anderer arabischer Hauptstädte dieselbe sein wird, solange die zionistische Strategie für den Nahen Osten nicht ernst genommen wird.

Khalil Nakhleh

23. Juli 1982

Vorwärts

von Israel Shahak

1

Der folgende Essay stellt meiner Meinung nach den genauen und detaillierten Plan des gegenwärtigen zionistischen Regimes (von Sharon und Eitan) für den Nahen Osten dar, der auf der Teilung des gesamten Gebiets in kleine Staaten und der Auflösung aller bestehenden basiert Arabische Staaten. Auf den militärischen Aspekt dieses Plans werde ich in einer Schlussbemerkung eingehen. Hier möchte ich die Aufmerksamkeit der Leser auf einige wichtige Punkte lenken:

2

1. Die Idee, dass alle arabischen Staaten von Israel in kleine Einheiten zerlegt werden sollten, taucht immer wieder im israelischen strategischen Denken auf. Zum Beispiel schreibt Ze'ev Schiff, der Militärkorrespondent von Ha'aretz (und wahrscheinlich der sachkundigste in Israel zu diesem Thema) über das „Beste“, das für israelische Interessen im Irak passieren kann: „Die Auflösung des Irak in einen Schiitischer Staat, ein sunnitischer Staat und die Abspaltung des kurdischen Teils“ ( Ha'aretz 6/2/1982). Eigentlich ist dieser Aspekt des Plans sehr alt.

3

2. Die starke Verbindung zum neokonservativen Denken in den USA ist sehr prominent, insbesondere in den Anmerkungen des Autors. Aber während Lippenbekenntnisse zur Idee der „Verteidigung des Westens“ gegen die Sowjetmacht abgelegt werden, ist das wahre Ziel des Autors und des gegenwärtigen israelischen Establishments klar: ein imperiales Israel zu einer Weltmacht zu machen. Mit anderen Worten, das Ziel von Sharon ist es, die Amerikaner zu täuschen, nachdem er alle anderen getäuscht hat.

4

3. Es ist offensichtlich, dass viele der relevanten Daten, sowohl in den Anmerkungen als auch im Text, verstümmelt oder weggelassen wurden, wie etwa die finanzielle Hilfe der USA für Israel . Vieles davon ist reine Fantasie. Der Plan ist aber nicht als wirkungslos oder kurzfristig nicht realisierbar anzusehen. Der Plan folgt getreu den geopolitischen Ideen, die in Deutschland von 1890-1933 verbreitet waren, die von Hitler und der Nazibewegung vollständig geschluckt wurden, und bestimmte ihre Ziele für Osteuropa . Diese Ziele, insbesondere die Teilung der bestehenden Staaten, wurden 1939-1941 verwirklicht, und nur ein Bündnis auf globaler Ebene verhinderte ihre Konsolidierung für eine gewisse Zeit.

5

Die Anmerkungen des Autors folgen dem Text. Um Verwirrung zu vermeiden, habe ich keine eigenen Anmerkungen hinzugefügt, sondern deren Inhalt in dieses Vorwort und den Schluss am Ende gebracht. Ich habe jedoch einige Passagen des Textes hervorgehoben.

Israel Shahak

13. Juni 1982


 

Eine Strategie für Israel in den 1980er Jahren

von Oded Yinon

Dieser Essay erschien ursprünglich auf Hebräisch in KIVUNIM (Directions) , A Journal for Judaism and Zionism; Ausgabe Nr. 14–Winter, 5742, Februar 1982, Herausgeber: Yoram Beck. Redaktionskomitee: Eli Eyal, Yoram Beck, Amnon Hadari, Yohanan Manor, Elieser Schweid. Herausgegeben von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit/The World Zionist Organization , Jerusalem.

1

Zu Beginn der 1980er Jahre braucht der Staat Israel eine neue Perspektive hinsichtlich seines Platzes, seiner Ziele und nationalen Zielsetzungen im In- und Ausland. Diese Notwendigkeit ist aufgrund einer Reihe zentraler Prozesse, denen das Land, die Region und die Welt unterliegen, noch wichtiger geworden. Wir leben heute in den Anfängen einer neuen Epoche der Menschheitsgeschichte, die ihrer Vorgängerin in keiner Weise ähnlich ist und sich in ihren Merkmalen völlig von dem unterscheidet, was wir bisher kannten. Deshalb brauchen wir einerseits ein Verständnis für die zentralen Prozesse, die diese historische Epoche prägen, und andererseits eine den neuen Bedingungen entsprechende Weltanschauung und Handlungsstrategie. Die Existenz,

2

Diese Epoche ist durch mehrere Merkmale gekennzeichnet, die wir bereits diagnostizieren können und die eine echte Revolution in unserem gegenwärtigen Lebensstil symbolisieren. Der vorherrschende Prozess ist der Zusammenbruch der rationalistischen, humanistischen Sichtweise als wichtigster Eckpfeiler, der das Leben und die Errungenschaften der westlichen Zivilisation seit der Renaissance stützt. Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ansichten, die von dieser Grundlage ausgegangen sind, basierten auf mehreren „Wahrheiten“, die derzeit verschwinden – zum Beispiel die Ansicht, dass der Mensch als Individuum das Zentrum des Universums ist und alles existiert, um seine zu erfüllen grundlegende materielle Bedürfnisse. Diese Position wird in der Gegenwart entkräftet, wenn klar geworden ist, dass die Menge an Ressourcen im Kosmos nicht den Anforderungen des Menschen, seinen wirtschaftlichen Bedürfnissen oder seinen demografischen Zwängen entspricht. 1 dh der Wunsch und das Streben nach grenzenlosem Konsum. Die Ansicht, dass die Ethik keine Rolle bei der Bestimmung der Richtung spielt, die der Mensch einschlägt, sondern seine materiellen Bedürfnisse – diese Ansicht verbreitet sich heute, da wir eine Welt sehen, in der fast alle Werte verschwinden. Wir verlieren die Fähigkeit, die einfachsten Dinge zu beurteilen, besonders wenn es um die einfache Frage geht, was gut und was böse ist.

3

Die Vorstellung von den grenzenlosen Bestrebungen und Fähigkeiten des Menschen schrumpft angesichts der traurigen Tatsachen des Lebens, wenn wir den Zusammenbruch der Weltordnung um uns herum miterleben. Die Ansicht, die der Menschheit Freiheit und Freiheit verspricht, erscheint angesichts der traurigen Tatsache, dass drei Viertel der Menschheit unter totalitären Regimen leben, absurd. Die Ansichten über Gleichheit und soziale Gerechtigkeit wurden durch den Sozialismus und besonders durch den Kommunismus in eine Lachnummer verwandelt. Es gibt keinen Streit über die Wahrheit dieser beiden Ideen, aber es ist klar, dass sie nicht richtig in die Praxis umgesetzt wurden und die Mehrheit der Menschheit die Freiheit, die Freiheit und die Chance auf Gleichheit und Gerechtigkeit verloren hat. In dieser nuklearen Welt, in der wir seit dreißig Jahren (noch) in relativem Frieden leben,2

4

Die wesentlichen Konzepte der menschlichen Gesellschaft, insbesondere des Westens, unterliegen einem Wandel aufgrund politischer, militärischer und wirtschaftlicher Transformationen. So hat die nukleare und konventionelle Macht der UdSSR die gerade zu Ende gegangene Epoche in die letzte Atempause vor der großen Saga verwandelt, die einen großen Teil unserer Welt in einem mehrdimensionalen globalen Krieg zerstören wird, im Vergleich zu der vergangenen Welt Kriege werden ein Kinderspiel gewesen sein. Die Macht nuklearer sowie konventioneller Waffen, ihre Quantität, ihre Präzision und Qualität werden innerhalb weniger Jahre den größten Teil unserer Welt auf den Kopf stellen, und wir müssen uns darauf einstellen, dem in Israel zu begegnen. Das ist also die Hauptbedrohung für unsere Existenz und die der westlichen Welt. 3 Der Krieg um Ressourcen in der Welt, das arabische Monopol auf Öl und die Notwendigkeit des Westens, die meisten seiner Rohstoffe aus der Dritten Welt zu importieren, verändern die Welt, die wir kennen, da dies eines der Hauptziele der UdSSR ist den Westen zu besiegen, indem sie die Kontrolle über die gigantischen Ressourcen im Persischen Golf und im südlichen Teil Afrikas erlangen, in denen sich die meisten Mineralien der Welt befinden. Wir können uns die Dimensionen der globalen Konfrontation vorstellen, die uns in Zukunft bevorsteht.

5

Die Gorshkov-Doktrin fordert die sowjetische Kontrolle über die Ozeane und mineralreichen Gebiete der Dritten Welt. Das zusammen mit der gegenwärtigen sowjetischen Atomdoktrin, die besagt, dass es möglich ist, einen Atomkrieg zu führen, zu gewinnen und zu überleben, in dessen Verlauf das Militär des Westens sehr wohl zerstört und seine Bewohner zu Sklaven im Dienste des Marxismus-Leninismus gemacht werden könnten, ist die Hauptgefahr für den Weltfrieden und für unsere eigene Existenz. Seit 1967 haben die Sowjets das Diktum von Clausewitz in „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit nuklearen Mitteln“ umgewandelt und es zum Leitspruch ihrer gesamten Politik gemacht. Schon heute sind sie damit beschäftigt, ihre Ziele in unserer Region und in der ganzen Welt zu verwirklichen, und die Notwendigkeit, sich ihnen zu stellen, wird zum Hauptelement der Sicherheitspolitik unseres Landes und natürlich der übrigen freien Welt.4

6

Die arabisch-muslimische Welt ist daher nicht das größte strategische Problem, mit dem wir in den achtziger Jahren konfrontiert werden, obwohl sie aufgrund ihrer wachsenden militärischen Macht die größte Bedrohung für Israel darstellt. Diese erstaunlich selbstzerstörerische Welt mit ihren ethnischen Minderheiten, ihren Spaltungen und inneren Krisen, wie wir im Libanon, im nicht-arabischen Iran und jetzt auch in Syrien sehen können, kann ihre grundlegenden Probleme nicht erfolgreich bewältigen und tut es auch stellen daher auf lange Sicht keine wirkliche Bedrohung für den Staat Israel dar, sondern nur auf kurze Sicht, wenn seine unmittelbare militärische Macht von großer Bedeutung ist. Auf die Dauer wird diese Welt in ihrem gegenwärtigen Rahmen in den Gebieten um uns herum nicht bestehen können, ohne echte revolutionäre Veränderungen durchmachen zu müssen. Die moslemisch-arabische Welt ist wie ein temporäres Kartenhaus aufgebaut, das von Ausländern zusammengebaut wurde (Frankreich und Großbritannien in den 1920er Jahren), ohne dass die Wünsche und Sehnsüchte der Bewohner berücksichtigt wurden. Es wurde willkürlich in 19 Staaten aufgeteilt, die alle aus Zusammenschlüssen von einander verfeindeten Minderheiten und Volksgruppen bestehen, so dass heute jeder arabisch-muslimische Staat von innen heraus ethnisch-gesellschaftlich zerstört wird und in einigen bereits ein Bürgerkrieg tobt. 5 Die meisten Araber, 118 Millionen von 170 Millionen, leben in Afrika, hauptsächlich in Ägypten (heute 45 Millionen).

7

Abgesehen von Ägypten bestehen alle Maghreb-Staaten aus einer Mischung von Arabern und nicht-arabischen Berbern. In Algerien tobt in den Kabile-Bergen bereits ein Bürgerkrieg zwischen den beiden Nationen des Landes. Marokko und Algerien führen Krieg gegeneinander um die Spanische Sahara, zusätzlich zu dem internen Kampf in jedem von ihnen. Der militante Islam gefährdet die Integrität Tunesiens und Gaddafi organisiert aus arabischer Sicht zerstörerische Kriege aus einem dünn besiedelten Land, das keine mächtige Nation werden kann. Deshalb hat er sich in der Vergangenheit um Vereinigungen mit Staaten bemüht, die aufrichtiger sind, wie Ägypten und Syrien. Der Sudan, der heute am stärksten zerrissene Staat in der arabisch-muslimischen Welt, ist auf vier Gruppen aufgebaut, die einander feindlich gesinnt sind, einer arabisch-muslimisch-sunnitischen Minderheit, die über eine Mehrheit nichtarabischer Afrikaner herrscht, Heiden und Christen. In Ägypten steht eine sunnitisch-muslimische Mehrheit einer großen Minderheit von Christen gegenüber, die in Oberägypten dominiert: etwa 7 Millionen, so dass sogar Sadat in seiner Rede am 8. Mai die Befürchtung äußerte, dass sie einen eigenen Staat wollen eigenen, so etwas wie einen „zweiten“ christlichen Libanon in Ägypten.

8

Alle arabischen Staaten östlich von Israel sind zerrissen, zersplittert und noch mehr als die des Maghreb von inneren Konflikten durchsetzt. Syrien unterscheidet sich grundsätzlich nicht vom Libanon, außer in dem starken Militärregime, das es regiert. Aber der wirkliche Bürgerkrieg, der heutzutage zwischen der sunnitischen Mehrheit und der herrschenden Minderheit der schiitischen Alawiten (nur 12 % der Bevölkerung) stattfindet, zeugt von der Schwere der innenpolitischen Probleme.

9

Der Irak unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von seinen Nachbarn, obwohl seine Mehrheit Schiiten und die herrschende Minderheit Sunniten sind. 65 Prozent der Bevölkerung haben kein Mitspracherecht in der Politik, in der eine Elite von 20 Prozent die Macht innehat. Außerdem gibt es im Norden eine große kurdische Minderheit, und ohne die Stärke des herrschenden Regimes, der Armee und der Öleinnahmen wäre der zukünftige Staat des Irak nicht anders als der frühere Libanon oder Syrien heute. Die Keime innerer Konflikte und Bürgerkriege sind bereits heute sichtbar, besonders nach dem Aufstieg von Khomeini an die Macht im Iran, einem Führer, den die Schiiten im Irak als ihren natürlichen Führer ansehen.

10

Alle Golffürstentümer und Saudi-Arabien sind auf einem zarten Sandhaus gebaut, in dem es nur Öl gibt. In Kuwait machen die Kuwaitis nur ein Viertel der Bevölkerung aus. In Bahrain stellen die Schiiten die Mehrheit, sind aber entmachtet. In den VAE stellen die Schiiten wieder die Mehrheit, aber die Sunniten sind an der Macht. Gleiches gilt für Oman und den Nordjemen. Selbst im marxistischen Südjemen gibt es eine beträchtliche schiitische Minderheit. In Saudi-Arabien ist die Hälfte der Bevölkerung Ausländer, Ägypter und Jemeniten, aber eine saudische Minderheit hält die Macht.

11

Jordanien ist in Wirklichkeit palästinensisch und wird von einer transjordanischen Beduinenminderheit regiert, aber der größte Teil der Armee und sicherlich auch die Bürokratie sind jetzt palästinensisch. Tatsächlich ist Amman so palästinensisch wie Nablus. Alle diese Länder haben relativ gesehen mächtige Armeen. Aber auch da gibt es ein Problem. Die syrische Armee ist heute überwiegend sunnitisch mit einem alawitischen Offizierskorps, die irakische Armee schiitisch mit sunnitischen Kommandeuren. Das hat auf Dauer eine große Bedeutung, und deshalb wird es nicht lange gelingen, der Armee die Loyalität zu bewahren, außer wenn es um den einzigen gemeinsamen Nenner geht: Die Feindseligkeit gegenüber Israel, und selbst das reicht heute nicht mehr aus .

12

Neben den gespaltenen Arabern teilen die anderen muslimischen Staaten eine ähnliche Situation. Die Hälfte der iranischen Bevölkerung besteht aus einer persischsprachigen Gruppe und die andere Hälfte aus einer ethnisch türkischen Gruppe. Die türkische Bevölkerung besteht aus einer türkisch-sunnitischen muslimischen Mehrheit, etwa 50 %, und zwei großen Minderheiten, 12 Millionen schiitischen Alawiten und 6 Millionen sunnitischen Kurden. In Afghanistan sind es 5 Millionen

Schiiten, die ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Im sunnitischen Pakistan leben 15 Millionen Schiiten, die die Existenz dieses Staates gefährden.

13

Dieses nationale ethnische Minderheitenbild, das sich von Marokko bis Indien und von Somalia bis in die Türkei erstreckt, weist auf mangelnde Stabilität und eine rasche Degeneration in der gesamten Region hin. Wenn dieses Bild zu dem wirtschaftlichen Bild hinzugefügt wird, sehen wir, wie die gesamte Region wie ein Kartenhaus gebaut ist, das seinen schwerwiegenden Problemen nicht standhalten kann.

