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12.03.2026

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 12. März 2026, 8:18 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,

nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum ThemaMilitarisierung - auch heute mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.

1. Axios: Trump und Putin besprechen in einem Telefonat das Ende der Kriege im Iran und in der Ukraine

2. n tv: Angebot der Ukraine abgelehnt - USA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben

3. t-online: US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg


4. jpost: „Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“, schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag


5. Spiegel: Irankrieg - Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in Jordanien

6. Welt: Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak

7. DW: Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in Europa

8. Berl.Z.: Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen 


9. Freitag: US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebracht

10. WDR: MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?

11. FR: Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“

12. IPG: Bomben statt Strategie - Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt.       Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.


13. Medico: Angriff auf den Iran - Welt der Wölfe - Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.

14. Campact: Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!

15. Friedenskooperative: Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026 


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https://www.axios.com/2026/03/09/trump-putin-iran-ukraine-war-phone-call


1. Axios: Trump und Putin besprechen in einem Telefonat das Ende der Kriege im Iran und in der Ukraine.


Aktualisiert am 9. März 2026 


Politik & Politik


Barak Ravid


Präsident Trump habe am Montag mit dem russischen Staatschef Wladimir

Putin telefoniert und den Krieg mit dem Iranund die Bemühungen zur

Beendigung des Krieges in der Ukraine diskutiert, sagte der Kreml.


Warum es wichtig ist: Dies war der erste Anruf zwischen Trump und

Putin seit Beginn des Krieges mit dem Iran.


——


2. n tv: Angebot der Ukraine abgelehnt - USA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben


https://www.n-tv.de/politik/Iran-Krieg-USA-sollen-fatale-Fehlentscheidung-getroffen-haben-id30455497.html


Angebot der Ukraine abgelehntUSA sollen vor Iran-Krieg fatale Fehlentscheidung getroffen haben11.03.2026, 09:33 Uhr 


US-Präsident Donald Trump behauptet gerne, die Ukraine habe in ihrem

Verteidigungskampf keine Karten in der Hand. Dabei wollte Kiew den

Vereinigten Staaten im Sommer offenbar mit Technologie zur Abwehr von

Drohnen helfen. Washington lehnte ab - und benötigt die Unterstützung nun.


Einem Bericht des US-Mediums Axios zufolge hat die Ukraine den USA vor

etwas mehr als einem halben Jahr ihre Technologie zur Eliminierung von

Shahed-Drohnen angeboten. In Washington sei das jedoch auf Ablehnung

gestoßen. Zwei US-Beamte sprachen von einer der "größten taktischen

Fehleinschätzungen" der Regierung.


Denn seit der israelisch-amerikanischen Bombardierung des Iran und den

damit verbundenen Gegenangriffen seit Ende Februar fragen die

Vereinigten Staaten die Ukraine nach genau dieser Technologie.


Axios zufolge hatten die Ukrainer im August 2025 eine

PowerPoint-Präsentation erstellt, in der sie zeigten, wie ukrainische

Technologie die amerikanischen Streitkräfte und ihre Verbündeten in

einem Krieg im Nahen Osten schützen könnte. Trump habe sein Team

gebeten, daran zu arbeiten, "aber sie haben nichts unternommen", sagte

ein ukrainischer Beamter laut Axios. (…)


Mittlerweile haben die USA eine Kehrtwende vollzogen. Laut Angaben aus

Kiew befinden sich ukrainische Spezialisten im Nahen Osten, um bei der

Abwehr von Shahed-Drohnen zu helfen. Staatschef Wolodymyr Selenskyj

erhofft sich im Gegenzug dafür die Lieferung von modernen

PAC-3-Flugabwehrraketen für die ukrainischen Patriot-Systeme.


(…)



—————————




3. t-online: US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg



https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_101157988/iran-krieg-us-geheimdienste-hatten-im-vorfeld-zweifel-an-kriegserfolg.html



Newsblog zum Krieg in Nahost 
US-Geheimdienste hatten im Vorfeld Zweifel an Kriegserfolg

Von C. SiemerT. SchibillaF. MichalskiJ. HartungJ. SeiferthN. BreuerC. CölnM. Kloft


Aktualisiert am 10.03.2026 - 09:51 Uhr


(…)


US-Geheimdienste hatten Zweifel an Kriegserfolg vor Beginn der Angriffe

Eine US-Geheimdienstanalyse kurz vor Beginn des Krieges kam zu dem

Schluss, dass der Angriff Israels und der USA auf Iran wahrscheinlich

nicht zu einem Regimewechsel in der Islamischen Republik führen würde.

Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zwei mit

dem Bericht vertraute anonyme Personen.


Demnach kam die Analyse zu dem Schluss, dass keine starke oder geeinte

Oppositionskoalition in Iran bereit sei, die Macht zu übernehmen, wenn

die iranische Führung getötet werde. Stattdessen sagte die Analyse

genau das voraus, was am Sonntag passiert ist: Irans führende

Geistliche wählten den Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei zum

neuen obersten Führer.


Die Analyse widerspricht der Behauptung der Trump-Regierung, ihre

Ziele in Iran relativ schnell – möglicherweise innerhalb weniger

Wochen – erreichen zu können.


(…)


——


siehe auch:


https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/3-7-Milliarden-in-100-Stunden-So-teuer-ist-der-Iran-Krieg-id30440895.html

Kosten der Operation "Epic Fury“ 3,7 Milliarden in 100 Stunden: So teuer ist der Iran-Krieg06.03.2026, 21:03 Uhr


Die ersten vier Tage der Operation "Epic Fury" sind extrem teuer. Nach

Berechnungen der US-Denkfabrik CSIS haben die ersten 100 Stunden der

Angriffe auf iranische Ziele rund 3,7 Milliarden Dollar verschlungen -

vor allem für Munition, Kampfjets und verlorene Flugzeuge.


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4. jpost: „Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“, 

    schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag



https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-882149


„Frohes neues Jahr an die Iraner und die Mossad-Agenten an ihrer Seite“, 

schreibt Mike Pompeo in einem Social-Media-Beitrag


„Das iranische Regime steckt in Schwierigkeiten“, sagte der ehemalige US-Außenminister 

unter Verweis auf die anhaltenden Proteste gegen das Regime, die derzeit im ganzen Iran stattfinden.


Von der Redaktion der Jerusalem Post


3. Januar 2026, 04:52 Uhr


Aktualisiert: 3. Januar 2026, 04:56 Uhr



„Ein frohes neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Und auch an

alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen“, schrieb der ehemalige

US-Außenminister Mike Pompeo am Freitagabend in einem Beitrag auf

X/Twitter.


Pompeos Beitrag erschien inmitten weit verbreiteter und tagelanger

Proteste gegen die Islamische Republik, die im ganzen Land

ausgebrochen sind.


„Das iranische Regime steckt in Schwierigkeiten“, fügte Pompeo hinzu.

„Die Hinzuziehung von Söldnern ist seine letzte Hoffnung.“


„Unruhen in Dutzenden von Städten und die Basij unter Belagerung –

Mashed, Teheran, Zahedan. Nächster Halt: Belutschistan“, fuhr er fort.


„47 Jahre dieses Regimes; POTUS 47. Zufall?“, schrieb er auf X.


Am Montag ermutigte der Mossad die Anti-Regime-Demonstranten in einem

Beitrag in persischer Sprache in den sozialen Medien.


„Geht gemeinsam auf die Straße. Die Zeit ist gekommen“, erklärte der

Mossad und fügte hinzu, dass Mossad-Agenten „nicht nur aus der Ferne

und verbal“ mit den Demonstranten seien. „Wir sind mit [ihnen] vor

Ort.“


Pompeo überlebte zuvor ein Attentat des Iran


Monate zuvor sorgte Pompeo für Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde,

dass die Islamische Republik laut dem im Juli veröffentlichten Buch

„2024: How Trump Retook the White House and the Democrats Lost

America“ beinahe erfolgreich ein Attentat auf ihn verübt hätte.


Die Washington Post erhielt einen Monat vor der Veröffentlichung

Zugang zu dem Buch und enthüllte, dass der beinahe erfolgreiche

Anschlag stattfand, während der ehemalige Außenminister 2022 in einem

Hotelzimmer in Paris wohnte.


Das Buch behandelt auch die beiden Attentate auf US-Präsident Donald

Trump, die er beide in den letzten Monaten seines

Präsidentschaftswahlkampfs überlebte. Es wurde keine Verbindung

zwischen diesen Attentaten und der Islamischen Republik festgestellt.


Yonah Jeremy Bob hat zu diesem Bericht beigetragen.


Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)



——



siehe auch - in der angebotenen deutschen Übersetzung:


https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-881733

Mossad spornt Iran-Proteste an, sagt Agent mit Demonstranten in Farsi-BotschaftAls die Proteste im gesamten Iran zunahmen, veröffentlichte der Mossad

eine ungewöhnliche Farsi-Botschaft, in der die Demonstranten

aufgefordert wurden, zu handeln, und sagte, dass sie mit ihnen auf den

Straßen liegt, inmitten des steigenden wirtschaftlichen Drucks und der

öffentlichen Unruhen. (…)



Von YONAH JEREMY BOB
DEZEMBER 29, 2025 17:40
Aktualisiert: DEZEMBER 29, 2025 20:52(…)

——------



5. Spiegel: Irankrieg - Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in Jordanien


https://www.spiegel.de/politik/deutschland/iran-krieg-raketenangriff-aus-iran-auf-deutsches-feldlager-in-jordanien-a-3043ce24-7a33-4b35-9348-3d467538d76a

Irankrieg Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager in JordanienBei einem Angriff mit ballistischen Raketen wurde nach

SPIEGEL-Informationen auch der deutsche Teil des jordanischen

Luftwaffenstützpunktes al-Azraq getroffen. Unklar ist, ob die Raketen

selbst oder Trümmerteile der Geschosse die Basis trafen.


10.03.2026, 01.41 Uhr


Das deutsche Feldlager im jordanischen al-Azraq ist in der Nacht zum

Montag mit ballistischen Raketen aus Iran angegriffen worden. Nach

SPIEGEL-Informationen wurde auch der deutsche Teil des jordanischen

Luftwaffenstützpunktes, auf dem auch die U.S. Air Force stationiert

ist, getroffen. Demnach wurde bei dem Einschlag ein Unterkunftsgebäude

des deutschen Kontingents getroffen.


Da sich die deutschen Soldatinnen und Soldaten zur Zeit der Attacke in

den Schutzräumen befanden, kam es nicht zu Personenschäden. Bisher ist

nicht klar, ob die Raketen selbst auf der Basis einschlugen oder ob

Trümmerteile von zuvor von der Flugabwehr abgefangenen Geschossen auf

dem Militärgelände niedergingen.


Die Bundeswehr ist seit mehreren Jahren fest in al-Azraq stationiert,

von dort aus unterstützt die Luftwaffe eine internationale

Anti-Terror-Koalition mit Tankflugzeugen. Wegen der eskalierenden Lage

im Nahen Osten hatte die Bundeswehr das Personal in al-Azraq bereits

vorsorglich reduziert, zuvor war dort eine niedrige dreistellige Zahl

von Soldaten stationiert.


Da die Amerikaner das Camp mit ihrer Flugabwehr schützen, galt

al-Azraq bisher als relativ sicher. Die Bundeswehr hat aktuell in

al-Azraq zwei A400M der Luftwaffe in Bereitschaft, um im Falle einer

Evakuierungsoperation schnell reagieren zu können.


Wie groß die Schäden durch die Einschläge sind, war am Montag zunächst

unklar. Ein Sprecher des zuständigen Operativen Führungskommandos

bestätigte auf Anfrage des SPIEGEL lediglich, dass es in der Nacht

einen Angriff gab, der Vorfall werde gerade intern untersucht.


——


6. Welt: Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak


https://www.welt.de/politik/ausland/article6983a98d2dfdd2aa24525e1c/drohende-eskalation-zwischen-usa-und-iran-bundeswehr-reduziert-praesenz-im-irak.html



Angespannte Sicherheitslage

Drohende Eskalation zwischen USA und Iran – Bundeswehr reduziert Präsenz im Irak

Veröffentlicht am 04.02.2026



Die Bundeswehr nutzt im Irak gemeinsame Stützpunkte mit

US-Streitkräften. Angesichts der Spannungen zwischen dem Iran und den

USA werden die deutschen Kräfte nun deutlich reduziert, heißt es in

einem Medienbericht.


Die Bundeswehr bereitet sich auf eine drohende militärische Eskalation

zwischen den USA und Iran vor. Nach Informationen des „Spiegel“ hat

das Operative Führungskommando entschieden, die deutschen Kräfte im

Nordirak deutlich zu reduzieren.


Nicht missionskritisches Personal wurde vorsorglich aus dem Irak

verlegt. Die Sicherheitsmaßnahme sei wegen der „weiter zunehmenden

Spannungen zwischen USA und Iran“ nötig, heißt es in einer Information

für den Bundestag.


Die Bundeswehr unterstützt im Irak den Aufbau der lokalen

Streitkräfte. Schwerpunkt ist die Kurden-Metropole Erbil im Norden des

Irak, in der Hauptstadt Bagdad sind nur noch einzelne Soldaten als

Berater eingesetzt.


Zuletzt hatte die Bundeswehr für die Mission um die 300 Soldaten und

Soldatinnen im Einsatz. Der größte Teil davon ist allerdings in

Jordanien stationiert, wo die Luftwaffe in al-Azraq seit Jahren ein

kleines Feldlager betreibt und die internationale

Anti-Terror-Koalition unter anderem mit Tankflugzeugen unterstützt.


Bereits Ende Januar wurde die Gefahrenstufe für den Nordirak wegen

„der zunehmenden Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit

Iran“ verschärft.


Wegen der gemeinsamen Nutzung von Stützpunkten mit US-Streitkräften

bestehe eine „mittelbare Gefährdung“ für die Bundeswehr, so ein

aktueller Lagebericht. In der Vergangenheit hatte das iranische Regime

in Spannungssituationen mehrfach versucht, US-Streitkräfte im Nordirak

mit Raketen anzugreifen.


———

7. DW: Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in Europa

https://www.dw.com/de/ramstein-air-base-iran-krieg-militaerisches-drehkreuz-der-usa-in-europa-nato-stuetzpunkt/a-76275616

Politik Deutschland

Ramstein Air Base: Militärisches Drehkreuz der USA in Europa

Christoph Hasselbach


09.03.20269. März 2026
Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland spielt für dieVereinigten Staaten eine wichtige Rolle. Umstritten war er schonimmer, wegen des Iran-Kriegs auch jetzt wieder.
Der Stützpunkt Ramstein ist eine Welt für sich. Im WestenDeutschlands, nahe dem Ort Ramstein-Miesenbach, erstreckt sich einweitläufiges Militärgelände mit Landebahnen, Hangars und zahlreichenGebäuden.
Die Luftwaffenbasis ist wie eine eigene kleine Stadt mitten imländlichen Rheinland-Pfalz, streng abgeriegelt von der hügeligenLandschaft darum herum. Und auch wenn die Ramstein Air Base aufdeutschem Staatsgebiet liegt, genießt sie doch ähnlich wie eineausländische Botschaft Immunität: Deutsche Beamte und Politiker dürfensie nur mit Zustimmung des US-Kommandeurs betreten.
Rund 9000 Menschen arbeiten hier. Es ist der größteLuftwaffenstützpunkt der USA in Europa. "Die Ramstein Air Base ist einunglaublich wichtiges logistisches Drehkreuz für das US-Militär", sagtder frühere NATO-Direktor William Alberque im Interview mit der DW.
(…)
Spanien hat seine Stützpunkte für die USA vorübergehend gesperrt, weildie Regierung die Angriffe auf den Iran für völkerrechtswidrig hält.Die Linkspartei in Deutschland fordert das mit derselben Begründungauch für Ramstein.
Aber abgesehen davon, dass sich Kanzler Merz hinter die US-Einsätzegestellt hat - wäre das rechtlich möglich? "Es wäre sehr schwierig fürdie Bundesregierung, die US-Operationen in Ramstein zu begrenzen",sagt der frühere NATO-Direktor William Alberque der DW.
"Wenn sie wollten, könnten sie es tun, aber es wäre sehr ungewöhnlich,und ich glaube nicht, dass sie das wollen."
——
siehe auch:
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/us-airbase-ramstein-iran-krieg-li.10023065
Iran-Krieg: Wie gefährdet ist Deutschland wegen der US-Airbase Ramstein? 

Ohne die Airbase Ramstein wäre der US-Krieg gegen den Iran kaum vorstellbar. 

Wird der deutsche Stützpunkt nun zum Ziel für Vergeltung? Was sagt das Völkerrecht?

(…)


——

8. Berl.Z.: Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen 

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/von-der-leyen-iran-widerstand-bruessel-li.10023387


Streit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen MachtkampfStreit um Iran-Politik: Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen 

In Brüssel bricht offener Widerstand gegen die

EU-Kommissionspräsidentin aus. Die Mitgliedstaaten werfen von der

Leyen vor, im Iran-Krieg ihre Kompetenzen massiv zu überschreiten.


Raphael Schmeller


09.03.2026. 10.03.2026, 06:25 Uhr


In Brüssel wächst der Widerstand gegen Ursula von der Leyen. Mehrere

EU-Staaten werfen der Kommissionspräsidentin vor – besonders seit

Beginn des Iran-Kriegs –, in der Außenpolitik über ihr Mandat

hinauszugehen. Scharfe Kritik kommt aus dem Europäischen Parlament,

aus diplomatischen Kreisen und inzwischen auch aus den Hauptstädten

der Mitgliedstaaten.


Wie Politico am Montag unter Berufung auf Gespräche mit neun

Diplomaten, EU-Beamten und Abgeordneten berichtete, werden der

deutschen EU-Chefin Kompetenzüberschreitungen vorgeworfen. Sie wagt

sich demnach in Bereiche vor, die nach den EU-Verträgen vor allem

Sache der Mitgliedstaaten sind. Die Rede ist von einem „diplomatic

overreach“, einer diplomatischen Überdehnung ihres Amtes.

——

9. Freitag: US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebracht

https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/iran-usa-das-gezielte-toeten-von-fuehrungspersonal-hat-nahost-kriege-nie-beendet/6c9d8ffe-b310-48a3-8d7c-931f94796b09

US-Krieg gegen Iran: Das gezielte Töten von Führungspersonal hat noch nie Frieden gebracht

Der Enthauptungsstrategie Israels liegt die Intention zugrunde,

charismatische Führungsfiguren eines Gegners zu treffen, damit der an

Kampf- und Entscheidungskraft verliert. Auf den ersten Blick erscheint

das logisch, auf den zweiten nicht.


Von Sabine Kebir


04.03.2026


Der 86-jährige Großayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 Nachfolger

des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini war, wurde am 28. Februar auf

eine Art getötet, wie sie Israel seit Langem als „Enthauptungsstrategie“ praktiziert.


Beihilfe hatte die CIA geleistet. Ihr war das Bewegungsprofil des

Geistlichen zu verdanken, der seit Monaten beobachtet wurde.

US-Diensten und dem Mossad gelingt es immer wieder, den iranischen

Sicherheitsapparat zu infiltrieren.


-----


siehe auch:

https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/kanzler-bei-trump-merz-hat-sich-als-kompagnon-des-krieges-in-szene-gesetzt/40deae18-22bc-4285-ad5d-7237acebaf12

Mein Herz erschrickt: Merz, Trump und selbst die Linke billigen gezieltes Töten im Iran?

Während andere EU-Staaten die Angriffe auf den Iran als völkerrechtswidrig bezeichnen, 

gibt Friedrich Merz im Weißen Haus den makellosen Verbündeten. 

Das war schon bei den Militärschlägen im Juni so – nur hat sich jetzt die Lage verändert

Von Lutz Herden


04.03.2026


(…)


—————————


10. WDR: MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?


https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/angriff-auf-iran-was-ist-der-plan-100.html


MONITOR vom 05.03.2026 : Angriff auf Iran: Was ist der Plan?


Der Angriff der USA und Israels auf Iran wird mit zwei großen Zielen

verbunden: mehr Sicherheit im Nahen Osten und der Sturz des

Mullah-Regimes in Teheran. Was aber ist der Plan zum Erreichen dieser

Ziele außer wochenlanger Luftangriffe? Fachleute haben Zweifel, ob es

einen solchen Plan überhaupt gibt und erinnern an die erzwungenen

Umstürze im Irak, in Afghanistan und in Libyen, die zu noch mehr

Terror und Chaos geführt haben.


Von Herbert Kordes, Lisa Seemann


(…)


George W. Bush (17.3.2003), damaliger US-Präsident (Übersetzung

MONITOR): "Wir werden den Terrorapparat zerschlagen und Ihnen helfen,

einen neuen, wohlhabenden und freien Irak aufzubauen."


Doch auf den Sturz des Diktators Saddam Hussein folgte Chaos. „Mission

accomplished“ – Mission erfüllt – ohne einen Plan für eine

Friedensordnung. Die US-Truppen hinterließen ein Land, in dem sich der

Terror des IS breitmachen konnte.


Prof. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut für Friedens- und

Konfliktforschung: "Also insgesamt muss man sagen, dass diese

Intervention im Irak 2003 zur Destabilisierung der gesamten Region

damals beigetragen hat. Und zum Wachstum eigentlich auch von

terroristischen Strukturen im Kontext des Islamischen Staates, aber

auch anderer terroristischer Gruppierungen."


Destabilisierung, Terror, Bürgerkrieg. Zweites Beispiel, Libyen: Ab

dem 19. März 2011 greift eine internationale Koalition unter

US-Führung Libyen an – sogar mit UN-Mandat. Auch damals ging es

angeblich um den Schutz von Menschen, die für Demokratie und

Menschenrechte demonstriert hatten. Auch hier wurde mit Muammar

al-Gaddafi ein Diktator gestürzt. Und auch damals weckte ein

US-Präsident große Hoffnungen:


Barack Obama (22.8.2011), damaliger US-Präsident: "So viel ist klar,

das Gaddafi-Regime geht zu Ende und die Zukunft Libyens liegt in den

Händen seines Volkes. Das Libyen, das ihr verdient, ist zum Greifen

nah!"


Einen langfristigen Plan? Den gab es auch damals nicht. Das Land

versank im Bürgerkrieg. Rivalisierende Milizen und zwei Regierungen,

die bis heute um die Macht kämpfen – und um den Ölreichtum des Landes.

Droht das auch in Iran?


Daniel Gerlach, Nahost-Experte, Candid Foundation: "Also so ein

Regimesturz ist besonders heikel und besonders riskant in einem

ressourcenreichen Land wie Libyen. Und das konnte man sehr gut sehen,

denn der Kampf um die Macht, der Kampf um die Staatsmacht ist ein

Kampf um die Ressourcen, Zugriff auf Geld, die Ölressourcen des

Landes. Und das facht natürlich Bürgerkrieg an – und in einem solchen

Land ist es unter Umständen noch viel, viel schwieriger, demokratische

Machtteilung zu erwirken, wenn es so ein Machtvakuum gibt. Und das hat

man in Libyen sehr dramatisch gesehen."


Machtvakuum, Bürgerkrieg Unterdrückung der Zivilbevölkerung. Drittes

Beispiel: Afghanistan: Ab dem 7. Oktober 2001 greifen amerikanische

Kampfjets die Hauptstadt Kabul an. Was mit dem Kampf gegen das

Terrornetzwerk von 9/11 begann, wurde zu einem der längsten

Auslandseinsätze überhaupt, auch für die Bundeswehr. Und auch damals

hieß es:


George W. Bush (07.10.2001), damaliger US-Präsident (Übersetzung

MONITOR): "Wir verteidigen nicht nur unsere kostbare Freiheit, sondern

auch die Freiheit aller Völker, frei von Angst zu leben und ihre

Kinder frei zu erziehen."


Auf das große Versprechen folgte 2021 ein hastiger und planloser

Rückzug der USA und ihrer Alliierten. Heute herrschen wieder die

Feinde der Freiheit – die Taliban. Ein Desaster für den Westen, eine

Katastrophe vor allem für die Frauen im Land: Unterdrückt, entrechtet,

unter den Schleier gezwungen.


Prof. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut für Friedens- und

Konfliktforschung: "Wir sind eigentlich wieder zurück im Zeitpunkt

Anfang der Zweitausender Jahre, bevor es zu dieser Intervention

gekommen ist. Und wir müssen wirklich sagen, dass zwei Jahrzehnte

Versuch von Regime-Change vollkommen fehlgeschlagen sind."


Drei Militärinterventionen mit verheerenden Folgen: in Afghanistan

herrscht ein islamistisches Unrechtsregime, im Irak erstarkten

islamistische Terroristen, in Libyen wurde ein Bürgerkrieg entfacht,

der immer noch schwelt. Droht ähnliches jetzt auch in Iran? Die USA

müssten es eigentlich wissen, sagen Fachleute. (...)


—----

siehe auch:

https://www.sueddeutsche.de/meinung/iran-krieg-usa-trump-kommentar-li.3450188?reduced=true

Meinung

Iran

Dieser Krieg wird den gewünschten Erfolg kaum haben

Kommentar von Bernd Dörries

10. März 2026, 13:28 Uhr


Ach, wie schön wäre es, ließe sich das Regime in Teheran einfach wegbomben, 

und danach wäre alles gut. So aber wird es nicht kommen, wie die Geschichte 

der Interventionen in Nahost lehrt. (…)


——


11. FR: Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“


https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/ein-angriffskrieg-bleibt-ein-angriffskrieg-trotz-tyrannei-94195978.html


 

Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff: „Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg“

 


03.03.2026, 16:16 Uhr


Von: Michael Hesse



Die Friedens- und Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff über die

Erosion der internationalen Ordnung, den völkerrechtswidrigen Krieg

der USA und Israels gegen den Iran und Illusionen über einen

Regimewechsel.


Die Frankfurter Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff zählt in

Deutschland zu den gefragtesten Expertinnen auf dem Gebiet der

Friedens- und Konfliktforschung.


Frau Deitelhoff, Israel und die USA sprechen im Kern von einem

Präventivschlag. Donald Trump, der Amerika einst durch einen „großen

Teich“ von den Kriegen der Welt getrennt sah, sagt nun, Iran könne

Raketen bauen, die auch die USA erreichen. Was ist davon zu halten?


Es ist wenig überzeugend. Die Argumentation ist zwar verständlich –

man versucht erkennbar, sich innerhalb des Völkerrechts zu bewegen.

Aber das trägt nicht. Das Völkerrecht schließt Präventivschläge aus.

