Offensive bei Charkow
aus e-mail von Doris Pumphrey, 16. Mai 2024, 20:11 Uhr
*Macgregor: Wenn die ukrainische Armee kollabiert, dann kann die NATO
nur tatenlos zusehen
*Im Podcast “Judging Freedom” befasst sich der Oberst a.D der US-Armee
und Politikwissenschaftler Douglas Macgregor mit dem anhaltenden
Zusammenbruch der ukrainischen Armee. Dabei schließt er ein Eingreifen
der NATO auf dem Schlachtfeld von vornherein aus. "Es wäre ein
Durcheinander von Armeen, Luftstreitkräften und einigen
Seestreitkräften, die versuchen würden, zusammenzuarbeiten und gegen
einen Feind zu kämpfen, der absolut einheitlich befehligt wird und daher
auch absolut einheitlich vorgeht. Wir haben nichts Vergleichbares", so
Macgregor. Laut dem US-Experten kann der Westen nur "zusehen, wie die
Tragödie ihren Lauf nimmt".
/Siehe
_RT DE 16.5.2024
_*Russlands Offensive bei Charkow ist weit mehr als nur ein
militärischer Rückschlag für Kiew
*/Von Tarik Cyril Amar/
*
*Angesichts des blitzschnellen Vormarsches der russischen Streitkräfte
auf die zweitgrößte Stadt der Ukraine mehren sich die Stimmen, die eine
für Kiew bittere militärische Lage eingestehen.
In "Tschapajew <" rel="noopener">https://archive.org/details/Chapaev>", einem
sowjetischen Filmklassiker aus dem Jahr 1934, der heute sowohl in der
russischen wie auch in der ukrainischen Volkskultur noch sehr bekannt
ist, wird in einer berühmten Schlüsselszene ein "psychologischer
Angriff" geführt. In dem Film über Zeiten des Bürgerkrieges gegen die
Weißgardisten geht es nicht um "Propaganda" oder einen
"Informationskrieg", wie man heute vielleicht annehmen würde. Vielmehr
handelt es sich um einen disziplinierten Vormarsch über ein sehr reales
Schlachtfeld, der mit so viel Elan erfolgt, dass die Verteidiger nahezu
in Panik verfallen in die Flucht geschlagen werden. In diesem alten
sowjetischen Film wird der Angriff allerdings zurückgeschlagen.
Doch in der Realität können die Dinge anders verlaufen: Es gibt
Anzeichen dafür, dass die jüngste russische Offensive in der
nordöstlichen ukrainischen Region um Charkow zu einer psychologischen
Niederlage für Kiew und dessen westliche Unterstützer werden könnte,
auch wenn sie wahrscheinlich nicht in erster Linie auf eine solche
Wirkung ausgelegt war.
Ohne Insiderwissen können wir die genauen Ziele nicht kennen, die man in
Moskau mit dieser Operation zu verfolgen gedachte. Wir wissen jedoch,
was in Bezug auf das Territorium und die eingenommenen Stellungen bisher
erobert wurde, nämlich mehr als 100 Quadratkilometer
und damit eine weiter wachsende Zahl von Dörfern. Nach Angaben
ukrainischer Offiziere und Medien kämpfen die russischen Streitkräfte in
der ukrainischen Stadt Woltschansk
<https://strana.news/news/464485-novosti-ukrainy-14-maja-2024-hoda-v-obnovljaemom-materiale.html>
[nicht der gleichnamigen russischen am Ostrand des Uralgebirges], einem
militärisch wichtigen Zentrum der Region. Es ist schwer vorherzusagen,
wo dieser Vormarsch enden wird. In Anbetracht der – zumindest bisher –
vergleichsweise kleinen Streitmacht, die an dieser Operation beteiligt
ist, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die Stadt Charkow selbst, das
zweitwichtigste städtische Zentrum der Ukraine, eingenommen werden soll.
Sie könnte jedoch dazu dienen, diese Stadt wieder in die Reichweite der
russischen Artillerie zu bringen, die dann für künftige und größere
Offensiven eingesetzt werden könnte.
