aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 15. Mai 2024, 20:29 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend einige Beiträge zum Ukraine-Krieg
und zur Krisenregion Westasien:
1. F.A.Z. Ukraine Liveticker
2. n tv: Svenja Schulze plant finanzielle Anreize für Rückkehr von Ukrainern
3. Der Spiegel: Gedämpfte Erwartungen
Tschechischer Präsident äußert Zweifel an Rückeroberung ukrainischer Gebiete
4. taz: Olaf Scholz in Litauen: Panzer statt Weltbühne
6. IPG: Hans Kundnani: Frieden mit wem?
7. Der Spiegel: Eskalation in Nahost - Israels Militär übt für möglichen Krieg mit dem Libanon
8. DLF: Nakba-Tag - Palästinenser erinnern an Flucht und Vertreibung im ersten Nahost-Krieg
9. BBC: Israel Gaza: Hamas sagt, dass sie den Waffenstillstandsvorschlag akzeptiert
10. Al Monitor: CIA-Direktor: Israel und Hamas verlassen Ägypten-Gespräche ohne Einigung
11. Friedenskooperative: 37 Organisationen und Netzwerke fordern:
Völkerrechtswidrige Rüstungsexporte an Israel stoppen
12. MSN: Kristin Helberg: Israel: Die deutsche Staatsräson ist zuerst dem Grundgesetz verpflichtet
13. Connection: Aktionswochen zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, 15. Mai
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1. F.A.Z. Ukraine Liveticker
https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine-liveticker-eu-einigt-sich-auf-sanktionen-gegen-pro-russisches-portal-voice-of-europe-faz-19030454.html
15.5.2024 12:20 Uhr
Paul Gross
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat angesichts der russischen
Offensive im Gebiet Charkiw alle Auslandsreisen für die kommenden Tage
abgesagt. Das teilte sein Sprecher Sergii Nykyforov auf Facebook mit.
Geplant war eine Reise nach Spanien und Portugal.
Wie unser Korrespondent Hans-Christian Rößler aus Spanien berichtet,
teilte das Königshaus Madrid wenige Stunden nach der Ankündigung
seines ersten offiziellen Besuchs in Spanien die Absage mit. Nach
Informationen des Senders CNN Portugal ist der Grund die angespannte
innenpolitische Lage und die russische Offensive in Charkiw. (…)
——
2. n tv: Svenja Schulze plant finanzielle Anreize für Rückkehr von Ukrainern
https://www.n-tv.de/politik/17-54-Putin-Muessen-Ruestungsproduktion-verdoppeln-und-verdreifachen--article23143824.html
11:15 Svenja Schulze plant finanzielle Anreize für Rückkehr von Ukrainern
Angesichts eines Arbeitskräftemangels in der Ukraine infolge des
Krieges stellt die Bundesregierung Überlegungen an, wie aus der
Ukraine geflüchtete Menschen bei einer Rückkehr in ihre Heimat
unterstützt werden können.
"Es gibt Überlegungen, wie wir die Menschen bei ihrem Neuanfang in der
Ukraine unterstützen könnten", sagt Entwicklungsministerin Svenja
Schulze dem "Tagesspiegel" auf die Frage, ob finanzielle Anreize für
Geflüchtete geplant seien. "Denkbar sind auch Modelle der sogenannten
zirkulären Migration, also einer zeitweisen Rückkehr", sagt Schulze weiter.
Mit diesem Thema werde sich die Fachkräfte-Allianz, die bei der für
Juni in Berlin geplanten Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine aus der
Taufe gehoben werden soll, noch genauer befassen, so Schulze. Sie
betont gleichzeitig: "Wir werden niemanden zwingen, in die Ukraine
zurückzukehren, wenn er oder sie das noch nicht möchte." Deutschland
biete Schutz. "Dieses Versprechen steht.“
Schulze hatte Ende April angekündigt, mit einer internationalen
Fachkräfteinitiative den Wiederaufbau der Ukraine unterstützen zu
wollen. Besonders gebraucht würden Menschen im Gesundheitsbereich
sowie beim Wiederaufbau und im Hausbau.