Was allenfalls zulässig wäre, ist die Abwehr eines unmittelbar

bevorstehenden Angriffs – das nennen wir einen Präemptivschlag. Und

genau das liegt hier nicht vor. (…)


———


11. IPG: Bomben statt Strategie - Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt.       Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/bomben-statt-strategie-8912/?utm_campaign=de_40_20260305&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Außen- und Sicherheitspolitik 05.03.2026 | 


David Ramin Jalilvand

Bomben statt Strategie

Israel will einen Regimewechsel, Trump schwankt. 
Der Angriff auf Iran offenbart Brüche – und verlangt Deutschland eine eigene Linie ab.
Seit dem Wochenende greifen Israel und die USA gemeinsam Iran an. ImZentrum der bisherigen Bemühungen stehen dabei drei taktische Ziele:erstens „Enthauptungsschläge“ gegen die Staatsführung; zweitens dieGewinnung der Lufthoheit; und drittens die Schwächung desmilitärischen, sicherheitspolitischen und repressiven Apparats desRegimes. Bereits in den ersten Tagen des Konflikts führten dieamerikanisch-israelischen Angriffe jedoch auch zu zahlreichen zivilenOpfern.
Teherans Reaktion erfolgte prompt und entschlossen. Noch am Samstag,dem Tag des Kriegsbeginns, griff Iran nicht nur Israel und US-Ziele imNahen und Mittleren Osten an, sondern auch zivile Infrastruktur in denGolfstaaten – und nahm seither Hotels, Flughäfen und Energieanlagenins Visier. Zugleich ist die für den globalen Fracht- undEnergiehandel zentrale Straße von Hormus seit der Drohung Irans, dortkeine Schiffe mehr passieren zu lassen, weitgehend geschlossen. Ausdem Libanon heraus eröffnete die Hisbollah zudem eine weitere Frontgegen Israel.
Trotz der Tötung zahlreicher politischer und militärischerFührungskader – darunter des Obersten Führers, des Chefs desVerteidigungsrats und des Kommandeurs der Revolutionsgarden – bliebIran bislang handlungsfähig. In Antizipation genau solcher Schlägegegen seine Führung hatte Teheran im Vorfeld die Kommandostrukturdezentralisiert und lokalen Befehlshabern Ziele sowie weitreichendeEntscheidungskompetenzen an die Hand gegeben.
Mit der Ausweitung des Kampfgebiets will Iran die politischen undökonomischen Kosten für die USA und ihre Verbündeten gezielt in dieHöhe treiben.
Mit der Ausweitung des Kampfgebiets will Iran die politischen undökonomischen Kosten für die USA und ihre Verbündeten gezielt in dieHöhe treiben. Damit soll insbesondere die innenpolitische Debatte inWashington gekippt und die Trump-Administration zum Rückzug bewegtwerden.
Unterdessen kämpfen Israel und die USA zwar Seite an Seite, dochverfolgen sie nicht zwingend dieselben Ziele. Israel wirktentschlossen, das Regime in Teheran um jeden Preis zu stürzen – selbstunter Inkaufnahme eines Staatskollapses, der Fragmentierungstaatlicher Strukturen oder gar eines Bürgerkriegs. Dagegen hatUS-Präsident Donald Trump seit Samstag unterschiedliche Ziele benannt.Aktuell scheint ihm vor allem an der Dezimierung der militärischen undnuklearen Fähigkeiten Irans gelegen zu sein, während er zugleich einen„Deal“ mit neuen Vertretern des Regimes in Teheran für möglich hält.
Dass die kombinierte amerikanisch-israelische Militärmacht den Iranempfindlich treffen kann, steht außer Frage. Irans Raketenbestände,-abschussrampen und -produktionsstätten dürften sich zu großen Teilenzerstören lassen. Das gilt auch für das, was vom Atomprogramm nach denAngriffen Israels und der USA im vergangenen Juni noch geblieben ist.Ein erheblicher Teil der iranischen Atom- und Rüstungsaktivitätenwurde aus Sorge vor genau solchen Schlägen jedoch in unterirdischenBunkeranlagen angelegt, und lässt sich aus der Luft zumindest nichtvollständig ausschalten.
Am Ende bleibt vor allem die Frage, welche politischen Ziele sich mitmilitärischen Mitteln langfristig überhaupt erreichen lassen. Ohnerealistische politische Perspektive wird militärische Gewalt auchgegen ein noch so brutales Regime kaum zu stabileren Verhältnissenführen. Die Unzulänglichkeit, große militärische Macht in nachhaltigestrategische Gewinne zu übersetzen, zeigt sich insbesondere bei derFrage eines möglichen Regimewechsels. Es erscheint äußerstunwahrscheinlich, dass ein solcher allein durch Luftschlägeherbeigeführt werden kann. Damit die Islamische Republik tatsächlichstürzt, müsste sie so weit geschwächt werden, dass sie dasGewaltmonopol im Land verliert. Dafür bräuchte es letztlich entwedereine organisierte und bewaffnete Opposition oder die Abspaltungsignifikanter Teile des Sicherheitsapparats – doch beides zeichnetsich derzeit nicht ab.
Sollten sich jüngste Berichte über eine Bewaffnung kurdischer Milizendurch Israel und die USA bewahrheiten, die gegen die Zentralmacht inTeheran kämpfen sollen, wäre zwar eine neue Qualität in diesemKonflikt erreicht. Dass diese Verbände jedoch über die kurdischenGebiete hinaus Territorium einnehmen könnten, woran ihnen überhauptnicht gelegen sein dürfte, erscheint fraglich. Gleiches gilt für eineetwaige Bewaffnung belutschischer Gruppierungen im Südosten Irans.
Soweit es sich beurteilen lässt, hat der Angriff auf Iran bislangvielmehr zu einer stärkeren Kohäsion der islamisch-republikanischenEliten geführt, die sich weiterhin auf einen großen Repressionsapparatstützen können, zumal in den wichtigen Metropolen des Landes.
Teheran kämpft mit großer Entschlossenheit. Wenn das Regime diesenKrieg überlebt, dürfte es sich weiter radikalisieren. In derSicherheitspolitik dürfte es alles daransetzen, einAbschreckungspotenzial aufzubauen, das Israel und die USA von weiterenAngriffen abhält. Im Nuklearbereich dürften jene Stimmen an Gewichtgewinnen, die dafür plädieren, aus der bislang impliziten Drohungeiner nuklearen Bewaffnung eine explizite zu machen – und den Besitzvon Atomwaffen aktiv anzustreben. Das Regime würde wohl auch gegenüberjeder Form von Opposition noch ruchloser vorgehen. Wie weit es zugehen bereit ist, zeigte es zu Beginn des Jahres, als es binnenweniger Tage Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Protestierendekaltblütig niedermetzeln ließ. In den ersten Tagen des Kriegeserklärte das Regime bereits, es werde jede Form von Protest als„Kollaboration“ mit dem Feind werten.
Dass diesem Krieg, jenseits der teilweisen Erosion von Staatlichkeit,ein realistisch erreichbares Ziel fehlt, macht den Umstand, dass ihmjede völkerrechtliche Basis abgeht, umso gravierender. Israel und dieUSA erklärten zwar, angesichts einer iranischen Bedrohung präventivgehandelt zu haben. Schlüssige Beweise für einen unmittelbarbevorstehenden iranischen Angriff legten sie jedoch nicht vor, undnach weit verbreiteter Ansicht ist der Krieg klar völkerrechtswidrig.Vor diesem Hintergrund wirken die laxen Einlassungen von führendenStellen in Deutschland, die das Völkerrecht als nachrangig oder garirrelevant erscheinen lassen, befremdlich. Sie rühren am Fundamentdeutscher Außenpolitik: der Verpflichtung auf das Völkerrecht alsLehre aus der eigenen Geschichte.
Die Missachtung des Völkerrechts ist umso frappierender, weil damitkein erkennbarer Vorteil für deutsche Interessen verbunden ist.
Diese Missachtung des Völkerrechts ist umso frappierender, weil damitkein erkennbarer Vorteil für deutsche Interessen verbunden ist. ImGegenteil: Der Krieg droht Deutschland und Europa in mehrfacherHinsicht zu schaden. Das zeigt sich besonders mit Blick auf dieUkraine. Die Annäherung an die Iranpolitik der Trump-Administrationhat gerade nicht zu einer klareren Verpflichtung Washingtons zugunstenKyjiws geführt. Stattdessen droht die Ukraine in mehrfacher Hinsichtzum Kollateralopfer der Eskalation zu werden: dadurch, dassFlugabwehrmunition nach Nahost umgeleitet wird und ihr deshalb fehlt;dadurch, dass Russland die verschobene internationale Aufmerksamkeitnutzt, um zivile Ziele in der Ukraine noch intensiver anzugreifen; unddadurch, dass steigende Energiepreise dem Kreml zusätzliche Milliardenin die Kriegskasse spülen.
Doch die Folgen reichen über die Ukraine hinaus. Auch in Deutschlandist der Konflikt bereits spürbar: an höheren Preisen an der Zapfsäule,die schon jetzt ihren Schatten auf die bevorstehenden Landtagswahlenwerfen; an gestörten Lieferketten; und an zusätzlichem Inflationsdruckinfolge steigender Energiekosten.
Vor diesem Hintergrund liegt es im deutschen Interesse, eine weitereEskalation des Konflikts zu verhindern, auf ein rasches Ende derKampfhandlungen hinzuwirken und einen Staatszerfall Irans abzuwenden,der neue Folgekonflikte auslösen könnte. Es ist bemerkenswert, dassnahezu alle Staaten des Nahen und Mittleren Ostens diese Ziele teilen.Die diplomatischen Bemühungen sollten deshalb insbesondere gegenüberden Golfstaaten und der Türkei intensiviert werden, flankiert vonAngeboten zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeit.
Den Rahmen hierfür sollte weiterhin das Völkerrecht bieten: alsGrundlage für eine wie auch immer geartete Nachkriegsordnung für denNahen Osten, aber auch mit Blick auf andere Konfliktfelder, bei denenBerlin sich zu Recht auf völkerrechtliche Prinzipien beruft – vonGrönland über den Ukrainekrieg bis zur Rüstungskontrolle.
Darüber hinaus dürfte Iran unabhängig von Verlauf und Ausgang desKrieges mit einer humanitären Notlage konfrontiert sein: wegen derZerstörung im Land, aber auch weil Getreideimporte ausbleiben unddamit die Versorgungslage weiter kippt. Zur Linderung dieser Not kannDeutschland einen wichtigen Beitrag leisten.

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13. Medico: Angriff auf den Iran - Welt der Wölfe - Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.


https://www.medico.de/welt-der-woelfe-20421

Angriff auf den IranWelt der Wölfe04.03.2026

Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.


Die Verbrechen des iranischen Regimes, zuletzt mindestens 30.000

Ermordete bei den Protesten Anfang Januar, sind unauslöschlich. Jede:r

in der Diaspora weiß darum, kennt Einzelheiten der Verbrechen und

betroffene Familien. Ihre Hoffnung, dass sich nach so viel Leid

endlich etwas ändert, kann man nicht mit geostrategischen Überlegungen

wegwischen.


Ob sich die Erwartungen an eine friedliche, demokratische Zukunft des

Landes auf Grundlage des Krieges erfüllen? Eher unwahrscheinlich. Das

böse Erwachen wird kommen. Aber sind das Argumente, ein auf

Endlosigkeit gebuchtes Regime nicht um jeden Preis loswerden zu

wollen? Man kann die Verbrechen der israelischen Regierung nicht gegen

die Verbrechen des iranischen Regimes aufrechnen. Das ist das eine.


Das andere ist ein deutscher Bundeskanzler, der nach Beginn der

israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran sagte, jetzt

sei nicht der Moment für völkerrechtliche Belehrungen. Kritisiert

werden von Deutschland, Großbritannien und Frankreich dagegen die

iranischen Gegenangriffe. Der Begriff „Doppelstandard“ beschreibt nur

noch unzureichend die selektive Aussetzung des Völkerrechts.

Internationale Normen gelten nicht für „Partner und Verbündete“

(Merz), dieser Maßstab ist den Feinden vorbehalten.


Aber man kann nicht an das Völkerrecht appelieren, wenn es um

Grönland, Taiwan und die Ukraine geht und es beiseite schieben, wenn

es um Iran, Venezuela und andere Regime geht – entweder das

Völkerrecht gilt für alle, oder für keinen. Ob es gefällt oder nicht.


Neu ist im Gegensatz zu früheren Militärinterventionen die

Dreistigkeit, mit der das Völkerrecht gebrochen wird und wie

unverhohlen eigene Interessen durchgesetzt werden. Setzten die USA im

Krieg gegen den Irak 2003 noch auf eine sogenannte Koalition der

Willigen, die die fehlende Legitimation durch den UN-Sicherheitsrat

aufwiegen sollte, handeln Israel und die USA heute allein. Weil sie es

können. Es gilt das imperiale Recht des Stärkeren.


Nach dem Genozid in Gaza, dem Ende des Assad-Regimes und der massiven

Schwächung der Hisbollah im Libanon, scheint der Moment für die USA

und Israel gekommen zu sein, den Mittleren Osten vollständig nach

ihren Interessen umzugestalten: Vermeintliche Sicherheit für die einen

auf Kosten des Lebens der anderen. Dirk Moses prägte den Begriff der

„dauerhaften Sicherheit“, das Streben eines Staates nach Immunität

gegenüber Bedrohungen, auch zukünftiger. Dieses Streben lässt keinen

Kompromiss zu, sondern ist mit der Vernichtung, Vertreibung oder

Kontrolle derer verbunden, die als Gefahr für die Sicherheit des

Staates angesehen werden.


Noch kurz vor den Angriffen auf den Iran war von einem möglichen

Durchbruch bei den Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm zu lesen,

während die USA und Israel im Hintergrund die Angriffe auf das Land

bereits geplant hatten. Welche Bedeutung hat Diplomatie in Zukunft

noch, wenn sie keinerlei Verbindlichkeit mehr hat?


Dass es keine nennenswerte internationale Institution mehr gibt, die

dem Recht des Stärkeren noch Einhalt gebieten könnte, hat Deutschland

mit zu verschulden. Auch wenn Friedrich Merz seine Haltung als

pragmatische Reaktion auf eine immer unübersichtlichere Welt verkauft,

könnte die Bundesrepublik eine andere Rolle spielen, als sich der

Macht unterzuordnen: Waren nicht die Institutionalisierung des

internationalen Rechts, die Etablierung des zwischenstaatlichen

Gewaltverbots und die juristische Verfolgung von Kriegsverbrechen und

-verbrechern Lehren aus dem von Deutschland begonnenen Zweiten

Weltkrieg?


Die Wolfswelt gestaltet sich ohne Völkerrecht, ein permanenter

Kriegszustand zur Garantie vermeintlicher Sicherheit, zur Durchsetzung

eigener Interessen und zur Sicherung von Ressourcen. Doch das Recht

des Stärkeren ist keine Option für eine Welt, die genug Krisen zu

bewältigen hat, die nur gemeinsam gelöst werden können.


Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun. Will Europa an

Frieden und Völkerrecht festhalten, braucht es einen anderen Blick auf

die eigene Gewalt und Komplizenschaft, eine eigene Idee in der neuen

Weltordnung. Sich der Abwärtsspirale unterzuordnen, aufzurüsten,

auszugrenzen, abzuschotten, das verstärkt sie nur, spielt den Rechten

in die Hände und führt uns alle in den Abgrund.


-


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14. Campact: Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!


https://aktion.campact.de/klima/energiewende-gegen-energiekrise/teilnehmen?utm_medium=email&utm_source=campact_mailing&utm_campaign=20260305-as-hv-iran-energiewende-an-aktive&utm_content=variation-a&utm_term=unterzeichne-jetzt-fur-eine-unabhangige-energieversorgung


Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!

Der Krieg in Iran lässt die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Erneut zeigt sich: Unsere Energieversorgung hängt viel zu stark von

despotischen Regimen ab. Doch statt uns unabhängiger zu machen, würgt

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Energiewende ab. Die

Bundesregierung muss umsteuern und die Erneuerbaren ausbauen – so

schnell wie möglich. Unterzeichne jetzt unseren Appell.



siehe auch:



https://weact.campact.de/petitions/demokratische-zivilgesellschaftliche-gruppen-in-israel-und-palastina-schutzen

An: Bundesaußenminister Dr. Johann WadephulDemokratische zivilgesellschaftliche Gruppen in Israel und Palästina schützen(…)



——


15. Friedenskooperative: Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026 


https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/zeitungsanzeige
Jetzt unterschreiben: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2026 Unterzeichne jetzt den Aufruf


—--


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen 
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.03.2026

Fukushima-Jahrestag; IPPNW: Atomenergie ist unsicher, teuer und verursacht Krebs

aus e-mail von Karin Gerlich, 12. März 2026, 11:17 Uhr


hier die Antwort auf den EU Vorstoß  zur Atomernergie! 


-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff:[SFiD-News] Fukushima-Jahrestag; IPPNW: Atomenergie ist unsicher, teuer und verursacht Krebs
Datum:Wed, 11 Mar 2026 19:07:28 +0100
Von:Luise Rauschmayer (via esf-de Mailing List) <esf-de@lists.riseup.net>
Antwort an:LRauschmayer@gmx.de
An:m-sf@m-sf.de, esf-de@lists.riseup.net
Kopie (CC):presse@ippnw.de <presse@ippnw.de>


-------- Weitergeleitete Nachricht --------
Betreff:IPPNW: Atomenergie ist unsicher, teuer und verursacht Krebs
Datum:Wed, 11 Mar 2026 18:20:08 +0100
Von:IPPNW-Presse <presse@ippnw.de>


Organisation:Deutsche Sektion der IPPNW e.V.




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IPPNW PRESSEMITTEILUNG
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Datum: 11.03.2026
ATOMENERGIE IST UNSICHER, TEUER UND VERURSACHT KREBS
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Fukushima-Jahrestag

Die atomkritische Organisation IPPNW kritisiert EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen für ihre Abkehr vom Atomausstieg. „Von der Leyens
Behauptung einer Renaissance der Atomenergie widerspricht den
Tatsachen“, so Dr. med. Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der IPPNW.
„2025 wurden laut World Nuclear Industry Status Report 2025
(Link:
https://www.worldnuclearreport.org/IMG/pdf/wnisr2025-update-en.pdf )
weltweit nur vier neue Reaktoren ans Netz angeschlossen: zwei in China
sowie je einer in Indien und Russland, zugleich wurden sieben Reaktoren
stillgelegt. Der Bericht zeigt, dass die globalen Kapazitäten
erneuerbarer Energien deutlich schneller wachsen als die der Atomenergie.
Während Solar- und Windenergie einen Zuwachs um 460 GW erlebten,
nahm die Atomenergie außerhalb Chinas, dem einzigen Land mit
signifikant hohen Zuwächsen, weltweit um 1 GW ab. Atomstrom ist teuer,
unsicher und löst unsere Abhängigkeit von Energieimporten nicht.”

Statt sich weiter an Atomenergie zu binden, brauchen wir eine konsequente
Abkehr von einem auf Grundlast ausgelegten Stromnetz, um mit einer
Kombination aus Speichern und Erneuerbaren auch den fossilen
Energieträgern viel schneller den Rücken kehren zu können. Hintergrund
von von der Leyens PR-Event ist die Tatsache, dass Atomstrom ohne massive
Subventionen schlicht nicht wettbewerbsfähig ist. Im Gegensatz zur
Atompropaganda war der Atomausstieg keine „strategische
Fehleinschätzung”, sondern markiert den Erfolg der Erneuerbaren und
befreit uns nicht nur von den unmittelbaren GAU-Gefahren, sondern auch von
den Risiken der Atomstromerzeugung, die schon im Normalbetrieb auftreten.
Strahlenbedingte Erkrankungen durch Atomkraftwerke wurden durch eine
jüngst in den USA veröffentlichte Studie (Link:
https://hsph.harvard.edu/news/proximity-to-nuclear-power-plants-associated-with-increased-cancer-mortality/
) erneut eindrücklich unter Beweis gestellt, die eine Häufung von
Krebstoten in der unmittelbaren Umgebung von Atomkraftwerken belegt.

Diese Sicherheitsdefizite werden durch die Überalterung der Reaktoren
noch verschärft. Heute liegt das Durchschnittsalter aller Atomreaktoren
weltweit bei 32,1 Jahren, in Frankreich sogar bei 38,9 Jahren und in der
Schweiz bei 46,3 Jahren. Die sichere Lagerung des strahlenden radioaktiven
Abfalls für Millionen Jahre ist weltweit ein ungelöstes Problem.

Angesichts der enormen Verzögerungen und Kostenexplosionen in Frankreich
ist es reiner Hohn, das Land als Vorbild und Atomstrom als „bezahlbar“
anzusehen. Erst kurz vor Ende 2024 ging in Frankreich nach 17 Jahren
Bauzeit, mit 12 Jahren Verspätung und für 23,7 Milliarden Euro – über
20 Milliarden mehr als ursprünglich veranschlagt – erstmals seit 25
Jahren ein neuer Reaktor ans Netz.

Die martialische Bildsprache, die der französische Präsident in der
vergangenen Woche wählte, als er sich auf einem Militärstützpunkt in
der Bretagne vor einem der für Frankreichs nukleare Abschreckungsdoktrin
zentralen U-Boote inszenierte und einen Kurs der weiteren atomaren
Aufrüstung ankündigte, legt den eigentlichen Grund hinter der plötzlich
aufkeimenden Nukleareuphorie offen.

„Die derzeitigen nuklearen Aufrüstungsbestrebungen sind ein
entscheidender Treiber der aktuellen Atomrhetorik“, stellt die
IPPNW-Vorsitzende Dr. med. Angelika Claußen fest. „Glaubhafte und
effektive Abrüstung zugunsten einer friedlichen Welt braucht ebenso den
Ausstieg aus der Produktion von Atomstrom“.

Flugblatt: Risiken und Nebenwirkungen der Atomenergie (Link:
https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/informationsblatt_atomenergie.pdf
)
Zivil-militärischen Verbindungen der Atomenergie (Link:
https://issuu.com/ippnw/docs/ippnw-thema_zivil-milit_rische_verkn_pfungen_at
)
IPPNW-Tagung Atomgefahren und Gesundheitsrisiken, 7.3.2026
(Link: https://www.ippnw.de/atomenergie/tagung.html )


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Allgemeine Liste der Initiative fuer ein Sozialforum in Deutschland

Eintragen: Email (ohne Betreff und Text) senden an die Adresse esf-de-subscribe@lists.riseup.net (Absenderadresse wird in die Liste aufgenommen; zuvor muss aber noch die eigene Zustimmung durch Klick auf den Bestätigungslink in der zugesandten Email von SYMPA erfolgen)

Austragen: Email (ohne Betreff und Text) senden an die Adresse esf-de-unsubscribe@lists.riseup.net (Absenderadresse muss der in der Liste eingetragenen Adresse entsprechen)


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.03.2026

Irans erfolgreicher Widerstand stellt die USA vor die Entscheidung

freedert.online, 12. März 2026, Von Boris Dscherelijewski

Die USA sammeln im Nahen Osten immer mehr Streitkräfte mit dem klaren Ziel, eine Bodenoffensive gegen Iran durchzuführen. Gleichzeitig entwickelt sich die Lage auf dem Schlachtfeld jedoch so, dass die US-Führung gezwungen sein könnte, die Kampfhandlungen ganz einzustellen.


Screenshot_2026_03_12_at_20_54_22_Irans_erfolgreicher_Widerstand_stellt_die_USA_vor_die_Entscheidung_RT_DE

Audio https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/audio/2026.03/69b30560b480cc2ef20460b6.mp3 Dauer 10:43 Min.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/podcast/273123-irans-erfolgreicher-widerstand-stellt-usa-vor-entscheidung/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.03.2026

Die demütigende Arithmetik des Iran-Krieges / Pepe Escobar/ Scott Ritter

aus e-mail von Doris Pumphrey, 12. März 2026, 8:28 Uhr


Siehe auch:
Pepe Escobar: Der Iran hat den USA eine Räumungsaufforderung zugestellt
Hier: https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/politik/pepe-escobar-der-iran-hat-den-usa-eine-raeumungsaufforderung-zugestellt

Neuer Führer des Iran? Wer ist Mojtaba Khamenei –
Interview mit Pepe Escobar
Siehe:
https://www.youtube.com/watch?v=1olocC8-aok


https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/politik/die-demuetigende-arithmetik-des-iran-krieges 
11.3.2026
Von Islander Reports - übernommen von /substack.com/@islanderreports">

Die demütigende Arithmetik des Iran-Krieges

3. März, Israels Channel 12, die IDF und Trump singen alle aus dem gleichen Liederbuch: Die Abschussrampen des Iran sind praktisch alle zerstört, der Raketenbeschuss bricht zusammen, ihnen gehen die Raketen aus.

Trump aus seinem Golfresort: „Wir haben jede einzelne Streitmacht im Iran ausgelöscht, sehr vollständig.“ Der Krieg ist „so gut wie vorbei“. Er wird „sehr bald“ enden. Er ist „dem Zeitplan voraus“. Es ist ein „kurzfristiger Ausflug“. Ein Reporter bat ihn, dies mit Hegseths Aussage in Einklang zu bringen, dass es „nur der Anfang“ sei. Trumps Antwort: „Man könnte beides sagen.“ Er wirkt nicht sehr überzeugend, Leute. Sehr schwach, Sir. Sehr, sehr schwach.

Acht Tage nach den Schlagzeilen „Der Iran geht zur Neige“ startete der Iran in der Nacht vom 10. auf den 11. März die Welle 37   – seine intensivste und schwerste Operation des gesamten Krieges. Mehr als drei Stunden lang andauernde, vielschichtige Angriffe. Superschwere Waffen in Khorramshahr. Ein-Tonnen-Sprengköpfe mit Submunition, die einen Großteil von Tel Aviv in Schnee verwandelten, der wie Ruß aussah.

Erbil, die 5. US-Flotte in Bahrain, Be’er Ya’akov, Tel Aviv   – gleichzeitig. Vier amerikanische THAAD-Systeme außer Betrieb. Israels Iron Dome und Arrow-3 zum vierten Mal in Folge in tiefem Koma. Die Straße von Hormuz geschlossen. Ölpreis wieder über 100 Dollar. Dubai eine Geisterstadt. Und der Energieminister löschte einen Beitrag, in dem er behauptete, die Marine habe die Straße geöffnet   – eine Lüge, die vierzig Minuten lang Bestand hatte, bevor das Weiße Haus ihn live vor der Kamera korrigierte.

Möchten Sie sich die Demütigung in kalten Zahlen vorstellen? Der Iran kämpft gegen die Vereinigten Staaten, Israel und die Golfmonarchien, mit einem Militärbudget, das nicht einmal 1  –2 Cent pro amerikanischem Dollar beträgt, und nach elf Tagen war Welle 37 der schwerste Schlag des gesamten Krieges, und das Pentagon bittet den Kongress bereits um eine Notfallaufstockung von 50 Milliarden Dollar, was mehr als dem Dreifachen des gesamten jährlichen Militärbudgets des Iran entspricht.

Das ist der Iran. Ein Land, das seit Vietnam den intensivsten Luftangriffen ausgesetzt ist, das am ersten Tag seinen obersten Führer verloren hat, das gleichzeitig gegen die vereinten Streitkräfte der Vereinigten Staaten und Israels kämpft und in dem die Eskalation weitergeht.
Denken Sie darüber nach, wenn das nächste Mal jemand in Washington einen Satz mit „gegen einen gleichwertigen Gegner” beginnt. Sie konnten den Iran nicht bewältigen. Wie genau sieht der Plan für Russland oder China aus?


