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08.03.2023

Worüber heute in den russischen Talkshows gesprochen wird: volle Kriegsmobilisierung!

seniora.org, 08. März 2023

Von Gilbert Doctorow 07. März 2023 - übernommen von gilbertdoctorow.com

Vor einem Monat fragte mich ein pensionierter amerikanischer Oberstleutnant in einer privaten E-Mail-Korrespondenz, ob Wladimir Putin in seiner Rede zur Lage der Nation am 21. Februar eine allgemeine Mobilisierung ankündigen würde. Ich antwortete voller Zuversicht, dass dies eine unbegründete Spekulation sei, dass die russischen Kriegsanstrengungen nach Einschätzung des Kremls gut liefen und dass man die baldige Einnahme von Artyomovsk (Bakhmut) erwarte, die Russland den Weg zur vollständigen Übernahme des Donbass ebne.


Tatsächlich sind die Kämpfe in und um Artjomowsk heute weiterhin zugunsten der Russen ausgegangen, ungeachtet der jüngsten Entsendung von mindestens 10.000 ukrainischen Soldaten, die die Nachschublinien zu ihren vielleicht 20.000 Kameraden in der fast umzingelten Stadt offen halten sollen.


In der Zwischenzeit haben sich die Vereinigten Staaten und ihre NATO-Verbündeten darauf geeinigt, welches weitere schwere Gerät sie zur Unterstützung der geplanten Gegenoffensive Kiews im Frühjahr in die Ukraine liefern können.  Polen hat bereits mehrere Leopard-Panzer geliefert, weitere sind aus anderen Ländern auf dem Weg. Und wie das russische Fernsehen in den letzten 24 Stunden gezeigt hat, lagern an den Kais des polnischen Hafens Danzig riesige Bestände amerikanischer gepanzerter Mannschaftstransporter, selbstfahrender Artillerie, HIMARS-Werfer und anderer Ausrüstung, die auf ihre Lieferung an die Ukraine warten.


In diesem Zusammenhang wird die Diskussion in Washington und den europäischen Hauptstädten darüber, wie weit sie gehen können, ohne die roten Linien Russlands zu überschreiten und einen heißen Krieg zwischen Russland und der NATO auszulösen, von den Ereignissen überholt.  Wie die jüngsten Ausgaben der Hauptnachrichten- und Diskussionssendungen "Sechzig Minuten" und "Abend mit Vladimir Solovyov" zeigen, sind die politischen Eliten Russlands der Ansicht, dass diese Grenzen überschritten sind, mit der oder ohne die Lieferung der von Zelensky geforderten F-16-Kampfjets, mit der oder ohne die neueste Version der Leopard-Panzer oder die von den USA versprochenen Abrams-Panzer.


Die Russen sprechen im Fernsehen offen über die polnischen, französischen und italienischen "Söldner", die ihre Truppen im Donbass täglich an der Front abhören, und es steht außer Frage, dass es sich dabei um NATO-Offiziere handelt und nicht um Freiwillige von der Straße. Indem Washington das Kiewer Regime ermutigt, jede Art von verabscheuungswürdigem Angriff auf Russland zu führen, bis hin zum Einsatz chemischer und biologischer Waffen auf dem Schlachtfeld, wie die Russen jetzt berichten, macht es das Völkerrecht lächerlich und lädt Russland zu einem totalen Krieg ein.


Hier im Westen versorgen uns die elektronischen Medien und die Printmedien jeden Tag mit Verzerrungen und unverhohlener Propaganda über den Stand des Ukraine-Krieges. In Russland jedoch hat das Jubeln aufgehört und wird in den genannten Talkshows durch sehr realistische Einschätzungen der Absichten und Fähigkeiten der Seiten ersetzt. Die Informationen, die gesendet werden, stammen von Kriegsberichterstattern vor Ort, von Kommandeuren an der Front selbst und von sachkundigen Analysten   – Duma-Mitgliedern verschiedener Parteien sowie von Akademikern und Direktoren von Denkfabriken. „Sechzig Minuten“ und die Solovyov-Show helfen der breiten russischen Öffentlichkeit, die Herausforderung zu verstehen, der sich ihr Land gegenübersieht, wenn es sich in einem wirtschaftlichen und militärischen Krieg gegen den gesamten von den USA angeführten Westen stellt. Die Dauer des Krieges wird jetzt in Jahren, nicht in Wochen oder Monaten, gemessen.


Diese Programme bereiten die russische Öffentlichkeit zweifellos auf die Mobilisierung der Wirtschaft auf volle Kriegsbereitschaft und auf weitere Einberufungen von Reservisten und Rekruten zum Kampf vor.  Gleichzeitig sehe ich Forderungen, dass die Regierung im eigenen Land eine viel repressivere Politik verfolgt, um das Land von Zauderern zu säubern und eine Politik umzusetzen, die den Amerikanern aus der Zeit von Präsident George W. Bush bekannt ist: "Entweder bist du für uns oder gegen uns".


Es muss betont werden, dass die russische Regierung bisher gegenüber ihren Kritikern und Feinden im eigenen Land Nachsicht geübt hat.  Das westliche Gerede von einem "autoritären" oder "autokratischen" Kreml war lediglich verleumderische Propaganda. Aber die jüngsten Fälle von Sabotage und versuchten politischen Attentaten innerhalb Russlands, die von verräterischen russischen Staatsbürgern oder von ukrainischen Gruppen, die die poröse Grenze passiert haben, verübt wurden, haben zu Forderungen geführt, "hart durchzugreifen" und die von Stalin eingeführten Praktiken anzuwenden, nämlich die Hinrichtung von Saboteuren und "Volksfeinden" im Schnellverfahren.


Abschließend möchte ich auf die Äußerungen des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vor und während seines Besuchs in Peking vor einer Woche hinweisen: Er bemerkte, dass der gegenwärtige Moment nicht verloren gehen dürfe, dass alle Seiten Druck auf die Kriegsparteien ausüben sollten, um einen Waffenstillstand zu erklären und Friedensverhandlungen aufzunehmen. Lukaschenko argumentierte, dass Russland sein militärisches Potenzial noch nicht entfesselt, seine Wirtschaft und seine Gesellschaft noch nicht für einen totalen Krieg mobilisiert habe, was aber mit Sicherheit kommen werde, wenn man zulasse, dass der Konflikt fortgesetzt werde und damit weiter eskaliere.


Quelle: Worüber heute in den russischen Talkshows gesprochen wird: volle Kriegsmobilisierung!


Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Gilbert Doctorow 34fe6e0adc4f0ec7a16b69062daab692
Gilbert Doctorow is an independent political analyst based in Brussels. He chose this third career of 'public intellectual' after finishing up a 25 year career as corporate executive and outside consultant to multinational corporations doing business in Russia and Eastern Europe which culminated in the position of Managing Director, Russia during the years 1995-2000. He has publishied his memoirs of his 25 years of doing business in and around the Soviet Union/Russia, 1975 - 2000. Memoirs of a Russianist,

Werden Proteste gegen den Krieg den Ukraine-Krieg beenden?

Diese hochaktuelle Frage war gestern Abend Thema der "News Review" des iranischen Senders Press TV, einer zehnminütigen Sendung mit zwei Diskutanten, zu denen auch ich gehörte.


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/worueber-heute-in-den-russischen-talkshows-gesprochen-wird-volle-kriegsmobilisierung?acm=3998_1676


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.03.2023

Palästina: Wassermangel ist ein Wassermythos

aus e-mail von Doris Pumphrey, 8. März 2023, 11:37 Uhr


der Wassermangel ist ein Wassermythos …in Ramallah fällt mehr Regen als

in Berlin …der Jordan-Fluss trocknet aus, wenn die Wüste auf

israelischem Staatsgebiet zum Blühen gebracht wird….


https://www.jungewelt.de/artikel/446360.nachruf-an-das-eigene-wasser-d%C3%BCrfen-wir-nicht-ran.html

8.3.2023

*»An das eigene Wasser dürfen wir nicht ran«

*Zum Tod des in Palästina forschenden Hydrogeologen Messerschmid

/Von Johannes Zang


/Er konnte viele Geschichten über ungleiche Wasserverteilung erzählen.

Der deutsche Hydrogeologe Clemens Messerschmid hat auch das Wort

»Hydroapartheid« geprägt. Den Wasserverbrauch der mittlerweile über

600.000 israelisch-jüdischen Siedler im besetzten Westjordanland

bezifferte er so: »für ihre illegale Landwirtschaft über 13.000 Liter

pro Kopf und Tag«.


Messerschmid, der über den Wassersektor Palästinas promoviert hatte,

pflegte die Wasserproblematik seit dem Sechstagekrieg 1967 mit

»Militärbesatzung« zu charakterisieren. Das Militärregime herrschte

seitdem mit Erlassen. Gleich der erste nach der Einnahme verfügte

Militärerlass – Nr. 92 – »deklariert das gesamte Wasser Palästinas als

israelisches Wasser«, so der Hydrologe. Für Messerschmid war die

»Annexion des gesamten Wassers de facto zwei Monate nach Kriegsende

abgeschlossen«.


1997 für ein deutsch-palästinensisches Wasserprojekt der Gesellschaft

für technische Zusammenarbeit (GTZ) erstmals nach Palästina gekommen,

war er im besetzten Westjordanland von der Stadt Dschenin bis nach

Hebron als »Wasserschmid« oder »Wassermann« bekannt. Auf die Frage: Wie

viele Brunnen durften Palästinenser seit 1967 im westlichen, größten

Aquifer bohren, um mit ihrem eigenen Wasser die rasch wachsende

Bevölkerung zu versorgen? antwortete Messerschmid: »null«. Er wehrte

sich vehement gegen den Begriff »Wasserkrise« und sprach statt dessen

vom »stabilen Notstand, weil wir an das eigene Wasser unter unseren

Füßen nicht herandürfen«.


Messerschmid forschte nicht nur, er installierte auch Wassertanks für

Bauern, schrieb Gutachten, beriet Doktoranden an der Universität

Birzeit, der palästinensischen Hochschule nördlich von Ramallah, tourte

mit Vorträgen durch die BRD oder arbeitete mit deutschen Stiftungen an

Wasserprojekten. Am 8. Februar starb er 58jährig in Ramallah an einem

Herzinfarkt. »Fassungslos, traurig und wütend« zeigte sich die

deutsch-israelische Schauspielerin und Friedensaktivistin Nirit

Sommerfeld. Sie nennt ihn einen »aufrechten, kämpferischen

Wasserexperten und wahrheitsbesessenen Wissenschaftler«. Von ihm lernte

sie, dass in Ramallah mehr Regen fällt als in Berlin, und dass der

Wassermangel ein »Wassermythos« ist. »Wir begriffen, warum der

Jordan-Fluss austrocknet, wenn die Wüste auf israelischem Staatsgebiet

›zum Blühen‹ gebracht wird«, so Sommerfeld.


Für Georg Stein vom Palmyra-Verlag war Messerschmid »ein einzigartiger

Kenner der absolut ungerechten Wasserpolitik Israels den Palästinensern

gegenüber«. In Erinnerung bleiben werde »sein langjähriges Eintreten für

die gerechte Sache Palästinas«. Dass Messerschmid, der sich mit »hohem

persönlichen Engagement für bessere Lebensverhältnisse für die

palästinensische Bevölkerung einsetzte, so plötzlich nicht mehr da ist«,

ist auch für die Palästina-Initiative Region Hannover »unfassbar«. Als

Augenöffner hätten die Mitglieder der Initiative den Wasserfachmann

erlebt, bewundert hätten sie seinen »Mut, die Menschenrechtsverletzungen

klar zu benennen und anzuklagen«.


Laut Messerschmid ist Palästina »das einzige Land der Welt, in dem die

sogenannte blaue Revolution nicht stattgefunden hat« – die systematische

Erschließung von Grundwasser mittels Bohrungen ab den 1950er Jahren in

den Ländern des globalen Südens. Nur in Palästina sei das verboten.



https://www.jungewelt.de/artikel/446359.ressourcenkrieg-in-pal%C3%A4stina-tagelang-kein-wasser.html

6.3.2023

*Tagelang kein Wasser

*Israel kontrolliert Zugang für Palästinenser in besetzten Gebieten.

Ausreichende und garantierte Zuteilung nur für Siedlungen

/Von Johannes Zang


/Trockenheit – trotz Brunnen. Der Palästinenser Yusef Dagharmeh aus

Al-Farisijah im Jordantal sagt: »Wasser ist ein großes Problem für uns.

Ich habe einen Brunnen, aber mir ist es verboten, daraus Wasser zu pumpen.«


Die lebensnotwendige Ressource ist eines der heikelsten Themen im seit

140 Jahren schwelenden Konflikt zwischen Juden und Arabern, Israelis und

Palästinensern. Das erfuhr auch Martin Schulz (SPD) als Präsident des

Europäischen Parlaments 2014. Vor der israelischen Knesset hatte er die

Frage zitiert, die ihm palästinensische Jugendliche zuvor gestellt

hatten: Wie kann es sein, dass ein Israeli über 70 Liter Wasser am Tag

verfügt, ein Palästinenser dagegen nur über 17 Liter? Auch wenn die

absoluten Zahlen nicht korrekt sind – das in ihnen ausgedrückte

Verhältnis ist es. »Offensichtliche Lügen« nannte das der damalige

Handelsminister Naftali Bennett, Mitbegründer der Partei »Die Neue

Rechte«. Mit seinen Parteifreunden verließ er während der Rede den Saal.


In Palästina gibt es drei Grundwasseradern: die westliche, die

nordöstliche und die östliche. Israel bedient sich nach Belieben

hauptsächlich aus dem westlichen Aquifer, der nach Israel abfließt. An

Trinkwasser verbraucht ein Israeli 271 durchschnittlich Liter am Tag,

(in Deutschland: ca. 120 Liter). Ein Palästinenser erhält laut der

israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem 82 Liter für

»häuslichen, kommerziellen und industriellen Verbrauch«. Die UN-Agentur

für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) setzt den

Tageskonsum noch niedriger an: bei 79 Litern. Der Zugang zu

Wasserressourcen für Palästinenser der besetzten Gebiete wird von Israel

kontrolliert und auf ein Maß beschränkt, das ihre Bedürfnisse nicht

deckt. Von fairem Anteil an den gemeinsamen Wasservorkommen kann keine

Rede sein. In Palästina lebende Personen bestätigen regelmäßig: Vor

allem im Sommer kommt oft tagelang kein Wasser aus dem Hahn.


Anlässlich des Weltwassertages 2022 machte das Palästinensische

Statistikbüro PCBS unter anderem publik, dass 20 Prozent des in

Palästina verfügbaren Wassers von der israelischen

Trinkwasserversorgungsungsgesellschaft Mekorot gekauft werden. Bassam

Sawalhi, Ingenieur des palästinensischen Wasserversorgungsunternehmens

Jerusalem Water Undertaking hat das gegenüber dem Nachrichtensender

/Al-Dschasira/ so kommentiert: »Sie stehlen unser Wasser und dann

verkaufen sie es uns.« PCBS schreibt auch: »Mehr als 97 Prozent des

Wassers aus dem Küstenaquifer (einer Wasserader unter dem Gazastreifen,

/jW/) erfüllen nicht die Standards der Weltgesundheitsorganisation.«


Unter anderem deshalb wurden binnen eineinhalb Jahren drei Berichte

veröffentlicht, die Israel der Apartheid anklagen. Den Anfang machte

2021 B’Tselem/,/ vier Monate später folgte der 217seitige Bericht von

Human Rights Watch: »A Threshold Crossed. Israeli Authorities and the

Crimes of Apartheid and Persecution.« An 157 Stellen behandelt der

Report Wasser, Abwasser, Brunnen oder Zisternen und erläutert die Sorgen

von Beduinen und Hirtengemeinschaften im Jordantal oder in den

Südhebronbergen: »Viele dieser Lebensgemeinschaften haben keinen

verlässlichen Zugang zu Wasser und müssen bis zu einem Sechstel ihres

Einkommens ausgeben, um Wasser von Wassertanklastern zu kaufen«, so der

Bericht.


Der knapp ein Jahr später veröffentlichte Amnesty-International-Report

»Israels Apartheid gegen die Palästinenser*innen: Ein grausames

Herrschaftssystem und ein Verbrechen gegen die Menschheit« ist 280

Seiten stark und weist 303 Stellen zu »Wasser« auf. Dort wird etwa das

kleine Dorf Al-Hadidija im nördlichen Westjordanland vorgestellt: Es

verfügt über keinen Wasseranschluss und »ist vorsätzlich von einer

regulären Wasserversorgung abgeschnitten, obwohl es nahe an Beka’ot

liegt, wo es eine Wasserpumpe gibt, die der israelische Staatsbetrieb

Mekorot installiert hat«. Die Pumpe liefere jedoch nur Wasser an die

Siedlungen Ro’i und Beka’ot. Ergebnis: Der durchschnittliche

Wasserverbrauch eines Palästinensers in Al-Hadidija beträgt 20 Liter pro

Person und Tag. Die tägliche Zuteilung für den Haushaltsgebrauch pro

Siedler beträgt dagegen gut 460 Liter – mehr als 23mal soviel.

08.03.2023

Schein und Sein – Die Lage in Syrien nach dem Erdbeben

Karin Leukefeld

nachdenkseiten.de, 08. März 2023 um 9:22 Ein Artikel von Karin Leukefeld

In den frühen Morgenstunden des 7. März hat die israelische Luftwaffe den Flughafen von Aleppo bombardiert. Die Raketen waren nach Angaben des syrischen Militärs westlich der Hafenstadt Latakia über dem Mittelmeer abgefeuert worden. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es in arabischen Medien. Israel äußerte sich nicht. Deutsche Nachrichten gaben an, Israel wolle verhindern, „dass der Iran eine permanente militärische Präsenz in Syrien aufbaut“. Iran nutze die Flugrouten „für Waffenlieferungen an Verbündete in Syrien und im Libanon“. Belege dafür gibt es nicht.


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Aufgrund der Schäden an den Start- und Landebahnen wurde der Betrieb auf dem Flughafen Aleppo eingestellt. Damit stoppt die internationale Hilfe für die Erdbebenopfer in Aleppo und Umgebung. Auf dem Flughafen von Aleppo waren in den letzten Wochen viele Hilfsflüge aus arabischen und asiatischen Ländern gelandet. Täglich landeten Hilfsflüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Saudi-Arabien, die viele Jahre mit Geld und Waffen den Sturz der syrischen Regierung befeuert hatten. Die Not nach dem Erdbeben bietet den reichen Golfstaaten die Möglichkeit, ihre Kontakte zu Damaskus wieder zu normalisieren.


Der mit Syrien verbündete Iran gehörte mit Irak und dem Libanon zu den Ersten, die Hilfe nach Syrien schickten. Iran ist erdbebenerfahren und konnte mit Rettungsteams, schwerem Gerät und mit medizinischer Versorgung helfen. Bei Jibreen, am östlichen Rand von Aleppo, werden von den Irakischen Volksmobilisierungseinheiten (Al Hashd as Shaabi, PMF) 500 Fertighäuser gebaut, die 500 obdachlosen Familien bis auf Weiteres ein Dach über dem Kopf geben.


Die Erdbebenkatastrophe

Vier Wochen ist es her, dass die Menschen im türkisch-syrischen Grenzgebiet, entlang der östlichen Mittelmeerküste bis nach Gaza, ein schreckliches Erdbeben erlebten, dem wenig später ein zweites Beben folgte. Die Epizentren lagen im Südosten der Türkei bei Kahramanmaras und bei Gaziantep.


Mehr als 51.000 Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende sind verletzt und obdachlos, die Zahl der Vermissten ist unbekannt. UNICEF gibt an, dass 850.000 Kinder in den Erdbebengebieten diesseits und jenseits der Grenze ihr Zuhause verloren. Die Erde in dem Gebiet kommt nicht zur Ruhe, mehr als 10.000 Nachbeben wurden registriert.


Die Weltbank schätzt den reinen Sachschaden in der Türkei auf mindestens 34,2 Milliarden US-Dollar (rund 32,4 Milliarden Euro). In Syrien geht die Weltbank von einem Schaden von mindestens 5,1 Milliarden US-Dollar (4,8 Milliarden Euro) aus. Die Wiederaufbaukosten könnten doppelt so hoch sein. Etwa die Hälfte des Gesamtschadens seien demnach Schäden an Wohngebäuden, etwa ein Drittel betreffe Nichtwohngebäude. Knapp ein Fünftel sei öffentliche und zivile Infrastruktur wie Straßen, Strom- und Wasserversorgung. Die Aufstellung ist vorläufig.


Geisterdebatte in Deutschland

Die Katastrophe erfordert umfassende Hilfe, die aus allen Teilen der Welt diesseits und jenseits der Grenze eintraf. Doch während Dutzende Länder ihre Hilfe in beide Länder schickten und ihr Mitgefühl und ihre Solidarität bekundeten, begann in Deutschland eine Geisterdebatte über Syrien.


Politiker und Medien spalteten die syrischen Erdbebenopfer in zwei Kategorien. Da waren diejenigen, die „in regime-kontrollierten Gebieten“ lebten, und die anderen, die „in Gebieten unter Kontrolle von Rebellen im Nordwesten“ lebten. Eine ehemalige ARD-Korrespondentin in Damaskus (2001-2008) und Nahost-Expertin kam in zahlreichen Interviews in Funk, Fernsehen und in den Printmedien zu Wort. „Das Assad-Regime bestimmt, wem geholfen wird und wem nicht“, so die Journalistin. Die „Hilfsgüter (werden) in Warenhäusern des Regimes“ gestapelt und später verkauft. Das „Assad-Regime“ versuche, die „Erdbebenhilfe für sich zu nutzen“, und das „Regime“ bekomme „tonnenweise Hilfslieferungen“, die täglich auf den syrischen Flughäfen Damaskus, Aleppo und Latakia landeten. „Der ganz große Teil der Hilfe geht an das Assad-Regime“, sagte sie. Obwohl „die Mehrheit der Erdbebenopfer in Syrien gar nicht in den Regime-Gebieten lebt, sondern in den oppositionell kontrollierten Gebieten – nämlich mehr als 80 Prozent“. Bei diesen Menschen „kommt diese Hilfe nicht an.“


„Assad erpresst die UN“ titelte die FAS (19. Februar 2023) einen Meinungsbeitrag ihres Korrespondenten. Der syrische Präsident missbrauche die humanitäre Hilfe, „um seine Herrschaft zu zementieren“, hieß es in dem Beitrag. „Das Regime zweigt dreist Geld und Güter von der UN-Hilfe ab.“


Und die langjährige Damaskus-Korrespondentin der ARD sagte, sie „bekomme Berichte aus den betroffenen Gebieten (…) unter Regimekontrolle, dass Menschen dort auch gar nicht vom Regime geholfen wird“. Sie habe Berichte darüber, dass „die Hilfsgüter direkt in die Warenhäuser des Regimes gehen und dann verkauft werden“. Die Menschen müssten sich untereinander helfen, und das heiße: „Assad ist eben nicht der Ansprechpartner.“


Die Journalistin, die selbst nicht aus Syrien berichtet, beschuldigt darüber hinaus die UNO, sie habe „die Menschen im Stich gelassen“. Sie habe zu spät gehandelt, die Passage der Hilfsgüter aus der Türkei über drei Grenzübergänge aus der Türkei sei zu langsam und zu bürokratisch. Man wisse „sehr genau“, wie es in Nordsyrien aussehe, weil man die Informationen von „nicht-staatlichen Organisationen“ erhalte. Als Beispiel nennt sie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die in Idlib verschiedene Notfallkliniken betreibe. Die Organisation nutze keinen der „drei autorisierten Grenzübergänge, weil es viel zu umständlich ist. Es dauert ewig, von den UN dort grünes Licht zu bekommen.“ Daher führen die „Ärzte ohne Grenzen“ mit einem Konvoi über einen anderen, südlicheren Grenzübergang, so die Journalistin: „Dort kann man einfach rüberfahren, das ist eben nicht von den UN kontrolliert.“ Und so machten es „auch andere Organisationen“, die in der Region mit Partnern arbeiteten.