Viel wahrscheinlichere Ziele Russlands sind die Schaffung einer
Pufferzone zum Schutz der russischen Region und der Stadt Belgorod sowie
das Ausüben von Druck auf das ukrainische Militär, um dessen ohnehin
schon erschöpften Ressourcen zu überfordern. Auch die russischen
Streitkräfte, die neue Angriffe in weiteren Regionen (Sumy und
Tschernigow) starten – und damit eine weitere, "/dritte/" Front
eröffnen, wie eine britische Zeitung bereits schrieb –, würden in dieses
Muster passen. Und die russischen Ziele müssen natürlich nicht statisch
bleiben: Moskau kann seine Operationen mit einer Reihe von Zielen
beginnen, diese aber revidieren, wenn sich neue Gelegenheiten ergeben,
was in diesem Moment der Fall sein könnte.
Weniger leicht zu erraten sind die Auswirkungen des Angriffs auf die
Gesamtheit der beiden Gegner Russlands: auf die Ukraine und den Westen –
und hier insbesondere auf die Vereinigten Staaten. Es überrascht nicht,
dass man sich sowohl in Kiew als auch in Washington, D.C. bemüht, "gute
Miene zum bösen Spiel" zu machen. In beiden Hauptstädten wird versucht –
höchstwahrscheinlich mit einem gewissen Maß an Koordination –, die
Verluste und künftigen Risiken herunterzuspielen. Der US-Außenminister
Antony Blinken hat Kiew einen Überraschungsbesuch abgestattet. Dabei
räumte er ein, dass die Lage "/schwierig/
sei, und versuchte, die Hoffnung aufrechtzuerhalten, indem er versprach,
dass die US-amerikanische Hilfe bald eintreffen und einen großen
Unterschied machen werde. Das Problem ist, dass er das gar nicht wissen
kann und dass es von Natur aus unwahrscheinlich ist. Und das aus zwei
Gründen: Es gibt nicht genügend Hilfsmittel und es kann auch nicht
genügend Hilfsmittel geben, da die Ukraine einen grundlegenden Mangel an
Personal hat, der auch mit westlichen Waffen und Munition nicht behoben
werden kann.
Auch der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat versucht, das
nationale und internationale Publikum zu beruhigen. Er behauptet, dass
sein Militär die russischen Pläne zur Ausdünnung der ukrainischen
Verteidigung sehr wohl versteht, und er hat versprochen
dass andere wichtige Abschnitte der Front, beispielsweise in der Stadt
Tschassow Jar im Donbass, nicht aufgegeben werden sollen. Aber was, wenn
das gar keine Rolle spielt, ob Selenskij die russische Strategie
durchschaut oder nicht? In Wirklichkeit bleibt ihm möglicherweise nur
die Wahl zwischen den Erfolgen von Russland und den Verlusten der
Ukraine. Das ist die Quintessenz einer Überdehnung. Laut CNN hat das
ukrainische Militär bereits "/klare Andeutungen/
für weitere Rückzüge an der Donbass-Front gemacht.
Interessanter als dieses rationale Verständnis für eine sich
verschärfende Krise auf dem Schlachtfeld sind Reaktionen, die sowohl
offener als auch weniger optimistisch sind. Zum einen wird der russische
Vormarsch nicht nur zu einer ukrainischen (und westlichen) Niederlage,
sondern auch zu einem ukrainischen Skandal, über den der Westen in
nunmehr ungewöhnlich offener Weise berichtet. In der Ukraine hat der
rasche und fast widerstandslose Durchmarsch der Russen durch ein Gebiet,
das eigentlich aus Befestigungen, Minenfeldern und Fallen bestehen
sollte, zu Korruptionsvorwürfen geführt, die man nur als verräterisch
bezeichnen kann. Die /Ukrainskaja Prawda/ fragt als eigentlich
traditioneller Verfechter der prowestlichen Stimmung und der
patriotischen Mobilmachungsrhetorik, wo denn die Befestigungen sind
<https://www.pravda.com.ua/columns/2024/05/13/7455571/>. Sie weist
darauf hin, dass die regionalen Behörden Millionen an fiktive
Unternehmen gezahlt hätten, um etwas zu bauen, das offensichtlich
entweder nicht vorhanden oder so mangelhaft ist, dass es genauso gut
hätte lassen können.