Scott Ritter: Wird Iran die US-Hegemonie beenden? –
Eine schonungslose Analyse
In einer Zeit, in der undeclared wars und präventive Aggressionen zur traurigen Normalität geworden sind, analysiert der ehemalige US-Marineoffizier und UN-Waffeninspektor Scott Ritter in einem Gespräch mit Judge Andrew Napolitano die aktuelle Eskalation im Nahen Osten. Am 9. März 2026 bezeichnet er den laufenden Konflikt mit Iran als strategische Niederlage der USA – eine Demütigung, die das Ende der amerikanischen Vorherrschaft einleiten könnte. Ritter sieht in den Ereignissen nicht nur einen militärischen Fehlschlag, sondern einen moralischen und geopolitischen Wendepunkt.

Hier weiterlesen: https://uncutnews.ch/scott-ritter-wird-iran-die-us-hegemonie-beenden-eine-schonungslose-analyse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

12.03.2026

EUropa schützt (nicht), Meloni kritisiert Trump – und Orden für Merkel

Die Watchlist EUropa vom 12. März 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zum Irankrieg und ersten Maßnahmen gegen die Energiekrise, zur Außenpolitik in Italien und zu einer neuen Auszeichnung des Europaparlaments.

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Tagelang hat Kommissionspräsidentin von der Leyen den Angriff auf Iran gerechtfertigt und die Folgen für Europa heruntergespielt. Nun die Kehrtwende: Die CDU-Politikerin kündigt Maßnahmen zur Senkung der explodierenden Energiekosten an.

“Die erste Verantwortung ist es, unsere Bürger zu schützen”, erklärte von der Leyen im Europaparlament in Straßburg. Die EU-Kommission prüfe verschiedene Optionen wie eine Deckelung des Gaspreises. Zuvor hatte die Bundesregierung angekündigt, die deutschen Ölreserven anzuzapfen.

Wird nun alles gut, besinnen sich die EU-Politiker endlich auf europäische Interessen? Schön wär’s. In Wahrheit folgt von der Leyen vor allem Kanzler Merz, der Probleme mit den deutschen Autofahrern kriegt und vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz dringend ein Signal braucht.

Der US-Krieg ist tabu

Der Schutz der Bürger ist dabei nur vorgeschoben. Wäre es anders, so dürfte man nicht nur an den Symptomen herumdoktern. Die EU müßte an die Wurzel des Übels gehen und den USA die Unterstützung für den Krieg entziehen – wie eine Mehrheit der EUropäer fordert.

Doch das tun von der Leyen und Kanzler Merz nicht, im Gegenteil. “Wir geben unsere Ölreserven frei, damit die USA und Israel weiter ungehindert den Iran bombardieren können”, urteilt die “Zeit”. “Europa zeigt sich hilflos in der Krise”, kritisiert das “Handelsblatt”.

Die Maßnahmen dienen der Schadensbegrenzung, mehr nicht. Sie sollen zeitlich und sektorell beschränkt bleiben, hat die Kommission angekündigt. Ähnlich wie in der Gaskrise 2022 müssen wir uns also auf Stückwerk einrichten – und auf nationale Alleingänge.

Kernkraft ist wieder “in”

Eine Strategie sucht man vergebens. Auf einen langen Krieg und eine schwere Ölkrise ist EUropa nicht vorbereitet. Von der Leyen hat zwar angekündigt, den Ausstieg aus fossilen Energien zu beschleunigen und Atomkraft zu fördern. Doch das ist teuer und hilft allenfalls in Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Nur Frankreichs Staatschef Macron kann zufrieden sein. Endlich stehen die französischen AKW nicht mehr auf dem europäischen Index. Doch das große Versprechen, daß EUropa seine Bürger schützt, kann auch er nicht halten. Sogar in Frankreich ist das Benzin über Nacht teurer geworden…

My two cents: Diese EU-Führung schützt ihre Bürger nicht, sie ist eine Gefahr für Frieden und Wohlstand in EUropa. Die angekündigten Maßnahmen sind allenfalls ein Trostpflaster. Gegen die sich abzeichnende Eskalation im Irankrieg und eine weitere Verschärfung der Energiekrise helfen sie nicht!

News & Updates

Meloni kritisiert Trump. Der US-Krieg gegen Iran wird nun auch in Italien verurteilt. Regierungschefin Meloni sagte, der Angriff sei Ausdruck eines gefährlichen Trends, außerhalb des internationalen Rechts zu handeln. Die postfaschistische Politikerin gilt als beste Freundin Trumps in der EU. Fast 70 Prozent der Italiener fordern, daß Italien den USA die Nutzung der Militärbasen für den Krieg verweigert. – Meloni geht weiter als von der Leyen, die den Krieg noch immer nicht verurteilt hat. Was Kanzler Merz wohl dazu sagt? Er zählt Meloni ja zu seinen neuen Verbündeten, er will sogar eine deutsch-italienische Achse bilden…

Wadephul steht zu Israel. Der Außenminister hat Israel auf einem Blitzbesuch weitere deutsche Unterstützung zugesagt. Irans Waffen gefährdeten die ganze Welt, sagte er. Derweil greift Israel weiter die Hisbollah im Libanon an. 64 Menschen seien getötet und 142 verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Seit Ausbruch des Angriffskriegs wurden schon 634 Menschen getötet und 1.586 weitere verletzt. – Nicht auszudenken, wenn es in der Ukraine so viele Opfer gäbe…

Noch mehr EU-Sanktionen gegen Iran. Das gab’s noch nie: Die EU verhängt mitten im Krieg neue Sanktionen – aber nicht gegen die Angreifer, sondern gegen den überfallenen Staat. Die EU-Außenbeauftragte Kallas verkündete stolz, daß Iran wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen abgestraft werde. Betroffen seien 19 Vertreter und Einrichtungen der iranischen Führung. – Mehr im Blog

Das Letzte

Orden für Merkel. Die ehemalige Bundeskanzlerin wird mit dem höchsten Rang des Europäischen Verdienstordens ausgezeichnet. Den neuen Orden erhalten ebenso der ukrainische Präsident Selenskij sowie der ehemalige polnische Präsident Walesa, wie Parlamentspräsidentin Metsola in Straßburg mitteilte. Mit dem Verdienstorden würdigt die EU offiziell Personen, die einen Beitrag geleistet haben zur europäischen Integration oder zur Förderung und Verteidigung der Grundwerte der EU; Achtung der Menschenwürde und -rechte, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit. Von Selenskyj kann man das allerdings nicht wirklich behaupten. Daß er zusammen mit Merkel gewürdigt wird, ist eine traurige Ironie der Geschichte...

ebo

ebo

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂

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3 Comments

  1. Titi
    12. März 2026 @ 08:42

    „Den neuen Orden erhalten ebenso der ukrainische Präsident Selenskij sowie der ehemalige polnische Präsident Walesa“ – Ich kann mich noch erinnern, dass Walesa in den früheren 90er Jahren (nach der Wende) Präsident in Polen war, der aber schnell unpopulär wurde und u. a. deswegen abgewählt wurde. Vor seiner Abwahl 1995 sickerte in den Medien Meldungen durch, dass Walesa kommentiert hatte, dass „Polen starke Männer braucht und keine Lippenstifte und Besuche beim Friseur „. Ob er das so wortwörtlich gesagt hat, wissen wir nicht genau. Auf jeden Fall hatte Walesa damals die weiblichen Wählerinnen ziemlich verärgert.
    Jedenfalls wäre das Gesagte nicht kompatibel mit dem EU-Prinzip der Gender-Gleichheit

Antworten

  • Karl
    12. März 2026 @ 09:46

    Lech Walesa soll ja auch Geheimdienstspitzel gewesen sein, eine klare Lüge! Tatsächlich ist er einer der letzten berühmten Gewerkschafter. Die wurden gebraucht, um den Realsozialismus in die Knie zu zwingen, aber heute werden sie madig gemacht. Statt seiner Gewerkschaft Solidarnosc gibt es heute die polnischen Rechtsparteien, deren Autoritarismus er scharf kritisiert. – Sie können googeln: ‘Solidarnosc und die Frauen’ und Sie werden überrascht sein!

Antworten

  • Karl
    12. März 2026 @ 08:20

    “Fast 70 Prozent der Italiener fordern, dass Italien den USA die Nutzung der Militärbasen für den Krieg verweigert.” –
    Und in Deutschland? Wollen sich die braven Michels Atomkraft in ihre Autotanks füllen, um ihren Tick der unbegrenzten Freiheit auf der Autobahn auszuleben… Und dann die Strahlung tief einatmen, bevor die USA auch noch die neuen Atom-Mittelstreckenraketen dieses Jahr bei Wiesbaden stationieren, die das Risiko, dass wir alle zu einem atomaren Schlachtfeld Mitteleuropa werden, noch weiter vergrößern!
    Die Sicherheit sollten wir von den Italienern lernen!

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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    Absurde Außenpolitik: Kallas verhängt noch mehr Sanktionen gegen Iran


    lostineu.eu, vom 11. März 2026

    Das gab’s noch nie: Die EU verhängt mitten im Krieg neue Sanktionen – aber nicht gegen die Angreifer, sondern gegen den überfallenen Staat. Die EU-Außenbeauftragte Kallas verkündete stolz, daß Iran wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen abgestraft werde. Betroffen seien 19 Vertreter und Einrichtungen der iranischen Führung. Laut Kallas haben alle 27 EU-Staaten zugestimmt – was erstaunlich ist, denn Spanien und einige andere lehnen den Angriffskrieg der USA und Israels ab. Die Linke forderte heute im Europaparlament sogar Sanktionen gegen Israel und das Ende der Kooperation mit US-Präsident Trump – doch Kallas ignoriert diesen Appell und tut das Gegenteil: De facto stützt sie mit ihrer absurden, völlig auf Russland und die Ukraine fixierten Außenpolitik die amerikanisch-israelische Kriegsallianz…

    Siehe auch Die EU sieht die Welt nur noch durch die Anti-Putin-Brille

    12 Comments

    1. Horst
      12. März 2026 @ 10:25

      Nuja, ich meine, wenn eine offensichtlich von Aussehen und Sprache her typisierte CDU-wählende Oberstaatsanwältin sich beim WDR hinsetzt und ihren radikale Karrierewendung hin vom lebenslangen Beamtenstatus in mindestens R2 zur neuen Vorsitzenden der NGO Finanzwende erklärt mit den Woten: „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.“, dann haben wir sogar die erneute Bestätigung dieses Sachverhaltes aus der Praxis seit ~2 Jahren.
      Was Spahn angeht, kaum noch verwunderlich.

    Antworten

  • Niko
    12. März 2026 @ 09:30

    „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“
    Dieser Spruch, woher er auch wirklich stammt, wird wieder wichtig, er passt zu der ungeheuren Rechtsverdreherei, Schuldumkehr, Rechtsbrecherei, Unterstützung und Beteiligung von völkerrechtswidrigen Angriffen u.s.w.
    Wenn es stimmt, dass alle 27 EU Staaten bei dieser Sanktionsschweinerei zugestimmt haben, sollten für alle Unterzeichner, in Abwandlung zu Monopoly, die Gefängniskarten gezogen werden, “Gehe in das Gefängnis, begebe dich direkt dorthin, gehe nicht mehr ins Europaparlament und erspare dem Steuerzahler unnütze Ausgabe”.
    Wollen wir Bürger tatsächlich so eine EU?

    Antworten

  • Horst
    11. März 2026 @ 21:58

    Wie praktisch doch dass das Völkerrecht nicht mehr gelte, sonst könnte man glatt meinen, die Reaktionen auf den vierten illegalen Angriffskrieg der USA in 23 Jahren -wenn man einzelnen Angriffe und Terrorakte nicht zählt- , wäre das strafbewehrte Gutheißen eines solchen, entsprechend den Urteilen um den letzten Buchstaben des Alphabetes, nach der russischen Invasion.

    Aber wie Fischer ja schon vor langem ausführte, wir haben nur ein Unterschichtenstrafrecht.

    Antworten

    • KK
      12. März 2026 @ 01:02

      “Aber wie Fischer ja schon vor langem ausführte, wir haben nur ein Unterschichtenstrafrecht.”

      Das könnte begründen, warum die Ermittlungen gegen Jens Spahn wegen seiner dubiosen Maskendeals eingestellt wurden… 😉

      Antworten

  • Reykjavik
    11. März 2026 @ 19:58

    Wenn man das, was Kallas und Co machen, als Außenpolitik rezipiert, ist es absurd. Aber wenn man das als eine Art von Religion betrachtet, inkl. der einzig seligmachenden Wahrheit, der absoluten Verehrung des Religionsgründers, des kompromisslosen Kampfes gegen alle Kritiker dieses Glaubens oder gegen “Andersgläubige”, der Verzückungsschreie a la “Slawa Ukraini” und der abenteuerlichen Summen, die zur Verbreitung und Aufrechterhaltung dieses Glaubens dem Volk abgepresst werden – na ja, dann ist alles in sich völlig konsistent. Sind wir auf dem Weg in eine EU-Theokratie?

    Antworten

    • Guido B.
      11. März 2026 @ 22:02

      Das hat mit Gott nichts zu tun, sondern mehr mit Satan.

      Antworten

      • KK
        12. März 2026 @ 01:07

        Von Gott war auch nicht die Rede… Satanismus wäre aber auch eine Religion.

        Und jetzt erpresst die EU auch noch die Biennale Venedig mit dem Entzug derFördermittel, weil sie es wagt, Russland wieder einzuladen.

  • Hans-Jürgen von Maydell
    11. März 2026 @ 18:19

    KALLAS NACH DALLAS!

    Heute Gaza, morgen wir – Palantir!

    Antworten

  • KK
    11. März 2026 @ 17:21

    “Laut Kallas haben alle 27 EU-Staaten zugestimmt”

    Hat man mit der Abstimmung wieder gewartet, bis die Vertreter Spaniens, Irlands und andere Kritiker des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und Israels gegen den Iran pinkeln waren? Oder es wieder so in einen Wust von anderen Entscheidungen gepackt, dass die Abnicker gar nicht wussten, was sie da alles durchgewunken haben (wie das bei den Sanktionen gegen Dogru und Baud laut Aussage des luxemburgischen Aussenministers gelaufen sei)?

    Antworten

  • Erneuerung
    11. März 2026 @ 16:55

    Na klar, die Wertegemeinschaft muss gegen die Aggression des Iran vorgehen, der einfach so um sich schießt und den Nahen Osten destabilisiert. Dazu bombardiert er seine Mädchenschulen, tötet sozusagen seinen eigenen Nachwuchs und zerstört friedliebende Amistützpunkte und Produktionsstätten für Friedenstauben in Israel. So ähnlich hat sich wohl auch unsere grüne Vorzeigebarbie geäußert. Mit jeder solchen Aktion und Aussage wird der Wertewesten lächerlicher und unbrauchbarer für den Rest der Welt.

    Antworten

  • Guido B.
    11. März 2026 @ 16:23

    Regime change now! Regime change now! Regime change now!
    Alle Schwarzen Magier zur Hölle!

    Antworten

    • KK
      11. März 2026 @ 17:15

      Regime change, ja bitte! In Brüssel!


  • Info: https://lostineu.eu/kallas-verhaengt-noch-mehr-sanktionen-gegen-iran/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Energiekrise: Deutschland und EU wollen nun doch einschreiten


    lostineu.eu, vom11. März 2026

    Tagelang haben sie den Irankrieg gerechtfertigt und die Folgekosten für Europa geleugnet. Doch nun sind die deutschen und europäischen Politiker aufgewacht und haben erste Gegenmaßnahmen angekündigt. Deutschland wolle einen Teil der Ölreserven freigeben, meldet dpa. Und die EU-Kommission prüft Maßnahmen zur Entlastung bei den Gaspreisen. Alle Komponenten der Energierechnung würden überprüft, erklärte Kommissionschefin von der Leyen in Straßburg. Dazu zählen auch Steuern, Abgaben und die Kosten des Emissionshandels. Die ersten zehn Tage des Iran-Kriegs hätten die europäischen Steuerzahler wegen steigender Öl- und Gaspreise bereits 3 Mrd. Euro gekostet, erklärte sie. Erste Vorschläge werden für den EU-Gipfel nächste Woche erwartet.

    2 Comments

    1. jjkoeln
      11. März 2026 @ 17:57

      Wenn doch endlich mal die propagandistiscje Verblendung ubd Desinformation aufhören würde.
      Es macht einfach keinen Spaß, soch mit diesem niedrigen intellektuellen Niveau auseinandersetzen zu müssen. Die Kommission ind besonders vdL sollte verstehen, dass die Bevölkerung zum Großteil nicht so blöd ist.
      Die Dummen werden von der Agitation-für-Dumme bereits abgefischt

    Antworten

  • KK
    11. März 2026 @ 17:29

    “Erste Vorschläge werden für den EU-Gipfel nächste Woche erwartet.”

    Dann diskutiert man diese und beschliesst in einigen Wochen, eine Expertenkommission einzusetzen, die daraus Massnahmen entwickeln soll…


  • Info: https://lostineu.eu/energiekrise-deutschland-und-eu-wollen-nun-doch-einschreiten/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    12.03.2026

    Nachrichten von Pressenza: ProMosaik Poetry – ein offenes Manifesto für eine Poesie der Veränderung und der Menschenrechte

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 12. März 2026, 7.15 Uhr
    Nachrichten von Pressenza - 12.03.2026
    ProMosaik Poetry – ein offenes Manifesto für eine Poesie der Veränderung und der MenschenrechteProMosaik
    Pressenza
    ProMosaik Poetry ist ein offenes Projekt von ProMosaik Art, das von der Bedeutung der Poesie und der Poesietherapie in einer harten Zeit, die von Krieg, Militarisierung, Gewaltbereitschaft und Machtnarrativen gekennzeichnet ist, überzeugt ist. Obwohl ProMosaik Poetry sich als offenes Projekt…
    International, Kultur und Medien, Kunst, Menschenrechte
    Das Wettern der Woche: …und Du musst tanzen!Peter Grohmann
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    Schöner Gigolo, armer Gigolo, denke nicht mehr an die Zeiten, wo du als Husar, goldgeschnürt sogar, konntest durch die Straßen reiten… Uniform passée, Liebchen sagt Ade, schöne Welt, du gehst in Fransen! Wenn das Herz dir auch bricht: Zeig ein…
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    Christliche Kriegstheologie im Update – Hallelujah, der Atomkrieg kann kommenUntergrund-Blättle
    Pressenza
    Bislang galten in der BRD Besitz und Einsatz von Atomwaffen als politisches, völkerrechtliches und auch friedensethisches Tabu. Die Lage wandelt sich. Kriegstheologen helfen dabei, dass alle Hemmungen fallen. Renate Dillmann hatte zuletzt die Frage „Braucht Deutschland die Atombombe?“ aufgeworfen und…
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    Deutschland viertgrößter Exporteur von Kriegswaffen – mit fatalen Folgen!Pressenza Berlin
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    Aktion Aufschrei fordert Umkehr zu einer Kultur des Friedens Das Bündnis Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! kritisiert massiv den Trend im globalen Waffenhandel, wie ihn das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI in seinen jüngsten Zahlen dar-stellt. Dass Deutschland mit einem globalen…
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    Europa, Frieden und Abrüstung, Wirtschaft
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    Christliche Kriegstheologie im Update – Hallelujah, der Atomkrieg kann kommen


    pressenza.com, vom 11.03.26 - Untergrund-Blättle

    Screenshot_2026_03_12_at_07_55_11_Christliche_Kriegstheologie_im_Update_Hallelujah_der_Atomkrieg_kann_kommen

    Evangelische Kirche in Deutschland. (Foto: Kl Aas CC-BY 3.0 unported - cropped)


    Bislang galten in der BRD Besitz und Einsatz von Atomwaffen als politisches, völkerrechtliches und auch friedensethisches Tabu. Die Lage wandelt sich. Kriegstheologen helfen dabei, dass alle Hemmungen fallen.

    Renate Dillmann hatte zuletzt die Frage „Braucht Deutschland die Atombombe?“ aufgeworfen und dazu die jüngsten militär- und rüstungspolitischen Fortschritte in der BRD aufgegriffen, die sich – in einem Land, das den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben hat – eigentlich per se verbieten müssten. Eine eigene „deutsche Bombe“ steht denn auch laut Bundeskanzler Merz – vorerst – nicht auf der politischen Agenda. Deutschland soll zunächst nach einer europäischen Lösung gemeinsam mit Franzosen und Briten suchen, obwohl Politiker und Politikexperten immer wieder zu bedenken geben, dass beide Kandidaten wegen ihrer nationalen Ambitionen für einen „europäischen Schutzschirm“ nicht in Frage kommen.

    In der politischen Klasse der BRD ist die Frage aber längst angekommen. Und die Leitmedien – etwa die FAZ – diskutieren ohne Hemmungen über die Notwendigkeiten, bei denen sich die Politik noch zurückhalten muss. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Eine Aufrüstung ohne Wenn und Aber, die alle Optionen der modernen Massenvernichtung einbezieht, erhält nicht nur medialen Feuerschutz, sondern (man höre und staune – oder auch nicht) Unterstützung aus der christlichen Friedensethik.

    Das Gewerkschaftsforum hat jüngst auf die einschlägigen Fortschritte der Kriegstheologie in Deutschland aufmerksam gemacht. Speziell die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat dabei mit ihrer neuen Denkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ einen Markstein gesetzt. Anlässlich dieser Entwicklung hier einige Hinweise auf oppositionellen friedensethischen und friedensbewegten Einspruch, der sich erfreulicherweise noch gegen solche Positionierungen zu Wort melden kann.


    „Militärkirche“ hat Kriegstüchtigkeit im Blick

    Peter Bürger von „Pax Christi“ hat zur EKD-Position im letzten Jahr 35 Stellungnahmen eingesammelt und bereits im Januar 2026 seine „Umdenkschrift“ vorgelegt. Eine Kritik an der evangelischen Schrift von Ex-Pfarrer Matthias-W. Engelke, die in Bürgers Band erschienen ist, hat jetzt auch die Zeitschrift der Friedensbewegung, FriedensForum, in ihrer Nr. 2/26 veröffentlicht, nachdem dort zunächst die friedensethischen Bemühungen des deutschen Protestantismus in etwas rosigem Licht erschienen waren. Mit den neuen Stellungnahmen wird der EKD, um es milde auszudrücken, kein gutes Zeugnis ausgestellt. „Die Kritik an der kirchlichen Obrigkeit will einfach nicht mehr verstummen“, so Bürger.

    Da die EKD „ziemlich getreu die aktuelle Militärdoktrin des Staates nachplappert“, zeige sich „so etwas wie ein lagerübergreifendes Unbehagen an der Staatsnähe des bürgerlichen Kirchenapparates“; speziell der sicherheitspolitische Teil der Denkschrift lese sich „wie eine militärkirchliche Dienstleistung für den Staat und scheint überhaupt der eigentliche Zweck bzw. Kern des ganzen Dokumentes zu sein“ (I, 13).

    Engelke, Mitglied in zahlreichen friedensethischen und -politischen Gremien, nimmt zur EKD-Denkschrift unter dem Titel „EKD – Auf dem Weg zur Militärkirche?“ Stellung. Er sieht die Gefahr, dass die Kirche ihr „Proprium“, im modernen Jargon: ihr „Alleinstellungsmerkmal“ aufgibt. Und das „zu einem Zeitpunkt, an dem offen davon gesprochen wird, dass sich Europa auf einen Krieg gegen Russland vorbereiten muss und zu Weihnachten Tischdecken verkauft werden, mit Sternen und Panzern, wie zur Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges… Täglich werden in der Ukraine Menschen für die Erhaltung von Staatsgrenzen geopfert und russischen Gegnern das Recht auf Leben abgesprochen.“ (I, 243)

    Die theologischen Defizite sind der Ausgangspunkt für Engelkes Argumentation, dann geht es um die fatalen Konsequenzen, z.B. die Abwertung der Kriegsdienstverweigerung (siehe Nr. 169 und 177 der Denkschrift), vor allem aber um die aktive Bestätigung und – im Grunde – Verschärfung des deutschen Hochrüstungskurses. Die Denkschrift folge ganz der nationalstaatlichen Logik, „in der die Drohung und Anwendung von Atomwaffen wieder plausibel (Nr. 145)“ erscheinen (I, 243).

    Engelke geht auch auf die sicherheitspolitische Legendenbildung ein, die sich die EKD-Oberen – in Übereinstimmung mit der selbstgerechten Deutung demokratischer Herrschaften – für ihren „gerechten Krieg“ leisten. Die Denkschrift vertritt z.B. die Auffassung, „dass jeder Einsatz von Gewalt und insbesondere jedes Töten eines anderen Menschen die sorgsame ethische Prüfung vor dem eigenen Gewissen erfordert“ (Nr. 170; vgl. 77). Die Realitätsferne dieses Idealismus greift Engelke an und erinnert an die Realität des Schlachtfelds und der Befehlsstrukturen. Wenn der Kriegsfall angeordnet ist, geht es „viel weniger um eine individuelle Reaktion auf Bedrohung des Lebens durch Waffengewalt, sondern um organisiertes staatliches Handeln. Dabei schränkt die Friedensschrift die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen de facto dort wieder ein, wo sie rechtfertigt, dass Staaten Menschen zu Zwangsdiensten verpflichten können“ (I, 244). Der Autor bleibt jedoch nicht nur bei der Klage, am Schluss ruft er dazu auf, dass Christen und Gemeinden zu einem Konvent zusammenkommen sollen, um gegen die Denkschrift ein eigenes Votum zu setzen.


    Atomkrieg abgesegnet

    In Bürgers Sammelband ist der Bogen der Beiträge weit gespannt. Es beginnt mit einem Kommentar der Journalistin Bascha Mika, die die „gefährliche Anbiederung an die Macht“ beklagt. Deutlich zeige sich dies „in der Haltung zu Atomwaffen. Hier eiert die Denkschrift atemberaubend herum, um irgendwie christlich und dennoch staatsloyal daherzukommen“ und dann am Schluss der atomaren Aufrüstung den kirchlichen Segen zu erteilen, indem realistisch mit dem Stand der heutigen Großmachtkonkurrenz argumentiert wird. Woraus „statt Bewahrung der Schöpfung die mögliche Vernichtung der Welt als christliche Risikooption“ resultiere (I, 20).

    Bei diesem neuen Realismus ist ja vor allem bemerkenswert, dass mittlerweile die militärischen Mittel im Atomzeitalter, das kirchlicherseits bislang am Sinn von Kriegen zweifeln ließ, als „politisch notwendig“ akzeptiert werden und sogar, wenn sich die nationale Führung entsprechend bedroht fühlt, laut EKD „eine präventive militärische Reaktion gerechtfertigt sein“ kann. Darauf verweist in dem Band der Beitrag „Gegen die Propaganda einer christlichen Kriegstheologie“, der aus der gewerkschaftlichen Basisinitiative „Sagt NEIN!“ stammt (I, 174). Dem schließt sich eine detaillierte Analyse von Karl-W. Koch an, der „vor allem die Fehlbewertung in der neuen Haltung zu den Atomwaffen“ aufgreift: „Warum hier in dieser Art ein ‚Kurswechsel‘ um 180° vollzogen wird, bleibt vermutlich allen informierten evangelischen Christen ein Rätsel“ (I, 177). Zu der Legitimation präventiver Maßnahmen, also zur Klarstellung in Sachen Verteidigungsnotwendigkeit, heißt dann das Resümee: „Man kann hier herauslesen, dass bei weiter wachsender Bedrohung durch Russland ein atomarer Erstschlag (‚Enthauptungsschlag‘) denkbar und … moralisch wie christlich zu verantworten wäre.“ (I, 185)

    Die EKD spricht damit übrigens eine Wahrheit aus, die in der Verbreitung der Abschreckungsideologie meist verloren geht, und bietet gleichzeitig schon das Rechtfertigungsmuster für einen Krieg, den Deutschland gegebenenfalls vom Zaun brechen wird. Abschreckung zielt ja auf die eigene Überlegenheit, die den Gegner militärisch handlungsunfähig machen soll, ihm einen Schaden androht, den er nicht verkraften kann und ihn so in die Schranken verweist. Was aber, wenn der Gegner ebenfalls rüstet, was das Zeug hält, um diese unterlegene Position nicht eintreten zu lassen? Dann ist es – so die kirchliche Lehre Anno Domini 2025 – durchaus legitim, einen Krieg „präventiv“ anzufangen, um den des Gegners zu verhindern. Und das Ganze nennt sich dann auch noch „Reaktion“.


    Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist…

    In dem Sammelband werden neben den sicherheitspolitischen Aspekten natürlich speziell die ethischen und theologischen Fragen aufgegriffen, wobei die Wortmeldungen aus einem breiten Spektrum stammen, nicht nur aus kirchlichen Initiativen und Gruppierungen, sondern auch aus Publizistik und Wissenschaft, aus der Friedensbewegung oder der gewerkschaftlichen Opposition. Abschließend kommen hier bemerkenswerte Analysen zu Wort, so vom renommierten Friedensforscher Markus Weingardt, dessen Schlusswort lautet: Wenn die Kirche in der von der EKD beschworenen „Welt in Unordnung“ nicht mehr zu sagen hat als diese Denkschrift, „dann hat sie nichts mehr zu sagen. Sie macht sich überflüssig.“ (I, 277)

    Einen wichtigen Beitrag liefert auch Professor Egon Spiegel, bis 2022 Inhaber eines katholischen Lehrstuhls für Praktische Theologie und seitdem (sowas gibt’s!) auf einem UNESCO-Lehrstuhl für Friedenswissenschaft in der Nanjing University, China, tätig. Spiegel nimmt beide christliche Konfessionen ins Visier. Die katholischen Christen in Deutschland durften sich ja schon früher (nämlich im Februar 2024) des Erhalts eines Friedenswortes rühmen: „Friede diesem Haus“ von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Für den Fachmann spielen da die theologischen Defizite (und die daraus folgende Tradition der Gewaltfreiheit, die großzügig beiseite gelegt wird) eine besondere Rolle.

    Gemeinsam sei „beiden Verlautbarungen im Kern: ein bibeltheologisches Wegducken vor dem unmissverständlichen Gewaltverzichtspostulat Jesu“ sowie die Tatsache, „dass sie explizit vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zu verstehen sind und sich in ihrer wortreichen Positionierung durchweg dem politischen Mainstream andienen. Auch wenn beide Dokumente in einem kirchlichen Ambiente durch ein von ihrer Kirche ausgewähltes Team verfasst und von den Oberen sanktioniert wurden, hätten diese bis in die Details der Ausführungen ebenso gut im Verteidigungsministerium – vielleicht noch mit dem Segen des jeweiligen Militärbischofsamtes – abgefasst worden sein können. Auch dort wird ethisch abgewogen, aber auch nicht mehr, und am Ende das Eintreten in einen Krieg nicht ausgeschlossen und deshalb vorbereitet.“ (I, 248)


    Die Diskussion geht weiter

    Peter Bürger hat zu seiner Sammlung kritischer Stimmen jetzt eine Fortsetzung „Umdenkschrift II“ vorgelegt, wobei ein Schwerpunkt der Dokumentation die „skandalöse kirchliche Atombomben-Duldung in Deutschland“ ist, die ja in der Tat neue Maßstäbe setzt. Burkhard Paetzold, der 1978-1989 Mitglied der „ad hoc-Gruppe Abrüstung“ im Referat Friedensfragen der Theologischen Studienabteilung beim Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR war, bemerkt in dem neuen Band zu den kriegstheologischen Fortschritten: „Atomwaffen zielen auf die glaubhafte Androhung massenhafter, unterschiedsloser Vernichtung von Menschen, Lebensgrundlagen und Zukunft… Die Logik nuklearer Abschreckung bindet das eigene Überleben an die Bereitschaft, im Ernstfall Unvorstellbares zu tun“ (II, 68; siehe auch Paetzolds Beitrag im Overton-Magazin). Das ist übrigens die entscheidende Leistung der Kirchenleute, die ja nicht über die materiellen und personellen Maßnahmen der Aufrüstung zu entscheiden haben: Sie machen das Unvorstellbare wieder vorstellbar – als Tat christlichen Soldatentums, das im Vertrauen auf die staatliche Autorität seinen gottgewollten Dienst erfüllt.

    So steht z.B. der katholische Militärbischof Overbeck schon Gewehr bei Fuß und trägt seinen Teil zur moralischen Aufrüstung bei. E er „will die Militärseelsorge auf einen möglichen bewaffneten Konflikt mit Russland vorbereiten“. Wie er Ende Februar mitteilte, muss die katholische Militärseelsorge, falls es zu einem bewaffneten Konflikt kommt, eine seelsorgliche Begleitung von Soldatinnen und Soldaten während ihrer Einsätze und bei ihrer medizinischen Versorgung gewährleisten. „Um es deutlich zu formulieren: Es geht hier um die Begleitung von Einheiten im Kampf beziehungsweise im Einsatz sowie die Bereitstellung von Seelsorge für Verwundete und Sterbende“. Und dabei befindet sich der Mann ganz im Einklang mit den neusten friedensethischen Erkenntnissen, zu denen evangelische und katholische Lehrautoritäten gelangt sind.

    Die Theologen Günter Brakelmann und Arno Lohmann erinnern dagegen an die „Tatsache, dass es mächtige Minderheiten sind, die die Entscheidungen für einen Krieg treffen. Völker, auch demokratisch verfasste, haben bisher noch nie über Krieg und Frieden mit abgestimmt. – Kirche muss von ihren ethischen Kriterien her ohne Rücksicht auf die Regierenden und auf die öffentliche Meinung auf diese Zusammenhänge hinweisen.“ (II, 19) Das, was EKD und DBK aber seit dem deutschen Vorhaben zur „Wehrdienstmodernisierung“ verlauten lassen, geht erkennbar in die entgegengesetzte Richtung. Es ist eine einzige Rücksichtnahme auf die Ansagen und Planungen der Machthaber.

    Professor Spiegels Fazit zur neuesten christlichen Friedensethik lautet daher kurz und bündig: „Hofschreiberei“ (I, 248)! Sollte das das letzte Wort bleiben, bevor der nukleare Holocaust beginnt? Dass Thron und Altar zu ihrer altehrwürdigen Symbiose zurückgefunden haben, in Ewigkeit, Amen?

    Johannes Schillo


    Nachweise

    I: Peter Bürger (Hg.), Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden – Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. Eine Sammlung, herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie, edition pace, Band 43, BoD – Books on Demand 2026. Siehe die Vorstellung im Overton-Magazin.

    II: Peter Bürger (Hg.), Umdenkschrift II zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden – Weitere kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. Zweite Sammlung, herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie, edition pace, Band 44, BoD – Books on Demand, 2026.

    Der Originalartikel kann hier besucht werden


    Info: https://www.pressenza.com/de/2026/03/christliche-kriegstheologie-im-update-hallelujah-der-atomkrieg-kann-kommen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: 

    Anm.: Wobei gleiches vielfach auch für die frisch entfachte Diskussion um die zivile Nutzung der Atomenergie gilt, wobei neben der Kommissionspräsidentin VDL auch unsere Qualitätsmedien bereits im Vorfeld m. E. suggerieren, dass die "Atom-Abkehr als strategischer Fehler" anzusehen ist und in einem Kommentar quasi als "Deutschlands Lebenslüge" der Energiewende bezeichnet wird.

    (Ersteres frei zitiertes findet sich in der FAZ und letzteres stammt aus DIE WELT, beide vom 11.03.2026)

    12.03.2026

    Vor dem Preisschock     Der Iran-Krieg und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormuz treiben die Öl- und Gaspreise nach oben. Dies weckt Sorgen vor einem neuen Energieschock. Die Folgen für die deutsche Industrie wären gravierend.


    german-foreign-policy.com, 12. März 2026

    BRÜSSEL/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit einer Freigabe der strategischen Ölreserven in bislang nie dagewesenem Umfang suchen Deutschland sowie die 31 anderen Mitgliedstaaten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) den wegen des Iran-Kriegs drohenden Ölmangel zu verhindern. Die IEA-Mitglieder haben am gestrigen Mittwoch beschlossen, 400 Millionen Barrel Öl freizugeben – ein Drittel der Gesamtreserven von 1,2 Milliarden Barrel. Experten bezweifeln, dass die Maßnahme genügt. Durch die Straße von Hormuz, die kriegsbedingt nicht mehr passierbar ist, wurde vor dem Iran-Krieg rund ein Fünftel der globalen Ölproduktion geleitet; täglich fehlen laut Branchenschätzungen auf dem Weltmarkt rund 16 Millionen Barrel Öl. Eine lange anhaltende Sperrung der Meerenge dürfte auch den Gaspreis weiter in die Höhe treiben. Ökonomen warnen vor einem Preisschock, der potenziell noch stärker ausfallen könnte als jener nach Beginn des Ukrainekriegs. Für Deutschland könnten die Folgen besonders gravierend sein: Dauerhaft hohe Energiepreise drohten Produktion und Wachstum zu belasten und neue Inflationsimpulse auszulösen, heißt es. In der EU ist ein Marineeinsatz in der Straße von Hormuz im Gespräch.


    Zitat: In die Höhe geschnellt

    Der Gaspreis am niederländischen Handelspunkt TTF, der in Europa als Referenzwert genutzt wird, pendelte am Mittwoch um 50 Euro pro Megawattstunde und lag damit um rund zwei Drittel über dem Gaspreis unmittelbar vor Beginn des Iran-Kriegs, als er sich auf rund 30 Euro belaufen hatte. Am Montag war er zeitweise sogar auf fast 60 Euro gestiegen.[1] Auch der Ölpreis lag mit 90 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent deutlich über dem Preis von Ende Februar, der rund 70 US-Dollar betragen hatte. Am Montag war er kurzzeitig sogar auf 120 US-Dollar in die Höhe geschnellt.


    Alarm in der Energiebranche

    Qatars Energieminister Saad al Kaabi hatte bereits in der vergangenen Woche gewarnt, die Energieexporte der gesamten Golfregion könnten in wenigen Tagen zum Erliegen kommen, wenn die Straße von Hormuz wegen des Iran-Kriegs gesperrt bleibe. Gegenüber der Financial Times sagte er: „Wenn dieser Krieg noch einige Wochen andauert, wird das weltweite BIP-Wachstum darunter leiden.“[2] Der Ökonom Robin Brooks von der US-amerikanischen Brookings Institution wies darauf hin, dass Russland vor dem Ukrainekrieg täglich sieben Millionen Barrel Erdöl exportierte. Durch die Straße von Hormuz wurden vor dem Iran-Krieg täglich 20 Millionen Barrel Öl transportiert, was Brooks zu der Schlussfolgerung veranlasste, der durch ihre Sperrung ausgelöste Preisschock könne potenziell dreimal so groß sein wie derjenige nach Beginn des Ukrainekriegs.[3] Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte die JPMorgan Chase-Analystin Natasha Kaneva, die Sperrung der Straße von Hormus sei für sie bislang „nicht nur das Worst-Case-Szenario“, sondern ein geradezu „undenkbares Szenario“ gewesen.[4] Lediglich US-Präsident Donald Trump suchte abzuwiegeln und bezeichnete den „vorübergehend“ steigenden Ölpreis als einen „sehr kleinen Preis“ für „Frieden und Sicherheit weltweit“.[5]


    Niedrige Speicherstände

    Der hohe Gaspreis hat Auswirkungen auf die bevorstehende Befüllung der europäischen Gasspeicher, die nach einem zeitweise recht kalten Winter laut Einschätzung von Experten Ende März nur noch zu 22 bis 27 Prozent gefüllt sein dürften, verglichen mit einem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 41 Prozent. Der deutsche Füllstand liegt aktuell bei 21,5 Prozent. Sollten in den nächsten Wochen aufgrund der Sperrung der Straße von Hormuz weniger LNG-Tanker in der EU eintreffen, könnten die Speicher sich noch weiter leeren.[6] Dauern die erschwerten Lieferbedingungen länger als einen Monat an, dann könnten die Speicherstände in Europa bis zum Ende des Winters sogar noch auf ein historisches Tief fallen. Bei einer langanhaltenden Lieferstörung könnten laut Experten etwa sieben Millionen Tonnen Flüssiggas auf dem Weltmarkt fehlen. Aufgrund der Konkurrenz aus Asien um das verfügbare LNG droht Europa ein Mangel von womöglich 5,5 Millionen Tonnen.[7]


    Debatte über Militäreinsatz

    Es kommt hinzu, dass beschädigte Energieanlagen in den arabischen Golfstaaten repariert werden müssen und ihre Wiederinbetriebnahme zusätzlich Zeit verschlingt. Qatars Energieminister Saad al Kaabi etwa erklärte, es könne Wochen bis Monate dauern, bis sein Land zu den normalen LNG-Lieferkapazitäten zurückkehre. Auch wenn Europa nur wenig Flüssiggas aus Qatar bezieht – laut Branchenangaben rund acht Prozent seiner LNG-Importe –, muss der Kontinent aufgrund der wachsenden Konkurrenz auf den Weltmärkten deutliche Preisanstiege befürchten. Al Kaabi prognostizierte, die Rohölpreise könnten in zwei bis drei Wochen auf 150 Dollar pro Barrel steigen, wenn die Straße von Hormus länger gesperrt bleibe.[8] Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte am Montag in Zypern nach einem Gespräch mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulidis und dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis mit, man habe über einen neuen Marineeinsatz gesprochen. Ziel sei es, „nach dem Ende der heißesten Phase des Konflikts“ die Straße von Hormuz „schrittweise wieder zu öffnen“. Dies sei „für unsere Volkswirtschaften und die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung“.[9] An der Vorbereitung sollten neben europäischen auch außereuropäische Staaten teilnehmen – ein Hinweis, dass die Einbindung der Staaten der Arabischen Halbinsel als möglich gilt.[10]


    Deutsche Industrie unter Druck

    Die Folgen des Energiepreisschocks für die deutsche Industrie könnten laut Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dramatisch sein. Würde der Ölpreis auf 150 US-Dollar pro Barrel klettern, fiele das Wirtschaftswachstum 2026 womöglich um 0,5 Prozentpunkte geringer aus, 2027 sogar um 1,3 Prozentpunkte. Gegenüber dem Handelsblatt warnte der jüngst in den Sachverständigenrat Wirtschaft berufene Ökonom Gabriel Felbermayr, bei „einem länger anhaltenden Krieg“ seien „die Folgen kaum auszumalen“.[11] Besonders betroffen seien energieintensive Branchen wie Chemie und Stahl, aber auch die Automobil- und die Maschinenbauindustrie.[12] Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) stellt sich bereits auf einen Wegfall erheblicher Teile der Öl- und LNG-Lieferungen und auf steigende Energie- und Rohstoffpreise ein. Die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Kerstin Maria Rippel, fordert bereits „deutliche industriepolitische Maßnahmen“, um die Gas- und Strompreise zu stabilisieren. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Aluminium Deutschland, Angelika El-Noshokaty, warnt: „In einer ohnehin schwierigen Zeit mit ohnehin schon hohen Energiepreisen würde ein abermaliger starker Preisanstieg unsere Unternehmen stark treffen.“[13]

    Inflationsrisiken

    Darüber hinaus wird befürchtet, dass der erwartete weitere Anstieg des Gaspreises die Inflation erhöht – insbesondere in Italien und Deutschland, die stärker auf LNG-Importe angewiesen sind.[14] Wenn etwa Chemiefirmen ihre Verkaufspreise aufgrund teureren Öls oder Gases erhöhen, müssen ihre Kunden aus der Auto-, Elektro- oder Konsumgüterindustrie diese Preiserhöhungen auffangen oder selbst ihre Preise anheben. Auf diese Weise würde sich der Inflationsdruck entlang der Wertschöpfungsketten ausbreiten. Laut Berechnung des IW dürften die Verbraucherpreise im Jahr 2026 bei einem dauerhaften Ölpreis von 100 US-Dollar zusätzlich um 0,8 Prozentpunkte, 2027 um 1,0 Prozentpunkte steigen. Bei einem Ölpreis von 150 US-Dollar käme es zu einer zusätzlichen Inflation von 1,6 beziehungsweise 1,9 Prozentpunkten.[15]


    Strategische Reserven angezapft

    Um den weltweit drohenden Ölmangel zu verhindern, zugleich den Ölpreis zu dämpfen und eine Ausweitung der ökonomischen Schäden zumindest zu bremsen, hat die Bundesregierung am gestrigen Mittwoch dem Vorschlag der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zugestimmt, ein Drittel der strategischen Ölreserven aller 32 IEA-Mitgliedstaaten freizugeben – 400 Millionen Barrel. Die Gesamtreserven der IEA-Mitglieder liegen gegenwärtig bei 1,2 Milliarden Barrel. Deutschland wird 19,5 Millionen Barrel freigeben, rund ein Fünftel der deutschen Notreserven.[16] Die Wirkung der Maßnahme, die seit der Gründung der IEA im Jahr 1975 erst fünfmal durchgeführt wurde, ist völlig ungewiss. Der Ölpreis gab am Mittwoch zunächst leicht nach, stieg dann jedoch erneut auf mehr als 90 US-Dollar pro Barrel. Experten bezweifeln, dass die Freigabe des Öls schnell genug erfolgen kann, um die Versorgung zu sichern. Zwar kann ein Teil der rund 20 Millionen Barrel Öl am Tag, die vor dem Krieg durch die Straße von Hormuz transportiert wurden, durch eine Pipeline in Saudi-Arabien bis ans Rote Meer geleitet werden. Dennoch gehen Branchenkreise davon aus, dass täglich rund 16 Millionen Barrel weniger auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehen. Die 400 Millionen Barrel Öl, die nun freigegeben werden sollen, wären unter diesen Voraussetzungen in 25 Tagen aufgebraucht.

     

    [1] Eric Reguly: The Iran war is propelling Germany into another energy crisis. theglobeandmail.com 06.03.2026.

    [2] Andrew England, Malcolm Moore: Qatar warns war will force Gulf to stop energy exports ‘within days’. ft.com 06.03.2026.

    [3] Astrid Dörner, Antonia Mannweiler, Carlotta Moreno, Andreas Neuhaus: Ölpreis steigt bis zu 14 Prozent und notiert über kritischem Level. handelsblatt.com 06.03.2026..

    [4] Joe Wallace, Summer Said, Rebecca Feng, Georgi Kantchev: The Long-Feared Persian Gulf Oil Squeeze Is Upon Us. wsj.com 08.03.2026.

    [5] Timm Seckel: US-Börsen schließen im Plus – Trump erwägt wohl Lockerung von Sanktionen gegen russisches Öl. handelsblatt.com 09.03.2026.

    [6] Nora Buli: Europe faces gas storage scramble as Iran conflict tightens supply. reuters.com 05.03.2025.

    [7] Flynn Jacobs: LNG-Mangel verschärft sich: Gasspeicher-Befüllung kostet Europa 11,7 Milliarden Euro mehr. berliner-zeitung.de 05.03.2026.

    [8] Andrew England, Malcolm Moore: Qatar warns war will force Gulf to stop energy exports ‘within days’. ft.com 06.03.2026.

    [9] Jakob Hanke Vela, Christoph Herwartz, Moritz Koch: Europäer wollen Tanker in Straße von Hormus eskortieren. handelsblatt.com 09.03.2026.

    [10] S. auch „Eine inakzeptable Aggression“.

    [11] Martin Greive, Jan Hildebrand, Dietmar Neuerer, Julian Olk: Angst vor neuem Energiepreisschock steigt. handelsblatt.com 05.03.2026.

    [12] Sabine Kinkartz: Germany's economy hit by Middle East energy crunch. dw.com 08.03.2026.

    [13] Nadine Bös, Bernd Freytag, Stefan Paravicini: Die Industrie fürchtet den Energiepreisschock. faz.net  04.03.2026.

    [14] Ian Johnston, Verity Ratcliffe, Sarah White, Sebastien Ash: Europe confronts threat of another energy crisis. ft.com 05.03.2026.

    [15] Bert Fröndhoff, Jens Münchrath, Jens Koenen, Christoph Schlautmann: Welche Branchen die hohen Energiepreise besonders hart treffen. handelsblatt.com  10.03.2026.

    [16] Timm Seckel, Daniel Delhaes, Moritz Koch, Judith Henke: Industriestaaten stimmen für Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl. handelsblatt.com 11.03.2026.










    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10336


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    11.03.2026

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    11.03.2026

    Screenshot_2026_03_11_at_21_47_23_V_lkerrecht_in_Gefahr_Ein_Appell_an_Europa

    nachdenkseiten.de, 11. März 2026 um 14:00 Ein Artikel von: Redaktion

    Als Botschafter der Islamischen Republik Iran möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein beispielloses und zutiefst besorgniserregendes Ereignis lenken – ein Ereignis, das nicht nur eine offensichtliche Verletzung des Völkerrechts darstellt, sondern auch einen schwerwiegenden Schlag gegen die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung bedeutet. Von Majid Nili, iranischer Botschafter in Deutschland.

    Wie Ihnen bekannt ist, wurde der Iran am 28. Februar 2026 ohne jeden Grund oder jede Rechtfertigung militärisch von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen, während sich das Land inmitten indirekter Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten unter Vermittlung des befreundeten Staates Oman befand.

    Im Verlauf dieser Angriffe wurden zahlreiche zivile Ziele gezielt angegriffen. Dazu zählt unter anderem ein Luftangriff auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab, bei dem 175 Schülerinnen und Mitglieder des Lehrpersonals getötet wurden. Ebenso gehörte der Angriff auf die Nuklearanlage in Natanz zu den durchgeführten Angriffen – eine Anlage, die gemäß den Bestimmungen der Internationalen Atomenergie-Organisation aufgrund möglicher Umweltfolgen vor Angriffen geschützt sein sollte. Darüber hinaus wurde auch die Teheraner Ölraffinerie angegriffen – ein Angriff, der zur Freisetzung chemischer Stoffe in einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern führte. Außerdem kam bei dieser Aggression der religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, ums Leben.

    Diese Angriffe stellen neben ihren weitreichenden humanitären und ökologischen Folgen klare Verstöße gegen das Völkerrecht dar, insbesondere gegen Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen. Ein solches Verhalten verletzt nicht nur das Recht, sondern auch die grundlegendsten moralischen Prinzipien der internationalen Beziehungen sowie die fundamentalen Regeln des humanitären Völkerrechts.

    Noch bedauerlicher ist jedoch die Reaktion einiger europäischer Politiker, die diese Handlungen nicht eindeutig verurteilt haben und durch ihr Schweigen oder durch die Relativierung rechtlicher und moralischer Prinzipien faktisch an der Seite der Aggressoren stehen.

    Es ist nicht schwer zu verstehen, warum einige Staaten Israel und die Vereinigten Staaten unterstützen. Doch das Überschreiten der klaren Grenzen von Moral und Völkerrecht – Grenzen, deren Schutz die Bundesrepublik Deutschland und ihre Philosophen stets betont haben – wirft eine ernste und historische Frage für die öffentliche Meinung auf.

    Die Erfahrung der Geschichte zeigt deutlich, dass Schweigen gegenüber Aggression und Kriegsverbrechen letztlich zur Normalisierung der Gesetzlosigkeit im internationalen System führt – zu einer Situation, in der das „Recht des Stärkeren“ die gemeinsamen Regeln ersetzt. In einer solchen Ordnung wäre kein Land sicher, und früher oder später würde diese Unsicherheit zu noch größerer Instabilität führen.

    Die Islamische Republik Iran wird sich im Einklang mit ihrer Geschichte, ihrer Zivilisation und ihren religiösen Grundlagen sowie im Rahmen von Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen über das Recht auf Selbstverteidigung entschlossen für die Verteidigung ihrer nationalen Souveränität und territorialen Integrität einsetzen.

    Was jedoch von den aufgeklärten Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands erwartet wird, ist, dass sie nicht zulassen, dass die grundlegenden Maßstäbe des Völkerrechts und des humanitären Rechts leichtfertig politischen Erwägungen und einer bedingungslosen Unterstützung der Aggressoren geopfert werden. Die Geschichte Deutschlands, die selbst Krieg und Aggression erlebt hat, zeigt deutlich, dass das Wegsehen bei der Verletzung von Recht und Moral weder Frieden noch Sicherheit bringt, sondern vielmehr den Weg für die Wiederholung von Ungerechtigkeit und die Ausbreitung von Gesetzlosigkeit in der Welt ebnet.

    Anmerkung der Redaktion: Zur guten journalistischen Praxis gehört es, alle Seiten eines Konflikts abzubilden, die unterschiedlichen Stimmen anzuhören. In diesem Sinne veröffentlichen wir auch diesen Beitrag, zumal er inhaltlich durchaus lesenswert ist.


    Titelbild: Bundesregierung / Jesco Denzel


    Rubriken: Erosion der Demokratie Militäreinsätze/Kriege


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=147554


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    11.03.2026

    Selenskyj triumphiert nach Trump-Spitze: „Ukraine hat jetzt Karten in der Hand“

    berliner-zeitung.de, 11. März 2026

    Noch vor einem Jahr habe man ihm im Weißen Haus gesagt, die Ukraine habe keine Karten in der Hand. Heute sieht sich Selenskyj in einer anderen Position.


    berliner-zeitung.de, 11.03.2026, 11.03.2026, 15:32 Uhr, Sophie Barkey


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    (Screenshot)

    US-Präsident Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, zogen zuletzt Kartenspielvergleiche zur geopolitischen Position der Ukraine heran.Alex Brandon/AP


    Die Ukraine sieht sich in einer grundlegend veränderten geopolitischen Position. In einem Interview mit dem irischen Blogger Caolan Robertson erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, sein Land verfüge nun über die entscheidenden Trümpfe in der internationalen Sicherheitspolitik. Noch vor einem Jahr habe man ihm im Weißen Haus gesagt, die Ukraine habe keine Karten in der Hand. Heute bitte Washington Kiew um Hilfe – nicht Frankreich, nicht Deutschland, nicht Großbritannien.

    „Ein gutes Gefühl“, kommentierte Selenskyj die Lage. Die Grundlage dafür seien die ukrainischen Soldaten und eine massiv ausgebaute heimische Rüstungsproduktion. Die USA hätten die Ukraine gebeten, Experten und Ausrüstung zum Schutz amerikanischer Militärbasen in Jordanien zu entsenden. Gespräche über eine ähnliche Unterstützung für Saudi-Arabien liefen bereits. „Ich bin sehr stolz, dass wir unseren amerikanischen Partnern helfen können“, sagte Selenskyj.