14

In dieser riesigen und zerbrochenen Welt gibt es einige wohlhabende Gruppen und eine riesige Masse armer Menschen. Die meisten Araber haben ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 300 Dollar. Das ist die Sitauation in Ägypten, in den meisten Maghreb-Staaten außer Libyen und im Irak. Der Libanon ist zerrissen und seine Wirtschaft bricht zusammen. Es ist ein Staat, in dem es keine zentralisierte Macht gibt, sondern nur 5 de facto souveräne Behörden (christlich im Norden, unterstützt von den Syrern und unter der Herrschaft des Franjieh-Clans, im Osten ein Gebiet direkter syrischer Eroberung, im Zentrum eine von Phalangisten kontrollierte christliche Enklave, im Süden und bis zum Litani-Fluss eine größtenteils palästinensische Region, die von der PLO und Major Haddads Staat der Christen und einer halben Million Schiiten kontrolliert wird). Syrien befindet sich in einer noch ernsteren Lage, und selbst die Hilfe, die es in Zukunft nach der Vereinigung mit Libyen erhalten wird, wird nicht ausreichen, um die grundlegenden Existenzprobleme und den Unterhalt einer großen Armee zu bewältigen. Ägypten ist in der schlimmsten Lage: Millionen Menschen hungern, die Hälfte der Erwerbsbevölkerung ist arbeitslos, Wohnraum ist knapp in der am dichtesten besiedelten Region der Welt. Abgesehen von der Armee gibt es keine einzige Abteilung, die effizient arbeitet, und der Staat befindet sich in einem permanenten Zustand des Bankrotts und hängt vollständig von der amerikanischen Auslandshilfe ab, die seit dem Frieden gewährt wird. die Hälfte der Erwerbsbevölkerung ist arbeitslos, und Wohnraum ist knapp in dieser am dichtesten besiedelten Region der Welt. Abgesehen von der Armee gibt es keine einzige Abteilung, die effizient arbeitet, und der Staat befindet sich in einem permanenten Zustand des Bankrotts und hängt vollständig von der amerikanischen Auslandshilfe ab, die seit dem Frieden gewährt wird. die Hälfte der Erwerbsbevölkerung ist arbeitslos, und Wohnraum ist knapp in dieser am dichtesten besiedelten Region der Welt. Abgesehen von der Armee gibt es keine einzige Abteilung, die effizient arbeitet, und der Staat befindet sich in einem permanenten Zustand des Bankrotts und hängt vollständig von der amerikanischen Auslandshilfe ab, die seit dem Frieden gewährt wird.6

fünfzehn

In den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Libyen und Ägypten gibt es die weltweit größte Ansammlung von Geld und Öl, aber die sich daran erfreuen, sind winzige Eliten, denen eine breite Basis an Unterstützung und Selbstvertrauen fehlt, was keine Armee garantieren kann. 7 Die saudische Armee mit all ihrer Ausrüstung kann das Regime nicht vor realen Gefahren im In- oder Ausland schützen, und was 1980 in Mekka geschah, ist nur ein Beispiel. Eine traurige und sehr stürmische Situation umgibt Israel und schafft Herausforderungen, Probleme, Risiken, aber auch zum ersten Mal seit 1967 weitreichende Chancen . Die Chancen stehen gut, dass damals verpasste Chancen in den 80er Jahren in einem Ausmaß und in Dimensionen realisierbar werden, die wir uns heute noch nicht einmal vorstellen können.

16

Die „Friedens“-Politik und die Rückgabe von Territorien durch eine Abhängigkeit von den USA schließt die Verwirklichung der für uns geschaffenen neuen Option aus. Seit 1967 haben alle Regierungen Israels unsere nationalen Ziele einerseits an engstirnige politische Bedürfnisse und andererseits an destruktive Meinungen im Inland geknüpft, die unsere Kapazitäten im In- und Ausland neutralisiert haben. Das Unterlassen von Schritten gegenüber der arabischen Bevölkerung in den neuen Gebieten, die im Laufe eines uns aufgezwungenen Krieges erworben wurden, ist der größte strategische Fehler, den Israel am Morgen nach dem Sechs-Tage-Krieg begangen hat. Wir hätten uns all die erbitterten und gefährlichen Konflikte seitdem ersparen können, wenn wir Jordanien den Palästinensern gegeben hätten, die westlich des Jordans leben. Damit hätten wir das palästinensische Problem neutralisiert, mit dem wir heute konfrontiert sind, 8 Wir stehen heute plötzlich vor immensen Möglichkeiten, die Situation grundlegend zu verändern, und das müssen wir im kommenden Jahrzehnt tun, sonst werden wir als Staat nicht überleben.

17

Im Laufe der 1980er Jahre wird der Staat Israel weitreichende Änderungen seiner politischen und wirtschaftlichen Ordnung im Inland sowie radikale Änderungen in seiner Außenpolitik durchlaufen müssen, um den globalen und regionalen Herausforderungen standzuhalten diese neue Epoche. Der Verlust der Ölfelder des Suezkanals, des immensen Potenzials an Öl, Gas und anderen natürlichen Ressourcen auf der Sinai-Halbinsel, die geomorphologisch mit den reichen Ölförderländern der Region identisch ist, wird in naher Zukunft zu einem Energieabfluss führen Zukunft und wird unsere heimische Wirtschaft zerstören: Ein Viertel unseres heutigen Bruttosozialprodukts sowie ein Drittel des Haushalts wird für den Kauf von Öl verwendet. 9 Die Suche nach Rohstoffen im Negev und an der Küste wird daran in absehbarer Zeit nichts ändern.

18

Die (Rück-)Eroberung der Sinai-Halbinsel mit ihren vorhandenen und potenziellen Ressourcen ist daher eine politische Priorität , die durch Camp David und die Friedensabkommen vereitelt wird. Die Schuld daran liegt natürlich bei der gegenwärtigen israelischen Regierung und den Regierungen, die der Politik des territorialen Kompromisses den Weg geebnet haben, den Alignment-Regierungen seit 1967. Die Ägypter werden den Friedensvertrag nach der Rückkehr des Sinai nicht einhalten müssen, und Sie werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um in den Schoß der arabischen Welt und in die UdSSR zurückzukehren, um Unterstützung und militärische Hilfe zu erhalten. Die amerikanische Hilfe ist nur für kurze Zeit garantiert, denn die Friedensbedingungen und die Schwächung der USA im In- und Ausland werden eine Reduzierung der Hilfe mit sich bringen. Ohne Öl und die Einnahmen daraus, mit den jetzigen enormen Ausgaben werden wir 1982 unter den jetzigen Bedingungen nicht überstehen können und dafür müssen wir handeln die Situation auf den Status quo zurückzuführen, der im Sinai vor Sadats Besuch und dem im März 1979 mit ihm unterzeichneten irrtümlichen Friedensabkommen bestand . 1 0

19

Israel hat zwei Hauptwege, um dieses Ziel zu erreichen, einen direkten und einen indirekten. Die direkte Option ist die weniger realistische aufgrund der Natur des Regimes und der Regierung in Israel sowie der Weisheit von Sadat, der unseren Rückzug aus dem Sinai erreicht hat, was neben dem Krieg von 1973 seine größte Errungenschaft seit seiner Machtübernahme war . Israel wird den Vertrag nicht einseitig brechen, weder heute noch 1982, es sei denn, es wird wirtschaftlich und politisch sehr unter Druck gesetzt und Ägypten liefert Israel den Vorwand , den Sinai zum vierten Mal in unserer kurzen Geschichte wieder in unsere Hände zu nehmen. Was also bleibt, ist die indirekte Option. Die wirtschaftliche Situation in Ägypten, die Art des Regimes und seine Pan-

Die arabische Politik wird nach April 1982 eine Situation herbeiführen, in der Israel gezwungen sein wird, direkt oder indirekt zu handeln, um langfristig die Kontrolle über den Sinai als strategische, wirtschaftliche und Energiereserve zurückzugewinnen . Ägypten stellt aufgrund seiner internen Konflikte kein militärstrategisches Problem dar und könnte innerhalb eines Tages in die Kriegssituation nach 1967 zurückversetzt werden. 1 1

20

Der Mythos von Ägypten als dem starken Führer der arabischen Welt wurde bereits 1956 demoliert und hat 1967 definitiv nicht überlebt, aber unsere Politik, wie bei der Rückkehr des Sinai, diente dazu, den Mythos in „Fakten“ zu verwandeln. In Wirklichkeit jedoch ist die Macht Ägyptens sowohl im Verhältnis zu Israel allein als auch zum Rest der arabischen Welt seit 1967 um etwa 50 Prozent gesunken. Ägypten ist nicht mehr die führende politische Macht in der arabischen Welt und steht wirtschaftlich am Rande des Aus Krise. Ohne ausländische Hilfe kommt die Krise morgen. 12Kurzfristig wird Ägypten durch die Rückkehr des Sinai einige Vorteile auf unsere Kosten erlangen, aber nur kurzfristig bis 1982, und das wird die Machtverhältnisse nicht zu seinen Gunsten verändern, sondern möglicherweise herbeiführen Untergang. Ägypten ist in seinem gegenwärtigen innenpolitischen Bild bereits eine Leiche, umso mehr, wenn wir die wachsende muslimisch-christliche Spaltung berücksichtigen. Die territoriale Zerlegung Ägyptens in verschiedene geografische Regionen ist das politische Ziel Israels in den 1980er Jahren an seiner Westfront .

21

Ägypten ist gespalten und in viele Autoritätsherde zerrissen. Wenn Ägypten auseinanderfällt, werden Länder wie Libyen, Sudan oder auch die weiter entfernten Staaten in ihrer jetzigen Form nicht mehr existieren und sich dem Untergang und der Auflösung Ägyptens anschließen. Die Vision eines christlich-koptischen Staates in Oberägypten neben einer Reihe schwacher Staaten mit sehr lokalisierter Macht und bisher ohne zentralisierte Regierung ist der Schlüssel zu einer historischen Entwicklung, die durch den Friedensschluss nur zurückgeworfen wurde, aber unausweichlich erscheint auf lange Sicht . 1 3

22

Die Westfront, die oberflächlich betrachtet problematischer erscheint, ist in Wirklichkeit weniger kompliziert als die Ostfront, an der sich die meisten Ereignisse, die Schlagzeilen machen, in letzter Zeit abgespielt haben. Die totale Auflösung des Libanon in fünf Provinzen dient als Präzedenzfall für die gesamte arabische Welt einschließlich Ägypten, Syrien, Irak und der arabischen Halbinsel und folgt diesem Weg bereits. Die spätere Auflösung Syriens und Iraks in ethnisch oder religiös unbestimmte Gebiete wie im Libanon ist langfristig Israels Hauptziel an der Ostfront, während die Auflösung der Militärmacht dieser Staaten als kurzfristiges Hauptziel dient. Syrien wird seiner ethnischen und religiösen Struktur entsprechend in mehrere Staaten wie den heutigen Libanon zerfallen, so dass es entlang seiner Küste einen schiitischen Alawitenstaat geben wird, einen sunnitischen Staat im Raum Aleppo, einen weiteren sunnitischen Staat in Damaskus, das seinem nördlichen Nachbarn feindlich gesinnt ist, und den Drusen, die einen Staat gründen werden , vielleicht sogar in unserem Golan und sicherlich in Hauran und im nördlichen Jordanien. Dieser Zustand wird langfristig der Garant für Frieden und Sicherheit in der Region sein, und dieses Ziel ist bereits heute in greifbarer Nähe . 1 4

23

Der Irak, einerseits reich an Öl und andererseits innerlich zerrissen, ist ein garantierter Kandidat für Israels Ziele . Seine Auflösung ist für uns noch wichtiger als die Syriens. Der Irak ist stärker als Syrien. Kurzfristig ist es die irakische Macht, die die größte Bedrohung für Israel darstellt. Ein irakisch-iranischer Krieg wird den Irak auseinanderreißen und zu Hause zu Fall bringen, noch bevor er in der Lage ist, einen Kampf auf breiter Front gegen uns zu organisieren. Jede Art von innerarabischer Konfrontation wird uns kurzfristig helfen und wird es tun den Weg zu dem wichtigeren Ziel verkürzen, den Irak in Konfessionen wie in Syrien und im Libanon aufzubrechen. Im Irak ist eine Einteilung in Provinzen nach ethnisch-religiösen Gesichtspunkten wie in Syrien während der osmanischen Zeit möglich. Um die drei großen Städte Basra, Bagdad und Mossul herum werden also drei (oder mehr) Staaten existieren, und schiitische Gebiete im Süden werden sich vom sunnitischen und kurdischen Norden trennen. Es ist möglich, dass die gegenwärtige iranisch-irakische Konfrontation diese Polarisierung vertiefen wird. 1 5

24

Die gesamte arabische Halbinsel ist ein natürlicher Kandidat für die Auflösung aufgrund von internem und externem Druck, und die Angelegenheit ist insbesondere in Saudi-Arabien unvermeidlich. Unabhängig davon, ob seine auf Öl basierende wirtschaftliche Macht intakt bleibt oder langfristig abnimmt, sind die internen Brüche und Zusammenbrüche angesichts der gegenwärtigen politischen Struktur eine klare und natürliche Entwicklung. 1 6

25

Jordanien stellt kurzfristig ein unmittelbares strategisches Ziel dar, aber nicht langfristig, da es nach seiner Auflösung , der Beendigung der langjährigen Herrschaft von König Hussein und der Machtübergabe an die Palästinenser langfristig keine wirkliche Bedrohung darstellt auf kurze Sicht.

26

Es besteht keine Chance, dass Jordanien noch lange in seiner jetzigen Struktur bestehen wird, und die Politik Israels, sowohl im Krieg als auch im Frieden, sollte auf die Liquidierung Jordaniens unter dem gegenwärtigen Regime und die Übergabe der Macht an die USA ausgerichtet sein palästinensische Mehrheit. Ein Regimewechsel östlich des Flusses wird auch das Problem der dicht mit Arabern besiedelten Gebiete westlich des Jordans lösen. Ob im Krieg oder unter Friedensbedingungen, die Abwanderung aus den Territorien und das Einfrieren der Wirtschaftsdemographie in ihnen sind die Garantien für den bevorstehenden Wandel an beiden Ufern des Flusses, und wir sollten aktiv werden, um diesen Prozess in naher Zukunft zu beschleunigen. Der Autonomieplan sollte ebenso abgelehnt werden wie jeder Kompromiss oder jede Aufteilung der Gebiete, denn angesichts der Pläne der PLO und der israelischen Araber selbst ist der Shefa'amr-Plan vom September 1980 nicht möglich darauf, in der gegenwärtigen Situation in diesem Land zu leben, ohne die beiden Nationen zu trennen, die Araber in Jordanien und die Juden in den Gebieten westlich des Flusses . Echte Koexistenz und Frieden werden das Land nur dann beherrschen, wenn die Araber verstehen, dass sie ohne jüdische Herrschaft zwischen Jordan und Meer weder Existenz noch Sicherheit haben werden. Eine eigene Nation und Sicherheit wird ihnen nur in Jordanien zustehen. 1 7

27

Innerhalb Israels war die Unterscheidung zwischen den Gebieten von '67 und den Gebieten dahinter, denen von '48, für Araber immer bedeutungslos und hat heute für uns keine Bedeutung mehr. Ab '67 sollte das Problem in seiner Gesamtheit ohne Unterteilungen betrachtet werden. Es sollte unter jeder zukünftigen politischen Situation oder militärischen Konstellation klar sein, dass die Lösung des Problems der indigenen Araber nur dann kommen wird, wenn sie die Existenz Israels in sicheren Grenzen bis zum Jordan und darüber hinaus als unsere existenzielle Notwendigkeit anerkennen in dieser schwierigen Epoche, der nuklearen Epoche, in die wir bald eintreten werden. Es ist nicht mehr möglich, mit drei Vierteln der jüdischen Bevölkerung an der in einer nuklearen Epoche so gefährlichen dichten Küstenlinie zu leben.

28

Die Zerstreuung der Bevölkerung ist daher ein innenpolitisches strategisches Ziel höchsten Ranges; andernfalls werden wir aufhören, innerhalb irgendwelcher Grenzen zu existieren. Judäa, Samaria und Galiläa sind unsere einzige Garantie für die nationale Existenz, und wenn wir in den Berggebieten nicht die Mehrheit werden, werden wir das Land nicht beherrschen und wir werden wie die Kreuzfahrer sein, die dieses Land verloren haben, das ihnen nicht gehörte sowieso, und in der sie von vornherein Ausländer waren. Das Land demografisch, strategisch und wirtschaftlich wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist heute das höchste und zentralste Ziel. Die Bergwasserscheide von Beersheba bis Obergaliläa zu erobern ist das nationale Ziel, das sich aus der großen strategischen Überlegung ergibt, die den gebirgigen Teil des Landes besiedelt, der heute von Juden leer ist . l 8

29

Die Verwirklichung unserer Ziele an der Ostfront hängt zunächst von der Verwirklichung dieses internen strategischen Ziels ab. Die Umgestaltung der politischen und wirtschaftlichen Struktur, um die Verwirklichung dieser strategischen Ziele zu ermöglichen, ist der Schlüssel zum Erreichen des gesamten Wandels. Wir müssen von einer zentralisierten Wirtschaft, an der die Regierung umfassend beteiligt ist, zu einem offenen und freien Markt wechseln und von der Abhängigkeit von den US-Steuerzahlern zur eigenhändigen Entwicklung einer echten produktiven wirtschaftlichen Infrastruktur übergehen. Wenn wir diesen Wandel nicht freiwillig und frei vollziehen können, werden wir durch die weltweiten Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Energie und Politik, und durch unsere eigene wachsende Isolation dazu gezwungen. l 9

30

Aus militärischer und strategischer Sicht ist der von den USA angeführte Westen nicht in der Lage, dem globalen Druck der UdSSR auf der ganzen Welt standzuhalten, und Israel muss daher in den achtziger Jahren allein dastehen, ohne ausländische Hilfe, militärische oder wirtschaftliche, und das liegt heute ohne Kompromisse in unseren Möglichkeiten. 20 Rasche Veränderungen in der Welt werden auch eine Veränderung im Zustand des Weltjudentums mit sich bringen, für die Israel nicht nur ein letzter Ausweg, sondern die einzige existenzielle Option sein wird. Wir können nicht davon ausgehen, dass die US-Juden und die Gemeinschaften in Europa und Lateinamerika auch in Zukunft in der gegenwärtigen Form bestehen werden . 2 1

31

Unsere Existenz in diesem Land selbst ist sicher, und es gibt keine Macht, die uns von hier entfernen könnte, weder gewaltsam noch durch Verrat (Sadats Methode). Trotz der Schwierigkeiten der falschen „Friedens“-Politik und des Problems der israelischen Araber und der Territorien können wir diese Probleme in absehbarer Zeit effektiv angehen.