Warum die UNO Hilfslieferungen aus der Türkei nach Idlib kontrolliert

Zur journalistischen Arbeit gehört, die Lage zu erklären. Und um die politische Lage entlang der türkisch-syrischen Grenze und an den Grenzübergängen zu verstehen, sei hier auf die UN-Sicherheitsratsresolution 2254 verwiesen, die als Grundlage für eine politische Lösung in Syrien gilt. Diese Resolution betont die „Souveränität und territoriale Integrität“ Syriens. Besatzung, Land- und Ressourcenraub im Norden, Nordwesten und Nordosten Syriens verletzten sowohl die Souveränität als auch die territoriale Integrität Syriens. Die Grenzübergänge (in die Türkei) werden auf syrischer Seite nicht von der syrischen Regierung, sondern von bewaffneten Gruppen kontrolliert. Darunter ist auch der Al-Qaida-Ableger Hay’at Tahrir al Scham (vorher Nusra Front), der Idlib kontrolliert und international als Terrororganisation gelistet ist.


Um während des Krieges Hilfsgüter (u.a.) aus der Türkei über die Grenze nach Idlib zu transportieren, wurde mit einer Sonderresolution des UN-Sicherheitsrates über „grenzüberschreitende Hilfe“ die Souveränität Syriens außer Kraft gesetzt. Syrien lehnt die Maßnahme ab und erreichte zumindest, dass diese Transporte von der UN kontrolliert werden müssen. Zuletzt war die UNSR-Resolution für grenzüberschreitende Hilfe am 9. Januar 2023 für sechs Monate verlängert worden.


Der Grund für die genauen UN-Kontrollen der Lastwagen ist, dass Waffenlieferungen unterbunden werden sollen. Dass Waffen auch mit Hilfsgütern geschmuggelt werden, weiß man nicht erst, seit italienische Flughafenarbeiter im März 2022 am Galilei-Flughafen Pisa (Italien) Waffenlieferungen in die Ukraine stoppten.


Im Februar 2012 berichtete ein französischer Arzt, der für „Ärzte ohne Grenzen“ illegal nach Homs gereist war, „um zu helfen“, dass er in einem Fahrzeug von Kämpfern aus dem Libanon nach Syrien geschmuggelt worden sei. Sein Arztbesteck habe dabei neben einer Kiste mit Raketenwerfern gestanden.


Erdbebenhilfe für Syrien

Gibt man das Stichwort „Erdbebenhilfe für Syrien“ bei Google ein, reihen sich Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen aneinander. Eine deutsche Mitarbeiterin des Kurdischen Roten Halbmonds, der von einer deutschen Hilfsorganisation unterstützt wird, begleitete einen Konvoi aus der nordsyrischen Stadt Qamishli in die Provinz von Aleppo nach Shehba/Tell Rifaat. Dort leben seit Jahren kurdische Familien aus Afrin, die im Januar 2018 von der Türkei vertrieben worden waren.


Tagelang sei der Konvoi an einem Kontrollpunkt der syrischen Armee aufgehalten worden, heißt es in dem Bericht. Die Soldaten hätten die Herausgabe von Hilfsgütern gefordert. Erst die Intervention von höchster UN-Stelle in Genf habe schließlich die Weiterfahrt ermöglicht.


Wer mit den örtlichen Gegebenheiten der Region nicht vertraut ist, kann den Bericht nur so verstehen, dass die syrische Armee sich an der humanitären Hilfe bereichern und verhindern wollte, dass die Hilfe bei den Erdbebenopfern ankomme. Tatsächlich aber gibt es in dem Gebiet, das der Konvoi vermutlich durchfahren hat, viele Frontlinien und Checkpoints. Um sich dort zu bewegen, benötigt man Genehmigungen und Absprachen zahlreicher bewaffneter Akteure: von den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), von der US-Armee, von der russischen Militärpolizei, von der syrischen Armee, von der Türkei, von der von der Türkei finanzierten Nationalen Syrischen Armee, von der Nusra Front, heute Hay’at Tahrir al Scham, um nur einige zu nennen. Hinter allen stehen verschiedene Geheimdienste, und alle versuchen, mehr oder weniger Gebühren von jedem Hilfskonvoi zu kassieren.


Wenig wurde darüber berichtet, was der Chef des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erklärte. Auf Regierungsebene hätten Syrien und die Türkei gut kooperiert, um Hilfslieferungen in alle betroffenen Gebiete in Syrien zu ermöglichen. Probleme gebe es allerdings mit den „Autoritäten im Nordwesten“ Syriens. Sie blockierten die Durchfahrt von Hilfstransporten, die aus Syrien kämen, sagte Beasley. Er wisse nicht, warum sie blockierten, das führe zu Engpässen bei der Verteilung der Hilfsgüter. „Warum spielen sie jetzt solche Spiele? Ich fordere sie auf, das zu unterlassen, und werde dazu nicht schweigen.“


Was in Syrien wirklich geschieht

Am 10. Februar entschied die syrische Regierung, dass die Verteilung der humanitären Hilfsgüter vom Obersten Komitee für Hilfe übernommen und kontrolliert wird. Dem Komitee gehören der Syrische Arabische Rote Halbmond (SARC), die UN-Organisationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) an. Von Regierungsseite sind das Gesundheitsministerium und das Ministerium für die lokale Verwaltung und Umwelt zuständig.


Am 13. Februar stimmte Assad in Damaskus bei einem Gespräch mit dem Leiter des UN-Nothilfeprogramms (OCHA), Martin Griffiths, zu, dass zwei weitere Grenzübergänge aus der Türkei – Bab al Salam und Al Ra’ee – für den Transport von Hilfsgütern aus der Türkei genutzt werden können, um Hilfe in die Gebiete zu bringen, die nicht von der syrischen Regierung kontrolliert werden. Diese Zusage wurde vom syrischen Parlament bestätigt und ist auf drei Monate befristet.


Ebenfalls am 13. Februar (NY-Ortszeit) hieß es in einem Vorbericht zu einem UN-Sicherheitsratstreffen, dass die syrische Regierung am 10. Februar ein Dekret erlassen habe, wonach ein nationaler Fonds für den Wiederaufbau der vom Erdbeben betroffenen Gebiete in Aleppo, Latakia, Hama und Idlib eingerichtet worden sei. Das Dekret beinhaltet auch, dass humanitäre Hilfe über innersyrische Frontlinien (in Gebiete unter Kontrolle von bewaffneten Regierungsgegnern) gebracht werden sollen. Dies soll in Koordination mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond (SARC) und den UN-Hilfsorganisationen geschehen.


In einem ersten Bericht des Obersten Komitees für Hilfe heißt es, dass 91.794 Familien, insgesamt 414.304 Personen, registriert worden seien. 1.553 Personen seien lebend aus den Trümmern geborgen worden, sechs Personen würden noch vermisst. 4.444 Gebäude seien nicht stabil genug, um Menschen zu beherbergen. 29.751 Gebäude müssten restauriert werden. Weitere 30.113 Gebäude seien vom Erdbeben betroffen, aber stabil genug, um Menschen aufzunehmen. 292 Häuser seien abgerissen worden. Die Untersuchung der Häuser sei abgeschlossen, neue Unterkünfte würden gebaut. Die Hilfsgüter werden an die betroffenen Familien auf der Grundlage einer neu geschaffenen Datenbank verteilt.


Nachrichten aus Syrien

In verschiedenen Telefonaten soll die Darstellung in deutschen Medien mit der Realität in Syrien überprüft werden. Ein Gesprächspartner ist Elia S., der Mitglied der oppositionellen Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei (SSNP) ist. Die in den 1930er-Jahren von Antoun Saadeh gegründete Partei gibt es heute im Libanon und in Syrien und ist in vier Flügel gespalten. Die SSNP, der Elia S. in Syrien angehört, hat einen Fonds für Studierende aufgelegt, deren Familien vom Erdbeben betroffen sind. Die Parteimitglieder spenden, um die Studierenden finanziell zu unterstützen.


Auf die Frage, ob es zutreffe, dass „Assad Hilfsgüter in Lagern“ verstaue, um sie dann zu verkaufen, antwortet Elia S. mit einer Gegenfrage: „Was ist mit „Assads Lagern“ gemeint? Wenn damit die Lager des Gesundheitsministeriums, des Ministeriums für Lokale Administration und des SARC (Syrischer Arabischer Roter Halbmond) gemeint sind, lautet die Antwort: Ja, das ist richtig. Hilfsgüter werden in Lagerhäusern zwischengelagert und von dort weiter verteilt. Weil es anfangs keine zentrale Kontrolle bei der Verteilung der Hilfsgüter gab, gab es beispielsweise an manchen Orten sehr viel Reis, aber kein Milchpulver. An anderen Orten war es umgekehrt. Jetzt gibt es ein Komitee, dem Vertreter der Ministerien (Gesundheit, Lokale Administration), SARC, die UNO und das IKRK angehören. Die Unterbringung in den Lagerhäusern ist vorübergehend, die Hilfsgüter werden täglich verteilt.“


Einige Personen, die der (bewaffneten) Opposition nahestünden, beschuldigten Assad, sich zu bereichern. Das treffe nicht zu, die Verteilung der Hilfsgüter sei inzwischen gut organisiert. Ja, es sei richtig, dass die Gebiete, die nicht unter Regierungskontrolle seien, anfangs zögerlich versorgt worden seien und insgesamt weniger Hilfe erhalten hätten. Die Zufahrtsstraßen (aus der Türkei, kl) seien durch das Erdbeben beschädigt worden, zudem habe es unter den bewaffneten Gruppen Streit über die Humanitäre Hilfe gegeben. Wenn die Hilfslieferungen einmal die innersyrischen Frontlinien passiert hätten, habe die syrische Regierung keine Kontrolle mehr darüber. Man habe Kontakt zu Menschen in den Gebieten, die bestätigt hätten, dass es keine Kontrolle bei der Verteilung der Hilfe gebe.


Auf die Frage, ob Hilfsgüter gestohlen würden, antwortet Elia S.: „Ja, es gibt Menschen, die sich bereichert haben. Weil es anfangs keine Kontrolle gab, gingen die Menschen von einer Verteilstelle zur nächsten und nahmen mit, was sie bekommen konnten. Was sie nicht für sich nutzten, haben sie verkauft. Inzwischen ist die Kontrolle gut, die Menschen müssen sich für die Hilfe registrieren und können nicht an beliebig vielen Verteilstellen etwas bekommen.“


Allerdings dürfe man auch nicht vergessen, wie schlecht die Lebensverhältnisse der Menschen in Syrien seien. Täglich würden Produkte teurer, die monatlichen Einkommen selbst von staatlichen Angestellten oder den Soldaten der Armee betrügen nicht mehr als 25, 30 US-Dollar. „Ja, es wird gestohlen, für sich und ihre Angehörigen.“


Auf die Frage, ob es zutreffe, dass „Assad die UN erpresst“, antwortet Elia S., das sei komplett unkorrekt und eine „politisch gefärbte“ Behauptung. „Jede Regierung muss kontrollieren, was ins Land gebracht wird. Und jede Regierung hat dazu auch das Recht.“ Im Übrigen sei es schon während des Krieges so gewesen, dass „jede Seite die andere Seite beschuldigt“, Hilfsgüter zu stehlen. Er habe die Möglichkeit, mit Menschen in Idlib und Afrin zu sprechen, und die berichteten, dass es unter den bewaffneten Gruppen viel Konkurrenz gebe. Jeder wolle die Kontrolle über die Hilfsgüter haben, um Einfluss auszubauen.


Auf die Frage, ob es zutreffe, dass die überwiegende Mehrheit der Erdbebenopfer – „mehr als 80 Prozent“ – in Idlib lebten, antwortet Elia S. erneut mit einer Nachfrage: „Man muss fragen, wie „betroffen sein“ definiert wird. Je nachdem unterscheiden sich die Zahlen. Dass 80 Prozent in Idlib leben sollen, ist eine politische Aussage und soll erreichen, dass die Menschen dort mehr Aufmerksamkeit und mehr Hilfe bekommen sollen. Die Realität ist so, dass fast alle Syrer betroffen sind – wenn nicht direkt, dann indirekt.“


Ein anderer Gesprächspartner, George B., der mit kirchlichen Vertretern arbeitet, die Hilfe in alle vom Erdbeben betroffenen Landesteile schicken, berichtet, was der Leiter einer Notunterkunft in Aleppo ihm vorgerechnet habe: „Nehmen wir an, in einer Schule sind 1.000 Erdbebenopfer untergebracht. Sie brauchen drei Mal am Tag etwas zu essen. Dazu kommen Kleidung und Hygieneartikel. Sie brauchen Matratzen und Decken. Sie brauchen Öfen zum Heizen und etwas zum Kochen. Normalerweise wird bei uns mit Gas gekocht, doch das gibt es nicht. Öl und Gas sind knapp und teuer. Alles wird nicht nur an einem Tag, sondern Monat um Monat gebraucht.“ Was immer an Hilfsgütern geschickt werde, so das Fazit von George B., „es ist nicht genug“.


Nachtrag: Kurz vor Abgabe des Textes erreicht die Autorin eine Nachricht aus Aleppo. Der Absender ist Dr. Emile, der ein Krankenhaus leitet und in den letzten Tagen immer wieder Fotos der Menschen geschickt hat, die nach dem Erdbeben ohne Unterkunft sind. „Hallo, liebe Freunde! Ich hoffe, dass es Euch gut geht. Abgesehen von den täglichen Erschütterungen, die uns an das große Erdbeben vom 6. Februar erinnern, bombardierte die israelische Luftwaffe gestern Nacht um 2 Uhr den Flughafen von Aleppo, auf dem humanitäre Hilfe ankam. Sie bringen Lärm und Zerstörung in dieser katastrophalen Lage, in der die Menschen sich befinden. Das alles hätten wir nicht gebraucht.“


Titelbild und Bilder: © Lama Khaly, Aleppo


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=94748

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.03.2023

Geopolitik Macrons Versuch, den französischen Einfluss in Afrika zu retten

anti-spiegel.ru, 8. März 2023 04:00 Uhr

Der französische Präsident Macron hat eine fünftägige Blitzreise in vier afrikanische Länder unternommen, um sich gegen abnehmenden französischen Einfluss in Afrika zu stellen.


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Stammleser des Anti-Spiegel wissen, dass ich Afrika für geopolitisch weitaus wichtiger halte, als man es in den Medien normalerweise erfährt. In Afrika liegt vielleicht sogar der Schlüssel zum Sieg im geopolitischen Kampf der Systeme zwischen dem Westen einerseits und Russland und China andererseits. Der Grund ist, dass Afrika sich bisher neutral verhält, mit seinen Bodenschätzen und aufstrebenden Märkten aber in Zukunft entscheidend sein kann. Ohne Afrika wird keine der Seiten gewinnen können, wenn sich der Kampf der Systeme lange hinziehen sollte.

Ein wichtiger Aspekt bei diesem Thema ist der französische Einfluss in Afrika, der derzeit rasend schnell erodiert, wie ich immer wieder berichtet habe. Nun hat der französische Präsident Macron eine fünftägige Afrikareise durch vier Länder gemacht, um sich diesem Prozess entgegenzustellen.


Der Frankreich-Korrespondent der russischen Nachrichtenagentur TASS hat sehr ausführlich über Macrons Reise und seine Versuche, den französischen Einfluss in Afrika zu erhalten, berichtet und ich habe den sehr interessanten TASS-Artikel übersetzt.


Beginn der Übersetzung:


Mission erfüllt: Paris schließt das Kapitel des „französischen Afrikas“ ab

Dmitriy Gorochow, TASS Korrespondent in Frankreich, über die Ergebnisse von Macrons Afrikareise und was die Ukraine damit zu tun hat.

Die fünftägige Reise des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Zentralafrika in der ersten Märzwoche war laut diplomatischen Beobachtern seine schwierigste Reise auf den afrikanischen Kontinent seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017. Das Ergebnis des Besuchs löste sowohl in den von ihm besuchten Ländern als auch in Frankreich selbst gemischte Reaktionen aus.

Macron, ein häufiger Gast in Afrika, hat dieses Mal eine neue Reiseroute gewählt: vier Hauptstädte, die er in seinem Präsidentenanzug noch nicht besucht hat. Vom 1. bis 5. März besuchte er nacheinander Libreville (Gabun), Luanda (Angola), Brazzaville (Kongo) und Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Vor Reisebeginn verkündete der Präsident das Ende der Ära des „französischen Afrikas“.


Den Begriff „Françafrique“ („französisches Afrika“) gibt es seit Beginn der Dekolonialisierung. Er wurde vom ersten Präsidenten der unabhängigen Elfenbeinküste, Félix Houphouët-Boigny, geprägt, und betonte die Nähe zwischen Paris und den ehemaligen Kolonien. Im Laufe der Jahre hat der Begriff jedoch eine andere Konnotation angenommen und ist zum Merkmal für abhängige Beziehungen geworden. Nach Meinung von Lenaig Monnier vom Radiosender Europe 1 ist die „Mission erfüllt“: Macron ist es gelungen, auf dem Kontinent, auf dem sich anti-französische Ressentiments breit machen, einen Schlussstrich unter die Tradition des „französischen Afrikas“ zu ziehen. Indem er die Ära des französischen „Hinterhofes“ für beendet erklärte, rief er zu einer neuen Partnerschaft auf, die frei von undurchsichtigen Bindungen ist und auf unabsetzbare Führer setzt.


Schon in den ersten Stunden seines Aufenthalts in der Region musste er sich jedoch kritischen Stimmen stellen. Vor allem die gabunische Opposition verdächtigte den französischen Staatschef, Präsident Ali Ben Bongo bei den Wahlen im Sommer unterstützen zu wollen, der 2009 die Nachfolge seines 41 Jahre regierenden Vaters angetreten hatte. Daraufhin versicherte der französische Staatschef, sein Besuch habe nichts mit den Wahlen zu tun, sondern spiegele lediglich die freundschaftlichen Gefühle von Paris wider, das sich „überall als neutraler Gesprächspartner zu verhalten und mit allen zu sprechen sucht“.


Reorganisation der französischen Stützpunkte

Bei seinem Besuch in Libreville betonte Macron, dass die von ihm angekündigte Reduzierung der französischen Militärpräsenz nach Jahren des Kampfes gegen Dschihadisten in der Sahelzone „weder einen Rückzug Frankreichs aus der Region noch eine Beendigung des Engagements“ bedeute. Er versprach, das Kräfteverhältnis an die Anforderungen der Partner und die Entwicklung der Bedrohungen anzupassen, die Kooperationsmechanismen zu stärken und die Ausbildungsprogramme zu erweitern.


Nach den Plänen des Präsidenten wird die geplante Umstrukturierung des Militärkontingents die französischen Stützpunkte in Libreville, Abidjan und Dakar betreffen. Er spricht sich dafür aus, die Führung der Stützpunkte mit Soldaten der Region zu teilen. Das neue Organigramm soll bis zum 14. Juli verabschiedet werden.


Macron äußerte gleichzeitig seine Überzeugung, dass seine afrikanischen Amtskollegen ein deutliches Interesse an der Präsenz französischer Soldaten im Westen des Kontinents haben. Er verwies auf die Aktivitäten von Piraten im Golf von Guinea, den illegalen Goldabbau sowie den Drogenhandel durch Terrorgruppen in der Tschadsee-Region. Bei einem Besuch in einem Arboretum in der Nähe von Libreville erkundigte er sich nach dem Kampf der Regierung gegen die Abholzung der Wälder.


Zwischenstopp in Angola

Macrons nächste afrikanische Station war Angola, das mit Nigeria um den Status des führenden Ölproduzenten südlich der Sahara konkurriert. Wie Paris versichert, beziehen sich die Bestrebungen des europäischen Staates jedoch nicht auf die Offshore-Felder, die die Grundlage des Reichtums des französischen Energiekonzerns TotalEnergies bilden. Die Paralleldiplomatie der Erdölkonzerne, so versichert er, ist, ebenso wie die Françafrique-Ära, von nun an eine geschlossene Seite.


Paris setzt auf enge Beziehungen zu der ehemaligen portugiesischen Kolonie, die sich darauf vorbereitet, in zwei Jahren ein halbes Jahrhundert Unabhängigkeit zu feiern. Damit soll das neue französische Konzept für die Beziehungen zum Kontinent bekräftigt werden. Wie Äthiopien, Nigeria oder Kenia ist auch Angola als neuer privilegierter Gesprächspartner Frankreichs ein Beispiel für eine Partnerschaft, die über den historischen „Hinterhof“ hinausgeht.


Die Verhandlungen mit seinem angolanischen Amtskollegen João Lourenço umfassen auch den Bereich der Sicherheit. Der östliche Teil der Demokratischen Republik Kongo ist Schauplatz von Zusammenstößen zwischen der kongolesischen Armee und der Oppositionsbewegung M23 (Bewegung 23. März). Letztere bezieht nach Angaben von UN-Experten Waffen aus dem benachbarten Ruanda. Seit Monaten versucht Luanda, zwischen Kinshasa und Kigali zu vermitteln, aber bisher hat der so genannte „Luanda-Prozess“ nicht dazu beigetragen, den Vormarsch der M23 einzudämmen. Der Konflikt beunruhigt Paris: Im Herbst lud Macron während der UN-Vollversammlung die Staatschefs der Demokratischen Republik Kongo, Felix Tshisekedi und Ruandas, Paul Kagame, zu einem Frühstück ein. Als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats ist Frankreich daran interessiert, sein Interesse an einer Lösung des Konflikts zu demonstrieren und die Beziehungen zu beiden Seiten aufrechtzuerhalten.


Ein neuer Bezugspunkt

Nach Ansicht des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Daniel Ribaud muss Angola offen für ausländische Investitionen sein, damit es nicht eine nur vom Öl abhängige Wirtschaft bleibt. Obwohl das Land zuletzt Nigeria bei der Erdölproduktion überholt hat, ist seine Produktion rückläufig und innerhalb eines Jahrzehnts von 1,8 Millionen Tonnen pro Tag auf 1,2 Millionen Tonnen gesunken. Dennoch machen Gas und Öl den größten Teil der angolanischen Exporte aus.