(…)
04:33 Putin unterstützt Chinas "Friedensplan" für Ukraine
Vor seinem Besuch in Peking in dieser Woche äußert sich der russische
Präsident Wladimir Putin zu Chinas 12-Punkte-Plan zur Beilegung des
Konflikts in der Ukraine.
"Wir bewerten Chinas Ansatz zur Lösung der Ukraine-Krise positiv",
sagt Putin laut einer auf der Kreml-Website in russischer Sprache
veröffentlichten Transkription eines Gesprächs mit der chinesischen
Nachrichtenagentur Xinhua.
"In Peking versteht man wirklich die Ursachen der Krise und ihre
globale geopolitische Bedeutung." China hatte vor mehr als einem Jahr
ein 12-Punkte-Papier vorgelegt, in dem allgemeine Prinzipien zur
Beendigung des Krieges dargelegt wurden, ohne jedoch auf Details
einzugehen.
Es wurde damals sowohl in Russland als auch in der Ukraine nur lauwarm
aufgenommen, während die USA erklärten, China präsentiere sich als
Friedensstifter, spiegele aber das "falsche Narrativ" Russlands wider
und verurteile dessen Invasion nicht.
——
3. Der Spiegel: Gedämpfte Erwartungen
Tschechischer Präsident äußert Zweifel an Rückeroberung ukrainischer Gebiete
https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-tschechischer-praesident-petr-pavel-aeussert-zweifel-an-rueckeroberung-ukrainischer-gebiete-a-d51ac97c-fc52-48bd-8fdb-9d518e9dca0b
Gedämpfte Erwartungen
Tschechischer Präsident äußert Zweifel an Rückeroberung ukrainischer Gebiete
Petr Pavel gilt als starker Unterstützer Kiews. Zu den
Verteidigungsmöglichkeiten des Landes und einem baldigen Nato-Beitritt
der Ukraine hat er sich nun zurückhaltend geäußert.
15.05.2024, 16.15 Uhr
Jüngst sprach sich der tschechische Präsident für baldige
EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine aus und rief eine Initiative zur
Munitionsbeschaffung für das kriegsgebeutelte Land aus. Nun hat Petr
Pavel jedoch vor unrealistischen Erwartungen im ukrainischen
Abwehrkrieg gegen Russland gewarnt.
»Es wäre naiv zu glauben, dass die Ukraine in absehbarer Zeit
vollständig die Kontrolle über ihr Territorium zurückgewinnen kann«,
sagte der frühere tschechische Generalstabschef dem Sender Sky News.
Russland werde die besetzten Gebiete nicht aufgeben.
»Was wir tun müssen, ist, den Krieg zu stoppen«, forderte der
62-Jährige. Anschließend könne man über eine künftige Vereinbarung
verhandeln. Einen Kompromiss könne es indes nur mit Zustimmung der
Ukraine und Russlands sowie mit der Hilfe von Garantiestaaten geben.
Hoffnungen auf einen baldigen Nato-Beitritt der Ukraine dämpfte Pavel.
»Ich denke, das kommt nicht infrage, solange der Krieg in der Ukraine
andauert«, betonte der Präsident. Zunächst müsse der Frieden in der
Region wiederhergestellt werden.
Auch die Überlegungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron
zur Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine wies Pavel zurück.
Das würde seiner Ansicht nach unmittelbar eine direkte Konfrontation
zwischen der Nato und Russland verursachen. »Niemand will einen
solchen Konflikt in Europa«, sagte Pavel. (…)
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4. taz: Olaf Scholz in Litauen: Panzer statt Weltbühne
https://taz.de/Olaf-Scholz-in-Litauen/!6008577/
6.5.2024 15:22
Stefan Reinecke
Olaf Scholz in Litauen: Panzer statt Weltbühne
Bundeskanzler Olaf Scholz ist auf Truppenbesuch in Litauen. Er will
zeigen, dass er die neue deutsche Rolle für den Schutz des Baltikums
ernst nimmt.