    Die Karten habe man schon länger gehabt, so der Präsident weiter: „Vor einem Jahr hatte ich sie auch schon. Wir haben sie nur nicht gezeigt. Jetzt versteht jeder, dass wir sie haben.“ Trump hatte seine Aussage zu Kiews fehlenden Karten zuletzt mehrfach wiederholt.

    Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien steht offenbar bevor

    Derzeit zeichnet sich ein massiver Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien ab. Laut dem Kyiv Independent hat ein saudisches Rüstungsunternehmen bereits einen Vertrag über ukrainische Abfangraketen unterzeichnet. Zwei anonyme Quellen aus der ukrainischen Rüstungsindustrie bestätigten dem Portal laufende Verhandlungen über ein deutlich größeres Waffengeschäft. Eine Quelle sprach von einem „riesigen Deal“, der möglicherweise schon am 11. März besiegelt werden könnte. Weder das saudische Außenministerium noch die saudische Botschaft in Kiew reagierten auf Anfragen.

    Hintergrund ist die wachsende Bedrohung durch iranische Shahed-Drohnen, die im Zuge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran auch gegen Golfstaaten eingesetzt werden. Selenskyj erklärte, er habe mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Lage gesprochen. „Die Ukraine kämpft seit Jahren gegen Shaheds, und kein anderes Land der Welt verfügt über eine vergleichbare Erfahrung“, schrieb er auf Telegram.


    Irans Krieg, Putins Jackpot: Wie die neue Krise die Ukraine ins Abseits drängt

    Irans Krieg, Putins Jackpot: Wie die neue Krise die Ukraine ins Abseits drängt

    Von Nicolas Butylin

    Geopolitik

    gestern

    Günstige Drohnen statt teurer Raketen

    Das zentrale Argument für ukrainische Technologie ist das Kostenverhältnis: Westliche Abfangraketen wie die US-amerikanische Patriot kosten mehrere Millionen Dollar pro Stück – gegen Drohnen, die in Massenproduktion für wenige zehntausend Dollar entstehen, ist das kaum tragbar. Selenskyj wies darauf hin, dass allein Anfang März innerhalb von drei Tagen mehr als 800 solcher teuren Raketen im Nahen Osten eingesetzt worden seien – mehr als die Ukraine seit 2022 insgesamt erhalten habe.

    Die Ukraine hat eigene kostengünstige Abfangdrohnen entwickelt, darunter den „Octopus“ von TAF Industries, die P1Sun von Skyfall und die „Sting“-Drohne von Wild Hornets. Letztere produziert nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Einheiten monatlich. Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj teilte mit, Abfangdrohnen hätten allein im Februar fast 6300 Einsätze geflogen und über 1500 russische Drohnen zerstört.

    Selenskyj warnt vor Weltkrieg, Kiew muss um Aufmerksamkeit fürchten

    Im selben Interview warnte Selenskyj eindringlich vor einer Eskalation des globalen Konflikts. Sollte der Krieg im Nahen Osten nicht rasch gestoppt werden, könne daraus ein Weltkrieg entstehen. „Es könnte passieren. Ja, natürlich“, sagte er. Die Welt sei darauf nicht vorbereitet – weder Europa noch die USA. Zwar rüsteten einzelne Länder wie Deutschland und die nordischen Staaten auf, doch die Zeit reiche nicht. Selbst die starke US-Armee habe keine Erfahrung mit modernem Landkrieg, wie ihn die Ukraine seit drei Jahren führe.

    Die Eskalation im Nahen Osten ist jedoch nicht nur positiv für Kiew. Die internationale Aufmerksamkeit wurde von der Ukraine weggelenkt, die geplante nächste Runde der trilateralen Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine wurde kurzfristig verschoben. Russland profitiert derweil doppelt von der Lage: Moskau gewinnt Zeit im Krieg gegen die Ukraine, während steigende Ölpreise die russischen Staatseinnahmen in die Höhe treiben.

    Auch wird innerhalb der Ukraine teils kritisch gefragt, warum Drohnenexperten und Abfangtechnologie in den Nahen Osten entsandt werden, während russische Drohnenangriffe auf ukrainische Städte unvermindert andauern und versprochene Verteidigungssysteme nur langsam an der Front ankommen. Die größte Gefahr liege demnach laut Sicherheitskreisen auf strategischer Ebene: Sollten steigende Energiepreise Europa stärker unter Druck setzen, könnte die westliche Unterstützung für die Ukraine bröckeln – während Russlands Rolle als Energielieferant an Gewicht gewinnt.

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    Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/selenskyj-triumphiert-nach-trump-spitze-ukraine-hat-jetzt-karten-li.10023821


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    11.03.2026

    China bereitet sich vor

    seniora.org, 11. März 2026, 10. 03. 2026 Von Boris Rozhin alias Colonelcassad - übernommen von colonelcassad.livejournal.com

    Über die Logik des chinesischen außenpolitischen Verhaltens


    Boris Rozhin, Betreiber des Telegramkanals "Colonelcassad", veröffentlicht auf seinem Portal einen Artikel über Chinas Vorbereitung auf eine Aggression. Erläuterung der Fußnoten habe ich nicht gesehen, aber interessant sind auch die Leserkommentare, die hier nicht ebenfalls automatisch übersetzt wurden.

    Reuters würdigte Rhozin gerade auf seine Weise:

    "Boris Rozhin, ein einflussreicher Kriegsblogger, der unter dem Pseudonym „Colonel Cassad“ bekannt ist und fast 800.000 Follower auf der Telegram-App hat, sagte, Trump sei ein Monster, das durch die Straflosigkeit in den Wahnsinn getrieben wurde.

    „Es ist entweder Dummheit oder Verrat, ernsthaft auf irgendwelche Vereinbarungen oder Abmachungen mit ihm (dem Monster) zu setzen“, meinte Rozhin." https://www.reuters.com/world/europe/trumps-iran-attack-rattles-russian-hardliners-who-call-putin-double-down-war-2026-03-03/

    Mit Dank an M.L.

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    Zur Logik des chinesischen außenpolitischen Verhaltens

    Screenshot_2026_03_11_at_21_17_39_Seniora.org_China_bereitet_sich_vor

    Seit Anfang der 2020er Jahre hat China eine Reihe von Mobilisierungsmaßnahmen durchgeführt, die in ihrer Systematik und ihrem Umfang beispiellos in der Weltpraxis sind, zumindest seit den frühen 1970er Jahren, und in einigen Aspekten möglicherweise seit den Vorbereitungen der Sowjetunion auf den Zweiten Weltkrieg. 

    In der chinesischen Literatur werden sie direkt mit großen Mobilisierungsprogrammen aus der Zeit der Vorbereitungen auf den Krieg gegen die Sowjetunion in den 1960er und 1970er Jahren verglichen, insbesondere mit dem Bau der sogenannten „Dritten Linie-Unternehmen“[1]. 

    Die von China durchgeführten Maßnahmen sind zwar nicht die auffälligsten, aber ein wichtiger Bestandteil des allgemeinen Trends zur totalen Sicherheit aller Aspekte der chinesischen Staatspolitik (bis hin zu Kultur und Umwelt), im Rahmen der sogenannten Integralen Sicherheitskonzeption von Xi Jinping[2]. 

    Die von China tatsächlich unternommenen äußerst kostspieligen Schritte zeigen, dass trotz der Aufstellung von bunten Konzepten und Initiativen zur „Menschheitsgemeinschaft“, zur „inklusiven und fairen Globalisierung“ und anderen angenehmen Dingen, die chinesische Führung äußerst pessimistische Ansichten über die Entwicklung der Welt im 21. Jahrhundert hat. Sie bereitet sich zumindest auf einen schweren militärpolitischen Konflikt vor, der mit der Unterbrechung aller normalen wirtschaftlichen Beziehungen und einem Absturz an der Schwelle zum Krieg einhergeht. Aber im besten Fall geht es um noch schrecklichere Szenarien. 

    Eine solche Weltsicht ist wahrscheinlich der Grund für das paradoxe Verhalten Chinas in der internationalen Arena, das sowohl klare Ansprüche auf Supermachtstatus und ein globales Weltbild als auch Passivität und praktisch Feigheit angesichts einseitiger Aktionen der USA vereint. 

    Welche konkreten Schritte des chinesischen Staates erlauben solche Schlussfolgerungen? Um nur einige zu nennen: 

    • Programm zum Umzug einer Reihe strategisch wichtiger Produktionskapazitäten in die inneren Regionen des Landes und zum Aufbau eines „strategischen Hinterlandes“; 
    • Durchführung großer Projekte im Bereich der Zivilverteidigung und zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der städtischen Infrastruktur, auch unter Berücksichtigung der Erfahrungen der russischen Zivilverteidigung; 
    • Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des nationalen Energiesystems; 
    • Verbesserung des nationalen Rechts zur Präzisierung der Bedingungen des Militärdienstes und zur rechtzeitigen Erfüllung sozialer Verpflichtungen gegenüber den Familien gefallener Soldaten; 
    • Dringende Aufstockung der Reserven an Nahrungsmitteln und anderen Rohstoffen. 

    Eine wichtige Besonderheit der Mobilisierungsprogramme ist, anders als bei der eigentlichen militärischen Aufrüstung, dass sie keine signifikanten außenpolitischen Dividenden bringen, wenn kein umfassender Krieg stattfindet. 

    Der Aufbau militärischer Kapazitäten im engeren Sinne bringt erhebliche außenpolitische Vorteile und ist nicht immer ein Hinweis auf die Bereitschaft, in absehbarer Zukunft Krieg zu führen. Neue Flugzeugträger, Flugzeuge und Raketen demonstrieren die Stärke der nationalen Macht und bringen positive Ergebnisse in der Innenpolitik. Sie erweitern das Instrumentarium zur Verteidigung der Interessen auf internationaler Ebene und ermöglichen spektakuläre lokale Gewaltaktionen. 

    Mobilisierungsprogramme hingegen wirken nur im Falle großer Kriege und gigantischer Natur- und Technologiekatastrophen. Sie sind kostspielig, und in Friedenszeiten neigt die öffentliche Meinung dazu, sie entweder mit Ärger oder Panik zu betrachten. Mobilisierungsbereitschaft kann eine Rolle bei der Stärkung der strategischen Stabilität spielen, aber diese Rolle ist viel geringer als die von strategischen Offensivwaffen. Daher ist die Mobilisierungspolitik der zuverlässigste Indikator für die strategischen Pläne und Absichten des Staates.

    Die getroffenen Maßnahmen sind an sich kein Beweis für die Absicht Chinas, einen groß angelegten militärischen Konflikt auszulösen. Sie deuten jedoch darauf hin, dass ein solcher Konflikt von der chinesischen Führung als sehr wahrscheinlich, möglicherweise sogar unvermeidbar angesehen wird, wahrscheinlich bereits Ende der 2020er bis Anfang der 2030er Jahre. Szenarien von extremen Sanktionen und einer Seeblockade bis hin zu einem groß angelegten Raketenangriff auf chinesische Städte werden offenbar in Betracht gezogen.

    Die Vorbereitung auf ein solches extremes Szenario scheint eine zentrale Rolle in der chinesischen Planung nicht nur im militärischen, sondern auch im außen- und innenpolitischen Bereich zu spielen. Sie erfolgt vor dem Hintergrund eines beschleunigten Ausbaus der eigenen strategischen Nuklearstreitkräfte und der Entwicklung eines Netzwerks geschützter Kontrollzentren im Falle eines Konflikts.

    Parallel dazu begannen im Jahr 2023 neue Wellen von Personalumbesetzungen in den Streitkräften, im außenpolitischen Apparat und in den für die Mobilisierungsbereitschaft zuständigen Strukturen (z. B. im Ministerium für Notfälle, im Staatlichen Amt für Getreide und Materialreserven, in der Chinesischen Getreidekorporation usw.). Einige dieser Maßnahmen sind das Ergebnis einer Reihe von Überprüfungen des tatsächlichen Zustands der materiellen Reserven und der Mobilisierungsinfrastruktur (z. B. der Fall des Leiters der Chinesischen Getreidekorporation). Eine Reihe von Personalmaßnahmen in den Streitkräften könnte in Bezug auf die großen Personalumbesetzungen, die in einer Reihe von Großmächten vor dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt wurden, als ähnlich betrachtet werden. Ein klassisches Beispiel ist die berühmte September-Säuberung in der US-Armee im Jahr 1939, der Versuch von Präsident Franklin Roosevelt und Generalstabschef der US-Armee George Marshall, das Personalpotenzial des US-Militärs an die Anforderungen eines großen Krieges anzupassen.

    Ein Vergleich mit Stalins großer Säuberung von 1937  –1938 wäre eine offensichtliche Übertreibung. Nach bekannten Daten werden die überwiegende Mehrheit der chinesischen Parteidisziplinaruntersuchungen überhaupt nicht vor Gericht gestellt und enden mit einem Parteiausschluss, einer Entlassung, einer Herabstufung und anderen „vegetarischen“ Maßnahmen.

    Verlagerung von Produktionskapazitäten: „strategischer innerer Bezirk“, „Reservebasen“, „stützende Zonen“

    Der Begriff „strategischer innerer Bezirk“ (战略 腹地[4]) wurde von Xi Jinping während einer Inspektionsreise in die Provinz Sichuan im Juli 2023 offiziell in den chinesischen Sprachgebrauch eingeführt. Während der Reise betonte Xi, dass die Provinz ein „strategischer innerer Bezirk“ sei, da sie „eine einzigartige und wichtige Bedeutung für die nationale Entwicklung und die Umsetzung der Strategie zur Erschließung des Westens“ habe. Ein solcher Status impliziert eine Reihe von Verpflichtungen seitens der Provinz, einschließlich der Gewährleistung der Sicherheit von Produktions- und Lieferketten und der Stärkung der Energie- und Nahrungsmittelsicherheit des Landes[5].

    Im Wesentlichen werden Sichuan und die benachbarte regierungsunmittelbare Stadt Chongqing mit der Aufgabe betraut, einen nationalen strategischen Reservefonds zu bilden, in dem Ressourcen und Produktionskapazitäten akkumuliert werden. Xi Jinping verwendete diesen Begriff auch für die Guangxi-Zhuang-Autonome Region während einer Inspektionsreise in die Region im Dezember 2023 und betonte ihre Rolle bei der Unterstützung der Entwicklung des Großraums Guangdong-Hongkong-Macau[6]. Dementsprechend ist ein „strategischer innerer Bezirk“ ein Gebiet, das die Rolle eines „Hinterlandes“ und einer Ressourcenbasis für einen großen industriell-technologischen Makroregion im engeren Sinne und für das ganze Land im weiteren Sinne spielt.

    Im Dezember 2023 bezeichnete Xi Jinping auf dem Zentralen Wirtschaftsarbeitsforum die Aufgabe, „die Anordnung der wichtigsten produktiven Kräfte zu optimieren und den Aufbau eines nationalen strategischen inneren Bezirks zu stärken“[7], und verknüpfte dies mit der Agenda der regionalen Koordination. Im März 2024 wurde dies auch in der Regierungsbericht festgehalten, in dem die Notwendigkeit hervorgehoben wurde, aktualisierte Pläne für die funktionale Zonierung des Landes und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln[8].

    In den nachfolgenden Dokumenten wurde der Begriff enger mit der industriellen Sicherheit verknüpft. In der Entscheidung des 3. Plenums des Zentralkomitees der KPCh auf dem 20. Parteitag vom 18. Juli 2024 „Über die weitere umfassende Vertiefung der Reformen und die Förderung der chinesischen Modernisierung“ wurde erstmals die Formulierung „den nationalen strategischen Hinterland und Reservekapazitäten für Schlüsselindustrien aufbauen“ erwähnt[9], was sich als ein stabiles Konzept etablierte. Das Dokument versteht darunter die Verbesserung der Sicherheit von Produktions- und Lieferketten, die Schaffung eines Systems zur Risikobewertung und -prävention, die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Inland zur Sicherung der Widerstandsfähigkeit von Schlüsselindustrien und den Aufbau nationaler Ressourcenreserven. Zu den Schlüsselindustrien gehören die Herstellung von integrierten Schaltungen, Industrieausrüstung, medizinischer Technik, Instrumentenbau, Basis- und Industriesoftware sowie neue Materialien[10]. 

    Die Entscheidung des 3. Plenums des Zentralkomitees der KPCh auf dem 20. Parteitag regte auch eine Debatte in der chinesischen akademischen Gemeinschaft über den Inhalt des Begriffs „strategisches Hinterland“ an. Bemerkenswert ist, dass eine solche Analyse auf einem Vergleich mit dem Bau der „Dritten Linie“ in den 1960er und 1970er Jahren beruht   – einem groß angelegten Programm zur Verlagerung von Industrie- und Verteidigungsunternehmen in die inneren Regionen des Landes. 

    Die heutige Strategie wird als Abkehr von der ausschließlich defensiven „Dritten Linie“ in Richtung einer Integration von Sicherheit und hochwertiger Entwicklung betrachtet. Die Reserven sollten „lebendig“ sein   – als Zentren des „produktiven Kräfte neuen Typs“ fungieren, Innovationen fördern und in Friedenszeiten voll funktionsfähig sein. 

    Trotz des Schwerpunkts auf wirtschaftlicher Effizienz wird in der akademischen Debatte über das „strategische Hinterland“ jedoch deutlich dessen Rolle als Rückzugsraum im militärischen Sinne verstanden. Sichuan wird als „großer nationaler Sicherheitsrückzugsraum“ (国家战略安全大后方) beschrieben, der den nationalen Bedarf deckt[11]. 

    Im Rahmen des Aufbaus eines „strategischen Rückzugsraums“ wird erstens vorgeschlagen, die Fähigkeit der Schlüsselketten zur schnellen Umstellung vom Friedens- in den Notfallmodus zu verbessern (平急转换)[12]. Zweitens wird die Notwendigkeit des Aufbaus strategischer Korridore und logistischer Verbindungen betont. Diese Korridore, einschließlich des „Goldenen Wasserwegs des Jangtse“, des „neuen Land-See-Korridors“ und der Strecken, die China mit Zentralasien und Europa verbinden, sollen die Integration der inneren Regionen in nationale und trans-eurasische Kommunikationsnetze stärken[13]. Drittens wird als strategisch wichtig der Aufbau eines Energie- und Ressourcenreservats in den inneren Regionen hervorgehoben. Dies beinhaltet Maßnahmen zum Bau entsprechender Infrastruktur zur Lagerung von Ressourcen wie Kohle, Öl, Erdgas, Lithium und Seltenen Erden sowie deren Verarbeitung[14]. 

    Die Daten zu den Entwicklungsplänen der Gebiete für die 15. Fünfjahresplanung deuten auf eine bevorstehende Erweiterung der Liste der „Reservebasen“ und sogenannter „stützender Gebiete“ hin, die den Betrieb der Industrie des „strategischen Rückzugsraums“ sichern sollen. Es gibt Anzeichen für einen Wettbewerb zwischen chinesischen Provinzen und Städten um die Teilnahme an entsprechenden Programmen. Insbesondere beanspruchen die an Russland grenzenden Regionen   – die autonome Region Innere Mongolei und die Provinz Heilongjiang   – einen Anteil daran[16].

    Verbesserung des Managementsystems für materielle Reserven 

    Eine der wichtigsten Prioritäten ist die Reorganisation des Systems für das Management strategischer Reserven und die Ordnung in diesem Bereich. Am 1. Juni 2024 trat das „Gesetz über die nationale Ernährungssicherheit“ in Kraft, am 1. Januar 2025 das „Energiegesetz der Volksrepublik China“ und am 1. Juli 2025 das „Mineralien- und Rohstoffgesetz“. 

    Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus der COVID-19-Pandemie wurde auch das Notfallreaktionssystem während der 14. Fünfjahresplanperiode umstrukturiert[18]. Ein zentraler Punkt ist die Schaffung eines nachhaltigen mehrstufigen Managementmodells, bei dem die zentralen Behörden für die strategische Planung, die interregionale Koordination und die Verwaltung einer einheitlichen digitalen Plattform verantwortlich sind, während die Regionen für den operativen Einsatz von Ressourcen und die Umsetzung von Plänen vor Ort zuständig sind. Zu den Arbeiten in diesem Bereich gehören die Bildung professioneller Rettungsteams, die Einrichtung standardisierter Kommandoposten und die Vereinheitlichung von Reaktionsplänen nach Typ und Ebene von Notfällen. 

    Im Rahmen der Reform des Notfallversorgungssystems wurde ein fünfstufiges Netzwerk von Reservelagern eingerichtet   – von nationaler bis hin zu lokaler Ebene[19]. Es umfasst zentrale, provinzielle, städtische, kreis- und Gemeinde-Lager. Staatliche Reserven werden durch Unternehmensreserven ergänzt. Unternehmen beteiligen sich an dem Netzwerk, indem sie Reserven in ihren eigenen Lagern aufbewahren, Kapazitäten für die Notfallproduktion reservieren und im Voraus Verträge für die Lieferung im Notfall abschließen. 

    Am 17. Januar 2026 veröffentlichte der Staatliche Ausschuss für Entwicklung und Reformen den Entwurf des „Gesetzes der Volksrepublik China über die Sicherheit staatlicher Reserven“[20]. 

    Derzeit gibt es in China kein einheitliches grundlegendes und umfassendes Gesetz, das das Management aller Arten von Reserven allgemein regelt. Die Arbeit an dem Gesetz wurde 2023 in den Plan aufgenommen. Sein Hauptziel ist es, die Fähigkeit der staatlichen Reserven zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit zu verbessern. 

    Der Gesetzentwurf umfasst neun Kapitel und sechzig Artikel, die Fragen der Planung, Annahme und Lagerung von materiellen Reserven, deren Nutzung, das Management der Reservelinfrastruktur sowie Aufsicht und Kontrolle regeln. Außerdem wird eine offizielle Definition von staatlichen Reserven festgelegt: darunter versteht man Ressourcen, die für die Bedürfnisse der nationalen Entwicklung und Sicherheit aufbewahrt werden, einschließlich Getreide, anderer wichtiger landwirtschaftlicher Produkte und Produktionsmittel, Energieressourcen, Mineralien, wichtiger Ausrüstung und Komponenten sowie spezieller Materialien für Notfälle. Festgelegt wird, dass das Reservesystem nicht nur materielle Reserven umfasst, sondern auch Kapazitätsreserven   – die Fähigkeit, bei Bedarf schnell Produktion, Förderung oder Technologien aufzubauen. 

    Beschleunigtes Entwickeln des Mobilisierungssystems für das Management auf der Grundlage moderner Technologien 

    Behörden in chinesischen Provinzen und Städten implementieren Programme zum beschleunigten Ausbau der Infrastruktur für wirtschaftliche Mobilisierung und „Volks-Luftverteidigung“[21] auf modernem technologischen Niveau. Einige chinesische Artikel, die Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur-Resilienz beschreiben, verweisen direkt auf die Erfahrungen der SVO. Zu den Schlussfolgerungen gehört die Notwendigkeit, das System der Zivilschutzverwaltung und die Frühwarnsysteme zu verbessern sowie das Niveau der umfassenden Sicherheit von Städten (Schutzbauten, Evakuierungswege usw.) zu erhöhen[22]. Besonderes Augenmerk wird auf die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit kritischer Wirtschaftsobjekte gegen Schäden gelegt, die während von Kampfhandlungen entstehen können[23]. Zu den wenigen öffentlich zugänglichen Dokumenten zur Entwicklung der Volks-Luftverteidigung gehört der Plan von Chongqing für die 14. Fünfjahresperiode. Entsprechende Maßnahmen werden dort recht umfassend in einer vierstufigen Schutzsystematik dargestellt: „Schutz des Kerns“ (Erhaltung kritischer staatlicher Funktionen und Verwaltung), „Schutz des Lebens“ (Schutz und Versorgung der Bevölkerung, integriert mit medizinischer Hilfe und Evakuation), „Schutz des Potenzials“ (Erhaltung der wirtschaftlichen und militärisch-industriellen Basis) und „Schutz der Funktionsfähigkeit“ (Kontinuität der kritischen Infrastruktur)[24].

    Der wichtigste Bereich beim Aufbau des neuen Zivilschutzsystems ist die Einführung flexibler Steuerungssysteme, die zivile Infrastruktur sofort auf militärische oder Notfalloperationen umschalten können. Beispiele für die Umsetzung von Programmen in diesem Bereich sind aus verschiedenen Regionen Chinas bekannt. In Chongqing beispielsweise wird ein dreistufiges Steuerungssystem eingeführt, das schnell in den Notfallmodus umschalten kann. Grundlage ist ein Notfall-Führungs- und Kommunikationssystem, das dank Backup-Kanälen und der Duplizierung kritischer Knotenpunkte die Kommunikation auch bei teilweiser Zerstörung der Infrastruktur gewährleistet[25].

    Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Entwicklung von Infrastruktur mit doppelter Nutzung (Dual-Use-Infrastruktur). Bei der Planung wichtiger öffentlicher Einrichtungen   – Stadien, Messezentren, große Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Hotels und Industrieanlagen   – werden von Anfang an technische Standards festgelegt, die eine schnelle Nutzungsänderung ermöglichen, beispielsweise zur Umwandlung in mobile Krankenhäuser, temporäre Unterkünfte oder Logistikzentren für die Verteilung von Hilfsgütern.[26]

    Anpassung der Gesetzgebung an die Bedürfnisse eines großflächigen Konflikts

    : In den Jahren 2024  –2025 wurden mehrere Rechtsakte verabschiedet, die die Erfüllung der sozialen Verpflichtungen gegenüber den Familien gefallener Angehöriger der Streitkräfte und der Sicherheitskräfte sowie die Durchführung entsprechender Gedenkveranstaltungen regeln. Diese Dokumente zielen darauf ab, die Verarbeitung eingehender Daten über im Dienst getötete Angehörige der Streitkräfte und der Sicherheitskräfte zu beschleunigen.

    Im Jahr 2024 erließ der Staatsrat eine neue Fassung der „Verordnung zur Wahrung des Andenkens an gefallene Helden“ (Resolution Nr. 791[27]). Diese präzisierte die Kriterien und Verfahren für die Anerkennung, stärkte die finanzielle Absicherung der Familien und regelte den Schutz und die Verwaltung der Gedenkstätten. Eine wesentliche Änderung betraf die Neuverteilung der Zuständigkeiten: Die Hauptbehörde für Veteranenangelegenheiten beim Staatsrat (das Ministerium für Veteranenangelegenheiten) erhielt das Recht, Entscheidungen über die Anerkennung gefallener Helden zu überprüfen, anstatt die Registrierungsfunktion zu übernehmen.

    Im Jahr 2025 wurden die „Maßnahmen zur Anerkennung von Personen als gefallene Helden“[28] verabschiedet, die die Verfahrensweisen für das gesamte System festlegen. Das Dokument (5 Kapitel, 40 Artikel) definiert einheitliche Standards und Verfahren für die Anerkennung und Überprüfung des Status. Es umfasst allgemeine Bestimmungen, zentrale Bewertungskriterien, das Anerkennungsverfahren, das Überprüfungsverfahren sowie Sondernormen (Kriegszeit, posthume Anerkennung, ressortübergreifende Zusammenarbeit, Kontrolle und Aufsicht).

