17.11.2022

BRICS-Erweiterung und die arabische Welt

pressenza.com, 16.11.22 - Von Alexander Männer EuroBRICS


Die aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestehende Vereinigung BRICS ist eines der wichtigsten Kooperationsformate auf der internationalen Bühne, weshalb inzwischen mehrere Staaten der Gruppe beitreten wollen. Nach Argentinien und dem Iran hat nun auch Algerien einen offiziellen Antrag auf Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft gestellt. Damit ist es das erste Land der „arabischen Welt“, dessen Aufnahme zu BRICS zur Debatte steht.


Zitat: Die Staatengruppe BRICS – die Vereinigung der aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – gilt inzwischen als eines der vielversprechendsten Kooperationsformate in der Weltpolitik, weshalb immer mehr Länder ein Teil davon werden wollen. Nachdem Argentinien und der Iran im Juli ihre jeweiligen Anträge auf Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft gestellt haben, folgt mit Algerien nun ein weiterer Beitrittskandidat. Wichtig anzumerken ist, dass es sich dabei um das erste Land der sogenannten arabischen Welt handelt, das BRICS offiziell beitreten will.


In diesem Zusammenhang haben zahlreiche Medien bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass die Demokratische Volksrepublik Algerien offiziell die Mitgliedschaft bei BRICS beantragte. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Verweis auf die Sprecherin des algerischen Außenministeriums, Leyla Zarruki, schreibt, habe Algerien einen Mitgliedsantrag zur Staatengruppe eingereicht und alle dafür erforderlichen Maßnahmen umgesetzt. Weitere Details sind in dieser Angelegenheit allerdings nicht bekannt gegeben worden.


Bereits auf dem diesjährigen BRICS-Gipfel, der am 24. Juni online stattfand, hatte der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboun die Bereitschaft signalisiert, BRICS beizutreten. Tebboune sagte damals, dass sein Land als „Pionier des Blockfreiheitsprinzips“ an einem Beitritt zu BRICS interessiert sei und sich schon bald für die Mitgliedschaft qualifizieren werde.


Wenige Wochen nach der Online-Konferenz erklärte Tebboun: „Unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit haben uns gezeigt, dass das Ungleichgewicht auf der internationalen Bühne und die Marginalisierung der Schwellenländer in den internationalen Gremien Quellen der Instabilität, des Mangels an Gleichheit und der fehlenden Entwicklung sind.“


Algeriens politisches und wirtschaftliches Potenzial

Algerien ist mit zirka 43 Millionen Einwohnern ist es flächenmäßig der größte Staat Afrikas und der zehntgrößte Staat der Welt. Darüber hinaus verfügt das Land über enorme Ressourcen und zählt dank seiner Erdöl- und Erdgasvorkommen zu den wichtigsten Exporteuren im Mittelmeerraum. Als größter Erdgaslieferant aus Afrika kann es knapp 12 Prozent des gesamteuropäischen Gasbedarfs gewährleisten und ist für die Europäische Union auch als Öllieferant wieder gefragt.

Zudem pflegt die Führung in Algier sehr enge Beziehungen zu den BRICS-Gründungsmitgliedern China und Russland. Die bilaterale Kooperation zwischen Algerien und Russland umfasst unter anderem eine strategische Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich, wo Algerien zu den größten Importeuren von russischem Kriegsgerät zählt. Auch die Landwirtschaft gilt als ein Bereich, in dem die beiden Länder langjährige Handels- und Wirtschaftspartner sind. Darüber hinaus kooperiert Algier mit Moskau intensiv im Rahmen der OPEC+.


Mit China hat Algerien laut Anadolu Anfang November einen fünfjährigen strategischen Kooperationspakt unterzeichnet. Darüber hinaus beteiligt sich das afrikanische Land bereits seit 2018 an Chinas „Belt and Road Initiative“ und kooperiert mit Peking auch im Energiebereich. Politisch bekräftigen beide Seiten, unter anderem die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zu schützen und das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten zu befolgen.


Nicht zu vergessen ist, dass Algerien als eines der einflussreichsten arabischen Länder gilt, dessen Stimme sowohl in der arabischen Welt als auch in anderen Bereichen der Weltpolitik immer mehr Gewicht bekommt. So hat in Algier kürzlich das Gipfeltreffen der Arabischen Liga stattgefunden, wo Algerien seinen Einfluss Beobachtern zufolge vergrößern konnte und nun mit Saudi-Arabien um die Führungsposition in der Vereinigung konkurriert. Insofern würde eine Aufnahme Algeriens in die BRICS-Gruppe zweifellos seine Position als auch die Stellung der BRICS selbst international enorm verbessern.


Saudi-Arabien gilt als möglicher Beitrittskandidat

Diesbezüglich ist zu betonen, dass das Königreich Saudi-Arabien im Oktober ein weiteres Mal das Interesse an einer Mitgliedschaft in der BRICS-Vereinigung bekundet haben soll. Laut dem Präsidenten Südafrikas, Cyril Ramaphosa, hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman nach einem bilateralen Treffen in Riad erklärt, dass Saudi-Arabien bereit sei, den BRICS-Staaten beizutreten. Ramaphosa sprach in diesem Zusammenhang davon, dass ein möglicher Beitritt Saudi-Arabiens zur BRICS-Gruppe eine „wichtige Veränderung in den Ländern, die den Block bilden“, bedeuten würde.


Ramaphosa erklärte: „Die BRICS-Staaten werden sich im nächsten Jahr zu einem Gipfel unter dem Vorsitz Südafrikas treffen. Und die Angelegenheit wird geprüft werden.“


Interessant ist auch, dass das Treffen zwischen den beiden Politikerninmitten des Erdöl-Streits zwischen Saudi-Arabien und den USA stattfand. In diesem ging es um die OPEC-Entscheidung, die Förderquoten um zwei Millionen Barrel pro Tag zu senken. Washington kritisierte die saudische Politik in dieser Frage immer wieder, doch Riad lässt sich von seinem Kurs offensichtlich nicht abbringen.


Außerdem distanzieren sich die Saudis auch außenpolitisch weiter von ihren bisherigen Verbündeten. So hat sich Riad etwa in Bezug auf Russland gegenüber Washington sehr unkooperativ gezeigt und sowohl die antirussischen Sanktionen als auch die Beteiligung am “Erdölkrieg“ gegen Moskau abgelehnt.


Angesichts dessen weisen Experten darauf hin, dass ein Beitritt von Saudi-Arabien zu BRICS sich erheblich auf das geopolitische Gleichgewicht der Welt auswirken dürfte. Das Königreich, das als eine regionale Großmacht des Nahen Ostens gilt, ist der weltgrößte Erdölexporteur und übt in dieser Rolle bereits einen erheblichen Einfluss auf die globalen Energiemärkte aus. Gemeinsam mit Russland, dem weltgrößten Gasexporteur, mit dem Riad seine Ölproduktion koordiniert, könnten die Saudis das weltweite Angebot dieser beiden wichtigsten Rohstoffe zusätzlich noch stärker beeinflussen.


So gesehen wären diese beiden arabischen Länder für die BRICS-Gruppe eine enorme Bereicherung. Denn sowohl der Beitritt Algeriens als auch die Aufnahme Saudi-Arabiens könnten die Stellung der BRICS innerhalb der arabischen Welt und damit auch in der Weltpolitik deutlich verbessern.


Der Originalartikel kann hier besucht werden 

http://eurobrics.de/?module=articles&action=view&id=2123


Info: http://www.pressenza.net/?l=de&track=2022/11/brics-erweiterung-und-die-arabische-welt




Weiteres: (aus Originalquelle)




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                                     BRICS-Erweiterung und die arabische Welt


Screenshot_2022_11_17_at_10_36_10_BRICS_Erweiterung_und_die_arabische_Welt._EuroBrics.de


http://eurobrics.de, 16. November 2022,
Von Alexander Männer

Die Staatengruppe BRICS – die Vereinigung der aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – gilt inzwischen als eines der vielversprechendsten Kooperationsformate in der Weltpolitik, weshalb immer mehr Länder ein Teil davon werden wollen. Nachdem Argentinien und der Iran im Juli ihre jeweiligen Anträge auf Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft gestellt haben, folgt mit Algerien nun ein weiterer Beitrittskandidat. Wichtig anzumerken ist, dass es sich dabei um das erste Land der sogenannten arabischen Welt handelt, das BRICS offiziell beitreten will.

In diesem Zusammenhang haben zahlreiche Medien bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass die Demokratische Volksrepublik Algerien offiziell die Mitgliedschaft bei BRICS beantragte. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Verweis auf die Sprecherin des algerischen Außenministeriums, Leyla Zarruki, schreibt, habe Algerien einen Mitgliedsantrag zur Staatengruppe eingereicht und alle dafür erforderlichen Maßnahmen umgesetzt. Weitere Details sind in dieser Angelegenheit allerdings nicht bekannt gegeben worden.

Bereits auf dem diesjährigen BRICS-Gipfel, der am 24. Juni online stattfand, hatte der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboun die Bereitschaft signalisiert, BRICS beizutreten. Tebboune sagte damals, dass sein Land als "Pionier des Blockfreiheitsprinzips" an einem Beitritt zu BRICS interessiert sei und sich schon bald für die Mitgliedschaft qualifizieren werde.

Wenige Wochen nach der Online-Konferenz erklärte Tebboun: "Unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit haben uns gezeigt, dass das Ungleichgewicht auf der internationalen Bühne und die Marginalisierung der Schwellenländer in den internationalen Gremien Quellen der Instabilität, des Mangels an Gleichheit und der fehlenden Entwicklung sind."

Algeriens politisches und wirtschaftliches Potenzial

Algerien ist mit zirka 43 Millionen Einwohnern ist es flächenmäßig der größte Staat Afrikas und der zehntgrößte Staat der Welt. Darüber hinaus verfügt das Land über enorme Ressourcen und zählt dank seiner Erdöl- und Erdgasvorkommen zu den wichtigsten Exporteuren im Mittelmeerraum. Als größter Erdgaslieferant aus Afrika kann es knapp 12 Prozent des gesamteuropäischen Gasbedarfs gewährleisten und ist für die Europäische Union auch als Öllieferant wieder gefragt.

Zudem pflegt die Führung in Algier sehr enge Beziehungen zu den BRICS-Gründungsmitgliedern China und Russland. Die bilaterale Kooperation zwischen Algerien und Russland umfasst unter anderem eine strategische Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich, wo Algerien zu den größten Importeuren von russischem Kriegsgerät zählt. Auch die Landwirtschaft gilt als ein Bereich, in dem die beiden Länder langjährige Handels- und Wirtschaftspartner sind. Darüber hinaus kooperiert Algier mit Moskau intensiv im Rahmen der OPEC+.

Mit China hat Algerien laut Anadolu Anfang November einen fünfjährigen strategischen Kooperationspakt unterzeichnet. Darüber hinaus beteiligt sich das afrikanische Land bereits seit 2018 an Chinas "Belt and Road Initiative" und kooperiert mit Peking auch im Energiebereich. Politisch bekräftigen beide Seiten, unter anderem die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zu schützen und das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten zu befolgen.

Nicht zu vergessen ist, dass Algerien als eines der einflussreichsten arabischen Länder gilt, dessen Stimme sowohl in der arabischen Welt als auch in anderen Bereichen der Weltpolitik immer mehr Gewicht bekommt. So hat in Algier kürzlich das Gipfeltreffen der Arabischen Liga stattgefunden, wo Algerien seinen Einfluss Beobachtern zufolge vergrößern konnte und nun mit Saudi-Arabien um die Führungsposition in der Vereinigung konkurriert. Insofern würde eine Aufnahme Algeriens in die BRICS-Gruppe zweifellos seine Position  als auch die Stellung der BRICS selbst international enorm verbessern.

Saudi-Arabien gilt als möglicher Beitrittskandidat

Diesbezüglich ist zu betonen, dass das Königreich Saudi-Arabien im Oktober ein weiteres Mal das Interesse an einer Mitgliedschaft in der BRICS-Vereinigung bekundet haben soll. Laut dem Präsidenten Südafrikas, Cyril Ramaphosa, hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman nach einem bilateralen Treffen in Riad erklärt, dass Saudi-Arabien bereit sei, den BRICS-Staaten beizutreten. Ramaphosa sprach in diesem Zusammenhang davon, dass ein möglicher Beitritt Saudi-Arabiens zur BRICS-Gruppe eine "wichtige Veränderung in den Ländern, die den Block bilden", bedeuten würde.

Ramaphosa erklärte: "Die BRICS-Staaten werden sich im nächsten Jahr zu einem Gipfel unter dem Vorsitz Südafrikas treffen. Und die Angelegenheit wird geprüft werden."

Interessant ist auch, dass das Treffen zwischen den beiden Politikerninmitten des Erdöl-Streits zwischen Saudi-Arabien und den USA stattfand. In diesem ging es um die OPEC-Entscheidung, die Förderquoten um zwei Millionen Barrel pro Tag zu senken. Washington kritisierte die saudische Politik in dieser Frage immer wieder, doch Riad lässt sich von seinem Kurs offensichtlich nicht abbringen.

Außerdem distanzieren sich die Saudis auch außenpolitisch weiter von ihren bisherigen Verbündeten. So hat sich Riad etwa in Bezug auf Russland gegenüber Washington sehr unkooperativ gezeigt und sowohl die antirussischen Sanktionen als auch die Beteiligung am ''Erdölkrieg'' gegen Moskau abgelehnt.

Angesichts dessen weisen Experten darauf hin, dass ein Beitritt von Saudi-Arabien zu BRICS sich erheblich auf das geopolitische Gleichgewicht der Welt auswirken dürfte. Das Königreich, das als eine regionale Großmacht des Nahen Ostens gilt, ist der weltgrößte Erdölexporteur und übt in dieser Rolle bereits einen erheblichen Einfluss auf die globalen Energiemärkte aus. Gemeinsam mit Russland, dem weltgrößten Gasexporteur, mit dem Riad seine Ölproduktion koordiniert, könnten die Saudis das weltweite Angebot dieser beiden wichtigsten Rohstoffe zusätzlich noch stärker beeinflussen.

So gesehen wären diese beiden arabischen Länder für die BRICS-Gruppe eine enorme Bereicherung. Denn sowohl der Beitritt Algeriens als auch die Aufnahme Saudi-Arabiens könnten die Stellung der BRICS innerhalb der arabischen Welt und damit auch in der Weltpolitik deutlich verbessern.

Der Beitrag muss nicht unbedingt die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Titelbild (Archiv): Algerische Flaggen in der Hauptstadt Algier © Fateh Guidoum/AP Photo

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Info: http://eurobrics.de/?module=articles&action=view&id=2123

17.11.2022

Fremde Federn
Identitätskrise, Energiemarkt-Casino, Tech-Dämmerung

makronom.de, 16. November 2022, Makrothek

In den „Fremden Federn“ stellen wir einmal pro Woche in Kooperation mit dem Kuratorendienst piqd eine Auswahl von lesenswerten journalistischen Fundstücken mit wirtschaftspolitischem Bezug zusammen. piqd versteht sich als eine „Programmzeitung für guten Journalismus“ – was relevant ist, bestimmen keine reichweitenoptimierten Algorithmen, sondern ausschließlich ausgewählte Fachjournalisten, Wissenschaftler und andere Experten.



Warum die Working Class kaum medial beachtet wird

piqer:
Anja C. Wagner

Diversity scheint als Thema in der Breite angekommen zu sein. Gender, Migrationshintergrund, Religion, Hautfarbe etc. spielen eine immer geringere Rolle bei den Stellenbesetzungen. Sicherlich, die Thomasse sind weiterhin dominant vertreten in den Führungsetagen, aber das Bewusstsein hat sich diesbezüglich etwas verbessert. Nicht so, wenn es um die originäre Klassenzugehörigkeit geht. Dies arbeitet (auch Piqerin) Julia Friedrichs in diesem exquisiten Artikel schön heraus am Beispiel des beruflichen Durchmarsches in exklusive Redaktionsstuben.

Voraussetzungen für die Aufnahme in etablierten Redaktionen sind gewöhnlich ein Studium, mehrere Praktika, ein gewisser Habitus und bestimmte soziale Interessen. Sind diese nicht ideal anschlussfähig zur tradierten akademischen Mehrheitsgesellschaft, schließt dies systematisch Menschen aus der Working Class aus. Sie finden kaum den Eingang in die journalistischen Kreise, die sich selbst gerne als gesellschaftliche Eliten sehen.

Es sind interessante Beispiele aus dem aktuellen Medienbetrieb, die Julia Friedrichs in diesem Artikel vielfältig und nahezu investigativ journalistisch aufbereitet. Unbedingte Leseempfehlung! Man versteht dadurch viel besser, wie die mediale Öffentlichkeit Themen setzt und (nicht) diskutiert.

Otto Brenner StiftungWieso Akademiker:innen die Redaktionen beherrschenAutor: Julia Friedrichs



Afrika ist arm, weil es wenig Energie hat – und umgekehrt

piqer:
Thomas Wahl

Afrikas größtes Problem ist nicht allein der Klimawandel, es ist die Kombination mit Armut, verbunden mit der Überbevölkerung. Aber auch mit einer fehlenden funktionierenden energetischen Infrastruktur. Und wir wissen, es gibt keinen Wohlstand, keine Resilienz gegen Naturkatastrophen ohne zuverlässige Energie. Schon gar nicht für Milliarden Menschen in Staaten mit schlecht funktionierenden Verwaltungen, Korruption und Bürgerkriegen.

Ein wesentlicher Grund, warum die Infrastrukturen nicht leisten, was sie leisten sollen, ist, dass viele Versorgungsunternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Betriebskosten zu decken oder gar Investitionen zu finanzieren.

Die meisten Versorgungsunternehmen sind in Staatsbesitz, ineffizient und durch politische Einmischung gelähmt. Einige Versorgungsunternehmen verfolgen ihre Finanzen kaum. Bis 2020 konnte Äthiopien einfach nicht mit Sicherheit sagen, ob das Vorjahr profitabel war. Viele warten ihre Ausrüstung nicht, stoppen keine illegale Entnahmen oder stellen keine ordnungsgemäße Rechnung. Die Elektrizitätsgesellschaft Ghanas leidet unter allen drei Problemen und verliert 28 % ihrer Energieerzeugung ….. Die meisten afrikanischen Versorgungsunternehmen erheben keine Tarife, die die Kosten widerspiegeln. Was im Grunde ein politisches Problem ist.

Viele hoffen nun, dass der Kontinent an fossilen Brennstoffen vorbei „springen“ kann und mit erneuerbaren Energien und der Wasserstofftechnologie in eine goldene Zukunft aufbricht. Was nicht die erste Vision für Afrika wäre, die Hoffnungen enttäuscht – man denke an die Sozialismusprojekte oder die Staudämme. Der „Economist“ steigt nun – gewohnt fundiert – hinab in die Mühen der Ebene, versucht eine Bestandsaufnahme.

Beginnen wir mit einem optimistischen Szenario – so schloss James Mnyupe,

ein Berater des namibischen Präsidenten, …. letztes Jahr eine Vereinbarung mit Namibias bevorzugtem Entwickler Hyphen, einem von Deutschland geführten Konsortium. Es könnte zu einer Investition von 9,4 Milliarden Dollar führen – ein enormer Schub für ein Land mit einem BIP von etwa 12 Milliarden Dollar.

Der Plan:  Solar- und Windkraftanlagen erzeugen Strom, auch um damit aus Wasser „grünen“ Wasserstoff und Ammoniak herzustellen. Sicher, so der „Economist“,  sind saubere Energiequellen eine große Chance für den Kontinent und sie liefern bereits den Großteil in 22 der 54 Länder Afrikas. Aber auf welchem Niveau?

Der durchschnittliche (Strom)Verbrauch pro Person in Subsahara-Afrika, ohne Südafrika, beträgt nur 185 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, verglichen mit etwa 6.500 kWh in Europa und 12.700 kWh in Amerika. Ein amerikanischer Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein typischer Afrikaner. ….. Wenn Afrika reicher werden soll, muss es viel mehr Energie verbrauchen, einschließlich fossiler Brennstoffe.

Also wirklich zu hoffen, dass Afrika allein durch erneuerbare Energien den Verbrauch für seinen zukünftigen Wohlstand abdecken kann, erscheint naiv. Zumal heute noch für etwa 590 Millionen Menschen oder etwa der Hälfte der Afrikaner gar keine Elektrizität zur Verfügung steht. Und da, wo es elektrischen Strom gibt, ist er unzuverlässig und teuer. Bereinigt um die Kaufkraft zahlen Haushalte in vielen afrikanischen Ländern höhere Sätze als die in den OECD-Ländern, einem Club überwiegend reicher Länder.

In einer 2019 veröffentlichten Studie stellte Energy for Growth, eine Denkfabrik, fest, dass 78 % der afrikanischen Unternehmen im vergangenen Jahr Stromausfälle erlitten haben, während 41 % sagten, dass Strom ein großer Engpass sei. Viele Unternehmen und wohlhabende Haushalte sind daher auf Generatoren angewiesen. Diese haben insgesamt eine höhere Gesamtkapazität als die installierten erneuerbaren Energien südlich der Sahara.

Szenerien etwa der Internationalen Energieagentur zeigen: Wenn Afrika bis 2030 einen Stromzugang für alle anbieten will, müsste es seine Gesamtkapazität von 260 GW (heute 3% der weltweiten Gesamtmenge) auf 510 GW fast verdoppeln. Erneuerbare Energien könnten dabei 80% des Anstiegs ausmachen. Aber das wäre eine Mammutaufgabe, selbst mit idealen staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen.

Dazu, so wieder die IEA, müssten allerdings

die gesamten Energieausgaben zwischen 2026 und 2030 in Afrika fast doppelt so hoch sein wie zwischen 2016 und 2020. Die Investitionen in saubere Energie müssten sich versechsfachen.

Nur sind die afrikanischen Staatsfinanzen in einer traurigen Lage. So sind zweiundzwanzig Länder überschuldet und/oder tragen ein hohes Kredit-Risiko.

China, in den letzten zwei Jahrzehnten eine Kreditquelle für Energieinvestitionen, wird immer sparsamer. Die Kreditvergaben an inländische afrikanische Energiesysteme fiel von einem Höchststand von fast 8 Milliarden Dollar im Jahr 2016 auf 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2019.

Grundsätzlich könnten (und müssten) auch afrikanische Unternehmen mehr in die dortigen Infrastrukturen investieren. Um dies zu erleichtern, ändern Regierungen wie die Kenias die Rahmenbedingungen, um etwa Pensionsfonds angemessene Kreditfinanzierungen zu ermöglichen.

Aber das Rentenvermögen in den zehn am weitesten entwickelten afrikanischen Ländern (etwas mehr als 300 Milliarden Dollar) ist nur geringfügig höher als das des kalifornischen staatlichen Lehrerpensionsfonds. Investoren verleihen selten Kredite für langfristige Projekte: 70% der Kredite beziehen sich auf weniger als fünf Jahre.

Die IEA (und nicht nur die) hofft, dass die Lücke durch ein „beispielloses Maß“ an privatem ausländischem Kapital geschlossen wird. Aber es fehlt wohl an bankfähigen afrikanischen Projekten für größere Infrastrukturen und Versorgungsunternehmen:

Kohle- oder Gasanlagen sind relativ billig zu bauen, da der größte Teil ihrer Lebenszeitkosten aus dem Kauf von Kraftstoff stammt. Solar- oder Windkraftprojekte hingegen sind billig zu betreiben, aber teuer zu bauen. Das bedeutet, dass sie sehr empfindlich auf die Kapitalkosten reagieren. Und diese Kosten können in Afrika bis zu siebenmal höher sein als in Amerika und Europa ….

Erneuerbare Energien ermöglichen natürlich, dass einige wohlhabendere Verbraucher Versorgungsunternehmen umgehen können. Aber stabile und volkswirtschaftlich nachhaltig zuverlässige Infrastrukturen bekommt man damit allerdings nicht und schon gar nicht schnell.

In ländlichen Gebieten sind eigenständige „Mini-Netze“, die mit kleinen Generatoren wie einem Solarpark verbunden sind, oft der billigste Weg für Dörfer, sich zu verbinden. Solar-Home-Systeme boomen.

Das ist schon mal ein guter Anfang. Die afrikanischen Verbundnetze in und zwischen den Staaten sind allerdings immer noch völlig ungenügend. Und so haben in den letzten Jahren die Regierungen von Gambia, Ghana, Guinea-Bissau, der Elfenbeinküste, Senegal und Sierra Leone Verträge für schwimmende Kraftwerke in ihren großen Hafenstädten unterzeichnet. Diese werden mit fossilen Brennstoffen betrieben und

produzieren einen großen Teil des Stroms dieser Länder. Einige laufen mit schwerem Heizöl, aber Ghana läuft jetzt mit lokalem Gas. Senegal konvertiert seine auch gerade.

Der Artikel konstatiert daher: Erneuerbare Energien sind in weiten Teilen des Kontinents zwar bereits kostenwettbewerbsfähig mit Gas und Kohle. Und das zunehmend. Auch bessere und billigere Batteriespeicher könnten erneuerbaren Energien zukünftig helfen, die Spitzennachfrage leichter zu bewältigen.

Aber vorerst, an Orten mit reichlich Gasreserven, geringem Wasserkraftpotenzial oder häufigen Ausfällen im Laufe des Tages, können Gaskraftwerke immer noch die überzeugendste Kombination aus Flexibilität, Stabilität und Preis bieten – zumindest für eine neue Generation.