VILNIUS/PABRADE taz | Im Hintergrund vor einem Wald stehen drei
Radpanzer: ein litauischer, ein deutscher, ein französischer. Je vier
Soldaten sind davor postiert, mit geschwärzten Gesichtern und
Maschinengewehren im Anschlag.
Für die zivile Bundesrepublik ist das ein recht martialischer
Hintergrund für einen Kanzlerauftritt. Olaf Scholz, in Jeans und
Regenmantel, steht vor den Panzern auf dem Truppenübungsplatz Pabrade
in Litauen. Er besucht das Nato-Manöver Quadriga. Und redet mit
Litauern über die Bundeswehr-Brigade, die hier stationiert werden
soll. Es geht vor allem um Geld. (…)
Ein Grund, vielleicht der wesentlichste Grund dieser Reise ist es
auszuhandeln, wie viel Litauen beisteuern wird. Und ob das Land
Schulen, Kitas, Häuser zahlt. Deutschland wird die 5000 Soldaten
starke Brigade rund 11 Milliarden Euro kosten. 2027 soll sie
einsatzbereit sein. Dann kostet sie jedes Jahr 800 Million Euro. (…)
Nauseda gilt als moderat und verbindlich, anders als Außenminister
Gabrielius Landsbergis, der gern gegen Deutschland stichelt und einen
drängelnden Ton anschlägt. Nauseda pfiff den Außenminister bereits
zurück, als der von einem wahrscheinlichen russischen Angriff redete.
(…)
Die Bundeswehr ist schon seit 2017 die führende Nato-Armee in Litauen.
Die dauerhafte Stationierung der Brigade ist ein Zeichen: Deutschland
wird faktisch eine Art Schutzmacht für das Baltikum. In der
Bundesrepublik hat diese neue Rolle bislang kaum öffentliche Wellen
geschlagen. Das kann sich allerdings mit dem Zoff um Geld und den
Haushalt ändern.
Scholz: Seht her, was wir alles tun
Nausedas Forderung kontert Scholz kühl. Bei der Brigade gehe es „mit
großem Tempo voran“. Mehr sagt er nicht. Dann wendet sich der Kanzler
der Ukraine zu, die unter „Putins imperialistischen Größenwahn“ leide.
Deutschland liefere für 28 Milliarden Euro Waffen an die Ukraine, mehr
als alle anderen europäischen Länder zusammen.
„Alle müssen noch mehr tun“, so Scholz. Der Verweis auf die
Ukraine-Hilfe soll sagen: Litauen wird auch in der Ukraine verteidigt.
Seht her, was wir alles tun. (…)
Die USA haben dauerhaft Soldaten in Rumänien und Polen stationiert.
Rumänien plant für die US-Armee bei Cluj ein Areal, das doppelt so
groß werden wird wie die US-Basis in Ramstein.
Aber: Dass Scholz sich am Montag morgen mit einem Radpanzer durch den
sandigen litauischen Boden fahren lässt, ist ein politisches Zeichen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte Scholz eingeladen,
zusammen den chinesischen Präsidenten Xi in Paris zu empfangen.
Das wäre ein großer Auftritt auf der weltpolitischen Bühne gewesen.
Der Kanzler wollte den lange vereinbarten Termin in Litauen jedoch
nicht platzen lassen.
——
6. IPG: Hans Kundnani: Frieden mit wem?
https://www.ipg-journal.de/rubriken/europaeische-integration/artikel/frieden-mit-wem-7501/?utm_campaign=de_40_20240514&utm_medium=email&utm_source=newsletter
Europäische Integration
14.05.2024
Hans Kundnani
Hans Kundnani ist Senior Research Fellow bei Chatham House in London.
Zuvor war er Senior Transatlantic Fellow im Europa-Programm des German
Marshall Fund in Berlin. Davor arbeitete der Oxford-Absolvent fünf
Jahre als Forschungsdirektor im European Council on Foreign Relations
(ECFR). Frieden mit wem?