Im Westen hat nicht zuletzt die /BBC/
<https://www.bbc.com/news/articles/c72p0xx410xo> den Kommandeur Denis
Jaroslawski einer ukrainischen Spezialaufklärungseinheit zu Wort kommen
lassen, der sagt, er und seine Männer hätten gesehen, wie die russischen
Truppen "/einfach hereinspaziert/" seien. Es fehlte nämlich Wichtiges,
was sie zumindest hätte aufhalten können. Während ukrainische Beamte
"/behaupteten, dass Verteidigungsanlagen zu enormen Kosten gebaut
würden/", wie die /BBC/ berichtete, kamen zwar die Kosten (und für
irgendjemanden auch die Gewinne) zustande, aber die Verteidigungsanlagen
nicht. "/Entweder war es ein Akt der Fahrlässigkeit oder der
Korruption/", schlussfolgerte Jaroslawski. "/Es war kein Versagen. Es
war ein Verrat./"
Dass die Kriegsanstrengungen der Ukraine sehr unter der enormen
Korruption leiden, wäre nur für die besonders Naiven eine Neuigkeit. Das
offene Anprangern von Korruption innerhalb und außerhalb der Ukraine
deutet jedoch – nicht zum ersten Mal – auf die schwindende Fähigkeit des
Selenskij-Regimes hin, die Geschichte entscheidend zu kontrollieren und
auch zu gestalten. Die widersprüchlichen Äußerungen vom berüchtigten
Kirill Budanow als Chef beim militärischen Geheimdienst der Ukraine
zeugen in ähnlicher Weise zumindest von Verwirrung. Auf der einen Seite
hat Budanow ein "/düsteres Bild/" gezeichnet, wie es die /New York
Times/ nannte. In einem Gespräch mit der US-amerikanischen Zeitung
beschrieb er die Lage der Ukraine als "/am Abgrund/" stehend. Genauer
gesagt – und das ist noch wichtiger – ging er sogar so weit, die
schlimmste Achillesferse seines Landes offen zu benennen, nämlich den
eklatanten Mangel solcher Reserven
<https://www.nytimes.com/article/russia-ukraine-kharkiv.html>, die im
Falle akuten Drucks an jedem beliebigen Teil der Frontlinie eingesetzt
werden könnten. Budanow sagte zwar für die Zukunft eine
"/Stabilisierung/" voraus, wies aber auch auf Risiken und Beschränkungen
hin. In einer Rede, die der General über das ukrainische Fernsehen an
sein heimisches Publikum richtete, betonte Budanow jedoch nur die
"/Stabilisierung/" und versprach
<https://www.pravda.com.ua/news/2024/05/14/7455700/>, dass die
russischen Streitkräfte zumindest "/im Prinzip/" bereits eingedämmt seien.
Die russische Operation in der Region um Charkow ist eindeutig eine
akute Schlacht innerhalb eines fortdauernden Krieges. Es wäre voreilig,
die Ergebnisse vorherzusagen, zumindest im Detail. Wenn wir uns jedoch
auf die wichtigsten Entwicklungen konzentrieren, sind zwei Dinge sicher:
Erstens ergreift man in Moskau die Initiative und behält sie auch.
Deshalb sind die russischen Streitkräfte in der Offensive, und deshalb
entscheidet man in Moskau über den Sinn und Zweck von
Angriffsoperationen, während die Ukraine und der Westen immer mehr nur
auf die Reaktion beschränkt sind. Zweitens zeigen sowohl die Ukraine als
auch der Westen trotz der mühsam aufrechterhaltenen Fassade von
"Optimismus" und "Beharrlichkeit" offen Anzeichen von Nervosität, und
zwar von einer Nervosität, die durch den russischen Druck hervorgerufen
wird. Das ist im Moment die offensichtlichste Auswirkung der Operation
bei Charkow, auch wenn sie vielleicht für manch einen im Verborgenen liegt.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


Quelle: Sputnik © RIA Nowosti















Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat die Broschüre 
Quelle: www.globallook