Und hier stößt Afrika auf die (heuchlerische) Zurückhaltung des Westens, Gasprojekte zu finanzieren.

Im vergangenen Jahr verpflichteten sich 39 Länder und Organisationen, darunter fast alle großen, reichen Demokratien der Welt – …. -, bis Ende des Jahres fast alle Finanzierung neuer Projekte für fossile Brennstoffe international einzustellen. Auch die Weltbank zieht sich zurück. Die Heuchelei ist leicht zu erkennen: Drei Viertel der europäischen Mitglieder der 39 oben bauen zu Hause neue Pipelines für fossile Brennstoffe.

Die Moral aus der Geschichte: So schafft man sich erstens keine Freunde oder Verbündeten, zweitens kommt es oft anders, als man denkt und drittens scheitern Prozesse meist nicht an der Großartigkeit, der Reinheit der Vision, sondern an vielen Details.

economistAfrica will remain poor unless it uses more energy



Erneuerbare Energien werden billiger, als viele denken

piqer:
Rico Grimm

Heute empfehle ich euch eine Folge von „Volts“, dem einen US-Podcast über Klima und Energie, der für mich zum Ritual geworden ist. Auch wegen solcher Interviews wie diesem.

Gastgeber David Roberts unterhält sich mit dem Wissenschaftler Doyne Farmers, der einer der Autoren einer Studie ist, die in Fachkreisen für extrem viel Aufsehen gesorgt hat. Denn Farmers und sein Team haben herausgefunden, dass Solarkraft, Windkraft, Batterien UND Wasserstofftechnologie, dass alle diese Kerntechniken der Energiewende klassischen Lernkurven zu folgen scheinen.

Das ist eine wirklich erstaunliche Erkenntnis. Denn es bedeutet, dass diese Technologien exponentiell billiger werden. Mehr noch: Sie werden umso billiger, je mehr wir sie nutzen. Zum Vergleich: Inflationsbereinigt kostet fossile Energie heute noch immer so viel wie vor 150 Jahren. Das Gleiche gilt für Atomkraft. Hier gibt es keine Lernkurven.

Wie das sein kann und was das bedeutet, erläutert Farmers im Podcast.

voltsLearning curves will lead to extremely cheap clean energyAutor: David Roberts



Energieversorgung gehört nicht in die Hände von Zockerbuden!

piqer:
Jürgen Klute

Die gegenwärtigen extremen Preissteigerungen für Gas und Strom zeigen, dass dieser für Privathaushalte und Wirtschaft zentrale Versorgungsbereich – vorsichtig ausgedrückt – nicht optimal organisiert ist.

taz-Redakteurin Anja Krüger hat in einem Essay sehr übersichtlich die Fehlkonstruktionen des Energiemarktes – der eigentlich gar keine ist – beschrieben. Sie belässt es erfreulicherweise nicht bei einer Problembeschreibung. Zunächst rekonstruiert sie die Entwicklung der Liberalisierung des Strom- und des Gasmarktes seit den 1990er Jahren. Angenehm finde ich, dass sie diese Liberalisierung nicht einfach aus ideologischen Gründen verurteilt, sondern deren Notwendigkeit aus der damaligen Versorgungsstruktur, die ausschließlich auf fossile und atomare Energiegewinnung ausgerichtet war, begründet und anerkennt als eine Maßnahme, die erst die Möglichkeit geschaffen hat, dass sich auch alternative Energiegewinnung durchsetzten konnte.

Aus Krügers Sicht haben sich angesichts der Klimaerwärmung und natürlich auch des aktuellen russischen Krieges gegen die Ukraine die Bedingungen erneut geändert, so dass eine Neuregulierung der Energieversorgung ansteht. In der „Preisbremse“ der Bundesregierung erkennt sie hingegen keine adäquate Maßnahme. In der heutigen Situation hält Krüger daher staatliche Interventionen, die der Unterstützung der Energiewende dienen, für richtig. Krüger setzt somit weder alleine auf den Markt noch einzig auf den Staat als Lösung der aktuellen Krise in ihrer Argumentation. Diese Differenziertheit macht den Artikel aus meiner Sicht lesenswert.

taz Wie im Wettbüro Autor: Anja Krüger



Absurder Machtkampf an der EU-Spitze

piqer:
Eric Bonse

Ursula von der Leyen und Charles Michel sind die beiden wichtigsten EU-Politiker in Brüssel. Doch statt zusammen für das Wohl Europas zu wirken, liefern sich die Präsidentin der Europäischen Kommission und der Chef des Rats einen absurden Machtkampf. Die Missgunst ist so groß, dass sie sich nicht einmal vor dem G-20-Gipfel in Bali absprechen. Im Gegenteil: Sie wollen sich aus dem Weg gehen.

Zuletzt lieferten sie sich sogar ein öffentliches Scharmützel: Der Belgier Michel rügte die deutsche CDU-Politikerin, dass sie endlich einen Vorschlag für den Gaspreisdeckel liefern solle – und zwar „asap“, as soon as possible. Tatsächlich haben die Staats- und Regierungschefs, die Michel vertritt, bei ihrem letzten EU-Gipfel diesen Plan gefordert, doch die Kommission hat immer noch nicht geliefert.

Wer sich für den Machtkampf an der EU-Spitze und seine schädlichen Folgen für Europa interessiert, kommt um diesen Artikel nicht herum. Spoiler: Auch das mittlerweile schon legendäre „Sofagate“ wird noch einmal aufgedröselt!

politicoEurope’s odd couple: The dysfunctional relationship at the heart of the EUAutorin: Suzanne Lynch



Die Identitätskrise der CDU/CSU

piqer:
Mohamed Amjahid

Dieser Beitrag des ARD-Magazins Kontraste ist gespickt mit spannenden O-Tönen einer rechtskonservativen Strömung innerhalb der Union. Es geht um Menschen, die nach ihrer Wahlniederlage im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem Ausweg aus der eigenen Identitätskrise sind, sich dabei an Diskursen der US-Republikaner orientieren und darauf hoffen, damit bei Wahlen und überhaupt bei großen Identitätsdebatten hierzulande zu punkten. Es geht vermeintlich dabei um eine Angst, die eigene gesellschaftliche Stellung zu verlieren, wenn immer mehr Menschen für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit einstehen.

Der Kontraste-Beitrag zeigt sehr ausgeruht und ganz nebenbei auch auf, welche Kontinuitäten zwischen den identitätssuchenden Rechtskonservativen und normalisierten patriotischen bis rechtsextremen Ansichten im Mainstream bestehen. Da sitzen zum Beispiel auf einer von einem CDU-Politiker organisierten Konferenz rechte bis rechtsextreme Autor*innen und Figuren aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, etablierten Medienhäusern und dem Springer-Verlag zusammen und beschreiben den Untergang ihres Abendlandes. „Die größte Gefahr“ drohe weil „die Woken“ oder „die Linken“ vermehrt über diskriminierende Strukturen, über Rassismus, Sexismus oder Transfeindlichkeit sprechen. Es ist rein anthropologisch betrachtet ein spannendes Bild, das durch diesen Beitrag gezeichnet wird und das aus feministischer Sicht betrachtet werden sollte. Denn die Betrachtung dieser selbstbezogenen Identitätssuche könnte mehr Erkenntnisse über die Strategien jener bieten, die damit Wahlsiege und mehr Aufmerksamkeit generieren wollen.

rbbDie Union auf der Suche nach ihrer DNAAutor: Pune Djalilevand, Anne Grandjean & Kaveh Kooroshy



Jobverluste in der Tech-Branche – Ist die Party vorbei?

piqer:
Ole Wintermann

Nach Jahren des beständigen Personalzuwachses herrscht derzeit in der Tech-Branche Katerstimmung. Dieser Beitrag in der New York Times bietet einen guten Überblick zur Situation in US-Tech-Unternehmen. Die Entlassungen bei Meta und Twitter sind nur diejenigen Einschnitte, die normalerweise ausführlicher in den Medien Widerhall finden. Dass es aber die gesamte Tech-Branche trifft, wird bei Lektüre des Textes deutlich.

Gründe hierfür sind einerseits überstiegene Erwartungen hinsichtlich der Umsatzerwartungen aus der Pandemie heraus. Nach dem politischen Ende der Pandemie zeigt sich nun, dass diese Erwartungen überzogen waren und die Unternehmen, die die Dienste der Tech-Branche in Anspruch nehmen, durch die Rückkehr zu mehr Büroarbeit ihre Nachfrage eingeschränkt haben.

Andererseits sind es die steigenden Zinsen, die die Investitionsvolumina im risikoreichen Start-up-Bereich schrumpfen lassen. Die niedrigen Zinsen der letzten zehn Jahre haben entsprechend der gültigen Portfolio-Abwägung zwischen Rendite und Risiko zu Investments in risikoreichere Bereiche geführt. Die steigenden Zinsen führen nun zu einer veränderten Bewertung dieser Risiken.

Es stehen, so der Text, aber schon die ersten Investmentfonds bereit, die nach der Bodenbildung bei den Preisen von Unternehmen wieder Interesse an Investments zeigen.

new york timesTech’s Talent Wars Have Come Back to Bite ItAutorin: Erin Griffith


Info: https://makronom.us10.list-manage.com/track/click?u=6e21b246ffdfc34b727e0d275&id=630f25c382&e=769d3261ab)

17.11.2022

Die Rakete von Przewodów NATO gibt nach Raketeneinschlag in Polen Entwarnung. Deutsche Politiker hatten fälschlich Moskau beschuldigt und so Furcht vor einer Konfrontation der NATO mit Russland geweckt.

german-foreign-policy.com, 17. November 2022

BERLIN/WASHINGTON/WARSCHAU (Eigener Bericht) – Nach dem Raketeneinschlag vom Dienstag im polnischen Przewodów gibt die NATO Entwarnung. Weder sei die Rakete, die zwei Menschen tötete, von den russischen Streitkräften abgefeuert worden, noch gebe es Anzeichen für eine russische Militäroffensive gegen ein Bündnismitglied, teilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gestern mit. Am Dienstagabend hatten führende Politiker aus mehreren europäischen Staaten, darunter die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, ohne jeglichen Beleg Russland für den Beschuss verantwortlich gemacht und damit Befürchtungen ausgelöst, es könne zu einer direkten Konfrontation zwischen der NATO und Russland kommen. Ähnliches war bereits im März der Fall gewesen, als auch in Deutschland die Errichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine gefordert worden war – ein sicherer Weg in einen NATO-Krieg gegen Russland. Die Kriegspolitik liegt auf einer Linie mit der Forderung von Außenministerin Annalena Baerbock, Russland müsse in „eine strategische Niederlage“ getrieben werden. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung hingegen spricht sich für Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aus.


Zitat: In Alarmbereitschaft

Die Rakete, die am Dienstag auf einem Bauernhof in Przewodów im Osten Polens nahe der Grenze zur Ukraine einschlug und zwei Menschen tötete, ist nicht von den russischen Streitkräften abgefeuert worden. Dies hat NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gestern bestätigt.[1] Der Einschlag der Rakete hatte am Dienstagabend zu größerer Unruhe geführt, insbesondere, nachdem in Polen die Regierung zu einer Notfallsitzung zusammengekommen war sowie anschließend laut Auskunft eines Regierungssprechers „einige militärische Kampfeinheiten und andere uniformierte Dienste in höhere Bereitschaft“ versetzt hatte.[2] Wie mittlerweile bekannt ist, gingen US-Experten bereits zu diesem Zeitpunkt davon aus, es könne sich bei dem Einschlag aufgrund der Flugbahn der Rakete nicht um einen russischen Angriff gehandelt haben. Auch ging aus Fotos vom Schauplatz des Einschlag bald hervor, dass die Raketentrümmer exakt zu dem alten sowjetischen Luftabwehrsystem S-300 passten, das zahlreiche Staaten nutzen, darunter die Ukraine. In der Tat teilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, nachdem NATO-Spezialisten den Vorfall ausführlich untersucht hatten, gestern ganz ausdrücklich mit: „Unsere vorläufige Analyse legt nahe, dass der Vorfall wahrscheinlich von einer ukrainischen Luftabwehrrakete verursacht wurde“.


„Russische Propaganda“

Ist es gestern schrittweise gelungen, einigermaßen Klarheit über den Raketenbeschuss von Przewodów zu gewinnen, so hatten bereits am Dienstag erste Reaktionen führender Politiker aus mehreren EU-Staaten, auch aus Deutschland, einen bemerkenswerten Willen zur Eskalation sogar an der Schwelle zum etwaigen Weltkrieg gezeigt. Noch bevor der Beschuss auch nur ansatzweise aufgeklärt war, behauptete etwa – in voller Kenntis der Konsequenzen, die ein russischer Angriff auf ein NATO-Mitglied hätte – Lettlands Verteidigungsminister Artis Pabriks auf Twitter: „Das kriminelle russische Regime hat die Raketen abgefeuert, die ... auch auf NATO-Gebiet in Polen landeten.“ Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba twitterte, Moskau verbreite die „Verschwörungstheorie, dass angeblich eine Rakete der ukrainischen Luftverteidigung auf polnischem Territorium niedergegangen“ sei: „Niemand sollte russischer Propaganda glauben.“ Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, schrieb ebenfalls auf Twitter, „russische Raketen“ hätten da „offenbar Polen und damit NATO-Gebiet getroffen“: „Das ist das Russland, mit dem hier einige offenkundig und absurderweise immer noch ‘verhandeln‘ wollen.“[3] Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag Alexander Graf Lambsdorff.


Atomkrieg? „Nur keine Angst!“

Die offenkundige Bereitschaft, in einen Krieg der NATO gegen Russland einzutreten, ist nicht neu; sie war schon kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine zutage getreten, als im März die Forderung nach der Errichtung einer Flugverbotszone über ukrainischem Territorium laut wurde. Dazu wäre es erforderlich gewesen, die in Richtung Westen gerichtete russische Flugabwehr mit eigenen Luftangriffen auszuschalten, um den Luftraum über der Ukraine für NATO-Überwachungsjets freizukämpfen; zudem hätten russische Jets, die ihrerseits in den ukrainischen Luftraum eingedrungen wären, unvermittelt abgeschossen werden müssen: Beides wäre faktisch der Beginn eines Krieges zwischen der NATO und Russland gewesen. Mitte März hatte Estlands Verteidigungsminister Kalle Laanet gefordert: „All diese Staaten, die eine Flugverbotszone kontrollieren können, müssen handeln“.[4] In der Bundesrepublik hatte zur gleichen Zeit der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Thomas Enders, erklärt, die NATO solle „zumindest über den sechs bis acht westlichen Oblasten der Ukraine“ eine Flugverbotszone errichten.[5] Der damalige Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte wegen fehlenden Umsetzungswillens der Bundesregierung beklagt, „Angst“ sei „jetzt der Ratgeber“: „Atomkrieg – oh Gott, bloß nichts tun, damit wir nichts riskieren.“[6]


„Keine Diplomatie!“

Die unbedingte Eskalationsbereitschaft korrespondiert mit einer kategorischen Ablehnung von Verhandlungen, die darauf gerichtet wären, zumindest einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine zu erzielen. So war etwa die Forderung des Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, es müsse „mehr Diplomatie“ geben, auf heftigen Unmut gestoßen. Mützenich hatte am 23. Oktober dafür plädiert und darauf hingewiesen, dass im Ukraine-Krieg mit Mitteln der Diplomatie bereits wichtige Erfolge erzielt worden seien, so etwa die Einigung über den Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer. Freilich war diese nicht von Berlin oder der EU, sondern von der Türkei in enger Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen ausgehandelt worden. Mützenich war für den Vorstoß nicht nur von Grünen-Politikern, sondern auch von der Vorsitzenden der SPD, Saskia Esken, aufs Schärfste attackiert worden.[7] Den strategischen Hintergrund für die Weigerung, Verhandlungen zu führen, lässt ein Papier erkennen, das Außenministerin Annalena Baerbock und ihre französische Amtskollegin Catherine Colonna schon vor einiger Zeit verfasst haben und das jetzt in Auszügen bekannt geworden ist. Darin heißt es, Russland müsse „abgeschreckt“, „eingedämmt“ und „international isoliert“ werden; dazu müsse „der Krieg gegen die Ukraine in eine strategische Niederlage [für Russland] verwandelt werden“.[8]


Nur zur Schau gestellt

Das von den Berliner Polit-Eliten verfolgte Ziel, den Ukraine-Krieg zu nutzen, um Russland als Machtfaktor auszuschalten, wird zwar von den deutschen Leitmedien, nicht hingegen von der Bevölkerung unterstützt. Schon Ende August ergab eine Umfrage in der Bundesrepublik eine Zustimmung von 77 Prozent für konkrete Bemühungen, Verhandlungen zwecks Beendigung des Krieges einzuleiten; gerade einmal 17 Prozent sprachen sich dagegen aus.[9] Sogar eine Umfrage, die im September in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde, ergab eine Zustimmung von 57 Prozent für diplomatische Bemühungen; nur 32 Prozent lehnten Verhandlungen ab.[10] Um größerem Unmut vorzubeugen, hat die Biden-Administration vor kurzem darauf gedrungen, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj solle nicht mehr darauf insistieren, erst nach einem Sturz des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Moskau zu verhandeln; nur mit zur Schau gestellter Verhandlungsbereitschaft könne man auf Dauer die öffentliche Meinung für sich einnehmen.[11] In Washington hieß es allerdings zugleich, es gehe dabei nur um die Außenwirkung; wirklich verhandeln solle Selenskyj nicht. Der ukrainische Präsident ist der Aufforderung umgehend nachgekommen und verlangt nun nicht mehr den Sturz seines Amtskollegen. Tatsächliche Verhandlungen finden allerdings nicht statt.

 

[1] Keine Anzeichen für gezielten Angriff auf Polen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.11.2022.

[2] Till Fähnders, Gerhard Gnauck, Thomas Gutschker, Friedrich Schmidt, Reinhard Veser: Eine Rakete erschüttert die Nato. Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.11.2022.

[3] Strack-Zimmermann: „Das ist das Russland, mit dem hier einige immer noch ‘verhandeln‘ wollen“. focus.de 15.11.2022.

[4] Geteiltes Echo auf Polens Vorstoß für Friedensmission. zeit.de 16.03.2022.

[5] Thomas Enders: Flugverbotszone im Westen der Ukraine einrichten. augengeradeaus.net 15.03.2022.

[6] Christian Bartlau: „Anne Will“: Ukraines Botschafter Melnyk wütet gegen Ampel und Annalena Baerbock – „Ausrede!“ web.de 08.03.2022. S. dazu Der Wille zum Weltkrieg.

[7] Mützenich erntet Kritik aus der eigenen Koalition. Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.10.2022.

[8] Thomas Gutschker: Eindämmen und abschrecken. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.11.2022.

[9] Mehrheit will, dass Westen Verhandlungen anstößt. n-tv.de 02.09.2022.

[10] John Haltiwanger: New poll signals Americans are growing tired of support for Ukraine without diplomacy as the war against Russia drags on. businessinsider.com 27.09.2022.

[11] Missy Ryan, John Hudson, Paul Sonne: U.S. privately asks Ukraine to show it’s open to negotiate with Russia. washingtonpost.com 05.11.2022.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9085

17.11.2022

Führungsnation im Krieg    Bundeswehr fordert Stärkung der „Einsatzbereitschaft“ der Truppe und des „Einsatzwillens“ der Soldaten. Berlin vergibt erste Mittel aus dem 100-Milliarden-Euro-Militärprogramm.

german-foreign-policy.com, 17. November 2022

BERLIN (Eigener Bericht) – Die Bundeswehr soll sich auf Angriffe „ohne Vorwarnung“ und „mit großer, gegebenenfalls sogar existenzieller Schadenswirkung“ vorbereiten und dabei in Europa als „Führungsnation“ auftreten. Dies fordert laut einem Bericht der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, in einem Grundsatzpapier von Ende September. Demnach müsse nicht nur die „Fähigkeit zu sichtbarer und glaubwürdiger Abschreckung“ deutlich verstärkt werden, sondern auch die „Einsatzbereitschaft“ der Truppe sowie der „Einsatzwille“ der deutschen Soldaten. Auf eine schnelle Aufrüstung dringt auch Heeresinspekteur Alfons Mais, der im Februar erklärt hatte, die Bundeswehr stehe „mehr oder weniger blank da“; Mais zufolge kommt die Beschaffung von Kriegsgerät nicht rasch genug voran. Dabei hat der Haushaltsausschuss des Bundestags soeben erst den neuen Militäretat beschlossen und die Freigabe der ersten Summen aus dem 100-Milliarden-Euro-Militärprogramm vorbereitet, das Kanzler Olaf Scholz am 27. Februar angekündigt hat. Auch die EU stellt neue Gelder für kurzfristige Aufrüstungsmaßnahmen bereit. Die deutsche Rüstungsindustrie meldet erhebliche Umsatz- und Gewinnsprünge.


Zitat: „Einsatzbereitschaft und Einsatzwille“

„Krieg in Europa ist wieder Realität“, heißt es in einem Grundsatzpapier der Bundeswehr („Operative Leitlinien für die Streitkräfte“), das Generalinspekteur Eberhard Zorn laut einem Bericht Ende September abgesegnet hat.[1] Demnach werde die „rund drei Jahrzehnte andauernde Fokussierung“ der Truppe auf Auslandseinsätze der „aktuellen Lage mit ihren systemgefährdenden Überraschungen nicht mehr gerecht“; stattdessen werde in Zukunft „die Bündnisverteidigung ... das militärische Handeln Deutschlands dominieren“. „Angriffe auf Deutschland“ könnten dabei „potenziell ohne Vorwarnung und mit großer, gegebenenfalls sogar existenzieller, Schadenswirkung erfolgen“, heißt es weiter in dem Bundeswehrpapier; die Bundesrepublik müsse sich daher auf „einen aufgezwungenen Krieg“ vorbereiten. Von zentraler Bedeutung sei jetzt die „Fähigkeit zu sichtbarer und glaubwürdiger Abschreckung“. Deren „Rückgrat“ aber bildeten „einsatzbereite, an einem hochintensiven Szenario ausgerichtete und ausgebildete Streitkräfte“, die in kürzester Zeit an der NATO-Ostflanke eingesetzt werden könnten. In Europa werde die Bundesrepublik wegen ihrer geografischen Lage und ihrer potenziellen militärischen Bedeutung als „Führungsnation“ eingestuft; der „Erwartungshaltung der Alliierten“ müsse die Bundeswehr nun auch „hinsichtlich der Einsatzbereitschaft und des dazugehörigen Einsatzwillens“ entsprechen.


Schneller rüsten

Eine rasche Stärkung der Kampfkraft der Bundeswehr hat in der vergangenen Woche auch Heeresinspekteur Alfons Mais gefordert. Mais hatte am Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine mit der Äußerung Schlagzeilen gemacht, die deutschen Streitkräfte stünden „mehr oder weniger blank da“; er hatte damals explizit geurteilt: „Die Optionen, die wir der Politik zur Unterstützung des Bündnisses anbieten können, sind extrem limitiert“.[2] Drei Tage später kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz das 100-Milliarden-Euro-Militärprogramm für die Aufrüstung der Bundeswehr an („Sondervermögen“). Mais urteilt nun, seither habe sich „vor allem in den Köpfen“ viel bewegt: „Es wird sachlicher und tiefer über alles diskutiert, was die innere und äußere Sicherheit betrifft.“[3] Zugleich sei allerdings „die materielle Einsatzbereitschaft des Heeres nicht größer als am 24. Februar“; genaugenommen sei sogar, was die militärische Ausrüstung angehe, „weniger da als vor Kriegsbeginn“ – man habe schließlich „Material aus den Beständen des Heeres an die Ukraine abgegeben“. Es werde noch dauern, „bis wir dieses Material ersetzt bekommen“. Der Heeresinspekteur mahnt zur Eile bei der Aufrüstung der Bundeswehr: „Es macht jetzt einen Riesenunterschied, ob wir Material 2025, 2026 oder erst 2029 bekommen.“


Schützenpanzer, Fregatten, Kampfjets

Drastisch erhöhte Mittel stellt der deutsche Militäretat für das kommende Jahr bereit, der Ende vergangener Woche vom Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen wurde und nun in der nächsten Woche vom Parlament offiziell verabschiedet werden soll. Demnach stehen im kommenden Jahr rund 50,1 Milliarden Euro aus dem regulären Etat zuzüglich 8,4 Milliarden Euro aus dem 100 Milliarden Euro schweren Sonderprogramm zur Verfügung. Aus den regulären Mitteln beschafft werden sollen unter anderem Großraumtransporter vom Typ A400M, weitere Eurofighter sowie Flottendienstboote der Klasse 424; für den Erwerb von Munition hat der Haushaltsausschuss das Budget eigens um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt. Aus dem 100-Milliarden-Programm will Berlin im nächsten Jahr Mittel für Schützenpanzer vom Typ Puma, für Fregatten vom Typ F126, für schwere Transporthubschrauber CH-47 („Chinook“) sowie für neue Kampfflugzeuge vom Typ F-35 entnehmen.[4] Die F-35 sollen unter anderem für die sogenannte nukleare Teilhabe genutzt werden und im Kriegsfall bei Bedarf die US-Atombomben, die in Büchel (Eifel) gelagert sind, zum Einsatzort transportieren sowie sie dort abwerfen. Die Atombomben werden laut jüngsten Berichten noch in diesem Jahr durch ihre modernisierte Variante B61-12 ersetzt werden (german-foreign-policy.com berichtete [5]).