    Das Verfahren ist hierarchisch gegliedert. Die zuständige Veteranenbehörde des Landkreises ist aus verschiedenen Gründen für die Einleitung der Untersuchung verantwortlich. Unterlagen können vom Arbeitgeber des Verstorbenen, Angehörigen oder Personen bzw. Organisationen am Unfallort eingereicht werden. Auf Landkreisebene wird eine erste Untersuchung durchgeführt und gegebenenfalls ein Bericht an die Kreisregierung zur Genehmigung vorgelegt. Der Fall wird dann an die Stadt (mit der Erstellung eines Berichts und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen) und anschließend an die Provinzebene weitergeleitet. Die Untersuchungsstandards schreiben ausdrücklich vor, dass die Ursachen, der Ablauf und die Folgen des Vorfalls, das Verhalten des Verstorbenen, die konkreten Umstände und die Reaktion der Öffentlichkeit ermittelt werden müssen. Die gesamte Bearbeitungszeit beträgt in der Regel maximal 30 Arbeitstage.

    Für Angehörige des Militärs wird das Verfahren von den Militärbehörden der Politischen Abteilung der Zentralen Militärkommission durchgeführt, für verstorbene Feuerwehrleute vom Ministerium für Katastrophenschutz. Unabhängig von der Kategorie ist eine obligatorische erneute Prüfung erforderlich: Die Provinzbehörden reichen monatlich Unterlagen bei der Generalbehörde für Veteranenangelegenheiten des Staatsrats ein, während die zuständigen Behörden (das Katastrophenschutzministerium und die Militärbehörden) dies eigenständig tun. Die Zentralbehörde prüft die Sachlage, die Einhaltung der Gesetze und der Verfahren und berichtet vierteljährlich über die Ergebnisse. Fällt die Entscheidung positiv aus, wird eine „Bescheinigung über die Anerkennung als gefallener Held“ ausgestellt.

    Das Dokument dient der Regelung der Anerkennung von Personen, die im Dienst oder in Notfällen getötet wurden, und enthält keine Bestimmungen zur Vorbereitung auf Massenunfälle. Seine Logik   – Zentralisierung, Standardisierung, strikte Fristen (monatliche Übermittlung und vierteljährliche Rückmeldung) sowie die Einrichtung einer vertikalen Prüfkette auf Ebene des Staatsrats   – schafft jedoch einen Mechanismus, der eine große Anzahl von Anträgen bearbeiten kann. Im Falle eines größeren Konflikts oder Notfalls ermöglicht diese Struktur die systematische Bearbeitung eines erheblichen Fallzuflusses ohne Unterbrechung der Verwaltung.

    Aufbau von Nahrungsmittelreserven und anderen strategisch wichtigen Gütern:

    Seit Anfang der 2020er-Jahre hat die chinesische Führung die Anforderungen an den Agrarsektor und die lokalen Behörden im Bereich der Ernährungssicherheit deutlich verschärft. Die chinesischen Behörden setzen eine Reihe kostspieliger Maßnahmen um, um Chinas Selbstversorgung mit wichtigen Agrarprodukten, Saatgut und Landmaschinen zu erhöhen.

    China strebt einen signifikanten Ausbau seiner Kapazitäten zur Nahrungsmittelproduktion und -lagerung an. In diesem Zusammenhang gewinnen der Schutz von Ackerland, die Sicherstellung einer stabilen Getreideproduktion und die Regulierung des Systems der staatlichen Reserven zunehmend an Bedeutung. Um in diesem Bereich Ordnung zu schaffen, wurde 2023 das „Nationale Ernährungssicherheitsgesetz“ verabschiedet   – das erste Gesetz, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt.[29]

    China verfügt über ein mehrstufiges System zur Ansammlung und Umverteilung strategischer Reserven an Lebensmitteln und Düngemitteln. Zudem wurde ein detaillierter Rechtsrahmen für die Nutzung dieser Reserven im Notfall entwickelt.

    Bekanntlich befinden sich die Getreidereserven auf einem historischen Höchststand.[30] Auch die Getreidelagerinfrastruktur wird stetig ausgebaut und modernisiert.

    Einige der eingeführten Maßnahmen stehen im klaren Widerspruch zu den bekannten langfristigen Prioritäten der chinesischen Staatspolitik, was ihren Notfallcharakter unterstreicht. Wir sprechen von einem ab 2022 geltenden Verbot der Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Forstplantagen[31] sowie der Abholzung von Teilen der Wälder, die zuvor im Rahmen staatlicher Programme und der ab 2023 erlassenen Richtlinien des Staatlichen Entwicklungs- und Reformkomitees (SDRC) zur Reduzierung von Stillstandszeiten und zur Steigerung der Produktion in Düngemittelwerken[32] angepflanzt wurden, bei gleichzeitiger Lockerung der für andere Wirtschaftssektoren geltenden Beschränkungen für Treibhausgasemissionen.

    Es werden auch Maßnahmen ergriffen, um die Importsubstitution von Hightech-Landmaschinen und Saatgut zu beschleunigen. Seit 2022 verfolgt China das Ziel, eine „starke Agrarmacht“ zu werden. Dazu gehören die Beherrschung der Produktion kritischer Komponenten für Landmaschinen[33] und die Erreichung einer Digitalisierungsrate von 32 Prozent in der Agrarproduktion[34] bis 2028 sowie ein technologischer Durchbruch in der Saatgutproduktion[35]. Letzteres führte ab 2022 auch zur Lockerung der Vorschriften für gentechnisch veränderte Organismen (GVO)[36], die als heikles Thema galten und seit den 1990er Jahren blockiert waren.

    China bereitet sich auf erhebliche Störungen des globalen Lebensmittelhandels und möglicherweise auf eine Handelsblockade innerhalb der nächsten Jahre vor.

    Ähnliche Trends lassen sich bei anderen strategischen Rohstoffreserven beobachten. Bekanntlich erreichte Chinas Rohöllagerkapazität Anfang 2024 mehr als 1,8 Milliarden Barrel, was 30 Prozent über den US-Werten liegt.[37] Trotz des Ziels, den Kohleverbrauch nach 2026 schrittweise zu reduzieren, findet keine signifikante Stilllegung von Kohlekraftwerken statt. Einige stillgelegte Bergwerke werden in einem Zustand technischer Betriebsbereitschaft gehalten, und es besteht ein Mechanismus zur Vergütung der verfügbaren Kapazität.[38] Auch die strategischen Reserven von Metallen wie Kupfer, Aluminium, Zink und Kobalt werden erhöht. Die Mengen des „scheinbaren Verbrauchs“ für eine Reihe von Gütern übersteigen den tatsächlichen Industriebedarf, was auf die Bildung von Pufferreserven hindeutet, die den aktuellen kommerziellen Bedarf übersteigen.[39]

    Parallel dazu werden Anstrengungen unternommen, die geologische Erkundung zu intensivieren. Neue Standorte werden vor allem im Westen des Landes eingerichtet. Insbesondere ist bekannt, dass im Ordos-Becken (Innere Mongolei, Gansu, Shaanxi) drei tiefe Kohleflözgaslagerstätten mit Reserven von über 500 Milliarden Kubikmetern erkundet wurden. Von der Jiajika-Lagerstätte in Sichuan bis Altyn Tagh in Xinjiang erstreckt sich ein etwa dreitausend Kilometer langer Lithiumgürtel mit geschätzten Reserven von bis zu 20  –30 Millionen Tonnen.[40]

    Die chinesische Führung wandelt China rasch und unauffällig in eine uneinnehmbare Festung um, die in ihrer endgültigen Form wahrscheinlich selbst im Falle eines umfassenden Atomkriegs ein gewisses Maß an Stabilität aufweisen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, scheuen die chinesischen Behörden keine Ressourcen: Wichtige Entscheidungen in Bereichen wie Stadtentwicklung, Energie, Landwirtschaft und dem Ausbau der Hightech-Industrie werden Mobilisierungszielen untergeordnet.

    Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit eines größeren bewaffneten Konflikts, der das chinesische Festland betrifft, aufgrund des parallel beschleunigten Aufbaus strategischer Abschreckungskapazitäten.

    Es ist wahrscheinlich, dass die chinesische Außenpolitik eng mit der Erreichung bestimmter, noch unbekannter Nachhaltigkeitsziele verknüpft ist.

    Die Fertigstellung dieser neuen „Großen Mauer“ aus unterirdischen Bunkern, Fabriken und in Bergen versteckten Atomraketen bedeutet nicht zwangsläufig, dass China anschließend zu einer aktiven und offensiven Außenpolitik übergehen wird. Diese Möglichkeit wird zwar erwogen, scheint aber nicht vorbestimmt. Natürlich gibt es eine Reihe von Themen, die China als seine Kerninteressen betrachtet: Taiwan, die Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer sowie die regionale Sicherheit im gesamten Westpazifik. Hier verfolgt China bereits eine aktive und offensive Politik, die auch den umfassenden Einsatz von Gewalt einschließt. Dies sind jedoch regionale Angelegenheiten. Was globale Fragen betrifft, wird China voraussichtlich versuchen (wenn auch nicht unbedingt erfolgreich), weiterhin eine zurückhaltende und vorsichtige Politik zu verfolgen:

    Das phänomenale Maß an Stabilität, das es erreicht hat, wird es ihm ermöglichen, Zeitpunkt und Umfang seiner Beteiligung an globalen Angelegenheiten selbst zu bestimmen.

    Quelle: Colonelcassad - Automatische Übersetzung

    https://colonelcassad.livejournal.com/10408741.html?es=1


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.03.2026

    Die demütigende Arithmetik des Iran-Krieges

    seniora.org, 11. März 2026, 3. März, Israels Channel 12, die IDF und Trump singen alle aus dem gleichen Liederbuch: Die Abschussrampen des Iran sind praktisch alle zerstört, der Raketenbeschuss bricht zusammen, ihnen gehen die Raketen aus.


    Trump aus seinem Golfresort: „Wir haben jede einzelne Streitmacht im Iran ausgelöscht, sehr vollständig.“ Der Krieg ist „so gut wie vorbei“. Er wird „sehr bald“ enden. Er ist „dem Zeitplan voraus“. Es ist ein „kurzfristiger Ausflug“. Ein Reporter bat ihn, dies mit Hegseths Aussage in Einklang zu bringen, dass es „nur der Anfang“ sei. Trumps Antwort: „Man könnte beides sagen.“ Er wirkt nicht sehr überzeugend, Leute. Sehr schwach, Sir. Sehr, sehr schwach.

    Acht Tage nach den Schlagzeilen „Der Iran geht zur Neige“ startete der Iran in der Nacht vom 10. auf den 11. März die Welle 37   – seine intensivste und schwerste Operation des gesamten Krieges. Mehr als drei Stunden lang andauernde, vielschichtige Angriffe. Superschwere Waffen in Khorramshahr. Ein-Tonnen-Sprengköpfe mit Submunition, die einen Großteil von Tel Aviv in Schnee verwandelten, der wie Ruß aussah.

    Erbil, die 5. US-Flotte in Bahrain, Be’er Ya’akov, Tel Aviv   – gleichzeitig. Vier amerikanische THAAD-Systeme außer Betrieb. Israels Iron Dome und Arrow-3 zum vierten Mal in Folge in tiefem Koma. Die Straße von Hormuz geschlossen. Ölpreis wieder über 100 Dollar. Dubai eine Geisterstadt. Und der Energieminister löschte einen Beitrag, in dem er behauptete, die Marine habe die Straße geöffnet   – eine Lüge, die vierzig Minuten lang Bestand hatte, bevor das Weiße Haus ihn live vor der Kamera korrigierte.


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    Möchten Sie sich die Demütigung in kalten Zahlen vorstellen? Der Iran kämpft gegen die Vereinigten Staaten, Israel und die Golfmonarchien, mit einem Militärbudget, das nicht einmal 1  –2 Cent pro amerikanischem Dollar beträgt, und nach elf Tagen war Welle 37 der schwerste Schlag des gesamten Krieges, und das Pentagon bittet den Kongress bereits um eine Notfallaufstockung von 50 Milliarden Dollar, was mehr als dem Dreifachen des gesamten jährlichen Militärbudgets des Iran entspricht.

    Das ist der Iran. Ein Land, das seit Vietnam den intensivsten Luftangriffen ausgesetzt ist, das am ersten Tag seinen obersten Führer verloren hat, das gleichzeitig gegen die vereinten Streitkräfte der Vereinigten Staaten und Israels kämpft und in dem die Eskalation weitergeht.

    Denken Sie darüber nach, wenn das nächste Mal jemand in Washington einen Satz mit „gegen einen gleichwertigen Gegner” beginnt. Sie konnten den Iran nicht bewältigen. Wie genau sieht der Plan für Russland oder China aus?


    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/die-demuetigende-arithmetik-des-iran-krieges


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    11.03.2026

    Pepe Escobar: Der Iran hat den USA eine Räumungsaufforderung zugestellt

    seniora.org, 11. März 2026, 

    Der neue Oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, 57, der von der Expertenversammlung gewählt wurde, hat bisher kein einziges Wort in der Öffentlichkeit gesagt.
    Die IRGC spricht für ihn. Von Anfang an war Mojtaba der bevorzugte Kandidat für die Nachfolge von Ayatollah Khamenei, dem Mann, der bis ins kleinste Detail geplant hatte, wie man dem Imperium das Rückgrat brechen könnte.


    Die IRGC zeigt nun der ganzen Welt, insbesondere dem Globalen Süden, was hinter der von Khamenei jahrelang empfohlenen „Zurückhaltung” steckte.






    Innerhalb weniger Tage blendete die IRGC die US-Radarsysteme in ganz Westasien, rüstete die Straße von Hormus auf und stürzte damit die Weltwirtschaft in eine Talfahrt und übermittelte Washington praktisch eine Aufforderung zur Kapitulation.




    Dies sind nur einige der wichtigsten Bedingungen für einen möglichen Waffenstillstand   – vorausgesetzt, Teheran vertraut jemals darauf, dass die Vereinigten Staaten sich daran halten werden:




    1. Aufhebung aller Sanktionen gegen den Iran und Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte.

    2. Anerkennung des Rechts des Iran, auf seinem eigenen Territorium Uran anzureichern.

    3. Vollständige Entschädigung für die durch den aufgezwungenen Krieg verursachten Schäden.

    4. Auslieferung iranischer Fünf-Kolumnisten im Ausland und Beendigung der orchestrierten Medienkampagnen gegen Teheran.

    5. Keine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon oder Ansarallah im Jemen.

    6. Abbau aller US-Militärstützpunkte in Westasien.

    Lassen Sie das langsam auf sich wirken. Hier fordert der Iran die selbsternannte, hyperbolisch mächtigste Militärmacht der Weltgeschichte im Grunde genommen zur Kapitulation auf.

    Nun kommt noch der Kommandeur der IRGC-Luftwaffe hinzu.


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    Majid Mousavi verkündet, dass „der Iran nach der Neutralisierung der US-Luftabwehr in der Region zu einer neuen Raketendoktrin übergeht. Von nun an werden keine Raketen mehr eingesetzt, deren Sprengköpfe leichter als 1 Tonne sind. Raketenangriffe werden häufiger und weitreichender sein.

    “ In der Praxis bedeutet dies bereits, dass die IRGC mehr Kheibar-Shekan-Feststoff-Mittelstreckenraketen abschießt, wie es Anfang dieser Woche in Tel Aviv und auf die US-Fünfte Flotte in Bahrain geschehen ist.

    Der Code für diese erste Operation lautete bezeichnenderweise „Labbayk ya Khamenei“. Das bedeutet „Zu Diensten, oh Khamenei“. Betrachten Sie dies als die erste iranische Operation, die ausdrücklich dem neuen Obersten Führer gewidmet ist.

    Die Kheibar Shekan   – mit einer Reichweite von 1.450 km   – ist straßenmobil, kann in weniger als 30 Minuten von einem Lkw aus gestartet werden und fliegt unter satellitengestützter Führung mit einem manövrierfähigen Wiedereintrittsfahrzeug, das eine terminale Zickzack-Ausweichbewegung mit Geschwindigkeiten ausführt, die laut IRGC bis zu Mach 10 erreichen.

    Und ja: Von nun an trägt er 1-Tonnen-Sprengköpfe. Das verdoppelt den Explosionsradius und die Zerstörungskraft jeder Rakete und verdoppelt, verdreifacht oder vervierfacht die US-amerikanisch-israelische Interceptor Hell.


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    Spezifikationen der Kheibar-Shekan-Rakete, die der Iran zum Angriff auf Terrorziele einsetzt

    Ein Patriot PAC-3-Abfangjäger kostet 4 Millionen Dollar. Ein THAAD-Abfangjäger kostet 12,7 Millionen Dollar. Ein Arrow-3 kostet 3,5 Millionen Dollar. Sie alle wurden vom IRGC methodisch und systematisch zerstört.

    In der Praxis muss das Epstein-Syndikat von nun an mehr Abfangjäger   – die es nicht hat   – pro ankommender Rakete einsetzen, um vielleicht die gleiche Erfolgswahrscheinlichkeit zu erreichen.

    Und dann gibt es noch die Khorramshahr-4-Raketen: mit Flüssigtreibstoff, einer Reichweite von 2.000 bis 3.000 Kilometern, noch schwereren Sprengköpfen von 1.500 bis 1.800 Kilogramm und manövrierfähigen Wiedereintrittsfahrzeugen mit Triebwerken.

    Wir sprechen hier von den schwersten konventionellen Sprengköpfen im iranischen Arsenal, die zusammen mit den verbesserten Kheibar Shekans abgefeuert werden.

    Alles im Namen von „Labbayk ya Khamenei”. Die Symbolik spricht Bände.

    Demütigung statt Verhandlungen

    Das sind die neuesten unbestreitbaren Fakten auf dem Schlachtfeld.

    Angenommen, jemand in Washington mit einem IQ über Raumtemperatur hat sich die Mühe gemacht, sie dem Weißen Haus zu erklären, dann ist es kein Wunder, dass Trump jetzt damit prahlt, der Krieg sei „sehr vollständig“. Das geschah übrigens nach (Hervorhebung von mir) seinem einestündigen Telefonat mit Präsident Putin, das vom Weißen Haus angefordert worden war.

    Die von dem unerschütterlichen Präsidentenberater Juri Uschakow vorgetragene Stellungnahme Moskaus enthält folgende Perle:

    „Der russische Präsident brachte eine Reihe von Ideen zum Ausdruck, die auf eine rasche politische und diplomatische Lösung des Iran-Konflikts abzielen, darunter auch die Berücksichtigung seiner Kontakte zu den Führern der Golfstaaten, zum iranischen Präsidenten und zu den Führern mehrerer anderer Länder.

    Der russische Präsident brachte eine Reihe von Ideen zum Ausdruck, die auf eine rasche politische und diplomatische Lösung des Iran-Konflikts abzielen, darunter auch die Berücksichtigung seiner Kontakte zu den Staatschefs der Golfstaaten, zum iranischen Präsidenten und zu den Staatschefs mehrerer anderer Länder.“

    Das ist Diplomatensprache für Putins Versuch, den Amerikanern einige harte Fakten des Lebens zu vermitteln und sich freiwillig bereit zu erklären, diesen ach so schwer fassbaren Ausweg zu finden.

    Vorausgesetzt, Teheran will mitspielen.

    Laut den unaufhörlichen Spekulationen aus Washington drängen die sprichwörtlichen Beltway-Speichellecker Trump dazu, „einen Plan für den Rückzug der USA aus dem Krieg zu formulieren“, und verkünden, dass „das Militär seine Ziele weitgehend erreicht hat“ (obwohl dies nicht der Fall ist).

    Tatsächlich hat das Weiße Haus bereits die Türkei, Katar und Oman gebeten, Teheran die amerikanischen Waffenstillstandsvorschläge zu übermitteln.

    Die iranische Antwort lässt sich wie folgt zusammenfassen:

    „Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten stehen nicht mehr auf der Tagesordnung.” Abbas Araghchi   –

    Außenminister

    Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf: „Wir streben absolut KEINEN Waffenstillstand an. Wir glauben, dass der Angreifer einen Schlag ins Gesicht verdient, damit er seine Lektion lernt und nie wieder auch nur daran denkt, den lieben Iran anzugreifen.”

    Das bringt uns wieder zu der Frage, warum Trump, der unaufhörlich damit prahlt, dass „wir gewinnen“, Präsident Putin anruft, während der Krieg tobt, und das nur wenige Stunden, nachdem Putin seine „unerschütterliche Unterstützung“ für den Iran und den neuen Rahbar („Führer“) Mojtaba Khamenei bekräftigt hat.

    Die Antwort lautet zwangsläufig, dass Trump nach einem Ausweg sucht. Die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung sowie einige Akteure in den Vasallenstaaten geben bereits den USA die Schuld für den Zusammenbruch der Weltwirtschaft.

    Das liegt daran, dass die gesamte Regierungskontinuität, die vom ermordeten Ayatollah Khamenei in Gang gesetzt wurde, äußerst zuversichtlich ist, dass sie das Epstein-Syndikat in die Knie zwingen kann.

    Ayatollah Khamenei hat etwas geschafft, was als die größte Überraschung in der Geopolitik des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen könnte. Das ist alles seinem klaren Blick, seiner Ausdauer, seiner Selbstaufopferung und der unglaublich sorgfältigen Planung der Mosaik-Verteidigungsstrategie zu verdanken, die jetzt in Kraft ist.

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    Warum die Widerstandsfähigkeit und asymmetrischen Taktiken des Iran die US-Koalition überrascht haben

    Was der Iran unter Mojtaba Khamenei   – und das ist nationaler Konsens   – jetzt will, ist ein eindeutiger Sieg.

    Das Imperium des Chaos, der Plünderung und der permanenten Angriffe mit seiner „Wenn ich dich nicht mag, töte ich dich”-Mentalität muss gründlich gedemütigt werden.

    Pepe Escobar: Der Iran hat den USA eine Räumungsaufforderung zugestellt

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    Quelle: Sovereignista - Automatische Übersetzung

    https://sovereignista.com/2026/03/10/pepe-escobar-iran-has-served-the-us-an-eviction-notice/


    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/pepe-escobar-der-iran-hat-den-usa-eine-raeumungsaufforderung-zugestellt


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    11.03.2026

    Flaschenhals: Die globalen wirtschaftlichen Folgen der Sperrung des Persischen Golfs

    seniora.org, 11. März 2026, 11. 03. 2026 Von Larry Johnson - übernommen von //substack.com/@larrycjohnson">Larry C Johnso

    Wie sich die Unterbrechung der Exporte von Öl, Flüssigerdgas und Harnstoff auf die Weltwirtschaft auswirken wird


    Der Persische Golf ist das wichtigste Gewässer für die Weltwirtschaft. Seine schmale Ausfahrt   – die Straße von Hormuz, die an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breit ist   – fungiert als Ventil, durch das ein außerordentlicher Anteil der weltweiten Energie- und Agrarprodukte fließt. Eine anhaltende Schließung dieses Ventils durch den Iran würde einen wirtschaftlichen Schock auslösen, für den es in der Geschichte kaum Präzedenzfälle gibt.


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    Betrachten wir die drei Rohstoffkategorien, die einer solchen Störung am stärksten ausgesetzt sind: Rohöl und raffinierte Erdölprodukte, Flüssigerdgas (LNG) und Harnstoff, der Stickstoffdünger, auf den die moderne Landwirtschaft angewiesen ist. Zusammen bilden diese drei Ströme nicht nur die Grundlage für die Energiemärkte, sondern auch für die globale Ernährungssicherheit, die industrielle Produktion und die finanzielle Stabilität Dutzender Nationen.

    Die Straße von Hormus: Ein einziger Schwachpunkt

    Täglich passieren etwa 20 bis 21 Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus, was etwa 20 % des weltweiten Verbrauchs an Erdölprodukten und etwa 30 % des Seehandels mit Rohöl entspricht. Die an diesen Korridor angrenzenden Golfstaaten   – Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Irak, Iran und Katar   – verfügen zusammen über den Großteil der weltweit nachgewiesenen Ölreserven und einen dominierenden Anteil an der globalen LNG-Exportkapazität.

    Es gibt keine adäquate Alternative. Die Ost-West-Pipeline durch Saudi-Arabien (Petroline) kann etwa 5 Millionen Barrel pro Tag transportieren, und die Habshan-Fujairah-Pipeline in den VAE bietet eine begrenzte Umgehungskapazität. Diese Routen reichen jedoch nicht aus, um eine vollständige Stilllegung auszugleichen, und sind selbst anfällig für Sabotage. Zum ersten Mal in der Geschichte fließt kein Öl mehr.

    Öl: Der unmittelbare Schock

    Die plötzliche Einstellung der Ölexporte aus dem Persischen Golf wird den größten Versorgungsschock in der Geschichte der Erdölmärkte darstellen   – in absoluten Zahlen größer als das arabische Ölembargo von 1973 oder die iranische Revolution von 1979, die beide weitaus geringere Mengen aus dem Markt nahmen, wenn der Iran die Blockade einen Monat oder länger aufrechterhält. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass die strategischen Reserven der OECD theoretisch eine Unterbrechung für mehrere Monate abfedern könnten, aber die psychologischen und spekulativen Auswirkungen auf die Ölpreise wären unmittelbar und schwerwiegend.

    Analysten und historische Präzedenzfälle deuten darauf hin, dass die Ölpreise auf 150 bis 250 Dollar pro Barrel steigen könnten   – oder möglicherweise sogar noch höher, wenn die Märkte eine längere Unterbrechung erwarten. Bei solchen Preisen würden sich die Folgen schnell auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken:

    Kraftstoffkosten und Verbraucherpreise. Die Preise für Benzin, Diesel, Flugbenzin und Heizöl sind bereits stark gestiegen. In den großen Verbraucherländern   – den Vereinigten Staaten, Europa, China, Japan und Indien   – würde sich die Verbraucherpreisinflation bei einer anhaltenden Unterbrechung stark beschleunigen. Die Haushalte würden innerhalb weniger Wochen mit dramatisch höheren Energiekosten und Transportkosten konfrontiert sein.

    Rückgang der Industrieproduktion. Energieintensive Fertigungsbranchen   – Petrochemie, Zement, Stahl, Aluminium, Glas   – würden mit einer erdrückenden Erhöhung der Inputkosten konfrontiert sein. Viele würden ihre Produktion drosseln oder ganz einstellen. Die Lieferketten der Weltwirtschaft würden aufgrund der explodierenden Frachtkosten zum Erliegen kommen.

    Luftfahrt und Schifffahrt. Die Kosten für Flugbenzin würden große Teile der kommerziellen Luftfahrt wirtschaftlich unrentabel machen. Die bereits durch die Treibstoffkosten erhöhten Frachtraten würden die Störung der Lieferketten noch verschärfen.

    Rezessionsrisiko. Auf jeden größeren Ölpreisschock seit den 1970er Jahren folgte eine globale Wirtschaftsrezession. Ein Schock dieser Größenordnung würde mit ziemlicher Sicherheit dasselbe bewirken. Der IWF und die Weltbank haben in der Vergangenheit geschätzt, dass ein anhaltender Anstieg des Ölpreises um 10 Dollar pro Barrel das globale BIP-Wachstum um etwa 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte verringert; ein zehn- oder zwanzigmal größerer Schock wäre von ganz anderer Natur.

