Paris: Die "Fabrik der Diplomatie" rotiert im Kreis
freedert.online, vom 10 Sep. 2025 19:31 Uhr, Von Pierre Levy
Das vom französischen Außenministerium für Berufseinsteiger veranstaltete Kolloqium "La Fabrique de la Diplomatie" strotzte nur so von Eurozentrismus, Russophobie und einem bedauerlichen Mangel an jeglichen Ansätzen eines diplomatischen Umgangs mit Russland. Die wenigen vernünftigen Stimmen fanden dabei kaum Gehör.
Quelle: Gettyimages.ru © HJBC
Schild am Eingang des Außenministeriums der französischen Regierung in Paris (Symbolbild)
Am 5. und 6. September fand ein großes Kolloquium statt, das vom französischen Außenministerium organisiert wurde, eine Initiative, die von der Universität Sorbonne Nouvelle unterstützt und auf einem ihr zugehörigen Campus veranstaltet wurde. Das Publikum strömte zahlreich zu den verschiedenen Foren, Gesprächen am Runden Tisch und Seminaren. Hunderte von Teilnehmern waren anwesend, darunter viele junge Menschen, die sich für eine diplomatische Laufbahn interessieren.
Das Ministerium hatte keine Mühen gescheut, um zukünftige Berufseinsteiger anzulocken. Unter dem Oberbegriff "La Fabrique de la Diplomatie" (Die Fabrik der Diplomatie) fanden dutzende Debatten vor ausverkauftem Haus statt. Insbesondere diejenigen, an denen medienwirksame Persönlichkeiten wie der ehemalige Premierminister Dominique de Villepin (2005–2007), der auch an der Spitze des Quai d'Orsay (2002–2004) stand, oder Gérard Araud, ehemaliger Botschafter Frankreichs in Israel, bei der UNO und dann in den Vereinigten Staaten, teilnahmen.
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Meinung
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Die Überschriften der Debatten waren so gewählt, dass sie Neugier weckten. Dazu gehörten: "Der globale Süden auf der Suche nach einer neuen internationalen Ordnung"; "Naher Osten: Wie findet man zurück zu den Verhandlungen?"; "Wirtschaftsdiplomatie zwischen den Vereinigten Staaten und China: Welchen Platz nimmt Europa ein?"; "Die französische G7-Präsidentschaft 2026 angesichts der großen globalen Ungleichgewichte"; "Die NATO: ein Bündnis unter vielen?" …
Es ist eine Untertreibung zu sagen, dass die meisten Diskussionen zwischen den Teilnehmern der verschiedenen Podiumsdiskussionen von der vorherrschenden Ideologie geprägt waren. Die "notwendige" europäische Integration gehörte natürlich zu den heiligen Dogmen. Es überrascht nicht, dass sich in vielen Debatten auch Russophobie manifestierte. Am häufigsten kam dies in der kategorischen Behauptung sinngemäß zum Ausdruck, dass "Putin seine imperialistischen Kriege niemals beenden wird, wenn wir ihm nicht Einhalt gebieten."
Ein Redner wies auf die Gefahr hin, dass die französische Bevölkerung nicht bereit sein könnte, sich an einem Krieg gegen Moskau zu beteiligen, sollte Russland Litauen angreifen, und erntete begeisterten Applaus für seine Forderung, diese Feigheit zu bekämpfen … Ein Zeichen dafür, dass die zukünftigen Eliten, aus denen sich das Publikum zusammensetzte, wenig repräsentativ für die Stimmung in der Bevölkerung sind.
Vor diesem Hintergrund stachen die etwas unorthodoxen Äußerungen einiger Persönlichkeiten aus der allgemeinen Stimmung heraus und verdienen daher Beachtung. Dies war insbesondere im Forum mit der Überschrift "Welche europäische Sicherheitsarchitektur?" der Fall. Der erste Redner war Hubert Védrine. Der ehemalige Außenminister (1997–2002) gehört zur Schule der "Realisten" (im Gegensatz zu den kompromisslosen Ideologen) und pflegt eine Sprache, die er nicht dem aktuellen offiziellen Denken unterwerfen will, auch wenn er ein Befürworter des Atlantischen Bündnisses bleibt und die Russen verteufelt.