Zusätzliche EU-Mittel

Weitere Zusatzmittel stellt nun auch die EU-Kommission bereit; sie wird dazu ein neues Instrument schaffen, das mit voller Bezeichnung „Instrument zur Stärkung der Europäischen Verteidigungsindustrie durch Gemeinsame Beschaffung“ (EDIRPA) heißt.[6] Ziel ist es vor allem, kurzfristige Beschaffungsmaßnahmen zu fördern, um Lücken zu füllen, die durch Waffenlieferungen an die Ukraine entstanden sind oder denen mit Blick auf die Hochrüstung gegen Russland herausragende Bedeutung beigemessen wird. Alleine für den Zeitraum bis 2024 ist eine halbe Milliarde Euro vorgesehen. Dabei geht es bei EDIRPA ausdrücklich darum, Beschaffungen bei europäischen und nicht bei US-amerikanischen Waffenschmieden zu finanzieren; die Kommission will damit vermeiden, dass es zu einer Beschaffungswelle bei US-Konzernen kommt, deren Produkte nicht selten umfassender in Kriegen erprobt wurden als Rüstungsgüter der europäischen Konkurrenz. Gefördert werden dementsprechend Beschaffungsmaßnahmen bei europäischen Rüstungsunternehmen. Ein weiteres Programm, das ausdrücklich langfristige Beschaffungsvorhaben bedient („Programm für Europäische Verteidigungsinvestitionen“, EDIP), ist in Vorbereitung.


Mehr Munition

Schon jetzt meldet die deutsche Rüstungsindustrie große Umsatz- und Gewinnsprünge. So teilte der Rüstungskonzern Rheinmetall in der vergangenen Woche mit, der Firmenumsatz sei im dritten Quartal 2022 um 12,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen; zugleich sei der Nettoquartalsgewinn um neun Millionen Euro auf 86 Millionen Euro gewachsen.[7] Weil vor allem die Nachfrage nach Munition zunimmt, die im Ukraine-Krieg verschossen wird, wird Rheinmetall nun den spanischen Rüstungskonzern Expal Systems übernehmen, der mit einem Jahresumsatz von gut 400 Millionen Euro zu den größten Munitionsproduzenten in Europa gehört.[8] Bei Rheinmetall heißt es, man selbst könne zur Zeit rund 80.000 Artilleriegranaten im Jahr herstellen; Expal schaffe 250.000 bis 300.000 Stück. Mit der Übernahme soll auch sichergestellt werden, dass der Bundeswehr in künftigen Kriegen nicht die Munition ausgeht.

 

[1] Matthias Gebauer, Marina Kormbaki: Vorbereitung auf „aufgezwungenen Krieg“ – Bundeswehr soll deutlich kampfkräftiger werden. spiegel.de 14.11.2022.

[2] Christoph Rieke: Heeresinspekteur kritisiert deutsche Verteidigungspolitik. tagesspiegel.de 24.02.2022.

[3] Mike Szymanski: „Wir haben einen riesigen Aufholbedarf“. Süddeutsche Zeitung 11.02.2022.

[4] Haushaltsausschuss beschließt Verteidigungsetat und Plan zum Sondervermögen 2023. bmvg.de 11.11.2022.

[5] S. dazu Zum Erstschlag bereit.

[6] EU will 500 Millionen EUR für kurzfristige Rüstungsbeschaffungen bereitstellen. esut.de 14.11.2022.

[7] Munitionsbestellungen kurbeln Rheinmetall-Geschäft an. sueddeutsche.de 10.11.2022.

[8] Martin Murphy, Larissa Holzki, Arno Schütze: Rheinmetall kauft Munitionsfirma – mehr Gepard-Munition für die Ukraine. handelsblatt.com 14.11.2022.



Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9084

16.11.2022

EU-Staaten beschließen erste eigene Friedenstruppe

welt.de, vom 13.11.2022 , Von Christoph B. Schiltz Korrespondent in Brüssel


Eine bis zu 5000 Soldaten starke Einheit soll sich künftig auf die Evakuierung und Stabilisierung spezialisieren. Ihre Einsatzbereitschaft ist für 2025 geplant. Eine erste Mission könnte einen künftigen Waffenstillstand in der Ukraine sichern.


Zitat: Angesichts der weltweit immer prekäreren Sicherheitslage arbeitet die Europäische Union mit Hochdruck an einer neuen schnellen militärischen Eingreiftruppe mit bis zu 5000 Soldaten. Je nach Bedarf sollen zur „EU Rapid Deployment Capacity“ (RDC) neben Bodentruppen auch Luft- und Seestreitkräfte gehören.


Nach Informationen von WELT AM SONNTAG wollen die EU-Verteidigungsminister am Dienstag dafür einen grundlegenden Beschluss fassen: Die ersten beiden von fünf geplanten Szenarien für den Militäreinsatz sollen verabschiedet werden.



EU-Chefdiplomat Josep Borrell erklärte WELT AM SONNTAG das Vorhaben: „Als einen ersten Schritt haben wir zwei mögliche Einsatzszenarien für die EU-Eingreiftruppe erstellt: Rettungs- und Evakuierungsoperationen und als zweites Szenario der Beginn (initiale Phase) eines Stabilisierungseinsatzes. Diese Einsatzszenarios werden uns dabei helfen, die erforderlichen Fähigkeiten für die EU-Eingreiftruppe weiter zu definieren und die erste militärische Übung in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 abzuhalten.“ Diese soll in Spanien stattfinden. Deutschland will nach dem Start 2025 die neue Eingreiftruppe als erstes Land anführen. Darüber ist allerdings noch nicht entschieden worden.


Bei einem Evakuierungseinsatz geht es vor allem darum, europäische Bürger im Ernstfall aus Krisenregionen zu retten. Einen weitgehend planlosen Abzug wie im Sommer 2021 aus Afghanistan soll es nicht noch einmal geben, auf solche Fälle möchte man sich rechtzeitig vorbereiten. Als Zielländer für ein solches Szenario wären Somalia oder Libyen denkbar.


Schnelle Eingreiftruppe

Was hinter der spektakulären Ankündigung der Nato steckt

Ein Stabilisierungseinsatz bedeutet, dass kurzfristig Krisenreaktionskräfte notfalls mit robusten militärischen Mitteln Stabilität herbeiführen und Frieden sichern. Die Soldaten könnten schwer bewaffnet sein. Aus heutiger Sicht könnten hierfür mögliche Einsatzorte die Ukraine oder Moldawien sein.


Der Sicherheitsexperte der in Berlin ansässigen Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Markus Kaim, sagte, die neue Eingreiftruppe könnte auch zur Absicherung einer „Schutzzone in der Ukraine“ eingesetzt werden – beispielsweise, wenn die UN nach einem künftigen Waffenstillstandsabkommen zwischen Moskau und Kiew ein Mandat für eine Friedenstruppe beschließen würden.


Vorläufer der neuen EU-Eingreiftruppe sind die sogenannten Battle Groups. Sie wurden aber nie eingesetzt, so gab es erhebliche Finanzierungsprobleme, ihre Aufstellung litt unter der mangelnden Bereitschaft der Mitgliedstaaten, ausreichend Truppen zu entsenden. Das soll sich nun ändern.


Finanzierung ist noch unklar

Das Training wird deutlich intensiviert. Zudem soll es unterschiedliche kombinierbare „Module“ geben, je nach Einsatzerfordernissen: So muss beispielsweise auf eine politisch organisierte Flüchtlingswelle, wie Ende 2021 und zu Beginn dieses Jahres von Belarus in Richtung Polen, anders reagiert werden als im Fall eines Stabilisierungseinsatzes, der frühzeitig einen Konflikt verhindern soll.


Neu ist auch, dass die beteiligten Staaten künftig nicht mehr die Kosten für Training und Bereitstellung von Soldaten selbst tragen müssen. Wie genau die neue Eingreiftruppe finanziert wird, ist jedoch noch Gegenstand von intensiven Debatten. Ein wesentlicher Teil der Gelder dürfte aus einem Sondertopf für weltweite EU-Kriseneinsätze kommen: der Europäischen Friedensfazilität.


EU-Chefdiplomat Borrell sagte weiter, die neue Truppe sei „entscheidend dafür, dass die EU schnell, robust und effektiv auf Konflikte und Krisen antworten kann, sowohl in unserer direkten Nachbarschaft als auch darüber hinaus“. Die Einheit gehöre zu „den wichtigsten Ergebnissen des Strategischen Kompasses, der im März 2022 beschlossen wurde“.

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„Samstag war Abiball und Montag Dienstantritt“

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, David McAllister (CDU), betonte, sie werde die EU künftig „handlungsfähiger“ machen: „Gemessen an den Hürden, die die europäische Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den letzten Jahren nehmen musste, ist diese Eingreiftruppe ein Meilenstein.“ Das Konzept müsse „spätestens bis 2025“ umgesetzt werden.


Die neue Eingreiftruppe soll helfen, die Sicherheitsinteressen der EU besser durchzusetzen. Ausdrücklich aber soll sie nicht in Konkurrenz zur Nato stehen. In einem EU-Dokument vom März heißt es: „Die Nato ist und bleibt das Fundament der gemeinsamen Verteidigung ihrer Mitglieder.“



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  • Info: https://www.welt.de/politik/ausland/article242100745/Sicherheitspolitik-EU-Staaten-beschliessen-erste-eigene-Friedenstruppe.html

    16.11.2022

    Skepsis gegenüber medizinischer Skepsis

    globalresearch.ca, vom 15. November 2022,Von Dr. Gary Null und Richard Gale


    Thema: ,


     

    Während der Covid-19-Pandemie versuchten Ärzte und Gesundheitsbehörden immer wieder, davon zu überzeugen, dass jede Maßnahme zur Bekämpfung der Ausbreitung des SARS-2-Virus auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhte. Krankenhausverwalter und Kliniker, die Patienten behandelten, befolgten fraglos alle Richtlinien, die von oben verordnet wurden. Wie sich herausstellte, basierte der Konsens, der um Richtlinien und Protokolle herum aufgebaut wurde, nie auf unwiderlegbaren wissenschaftlichen Fakten. Vielmehr war es ein Konsens, der ausschließlich auf dem Gehorsam der Mehrheit basierte. Die Frage, die sich uns stellt, ist, ob es klug ist, jede offizielle Gesundheitsankündigung als unvoreingenommen und wissenschaftlich objektiv zu akzeptieren.


    Mit fortschreitender Pandemie beobachtete eine wachsende Zahl von Ärzten und medizinischem Fachpersonal klaffende Mängel in den Argumenten der Regierung. Wenn das medizinische Establishment falsch liegt, dann sind es auch seine Richtlinien und Richtlinien. Darüber hinaus liegen die Mainstream-Medien, die im Namen medizinischer Behörden sprechen, gleichermaßen falsch, und dies hatte katastrophale Folgen. Was wir jedoch erlebten, war ein Frontalangriff gegen Mediziner, die die verkehrten Pandemiemaßnahmen der Regierung kritisierten.

    Zunehmend werden diejenigen, die unkonventionelle medizinische Therapien wie Naturheilkunde, Homöopathie, traditionelle chinesische und ayurvedische Medizin, eine pflanzliche Ernährung, Nahrungsergänzung usw. befürworten, als ignorant bezeichnet. Naturheilverfahren werden Quacksalberei und Scharlatanerie vorgeworfen.


    Es gibt mächtige Kontingente innerhalb des medizinischen Establishments, die die Öffentlichkeit glauben machen wollen, dass alternative Behandlungen zu medikamentösen Therapien absolut keine Wissenschaft haben, die sie stützt. Trotz dieser absurden Behauptungen kann jeder auf die Website der National Library of Medicine gehen und nach einer Vielzahl natürlicher Therapien suchen und schnell Zehntausende von Studien entdecken, die diese Modalitäten für bestimmte Krankheiten, Infektionserreger und Gesundheitszustände legitimieren. Warum haben wir also einen Scheideweg erreicht, an dem Naturheilkunde trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Beweise verabscheut wird? Und warum gibt es extreme Fraktionen, insbesondere skeptische Ärzte und Medizinprofessoren, die die zivile Debatte verbieten und die Bürger davon abhalten wollen, ihre Entscheidungsfreiheit auszuüben, um medizinische Behandlungen zu wählen, die sie für sich selbst für richtig halten? In den letzten zwei Jahrzehnten ist das skeptische Pogrom gegen nicht-konventionelle medizinische Modalitäten aggressiver geworden und hat die Öffentlichkeit zutiefst verwirrt.


    Moderne Skepsis ist eine dieser lästigen Ansteckungen, die nicht verschwinden werden. Es ist eher wie eine hartnäckige Herpesinfektion. Es flammt auf, wenn Sie es am wenigsten erwarten. Im Internet und insbesondere auf Wikipedia bleiben seine Ideologie und Propaganda weitgehend unbemerkt. Es hat erfolgreich viele College-Campusse infiltriert. Oft erforderliche Kurse in „kritischem Denken“ werden einfach von skeptischen Missionaren unterrichtet, die ihre materialistische Doktrin vorantreiben.


    Wir haben keine Bedenken zu behaupten, dass Skepsis extremer wissenschaftlicher Reduktionismus ist und in den biologischen, Gehirn-, Evolutions- und medizinischen Wissenschaften sehr schädlich ist. Es ist eine ernsthafte Bedrohung für medizinische Innovationen, wissenschaftliche Entdeckungen und langfristig für die öffentliche Gesundheit und eine gesunde Gesellschaft insgesamt.


    Obwohl der moderne Skeptizismus eine Weltanschauung war, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ist der heutige Skeptizismus viel radikaler. Weil Skeptiker glauben, dass sie den Höhepunkt des wissenschaftlichen Materialismus darstellen, fühlen sich viele der berühmten Gurus der Bewegung als die berechtigten Retter, um die moderne Zivilisation aus Tausenden von Jahren vergangener Geschichte zu erlösen, als menschliche Gesellschaften Heilpflanzen und alte Geist-Körper-Praktiken zur Behandlung von Krankheiten nutzten die Rolle von Religion, spirituellen Praktiken, Glaube und Überzeugung, um ein Gefühl des Wohlbefindens und der psychologischen Ganzheit zu fördern. Wie so vieles in unserer dysfunktionalen postmodernen Welt ist Skepsis eine natürliche Folge des von Weißen dominierten, patriarchalischen Anspruchs, der weiterhin die Hallen der Wissenschaft plagt. Es ist eine weitere Perversion der Identitätspolitik, jedoch getarnt unter dem Banner der Wissenschaft.


    Innerhalb der größeren skeptischen Bewegung gibt es eine medizinische Fraktion, die unter dem Namen Science Based Medicine (SBM) bekannt ist. Seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wird die moderne Medizin von der allgemein als evidenzbasierte Medizin (EBM) bekannten Theorie geleitet, die besagt, dass fundierte klinische Entscheidungen zur Behandlung von Krankheiten auf zuverlässigen Beweisen aus randomisierten klinischen Studien und hoher Qualität beruhen sollten veröffentlichte Arbeiten und Metaanalysen.


    Die Übernahme von EBM durch private pharmazeutische Interessenten durch Unternehmen hat die Innovation in der medizinischen Forschung um Jahrzehnte zurückgeworfen.


    Grundsätzlich unterstützt die Science Based Medicine weitgehend die Evidence Based Medicine. Zu seiner Anerkennung erkennt SBM auch die Mängel von EBM an, darunter die Epidemie fehlerhafter Forschungsergebnisse, die in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht werden, die zunehmenden Tendenzen zur Bestätigungsverzerrung bei klinischen Studien und ihren Ergebnissen sowie finanzielle Anreize zur Veröffentlichung von Junk-Studien in Fachzeitschriften. Angesichts der Mängel und Misserfolge der EBM sieht sich die SBM jedoch als der nächste große Schritt für die moderne Medizin, um durch die Einbeziehung des „Plausibilitätsprinzips“ einen wissenschaftlichen Konsens über medizinische Entdeckungen und therapeutische Praktiken herzustellen. Wiederholt, ohne ein fundiertes Verständnis dafür, warum eine bestimmte alternative Gesundheitstherapie entweder erfolgreich ist oder versagt,


    Sich auf das Plausibilitätsargument zu verlassen, ist eine Art Faulpelz, sich selbst zu täuschen und festgefahrene Vorurteile zu verstärken. Skeptiker sind leicht empört, wenn ihnen vorgeworfen wird, subjektive Vorurteile zu hegen, die ihre Bewertung medizinischer Therapien außerhalb ihres starren reduktionistischen Glaubenssystems beeinträchtigen. Wann immer Skeptiker mit einer wissenschaftlichen oder medizinischen Erzählung konfrontiert werden, die ihren eigenen Vorurteilen widerspricht, und in Ermangelung eines wissenschaftlich gültigen Arguments, das auf starken Beweisen basiert, um die Gegenerzählung des Skeptizismus zu stützen, füllt der skeptische Verstand einfach die Lücke mit der „Plausibilität“. " Streit. Plausibilität wird dabei mit der Realität vermengt. Zum Beispiel unter den vielen Estrichen gegen die Homöopathie, Skeptiker unternehmen langatmige Versuche, die Beweise zu diskreditieren, dass sie an „Plausibility Bias“, auch bekannt als „Belief Bias“, schuld sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die militantesten Stimmen von SBM ein brutal dilettantisches Verständnis der menschlichen Psychologie vermitteln.


    Das berichten Forscher der University of British Columbia und Yalein ihrer Arbeit „The Curse of Knowledge in Reasoning About False Beliefs“, dass es einen „Fluch der Wissensvoreingenommenheit“ geben kann, der zu falschen Überzeugungen beiträgt, die von kleinen Kindern verwendet werden. Das heißt, die Forscher berichten, „das eigene Wissen von Erwachsenen über den Ausgang eines Ereignisses kann ihre Fähigkeit beeinträchtigen, über die Überzeugungen einer anderen Person über dasselbe Ereignis nachzudenken. Der Fluch falscher Überzeugungen als Bedingung für das Plausibilitätsargument trifft den Kern der „Wissenschaftskriege“ zwischen skeptischen materialistischen Ansichten der medizinischen Wissenschaft und Befürwortern unkonventioneller medizinischer Praktiken, einschließlich Ernährung, Naturheilkunde, chinesischer und Ayurveda-Medizin usw. deren Weltbild weniger eng linear ist und eher der modernen Systemtheorie und der empirischen Bewertung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen verwandt ist. Was einige Psychologen den „Plausibilitätsfehler“ nennen, ist, wenn jemand von einer irrationalen Annahme überzeugt ist, dass eine plausible Erklärung ein schlüssiger Beweis ist. Abgesehen davon, dass der Glaube an die Macht und den Wert der Wissenschaft übertrieben wird, kann der Skeptizismus in den biologischen und medizinischen Wissenschaften genauer als nihilistischer Skeptizismus beschrieben werden, eine Neigung, a priori Unmöglichkeit zu behaupten und begründete Zweifel in unvernünftigen Unglauben umzuwandeln. Auf diese Weise verstanden, kann SBM als eine Art skeptischer medizinischer Imperialismus betrachtet werden, ein Exzess an Wissenschaft, der seine eigenen subjektiven und voreingenommenen Werte mit wissenschaftlichen Tatsachen verwechselt. Wenden Schizophrene nicht auch verdrehte Argumentation und Logik an, um sich von der Wahrheit ihrer Halluzinationen zu überzeugen? Skepsis in den biologischen und medizinischen Wissenschaften kann genauer als nihilistischer Skeptizismus beschrieben werden, eine Neigung, a priori Unmöglichkeit zu behaupten und begründete Zweifel in unvernünftigen Unglauben umzuwandeln. Auf diese Weise verstanden, kann SBM als eine Art skeptischer medizinischer Imperialismus betrachtet werden, ein Exzess an Wissenschaft, der seine eigenen subjektiven und voreingenommenen Werte mit wissenschaftlichen Tatsachen verwechselt. Wenden Schizophrene nicht auch verdrehte Argumentation und Logik an, um sich von der Wahrheit ihrer Halluzinationen zu überzeugen? Skepsis in den biologischen und medizinischen Wissenschaften kann genauer als nihilistischer Skeptizismus beschrieben werden, eine Neigung, a priori Unmöglichkeit zu behaupten und begründete Zweifel in unvernünftigen Unglauben umzuwandeln. Auf diese Weise verstanden, kann SBM als eine Art skeptischer medizinischer Imperialismus betrachtet werden, ein Exzess an Wissenschaft, der seine eigenen subjektiven und voreingenommenen Werte mit wissenschaftlichen Tatsachen verwechselt. Wenden Schizophrene nicht auch verdrehte Argumentation und Logik an, um sich von der Wahrheit ihrer Halluzinationen zu überzeugen? ein Übermaß an Wissenschaft, das seine eigenen subjektiven und voreingenommenen Werte mit wissenschaftlichen Tatsachen verwechselt. Wenden Schizophrene nicht auch verdrehte Argumentation und Logik an, um sich von der Wahrheit ihrer Halluzinationen zu überzeugen? ein Übermaß an Wissenschaft, das seine eigenen subjektiven und voreingenommenen Werte mit wissenschaftlichen Tatsachen verwechselt. Wenden Schizophrene nicht auch verdrehte Argumentation und Logik an, um sich von der Wahrheit ihrer Halluzinationen zu überzeugen?


    „Medizinische Skepsis“ gegenüber alternativen und traditionellen Medizinsystemen


    Vom Standpunkt der Quantenphysik aus, die wohl als Goldstandard unter den modernen harten Wissenschaften anerkannt werden kann, ist Unplausibilität niemals eine Gewissheit. Es sollte auch nicht als Maßstab dienen, um etwas zu verbannen und zu ignorieren, das nur eine geringe Wahrscheinlichkeit hat, wahr zu sein. In der Physik lohnt es sich immer, weiterzumachen. Aber Beweisregeln im Skeptizismus folgen keiner soliden wissenschaftlichen Untersuchung.


    Wir können einen Fall der Anwendung der eigenen „Plausibilitäts“-Kriterien der Skeptiker auf eine medizinische Rechtsentscheidung überprüfen, die SBM-Befürworter heftig kritisiert haben. Es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die irrationalen Überzeugungen der Skeptiker die rationale Plausibilität übertrumpfen.


    Skeptiker und Befürworter von Impfungen waren gleichermaßen entsetzt über die Entscheidung des US Court of Federal Claims vom August 2007 , der Familie von Hannah Poling Schadensersatz wegen durch Impfung verursachten Autismus zuzusprechen, ein 19 Monate altes Kleinkind, das während eines einzigen Kinderarztbesuchs fünf Impfstoffe erhielt. Vor dem Fall stützten sich die Urteile des Gerichts im Rahmen des Vaccine Injury Compensation Program ausschließlich auf das „Überwiegen der Beweise“ (dh die Kriterien der EBM) für die Bewertung der Kausalität von Impfverletzungen. Mit anderen Worten, subjektive Aussagen, beispielsweise von Eltern impfgeschädigter Kinder, wurden von der Beweisführung ausgeschlossen. Das Gericht änderte jedoch seine Regeln, um „Plausibilität“ aufzunehmen, und dies führte zu der Schlussfolgerung des Gerichts, dass es biologisch „plausibel“ sei, dass Impfstoffe und ihre toxischen Inhaltsstoffe nachteilige Bedingungen auslösen können, die zu Autismus führen. So entschied das Gericht in Bezug auf Hannah Poling.


    Um die Kultur des Skeptizismus weiter zu würdigen, möchten wir vielleicht die Worte und Schriften ehemaliger Skeptiker betrachten, die sich gegen die Bewegung und ihren zugrunde liegenden Neuen Atheismus gewandt haben, mit dem sich populäre skeptische Organisationen, einschließlich SBM, verbündet haben.


    PZ Myers, ein Biologe an der University of Minnesota, hat den Ruf, einer der kämpferischsten militanten Prominenten in der Skeptikerbewegung zu sein. Myers war zusammen mit dem Skeptiker Jerry Coyne und dem Astrophysiker Sean Carroll maßgeblich für die Zensur des Biologen Rupert Sheldrake und des alternativen Historikers Graham Hancock aus den TED-Gesprächen verantwortlich. Aber selbst die Skeptiker-Bewegung ist Myers zu viel geworden. In seiner öffentlichen Erklärung auf Free Thought Blogs, in der er seinen Austritt aus der Bewegung ankündigte, schrieb er: „Es ist klar, dass ‚wissenschaftlicher Skeptizismus' einfach eine verkrüppelte, fehlerhafte Version der Wissenschaft ist, mit besonderen Ausnahmen, um bestimmte Themen außerhalb der Grenzen ihres Zuständigkeitsbereichs zu setzen. ”


    „Skeptizismus hat keine heiligen Kühe“, schreibt Myers, „Mich hat auch genervt, dass die Skeptikerbewegung den Begriff „wissenschaftlich“ überall verwendet … außer dass es sich um eine „Wissenschaft“ handelt, die sich nicht des angesammelten Vorwissens bedient, die das Konzept der Nullhypothese aufgibt [die Annahme, dass es keine Beziehung zwischen Variablen in einer für die statistische Datenerhebung ausgewählten Population gibt], und die so eng definiert, was sie als Beweis akzeptiert, dass sie große Wissensbereiche aktiv ausschließt. Es ist eine zahnlose Wissenschaft, die den „Verbraucherschutz“ über das Verstehen fetischisiert.“


    In der Tat beschuldigt Myers die Skeptiker des „Falschglaubens“-Denkens, der Fluch ihrer Wahrnehmung von Plausibilität.