Paris bietet Luanda Unterstützung bei der Ernährungssouveränität an. Angola importiert heute fast alle Grundnahrungsmittel, obwohl sein landwirtschaftliches Potenzial dank der Wasserressourcen und des günstigen Klimas zu den wichtigsten im südlichen Afrika gehört. Dennoch wurden im Zeitraum 2020/2021 nur 5,9 Millionen der 35 Millionen Hektar Ackerland bewirtschaftet. Experten räumen ein, dass es schwierig ist, französische Investoren in das nicht französischsprachige Land zu locken. Die Französische Entwicklungsagentur (AFD) hat ihre Projekte in Angola von 200 auf 800 Millionen Euro aufgestockt, aber der Privatsektor des Landes ist nach wie vor klein und die Bedingungen für Unternehmen sind schwierig, so die Experten. Zugleich fürchtet die AFD die Konkurrenz aus China, Russland und der Türkei.


Treffen mit Dr. Mukwege

Macron benötigte nur wenige Stunden für seinen Besuch in Brazzaville, wo er aus Luanda eintraf. Der Präsident der Republik Kongo, Denis Sassou Nguesso, der das Land mit Unterbrechungen seit 1979 regiert, ließ es sich nicht nehmen, seinen Gast für den sehr kurzen Besuch in dem Land zu tadeln. Dazu zählte er die historischen und touristischen Stätten auf, die der französische Präsident hätte sehen können, wenn er etwas länger im Kongo geblieben wäre. Der französische Präsident versicherte jedoch, dass er „allen Staatsoberhäuptern des Kontinents mit Respekt begegnet und sowohl Übereinstimmungen als auch Meinungsverschiedenheiten zur Kenntnis nimmt.“


Macrons Besuch am Endpunkt seiner Reise, in Kinshasa, wurde mit besonderer Hoffnung erwartet. Dort traf er den Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege. Dr. Mukwege leitet ein Krankenhaus im Osten des Landes, wo seit vielen Jahren bewaffnete Gruppen operieren. Das Treffen mit dem französischen Gast fand in einer diskreten Atmosphäre statt, zu einer Zeit, in der viele Gruppen darauf drängen, dass sich der Nobelpreisträger in den Wahlkampf für die im Dezember stattfindenden Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo einbringt.


Wie der Radiosender France Inter berichtet, fand das Treffen vor der Pressekonferenz, auf der die Meinungsverschiedenheiten zwischen Macron und seinem kongolesischen Amtskollegen Felix Tshisekedi offen wurden, in der Residenz des französischen Botschafters statt. „Es darf keine Plünderung, keine Balkanisierung und keine Kriege geben“, forderte der französische Staatschef. Die Demokratische Republik Kongo beschuldigt Ruanda, die M23-Kräfte zu unterstützen, die einen Teil des an Bodenschätzen reichen Gebiets in Nord-Kivu in Besitz genommen haben.


Streit in Kinshasa

In Kinshasa stieß der französische Gast auf das Echo von Äußerungen seines ehemaligen Außenministers Jean-Yves Le Drian. Dieser hatte im Januar 2019 die Wahl von Tshisekedi zum Präsidenten als „Kompromiss à la Afrika“ bezeichnet. „Wenn es in westlichen Ländern zu Unregelmäßigkeiten bei Wahlen kommt, spricht man nicht von einem ‚Kompromiss à la Amerika oder à la Frankreich'“, sagte der Präsident der Demokratische Republik Kongo bei dieser Gelegenheit. „Betrachten Sie uns anders, mit Respekt, ohne zu bevormunden und so zu tun, als wüssten Sie, was wir brauchen.“ Diese Worte wurden von den kongolesischen Journalisten mit Beifall aufgenommen.


Laut François Sudan, Chefredakteur der Zeitschrift Jeune Afrique, stieß der französische Staatschef nicht auf Begeisterung, als er „die Position eines Gleichmachers zwischen der Demokratische Republik Kongo und Ruanda“ einnahm. „Es war eine ziemlich klassische Tour durch Zentralafrika, wo die anti-französische Stimmung nicht so stark ausgeprägt ist“, so der Redakteur.


Am schärfste Etappe kam natürlich in Kinshasa, wo Macron wegen der Krise im Osten des Landes zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda balancieren musste. Der Präsident der Demokratische Republik Kongo verlangte eine Verurteilung dessen, was er als „ruandische Aggression“ bezeichnete. Macron zog es vor, auf der Plattform regionaler Vermittlung zu bleiben, aber Beobachter sehen eine französisch-ruandische Sicherheitsachse auf dem afrikanischen Kontinent. In Mosambik sichern ruandische Truppen ein Gebiet, in dem der französische Energiekonzern TotalEnergies tätig ist. Im Norden Benins unterstützen Ruander die Armee im Kampf gegen sahelische Dschihadisten. All das erklärt, warum Macron es vermeidet, Ruanda zu kritisieren.


Unstimmigkeiten mit dem Westen

Der Besuch fand vor dem Hintergrund einer Meinungsverschiedenheit zwischen westlichen und afrikanischen Staaten über das Vorgehen im Ukraine-Konflikt statt. Als sich fast die Hälfte der Länder des Kontinents vor einem Jahr weigerte, die Resolution des UN-Sicherheitsrats zu unterstützen, in der ein Ende der russischen Militäroperation in der Ukraine gefordert wurde, waren die westlichen Partner völlig überrumpelt, gerade so, als wäre es schwer gewesen, sich vorzustellen, dass die afrikanischen Ländern eine eigene Meinung haben könnten. Ihre Ablehnung der westlichen Position wurde auch bei der erneuten Abstimmung im vergangenen Monat deutlich.

Bei ihren Versuchen, Moskau in der UNO zu isolieren, haben die westlichen Länder alle Mittel eingesetzt, um die schwankenden und abweichenden Stimmen auf ihre Seite zu ziehen, so Le Monde diplomatique. In Afrika ist der lockere Umgang des Westens mit der UN-Charta während der Konflikte im Kosovo (1999) und im Irak (2003) sowie die Überschreitung des internationalen Mandats in Libyen (2011) jedoch nicht vergessen. Der Kontrast zwischen der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge durch den Westen und seiner Weigerung, Migranten aus asiatischen, arabischen und afrikanischen Ländern aufzunehmen, sei in Afrika nicht unbemerkt geblieben, so die Zeitschrift. Les Échos weist darauf hin, dass man sich im südlichen Afrika an die Hilfe Moskaus im Kampf gegen die Apartheid erinnert, der jahrzehntelang vom Afrikanischen Nationalkongress geführt wurde.


Der Langfristigkeitsfaktor

Antoine Glazet, der die Beziehungen zwischen Frankreich und Afrika erforscht und Bücher zu diesem Thema verfasst hat, sieht in Macrons Afrikapolitik Konsistenz. Seiner Meinung nach ist das „französische Afrika“ schon lange zu einem „afrikanischen Frankreich“ geworden. Indem der Präsident die neue Karte der afrikanischen Kultur ausspielt, appelliert er gleichzeitig an die afrikanische Diaspora in Frankreich. Ebenso wünscht er sich ein stärkeres Engagement französischer Unternehmen auf dem Kontinent. Während des Kalten Krieges habe Frankreich, so der Autor, den afrikanischen Staatschefs die Macht gesichert und sich im Gegenzug Vorzugspreise und konkurrenzlosen Zugang zum Rohstoffmarkt verschafft. Die Wirtschaftsdiplomatie wurde durch Sicherheitsverpflichtungen gebremst. Macron beschloss, diese zu reduzieren, um die Energie in die Wirtschaft zu lenken.


Die Gegner kritisieren, dass die Afrikareise des Präsidenten zu kurz war. Laut Jean-François Cope, einem einflussreichen rechten Politiker und ehemaligen Haushaltsminister, beschränkte sich die Reise darauf, das Ende der Ära von „französisch Afrika“ zu verkünden, war aber nicht von einer neuen wirtschaftlichen Botschaft geprägt. „Im Programm des Blitzbesuchs, in der Abfolge der Schritte, ist es schwierig, eine Logik zu erkennen“, sagte er. „Macron hat die Bedeutung, die die afrikanische Kultur der Langfristigkeit beimisst, nicht berücksichtigt.“

Ende der Übersetzung


Info: https://www.anti-spiegel.ru/2023/macrons-versuch-den-franzoesischen-einfluss-in-afrika-zu-retten




Weiteres:




/Siehe dazu das kurze Video:

/"Nein, nein, nein!" – Macron wird laut bei Pressekonferenz nach Kritik

durch Kongos Präsidenten

<https://freeassange.rtde.live/kurzclips/video/164775-nein-nein-nein-macron-wird/>


https://www.anti-spiegel.ru/2023/macrons-versuch-den-franzoesischen-einfluss-in-afrika-zu-retten/

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.03.2023

Nachrichten von Pressenza: Frontalangriff auf Kriegsmaterialgesetz fehlgeschlagen

aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 8. März 2023, 07:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 08.03.2023


Frontalangriff auf Kriegsmaterialgesetz fehlgeschlagen


Eine Mehrheit des Ständerates hat heute die Motion von Thierry Burkart zur Aufhebung der Nichtwiederausfuhr-Erklärung abgelehnt. Der Versuch der Rüstungslobby, unter dem Vorwand der militärischen Hilfeleistung im Ukrainekrieg das Kriegsmaterialgesetz massiv zu lockern, ist somit gescheitert. Thierry Burkart war in&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/frontalangriff-auf-kriegsmaterialgesetz-fehlgeschlagen/


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Proteste zum Frauen*kampftag in Berlin


Zum internationalen Frauen*kampftag am 8. März ruft das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung gemeinsam mit den Gewerkschaften GEW und ver.di sowie der überparteilichen Fraueninitiative “Berlin &#8211; Stadt der Frauen e.V.” zum Protest auf. Die Demo, die von GEW und ver.di organisiert&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/proteste-zum-frauenkampftag-in-berlin/


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Frauenrechte ins EU-Lieferkettengesetz!


Die spezifischen Risiken und Lebensrealitäten von arbeitenden Frauen* müssen in der EU-Richtlinie berücksichtigt werden. Anlässlich des internationalen Frauentags 2023 haben mehr als 140 Organisationen, darunter WIDE, in einem offenen Brief ihre Enttäuschung über das Fehlen einer Geschlechterperspektive im geplanten EU-Lieferkettengesetz&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/frauenrechte-ins-eu-lieferkettengesetz/


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Das Wettern der Woche: Что делать? Tschto delat? Was tun?


Zuversicht bei Rheinmetall, Sorgen bei den Rentnerinnen &#8211; als ob ich&#8217;s geahnt hätte! Die Postbank spricht bereits von einem unbezahlbaren Alltag. Jeder dritte Deutsche muss nun wohl seine Ersparnisse anzapfen, um halbwegs unverfroren über die Runden zu kommen, jeder sechste&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/das-wettern-der-woche-%d1%87%d1%82%d0%be-%d0%b4%d0%b5%d0%bb%d0%b0%d1%82%d1%8c-tschto-delat-was-tun/


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«Ich half, Putins Fremdenlegion gegen die Ukraine aufzubauen»


Im Kampf gegen die Taliban bildeten US-Soldaten afghanische Spezialeinheiten aus. Viele kämpfen jetzt für Putin gegen die Ukraine. Red. Online-Zeitung INFOsperber upg. Weil die USA die meisten ihrer treusten militärischen Unterstützer in Afghanistan im Stich liessen, fanden diese Schutz und&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/ich-half-putins-fremdenlegion-gegen-die-ukraine-aufzubauen/


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08.03.2023

Kontosperrung von RT DE: Unsinnig, reine Niedertracht

freeassange.rtde.live, 7 Mär. 2023 09:55 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

Im Februar hatte RT DE die Aufgabe seines Standorts in Deutschland angekündigt. Die Productions GmbH geht angesichts des enormen Drucks in Liquidation. Trotzdem wurden nun noch die Geschäftskonten der Firma eingefroren. Das macht wenig Sinn, ist pure Schikane.


Quelle: www.globallookpress.com © Sascha Steinach via www.imago-i


Das Logo von RT DE vor der russischen Flagge


Je weiter der Konflikt in der Ukraine fortschreitet, desto schwerer tut sich Deutschland mit einer Sicht auf die Dinge, die das westliche Narrativ infrage stellt. Je deutlicher wird, dass die Ukraine den Konflikt verliert und dafür von allen Beteiligten obendrein den höchsten Preis zu zahlen hat, desto aggressiver reagiert Deutschland mit Repressionen gegenüber jenen, die diese Tatsache benennen.


Die Ukraine sei ein demokratisches Land, strebe in Richtung Westen und sei für ihre Sehnsucht nach Freiheit von ihrem autoritären Nachbarn ohne Vorwarnung brutal überfallen worden. Das ist die Lesart, wer etwas anderes behauptet, betreibt das Geschäft des Kreml und verbreitet russische Narrative. Dafür ist in Deutschland kein Platz. Man muss das daher unterbinden. Verbietet die Mittler der Botschaft, raus mit RT, zensiert russische Medien!


Die Ukraine wird für die geopolitischen Interessen der USA verheizt. Die Waffenlieferungen verlängern den Krieg und erhöhen die Opferzahlen. Es geht weder um Demokratie noch um Freiheit, es geht um geopolitische Interessen. Die Politik des Westens gegenüber der Ukraine ist zutiefst zynisch, denn die Ukraine bezahlt den Kampf des kollektiven Westens um Einflusssphären mit dem Blut ihrer Soldaten und der Zerstörung ihres Landes. Wer das benennt, wird blockiert, diffamiert und öffentlich gebrandmarkt. Das ist die Situation in Deutschland. Es dunkelt im Land.


Bankkonten von RT DE Productions eingefroren


Der Ukraine-Konflikt bringt eine der unappetitlichsten Eigenschaften der kollektiven deutschen Seele zum Vorschein: ihren Hang zum Totalitären, zum Autoritarismus und zur Repression. Den Deutschen verkauft man Zensur und Sperrung, diese Wiederholung der eigenen historischen Fehler, als Schutz der Demokratie und der freiheitlichen Werte gegen russische Desinformation und Propaganda. Das Schlimme ist, ein relevanter Teil der deutschen Gesellschaft glaubt es sogar.


RT DE musste letztlich dem Druck weichen. Die RT DE Productions GmbH gab Anfang Februar ihren Rückzug bekannt. Die Firma wird aufgelöst, der Standort Berlin wird aufgegeben.

Eine Einspruchsmöglichkeit gibt es nicht, eine Begründung sowieso nicht. Wo käme man da hin, wenn bei staatlichen Zwangsmaßnahmen so etwas wie ein Einspruchsrecht oder gar eine Auskunftspflicht bestünde?


Der Umgang mit RT DE entlarvt das ganze deutsche Gerede von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und westlichen Werten als reine Heuchelei, als dekorative Rhetorik, die mit der deutschen Realität absolut nichts zu tun hat. Der deutsche Geist tut sich mit freiheitlichem Denken nach wie vor schwer.


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Der Vorgang zeigt darüber hinaus, mit welcher Leichtigkeit man in Deutschland zu repressiven Maßnahmen greift, auf die man mit hysterischer Empörung reagieren würde, würde Ähnliches in Iran, Russland oder China passieren. In Deutschland ist das okay, denn Deutschland ist schließlich eine gefestigte Demokratie, ein Rechtsstaat ...


Der Umgang offenbart aber noch etwas anderes: eine ganz niedrige moralische Gesinnung. Das Einfrieren der Konten von RT DE ergibt ja überhaupt keinen Sinn mehr. Die Firma steht vor der Auflösung. Es geht – ein anderer Schluss lässt sich kaum ziehen – nur darum, RT zu schikanieren.


Am ganzen Fall um RT DE zeigt sich auch, wie dysfunktional der deutsche Journalismus inzwischen ist. Die EU-Kommission verbot als Reaktion auf den Beginn der militärischen Spezialoperation russische Medien. Obwohl sie dazu gar nicht befugt ist, denn die Medienaufsicht ist Sache der EU-Länder.


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Deutsche Medien haben zu dieser Machtanmaßung der EU geschwiegen. Begrüßt haben sie dagegen die Zensurmaßnahmen. Dass RT DE die Sperren umgeht und sich weiterhin großer Beliebtheit bei kritischen Medienkonsumenten erfreut, ist beispielsweise der Tagesschau ein Dorn im Auge. Sie greift das Thema immer wieder auf.


Sie macht sich dabei allerdings keine Sorgen angesichts zunehmender Zensur in Deutschland. Ihre Sorge ist, dass die Zensur umgangen wird. Gegenüber der repressiven Maßnahme hat sie dagegen keine Bedenken.


Das macht deutlich, dass die Öffentlich-Rechtlichen keinen Schutz vor dem Angriff auf grundlegende Freiheiten und die Demokratie bieten, sondern sich im Zweifelsfall sogar an deren Abbau beteiligen. Deutlich wird das auch am sogenannten "Faktenfinder" der Tagesschau, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Journalisten-Kollegen, die nicht das westliche Narrativ bedienen, zu diffamieren.


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Der Faktenfinder geht dabei ausgesprochen schlampig und unter Umgehung journalistischer Qualitätsstandards vor. Es passieren regelmäßig grobe Patzer. Das führt jedoch nicht dazu, dass die Tagesschau den eingeschlagenen Kurs überdenkt und die verachtenswerte Praktik unterlässt, andere Journalisten an den medialen Pranger zu stellen. Sie benutzt dieses Instrument tief autoritärer Regime einfach weiter und glaubt obendrein, moralisch im Recht zu sein.


Was sich daraus ableitet, ist einfach. Eine bloß institutionelle Regelung ist nicht die erhoffte Brandmauer, die Medien vor staatlicher Vereinnahmung schützt. Das öffentlich-rechtliche Prinzip ist gescheitert. Für diesen Schutz bedarf es eines anderen Verständnisses von Journalismus, eine geistige Unabhängigkeit, die sich in den Redaktionsstuben der großen deutschen Medien aktuell nicht in ausreichendem Maß findet. Das aufklärende Licht freier Berichterstattung ist in Deutschland erloschen.


Dass dieser journalistische Geist in Deutschland gerade nicht weht, beweist kaum eine Institution so eindrucksvoll wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). Eigentlich ist der Verband nicht nur die Interessenvertretung von Journalisten. Er wacht auch über die Bedingungen des Journalismus in Deutschland. Der Verband begrüßte bisher alle Zensurmaßnahmen gegen RT DE und andere russische Medien uneingeschränkt, denn es handelt sich seiner Auffassung nach nicht um Journalismus, sondern um Propaganda. Der Versuch einer Begriffsbestimmung und Abgrenzung blieb mehr als dürftig. Es ist reine Willkür. Auch die Reporter ohne Grenzen haben kein grundsätzliches Problem mit der Zensur russischer Medien in Deutschland, sehen darin aber eine Steilvorlage für "den Kreml", auch in Russland Verbote einzuführen. Das bereitet der Organisation Sorge.


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Dabei ist die Angst der deutschen Medien vor der russischen Konkurrenz begründet. Die Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt strotzt vor Einseitigkeit und Auslassungen. Der deutsche Medienkonsument wird systematisch desinformiert und über die Entwicklung in der Ukraine im Unklaren gelassen, über die Situation in Russland schlicht belogen.


Es ist fatal – genau in dem Moment, in dem Deutschland und die deutsche Öffentlichkeit einen breit aufgestellten Journalismus dringend brauchen, wird er massiv eingeschränkt. Dabei geben sich die politisch Verantwortlichen nicht nur mit bloßer Zensur zufrieden. Sie handeln zudem niederträchtig, wie die Kontosperrung der Geschäftskonten der RT Productions GmbH belegt. Er war in keiner Weise notwendig. Es geht nur darum, zu schädigen.


Das mediale und politische Deutschland ist wieder in den Zustand von vor 1945 zurückgefallen. Den größten Schaden aber hat die deutsche Gesellschaft, die über wesentliche geopolitische Entwicklungen und Verschiebungen im Unklaren gelassen wird.


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So wird man dann aus deutschem Mund in absehbarer Zeit wieder vernehmen: "Aber das konnte man doch alles nicht wissen!" Stimmt! Denn der Umgang mit russischen Medien durch deutsche Politik und den deutschen Mainstream zeugt nicht nur von einem grundlegenden Mangel an freiheitlichem Geist in Deutschland, sondern obendrein noch von mangelnder moralischer Integrität. Der Umgang mit RT DE ist zu verabscheuen. Die Bevormundung und Gängelung der Zuschauer und das Unterdrücken von Information durch Zensur sind einer Demokratie nicht nur unwürdig, es zerstört sie im Kern.


Als gute Nachricht bleibt: RT DE wird es weiter geben. RT DE wird weiter berichten und Informationen liefern, die sich deutsche Medien weigern zu bringen. Angesichts der Dysfunktionalität des deutschen Journalismus ist eine zusätzliche Informationsquelle für die Bürger Deutschlands von hoher Bedeutung und Wichtigkeit. Ein aus reiner Niedertracht gesperrtes Konto wird RT DE nicht von seiner journalistischen Arbeit abhalten.


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RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://freeassange.rtde.live/meinung/164623-kontosperrung-von-rt-de-deutsche-niedertracht


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08.03.2023

Lost in EUrope Update

aus e-mail von <eboneu-1-gmail-com@getresponse-mail.com>, vom 7. März 2023, 08:02 Uhr


Nachricht im online Modus https://app.getresponse.com/view.html?x=a62b&m=BlHgmK&mc=IQ&r=SgFxW&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=EzOXt06& ansehen


Der tägliche Update.

Vom unabhängigen EU-Blog aus Brüssel.



Ukraine sieht EU-Bedingungen erfüllt

https://app.getresponse.com/click.html?x=a62b&lc=hSnLuE&mc=IQ&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=EFvEGx1&



Die Ukraine hat wieder einen Chef des Nationalen Antikorruptionsbüros. Mit der Ernennung von Semen Krywonos habe sein Land nun alle sieben Empfehlungen der EU für den Beginn von Beitrittsgesprächen erfüllt…

Weiterlesen » https://app.getresponse.com/click.html?x=a62b&lc=hSnLuE&mc=IQ&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=EIvkOi&



Der Weg der EU in den Krieg (8): Rhetorische Aufrüstung

https://app.getresponse.com/click.html?x=a62b&lc=hSnLxU&mc=IQ&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=ECZTI2D&



Am 9. Dezember 2012 bekam die EU den Friedensnobelpreis. Knapp elf Jahre später unterstützt sie die Ukraine im Krieg gegen Russland. Wie konnte es dazu kommen? Was waren die wichtigsten Wendepunkte?