Fazit

1

Drei wichtige Punkte müssen geklärt werden, um die bedeutenden Realisierungsmöglichkeiten dieses zionistischen Plans für den Nahen Osten verstehen zu können, und auch, warum er veröffentlicht werden musste.

2

Der militärische Hintergrund des Plans

Die militärischen Bedingungen dieses Plans wurden oben nicht erwähnt, aber bei vielen Gelegenheiten, bei denen so etwas in geschlossenen Sitzungen Mitgliedern des israelischen Establishments „erklärt“ wird, wird dieser Punkt klargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die israelischen Streitkräfte in all ihren Zweigen für die eigentliche Besatzungsarbeit in so weiten Gebieten, wie oben diskutiert, nicht ausreichen. Tatsächlich sind die Streitkräfte der israelischen Armee selbst in Zeiten intensiver palästinensischer „Unruhen“ im Westjordanland zu sehr ausgestreckt. Die Antwort darauf ist die Methode der Herrschaft mittels „Haddad-Kräften“ oder „Dorfverbänden“ (auch bekannt als „Dorfverbände“): lokale Kräfte unter „Führern“, die vollständig von der Bevölkerung losgelöst sind und nicht einmal eine feudale oder Parteistruktur (wie sie zum Beispiel die Phalangisten haben). Die von Yinon vorgeschlagenen „Staaten“ sind „Haddadland“ und „Village Associations“, und ihre Streitkräfte werden zweifellos ziemlich ähnlich sein. Darüber hinaus wird die israelische militärische Überlegenheit in einer solchen Situation viel größer sein als sie es selbst jetzt schon ist, so dass jede Aufstandsbewegung entweder durch Massendemütigung wie im Westjordanland und im Gazastreifen oder durch Bombardierung und Auslöschung „bestraft“ wird Städte, wie jetzt im Libanon (Juni 1982), oder von beidem. Um dies zu gewährleisten, oder von beidem. Um dies zu gewährleisten, oder von beidem. Um dies zu gewährleisten,Der Plan sieht , wie mündlich erklärt, die Errichtung israelischer Garnisonen an Brennpunkten zwischen den Ministaaten vor, die mit den notwendigen mobilen Zerstörungskräften ausgestattet sind. Tatsächlich haben wir so etwas in Haddadland gesehen, und wir werden mit ziemlicher Sicherheit bald das erste funktionierende Beispiel dieses Systems entweder im Südlibanon oder im gesamten Libanon sehen.

3

Es ist offensichtlich, dass die oben genannten militärischen Annahmen und auch der gesamte Plan auch davon abhängen, dass die Araber noch weiter gespalten sind, als sie es jetzt sind, und dass es unter ihnen keine wirklich fortschrittliche Massenbewegung gibt. Es kann sein, dass diese beiden Bedingungen erst entfernt werden, wenn der Plan weit fortgeschritten ist, mit nicht vorhersehbaren Folgen.

29.08.2022

„Großisrael“: Der zionistische Plan für den Nahen Osten Der berüchtigte „Oded-Yinon-Plan“. Einführung von Michel Chossudovsky    III von III

4

Warum ist es notwendig, dies in Israel zu veröffentlichen?

Der Grund für die Veröffentlichung ist die Doppelnatur der israelisch-jüdischen Gesellschaft: Ein sehr hohes Maß an Freiheit und Demokratie, speziell für Juden, kombiniert mit Expansionismus und rassistischer Diskriminierung. In einer solchen Situation muss die israelisch-jüdische Elite (denn die Massen verfolgen das Fernsehen und Begins Reden) überzeugt werden . Die ersten Schritte im Überzeugungsprozess sind mündlich, wie oben angedeutet, aber es kommt eine Zeit, in der es unbequem wird. Geschriebenes Material muss zugunsten der dümmeren „Überzeuger“ und „Erklärer“ erstellt werden (z. B. Offiziere mittleren Ranges, die normalerweise bemerkenswert dumm sind). Dann „lernen“ sie es mehr oder weniger und predigen anderen. Es sollte angemerkt werden, dass Israel und sogar der Yishuv aus den zwanziger Jahren immer auf diese Weise funktioniert haben. Ich selbst erinnere mich gut, wie (bevor ich „in der Opposition“ war) mir und anderen ein Jahr vor dem Krieg von 1956 die Notwendigkeit eines Krieges erklärt wurde und die Notwendigkeit, „den Rest Westpalästinas zu erobern, wenn wir die Gelegenheit haben werden“. wurde in den Jahren 1965-67 erklärt.

5

Warum wird davon ausgegangen, dass bei der Veröffentlichung solcher Pläne kein besonderes Risiko von außen besteht?

Solche Risiken können aus zwei Quellen kommen, solange die prinzipielle Opposition innerhalb Israels sehr schwach ist (eine Situation, die sich als Folge des Krieges im Libanon ändern kann): Die arabische Welt, einschließlich der Palästinenser, und die Vereinigten Staaten. Die arabische Welt hat sich bisher als ziemlich unfähig zu einer detaillierten und rationalen Analyse der israelisch-jüdischen Gesellschaft erwiesen, und die Palästinenser waren im Durchschnitt nicht besser als der Rest. In einer solchen Situation tun selbst diejenigen, die über die Gefahren des israelischen Expansionismus schreien (die durchaus real sind), dies nicht aus Tatsachen- und Detailwissen, sondern aus Glauben an Mythen. Ein gutes Beispiel ist der sehr hartnäckige Glaube an die nicht existierende Schrift an der Wand der Knesset des biblischen Verses über den Nil und den Euphrat. Ein weiteres Beispiel ist die anhaltende, und völlig falsche Erklärungen einiger der wichtigsten arabischen Führer, dass die beiden blauen Streifen der israelischen Flagge den Nil und den Euphrat symbolisieren, während sie in Wirklichkeit von den Streifen des jüdischen Gebetsschals (Talit) stammen . Die israelischen Spezialisten gehen davon aus, dass die Araber ihren ernsthaften Zukunftsdiskussionen im Großen und Ganzen keine Beachtung schenken werden, und der Libanonkrieg gibt ihnen recht. Warum sollten sie also nicht mit ihren alten Methoden fortfahren, andere Israelis zu überzeugen? die Araber werden ihren ernsthaften Zukunftsdiskussionen keine Beachtung schenken, und der Libanonkrieg hat ihnen recht gegeben. Warum sollten sie also nicht mit ihren alten Methoden fortfahren, andere Israelis zu überzeugen? die Araber werden ihren ernsthaften Zukunftsdiskussionen keine Beachtung schenken, und der Libanonkrieg hat ihnen recht gegeben. Warum sollten sie also nicht mit ihren alten Methoden fortfahren, andere Israelis zu überzeugen?

6

In den Vereinigten Staaten besteht zumindest bis jetzt eine sehr ähnliche Situation. Die mehr oder weniger seriösen Kommentatoren beziehen ihre Informationen über Israel und viele ihrer Meinungen darüber aus zwei Quellen. Der erste stammt aus Artikeln in der „liberalen“ amerikanischen Presse, die fast ausschließlich von jüdischen Bewunderern Israels verfasst wurden, die, auch wenn sie einigen Aspekten des israelischen Staates kritisch gegenüberstehen, loyal das praktizieren, was Stalin als „konstruktive Kritik“ bezeichnete. (Tatsächlich sind diejenigen unter ihnen, die sich auch als „Antistalinisten“ bezeichnen, in Wirklichkeit stalinistischer als Stalin, wobei Israel ihr Gott ist, der noch nicht versagt hat). Im Rahmen einer solchen kritischen Anbetung muss davon ausgegangen werden, dass Israel immer „gute Absichten“ hat und nur „Fehler macht, ” und daher stünde ein solcher Plan nicht zur Diskussion – genau wie die von Juden begangenen biblischen Völkermorde nicht erwähnt werden. Die andere InformationsquelleDie Jerusalem Post verfolgt ähnliche Richtlinien. Solange also die Situation besteht, dass Israel wirklich eine „geschlossene Gesellschaft“ gegenüber dem Rest der Welt ist, weil die Welt die Augen verschließen will , ist die Veröffentlichung und sogar der Beginn der Verwirklichung eines solchen Plans realistisch und machbar.

Israel Shahak

17. Juni 1982 Jerusalem

Über den Übersetzer

Israel Shahak ist Professor für organische Chemie an der Hebräischen Universität in Jerusalem und Vorsitzender der Israelischen Liga für Menschen- und Bürgerrechte. Er veröffentlichte The Shahak Papers , Sammlungen von Schlüsselartikeln aus der hebräischen Presse, und ist Autor zahlreicher Artikel und Bücher, darunter „ Non-Jew in the Jewish State “ . Sein neuestes Buch ist Israels globale Rolle: Waffen zur Unterdrückung , veröffentlicht von der AAUG im Jahr 1982. Israel Shahak: (1933-2001)

Anmerkungen

 1. Außendienstmitarbeiter der amerikanischen Universitäten. Bericht Nr. 33, 1979. Nach dieser Untersuchung wird die Weltbevölkerung im Jahr 2000 6 Milliarden betragen. Die heutige Weltbevölkerung kann wie folgt aufgeteilt werden: China, 958 Millionen; Indien, 635 Millionen; UdSSR, 261 Millionen; USA, 218 Millionen Indonesien, 140 Millionen; Brasilien und Japan, jeweils 110 Millionen. Nach den Zahlen des UN-Bevölkerungsfonds für 1980 wird es im Jahr 2000 50 Städte mit jeweils über 5 Millionen Einwohnern geben. Die Bevölkerung der Dritten Welt wird dann 80 % der Weltbevölkerung ausmachen. Laut Justin Blackwelder, Leiter des US-Volkszählungsamtes, wird die Weltbevölkerung wegen des Hungers nicht 6 Milliarden erreichen.

 2. Die sowjetische Nuklearpolitik wurde von zwei amerikanischen Sowjetologen gut zusammengefasst: Joseph D. Douglas und Amoretta M. Hoeber, Soviet Strategy for Nuclear War , (Stanford, CA, Hoover Inst. Press, 1979). In der Sowjetunion werden jedes Jahr Dutzende und Hunderte von Artikeln und Büchern veröffentlicht, die die sowjetische Doktrin für einen Atomkrieg detailliert beschreiben, und es gibt eine große Menge an Dokumentation, die ins Englische übersetzt und von der US Air Force veröffentlicht wurde, einschließlich USAF: Marxism-Leninism on War and the Army: The Soviet View , Moskau, 1972; USAF: Die Streitkräfte des Sowjetstaates . Moskau, 1975, von Marschall A. Grechko. Die grundlegende sowjetische Herangehensweise an die Angelegenheit wird in dem 1962 in Moskau erschienenen Buch von Marschall Sokolowski dargestellt: Marschall VD Sokolowski,Militärstrategie, sowjetische Doktrin und Konzepte (New York, Praeger, 1963).

 3. Ein Bild der sowjetischen Absichten in verschiedenen Gebieten der Welt kann dem Buch von Douglas und Hoeber, ebd., entnommen werden. Weiteres Material siehe: Michael Morgan, „USSR's Minerals as Strategic Weapon in the Future“, Defense and Foreign Affairs , Washington, DC, Dez. 1979.

 4. Flottenadmiral Sergei Gorshkov, Sea Power and the State , London, 1979. Morgan, loc. zit. General George S. Brown (USAF) C-JCS, Erklärung an den Kongress zur Verteidigungshaltung der Vereinigten Staaten für das Geschäftsjahr 1979 , p. 103; National Security Council, Review of Non-Fuel Mineral Policy , (Washington, DC 1979,); Drew Middleton, The New York Times , (15.9.79); Uhrzeit , 21.9.80.

 5. Elie Kedourie, „Das Ende des Osmanischen Reiches“, Journal of Contemporary History , Bd. 3, Nr. 4, 1968.

 6. Al-Thawra , Syrien, 20.12.79, Al-Ahram , 30.12.79, Al Baath , Syrien, 6.5.79. 55 % der Araber sind 20 Jahre alt und jünger, 70 % der Araber leben in Afrika, 55 % der Araber unter 15 sind arbeitslos, 33 % leben in städtischen Gebieten, Oded Yinon, „Egypt's Population Problem“, The Jerusalem Quarterly , Nr. 15, Frühjahr 1980.

 7. E. Kanovsky, „Arab Haves and Have Nots“, The Jerusalem Quarterly , Nr. 1, Herbst 1976, Al Ba'ath , Syrien, 6.5.79.

 8. In seinem Buch sagte der frühere Premierminister Yitzhak Rabin, dass die israelische Regierung aufgrund ihrer eigenen Unentschlossenheit hinsichtlich der Zukunft der Gebiete und der Widersprüchlichkeit in seinen Positionen, seit es den Hintergrund für die Resolution 242 und sicherlich zwölf Jahre später für die Vereinbarungen von Camp David und den Friedensvertrag mit Ägypten geschaffen hat. Laut Rabin schickte Präsident Johnson am 19. Juni 1967 einen Brief an Premierminister Eshkol, in dem er nichts über den Rückzug aus den neuen Gebieten erwähnte, aber genau am selben Tag beschloss die Regierung, Gebiete im Austausch für Frieden zurückzugeben. Nach den arabischen Resolutionen in Khartum (1.9.67) änderte die Regierung ihre Position, informierte die USA jedoch entgegen ihrer Entscheidung vom 19. Juni nicht der Änderung, und die USA unterstützten weiterhin 242 im Sicherheitsrat auf der Grundlage ihres früheren Verständnisses, dass Israel bereit ist, Gebiete zurückzugeben. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät, die US-Position und Israels Politik zu ändern. Von hier aus wurde der Weg für Friedensabkommen auf der Grundlage von 242 geöffnet, wie sie später in Camp David vereinbart wurden. Siehe Yitzhak Rabin.Pinkas Sherut , ( Ma'ariv 1979) S. 226-227.

 9. Der Vorsitzende des Außen- und Verteidigungsausschusses, Prof. Moshe Arens, argumentierte in einem Interview ( Ma'ariv, 3.10.80 ), dass die israelische Regierung es versäumt habe, vor den Camp-David-Abkommen einen Wirtschaftsplan auszuarbeiten, und dass sie selbst von den Kosten überrascht war Vereinbarungen, obwohl bereits während der Verhandlungen der hohe Preis und der schwere Fehler kalkuliert werden konnten, die wirtschaftlichen Grundlagen für den Frieden nicht geschaffen zu haben.

Der ehemalige Finanzminister, Herr Yigal Holwitz, erklärte, dass Israel ohne den Rückzug aus den Ölfeldern eine positive Zahlungsbilanz haben würde (17.9.80). Dieselbe Person sagte zwei Jahre zuvor, dass die Regierung Israels (aus der er sich zurückgezogen hatte) ihm eine Schlinge um den Hals gelegt habe. Er bezog sich auf die Vereinbarungen von Camp David ( Ha'aretz , 3.11.78). Im Laufe der gesamten Friedensverhandlungen wurde weder ein Experte noch ein Wirtschaftsberater hinzugezogen, und der Premierminister selbst, dem es an Kenntnissen und Expertise in Wirtschaftswissenschaften mangelt, hat in einer irrtümlichen Initiative die USA gebeten, uns statt eines Zuschusses ein Darlehen zu gewähren, aufgrund seines Wunsches, unseren Respekt und den Respekt der USA uns gegenüber aufrechtzuerhalten. Siehe Haaretz 1/5/79. Jerusalemer Post, 7.9.79. Prof. Asaf Razin, ehemals leitender Berater im Finanzministerium, kritisierte die Verhandlungsführung scharf; Haaretz , 5.5.79. Ma'ariv , 7.9.79. Was die Ölfelder und Israels Energiekrise betrifft, siehe das Interview mit Herrn Eitan Eisenberg, einem Regierungsberater zu diesen Angelegenheiten, Ma'arive Weekly , 12.12.78. Der Energieminister, der persönlich die Vereinbarungen von Camp David und die Evakuierung von Sdeh Alma unterzeichnete, hat seitdem mehr als einmal die Ernsthaftigkeit unserer Lage im Hinblick auf die Ölversorgung betont … siehe Yediot Ahronot , 20.7.79. Energieminister Modai gab sogar zu, dass die Regierung ihn während der Verhandlungen in Camp David und Blair House zum Thema Öl überhaupt nicht konsultiert habe.Haaretz , 22.8.79.