    Massimo Pigliucci, ein Evolutionsbiologe und Philosoph, der jetzt am City College of New York lehrt, ist ein ehemaliger prominenter Skeptiker und Kolumnist der Zeitschrift Skeptical Inquirer. Auch Pigliucci hat sich zurückgezogenaus der „skeptischen und atheistischen Bewegung (SAM)“. Er stellt fest, dass die Bewegung „zu einer etwas unwirtlichen Umgebung für den philosophischen Dialog geworden ist“. Es „verehrt Berühmtheiten, die oft intellektuelle Dilettanten sind oder zumindest dazu neigen, über Dinge zu sprechen, von denen sie offensichtlich sehr wenig wissen.“ Er wirft der Bewegung auch vor, von „Gruppendenken“ und einer narzisstischen Rücksicht auf ihre eigene intellektuelle Sturheit „durchdrungen zu sein“, „die nur von religiösen Fundamentalisten übertrumpft wird“. Abschließend identifiziert Pigliucci ein entscheidendes Problem, auf das auch wir bei skeptischen Websites, Blogs und insbesondere Wikipedia gestoßen sind,

    Glücklicherweise ist es der SBM-Literatur zum größten Teil nicht gelungen, die Hallen des medizinischen Establishments zu durchbrechen. Eines der frühen Projekte von SBM war die Commission for Scientific Medicine and Mental Health (CSMMH), die den Scientific Review of Alternative Medicine veröffentlichte. Die Zeitschrift, die behaupteteals „das einzige Peer-Review-Journal, das sich ausschließlich der objektiven Analyse der Behauptungen alternativer Medizin widmet“, eine Aussage, die in ihrem Eintrag auf Wikipedia wiederholt wird, wurde dennoch von der National Library of Medicine als äußerst einseitig und voreingenommen eingestuft. Basierend auf einem Informationsfreiheitsantrag, den wir bei der National Library of Medicine eingereicht haben, um Korrespondenz zwischen den Herausgebern der Zeitschrift und dem NIH zu erhalten, haben wir erfahren, dass der Zeitschrift mindestens dreimal die Aufnahme in das Medizin-/PubMed-Register der National Institutes of Health verweigert wurde zuverlässiger medizinischer und gesundheitsbezogener Publikationen. Folglich waren die Versuche von SBM, ihren PR-Schwindel „wissenschaftlicher Beweise“ durch eine Zeitschrift aufrechtzuerhalten, nur von kurzer Dauer. Die Kommission scheint jetzt aufgelöst und nicht mehr operativ zu sein.


    Sorgfältiges Lesen von SBM-Hetzreden, Essays und Meinungsartikeln lässt ernsthafte Zweifel an der geistigen Gesundheit ihrer Autoren aufkommen. Während eines Vortrags bei einer Versammlung der Skeptiker in der National Capital Area gab der Redner auf die Frage eines Zuhörers, warum ein Dozent der Skeptiker gentechnisch veränderte Lebensmittel verteidigt, die unaufrichtige Antwort, dass „alle Lebensmittel gentechnisch verändert sind“ – ein wahrscheinlicher Hinweis auf die jetzt vollständig diskreditierten und die trügerische „substanzielle Äquivalenz“-Hypothese aus den 1990er Jahren, die argumentiert, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen nicht von ihren natürlichen Gegenstücken unterscheiden.


    Es gibt viele Positionen, die SBM-Autoren einnehmen, die einfach bis zum Äußersten fahrlässig sind. Viele dieser Ansichten sind bloße Blindheit und voreingenommene Sturheit, sich mit der Realität der Gesundheitskrisen der Nation auseinanderzusetzen. Es ist immer einfacher, unwissend zu bleiben, als etwas außerhalb Ihrer Kirche oder Ihres Glaubenssystems zu lernen. Einer davon ist insbesondere die starke Unterstützung von SBM für Opioid-Medikamente. Obwohl SBM-Befürworter anerkennendie Opioid-Krise als schreckliches Versagen der Arzneimittelindustrie und der Bundesbehörden betrachtet, besteht ihre einzige Lösung in einem verantwortungsbewussteren Umgang mit diesen lebensbedrohlichen Arzneimitteln. Dies wurde in Skeptic Hetzrede gegen die Bemühungen der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Oregon festgestellt, der Opioid-Epidemie von Verletzungen und Todesfällen entgegenzuwirken, indem Medicaid nicht-medikamentöse Behandlungen zur Schmerzlinderung wie „Akupunktur, Chiropraktik, Massagetherapie und andere alternative Behandlungen“ abdeckt. Dies war ein klares Beispiel dafür, dass SBM die finanziellen Interessen der Pharmaindustrie unterstützt. Zwei Jahre zuvor kritisierten SBM-Skeptikerähnliche Bemühungen in Ohio zur Bekämpfung der Opioidkrise. Obwohl es eine enorme Menge an Peer-Review-Literatur gibt, die die Wirksamkeit nicht-pharmazeutischer Therapien zur wesentlichen Schmerzlinderung eindeutig beweist, weil diese Therapien außerhalb der sehr engen Sicht der Skepsis auf akzeptierte medizinische Praxis liegen, bemühen sich die staatlichen Gesundheitsbehörden, einen Weg zu finden, dem entgegenzuwirken dieser nationalen Katastrophe werden dafür bestraft, dass sie von der Quacksalberei verführt wurden.

    Im Verlauf der Covid-19-Pandemie sind SBM-Autoren konsequent im Gänseschritt mit Anthony Fauci und den Bundesgesundheitsbehörden gegangen und haben manchmal scheinbar als medizinische Schocktruppen der Regierung fungiert. Sie betrachten sich selbst als die Wachhunde, um die institutionalisierte medizinische Tyrannei vor ihren Retraktoren zu schützen. SBM prangert die Wirksamkeit von Ivermectin bei der Behandlung früher SARS-2-Infektionen trotz der überwältigenden gegenteiligen Beweise offen an. Tatsächlich haben SBM-Befürworter sogar die Ethik für die Durchführung klinischer Studien mit Ivermectin in Frage gestellt. Sie unterstützen die Covid-19-Impfung in allen Altersgruppen und unterminieren die Nebenwirkungen des mRNA-Impfstoffs, steigende Myokarditisraten, plötzliche Herzinfarkte und die dokumentierten Fälle, die eine Schwangerschaft bedrohen. Und obwohl ein leitender Angestellter von Pfizer vor einer Anhörung der Kommission der Europäischen Union zugab, dass das Unternehmen seinen Impfstoff nie auf die Darstellung einer Virusübertragung getestet habe, verbreitet die SBM-Blogosphäre weiterhin den gefährlichen Mythos, dass der Impfstoff dazu in der Lage sei. Das Lesen von SBM-Literatur ist die klassische Geschichte von Müll rein, Müll raus.


    Abgesehen von SBMs dogmatischem Krieg gegen die nicht-konventionelle Medizin gibt es ein beunruhigenderes Ziel in der Agenda von SBM.


    In einem Vortrag auf der jährlichen Northeast Conference on Science and Skepticism 2015 skizzierte SBM-Gründer Steve Novella die Definition und Mission der wissenschaftsbasierten Medizin und ihrer Standards zur Bestimmung der Legitimität medizinischer Therapieprotokolle. Unter den Zielen von SBM listete Novella 1) Lobbying-Bemühungen und das Eintreten für „wissenschaftsbasierte“ Gesetzgebung auf, 2) um SBM im Internet besser zu vermarkten, und 3) Bildungsbemühungen, um die Öffentlichkeit über wissenschaftsbasierte Medizin im Allgemeinen und „Skepsis“ zu informieren. ”


    SBM sieht sich auch im Geschäft des Verbraucherschutzes. In einem ArtikelMit dem Titel „SBM auf Wikipedia in jeder Sprache“ stellt der Autor die Initiative der Society for Science-Based Medicine (SfSBM) vor, um ein SBM-Wiki im Internet zu erstellen, das Wikipedia ergänzen würde. Die Strategie der Gesellschaft zielt eindeutig darauf ab, als offensive Propagandamaschine zu fungieren, um ihre krasse materialistische Ideologie zu proselytisieren. SBM hat mit außerordentlichem Erfolg seine Präsenz im Internet bemerkbar gemacht, insbesondere bei Wikipedia-Einträgen. SBM-verbundene Gruppen wie die Guerilla Skeptics auf Wikipedia haben ungefähr fast 1.000 Einträge verfasst, die mit klassischer skeptischer abfälliger Sprache und Inhalten durchdrungen sind, die bösartig gegen nicht-konventionelle Medizin und die führenden Befürworter der Naturmedizin voreingenommen sind.


    Trotz der vielen Bemühungen von SBM, die Mainstream-Medien und sozialen Netzwerke effektiver in ihre Version des extremen medizinischen Reduktionismus umzuwandeln, ist sie von den großen konventionellen medizinischen Verbänden und Institutionen marginalisiert und nicht anerkannt worden. Mit sehr wenigen Ausnahmen sind die Führer von SBM intellektuelle Leichtgewichte mit unscheinbarer Verlagsgeschichte. Außerhalb der skeptischen Gemeinschaft werden sie als eingeladene Hauptredner bei professionellen medizinischen oder wissenschaftlichen Konferenzen außerhalb der skeptischen Gemeinschaft weitgehend ignoriert. Ihre Botschaft ist zu extrem und rückschrittlich für medizinische Autoritäten und prominente medizinische Fachzeitschriften. Vielleicht hatte SBM wegen seiner vielen internen Irrtümer und Fehler keine andere Alternative, um sich bemerkbar zu machen, als die Schwächen des Internets auszunutzen, um seine Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen.


    Aber es ist SBM und jetzt auch der generelle Einzug von Skepsis in die Verbrauchervertretung, der die Öffentlichkeit am meisten empören sollte. Im Jahr 2018 reichte die Vorzeigeorganisation von Skepticism, das Center for Inquiry , eine Klage  gegen CVS-Apotheken im District of Columbia wegen mutmaßlicher Täuschung von Kunden durch den Verkauf homöopathischer Mittel, insbesondere des Erkältungs-/Grippemittels Osciloccinum, ein. Die Klage, die vor Gericht fortgesetzt wird, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall, den wir von einer Ideologie erwarten würden, die eine Doktrin des wissenschaftlichen Materialismus umfasst und entschlossen ist, die freie medizinische Wahl durch ein homogenes Regime zu ersetzen, das sich für ein Arzneimittel in Einheitsgröße einsetzt -basierte Struktur zur Behandlung aller Krankheiten.


    Es gibt Hinweise darauf, dass SBM unter dem Deckmantel einer „Verbraucherschutz“-Organisation agiert. Einer der Gründer von SBM fungiert als wissenschaftlicher Berater des American Council on Science and Health (ACSH). ACSH bezeichnet sich selbst als Verbraucherschutzorganisation und behauptet, evidenzbasierte Wissenschaft zu unterstützen. Seine Plattformen und Projekte sind jedoch radikal industriefreundlich und setzen sich für gentechnisch veränderte Lebensmittel, Atomkraft, Impfvorschriften, Erdgas und die Deregulierung giftiger Chemikalien ein. Nahezu jedes Mitglied des Treuhänders hat direkte Verbindungen zu Großunternehmen. Anwalt Gary Ruskin von US Right to Know identifiziertdie ACSH als Frontgruppe für die „Tabak-, Chemie-, fossile Brennstoff-, Kosmetik- und Pharmaindustrie“. Ein Bericht von Mother Jones deckte auf, dass im Jahr 2012 zu den ACSH-Spendern Chevron, Coca-Cola, die Bristol Myers Squibb Foundation, Bayer Cropscience, Procter and Gamble, Syngenta, 3M, McDonald's und Tabakgiganten wie Altria und Phillip Morris gehörten. Der Rat hat auch die Beziehungen zur Familie Koch, den Eigentümern von Koch Industries und den wichtigsten Geldgebern des randianischen industriefreundlichen American Legislative Exchange Council oder ALEC gefestigt. Folglich ist das am stärksten radikalisierte Kontingent des SBM-Skeptizismus ein Informationsunternehmen, das im Namen der Bemühungen von ACSH handelt, die finanziellen Interessen von Unternehmen zu schützen und zu sichern, die durch billigere und natürliche Gesundheitspraktiken bedroht werden.


    Wir müssen uns fragen, warum SBM die meiste Aufmerksamkeit darauf verwendet, alternative Medizin zu diskreditieren und herabzusetzen und Versuche zu unternehmen, sich gegen die Finanzierung dieser therapeutischen Modalitäten, einschließlich gesunder Ernährung, einzusetzen. In der Zwischenzeit werden jährlich Milliarden von Dollar von der Versicherungsbranche und einem Medizinkartell verschwendet, die Patienten von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängig halten wollen, von denen viele wenig wissenschaftliche Grundlage für ihre statistische Wirksamkeit, geschweige denn für ihre Sicherheit haben. Wie viele Kräuter haben Black-Box-Warnungen im Vergleich zu Unternehmensdrogen erhalten? Dies ist einer der Gründe, warum der Anspruch von SBM, ein verantwortungsvoller Verbraucheranwalt zu sein, ein Trick ist. SBM ist, wie der moderne Skeptizismus im Allgemeinen, eine Betrugsideologie mit all den bekannten anthropologischen Insignien eines religiösen Kultes.


    Glücklicherweise werden wissenschaftliche Entdeckungen schließlich an der skeptischen Medizin vorbeiziehen, da unkonventionelle medizinische Praktiken nicht nur bei Patienten beliebter werden, sondern auch von den nächsten Generationen von Ärzten allgemein akzeptiert werden. Während die skeptische Wissenschaft die amerikanische Medizin in einem tödlichen Schraubstock festhält, ist dies in den meisten Teilen der Welt nicht der Fall.


    Tatsächlich könnte uns die Mission von SBM an die altgriechische Geschichte über Sisyphus erinnern – einen mythologischen Idioten, der so von seiner eigenen intellektuellen Hybris und seinen Tricksereien erfüllt ist, dass Zeus ihn dazu verdammt, für immer einen Felsbrocken einen Hügel hinauf in die Tiefe des Hades zu rollen. Sisyphos ist ein passendes Maskottchen für den SBM-Kult. Aber trauen Sie uns diese Analogie nicht zu. Tatsächlich hat SBM Sisyphos zu Recht als würdiges Logo für seine Bewegung bezeichnet. Unsere Mission ist es, weiterhin die skeptischen Absichten von SBM zu entlarven und dadurch seinem Felsbrocken mehr Gewicht zu verleihen. Mit der Zeit wird Sisyphus hoffentlich erschöpft sein und zurück in die Feuer der Unterwelt rollen.

    *

    Richard Gale ist Executive Producer des Progressive Radio Network und ehemaliger Senior Research Analyst in der Biotechnologie- und Genombranche.


    Dr. Gary Null ist Moderator des landesweit am längsten laufenden öffentlichen Radioprogramms über alternative und Ernährungsgesundheit und ein mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilmregisseur, einschließlich seines kürzlich erschienenen Last Call to Tomorrow

    Sie leisten regelmäßig Beiträge für Global Research.


    Das ausgewählte Bild stammt aus den Health Impact News

    Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Dr. Gary Null und Richard Gale , Global Research, 2022


    Info: https://www.globalresearch.ca/being-skeptical-about-medical-skepticism/5799097

    16.11.2022

    noch Ausgewähltes....

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 16. November 2022, 20:05 Uhr


    https://www.jungewelt.de/artikel/438930.massenorganisation-des-tages-henry-kissinger-preis.html

    17.11.2022

    *Massenorganisation des Tages: Henry-Kissinger-Preis

    */Von Arnold Schölzel


    /Das wurde aber auch Zeit. Helmut Schmidt hat ihn, Helmut Kohl, Angela

    Merkel, Wolfgang Schäuble, Hans-Dietrich Genscher, Richard von

    Weizsäcker und George Bush senior auch. Am Mittwoch abend erhielt laut

    Ankündigung des Bundespräsidialamtes Frank-Walter Steinmeier in New York

    den Henry-Kissinger-Preis. So wurden zwei lebende Legenden beim

    Arrangement von Faschistenputschen und Flächenbombardierungen einander

    zugeführt. Kissinger ließ 1973 in Chile Salvador Allende beseitigen,

    Steinmeier erledigte Analoges im Februar 2014 in Kiew. Kissinger dehnte

    Anfang der 70er den US-Völkermord in Vietnam auf Laos und Kambodscha

    aus, Steinmeier koordinierte im deutschen Kanzleramt die Beteiligung

    beim Zertrümmern von Jugoslawien 1999, von Afghanistan ab 2001. Echte

    Transatlantiker.


    Wer solche Verdienste um Krieg und Elend hat, entgeht nicht dem Orden,

    der vom jetzt 99jährigen Namensgeber gestiftet wurde. Die Verleihung

    fand laut Programm mit passender Figurendekoration statt: Kissinger, zu

    dessen Verhaftung wegen Kriegsverbrechen vor zehn Jahren noch große

    Anzeigen in Berliner Tageszeitungen aufriefen, sollte eröffnen. Die

    Laudatio wollte Condoleezza Rice halten. Das ist jene liebenswürdige

    Lady, die für George Bush junior vor rund 20 Jahren den »neuen Mittleren

    Osten« schuf. Das kostete lediglich ein paar Millionen Tote und

    Vertriebene von Syrien bis Pakistan. Steinmeier kann in seiner

    Dankesrede erläutern, wie er den Bremer Murat Kurnaz jahrelang in

    Guantanamo Bay schmoren ließ, obwohl selbst die dortigen US-Folterprofis

    Kurnaz loswerden wollten. Steinmeier störte das bislang nicht,

    neuerdings aber hat er Erscheinungen. Am 28. Oktober bekannte er, das

    »Angesicht des Bösen« erblickt zu haben. Es war russisch, und seitdem

    hat der Bundespräsident Metaphysik, aber keinen Schlaf. Ein

    Kissinger-Orden ist die beste Therapie.

    16.11.2022

    Ist es den USA ernst mit Verhandlungen über die Ukraine?

    consortiumnews.com, vom 15. November 2022,    (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)
    Die Äußerungen des US-Präsidenten zu territorialen Kompromissen könnten eine Wende bedeuten, aber ist es dem Weißen Haus ernst mit Verhandlungen? fragt M.K. Bhadrakumar.


    Bei den Zwischenwahlen in den USA kam es zu knappen Rennen, bei denen der Senat in demokratischer Hand blieb und das Repräsentantenhaus von den Republikanern übernommen wurde.

    Letzten Mittwoch sagte Präsident Joe Biden auf einer Pressekonferenz:

        "Ich bin bereit, mit meinen republikanischen Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich denke, das amerikanische Volk hat deutlich gemacht, dass es von den Republikanern erwartet, dass sie ebenfalls bereit sind, mit mir zusammenzuarbeiten. Im Bereich der Außenpolitik hoffe ich, dass wir diesen parteiübergreifenden Ansatz fortsetzen werden, um Russlands Aggression in der Ukraine entgegenzutreten."

    Auf die Frage, ob die US-Militärhilfe für die Ukraine ohne Unterbrechung fortgesetzt werde, antwortete Biden lediglich: "Das ist meine Erwartung." Er betonte, dass die USA der Ukraine keinen Blankoscheck" ausgestellt und Kiew lediglich mit der rationalen Fähigkeit ausgestattet haben, sich selbst zu verteidigen".

    Biden vermied eine direkte Antwort auf die Frage, ob die russische Evakuierung der Stadt Cherson Kiew ein Druckmittel für die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit Moskau geben würde. Aber er widersprach einer solchen Denkweise auch nicht. Er sagte:

        " ... zumindest wird sie (die Evakuierung) allen Beteiligten Zeit verschaffen, ihre Positionen über den Winter neu zu kalibrieren. Und es bleibt abzuwarten, ob eine Entscheidung darüber getroffen wird, ob die Ukraine zu einem Kompromiss mit Russland bereit ist oder nicht."

    Biden sagte, dass es am Rande des zweitägigen G20-Gipfels auf Bali, der am Dienstag begonnen hat, zu Konsultationen mit den Staats- und Regierungschefs kommen könnte, obwohl der russische Präsident Wladimir Putin selbst nicht anwesend sein wird.

    Es findet eine Art diplomatische Kommunikation statt.

    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)


     In einer zweiten Frage zu den Entwicklungen in Cherson sagte Biden, dass die russische Evakuierung den beiden Seiten nicht nur helfen werde, "ihre Wunden zu lecken", sondern auch "zu entscheiden, was sie über den Winter tun werden, und zu entscheiden, ob sie einen Kompromiss eingehen werden oder nicht".

    Bemerkenswert ist, dass Biden zweimal von "Kompromissen" (sprich territorialen Zugeständnissen) seitens Kiews gesprochen hat, was eine deutliche Abkehr von der US-Haltung bedeutet, dass die russischen Streitkräfte aus der Ukraine abgezogen werden sollten. Biden schloss: "Das ist es, was passieren wird, ob oder ob nicht. Ich weiß nicht, was sie tun werden. Und - aber eines weiß ich: Wir werden ihnen [den Ukrainern] nicht sagen, was sie zu tun haben."

    [In einer Videoansprache auf dem G-20-Gipfel in Bali am Dienstag wiederholte der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij zehn Bedingungen für die Beendigung des Konflikts, darunter den vollständigen Rückzug der russischen Truppen und die vollständige Wiederherstellung der ukrainischen Kontrolle über das ukrainische Territorium", berichtete euronews.]

    Insgesamt stimmen Bidens Äußerungen mit einem Bericht von NBC News vom vergangenen Mittwoch überein, in dem unter Berufung auf informierte Quellen berichtet wird, dass der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan bei seinem unangekündigten Besuch in Kiew in der vergangenen Woche die Bereitschaft der Ukraine zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts untersucht hat.


    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)



    Der Sender NBC berichtete, dass Sullivan Optionen für die Beendigung des Konflikts und die Möglichkeit der Aufnahme von Verhandlungen prüfe und bei Treffen mit ukrainischen Behörden auf die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung hinwies.

    Dem Bericht zufolge sind einige amerikanische und westliche Beamte zunehmend der Ansicht, dass weder Kiew noch Moskau alle ihre Ziele erreichen können und dass die winterliche Abschwächung der Feindseligkeiten eine Chance für den Beginn von Verhandlungen bieten könnte.

    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)



    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, sagte: "Wir sind nach wie vor offen für Verhandlungen, wir haben sie nie abgelehnt, wir sind bereit, sie zu führen - natürlich unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Realitäten."

    Die russischen Behörden behaupten, dass die Evakuierung ihrer Streitkräfte in Cherson ausschließlich aus Sicherheitsgründen erfolgt sei. Die Verantwortung für die Empfehlung wurde von Armeegeneral Sergej Surowikin, dem Befehlshaber der russischen Militäroperation in der Ukraine, übernommen. Der General erklärte in einer im Fernsehen übertragenen Rede, die Evakuierung von Cherson schaffe stärkere Verteidigungslinien für die Truppen und werde das Leben von Soldaten und Zivilisten retten.

    Die Anwesenheit des russischen Außenministers Sergej Lawrow auf Bali ist von entscheidender Bedeutung. Vermutlich hatte er Kontakte zu seinen westlichen Amtskollegen. Bidens Äußerungen über territoriale Kompromisse deuten auf eine mögliche Änderung des Kalküls hin.

    Auch General Mark Milley, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, bestätigte bei der Eröffnung einer Diskussion mit dem Economic Club of New York am vergangenen Mittwoch über die Möglichkeit eines Friedens zwischen der Ukraine und Russland, dass es in der Tat "ein Zeitfenster für Verhandlungen" gebe.

    Der General forderte: "Wenn es eine Gelegenheit zu verhandeln gibt, wenn Frieden erreicht werden kann, ergreifen Sie sie. Ergreifen Sie den Moment." Er sprach natürlich mit Blick auf die russische Militärführung.


    Das Weiße Haus wies jedoch Mileys Äußerungen zurück und sendete gemischte Botschaften über die Möglichkeit einer Verhandlungslösung des Krieges. Die USA würden "nicht von ihrem Ziel abrücken, die Russen zu vertreiben", sagten hochrangige Beamte der Biden-Administration, wie Politico berichtete.

    Da die Republikaner nun die Kontrolle über das Repräsentantenhaus haben, muss Biden möglicherweise mit der GOP-Führung über Entscheidungen zur Ukraine verhandeln, obwohl es bisher eine starke parteiübergreifende Unterstützung für die Ukraine gegeben hat.  

    Die sich zuspitzende Wirtschaftskrise in Europa birgt ebenfalls explosives Potenzial für politische Unruhen, vor allem wenn es angesichts des harten Winters zu einem weiteren Flüchtlingsstrom aus der Ukraine kommt.

    Die Rückwirkungen der Sanktionen gegen Russland haben Europa tödlich verwundet, und abgesehen von dem Getöse gibt es wirklich keinen Ersatz für die preiswerten, zuverlässigen und reichlichen russischen Energielieferungen über Pipelines.



    All dies hat enorme Auswirkungen auf die Einheit des Westens. Der jüngste Besuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz in China zeigt, dass sich Uneinigkeit zusammenbraut.

    Vor allem die massive russische Mobilisierung droht dem ukrainischen Militär einen K.O.-Schlag zu versetzen, aber die Europäer haben keine Lust auf eine Konfrontation mit Russland.