Weiterlesen » https://app.getresponse.com/click.html?x=a62b&lc=hSnLxU&mc=IQ&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=EFOjMQG&



Soziale Krise und Ukraine-Fatigue – eine explosive Mischung

https://app.getresponse.com/click.html?x=a62b&lc=hSnLcJ&mc=IQ&s=BW8HMwn&u=SnDUE&z=EG88B4N&



Die EU sitzt zwar in Brüssel – doch sie kriegt nicht mit, was vor ihrer Haustür passiert. So ist es kaum verwunderlich, dass die schwere soziale Krise in Belgien kein Thema ist – weder in der Kommission…

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.03.2023

Nachrichten von Pressenza: Pluriversum oder: Die Natur mit eigenen Verfassungsrechten


aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, vom 7. März 2023, 07:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 07.03.2023



Pluriversum oder: Die Natur mit eigenen Verfassungsrechten


Die Moderne schafft es nicht, Geld reicht nicht, eine andere Welt ist nötig: Gespräch mit Alberto Acosta über Erfahrungen im einzigen Land der Welt, das die Natur als Rechtssubjekt in seiner Verfassung eingeführt hat. 2007 war Alberto Acosta Energie- und&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/pluriversum-oder-die-natur-mit-eigenen-verfassungsrechten/


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Europa für den Frieden: Aufruf zur Zusammenarbeit


Wir wissen, dass die mögliche Entwicklung des Konflikts in der Ukraine von der Beteiligung der gesamten Gesellschaft in Form von wirtschaftlichen und menschlichen Ressourcen abhängt. In vielen europäischen und einigen osteuropäischen Ländern ist die Rede von einer Wehrpflicht und einer&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/europa-fuer-den-frieden-aufruf-zur-zusammenarbeit/


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Die Regierungen unserer Nationen benötigen einen unbewaffneten Verteidigungsplan


Es ist eine sehr hohe Hürde, an ein Land zu appellieren, das militärisch überfallen wurde &#8211; nach jahrzehntelangen militärischen Verteidigungs- (und Angriffs-) Vorbereitungen und der damit einhergehenden kulturellen Indoktrination in die vermeintliche Notwendigkeit militärischer Verteidigung -, um dieses Land aufzufordern,&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/die-regierungen-unserer-nationen-benoetigen-einen-unbewaffneten-verteidigungsplan/


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Bewusstsein – ist das etwas Menschliches?


Die Titelfrage beinhaltet zwei Gedanken: Einerseits, dass wir üblicherweise Bewusstsein für etwas Menschliches halten, und andererseits, dass das möglicherweise gar nicht so ist. Meistens ist für uns Bewusstsein der Zustand, in dem wir uns befinden, wenn wir nicht schlafen oder&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/bewusstsein-ist-das-etwas-menschliches/


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Provinzregierung gegen Mapuche


Neuer Streit um Land in der zentralargentinischen Provinz Mendoza: Die argentinische Indigenenbehörde INAI (Instituto Nacional de Asuntos Indígenas) hat mehrere Besetzungen von Ländereien im Süden der Provinz Mendoza durch die indigenen Gemeinschaften El Sosneado und Lof Suyai Leufu untersucht und&hellip;

http://www.pressenza.net/?l=de&track=2023/03/provinzregierung-gegen-mapuche/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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08.03.2023

Chinas Generalabrechnung mit den USA

aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. März 2023 18:49 Uhr


*Chinas Generalabrechnung

*Das chinesische Außenministerium hat eine quasi-offizielle und

umfangreiche Generalabrechnung mit den USA veröffentlicht.

Da die westlichen Qualitätsmedien die wesentlichen Aussagen des Papiers

weitgehend ignorierten, veröffentlicht es RT DE in voller Länge.


*Teil 1:* *Die Hegemonie der USA und ihre Gefahren :

*https://freeassange.rtde.live/international/164465-die-hegemonie-der-usa-und-ihre-gefahren-teil-1/


*Teil 2: Die wirtschaftliche und technologische Hegemonie der USA:

*https://freeassange.rtde.live/international/164514-chinas-generalabrechnung-wirtschaftliche-und-technologische/


*Teil 3: Kulturelle Hegemonie der USA und die Verbreitung falscher

Narrative

*https://freeassange.rtde.live/international/164621-chinas-generalabrechnung-kulturelle-hegemonie-usa


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08.03.2023

Harald Kujat: Merkels "Minsk"-Täuschung "ist ein Völkerrechtsbruch"

aus e-mail von Doris Pumphrey, vom 6. März 2023, 18:31 Uhr


/Das ganze Interview mit General a.D. Harald Kujat ist nachzulesen in

der Schweizer Zeitung

/Zeitgeschehen im Fokus Nr. 1 vom 18. Januar 2023

<https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-1-vom-18-januar-2023.html>

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https://freeassange.rtde.live/inland/164583-harald-kujat-ueber-merkels-minsk/

6.März 2023


*Harald Kujat über Merkels "Minsk"-Täuschung: "Ja, das ist ein

Völkerrechtsbruch"


*Generalmajor a. D. Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr,

räumt in einem Interview mit einigen in Deutschland weit verbreiteten

Irrtümern über den Ukraine-Konflikt auf. Deutschland sei mit Schuld an

der Lage, Russland wolle verhandeln, Waffen würden der Ukraine keinen

Frieden bringen.


Die Zeitschrift /Emma/ druckt ein Interview mit dem Generalmajor a. D.

Harald Kujat nach, das ursprünglich in der Schweizer Internet-Zeitung

/Zeitgeschehen im Fokus/ erschienen war. In diesem Interview räumt Kujat

mit zahlreichen Vorurteilen über den Ukraine-Konflikt auf, die in

Deutschland verbreitet worden sind und weiter verbreitet werden.


Besonderes Augenmerk verdienen seine Ausführungen zu den Verhandlungen

zwischen der Ukraine und Russland im März des vergangenen Jahres.

Demnach bestand damals eine gute Chance auf einen raschen Frieden, die

vom Westen hintertrieben wurde.


/"Russland hatte sich in den Istanbul-Verhandlungen offensichtlich dazu

bereit erklärt, seine Streitkräfte auf den Stand vom 23. Februar

zurückzuziehen, also vor Beginn des Angriffs auf die Ukraine. (...) Die

Ukraine hatte sich verpflichtet, auf eine NATO-Mitgliedschaft zu

verzichten und keine Stationierung ausländischer Truppen oder

militärischer Einrichtungen zuzulassen. Dafür sollte sie

Sicherheitsgarantien von Staaten ihrer Wahl erhalten. Die Zukunft der

besetzten Gebiete sollte innerhalb von 15 Jahren diplomatisch, unter

ausdrücklichem Verzicht auf militärische Gewalt gelöst werden."/


Dieser für die Ukraine positive Friedensschluss wurde laut Kujat vom

damaligen Premierminister des Vereinigten Königreichs Boris Johnson

verhindert.


/"Nach zuverlässigen Informationen hat der damalige britische

Premierminister Boris Johnson am 9. April in Kiew interveniert und eine

Unterzeichnung verhindert. Seine Begründung war, der Westen sei für ein

Kriegsende nicht bereit."/


Damit macht Kujat auch deutlich, dass es sich bei dem Konflikt

keineswegs mehr um einen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland

handelt, sondern vielmehr zwischen der von der von den USA geführten

NATO und Russland.


Die Rolle der deutschen Medien ist in den Augen Kujats in diesem

Zusammenhang unrühmlich. Faktisch verschweigen sie diese Möglichkeit

eines frühen Friedensschlusses. Auch die in deutschen Medien oft

erhobene Anschuldigung, Russland wolle nicht verhandeln, ist laut Kujat

falsch. Russland hat zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Konflikts

seine Verhandlungsbereitschaft signalisiert, die immer wieder

zurückgewiesen wurde – unter anderem von der deutschen Außenministerin

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen).


Unrühmlich war auch die Haltung Deutschlands im Rahmen von Minsk 2, das

die territoriale Integrität der Ukraine erhalten sollte. Die damalige

deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mittlerweile eingestanden,

dass es bei den Verhandlungen seitens der westlichen Partner nie um

Frieden, sondern lediglich darum gegangen sei, der Ukraine Zeit zur

Aufrüstung zu verschaffen. Sowohl der damalige französische Präsident

François Hollande als auch der damalige Präsident der Ukraine Petro

Poroschenko bestätigten dies. Kujat benennt dies ganz klar als

Völkerrechtsbruch.


/"Russland bezeichnet das verständlicherweise als Betrug. Und Merkel

bestätigt, dass Russland ganz bewusst getäuscht wurde. (...) Die

Bundesregierung hatte sich in der UNO-Resolution dazu verpflichtet, das

'gesamte Paket' der vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Darüber hinaus

hat die Bundeskanzlerin mit den anderen Teilnehmern des

Normandie-Formats eine Erklärung zur Resolution unterschrieben, in der

sie sich noch einmal ausdrücklich zur Implementierung der

Minsk-Vereinbarungen verpflichtete. (...) Ja, das ist ein

Völkerrechtsbruch, das ist eindeutig. Der Schaden ist immens."/


Was die Frage von Waffenlieferungen angeht, so würden Medien und

vermeintliche "Experten" die verantwortlichen Politiker vor sich her

treiben – zum Schaden der Ukraine. Waffenlieferungen würden nicht zum

Sieg führen können, sondern zur immer weiter gehenden Zerstörung der

Ukraine und zu einer Zunahme der Opfer. Die Frage sei zudem, ob die

Ukraine überhaupt noch über die menschlichen Ressourcen verfüge, um die

Waffenlieferungen des Westens auch nur annähernd sinnvoll einsetzen zu

können.


/"Ob die ukrainischen Streitkräfte angesichts der großen Verluste der

letzten Monate überhaupt noch über eine ausreichende Zahl geeigneter

Soldaten verfügen, um diese Waffensysteme einsetzen zu können, ist

allerdings fraglich."/


Noch im Januar 2022 hätte dieser Krieg verhindert werden können, wenn

die Ukraine Schritte zur Umsetzung des Minsker Abkommens eingeleitet

hätte, führt Kujat aus.


/"Nicht wegdiskutieren kann man allerdings, dass die Weigerung der

ukrainischen Regierung … das Abkommen umzusetzen, noch wenige Tage vor

Kriegsbeginn, einer der Auslöser für den Krieg war."/


Aus seiner eigenen beruflichen Laufbahn weiß Kujat um die

Zuverlässigkeit Russlands hinsichtlich gemachter Zusagen. Russland sei

vertragstreu. Allerdings stelle sich jetzt angesichts der Vertragsbrüche

des Westens die Vertrauensfrage. Selbst wenn es zu Verhandlungen käme,

wem könne Russland angesichts der Vorgeschichte überhaupt noch vertrauen?


Generell weist der ehemalige Generalmajor nach, dass die Diskussionen in

Deutschland von politischer und militärstrategischer Naivität getragen

sind. Die Ziele seien nicht klar formuliert, es mangele an Sachverstand

und es sei obendrein nicht klar benannt, welche eigenen Interessen

Deutschland in diesem Konflikt eigentlich verfolge. Die Diskussion würde

in den USA wesentlich rationaler und aufgeklärter geführt werden.


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08.03.2023

Freie Marschrouten      Die EU setzt den Ausbau ihrer Verkehrsinfrastruktur für umfangreiche Truppenbewegungen in Richtung Osteuropa und Ukraine fort und vermeldet erste Erfolge.

BRÜSSEL/BERLIN (Eigener Bericht) – Die EU treibt den Ausbau ihrer Verkehrswege in Richtung Osten für militärische Zwecke voran und vermeldet inzwischen greifbare Erfolge. Demnach haben erste Maßnahmen, die unter dem Schlagwort „militärische Mobilität“ („military mobility“) umgesetzt wurden, bereits zu Erleichterungen beim Transport von Kriegsgerät aller Art aus den Mitgliedstaaten von EU und NATO in die Ukraine geführt. Weitere Schritte werden gegenwärtig umgesetzt oder sind geplant, so zum Beispiel der Bau einer Brücke aus Rumänien über den Fluss Prut nach Moldawien, das fürchtet, in den Krieg gezogen zu werden. Vor allem geht es darum, potenzielle „militärische Hauptrouten“ auch militärisch nutzbar zu machen – etwa Straßen und Brücken so umzubauen, dass sie unter der Last überaus schwerer westlicher Kampfpanzer nicht zusammenbrechen. Der Ausbau der militärischen Mobilität wird in enger Abstimmung mit Soldaten der NATO-Staaten geplant, deren Erfahrungen aus Manövern in Ost- und Südosteuropa genutzt werden, um die Verkehrswege für die Streitkräfte zu optimieren. An einschlägigen Maßnahmen beteiligt ist unter anderem die Deutsche Bahn AG.


Zitat: „Bewegungen großer Kräfte“

Während die ersten deutschen Panzer im Ukraine-Krieg angekommen sind, treibt die EU die Militarisierung ihrer Transportnetze in Richtung Osteuropa weiter voran. Unter dem Schlagwort „militärische Mobilität“ finanziert und koordiniert Brüssel den Ausbau der transeuropäischen Verlegefähigkeit von Streitkräften und Kriegsgerät.[1] Ziel ist es, in enger Abstimmung mit der NATO physische und bürokratische Hürden auf grenzüberschreitenden Routen abzubauen. Dazu sollen „Kapazitäten der Verkehrsinfrastruktur im Hinblick auf Gewicht, Größe und Umfang militärischer Bewegungen“ verbessert, eine „Straffung und Harmonisierung komplexer, langwieriger und voneinander abweichender nationaler Vorschriften und Verfahren fortgesetzt“ und der „Schutz des Verkehrssektors vor Cyberangriffen und anderen hybriden Bedrohungen“ verbessert werden.[2] Ziel der Maßnahmen ist es, „rasche, effiziente und ungehinderte Bewegungen potenziell großer Kräfte“ zu ermöglichen, insbesondere auch im Rahmen der NATO. Russlands Einmarsch in die Ukraine habe gezeigt, heißt es, „wie wichtig eine möglichst schnelle und reibungslose Mobilität der militärischen Hilfe ist“.


Erste Erfolge

Tatsächlich profitieren die europäischen Staaten bei ihren Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte nach Angaben aus Brüssel schon jetzt von Fortschritten, die sie in den vergangenen Jahren im Bereich „militärische Mobilität“ erzielt haben. Allerdings behinderten unterschiedliche Eisenbahn-Spurbreiten „zwischen der Ukraine und den EU-Mitgliedstaaten sowie innerhalb der Europäischen Union“ die Militärtransporte in den Krieg noch immer, heißt es.[3] Mit ihrem Aktionsplan Militärische Mobilität 2.0 will die EU nun „das nächste Kapitel“ in Sachen Verlegegeschwindigkeit aufschlagen.


Wege in den Krieg

Ihr erstes Maßnahmenpaket – den Aktionsplan Militärische Mobilität – hatte die EU bereits 2018 beschlossen. Vorangegangen waren erhöhte Truppenbewegungen des NATO-Blocks innerhalb Osteuropas in der Krise, die im Anschluss an den prowestlichen Umsturz in der Ukraine 2014 sowie an die faktische Abspaltung der Krim und von Teilen des Donbass eskaliert war. Seitdem gehen erhöhte militärische Aktivitäten und der Ausbau der militärischen Mobilität in und nach Osteuropa Hand in Hand. Während der Manöver machen die Soldaten der NATO- und EU-Staaten sich mit den Marschrouten vertraut und testen ihre schnelle Passierbarkeit. Die in den Manövern gesammelten Erfahrungen fließen dann in die Planung der Maßnahmen zur Verbesserung der militärischen Mobilität ein. Diese wiederum ermöglicht immer schnellere und immer größere transatlantische und transeuropäische Truppenverlegungen in Richtung Osten. Dadurch wurde der erste gewaltige Aufmarsch des NATO-Blocks seit dem Ende des Kalten Krieges möglich: Während des Manövers Defender Europe 2020 verlegten rund 20.000 US-Soldaten auf zwölf unterschiedlichen Routen über den Atlantik und quer durch Europa in Richtung russische Grenze und Ukraine; insgesamt waren rund 37.000 Soldaten beteiligt.


„Connecting Europe“

Im Rahmen ihres Programms zum Ausbau der militärischen Mobilität hat die EU zunächst die Anforderungen an die Infrastruktur festgelegt, die sie seitdem entlang „militärischer Hauptrouten“ militärisch nutzbar macht. Für Projekte mit „Doppelnutzung“ (zivil und militärisch) stehen für den Zeitraum 2021 bis 2027 unter dem Schlagwort „Connecting Europe“ 1,69 Milliarden Euro bereit. Mittlerweile sei das Zusammenwirken des militärischen und des zivilen Netzes bereits verbessert worden, heißt es. Inzwischen gibt es einen offiziellen Vorschlag für eine Überarbeitung der Verordnung über die Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V), mit der die Anforderungen für die militärische Mobilität in die Planung der bis jetzt formal rein zivilen europäischen Infrastruktur einfließen sollen. Darüber hinaus wurden regulatorische Hemmnisse für Militärbewegungen an Grenzübergängen abgebaut, beispielsweise im Zoll und bei Gefahrguttransporten. 24 EU-Staaten und Norwegen setzen diese Anstrengungen gegenwärtig in Form des Projekts „Optimierung der Verfahren für die Genehmigung grenzüberschreitender Bewegungen in Europa“ fort.


PESCO

Auch im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) treibt die EU die Militarisierung ihrer Infrastruktur voran, vor allem in Teilprojekten mit den Bezeichnungen Militärische Mobilität und Logistik-Drehkreuze. In diesem Rahmen werden nationale Maßnahmen auch über den Aktionsplan hinaus koordiniert und bereits bestehende nationale Infrastruktur und logistische Kapazitäten auf EU-Ebene militärisch nutzbar gemacht. All diese Maßnahmen laufen dabei unter der Maßgabe, sich eng mit der NATO abzustimmen. Folgerichtig sind auch die USA, Kanada und Norwegen in die PESCO-Projekte in Sachen militärische Mobilität eingegliedert.


Die Deutsche Bahn

Ein deutsches Unternehmen, das mit mehreren Initiativen am Ausbau der militärischen Mobilität beteiligt ist, ist die Deutsche Bahn AG. 2019 schlossen Bahn und Bundeswehr einen Vertrag in dreistelliger Millionenhöhe, der den deutschen Streitkräften bei Bedarf den Zugriff auf Lokomotiven und Wagons sowie auf das Schienennetz für transnationale Truppenverlegungen in Richtung Osten sichert.[4] Die Deutsche Bahn unterstützt zudem ein Projekt des Verteidigungsministeriums, das Bundeswehrsoldaten in Uniform seit 2020 kostenlose Zugfahrten ermöglicht.[5] Für das Großmanöver Defender Europe stellte Berlin unter anderem auch das zivile Schienennetz zur Verfügung und zertifizierte nebenbei Bundeswehreinheiten und -fahrzeuge für Transport von US-Großgerät.[6] Außerdem ist die Deutsche Bahn beteiligt an dem „military mobility“-Projekt des Washingtoner Center for European Policy Analysis.[7] Zurzeit werden zur Verbesserung der militärischen Mobiltät in Deutschland unter anderem sechs Eisenbahnbrücken erneuert.[8]


Räder rollen für den Sieg

Es ist nicht das erste Mal, dass die deutsche Bahn an der Erschließung militärischer Marschrouten nach und durch Osteuropa beteiligt ist. Für den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 stellte die Bahn 180.000 Wagons zur Verfügung und war insbesondere im Krieg gegen die Sowjetunion für Truppen- und Materialtransporte an die Front verantwortlich. Auch in den besetzten Gebieten Europas griff das faschistische Deutschland zur Gewährleistung der militärischen Mobilität auf die Bahn zurück: Sie sollte dort die notwendige Infrastruktur aufbauen. Bereits damals waren Unterschiede in den Spurbreiten der west- und der osteuropäischen Schienensysteme eine Hürde auf dem Weg an die Front.[9]

 

[1] Ein Strategischer Kompass für Sicherheit und Verteidigung – Für eine Europäische Union, die ihre Bürgerinnen und Bürger, Werte und Interessen schützt und zu Weltfrieden und internationaler Sicherheit beiträgt. Rat der EU, Pressemitteilung vom 21. März 2022.

[2], [3] Action Plan on Military Mobility 2.0. defence-industry-space.ec.europa.eu 10.11.2022.

Aktionsplan zur militärischen Mobilität 2.0 vom 10.11.2022

[4] Claudia Haydt: Bahn frei für die Bundeswehr. imi-online.de 07.01.2019.

[5] Großer Erfolg: Kostenloses Bahnfahren in Uniform. bmvg.de 07.10.2020

[6] Defender 20: Logistiker bereiten Transporte vor. bundeswehr.de 27.11.2019.

[7] S. dazu Das Military Mobility Project.

[8] Militärische Infrastruktur der EU. tagesspiegel.de 12.01.2023.

[9] "Räder müssen rollen für den Sieg" – Die Bahn im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg. kuwi.europa-uni.de.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9186


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07.03.2023

Und sie bewegt sich doch!  – „Aufstand für Frieden“: Auftakt für eine neue Friedensbewegung?

seniora.org, 06. März 2023 Autor: Leo Ensel - übernommen mit Dank von globalbridge.ch,

07. März 2023

Zehntausende kamen zu der von Alice Schwarzer und Sarah Wagenknecht initiierten Friedensdemonstration am Brandenburger Tor. Nun muss der Schwung genutzt werden, damit wieder eine kraftvolle unabhängige Friedensbewegung von unten entsteht, die Druck auf die Politiker ausübt.


 Endlich! Und es wurde auch allerhöchste Zeit. Wer, wie der Autor, seit nunmehr genau neun Jahren am Schreibtisch sitzt, um Konzepte für Deeskalation zwischen dem Westen und Russland zu entwickeln und eine Friedensbewegung 2.0 herbeizuschreiben, der kann nur erleichtert aufatmen.


Zehntausende   – jawohl!!   – ließen sich am Samstag, den 24. Februar vom wochenlangen Trommelfeuer aus Medien und Politik nicht abschrecken und kamen bei denkbar schlechtem Wetter nach Berlin zum Brandenburger Tor. „Aufstand für Frieden“ hieß das Motto der ersten großen und breiten Friedensdemonstration seit den Achtziger Jahren, die diesen Namen verdient. Und endlich ein vernünftiger Aufbruch, mit dem man sich inhaltlich im Großen und Ganzen identifizieren kann und der in der Lage wäre, dem bislang noch schweigenden Großteil der Bevölkerung eine Stimme zu verleihen!


Alice Schwarzer und Sarah Wagenknecht hatten aufgerufen und es kam keine „Querfront“   – wie sie nahezu alle Leitmedien von der FAZ bis zur taz ‚prognostiziert‘, genauer: Aufruf und Demonstration von der ersten Minute an geframet hatten, um die Akteure in die Pariaecke zu katapultieren und somit jegliche Kritik an der mittlerweile halsbrecherischen militärischen Unterstützung der Ukraine sowie jeden Einsatz für ein sofortiges Schweigen der Waffen von vornherein zu diskreditieren   –, sondern der bürgerliche Mittelstand. Zugegebenermaßen, aber das hat andere Gründe, mit einer erheblichen Überrepräsentanz der Generation ‚60 plus‘! Mag sein, dass auch noch irgendwo am Rande des Geschehens rechte Triefgestalten wie Jürgen Elsässer & Co. herumlaborierten, um davon (vergeblich) zu profitieren   – Bilder von ihnen und einigen wenigen anderen schrägen Vögeln waren heißersehntes Futter für die Leitmedien   –, ihre Anzahl dürfte sich allerdings im unteren einstelligen Prozentbereich gehalten haben. Die überwältigende Mehrheit der Plakate und Parolen   – weiße Friedenstauben auf blauem Grund (man mag von ihnen halten, was man will), die Anti-Atomrune, das „Schwerter zu Pflugscharen“-Symbol der DDR-Friedensbewegung oder Slogans wie „Frieden schaffen ohne Waffen“   – knüpfte bruchlos an denen der Achtziger Jahre an. (Hier und dort waren auch die etwas jüngeren bunten Regenbogenfahnen zu sehen.)