 1 0. Viele Quellen berichten über das Wachstum des Rüstungsbudgets in Ägypten und über Absichten, der Armee in einem Budget der Friedensepoche den Vorzug vor dem inländischen Bedarf zu geben, für den angeblich ein Frieden erzielt wurde. Siehe den ehemaligen Premierminister Mamduh Salam in einem Interview vom 18.12.77, Finanzminister Abd El Sayeh in einem Interview vom 25.7.78 und die Zeitung Al Akhbar vom 2.12.78, die deutlich betont, dass das Militärbudget zuerst erhalten wird Priorität, trotz des Friedens. Dies hat der frühere Premierminister Mustafa Khalil in dem programmatischen Dokument seines Kabinetts erklärt, das dem Parlament am 25. November 1978 vorgelegt wurde. Siehe englische Übersetzung, ICA, FBIS, 27. Nov. 1978, S. D 1-10.

Laut diesen Quellen stieg Ägyptens Militärbudget zwischen den Fiskaljahren 1977 und 1978 um 10 %, und der Prozess dauert noch an. Eine saudische Quelle gab bekannt, dass die Ägypter planen, ihr Militärbudget in den nächsten zwei Jahren um 100 % zu erhöhen; Haaretz , 12.2.79 und Jerusalem Post , 14.1.79.

 1 1. Die meisten Wirtschaftsschätzungen ließen Zweifel an der Fähigkeit Ägyptens aufkommen, seine Wirtschaft bis 1982 wieder aufzubauen. Siehe Economic Intelligence Unit , Beilage 1978, „The Arab Republic of Egypt“; E. Kanovsky, „Recent Economic Developments in the Middle East“, Occasional Papers , The Shiloah Institution, Juni 1977; Kanovsky, „The Egyptian Economy Since the Mid-Sixties, The Micro Sectors“, Occasional Papers , Juni 1978; Robert McNamara, Präsident der Weltbank, wie in der Times , London, 24.1.78, berichtet.

 1 2. Siehe den Vergleich, der von der Forschung des Institute for Strategic Studies in London durchgeführt wurde, und die Forschung, die im Zentrum für strategische Studien der Universität Tel Aviv herauskam, sowie die Forschung des britischen Wissenschaftlers Denis Champlin, Military Review . Nov. 1979, ISS: The Military Balance 1979-1980, CSS; Sicherheitsvorkehrungen im Sinai …von Brig. Gen. Gen. (Res.) A Shalev, Nr. 3.0 CSS; Das militärische Gleichgewicht und die militärischen Optionen nach dem Friedensvertrag mit Ägypten , von Brig. Gen. Gen. (Res.) Y. Raviv, Nr. 4, Dez. 1978, sowie viele Presseberichte, darunter El Hawadeth , London, 3/7/80; El Watan El Arabi , Paris, 14.12.79.

 1 3. Was die religiöse Gärung in Ägypten und die Beziehungen zwischen Kopten und Moslems betrifft, siehe die Artikelserie, die in der kuwaitischen Zeitung El Qabas , 15. September 1980, veröffentlicht wurde. Die englische Autorin Irene Beeson berichtet über die Kluft zwischen Moslems und Kopten, siehe: Irene Beeson, Guardian , London, 24.6.80, und Desmond Stewart, Middle East Internmational , London 6.6.80. Für andere Berichte siehe Pamela Ann Smith, Guardian , London, 24.12.79; The Christian Science Monitor 27.12.79 sowie Al Dustour , London, 15.10.79; El Kefah El Arabi, 15.10.79.

 1 4. Arabischer Pressedienst , Beirut, 6.8.-13.80. The New Republic , 16.8.80, Der Spiegel , zitiert von Ha'aretz , 21.3.80 und 30.4.-5.5.80; The Economist , 22.3.80; Robert Fisk, Times , London, 26.3.80; Ellsworth Jones, Sunday Times , 30.03.80.

 15. JP Peroncell Hugoz,  Le Monde , Paris 28.4.80; Dr. Abbas Kelidar,  Middle East Review , Sommer 1979;

Conflict Studies , ISS, Juli 1975; Andreas Kolschitter, Der Zeit , ( Ha'aretz , 21.9.79) Economist Foreign Report , 10.10.79, Afro-Asian Affairs , London, Juli 1979.

 1 6. Arnold Hottinger, „The Rich Arab States in Trouble“, The New York Review of Books , 15.5.80; Arabischer Pressedienst , Beirut, 25.6.-2.7.80; US News and World Report , 5.11.79 sowie El Ahram , 9.11.79; El Nahar El Arabi Wal Duwali , Paris 7.9.79; El Hawadeth , 9.11.79; David Hakham, Monatlicher Rückblick , IDF, Jan.-Feb. 79.

 1 7. Zu Jordaniens Politik und Problemen siehe El Nahar El Arabi Wal Duwali , 30.4.79, 2.7.79; Prof. Elie Kedouri, Ma'ariv 6/8/79; Prof. Tanter, Davar 7/12/79; A. Safdi, Jerusalem Post , 31.5.79; El Watan El Arabi 28.11.79; El Qabas , 19.11.79. Zu PLO-Positionen siehe: Die Resolutionen des vierten Fatah-Kongresses, Damaskus, August 1980. Das Shefa'amr-Programm der israelischen Araber wurde in Ha'aretz , 24.9.80, und im Arab Press Report 6/18/ veröffentlicht. 80. Für Fakten und Zahlen zur Einwanderung von Arabern nach Jordanien siehe Amos Ben Vered, Ha'aretz , 16.2.77; Yossef Zuriel, Ma’ariv12.1.80. Zur Position der PLO gegenüber Israel siehe Shlomo Gazit, Monthly Review ; Juli 1980; Hani El Hasan in einem Interview, Al Rai Al'Am , Kuwait 15.4.80; Avi Plaskov, „Das palästinensische Problem“, Survival , ISS, London Jan. Feb. 78; David Gutrnann, „Der palästinensische Mythos“, Kommentar , Okt. 75; Bernard Lewis, „Die Palästinenser und die PLO“, Kommentar , Jan. 75; Montagmorgen , Beirut, 18.8.-21.80; Journal of Palestine Studies , Winter 1980.

 1 8. Prof. Yuval Neeman, „Samaria – The Basis for Israel's Security“, Ma'arakhot 272-273, Mai/Juni 1980; Ya'akov Hasdai, „Frieden, der Weg und das Recht zu wissen“, Dvar Hashavua , 23.2.80. Aharon Yariv, „Strategic Depth – An Israeli Perspective“, Ma'arakhot 270-271, Oktober 1979; Yitzhak Rabin, „Israels Verteidigungsprobleme in den Achtzigern“, Ma'arakhot , Oktober 1979.

 1 9. Ezra Zohar, In den Zangen des Regimes (Shikmona, 1974); Motti Heinrich, Haben wir eine Chance Israel, Wahrheit versus Legende (Reshafim, 1981).

 2 0. Henry Kissinger, „The Lessons of the Past“, The Washington Review Vol. 1, Jan. 1978; Arthur Ross, „OPEC's Challenge to the West“, The Washington Quarterly , Winter, 1980; Walter Levy, „Oil and the Decline of the West“, Foreign Affairs , Sommer 1980; Sonderbericht – „Unsere bewaffneten Forees – bereit oder nicht?“ US News and World Report 10.10.77; Stanley Hoffman, „Reflections on the Present Danger“, The New York Review of Books 3/6/80; Zeit 3.4.80; Leopold Lavedez „Die Illusionen von SALT“ Kommentar Sept. 79; Norman Podhoretz, „The Present Danger“, Kommentar März 1980; Robert Tucker, „Öl und amerikanische Macht sechs Jahre später“,Kommentar Sept. 1979; Norman Podhoretz, „The Abandonment of Israel“, Kommentar Juli 1976; Elie Kedourie, „Misreading the Middle East“, Kommentar Juli 1979.

 2 1. Laut Zahlen, die von Ya'akov Karoz, Yediot Ahronot , 17.10.80 veröffentlicht wurden, war die Gesamtsumme antisemitischer Vorfälle weltweit im Jahr 1979 doppelt so hoch wie im Jahr 1978. In Deutschland, Frankreich und In Großbritannien war die Zahl der antisemitischen Vorfälle in diesem Jahr um ein Vielfaches höher. Auch in den USA gab es einen starken Anstieg antisemitischer Vorfälle, über die in diesem Artikel berichtet wurde. Zum neuen Antisemitismus siehe L. Talmon, „The New Anti-Semitism“, The New Republic , 18.9.1976; Barbara Tuchman, „Sie haben die Brunnen vergiftet“, Newsweek 2/3/75.

 

Die Originalquelle dieses Artikels ist die Association of Arab-American University Graduates, Inc.

Copyright © Israel Shahak und Prof. Michel Chossudovsky , Association of Arab-American University Graduates, Inc., 2022

29.08.2022

Palästina: Der schockierende Mythos eines „Landes ohne Menschen für ein Volk ohne Land!“

globalresearch.ca, 29. August 2022, von Hans Stehling (elektr. übersetzt, unkorrigiert)

Möchten Sie den Hyde Park in London besitzen? Es ist deins. Unbegrenzte Dauer! Genießen!


Region:

Thema:

Ausführlicher Bericht:

 

Palästina – der schockierende Mythos eines 'Landes ohne Volk für ein Volk ohne Land!' Tatsächlich ist es jetzt ein Land, das von 8 Millionen ausländischen Migranten aus Russland, Frankreich, Amerika, Nordafrika, dem Iran und dem Jemen besetzt ist, während 4 Millionen indigene muslimische Araber in ihrem eigenen Land gefangen sind, umgeben von einer 9 m hohen Mauer, die von den Eindringlingen errichtet und/oder unterworfen wurde eine 15-jährige Wirtschaftsblockade.


Die unbewiesene Geschichte des Exodus der Bewohner einer hebräischen Siedlung um Jerusalem vor möglicherweise 3.500 Jahren muss in einen Zusammenhang gebracht werden. Damals existierten zum Beispiel die Aborigine-Stämme Australiens schon seit vielen tausend Jahren. Sie sind jetzt eine kleine Minderheit. Die indigenen Völker Floridas lebten mehr als tausend Jahre vor dem ersten Kontakt mit Europäern im heutigen Bundesstaat Florida. In Afrika wandern immer noch die verschiedenen sogenannten „verlorenen Stämme Israels“ umher.


Es gab viele alte Stämme und Völker, alle mit ihrer eigenen Geschichte, Geschichten, Mythen, Traditionen und Kultur. Aber nur in einem Fall war es einem dieser alten Stämme gelungen, sein altes Land zurückzuerobern und die Menschen, die ihnen folgten, zu vertreiben und gewaltsam zu enteignen – oft viele tausend Jahre später.


Wie haben sie eine so offensichtlich ungeheuerliche Tat bewältigt, die die natürliche Gerechtigkeit und die Rechte des Menschen verweigert? Die Antwort ist komplex, liegt aber in der Geschichtsschreibung, den Geschichten und Fabeln, die von Generation zu Generation weitergegeben und im Laufe der Generationen erweitert oder verfälscht werden. Vor 3.500 Jahren gab es in Palästina zahlreiche Völker und Stämme, jedes mit seinem eigenen Glauben, seiner eigenen Kultur und Zeremonie, durch die sie mit ihren verschiedenen Göttern und/oder Idolen kommunizierten. Jedes Volk versuchte, seinen Landbesitz und sein Vermögen zu vergrößern, indem es die anderer Stämme tötete – alle wetteiferten um Vorteile in einer einfachen, aber gewalttätigen Welt, in der Land und Nahrung die einzigen Kriterien für die Verlängerung des Lebens waren.

Von 3.500 v. Chr. bis zur Zeit der Christenheit gab es viele, viele Völker, die entweder in Palästina einfielen oder dort lebten, unter anderem: Nomaden, Palästinenser, Kanaaniter, Ägypter, Philister, Israeliten, Assyrer, Benjaminiten, Judäer, Hellenen, Babylonier, Perser, Byzantiner, Makkabäer, Hasmonäer und natürlich die Römer – wenn auch nicht unbedingt eine vollständige Liste oder in dieser chronologischen Reihenfolge. Palästina war ein gesetzloses, gewalttätiges, kriegerisches Land – jeder Stamm und jede Familie wetteiferten um die Vorherrschaft durch Krieg und gegenseitige Konflikte. Mord und sexuelle Gewalt waren an der Tagesordnung. Es war kein Ort des moralischen Verhaltens oder der Gerechtigkeit, wie wir sie verstehen – eher ein Ort und eine Zeit des Überlebens der Stärksten. Für die meisten war es ein kurzes, brutales Leben von vielleicht vier oder fünf Jahrzehnten, obwohl einige bis zum biblischen Alter von sechzehn Jahren überlebten. Aber nicht viele.


Essen und Sex, Stamm, Kultur und Familie sind die dominierenden Kräfte des Lebens. Gewalt, Land und Stärke waren alles. Aber all das änderte sich allmählich mit dem Beginn der christlichen Ära, gefolgt vom muslimischen Glauben, sieben Jahrhunderte später. Zu diesem Zeitpunkt waren die verschiedenen Stämme Judas zerstreut. Das war vielleicht vor über 2000 Jahren. Wie war es dann möglich, dass die behaupteten Nachkommen nur eines dieser vielen wandernden Völker/Stämme Palästinas im 20. Jahrhundert plötzlich entschieden, dass sie in das Land ihrer – und vieler anderer Vorfahren – zurückkehren und es verlassen wollten und die jetzt existierenden Ureinwohner enteignen?


Die Antwort scheint zu sein, dass es eine Behauptung gibt, dass das Land Palästina dem Stamm Juda gegeben wurde, um es für immer zu besitzen und zu besitzen. Das war ein Geschenk eines gütigen, biblischen Gottes. Wieso den? Niemand weiß! Niemandem sonst wurde ein Stück Land in Palästina oder anderswo gegeben. Dies scheint aus unbekannten Gründen ein einmaliges Geschenk gewesen zu sein. Natürlich gibt es keinerlei Beweis dafür, dass Gott ein solches Geschenk gemacht hat. Aber es ist eine sehr praktische Geschichte, wenn Sie keine Eigentumsurkunden haben.


Vielleicht könnte ich das Eigentum am Hyde Park in London beanspruchen, weil er mir gegeben wurde. Der Preis? Kein Preis – es ist ein Geschenk für die Ewigkeit. Genießen! Maseltow!

Prinz Charles und die Royals? Oh, steck sie ins Osbourne House, dort wird es ihnen gefallen!

*.

Ausgewähltes Bild: Ein Schild mit der Aufschrift „Gefahr, Abriss. Der Zutritt ist verboten“ wurde von den israelischen Behörden auf den Trümmern der Häuser der Khalialehs platziert (MEE\Sondus Ewies)


Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

Copyright © Hans Stehling , Global Research, 2022


Führender Anbieter von Finanzanalysen sagt, dass die USA auf den Status einer Dritten Welt zusteuern


Info: https://www.globalresearch.ca/want-own-hyde-park-london-its-yours-perpetuity-enjoy/5791643

29.08.2022

Daria Platonova Dugina: Wer hat sie getötet und warum? „De-Dollarisierung betrifft die ganze Welt“ Von Manlio Dinucci

globalresearch.ca, 29. August 2022  (elektr. übetsetzt, unkorrigiert)

Region:

Thema:


Wie die Befehlskette aussieht, die den Angriff auf Dugin und seine Tochter Daria geplant und durchgeführt hat, verrät die US-amerikanische Los Angeles Times indirekt: „Seit 2015 trainiert die CIA ukrainische Geheimdienstagenten in einer geheimen Einrichtung in den Vereinigten Staaten“. Bereits im Dezember 2021 in Grandangolo die Journalistin Daria Platonova berichtete: „Die Sicherheitsdienste gaben bekannt, dass sie 106 ukrainische Agenten identifiziert hätten, die Anschläge und Massaker in 37 Regionen Russlands vorbereiteten. Neben den ständigen Spannungen auf politischer und medialer Ebene müssen wir uns heute auch mit Aktionen terroristischer Gruppen in unserem Land auseinandersetzen, die glücklicherweise rechtzeitig neutralisiert werden.“ Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage offen, wie es möglich war, dass Darias Auto, auf dem die ferngesteuerte Bombe installiert wurde, bis zum Abend auf einem unbewachten Parkplatz mit nicht funktionierenden Kameras stehen blieb.


Hinter der politischen Ermordung von Daria Platonova Dugina

Maya Nogradi (Wide Angle-Regisseurin und -Redakteurin) gibt uns ein spannendes Zeugnis über ihre Freundin Daria. Es entsteht die Figur eines jungen Journalisten und geopolitischen Analysten, der sowohl in Russland als auch auf der internationalen Bühne eine immer wichtigere Rolle spielte. Diese und andere Elemente führten zu dem Schluss, dass Daria nicht nur das Opfer eines gegen ihren Vater gerichteten Angriffs war, sondern auch das Hauptziel des Angriffs.