    Das Vereinigte Königreich, Washingtons treuer Verbündeter in der Ukraine, steht ebenfalls unter enormem Druck, sich zurückzuziehen und sich auf die innenpolitische Krise zu konzentrieren, da die neue Regierung mit einem Finanzierungsloch in der Größenordnung von 50 Milliarden Pfund im Haushalt zu kämpfen hat.

    Die Vorstellungen von einem Regimewechsel in Moskau, die Biden einst öffentlich vertrat, und das Projekt der Neokonservativen, Russland "abzuschaffen", sind gegen eine Mauer gestoßen und zusammengebrochen.

    Allerdings können sich die USA damit trösten, dass der russische Rückzug aus dem Gebiet westlich des Dnjepr bedeutet, dass Moskau nicht die Absicht hat, Nikolaev oder gar Odessa anzugreifen - zumindest nicht in nächster Zeit.

    Sollten die ukrainischen Streitkräfte jedoch nachrücken, Cherson besetzen und die Krim bedrohen, wird dies eine große Herausforderung für die Regierung Biden darstellen.

    Im Moment ist es noch verfrüht einzuschätzen, dass Moskau die bittere Entscheidung, die durch ein Dekret Katharinas der Großen gegründete und tief im kollektiven Bewusstsein der Russen verankerte Stadt Cherson aufzugeben, nur getroffen hat, weil man sich einigermaßen sicher ist, dass Washington Kiew davon abhalten wird, die sich zurückziehende russische Armee bis zum Ostufer des Dnjepr zu "verfolgen". Russland dementierte am Dienstag Berichte, wonach ein solcher ukrainischer Angriff auf das Ostufer stattgefunden habe.

    M.K. Bhadrakumar war mehr als 29 Jahre lang im indischen Auswärtigen Dienst tätig, unter anderem als indischer Botschafter in der Türkei und Usbekistan.

    Dies ist ein aktualisierter Artikel von Peoples Dispatch.

    Die darin geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die von Consortium News wider.
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    Info: https://consortiumnews.com/2022/11/15/is-the-us-serious-about-negotiations-on-ukraine/?eType=EmailBlastContent&eId=2313942c-3320-4c20-8889-821577ce9bb1

    16.11.2022

    Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.                  

                                                                   Dieter Hildebrandt
    16.11.2022

    Drewermann Friedensrede G7 Treffen in Münster: Verhandeln statt schießen! Frieden schließen! 3.11.22

    Am 3. Nov. 2022 sprach Deutschlands bekanntester Pazifist, der Theologe und Psychotherapeut Dr. Eugen Drewermann in Münster bei der Kundgebung der Deutschen Friedensgesellschaft "Verhandeln statt schießen! Frieden schließen!" anlässlich des Treffens der Außenminister*innen der G7-Staaten. Auf die Straße für den Frieden!


    Mehr Info zur Veranstaltung: http://dfgvk.blog.muenster.org/2022/1...


    Mehr zu Drewermann:

    Webseite: http://drewermann.de oder https://drewermann.wordpress.com


    Bücher von Drewermann:

    Patmos Verlag: https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/...

    Herder Verlag: https://www.herder.de/autoren/d/eugen...

    Drewermann Biografie: https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/...

    Einführung in das Denken Drewermanns: https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/...


    Info: Video https://m.youtube.com/watch?v=RHwSYG78cyk  Dauer 34:06 min

    16.11.2022

    Elga Bartsch: Blackrock-Ökonomin soll neue Abteilungsleiterin im Wirtschaftsministerium werden

    msn.com/de, (manager magazin). 15. November 2022 um 15:34 Uhr, Anna Driftschröer

    Die Spitzenökonomin Elga Bart, sch verlässt den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Künftig soll sie die Grundsatzabteilung im Bundeswirtschaftsministerium leiten. Unter Robert Habeck soll sie die Energie- und Wirtschaftskrise bekämpfen.


    Elga Bartsch: Blackrock-Ökonomin soll neue Abteilungsleiterin im Wirtschaftsministerium werdenElga Bartsch: Blackrock-Ökonomin soll neue Abteilungsleiterin im Wirtschaftsministerium werden© Alex Kraus / Bloomberg via Getty Images


    Die Grundsatzabteilung im Bundeswirtschaftsministerium soll künftig von der Ökonomin Elga Bartsch (56) geleitet werden. Dies verlautete am Dienstag aus Ministeriumskreisen in Berlin. Die Makroökonomin verfüge über große internationale Erfahrung, hieß es. Mit ihr gewinne das Ministerium tiefe makroökonomische Expertise samt Fiskalpolitik und Geldpolitik. Durch ihre Forschungen sei sie eine Expertin für die Risiken des Klimawandels für die Wirtschaft und deren ökonomische Modellierung. Elga Bartsch muss als neue Abteilungsleiterin noch vom Kabinett bestätigt werden.


    Bartsch hatte den Informationen zufolge bis zum Sommer in London die Volkswirtschafts- und Kapitalmarkt-Forschung der Vermögensverwaltungsgesellschaft Blackrock geleitet. Nach ihrer Promotion in Kiel hatte Bartsch mit IWF und OECD geliebäugelt, ging aber zur Investmentbank Morgan Stanley und stieg bis zur Europa-Chefvolkswirtin auf.


    Bisher war die Abteilung im Wirtschaftsministerium von Philipp Steinberg (48) geleitet worden. Er hatte Anfang Oktober die neue Abteilung für Energiesicherheit und Wirtschaftsstabilisierung übernommen, in der Aufgaben und Referate aus verschiedenen Abteilungen zusammengezogen wurden.


    Dem vorausgegangen war die Zusammenlegung von zwei Zentralabteilungen, wodurch eine Abteilungsleiterstelle frei wurde. Mit den Umstrukturierungen will sich das Ministerium besser für die Bekämpfung der Energie- und Wirtschaftskrise aufstellen.


    Info: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/elga-bartsch-blackrock-ökonomin-soll-neue-abteilungsleiterin-im-wirtschaftsministerium-werden/ar-AA148tm5?ocid=msedgntp&cvid=da90a025c27c41f9a6fc846ddb7ed822

    16.11.2022

    Friedensethiker Becker rät:
    "Wir müssen raus aus Eskalationsdynamik"

    evangelisch.de, 02.11.2022, epd, Martina Schwager, Krieg und Frieden
    Friedensethiker und Ökonom Ralf Becker leitet ein von der badischen Landeskirche beauftragtes Expertengremium und befürwortet angesichts der aktuellen Konflikte in der Welt Modelle einer zivilen Sicherheitspolitik.


    Zitat: Der Friedensethiker und Ökonom Ralf Becker plädiert für den Wandel von einer militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik. Gerade vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Ukraine-Konflikts und der drohenden Klimakatastrophe halte er es für notwendig und auch realistisch, zu Friedensverhandlungen zu kommen. Der Koordinator der Initiative "Sicherheit neu denken" der Evangelischen Landeskirche in Baden im Interview.


    Eine Initiative für die mittelfristige Umwandlung der militärischen in eine rein zivile Sicherheitspolitik scheint nicht in eine Zeit zu passen, die vom Krieg in der Ukraine beherrscht wird. Warum es dennoch gerade jetzt sinnvoll ist, sich mit Alternativen zur militärischen Friedenssicherung auseinanderzusetzen, erklärt der Koordinator der Initiative "Sicherheit neu denken" der Evangelischen Landeskirche in Baden, Ralf Becker in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst.

    Der Friedensethiker und Ökonom hat gemeinsam mit Experten ein Szenario entwickelt, nach dem unter anderem die Bundeswehr bis 2040 in eine internationale Polizei und ein internationales Technisches Hilfswerk umgewandelt werden soll. Deutschland würde dann jährlich 70 Milliarden Euro in die zivile Friedenssicherung investieren und Europa eine Wirtschafts- und Sicherheitspartnerschaft mit Russland und asiatischen Staaten betreiben. Becker spricht am 4. November auf Einladung des evangelisch-lutherischen Sprengels in Osnabrück.


    epd: Herr Becker, ist Ihre Vision angesichts des Krieges in der Ukraine und der Waffenlieferungen, die sogar von einstigen Friedensaktivisten befürwortet werden, nicht utopisch?


    Ralf Becker: Es ist in der Tat herausfordernd, unsere Vorstellungen in die Debatte einzubringen. Aber mittlerweile wird unsere Initiative von mehr als 150 Organisationen getragen. Wir haben Kontakte in die Parteien und zu zahlreichen führenden Verteidigungs- und Außenpolitikerinnen auch des neuen Bundestags. Wir glauben, dass aufgrund der weltpolitischen Lage der Druck automatisch zunehmen wird. Wenn wir uns die sich verselbstständigende Klimakatastrophe ansehen, wissen wir, dass wir uns mittelfristig mit unserem Nachbarn Russland wieder ins Benehmen setzen müssen. Es wird also mit zunehmender Zeit immer dringlicher, auch über diesen Krieg hinauszuschauen.


    Können Sie Beispiele für Ideen nennen, die Sie in die Debatte einbringen?


    Becker: Man könnte den Krieg beenden, wenn man differenzierte Lösungsmöglichkeiten ins Auge fassen würde. Die Ostukraine und die Krim könnten zum Beispiel völkerrechtlich weiterhin zur Ukraine gehören, aber einen weitgehenden Autonomiestatus bekommen. Der würde auch russisch als Amtssprache umfassen und weitere Eigenständigkeits-Symbole. Dann könnten sich beide Seiten als Gewinner dieses Krieges darstellen.


    Sind Sie auch international mit Politikern über solche Lösungsmöglichkeiten im Gespräch?

    Becker: Wir sind sehr viel im Gespräch mit afrikanischen Politiker:innen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Die haben einen ganz anderen Blick auf den Ukraine-Konflikt. Sie sehen ihn als Teil einer Großmachtkonkurrenz zwischen den USA, Russland und China. Sie wollen sich nicht einseitig positionieren, sondern dringen auf Friedensverhandlungen. Wir als Initiative bauen gerade in Afrika ein größeres Netzwerk auf, unter anderem mit Vertreter:innen von Unterorganisationen der Afrikanischen Union, aber auch von Polizei, Kirche und Zivilgesellschaft. Wir arbeiten mit Schwesterorganisationen in Großbritannien, in den Niederlanden, Italien, der Schweiz und in Österreich zusammen.


    Sie sehen also durch die derzeit eskalierende Situation weltweit sogar noch größere Chancen, Ihre Visionen durchzusetzen?


                         "Wenn wir noch jahrelang in dieser militärischen Kriegslogik bleiben,
                dann erreichen wir weder die Klimaziele noch irgendeine Pandemiebekämpfung."


    Becker: Auf jeden Fall. Wir sehen bei jedem Vortrag, dass wir in diesen dunklen Zeiten hoffnungsvolle Wege aufzeigen. Die sind vielleicht kurzfristig schwer vermittelbar. Aber wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit der Zeit immer mehr Gehör finden werden. Denn es gibt schlicht und ergreifend keine Alternative. Wenn wir noch jahrelang in dieser militärischen Kriegslogik bleiben, dann erreichen wir weder die Klimaziele noch irgendeine Pandemiebekämpfung.


    Wie passen in Ihre Visionen autokratische Herrscher wie in Russland, Nordkorea oder China?


                          "Autokraten sind nicht durchgeknallt, sondern kühl berechnend."


    Becker: Wir vermeiden das Zeichnen eines Schwarz-Weiß-Bildes. Autokraten sind nicht durchgeknallt, sondern kühl berechnend. Kim Jong-Un in Nordkorea oder auch Wladimir Putin wollen einen Dialog auf Augenhöhe mit dem Westen. Der wird ihnen bislang aber verwehrt. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch mit Präsident Putin zu reden ist, wenn wir die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine zum Verhandlungsthema machen.


    Christen demonstrieren auf Ukraine Friedensdemo




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    Wie sehen Sie denn die akute Lage in der Ukraine. Ist es sinnvoll, weiter Waffen zu liefern?


    Becker: In unserer Initiative gibt es dazu sehr unterschiedliche Stimmen, genauso wie in der Politik und in der Bevölkerung. Ich persönlich bin für diese Waffenlieferungen. Ich glaube, dass es jetzt, wo der Krieg begonnen hat - was man hätte verhindern können - tatsächlich sinnvoll ist, Präsident Putin dieses Zeichen der Stärke entgegenzusetzen.


    "Sehr schnell könnte eine Schwelle überschritten werden. Dann werden wir zur aktiven Kriegspartei oder der Krieg weitet sich zu einem Atomkrieg aus."


    Allerdings ist es unsere Aufgabe als Kirche und als Initiative "Sicherheit neu denken", auf die Risiken aufmerksam zu machen. Sehr schnell könnte eine Schwelle überschritten werden. Dann werden wir zur aktiven Kriegspartei oder der Krieg weitet sich zu einem Atomkrieg aus. Deshalb führen wir weniger die Diskussion um Waffenlieferungen, sondern dringen darauf, dass die langfristigen Interessen aller Konfliktparteien in Verhandlungen eingebracht werden.


    Wie kann das gehen?


    Becker: Wir sehen, dass laufend Verhandlungen gelingen, zur Lieferung von Getreide und zum Austausch von Gefangenen. Darauf gilt es aufzubauen. Zentral ist, dass wir Präsident Putin Verhandlungen über den zukünftigen militärischen Bündnisstatus der Ukraine zugestehen. Es gibt bereits Verhandlungsinitiativen, zum Beispiel von der Afrikanischen Union, die sich auch als Mediatorin angeboten hat. Wir wissen auch aus den deutschen Regierungsparteien, dass nicht öffentlich weiter Verhandlungsbemühungen laufen. Wir müssen raus aus der aktuellen Eskalationsdynamik - dafür versuchen wir in wöchentlichen Gesprächen mit Spitzenpolitikerinnen zu sensibilisieren. Wir haben nie eine Garantie, dass das funktioniert. Die hat aber die militärische Konfliktbearbeitung auch nicht.


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    Evangelische Bischöfe


    Nicht genug mit dem Bösen gerechnet


    Die evangelischen Bischöfe Christian Stäblein und Friedrich Kramer haben Versäumnisse der evangelischen Kirche bei der Bewertung der geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre eingeräumt.


    Info: Der evangelisch-lutherische Sprengel Osnabrück lädt zur 8. Osnabrücker Männervesper am 4. November, 18.30 Uhr im Steinwerk St. Katharinen unter dem Titel "Sicherheit neu denken - Zivile Sicherheitspolitik ganz ohne Militär, geht das?". Referent ist Ralf Becker.


    Seit 2019 wird die Initiative "Sicherheit neue denken" der Evangelischen Landeskirche in Baden, die sich für den Wandel der militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik einsetzt, von Projektkoordinator Ralf Becker (56) geleitet. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler hat ab 2015 bereits maßgeblich an der Entwicklung des Szenarios einer zivilen Sicherheitspolitik mitgearbeitet. Bis 2019 war er zehn Jahre lang Koordinator des Vereins "gewaltfrei handeln".


    Der Katholik Becker war früher auch beim Kolping-Bildungswerk und dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor tätig. Er hat bei der Erlassjahr-Kampagne für die Entschuldung von Entwicklungsländern und am Club-of-Rome-Bericht "Money and Sustainability" (Geld und Nachhaltigkeit) mitgewirkt. Sein Engagement galt schon früh der Sozial- und Entwicklungspolitk wie auch der Friedensbewegung. 2000 trat das einstige CDU-Mitglied aus der Partei aus.


    Info: https://www.evangelisch.de/inhalte/207683/02-11-2022/friedensethiker-becker-raet-wir-muessen-raus-aus-eskalationsdynamik


    unser Kommentar: Bei der Friedensarbeit der Initiative "Sicherheit neu denken" bleibt bisher die Kritik an Miltärbündnissen, wie insbesondere der NATO, komplett außen vor!




    Weiteres:




    evangelisch.de, 29.09.2022, Alexander Maßmann, Krieg und Frieden


    Screenshot_2022_11_16_at_11_00_20_Ist_Pazifismus_die_einzige_christliche_Option


    Der Ethik-Experte Alexander Maßmann fragt, ob die Friedensethik des christlichen Pazifismus angesichts des russischen Angriffskriegs gerechtfertigt sind. (Symbolbild)


    Kolumne: evangelisch kontrovers

    Ist Pazifismus die einzige christliche Option?

    Ein Ethik-Beitrag vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges


    Sollen Christinnen und Christen die Lieferung von Waffen an die Ukraine befürworten? Oder sind sie vielmehr zu einer Feindesliebe aufgerufen, die die Gewalt ganz ausschließt? Dr. Alexander Maßmann, unser Ethik-Experte von der Universität in Cambridge, nimmt Stellung zum christlichen Pazifismus.


    Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine bestimmt nun schon seit über sieben Monaten die Nachrichten. Grundsätzlich gefragt: Wie verhält es sich aus christlicher Sicht mit dem Einsatz militärischer Gewalt, und soll Deutschland der Ukraine Waffen liefern?


    Zu Weihnachten feiern Christinnen und Christen die schutzlose Geburt Jesu Christi in einem Stall, und am Karfreitag gedenken wir der Kreuzigung eines Mannes, der bei Festnahme und Hinrichtung keine Gegenwehr leistete. Damit spricht aus christlicher Sicht viel gegen den Einsatz von Gewalt.


    Andererseits bejahen die meisten das Recht der Ukraine, sich zu verteidigen. Mit Waffen aus dem Westen hat die ukrainische Armee verhindert, dass russische Soldaten noch mehr Zivilisten misshandeln und ermorden als etwa in Butscha geschehen.


    Das Neue Testament ist zwar sehr kritisch gegenüber der Gewalt, doch das Lukasevangelium hält den Kriegsdienst für vereinbar mit dem christlichen Glauben. Dort fordert Jesus außerdem die Jünger zur Selbstverteidigung  auf. Die Bergpredigt dagegen lehnt Gewalt auch zur Selbstverteidigung ab: Christen sollen ihre Feinde lieben, so wie Gott den Guten wie den Bösen Sonne und Regen schenkt. Laut Paulus dagegen segnet Gott die Guten wie die Bösen nicht gleichermaßen: Gott habe dem heidnischen Imperium "das Schwert"  verliehen, damit es Übeltäter mit Gewalt straft.


    Autor:in

    Alexander MaßmannAlexander Maßmann

    Alexander Maßmann wurde im Bereich evangelische Ethik und Dogmatik an der Universität Heidelberg promoviert. Seine Doktorarbeit wurde mit dem Lautenschlaeger Award for Theological Promise ausgezeichnet. Publikationen in den Bereichen theologische Ethik (zum Beispiel Bioethik) und Theologie und Naturwissenschaften, Lehre an den Universitäten Heidelberg und Cambridge (GB).


    In den heutigen Verhältnissen demokratischer Mitbestimmung sind Christinnen und Christen mitverantwortlich für den Schutz der Mitmenschen. Sie dürfen es also nicht mehr als höhere Gewalt ertragen, wenn der Nächste Unrecht leidet. Im Konfliktfall muss der Staat um des Rechts willen Gewalt anwenden, wenn andere Mittel ausgeschöpft sind. Unter Umständen gilt das auch international. Denn wer Unrecht nicht ahndet, ermuntert zur Gewalt. Der begrenzte staatliche Einsatz von Gewalt soll weitere Gewalt verhindern – im Namen der Bürger:innen, die hier mitverantwortlich sind. Den Menschen der griechisch-römischen Antike dürften solche Verhältnisse einfach nicht vorstellbar gewesen sein.


    In letzter Konsequenz verweigert sich der Radikalpazifismus der Mitverantwortung für die Durchsetzung des Rechts. Wo solche Mitverantwortung ohnehin unmöglich ist – wie in weiten Teilen der Antike oder auch im autoritären Regime der DDR – ist der Radikalpazifismus sinnvoll, ja imponierend. Im heutigen Europa aber denken wir in einem anderen Rahmen über Gewalt nach, angesichts der zivilgesellschaftlichen Mitverantwortung für Recht und Frieden. Unsere politischen Verhältnisse sind nicht die der Bergpredigt, in der Gott zwar allen Sonne und Regen schenkt, Christen sich aber in das Recht des Stärkeren fügen müssen.


    Bergpredigt ist nicht 1:1 anzuwenden


    In der Frage, was die urchristliche Tendenz zur Gewaltfreiheit heute für Christinnen und Christen bedeutet, können wir biblische Texte wie die Bergpredigt nicht 1:1 anwenden. Christen sind berufen, sich gegen Gewalt einzusetzen, für Frieden und Recht. Doch unter Umständen kann auch in dieser christlichen Perspektive der Einsatz militärischer Gewalt im Namen des Rechts angezeigt sein.


    Nun wurde gesagt, dass Deutschland keine Waffen liefern solle, die sich gegen Russland richten würden – gegen ein Land, das Nazi-Deutschland 1941 in einem grausamen Vernichtungskrieg angriff. Doch fügte Deutschland damals auch der Ukraine schwerstes Leid zu. Daraus folgt aber nicht ein moralisches Patt: Historische Schuld nötigt uns keineswegs, klarem Unrecht heute tatenlos zuzusehen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist solches großes Unrecht.


    Verblendete Kollaboration mit Schurkenstaat


    Von deutschen Verfehlungen muss aber noch in anderem Sinne die Rede sein. Noch nach Putins Annexion der Krim 2014 hat Deutschland bis zuletzt vom Geschäft mit Russland profitiert. Doch dass Putin sich nicht Recht und Demokratie zuwenden würde, war spätestens seit 2014 offenkundig. Selbst angesichts von wiederholtem russischem Staatsterrorismus machte sich Deutschland in der Energieversorgung weiterhin von Russland abhängig. Auch die vielfachen Warnungen der Verbündeten wollte sich die Regierung nicht zu Herzen nehmen. Eine solche verblendete Kollaboration mit einem Schurkenstaat widerspricht der deutschen historischen Verantwortung. Wir Bürgerinnen und Bürger, einschließlich der Pazifisten, haben weitgehend darin versagt, zur Prävention von Gewalt deutlich gegen die deutsche Russland-Politik zu protestieren.


    Klimaaktivisten blockieren den Nürnberger Altstadtring im August 2022 durch festgeklebte Hände.





    Kolumne: evangelisch kontrovers

    Straßen blockieren für den Klimaschutz?





    Deutschland hat über acht Jahre lang gegen besseres Wissen Russlands Kriegskasse gefüllt. Auch dieser Verfehlung muss sich Deutschland angesichts des Ukraine-Kriegs stellen. Nun auf einem Radikalpazifismus zu bestehen, käme effektiv einer Unterstützung Russlands gleich. Zugleich verstärkt von günstigem russischem Gas zu profitieren wäre vollends indiskutabel. Vielmehr ist Deutschlands tatkräftige Hilfe gefordert, einen Aggressor in die Schranken zu weisen, den wir zuletzt allzusehr unterstützt haben.


    Kritisch zu erörtern wäre, ob es dazu der direkten Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine bedarf und wie man am besten Russlands nuklearer Drohung begegnet. Außerdem ist noch die Frage nach weiteren Konsequenzen für die evangelische Ethik offen. Wenn man den Radikalpazifismus ablehnt, ist noch nicht geklärt, wie man im einzelnen über Krieg und Frieden denkt. Jenseits des Radikalpazifismus hat sich ja die EKD für eine Friedensethik ausgesprochen, die die traditionelle Lehre vom gerechten Krieg ablehnt. Diese Frage - Friedensethik oder gerechter Krieg? - möchte ich in der kommenden Woche diskutieren.


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    "Retten statt Rüsten"


    Friedensgruppen planen Aktionen gegen Krieg

    Ein Bündnis aus gut einem Dutzend Friedens- und antimilitaristischen Organisationen plant für Samstag Aktionen gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.


    Bedford-Strohm beteuert:

    Screenshot_2022_11_16_at_10_41_56_Ist_Pazifismus_die_einzige_christliche_Option


    Weltkirchenrat will im Ukraine-Konflikt vermitteln

    Der Weltkirchenrat will weiter nach Wegen suchen, die Gewalt durch die Invasion Russlands in der Ukraine zu überwinden, sagte der Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Heinrich Bedford-Strohm.


    Info: https://www.evangelisch.de/inhalte/206282/29-09-2022/kolumne-evangelisch-kontrovers-ist-pazifismus-die-einzige-christliche-option


    unser Kommentar: Mit dem Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), mit der Person des einstigen EKD-Ratsvorsitzenden , der auch Landesbischof war, Heinrich Bedford-Strohm, haben sie den "Bock zum Gärtner" gemacht, da dieser in der Vergangenheit bereits als Befürworter deutscher Waffenlieferungen, an die Peschmergakurden im Nordirak, persönlich besonders engagiert gewesen ist.

    16.11.2022

    DEUTSCHER FÜHRUNGSANSPRUCH
    »Die Ostsee ist ein Pulverfass«

    jungewelt.de, 16.11.2022, Ein Gespräch mit Georg Friedrich Gerchen, Interview: Jan Greve
    »Zeitenwende« auch im Hafen von Eckernförde: Kriegsgegner protestieren gegen Aufrüstung der deutschen Marine.


    Georg Friedrich Gerchen ist Sprecher der Gruppe Westküste der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)


    Zitat: Viel wird seit Beginn des Ukraine-Kriegs über die Aufrüstung der Bundeswehr gesprochen. Am Dienstag haben Sie bei einer Mahnwache in Eckernförde vor der »gefährlichen Aufrüstung der deutschen Marine« gewarnt. Was wissen Sie über die »Zeitenwende« auf hoher See?