Propaganda   – damals und heute

Apropos: Wer schon bei der Demonstration im Bonner Hofgarten im Oktober 1981 dabei war   – seinerzeit ‚Startschuss‘ für eine kraftvolle Friedensbewegung von unten, die à la longue sogar das Handeln von Staatslenkern wie Michail Gorbatschow nicht unwesentlich beeinflusste   –, dem kam vieles bekannt vor: Schon damals waren wir nahezu unisono von den Regierungspolitikern, ein Teil der Leitmedien war da noch durchaus differenzierter, als „weltfremd“, „naiv“, „nützliche Idioten“ oder „von Moskau unterwandert“ verspottet worden. Und dass Menschen, die für Deeskalation einträten, de facto den Westen spalten würden, war ebenfalls bereits ein Standardargument der Aufrüstungsapologeten. Ein   – Gott hab‘ ihn selig!   – Ludolf Herrmann vom Bayerischen Rundfunk ließ es sich nicht nehmen, in seinem Kommentar gar von „kleinen, rachitischen Seelen“ in „pickeligen Körpern“, nein: sogar von einem „Koitus wie im Sportpalast“ zu faseln.


Was diesmal allerdings fehlte, das war das über den Demonstranten kreisende Flugzeug mit dem Banner „Wer demonstriert in Moskau?“ Dafür wurden prominente Mitglieder einer immer schriller kreischenden Regierungspartei, deren Repräsentanten und Sympathisanten vor vierzig Jahren die überwältigende Mehrheit der Demonstranten ausgemacht hatten, nicht müde, mit jahrzehntelanger Verspätung gebetsmühlenartig genau die Parolen zu bemühen, gegen die diese damals zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen waren. (Was sie einer verblüfften Öffentlichkeit nun als einen Prozess der ‚politischen Reife‘ oder als ‚realistische Wende‘ verkaufen wollen.)   – The times they are a-changing …


Auch das von den Medien begierig aufgegriffene Herunterrechnen der Teilnehmerzahlen hat jahrzehntelange Tradition. Dieses Mal wurde allerdings auch noch optisch nachgeholfen: Bei der, durch Rahmeninterviews mit dem Bonner Politikwissenschaftler Frank Umbach eh schon artig regierungskompatibel geframeten, Live-Berichterstattung in Phoenix fiel auf, dass keine Aufnahmen aus der Vogelperspektive   – wie sonst bei Großdemonstrationen üblich und mithilfe von Drohnen heutzutage kinderleicht praktizierbar   – gezeigt wurden. Statt dessen hielt die Kamera, wenn sie die Demonstranten zeigte, in der Regel buchstäblich auf die Ränder der Veranstaltung. Hätte man statt dessen die Straße des 17. Juni in der Totale in den Blick genommen, wäre offensichtlich geworden, dass die von den Organisatoren angegebene Zahl von 50.000 erheblich dichter an der Realität lag, als die von der Polizei angegebenen   – und prompt von den Öffentlich-Rechtlichen bis hin zum Spiegel und dem ehemaligen publizistischen Flaggschiff der Entspannungspolitik genüsslich kolportierten   – angeblichen 13.000!


„Verhandlungen statt Militarismus pur!“

Die stärkste der vier Reden auf dem Podium hielt   – wohl nicht zufällig   – ein Militär: der Brigadegeneral a.D. und ehemalige Merkel-Berater, Erich Vad. Vad brachte das Kernanliegen der gesamten Demonstration klar und deutlich auf den Punkt: „Ende des fürchterlichen Krieges in der Ukraine, Ende der Kriegsrethorik in Deutschland, Ausstieg aus der Gewaltspirale und der militärischen Eskalation, eine politische Lösung des militärisch festgefahrenen Krieges sowie den baldigen Beginn von Verhandlungen.“ Der von Russland ausgelöste völkerrechtswidrige Angriffskrieg habe sich nach einem Jahr in einen „Abnutzungskrieg“ verwandelt wie seinerzeit 1916 in Verdun, als fast eine Million junger Franzosen und Deutscher „sinnlos und für nichts“ verbluteten. Eine militärische Lösung gebe es nicht mehr.

Waffenlieferungen ohne jede realistische Lösungsperspektive, ohne eine überzeugende Strategie der Konfliktlösung und ohne ein politisches Konzept, wie gegenwärtig vom Westen praktiziert, seien streng genommen nichts anderes als „Militarismus pur“, weil man militärische Hilfeleistungen nicht an realistische politische Ziele koppele. Weitere Waffenlieferungen könnten den Ukrainern nicht helfen, die aktuelle Pattsituation im Stellungskrieg aufzulösen oder den Krieg gar militärisch zu gewinnen. Die faktische russische Eskalationsdominanz   – „von der Mobilisierung bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen“   – sei nicht nur für die Ukraine sondern auch für ganz Westeuropa eine „existenzielle Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte.“

Ein russischer Einsatz von Atomwaffen, so ließ Vad durchblicken, sei im äußersten Falle durchaus nicht auszuschließen. Schließlich habe die Schwarzmeerregion für Russland die gleiche strategische Bedeutung wie die Karibik für die USA. Die gesamte Situation erinnere an die Kubakrise 1962. Und ähnlich wie damals komme man auch heute nur durch besonnenes politisches Handeln, durch Verhandlungen und Kompromisse aus der Sackgasse wieder heraus. Auch in der Zukunft werde es keine tragfähige europäische Friedensordnung ohne Russland geben. „Säbelrasseln“ allein bringe sehr wenig, wenn es nicht mit einem klugen, besonnenen politischen Vorgehen verknüpft werde. 

Vads unmissverstän

dliches Fazit: „Um den Weltfrieden nicht zu gefährden, sind jetzt mehr Diplomatie und Interessenausgleich notwendig und weniger Kriegsrethorik und eine öffentlich zur Schau gestellte Haltungsdiplomatie! Verhandlungen sind jetzt der einzig mögliche Weg, zu einer Lösung zu kommen. Die Mehrheit der Deutschen ist eindeutig gegen die Ausweitung von Waffenlieferungen und für Verhandlungen. Und das Friedensgebot unserer Verfassung fordert dazu auf, Frieden zu bewahren und/oder baldmöglichst wieder herzustellen!“


Der Anfang ist gemacht …

Halten wir fest: Der von Schwarzer und Wagenknecht initiierte Aufruf brachte Zehntausende aus allen Ecken der Bundesrepublik in die Hauptstadt. Der wochenlange publizistische Gegenwind, im Fortissimo aus allen Kanälen, hat seine Wirkung grandios verfehlt, das Pawlow‘sche Labeling „Querfront“, die Drohung „Der AfD-Abgeordnete xy hat den Aufruf als 11.547ter auch unterschrieben!!“, verfängt nicht mehr. Immer mehr Menschen handelten statt dessen nach dem unausgesprochenen Motto: „Die Lage ist nicht nur sehr ernst, sie ist brandgefährlich. Nun müssen wir, nun muss ich Gesicht zeigen. Und sollten ein paar Rechte dort auch herumlaufen   – umso wichtiger, dass wir kommen! Um sie in die absolute Minderheitsposition zu drängen!“


Aber das kann nur ein Anfang gewesen sein. Der erste Schwung darf nicht verpuffen! Nun geht es darum, dass die Stimme des großen Teils der Bevölkerung der „gegen die Ausweiterung von Waffenlieferungen und für Verhandlungen“ ist, kontinuierlich vernehmbar wird. Und dass er Druck auf die Politiker ausübt. Notwendig ist, mit anderen Worten, endlich eine Friedensbewegung 2.0!


… nun muss es weitergehen!

Dazu könnte ein Blick zurück nach vorn in die Achtziger Jahre durchaus hilfreich sein. Die Friedensbewegung damals war keine straff organisierte ‚Kaderpartei‘, sondern eine breite Koalition zahlloser selbstorganisierter Gruppen, die sich in einem Punkt einig waren: „Keine Stationierung neuer Atomraketen in Westeuropa!“ Ihr Fernziel: ein atomwaffenfreies Europa und die Überwindung der Machtblöcke.


Es gab Berufsgruppen wie „Ärzte, Juristen, Lehrer etc. für den Frieden“. Es gab Friedensgruppen im kirchlichen, im gewerkschaftlichen, im kulturellen und   – ja, dort auch!   – im publizistischen Milieu. Es gab Gruppen von Alten wie „Kriegsgeneration gegen Kriegsrüstung“ und es gab Gruppierungen von sogenannten ‚unpolitischen‘ Menschen, die einfach zutiefst geschockt waren, als ihnen bewusst wurde, dass sie bereits seit Jahren, ohne es bemerkt zu haben, in der unmittelbaren Nachbarschaft von Massenvernichtungsmitteln lebten.


Und es gab ein ‚Zauberwort‘: Ökopax! Das Bewusstsein, dass der Kampf gegen die kriegerische und der Kampf gegen die ‚friedliche‘ Zerstörung unseres Planeten sachlich gar nicht von einander zu trennen sind, war Allgemeingut.


Eine neue Friedensbewegung, so wie ich sie mir wünsche, eine „Breite Koalition der Vernunft“, würde hier wieder anknüpfen. Sie würde versuchen, alle bereits existierenden Antikriegsaktivitäten lose zu bündeln. Sie würde, heute extrem wichtig!, den Dialog mit den Klimaschützern der jungen Generation suchen. Sie würde anstreben, sich zu internationalisieren. Nach dem Prinzip „Alle Menschen, die ein sofortiges Ende des Krieges und Deeskalation zwischen dem Westen und Russland wollen, sollten sich   – ungeachtet aller anderen Differenzen   – zusammenschließen.“ Und zwar nicht nur in die anderen Länder der Europäische Union hinein, sondern bis in die Ukraine, nein: bis nach Russland! Sie würde die Bürger aller Länder dazu ermuntern, sich den neuen und alten Feindbildern zu verweigern und statt dessen die direkten Kontakte von Mensch zu Mensch auf sämtlichen Ebenen wieder aufzubauen und zu pflegen. Und sie würde die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure   – alle Menschen auf beiden Seiten der Front, die das Morden, das Zerstören nicht mitmachen wollen   – mit offenen Armen empfangen.


Sie würde schließlich über den blutigen Krieg in der Ukraine hinausdenken und sich auf der politischen Ebene für eine Neue Entspannungspolitik, für einen „Helsinki-Prozess 2.0“, sprich: für eine komplette Neujustierung der gesamten Europäischen Sicherheitsstruktur unter gleichberechtigter Einbeziehung Russlands einsetzen. Für eine Friedensordnung, die den Kernsatz der „Charta von Paris“ vom November 1990 „Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden“ wieder zu ihrem zentralen Dreh- und Angelpunkt macht.


Dass das alles keine Träume ‚weltfremder Idealisten‘, ‚naiver Gutmenschen‘ oder ‚nützlicher Idioten‘ sein müssen, sondern dass dieser Druck von unten sogar die höchsten Ebenen der Politik erreichen und dort Wirkung zeitigen kann, das hat 2017 kein Geringerer als Michail Gorbatschow bestätigt: „Ich erinnere mich gut an die lautstarke Stimme der Friedensbewegung gegen Krieg und Atomwaffen in den 1980er-Jahren. Diese Stimme wurde gehört!“ 

In diesem Sinne also.

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Quelle: https://globalbridge.ch/und-sie-bewegt-sich-doch-aufstand-fuer-frieden-auftakt-fuer-eine-neue-friedensbewegung/


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.03.2023

PM: Strafanzeige gegen Rheinmetall / Rüstungsexporte kontrollieren bevor es zu spät ist

aus e-mail von Jürgen Grässlin, 7. März 2023, 14:38 Uhr


*Mitteilung für die Medien *

**


*Berlin, 7. März 2023*


*Rüstungsexporte kontrollieren bevor es zu spät ist*


*Fall Rheinmetall: Strafanzeige und Pläne für Panzerfabrik*


„Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! hat Strafanzeige gegen

Rheinmetall gestellt wegen des Verdachts auf Beihilfe zu

Kriegsverbrechen im Jemen. Der Konzern hatte Waffen an die Vereinigten

Arabischen Emirate geliefert, die mutmaßlich bei der Seeblockade des

Jemen eingesetzt wurden. Diese Blockade von See-, Luft- und Landwegen

des Landes, in dem seit mittlerweile acht Jahren ein blutiger

Bürgerkrieg herrscht, hat laut UN zu der größten humanitären Krise der

Gegenwart geführt und Hunger wird als Mittel dieses Krieges benutzt“,

erklärt der Anwalt der Kampagne, Holger Rothbauer und führt weiter aus:

„Dass die Bundesregierung diese Rüstungsexporte entgegen nationalen und

europäischen Gesetzen und Selbstverpflichtungen scheinbar genehmigt hat,

entbindet den Konzern nicht von seiner Verantwortung. Es zeigt jedoch

auch, dass ein Verbandsklagerecht im aktuell geplanten

Rüstungsexportkontrollgesetz unablässig ist, um solche

Exportgenehmigungen künftig juristisch überprüfen lassen zu können,

bevor die Waffen ausgeliefert werden.“


Nun will Rheinmetall der Ukraine eine ganze Panzerfabrik des neu

entwickelten „Panther“ verkaufen. „Perfider Weise soll nun die Gunst der

Stunde – die ausnahmsweise erteilten Rüstungsexporte in den

Ukraine-Krieg auf Grundlage von Artikel 51 der VN-Charta –genutzt

werden, um eine Exportgenehmigung für eine ganze Panzerfabrik bzw. die

Herstellungsausrüstung im Rahmen einer Lizenzvergabe zu erhalten“,

resümiert die pax christi-Generalsekretärin und Kampagnen-Sprecherin

Christine Hoffmann. Dass es bis Baubeginn mindestens zwei Jahre dauert

und dann nochmals ein bis zwei Jahre vergehen, bis die ersten Panzer vom

Band rollen, bleibt unerwähnt. Der Krieg würde noch Jahre andauern und

die Ukraine brauche nun mal Panzer im Krieg gegen Russland, so der

Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Pappberger zu diesem beabsichtigten

Geschäft. „Die geplante Fabrik hilft der Ukraine in der aktuellen

Situation überhaupt nicht. Und dass, bzw. ob in drei bis vier Jahren der

Krieg immer noch anhält, kann weder jemand wissen noch wünschen, außer

vielleicht der Konzern, der damit seinen Umsatz steigert. Zur

Erinnerung: Rheinmetall lieferte Russland bis 2014 noch ein

Gefechtsübungszentrum. Nachdem 90 % des Auftrags abgearbeitet waren,

widerrief die damalige Bundesregierung die Genehmigung aufgrund der

Krim-Annexion und Russland stellte den verbleibenden Rest allein fertig.

Das Rüstungsunternehmen hat folglich kein Problem damit, wen es

beliefert“, kritisiert Hoffmann.


Jürgen Grässlin, Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den

Waffenhandel!“ und Bundessprecher der DFG-VK führt dazu aus: „Unabhängig

vom Selbstverteidigungsrecht der Ukraine kann es nicht im Interesse der

Bundesregierung sein, Herstellungsausrüstung und Technologie im Rahmen

von Lizenzverträgen zum Bau schlüsselfertiger Rüstungsfabriken im

Ausland zu genehmigen und damit ihre Kontrollrechte über Kriegswaffen

abzugeben. Nicht ohne Grund hat deswegen die Bundesregierung auch bei

den aktuellen Rüstungsexporten in die Ukraine in den meisten Fällen eine

Endverbleibserklärung verlangt.“ „Lizenzvergaben und die damit

verbundenen Exporte von Herstellungsausrüstung und Technologie bedeuten

immer, dass die Kontrolle über die im Ausland produzierten Rüstungsgüter

komplett abgegeben wird. Weder die Verwendung im Land noch der Export in

andere Länder unterliegen dann noch der deutschen Exportkontrolle. Und

es ist vollkommen klar, dass die Fabrik früher oder später auch für den

Export produzieren wird. Entsprechend muss die Bundesregierung einer

Genehmigungsanfrage von Rheinmetall eine klare Absage erteilen und ein

Exportverbot für Herstellungsausrüstung und Technologie im Rahmen von

Lizenzverträgen im geplanten Rüstungsexportkontrollgesetz verankern“, so

Grässlin weiter.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.03.2023

Lasst uns „umstritten“ sein!

nachdenkseiten.de, 07. März 2023 um 9:07 Ein Artikel von: Jens Berger

Es gibt wohl kaum einen Begriff, der im Sprachschatz der Journalisten in den letzten Jahren derart inflationär auftauchte, wie der Begriff „umstritten“. Jeder, der sich dem medialen Konsens nicht beugt, gilt heute als „umstritten“. Mit steter Regelmäßigkeit wird der Begriff sogar als Namensbestandteil von Personen verwendet, die derart „umstrittene“ Positionen vertreten – „Die umstrittene Politikerin hat auf einer bereits im Vorfeld umstrittenen Veranstaltung abermals ihre umstrittenen Positionen verbreitet“. Man kennt diese Sätze. Doch sie sagen mehr über den Absender als über den Adressaten und wenn das Land eines braucht, dann ist es mehr „Umstrittenheit“. Ein Kommentar des umstrittenen Jens Berger.

Sahra Wagenknecht ist umstritten. Alice Schwarzer ebenfalls. Da war es offenbar nur folgerichtig, dass ihr gemeinsam formuliertes und initiiertes Manifest für den Frieden ebenfalls umstritten ist und die sich daraus ergebende Demo vor dem Brandenburger Tor natürlich auch umstritten, wenn nicht sogar stark umstritten war.

Aber die beiden finden sich ja in guter, umstrittener Gesellschaft. Bereits während der Corona-Pandemie galten den Medien plötzlich renommierte Virologen wie beispielsweise Alexander Kekulé oder Hendrik Streeck als umstritten. Warum? Sie widersprachen in Teilen der Meinung einer anderen Gruppe von Wissenschaftlern, denen damals die Maßnahmen nicht weit genug gehen konnten. Ein wissenschaftlicher Diskurs mit unterschiedlichen Positionen also. So was soll es geben. Genau so „funktioniert“ schließlich Wissenschaft.

Aber warum galt dann die eine Gruppe von Wissenschaftlern den Medien als „umstritten“ und die andere nicht? Getreu der eigentlichen Bedeutung des Begriffs waren die Positionen und Forderungen von Christian Drosten, Melanie Brinkmann, Michael Meyer-Hermann oder Viola Priesemann natürlich ebenfalls hoch umstritten und erwiesen sich in vielen Punkten später ja auch als falsch. Den „umstrittenen Virologen“ Christian Drosten oder die „umstrittene Modelliererin Viola Priesemann“ sucht man jedoch bis heute vergebens in den Zeitungen.

Besonders umstritten sind für die schreibende Zunft seit längerem vor allem Wissenschaftler und Journalisten, die sich zu außen- und sicherheitspolitischen Fragen äußern. Dazu gehören beispielsweise der umstrittene Michael Lüders und die umstrittene Gabriele Krone-Schmalz – die Liste ließe sich problemlos verlängern. Jedermann, der sich kritisch zu transatlantischen Positionen, der NATO und den Narrativen des „Wertewestens“ äußert, läuft sehr schnell Gefahr, schon bald das Label „umstritten“ verliehen zu bekommen. Umgekehrt dürfen Wissenschaftler und Journalisten, deren Positionen regierungsnah, also transatlantisch sind, so ziemlich jeden Unsinn schreiben und erzählen, ohne jemals umstritten zu sein. Ist das nicht seltsam?

Wer definiert überhaupt, wer oder was umstritten ist? Die Antwort ist banal: Der mediale Mainstream, also der Konsens, auf den sich das Gros der Meinungsjournalisten geeinigt hat – und irgendwie scheint heute ja jeder Journalist ein Meinungsjournalist mit Haltung zu sein. Die vielzitierte Vierte Gewalt maßt sich also an, die gültigen Werte und Normen zu definieren. Wer diese Werte teilt oder sich zumindest den daraus resultierenden Normen unterwirft, sich stets nach dem aktuellen Zeitgeist dreht und immer das denkt und sagt, was gerade unter Journalisten Konsens ist, ist demnach anerkannt. Sagt man nicht, „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“?

Wer anderer Meinung ist, sich nicht in eine Duldungsstarre begeben will oder gar die Legitimität dieser Konsensbildung bestreitet, also gegen den Strom schwimmt, ist indes umstritten. Wie arrogant. Eine kleine Gruppe von Haltungsjournalisten definiert die Regeln und die Leitplanken, innerhalb derer eine anerkannte Debatte möglich ist. Mit welchem Mandat?

Unabhängig davon, ob diese oder jene Position „richtig“ oder „falsch“ ist und welche Meinung man selbst zu bestimmten Themen hat – sieht so ein offener, produktiver gesellschaftlicher Diskurs aus? Natürlich nicht. Journalisten dürfen, ja sollen eine eigene Meinung haben und diese auch gerne offensiv vertreten. Wenn sie jedoch ihre Meinung zum Maß aller Dinge machen und ihre Macht nutzen, um Vertreter anderer Positionen gesellschaftlich auszugrenzen und ihnen die Freiheit, an öffentlichen Debatten mitzuwirken, aberkennen, ist dies ein klarer Machtmissbrauch.

Deutungsmonopole, Leitplanken für Debatten und Denkverbote vertragen sich nicht mit einer vermeintlich pluralistischen Gesellschaft. Debatte braucht Widerspruch! Und wenn man damit Gefahr läuft, selbst als „umstritten“ tituliert zu werden, dann sei dem so. Wir brauchen viel mehr umstrittene Stimmen. Anerkannte Sprechpuppen, die stets nur das sagen, was dem Konsens der Meinungsmacher entspricht, haben wir schließlich mehr als genug. Seid umstritten! Oder frei nach Lenin: Sag’ mir, wer Dich kritisiert und ich sage Dir, was Du richtig gemacht hast.


Rubriken:

Erosion der Demokratie Medienkritik Strategien der Meinungsmache


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=94719


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07.03.2023

Wirtschaftlicher Niedergang durch Klima- + Anti-Russland/Anti-China-Politik

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. März 2023, 11:08 Uhr


(…) Der immer höhere Kapitalbedarf sei vor allem auf die verschärften

Klimaziele insbesondere der Bundesregierung zurückzuführen.(…)


https://freeassange.rtde.live/inland/164661-niederlaendischer-staat-will-deutsche-sparte-des-stromnetzbetreibers-tennet-abwickeln/


6.3.2023


*Niederländischer Staat will deutsche Sparte des Stromnetzbetreibers

Tennet abwickeln


*Auch im Ausland spricht sich der Niedergang der deutschen Wirtschaft

herum. Nun will die niederländische Regierung den Stromnetzbetreiber

Tennet Deutschland möglichst rasch an die Bundesregierung verkaufen.