Im Juni dieses Jahres fasste Grandangolo in einem Bericht über das St. Petersburg International Economic Forum seine Bedeutung wie folgt zusammen:

Der Entdollarisierungsprozess betrifft die ganze Welt. Die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Satelliten werden den globalen hybriden Krieg, den sie entfesselt haben, unweigerlich verlieren “.


Deshalb warf ihr der italienische und internationale Mainstream „Hass auf den Westen“ vor. 

Daria war eine der Hauptstimmen jener multipolaren Welt, die der Westen als Bedrohung seiner Vorherrschaft ansieht und mit allen Mitteln bekämpft. Dies ist die eigentliche Ursache der katastrophalen Krise, die Europa nach dem beispiellosen Anstieg des Gaspreises aufgrund der spekulativen Mechanismen der Großfinanz trifft.

*

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf byoblu veröffentlicht.


Manlio Dinucci , preisgekrönter Autor, geopolitischer Analyst und Geograph, Pisa, Italien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG).

Das ausgewählte Bild ist von 1RNK, lizenziert unter CC BY 3.0

Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

Copyright © Manlio Dinucci , Global Research, 2022


Info: https://www.globalresearch.ca/daria-platonova-who-killed-her-why/5791550

29.08.2022

Für die NATO auf Konfrontation mit den Bürgern – Antirussische Hysterie und Transatlantizismus

pressefreiheit.rtde.tech, 29 Aug. 2022 21:17 Uh, Von Gert Ewen Ungar
Hybride Bedrohung, Informationskrieg, russische Propaganda: Das sind die Schlagworte, in die deutsche Medien und Politik ihren Kampf gegen die Meinungsfreiheit kleiden. Verhindert werden soll vor allem eine Diskussion über das transatlantische Bündnis.

Für die NATO auf Konfrontation mit den Bürgern – Antirussische Hysterie und TransatlantizismusQuelle: www.globallook



press.com


Zitat: Deutschland fühlt sich bedroht. Zumindest die verantwortlichen Akteure in der Politik und den großen deutschen Medien. Bedroht werden sie von russischer Propaganda und Desinformation. Schaut man genauer hin, was mit diesen Begriffen gemeint ist, wird schnell klar: Alles, was nicht der regierungsoffiziellen Linie folgt, ist Desinformation. Westliche Regierungen, insbesondere die deutsche, berichten nämlich ausschließlich wahrheitsgemäß. Weil das so ist, haben die großen deutschen Medien es aufgegeben, die Bundesregierung kritisch zu begleiten. Ihre Aufgabe ist es inzwischen, Regierungsentscheidungen der Bevölkerung zu vermitteln und zu erklären. Was sich liest wie eine Satire ist leider bittere Realität. Der deutsche Journalismus hat den Journalismus an den Nagel gehängt und beschränkt sich auf PR.


In eigener Sache: RT DE weiterhin über Alternativen zu erreichen



In eigener Sache: RT DE weiterhin über Alternativen zu erreichen






Gleichzeitig merkt der Mainstream an, es sei schwierig, die russische Desinformation vollkommen zu unterdrücken. Trotz immer strengerer Zensur, trotz Verboten russischer Sender gibt es immer noch viele Menschen, die auf russische Propaganda reinfallen und beispielsweise glauben, der Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar in die Ukraine habe eine Vorgeschichte und Russland sei nicht einfach nur so aus einer bösen Laune heraus über das Land hergefallen. Wer so etwas verbreitet, verbreitet russische Desinformation im Dienste des Kreml. Auch das wird in seiner Abstrusität von den deutschen Medienvertretern verbreitet und vermutlich zum Teil sogar geglaubt.


Weil die russische Sicht aber immer noch verbreitet wird, mussten nicht nur deutschsprachige russische Sender, sondern auch russischsprachige russische Sender verboten werden, weil sage und schreibe etwa 500.000 russischstämmige Menschen in Deutschland russische Sender in ihrer Muttersprache verfolgen. Diese verschwindend kleine Minderheit verbreitet dann die russische Propaganda in ihrem deutschen Freundeskreis, und schwupp, ist der Kreml seinem Ziel der Destabilisierung Deutschlands wieder einen Schritt nähergekommen.


Widerstand gegen Sanktionen leicht zu erklären

Man könnte über den geistigen Zustand im politisch-medialen Establishment in schallendes Lachen ausbrechen, ginge davon nicht eine unmittelbare Gefahr für die Demokratie und den Zusammenhalt der Gesellschaft aus. Die deutsche Politik und die großen deutschen Medien sind inzwischen zur größten Bedrohung für das Recht auf freie Meinungsäußerung geworden. Immer häufiger werden aus diesem Kreis auch Forderungen nach Bestrafung für die Verbreitung "falscher" Meinungen erhoben. Die Entwicklung ist ebenso erschreckend, wie sie geschichtsblind ist.


"Testament of Bucha" – Kunst als Propaganda





Meinung

"Testament of Bucha" – Kunst als Propaganda






Dabei wäre mit ein bisschen Empathie eigentlich schnell eine Erklärung für den zunehmenden Widerwillen der Bürger Deutschlands gegenüber neuen Sanktionspaketen und weiteren Waffenlieferungen gefunden. Sie sind nämlich direkt und ausschließlich negativ von den Auswirkungen dieser Politik betroffen.


Doch hinter dem zunehmenden Widerwillen und der ihn begleitenden Zunahme von Protest wittert der deutsche politisch-mediale Komplex nicht die Sorge der Deutschen um ihren Wohlstand, sondern wahlweise russische Einflussnahme oder rechte Gesinnung. Während deutsche Medien die deutsche Bevölkerung auf umfassende Wohlstandsverluste vorbereiten, wird die Kritik am Sanktionsregime, das zu ebenjenen Wohlstandsverlusten führt, als vom Ausland gesteuert abgetan. Denn selbstverständlich sind die Deutschen bereit, für die Ukraine und ihre Sache einen hohen persönlichen Preis zu zahlen, ist man sich im Mainstream anscheinend sicher.


Ähnlich verhält es sich in Bezug auf die Kritik an der Unterstützung der Ukraine. Bei all jenen, die am friedensstiftenden Sinn von Waffenlieferungen zweifeln, die daran zweifeln, dass die Ukraine in der Weise unschuldig ist, wie es deutsche Politik und große Medien behaupten, dass die Ukraine im Gegenteil schwerste Kriegsverbrechen begeht, kann es sich nur um russische Einflussagenten oder um Opfer russischer Propaganda handeln.


Der deutsche politisch-mediale Komplex, die Verschmelzung von Politik und großen Medien, möchte die Deutungshoheit behalten. Wer dem westlichen Narrativ nicht folgt, desinformiert und gerät in den Verdacht, ein Agent des Kreml zu sein. Dass ihnen diese Meinungshoheit immer mehr entgleitet, führt bei den großen deutschen Medien und der deutschen Politik zur Paranoia. Überall russische Einflussnahme.


Daran wird auch sichtbar, dass Deutschland weit weniger frei und weit weniger liberal ist, als es von sich selbst annimmt. Gerade auch im direkten Vergleich mit dem vermeintlich autoritären Russland schneidet Deutschland immer schlechter ab.


Maßnahmen in Deutschland repressiver als in Russland


Wohlstand ade? Strack-Zimmermann ruft Deutsche zu "Opferbereitschaft" auf



Wohlstand ade? Strack-Zimmermann ruft Deutsche zu "Opferbereitschaft" auf






Es gibt in Russland auch Verbote westlicher Organisationen. Das Verbot unterscheidet sich aber von der deutschen Zensur grundlegend. Westliche Organisationen und Stiftungen verfolgen ziemlich unverhohlen das Ziel eines Regime-Changes in Russland. Das trifft für die Heinrich-Böll-Stiftung ebenso zu wie für das Zentrum Liberale Moderne.


Russische Medien verfolgen dieses Ziel nicht. Es geht darum, Information zur Verfügung zu stellen, die der deutsche Mainstream seinen Konsumenten vorenthält, die aber für eine breite, offene Diskussion und zur umfassenden Meinungsbildung notwendig sind. Schon das aber ist in Deutschland zu viel der Einflussnahme. Diese Freiheit gewährt Deutschland daher nicht. Es agiert damit autoritärer als Russland.


Es geht dem politisch-medialen Komplex um die totale Kontrolle des Narrativs. Das ist bedenklich, denn es deutet darauf hin, dass sich für das Funktionieren von Demokratie zentrale Institutionen faktisch von ihr verabschiedet haben.


Die Frage ist: Warum? Die Antwort ist wenig überraschend: Es geht letztlich um das Festhalten am transatlantischen Bündnis – selbst unter Preisgabe der "westlichen Werte", für die dieses Bündnis in seiner Selbstwahrnehmung steht.


Die transatlantische Bindung soll aufrechterhalten werden, auch wenn der Preis, den die Deutschen dafür bezahlen müssen, immer höher wird. Und das gleich in zweifacher Hinsicht, sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf die Ausübung ihrer Grundrechte werden sich die Bundesbürger einzuschränken haben. Damit tritt das Bündnis in seine finale Phase ein.


Transatlantizismus und Krise


Die zweite Front: Die Bundesregierung bereitet einen Wirtschaftskrieg mit China vor





Meinung

Die zweite Front: Die Bundesregierung bereitet einen Wirtschaftskrieg mit China vor





Die westdeutsche Anbindung an die USA nach dem Zweiten Weltkrieg und zu Beginn des Kalten Krieges war begleitet vom Versprechen wachsenden Wohlstandes. Dieses Versprechen wurde auch bis in die 80er-Jahre weitgehend gehalten. Es ist ein deutscher Mythos, dass das deutsche Wirtschaftswunder auf dem Fleiß deutscher Arbeiter basierte. Es hat seine Ursache auch weniger in kluger deutscher Wirtschaftspolitik, sondern beruhte auf der Keynesianischen Wirtschaftspolitik des US-Hegemons.


Die USA hatten nach dem Zweiten Weltkrieg für ein wirtschaftspolitisches Umfeld gesorgt, in dem lang anhaltendes Wachstum möglich war. Das allerdings ist jetzt vorbei. Das hat viele Ursachen. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass die USA nicht mehr in der Lage sind, Wachstum in einem Maß zu generieren, dass auch ihre Satelliten davon profitieren können. In 20 Jahren US-amerikanischer Präsenz in Afghanistan beispielsweise ist es nicht gelungen, dort Wachstum in einem das Land stabilisierenden Ausmaß zu schaffen.


Durch Festhalten an der transatlantischen Ausrichtung wird es in Deutschland künftig zu umfassenden Wohlstandsverlusten kommen. Es ist in diesem Zusammenhang tatsächlich mit zunehmenden Protesten zu rechnen, zumal es eine Alternative zum Abrutschen gibt: der Fokus auf Eurasien und die dortigen aufsteigenden Ökonomien.


Das transatlantische Bündnis wird sich nur unter Preisgabe sämtlicher westlicher Werte und gegen den Widerstand der eigenen Bürger aufrechterhalten lassen. Wenn jetzt das deutsche Außenministerium und das Wirtschaftsministerium erkennen lassen, dass sie bereit sind, zugunsten eines immer fragwürdiger werdenden Bündnisses noch eine zweite Front gegen China zu eröffnen, besteht die Gefahr eines kompletten Absturzes Deutschlands.


Statt antirussischer Hysterie bräuchte es dringend einen offenen und breiten gesellschaftlichen Diskurs über den tatsächlichen Wert einer transatlantischen Ausrichtung und Gefolgschaft jenseits von wohlklingenden Floskeln wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Wobei, nebenbei gesagt, all diese westlichen Werte nirgendwo derart unter Druck sind wie im Westen selbst.


Ja, ich bin kriegsmüde






Meinung

Ja, ich bin kriegsmüde






Die Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt kommt eben nicht von außen, von russischer Propaganda oder ausländischer Einflussnahme, sondern aus dem Innern. Es kommt aus dem Auseinanderklaffen der Interessen zwischen dem politisch-medialen Komplex einerseits und den vitalen Interessen der deutschen Bevölkerung andererseits.


Die antirussische Hysterie ist Anzeichen dafür, dass eine Bedrohung sehr wohl gefühlt wird, dass aber die Fähigkeit zur Analyse fehlt, woher diese Bedrohung kommt. Es fehlt der reflexive, selbstkritische Blick. Das ist angesichts der tiefen transatlantischen Vernetzung der deutschen Politik und Medien auch kein Wunder. Die Akteure dort vertreten ihre eigenen Interessen. Damit vertreten sie allerdings immer weniger die Interessen Deutschlands.


Es ist die deutsche Politik in Verbindung mit den großen deutschen Medien, von der diese Bedrohung für die deutsche Gesellschaft ausgeht. Es ist die ideologische Verkrustung der Eliten in Politik und Medien, ihre Unfähigkeit zur Korrektur des eingeschlagenen Kurses und ihre systemisch bedingte mangelnde Analysefähigkeit.


Es braucht keine destruktive Einflussnahme. Diesen Job erledigt die tektonische Reibung in der deutschen Gesellschaft mit ihren immer weiter auseinanderfallenden Interessen zwischen politischer und medialer Elite auf der einen und den Bürgern auf der anderen ganz von selbst. Das deutsche System ist bereits in Agonie. Je länger deutsche Politik und deutsche Medien am Transatlantizismus festhalten, desto disruptiver und destruktiver wird der Bruch ausfallen. Die politischen Pläne zu einer immer weitergehenden Konfrontation mit den Repräsentanten der multipolaren Ordnung wird die deutsche Gesellschaft aufreiben, ohne dass dieses Opfer nennenswerten Einfluss auf die geopolitische Entwicklung haben wird.


Allerdings wird vermutlich jeder, der auf dieses Faktum verweist, zum russischen Propagandisten erklärt werden. Die deutsche Mittelschicht wird unter der mangelnden Fähigkeit des deutschen politisch-medialen Komplexes, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Weichen entsprechend zu stellen, am meisten leiden. Sie wird abstürzen. Man ist bereit, für ein im Abstieg befindliches Bündnis den Wohlstand und den sozialen Frieden Deutschlands zu opfern und auf Konfrontationskurs mit den eigenen Bürgern zu gehen. Dass diese Politik keine Zukunft hat, ist selbsterklärend.


Mehr zum Thema The Economist: Sanktionskrieg gegen Russland läuft schief


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/147373-fur-nato-auf-konfrontation-mit


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

29.08.2022

Insider: Tausenden Mittelständlern droht das Aus

aus e-mail von Doris Pumphrey, 29. August 2022, 19:56 Uhr


https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/521568/Insider-Tausenden-Mittelstaendlern-droht-das-Aus

29.8.2022

*Insider: Tausenden Mittelständlern droht das Aus

*Nicolas Dvorak


Die extremen Preisanstiege für Strom und Rohstoffe bringen zahlreiche

mittelständische Betriebe in eine akute Notlage, warnt ein Insider. Die

Sorge vor Produktionsstopps ist groß, die Lage sei „katastrophal“.


Die massive Verteuerung von Elektrizität, Rohstoffen und

Energieprodukten bringt große Teile des deutschen Mittelstandes in akute

Notlagen. Dies zumindest berichtet Lion Hirth, ein Professor der Hertie

School und Experte für Energiefragen in einem Tweet

<https://mobile.twitter.com/LionHirth/status/1561271218082299905>.


Dort schrieb Hirth am 21. August (auf englisch): „Ich habe diese Woche

mit einer Reihe von Energiehändlern und Markt-Operateuren gesprochen.

Sie alle sagen, dass ein großer Teil der deutschen Firmen aufgehört hat,

Strom- und Gaskontingente für die Zukunft zu kaufen, dass heißt, dass

sie aufgehört haben, sich zu bevorraten. Entweder sinken die Preise,

sagen die Unternehmen. Oder sie werden die Produktion einstellen.“

Das bedrohliche Bild, welches Hirth zeichnet, wird von Verbänden des

Mittelstandes weitgehend bestätigt.


*„Katastrophale“ Lage im Mittelstand


*Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise fordert der Mittelstand

inzwischen einen Schutzschirm für Unternehmen. Es sei analog zur

Corona-Pandemie ein Härtefall-Fonds für Unternehmen notwendig, die

besonders vom Energiepreis gebeutelt und international nicht mehr

wettbewerbsfähig seien, sagte Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des

Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft, der Deutschen Presse-Agentur

in Berlin. „Die Energiepreise sind die Sorge Nummer 1 im Mittelstand

<.“" rel="noopener">https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/tag/35075/Energie-Krise>.“ 

Die Folgen eklatant steigernder Energiepreise seien unkalkulierbar. „Die

Verdopplung bis Verdreifachung der Energiepreise hält auch die stärkste

Volkswirtschaft nicht aus.“


Die Firmen gingen von weiteren hohen Energiepreissteigerungen aus. Viele

Betriebe könnten dies nicht an die Kunden weitergeben. Die Stromsteuer

müsse daher auf das europäisch zulässige Mindestmaß gesenkt werden, so

Jerger. Die Mehrwertsteuer sollte wie beim Gas auch beim Strom von 19

auf 7 Prozent gesenkt werden. Außerdem brauche es einen eigenen

Industriestrompreistarif.