    Die Marine verfügt heute über weniger Schiffe als in Zeiten des Kalten Kriegs, doch ihre Qualität hat sich stark verändert. Da geht es etwa um große Mehrzweckkampfschiffe wie die »Fregatte 126«, die aktuell gebaut werden. Die haben eine Verdrängung von mehr als 9.000 Tonnen und können sowohl im Eismeer als auch in der chinesischen See eingesetzt werden. Solche und ähnliche Projekte gibt es derzeit viele. Entscheidend für die Kampfkraft der Marine ist die sogenannte vernetzte Operationsführung: Über ein gewaltiges Computernetzwerk werden Daten etwa zur
    Lagebilderstellung in Echtzeit übermittelt. Da gibt es beängstigende Fortschritte. Bei der U-Boot-
    Ortung nimmt Deutschland mittlerweile eine weltweite Spitzenposition ein.


    Am Dienstag haben Sie bei einer Mahnwache im schleswig-holsteinischen Eckernförde auf die wachsende Kriegsgefahr hingewiesen. Welche Entwicklung können Sie am dortigen Kranzfelder Hafen beobachten?


    Eckernförde ist nach Wilhelmshaven der zweitgrößte Marinestandort in Deutschland. Hier gibt es viele verschiedene Einheiten, beispielsweise U-Boote. Vier neue High-Tech-U-Boote der Klasse

    »212 CD« werden voraussichtlich bald dazukommen – zwei sind bereits bestellt, und durch das

    100-Milliarden-Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung gibt es die Option auf zwei weitere.

    Am Kranzfelder Hafen liegen zudem die sogenannten Flottendienstboote. Die werden für die

    elektronische Kampfführung gebraucht, weil mit ihnen strategische Informationen aufgenommen, gesammelt und analysiert werden können. Derzeit werden neue Flottendienstboote gebaut, die wesentlich größer als die vorherigen sind, um sie weltweit einsetzen zu können. In Eckernförde gibt es darüber hinaus das Seebataillon, sozusagen die Marineinfanterie, die 15 neue schnelle Kampfboote bekommen soll. Besonders gefährlich ist nicht zuletzt die Wehrtechnische Dienststelle 71. Das ist der Dreh- und Angelpunkt für Waffenentwicklung, Forschungsaufträge, Zertifizierungen und die technische Abnahme von Kriegsschiffen.


    Wie kommen Sie an Ihre Informationen?


    Ein Großteil steht in einschlägiger Fachpresse, da gibt es verschiedene Zeitschriften. Im Internet
    gibt es Blogs, auf denen sich Militärangehörige über aktuelle Entwicklungen austauschen. Und

    auch die Homepage der Bundeswehr ist eine gute Quelle.


    Häufig hört man auch bei der Rüstungsindustrie das Argument, die Produktion sei wichtig für die lokale Wirtschaft, und wer dagegen protestiere, gefährde Arbeitsplätze. Gibt es diese Debatte auch in Eckernförde?


    Ja, das begleitet uns bei unseren Aktionen ständig. Da heißt es dann gerne: Wenn wir das nicht
    verkaufen, dann machen das eben andere. Um so wichtiger ist uns aber zu betonen, dass es
    Widerstand gegen die immer stärkere Aufrüstung und das Bestreben gibt, die deutsche Marine zu einer weltweit führenden zu machen. Wir protestieren übrigens auch im gut 20 Kilometer
    entfernten Jagel. Vom dortigen Luftwaffenstützpunkt sollen im nächsten Frühjahr Drohnen vom

    Typ »Heron TP« starten. Die können lange und hoch fliegen sowie jede Menge Daten sammeln und übertragen, die für die vernetzte Operationsführung genutzt werden können.


    Im Zuge der Anschläge auf die Pipeline Nord Stream II wurde viel über die strategische Bedeutung der Ostsee gesprochen. Durch einen NATO-Beitritt von Schweden und Finnland wird sich die Lage in dem Binnenmeer zuspitzen. Welche Entwicklung ist dort zu befürchten?


    Die Ostsee ist schon heute einer der am stärksten militarisierten Räume der Erde. Dort stehen sich Russland und die NATO gegenüber. Das ist eine hochbrisante Konstellation. Dazu kommt jetzt noch die Stationierung der Bundeswehr in Litauen, womit die deutsche Politik eine strategische Grundsatzentscheidung getroffen hat. Diese Dichte an Militär, Kampfmitteln, Elektronik zeigt: Die Ostsee ist ein Pulverfass.


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/438827.deutscher-f%C3%BChrungsanspruch-die-ostsee-ist-ein-pulverfass.html

    16.11.2022

    Sterblichkeit - Fallzahlen nach Monaten für Deutschland 2016 - 2022

                 Rohdaten Statistisches Bundesamt, aktueller Stand: 15. Nov. 2022


    Zelle 1   Jan.   Feb.    März  April 
       Mai   Juni   Juli   Aug.  Sept.  Okt. Nov.
      Dez.
    2022  89365  82709
       93631
     86074  81642
      79261
      85613  85915
      79921
     92954 

    Zelle 13
    2021106803  82191   81901 81877  80876
      76836
      76704  76402  77931
     8508093915103171
    2020  84980
      80030   87396 83830  75835  72159  73795  78742  74243 7978185989108792
    2019  85105  81009   86739 77410  75669  73483  76926  73444  71022 7700678378  83329
    2018  84973  85799 107104 79539  74648  69328  75605  78370  69708 7403974762  80999
    2017
      96033  90649   82934 73204  75683  69644  71411  71488  69391 7522974987  81610
    2016  81742  76619
       83668 57315  74525  69186  72122  71295  69037 7600177050  84339

    Gesamtsterblichkeit: 2022 (bis Okt.) = 857 085 ; 2021 = 1 023 687 ; 2020 = 985 572 ;                                                                 2019 = 939 520 ; 2018 = 954 874 ; 2017 = 932 263 ; 2016 = 910 899


    Info: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle-pdf.pdf?__blob=publicationFile


    Die endgültigen Daten zu Sterbefallzahlen sind in der gleichen Form für die Berichtsjahre 2000 bis 2015 ebenfalls verfügbar. (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle-endgueltige-daten.html;jsessionid=11235EA955676410CC354AA4E3B07B3A.live722?nn=209016)

                         V.i.S.d.P.: Initiative: "Kein Militär mehr", Leinaustraße 3, D-30451 Hannover

    16.11.2022

    Anti-Wokeness-Kongress in Berlin
    Nur rhetorische Fragezeichen

    taz.de, vom 8. November 2022, 20:03 Uhr, Stefan Reinecke

    Die konservative Denkfabrik R21 trommelt gegen linke Identitätspolitik. Es gibt rationale Kritik zu hören – aber vieles kippt ins Affekthafte.


    Drei Personen, u.a. Kristina Schröder, bei einer Veranstaltung.

    Historiker Rödder und Ex-Familienministerin Schröder beim Kongress der Denkfabrik R 21 Foto: Britta Pedersen/dpa


    Zitat: Auf dem Veranstaltungsplakat prangt ein Gesicht mit einem großen Pflaster vor dem Mund. „Wokes Deutschland – Identitätspolitik als Bedrohung unserer Freiheit?“ lautet der Titel der dazugehörigen ersten Veranstaltung der neuen liberal-konservativen Denkfabrik R 21 am Montag in Berlin. Man fühlt sich, soll das Pflaster heißen, von woken Linken mundtot gemacht. Das Fragezeichen im Titel ist Rhetorik.


    Die Denkfabrik ist kein reiner CDU-Club. Zu ihr gehören auch der Autor Ahmad Mansour und die Ethnologin Susanne Schröter. Aber CDU-Mitglied und Historiker Andreas Rödder und Ex-Familienministerin Kristina Schröder sind zwei prägende Figuren, die mit R 21 versuchen, das Sinnvakuum der Union nach 16 Jahren Angela Merkel konservativ zu füllen.


    Laut Rödder versteht man sich „als bürgerliche, demokratische Mitte“, die vor Rechtspopulismus ebenso warnt wie vor der woken Linken. Eine Schlüsselfrage aber lautet, ob die konservative Kritik an Identitätspolitik ausreichend Distanz zu rechtspopulistischer Feindbestimmung hält.


    Als eher linker Kritiker tritt am Montag der Theatermann Bernd Stegemann auf, einst Mitstreiter von Sahra Wagenknecht bei der gescheiterten Aufstehen-Bewegung. Er kritisiert den „progressiven Neoliberalismus“, der auf Gendersternchen statt auf Umverteilung setze.


    „Neue Ständegesellschaft“

    „Amazon ist diskriminierungsfrei und ohne Gewerkschaften“, so Stegemann. Der woke Kapitalismus ersetze mehr Lohn durch mehr Anerkennung. Zudem hebele das Beharren auf der mit Opferattributen versehenen Sprecherposition den Kern der Demokratie, „den zwanglosen Zwang des besseren Arguments“ (Habermas) unter Gleichen aus. All das ist nicht neu, aber eine rationale Kritik.


    FDP-Politikerin Linda Teuteberg hält die Praxis, „Menschen in unentrinnbare Gruppenzugehörigkeiten einzuteilen und nur Opfer und Privilegierte zu kennen“, für illiberal. Damit entstehe die Gefahr einer „neue Ständegesellschaft“, die um Opfergruppen zentriert sei.


    Wokeness liest die FDP-Frau als Ausdruck einer wachsenden „Sehnsucht nach Eindeutigkeit“ und der Unfähigkeit, Mehrdeutigkeiten auszuhalten. Letzteres ist irgendwie immer wahr. Teuteberg formuliert ihre Kritik erfreulich entspannt und ohne Schützengräben auszuheben.


    Ein anderen, viel schrilleren Ton schlägt die Ex-Bild-Redakteurin Judith Basad ab. Sie hatte bei Springer gekündigt, weil sich der Verlag von einem Text in der Welt distanziert hatte. In diesem waren ARD und ZDF attackiert worden, weil sie angeblich „unsere Kinder indoktrinieren“ und von Aktivisten mit einer „’woken’ Trans-Ideologie“ unterwandert würden.


    Fast schon Nordkorea

    Das klang nach AfD. Basad, die inzwischen in der Firma von Ex-Bild-Chef Julian Reichelt arbeitet, deutet den Rückzieher des Springer-Verlags hingegen als Menetekel. Die woke Bewegung sei „die größte Gefahr für unsere Gesellschaft“ und „mächtiger, als es jede rechtsextreme Bewegung derzeit sein kann“, sagt sie.


    Die Woke-Bewegung habe die Mainstreammedien gekapert und „eine Tyrannei“ errichtet. Folgt man diesem Bild, leben wir in einer Art identitätspolitischem Nordkorea. Der vorsichtige Einwand des Moderators und NZZ-Redakteurs Alexander Kissler, dass die Bild eigentlich kein Zentralorgan von Wokeness sei, prallt an ihr ab.


    Basads Auftritt, viel beklatscht, zaghaft infrage gesellt, erhellt einen erstaunlichen Zug der Antiwokeness: Sie wiederholt spiegelbildlich die Opferinszenierung ihrer Gegner. Die Fantasie, in einem totalitären System zu leben, das jede Freiheit stranguliert und in der „die Macht des Mobs“ (Basad) auch konservative Medienhäuser niederringt, ist eine Art Echo mancher identitätspolitischen Konstruktionen eines umfassenden rassistischen oder kolonialistischen Systems.


    Zu den Seltsamkeiten des Antiwoken gehört zudem die rituelle Bekundung, dass Identitätspolitik im wahren Leben niemand interessiere. Das steht in einem unvermittelten Widerspruch zu der felsenfesten Überzeugung, es mit einem übermächtigen Gegner zu tun zu haben.


    Von Blase zu Blase

    Die Historikerin Sandra Kostner attestiert einen machtvollen Trend zur „Moralisierung der Wissenschaft“. Als Beleg für den Einfluss linkswoker Irrationalität führt sie die Zeitschrift Nature an, die kürzlich proklamierte: „Research must do no harm“, Forschung solle ein Bogen um Rassismus, Sexismus, Homophobie und Hassrede machen. Warum das eine gravierende Einschränkung von Wissenschaftsfreiheit sein soll, bleibt unklar.


    So hört man bei dieser Veranstaltung durchaus kühl-rationale Verteidigungen republikanischer Prinzipien gegen den Anspruch von identitätspolitischen Sonderrechten. Doch manches kippt ins Affekthafte. Kritische Gegenstimmen hatte man vorsichtshalber gar nicht erst eingeladen. Das führt mitunter zu dem bizarren Effekt, dass mit viel Verve woke Blasen attackiert werden – und man das faktisch in einer antiwoken Blase tut.


    Diffus bleibt, ob man die Eskalation und die schroffe Feindseligkeit, wie es sie in den USA gibt, als Kraft der „demokratischen Mitte“ (Rödder) verhindern will – oder sich heimlich danach sehnt. Ex-Bild-Redakteurin Basad glaubt, dass sich auch in Deutschland eine schlagkräftige Anti-Woke-Bewegung entwickeln wird, inklusive Leitfiguren wie dem kanadischen Professor Jordan Peterson.


    Von Obama lernen

    Kristina Schröder hält den Erfolg der Identitätspolitik für ein Versagen der Union. „Viele haben gedacht: Das ist so bekloppt, das wird sich selbst erledigen.“ Nun komme auf die Freiheit „eine harte Zeit“ zu. Andreas Rödder kündigt am Ende an, man werde einen Kulturkampf gegen „moralisierende Überwältigung“ führen. Es klingt wie eine Drohung.


    Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die linken Bewegungen in den USA einst ermahnt: „Don't be too woke.“ Für die politische Kultur in Deutschland wäre es günstig, wenn Liberal-Konservative den Satz „Don't be too antiwoke“ beherzigen würden. Mehr jedenfalls, als es bei R 21 der Fall ist.


    Info: https://taz.de/Anti-Wokeness-Kongress-in-Berlin/!5890581

    15.11.2022

    Bühne frei für US-Kampftruppen in der Ukraine? Der „Kherson-Rückzug“ der russischen Armee Mike Whitney

    globalresearch.ca, vom 14. November 2022, Von Mike Whitney


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    Ausführlicher Bericht:

     

    „Wenn sich jemand von außen in die Ukraine einmischt, sollte er dies wissen: Wenn er Drohungen gegen uns entwickelt … werden wir sofort zurückschlagen. Wir haben alle Werkzeuge, die wir brauchen, um zu reagieren, und alle Entscheidungen in dieser (Angelegenheit) wurden bereits getroffen.“ – Der russische Präsident Wladimir Putin

    ***

    Es besteht kein Zweifel, dass der Rückzug aus Cherson ein blaues Auge für die russische Armee war. Es besteht auch kein Zweifel, dass der General, der die Evakuierung angeordnet hat, die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Optik ist zwar schrecklich, aber Optik gewinnt keine Kriege. Strategie, Tapferkeit und Feuerkraft gewinnen Kriege. Der russische General Sergej Surovikin scheint diese Tatsache zu verstehen, weshalb er die unpopuläre Entscheidung zum Rückzug traf.

    Surovikin hätte die politisch akzeptablere Wahl treffen und Cherson bis zum Ende verteidigen können, aber die Risiken überwogen bei weitem die Vorteile. Allen Berichten zufolge hätten die 25.000 russischen Truppen in der Stadt leicht von ukrainischer Artillerie eingekreist und vernichtet werden können. Außerdem wäre Surovikin gezwungen gewesen, mehr Truppen für eine Rettungsmission einzusetzen, die Russlands militärische Gesamtstrategie nicht im Geringsten vorangebracht hätte. Russlands unmittelbares Ziel ist es, die Befreiung des Donbass zu vollenden, eine Aufgabe, die noch nicht abgeschlossen ist und mehr von den in Cherson festgehaltenen Truppen erfordert.

    In jeder Hinsicht war der Rückzug aus Cherson ein Kinderspiel. Wenn sich das Alptraumszenario – wie viele erwartet hatten – entfaltet hätte und Tausende russischer Soldaten umzingelt und abgeschlachtet worden wären, um eine Stadt zu verteidigen, die wenig strategischen Wert hat, wäre die Unterstützung der Bevölkerung für den Krieg in Russland über Nacht verschwunden.

    Weder Putin noch Surovikin konnten es sich leisten, dieses Risiko einzugehen. Also entschieden sie sich stattdessen dafür, es einzupacken und zu evakuieren, solange sie noch konnten, was natürlich die Wut ihrer Kritiker anstachelte, die immer noch verrückt sind. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die PR-Katastrophe von Kherson keine nennenswerten Auswirkungen auf den Ausgang des Krieges haben wird. Russland ist trotz der Fallstricke, auf die es auf dem Weg gestoßen ist, immer noch auf dem richtigen Weg, alle seine strategischen Ziele zu erreichen. Hier ist eine kurze Zusammenfassung des russischen Rückzugs aus einem Interview mit Colonel Douglas MacGregor:

    „Als General Surovikin das Kommando übernahm … wurde beschlossen, dass Russland auf eine entscheidende Operation warten würde, um den Krieg zu beenden. Mit anderen Worten, nicht mehr einfach die Südukraine und das von uns annektierte Territorium verteidigen, keine Erwartungen mehr an Verhandlungen mit irgendjemandem – das ist vorbei – wir müssen den Krieg beenden.

    Wie beendet man den Krieg? Nun, Sie starten Operationen, die in ihrer Zerstörungskraft so verheerend sind, dass der Feind ihnen nicht widerstehen kann. Wenn Sie dies jedoch tun, müssen Sie die aktuellen Aktivitäten zurückfahren. (wie Kherson) Mit anderen Worten, Sie müssen Änderungen vor Ort vornehmen, Truppen umschichten, Ressourcenzusagen ändern, weil Sie jetzt Kräfte aufbauen, die noch nicht in der Südukraine sind … aber mit dieser Mobilisierung von 300.000 integrierten Soldaten vorbereitet werden in diese neue Kraft für zukünftige Operationen… die diesen Winter kommen werden, sobald der Boden gefriert…. Daher würde ich (den Rückzug) als eine operative Entscheidung mit kurzfristigem Nutzen zur Unterstützung der langfristigen Strategie zum Aufbau dieser enormen Schlagkraft betrachten…Die Russen haben kein Vertrauen mehr in Verhandlungen. Ich glaube nicht, dass wir den Russen zu diesem Zeitpunkt etwas sagen könnten, das sie davon überzeugen würde, damit aufzuhören.“ ( „ALLES ändert sich in 4 Wochen: Interview mit Colonel Douglas MacGregor“ , youtube; Beginn bei 50 Sekunden)

    Warum Russland trotz der Gewinne der Ukraine immer noch gewinnen wird. Scott Ritter

    Laut MacGregor ist die Neupositionierung der Truppen also der Schlüssel zur Gesamtstrategie, die sich unter Surovikin geändert hat. Unter dem neuen Kommandeur liegt der primäre Fokus der Militäroperationen auf der Vernichtung aller Kräfte und Mittel, die es dem Feind ermöglichen, weiterhin Krieg zu führen. Ich vermute, dass dies die Entfernung des Selenskyj-Regimes und seiner Sicherheitsdienste bedeutet, aber ich könnte mich irren. Auf jeden Fall wird die bevorstehende russische Offensive viel mehr mit einem konventionellen Bodenkrieg mit kombinierten Waffen übereinstimmen als mit der speziellen Militäroperation, die wir bisher gesehen haben. Moskau ist entschlossen, die Angelegenheit so schnell wie möglich und so energisch wie nötig zu lösen. Es wird kein Rumgequatsche mehr geben.

    Jüngste Berichte (siehe unten) deuten jedoch darauf hin, dass die Biden-Regierung als Reaktion auf jede russische Eskalation, die den Verlauf des Krieges zu verändern droht, US-Kampftruppen in den Kriegsschauplatz entsenden könnte. Sollten sich diese Berichte als zutreffend erweisen, könnte die mit Spannung erwartete Winteroffensive einen direkten Flächenbrand zwischen den Vereinigten Staaten und Russland auslösen. Angesichts des Verlaufs des Krieges bis zu diesem Punkt denken wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Washington hinter seinen Stellvertretern auftaucht und russische Truppen auf dem Schlachtfeld angreift . Vieles deutet darauf hin, dass sich das Pentagon bereits auf diese Eventualität vorbereitet.

    Geheime Kommunikationen zwischen dem nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan und dem ehemaligen russischen Botschafter in Washington, Yuri Yushakov, und dem ehemaligen Leiter des FSB, Nikolai Patrushev, deuten darauf hin, dass Sullivan seine russischen Amtskollegen gewarnt hat, dass die USA Russland nicht erlauben würden, den Konflikt auf sich selbst zu lösen eigenen Bedingungen, sondern würde alle notwendigen Schritte unternehmen, um einen entscheidenden russischen Sieg zu verhindern. Schauen Sie sich diesen Auszug aus einem anderen Interview mit Colonel Douglas MacGregor an:

    MacGregor – „Jake Sullivan sprach über die Gefahren einer Eskalation … Er sagte einfach: ‚Wir sehen Beweise dafür, dass Sie, Russland, sich darauf vorbereiten, diesen Konflikt zu eskalieren.' Was wahr ist; Wir haben über diese Offensive (den bevorstehenden russischen Winter) gesprochen. „Und wir warnen Sie davor“ (sagte Sullivan). Die unausgesprochene Implikation an diesem Punkt ist, dass wir bereit sind, uns in irgendeiner Weise in diesen Konflikt zu stürzen, weil wir Ihnen nicht erlauben werden, die Ukraine zu teilen. Wir werden Ihnen nicht erlauben, diesen Krieg zu Ihren Bedingungen zu führen und zu gewinnen ……

    Napolitano – Wissen Sie, ob Sullivan die Präsenz der 40.000 US-Truppen (101st Airborne) in Polen erwähnt hat?

    MacGregor – Das wissen wir nicht, aber wir denken – basierend auf der Sprache, die in dem Absatz durchgesickert ist, den ich von einer anderen Quelle erhalten habe, dass er (Sullivan) angedeutet hat, dass sie 90.000 Soldaten in Polen und Rumänien haben, und dass wir (die USA) möglicherweise bereit sind, einzuspringen , wenn Russland eskaliert, vermutlich in dem Ausmaß, von dem wir glauben, dass die Russen eskalieren werden. Und wir würden mit 40.000 US-Soldaten, 30.000 polnischen Truppen und 20.000 Rumänen einspringen Truppen ….. Sullivan machte deutlich, dass wir in der Lage sind, einzugreifen.“

    …“Was wir nicht wissen, ist die Antwort der Russen, denn wenn Sie Russe sind, ist die rote Linie klar: ‚Wenn Sie in die Ukraine ziehen, werden Sie mit Russland Krieg führen.' Wir scheinen das zu leugnen.“

    Napolitano – „Lassen Sie mich das klarstellen: Glauben Sie, … dass Jake Sullivan … den Russen gedroht hat, dass sie in der Ukraine auf US-Militärwiderstand stoßen würden, wenn sie diese roten Linien überschreiten würden?“

    MacGregor: Ich denke, diese Implikation wurde gemacht. Das ist der Eindruck, den ich bekomme, und ich denke, darüber sollten wir uns nicht wundern, denn die Lage der Ukraine verschlechtert sich sehr schnell … Und wir sind sehr besorgt über einen Zusammenbruch der Ukraine. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass die gesamte Wirtschaft und das soziale Gefüge innerhalb von 60 Tagen zusammenbrechen werden. Einige sagen, dass sie jetzt in der Ukraine zu einer allgemeinen Mobilisierung gehen, die möglicherweise Frauen einschließt, weil ihre Arbeitskräftebasis erschöpft ist. Und denken Sie daran, dass die Menschen die Ukraine weiterhin so weit wie möglich verlassen, weil niemand in einem Land festsitzen möchte, das in Kürze keinen Strom und keinen Strom mehr haben wird und in dem es Probleme geben wird, Wasser und Lebensmittel zu bekommen. Die Situation in der Ukraine ist schlimm.“

    Napolitano – Was machen 40.000 US-Soldaten in der 101st Airborne in Polen?

    MacGregor– Sie bereiten sich auf Kampfeinsätze vor….

    Napolitano – Hat das Verteidigungsministerium dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Pläne für den Einmarsch von US-Truppen in die Ukraine mitgeteilt? Ist das erledigt?

    MacGregor : Ich denke, diese Pläne wurden sicherlich besprochen, wenn nicht sogar Jake Sullivan mitgeteilt. Sicherlich ist sich der Außenminister (Anthony Blinken) bewusst. Ich weiß nicht, was sie dem Präsidenten gesagt haben. Ich hoffe, dass er eine Einweisung erhalten hat. Auch dies ist alles sehr ernst, da wir uns mitten in einer Wahl befinden und dies ohne jegliche Rücksprache mit dem Kongress geschehen könnte.

    Napolitano – Wie ist der Status der 300.000 Reservisten, die Putin vor einem Monat einberufen hat?