Zumindest für die FDP ist das ein "Warnsignal" an den Standort Deutschland.


Die niederländische Regierung rät laut

<https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/tennet-niederlaender-wollen-deutschen-netzbetreiber-moeglichst-schnell-loswerden/29019510.html

dem /Handelsblatt/ dringend zu einem Komplettverkauf der

Deutschlandtochter des Stromnetzbetreibers Tennet an die

Bundesrepublik. Laut einem gemeinsamen Schreiben der niederländischen

Finanzministerin Sigrid Kaag und des Energieministers Rob Jetten

wolle man "einen vollständigen Verkauf von Tennet Deutschland an den

deutschen Staat für das bevorzugte Szenario" erreichen. Der

niederländische Staat sei dann nicht mehr den "den Risiken des deutschen

Geschäfts ausgesetzt".


In Den Haag gehe man davon aus, dass der zu erwartende Finanzbedarf

weiterhin deutlich ansteigen wird. Daran wolle man sich offenkundig

nicht beteiligen und die deutsche Tochter bereits bis 2024 abwickeln.

Man gehe von "Investitionen in Höhe von 111 Milliarden Euro in den

nächsten zehn Jahren" aus. Dabei entfielen 40 Prozent auf

die Niederlande und 60 Prozent auf Deutschland. Noch im November

vergangenen Jahres habe die Zehn-Jahres-Investitionsagendalediglich 89

Milliarden Euro umfasst. Im September 2022 seien es 70 Milliarden Euro

gewesen und im April 2022  60 Milliarden Euro.


2018 hatten 28 Milliarden Euro im Raum gestanden. Der immer höhere

Kapitalbedarf sei vor allem auf die verschärften Klimaziele insbesondere

der Bundesregierung zurückzuführen.


Allein für Tennet Deutschland beträgt der Kapitalbedarf für den gleichen

Zeitraum demnach rund 15 Milliarden Euro. Man gehe aber noch von

deutlich höheren Summen aus. Aus Sicht der FDP ist das Schreiben der

niederländischen Minister als Warnung zu verstehen. Michael Kruse,

energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, betonte: /"Wenn

selbst staatliche Netzbetreiber sich aus dem deutschen Netz zurückziehen

wollen, dann muss das die deutsche Regierung in Alarmbereitschaft

versetzen."/


Deutsche Wirtschaftsnachrichten 6.3.2023

<https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/702563/PCK-Raffinerie-Schwedt-kann-kein-Bitumen-mehr-produzieren>


*PCK-Raffinerie Schwedt kann kein Bitumen mehr produzieren

*Das von der Bundesregierung erlassene Öl-Embargo bringt die

PCK-Raffinerie und den gesamten Straßenbau im Osten in Bedrängnis.


Die Bauindustrie in Ostdeutschland befürchtet steigende Kosten beim

Straßenbau wegen des Bezugsstopps von russischem Öl aus der

Druschba-Pipeline. Hintergrund ist, dass die Raffinerie PCK in Schwedt

nach Angaben von Mitgesellschafter Rosneft Deutschland derzeit kein

Bitumen mehr herstellt. „Wenn die PCK-Raffinerie nicht mehr arbeiten

kann, kommt es definitiv zu einer Verknappung von Bitumen am Markt“,

sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost, Robert

Momberg, der Deutschen Presse-Agentur. „Dies bedeutet zwangsläufig eine

weitere Verteuerung der Baumaterialien und damit des Straßenbaus.“


Seit Januar fließt nach einer Entscheidung der Bundesregierung wegen des

Ukraine-Kriegs kein russisches Öl mehr über die Pipeline Druschba nach

Deutschland. Andere europäische Staaten – namentlich Ungarn, die

Slowakei und Tschechien – beziehen aber weiterhin günstiges russisches

Öl aus der Druschba-Pipeline - ein Wettbewerbsnachteil für die deutsche

Wirtschaft.

(…)

Die Bauindustrie Ost betonte, Schwedt und die Raffinerie in Leuna

deckten fast den gesamten Bedarf an Ölprodukten wie Diesel, Benzin und

Kerosin in Ostdeutschland. Für die Bauwirtschaft ergebe sich eine hohe

Abhängigkeit, denn im Straßenbau werde überwiegend Asphalt verwendet.

Bei der Asphaltherstellung wird Bitumen benötigt, das aus der

Verarbeitung von Erdöl gewonnen wird. Es sei „elementar wichtig“,

betonte der Verband. Besonders drastisch könne die Situation mit Blick

auf das Ende der Winterpause werden, sobald das Wetter also günstige

Bedingungen im Straßenbau zulasse.

Der Verband sieht mehrere Nachteile, wenn Bitumen aus anderen

Bundesländern bezogen werden muss. Das führe zu langen Transportwegen

und damit weiter steigenden Kosten für Bauunternehmen. Dies erweise der

politisch und gesellschaftlichen geforderten Nachhaltigkeit in der

Bauwirtschaft einen „Bärendienst.“ „Die Politik setzt die Regeln und

muss die Versorgungssicherheit gewährleisten, so dass die Preise stabil

bleiben können“, forderte der Hauptgeschäftsführer.


https://www.infosat.de/digitale-welt/pr-fung-zu-huawei-technologie-bei-5g-ausbau-deutschland-dauert

7.3.2023

*Prüfung zu Huawei-Technologie bei 5G-Ausbau in Deutschland dauert an


*(dpa) - Mögliche Einschränkungen für die chinesischen

Technologie-Konzerne Huawei und ZTE beim Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes

in Deutschland sind weiterhin offen. Die Prüfung laufe noch, erfuhr die

Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus Regierungskreisen. Sollte

sich dabei herausstellen, dass Bauteile von Huawei und ZTE ein

Sicherheitsrisiko darstellen, werde die Bundesregierung den

Mobilfunkanbietern nicht nur verbieten, diese zu verwenden, sondern sie

auch dazu auffordern, ihre Anlagen entsprechend umzurüsten. Zuvor hatten

mehrere Medien berichtet, dass die Bundesregierung plane, den Einsatz

chinesischer Technologie beim Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland

deutlich einzuschränken beziehungsweise zu verbieten.

Die USA warnen Deutschland seit langem eindringlich vor einer

Beteiligung von Huawei am Mobilfunknetz. Mehrere Länder, unter anderem

die USA und Kanada, haben Netztechnik von Huawei und ZTE bereits aus

ihren Märkten ausgeschlossen. Die USA behaupten, China könne über die

5G-Technik etwa von Huawei Spionage betreiben. Huawei wies die Vorwürfe

stets zurück.


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07.03.2023

Neues von gestern – der Geschichte-Newsletter Ist Putin ein Faschist?

spiegel.de, 23.02.2023, 17.00 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,


ein Jahr ist es am Freitag her, dass Russland die Ukraine angriff. Für eine historische Analyse des Angriffskrieges ist es zu früh, noch weiß niemand, wie die Sache ausgehen und was sich daraus entwickeln wird. Aber ist eine erste Einordnung aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive schon möglich? Das haben wir den Historiker Timothy Snyder gefragt, einen der besten und streitbarsten Kenner der ukrainischen Geschichte.


Seine Antwort war überraschend, in gewisser Weise auch überraschend optimistisch. Snyder sieht den Konflikt als einen Schritt Russlands bei der Transformation in einen, nun ja, normalen europäischen Staat: »Europäische Imperien müssen offenbar erst Kriege verlieren, um sich weiterzuentwickeln. So, wie Deutschland 1945 den Zweiten Weltkrieg verloren hat, Frankreich 1962 den Algerienkrieg, so wie Portugal und Spanien ihre afrikanischen Kolonien verloren haben. Russland muss in der Ukraine verlieren, um sich von einer Großmacht in etwas Neues zu verwandeln.«


Noch eine historische Vergleichsebene bringt Snyder ins Spiel: Er hält Putins Regime für faschistisch. Wir haben ihn gefragt, woran er das festmacht. Unter anderem daran, dass der Wille über der Vernunft stehe, sagt Snyder – der auch einen Ausblick wagt, wie der Krieg enden könnte. Das ganze Interview lesen Sie hier


- Ab hier Bezahlschranke -


Info: https://www.spiegel.de/geschichte/geschichte-newsletter-ist-putin-ein-faschist-a-2526fbe3-174f-4e56-99fe-6375573c6af5?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE


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07.03.2023

Soziologe Wolfgang Streeck über die Notwendigkeit des „Manifests für den Frieden“ und die Gefahr für Deutschland, in den Krieg hineingezogen zu werden.

fr.de, 7. März 2023, Von: Michael Hesse


Herr Streeck, Sie haben das Manifest für den Frieden unterschrieben, das auf eine Initiative von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht zurückgeht. Darin steht, dass Waffenlieferungen an die Ukraine gestoppt und Verhandlungen mit Russland aufgenommen werden sollen. Glauben Sie, dass die Russen derzeit verhandlungsbereit sind?

Das weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass die gegenwärtige ukrainische Regierung, mit Herrn Melnyk als Vize-Außenminister, es erklärtermaßen nicht ist: oder nur nach vorheriger russischer Kapitulation. Wie sich das auf russischer Seite verhält, wäre herauszufinden, und gerade auch, ob strategisch formulierte öffentliche Erklärungen so gemeint sind, wie sie klingen. Diplomaten werden bekanntlich dafür geschult und nicht schlecht bezahlt, auch bei scheinbar ausweglosen Konflikten Gemeinsamkeiten zu finden, die die unterschiedlichen Interessen, die zum Krieg geführt haben, überwiegen.


Im Übrigen hat Russland im Herbst 2021 die USA wiederholt aufgefordert, über eine Reihe von russischen Memoranden zum Ukraine-Konflikt zu verhandeln; dies wurde abgelehnt. Auch nach Kriegsbeginn gab es noch direkte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, unter anderem unter Vermittlung des israelischen Premierministers Bennett; diese endeten ergebnislos


Gräber gefallener Soldaten in der Ukraine. © IMAGO/ZUMA Wire


 – nach Bennetts Auskunft, die er später halb zurückgezogen hat, infolge von amerikanischen und britischen Interventionen auf ukrainischer Seite.

Und schließlich möchte ich mich weigern mir vorzustellen, dass ein zivilisiertes Land wie Deutschland nicht immer wieder alles nur Menschenmögliche versucht, um einen grauenvollen Krieg wie den in der Ukraine (alle Kriege sind grauenvoll) so schnell wie möglich zu beenden. Es geht hier nicht um Computerspiele, sondern um das Töten und Sterben wirklicher Menschen – pro Tag, wenn die Schätzungen stimmen, etwa eintausend, überwiegend junge Männer, auf beiden Seiten.


Russland hat mehrfach betont, die von ihm besetzten Gebiete müssten als russisches Territorium in einem Abkommen akzeptiert werden, eine aus Sicht der Ukraine unakzeptable Forderung. Wie sollte dennoch ein Kompromiss zustande kommen?

Alle, die sich mit dem Thema ernsthaft beschäftigen, wissen im Grunde, wie das Ergebnis dieses Krieges aussehen wird: nämlich ungefähr wie die Minsker Vereinbarungen – nicht unähnlich übrigens der politischen Plattform, auf der Selenskyj 2019 mit Dreiviertelmehrheit vom ukrainischen Volk gewählt wurde. Das heißt: die Krim bleibt bei Russland (über ihren endgültigen Status wird irgendwann in der Zukunft entschieden), die russischsprachigen Gebiete der Ukraine erhalten einen Sonderstatus, mit weitreichender Autonomie, unter internationaler Überwachung, und die Ukraine bleibt neutral, d.h. unter anderem: genehmigt anders als Rumänien und Tschechien keine Abschussbasen für amerikanische Mittelstreckenraketen auf ihrem Territorium, das Ganze garantiert durch eine der OSZE ähnliche internationale Sicherheitsarchitektur. Die Tragik ist, dass alle wissen, dass irgend so etwas am Ende herauskommen wird, aber niemand weiß, wie man erreichen kann, dass es jetzt herauskommt und nicht erst nach mehreren Jahren eines blutigen Abnutzungskrieges. Und je länger der Krieg dauert, desto unversöhnlicher werden die Kriegsparteien; auch das weiß man.


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Habermas bei Hertie School of Governance


Das Manifest erweckt den Eindruck, als gebe es keine Gespräche. Aber die hat es von Anfang an gegeben, Politiker wie Scholz und Macron fühlten sich persönlich von Putin belogen. Wer ist schuld daran, dass Verhandlungen bislang nicht möglich sind, wenn nicht Putin?


Ich war nicht dabei. Aber nachdem Frau Merkel behauptet hat, dass sie und Hollande die Minsker Abkommen nur ausgehandelt hatten, um der Ukraine Zeit zu verschaffen, weiter aufzurüsten, könnte sich ja auch Putin belogen fühlen. Allerdings glaube ich ihr nicht, dass das von ihrer Seite Scheinverhandlungen waren; sich aus ihrer Politik herauszureden, wenn diese nicht mehr populär ist, gehört zu ihrer Art, mit der sie sechzehn Jahre lang sehr erfolgreich war. Merkel und Sarkozy, Deutschland und Frankreich, haben damals einen europäischen Ausweg aus dem sich abzeichnenden Ukraine-Krieg gesucht („Normandie-Format“), einen ohne die Vereinigten Staaten, die darüber alles andere als glücklich waren.


Die Merkel-Sarkozy-Initiative entsprach in etwa der Weigerung von Schröder und Chirac 2003, im Gefolge der USA in den Irak einzumarschieren, mit dem Ergebnis, Sie erinnern sich, dass in Amerika die French Fries in Freedom Fries umgetauft wurden, allerdings nur kurzfristig. Im Übrigen wird in Kriegen immer gelogen, sehr selten zwischen den Chefs, wie John Mearsheimer gezeigt hat, umso mehr aber gegenüber den Bevölkerungen, der eigenen und der des Gegners. Das hat einen schlechten guten Grund: Es geht um Leben und Tod, ein Krieg ist kein Beichtstuhl oder philosophisches Seminar. Sobald man im Krieg ist, geht es nicht mehr um Wahrheit, sondern um „Narrative“: Wenn es dem eigenen Sieg dient, muss und darf man lügen. Auch deshalb muss man Kriege möglichst vermeiden oder doch schnellstens beenden: sie sind nicht nur dem Leben abträglich, sondern auch den guten Sitten.


Viele befürchten, dass ein schlechter Friedensdeal den russischen Appetit auf Land weiter steigern könnte. Es wäre eine Art Pyrrhussieg. Ist die Befürchtung ungerechtfertigt?

Also jeder „Friedensdeal“ ist erstmal ein guter: Er setzt der Schlächterei ein Ende. Im vorliegenden Fall würde ich allerdings vorziehen, von einem Waffenstillstand zu sprechen, den man nutzen kann, um darüber nachzudenken, wie man aus dem Schlamassel rauskommt. Auch ist ein „Friedensdeal“, wie Sie das ausdrücken, als ginge es dabei um einen Gebrauchtwagen, kein „Sieg“ (außer für die Vernunft), und schon gar kein „Pyrrhussieg“.


Was den Kern Ihrer Frage angeht, so glaube ich nicht, dass irgendjemand ernsthaft befürchtet, dass eine russische Armee, die nicht einmal in der Lage war, und jetzt weniger denn je in der Lage sein wird, Kiew zu erobern (750 Kilometer von Moskau!), in Berlin einmarschieren könnte. Übrigens war in den Verhandlungen zwischen den USA und Russland nach dem Ende der Sowjetunion, unter Gorbatschow, Jelzin und Putin, von russischer Seite immer wieder deutlich gemacht worden, dass die Ukraine ein casus belli sein würde, nicht die Tschechoslowakei, nicht Rumänien, nicht einmal die baltischen Staaten, so ungern die Russen diese im westlichen Bündnis sehen wollten. Jeder wusste: Die Ukraine war der eine Staat zu viel bei der Arrondierung der Nato nach dem Ende der Sowjetunion.


Es wird das Argument vorgebracht, die Ukraine könne keine Atommacht bezwingen – dabei haben Vietnam und auch Afghanistan vorgemacht, dass es geht.

Der Vergleich ist auf die denkbar lächerlichste Weise schief. Die USA liegen auf einem riesigen Inselkontinent und sind deshalb mit konventionellen Mitteln unangreifbar. Wenn sie irgendwo auf der Welt Landkriege verlieren, wie sie es ja mehr oder weniger laufend tun, können sie sich auf ihren Kontinent zurückziehen, auf den ihnen niemand folgen kann. Sie haben dann einen Krieg verloren, aber nicht ihr Land oder ihren Staat.


Das ist in Russland anders. Der Sieg gegen Russland, den sich die gegenwärtige ukrainische Regierung vorstellt, aber wohl auch die deutsche Außenministerin, mit Putin als Gefangenem, der dann vor einem Haager Tribunal endet, erfordert einen Einmarsch der ukrainischen Armee in Moskau, zusammen mit ihren dazu benötigten Verbündeten, wer immer sich da in die Front der kriegführenden Mächte einreihen würde, vielleicht Polen, vielleicht „Europa“, vielleicht Deutschland unter einer Kanzlerin Baerbock, so wie die sowjetischen Truppen 1945 in Berlin einmarschierten. Wenn ein solcher Einmarsch sich abzeichnete, würde Russland zu seinen nuklearen Gefechtsfeldwaffen greifen. Was dann geschähe, steht in den Sternen; ein „Sieg der Ukraine“ wäre es sicher nicht.


Einige meinen, dass die USA den russischen Einmarsch vor einem Jahr geradezu herbeigeredet habe. Die USA profitieren mit ihrer Energiewirtschaft, der Journalist Seymour Hersh erklärte, die Amerikaner hätten die Nord Stream-Pipelines gesprengt. Wie bewerten Sie die Rolle der USA in dem Konflikt mit Russland?

Das ist eine lange Geschichte, die sich über drei Jahrzehnte hingezogen hat; die Neunzigerjahre sind in dem Buch von M. E. Sarotte, „Not One Inch“, im Detail dokumentiert. Die USA haben den Einmarsch sicher nicht gewollt; ebenso sicher haben sie ihn riskiert. Abgesehen davon möchte ich wissen, ob es irgendjemanden gibt, der sich, um im Kommiss-Jargon zu sprechen, nicht die Hose mit der Kneifzange anzieht, der nicht glaubt, dass die Pipeline vom US-amerikanischen Militär auf Befehl Bidens gesprengt wurde. Die Rolle der USA als der bei weitem größten Militärmacht der Welt war von Anfang an zentral. Übrigens, um auf das Thema Verhandlungen zurückzukommen, werden es die USA sein, und niemand anderes, die, wenn überhaupt, mit Russland über ein Kriegsende Verhandlungen führen werden. „Wir“ – Deutschland, aber auch Frankreich und die EU – werden dabei nichts mit zu verhandeln haben, genauso wenig wie im Herbst 2021 oder bei den Bennett-Verhandlungen.


Zur Person

Wolfgang Streeck , geboren 1946, war bis 2014 Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der British Academy sowie Honorary Fellow der Society for the Advancement of Socio-Economics.


Sein Buch „Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus“ war 2013 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Streeck ist Mitunterzeichner des von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierten „Manifests für den Frieden“. Foto: Imago Images


Putin führte ja stets die aus seiner Sicht drohende Nato-Mitgliedschaft der Ukraine an. Diese stand aber nach Aussagen westlicher Politiker nach 2008 nie auf der Tagesordnung. Wie bewerten Sie die Rolle des Westens als Mitauslöser des Krieges?

Nach 2008, nachdem die Nato-Aufnahme Russlands an Merkel und Sarkozy gescheitert war, haben die Vereinigten Staaten, wesentlich geführt von Vizepräsident Biden in seiner Rolle als Ukraine-Beauftragter Obamas (2009-2017) und Victoria Nuland im State Department („Fuck the EU“), sich darauf konzentriert, die Ukraine faktisch, als Ersatz für eine formelle Mitgliedschaft, in die Nato aufzunehmen. Von da an war die Ukraine über Jahre weltweit das Land mit dem höchsten jährlichen Zuwachs der Rüstungsausgaben, spendiert von den USA. 2020 erklärte die Nato dann, sie habe mit der Ukraine die lange angestrebte „Interoperabilität“ erreicht, also eben die gegenseitige Abstimmung der Militär- und Kommandostrukturen, wie sie für die Mitglieder der Nato Pflicht ist.


Sie haben zuletzt in Ihrem Buch auf den deutsch-französischen Konflikt verwiesen. Sehen Sie sich da bestätigt, was die Fliehkräfte innerhalb der EU angeht?

Ich sehe mich in letzter Zeit zu meinem Entsetzen immer öfter bestätigt. Europa ist handlungsunfähig, wenn Deutschland und Frankreich nicht wie 2003 und 2008 gemeinsam agieren. Frankreich wagt sich in der Russlandfrage nicht aus der Deckung, solange Deutschland nicht mitmacht; Deutschland wagt sich nicht aus der Deckung, solange Frankreich ihm keinen Ersatz für seine nukleare Rückversicherung durch die USA bieten kann.


Hierüber laufen seit Jahren im Hintergrund Verhandlungen, sie führen aber zu nichts. Wie sehr Deutschland unter der amerikanischen Kuratel steht, zeigt die schweigende Hinnahme der Sprengung der Pipelines, aber nicht nur die. Deutschland ist nach Okinawa die Weltgegend mit dem größten amerikanischen Truppenkontingent – 35 000, wenn ich recht informiert bin – und einer gigantischen militärischen Infrastruktur, die unter anderem sämtliche Operationen des amerikanischen Militärs und der CIA im Nahen Osten koordiniert. Zu dieser Infrastruktur gehört eine unbekannte Anzahl von Atomsprengköpfen, die gegebenenfalls auf amerikanische Anweisung von den deutschen Tornados auf von den USA vorgegebene Ziele abgeworfen werden können („nukleare Teilhabe“ heißt das). Ich wiederhole: Das sind keine Computerspiele, da geht es um richtiges großformatiges Töten und Sterben.


Befürchten Sie eine Eskalation des Krieges zu einem internationalen Krieg?

Es ist ja schon ein internationaler Krieg. Sie meinen, ob Deutschland in den Krieg hineingezogen werden könnte? Aber ja. Heftige Bemühungen von allen Seiten in diese Richtung sind schon lange unterwegs, und wenn die Russen auf den Schlachtfeldern der Ukraine wieder vorwärts marschieren sollten, dann werden sie zunehmen. Für die USA wäre es ideal, gemeinsam mit Großbritannien Deutschland als lokalen Kommandeur eines langen Stellungs- und Abnutzungskrieges zu dienstverpflichten. Die Pro-Ukraine-Rhetorik der deutschen Grünen bereitet das schon vor. Sie beschreiben den Krieg in derart manichäischen Tönen, dass man immer weniger versteht, wieso man wollen kann, keine Kriegspartei zu sein. Wenn Putin das ist, was von ihm behauptet wird, darf man dann die Ukrainer im Kampf für ihren Endsieg, der ja angeblich auch unserer wäre, alleine sterben lassen?