Die Stimmung im Mittelstand sei „katastrophal“, sagte Jerger. „Es ist

eine Kombination aus hohen Rohstoffpreisen, aus stockenden

Logistikketten, aus mangelnden Rohstoffen, den hohen Energiepreisen und

der Erhöhung der Mindestlöhne, die dem Mittelstand zu schaffen macht.

Großunternehmen haben ganz andere Möglichkeit, durch große Mengen, die

sie transportieren, Logistikketten zu beeinflussen. Das haben

mittelständische Betriebe nicht. Die einen leiden unter Fachkräfte- und

Arbeitskräftemangel, die anderen unter den Rohstoffen, die dritten unter

fehlenden Konsumenten.“


Jerger sagte weiter: „Der Vertrauensverlust in die Arbeit der Koalition

ist groß. Es fehlen schnelle und gute und logische Maßnahmen der

Regierung, wie Privathaushalte und Unternehmen substanziell geholfen

werden kann. Es fehlt der klare Kurs auf Jahre. Es fehlen relevante

Krisengipfel, die alle wesentlichen Gruppen umfassen.“


Es dürfe keine weiteren Belastungen mehr geben. Die Unternehmensteuern

müssten gesenkt werden. „Wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist,

ohne permanent am Existenzminimum rumzusegeln, eine Krisenzeit kurz

durchzuhalten, zeigt das, dass etwas vorher schon schief ging.“ Die

Wirtschaft brauche eine „Verschnaufpause.“


Jerger sagte weiter, es müsse einen Schub bei der Digitalisierung geben

und viel weniger Bürokratie. „Es dauert in Deutschland viel zu lange,

einen Wohnsitz anzumelden, eine Firma zu gründen, oder einen Firmensitz

umzumelden. Das muss man alles digital machen können. In Estland können

Sie das. Und wir als größte Wirtschaftsnation Europas schaffen es nicht,

unser System so zu modernisieren, dass weniger Geld in überflüssiger

Bürokratie - auch in den Sozialsystemen - versickert und stattdessen

mehr Mittel für Zukunftsinvestitionen in Forschung und Entwicklung zur

Verfügung stehen.“


Außerdem müsse das Fachkräfteeinwanderungsgesetz nachgebessert werden.

„Die Idee ist gut gemeint gewesen, aber aufgrund von hoher Bürokratie

und schwieriger Anerkennung von ausländischen Qualifikationen besteht

weiterhin die große Problematik, dass wir nicht genügend Zuwanderer aus

Drittländern bekommen. Unsere Experten sprechen von gut 400 000

Arbeitskräften, die jedes Jahr kommen müssten. Davon sind wir weit

entfernt.“

29.08.2022

einige Meldungen und Hinweise...

aus e-mail von Doris Pumphrey, 29. August 20:06 Uhr


*Tausende Südkoreaner demonstrieren für Frieden mit Nordkorea und China

*Inmitten der Spannungen mit China halten die USA derzeit in Südkorea

die größte gemeinsame Militärübung der beiden Länder seit vielen Jahren

ab. Tausende Menschen sind jedoch verärgert und bringen ihren Unmut zum

Ausdruck.

/Siehe Video:

/https://pressefreiheit.rtde.tech/kurzclips/video/147422-tausende-sudkoreaner-demonstrieren-fur-frieden/



https://pressefreiheit.rtde.tech/international/147409-kreml-garantiert-sicherheit-iaeo-experten/

29.8.2022

*Kreml garantiert Sicherheit der IAEA-Experten im AKW Saporoschje


*Moskau wird die Sicherheit der IAEA-Delegation in dem vom russischen

Militär kontrollierten Gebiet des AKW Saporoschje gewährleisten. Dies

gab der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bekannt und forderte die Länder

auf, Druck auf die Ukraine auszuüben, damit sie den Beschuss der Anlage

einstellt.


Die russische Seite garantiert die Sicherheit der IAEA-Delegation in der

Nähe des Atomkraftwerks Saporoschje, sofern sich die Experten unter der

Kontrolle der russischen Streitkräfte durch das Gebiet bewegen. Dies

verkündete der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

Russland halte die Mission für notwendig. Wörtlich hieß es: /"In dem

Teil, der das Territorium unter russischer Kontrolle betrifft, wird

natürlich die Sicherheit auf dem notwendigen Niveau gewährleistet, unter

Berücksichtigung der Risiken, die dort ständig herrschen und die mit dem

unaufhörlichen Beschuss durch die ukrainische Seite verbunden sind."/

Peskow zufolge würden die IAEA-Experten über das ukrainisch

kontrollierte Gebiet zum AKW gelangen, wo Kiew für die Sicherheit

verantwortlich sein werde. Russland ist an der IAEA-Mission

interessiert, so der Pressesprecher weiter.


Auf die Frage der Journalisten, wer an den Verhandlungen über die

Zulassung der Fachleute der Organisation zum Atomkraftwerk beteiligt

ist, antwortete der russische Präsidentensprecher, dass es sich dabei

unter anderem um Militärangehörige handele. Am Morgen des 29. August

teilte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation,

Rafael Grossi, mit, dass sich eine IAEA-Mission auf den Weg zum

Atomkraftwerk Saporoschje gemacht habe, die er leitet. Nach Angaben

Grossis würden die Spezialisten "im Laufe dieser Woche" im Werk eintreffen.


Am selben Tag berichteten die Behörden des Gebiets Saporoschje, dass das

AKW erneut beschossen worden sei. Durch den Beschuss sei ein Dach des

Spezialgebäudes Nr. 1 beschädigt worden, wo Brennstoff für die Reaktoren

gelagert wird. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur /TASS/,

die sich auf örtliche Behörden beruft, bleibe die Umgebungsstrahlung normal.



RT- Liveticker 29.8.2022

<https://pressefreiheit.rtde.tech/international/131481-liveticker-zum-ukraine-krieg-behorden/>


10:17 Uhr

*Kiews Luftwaffe hat keine Piloten mehr – USA bereiten Transfer

afghanischer Piloten nebst Sondertruppen vor*


Die Flugbesatzungen der heute nunmehr lediglich "ehemaligen"

ukrainischen Luftwaffe wurden durch die russische Luftwaffe und

Luftabwehr praktisch vernichtet – zusammen mit dem Großteil ihrer

Maschinen. Dies gab eine Quelle aus militärisch-diplomatischen Kreisen

am Montag gegenüber der russischen Nachrichtenagentur /TASS/ bekannt:

/"Das gesamte qualifizierte Flugpersonal der ehemaligen ukrainischen

Luftstreitkräfte für die Flugzeugtypen Mig-29, Su-27 und Su-25 wurde

durch die wirksame Arbeit der russischen Luftstreitkräfte und

Luftabwehrmittel faktisch eliminiert."/


Kiews bisherige Versuche, dieses Kaderloch zu stopfen, blieben laut der

Quelle erfolglos:

/"Der Einsatz ehemaliger Kadetten des Charkower Militärinstituts der

ukrainischen Luftwaffe in Kampfeinsätzen hat zu katastrophalen Verlusten

bei den Überbleibseln der ukrainischen Luftwaffe geführt." /


Der Quelle zufolge werden die Versprechen des Westens, Kampfflugzeuge

sowjetischer Bauart aus den Beständen ehemaliger Mitgliedsstaaten des

Warschauer Paktes an Kiew zu liefern, wahrscheinlich nur Worte bleiben.

Dafür scheinen sich bezüglich der Maschinen und der Piloten andere

Perspektiven anzubahnen: Eine Quelle aus militärisch-diplomatischen

Kreisen spricht davon, dass das Pentagon nun ehemalige afghanische

Kampfpiloten rekrutiere, die nach Machtübernahme in Kabul durch die

Taliban in die USA geflohen seien. Diese sollen nach einer Ausbildung in

Kalifornien über Polen in die Ukraine verlegt werden.

/Mehr dazu

hier:/https://pressefreiheit.rtde.tech/international/147375-quellen-kiews-luftwaffe-ohne-piloten-maschinen-pentagon-will-mit-ehemals-afghanischen-aushelfen/



10:59 Uhr

*Kiews Taktik der verbrannten Erde im Donbass: Wichtigster Betrieb

Gorlowkas wird dem Erdboden gleichgemacht*

Die Art des Artilleriebeschusses der Chemiefabrik Stirol in Gorlowka

durch bewaffnete Formierungen der Ukraine deutet auf die Absicht Kiews

hin, dieses stadtbildende Unternehmen, den wichtigsten Arbeitgeber der

Stadt bei Donezk, zu zerstören. Das Oberhaupt der Donezker Volksrepublik

Denis Puschilin gab diese Wertung am Montag live auf Sendung bei

/Rossija-24/ ab: /"Der Gegner hat es sich dem entstehenden Eindruck nach

zur Aufgabe gemacht, dieses Unternehmen – ein stadtbildendes Unternehmen

– zu zerstören, und wir können dort die Flächenarbeit seiner Artillerie

Quadrat um Quadrat sehen, womit die Infrastruktur der Fabrik gezielt

zerstört wird." /

Die Arbeit auf dem Stirol-Werk sei derzeit wegen des zunehmenden

Beschusses durch die ukrainischen Streitkräfte unterbrochen.

Bereits am 27. August hatten ukrainische Streitkräfte zweimal die

Chemiefabrik Stirol in Gorlowkas Stadtbezirk Kalininski beschossen.

Infolgedessen brach auf dem Gelände des Werks ein Feuer aus. Wie der

Bürgermeister der Stadt berichtete, standen dort zwei Fahrzeughallen in

Flammen.


*Amnesty International warnt vor Kriegsverbrechertribunal in den

befreiten Gebieten des Donbass

*Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International brandmarkte im

Donbass geplante Kriegsverbrechertribunale vorab als "illegal und

missbräuchlich". Damit zeigt sich erneut, dass im Westen die Nervosität

über die bevorstehenden öffentlichen Gerichtsverhandlungen wächst.

/Hier:/https://pressefreiheit.rtde.tech/international/147392-amnesty-international-warnt-vor-kriegsverbrechertribunal/



https://pressefreiheit.rtde.tech/kurzclips/video/147426-ukrainische-armee-beschiesst-gezielt-wohnhauser/

29.8.2022

*Ukrainische Armee beschießt gezielt Wohnhäuser: Familie mit

Kleinkindern getötet

*Fünf Menschen, darunter zwei Kinder, sind durch den Beschuss von

Wohnhäusern in dem Dorf Kuibischewo in der Region Saporoschje ums Leben

gekommen. Dies teilte der Leiter der Militär- und Zivilverwaltung der

Region, Jewgeni Balizki, am Freitag in seinem Telegram-Kanal mit. Nach

Angaben der regionalen Verwaltung kamen beim Angriff

HIMARS-Raketenwerfer aus US-amerikanischer Produktion zum Einsatz.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

29.08.2022

Fest entschlossen  Scholz-Rede in Prag

jungewelt.de, 30.08.2022, Von Arnold Schölzel, Kommentar


imago0161852842h.jpg




Die neuen Kriegskredite freuen vor allem die Hersteller des Tarnkappenbombers »F-35«





Die »Einheit gegen Putin« sei etwas nie Dagewesenes, pries der deutsche Bundeskanzler am Montag die EU. Das ist mindestens Verdrehung der Geschichte. Denn das imperialistische Konstrukt EU wurde mitten im Kalten Krieg gegen die sozialistischen Länder gegründet und schweißte seine Mitgliedstaaten bis 1989 mehr als 30 Jahre zuverlässig gegen diese zusammen. Es sollte wirtschaftlich und ideologisch die NATO flankieren. Der neue kalte Krieg, den der kollektive Westen seit mehr als 15 Jahren gegen Russland und China führt, hat bisher nicht den erwünschten Effekt: Innerhalb der EU scheren immer wieder selbst nach der angeblichen »Zeitenwende« einzelne Mitglieder aus. Außerhalb der EU gelingt es immer weniger, eine geschlossene Front zu bilden, die USA blicken, wie Scholz in Prag einräumte, inzwischen mehr auf China als auf europäische Konflikte.


Seine Schlussfolgerung aus diesen Gegebenheiten entspricht schlichter imperialistischer Logik: Die EU soll die entstandene Lücke füllen – durch Militarisierung, Hochrüstung und Vereinfachung von Entscheidungsprozessen, im Klartext: durch Formierung nach deutschem Vorbild. Das ist allerdings »Zeitenwende« konkret: Die Gelegenheit, der EU ein deutsches Korsett zu verpassen, ist so günstig wie nie. Scholz will sie mit allen Mitteln nutzen – zum Vorteil der deutschen Rüstungsindustrie und zum Schaden aller Lohnabhängigen und aller Ärmeren.


Wie üblich, fehlte es in der Prager Rede nicht an salbungsvollen Worten über »Demokratie«, »Rechtsstaatlichkeit«, »Wertepartnern«, die überall auf der Welt unterstützt werden sollen und angeblich von Wladimir Putin persönlich und generell den »Autokratien« bedroht werden. Eingestreut allerdings waren bereits die Vokabeln eines neuen Sounds, einer Sprache, die zum Inhalt der Rede besser passt: »geopolitische EU«, die »entschlossen« global handeln soll, um Souveränität zu wahren. Als »Lehre aus Afghanistan« bietet Scholz daher eine schnelle EU-Eingreiftruppe, die wie bereits vereinbart, von der Bundesrepublik ab 2025 geführt werden soll und zu »beweglicheren« Entscheidungen kommen soll. Ihre Einsätze soll die Truppe im Rahmen jeweils einer »Koalition der Entschlossenen« bewerkstelligen, die »Koalitionen der Willigen«, die unter US-Führung ganze Regionen in Schutt und Asche legten, haben endlich einen neuen Namen.


Die Rede von Prag ist ein »Vorwärts«-Befehl, der nur eine Richtung kennt: Konfrontation mit Russland und China und Herstellung sogenannter Geschlossenheit im EU-Innern. Das mag den Interessen des deutschen Imperialismus entsprechen, gegründet ist dieses Programm aber wie stets bei dessen Strategien auf einer irrealen Weltsicht. Es dürfte Unfrieden in der EU weiter befördern, nach außen erklärt es unverhüllt allen, die nicht seinen Vorgaben folgen, die Vorbereitung auf Krieg.


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/433584.fest-entschlossen.html


unser Kommentar: "Wer hat uns verraten . . "

28.08.2022

Einstieg in den Abstieg        Berlin plant Zwangsmaßnahmen zur Reduzierung des deutschen Chinageschäfts. Ursache ist, dass die deutschen Investitionen auf dem chinesischen Zukunftsmarkt stärker zunehmen denn je.

BEIJING/BERLIN (Eigener Bericht) – Die Bundesregierung plant Zwangsmaßnahmen zur Reduzierung des Chinageschäfts deutscher Unternehmen. Berichten zufolge arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium nicht nur daran, die üblichen Staatsgarantien für Geschäfte im Ausland für Aktivitäten in der Volksrepublik stark einzuschränken. Darüber hinaus ist die Einführung einer Meldepflicht für Investitionen in China im Gespräch – und die Möglichkeit, sie zu untersagen. Modell sind entsprechende Schritte in den USA. Berlin reagiert damit darauf, dass es bisher nicht gelingt, die Bedeutung des Chinageschäfts zu reduzieren; wie aus aktuellen Studien hervorgeht, haben die deutschen Investitionen in der Volksrepublik und die Einfuhren von dort im ersten Halbjahr 2022 Rekordwerte erreicht. Ursache ist, dass die deutsche Industrie ihre Aktivitäten in China nicht abbricht, sondern sie stattdessen bündelt („Lokalisierung“), um sie krisensicher zu machen: Die Volksrepublik gilt als unverzichtbarer Zukunftsmarkt. Die in Berlin insbesondere in grün geführten Bundesministerien forcierten Zwangsmaßnahmen sind geeignet, die deutsche Industrie in den Abstieg zu treiben.