    Hier sind die Länder, die für diesen Schock am anfälligsten sind:

    Japan

    Japan ist die weltweit strukturell anfälligste große Volkswirtschaft für einen Ölschock am Golf. Es importiert etwa 90 % seines Rohöls aus dem Nahen Osten, wobei Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar die wichtigsten Lieferanten sind. Japan hat fast keine eigene Ölförderung, nur sehr begrenzte alternative Importinfrastrukturen und eine dichte, vom Erdöl abhängige Industriebasis. Seine strategischen Reserven   – mit etwa 150 Tagen Verbrauch zu den größten der Welt gehörend   – bieten einen Puffer, aber keine Immunität. Eine längere Schließung von mehr als sechs Monaten würde zu einer starken Rationierung, einer Einschränkung der Industrie und einer Rezession führen. Japans Entscheidung nach Fukushima, die Kernenergie schrittweise abzubauen, hat seine Anfälligkeit noch verstärkt, da damit die einzige Energiequelle reduziert wurde, die teilweise als Ersatz dienen könnte.

    Südkorea

    Südkorea importiert über 70 % seines Rohöls aus dem Nahen Osten, wobei die Golfstaaten seine größten Lieferanten sind. Wie Japan verfügt es über eine vernachlässigbare heimische Produktion. Seine Wirtschaft ist stark industrialisiert   – Halbleiter, Schiffbau, Petrochemie und Stahl   – alles energieintensive Sektoren, die mit einer raschen Krise der Inputkosten konfrontiert wären. Südkorea unterhält strategische Reserven für etwa 100 Tage. Aufgrund seiner Nähe zu Japan würden beide Länder um begrenzte alternative Lieferungen aus Westafrika, Nordamerika und Russland konkurrieren, was die Preise noch weiter in die Höhe treiben würde.

    Indien

    Indien ist der drittgrößte Ölimporteur der Welt und bezieht etwa 60  –65 % seines Rohöls aus der Golfregion, vor allem aus dem Irak, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Land verfügt nur über begrenzte eigene Produktionskapazitäten und strategische Reserven für nur etwa 10 bis 15 Tage   – im Vergleich zum Importvolumen einer großen Volkswirtschaft eine der geringsten Reserven. Aufgrund der indischen Subventionsstruktur für Kraftstoffe würde die Regierung bei einem Anstieg der weltweiten Ölpreise einem enormen finanzpolitischen Druck ausgesetzt sein, während gleichzeitig die Importkosten die Devisenreserven aufzehren würden. Für die 1,4 Milliarden Einwohner Indiens   – von denen viele nur über begrenzte finanzielle Reserven verfügen   – hätte die Weitergabe der gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten verheerende Folgen. Das industrielle Herz Indiens, sein Agrarsektor (der für Bewässerungspumpen stark von Diesel abhängig ist) und seine aufstrebende Produktionsbasis würden schwer beeinträchtigt werden.

    Taiwan

    Taiwan importiert fast seinen gesamten Energiebedarf und bezieht einen Großteil seines Öls aus der Golfregion. Als weltweit führender Hersteller von Hochleistungshalbleitern hätte eine Unterbrechung der Energieversorgung Taiwans weitreichende Folgen, die über die eigene Wirtschaft hinausgehen und die globalen Technologie-Lieferketten gefährden würden. Taiwans strategische Reserven sind gering, und alternative Versorgungswege wären teuer und nur langsam aufzubauen.

    Pakistan und Bangladesch

    Beide Länder sind stark von Ölimporten aus der Golfregion abhängig und verfügen über fast keine strategischen Reserven, begrenzte Devisenreserven und eine große Bevölkerung, die sehr empfindlich auf Kraftstoff- und Lebensmittelpreise reagiert. Insbesondere Pakistan hat wiederholt Devisenkrisen erlebt; ein Anstieg der Importkosten würde wahrscheinlich einen Zusammenbruch der Zahlungsbilanz auslösen. Für Bangladesch würden Kraftstoffpreiserhöhungen die Kostenwettbewerbsfähigkeit seines Bekleidungssektors   – dem Rückgrat seiner Exportwirtschaft   – sowie die dieselbetriebene Bewässerung, die seine Reisproduktion unterstützt, gefährden.

    Subsahara-Afrika (insbesondere Kenia, Äthiopien, Tansania)

    Viele Länder Subsahara-Afrikas sind für einen Großteil ihrer Importe von Raffinerieprodukten auf Öl aus den Golfstaaten angewiesen, verfügen nur über minimale heimische Raffineriekapazitäten und haben keine strategischen Vorräte. Länder wie Kenia, Äthiopien und Tansania würden mit akuten Kraftstoffengpässen konfrontiert sein, die sich auf den Transport, die Stromerzeugung und die landwirtschaftlichen Lieferketten auswirken würden. Regierungen mit begrenzten Devisenreserven wären nicht in der Lage, Importe zu erhöhten Preisen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.


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    LNG: Die Gasmärkte auf den Kopf gestellt

    Katar ist in gewisser Hinsicht der weltweit größte Einzelexporteur von Flüssigerdgas und macht etwa 20 bis 22 % des globalen LNG-Handels aus. Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Produzenten am Golf stellt die Persische Golfregion eine Säule der globalen Gasversorgungsarchitektur dar. Die Unterbrechung dieser Versorgung trifft einen globalen Gasmarkt, der nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine und der Umgestaltung der europäischen Energieversorgung bereits strukturell angespannter ist.

    Japan (erneut am stärksten betroffen)

    Japan ist auch der weltweit größte oder zweitgrößte LNG-Importeur und bezieht einen Großteil seiner Lieferungen aus Katar und anderen Produzenten am Golf. LNG deckt nach dem Rückzug aus der Kernenergie nach Fukushima etwa ein Drittel der Stromerzeugung Japans. Ein Ausfall der LNG-Lieferungen aus der Golfregion würde die Netzstabilität unmittelbar gefährden und sich kaskadenartig auf die Versorgung von Industrie, Dienstleistungssektor und Haushalten auswirken. Japan verfügt nur über begrenzte LNG-Speicherkapazitäten und hat keine Möglichkeit, Gas über Pipelines zu importieren. Der gleichzeitige Ausfall der Öl- und LNG-Lieferungen aus der Golfregion würde Japan in eine außergewöhnlich schwierige Lage bringen, da zwei seiner drei wichtigsten Energiequellen gleichzeitig ausfallen würden.

    Südkorea

    Südkorea gehört seit jeher zu den drei größten LNG-Importeuren weltweit, wobei Katar einer seiner größten Lieferanten ist. Gas deckt einen erheblichen Teil der Stromerzeugung Südkoreas. Wie Japan verfügt es über keine Pipeline-Importmöglichkeiten und nur über begrenzte eigene Gasvorkommen, sodass LNG-Lieferungen auf dem Seeweg die einzige Versorgungsmöglichkeit darstellen. Stromengpässe würden sich auf die Halbleiterfabriken und Werften des Landes auswirken   – beides weltweit wichtige Industriezweige.

    Europäische Union   – insbesondere Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien und Frankreich

    Die europäischen Länder haben sich stark auf LNG-Importe umgestellt, nachdem die russische Invasion in der Ukraine ihre Pipeline-Gasbeziehungen unterbrochen hatte. Katar hat sich zu einem der wichtigsten LNG-Lieferanten Europas entwickelt. Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien und Frankreich haben alle in LNG-Importterminals investiert und langfristige Lieferverträge mit den Golfstaaten abgeschlossen. Eine Unterbrechung der LNG-Lieferungen aus den Golfstaaten würde den europäischen Gasmarkt treffen, der nur über begrenzte Pipeline-Alternativen aus Russland verfügt, was insbesondere in den Wintermonaten zu akuten Versorgungsengpässen führen würde. Deutschland   – Europas größte Volkswirtschaft und sein industrieller Motor   – wäre aufgrund seiner gasintensiven Chemie-, Glas- und Stahlindustrie am stärksten von den Auswirkungen auf die Produktion betroffen.

    China

    China hat Japan in den letzten Jahren als weltweit größten LNG-Importeur überholt. Ein erheblicher Teil seines LNG wird aus Katar und anderen Exportländern am Golf bezogen. China verfügt jedoch über einen Teilausgleich, der den meisten anderen Ländern nicht zur Verfügung steht: erhebliche Pipeline-Gasimporte aus Russland und Zentralasien, die erhöht werden könnten, um die Verluste an LNG aus dem Golf teilweise auszugleichen. Dies macht China widerstandsfähiger als Japan oder Südkorea, aber dennoch erheblich gefährdet, insbesondere für Provinzen, die weit von der Pipeline-Infrastruktur entfernt sind und in denen LNG-befeuerte Kraftwerke dominieren.

    Pakistan

    Pakistan ist nach der Erschöpfung seiner heimischen Gasreserven stark von LNG-Importen abhängig geworden, um seinen Energiesektor zu versorgen. Es bezieht den überwiegenden Teil seines LNG aus den Golfstaaten. Stromausfälle   – ohnehin schon ein chronisches Problem   – würden katastrophale Ausmaße annehmen. Die Industrieproduktion, die Wasserförderung und grundlegende Dienstleistungen würden beeinträchtigt werden. Die Finanzlage Pakistans ist zu fragil, um über einen längeren Zeitraum hinweg hochwertige Spot-LNG-Käufe auf den globalen Märkten aufrechtzuerhalten.

    Harnstoff: Die übersehene Katastrophe

    Von den drei Rohstoffschocks ist die Unterbrechung der Harnstoffexporte aus dem Persischen Golf vielleicht am wenigsten unmittelbar sichtbar   – könnte sich jedoch als die nachhaltigste in ihren Folgen erweisen. Harnstoff ist der weltweit am häufigsten verwendete Stickstoffdünger. Er wird aus Erdgas nach dem Haber-Bosch-Verfahren synthetisiert, und die Golfstaaten   – insbesondere Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman   – gehören zu den weltweit größten Produzenten und Exporteuren und haben zusammen einen bedeutenden Anteil am globalen Harnstoffhandel.

    Die Abhängigkeit der modernen Landwirtschaft von synthetischem Stickstoffdünger kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Schätzungen zufolge hat etwa die Hälfte des Stickstoffs im menschlichen Körper irgendwann einmal den Haber-Bosch-Prozess durchlaufen   – das bedeutet, dass künstlicher Dünger heute etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt. Ein Zusammenbruch der Harnstoffversorgung würde die Ernteerträge weltweit gefährden.

    Rückgang der Ernteerträge. Ohne ausreichenden Stickstoffdünger würden die Erträge der Grundnahrungsmittel   – Weizen, Reis, Mais, Soja   – innerhalb von ein bis zwei Vegetationsperioden dramatisch sinken. Die Auswirkungen wären nicht einheitlich: Wohlhabende Agrarnationen mit eigener Düngemittelproduktion oder großen Vorräten (die Vereinigten Staaten, Kanada, Teile Europas) wären besser geschützt. Die Entwicklungsländer, insbesondere Subsahara-Afrika sowie Süd- und Südostasien, würden mit akuten Engpässen konfrontiert sein.

    Inflation der Lebensmittelpreise. Die weltweiten Lebensmittelpreise, die bereits durch konfliktbedingte Versorgungsunterbrechungen in den letzten Jahren gestiegen sind, würden weiter ansteigen. Der Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen würde wahrscheinlich historische Rekorde brechen. Die Preise für Brot, Reis und Grundnahrungsmittel würden für Hunderte Millionen Menschen unerschwinglich werden.

    Geopolitische Instabilität. Es gibt zahlreiche historische Belege dafür, dass ein Zusammenhang zwischen starken Preisanstiegen bei Lebensmitteln und politischer Instabilität besteht. Der Arabische Frühling 2011 fiel mit einer Phase rekordhoher Lebensmittelpreise zusammen. Eine weltweite Harnstoffknappheit und ihre Folgen für die Ernährungssicherheit würden das Risiko von Unruhen, staatlicher Instabilität und humanitären Krisen in zahlreichen Ländern erhöhen.

    Indien

    Indien ist gemessen am Volumen der weltweit größte Importeur von Harnstoff und verbraucht enorme Mengen, um seinen riesigen Agrarsektor zu versorgen. Trotz einer bedeutenden heimischen Harnstoffproduktion übersteigt die Nachfrage in Indien kontinuierlich das Angebot, sodass das Land stark von Importen aus den Golfstaaten, vor allem aus Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, abhängig ist. Eine Lieferunterbrechung würde die Erträge von Weizen, Reis und Hülsenfrüchten in Millionen von Kleinbauernbetrieben gefährden. Angesichts der Tatsache, dass die indische Landwirtschaft den Lebensunterhalt von etwa der Hälfte der Bevölkerung sichert, wären die sozialen und politischen Folgen einer Düngemittelknappheit gravierend. Die Lebensmittelinflation würde stark ansteigen und könnte die politische Stabilität gefährden.

    Brasilien

    Brasilien gehört zu den weltweit größten Harnstoffimporteuren und hat seine landwirtschaftliche Produktion drastisch ausgeweitet   – es ist heute der weltweit größte Exporteur von Soja und Rindfleisch und ein bedeutender Mais- und Zuckerproduzent. Brasilien produziert fast keinen Harnstoff im eigenen Land und importiert einen sehr großen Teil aus den Golfstaaten, insbesondere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Eine Unterbrechung der Harnstoffversorgung würde die brasilianischen Agrarerträge in den Grenzregionen Cerrado und Amazonas gefährden und sowohl die heimische Nahrungsmittelversorgung als auch die wichtige Rolle Brasiliens als globaler Nahrungsmittelexporteur beeinträchtigen. Die Folgen würden sich auf die globalen Rohstoffmärkte auswirken.

    Australien

    Australien ist eines der weltweit am stärksten von Importen abhängigen Länder für Harnstoff und bezieht den überwiegenden Teil davon aus den Golfstaaten   – insbesondere aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es verfügt praktisch über keine heimischen Produktionskapazitäten für Harnstoff. Die australischen Weizenbauern, die eine weltweit bedeutende Ernte produzieren, setzen große Mengen Stickstoffdünger ein; eine Versorgungsunterbrechung würde die Erträge verringern und die Einnahmen Australiens aus Agrarexporten gefährden. Australien ist auch der weltweit größte Verbraucher von Dieselabgasflüssigkeit (AdBlue) im Verhältnis zu seiner Größe, da dieses aus Harnstoff gewonnene Produkt für die meisten modernen Dieselfahrzeuge und -motoren erforderlich ist   – eine sekundäre Schwachstelle, die während einer Versorgungskrise im Jahr 2021 deutlich wurde.

    Subsahara-Afrika (Äthiopien, Tansania, Mosambik, Nigeria)

    Subsahara-afrikanische Länder mit bedeutenden kleinbäuerlichen Agrarsektoren sind besonders anfällig für Störungen der Harnstoffversorgung. Die meisten haben keine eigene Produktion und sind stark von Importen aus der Golfregion abhängig, die oft über die Handelsrouten des Indischen Ozeans erfolgen. Die Düngemitteleinsatzraten in Afrika gehören bereits zu den niedrigsten weltweit   – was bedeutet, dass die Erträge bereits suboptimal sind   –, aber weitere Lieferkürzungen und Preiserhöhungen würden Kleinbauern vollständig aus dem Markt verdrängen. In Äthiopien, Tansania, Mosambik und Teilen Nigerias würde dies direkt zu Engpässen in der Nahrungsmittelproduktion, Preisanstiegen und verstärktem Hunger führen. Das Welternährungsprogramm hat wiederholt die Verfügbarkeit von Düngemitteln als einen entscheidenden Faktor für die Ernährungssicherheit in der gesamten Region identifiziert.

    Südostasien   – Vietnam, Thailand, Philippinen

    Die Reis produzierenden Länder Südostasiens   – Vietnam, Thailand und die Philippinen   – sind stark von importiertem Harnstoff abhängig, um ihre Reiserträge aufrechtzuerhalten. Diese Länder gehören zu den größten Reisexporteuren der Welt und bilden einen wichtigen Puffer für die globalen Lebensmittelmärkte. Ein Zusammenbruch ihrer Harnstoffversorgung würde die Reisproduktion verringern und die Preise in Asien und im Nahen Osten in die Höhe treiben, wo Reis für Milliarden Menschen ein Grundnahrungsmittel ist.

    Urea-Risiko: Zusammenfassung der Länderrisiken


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    Der Compounding-Effekt

    Mehrere Länder sind gleichzeitig in allen drei Rohstoffkategorien einem akuten Risiko ausgesetzt. Diese Länder stellen die extremsten Fälle von Anfälligkeit dar.

    Japan: Die dreifache Bedrohung

    Japan ist in dreifacher Hinsicht besonders gefährdet: Es ist der weltweit am stärksten vom Golf abhängige große Ölimporteur, einer der weltweit größten LNG-Importeure ohne Pipeline-Alternative und ein bedeutender Importeur von Urea aus dem Golf für seinen Reis- und Gemüseanbau. Eine vollständige Schließung des Persischen Golfs würde für Japan eine existenzielle Wirtschaftskrise bedeuten, die Notrationierungen, internationale Hilfe und ein beschleunigtes Programm zur Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken erforderlich machen würde. Die japanische Regierung hat die Sicherheit am Golf seit langem als ein zentrales strategisches Interesse identifiziert   – und das aus gutem Grund.

    Indien: Die Größe macht es besonders gefährlich

    Indien ist in Bezug auf Öl und Harnstoff besonders gefährdet und in Bezug auf LNG erheblich gefährdet. Was die Situation Indiens besonders alarmierend macht, ist seine Größe: Mit 1,4 Milliarden Einwohnern, einem System von Kraftstoffsubventionen, das bei Preisanstiegen einen enormen finanziellen Druck erzeugt, minimalen strategischen Reserven und einer großen armen Bevölkerung mit geringer finanzieller Widerstandsfähigkeit wären die sozialen Folgen eines gleichzeitigen Öl- und Düngemittelschocks katastrophal. Indien würde gleichzeitig mit einer Kraftstoffinflation, einem Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Produktionsmittel, einem Anstieg der Lebensmittelpreise und einer Erschöpfung der Devisenreserven konfrontiert sein. Die Auswirkungen auf die politische Stabilität würden weit über die Grenzen Indiens hinausreichen.

    Pakistan: Das Szenario eines fragilen Staates

    Pakistan ist stark von Öl und LNG abhängig und weist eine erhebliche Abhängigkeit von Harnstoff auf. Entscheidend ist, dass Pakistan jede Krise aus einer Position chronischer Haushalts- und Devisenschwäche heraus beginnt. Eine Schließung der Golfstaaten würde seine Fähigkeit zur Finanzierung von Importrechnungen schnell erschöpfen und möglicherweise einen Staatsbankrott, einen Währungszusammenbruch und weit verbreitete Unruhen auslösen. Das Atomwaffenarsenal Pakistans macht seine potenzielle Destabilisierung zu einer Frage der globalen Sicherheit und nicht nur zu einer wirtschaftlichen Frage.

    Südkorea und Taiwan: Industriegesellschaften in Gefahr

    Beide Länder sind extrem von Öl und LNG abhängig, und ihre Volkswirtschaften sind global systemrelevant, was ihre Anfälligkeit auf internationaler Ebene noch verstärkt. Südkoreas Stahl-, Chemie- und Schiffbauindustrie sowie Taiwans Halbleiterfabriken beliefern die globale Industrie. Eine Unterbrechung ihrer Produktion würde sich auf die globalen Fertigungs- und Technologie-Lieferketten auswirken, wie es bei einer weniger industrialisierten Wirtschaft nicht der Fall wäre.

    Welche Länder sind am besten geschützt?

    Nicht alle Länder sind gleichermaßen betroffen. Einige sind deutlich besser in der Lage, eine Schließung des Golfs zu verkraften, entweder weil sie ihre eigene Energie produzieren, über eine diversifizierte Versorgung verfügen oder große strategische Reserven halten.

    Vereinigte Staaten. Die USA haben durch ihre Schieferöl- und Gasrevolution nahezu Energieunabhängigkeit erreicht. Sie sind Netto-Ölexporteur und der weltweit größte LNG-Exporteur. Sie produzieren große Mengen an heimischem Harnstoff. Eine Schließung der Golfregion würde die weltweiten Preise in die Höhe treiben und die US-Verbraucher treffen, aber der Versorgungsschock würde die Energiesicherheit der USA nicht direkt gefährden. Die USA sind von allen großen Volkswirtschaften am besten aufgestellt.

    Kanada. Kanada ist ein bedeutender Produzent von Ölsand und Pipeline-Gas, energieautark und ein bedeutender Exporteur von Düngemitteln. Seine Anfälligkeit gegenüber einer Schließung der Golfregion besteht in erster Linie in den Auswirkungen auf die weltweiten Preise und weniger in einer Unterbrechung der Versorgung.

    Russland. Russland produziert große Mengen an Öl, Gas und Harnstoff und würde wahrscheinlich wirtschaftlich von einer Schließung des Golfs profitieren, da die weltweiten Preise für seine Exporte steigen würden. Seine Energieautarkie ist nahezu vollständig.

    Norwegen. Ein bedeutender Öl- und Gasproduzent mit minimaler Abhängigkeit vom Golf. Norwegen würde von höheren weltweiten Energiepreisen profitieren.

    Brasilien (Energie). Durch seine Tiefseeölförderung ist Brasilien weitgehend autark in Bezug auf Rohöl. Seine Abhängigkeit von Flüssigerdgas ist begrenzt. Seine Anfälligkeit konzentriert sich auf Harnstoff, von dem es in hohem Maße abhängig ist (wie oben beschrieben).

    Historischer Kontext und strategische Reserven

    Das Ölembargo von 1973, durch das täglich rund 4 Millionen Barrel weniger auf den Weltmärkten verfügbar waren, führte zu einer Vervierfachung der Ölpreise und trug zu schweren Rezessionen in den Industrieländern bei. Die derzeitige potenzielle Versorgungsunterbrechung wäre volumenmäßig fünfmal so groß. Durch die iranische Revolution von 1979 wurden vorübergehend etwa 4 bis 5 Millionen Barrel pro Tag vom Markt genommen; die Tankerangriffe im Iran-Irak-Krieg in den 1980er Jahren verunsicherten die Märkte, ohne die Meerenge vollständig zu sperren. Es gibt keinen historischen Vorfall, der einen echten Präzedenzfall für eine vollständige, anhaltende Schließung des Golfs darstellt.

    Die strategischen Erdölreserven der IEA-Mitgliedsländer   – insgesamt etwa 1,2 bis 1,5 Milliarden Barrel   – könnten theoretisch mehrere Monate der verlorenen Lieferungen aus dem Golf ersetzen, wenn sie vollständig freigegeben würden. In der Praxis wurde eine koordinierte Freigabe in der erforderlichen Größenordnung noch nie versucht, und die logistischen, politischen und marktberuhigenden Herausforderungen wären enorm. Die strategischen Gas- und Düngemittelreserven sind weitaus begrenzter und würden viel schneller erschöpft sein.

    Fazit

    Der Persische Golf ist nicht nur eine wichtige Handelsroute   – er ist eine strukturelle Abhängigkeit, die seit sieben Jahrzehnten fest in der Weltwirtschaft verankert ist. Die gleichzeitige Unterbrechung der Öl-, LNG- und Harnstofflieferungen aus der Region stellt eine besonders schwere Mehrfachkrise dar: Ein Energieschock, ein Industrieschock und eine Krise der Ernährungssicherheit treten gleichzeitig auf, verstärken sich gegenseitig und stellen die Reaktionsfähigkeit von Regierungen, internationalen Institutionen und Märkten auf eine harte Probe.

    Jahrzehntelange Optimierung im Hinblick auf Kosteneffizienz   – die Konzentration von Energieerzeugung, Düngemittelherstellung und Schifffahrt an den wirtschaftlichsten Standorten   – hat ein System geschaffen, das unter stabilen Bedingungen effizient ist, unter Stress jedoch katastrophal anfällig ist. Wenn es dem Iran gelingt, die Sperrung der Straße von Hormus einen Monat oder länger aufrechtzuerhalten, wird er in den Verhandlungen zur Beendigung der Blockade über erheblichen Einfluss verfügen.

    Wie gefällt Ihnen diese aufbauende Analyse? Ich habe eine Menge Videopodcasts gemacht. Gestern Abend wurde ich von Wally Rashid interviewt:


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    Video https://www.youtube.com/watch?v=y_OMnlAAUrk Dauer 51:07 Min. 


    Mario, den ich vor einem Jahr bei unserem Interview mit Außenminister Sergei Lawrow kennengelernt habe, hat mich heute Abend angesprochen, um über die gemeldeten Minen in der Straße von Hormus zu diskutieren:


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    Video https://www.youtube.com/watch?v=zcdwJVozb-A Dauer 48:06 Min.


    Ich habe mich auch mit meinen Freunden Natalie und Clayton Morris auf ihrem Kanal „Redacted” unterhalten:


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    Video https://www.youtube.com/watch?v=CuiC-O_h43o Dauer 1:01:51 Min.


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    Choke Point: The Global Economic Consequences of The Persian Gulf Shutdown

    How the disruption of oil, liquefied natural gas, and urea exports will cascade through the world economy

    //substack.com/@larrycjohnson">Larry C Johnson

    Mar 11, 2026


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    The Persian Gulf is the most consequential body of water in the global economy. Its narrow exit — the Strait of Hormuz, just 33 kilometres wide at its narrowest point — acts as a valve through which flows an extraordinary share of the world’s energy and agricultural inputs. A sustained closure of that valve by Iran will trigger an economic shock with few historical precedents.

    Son of the New American Revolution is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber.

    Let’s look at the three commodity categories most exposed to such a disruption: crude oil and refined petroleum products, liquefied natural gas (LNG), and urea, the nitrogen fertiliser upon which modern agriculture depends. Together, these three flows underpin not just energy markets but global food security, industrial production, and the fiscal stability of dozens of nations.

    The Strait of Hormuz: A Single Point of Failure

    Roughly 20  –21 million barrels of oil pass through the Strait of Hormuz every day, representing approximately 20% of global petroleum liquids consumption and around 30% of seaborne crude trade. The Gulf states bordering this corridor — Saudi Arabia, the United Arab Emirates, Kuwait, Iraq, Iran, and Qatar — collectively hold the majority of the world’s proven oil reserves and a dominant share of global LNG export capacity.

    There is no adequate alternative. The East-West Pipeline across Saudi Arabia (Petroline) can carry around 5 million barrels per day, and the Habshan-Fujairah pipeline in the UAE adds limited bypass capacity. But these routes are insufficient to compensate for a full shutdown, and are themselves vulnerable to sabotage. For the first time in history the oil has stopped flowing.

    Oil: The Immediate Shock

    The abrupt closure of Persian Gulf oil exports will constitute the largest supply shock in the history of petroleum markets — larger in absolute terms than the 1973 Arab oil embargo or the Iranian Revolution of 1979, both of which removed far smaller volumes, if Iran maintains the blockade for a month or longer. The International Energy Agency estimates that OECD strategic reserves could theoretically cushion a disruption for several months, but the psychological and speculative impact on oil prices would be immediate and severe.