Vom russischen Angriff auf die Ukraine aufgeschreckt, soll die EU in
den Kriegsmodus wechseln. Doch ein Friedensprojekt war der Staatenbund
noch nie.
Im März schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel einen Meinungsbeitrag,
der in diversen europäischen Zeitungen abgedruckt wurde: Die
Europäische Union müsse sich „auf Krieg vorbereiten“. (…)
Es scheint derzeit Konsens darüber zu bestehen, dass die EU „in den
Modus der Kriegswirtschaft übergehen muss“, wie es
Binnenmarktkommissar Thierry Breton ausdrückte. Der Chef des European
Council on Foreign Relations, Mark Leonard, schrieb sogar, die Union
müsse von einem Friedens- zu einem „Kriegsprojekt“ werden.
Natürlich heißt das für Leute wie Breton und Leonard nicht, dass die
EU damit nicht länger behaupten könnte, für Frieden zu stehen, wenn
die Union zu einem solchen Kriegsprojekt würde. Die (etwas
Orwell’sche) Logik ist vielmehr, dass im Namen des Friedens
gegebenenfalls Krieg geführt werden muss.
Das Problem mit dieser Vorstellung eines Wandels vom Friedens- zum
Kriegsprojekt (wobei die EU weiterhin von sich selbst glaubt, für
Frieden zu stehen) ist, dass sie die Geschichte der EU als
vermeintliches Friedensprojekt idealisiert.
In Wirklichkeit haben die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg nie den
Krieg im Allgemeinen abgelehnt, sondern nur Krieg untereinander. In
der „pro-europäischen“ Vorstellungswelt hat sich die spezifische
Ablehnung militärischer Gewalt gegen andere EU-Mitgliedstaaten zu der
Annahme gewandelt, die Europäer seien insgesamt und geradezu
einzigartig friedlich.
Wenn die EU für Frieden steht, dann sollten wir diesen Frieden – in
Anlehnung an Tyler Stovalls Konzept einer „weißen Freiheit“ – als
„weißen Frieden“ betrachten. Das bedeutet: Frieden im Inneren und
untereinander, aber nicht zwingend nach außen, mit dem Rest der Welt.
In diesem Sinne ist die Mobilisierung für einen Krieg gegen Russland
gar nicht so ein Bruch mit der Geschichte der EU, wie die
„Pro-Europäer“ Michel und Leonard behaupten. (…)
Es stimmt, dass sich vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine
nun die Rolle der EU in militärischen Konflikten verändert – zum
Beispiel durch die Schaffung der sogenannten Europäischen
Friedensfazilität (EFF). Sie wurde 2021 gegründet, aber erst nach der
russischen Invasion zum ersten Mal für die Lieferung von Waffen an ein
Drittland genutzt. (…)
Bis Februar 2022 gab es innerhalb der EU kaum Einigkeit darüber, ob
Russland und/oder die Ukraine zur EU passen. So sagte Frankreichs
Präsident Emmanuel Macron auf dem G7-Gipfel in Biarritz 2019, dass
„Russland voll und ganz in ein Werte-Europa gehört“. Umgekehrt hatten
viele Zweifel, ob die Ukraine Teil der EU werden sollte. In den
vergangenen zwei Jahren hat sich jedoch ein eindeutiger Konsens
herausgebildet: Die Ukraine gehört dazu, Russland nicht. (…)
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7. Der Spiegel: Eskalation in Nahost - Israels Militär übt für möglichen Krieg mit dem Libanon
https://www.spiegel.de/ausland/israel-militaer-uebt-fuer-moeglichen-krieg-mit-dem-libanon-a-1d36795c-f233-4d6c-a2a7-20ab6f7330c0
Eskalation in Nahost
Israels Militär übt für möglichen Krieg mit dem Libanon
Seit Beginn des Gazakriegs kommt es auch im libanesischen Grenzgebiet
wieder zu heftigen Gefechten. Bei einer Militärübung hat Israels Armee
nun eigenen Angaben zufolge Kampfsituationen im Libanon simuliert.