Sind Biden und Scholz nicht zwei Politiker, die genau diese Eskalationsgefahr befürchten, die ja Anlass des Manifests ist, und ihre Politik danach ausrichten?

Es wird mir in der ganzen Angelegenheit schon lange viel zu viel bewertet. Biden hatte seit seiner Zeit als Obamas Ukraine-Beauftragter die Ukraine als Druckmittel gegen Russland auf dem Schirm. Großmächte sind so. Nachdem seine Armee aus Afghanistan flüchten musste, dürfte ihm die Zuspitzung um die Ukraine herum gelegen gekommen sein, um seine innenpolitischen Kritiker stillzustellen; ich vermute, dass die Weigerung im Herbst 2021, mit Russland zu verhandeln, auch damit zu tun hatte, dass er nach Afghanistan keine „Schwäche“ zeigen wollte.


Heute besteht sein Problem darin, die „Eskalation“, wie Sie das nennen, so unter Kontrolle zu halten, dass der Ukraine-Krieg Russland über Jahre militärisch bindet und wirtschaftlich ruiniert und zugleich die Nato unter amerikanischer Führung so in der Furcht ihres Herrn zusammenhält, dass sie out-of-area-Einsätze in Asien nicht verweigern kann, auch, aber nicht nur, in Gestalt eines ökonomischen Boykotts Chinas. Der „Player“ hier ist Biden bzw. der amerikanische Kongress, nicht Scholz. Was Scholz angeht, so kann man nur hoffen, dass es ihm halbwegs gelingt, Deutschland irgendwie aus dieser Zukunft herauszuwieseln; die Aussichten darauf sind nicht gut, zumindest solange die Grünen in der Regierung sind. Die Amerikaner, da kann man sicher sein, meinen es bitter ernst. Die Ukraine und Europa sind nur das Vorspiel.


Wie wird es Ihrer Ansicht nach weitergehen?

Eigentlich ist diese Frage gar nicht so schwer zu beantworten. Ich sehe zwei Pfade, der eine zwischen den USA und Russland ausgehandelt, mit China im Hintergrund, der andere unilateral von den USA der westlichen Allianz vorgegeben. Was eine Verhandlungslösung angeht, so würde China dem von ihm nunmehr abhängigen Russland verbieten, sich im äußersten Notfall mit Atomwaffen zu verteidigen, während die USA sich verpflichten müssten, einen solchen äußersten Notfall nicht eintreten zu lassen. Dies würde bedeuten, dass die Ukraine ihre derzeitigen Kriegsziele (Rückeroberung der Krim, Putin vor Gericht in Den Haag) mehr oder weniger stillschweigend aufgeben müsste. Substanziell würde das auf eine Art Friedensschluss nach Minsker Muster hinauslaufen. Dies wäre mit schweren Enttäuschungen für die radikale Fraktion der ukrainischen Nationalbewegung verbunden, die irgendwann um 2014 herum mit Unterstützung der USA und Großbritanniens daran gegangen war, den bis dahin eher kompromisslerischen Kurs ihres Landes bzw. seiner Oligarchen zu beenden.


Was wäre die Alternative?

Alternativ würden die USA Verhandlungen unter chinesischer Vermittlung ablehnen und es Deutschland übertragen, dafür zu sorgen, dass die Ukraine trotz ihrer unrealisierbaren Kriegsziele im Kriegsgeschäft bleiben kann. Deutschland würde dann innerhalb der Nato für die langen Jahre eines Abnutzungskrieges gewissermaßen die Konsortialführung in Europa übernehmen, wie schon jetzt bei den Panzern, mit allen Konsequenzen einschließlich, wenn es zu gut für Russland läuft, einer sich allmählich aufbauenden direkten Kriegsbeteiligung, etwa an der Spitze einer „europäischen Armee“.


Anders ließe sich Moskau jedenfalls nicht erobern, nicht einmal in einem „Narrativ“. Gleichzeitig würden sich die USA der Vorbereitung eines fernöstlichen Krieges gegen China, etwa um Taiwan, zuwenden. Für die Völker Europas einschließlich der Ukraine wäre dies eine einzige, riesige, lang hingezogene Katastrophe. Wir können nur hoffen, dass eine chinesisch vermittelte Verhandlungslösung Deutschland davor bewahrt, an der Seite der gegenwärtigen ukrainischen Regierung, die ja immerhin den Bandera-Fan Melnyk einschließt, die Krim für die Ukraine zurückerobern zu müssen. Dass dafür nicht nur Kampfflugzeuge gebraucht würden, sondern – zunächst, aber sicher nicht zuletzt – auch Splitter- und Brandbomben, ist uns schon mitgeteilt worden. (Michael Hesse)


Info: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/soziologe-wolfgang-streeck-die-amerikaner-meinen-es-bitterernst-92108110.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Jürgen Habermas: Warnung vor dem Weltkrieg


fr.de, vom  15.02.2023, 16:33 Uhr, Von: Michael HesseDer Philosoph Jürgen Habermas warnt in einem erneuten Beitrag vor der Gefahr eines Weltkrieges. Die Waffenlieferungen hätten eine nicht zu unterschätzende Eigendynamik.


Jürgen Habermas ist ein großer Denker. Schon Jacques Derrida staunte über seine Berühmtheit. Ob in Japan oder Brasilien oder den USA, Habermas gilt überall als einer der letzten verbliebenen großen deutschen Philosophen. Er ist einer, der sich oft zu Wort meldet. Vor einigen Jahren hat er einen gigantischen Streifzug durch die Philosophie von Platon bis, ja bis zu ihm selbst angetreten. „Auch eine Geschichte der Philosophie“ heißt das bei Suhrkamp erschienene Großwerk. Und soeben hat er sich erneut in die Debatte über die westlichen, besonders aber deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine eingemischt. Und hier ist er deutlich schärfer als in seinem vorhergehenden Beitrag. Er warnt nun in der „Süddeutschen Zeitung“ vor der Gefahr eines Weltkrieges.


„Der Krieg zieht sich hin, die Zahl der Opfer und der Umfang der Zerstörungen schwellen an. Soll nun die Eigendynamik unserer aus guten Gründen geleisteten militärischen Hilfe ihren defensiven Charakter abstreifen, weil nur ein Sieg über Putin das Ziel sein kann?“, fragt Habermas in der SZ. „Das offizielle Washington und die Regierungen der anderen Nato-Mitgliedsstaaten waren sich von Anbeginn einig, vor dem point of no return – dem Kriegseintritt – haltzumachen.“


Habermas deutet in diesem Kontext das Zögern des US-Präsidenten Joe Biden als eine Bestätigung der Haltung, die auch der deutsche Kanzler Scholz eingenommen habe. Und dieses Zögern sei „offensichtlich strategisch und nicht nur technisch begründet“.


Doch Habermas erkennt einen Wendepunkt in der Debatte, „seitdem sich auch China zur Ächtung des Einsatzes von ABC-Waffen bekannt hat“. Nun sei diese Sorge in den Hintergrund gerückt, so Habermas. Der mittlerweile 93 Jahre alte Philosoph und Soziologe warnt deshalb eindringlich: „Aus der Perspektive eines Sieges um jeden Preis hat die Qualitätssteigerung unserer Waffenlieferungen eine Eigendynamik entwickelt, die uns mehr oder weniger unbemerkt über die Schwelle zu einem dritten Weltkrieg hinaustreiben könnte.“


Die Sorge des Weltgeistes aus Gummersbach scheint groß zu sein, dass man nun wie vor dem Ersten Weltkrieg quasi in einen neuen Weltkrieg hineintaumelt. Bei dem Theoretiker der kommunikativen Vernunft ist jedes Wort wohlbedacht, umso erstaunlicher ist es, dass er den Buch-Titel des Historikers Christopher Clark „Die Schlafwandler“ abwandelt, um den derzeitigen Weg der westlichen Staaten zu beschreiben: „Das Schlafwandeln am Rande des Abgrundes wird vor allem deshalb zu einer realen Gefahr, weil die westliche Allianz der Ukraine nicht nur den Rücken stärkt, sondern unermüdlich versichert, dass sie die ukrainische Regierung so ,lange wie nötig‘ unterstützt und dass die ukrainische Regierung allein über Zeitpunkt und Ziel möglicher Verhandlungen entscheiden kann“, schreibt Habermas.


Bereits Clark war für den Gebrauch des Wortes „Schlafwandler“ kritisiert worden. Er bezog sich damit auf eine Aussage des damaligen britischen Kriegspremiers Lloyd George, die Staaten seien in den Weltkrieg unbeabsichtigt „hineingeschlittert“. Ein früherer guter Bekannter und Gummersbacher Schulfreund von Habermas, der Historiker Hans-Ulrich Wehler, hatte Clark massiv dafür kritisiert. Denn man verschleiere so besonders die deutsche Schuld an dem Kriegsausbruch im Juli 1914. Habermas scheint sich nun daran nicht zu stören. Und so unterstellt er der internationalen Staatengemeinschaft eine ähnliche Sorglosigkeit wie dem imperial ausgerichteten Deutschen Reich vor dem Ersten Weltkrieg.


Habermas wendet sich gegen einen unbedachten Bellizismus. Was er fordert, sind Friedensverhandlungen. Die Staaten würden sich über die Notwendigkeit täuschen, „eigene Initiativen für Verhandlungen zu ergreifen“. Und hier wiederholt er ein Argument, das nicht nur von der Ukraine scharf kritisiert wird, nämlich über den Kopf des angegriffenen Landes zu einer Verhandlungslösung zu kommen. „Einerseits ist es trivial, dass nur eine am Krieg beteiligte Partei über ihr Kriegsziel und gegebenenfalls über den Zeitpunkt von Verhandlungen bestimmen kann. Andererseits hängt es auch von der Unterstützung des Westens ab, wie lange die Ukraine überhaupt durchhalten kann“, schreibt er.


Und die Ausgangslage für den Westen sei doch klar, so Habermas. Der Westen müsse nun einmal wichtige Entscheidungen selber treffen und verantworten. Das zeige sich an jener Situation, „die er am meisten fürchten muss – nämlich die erwähnte Situation, in der ihn eine Überlegenheit der russischen Streitkräfte vor die Alternative stellen würde, entweder einzuknicken oder zur Kriegspartei zu werden“.


Das aber sei nicht der einzige Grund, der zur Eile gemahne, es gebe auch näherliegende Gründe wie die Erschöpfung von personellen Reserven und kriegsnotwendigen materiellen Ressourcen, weshalb die Zeit zu Verhandlungen dränge, so Habermas. Man dürfe den Zeitfaktor nicht unterschätzen.


Es sei kein Zufall, dass dieser schwelende Konflikt jetzt auf Klärung dränge. Ganz offensichtlich zieht Habermas starke Parallelen zum Ersten Weltkrieg. So zitiert er einen leitenden Nato-Funktionär, der sich zu dem verlustreichen Stellungskrieg um Bachmut im Norden des Donbass äußert: „Es sieht dort aus wie in Verdun.“


Seit Monaten sei der Frontverlauf eingefroren. Es erinnere ihn an Darstellungen des Grauens an der Westfront von 1916, betont er: „Soldaten, ,die sich an die Kehle gehen‘, Berge von Toten und Verwundeten, die Trümmer von Wohnhäusern, Kliniken und Schulen, also die Auslöschung eines zivilisierten Lebens – darin spiegelt sich der destruktive Kern des Krieges, der die Aussage unserer Außenministerin, dass wir ,mit unseren Waffen Leben retten’, doch in ein anderes Licht rückt.“ Auch die Differenzierung, ob man nun von einem Sieg der Ukraine über Russland oder davon spreche solle, dass die Ukraine den Krieg gegen den Aggressor nicht verlieren dürfe, ist aus seiner Sicht von Bedeutung. Dieser begrifflich ungeklärte Unterschied habe zunächst mit einer Parteinahme für oder gegen Pazifismus wenig zu tun, wägt er ab. Die rhetorische Nuancierung zwischen den Formulierungen, den Krieg „nicht zu verlieren“ oder „zu gewinnen“, trenne nicht schon Pazifisten von Nicht-Pazifisten, argumentiert er.


Habermas, der für die Theorie eintritt, dass sich moralische Einsichten aus dem herrschaftsfreien Diskurs gewinnen lassen, betont: „Es sind vor allem moralische Gründe, die auf ein Ende des Krieges drängen.“ Er plädiert daher für eine Lösung im Sinne von „erträglichen Kompromissen“. Dem Westen gibt er eine moralische Mitverantwortung für Opfer und Zerstörungen. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Zerstörung müssten im Blick gehalten werden, fordert er.


Aber abgesehen davon, ob Verhandlungen mit Putin überhaupt möglich sind, muss auch Habermas sich der Frage stellen, ob mit einem Friedensschluss mit Russland Dämonen in der Zukunft heraufbeschworen werden, die noch weitaus schlimmer wüten, als es nun in der Ukraine der Fall ist.


Info: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/juergen-habermas-schlafwandeln-am-rande-des-abgrundes-92089736.html?trafficsource=ECRslide


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.03.2023

Bakhmut, strategisch oder nicht, fällt - Bakhmut, Strategic Or Not, Is Falling

seniora.org, 06. März 2023, Posted by b on March 4, 2023  – übernommen von moonofalabama.org

Die 'westlichen' Medien können sich nicht entscheiden, ob Bakhmut eine strategische Stadt ist oder einen geringen strategischen Wert hat. Sie behaupten, beides sei der Fall.


https://www.moonofalabama.org/16i/bak1.jpg

Bakhmut ist natürlich von strategischem Wert. Hier kreuzen sich drei wichtige Bahnlinien und vier wichtige Straßen (M-03, M-32, T-13-02, T-05-13). Als solche ist sie der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Donbass-Region. Außerdem gibt es hier einige wertvolle Mineralienminen.


Deshalb hat die ukrainische Regierung zehntausende ihrer Truppen geschickt, um für diese Stadt zu kämpfen und zu sterben.

Menschen, die etwas anderes behaupten, sind einfach nur auf dem Holzweg.

Einige Beispiele:




    Bakhmut wird seit Monaten von russischen und ukrainischen Streitkräften heftig umkämpft. Moskau betrachtet die Einnahme der Stadt als strategisches Ziel und als Möglichkeit, die ukrainischen Nachschublinien in Donezk zu unterbrechen.

    Die Ukraine sagt, die Stadt habe nur einen begrenzten strategischen Wert, aber sie erschöpft die russischen Invasionstruppen in der blutigsten Schlacht des Krieges.

    Russland sagt, die Einnahme von Bakhmut würde den Weg zur vollständigen Kontrolle der restlichen strategischen Industrieregion Donbass an der Grenze zu Russland öffnen, eines der Hauptziele seiner Invasion vor einem Jahr am 24. Februar, berichtet Reuters.

    Die Einnahme der Stadt wäre für Russland ein seltener Erfolg auf dem Schlachtfeld in den letzten Monaten. Trotzdem wurde der strategische Wert der Stadt in Frage gestellt. Einige Experten sagen, dass ein russischer Sieg ein Pyrrhussieg sein könnte - das heißt, er wäre den Preis nicht wert.

    Die Ukraine sagt, die Stadt habe nur einen geringen strategischen Wert und die hohen Verluste, die Russland bei dem Versuch erlitten hat, Bakhmut einzunehmen, könnten den Verlauf des Konflikts bestimmen.

    Diese Festsetzungsoperation hatte zu einer massiven Zermürbung der russischen Streitkräfte geführt und sie auf ein Gebiet mit geringem strategischen Wert konzentriert.

    Ukrainische Soldaten suchen Schutz in den Wäldern entlang einer Straße außerhalb der strategischen Stadt Bakhmut

Dieser DW-Artikel, der ursprünglich auf Russisch geschrieben wurde, ist wahrscheinlich der beste zu diesem Thema:

   

Bakhmut ist sowohl für die ukrainischen als auch für die russischen Streitkräfte von großer strategischer Bedeutung, sagt Marina Miron, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for Military Ethics am King's College London. Miron glaubt, dass die russischen Truppen, wenn sie die Stadt einnehmen, weiter vorrücken werden, vielleicht in Richtung Kramatorsk.


    "Sie würden wichtige Straßen kontrollieren, die ukrainischen Streitkräfte abschneiden und ihnen die Verteidigung erheblich erschweren", sagt Miron. Sie warnt, dass dies auch die Moral der ukrainischen Truppen untergraben würde und dazu führen könnte, dass die westlichen Partner das Vertrauen in die Fähigkeiten der ukrainischen Armee verlieren.


    Ralph Thiele, ein deutscher Oberst im Ruhestand, der im persönlichen Stab des Obersten Alliierten Befehlshabers der NATO in Europa gedient hat, stimmt dem zu. "Die ukrainische Seite wird im Grunde genommen - auch von ihren westlichen Partnern - gezwungen, Erfolge zu erzielen. Es muss eine Art ständige öffentliche Rechtfertigung für die enorme Unterstützung geben, die der Ukraine gewährt wird", sagt Thiele.


    Mike Martin, Forscher am King's College London, meint, dass Russland an seinen Bemühungen festhält, Bakhmut einzunehmen, weil dies dem erklärten Kriegsziel Putins entspricht, das er als "Befreiung des Donbas" bezeichnet. Martin erklärt: "Wenn Sie sich die Anordnung der Straßen und des Schienennetzes ansehen, gibt es westlich von Bakhmut zwei größere Siedlungen, die aber noch im Donbass liegen: Sloviansk und Kramatorsk. Und um diese größeren Städte einnehmen zu können, was er tun muss, um sein strategisches Ziel zu erreichen, muss er zuerst Bakhmut einnehmen."


Die Ukrainer in Bakhmut und anderswo sind waffentechnisch 10 zu 1 unterlegen:

    Der Krieg in der Ukraine hat sich zu einer erbitterten Schlacht entwickelt, die von der Artillerie dominiert wird, und die ukrainischen Streitkräfte operieren mit einem großen Nachteil: Russland hat eine zahlenmäßige Überlegenheit von 10 schweren Geschützen gegenüber jedem einzelnen, das Kiew zur Verfügung steht. Außerdem geht der Ukraine die Munition aus und sie benötigt dringend Nachschub an Granaten, wie die Regierung von Wolodymyr Zelenskij mitteilte.

    ...

    Nach Angaben der Europäischen Kommission, zu denen EL PAÍS Zugang hatte, feuert Russland täglich zwischen 40.000 und 50.000 Artilleriegranaten ab, während die ukrainischen Streitkräfte 5.000-6.000 ausgeben. Die estnische Regierung, die einen der größten Beiträge zu Kiews Kriegsanstrengungen geleistet hat, schätzt den durchschnittlichen Einsatz der Artillerie auf 20.000 bis 60.000 russische Geschosse pro Tag und 2.000 bis 7.000 ukrainische Geschosse. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Tallinn an die EU-Mitgliedstaaten geschickt hat und zu dem diese Zeitung Zugang hatte. Diese Zahlen entsprechen zwischen 600.000 und 1,8 Millionen abgefeuerten russischen Granaten pro Monat, verglichen mit 60.000 bis 210.000 der ukrainischen Artillerie.


In den letzten sechs Wochen hat die russische Gegenbatterie-Kampagne zusätzlich etwa 500 ukrainische Haubitzen und Mehrfachraketenwerfer zerstört. Die russischen Lancet-Selbstmorddrohnen (Videos) haben einen großen Teil dieser Arbeit geleistet. Russland hat damit seinen eigenen Artillerievorteil noch weiter ausgebaut.


Da die Artillerie in jedem modernen Krieg die Haupttodesursache ist, bedeutet dies auch, dass die Verluste auf beiden Seiten in einem ähnlichen Verhältnis zur Anzahl der von jeder Seite abgefeuerten Waffen und Geschosse stehen werden.


In den letzten Wochen meldete das russische Verteidigungsministerium in seinem täglichen 'Klatschbericht' etwa 350-400 getötete ukrainische Soldaten pro Tag entlang der gesamten Frontlinie. Am Donnerstag stieg diese Zahl auf 640, blieb im Bericht vom Freitag bei 640 und stieg im heutigen Bericht auf 880. 490 davon wurden in der Region Bakhmut gemeldet.

Die BBC arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, um jede Meldung über einen toten Soldaten in den russischen Lokalmedien zu zählen. Seit Beginn des Krieges hat sie insgesamt 16.000 identifiziert:

    Während des gesamten Jahres 2022 meldeten russische Quellen in der Regel etwa 250-300 Tote pro Woche, wobei sich die Zahl im Januar verdoppelte und im Februar wieder anstieg.

Die russische Quelle meldet pro Woche weniger Todesfälle als die ukrainische pro Tag. Das Verhältnis liegt wiederum bei etwa 10 Ukrainern für 1 Russen. Die Zahl der russischen Toten hat sich im Januar verdoppelt und ist im Februar weiter gestiegen, berichtet die BBC. Aber das Verhältnis von 10 zu 1 zwischen ukrainischen und russischen Toten wird immer noch dasselbe sein.

Ich sage schon seit einer Weile, dass Bakhmut operativ eingekesselt war. Die russische Artillerie konnte seine letzten Ein- und Ausgänge erreichen. Seit drei Tagen befindet sich Bakhmut in einer taktischen Umzingelung. Das russische Direktfeuer, d.h. Panzerkanonen und tragbare Panzerabwehrraketen, kann nun alle Nachschubwege von Bakhmut abdecken. Sie werden auf jedes Auto schießen, das versucht, dorthin zu fahren. Das ist einer der Gründe, warum die Zahl der gemeldeten Todesopfer so stark gestiegen ist.


Sollte die Ukraine beschließen, ihren Soldaten zu befehlen, in Bakhmut zu bleiben, wird die Stadt physisch eingekesselt sein. Alle Straßen werden nicht nur durch Feuer, sondern auch durch schwer bewaffnete russische Kontrollpunkte blockiert sein. Den ukrainischen Soldaten in Bakhmut, von denen sich anscheinend immer noch mehrere Tausend dort aufhalten, bleiben dann nur noch zwei Möglichkeiten: aufgeben oder sterben.