    Analysts and historical precedent suggest that oil prices could spike to anywhere between $150 and $250 per barrel — or potentially higher if markets judged the disruption likely to be prolonged. At such prices, the consequences would radiate rapidly through the global economy:

    Fuel costs and consumer prices. Petrol, diesel, aviation fuel, and heating oil prices have all surged. In major consuming economies — the United States, Europe, China, Japan, India — consumer price inflation will accelerate sharply with a prolonged disruption. Households will face dramatically higher energy bills and transport costs within weeks.

    Industrial contraction. Energy-intensive manufacturing sectors — petrochemicals, cement, steel, aluminium, glass — will face crippling input cost increases. Many would reduce output or shut down. Supply chains across the global economy would seize as freight costs soared.

    Aviation and shipping. Aviation fuel costs would make large swaths of commercial aviation economically unviable. Shipping freight rates, already elevated by fuel costs, would compound broader supply chain disruption.

    Recession risk. Every major oil price shock since the 1970s has been followed by a global economic recession. A shock of this magnitude would almost certainly do the same. The IMF and World Bank have historically estimated that a $10 per barrel sustained rise in oil prices reduces global GDP growth by around 0.2  –0.5 percentage points; a shock ten or twenty times larger would be categorically different in nature.

    Here are the most vulnerable countries to this shock:

    Japan

    Japan is the world’s most structurally vulnerable major economy to a Gulf oil shock. It imports approximately 90% of its crude oil from the Middle East, with Saudi Arabia, the UAE, Kuwait, and Qatar as its dominant suppliers. Japan has almost no domestic oil production, very limited alternative import infrastructure, and a dense industrial base dependent on petroleum. Its strategic reserves — among the largest in the world at around 150 days of consumption — provide a buffer, but not immunity. A prolonged closure lasting more than six months would force severe rationing, industrial curtailment, and recession. Japan’s post-Fukushima decision to phase down nuclear power has deepened its vulnerability by reducing the one energy source that could partly substitute.

    South Korea

    South Korea imports over 70% of its crude from the Middle East, with the Gulf states as its largest suppliers. Like Japan, it has negligible domestic production. Its economy is heavily industrial — semiconductors, shipbuilding, petrochemicals, and steel — all energy-intensive sectors that would face rapid input cost crises. South Korea maintains strategic reserves of approximately 100 days. Its proximity to Japan means both nations would compete for limited alternative supply from West Africa, North America, and Russia, driving prices higher still.

    India

    India is the world’s third-largest oil importer and sources roughly 60  –65% of its crude from the Gulf region, primarily Iraq, Saudi Arabia, and the UAE. It has limited domestic production and strategic reserves of only around 10  –15 days — among the smallest relative to import volume of any major economy. India’s fuel subsidy architecture means the government would face enormous fiscal pressure as global oil prices surged, at the same moment that import costs were consuming foreign exchange reserves. For India’s 1.4 billion population — many of whom have limited financial buffers — the pass-through of energy and food cost increases would be devastating. India’s industrial heartland, its agricultural sector (which depends heavily on diesel for irrigation pumps), and its nascent manufacturing base would all be severely disrupted.

    Taiwan

    Taiwan imports almost all of its energy requirements and sources a significant majority of its oil from the Gulf. As the world’s primary producer of advanced semiconductors, a disruption to Taiwan’s energy supply would carry consequences far beyond its own economy — threatening global technology supply chains. Taiwan’s strategic reserves are modest, and alternative supply routes would be expensive and slow to establish.

    Pakistan and Bangladesh

    Both nations are heavily dependent on Gulf oil imports and have almost no strategic reserves, limited foreign exchange, and large populations with high fuel and food price sensitivity. Pakistan in particular has endured recurring foreign exchange crises; a surge in import costs would likely trigger a balance-of-payments collapse. For Bangladesh, fuel price increases would threaten the cost competitiveness of its garment sector — the backbone of its export economy — as well as the diesel-powered irrigation that supports its rice production.

    Sub-Saharan Africa (Particularly Kenya, Ethiopia, Tanzania)

    Many sub-Saharan African nations depend on Gulf oil for a large majority of their refined product imports, with minimal domestic refining capacity and no strategic stockpiles. Countries like Kenya, Ethiopia, and Tanzania would face acute fuel shortages, with knock-on effects on transport, electricity generation, and agricultural supply chains. Governments with limited foreign reserves would be unable to sustain imports at elevated prices for any prolonged period.


    Screenshot_2026_03_11_at_15_10_39_bdb70ce4_859c_4ad5_87ae_348d7423980e_1024x552.jpg_JPEG_Grafik_1024_552_Pixel_https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/bdb70ce4-859c-4ad5-87ae-348d7423980e_1024x552.png","srcNoWatermark":null,"fullscreen":null,"imageSize":null,"height":552,"width":1024,"resizeWidth":null,"bytes":null,"alt":"","title":null,"type":null,"href":null,"belowTheFold":true,"topImage":false,"internalRedirect":null,"isProcessing":false,"align":null,"offset":false}" />

    LNG: The Gas Markets Upended

    Qatar is by some measures the world’s largest single exporter of liquefied natural gas, accounting for roughly 20  –22% of global LNG trade. Together with the UAE and other Gulf producers, the Persian Gulf region represents a pillar of the global gas supply architecture. The disruption of this supply arrives into a global gas market already structurally tighter following Russia’s invasion of Ukraine and the reconfiguration of European energy supply.

    Japan (Again the Most Exposed)

    Japan is also the world’s largest or second-largest LNG importer, sourcing a dominant share from Qatar and other Gulf producers. LNG powers roughly a third of Japan’s electricity generation following its post-Fukushima nuclear drawdown. A loss of Gulf LNG would immediately threaten grid stability, with cascading effects across manufacturing, services, and residential supply. Japan has limited LNG storage capacity and no pipeline gas import option. The combined loss of Gulf oil and Gulf LNG would place Japan under extraordinary simultaneous pressure on two of its three primary energy sources.

    South Korea

    South Korea is consistently among the top three LNG importers globally, with Qatar one of its largest suppliers. Gas fires a substantial share of South Korea’s power generation. Like Japan, it has no pipeline import option and limited domestic gas production, making seaborne LNG the only supply mechanism. Power shortages would ripple through its semiconductor fabs and shipyards — both globally critical industries.

    European Union — Particularly Germany, Italy, the Netherlands, Belgium, and France

    European nations pivoted heavily toward LNG imports after Russia’s invasion of Ukraine severed their pipeline gas relationships. Qatar has emerged as one of Europe’s most important LNG suppliers. Germany, Italy, the Netherlands, Belgium, and France have all invested in LNG import terminals and contracted long-term Gulf supply. A Gulf LNG disruption would arrive into a European gas market with reduced pipeline alternatives from Russia, creating acute supply shortfalls particularly in winter months. Germany — Europe’s largest economy and its industrial engine — would face the most severe manufacturing impact, given its gas-intensive chemical, glass, and steel industries.

    China

    China has surpassed Japan as the world’s largest LNG importer in recent years. It sources a significant share of its LNG from Qatar and other Gulf exporters. However, China has a partial mitigant unavailable to most others: significant pipeline gas imports from Russia and Central Asia, which could be ramped up to partly offset Gulf LNG losses. This makes China more resilient than Japan or South Korea, but still substantially exposed, particularly for provinces distant from pipeline infrastructure where LNG-fired power dominates.

    Pakistan

    Pakistan has become deeply reliant on LNG imports to fuel its power sector following the depletion of domestic gas reserves. It sources the overwhelming majority of its LNG from Gulf producers. Power cuts — already a chronic problem — would become catastrophic. Industrial output, water pumping, and basic services would all be impaired. Pakistan’s fiscal position is too fragile to sustain premium spot LNG purchases on global markets for any extended period.

    Urea: The Overlooked Catastrophe

    Of the three commodity shocks, the disruption of urea exports from the Persian Gulf may be the least immediately visible — but could prove the most enduring in its consequences. Urea is the world’s most widely used nitrogen fertiliser. It is synthesised from natural gas via the Haber-Bosch process, and the Gulf states — particularly Saudi Arabia, Qatar, the UAE, and Oman — are among the world’s largest producers and exporters, collectively accounting for a significant share of global urea trade.

    The dependency of modern agriculture on synthetic nitrogen fertiliser is difficult to overstate. It is estimated that roughly half of the nitrogen in the human body today passed through the Haber-Bosch process at some point — meaning that artificial fertiliser now sustains approximately half of the world’s population. A collapse in urea supply would threaten crop yields on a global scale.

    Crop yield decline. Without adequate nitrogen fertiliser, yields of staple crops — wheat, rice, maize, soy — would fall dramatically within one to two growing seasons. The effect would not be uniform: wealthy agricultural nations with domestic fertiliser capacity or large stockpiles (the United States, Canada, parts of Europe) would be more insulated. The developing world, particularly sub-Saharan Africa and South and Southeast Asia, would face acute shortages.

    Food price inflation. Global food prices, already elevated by conflict-related supply disruptions in recent years, would surge further. The Food and Agriculture Organisation’s food price index would likely break historical records. Bread, rice, and staple grain prices would become unaffordable for hundreds of millions of people.

    Geopolitical instability. Historical evidence linking sharp food price spikes to political instability is robust. The Arab Spring of 2011 coincided with a period of record food prices. A global urea shortage and its downstream consequences for food security would heighten the risk of civil unrest, state fragility, and humanitarian crisis across numerous countries.

    India

    India is the world’s largest urea importer by volume, consuming enormous quantities to support its vast agricultural sector. Despite significant domestic urea production, India’s demand consistently outpaces supply, making it heavily reliant on Gulf imports, primarily from Oman, UAE, and Saudi Arabia. A supply cut would threaten yields of wheat, rice, and pulses across millions of smallholder farms. Given that Indian agriculture supports the livelihoods of roughly half the population, the social and political consequences of a fertiliser shortage would be profound. Food inflation would accelerate sharply and could threaten political stability.

    Brazil

    Brazil is among the world’s top urea importers, having dramatically expanded its agricultural output — it is now the world’s largest soy and beef exporter, and a major corn and sugar producer. Brazil produces almost no urea domestically at scale and imports a very large share from Gulf producers, particularly from the UAE and Qatar. A urea supply disruption would threaten Brazilian agricultural yields across the Cerrado and Amazon frontier regions, affecting both domestic food supply and Brazil’s critical role as a global food exporter. The consequences would ripple through global commodity markets.

    Australia

    Australia is one of the world’s most import-dependent nations for urea, sourcing the overwhelming majority from Gulf producers — particularly Qatar and the UAE. It has virtually no domestic urea production capacity. Australian wheat farmers, who produce a globally significant crop, apply large quantities of nitrogen fertiliser; a supply cut would reduce yields and threaten Australia’s agricultural export revenues. Australia is also the world’s largest diesel exhaust fluid (AdBlue) consumer relative to its size, as this urea-derived product is required by most modern diesel vehicles and engines — a secondary vulnerability that became apparent during a 2021 supply shock.

    Sub-Saharan Africa (Ethiopia, Tanzania, Mozambique, Nigeria)

    Sub-Saharan African nations with significant smallholder agricultural sectors are acutely exposed to urea supply disruption. Most have no domestic production and rely heavily on Gulf imports, often through the Indian Ocean trade routes. Fertiliser usage rates in Africa are already among the world’s lowest — meaning yields are already suboptimal — but further supply cuts and price increases would price smallholder farmers out of the market entirely. In Ethiopia, Tanzania, Mozambique, and parts of Nigeria, this would translate directly into food production shortfalls, price spikes, and heightened hunger. The World Food Programme has repeatedly identified fertiliser availability as a critical determinant of food security across the region.

    Southeast Asia — Vietnam, Thailand, Philippines

    Southeast Asian rice-producing nations — Vietnam, Thailand, and the Philippines — rely heavily on imported urea to sustain their paddy yields. These countries are among the world’s largest rice exporters and form a critical buffer for global food markets. A collapse in their urea supply would reduce rice output, sending prices higher across Asia and the Middle East, where rice is a dietary staple for billions.

    Urea Exposure: Country Risk Summary

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    The Compounding Effect

    Several countries face acute exposure across all three commodity categories simultaneously. These nations represent the most extreme cases of vulnerability.

    Japan: The Triple Threat

    Japan is uniquely exposed on all three fronts: it is the world’s most Gulf-dependent major oil importer, one of the world’s largest LNG importers with no pipeline alternative, and a significant importer of Gulf urea for its rice and vegetable agriculture. A full Persian Gulf shutdown would represent an existential economic crisis for Japan, requiring emergency rationing, international assistance, and an accelerated nuclear restart programme. Japan’s government has long identified Gulf security as a core strategic interest — and for good reason.

    India: Scale Makes It Uniquely Dangerous

    India faces critical exposure on oil and urea, and significant exposure on LNG. What makes India’s situation particularly alarming is scale: with 1.4 billion people, a fuel subsidy system that creates enormous fiscal pressure when prices rise, minimal strategic reserves, and a large poor population with little financial resilience, the social consequences of a simultaneous oil and fertiliser shock would be catastrophic. India would face simultaneous fuel inflation, agricultural input collapse, food price spikes, and foreign exchange depletion. The political stability implications would extend well beyond India’s borders.

    Pakistan: The Fragile State Scenario

    Pakistan faces severe exposure on oil and LNG, and significant exposure on urea. Critically, Pakistan begins any crisis from a position of chronic fiscal and foreign exchange weakness. A Gulf shutdown would rapidly exhaust its ability to finance import bills, potentially triggering sovereign default, currency collapse, and widespread civil unrest. Pakistan’s nuclear arsenal makes its potential destabilisation a matter of global security concern, not merely an economic one.

    South Korea and Taiwan: Industrial Economies at Risk

    Both nations face extreme oil and LNG exposure, and their economies are globally systemically important in ways that extend their vulnerability internationally. South Korea’s steel, chemicals, and shipbuilding, and Taiwan’s semiconductor fabs, supply global industries. Their disruption would cascade through global manufacturing and technology supply chains in ways that a comparable shock to a less industrially specialised economy would not.

    Which Countries Are Most Insulated?

    Not all nations face equal exposure. Several are significantly better positioned to withstand a Gulf shutdown, either because they produce their own energy, have diversified supply, or hold large strategic reserves.

    United States. The US has achieved near-energy-independence through its shale oil and gas revolution. It is a net oil exporter and the world’s largest LNG exporter. It produces large quantities of domestic urea. A Gulf shutdown would raise global prices and affect US consumers, but the supply shock would not directly threaten US energy security. The US is best placed of all major economies.

    Canada. Canada is a major oil sands and pipeline gas producer, self-sufficient in energy and a significant fertiliser exporter. Its exposure to a Gulf shutdown is primarily through global price effects rather than supply disruption.

    Russia. Russia produces large volumes of oil, gas, and urea, and will likely benefit economically from a Gulf shutdown through higher global prices for its exports. Its energy self-sufficiency is near-total.

    Norway. A major oil and gas producer with minimal Gulf dependency. Norway would benefit from higher global energy prices.

    Brazil (energy). Brazil’s deep-water oil production makes it largely self-sufficient in crude oil. Its LNG exposure is limited. Its vulnerability is concentrated in urea, where it is critically dependent (as described above).

    Historical Context and Strategic Reserves

    The 1973 oil embargo — which removed roughly 4 million barrels per day from global markets — caused a fourfold increase in oil prices and contributed to severe recessions across the industrialised world. The current potential disruption would be five times larger in volume terms. The 1979 Iranian Revolution removed approximately 4  –5 million barrels per day temporarily; the Iran-Iraq War’s tanker attacks in the 1980s rattled markets without fully closing the Strait. No historical episode provides a true precedent for a complete, sustained Gulf shutdown.

    Strategic petroleum reserves maintained by IEA member nations — totalling around 1.2  –1.5 billion barrels — could theoretically replace several months of lost Gulf supply if fully released. In practice, coordinated release at the required scale has never been attempted, and the logistical, political, and market-calming challenges would be formidable. Strategic gas and fertiliser reserves are far more limited and will be exhausted much faster.

    Conclusion

    The Persian Gulf is not merely an important trade route — it is a structural dependency baked into the global economy over seven decades. The simultaneous disruption of oil, LNG, and urea flows from the region constitute a polycrisis of exceptional severity: an energy shock, an industrial shock, and a food security crisis arriving together, reinforcing one another, and challenging the capacity of governments, international institutions, and markets to respond.

    Decades of optimisation around cost efficiency — concentrating energy production, fertiliser manufacture, and shipping in the most economical locations — has created a system that is efficient in stable conditions but catastrophically fragile under stress. If Iran is able to sustain the closure of the Strait of Hormuz for a month or more, it will enjoy significant leverage in negotiations to end the blockade.

    How’s that for some uplifting analysis? I’ve been doing a ton of videopodcasts. I was interviewed late yesterday by Wally Rashid:

    Mario, who I met a year ago when we interviewed Foreign Minister Sergei Lavrov, grabbed me late today to discuss the reported mining of the Strait of Hormuz:

    I also chatted with my friends, Natalie and Clayton Morris, on their Redacted channel:

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    Quelle: Larry Johnson - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Automatische Übersetzung

    https://larrycjohnson.substack.com/p/choke-point-the-global-economic-consequences?publication_id=1225061&post_id=190581317&isFreemail=false&r=484ski&triedRedirect=true



    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/flaschenhals-die-globalen-wirtschaftlichen-folgen-der-sperrung-des-persischen-golfs


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.03.2026

    Tod im Minutentakt

    zlv.lu, 11. März 2026, Auslandvon Karin Leukefeld

    Libanon unter israelischem Bombenhagel


    Die Einschläge kommen im Minutentakt. Bei Morgengrauen beginnt die israelische Luftwaffe die südlichen Vororte von Beirut zu bombardieren. Es beginnt mit einem Angriff auf das Amerikanische Viertel. Es folgen Bomben auf Haret Hreik, dann wird das Geldunternehmen Al Qard Al Hasan bombardiert. Zwei Mal kurz hintereinander wird das Gebäude von Al Qard al Hassan in Safir, Mar Mikhael angegriffen. »Bei der Kirche, neben dem Armee-Kontrollpunkt«, wird in sozialen Medien präzisiert.

    Ein weiterer Angriff trifft Al Qard Al Hassan Gebäude in Ain al-Sikka in Burj Al-Barajneh sowie in Bir Al Abed, an der Scheich Ragheb Straße. Es folgen zwei weitere Luftangriffe auf das Gebäude von Al Qard al Hasan auf dem Hadi Nasrallah Schnellstraße, gegenüber der Al Wafaa Bäckereien.

    Al Qard al Hasan ist eine Bank, die Privatpersonen zinslose Kleinkredite anbietet. Viele Menschen nutzen das Institut seit Jahren, um sich Solarpanele für die Stromversorgung anschaffen zu können. Die Rückzahlung erfolgt auf Raten. Angesichts der anhaltenden Bankenkrise im Libanon, bei der viele ihre gesamten Ersparnisse verloren haben, handelt es sich bei der privat betriebenen Bank um eine beliebte und vor allem finanzierbare Anlaufstelle. Al Qard al Hasan arbeitet mit einer offiziellen Genehmigung der libanesischen Regierung.

    Ticker informieren über israelische Bomben

    Die Aufstellung stammt von Ahkbaria News, es ist ein Ticker, den die Libanesen auf ihre Mobiltelefone laden können, um über die aktuellen Luftangriffe informiert und gewarnt zu sein. Die meisten libanesischen Medien haben mittlerweile eine solche Tickerfunktion eingeführt, auf der das Neueste berichtet wird.

    Bei »Al Akhbar«, einer libanesischen Tageszeitung heißt es in den Abendstunden des 9. März um 20.14 Uhr, Sultan Haitham bin Tariq von Oman habe per Telegramm dem neuen Obersten Führer des Iran, Mojtaba Khamenei zu seiner Wahl gratuliert. Eine Minute später meldet ein Korrespondent der Zeitung, daß die israelische Luftwaffe im Bezirk von Nabatieh, im Südlibanon, den Ort Al-Namiriya bombardiert habe. Zehn Minuten später folgt die Meldung, daß Israel erneut ein Gebäude von Al Qard-al Hasan bombardiert habe. Der Angriff sei in Al-Aqabiyah gewesen, fünf Personen wurden verletzt. Um 20.27 Uhr folgt die Meldung, daß 15 Syrer bei einem israelischen Angriff auf Kawthariyat al-Ruz verletzt wurden, im Bezirk der Hafenstadt Sidon. Um 20.30 Uhr geht die Meldung eines Korrespondenten ein, daß ein Rettungssanitäter bei einem Angriff auf einen Konvoi von Rettungswagen in Majdal Zoun verletzt wurde. Zwei weitere Sanitäter seien unverletzt entkommen. Die Rettungssanitäter seien in den Ort gefahren, um erste Hilfe zu leisten, nachdem die Israelische Luftwaffe dort bombardiert habe. Um 20.31 Uhr berichtet ein Korrespondent der Zeitung, die Israelische Luftwaffe habe erneut im Bezirk von Nabatieh angegriffen, den Ort Sinai.

    Am Morgen des 10. März berichtet die Onlinezeitung »L’Orient Today« aus Beirut, daß in der Nacht ein medizinisches Zentrum in Zifta im Bezirk Tyros von Israel bombardiert worden sei. Das Zentrum werde von der Islamischen Gesundheitsgesellschaft geführt, die der Hisbollah nahesteht. Neun Menschen wurden bei dem Angriff getötet. Kurz zuvor habe die israelische Luftwaffe den Ort Jwayya im Bezirk Tyros bombardiert und drei Menschen getötet, darunter ein Rettungssanitäter. 16 weitere Personen wurden verletzt. Rettungssanitäter hätten zudem zwölf Personen von einer Hühnerfarm in Yohmor al-Shaqif im Bezirk Nabatieh gerettet, die bereits am Sonntag von der israelischen Luftwaffe bombardiert worden war. Unter den Geretteten seien drei Kinder. Die Rettungssanitäter hätten drei Personen nur noch tot aus den Trümmern des Gebäudes bergen können.

    Am Montagmorgen forderte die israelische Armee erneut die noch verbliebenen Menschen im Süden des Landes auf, alle Gebiete einschließlich der Orte Tyros und Sidon zu verlassen, weil man dort »Infrastruktur der Hisbollah« zerstören werde.

    Die Zahl der Toten durch die israelischen Angriffe seit Anfang März auf den Libanon liegt nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums bei 486. Libanesische Medien nennen eine Zahl von 572, die 86 Personen enthält, die nach dem letzten Bericht getötet wurden. Unter den Getöteten sind mindestens 83 Kinder und 42 Frauen. Mehr als 1.300 Verletzte werden gemeldet. Mehr als 700.000 Menschen mußten wegen der anhaltenden israelischen Angriffe und Evakuierungsaufforderungen ihre Wohnorte verlassen.

    Nicht alle helfen

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Rote Kreuz-Rote Halbmondgesellschaften, Caritas, WHO und UNRWA versuchen die Inlandsvertriebenen zu versorgen. Ausländische Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen, die im Libanon sonst aktiv sind, beteiligen sich – wie bereits im Jahr 2024 während des zweimonatigen Krieges – offiziell nicht an den Hilfsmaßnahmen.

    Die Regierung hat Schulen und Universitäten sowie andere große Gebäude zur Verfügung gestellt, um die Menschen unterzubringen. Allerdings kommt es auch zur Abweisung der Schutzsuchenden, weil man sie für Anhänger der Hisbollah hält, die vor allem von sunnitischen und einigen christlichen Parteien oder Privatpersonen abgelehnt wird. Politiker und Medien dieses Lagers, das der Hisbollah gegenüber feindlich eingestellt ist, machen die Organisation für die massiven Angriffe Israels verantwortlich.

    Tatsächlich hatte die Hisbollah seit Beginn der Waffenruhe 2024 – bis auf einmal, wie die UNO dokumentierte – nicht auf die anhaltenden israelischen Angriffe auf Libanon reagiert. Allerdings hatte die Organisation als Reaktion auf die Ermordung von Ali Khamenei am 28. Februar 2026 ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Begründet wurde das auch damit, daß Israel die Waffenruhe nie eingehalten habe und es nicht länger hinnehmbar sei, die Angriffe, Zerstörungen und die Tötung libanesischer Bürger weiter zu dulden.

    Wiederaufnahme der Kämpfe

    Es war auch eine Reaktion auf die Untätigkeit der libanesischen Regierung, die Angriffe Israels und die anhaltende Besatzung im südlichen Libanon zu stoppen. Als Israel Anfang März seine Angriffe auf den Libanon massiv erhöhte, wurde die libanesische Armee aus der Grenzregion weitgehend abgezogen. Am Mittwoch wurde berichtet, daß die Hisbollah erfolgreich Versuche der israelischen Armee, mit Bodentruppen in den Süden des Landes einzumarschieren, zurückgeschlagen habe. Zu direkten Kämpfen kam es bei Bint Jbeil und Marjayoun. Hisbollah meldete zwanzig Angriffe gegen israelische Truppen und mit Raketen auf Städte im Zentrum von Israel, darunter auch Tel Aviv.

    Der libanesische Präsident Joseph Aoun rief derweil wie auch Ministerpräsident Nawaf Salam zu direkten Verhandlungen mit Israel auf. In einer Videokonferenz mit der Führung der EU schlug Aoun am Montag vor, die Verhandlungen sollten unter internationaler Kontrolle stattfinden. Parallel müsse die libanesische Armee schleunigst die Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen und zwar besonders dort, wo die Kämpfe seit Anfang März eskaliert seien, berichteten libanesische Medien. Gemeint ist der Südlibanon, wo die Hisbollah aktiv versucht, eine israelische Bodeninvasion zu stoppen. Aoun bezeichnete die Hisbollah als »nicht-staatliche bewaffnete Gruppe«, die »nicht im Interesse des Libanon« agiere. Mit der Wiederaufnahme von Angriffen auf Israel habe die Hisbollah zu dem massiven israelischen Angriff »eingeladen«, um die eigene Position innerhalb des Landes zu stärken. Die Hisbollah versuche den libanesischen Staat zu stürzen.

    Krieg oder Unterwerfung

    Der Vorsitzende der Fraktion »Loyalität mit dem Widerstand« im Parlament, Mohammad Raad, hatte wiederholt betont, die Verteidigung des Libanon liege in der Verantwortung des Staates und der libanesischen Armee. Die Hisbollah sei bereit, die eigenen Waffen und Kämpfer in eine »Nationale Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie« einzubinden. Seit November 2024 seien weder der Staat noch die Armee in der Lage gewesen, die anhaltenden Angriffe Israels zu stoppen. Auch die ausländischen Beobachter der Waffenruhe, Frankreich und die USA hätten nicht auf Israel eingewirkt.

    Gesprächspartner der Autorin, die die Hisbollah unterstützen, wiesen darauf hin, daß weder die libanesische Regierung noch die Armee den Libanon vor Tod und Zerstörung hätten schützen können. Die Armee sei nicht ausgerüstet dafür, Israel in die Schranken zu weisen, die Regierung von Nawaf Salam und Präsident Joseph Aoun beugten sich dem ausländischen Druck. Sie kriminalisierten die Hisbollah und den Widerstand und böten dafür Israel »jede Art von Verhandlungen« an, wie Ministerpräsident Salam erklärt hatte. Die Erfahrung allerdings sei, daß Israel keinen Frieden wolle, sondern Unterwerfung.

    Karin Leukefeld


    Info: https://www.zlv.lu/db/1/1481928170249/0


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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