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Meinung
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Er nutzte die Gelegenheit, um seine abweichende Meinung zu äußern, indem er energisch bestritt, dass sich aktuell eine "europäische Säule" der NATO im Aufbau befinde. "Vergessen Sie die offizielle Kommunikation und Propaganda, denn die 'europäische Verteidigung' ist ein Konzept, das von den meisten Ländern des Bündnisses, die alle in erster Linie vom Schutz durch Uncle Sam träumen, in der Praxis abgelehnt wird", betonte Védrine im Wesentlichen. Seiner Meinung nach stehe Frankreich mit der von Emmanuel Macron gepriesenen "europäischen Souveränität" allein da (wie der jüngste Gipfel in Den Haag gezeigt hat). Die meisten Bündnispartner kauften weiterhin überwiegend amerikanische Waffen und Ausrüstung, betonte der ehemalige Chef des Quai d'Orsay.
Pierre Vimont äußerte sich noch heterodoxer. Dabei ist der Diplomat keineswegs ein "Euroskeptiker": Er war Generalsekretär des Europäischen Auswärtigen Dienstes, nachdem er zuvor ständiger Vertreter Frankreichs bei der EU gewesen war – Vimont ist also ein hervorragender Kenner der Brüsseler Angelegenheiten. Darüber hinaus war er Kabinettschef mehrerer Außenminister und anschließend französischer Botschafter in den Vereinigten Staaten.
Er verkörpert das Bild des traditionellen Diplomaten der "alten Schule", der Analyse, Vorsicht und Nuancen schätzt. Umso interessanter waren folglich seine Äußerungen. Insbesondere als er – mit Bedauern – auf die große Schwierigkeit hinwies, innerhalb der 27 Mitgliedstaaten Überlegungen zu einer Sicherheitsarchitektur in Europa anzustellen. Diesem erfahrenen Fachmann zufolge seien die meisten Mitgliedstaaten von Natur aus abgeneigt, diplomatische Verhandlungen mit Moskau zu führen.
Für einige von ihnen sei "das zu emotional": Sie lehnten es sogar ab, eine Diskussion zu führen, wenn ein russischer Vertreter anwesend sei. Die Folge: Seit der Erweiterung im Jahr 2004 mache die EU keine "Russlandpolitik" mehr. Um seine Aussage zu veranschaulichen, erinnerte der Diplomat daran, dass die deutsche Bundeskanzlerin 2021 ein Gipfeltreffen mit Moskau vorgeschlagen hatte. Dies löste einen regelrechten Aufschrei aus, insbesondere bei den Regierungschefs der meisten osteuropäischen Länder, und die Idee wurde verworfen.
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Es sei daher nicht möglich, so beklagte der Redner, auch nur strategische Überlegungen in diesem Bereich anzustellen. Die EU sei nicht in der Lage, eine langfristige Vision für ihre Beziehungen zu Russland zu entwickeln. Ein weiterer Hinweis: Bei den Kontakten zwischen Russen und Westlern neigten die Geheimdienste beider Seiten dazu, die Diplomaten zu ersetzen. All dies stelle eine "dramatische" Situation dar, bedauerte er.
Herr Vimont betonte, dass es notwendiger denn je sei, sich Gedanken über die künftigen Beziehungen zu Moskau zu machen. Dies könne nicht Aufgabe des Militärs sein, sondern vielmehr der Diplomaten, deren Aufgabe es vor allem sei, ihre Gesprächspartner zu verstehen. Was Russland betreffe, so müsse man sich daher mit den "tiefgreifenden Ursachen" des aktuellen Krieges aus der Sicht Moskaus befassen, insbesondere im Hinblick auf die eigenen Sicherheitsgarantien.
Andernfalls werde die Situation seiner Meinung nach zu einem riskanten militärischen Engagement, zu chronischer strategischer Instabilität, aber auch zu einer Gefahr des Zerfalls der "europäischen Einheit" führen (eine Anspielung auf bestimmte Länder – Ungarn, Slowakei … –, die eine Annäherung an Moskau anstreben).