Geschrieben von b am 4. März 2023 um 16:49 UTC | Permalink

Quelle:https://www.moonofalabama.org/2023/03/bakhmut-strategic-or-not-is-falling.html
Übersetzung mit DeeplePro von seniora.org

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Kommentare (nur einige)

Das Traurige daran ist, dass die Soldaten, die in Bakhmut zurückgeblieben sind, wahrscheinlich unfreiwillig von der Straße geholt wurden... wann wird die Sache mit den chemischen Waffen unter falscher Flagge ihr hässliches Haupt erheben... der Westen ist abscheulich...
Geschrieben von: james | Mar 4 2023 17:10 utc | 2

Prigozine hat bereits auf seine Weise mitgeteilt, dass der humanitäre Korridor zum Verlassen von Bakhmut offen ist und die AFU ihn nutzen können, um ihr Leben zu retten. Das Angebot wird wahrscheinlich in 7-10 Tagen auslaufen.
Geschrieben von: W | Mar 4 2023 17:11 utc | 3

Bahkmut ist in der Tat strategisch wichtig, das kann man auf der Karte erkennen. Es bietet auch einige Höhen, um Artillerie zu stationieren, was wie Popasna vor einigen Monaten ein kreisförmiges Feld bietet, um Feuerkraft in einer für den Feind vorteilhaften Entfernung zu platzieren.
Chasiv yar hat ebenfalls Höhen, so dass es wahrscheinlich den Vorstoß nach Westen unterstützen wird. Danach wird sich der Schwerpunkt nach Norden verlagern, um Lyman nachhaltig zu halten und das Ostufer des Flusses (Oskil?) zu halten, der Luhansk bewacht.
Sobald Sie das geschafft haben, kann die südliche Front mit der bahkmut-Front zusammenarbeiten und die Voraussetzungen für tiefere Kampagnen schaffen.
Ja, Bahkmut ist in jeder Hinsicht der Schlüsselstein.
Geschrieben von: Neofeudalfuture | Mar 4 2023 17:12 utc | 4

Big Serge argumentiert hier, dass wir über den Winter keine große Offensive der regulären RU gesehen haben, weil ihre Brigaden mit zusätzlicher Infanterie auf Divisionsgröße erweitert wurden.
https://bigserge.substack.com/p/russo-ukrainian-war-schrodingers
Während die UA-Vertreter heute davon sprechen, dass Bakhmut "Zeit gekauft" hat, scheint es so, als ob Wagner in Wirklichkeit Zeit für die RUAF gekauft hat, um sich neu zu organisieren. Aber die "Frühjahrsoffensive" der UA wird vielleicht nicht abgeblasen. Obwohl sie Bakhmut umsonst verstärkt haben, haben sie zumindest ihre neuen Bradleys, Stryker und Leoparden nicht eingesetzt.
Geschrieben von: catdog | Mar 4 2023 17:15 utc | 5

Ich glaube nicht, dass diese Sache beendet werden kann, bis Russland alles nach Odessa und in einen Umkreis von 225 km bringt oder es zu massiven Veränderungen in DC/London, ihren 3LAs und den 3LAs-Medienhacks kommt. Nur dann gäbe es eine Atempause, um Verhandlungen zu ermöglichen.
Aber mit der volksfeindlichen Außenpolitik der Clinton/Cheney/Obama/Biden-Administration [Singular beabsichtigt] sind keine Verhandlungen möglich und die Ukraine muss ihre Bürger zur Belustigung der Eliten von DC/London auf den Boden des Kolosseums schicken.
Würden Sie Ihr Land verraten, nur um eine Villa in Miami zu bekommen? Was ein goldenes Zeitalter der Menschheit hätte sein können, hat sich in einen brennenden Scheiterhaufen aus Menschenfleisch verwandelt. Dass die Elite der Imperien dieses Spiel mitspielt, ist nicht verwunderlich, schließlich haben sie nichts Nützliches mit ihrem mageren Talent anzufangen, aber warum fallen die einfachen Leute immer wieder auf die gleiche alte Truppe herein?
Geschrieben von: S Brennan | Mar 4 2023 17:30 utc | 6

Das Schicksal Bahkmuts und seiner Garnisonseinheiten war in dem Moment besiegelt, als die letzte marginale, teilweise lebensfähige MSR unter die Kontrolle der RF geriet.

Weiter geht es nach Chasovoy Yar, Kupyansk usw., wo die Verteidigungslinien immer schwächer werden, weniger entwickelt sind und die Einheiten durch kontinuierliche, unhaltbare und immer kritischere Verknappung von Arbeitskräften, Waffen und logistischem Nachschub durch anhaltende, nachteilige Zermürbung und unerbittlichen Verlagerungsdruck ausgedünnt werden, die von der RF entlang der FEBA in Kontakt gehalten werden. Keine Atempause, immer kleiner werdende Reserven, die versuchen, die Lücken zu schließen und zerbrochene Bataillone/Brigaden, zusammen mit unzureichenden Rotationen außerhalb der Linie, noch Einheiten, die neu organisiert und verstärkt werden, sind nichts wert.

Die ständig abnehmende Kampfeffektivität/Kohäsionskraft/Fähigkeiten der AFU-Formationen setzen ihre Abwärtsspirale fort, auf einem einzigen Weg nach Walhalla oder zur Kapitulation. Keine imaginäre Gegenoffensive der AFU, kein mythisches Panzerkorps, das das Blatt wenden könnte.

Wie die fiktiven deutschen Zivilisten, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs den Reden von Goebbels lauschten ...
Geschrieben von: Outraged | Mar 4 2023 17:33 utc | 7


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/bakhmut-strategisch-oder-nicht-faellt-bakhmut-strategic-or-not-is-falling?acm=3998_1674


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.03.2023

Appell "Meinungsfreiheit verteidigen" - unterschreiben Sie mit!

seniora.org, 05. März 2023

Deutschland befindet sich in einer tiefen Krise. Sanktionen und Wirtschaftskrieg, Aufrüstung und Kriegsbeteiligung, Corona- und Klimapolitik haben zu Inflation, Preissteigerung, Energiekrise und in deren Folge zu einem massiven sozialen Abstieg für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung geführt. Die politisch Verantwortlichen sind unfähig und unwillig, ihrer verfassungsmäßigen Pflicht, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, sowie dem Friedensgebot des Grundgesetzes gerecht zu werden.


Weitergeleitete Nachricht: Meinungfreiheit verteidigen!

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Am 03.03.2023 um 20:34 schrieb Laura von Wimmersperg <laurawimmersperg@t-online.de>:

Laura Freiin v. Wimmersperg

Tel: 030-7823382
laurawimmersperg@t-online.de

Hans Bauer, Rechtsanwalt
h.bauer.ra@t-online.de


...wir sind Bürgerinnen und Bürger, die sich als Initiative "Meinungsfreiheit verteidigen" zusammengefunden haben. Wir gehören unterschiedlichen Parteien, Organisationen oder Vereinen an, handeln aber nicht in deren Auftrag oder Namen.

Die Tatsache, dass in letzter Zeit immer öfter politische Meinungsäußerungen Benachteiligungen bis hin zu juristischen Konsequenzen zur Folge haben, hat uns veranlasst, den beigefügten Appell zu initiieren.

Wir beabsichtigen den Appell den Medien zur Kenntnis zu geben und würden uns über Ihre Unterstützung freuen.

Für die Initiative
mit freundlichen Grüßen
Laura v. Wimmersperg
RA Hans Bauer


Im Fall Ihrer Unterstützung, bitten wir Sie Ihren Namen unten anzugeben und an die E-Mail-Adresse laurawimmersperg@t-online.de zurückzusenden. Falls Sie Fragen haben, können Sie auch gerne anrufen (siehe obige Telefonnummer).

Name: 

Ich unterstütze den hier folgenden Appell "Meinungsfreiheit verteidigen"
und stimme einer Veröffentlichung meines Namens zu.



Text des Appells (als PDF-Datei auch im Anhang)

Grundgesetz Artikel 5. (1):
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild
 frei zu äußern und zu verbreiten…

Meinungsfreiheit verteidigen!

Deutschland befindet sich in einer tiefen Krise. Sanktionen und Wirtschaftskrieg, Aufrüstung und Kriegsbeteiligung, Corona- und Klimapolitik haben zu Inflation, Preissteigerung, Energiekrise und in deren Folge zu einem massiven sozialen Abstieg für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung geführt. Die politisch Verantwortlichen sind unfähig und unwillig, ihrer verfassungsmäßigen Pflicht, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, sowie dem Friedensgebot des Grundgesetzes gerecht zu werden.

Die Außenministerin verkündet eine deutsch-amerikanische „Führungspartnerschaft“ und der Wirtschaftsminister verspricht dem US-Präsidenten eine „dienende Führungsrolle“ im Kampf gegen Russland. Mit dem Ziel, Russland zu ruinieren, ruinieren sie das eigene Land. Als NATO-Mitglied und mit Führungsanspruch in der EU tragen Bundesregierung und Bundestag mit ihren Entscheidungen zur Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine bei und schüren mit Waffenlieferungen in das Kriegsgebiet und mit Feindseligkeiten insbesondere gegen Russland die Konfrontation zwischen den Staaten. Diplomatische Wege zur Beendigung des Krieges und zur Lösung des Konflikts werden abgelehnt.

Diese Politik des wirtschaftlichen und sozialen Niedergangs geht einher mit einem weiteren Abbau demokratischer Rechte. Besonders betroffen sind die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit, wie sie in Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert sind. Obwohl demokratische Mitbestimmung voraussetzt, dass sich jeder   – so auch verfassungsrechtlich entschieden   – „aus allgemeinen Quellen ungehindert unterrichten kann“, wird dieses Recht durch die mediale Dominanz der Regierungspolitik zunehmend eingeschränkt. Politiker verschweigen, negieren und verfälschen aktuelle und historische Tatsachen, die Russland zur Entscheidung vom 24. Februar 2022 veranlasst haben.

Abhängige, auch öffentlich-rechtliche Medien, verhindern eine allseitige Informiertheit und somit eine freie unabhängige Meinungsbildung. Desinformation und Manipulation der Bevölkerung bestimmen weitgehend die gegenwärtige Medienkultur. Wer die verordnete offizielle Meinung zum Ukraine-Krieg nicht teilt, kritisiert und dies öffentlich kundtut, wird diffamiert, bedroht und sanktioniert oder ausgegrenzt.

Wer sich für Solidarität und humanitäre Hilfe für die Menschen im Donbass einsetzt, wird medial diffamiert und unterliegt Sanktionen. Kritische Medien außerhalb des Mainstreams werden in ihrer journalistischen Arbeit durch behördliche Maßnahmen behindert. Russische Kulturschaffende und Wissenschaftler stehen unter Generalverdacht. Normale zwischenstaatliche Beziehungen zu Russland werden abgelehnt. Freundschaft mit Russen macht verdächtig. Das Zeigen sowjetischer und russischer Symbole und Freundschaftsbekundungen zur Russischen Föderation werden staatlich missbilligt oder gar verboten.

Andersdenkende werden kriminalisiert. So wurde der Berliner Friedensaktivist Heinrich Bücker, Betreiber des Coop Anti-War Café, wegen bloßer Meinungsäußerung vom Amtsgericht Tiergarten (Berlin) zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, vor allem auf Grund seiner Rede im Rahmen einer Friedens-Kundgebung am 22. Juni 2022 am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park (Berlin) anlässlich des Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion. Kriminalisiert wird, wer die historische Entwicklung zum heutigen Konflikt aufzeigt, deren Wurzeln schon im Raub- und Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands gegen die UdSSR und in der Kollaboration ukrainischer Faschisten mit den deutschen Besatzern liegen. Kriminalisiert wird, wer den Einfluss der Nachfolgeformationen dieser Nazi-Kollaborateure auf die heutige Politik der ukrainischen Regierung benennt und sich mit den Beweggründen Russlands zur militärischen Intervention befasst.

Durch die Erweiterung des Strafrechts mit der neuen Fassung des §130 StGB wird die Gesinnungsjustiz noch verschärft.

In einer solchen Atmosphäre sind offene Debatten, der Austausch und die Darstellung unterschied­licher Auffassungen in Medien, Wissenschaft, Kunst, Kultur und anderen Bereichen kaum mehr möglich. Eine wirklich freie Meinungsbildung durch Abwägung von unterschiedlichen Argumenten ist ausgeschlossen. Voreingenommenheit und Unkenntnis, aber auch Einschüchterung, Angst, Selbstzensur und Heuchelei sind die Folgen. Mit der Würde des Menschen und der Freiheit der Persönlichkeit ist dies unvereinbar.

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte fordern wir, dieser gefährlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Wir rufen dazu auf, die grundgesetzlich verbriefte Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit zu verteidigen, wo und wann immer sie eingeschränkt wird.


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/deutschland/appell-meinungsfreiheit-verteidigen-unterschreiben-sie-mit?acm=3998_1673


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.03.2023

Das Valdai-Treffen: Wo Westasien auf Multipolarität trifft

seniora.org, vom 05. März 2023, Von Pepe Escobar März 04 2023  – thecradle.co

Auf dem Treffen des russischen Valdai-Clubs - der Antwort des Ostens auf Davos - trafen sich Intellektuelle und einflussreiche Persönlichkeiten, um die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in Westasien zu erörtern.


Zitat: Die 12. "Nahost-Konferenz" im Valdai-Club in Moskau bot ein mehr als willkommenes Füllhorn an Ansichten über die miteinander verknüpften Sorgen und Nöte in der Region.


Bildnachweis: The Cradle


Doch zunächst ein wichtiges Wort zur Terminologie - wie nur einer der Valdai-Gäste sich die Mühe machte, zu betonen. Dies ist nicht der "Nahe Osten" - ein reduktionistischer, orientalistischer Begriff, den sich die alten Kolonialherren ausgedacht haben: Wir bei The Cradle betonen, dass die Region korrekt als Westasien bezeichnet werden muss.


Der offizielle Valdai-Bericht "The Middle East and The Future of Polycentric World" (Der Nahe Osten und die Zukunft der polyzentrischen Welt) hat einige der Schwierigkeiten und Probleme der Region aufgezeigt.  Aber auch das intellektuelle und politische Gewicht der Anwesenden kann wertvolle anekdotische Einblicke liefern. Hier sind einige der wichtigsten Aspekte, die die Teilnehmer zu den aktuellen und zukünftigen regionalen Entwicklungen hervorgehoben haben:

Der stellvertretende russische Außenminister Michail Bogdanow machte den Anfang, indem er betonte, dass die Politik des Kremls die Bildung eines "umfassenden regionalen Sicherheitssystems" fördert. Das ist genau das, was die Amerikaner im Dezember 2021 ablehnten, mit den Russen zu diskutieren, und dann auf Europa und den postsowjetischen Raum anwendeten. Das Ergebnis war ein Stellvertreterkrieg.


Kayhan Barzegar von der Islamic Azad University in Iran hat die beiden wichtigsten strategischen Entwicklungen in Westasien beschrieben: einen möglichen Rückzug der USA und eine Botschaft an die regionalen Verbündeten: "Ihr könnt nicht auf unsere Sicherheitsgarantien zählen."

Jeder Vektor - von der Rivalität im Südkaukasus bis zur israelischen Normalisierung mit dem Persischen Golf - ist dieser Logik untergeordnet, stellt Barzegar fest, wobei nicht wenige arabische Akteure endlich begreifen, dass es jetzt einen Spielraum gibt, um zwischen dem westlichen oder dem nicht-westlichen Block zu wählen.


Barzegar bezeichnet die iranisch-russischen Beziehungen nicht als strategisches Bündnis, sondern als geopolitischen, wirtschaftlichen Block, der auf Technologie und regionalen Lieferketten basiert - ein "neuer Algorithmus in der Politik" - von Waffendeals bis hin zu nuklearer und energiepolitischer Zusammenarbeit, angetrieben von Moskaus wiederbelebter Süd- und Ostorientierung. Und was die Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen angeht, so glaubt Barzegar immer noch, dass der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), das Atomabkommen mit dem Iran, nicht tot ist. Zumindest noch nicht.


Niemand weiß, was diese Regeln sind

Der Ägypter Ramzy Ramzy, bis 2019 stellvertretender UN-Sondergesandter für Syrien, hält die Reaktivierung der Beziehungen zwischen Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Syrien für die wichtigste Neuausrichtung, die derzeit in der Region stattfindet. Ganz zu schweigen von den Aussichten auf eine Aussöhnung zwischen Damaskus und Ankara. "Warum geschieht dies? Weil das regionale Sicherheitssystem mit der Gegenwart unzufrieden ist", erklärt Ramzy.

Doch selbst wenn die USA abdriften, "sind weder Russland noch China bereit, eine Führungsrolle zu übernehmen", sagt er. Gleichzeitig dürfe Syrien "nicht zum Opfer von Interventionen von außen werden". Das Erdbeben hat diese Annäherungen zumindest beschleunigt."

Bouthaina Shaaban, eine Sonderberaterin des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, ist eine bemerkenswerte Frau, feurig und offen. Ihre Anwesenheit bei Valdai war geradezu elektrisierend. Sie betonte: "Seit dem US-Krieg in Vietnam haben wir verloren, was wir als freie Medien erlebt haben. Die freie Presse ist tot." Gleichzeitig "hat der koloniale Westen seine Methoden geändert", indem er Kriege an Subunternehmer vergab und sich auf lokale fünfte Kolumnisten verließ.

Shaaban lieferte die beste Kurzdefinition der "regelbasierten internationalen Ordnung" überhaupt: "Niemand weiß, was diese Regeln sind und was diese Ordnung ist."

Sie betonte erneut, dass in dieser Zeit der Post-Globalisierung, die regionale Blöcke hervorbringt, die üblichen westlichen Einmischer es vorziehen, nichtstaatliche Akteure einzusetzen - wie in Syrien und im Iran - "die Einheimischen zu beauftragen, das zu tun, was die USA gerne tun würden."

Ein entscheidendes Beispiel ist die US-Militärbasis al-Tanf, die souveränes syrisches Territorium an zwei kritischen Grenzen besetzt. Shaaban bezeichnet die Einrichtung dieses Stützpunktes als "strategisch für die USA, um die regionale Zusammenarbeit an der Kreuzung zwischen Irak, Jordanien und Syrien zu verhindern." Washington weiß sehr wohl, was es tut: Ungehinderter Handel und Transport an der syrisch-irakischen Grenze sind eine wichtige Lebensader für die syrische Wirtschaft.


Shaaban erinnerte noch einmal daran, dass "alle politischen Fragen mit Palästina zusammenhängen", und brachte eine gesunde Portion düsteren Realismus ins Spiel: "Der Ostblock ist nicht in der Lage gewesen, mit der westlichen Darstellung Schritt zu halten."


Ein 'zweischichtiger Stellvertreterkrieg'

Cagri Erhan, Rektor der Altinbas Universität in der Türkei, bot eine recht griffige Definition eines Hegemons: derjenige, der die Lingua franca, die Währung, das rechtliche Umfeld und die Handelswege kontrolliert.


Erhan bezeichnet die derzeitige hegemoniale Situation des Westens als "zweischichtigen Stellvertreterkrieg", natürlich gegen Russland und China. Die Russen wurden von den USA als "offener Feind" definiert - eine große Bedrohung. Und wenn es um Westasien geht, herrscht immer noch der Stellvertreterkrieg: "Die USA ziehen sich also nicht zurück", sagt Erhan. Washington wird immer erwägen, die Region "strategisch gegen aufstrebende Mächte" einzusetzen.


Und wie sieht es mit den außenpolitischen Prioritäten der wichtigsten westasiatischen und nordafrikanischen Akteure aus?


Der algerische Politikjournalist Akram Kharief, Herausgeber des Online-Magazins MenaDefense, besteht darauf, dass Russland sich Algerien annähert, "das immer noch in der französischen Einflusssphäre liegt", und sich davor hütet, wie die Amerikaner versuchen, Moskau als "neue imperiale Bedrohung für Afrika" darzustellen.


Professor Hasan Unal von der Maltepe Universität in der Türkei machte deutlich, wie Ankara endlich "seine Verstrickungen im Nahen Osten [Westasien] losgeworden ist", während es sich zuvor "gegen alle gewandt hat".


Mittelgroße Mächte wie die Türkei, der Iran und Saudi-Arabien treten nun auf der politischen Bühne der Region in den Vordergrund. Unal stellt fest, dass "die Türkei und die USA in keiner für Ankara wichtigen Frage einer Meinung sind". Das erklärt sicherlich die Stärkung der türkisch-russischen Beziehungen - und ihr gegenseitiges Interesse, "vielschichtige Lösungen" für die Probleme der Region zu finden.


Zum einen vermittelt Russland aktiv bei der Annäherung zwischen der Türkei und Syrien. Unal bestätigte, dass der syrische und der türkische Außenminister bald persönlich in Moskau zusammentreffen werden, was das höchste direkte Treffen zwischen den beiden Nationen seit dem Ausbruch des Syrienkriegs darstellen wird. Und das wird den Weg für einen Dreiergipfel zwischen Assad, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan ebnen.


Beachten Sie, dass die großen regionalen Versöhnungen - wieder einmal - entweder in oder mit Beteiligung Moskaus stattfinden, das zu Recht als Hauptstadt der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden kann.

In Bezug auf Zypern stellt Unal fest, dass "Russland nicht an einem vereinigten Staat interessiert wäre, der EU- und NATO-Gebiet wäre". Es ist also Zeit für "kreative Ideen: So wie die Türkei ihre Syrienpolitik ändert, sollte Russland seine Zypernpolitik ändern."

Dr. Gong Jiong vom israelischen Campus der chinesischen University of International Business and Economics hatte einen eingängigen Neologismus parat: die "Koalition der Unwilligen" - und beschrieb damit, dass "fast der gesamte Globale Süden die Sanktionen gegen Russland nicht unterstützt", und schon gar keiner der Akteure in Westasien.


Gong merkte an, dass der Handel zwischen China und Russland stark ansteigt - zum Teil als direkte Folge der westlichen Sanktionen - und dass die Amerikaner es sich zweimal überlegen müssten, ob sie Sanktionen gegen China verhängen. Der Handel zwischen Russland und China beläuft sich immerhin auf 200 Milliarden Dollar pro Jahr, während der Handel zwischen den USA und China satte 700 Milliarden Dollar pro Jahr beträgt.


Der Druck auf das "Neutralitätslager" wird ohnehin nicht nachlassen. Was die "schweigende Mehrheit der Welt", wie Gong sie definiert, braucht, ist "eine Allianz". Er beschreibt den chinesischen 12-Punkte-Friedensplan für die Ukraine als "eine Reihe von Prinzipien" - Pekings Basis für ernsthafte Verhandlungen: "Dies ist der erste Schritt."


Es wird kein neues Jalta geben

Die Valdai-Debatten haben einmal mehr deutlich gemacht, dass Russland der einzige Akteur ist, der in der Lage ist, auf alle westasiatischen Akteure zuzugehen und ihnen aufmerksam und respektvoll zuzuhören.


Anwar Abdul-Hadi, Direktor der politischen Abteilung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und offizieller Gesandter der PLO in Damaskus, fasste die Gründe für die derzeitige geopolitische Lage zusammen: "Ein neues Jalta oder ein neuer Weltkrieg? Sie [der Westen] haben sich für den Krieg entschieden."


Und dennoch, während sich immer neue geopolitische und geoökonomische Verwerfungslinien herausbilden, scheint es, als ob Westasien etwas "Großes" vor sich sieht. Dieses Gefühl war auf der Valdai-Konferenz spürbar.


Um Yeats zu paraphrasieren und ihn auf das junge, turbulente 21. Jahrhundert zu übertragen: "Welche raue Bestie, deren Stunde endlich gekommen ist, schleicht sich an die Wiege [der Zivilisation], um geboren zu werden?


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die von The Cradle wider.


Pepe Escobar

Quelle: https://thecradle.co/article-view/22167/the-valdai-meeting-where-west-asia-meets-multipolarity


Mit freundlicher Genehmigung von thecradle.co
Übersetzung mit deeplePro von seniora.org


Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/das-valdai-treffen-wo-westasien-auf-multipolaritaet-trifft?acm=3998_1672

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