10.05.2024, 14.34 Uhr
Die israelische Armee hat für die Möglichkeit eines größeren Krieges
mit dem nördlichen Nachbarland Libanon trainiert. Das Militär teilte
mit, im Verlauf der Woche hätten Reservisten einer Brigade
verschiedene Übungen abgehalten, »um die Bereitschaft an der
nördlichen Grenze zu verbessern«.
Ziel seien Einsatzbereitschaft und Vorbereitung »auf verschiedene
Kampfszenarien«. (…)
150.000 Menschen bereits aus der Kampfzone evakuiert
Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen im Oktober vergangenen Jahres
zwischen der islamistischen Hamas und dem israelischen Militär kommt
es an Israels Grenze zum Libanon täglich zu militärischen
Konfrontationen mit der Hisbollahund anderen Gruppierungen. (…)
In Ortschaften beiderseits der Grenze hat der gegenseitige Beschuss
schwere Zerstörungen angerichtet. Rund 150.000 Menschen wurden
evakuiert oder verließen die Kampfzone.
——
8. DLF: Nakba-Tag - Palästinenser erinnern an Flucht und Vertreibung im ersten Nahost-Krieg
https://www.deutschlandfunk.de/palaestinenser-erinnern-an-flucht-und-vertreibung-im-ersten-nahost-krieg-100.html
Nakba-Tag
Palästinenser erinnern an Flucht und Vertreibung im ersten Nahost-Krieg
Vor dem Hintergrund des Gaza-Krieges haben Palästinenser den Nakba-Tag begangen.
15.05.2024
Das arabische Wort Nakba bedeutet Katastrophe. Der Gedenktag erinnert
an die Flucht und Vertreibung von 700.000 Palästinensern im ersten
Nahostkrieg 1948.
Im Westjordanland fand die zentrale Veranstaltung in Ramallah statt.
Mittags heulten dort für 76 Sekunden Sirenen – eine Sekunde für jedes
Jahr seit der Nakba.
Nördlich von Ramallah kam es in der Nähe einer jüdischen Siedlung zu
Zusammenstößen von demonstrierenden Jugendlichen und israelischen Soldaten.
Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden
dabei ein Mann getötet und ein weiterer festgenommen. Von Seiten der
israelischen Armee gab es zunächst keine Informationen über den Vorfall.
Auch in anderen Städten weltweit gingen Palästinenser auf die Straße.
In Hamburg fand eine Kundgebung mit hunderten Teilnehmern statt.
——
9. BBC: Israel Gaza: Hamas sagt, dass sie den Waffenstillstandsvorschlag akzeptiert
https://www.bbc.com/news/world-middle-east-68964108
Israel Gaza: Hamas sagt, dass sie den Waffenstillstandsvorschlag akzeptiert
6. Mai 2024
Von David Gritten, BBC News
Die Hamas sagt, sie habe katarische und ägyptische Vermittler darüber
informiert, dass sie ihren Vorschlag für einen neuen Waffenstillstand
in Gaza und Geiselnahmeabkommen mit Israel akzeptiert habe.
"Der Ball ist jetzt in Israels Hof", sagte ein Beamter der
palästinensischen Gruppe.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, der von
der Hamas angenommene Vorschlag sei "weit entfernt von Israels
Grundanforderungen", aber die Verhandlungen würden fortgesetzt.
——
10. Al Monitor: CIA-Direktor: Israel und Hamas verlassen Ägypten-Gespräche ohne Einigung
https://www.al-monitor.com/originals/2024/05/cia-director-israel-and-hamas-leave-egypt-talks-no-deal-reached
CIA-Direktor: Israel und Hamas verlassen Ägypten-Gespräche ohne Einigung
Nachdem Vertreter der Hamas und der Vereinigten Staaten Kairo
verlassen hatten, reiste auch die israelische Delegation am Donnerstag
ab, da Quellen der Nachrichtenagentur Kan mitteilten, dass
"unüberbrückbare Gräben" zwischen den Parteien entstanden seien.