    MacGregor – Die meisten von ihnen wurden bereits in Formationen und Einheiten integriert – viele von ihnen sind in Einheiten gegangen, die unterbesetzt waren, die jetzt wieder bei „voller Stärke“ sind. Einige sind in neue Einheiten gegangen. (Anmerkung: Ich denke, MacGregor könnte sich darin irren. Andere Analysten gehen davon aus, dass bisher nur 80.000 Reservisten in die Ukraine geschickt wurden. Der Prozess könnte einige Monate dauern, bis der gesamte Einsatz abgeschlossen ist.) Es ist fast abgeschlossen, aber unterm Strich ist, hat die niedrige Temperatur in der Ukraine 37 Grad gewesen. was bedeutet, dass Sie immer noch im Schlamm stecken bleiben, egal ob Sie angreifen oder verteidigen. Ich glaube nicht, dass viel passieren wird, bis der Boden gefriert ... Aber wenn der Winter kommt und der Boden gefriert, dann werden die Russen angreifen.Und wir sehen Beweise dafür aus mindestens drei verschiedenen Richtungen, einschließlich dem Osten, dem Südosten und dem Norden. Und nach der (militärischen) Aufrüstung und den vorhandenen Waffensystemen und verfügbaren Vorräten zu urteilen, handelt es sich um eine Offensive, die den Krieg beenden soll. Ob es wird oder nicht, wir wissen es nicht. Aber ich denke, das ist die Idee.


    MacGregor – Eine letzte Sache möchte ich Ihnen hinterlassen: Als General Surovikin, der Kommandant des Westtheaters, seine Ernennung annahm, machte er diese kurzen Bemerkungen. Er sagte: „Eine syrische Lösung für die Ukraine ist inakzeptabel.“ Mit anderen Worten, wir werden nicht zulassen, dass die Ukraine unter den Einfluss verschiedener Akteure gerät, die die Ukraine in einem Zustand permanenter Turbulenzen und Kriege halten. Das ist ein sehr klares Signal, dass sie planen, den Konflikt zu beenden, wenn sie (die Winteroffensive) starten . Es wäre also sehr unklug, wenn wir uns dem in den Weg stellen würden … Wir haben einfach nicht die Unterstützung, um den Erfolg zu garantieren.“ ( „Dies ist eine rote Linie in der Ukraine“, Colonel Douglas MacGregor , Judging Freedom)


    Russland ist jetzt bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Krieg schnell zu gewinnen und die feindliche Armee aufzustellen, die eine Bedrohung für seine nationale Sicherheit darstellt.

    Wenn sich US-Streitkräfte den Kämpfen anschließen, könnte sich das Kalkül für den Sieg dramatisch ändern , aber die strategischen Ziele würden dieselben bleiben. Von keiner Nation kann erwartet werden, dass sie in Frieden lebt, wenn eine Waffe auf ihren Kopf gerichtet ist. Aus diesem Grund hat sich Putin gegen eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine ausgesprochen, und aus diesem Grund wird der gegenwärtige Krieg geführt.

    *

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    Dieser Artikel wurde ursprünglich auf The Unz Review veröffentlicht .


    Michael Whitney  ist ein renommierter geopolitischer und sozialer Analyst mit Sitz im US-Bundesstaat Washington. Er begann seine Karriere als unabhängiger Bürgerjournalist im Jahr 2002 mit einem Engagement für ehrlichen Journalismus, soziale Gerechtigkeit und Weltfrieden.

    Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Center for Research on Globalization (CRG).

    Das ausgewählte Bild stammt aus The Unz Review

    Die ursprüngliche Quelle dieses Artikels ist Global Research


    Info: https://www.globalresearch.ca/stage-set-us-combat-troops-ukraine/5798911

    15.11.2022

    noch einige Nachrichten von heute.....

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 15. November 2022, 22:02 Uhr


    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/154501-russische-verteidigungsministerium-meldungen-ueber-einschlag/

    15.11.2022

    *Russisches Verteidigungsministerium dementiert Angriff auf Polen


    *Russland hat keine Angriffe auf Ziele in der Nähe der

    polnisch-ukrainischen Grenze durchgeführt, erklärte das

    Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag nach Berichten über den

    Einschlag einer vermeintlich russischen Rakete in dem Dorf Przewodów,

    bei dem zwei Zivilisten getötet wurden.


    Die Raketensplitter, deren Fotos von polnischen Medien vor Ort

    veröffentlicht wurden, "haben nichts mit russischen Waffen zu tun",

    erklärte das russische Verteidigungsministerium. Russland habe keine

    Angriffe auf das Gebiet entlang der ukrainischen Grenze zu Polen

    durchgeführt, fügte das Militär hinzu.

    Äußerungen polnischer Medien und Beamter über den angeblichen

    Einschlag"russischer" Raketen in der Nähe des Dorfes Przewodów seien

    "eine bewusste Provokation, um die Situation zu eskalieren", so das

    russische Militär.


    Polen hat für Dienstagabend eine Dringlichkeitssitzung seines nationalen

    Sicherheitsrates einberufen, nachdem berichtet wurde, dass mindestens

    zwei Zivilisten getötet wurden, als eine oder mehrere Raketen in dem

    Dorf in der Region Lublin, gleich hinter der Grenze zur Ukraine,

    einschlugen.


    Die Nachrichtenagentur /AP/ berichtete unter Berufung auf einen

    ungenannten "hochrangigen US-Geheimdienstmitarbeiter", dass russische

    Raketen nach Polen eingedrungen seien, doch das Pentagon lehnte es ab,

    diese Behauptung zu bestätigen.

    "Ich kann Ihnen sagen, dass wir derzeit keine Informationen haben, die

    diese Berichte bestätigen, und dass wir die Sache weiter untersuchen",

    sagte Brigadegeneral Patrick Ryder von der Air Force gegenüber

    Reportern, als er nach dem Vorfall in Przewodów gefragt wurde.


    Der polnische Regierungssprecher Piotr Mueller rief die Medien und die

    Öffentlichkeit auf, "keine unbestätigten Informationen zu veröffentlichen".


    Offizieller Vertreter der baltischen Staaten gaben Russland die Schuld

    und forderten, Polen solle als Vergeltung Artikel 5 der NATO in Anspruch

    nehmen. Unterdessen beschuldigte der ukrainische Präsident Wladimir

    Selenskij Russland des "Terrorismus" und sagte, die NATO müsse gegen

    diesen "Angriff auf die kollektive Sicherheit" "handeln".


    Zuvor hatte der polnische Rundfunk /ZET/ am Dienstag inoffizielle

    Quellen zitiert, wonach zwei Raketen in Getreidetrocknungsanlagen in

    einem Dorf in Ostpolen an der Grenze zur Ukraine eingeschlagen seien.

    Der Vorfall ereignete sich in dem Dorf Przewodów in der Wojewodschaft

    Lublin. Nach Angaben des Radiosenders wurden zwei Menschen getötet. Die

    Herkunft der Raketen wurde in dem Bericht nicht genannt, wie /TASS/

    meldet <https://tass.ru/armiya-i-opk/16335637>.


    ------------------------------------------------------


    *Medwedew: UN sollte Resolution zu US-Reparationen für viele Länder

    verabschieden

    *Siehe auch Video mit russischem UN-Botschafter Wassili Nebensja im

    Artikel:

    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/154425-medwedew-un-sollte-resolution-zu/ 

    <https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/154425-medwedew-un-sollte-resolution-zu/>

    15 Nov. 2022 *


    *Dmitri Medwedew sprach sich nach der UN-Resolution für russische

    Reparationen an die Ukraine dafür aus, dass die UN den USA

    Schadenswiedergutmachungen für viele Länder auferlegen müsse. Mit der

    aktuellen UN-Reparationsabstimmung würden die Angelsachsen versuchen,

    legal an eingefrorene russische Vermögen zu gelangen.


    Nach der Verabschiedung der Resolution über die "Reparationen" Russlands

    an die Ukraine sollte die Generalversammlung der Vereinten Nationen nun

    die Wiedergutmachung der von den Vereinigten Staaten an Korea, Vietnam,

    Irak, Jugoslawien und andere Länder verursachten Schäden fordern, sagte

    der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri

    Medwedew, am Montag. Das berichtete <https://tass.com/russia/1536561

    die russische Presseagentur /TASS/.


    /"Sie sollten die gleiche Empfehlung zur vollständigen Wiedergutmachung

    der Schäden annehmen, die die Vereinigten Staaten Korea, Vietnam, Irak,

    Jugoslawien und vielen anderen Ländern zufügten, die unter den

    Amerikanern und der NATO litten", schrieb Medwedew auf seinem

    Telegram-Kanal. /


    Damit kommentierte er die Abstimmung der UNO über die Resolution, in der

    die Einrichtung eines Mechanismus zur Wiedergutmachung des von Russland

    in der Ukraine angerichteten Schadens als notwendig erachtet wird.

    Andernfalls "sieht es so aus, als ob die Vereinten Nationen als eine der

    wichtigsten internationalen Institutionen für die Versöhnung in eine

    Agonie geraten", betonte er.

    /"Das Ende wird für die gesamte internationale Gemeinschaft schmerzhaft

    sein. Wir werden ohne eine solche 'Vereinte Nationen'-Organisation

    auskommen."/


    Medwedew zufolge soll die Resolution die Pläne des Westens, Russlands

    eingefrorene Vermögenswerte zu nutzen, legalisieren. "Die Angelsachsen

    versuchen offensichtlich, eine rechtliche Grundlage für den Diebstahl

    illegal eingefrorener russischer Vermögenswerte zu schaffen", fügte er

    hinzu.


    Die Dringlichkeitssitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen

    hat am Montag eine Resolution zur Einrichtung eines internationalen

    Registers für Schäden, die der Ukraine angeblich von Russland zugefügt

    wurden, verabschiedet und die Notwendigkeit eines Mechanismus zur

    Wiedergutmachung von Verlusten anerkannt. 94 Länder stimmten für das

    Dokument, 14 waren dagegen und 73 enthielten sich.



    https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/154442-sekretaer-russischen-sicherheitsrates-usa-nutzen/

    15.11.2022

    *Sekretär des russischen Sicherheitsrates: USA nutzen Kiew als

    "Rammbock" gegen Russland

    *

    Vor dem Hintergrund des andauernden Ukraine-Konflikts hat der Sekretär

    des russischen Sicherheitsrates Patruschew eine Pressekonferenz

    abgehalten. Er verurteilte die USA für ihre Versuche, "Russland zu

    schwächen und zu spalten" sowie die Ukraine als "Rammbock" gegen

    Russland zu nutzen.


    Die Vereinigten Staaten bauen ihre militärische Macht aus, stationieren

    NATO-Truppen in der Nähe der russischen Grenzen und benutzen das Kiewer

    Regime "als Rammbock" gegen Russland. Dies sagte der Sekretär des

    russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, bei einer

    Pressekonferenz im zentralen Föderationskreis in der rund 380 Kilometer

    südwestlich von Moskau gelegenen Stadt Brjansk. Die russische

    Nachrichtenagentur /Interfax/ zitiert

    <https://www.interfax.ru/russia/872518> ihn mit den Worten:


    /"Indem sie unser Land zu einer Quelle der Instabilität erklären, bilden

    sie antirussische Allianzen, bauen ihre militärische Macht aus und

    stationieren NATO-Truppen in der Nähe unserer Grenzen. Gleichzeitig wird

    das Kiewer Marionettenregime, das mit Unterstützung der Angelsachsen

    durch einen Putsch an die Macht gekommen war, als Rammbock gegen

    Russland eingesetzt."/

    Er fügte hinzu, dass die heutigen US-Politiker die Eskalation des

    Konflikts in der Ukraine verstärkten, indem sie sich aktiv an dem

    hybriden Krieg gegen Russland beteiligten. Russland stehe derzeit dem

    neonazistischen Kiewer Regime gegenüber, das mit Unterstützung des

    Westens wiederbelebt worden sei.


    Außerdem kämpfe Russland gegen rasende Russophobie und den Völkermord an

    der russischsprachigen Bevölkerung. Dabei setze sich Russland für die

    grundlegenden Völkerrechte ein, die auf den Prinzipien der Vereinten

    Nationen beruhen und nicht auf "den Regeln, die die USA selbst erfunden

    haben, um ihre Hegemonie aufrechtzuerhalten". Er fügte hinzu:

    /"Das Ziel der USA ist es, unser Land zu schwächen, zu spalten und

    letztendlich zu zerstören. Indem sie Hass gegen das multinationale

    russische Volk säen, unterstützen sie die Entwicklung rechtsextremer und

    nationalistischer Ideen, die von den in der Ukraine wiederbelebten

    Bandera-Gruppen gepredigt werden."/


    Patruschew betonte, dass Russland eine präventive militärische

    Sonderoperation gestartet habe, um die Donbass- und die gesamte

    russischsprachige Bevölkerung vor Völkermord zu schützen. Er erwähnte

    auch, dass Russland nicht rechtzeitig Garantien für seine Sicherheit

    erhalten und Kiew auf Druck des Westens die Minsker Vereinbarungen nicht

    eingehalten habe. Außerdem, so der Politiker, habe es in der Ukraine

    eine reale Bedrohung durch atomare und biologische Waffen gegeben.


    Trotz der militärischen Unterstützung des Kiewer Regimes durch den

    Westen würden die Aufgaben der russischen militärischen Sonderoperation

    erfüllt, versicherte Patruschew. Dabei nannte er die vorrangigen Ziele

    der Operation, unter anderem die Vernichtung tödlicher Waffen sowie die

    Eliminierung ausländischer Söldner. Zudem forderte Patruschew, den

    Schutz kritischer Objekte im Zentrum Russlands mithilfe der russischen

    Luftabwehr zu stärken. Außerdem sollen Maßnahmen ergriffen werden, um

    das Eindringen ukrainischer Kämpfer sowie Extremisten und Terroristen

    nach Zentralrussland zu verhindern.



    RT-Liveticker 15.11.2022

    <https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-lvr-kiewer/>

    20:00 Uhr

    *US-General: USA lassen Ukraine nicht gewinnen*


    Der pensionierte US-Generalleutnant Keith Kellogg hat in der Sendung

    <https://www.youtube.com/watch?v=oODruJLeEu0> /Fox Business/ gesagt, die

    USA seien derzeit nicht daran interessiert, dass die Ukraine den

    Konflikt gewinnt. Er erklärte dem Gastgeber: /"Ich glaube nicht, dass

    wir sie gewinnen lassen werden. Wenn wir wollten, dass sie gewinnen,

    hätten wir ihnen schon längst die richtigen Waffen gegeben. Sie beginnen

    zum Beispiel erst jetzt mit der Auslieferung von NASAMS, und wir haben

    sie nur sehr langsam mit HIMARS beliefert."/


    Der General wies auch darauf hin, dass die Entscheidung des russischen

    Kommandos, die russischen Truppen auf das linke Ufer des Dnjepr

    zurückzuziehen, eine sehr bewusste Entscheidung war. Kellogg sagte:

    /"Sehen Sie sich an, was die Russen getan haben, und das ist ein sehr

    kluger Schachzug. Sie kamen aus Cherson und ließen einen großen Fluss,

    den Dnjepr, zwischen ihren eigenen Truppen und den ukrainischen Truppen.

    Ein kluger taktischer Zug."/

    Kellogg fügte hinzu, dass die Zerstörung der Antonowski-Brücke ein

    "großes Hindernis" für die ukrainischen Streitkräfte darstelle und dass

    der Wintereinbruch den russischen Streitkräften einen Vorteil

    verschaffe, da sie sich neu formieren könnten.



    RT-Liveticker 15.11.2022

    <https://meinungsfreiheit.rtde.life/international/131481-liveticker-ukraine-krieg-lvr-kiewer/>

    19:26 Uhr

    *US-Beamter: Hypothetische Nuklearexplosion in Europa würde Gesundheit

    der US-Amerikaner nicht beeinträchtigen*


    Die hypothetische Detonation einer Atombombe in Europa hätte keine

    direkten Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung der Vereinigten

    Staaten. So lautet die Einschätzung des US-Heimatschutzministers

    Alejandro Mayorkas in seiner am Dienstag veröffentlichten

    Eröffnungserklärung vor dem Heimatschutzausschuss des

    US-Repräsentantenhauses. Der Leiter dieses US-Ministeriums für die

    innere Sicherheit ist der Ansicht: /"Während in den USA Besorgnis über

    das Säbelrasseln von Russland mit Atomwaffen zum Ausdruck gebracht

    wurde, glauben wir nicht, dass eine nukleare Explosion in Europa direkte

    Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung des Landes haben würde."/

    Er fügte hinzu, dass die herkömmlichen radiologischen und nuklearen

    Bedrohungen für die USA nach wie vor gering seien und die

    Wahrscheinlichkeit eines groß angelegten radiologischen Angriffs auf die

    USA sehr gering sei.


    Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow hatte zuvor darauf

    hingewiesen, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs täglich

    weiter ihre nukleare Rhetorik praktizieren. Er betonte, dass Russland

    sich nicht an diesen Übungen beteiligen wolle. Peskow erinnerte auch

    daran, dass Moskau Atomwaffen nur im Einklang mit den Bestimmungen

    seiner Nukleardoktrin einsetzen kann.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.11.2022

    Warum ich auch 2022 Pazifistin geblieben bin

    Screenshot_2022_11_15_at_23_15_32_Warum_ich_auch_2022_Pazifistin_geblieben_bin_forumZFD


    forumzfd.de, Blog 2022-11-10

    Margot Käßmann erörtert ihre pazifistische Position, die sie auch zur aktuellen Zeit vertritt.








    Zitat: Selten wurde Pazifismus so massiv diffamiert wie im Jahr 2022. Das sei eine unverantwortliche Zuschauerposition,  heißt es. Sascha Lobo  spricht von „Lumpenpazifisten“. Der FDP-Politiker Graf Lambsdorff  hat Teilnehmende an Friedensdemonstrationen  zu Ostern als  „fünfte Kolonne Wladimir Putins“  bezeichnet. Und ja, auch das Argument,  sich fein rauszuhalten oder „wohlstandsverwöhnt“ (Roderich  Kiesewetter) zu sein, kommt immer  wieder. Innerkirchlich wird Pazifistinnen  und Pazifisten vorgehalten,  sie würden „Ponyhoftheologie“  betreiben.


    Manchmal frage  ich mich, woher diese hohe  Aggression kommt. Würden  diese Protagonisten  denn in irgendeiner Weise  befriedet sein, wenn nun  alle das hohe Lied der  Waffen singen? Was ist das  überhaupt für ein Verständnis  von Demokratie, wenn nur noch  eine Einheitsmeinung akzeptabel  scheint und alle kritischen Einwürfe  gleichgeschaltet werden sollen?


    Ich bin trotz heftiger Angriffe in Diskussionen oder auch per Mail  bei meiner pazifistischen Haltung  geblieben. Anfangs habe ich sie noch  bei Talkshows vertreten,aber nachdem  ich erlebt habe, dass ich lediglich  als diejenige eingeladen werde, an deren vermeintlich absurder  Haltung sich die anderen geladenen Gäste empört abarbeiten können, habe ich keine weiteren Zusagen  gegeben. Allenfalls habe ich mich auf  1:1-Formate wie Spiegel deep dive  oder Freitag Salon u.Ä. eingelassen, weil ich dann den Eindruck hatte, meine Position zumindest darlegen  zu können.

    Sie hat drei Gründe. Zum einen  fühle ich mich als Christin der Botschaft  Jesu verpflichtet: Selig sind,  die Frieden stiften. Steck das Schwert  an seinen Ort. Liebet Eure Feinde.  Martin Luther King hat einmal  gesagt, Letzteres sei das Schwerste,  das Jesus denen, die ihm nachfolgen wollen, hinterlassen hat. Und  das stimmt auch bis heute. Es bleibt  eine Provokation. Einmal wurde ich  gefragt, was Jesus Terroristen sagen  würde. Ich habe erklärt: „Wahrscheinlich  dasselbe wie vor 2000  Jahren: Liebet eure Feinde, bittet für  die, die euch verfolgen.“ Die Reaktion  war ein Shitstorm. Dabei habe ich  Jesus zitiert. Mir hat das gezeigt, wie  weichgespült die christliche Botschaft  inzwischen daherkommt.


    Zum anderen rührt meine Haltung  aus den familiären Erfahrungen.  Mein Vater war 18 Jahre alt, als der  Zweite Weltkrieg begann – er wurde  sofort zur militärischen Ausbildung  beordert und musste als Soldat „dienen“, bis er mit 25 aus amerikanischer  Kriegsgefangenschaft  entlassen wurde. Meine Mutter war  Krankenschwester in Berlin, hat die  Bombennächte erlebt, wurde nach  Rügen evakuiert, floh nach Dänemark  und musste dort zwei Jahre in  einem Internierungslager bleiben.  Ihre Mutter und ihre Schwester waren  allein in Köslin, bis sie 1946 nach  Hessen aufbrechen konnten. Mein  Großvater väterlicherseits und meine  Tante starben bei Bombenangriffen  auf Hagen. Mein Großvater mütterlicherseits  wurde nach Sibirien verschleppt  und starb auf dem Transport. Dass Krieg mit allen Mitteln zu  verhindern ist, war bei uns zu Hause  unumstritten.


    Schließlich habe ich es als Bürgerin  dieses Landes gerade auch angesichts  unserer Geschichte immer für  richtig gehalten, Rüstungsexporte  abzulehnen oder zumindest so zu  beschränken, dass keine Waffen  in Krisen- oder gar Kriegsgebiete  geliefert werden. Das war auch lange  Zeit Konsens. Jetzt wird erklärt,  unsere Freiheit werde – diesmal  nicht am Hindukusch, sondern in  der Ukraine  – verteidigt. Wer die  Lieferung schwerer Waffen ablehne,  mache sich schuldig. Dessen bin ich  mir übrigens sehr bewusst. Wer eine  pazifistische Position einnimmt,  weiß sehr genau, dass er oder sie  dadurch schuldig werden kann. Aber das gilt ebenso für diejenigen, die  Waffenlieferungen fordern. Denn  durch diese Waffen werden vielleicht  Menschen geschützt aber auf jeden  Fall Menschen sterben.


    Wenn Pazifisten gesagt wird, sie  sollten mit ihrer Meinung doch in  die Ukraine gehen und ihren Pazifismus ausleben, halte ich dagegen,  dass auch diejenigen, die so engagiert  aufzählen, welche schweren  Waffen Deutschland unbedingt zu  liefern habe, diese Waffen nicht ganz  persönlich selbst einsetzen werden.  Auch sie schauen am Ende dem  Elend des Krieges zu, das durch weitere  Waffen verlängert wird. Erich  Maria Remarque schrieb: „Ich dachte  immer, jeder Mensch sei gegen den  Krieg, bis ich herausfand, dass es  welche gibt, die dafür sind, besonders  die, die nicht hingehen müssen.“


    Pazifismus heißt ja nicht, passiv zu  sein. Viele unterstützen Geflüchtete.  Es gibt humanitäre Einsätze  in Kriegsgebieten und auch soziale  Verteidigungsstrategien. Vor allem  aber geht es um das langfristige Ziel,  sondern durch Abrüstung lebenswert  zu machen. Was wäre, wenn  die Ideen zum Pazifismus obsolet,  die Stimmen für Gewaltlosigkeit  verstummen würden, unsere Vorstellungskraft  vom Frieden, der mehr ist  als kein Krieg, uns gänzlich abhandenkäme?  Es wäre eine durchmilitarisierte  Gesellschaft, die an das  Deutsche Kaiserreich erinnert, der  schon Bertha von Suttner den Spiegel  vorhielt mit ihrem weltberühmten  Roman „Die Waffen nieder“.

     

    Interessant ist für mich, dass mir  in den Debatten immer wieder  das Thema Vergewaltigung entgegengeschleudert  wird. Da werden  Frauen und Kinder vergewaltigt, da muss man doch Waffen liefern. Ich war einige Jahre Präsidentin der  KDV, also der Organisationen, die  Kriegsdienstverweigerer beraten  haben, bevor die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt wurde. In den Gewissensprüfungen der frühen  Jahre gab es immer wieder die Frage:  „Wenn ihre Freundin neben ihnen  vergewaltigt wird, würden Sie dann nicht zur Waffe greifen?“ Sie ist natürlich  suggestiv. Aber die Antwort  kann nur sein: „Ich weiß es nicht.“  Niemand kann im Voraus sagen,  wie er oder sie in einer bestimmten Situation reagiert. Aber die Haltung, die Waffe nicht zücken zu wollen, die  muss doch respektiert werden.


    In Deutschland werden laut Kriminalstatistik  täglich mehr als zwanzig Fälle von Vergewaltigung angezeigt. Die Dunkelziffer ist riesig. Das aber ist selten Thema. Sollten alle diese  Frauen oder ihre Familienmitglieder  Waffen in die Hand bekommen, um  den Vergewaltiger zu ermorden? Da wird mit Emotionen hantiert. Natürlich ist jede Vergewaltigung  grauenvoll und furchtbar. Aber im  Krieg ist Vergewaltigung nicht Ausnahme,  sondern entsetzliche Regel, ja wird als Kriegswaffe eingesetzt. Es geht um grauenvolles männliches  Machtgebaren,  das demütigen und  erniedrigen will. Das sollte nicht  missbraucht werden, um Waffenlieferungen  zu rechtfertigen.