Für den Diplomaten müsste der Status und die Art und Weise der Behandlung der Länder einer zwischen der EU und Russland gelegenen "Grauzone" definiert werden – einer Zone, zu der beispielsweise Georgien, Moldawien und natürlich die Ukraine gehören. Bedeute dies eine Rückkehr zu den Abkommen von Helsinki (1975) mit der UdSSR? Nein, meint Pierre Vimont: Vielmehr sollte man ein neues Gleichgewicht zwischen den Mächten finden, ein Gleichgewicht und einen Kompromiss, die an einige Merkmale der Geopolitik des 19. Jahrhunderts erinnern würden.
Hubert Védrine schien dieser Meinung zuzustimmen: Er erinnerte an die "verpasste historische Chance" nach dem Untergang der UdSSR, als amerikanische Geopolitologen der realistischen Schule (Henry Kissinger, John Mearsheimer usw.) einen Kompromiss mit Moskau befürwortet hatten. Letztendlich wies Präsident Clinton diese Vorschläge zurück, da er der Ansicht war, dass der Westen den Kalten Krieg gewonnen habe und es daher seine Aufgabe sei, einseitig seine Vorherrschaft durchzusetzen.
Nach zwei Tagen Kolloquium blieb das euro-atlantische Denken weiterhin extrem dominant. Die wenigen realistischen Stimmen fielen da umso mehr auf. Aber ihre geringe Zahl lässt vermuten, dass die Europäische Union mehr denn je in einer Sackgasse steckt.
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Video https://rumble.com/v6yp9kg-frankreichs-premier-bayrou-verliert-vertrauensfrage.html Dauer 2:50 Min.
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Mission erfüllt: Frankreich durch Macron vernichtet – Rest des Gartens Europa folgt
freedert.online, 9 Sep. 2025 20:23 Uhr, Von Jelena Karajewa
Europa schreit heute in schrecklichem Schmerz: Vor den Augen der übrigen 26 EU-Länder stürzt ein Land, das Josep Borrells "Garten Eden" mitbegründet hat, unkontrolliert ins Chaos ab. Aber, Moment: Wirklich unkontrolliert?

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/brn695prvbgu879x/Mission_erf_llt_Frankreich_durch_Macron_vernichtet_Rest_des_Gartens7y78o.mp3 Dauer 9:06 Min.
© RIA Nowosti
Symbolbild, KI-erstellt: "Frankreich ist tot. Chin-chin!"
Frankreichs Regierung – bereits die sechste, seit Emmanuel Macron den Élysée-Palast übernahm, und die dritte in den vergangenen zwölf Monaten (Gabriel Attal, Michel Barnier und nun, bis heute, François Bayrou) – verkommt zu Müll. Sogar ohne das Adjektiv "politisch" – einfach zu Müll. Dies ist das Ergebnis, wenn auch ein vorläufiges, der Herrschaft der selbst ernannten Globalisten, die in der Fünften Republik die Macht ergriffen – ohne je von irgendjemandem gewählt worden zu sein. Sie brachten Macron an die Regierung – doch es sind ebenfalls sie, die nun mit aller Macht versuchen, ihn zu schwächen. Genauer gesagt: Diejenigen, die die französischen Politiker der höchsten Ebene wie Marionetten an Strippen bespielen, müssen dringend einen Ersatz für einen von diesen finden, der sich als Versager erwiesen hat.
Die französische Katastrophe ist das anschaulichste Beispiel dafür, wie der Globalismus staatliche Institutionen, den Gesellschaftsvertrag zwischen Gesellschaft und Staat und die demokratische Struktur selbst – in diesem Fall die der Fünften Republik – zerstört. All dies war durchaus intakt und funktionsfähig gewesen, bis man beschloss, Frankreich als souveräner staatlicher Einheit auf der politischen Weltkarte den Garaus zu machen.
Globalisten sind politische Termiten: Ein von diesen Insekten befallenes Haus scheint zu stehen, von allen Seiten schön anzuschauen. Aber stupst du es auch nur mit dem Finger an, so stürzt es ein.