(…)
———
11. Friedenskooperative: 37 Organisationen und Netzwerke fordern:
Völkerrechtswidrige Rüstungsexporte an Israel stoppen
https://www.friedenskooperative.de/aktuelles/37-organisationen-und-netzwerke-fordern-voelkerrechtswidrige
37 Organisationen und Netzwerke fordern:
Völkerrechtswidrige Rüstungsexporte an Israel stoppen
(…)
Im Detail werden der Kanzler und die adressierten Minister:innen daher aufgefordert:
- Stoppen Sie den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern
nach Israel, die in Gaza oder im besetzten Westjordanland eingesetzt
werden könnten und bei denen das Risiko besteht, dass mit diesen
Menschenrechtsverletzungen oder Verletzungen des humanitären
Völkerrechts begangen oder erleichtert werden könnten. Dies schließt
potenzielle Abgaben von Bundeswehrmaterial ein.
- Setzen Sie sich gemäß der Resolution 2728 des UN-Sicherheitsrates für
einen sofortigen Waffenstillstand ein.
- Setzen Sie sich gemäß der Resolution 2728 des UN-Sicherheitsrates für
die Freilassung der Geiseln ein.
- Unternehmen Sie alles in Ihrer Macht stehende, um die Achtung des
humanitären Völkerrechts in Gaza durch alle beteiligten
Konfliktparteien zu gewährleisten.
- Setzen Sie sich dafür ein, dass Israel die völkerrechtswidrige
Blockade des Landwegs für substanzielle humanitäre Hilfe für die
Zivilbevölkerung in Gaza beendet.
———
12. MSN: Kristin Helberg: Israel: Die deutsche Staatsräson ist zuerst dem Grundgesetz verpflichtet
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/israel-die-deutsche-staatsr%C3%A4son-ist-zuerst-dem-grundgesetz-verpflichtet/ar-BB1meAtb?ocid=msedgntp&pc=HCTS&cvid=7cfe68ab205346138bac8afc9895584d&ei=12
Israel: Die deutsche Staatsräson ist zuerst dem Grundgesetz verpflichtet
Geschichte von Kristin Helberg
12.5.2024
Wie in jeder Beziehung geht es in der Diplomatie nicht nur darum, was
gesagt wird, sondern auch wie, wo und wie laut. Die eigene
Glaubwürdigkeit bemisst sich wiederum daran, ob den Worten bei
Nichtbeachtung Taten folgen – die Einberufung von Botschaftern, der
Entzug von Unterstützung, Wirtschaftssanktionen oder der Abbruch von
Beziehungen.
Im Umgang mit Israel ist die Bundesregierung aus nachvollziehbaren
historischen Gründen vorsichtiger als bei anderen Staaten. Aber die
Lehren aus dem Holocaust ernst zu nehmen bedeutet auch, sie gegenüber
einer israelischen Regierung hochzuhalten, die in Teilen faschistisch
argumentiert, offen Völkerrecht bricht und die israelische Demokratie
in eine national-religiöse Autokratie umwandeln möchte.
Die deutsche Staatsräson ist zuerst dem Grundgesetz verpflichtet. Wer
die darin formulierten Prinzipien – entwickelt aus der Erfahrung des
Nationalsozialismus – mit Füßen tritt, kann dabei keine Hilfe
erwarten. Diese Erkenntnis mit Blick auf Israel zu vertreten, ist das
Gebot der Stunde und gelingt bislang nicht.
Dabei ist das möglich, auch ohne sich dem Verdacht des israelbezogenen
Antisemitismus auszusetzen. Unterstützung und Kritik müssten nur
klarer benannt und adressiert werden: Deutschland setzt sich ein für
die Sicherheit von Juden weltweit, für die Menschen in Israel und für
die Existenz Israels als jüdischem und demokratischem Staat. Eine
Regierung in Tel Aviv, die all das gefährdet, kann deshalb kein enger
Partner sein.