Zitat: Zukunftsmarkt China

Die unvermindert anhaltende Fokussierung der deutschen Industrie auf ihr Chinageschäft folgt schlicht ökonomischer Logik. Der chinesische Markt ist mit 1,4 Milliarden Menschen rund drei- bzw. viermal so groß wie die Märkte der EU (450 Millionen) und der Vereinigten Staaten (330 Millionen). Chinas erfolgreiche Armutsbekämpfung und seine systematischen Bestrebungen, den Wohlstand im Land zu erhöhen, verbessern nicht nur die Lebenslage großer Teile der Bevölkerung, sie bringen auch stets neue Kunden hervor. Das ist in anderen Märkten, zum Beispiel in Indien (1,4 Milliarden Menschen) oder dem südostasiatischen Staatenbund ASEAN (670 Millionen), auch nicht ansatzweise in ähnlichem Maß der Fall. Zu den einzigartigen Absatzchancen in der Volksrepublik kommt hinzu, dass das Land mit seinem überaus dichten Netz von Unternehmen aller Art – von der Grundstoff- bis zur High-Tech-Industrie – und mit seiner riesigen Zahl an Arbeitskräften ein singulärer Standort ist, der mittlerweile sogar bei Forschung und Entwicklung vielen Managern als unersetzlich gilt. Mit Blick darauf hielt kürzlich der Präsident der European Chamber of Commerce in China und Chefrepräsentant von BASF in Beijing, Jörg Wuttke, fest: „Wer sich aus dem chinesischen Markt herauszieht, schadet sich selbst.“[1]


Lokalisierung in der Volksrepublik

Verschiebungen haben sich im Lauf der vergangenen Jahre aufgrund politischer Eingriffe ergeben. Auslöser war der Wirtschaftskrieg, den die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump gegen die Volksrepublik entfesselten – insbesondere mit Strafzöllen und mit Sanktionen; sogar eine weitreichende Entkopplung („Decoupling“) von China war – und ist noch immer – im Gespräch.[2] In Deutschland und der EU fordern Politiker gewöhnlich, gegenüber einem vollständigen Decoupling leicht abgeschwächt, die Verlagerung von Lieferketten weg aus China. Darauf reagieren deutsche Unternehmen – nicht bereit, auf die enormen Chancen des Geschäfts in der Volksrepublik zu verzichten und sich damit in der globalen Konkurrenz selbst empfindlich zu schwächen – bereits seit einiger Zeit, indem sie Umstrukturierungen vornehmen: Sie setzen auf Lokalisierung in China, bemühen sich, ihre Standorte dort von Exporten aus dem Westen möglichst unabhängig zu machen, indem sie gezielt auf chinesische Zulieferer für ihre chinesischen Ableger setzen (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Dies soll die Risiken im Falle eines westlichen Decouplings minimieren. Ein Rückzug aus der Volksrepublik kommt nur für die allerwenigsten Unternehmen in Betracht.


Rekordinvestitionen

Die Entwicklung schlägt sich inzwischen deutlich in den Außenwirtschaftsstatistiken nieder. So nehmen, wie es in einer aktuellen Kurzanalyse aus dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) heißt, die Investitionen deutscher Firmen in China nicht ab, sondern zu, und zwar so stark wie noch nie; sie erreichten allein im ersten Halbjahr 2022 ein Volumen von zehn Milliarden Euro, mehr als in jedem Gesamtjahr zuvor. Man müsse offenkundig „eine zunehmende Lokalisierung von immer mehr Geschäftsaktivitäten in China“ diagnostizieren, heißt es beim IW.[4] Dem entspricht, dass die deutschen Exporte in die Volksrepublik seit 2020 anteilsmäßig schrumpfen, von 7,9 Prozent der deutschen Gesamtausfuhr im Jahr 2020 auf nur noch 7,4 Prozent im ersten Halbjahr 2022 – ein Resultat der Tatsache, dass deutsche Unternehmen ihre Standorte in China von Lieferungen auch aus Deutschland unabhängig machen. Der „Standort Deutschland“ werde künftig „wohl weniger stark vom China-Engagement der deutschen Firmen profitieren“, konstatiert das IW. Zugleich erreichten die deutschen Importe aus der Volksrepublik im ersten Halbjahr 2022 mit 12,4 Prozent der Gesamteinfuhr einen neuen Rekord: ein Beleg dafür, dass die Bundesrepublik mehr denn je auf kostengünstige chinesische Waren angewiesen ist.


Perspektive Wirtschaftskrieg

In Berlin ruft die Entwicklung zunehmend Sorgen hervor. Sie findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Vereinigten Staaten und die transatlantische Fraktion in der deutschen Politik den Machtkampf gegen China kontinuierlich verschärfen. Aktuell nimmt Taiwan dabei einen zentralen Stellenwert ein. Washington weitet seine Zusammenarbeit mit Taipeh systematisch aus, rüstet die Insel immer mehr hoch, treibt ihre Aufwertung in internationalen Gremien voran und wird darin auch von Berlin und Brüssel unterstützt. Damit provozieren die Mächte des Westens eine qualitative Veränderung des sensiblen Status quo rings um Taiwan, die nicht nur von Beijing, sondern auch von einer überwältigenden Mehrheit in der taiwanischen Bevölkerung abgelehnt wird (german-foreign-policy.com berichtete [5]). Für den Fall, dass eine Veränderung des Status quo eine friedliche Wiedervereinigung mit Taiwan endgültig unmöglich machen würde, behält sich die Volksrepublik militärische Schritte vor. Nicht bereit, auf Provokationen zu verzichten, diskutieren die westlichen Staaten nun, wie sie auf militärische Schritte Beijings reagieren würden. Als hochwahrscheinlich gilt zumindest ein Wirtschaftskrieg nach dem Vorbild des derzeitigen Vorgehens gegen Russland – umfassende Sanktionen inklusive.[6]


Fatale Folgen

Die Folgen für die deutsche Wirtschaft wären katastrophal. Zumindest einige Großkonzerne ziehen für diesen Fall die komplette Abspaltung ihres Chinageschäfts in Betracht (german-foreign-policy.com berichtete [7]); für Deutschland wäre es dann womöglich auf Dauer verloren. Die deutsche Kfz-Branche büßte bei umfassenden westlichen Sanktionen und den zu erwartenden chinesischen Gegensanktionen mutmaßlich ein Drittel ihres Umsatzes ein. Fehlende Importe aus der Volksrepublik könnten in Deutschland ganze Branchen heftig ins Wanken bringen. Nach allgemeiner Auffassung wären die stark spürbaren Folgen der aktuellen Russland-Sanktionen im Vergleich zu den Folgen ähnlicher Zwangsmaßnahmen gegen China ein Klacks.


Investitionsverbote

Die Bundesregierung bereitet nun Maßnahmen vor, die das Chinageschäft deutscher Firmen mit Gewalt bremsen sollen. Dabei preschen Berichten zufolge die grün geführten Ministerien für Wirtschaft und für Äußeres vor.[8] Demnach arbeitet das Wirtschaftsministerium zur Zeit zwei Instrumente aus. Zum einen sollen die bisher üblichen Staatsgarantien für Geschäfte in China spürbar eingeschränkt werden, eventuell mit einer festen Obergrenze. Zum anderen zieht zumindest Wirtschaftsminister Robert Habeck die Einführung von Einschränkungen für deutsche Investitionen in der Volksrepublik in Betracht. Vorbild ist das US-Vorhaben, US-amerikanische Investitionen in China einer Meldepflicht zu unterwerfen und sie, sofern gewünscht, staatlich untersagen zu können. Dies ist laut einem Handelsblatt-Bericht auch im Bundeswirtschaftsministerium im Gespräch.[9] Widerstand kommt aus der Wirtschaft. Die deutsche Industrie hätte von einer gewaltsamen Reduzierung ihres Chinageschäfts erhebliche Nachteile in der globalen Konkurrenz zu gewärtigen. Verhängt zudem Beijing, was als wahrscheinlich gilt, Gegenmaßnahmen, dann könnten die Bemühungen der Bundesregierung, das deutsche Chinageschäft zu reduzieren, sich als Einstieg in den beschleunigten globalen Abstieg der Bundesrepublik erweisen.

 

[1] EU-Handelskammer warnt vor Entkopplung von China. dw.com 08.06.2022. S. dazu Schäden im Wirtschaftskrieg.

[2] S. dazu Die Entkopplung der Welt und Teures „decoupling“.

[3] S. dazu Das asiatische Jahrhundert.

[4] Jürgen Matthes: China-Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft: Mit Volldampf in die falsche Richtung. IW-Kurzbericht Nr. 68/2022. Köln, 19.08.2022.

[5] Nur 5,1 Prozent der taiwanischen Bevölkerung befürworten eine schnellstmögliche Unabhängigkeitserklärung. Mehr als 87 Prozent plädieren für eine Beibehaltung des Status quo, mehr als 28 Prozent sogar für eine Beibehaltung auf Dauer. Taiwan Independence vs. Unification with the Mainland (1994/12 ~ 2022/06). esc.nccu.edu.tw 12.07.2022. S. auch Der Konflikt um Taiwan (I).

[6] Dana Heide, Joachim Hofer, Jürgen Klöckner: Warum der Taiwan-Konflikt so gefährlich für die deutsche Wirtschaft ist. handelsblatt.com 07.08.2022.

[7] S. dazu Die Geschäftsgrundlage der deutschen Industrie (I) und Die Geschäftsgrundlage der deutschen Industrie (II).

[8], [9] Martin Greive, Julian Olk, Dana Heide: Bundesregierung stößt Kurswechsel in der China-Politik an. handelsblatt.com 26.08.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9006

28.08.2022

Scholz zum Unabhängigkeitstag: Ukraine gehört in die EU

br.de, vom 24.08.2022, 11:47 Uhr, Rüdiger Hennl

Die Ukraine hat nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz "einen festen Platz in Europa und zwar als Mitglied in der EU". In einer Grußbotschaft zum Unabhängigkeitstag des Landes sagte er Kiew zudem weitere Unterstützung durch Deutschland zu.


Zitat: Die Ukraine muss nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Mitglied der Europäischen Union werden. "Die Ukraine hat einen festen Platz in Europa und zwar als Mitglied in der EU", betonte Scholz in einer auf Twitter veröffentlichten Video-Botschaft zum Unabhängigkeitstag der Ukraine. "Das in Freiheit und Demokratie vereinte Europa ist viel stärker als Russlands rückwärtsgewandeter Imperialismus", sagte der Kanzler.



Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine Ende Oktober

Scholz erinnerte an einen Beschluss des EU-Gipfels im Juni, der die Tür für ein Aufnahmeverfahren öffnete und kündigte an, Ende Oktober werde die Bundesregierung gemeinsam mit der EU-Kommission in Berlin eine Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine ausrichten, "um Weichen für die Zukunft der Ukraine zu stellen".


Videobotschaft von Olaf Scholz

Weitere Waffenlieferungen zugesagtScholz sagte der Ukraine die unbefristete Hilfe Deutschlands zu. Deutschland stehe "fest an der Seite der bedrohten Ukraine, heute und so lange, wie die Ukraine unsere Unterstützung braucht", betonte er in seiner Grußbotschaft.


Die Bundesrepublik werde der Ukraine finanziell, militärisch und politisch zur Seite stehen, sagte der Kanzler. "Wir werden weiter Waffen liefern, von der Panzerhaubitze bis zum Flugabwehrsystem, Monat für Monat", sagte Scholz. Am Dienstag hatte er bereits weitere Waffenlieferungen im Wert von mehr als 500 Millionen Euro an die Ukraine angekündigt.


"Wir denken an die Helden der Ukraine"

Der Kanzler lobte den Mut der ukrainischen Armee, die sich gegen die ins Land eingerückte russische Arme behaupte. "Wir denken an die Helden der Ukraine, an die Männer und Frauen, die ihre Heimat seit nunmehr sechs Monaten tapfer gegen den brutalen Aggressor verteidigen."


"Wir werden weiterhin ukrainische Soldatinnen und Soldaten an modernstem europäischen Kriegsgerät ausbilden", sagte Scholz. Er kündigte an, dass er am Donnerstag ukrainische Soldatinnen und Soldaten treffen werde, die auf dem Truppenübungsplatz Putlos an deutschen Flugabwehrpanzern ausgebildet werden.


Zum Artikel: Sechs Monate Ukraine-Krieg: So geht es Geflüchteten in Bayern

"Unsere Grenzen und unsere Herzen bleiben offen"

Scholz betonte, dass Deutschland weiter offen für die Aufnahme von Menschen bleibe, "die vor Russlands Terror fliehen müssen". "Unsere Grenzen und unsere Herzen bleiben offen für alle, die vor dem russischem Terror fliehen müssen", sagte Scholz, "sie sind uns von Herzen willkommen."


Die Ukraine sei "stark und mutig", man sei stolz, sich zu den Freunden des Landes zählen zu dürfen, so Scholz. Er schloss die Video-Botschaft mit dem Begriff "Slawa Ukrainji", was übersetzt "Ruhm der Ukraine" oder "Hoch lebe die Ukraine" heißt.


Info: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/olaf-scholz-zum-unabhaengigkeitstag-ukraine-gehoert-in-die-eu,TFPcsJV


unser Kommentar: Kriegspartei, Stolz und Heldenverehrung, auch durch den Bundeskanzler, nicht in unserem Namen!

28.08.2022

Sanktionen / Inflation

aus e-mail von Doris Pumphrey, 28. August 2022, 16:56 Uhr


*Scholz betont hohe Wirksamkeit von Sanktionen gegen Russland

<https://www.spiegel.de/ausland/russland-ukraine-news-am-donnerstag-antonio-guterres-zu-akw-saporischschja-jede-weitere-eskalation-koennte-zur-selbstzerstoerung-fuehren-a-ef358ddd-9cb3-4717-aa80-70613309e331>

*25.8.2022

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die internationalen Sanktionen gegen

Russland als »sehr wirksam« eingestuft. »Kein Land hat eine Perspektive,

wenn es von wirtschaftlichem Fortschritt abgeschnitten ist«, sagte

Scholz in einem Bürgerdialog in Magdeburg.



https://pressefreiheit.rtde.tech/international/147270-the-economist-sanktionskrieg-gegen-russland-laeuft-schief/

28-8-2022

*The Economist: Sanktionskrieg gegen Russland läuft schief


*Die britische Wochenzeitung "The Economist" veröffentlichte einen

Artikel, der den Sanktionen gegen Russland gewidmet ist. Die Zeitung

kommt zum Schluss, dass die restriktiven Maßnahmen nicht den erwarteten

Einfluss auf Russland haben.


Die harten Sanktionen, die der Westen wegen des Ukraine-Konflikts gegen

Russland verhängte, bringe bisher nicht das gewünschte Ergebnis. Dies

geht

<https://www.economist.com/leaders/2022/08/25/are-sanctions-working> aus

einem Bericht der britischen Wochenzeitung /The Economist/ hervor. Diese

gewählte Strategie des Westens habe "Schwächen". Wörtlich hieß es:

/"Besorgniserregend ist, dass der Sanktionskrieg bisher nicht so gut

läuft wie erwartet."/


Im Artikel wird zudem betont, dass die Wirksamkeit der wirtschaftlichen

Beschränkungen gegen Moskau "der Schlüssel zum Ausgang des

Ukraine-Krieges ist". /The Economist/ weist auf den Internationalen

Währungsfonds (kurz IWF) hin, der angibt, dass Russlands BIP 2022 um

rund sechs Prozent schrumpfen soll, während die Sanktionsbefürworter im

März nicht weniger als 15 Prozent Rückgang erwarteten. Weiter heißt es

in der Meldung:

/"Die Energieverkäufe werden in diesem Jahr einen

Leistungsbilanzüberschuss von 265 Milliarden US-Dollar einbringen, den

zweitgrößten der Welt nach China."/


/The Economist/ zufolge stabilisierte sich Russlands Finanzsystem

nach der Krise, und das Land fand neue Lieferanten für einige

Importwaren, darunter China/./ Gleichzeitig könnte die Energiekrise, die

durch die scharfen Sanktionen ausgelöst wurde, in Europa eine Rezession

verursachen, heißt es weiter. Diese Woche stiegen die Erdgaspreise um

weitere 20 Prozent. All dies bedeute, dass der erwartete

"Knockout-Schlag nicht erfolgte", so /The Economist/.


Die Zeitung räumte auch ein, dass Vormachtstellung der USA wie in den

1990er-Jahren längst vorbei sei. Dabei habe "der westliche Appetit" auf

den Einsatz militärischer Gewalt seit den Kriegen im Irak und in

Afghanistan nachgelassen.


Nun habe der Konflikt in der Ukraine gezeigt, dass "die Sanktionswaffe

Schwächen hat", so der Bericht. Einer dieser Schwachpunkte sei die Zeit.

So dauere es beispielsweise Jahre, bis die Blockade des russischen

Zugangs zu Technologien Wirkung zeigt, heißt es weiter. /The Economist

/vermutet, dass die Isolation von den westlichen Märkten in Russland

erst nach rund fünf Jahren "Verwüstung anrichten könnte". Im Artikel

wird auch präzisiert, dass der größte Fehler darin bestehe, dass "die

vollständigen oder teilweisen Embargos von mehr als 100 Ländern, die 40

Prozent des weltweiten BIP erwirtschaften, nicht durchgesetzt werden".



https://pressefreiheit.rtde.tech/europa/147319-peter-szijjarto-ungarn-wird-nicht/

28.8.2022

*Péter Szijjártó: Ungarn wird nicht über Sanktionen gegen Russland sprechen


*Ungarns Außenminister hat angekündigt, dass sein Land nicht bereit sei,

über die Sanktionen zu sprechen. Er ist überzeugt, dass Europa die

Abhängigkeit von russischen Energieressourcen nicht loswerden kann,

solange es nicht möglich ist, "Erdgas im Zug oder im Rucksack zu

transportieren".


Ungarn will nicht über die Sanktionen gegen Russland sprechen, die die

Öl- und Gaslieferungen betreffen. Dies erklärte Außenminister Péter

Szijjártó, wie das Nachrichtenportal /Telex.hu/ berichtete

<https://telex.hu/belfold/2022/08/27/szijjarto-peter-tranzit>.