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Analyse
Der Irrtum des Fjodor Lukjanow
Die Idee, Europa zu zerstören, wurde nicht jetzt und nicht heute geboren: Diejenigen, die solche Unternehmungen planen, blicken allermindestens zehn bis 15 Jahre in die Zukunft. Man muss sich nur daran erinnern, wie diejenigen, die den "Globalisten" zumindest nicht immer nach dem Mund geredet und ihnen dann und wann sogar widersprochen hatten, mithilfe juristischer und anderer Repressalien konsequent aus dem Spiel genommen wurden – dann wird es einem schon dämmern, wie unmoralisch diese geborenen politischen Killer sind. Sie haben Dominique Strauss-Kahn, Nicolas Sarkozy, François Fillon und Marine Le Pen vom Spielfeld genommen – nachdem sie sie kompromittiert, dämonisiert und mittels strafrechtlicher und gerichtlicher Verfolgung umstellt hatten. Zerstörter Leumund, strafrechtliche Verurteilungen, Geld- und Gefängnisstrafen sowie ein zehnjähriges Verbot, für ein Amt zu kandidieren, gehören zu den Mitteln der Abstrafung dieser Menschen. Nein, schon klar: Niemand metzelt irgendjemanden auf offener Straße nieder, niemand schlägt ihnen mit der Guillotine den Kopf ab. Aber das ist nur ein notwendiges Zugeständnis an die heutigen Sitten.
Doch man kann dennoch mit Fug und Recht behaupten: Alle oben genannten Politiker wurden öffentlich hingerichtet, und sowohl die zivilgesellschaftliche Hinrichtung als auch das Gerichtsurteil wurden im öffentlichen Raum gebilligt. "Ja. glauben Sie denn nicht an die Unabhängigkeit der französischen Justiz?"
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Le Pen: EU-Handelsabkommen mit den USA ein "Fiasko"
Und sie alle – einschließlich Le Pen – wurden zu Ausstellungsstücken in einem Museum politischer Wachsfiguren – und damit ungefährlich für die "Globalisten".
Auch Macrons Schicksal ist klar: Es wird für zwei Jahre in die Museumsdepots verdonnert werden, und dann wird geprüft, ob er noch für eine weitere Nutzung geeignet ist.
Ebenfalls klar ist das Schicksal des "Garten Eden nach Josep Borrell": Wenn die "Globalisten" schon die zweitgrößte Volkswirtschaft der wirtschaftlichen Gemeinschaft Europa ermordet haben, dann sind die übrigen erst recht ziemlich bald dran. Ja, der Todeskampf wird langsam verlaufen, ja, die Erschütterungen werden als Versuche, vom Sterbebett aufzustehen, und als Stärkung der Wirtschaftsindikatoren ausgegeben – aber all das ist nur Tarnung und PR zugunsten der geistig und seelisch bettelarmen Bewohner des "Garten Eden".
Die Rede von der Aufnahme der verbleibenden Gebiete der unabhängigsten aller Ukrainen in den Garten (denn nur die Harten kommen in den Garten! Anm. d. Red.) legen eine technisch und politisch unangreifbare Lösung offen – Lösung der Aufgabe allerdings, sowohl der Ukraine als auch allen anderen Staaten des Eurogärtchens ein Ende zu setzen.
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Meinung
Von der Leyen ruiniert Europa – für die Brüsseler Bürokratie
Wladimir Wladimirowitsch Putin erinnerte sehr treffend daran, was dieser Globalismus der europäischen Machart Kiew bisher gebracht hat und weiterhin bringt und bringen wird. Russlands Präsident bemerkte auf der diesjährigen Plenarsitzung des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok:
"Die Öffnung der Märkte für wettbewerbsfähige europäische Produkte hat die Produktion in der Ukraine selbst zerstört."
An die Ereignisse erinnernd, die dem Westen als Auslöser des Maidan-Putsches in der ehemaligen Ukrainischen SSR dienten, fügte der russische Präsident hinzu:
"Janukowitsch hat das ja nachgerechnet – und ihm kamen die Tränen."
Auf Reaktionen dieser Art von Macron, Friedrich Merz, Giorgia Meloni oder sonst jemandem kann man lange warten. Denn all diese Persönlichkeiten wurden von besagten selbst ernannten "Globalisten" in den Rang von Staatsoberhäuptern erhoben oder in Führungspositionen in Kabinetten gebracht.