Das bedeutet: Volle Solidarität mit den Angehörigen der Geiseln und
den Demonstranten, die Neuwahlen und ein Ende des Krieges fordern;
dazu Unterstützung von Politikern, Wissenschaftlerinnen, Journalisten
und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für ein
gleichberechtigtes Zusammenleben von Israelis und Palästinensern
einsetzen und dafür angegriffen, delegitimiert und unterdrückt werden.
Statt hinter verschlossenen Türen mit Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu über den Hunger in Gaza zu streiten, sollten Außenministerin
und Kanzler deutlicher kritisieren und konkrete Schritte ankündigen.
Denn bei genauem Hinhören ist die deutsche Haltung gar nicht so
unausgewogen, sie wird nur schlecht kommuniziert und noch schlechter
umgesetzt.
Die drei deutschen Mantras der letzten Monate lauten:
Selbstverteidigung ja, aber bitte im Rahmen des Völkerrechts;
Feuerpausen für die Freilassung der Geiseln und mehr humanitäre Hilfe
in Gaza; konkrete Schritte für eine Zweistaatenlösung, denn Israelis
werden erst sicher sein, wenn Palästinenser in Würde und
selbstbestimmt leben können.
Da Mahnen zu nichts führt, müssen Taten folgen. Die Kriegsführung in
Gaza entspricht nicht den Regeln des Völkerrechts, sie macht weder die
Bewohner Israels noch jüdische Menschen weltweit sicherer. Deshalb
sollte die Bundesrepublik Israel keine Kriegswaffen mehr liefern, die
in Gaza zum Einsatz kommen könnten.
Für die Rettung der Geiseln und eine bessere Versorgung der Menschen
in Gaza braucht es einen dauerhaften Waffenstillstand und die
Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung mit Hilfe multinationaler
Streitkräfte. Und wer es ernst meint mit einem palästinensischen
Staat, muss mehr tun, als den illegalen Siedlungsbau zu verurteilen
und gewalttätige Siedler zu sanktionieren.
Um palästinensische Bewohner im Westjordanland vor Landraub,
Vertreibung und Entrechtung zu schützen, müssten Maßnahmen gegen die
politischen Verantwortlichen dieses Unrechtssystems verhängt werden.
Klingt nach Moral? Ist aber Interessenpolitik.
Kristin Helberg ist Journalistin und Politikwissenschaftlerin. Sie
berichtete sieben Jahre aus Damaskus, hat mehrere Bücher zu Syrien
geschrieben und lebt heute als Autorin, Nahostexpertin und Moderatorin
in Berlin.
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13. Connection: Aktionswochen zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, 15. Mai
https://de.connection-ev.org/article-4093
Aktionswochen zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, 15. Mai
Termine 7. Mai bis 1. Juni
(06.05.2024)
Rund um den Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, dem 15.
Mai, wird es Veranstaltungen und Aktionen in mehreren Ländern weltweit
geben. Mit den Veranstaltungen fordern wir echten Schutz für alle, die
sich dem Krieg verweigern. Kriegsdienstverweigerung ist ein
Menschenrecht, gerade auch im Krieg. Verfolgte
Kriegsdienstverweiger*innen und Deserteur*innen brauchen Asyl!
#ObjectWarCampaign: Ein Bündnis von mehr als 120 Organisationen
#europaweit setzt sich insbesondere für den Schutz all derjenigen ein,
#die in Russland, Belarus und der Ukraine den Kriegsdienst verweigern.
#Mehr dazu unter www.objectwarcampaign.org.
#RefuseWar: Zugleich starten wir zum Internationalen Tag der
#Kriegsdienstverweigerung die Global Action #RefuseWar. Machen Sie
#mit! Tragen Sie auf einer interaktiven Karte ihre
#Verweigerungserklärung ein. Sie sind herzlich zum Mitmachen
#eingeladen.
Mehr dazu unter www.refusewar.org <http://www.refusewar.org/>.
Liste der Aktionen und Veranstaltungen
(…)
Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.