    Stehe ich nicht im Gegensatz zu  „meiner Kirche“, werde ich gefragt.  Es hat in der Geschichte der Kirchen  immer eine Mehrheitsmeinung gegeben, die den Einsatz militärischer  Mittel gerade auch zur Selbstverteidigung  legitimiert, aber Regeln formulieren  will, sie zu begrenzen. Die  „Lehre vom gerechten Krieg“ oder  inzwischen „Lehre vom gerechten  Frieden“ zeugen davon. Und es gab  stets eine Minderheit, die eine pazifistische Tradition vertreten hat, weil  sie so ein Zeugnis von der Botschaft  des Jesus von Nazareth abgeben will.  Sich gegenseitig in diesen Haltungen  zu tolerieren – also zu ertragen,  dass es keine von irgendjemandem  vorgegebene bzw. reklamierte Einheitstheologie  gibt –, ist für theologische  Debatten letzten Endes eine  Frage des Respekts und der Freiheit. Und im Übrigen gehört es auch zur  eigenen Demut, stets zu wissen, dass  du irren kannst.


    Ich persönlich bin überzeugt, dass  die Theologie ebenso wie die Kirche  in die Irre gegangen sind, wann  immer sie Gewalt legitimiert haben. Jesus Christus war kein Revolutionär  mit der Waffe in der Hand. Er hat  Frieden gepredigt, nicht Krieg, Feindesliebe, nicht Hass. Theologie hat zu  fragen, wie sich das umsetzt im jeweiligen  Kontext.Sie sollte sich nicht  dazu missbrauchen lassen, Kriege  und Waffengänge zu legitimieren sondern sich querstellen, die Friedensfahne  hochhalten und dem  Gerede von „Blutzoll“, „Heldentum“  und „Tapferkeit“ die Menschlichkeit  und die Würde jedes Menschen  entgegensetzen.


    Krieg ist für mich nicht Ultima Ratio, weil Ratio Vernunft heißt. Und im Krieg setzt die Vernunft aus. Da vergewaltigen serbische Männer  ihre bosnischen Nachbarinnen. Da  foltern russische Soldaten in Butscha  wehrlose Zivilisten zu Tode. Da wird  mit der Wilhelm Gustloff ein Schiff  mit 9.000 Flüchtlingen an Bord versenkt. Da metzeln Hutu Tutsi in  einer Kirche nieder. Da lassen argentinische Generäle Menschen verschwinden. Da werden in Mosambik  Kinder zu Soldaten gemacht und  dazu gezwungen, ihre eigenen Eltern  zu töten, weil sie dann so besonders grausame Kämpfer werden. Da verhungern und erfrieren in und um  Stalingrad Hunderttausende. Krieg  ist das Ende aller Vernunft. Krieg ist  nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern das Ende  der Politik.


    Ich frage mich, warum der Angriffskrieg  Russlands auf die Ukraine eine  Zeitenwende ist. Weil der Krieg uns  so nahe an die Grenze kommt? Nach  einer Untersuchung des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung  gab es im Jahr 2021 20 Kriege (Beispiele sind Syrien und Jemen), dazu 20 begrenzte Kriege (Beispiele sind Israel oder Äthiopien).


    Dazu kommen die unerklärten Kriege, also 204 bewaffnete Konflikte, die  teilweise als hochgewaltsam eingestuft  werden. Da kämpfen marodierende  Banden, Verhandlungsparteien sind nicht mehr auszumachen. Das  Grauen der Zivilbevölkerung aber  ist umso größer. Und: Das Völkerrecht  wird immer wieder gebrochen. Gegen all das stehen Pazifistinnen und Pazifisten auf und für globale  Abrüstung ein.


    Mir macht Sorge, dass jetzt 100 Milliarden  Euro zusätzlich zum Wehretat  von 52 Milliarden in Rüstung investiert  werden sollen. Wenn ich an meine sieben Enkelkinder denke, ist  das doch keine Investition in deren  Zukunft. Das wäre eine Investition  zur Bekämpfung der Klimakrise, für  Bildung und Entwicklung. 

     

    DR. MARGOT KÄßMANN,
    Jahrgang 1958, studierte Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg. Nach ihrer Promotion und der Tätigkeit als Pfarrerin und später als Generalsekretärin es Deutschen Evangelischen Kirchentages war sie Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Von 2009 bis 2010 war sie Vorsitzende des Rates der EKD, von April 2012 bis zu ihrer Pensionierung „Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum“ 2017.


    Info: https://www.forumzfd.de/de/warum-ich-auch-2022-pazifistin-geblieben-bin


    unser Kommentar: Zitat: Innerkirchlich wird Pazifistinnen  und Pazifisten vorgehalten,  sie würden „Ponyhoftheologie“  betreiben. (Zitatende)


    Frau Käßmann selbst kann Pazifistin sein, wenngleich "Ihre Kirche" eine Amtskirche ist, die sich in einer "unerlösten Welt" wähnt, weshalb diese das Militär, und auch das Führen von Kriegen, für unverzichtbar hält. Neben der verklärenden Wahl den Krieg als Mittel der Politik zu erhöhen, gilt es für die Weltgemeinschaft zu erkennen, dass Krieg das Ende der Politik bedeutet.

    15.11.2022

    Ignorierte Studien: Corona-Vakzine mit hohen Risiken fürs Herz und umgekehrter Wirksamkeit?

    meinungsfreiheit.rtde.life, vom 14 Nov. 2022 09:53 Uhr

    Die Bundesregierung wirbt für den "Herbst-Booster", die STIKO empfiehlt die Impfung für Kinder. Doch neue Studien zeugen von bedenklichen Risiken und fragwürdigem Nutzen: Auffällig ist das häufige Auftreten von Herzschäden, zugleich kehrt sich die Impfwirkung nach wenigen Wochen ins Gegenteil.


    Ignorierte Studien: Corona-Vakzine mit hohen Risiken fürs Herz und umgekehrter Wirksamkeit?


    Quelle: Gettyimages.ru © George Mdivanian / EyeEm


    Zitat: Entzündungen des Herzmuskels und Herzbeutels, im Fachlatein Myokarditis und Perikarditis genannt, sind inzwischen anerkannte Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19. Man weiß, dass besonders häufig junge Menschen davon betroffen sind. Obwohl deren Risiko, an COVID-19 schwer zu erkranken, sehr gering ist, rufen Deutschlands Regierung und Behörden auch sie zum Impfen auf. Das Risiko einer Herzentzündung durch die Krankheit sei viel höher als durch die Impfung, die ihrerseits vor einem schweren Verlauf schütze – heißt es. Doch wie glaubwürdig ist das? Mehrere große Studien, von deutschen Medien, Politikern und Wissenschaftlern weitgehend ignoriert, gelangten zu anderen Erkenntnissen.


    Uni Basel: 800-fach erhöhtes Risiko von Herzschäden?

    Zu bemerkenswerten Ergebnissen kam jüngst die Universität im schweizerischen Basel. In einer Studie, die noch nicht von Fachkollegen begutachtet wurde, untersuchte sie 777 Menschen nach ihrem ersten "Booster", also der dritten Impfung. In dieser Gruppe seien "milde Schädigungen des Herzmuskels häufiger [vorgekommen] als bisher angenommen". Dabei handelte es sich keineswegs um eine geringfügige Häufung. Entsprechende Schäden stellten die Forscher ganze 800 Mal öfter fest als erwartet.


    Wie alle Krankheiten treten Entzündungen am Herzen in verschiedenen Schweregraden auf. Durch die passive Beobachtung fielen bisher nur jene Fälle auf, die ärztlich diagnostiziert und an die zuständige Behörde als mögliche Nebenwirkung gemeldet worden waren. Die Basler Kardiologen schauten jedoch genauer hin. Sie nahmen den Teilnehmern nach der dritten Impfung Blut ab und maßen das sogenannte kardiale Troponin.


    Würzburger Uni-Studie ergab erhöhte Quote an Arbeitsunfähigkeit nach bivalenter Booster-Impfung




    Analyse

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    Troponin ist ein Eiweiß-Marker, dessen Wert durch Schädigungen am Herzen im Blut ansteigt. Ärzte messen so zum Beispiel den Schweregrad von Herzproblemen oder das Risiko für Infarkte. Denn geringe Schädigungen sind bei einer Kernspintomografie meist noch nicht erkennbar. Der Kardiologe Christian Müller erläuterte: "Steigt die Menge des kardialen Troponins über den Normbereich, lässt das auf Schädigung des Herzens schließen."


    Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Bei 22 der 777 Probanden hätten die Forscher erhöhte Troponinwerte festgestellt. Das sind fast drei Prozent. Ausgehend von den früheren, passiven Beobachtungen schwerer Fälle wäre ein vergleichbares Ergebnis nur bei 35 von einer Million Probanden zu erwarten gewesen. Herzschädigungen mindestens leichten Schweregrades traten damit ganze 800 Mal häufiger auf als gedacht. Eine weitere Auffälligkeit: Während insbesondere junge Männer häufiger sehr schwer erkrankten, habe die Studie "milde Schädigungen" deutlich häufiger bei Frauen in jeder Altersgruppe nachgewiesen.


    Müller betonte ausdrücklich, man habe in der Studie "milde Effekte mit unspezifischen Symptomen" beobachtet, beispielsweise "Kurzatmigkeit, Müdigkeit oder leichten Druck auf der Brust". Man solle dies "nicht überbewerten, aber auch nicht ignorieren", so Müller. An anderer Stelle erläuterte er, was daran problematisch ist: "Der Herzmuskel kann sich gemäß heutigem Wissen nicht oder allenfalls nur minimal regenerieren." Daher sei es möglich, "dass jährliche Impfungen milde Schädigungen nach sich ziehen" – und damit bleibende Schäden verursachen.


    Müller plädierte für eine neue, altersbezogene Risiko-Nutzen-Abwägung. Insbesondere für Kinder und Jugendliche gebe es kaum Daten zu den tatsächlichen Gefahren. Allerdings sei eine thailändische Studie an Jugendlichen "zu ähnlichen Ergebnissen wie wir bei den Erwachsenen" gekommen. Und: "Bei jüngeren Kindern weiß man es einfach noch nicht", so Müller.


    Nordische Großstudie liefert erhebliche Warnsignale

    Der Baseler Kardiologe Müller ging dennoch davon aus, dass das Risiko für Herzschäden durch eine Corona-Infektion noch höher sein könne. Dem allerdings widersprechen zwei große Studien vehement. Bereits im April dieses Jahres war eine Untersuchung von mehr als 23 Millionen Menschen in den nordeuropäischen Ländern erschienen. Die Forscher hatten einmal und zweimal geimpfte Probanden mit ungeimpften im ersten Halbjahr 2021 miteinander verglichen – mit erdrückenden Ergebnissen.


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    Meinung

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    Demnach sei im Vergleich zu Ungeimpften "sowohl die erste als auch die zweite Dosis mit mRNA-Impfstoffen mit einem erhöhten Risiko für Myokarditis und Perikarditis verbunden". Unter jungen Männern und Jungen seien die Nebenwirkungen am auffälligsten gewesen. Allerdings wurden in der Studie in beiden Gruppen nur jene Fälle gezählt, die stationär oder ambulant behandelt wurden. Den Daten zufolge erlitten alle geimpften Probanden ab einem Alter von zwölf Jahren in den ersten 28 Tagen nach der ersten und zweiten Spritze signifikant häufiger Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen als die Vergleichsgruppe Ungeimpfter im gleichen Zeitraum.


    Nach der ersten Verabfolgung des Vakzins von AstraZeneca trat die Myokarditis demnach 2,4 Mal öfter auf als bei Ungeimpften, nach der zweiten Gabe 1,3-mal so oft. Nach der ersten Pfizer-Impfung erkrankten die Probanden 1,4 Mal so häufig, nach der zweiten doppelt so oft. Bei einer Doppelgabe des Präparats von Moderna trat eine Herzmuskelentzündung neunmal, nach einer kombinierten Impfstoffreihe von Pfizer und Moderna sogar 17-mal öfter auf als unter nicht geimpften Probanden.


    Besonders drastisch zeigte sich dies in der Altersgruppe der 16- bis 24-jährigen Männer. Gut zweimal häufiger als die Vergleichsgruppe erlitten sie nach der ersten Pfizer-Impfung eine Herzmuskelentzündung, fünfmal häufiger nach der zweiten Dosis. Dreimal öfter war dies nach einer Moderna-Spritze der Fall, nach der zweiten sogar 13 Mal sowie 36 Mal öfter nach einer kombinierten Impfreihe mit beiden Vakzinen. Mit dem Alter nahm das Risiko für eine Myokarditis ab, lag jedoch stets höher als bei den Ungeimpften.


    Kaum weniger häufig waren allerdings Mädchen und Frauen betroffen. Insbesondere die Kombination aus Pfizer- und Moderna-Impfung ließ in den ersten 28 Tagen die Myokarditis-Rate auf das 72-fache der ungeimpften Vergleichsgruppe in die Höhe schießen. Die riesigen Datenmengen lassen zwei Schlüsse zu: Entweder gab es im ersten Halbjahr 2021 kaum Corona-Fälle, was angesichts der damaligen Inzidenzen in einer derart großen beobachteten Population bezweifelt werden kann; oder aber das Virus verursacht, anders als behauptet, viel seltener Herzentzündungen als die Impfungen.


    Studie aus Israel: Kein erhöhtes Myokarditis-Risiko durch COVID-19

    Aufschluss hierüber könnte eine ebenfalls im April publizierte israelische Studie mit knapp 800.000 erwachsenen Probanden geben. In dieser ging es nicht um die Wirkung der Impfung, sondern um einen Vergleich von Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, mit Menschen, die nachweislich keine Erkrankung hatten.


    Die Forscher untersuchten, ob nach einer Infektion tatsächlich mehr Menschen an Myokarditis und Perikarditis erkrankten als gewöhnlich. Und ihre klare Antwort lautet: Nein. Sie schreiben:

    "Wir haben weder eine erhöhte Inzidenz von Perikarditis noch Myokarditis bei erwachsenen Patienten beobachtet, die sich von einer COVID-19-Infektion erholt haben. … Die Zeit nach der Infektion war mit keiner der beiden Herzerkrankungen assoziiert."

    Die Erzählung von einer "milden Myokarditis"

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    Meinung

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    Nicht unerwähnt bleiben darf dabei, dass die Impfungen keineswegs vor einer Infektion mit dem Coronavirus oder einer COVID-Erkrankung schützen. Angeblich, so der allgemeine Duktus, sollen sie immerhin schwere Verläufe verhindern. Wäre dies sicher, könnte man nach Alter und Risiko abwägen: Riskiert jemand besser einen schweren Verlauf oder lieber Impfkomplikationen wie eine Herzmuskelentzündung? Schließlich berichten deutsche Kardiologen von einer hohen Sterblichkeit nach einer Myokarditis. 40 Prozent der Patienten überlebten demnach die ersten zehn Jahre nach der Erkrankung nicht.


    Auch das offizielle Dogma einer "milden" Herzmuskelentzündung ist äußerst fragwürdig. Laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie sind "Herzmuskelentzündungen gefährlich, und noch können wir nicht vorhersagen, wer eine ungünstige Prognose hat". Die Deutsche Herzstiftung schrieb 2016, dass von jährlich in Deutschland stationär behandelten 3.500 Myokarditis-Patienten etwa 150, gut vier Prozent, versterben. Gleiches zeige sich bei 20 Prozent der plötzlich verstorbenen Minderjährigen.


    Die offenkundigen Gefahren und wenig kalkulierbaren Risiken sind dem Robert Koch-Institut (RKI) wohl unbekannt. Bereits in der Impfempfehlung der im RKI ansässigen Ständigen Impfkommission (STIKO) für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen wird die Erkrankung bagatellisiert. Dort heißt es:

    "Die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen müssen als Impfnebenwirkungen gewertet werden. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patienten mit diesen Herzmuskelentzündungen hospitalisiert, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf."

    Negativer Schutz nach wenigen Wochen

    Angesichts möglicher bleibender Herzschäden wäre eine neue, nüchterne, nicht ideologisch beeinflusste Risiko-Nutzen-Abwägung nötig. Zu betrachten wäre dafür auch der tatsächliche Vorteil, den die Impfung einzelnen Altersgruppen bringen kann. Das untersuchten Forscher der Universität Oxford an fast 13 Millionen Probanden in Großbritannien. Sie verglichen Geimpfte 98 Tage lang nach der ersten und zweiten Dosis der beiden dort eingesetzten Vakzine von AstraZeneca und Pfizer/BioNTech mit einer Gruppe von Ungeimpften. Ziel war es herauszufinden, wie gut die Präparate vor Klinikeinweisungen oder Tod durch COVID-19 schützen.


    Das Ergebnis ihrer Ende Oktober bereitgestellten Publikation: Die Wirksamkeit sank binnen weniger Wochen rapide und fiel danach sogar teils auf weit unter Null, also ins Negative. So war das Risiko, nach der ersten AstraZeneca-Gabe an COVID-19 zu versterben oder mit einem schweren Verlauf in der Klinik zu landen, nach 70 Tagen um 25 Prozent höher als bei Ungeimpften, nach 84 Tagen fast doppelt so hoch. Nach der zweiten Dosis lag es am Tag 84 bei minus 19, am Tag 98 bei minus 59 Prozent.


    Auch das Vakzin von Pfizer/BioNTech schnitt miserabel ab. 84 Tage nach der ersten Dosis war die COVID-Sterberate um 121 Prozent höher als bei ungeimpften Erkrankten. Drei Monate nach der zweiten Dosis ermittelten die Forscher noch einen Schutz von 13 bis 67 Prozent vor Krankenhaus und Tod – Tendenz rapide fallend.


    Die Oxford-Forscher – ihre Universität war immerhin an der Entwicklung des Vektor-Vakzins von AstraZeneca beteiligt – ziehen daraus ihre eigenen Schlüsse: Dann müsse man eben öfter nachimpfen. Um Impfnebenwirkungen wie Herzentzündungen ging es schließlich in dieser Studie nicht.


    Mehr zum Thema - BioNTech und Pfizer testen Kombi-Impfstoff gegen COVID-19 und Influenza


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/154245-ignorierte-studien-corona-vakzine-mit


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.11.2022

    Die europäische Erklärung für die Ablehnung der Anti-Nazismus-Resolution ist ein Hohn

    meinungsfreiheit.rtde.life, 15 Nov. 2022 16:45 Uhr, Von Andrew Korybko

    42 Länder, darunter alle Mitglieder der Europäischen Union, haben in der UN-Vollversammlung gegen die traditionelle Resolution wider die Heroisierung des Nazismus gestimmt. Die dafür dargebotene Erklärung ist eine Beleidigung der Intelligenz eines jeden sachkundigen Menschen und darf nicht ernst genommen werden.


    Die europäische Erklärung für die Ablehnung der Anti-Nazismus-Resolution ist ein Hohn




    Quelle: Gettyimages.ru © Pavlo


    Palamarchuk/SOPA Images


    Der in der Ukraine und in Osteuropa mit wohlwollender Duldung der EU betriebene Abriss der Denkmäler für die sowjetischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg ist eine Erscheinung der Rehabilitierung des Nazismus



    Zitat: Beobachter hätten nicht überrascht sein dürfen, dass die EU samt ihrer Mitgliedstaaten die jüngste von Russland eingebrachte Resolution gegen die Verherrlichung von Nazismus und Neonazismus in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zurückgewiesen hat, nachdem der außenpolitische Chef der EU, Josep Borrell, vergangenen Monat eine rassistisch gefärbte Ansprache von sich gegeben hatte. In dieser deutete er an, dass der afrikanische "Dschungel" versucht, in den europäischen "Garten" einzudringen. Es versteht sich auch von selbst, dass die umfassende Unterstützung seitens der EU für Kiews Neonazi-Junta es diesen Ländern politisch unmöglich macht, den Vorschlag des Kreml zu befürworten und den Neonazismus zu verurteilen. Anstatt dies einfach zuzugeben, gab die EU eine höhnische Erklärung für das Stimmverhalten ihrer Mitglieder ab.


    Medienbericht: USA wollen Enkelin eines ukrainischen Nazi-Kollaborateurs zur NATO-Chefin machen




    Medienbericht: USA wollen Enkelin eines ukrainischen Nazi-Kollaborateurs zur NATO-Chefin machen






    Laut dem Vertreter der Europäischen Union bei der UN "hat das Ende des Zweiten Weltkriegs keine Freiheit gebracht, sondern erneute Besetzung und Unterdrückung und in einigen Fällen sogar Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch andere totalitäre Regime". Dies ist eine verklausulierte Umschreibung der neuen "politisch korrekten" Interpretation der Geschichte, bei der Nazideutschland mit der Sowjetunion gleichgesetzt wird, was erstens falsch und zweitens beleidigend ist. Bei all ihren Fehlern hat die Sowjetunion nie Millionen von Menschen in einem Genozid gemeuchelt. Es war auch nicht die UdSSR dafür verantwortlich, die Welt in den tödlichsten Konflikt aller Zeiten zu stürzen.


    Im Gegenteil, die Leistung der Sowjetunion war für das siegreiche Ende des Zweiten Weltkriegs ausschlaggebend. Es war die Rote Armee, die Berlin eroberte, was wiederum Hitler dazu veranlasste, Selbstmord zu begehen, um nicht für seine unzähligen Verbrechen vor Gericht gestellt zu werden. Dennoch behauptet die EU nun, dass "Russland heute unter dem falschen Vorwand, den Nazismus zu bekämpfen, die Schrecken des Krieges wieder nach Europa zurückgebracht hat, zusammen mit der Erinnerung, dass Frieden nicht als selbstverständlich betrachtet werden kann". Objektiv betrachtet, kann der Ukraine-Konflikt in keiner Weise mit dem Zweiten Weltkrieg verglichen werden.


    Der vom Westen geförderte Aufstieg des Neonazismus in der Ukraine, der lange vor dem "Maidan" begonnen hat, war in der Tat einer der Gründe für Russlands Entscheidung, seine militärische Sonderoperation in dieser zerfallenden ehemaligen Sowjetrepublik zu lancieren. In der Erklärung der EU wird jedoch bewusst unterschlagen, dass der Hauptgrund für Russlands Einschreiten in der Ukraine das regionale Sicherheitsdilemma war, das durch die US-geführte NATO mit ihrer heimlichen Expansion in die Ukraine erzeugt worden war.


    Zeitenwende: Deutschland und Österreich stimmen gegen UN-Resolution, die Neonazismus verurteilt





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    Der zynischste Teil der Erklärung der EU war jedoch die antisemitische Ausbeutung des Holocausts, im verzweifelten Versuch, billige politische Punkte gegen Russland zu erzielen. Die EU behauptet, dass Moskaus Motiv der Entnazifizierung für seine laufende Spezialoperation in der Ukraine "unser Verständnis des Holocausts untergräbt und dessen Gedenken missachtet". Die Manipulation der Erinnerung an den Holocaust aus eigennützigen Gründen ist unbestreitbar antisemitisch und zielt darauf ab, Russland fälschlicherweise mit Nazideutschland gleichzusetzen.


    Im weiteren Verlauf der Rede setzte die EU ihre obsessive Fixierung auf Russlands Motiv der Entnazifizierung fort, das wie gesagt nur einer der Gründe für sein Handeln war, und behauptet, dass Moskau dieses Motiv nur vorschiebt, während man gleichzeitig die Tatsache ignoriert, dass Brüssel selbst den Aufstieg des Neonazismus in der Ukraine im Laufe der vergangenen Jahre aktiv unterstützt hat. Diese Sichtweise läuft auf eine Form der psychischen Manipulation hinaus, welche die Taktik der Desinformation DARVO anwendet – "Deny, Attack and Reverse Victim and Offender" (Verneinen, angreifen, Täter und Opfer verdrehen). Die EU leugnet ihre Verantwortung, greift Russland an und vertauscht dann die Rollen.


    Der Rest der Erklärung der EU war gespickt mit an objektiven Tatsachen leicht zu widerlegenden Lügen, mit denen behauptet wurde, die EU sei gegen alle Formen von Bigotterie und radikalen Ideologien. Die eingangs erwähnte Aussage von Borrell widerspricht dieser Selbstdarstellung ebenso wie die geduldete Verherrlichung des Nationalsozialismus in einigen seiner Mitgliedstaaten, wie die jährlichen Paraden faschistischer Kriegsveteranen in den baltischen Staaten beweisen. Auch die umfassende Unterstützung der EU für Neonazis in der Ukraine wird aus "Gründen der politischen Zweckmäßigkeit" unter den Teppich gekehrt.


    Ukrainerin schreibt dem EU-Chefdiplomaten Borrell: "Du bist ein Heuchler, Josep"





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    Insgesamt ist die von der EU abgegebene Erklärung des Stimmverhaltens ihrer Mitglieder in den Vereinten Nationen und der Ablehnung der gegen die Verherrlichung von Nazismus und Neonazismus gerichteten Resolution nicht glaubwürdig. Vertreter der EU deuten die Geschichte auf eigennützige und sachlich falsche Weise um. Man ist besessen davon, den Motiven Moskaus für die Entnazifizierung der Ukraine mit der bewährten DARVO-Desinformationstaktik entgegenzutreten, Präsident Putin gar mit Hitler gleichzusetzen. Das Ganze ist eine Beleidigung für die Intelligenz eines jeden sachkundigen Zeitgenossen und sollte den Europäern nicht abgenommen werden.


    Aus dem Englischen.

    Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer Politologe. Er spezialisiert sich auf die US-Strategie in Afrika und Eurasien, Chinas "Neue Seidenstraßen"-Initiative, Russlands geopolitischen Balanceakt sowie hybride Kriegsführung.


    Mehr zum Thema - Gescheiterte Entnazifizierung: UN-Abstimmung offenbart das Vierte Reich


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    Info: https://meinungsfreiheit.rtde.life/meinung/154275-erklaerung-der-ablehnung-der-antinazi-resolution-nicht-glaubhaft


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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