Heute belügen sie ihre eigenen Wähler – die Menschen, die von den Gönnern dieser Politiker zum Abschlachten verdammt wurden.
Sie logen, als sie auf verschiedenen Plattformen behaupteten, Sanktionen würden "Russland sowohl wirtschaftlich als auch politisch in die Knie zwingen".
Dann logen sie, dass Wein, Käse und andere europäische Delikatessen von Washingtons Strafliste der in die USA exportierten Waren gestrichen und daher eben nicht automatisch neuen Zöllen unterworfen seien. Die viel beredten französischen Winzer lieferten erst vor sechs Monaten ihre Bordeaux-, Burgunder- und Champagnerweine mit Zöllen von zwei Prozent in die USA. Heute aber unterliegen ihre Produkte einem Einfuhrzoll von über 20 Prozent. Winzer zerstören aus Verzweiflung ihre wertvollsten Rebstöcke – dies betrifft bereits jeden vierten Betrieb in Bordeaux. Weingüter werden zu Wegwerfpreisen verscherbelt.
Wirtschaftlicher Tod ist auch das Schicksal, zu dem die EU ihre eigenen Landwirte verurteilt hat: Die Nachricht, dass Ursula von der Leyen ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern (dem gemeinsamen Markt lateinamerikanischer Länder) unterzeichnet hat, gefährdet unweigerlich die gesamte europäische Bauernschaft. Schon heute überleben Landwirte in der EU nur dank kolossaler Subventionen aus Brüssel. Beim geringsten Anzeichen von Unzufriedenheit wird ihnen die Europäische Kommission den Geldhahn bis zum Anschlag zudrehen.
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Meinung
Von der Leyen feiert "einen großen Tag für Europa" – während Bauern Brüssel verwüsten
Die Landwirte können die EU-Zentralen und Hauptquartiere natürlich sehr reichlich mit Gülle begießen, wenn sie lustig sind und der Tag lang ist. Doch eher geht ihnen ihre Gülle dabei aus, als dass ihnen Steuern und Gebühren erlassen werden. Alle Landwirte werden also bankrottgehen – ganz nach dem Beispiel speziell der Winzer, Käsehersteller, Getreideanbauer und Viehzüchter.
Wenn wir von Souveränität sprechen, denken wir oft, dass es sich um eine Angelegenheit handelt, die nichts mit dem alltäglichen Leben zu tun hat. Auch wir hier in Russland.
Russlands Souveränität gewährleistet nicht nur die Sicherheit unseres Landes, seiner Außengrenzen und eine normale Entwicklung unserer Wirtschaft. Souveränität ist die wichtigste Garantie für das gewohnte, normale und ruhige Leben all unserer Mitbürger – die somit absolut sicher sind, dass ihre Interessen, ganz gleich welcher Art, bis zum Tod verteidigt werden.
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Finanzen: Frankreich entfacht neue Eurokrise – Schuldenlast wächst Stunde um Stunde
Zum Beispiel dafür, dass es nicht "wie in Paris" wird. Dort läuft gerade nicht nur die Auflösung des Ministerkabinetts, herrschen nicht einfach bloß vorweg angekündigtes Chaos und nicht allein eine unkontrollierbare Verschuldungslage in Bezug auf die Rückzahlungsfähigkeit. Nein: Was wir dort sehen, ist der Todeskampf des "Garten Eden". Und es gibt keine Grundlage dafür, dass irgendjemand oder irgendetwas diesen Tod auch nur hinauszögern könnte – vom Abwenden ganz zu schweigen.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen auf RIA Nowosti am 8. September 2025.
Jelena Karajewa ist eine russische Journalistin und Kolumnistin bei RIA Nowosti.
Mehr zum Thema – Politische Turbulenzen in der EU: Eine Analyse der Krisensituation

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/wtmrr3uy9jifm5gb/Ursula_von_der_Leyen_und_Europas_ganz_eigener_Tiefer_Staat_sie8wk9o.mp3 Dauer 9:55 Min.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

