Er stellte fest, dass das Land bei der Verteidigung seiner nationalen

Interessen ständig mit "politischer Erpressung" konfrontiert sei. Der

ungarische Außenminister sagte:

/"Der liberale Mainstream will den Anschein wahren, im Recht zu sein,

und übt deshalb Druck auf diejenigen aus, die die Wahrheit sagen."/


Szijjártó nannte die Energiefrage "die größte Entlarvung des liberalen

Mainstreams". Solange es keine Möglichkeit gebe, Erdgas in einem Zug

oder in einem Rucksack zu transportieren, werde sich Europa nicht von

der Abhängigkeit von russischen Energieressourcen lösen können, ist der

Minister überzeugt. Szijjártó betonte:

/"Es gibt keine europäische Versorgungssicherheit ohne russische

Energiequellen."/


Er ist zuversichtlich, dass Ungarn "gut dasteht", weil es "seit langem

die Probleme beim Namen nennt" und seit langem "ehrlich und klar"

spricht. Die Regierung habe die nationalen Interessen klar umrissen und

scheue sich nicht, sie zu verfolgen, sagte der ungarische Außenminister.


Ungarn sei auch in Zukunft in der Lage, Herausforderungen zu meistern,

weil es "ein Weltmeister im Umgang mit Wirtschaftskrisen" sei, eine

"national ausgerichtete, nicht von Machtzentren diktierte Außenpolitik"

habe und über "politische Stabilität und damit auch Mut" verfüge, so

Szijjártó.


Die ungarischen Behörden hatten die EU-Sanktionspolitik gegen Russland

wiederholt kritisiert. Insbesondere blockierte Budapest einen Vorschlag

zur Verhängung eines Embargos gegen russisches Öl. Infolgedessen verbot

die EU lediglich die Verbringung von Rohstoffen auf dem Seeweg, während

Ungarn und eine Reihe anderer Länder einen Aufschub erhielten.


Die ungarische Seite lehnt es zudem ab, auf russisches Gas zu

verzichten, da dies nach Ansicht von Ministerpräsident Viktor Orbán die

europäische Wirtschaft ruinieren würde. Er rief dazu auf, den

Schwerpunkt auf eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts zu legen,

anstatt die Beschränkungen für Moskau zu verschärfen, die seiner

Überzeugung nach nicht funktionieren.


Orbán wies auch darauf hin, dass Ungarn sein eigener Herr sei, nicht

Brüssel. Er sagte: /"Wir sind eine unabhängige, souveräne ungarische

Nation. Wir beteiligen uns an gemeinsamen Entscheidungen. Wenn sie uns

nicht passen, werden wir das direkt sagen."/


Der ungarische Regierungschef glaube, dass ein militärisches Vorgehen in

der Ukraine "der westlichen Vorherrschaft ein Ende setzen wird". Nach

dem Ende der russischen Militäroperation werden die Länder, die über

Energiequellen verfügen, davon profitieren. Orbán erklärte: /"Die Russen

profitieren. Die EU-Importe aus Russland sind um ein Viertel

zurückgegangen und die Einnahmen von Gazprom haben sich verdoppelt. Die

Chinesen, die früher der Gnade der Araber ausgeliefert waren, haben

gewonnen. Und natürlich gewinnen die großen US-amerikanischen Konzerne."/



https://pressefreiheit.rtde.tech/europa/147274-ex-prasident-tschechiens-nicht-russland/

28.8.2022

*Václav Klaus: Westen ist für Inflation in Europa verantwortlich, nicht

Russland


*Der ehemalige tschechische Präsident Václav Klaus hat erklärt, der

Westen selbst sei für die steigende Inflation und die hohen

Energiepreise in europäischen Ländern verantwortlich. Der

Ukraine-Konflikt sei nicht der Hauptgrund für die Krise.


Der ehemalige tschechische Präsident Václav Klaus hat in einem Interview

mit der tschechischen Nachrichtenagentur /Seznam/ /Zprávy /mitgeteilt,

dass die weltweiten Energiepreise nicht wegen Moskau angestiegen seien.

Wörtlich erklärte er: /"Die Probleme, die zu dem sprunghaften Anstieg

der Inflation und zu dem enormen Anstieg der Energiepreise führten, die

wir jetzt erleben, hatten ihren Ursprung lange vor dem 24. Februar./

/Die russische Invasion hat das nur noch verstärkt."/


Russland sei ein wichtiger Lieferant von Gas, Öl und Kohle, aber es ist

"nur einer der Akteure" auf dem internationalen Markt, betonte der

81-jährige Ökonom, der zwischen 2003 und 2013 Präsident der

Tschechischen Republik war. Der Rückgang der russischen

Kohlenwasserstofflieferungen in die EU und die steigenden Energiepreise

– die auf die umfassenden Sanktionen zurückzuführen sind, die die EU

gegen Moskau verhängte – könnten nicht die Hauptursache für hohe

Inflationsraten und steigende Energiepreise sein, so Klaus weiter: /"Ich

verstehe nicht, warum die Hauptursache nicht genannt wird. Der 'grüne

Wahn', der angebliche Kampf gegen den Klimawandel und der Green Deal der

EU – das ist die Hauptursache für den Preisanstieg."/


Klaus forderte die beteiligten Seiten auf, eine Lösung für den bereits

seit einem halben Jahr andauernden Konflikt in der Ukraine zu finden,

und warnte, dass sich die Situation nur "immer weiter verschlimmern"

werde, wenn keine Lösung gefunden werde. Es sei notwendig, dass der

Westen, insbesondere die USA, mit Russland verhandelt. Jeder Mensch, der

"wenigstens ein bisschen Verstand hat", verstehe das, so der Ex-Präsident.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.08.2022

Syrischer Diplomat im Interview: Versöhnung mit Türkei wird kommen, aber Bedingungen noch unklar

pressefreiheit.rtde.tech, 27 Aug. 2022 18:45 Uhr

Der türkische Präsident Erdoğan rief kürzlich in einem überraschenden Schritt zur Versöhnung mit der syrischen Regierung auf. Zu diesem Anlass führte "RT DE" ein Interview mit dem syrischen Diplomaten George Jabbour.


Syrischer Diplomat im Interview: Versöhnung mit Türkei wird kommen, aber Bedingungen noch unklarQuelle: AFP © Syrian Presidency


George Jabbour ist Historiker, Diplomat und langjähriger Berater des ehemaligen syrischen Präsidenten Hafez al-Assad. Er ist Vorsitzender der Syrischen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und regelmäßiger politischer Kommentator für Funk und Fernsehen.


Der türkische Präsident schließt einen politischen Dialog mit der syrischen Regierung nicht aus






Der türkische Präsident schließt einen politischen Dialog mit der syrischen Regierung nicht aus





RT DE: In Syrien wird viel über eine mögliche Versöhnung zwischen der Türkei und Syrien gesprochen. Wird es eine Versöhnung geben und wenn ja, wie kann sie aussehen?


George Jabbour: Am Beginn sollte ein Vier-Mächte-Treffen im Astana-Format stattfinden. Bisher besteht das Astana-Format aus drei Staaten, Russland, Iran und der Türkei. Sie haben Syrien in zwei Parteien geteilt, in die Regierung und in die Opposition. Ich habe dieses Format von Anfang an für ungerecht gehalten, weil drei Mächte dort miteinander diskutieren, während Syrien nur angehört wird. Zudem wird die Opposition auf die gleiche diplomatische Stufe gestellt wie die Regierung.


RT DE: Warum sollte sich das jetzt ändern?


George Jabbour: Erstens haben wir die Erklärung von Çavuşoğlu, zweitens die Erklärung von Erdoğan, drittens war Mekdad gerade in Moskau und viertens könnte es sein, dass Präsident Assad zur nächsten Konferenz der Shanghai Kooperationskoordination eingeladen wird und dort mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan zusammentreffen könnte. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass Syrien als souveräner Staat zurückkehrt. Die Türkei will Versöhnung, Russland, Iran und auch Syrien wollen Versöhnung. Die Einigung wird also kommen, zu welchen Bedingungen, ist schwer zu sagen. Klar ist, dass die Mehrheit derjenigen, die heute in Syrien leben, Präsident Assad unterstützen und eine starke Regierung wollen, die sie vertritt. Natürlich gibt es Widersprüche und es gibt Differenzen über die Art der Politik, das ist normal.


Diplomatischer Erfolg für den Kreml: Neue Annäherungsversuche zwischen Türkei und Syrien




Analyse

Diplomatischer Erfolg für den Kreml: Neue Annäherungsversuche zwischen Türkei und Syrien





RT DE: Warum hat die Türkei gerade jetzt Interesse an der Versöhnung geäußert?


George Jabbour: Die Türkei will gegen die kurdische Separatistenbewegung vorgehen, die bei uns in Syrien auch präsent ist. Sowohl die Türkei als auch Syrien bestehen auf die Einheit des Staates, auf die Sicherheit der Grenzen, an diesem Punkt kommen beide sich entgegen.


RT DE: Die Türkei will also, dass Syrien mit ihr zusammen gegen die kurdische Selbstverwaltung im Nordosten vorgeht?


George Jabbour: Wir in Syrien haben – anders als die Türkei – mit den Kurden seit Langem eine andere, ich möchte sogar sagen harmonische Beziehung. Die meisten Kurden verhalten sich gegenüber dem syrischen Staat loyal. In der letzten Zeit gab es einige Probleme, die ich auf den Einfluss von amerikanischen Agenten und möglicherweise auch von Israel zurückführe, aber ich weiß das nicht. Was die Versöhnung betrifft, geht Syrien davon aus, dass das derzeitige politische System vielleicht mit kleinen Veränderungen Bestand haben wird, die Türkei hat eine andere Vorstellung. Präsident Assad hat öfter darüber gesprochen, dass Präsident Erdoğan ihm gesagt habe, er erwarte, dass "einige Leute" (gemeint ist die Muslimbruderschaft) in die Regierung aufgenommen werden sollten. Wir werden sehen, ob Erdoğan in einem Jahr noch Präsident der Türkei sein wird. Sollte die Opposition bei den Wahlen im Juni 2023 gewinnen, könnte sie weniger Forderungen an Syrien stellen.


RT DE: Sie gehen davon aus, dass ein Versöhnungsprozess mit der Türkei ein Jahr dauern wird?


George Jabbour: Er wird mindestens 18 bis 20 Monate dauern.


RT DE: Sie haben die Rolle des Astana-Formats erwähnt. Was ist mit den Vereinten Nationen, welche Rolle können sie bei dem Versöhnungsprozess spielen?


Çavuşoğlu enthüllt: Türkei und Syrien führten im vergangenen Oktober auf Ministerialebene Gespräche




Çavuşoğlu enthüllt: Türkei und Syrien führten im vergangenen Oktober auf Ministerialebene Gespräche






George Jabbour: Aktuell haben die Vereinten Nationen große Probleme wegen der Lage in der Ukraine. Sie bewegen sich zu langsam. Der Generalsekretär hatte vor dem 24. Februar zwischen Russland und den USA, zwischen Putin und Biden vermitteln müssen, um den Krieg zu verhindern. Im September tagt die UN-Generalversammlung. Die Ukraine könnte den Ausschluss Russlands aus den Vereinten Nationen fordern, es wird Unruhe geben. Was den Versöhnungsprozess zwischen der Türkei und Syrien betrifft, sind die Spieler, die am Tisch sitzen klar: die drei Astana Mächte (Russland, Iran, Türkei) und Syrien. Dann gibt es die USA, Israel und die Vereinten Nationen.


RT DE: Und wie wird es ausgehen?


George Jabbour: In jedem Fall werden die Vereinten Nationen das umsetzen, was entschieden wird. Besonders, wenn es eine Vereinbarung gibt, an der die USA beteiligt sind. Die Resolution 2254 wird keine Rolle mehr spielen, wohl aber das Verfassungskomitee. Es wird seine Arbeit wiederaufnehmen, es wird mehr diskutieren und sich über einige wesentliche Dinge einigen: den Grenzverlauf, die staatlichen Symbole, die Fahne, Parteien. Und wenn die politische Versöhnung vollzogen ist, werden die Ergebnisse der Diskussion in eine Verfassung aufgenommen werden. Nur leider ist es so, dass Verfassungen nie stark genug waren, um sich gegen Machtpolitik durchzusetzen. Nicht in Syrien und in keinem Staat der Welt.


Mehr zum ThemaNormalisierung der Beziehungen zwischen Türkei und Israel: Ankara als neues Gas-Drehkreuz für EU?


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://pressefreiheit.rtde.tech/der-nahe-osten/147163-syrischer-diplomat-im-interview-versohnung


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

28.08.2022

Klarstellung zu Abbas Massaker-Holocaust-Aussage: 2 Leserbriefe, die nicht abgedruckt wurden an FR und HNA

aus e-mail von Volksbücherei-International, 28. August 2022, 10:41 Uhr

Diesen Leserbrief will die HNA nicht drucken!?

Grüße, Eckart Fooken

Von: Eckart Fooken <eckart.fooken@gmx.de <mailto:eckart.fooken@gmx.de>> 

Gesendet: Freitag, 19. August 2022 17:47

An: 'HNA_Redaktion_Leo' <leserdialog@hna.de <mailto:leserdialog@hna.de>>

Betreff: Holocaustdebatte

 

Leserbrief zur derzeitigen Holocaustdebatte, ausgelöst durch den Redebeitrag von Palästinenser-Präsident Abbas im Kanzleramt

 

Die schon fast hysterisch anmutenden Kommentare auf den von Palästinenserpräsident Abbas verwendeten Begriff Holocaust werfen kein gutes Licht auf die inhaltliche Qualität des deutschen politischen Journalismus bei diesem Themenkomplex. Es erscheint höchst angebracht für zahlreiche Journalisten und auch Politiker, einmal die international übliche Verwendung diese Begriffs durch einen einfachen Blick z.B. in englische Standardwörterbücher zur Kenntnis zu nehmen.*

Dort finden sich unter dem Stichwort Holocaust mehrere akzeptierte unterschiedliche, in allgemeiner Form auf Zerstörung und gewaltsame Übergriffe mit Menschenverlusten hinweisende Bedeutungsvarianten, mit aber nur einer davon, die konkret die NS-Politik gegen die Juden in 2. Weltkrieg benennt.

Da bekannt ist, dass Abbas die NS-Judenvernichtung als das schlimmste Verbrechen der Neuzeit bezeichnet hat, dürfte unmissverständlich klar sein, das er diese Bedeutungsvariant nicht gemeint hat und mit seinem Verweis auf  Gewaltexzesse gegen Palästinenser auch keine Relativierung der NS-Verbrechen gegen die Juden vorgenommen hat.

Eckart Fooken

34121 Kassel,

*mögliche Standardwörterbücher: Collins English Dictionary, 21st Century Edition, reprinted 2001,(ISBN 0-00-472529-8) S. 738,

Webster’s II, New College Dictionary (USA, 1999) (ISBN 0-395-70869-9) S. 528

Nur der “wirklichen“ Vollständigkeit halber , hier ist mein Leserbrief an die Frankfurter Rundschau, der aber vermutlich ebenfalls nicht veröffentlicht wird.


Grüße, Eckart

 


Von: Eckart Fooken <eckart.fooken@gmx.de <mailto:eckart.fooken@gmx.de>> 

Gesendet: Montag, 22. August 2022 14:29

An: 'chefredaktion@fr.de <mailto:chefredaktion@fr.de>' <chefredaktion@fr.de <mailto:chefredaktion@fr.de>>

Betreff: Leserbrief zur Verwendung des Begriffs Holocaust

 

Bei einem Intellektuellen wie Harry Nutt (möglicherweise aber offensichtlich nicht bei der Berliner Polizeibehörde)  kann wohl davon ausgegangen werden, dass er mit der international – und d.h. nicht nur von Palästinensern benutzten – üblichen Verwendung des Begriffs „Holocaust“ vertraut ist, die neben der NS-Vernichtungspolitik gegen die Juden während des 2. Weltkriegs auch andere Bedeutungsvarianten von Aktivitäten kennt, die allgemein durch Zerstörungen und gewaltsame Übergriffe mit beträchtlichen Menschenverlusten gekennzeichnet sind. Mit einem gewissen Maß an intellektueller Redlichkeit hätte man anlässlich der hysterischen Reaktionen von Journalisten und Politikern auf die Aussagen von Abbas doch wohl auf diesen Sachverhalt hingewiesen, wie auch auf seine Beurteilung der NS-Politik der Judenvernichtung als schlimmstem Verbrechen der Neuzeit.  Ferner ist die Bewertung von politisch motivierten Terroranschlägen bekanntlich ein weites Feld und umfasst die begriffliche Breite von Terroristen bis zu Freiheitskämpfern. Eine ganz andere Frage, die sich deutsche Intellektuelle in ihrer Einstellung gegenüber Palästinensern stellen sollten, wäre die nach dem Ausmaß des deutschen Beitrags an der beklagenswerten Situation der Palästinenser in Folge der NS-Politik gegenüber den Juden von 1933-45.


Eckart Fooken

Seite 957 von 1116

< 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 300 ... 700 .. 800 .. 900 .. 930 .. 940 .. 950 .. 954 955 956 957 958 959 960 .. 970 .. 980 .. 990 .. 1000 .. 1090 .. 1100 .. 1110 .. 1113 1114 1115 1116 >